Nordamerikanische Adventisten besorgt über Gewalt in Charlottesville
print druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 20.08.2017/APD Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika hat mit Besorgnis zur Gewalt in Charlottesville Stellung genommen.

Daniel R. Jackson

Daniel R. Jackson

© Foto: Seth Shaffer/ADAMS

In der 50.000 Einwohner zählenden Stadt im US-Bundesstaat Virginia war es am 12. August zu einem Aufmarsch ultrarechter Gruppen gegen den Stadtratsbeschluss gekommen, wonach eine Reiterstatue des Konföderierten-Generals Robert F. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) entfernt werden sollte. Dabei wurden eine 32-jährige Gegendemonstrantin von einem Auto erfasst und getötet sowie 19 Menschen verletzt. Der 20-jährige Fahrer scheint vorsätzlich gehandelt zu haben. Zudem erlitten 16 Personen bei den Prügeleien Verletzungen. Beim Absturz eines Hubschraubers, aus dem die Zusammenstösse aus der Luft beobachtet worden waren, starben zwei Polizisten.

Widerstand gegen rechtsextreme Gruppen
Laut Adventist News Network (ANN) zeigten sich der Präsident und der Exekutivsekretär der nordamerikanischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, die Pastoren Daniel R. Jackson und G. Alexander Bryant, sehr beunruhigt über die Gewalt und den Hass in Charlottesville. „Wir sind erschüttert über die Tragödie des sinnlosen Todes von Heather Heyer, die sich gegen blinden religiösen Eifer und Hass wandte und dabei selbst ums Leben kam. Wir beten für die Familie von Heather, die Stadt Charlottesville und all jene, die sich in Solidarität gegen das Böse erhoben haben und dabei verletzt wurden. Als Christen und Nachfolger Jesu leisten wir mit Christus rechtsextremen Gruppen, die Rassismus und Gewalt verbreiten, Widerstand.“

„Mir geht es nicht gut“
Daniel Xisto, Pastor der adventistischen Kirchengemeinde in Charlottesville, beklagte sich in einem Facebook-Kommentar: „Mir geht es nicht gut, weil Rechtsradikale, weisse Nationalisten, Neonazis, Mitglieder des Ku-Klux-Klan und andere nationalistische terroristische Gruppen in meine Stadt kommen und meine Freunde in Angst versetzen.“ Es ginge ihm auch nicht gut, weil eine junge Frau und zwei Polizeibeamte als Folge dieser „Dummheit“ starben. Die Adventisten vor Ort wollen an der Heilung des angerichteten Schadens mitwirken.

Rassismus eines der schlimmsten Übel unserer Zeit
Bereits 1985 hatte die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten in einer Erklärung den Rassismus als „eines der schlimmsten Übel unserer Zeit“ bezeichnet. „Rassendiskriminierung ist ein Angriff auf unsere Mitmenschen, die nach dem Bild Gottes geschaffen wurden“, heisst es in der Stellungnahme. Siebenten-Tags-Adventisten möchten dem Versöhnungsauftrag treu bleiben, der der christlichen Gemeinde von Jesus anvertraut sei. Als weltweite Kirche wollten sie Liebe und Einheit, welche „die Rassenschranken und die bisherige Entfremdung zwischen den Rassen überwindet, nach aussen und in ihren eigenen Reihen demonstrieren“.

In den USA gibt es über 1,1 Millionen erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in rund 5.100 Kirchengemeinden.

back (2'901 Zeichen)


Hinweise Top

APD-Meldungen als PDF zum Herunterladen auf Dropbox:
https://www.dropbox.com/sh/m9tu5b6f767kgch/AABMOCZxMpGsSn8bHR_VqNbma?dl=0

APD auf Facebook
https://www.facebook.com/APDSchweiz/?fref=ts

APD auf Twitter
https://twitter.com/apd_ch

Impressum Top

Nachrichtenagentur APD
(Adventistischer Pressedienst)
Postfach
CH-4020 Basel
E-Mail: APD-CH(at)apd.info
Web: https://www.apd.media/

Herbert Bodenmann (verantwortlich), Journalist SFJ
Tel: +41 79 225 95 11
Christian B. Schäffler, Journalist SFJ

© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland). Kostenlose Textnutzung nur unter der Bedingung der eindeutigen Quellenangabe "APD". Das © Copyright an den Agenturtexten verbleibt auch nach ihrer Veröffentlichung bei der Nachrichtenagentur APD.

APD ® ist die rechtlich geschützte Abkürzung des Adventistischen Pressedienstes.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig (6/2017) zählt sie über 20 Millionen erwachsene Mitglieder in 215 Staaten und Territorien der Erde. In der Schweiz sind 4.652 Mitglieder in 54 Gemeinden und drei Gruppen organisiert. Die einzige Glaubensgrundlage der Adventisten ist die Bibel.