Flucht, Migration und christlicher Dienst - Handreichung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten veröffentlicht
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Ostfildern und Hannover/Deutschland, 27.09.2017 / APD

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland hat eine neue, sechs Seiten umfassende, theologische Handreichung zur Orientierung herausgegeben. Darin wird aus Sicht der Freikirche zum Thema „Flucht, Migration und christlicher Dienst“ Stellung genommen.

Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze 2015

Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze 2015

© Foto: Christian Michelides/Wikimedia Commons

In einer Welt mit 65 Millionen Geflüchteten lasse sich die Bedeutung von Flucht und Migration nur schwer ignorieren, so das Statement in der Einführung zur Handreichung. Auch Christen seien aufgefordert, die Phänomene von Migration und ihren Folgen ernst und wahrzunehmen. Nach einer allgemeinen Einleitung werden in der Handreichung zuerst „Biblische Grundlagen“ zum Thema dargestellt. Daraus werden anschliessend „Theologische Einsichten“ abgeleitet, die wiederum „Folgen für Gemeinde und Dienst“ haben.

Biblische Grundlagen
In der Bibel seien für die konkrete Ausgestaltung von Staatsangehörigkeit, Auswanderung oder Beheimatung nur allgemeine ethische Leitlinien auszumachen. Christen seien sich daher in gesellschaftspolitischen Fragen häufig nicht einig, heisst es in der Handreichung. Am Beispiel des Handelns und der Lehre Jesu Christi könne das Prinzip der unterschiedslosen Annahme anderer Menschen festgemacht werden. Das Gebot der Feindes- und Nächstenliebe impliziere auch die Fremden- und Übernächstenliebe. In der frühesten Kirchengeschichte seien Migrationserfahrungen Teil einer Normalität gewesen, die später abhandengekommen wäre.

Theologische Einsichten
Christen seien aufgerufen, Zuschreibungen und Festlegungen, mit denen Menschen aufgrund ihrer Herkunft versehen werden, zu hinterfragen und zu relativieren. Stattdessen sei als allgemeine Reaktion Gastfreundschaft und gelebte Fremdenfreundschaft angebracht. Man wolle „unserer Gäste“ allerdings auch nicht idealisieren – ihre Kulturen, Religionen und Perspektiven dürften kritisch betrachtet werden. Da das Aufnehmen von Fremden ein Beurteilungsmassstab im Weltgericht sei, seien die Kirchengemeinden aufgerufen, Vorbilder der Inklusion, der Vielfalt und des selbstlosen Dienens zu sein.

Folgen für Kirche und Dienst
Die Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten werden in der Handreichung aufgerufen, ihren Dienst an Menschen mit Migrationshintergrund an den Werten des Evangeliums auszurichten. Grundlage dafür seien freundschaftliche Beziehungen, Einladungen und respektvolle Kommunikation. Auch die praktische Unterstützung, beispielsweise in Form von Sprachkursen, sozialen Diensten, rechtlicher Unterstützung und Übersetzungsangeboten, wird in der Handreichung betont. So könnten Adventgemeinden eine Brücke für Migranten in die Gesellschaft schlagen.

Download der Handreichung „Flucht, Migration und christlicher Dienst“ unter:
www.adventisten.de/ueber-uns/dokumente-und-stellungnahmen/

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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig (6/2017) zählt sie über 20 Millionen erwachsene Mitglieder in 215 Staaten und Territorien der Erde. In der Schweiz sind 4.652 Mitglieder in 54 Gemeinden und drei Gruppen organisiert. Die einzige Glaubensgrundlage der Adventisten ist die Bibel.