Verletzte des Erdbebens warten im «Haiti Adventist Hospital» auf Behandlung. © Foto: Scott Nelson

Haiti: Überlastetes adventistisches Spital hilft mit orthopädischen Operationen

Silver Spring, Maryland/USA | 18.08.2021 | APD | International

Das adventistische Krankenhaus liegt in Diquini, Carrefour, in der Hauptstadt Port-au-Prince. Es sei überlastet, da es nach dem Erdbeben am 14. August ununterbrochen Patienten aufgenommen habe, die ihnen überwiesen worden seien, sagte Scott Nelson, leitender Arzt und orthopädischer Chirurg der adventistischen Gesundheitseinrichtung in Haiti. Tag und Nacht seien vor allem orthopädische Operationen durchgeführt worden. Ausserhalb des Krankenhauses wurden sechs Zelte aufgestellt, um den Zustrom verletzter Patienten zu meistern.

«Loma Linda University Health», medizinisches Ausbildungszentrum der Adventisten in den USA, werde Ärzte und Pflegepersonal für Operationen entsenden. Zudem würden medizinische Hilfsgüter geliefert. Die Hilfe werde zwischen Krankenhaus, der adventistischen Kirchenleitung sowie dem Hilfswerk ADRA, das kurz nach dem Erdbeben vor Ort gewesen sei, koordiniert, sagte Jere Chrispens, Verwalter des «Haiti Adventist Hospital».

Adventistisches Krankenhaus spezialisiert in Traumachirurgie
«Unser Krankenhaus ist auf Traumachirurgie spezialisiert und konzentriert sich auf Patienten, die sich schnell erholen können», sagte Jere Chrispens, Verwalter des «Haiti Adventist Hospital».

Die adventistische Kirchenleitung in Haiti entsandte aus der Hauptstadt ein Team von Ärzten und Krankenschwestern zusammen mit einigen Mitarbeitern des «Haiti Adventist Hospital» nach Les Cayes, einer Küstenstadt auf der südlichen Halbinsel, die vom Erdbeben schwer getroffen wurde, berichtet «Adventist Review», Zeitschrift der Weltkirchenleitung. «Unsere Operationsteams arbeiten 16 bis 20 Stunden pro Tag in jedem der drei Operationssäle des Krankenhauses», so Chrispens. Das könne sich über Wochen hinziehen.

Medizinische Folgen des Erdbebens von 2010 hat Fachkompetenz vergrössert
«Die Verletzungen, die wir sehen, sind uns nicht fremd, da wir seit 11 Jahren viel Erfahrung haben», sagte Nelson, leitender Arzt. Er habe seit 2010 Hunderte von orthopädischen Operationen durchgeführt. «Der Unterschied ist, dass das Krankenhaus und die Mitarbeiter viel besser darauf vorbereitet sind, diese Krise zu bewältigen und den von dieser Katastrophe betroffenen Menschen zu helfen.»

«Überwältigt von Trauer»
Er sei «überwältigt von Trauer», sagte Pierre Caporal, Präsident der Adventisten in Haiti. «Ich bin erschüttert von all den Berichten und Fotos, die uns von unserer Kirchenleitung im südlichen Kirchengebiet erreichen. Wir wissen nicht, wo sich viele unserer Mitglieder aufhalten, da Strassen und Ortschaften aufgrund der enormen Schäden durch das Erdbeben nicht passierbar sind.»

12 adventistische Christen unter den Toten – zerstörte kirchliche Einrichtungen
Am 17. August bestätigte die adventistische Kirchenleitung in Haiti, dass 12 Adventisten unter den mehr als 1.400 Todesopfern und 21 Kirchenmitglieder verletzt seien. Weiterhin würden Mitglieder vermisst. 20 Häuser von adventistischen Christen seien zerstört worden. Laut Pierre Caporal wurden fünf adventistische Kirchen zerstört und sieben weitere sowie sechs Schulen teilweise beschädigt.

Adventisten in Haiti
In Haiti mit 11,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern feiern 479.848 adventistische Christen jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag, den Gottesdienst in 615 Kirchgemeinden und 502 Gruppen. Die protestantische Kirche unterhält sieben Sekundarschulen, eine Universität, ein Krankenhaus, einen Verlag sowie das Hilfswerk ADRA Haiti.

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