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"Chronik der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Vom Beginn in Deutschland bis zur Gegenwart. 1875-2004"
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"Chronik der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Vom Beginn in Deutschland bis zur Gegenwart. 1875-2004", Hrsg. Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, 2004, Leinen, 98 Seiten, 19,80 Euro, Bezug: Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Zentrallager, Grindelberg 13-17, D-20144 Hamburg, Telefon (040) 41 49 87-32, Telefax (040) 41 49 87-34.

Der grossformatige Band schildert anschaulich in Wort und Bild die Geschichte der deutschen Siebenten-Tags-Adventisten von den Anfängen in Wuppertal-Vohwinkel im Jahr 1875 bis zur Gegenwart. Über 400 zum Teil bisher unveröffentlichte Fotos und Dokumente machen die Vergangenheit wieder lebendig. Für einen Zeitraum von über zehn Jahren gab es in Deutschland nur die Adventgemeinden in Vohwinkel und Solingen, die aus der "Getauften Christengemeinde" des Webers Johann Lindermann hervorgingen. Dann gründete Ludwig Richard Conradi 1889 eine Missionszentrale in Hamburg. Von hier gingen Impulse aus, die 1899 zur Gründung eines theologischen Seminars und Sanatoriums in Friedensau bei Magdeburg und 1903 zur Aussendung der ersten Missionare nach Deutsch-Ostafrika führten. Bis 1911 waren bereits 40 Missionare nach Südamerika, in den Nahen Osten, nach Afrika, Holländisch-Indien und Südosteuropa ausgesandt worden. 1906 erfolgte in Bayern die Anerkennung der Adventisten als "Privatkirchengesellschaft". Mit der wachsenden Mitgliederzahl kam es immer wieder zu Schwierigkeiten beim Militärdienst. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges berichtete die Presse von etwa 40 Fällen, in denen adventistische Rekruten militärische Dienste am Sabbat (Samstag) verweigerten und dafür zum Teil empfindliche Haftstrafen in Kauf nehmen mussten.

Der Erste Weltkrieg war auch für Adventisten eine Notzeit. Doch trotz der kriegsbedingten Beschränkungen hielt das Gemeindewachstum unvermindert an. Die Zeit der Weimarer Republik waren "Jahre des Aufbruchs". Es entstanden die theologischen Seminare Neandertal bei Düsseldorf (1921) und "Marienhöhe" in Darmstadt (1924) sowie das Krankenhaus "Waldfriede" in Berlin-Zehlendorf (1920). Erneut wurden Missionare nach Niederländisch-Indien, in den Vorderen Orient, nach Japan, Korea, China, Abessinien und in andere afrikanische Länder ausgesandt. Während des Nationalsozialismus ging es um das Überleben. 1933 war die Freikirche kurzfristig verboten. 1934 mussten das Seminar in Neandertal und 1938 die "Marienhöhe" in Darmstadt geschlossen werden. 1936 wurde die Ausnahmegenehmigung für Adventisten hinsichtlich der Freistellung von Arbeit und Schule am Samstag widerrufen. Mit dem Ausbruch des Krieges verstärkten sich die Massnahmen gegen jede Form christlicher Verkündigung. Mehrmals bedrohte ein Verbot die Glaubensgemeinschaft wegen Arbeitsverweigerung einzelner Adventisten am Sonnabend. 1943 musste die Schule in Friedensau alle Ausbildungsgänge einstellen. Manche Gemeinden durften sich nur noch am Samstagnachmittag zum Gottesdienst versammeln.

Nach dem Krieg kam es zu einem Neubeginn in einem zerstörten Land. Schon bald waren in den Westzonen alle Einschränkungen für die öffentliche Evangelisation und für die Veröffentlichung von Zeitschriften und Büchern aufgehoben. Anders dagegen im Gebiet der späteren DDR. Hier musste sich die Freikirche mit zunehmenden Beschränkungen abfinden. Anmeldung aller Veranstaltungen und Gottesdienste mit Ausnahme sakraler Handlungen, keine Evangelisation in angemieteten Räumen und spärliche Genehmigungen für die Herausgabe von Literatur. Bibelwochen prägten ganz entscheidend die Entwicklung der Adventgemeinden in der DDR. Die Bauvorhaben von Gemeindezentren erforderten viel Ausdauer, Improvisation und Einsatz. 1980 erteilten die Behörden die Genehmigung zur Herausgabe der ersten Nummer der Zeitschrift "Adventgemeinde". Jugendevangelisationen in Teestuben prägten das Gemeindebild in den achtziger Jahren. 1982 wurde der Suchtgefährdetendienst gegründet. Kurz vor der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 erhielt das Theologische Seminar in Friedensau die staatliche Anerkennung als Theologische Hochschule.

In der Bundesrepublik erfolgte 1952 die Anerkennung der Freikirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Der Gegensatz zwischen dem adventistischen Lebensstil, der Suchtmittel meidet, und der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung führte zu einem grösseren Engagement in gesundheitlichen Fragen, wie durch den Raucherentwöhnungskurs "Fünf-Tage-Plan". Im ganzen Land entstanden Bläsergruppen, in denen Jüngere und Ältere gemeinsam musizierten. Die "Marienhöhe" in Darmstadt mit Theologischem Seminar und Gymnasium war in der Zeit der deutschen Teilung ein Zentrum der Adventisten in der Bundesrepublik. Auch die Rundfunkmission und das Bibelstudien-Institut der "Stimme der Hoffnung" siedelten sich in Darmstadt an.

Die letzten beiden Kapitel des Bildbandes befassen sich mit den Herausforderungen und Perspektiven im geeinten Deutschland und den adventistischen Institutionen, wie "Stimme der Hoffnung", Deutscher Verein für Gesundheitspflege (DVG), Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA), DE-VAU-GE Gesundkostwerk, Saatkorn- und Advent-Verlag. In dem vorliegenden Band werden viele Facetten aus der Geschichte der deutschen Siebenten-Tags-Adventisten wieder sichtbar, die weitgehend in Vergessenheit geraten waren.

Holger Teubert

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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig (6/2017) zählt sie über 20 Millionen erwachsene Mitglieder in 215 Staaten und Territorien der Erde. In der Schweiz sind 4.652 Mitglieder in 54 Gemeinden und drei Gruppen organisiert. Die einzige Glaubensgrundlage der Adventisten ist die Bibel.