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Bei globaler Krise sich auf christliche Werte besinnen

Düsseldorf/Deutschland, | 01.03.2009 | APD | Gesundheit & Ethik

Unter dem Motto "Mit Werten in Führung gehen" fand vom 26. bis 28. Februar im Congress Center Düsseldorf der Kongress christlicher Führungskräfte mit 3.800 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Bei dem sechsten derartigen Treffen verzeichneten die Veranstalter, die Evangelische Nachrichtenagentur idea und die Firma tempus-Zeitplansysteme, einen Besucherrekord. Zum letzten Kongress 2007 in Leipzig kamen 3.500 Interessenten. In Düsseldorf wurden in den Vorträgen, Podiumsdiskussionen und 60 Seminaren zu 15 verschiedenen Themenbereichen Auswege aus der Wirtschafts- und Wertekrise erörtert.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident, Jürgen Rüttgers, sagte in seinem Grusswort mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise, er vermisse Ideen zur Bewältigung der Krise, bei denen es um Werte gehe. Der stellvertretende Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer und Manager des Henkel-Konzerns, Thomas Müller-Kirschbaum (Düsseldorf), mahnte ein "Werte-Hilfspaket" an. Nikolaus Schneider (Düsseldorf), Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, rief die Verantwortlichen in der Wirtschaft auf, sich an den Geboten Gottes zu orientieren, um Masslosigkeit zu vermeiden. Der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, gab in seinem Grusswort zu bedenken, dass es in Führungspositionen nicht um den äusseren Glanz gehe, sondern um die Bereitschaft, anderen Menschen zu dienen.

Werner Messmer (Zürich), Schweizer Nationalrat und Unternehmer, betonte, die Gesellschaft müsse vor allem wieder lernen Mass zu halten. Masslosigkeit sei Gift für das soziale Gefüge und lasse das Vertrauen in die Wirtschaft schwinden. Der Politiker begrüsste es, dass durch die Wirtschaftskrise eine Gerechtigkeitsdebatte in Gang gekommen sei. Der Leiter des Benediktinerordens, Abtprimas Notker Wolf (Rom), warnte vor einer staatlichen Bevormundung der Wirtschaft als Folge der globalen Finanzkrise. Durch eine Gängelei von oben könne man eine Volkswirtschaft ruinieren. Ziel müsse es sein, Freiheit in Verantwortung und in Rückbindung an Gott wahrzunehmen. Dann habe auch die soziale Marktwirtschaft eine Zukunft. Der Abtprimas verurteilte zugleich die Profitgier, die zur internationalen Finanzkrise geführt habe. Nicht nur Banker, sondern auch Anleger seien dieser Gier verfallen und ein "blindes Risiko" eingegangen. Als Folge der Krise forderte der Ordenschef von weltweit 25.000 Benediktinerinnen und Benediktinern zur Bescheidenheit auf.

Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, erklärte am letzten Tag des Kongresses, die Ursachen der derzeitigen Wirtschaftskrise beruhten auf einem falschen Menschenbild. Das dem Kapitalismus zugrunde liegende Menschenbild vom "homo oeconomicus", der allein an seine eigenen Interessen denkt, habe die Welt zum Schlechteren verändert. Gebraucht werde eine Neubegründung der sozialen Marktwirtschaft aus dem Geist des Christentums. Hermann Gröhe (Neuss/Berlin), Staatsminister im Bundeskanzleramt, rief die Teilnehmer des Kongresses bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Die Gesellschaft verändern", dazu auf, sich gesellschaftlich zu engagieren. So hätten Christen wesentlich dazu beigetragen, dass Deutschland eine freiheitliche Verfassung habe und die Mauer vor 20 Jahren gefallen sei. Nach Ansicht des TV-Journalisten Peter Hahne (Berlin) ist die Hinwendung zum Glauben der einzige Weg aus der gegenwärtigen Krise. Es dürften nicht nur die "Produkte auf vier Rädern" gerettet werden. Wichtig sei, die Zehn Gebote wieder zu beherzigen.

Beim Kongress präsentierten 270 Aussteller ihre Dienstleistungen, Produkte und Projekte. Darunter war auch der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG), eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, mit einem 300 Quadratmeter grossen Informationsstand. Unter dem Motto "Gesundheit ganzheitlich erleben" konnten Kongressteilnehmer dort testen, wie gesund ihr Lebensstil ist. Der nächste Kongress christlicher Führungskräfte soll 2011 in Nürnberg stattfinden.

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