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Italien: Waldenser und Adventisten profitieren überproportional von Mandatssteuer

Rom/Italien | 26.07.2011 | APD | International

Die Union der Methodisten- und Waldenserkirche in Italien erhält 2011 vom Italienischen Staat aus den Einnahmen der Mandatssteuer „8 per mille“ mehr als zwölf Millionen Euro, wie der kirchliche Pressedienst Notizie Evangeliche NEV, mitteilte. Dies entspreche einer 18-prozentigen Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

Die Kirchenunion von Waldensern und Methodisten in Italien habe zwar nur 25.000 Mitglieder, sagte Maria Bonafede, Leiterin der „Tavola Valdese“, dem ausführenden Organ der Synode, „aber wir haben die Sympathie von rund 350.000 Steuerzahlern“, von denen hingegen die überwiegende Mehrheit nicht evangelisch sei.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten habe 2011 über zwei Millionen Euro vom Staat erhalten, teilte Fernando P. Casarramona, Finanzchef der Kirche in Italien gegenüber APD mit, was im Vergleich zu 2010 eine Steigerung von 11 Prozent bedeute. Es gäbe zwar rund 9.000 Adventisten in Italien, die sozialen, kulturellen, humanitären und karitativen Programme der Adventisten unterstützten jedoch knapp 60.000 Menschen mit ihrer Mandatssteuer, so Casarramona. „Das Geld wird nicht für Gottesdienste oder evangelistische Veranstaltungen verwendet.“ Er führe dieses Vertrauen der Steuerzahlenden gegenüber seiner Kirche auf die offene und transparente Information bezüglich der Verwendung der „8x1000“-Gelder zurück, erläuterte der Finanzchef.

„Hoffnung geben“, ist das adventistische „8 per mille“-Motto im Jahr 2011. Mit der Unterschrift auf der Steuererklärung für die Adventisten werde ermöglicht, dass „viele wieder zu träumen wagen“, schreibt die Organisation auf ihrer Website:
www.ottopermilleavventisti.it

Laut Casarramona werde das 2011 eingehende Geld für Projekte der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in Italien und Afrika verwendet, für Kurse zur Gesundheitsförderung, den Bau eines Gästehauses für Verwandte von Spitalpatienten in Florenz, einer Halle in einem Altersheim in Forli sowie von Strukturen für Jugendliche in der Toscana und in Sizilien. Es würden auch Ausländer-Integrationsprojekte finanziert sowie der Aufbau eines Radios, um die Kommunikation für Freiwilligen- und Non-Profitorganisationen zu erleichtern.

Italienische Steuerzahler können bestimmen, welche staatlich anerkannte religiöse Organisation oder welches staatliche Sozialprogramm die obligatorischen 0.8 Prozent ihrer jährlichen Einkommenssteuer erhalten soll. Dieses Geld kann von den Organisationen für religiöse, wohltätige, soziale und karitative Zwecke verwendet werden. 87 Prozent der „8 per mille“-Steuereinnahmen, rund eine Milliarde Euro pro Jahr, gehen an die römisch-katholische Kirche und zehn Prozent an die Sozialprogramme des Italienischen Staats. Die restlichen 2,5 Prozent der Mandatssteuereinnahmen verteilen sich auf die Waldenser- und Methodistenkirche, Jüdische Kultusgemeinde, Adventisten, Pfingstgemeinden, Baptisten und Lutheraner. Seit 2010 erhalten auch folgende Organisationen Geld aus dem Steuertopf des Staates: Orthodoxe Kirche, Apostolische Katholiken, Zeugen Jehovas, Buddhisten und Hindus.

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