APD-INFORMATIONEN 8/2013 - AUGUST 2013

Pensionierung nach 40 Jahren Lehrtätigkeit und Schulleitungswechsel

Zürich/Schweiz | 21.08.2013 | APD | Schweiz

Nach 41 Jahren Tätigkeit als Sekundarschullehrerin an der adventistischen Privatschule A bis Z und seit 1997 zusätzlich als deren Schulleiterin wurde Beatrice Fagioli auf Ende des Schuljahres 2012/13 pensioniert. Gleichzeitig trat auch ihr Mann, Ivan Fagioli, in den Ruhestand. Er war in seinen 40 Dienstjahren Schulpräsident, Mathematiklehrer an der Sekundarschule und während 14 Jahren Schulleiter der Privatschule. Auf das Schuljahr 2013/14 übernimmt Philipp Boksberger die Schulleitung.

„Wir sind überzeugt, dass eine christliche Erziehung, eingebettet in eine ganzheitliche Bildung von Kopf, Herz und Hand, den Kindern eine wichtige Grundlage fürs Leben gibt“, sagten Beatrice und Ivan Fagioli gegenüber APD. „Wir glauben aber auch, dass es für eine christliche Kirche wichtig ist, über eigene Schulen, Spitäler und Organisationen für Entwicklungs- und Katastrophenhilfe den Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und Menschen in Not aufrecht zu erhalten.“ Nur so entgehe die Kirche der Gefahr, Religion als Theorie zu missverstehen und am praktischen Christentum vorbeizuleben.

Beatrice Fagioli machte ihre Ausbildung als Sekundarlehrerin an der Universität Bern, unterrichtete danach zwei Jahre in Huttwil/BE und begann 1970 die Lehrtätigkeit an der Privatschule A bis Z. Zuerst gab sie alle Phil I - Fächer der Sekundarschule, später nur noch Französisch und einzelne andere Fächer.

Ivan Fagioli liess sich zuerst als Maschinenzeichner ausbilden, machte die Matura im zweiten Bildungsweg und studierte Mathematik, Pädagogik und Psychologie. Nach einem Jahr als Gymnasiallehrer wurde er 1983 Schulleiter und Sekundarlehrer an der Privatschule A bis Z, an der er selber schon Schüler gewesen war.

Neuer Schulleiter
Der neue Schulleiter, Philipp Boksberger, ist ehemaliger Schüler der Privatschule
A bis Z, hat einen Abschluss als Gymnasiallehrer in Informatik (ETH), als Theologe und Sekundarschullehrer und wird folgende Fächer unterrichten: Mathematik, Naturkunde, Biblische Geschichte und Turnen.

Privatschule A bis Z
Die Privatschule A bis Z wurde 1954 gegründet und ist eine Ganztagesschule mit Mittel- und Oberstufe. Sie verköstigt die Kinder zum Mittagessen aus der eigenen Schulküche. Es werden die Zürcher Lehrmittel verwendet und der Unterricht folgt dem Lehrplan des Kantons Zürich. Dadurch ist der Anschluss an andere oder weiterführende Schulen garantiert.

Die gegliederte Sekundarschule wird mit den Stammklassen A und B und drei Niveaus in Deutsch, Französisch, Englisch und Mathematik geführt. Unabhängig von der Stammklasse kann ein Kind in diesen Fächern im Niveau I (oberstes Niveau), II oder III mitmachen. In den Zwischenstunden haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, unter Aufsicht der Lehrpersonen Aufgaben zu machen.

Die Privatschule verfolgt ein ganzheitliches Bildungsprinzip und will nach Pestalozzis Vorbild Kopf, Herz und Hand bilden. Fächer wie Handarbeiten, Werken, Hauswirtschaft, Turnen, Lebenskunde und Religion haben einen ebenso grossen Stellenwert wie die Hauptfächer.
Träger der Privatschule A bis Z ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz. Die Schule ist im Verzeichnis „Privatschulen Schweiz“ aufgeführt, welches die Adressen der von den Bildungsdirektionen bewilligten Privatschulen enthält, und ist Gründungsmitglied des VZP (Verband Zürcher Privatschulen). Weitere Infos: www.privatschule-abisz.ch

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Islamische Nationalverbände der Schweiz rufen zu Totengebet auf

Regensdorf und Hinterkappelen/Schweiz | 21.08.2013 | APD | Schweiz

Die Hass- und Gewaltspirale sowie das brutale Blutvergiessen müssten weltweit sofort beendet werden, heisst es in einer Medienmitteilung der beiden muslimischen Nationalverbände „Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz“ FIDS und der „Koordination Islamischer Organisationen Schweiz“ KIOS.

Demnach riefen die beiden Verbände für den 25. August die Mitglieder aller muslimischen Organisationen in der Schweiz und die Imame der Moscheen dazu auf ein Totengebet (Salat al Ghaib) für alle Opfer der Gewalt zu verrichten, die in Ägypten, Syrien, Libanon, Irak, Afghanistan, Kashmir, Burma, Palästina sowie weltweit unter Gewaltanwendung gelitten hätten.

Unterzeichnet wurde der Aufruf von Dr. Hisham Maizar, Präsident FIDS und Dr. Farhad Afshar, Präsident KIOS. Die Gebetsaufforderung sei mit dem Wunsch verbunden, dass Allah sich Gewalt und Terror, in welcher Form sie auch vorkämen, annehmen und den Menschen den richtigen und gerechten Weg zeigen möge.

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Sturm zerstörte Zeltlager – Kinder in Schulhausanlage evakuiert

Goldau/Schwyz | 21.08.2013 | APD | Schweiz

Am 6. August, nach dem Abendessen, wurde das Kinderzeltlager der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Gebiet Buosingen bei Goldau/Schwyz von einem starken Unwetter heimgesucht. Mit Ausnahme von zwei sind dabei alle Zelte sowie das grosse Versammlungszelt demoliert worden. „Glücklicherweise wurde niemand verletzt und sind alle wohlauf“, sagte Fabian Looser, Jugendsekretär der Freikirche und verantwortlicher Lagerleiter. „Wir haben vorgängig den Wetterradar verfolgt, aber der Sturm war lokal stärker, als er angezeigt wurde.“

Gemäss dem Sicherheitsdispositiv seien die 68 Kinder im Alter von 8 – 16 Jahren bei den ersten Sturmböen in die 50 Meter entfernte Scheune des angrenzenden Bauernhofes evakuiert worden, so Looser. Daraufhin habe der Gemeindeführungsstab der Gemeinde Arth und die Feuerwehren von Goldau und Lauerz den Transport in ein Schulhaus mit Zivilschutzanlage organisiert. „Ich bin dankbar für die Hilfe und die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden“, so der Lagerleiter. „Es hat alles bestens geklappt.“ Fünf Kinder seien nach Rücksprache mit ihren Eltern bei der Bauernfamilie untergebracht worden, die das Grundstück für das Zeltlager zur Verfügung gestellt habe, so Looser. Das Sommerlager soll bis zum offiziellen Abschluss am 9. August weitergeführt werden. Die 19 Leitungspersonen wollten mit den Kindern das Erlebte verarbeiten und sie dann nach Hause entlassen.

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Adventistischer Pastor in Togo seit 500 Tagen ohne Prozess in Haft

Silver Spring, Maryland/USA | 21.08.2013 | APD | International

Am 27. Juli führte die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten weltweit einen Aktionstag für die zwei Adventisten, Pastor Antonio Monteiro und Bruno Amah, Kirchenmitglied, durch. Unter dem Motto „500 Tage Unrecht“, wollte die Kirche darauf aufmerksam machen, dass die beiden Adventisten in der Hauptstadt Lomé/Togo (Westafrika) seit mehr als 500 Tagen ohne Gerichtsverfahren inhaftiert seien. Laut der adventistischen Weltkirchenleitung hätten in den Gottesdiensten vom 27. Juli Millionen von Adventisten weltweit für die beiden Kirchenmitglieder sowie andere unrechtmässig Inhaftierte gebetet.

Der aus den Kapverden stammende Pastor Monteiro ist seit 2009 in Togo für die Adventisten tätig und wurde im März 2012 inhaftiert. Ein geständiger Serienmörder, der 20 Mädchen umgebracht und deren Blut verkauft haben soll, habe Pastor Monteiro, ein adventistisches Kirchenmitglied sowie eine weitere Person bezichtigt, an dem mit den Morden im Zusammenhang stehenden Bluthändlerring beteiligt gewesen zu sein, wie „Adventist News Network“ (ANN) berichtete. Laut dem Beschuldiger sei Pastor Monteiro und Bruno Amah am Mordkomplott beteiligt gewesen, weil sie Körperteile der ermordeten Frauen für religiöse Rituale hätten verwenden wollen. Während einer polizeilichen Hausdurchsuchung bei Pastor Monteiro sei keinerlei belastendes Material gefunden worden, so ANN. Pastor Monteiro und Bruno Amah seien trotz fehlender Beweise und ohne Prozess seit mehr als 500 Tagen fälschlicherweise inhaftiert.

Der Beschuldiger sei durch eine ärztliche Untersuchung vor Gericht als psychisch instabil und als "pathologischer Lügner" bezeichnet worden. Zudem habe er seine Beschuldigungen widerrufen und erklärt, dass ihn die Polizei durch Gewaltanwendung gezwungen habe, Namen von Menschen anzugeben, die er kenne.

Alle bisherigen Bemühungen zur Freilassung der Inhaftierten hätten nichts gefruchtet, so die Medienmitteilung: Der Anwalt der adventistischen Weltkirchenleitung habe fünfmal versucht zu intervenieren; Diplomaten verschiedener Staaten hätten sich für die Inhaftierten eingesetzt; Versprechen der togolesischen Regierung gegenüber der adventistischen Weltkirchenleitung seien gebrochen worden.

„Pastor Monteiro ist unschuldig, - Punkt“, sagte John Graz, Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung. „Die abscheuliche Anklage gegen Monteiro besteht darin, dass er als adventistischer Pastor am Komplott zur Tötung dieser Frauen beteiligt gewesen sein soll, um verschiedene Körperteile in Verbindung mit einer religiösen Zeremonie verwenden zu können“, so Graz. „Dies ist eine absolut unglaubliche und groteske Anschuldigung.“

ANN hat in Englisch eine ausführliche vierteilige Dokumentation zum Fall publiziert: http://news.adventist.org/. Ein Sprecher des togolesischen Justizministeriums wollte laut „Adventist News Network“ dazu keine Stellung nehmen.

Zur protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören weltweit 17 Millionen Mitglieder in 208 Ländern. Mehr als ein Drittel der Adventisten leben in Afrika, ein weiteres Drittel in Mittel- und Südamerika. Die Kirche betreibt weltweit das grösste protestantische Netz von Krankenhäusern und Schulen. Adventisten ermutigen Menschen zu einem erfüllten und frohen Leben, indem sie sich einsetzen, das Denken durch Bildung, den Körper durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise und die spirituelle Beziehung zu Gott durch persönliches Bibelstudium und Gebet zu fördern. Mit dem Hilfswerk ADRA, Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, versucht die Kirche durch gemeinnützige Dienste und weltweite Projekte bedürftigen Menschen unabhängig von Religion, Rasse, Geschlecht oder politischer Überzeugung zu helfen.

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André Cox neuer internationaler Leiter der Heilsarmee

Köln/Deutschland | 21.08.2013 | APD | International

Am 3. August wählten die 117 Mitglieder des sogenannten „Hohen Rates“ Kommandeur André Cox per Stimmzettel und Wahlkabine zum 20. Leiter der internationalen Heilsarmee und damit zum Chef von etwa 1,7 Millionen Mitgliedern, wie Heilsarmee International mitteilte. Der 59-Jährige folgt auf Generalin Linda Bond, die im Juni zurückgetreten ist.

General Cox war zuletzt Stabschef am Internationalen Hauptquartier in London und war damit sowohl Verwaltungschef der weltweiten Heilsarmee als auch der direkte Stellvertreter der Generalin. Seine Laufbahn begann Cox, der sowohl die britische als auch die schweizerische Staatsbürgerschaft hat, als Korpsoffizier (Gemeindeleiter) in der Schweiz, später arbeitete er in verschiedenen Aufgabenbereichen in Simbabwe und in der Schweiz. Schliesslich war er Landesleiter der Heilsarmee in Finnland, in Südafrika und in Grossbritannien. General André Cox ist verheiratet mit der Heilsarmee-Kommandeurin Silvia Cox (55).

Der Hohe Rat der Heilsarmee ist ein Gremium, das ausschliesslich zur Wahl eines neuen Generals gebildet wird. Er hat seit dem 29. Juli getagt und innerhalb von sechs Tagen diese Entscheidung getroffen. Ein „Fragen-Komitee“ sammelte und redigierte den Fragenkatalog, welcher den für die Wahl des Generals vorgeschlagenen Kandidaten unterbreitet wurde. Fünf der vorgeschlagenen sechs Kandidaten zur Wahl des Generals akzeptierten ihre Nominierung. Der Hohe Rat bestand aus allen Territorialleitern und deren Frauen sowie allen weiteren aktiven Offizieren, die den Rang eines Kommandeurs bekleiden. In diesem Jahr gehörten 64 Frauen und 53 Männer dem Gremium an.

Gründer der Heilsarmee war der methodistische Pastor William Booth. Erschüttert von dem sozialen Elend im Osten Londons gründete er 1865 mit Freiwilligen aus verschiedenen Kirchen die „Christliche Erweckungsgesellschaft“, die sich 1878 in Heilsarmee umbenannte. Booth wurde ihr erster General. Der Kampf gegen Alkoholismus, Obdachlosigkeit und Verarmung wurde straff militärisch strukturiert. Dazu gehörte auch die Einführung von Uniformen und Rängen. Schon bei der Gründung wurde festgelegt, dass Frauen in der Heilsarmee die gleichen Rechte wie Männer haben. Sie durften predigen und ihnen standen alle Führungspositionen offen.

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Ruandas First Lady eröffnete adventistischen Frauenkongress

Kigali/Ruanda | 21.08.2013 | APD | International

Adventistische Frauen verfügen über ein „ungenutztes Potenzial“, um die Zivilgesellschaft zu bereichern, sagte Jeannette Kagame, Präsidentengattin von Ruanda, bei der Eröffnung des internationalen adventistischen Frauenkongresses in Butare, Huye Distrikt/Ruanda. „Es ist eine Sache über Potenzial zu verfügen und eine andere, damit zu versuchen, das Beste zu erreichen“, sagte Kagame laut Adventist News Network (ANN) und ergänzte: „Bedenken sie, was sie der nächsten Generation hinterlassen wollen.“

Vom 7. – 11. August haben 1.500 Frauen aus elf Ländern der adventistischen Kirchenregion in Ost- und Zentralafrika (ECD) am Kongress teilgenommen. Laut Organisatoren habe die Veranstaltung die Frauen ermutigen wollen, positive Veränderungen an ihren Wohnorten zu bewirken. Thematisch sei es um frauenspezifische Themen gegangen, wie geschlechtsspezifische Gewalt oder Hindernisse für die sozioökonomische Entwicklung. Es seien auch Tipps zu einem erfüllenden, sinnvollen Leben ausgetauscht worden.

In der ruandischen Kultur würden Frauen als das Herz des Hauses angesehen, sagte Jeannette Kagame. "Wir ernähren, erziehen und ermutigen. Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, legen wir die Basis für die Charakterbildung. Die Gesellschaft erwartet viel von uns als Ehefrauen, Mütter, Schwestern, Berufsfrauen und Privatpersonen", sagte sie. Die Frau des Präsidenten habe auch die immer komplexer werdende Rolle der Frau in der Gesellschaft gewürdigt.

In früheren Jahren ist der Frauenkongress in Kenia, Uganda oder Tansania durchgeführt worden, so ANN. Ruanda sei als Gastland für diesen Frauenkongress gewählt worden, weil das Land ein starker Verfechter der Gleichstellung und Förderung von Frauen sei, sagte Esron Byiringiro, Präsident der adventistischen Kirchenleitung in Ruanda. Laut ruandischer Verfassung müssen 30 Prozent der Leitungspositionen von Frauen besetzt sein. Im ruandischen Parlament seien 56 Prozent der Mandate von Frauen besetzt.

Ruanda hat knapp 11 Millionen Einwohner, davon sind 550.000 Mitglieder der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die in 1.612 Versammlungsräumen Gottesdienst feiern. Die Adventisten in Ruanda unterhalten ein Krankenhaus, sechs Gesundheitszentren, eine Zahnklinik, zwei Hochschulen, 47 Primarschulen und acht Gymnasien.

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Adventistische Kommission mit Erklärung zur Theologie der Ordination

Linthicum Heights, Maryland/USA | 21.08.2013 | APD | International

Die Studienkommission zur Theologie der Ordination (Theology of Ordination Study Committee TOSC) der adventistischen Weltkirche hat am 23. Juli mit 86 zu 8 Stimmen eine „Konsenserklärung zum theologischen Verständnis der Ordination der Siebenten-Tags-Adventisten“ verabschiedet.

Die Konsenserklärung stellt fest, dass die „Siebenten-Tags-Adventisten die Ordination im biblischen Sinn als Handlung der Kirche verstehen, diejenigen öffentlich anzuerkennen, die Gott für den örtlichen und globalen kirchlichen Dienst berufen und ausgerüstet hat“. Zu den biblischen Beispielen ordinierter Personen gehörten Älteste, die andere Älteste und Diakone betreuten, so das Dokument, aber auch „Älteste, die umherzogen und grössere Gebiete mit mehreren Gemeinden beaufsichtigten“.

Die Stellung einer ordinierten Person beschreibt die Konsenserklärung folgendermassen: „Mit der Ordinationshandlung überträgt die Kirche einer Person Vertretungsvollmacht für die besonderen Aufgaben des Dienstes, zu dem sie berufen wird: Etwa die Vertretung der Kirche, die Verkündigung des Evangeliums, die Durchführung von Abendmahl und Taufe, die Gründung und Organisierung von Kirchgemeinden, die Begleitung und Anleitung von Mitgliedern, das Entgegentreten von Irrlehren sowie die Gewährleistung des für die Glaubensgemeinschaft üblichen Dienstes.“

Im Gegensatz zu den Überzeugungen einiger anderer christlicher Konfessionen würden durch die Ordination der Siebenten-Tags-Adventisten „den ordinierten Personen weder besondere Fähigkeiten übertragen noch eine übergeordnete Hierarchie innerhalb der Glaubensgemeinschaft begründet“.

Die TOSC-Konsenserklärung zur Ordination schliesst mit der Feststellung: „Das beste Vorbild eines christlichen Dienstes ist das Leben und Werk unseres Herrn Jesus Christus, der nicht kam, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen“.

Der Konsens über die Theologie der Ordination sei für die weitere Arbeit der Studienkommission grundlegend, so „Adventist News Network“ (ANN), denn es werde auch um die Ordination von Frauen zum Pastorendienst gehen.
Der Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten setzte 2012 eine Studienkommission ein, die sich bis Oktober 2014 mit der Theologie der Ordination befassen solle. Die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen sollten die adventistische Gemeindepraxis unter besonderer Berücksichtigung einer bisher noch nicht in der Freikirche möglichen Ordination von Pastorinnen einbeziehen. Die Ergebnisse würden im Oktober 2014 dem Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung vorgestellt, der dazu Empfehlungen verabschiede, welche der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2015 in San Antonio, Texas/USA, zur Abstimmung vorgelegt werden sollten. In der Studienkommission seien Kirchenmitglieder ohne Amt, Pastoren, Kirchenleiter und Theologen vertreten. Die Kommission steht unter der Leitung von Pastor Artur Stele, einem der neun Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung und Direktor des Bibelforschungsinstituts der Generalkonferenz.

Die englischsprachige Konsenserklärung zum adventistischen Ordinationsverständnis („Consensus Statement On A Seventh-day Adventist Theology Of Ordination“) kann als PDF-Datei heruntergeladen werden:
http://news.adventist.org/images/uploads/documents/consensus.pdf

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Unterschiedliche Sichtweisen zur Frauenordination

Linthicum Heights, Maryland/USA | 21.08.2013 | APD | International

An der Sitzung der Studienkommission zur Theologie der Ordination (Theology of Ordination Study Committee, TOSC) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Linthicum Heights, Maryland/USA, seien nach der Verabschiedung einer Erklärung zum adventistischen Verständnis der Ordinationstheologie unterschiedlichste Positionen zur Ordination von Frauen zum Pastorendienst vorgetragen worden, teilte Adventist News Network (ANN) mit. Befürwortern und Gegnern sei gleich viel Zeit zur Verfügung gestanden, um sowohl ihr Verständnis der Bibel in dieser Frage als auch der Aussagen von Ellen White, Mitbegründerin der Kirche, darzulegen.

„Wir sind jetzt am Punkt angelangt, an dem beide Seiten alle Fakten und Befunde dargelegt haben, die für beide Positionen gefunden wurden“, sagte Artur Stele, TOSC-Vorsitzender und einer der neun Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), zum Abschluss der vom 24. – 26. Juli dauernden Sitzung. Die Präsentationen lägen in schriftlicher Form vor und könnten in einigen Tagen, für alle zugänglich, auf der Kirchenwebsite heruntergeladen werden: http://bit.ly/12M7V39

Als Nächstes gehe es um die Klärung der Frage, ob die Studienkommission eine gemeinsame Basis in der Ordinationsfrage finden könne, so Pastor Stele. Sei dies nicht der Fall, müssten zwei unterschiedliche Berichte verfasst sowie entsprechende Lösungsvorschläge unterbreitet werden. Als Vorsitzender sei er für die offene, freundschaftliche Atmosphäre dankbar, in der beide Seiten Respekt für die Gegenposition gezeigt hätten.

Unter den 17 Dokumenten, welche in der dreitägigen Sitzung vorgestellt wurden, befinde sich laut ANN ein historischer Überblick bezüglich Theorie und Praxis bei der Frauenordination in der adventistischen Kirche, der von David Trim, Archivar der Weltkirche, vorgetragen worden sei.

Frauen in Leitungspositionen
In einer Ausarbeitung über hermeneutische Prinzipien, halte Jiří Moskala, neu ernannter Dekan des adventistischen Theologischen Seminars der Andrews University; Berrien Springs, Michigan/USA fest, dass es keine Aussage in der Bibel gebe, die anordne: „Ordiniert Frauen zum Dienst!“ Es gebe aber auch keine Aussage, die fordere: „Ordiniert Frauen nicht zum Dienst!“ Es läge kein theologisches Hindernis vor, um Frauen zu ordinieren, so Moskala, vielmehr deute die biblisch-theologische Analyse in eine andere Richtung. Der Geist Gottes reisse alle Barrieren zwischen verschiedenen Gruppen von Menschen in der Kirche nieder und teile allen die geistlichen Gaben frei zu, auch Frauen, „um die Aufgabe zu erfüllen, die uns allen aufgetragen ist“.

Gerard Damsteegt, ausserordentlicher Professor für Kirchengeschichte am adventistischen Theologischen Seminar der Andrews University vertrat die Gegenposition und verwies dabei auf die methodistischen Vorfahren der Adventisten, auf die frühen Kirchenväter und die Reformatoren. „Diese Pioniere haben die Beteiligung von Frauen stark gefördert, ausser in Leitungspositionen als Älteste und Pastoren", sagte Damsteegt.

Laut ANN seien gelegentlich die gleichen Bibeltexte als Beleg verwendet worden, um für oder gegen die Frauenordination zu argumentieren.

Autorität
Weitere Präsentationen hätten biblische Konzepte von Autorität anderen Modellen gegenübergestellt, die auf „Elitedenken“ (Elitismus) und „Hierarchiestufen“ gründeten. Darius Jankiewicz, Vorsitzender der Abteilung „Theologie und christliche Philosophie“ an der Andrews University, forderte bei seinem Vortrag die Mitglieder der Studienkommission auf, Modelle männlicher Autorität und Leiterschaft abzulehnen, welche sich erst in nachapostolischer Zeit im Christentum entwickelt hätten. „Wenn irgendetwas anders, ausser der Hingabe an Christus und seine Kirche, geistliche Gabe oder Reife, ein Eignungskriterium für die verschiedenen Aufgaben in der Kirche wird, dann schaffen wir damit, - ob wir es wollen oder nicht, eine elitäre Gemeinschaft.“

Edwin Reynolds, Neutestamentler an der Southern Adventist University, Collegedale, Tennessee/USA, habe eine ganz andere Sicht der Anwendung von Autorität in der Kirche vertreten. „Geistliche Leiterschaft und Lehrautorität scheinen im Neuen Testament den Rollen der Apostel und Ältesten zugeordnet worden zu sein“, so Reynolds. „Diese Rollen scheinen für Frauen, nach dem Grundsatz der Unterordnung unter männliche Leitung, ungeeignet zu sein."

Teresa Reeve, Professorin für Neues Testament an der Andrews University, sei laut ANN zu einer gegenteiligen Schlussfolgerung gelangt: „Die neutestamentliche Ordinationspraxis, als formelle Ernennung und Bestätigung einer Person für einen Dienst oder eine Aufgabe, stellt kein Hindernis für entsprechend qualifizierten Frauen dar, als Pastorin zu dienen."

Denis Fortin, Kirchenhistoriker der Andrews University, habe eine ausführliche Zusammenfassung der Sicht von Ellen White, Mitbegründerin der Kirche, zu Frauen im Kirchendienst gegeben. „Es gibt keinen Hinweis in ihren Schriften, dass der Ritus der Ordination nur auf Männer beschränkt sein oder dass er dazu verwendet werden sollte, um irgendeine Art von kirchlicher Hierarchie aufzubauen. Sie hat nachdrücklich zur Beteiligung von Frauen in allen Formen des Dienstes ermutigt, sagte Fortin.

Die TOSC-Studienkommission wird sich im Januar 2014 zu einer fünftägigen Sitzung treffen, um die Präsentationen auszuwerten und den weiteren Verlauf der Kommissionsarbeit festzulegen. Die Mitglieder würden auch die Berichte der Bibelstudienkomitees aus den dreizehn Weltkirchenregionen zur Beurteilung erhalten, welche die Ordinationsfrage auf regionalem Hintergrund studierten.
Der Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten setzte 2012 eine 106-köpfige „Studienkommission zur Theologie der Ordination“ (Theology of Ordination Study Committee, TOSC) ein, die sich bis Oktober 2014 mit der Theologie der Ordination befassen soll. Die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen sollten die adventistische Gemeindepraxis unter besonderer Berücksichtigung einer bisher noch nicht in der Freikirche möglichen Ordination von Pastorinnen einbeziehen. Die Ergebnisse würden im Oktober 2014 dem Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung vorgestellt, der dazu Empfehlungen verabschiede, welche der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2015 in San Antonio, Texas/USA, zur Abstimmung vorgelegt werden sollten. In der Studienkommission seien Kirchenmitglieder ohne Amt, Pastoren, Kirchenleiter und Theologen vertreten. Die Kommission steht unter der Leitung von Pastor Artur Stele, einem der neun Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung und Direktor des Bibelforschungsinstituts der Generalkonferenz.

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Weltjugendtag: Katholische von adventistischen Jugendlichen beherbergt

Rio de Janeiro/Brasilien | 21.08.2013 | APD | International

Adventistische Jugendliche haben 170 römisch-katholischen Jugendlichen aus Italien während der Woche des Weltjugendtags in der Zentrumskirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Rio de Janeiro Unterkunft gewährt, wie Adventist News Network (ANN) berichtete. Die italienischen Jugendlichen hätten im Rahmen einer Wallfahrt am Weltjugendtag teilgenommen, um die Vielfalt der römisch-katholischen Kirche zu feiern und ihre persönliche Spiritualität zu vertiefen, so ANN.

Mitglieder der adventistischen Zentralkirche von Rio de Janeiro hätten die katholischen Jugendlichen am Flughafen abgeholt und zur Kirche im Zentrum der Stadt begleitet, die während einer Woche ihre Unterkunft sein sollte.

"Wir haben lehrmässige Unterschiede, aber wir dienen einem Gott, der uns ein Beispiel gegeben hat, wie wir unsere Nächsten lieben sollen“, sagte Romulo Silver, adventistischer Gemeindeleiter. Der Grund dieser Beherbergungsaktion sei nicht der gleiche Glaube gewesen, sondern weil die jungen Italiener eine Unterkunft benötigt hätten. „Wir würden Mitgliedern aller Konfessionen helfen", so Silver.

Laut ANN hätten während dem Weltjugendtag verschiedene Adventgemeinden in Rio die Gelegenheit genutzt, um für die jungen Katholiken zu beten und hätten diese auch eingeladen, an Angeboten der Ortsgemeinden teilzunehmen. Freundlichkeit und Grosszügigkeit könnten eine nachhaltigere Wirkung hinterlassen, als eine Predigt, so Romulo Silva.

In Rio de Janeiro gibt es 93 Kirchen der Siebenten-Tags-Adventisten, in denen 14.788 erwachsen getaufte Mitglieder den Gottesdienst feiern. Die Adventisten unterhalten in Rio, ein Krankenhaus mit 140 Betten, zwei Mittelschulen und das Medienzentrum „Novo Tempo“ zur Produktion und Ausstrahlung von Radio- und Fernsehprogrammen.

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Evangelisation reduziert Kriminalität und Krankenhauseinweisungen

Lae/Papua-Neuguinea | 21.08.2013 | APD | International

Die dreiwöchige Evangelisation des adventistischen Pastors Gary Kent auf dem „Eriku Oval“, einem Freiluftplatz in Lae, Hauptstadt der Provinz Morobe/Papua-Neuguinea, habe an manchen Abenden rund 40.000 Menschen angezogen, mehr als die Hälfte der Stadtbevölkerung. Behördenmitglieder hätten sich positiv zur Veranstaltung geäussert, so die australische adventistische Gemeindezeitschrift „Record“. Die Kriminalitätsrate in der Stadt sowie die Anzahl verletzungsbedingter Krankenhauseinweisungen seien während der dreiwöchigen Abendveranstaltungen laut Behördenangaben zurückgegangen.

Kasiga Kelly Naru, Gouverneur der Provinz Morobe, habe gegenüber Pastor Kent geäussert, dass er dessen Ausführungen auf einem der drei Live-Radio-Sendern mitverfolgt habe, welche die Vorträge ausgestrahlt hätten. Obwohl die Evangelisation mitten in der Regenzeit stattgefunden habe und man die Stadt auch als „verregnetes Lae“ bezeichne, seien die Freiluftveranstaltungen am Abend kaum von starken Regengüssen betroffen gewesen, sagte Pastor Kent.

Es hätten sich 400 Personen für die Glaubenstaufe entschieden. Sie und weitere 3.000 am christlichen Glauben interessierte Personen würden von den bestehenden adventistischen Kirchen und den Pastoren durch Seminare, persönlichen Bibelunterricht und Kleingruppen mit der Bibel und dem Christsein weiter bekannt gemacht und in die Gemeinden integriert, so „Recod“.

In Papua-Neuguinea gibt es über 248.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 904 Kirchengemeinden. Sie unterhalten eine Universität, drei Gymnasien, 96 Grundschulen, 42 Kliniken, einen Flying Doctor Service (Fliegende Ärzte) sowie einen Radio- und Fernsehsender.

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„Viel knien gibt guten Stand!“

Novi Sad/Serbien | 21.08.2013 | APD | International

Am 3. August feierte Pastor Gilbert Cangy, Jugendabteilungsleiter der adventistischen Weltkirche, mit 4.000 Jugendlichen den Abschlussgottesdienst des einwöchigen europäischen Jugendkongresses im 'Spens' (Sport Center) in Novi Sad/Serbien, wie tedNews berichtete.

Dabei hätten die Jugendlichen Leuchtstäbe in der Hand gehalten, als Ausdruck des Lichts, das Gott in ihren Herzen angezündet habe und um ihre Einheit über die Landesgrenzen hinweg zum Ausdruck zu bringen. “Lass es nicht zu, dass dir irgendjemand dieses Feuer auslöscht”, forderte Cangy die Jugendlichen auf. Für die Zeit, wenn sie wieder alleine zu Hause seien, habe laut tedNews der adventistische Weltjugendleiter den Jugendlichen eines seiner Lieblingszitate mitgegeben: „Viel knien gibt guten Stand!“

Unter dem Kongressmotto „Die Macht des EINEN“ hätten die Jugendlichen an Workshops, Morgen- und Abendandachten, einer Tauffeier, Gottesdiensten und Angeboten zum Gebet teilnehmen können. Die Morgen- und Abendprogramme hätten per Livestream mitverfolgt werden können.

Am fünften Kongresstag hätten die Jugendlichen mit unterschiedlichen Aktionen den Kontakt mit der Bevölkerung von Novi Sad gesucht. Bei einer Nichtraucheraktion hätten die Jugendlichen rauchenden Passanten als Kompensation für ausgedrückte Zigaretten Früchte angeboten oder zu diversen Fitnessaktionen eingeladen. Auf öffentlichen Kinderspielplätzen und Schulen seien Geräte repariert oder Parkbänke neu gestrichen worden. Andere Jugendliche hätten das Ufer der Donau von Abfall gesäubert oder an einer Blutspendeaktion teilgenommen.

Der nächste europäische Jugendkongress der Adventjugend ist für 2017 in Spanien geplant.

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Ökumenische Feiern zum 1025. Jahrestag der Christianisierung der Rus

Kiew/Ukraine | 21.08.2013 | APD | Ökumene

Adventisten, Evangelikale, Lutheraner und Orthodoxe Armenier haben zum Gedenken des 1025. Jahrestags der Christianisierung der Rus, „Taufe der Rus“, am 9. August in Kiew gemeinsam verschiedene Konferenzen und ein Konzert veranstalten, berichtete der Religiöse Informations Service der Ukraine (RISU).

Demnach habe die Ukrainische Evangelische Allianz (UEA) am 12. Juni dazu den Anstoss gegeben und andere christliche Konfessionen zu einer Diskussionsrunde eingeladen, um die Durchführung einer gemeinsamen Gedenkfeier zum 1025. Jahrestag abzuklären.

Unterstützung und Bereitschaft zur Teilnahme an den Aktivitäten zum Jahrestag seien laut RISU von folgenden Kirchen zum Ausdruck gebracht worden: Ukrainische Union der Siebenten-Tags-Adventisten; Assoziation Blaha Vist (Good News); Vereinigte christlich-evangelische Kirche des lebendigen Gottes; Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche der Ukraine (DELKU); Ukrainische Diözese der Armenisch Apostolischen Kirche; Christian Assembly in der Ukraine und die Apostolisch orthodoxe Kirche in der Ukraine.

Der 28. Juli wurde als Jahrestag der Christianisierung der Rus, „Taufe der Rus“, in der Ukraine 2008 zum Gedenk- und Feiertag erklärt und in Russland im Jahr 2010. Die „Rus“ ist eine historische Bezeichnung für ein Gebiet, das sich im Südwesten von den rumänischen Karpaten bis zum Finnischen Meerbusen und Ladogasee im Norden und rund 400 Kilometer östlich von Moskau erstreckte. Mit dem Jahrestag der „Taufe des Rus“ wird laut Wikipedia an den „Kiewer Grossfürsten Wladimir erinnert, der sich am 28. Juli 988 nach byzantinischem Ritus hatte taufen lassen und das Christentum zur Staatsreligion erklärte. Die Kiewer Rus ist das Vorläuferreich Russlands, der Ukraine und Weissrusslands.“

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Ägypten: Adventistische Kirche in Asyut ausgebrannt und zerstört

Kairo/Ägypten | 21.08.2013 | APD | Religionsfreiheit

In der Nacht vom 14. auf den 15. August ist während den Unruhen auf die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der 400.000 Einwohner-Stadt Asyut, rund 300 Kilometer südlich von Kairo, ein Brandanschlag verübt worden, bei dem die Kirchenräumlichkeiten total ausgebrannt sind. Nach Einschätzung der adventistischen Kirchenleiter in Ägypten sei der Anschlag nicht von einer organisierten, politischen Bewegung durchgeführt worden.

Adventistisches Pastorenehepaar von muslimischem Ehepaar gerettet
Nachdem das Kirchengebäude durch einen Mob in Brand gesteckt und ausgebrannt sei, hätten die Angreifer das Haus zusätzlich stark beschädigt. Die Treppe im Haus sei verbrannt und zusammengebrochen, so Llewellyn R. Edwards, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Ägypten. Der Pastor in Asyut habe sich mit seiner Frau in ihrer über dem Kirchenraum liegenden Wohnung versteckt. Die Angreifer hätten sie nicht entdeckt. Als das Gebäude gebrannt habe, hätte das Ehepaar durch ein Fenster um Hilfe gerufen. Das adventistische Pastorenehepaar sei von den Nachbarn, einem muslimischen Ehepaar und Mitglieder der Muslimbruderschaft, über den Balkon gerettet worden. Sie hätten die Nacht bei den muslimischen Nachbarn verbringen können. Der Mob habe das muslimische Ehepaar bedroht, doch sie hätten dem adventistischen Ehepaar dennoch Zuflucht gegeben, so Edwards. Dies zeige, dass lange nicht alle Mitglieder der Muslimbruderschaft auch Extremisten seien.

„Als Adventisten wollen wir gute Beziehungen zu Ägyptern jeden Glaubens pflegen“, sagte Llewellyn R. Edwards. Er ginge davon aus, dass unter dem Regime von Polizei und Militär im Land bald Ruhe einkehren werde, dennoch hätten viele Christen in Ägypten Angst vor der Zukunft.

Laut Pastor Edwards habe die Regierung angekündigt, dass sie für die Wiederherstellungskosten aller Kirchen aufkommen werde, die in der Nacht vom 14. August bei den Unruhen zerstört worden seien. Nach seinen Angaben seien total 17 Kirchen zerstört worden.
Die rund 700 adventistischen Kirchenmitglieder in Ägypten versammeln sich in 16 Kirchgemeinden. Sie unterhalten die Nile Union Academy, ein Internat mit 130 Studenten und die Zeitoun Adventist School, eine Grundschule mit 800 Schülern. Beide Bildungsinstitute unterhielten gute Beziehungen mit dem Gemeinwesen, in dem sie lebten, so Pastor Edwards.

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Ägypten: Zwei Buchläden der Bibelgesellschaft total ausgebrannt

Swindon/England | 21.08.2013 | APD | Religionsfreiheit

Zwei Buchläden der ägyptischen Bibelgesellschaft in Assuit und Minia, den beiden grössten Städten in Südägypten, sind nach Ausbruch der Unruhen am 14. August komplett zerstört worden, wie die Bibelgesellschaft in England mitteilte. Die Unruhen seien nach der Auflösung der Protestcamps der Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi durch die Sicherheitskräfte in Kairo ausgebrochen.

Der Generaldirektor der ägyptischen Bibelgesellschaft, Ramez Atallah, bezeichnete den Gewaltausbruch als „Angriff auf den Staat durch eine gewalttätige Minderheit, welche die Nation destabilisieren wolle.“

Die Angreifer hätten die Rollläden aus Metall zerstört, welche die Buchläden schützten, hätten die Schaufenster eingeschlagen, seien in die Verkaufsräume eingedrungen und hätten die Geschäfte in Brand gesetzt. An den Strassen der beiden Buchläden seien viele weitere Geschäfte und parkierende Autos ebenfalls angezündet worden, so Atallah.

In einem Brief an die Unterstützer der Bibelgesellschaft auf der ganzen Welt habe Ramez Atallah geschrieben: „Einer der Gründe, weshalb die Regierung so zurückhaltend gewesen ist, die Lager der Muslimbruderschaft aufzulösen, sind deren Androhungen von Vergeltungsmassnahmen gewesen“, so Atallah. „Die meisten Ägypter haben deshalb Gewaltausbrüche erwartet. Trotzdem ist es äusserst schmerzlich im Fernsehen das Blutvergiessen unter Ägyptern mitanzusehen.“ Seit 129 Jahren sei die Bibelgesellschaft in Ägypten tätig und habe noch nie solche Angriffe erlebt, wie sie nun gegen die beiden Buchläden ausgeführt worden seien.

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Presbyterianische Internate verbieten Adventisten Gottesdienste

North Efate/Vanuatu | 21.08.2013 | APD | Religionsfreiheit

Adventistischen Schülern und Studenten in presbyterianischen Internatsschulen auf Vanuatu werde es künftig laut der australischen adventistischen Kirchenzeitschrift „Record“ nicht mehr erlaubt sein, am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag der Siebenten-Tags-Adventisten, auf dem Schulgelände ihren Gottesdienst zu feiern. Das habe die presbyterianische Kirchenleitung des südpazifischen Inselstaates beschlossen. Bemühungen der Adventisten um Rücknahme des Beschlusses, seien erfolglos geblieben, so „Record“.

In einem Schreiben an Willie Luen, dem zuständigen adventistischer Abteilungsleiter für Bildung, teilte die Presbyterianische Kirche mit, dass sie das Erziehungsministerium von Vanuatu gebeten habe, ab Schulbeginn 2014 keine adventistischen Schüler und Studenten mehr an das Onesua College und andere presbyterianische Schulen zu schicken.

Willie Luen wies darauf hin, dass es den adventistischen Eltern überlassen bleibe, ob sie weiterhin ihre Kinder an den Internatsschulen der Presbyterianer anmelden wollten. Laut Luen würden adventistische Studenten und Schüler dort künftig auch nicht mehr von Arbeitseinsätzen am Samstag auf dem Schulgelände befreit.

Die Aore Adventist Academy (Gymnasium) der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Santo/Vanuatu, eine Internatsschule mit mehr als 60 nicht-adventistischen Schülerinnen und Schülern, gestatte Mitgliedern anderer Kirchen, auch weiterhin den Gottesdienst am Sonntag auf dem Schulgelände durchzuführen, so „Record“. Sie seien zudem von Arbeitseinsätzen am Sonntag befreit und könnten ihre Arbeitsstunden an Wochentagen absolvieren.

Von den 246.000 Einwohnern auf Vanuatu sind 32 Prozent Presbyterianer, 13 Prozent Katholiken, 13 Prozent Anglikaner, elf Prozent Adventisten (mit Kindern und Familienangehörigen) und 14 Prozent gehören zu anderen christlichen Konfessionen. Zudem gibt es einheimische Glaubensrichtungen, wie die Cargo-Kulte.

Zu den Siebenten-Tags-Adventisten gehören auf Vanuatu 18.149 erwachsen getaufte Mitglieder in 58 Kirchengemeinden, die von 15 Pastoren betreut werden. Sie unterhalten zwei höhere Schulen, 25 Grundschulen und sechs Kliniken.

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Ägypten: Entführungen und Übergriffe auf Christen nehmen zu

Herzogenbuchsee/Schweiz | 21.08.2013 | APD | Religionsfreiheit

Nach der gewaltsamen Räumung zweier Protestlager von Anhängern des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi durch Sicherheitskräfte hätten Islamisten am 14. August in vielen Städten Ägyptens Kirchen, Läden und Wohnhäuser von koptischen Christen in Brand gesetzt, teilte das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors Schweiz mit. Ausserdem würden Kopten vermehrt entführt und durch Lösegeldforderungen unter Druck gesetzt. Der koptische Papst Tawadros II. habe aus Sicherheitsgründen eine Messe abgesagt.

Entführung und Zwangsheirat
Ein siebenjähriges Mädchen sei während der Hochzeit ihres Onkels gekidnappt worden. Um die Lösegeldforderung begleichen zu können, habe die koptische Gemeinde die Summe in der Höhe von zwölf ägyptischen Jahresgehältern zusammengelegt, so Open Doors. Zudem würden junge Christinnen verschleppt, zwangskonvertiert und ihre Religionszugehörigkeit auf der Identitätskarte von „christlich“ auf „muslimisch“ verändert. Dann würden sie zur Heirat mit Muslimen gezwungen. Viele kehrten nicht zu ihrer Herkunftsfamilie zurück, weil ihnen gedroht werde, dass sie und ihre Angehörigen in diesem Fall umgebracht würden.

Geschäfte christlicher Besitzer angezündet
Laut Open Doors sei ein banaler Streit in der Stadt Bani Ahmed, südlich von Kairo, zwischen einem christlichen Gast eines Kaffeehauses und dessen muslimischem Besitzer über einen Song im Radio so eskaliert, dass Muslime sieben Häuser und noch mehr Autos von Christen geplündert oder angezündet hätten. Darunter eine Apotheke, ein Möbelgeschäft, eine Autowerkstätte und weitere Geschäfte, die Christen gehörten. 18 Menschen seien dabei verletzt worden. Christen hielten aus Angst vor weiteren Übergriffen ihre Geschäfte geschlossen.

Koptischer Papst sagt Messe ab
Die Erschiessung des koptischen Priesters Mina Abboud Sharubim oder jene der zehnjährigen Jessica Boulous, auf dem Heimweg von der Kirche als auch die Enthauptung des christlichen Elektronikhändlers Magdy Lamei Habib, dessen Körper in der Wüste gefunden worden sei, belegten die Zunahme von Gewalt und deren Häufigkeit. Der koptische Papst Tawardos II. habe die für diese Woche geplante Messe in der St. Markus-Kathedrale in Kairo abgesagt, so das Hilfswerk. Er fürchte, dass seine Präsenz die christliche Gemeinde gefährden könnte.

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Bibel und Bibelteile in 2.551 Sprachen übersetzt

Stuttgart/Deutschland | 21.08.2013 | APD | Bibel

Die vollständige Bibel mit Altem und Neuem Testament liegt jetzt in 484 Sprachen vor. Das teilt der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) in Reading/England im aktuellen „Scripture Language Report“ mit. Zusätzlich ist das Neue Testament in 1.257 Sprachen übersetzt, und einzelne Schriften der Bibel sind in 810 Sprachen verfügbar. Damit liegt jetzt in 2.551 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel vor. Sprachforscher gingen von weltweit mehr als 6.500 Sprachen aus.

Grundlage für die Statistik ist der „Scripture Language Report“ des Weltverbandes für das Jahr 2012. Der Report erfasst alle Sprachen, in denen bis zum Jahreswechsel 2012/2013 mindestens ein Buch der Bibel veröffentlicht worden ist. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es neun neue vollständige Übersetzungen und 17 Neue Testamente. Für die einzelnen Weltregionen ergeben sich folgende Zahlen bei den vollständigen Übersetzungen: Afrika 189, Asien 146, Ozeanien 40, Europa 63, Lateinamerika 37, Nordamerika 8 sowie eine in der Plansprache Esperanto.

Zurzeit arbeiten die Bibelgesellschaften an rund 460 Übersetzungsprojekten. Seit dem Jahrtausendwechsel ist die Zahl der Sprachen mit vollständiger Bibelübersetzung um 101 gewachsen. Der Weltverband erwartet, dass 2015 einhundert der aktuellen Projekte abgeschlossen sein werden. Dabei handelt es sich bei 45 Vorhaben um die erste Übersetzung in einer neuen Sprache, in 29 Sprachen sollen neue Übersetzungen den aktuellen Sprachgebrauch aufnehmen, und in 26 Projekten geht es um Revisionen älterer Bibelübersetzungen. Finanziert wird die Arbeit durch Spenden aus aller Welt.

Die Sprachen mit erstmals vollständigen Bibeln sind: Huallaga-Quechua (Peru), Saboat (Kenia), Nordost-Dinka (Südsudan), Tagwana (Elfenbeinküste), Sesotho (Südafrika), Kisongye (Demokratische Republik Kongo), Asante Twi (Ghana), Tschetschenisch (Russland) und Kunama (Eritrea).

Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 146 Mitglieder und ist in über 200 Ländern tätig. Zu den Mitgliedern gehört auch die Deutsche Bibelgesellschaft in Stuttgart. Aufgaben sind die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Unterstützt wird die Arbeit durch die Weltbibelhilfe als Aktion der Deutschen Bibelgesellschaft. Weitere Informationen gibt es auf der Website www.weltbibelhilfe.de.

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Steigender Bibelbedarf in China

Stuttgart/Deutschland | 21.08.2013 | APD | Bibel

Vom christlichen Aufbruch in der Volksrepublik China und dem wachsenden Bedarf nach Bibeln berichtet eine Sonderausgabe der Zeitschrift „Bibelreport“. „Die China-Partnerschaft der Bibelgesellschaften bleibt auch rund dreissig Jahre nach ihren Anfängen unerlässlich“, betonte der Geschäftsführer der Deutschen Bibelgesellschaft, Reinhard Adler. Zu den gemeinsam entwickelten Programmen zählten Bibelübersetzungen für Minderheiten im Reich der Mitte und die Bibeldruckerei in Nanjing.

In den vergangenen Jahrzehnten habe das Christentum in der Volksrepublik China einen einzigartigen Aufschwung erlebt. Am Ende der Kulturrevolution Mitte der 1970er Jahre lebten nach Schätzungen der Missionsgesellschaften etwa 700.000 Christen im Land. Nach offiziellen Angaben gebe es heute dort etwa 19 Millionen Christen. Sie gehörten den staatlich anerkannten „patriotischen Bewegungen“ der Protestanten und Katholiken an. Schätzungen unter Berücksichtigung nicht-registrierter Gemeinden gingen von 30 bis 100 Millionen aus.

„Mit der Zahl der christlichen Gemeinden wächst auch der Bedarf an Bibeln“, heisst es in der Zeitschrift „Bibelreport“. 1987 wurde die Bibel-Druckerei in Nanjing als Gemeinschaftsprojekt des Chinesischen Christenrates, der Amity-Stiftung und des Weltverbandes der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) gegründet. 2008 wurde dort ein neuer, moderner Komplex als weltweit grösste Bibeldruckerei eingeweiht, und 2012 in Nanjing die 100-millionste Bibel gedruckt.

Unterstützt durch die UBS würden heute in der Volksrepublik mit 46 Autos und 24 Motorrädern Bibeln in ganz China verbreitet. Es gebe Alphabetisierungskurse mit der Bibel. Die chinesische Bibel liege auch als Audio-, Video- und CD-Rom-Version vor. Bereits 1996 sei die chinesische Bibel in 32 Bänden in der Blindenschrift Braille erschienen. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation seien etwa 75,5 Millionen Chinesen sehbehindert. Da sie zumeist arm wären, weil sie keine geeignete Beschäftigung fänden, könnten sie sich die umgerechnet rund 330 Franken für die 32-bändige Blindenbibel nicht leisten. Für viele dieser Christen sei es daher „nahezu ein Wunder“, wenn sie aufgrund von Spenden eine Bibel in der Punktschrift Braille erhielten.

Aber auch viele andere Chinesen warteten immer noch auf eine eigene Bibel. Trotz starkem Wachstum der Wirtschaft lebten rund 150 Millionen Bürger des Landes weiter unterhalb der absoluten Armutsgrenze von weniger als einem Dollar am Tag. Eine grosse Herausforderung seien ausserdem Übersetzungsprojekte für die Minderheitensprachen in China. Laut chinesischem Zensus gehörten 2010 etwa 106 Millionen Menschen einem der 55 Minderheitenvölker an. Bibelübersetzungen gebe es inzwischen in neun der Minderheitensprachen. Die China-Partnerschaft des Weltverbandes arbeite an sechs weiteren.

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ADRA Australien ist gegen die Bootsflüchtlingspolitik der Regierung

Wahroonga, NSW/Australien | 21.08.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien unterstütze die „Papua-Neuguinea-Lösung“ der australischen Regierung nicht, berichtete „Record“, adventistische Kirchenzeitschrift in Australien. Laut einer Regierungsmitteilung vom 19. Juli sollen zukünftig alle Bootsflüchtlinge, die Australien erreichen, auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea (PNG) interniert werden. Dort hätten sie aber keine Chance mehr auf Anerkennung als Flüchtlinge in Australien, so das Hilfswerk. Die sogenannte „PNG-Lösung“ sei ungerecht, ohne Mitgefühl und gefährde das Leben sowie die Lebensgrundlage von Tausenden von schutzbedürftigen Asylsuchenden als auch von Einheimischen in Papua-Neuguinea, so ADRA.

Weil auch die Oppositionsparteien ebenfalls harte Vorschläge zur australischen Flüchtlingspolitik unterbreiteten, wolle das adventistische Hilfswerk mit seiner Stellungnahme einige Fakten bewusst machen, die in der politischen Debatte untergingen:
• Kein Asylsuchender, der per Boot Australien erreiche, werde mit der „Papua-Neuguinea-Lösung“ eine Chance auf Anerkennung haben, vielmehr drohe ihm die Abschiebung ins Heimatland, die Umsiedlung in ein Drittland oder möglicherweise unbegrenzte Haft auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea.
• Laut UNO-Index für menschliche Entwicklung gehöre Papua-Neuguinea, zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt, Australien hingegen werde als das zweitbeste entwickelte Land aufgeführt.
• Die sozialen Indikatoren auf Papua-Neuguinea gehörten nach Angaben der Entwicklungshilfeagentur der australischen Regierung (AusAID) „zu den schlimmsten im asiatisch-pazifischen Raum“. Demnach trügen Armut, Arbeitslosigkeit und schlechte Regierungsführung in Papua-Neuguinea zu gravierenden Problemen im Bereich Recht und Ordnung bei.
• Gemäss australischem Flüchtlingsrat stehe Australien weltweit an 62. Stelle bei der Aufnahme von Flüchtlingen pro Kopf der Bevölkerung und an 87. Stelle in Bezug auf das Volksvermögen. Australien habe 2012 nur 0,99 Prozent der in diesem Jahr weltweit anerkannten Flüchtlinge aufgenommen.
• ADRA Australien führe im Weiteren an, dass das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) Australien als Unterzeichnerstaat der Genfer Flüchtlingskonvention gewarnt habe, dass der jüngste Wechsel in der Flüchtlingspolitik Verletzungen des Völkerrechts und der eingegangenen Menschenrechtsverpflichtungen darstellen könnte.

Asylsuchende seien verletzlich, Opfer von Armut und Gewalt und würden benachteiligt, so das adventistische Hilfswerk in Australien. Sie gehörten zweifellos zu jenen „Geringsten“, zu deren Beistand und Hilfe Jesus aufgerufen habe. Die adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien sei der Überzeugung, dass alle Menschen gleichwertig von Gott geschaffen worden seien. Es sei zudem ein biblischer Auftrag, sich selbstlos und mitfühlend um andere zu kümmern sowie sich für die Gerechtigkeit aller Menschen einzusetzen, so die Hilfsorganisation.

Deshalb sei ADRA gegen die kürzlich von der australischen Regierung vorgenommenen Änderungen in der Asylpolitik. Das Hilfswerk teile hingegen die Einschätzung des Australischen Rats für internationale Entwicklung (ACFID), wonach die derzeitige Politik „verzweifelte Menschen in unhaltbare Situationen“ bringe. ADRA Australien appelliere an alle politischen Parteien, gerechte, barmherzige und humane Ansätze bei der Behandlung und Unterbringung von Flüchtlingen zu suchen sowie offenzulegen, welche Auswirkungen diese Politik auf die aktuellen Hilfsbudgets haben würde.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien wurde 1956 als Abteilung der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten unter dem Namen „Seventh-day Adventist Welfare Service“ (SAWS) gegründet und leistete vorwiegend Nothilfe. 1983 wurde SAWS in ADRA umbenannt und nahm auch Entwicklungshilfeprojekte ins Portfolio auf. Mit 21 Vollzeitangestellten hat das Hilfswerk 2012 in 19 Ländern 71 Projekte im Gesamtwert von 10 Millionen Franken / 8,1 Millionen Euro durchgeführt und unterhält in Australien 90 Zweigstellen mit insgesamt 2‘700 freiwillig Mitarbeitenden. 38 Prozent der Einnahmen von ADRA stammen von AusAID, der australischen Regierung.

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ADRA Schweiz bietet in Haiti eine Nähausbildung an

Zürich/Schweiz | 21.08.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn der letzte Dollar weg ist", sagte der amerikanische Schriftsteller Mark Twain. Weil Haiti immer wieder von Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen und Erdbeben heimgesucht werde, stünden die Bewohner jeweils vor dem Nichts, sagte Samuel Ndikumana, Leiter des Nähprojekts der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz in Petit Goâve/Haiti. Berufslehren, wie sie in der Schweiz bekannt seien, kenne man in Haiti nicht. Weil Frauen oft die wirtschaftliche Last ihrer Familie schultern müssten, verbessere eine handwerkliche Ausbildung ihre Chance, besser bezahlt zu werden oder mit einem Kleinunternehmen sich selbständig zu machen. ADRA biete in 600 Stunden während jeweils sechs Monaten gesamthaft 300 Frauen die Möglichkeit, eine Nähausbildung an Industrie- und Haushaltnähmaschinen zu absolvieren. Der erste Kurs sei im Juni mit 180 Frauen abgeschlossen worden und der zweite habe im Juli mit 120 Teilnehmerinnen begonnen, teilte das Hilfswerk mit.

Gleichzeitig würden auch ADRA-Nähateliers in Genossenschaftsform gegründet, so Ndikumana, denn gemeinsam könnten die Frauen ihre Interessen besser vertreten. Die Vermittlung von Kenntnissen zur Geschäftsführung sei Teil der Ausbildung. Die Näherinnen könnten vorerst in ADRA-Werkstätten arbeiten und später ihr eigenes Geschäft eröffnen. Die Hilfsorganisation ermögliche den jungen Frauen auch den Zugang zu Mikrokrediten.

Das Hilfswerk erhalte in Haiti technische Unterstützung vom Nationalen Institut für Berufsbildung INFP, bei dem die Frauen auch ihre Abschlussprüfungen ablegen würden. Die Projektkosten im Rahmen von 620.000 Franken würden von den ADRA Landesbüros von Frankreich, Kanada, Schweiz und USA finanziert.

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Bolivien: Medizinische Versorgung von Flussanwohnern per Schiff

Riberalta/Bolivien | 21.08.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Bolivien hat ein neues Schiff mit dem Namen „Hoffnung des Ostens“ in Betrieb genommen. Damit sollen mehr als 6.000 Menschen in über 40 Dörfern im Osten des Landes, an den Ufern der Flüsse Madre de Dios und Beni, mit medizinischer und zahnmedizinischer Hilfe versorgt werden. Das Schiff benötige 30 Tage für eine Tour durch den bolivianischen Amazonas, berichtete der Adventistische Newsdienst Südamerika (ASN).

Das Schiff habe ein Röntgengerät an Bord, verfüge über einen zahnärztlichen Behandlungsraum sowie ein Konsultationszimmer für ärztliche Untersuchungen. Nebst Kapitän und Matrose seien ein Arzt, ein Zahnarzt, ein Seelsorger und eine Krankenschwester an Bord.

Bei der Inbetriebnahme des Arztschiffs in Riberalta, in Nordbolivien, seien laut ASN die Stadtbehörden und der Vizegouverneur vertreten gewesen, der Vertreter des Bereichs Gesundheit und Medizin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) sowie der Direktor des bolivianischen Malaria-Programms.

Für Dr. Johnny Velasquez, Direktor von ADRA Bolivien, sei mit dem Beginn der medizinischen Versorgung der bolivianischen Amazonasbewohner per Schiff ein Traum wahr geworden. „Ich bin sehr glücklich, dass ADRA mit einem neuen und angemessen ausgestatteten Boot die Flüsse befahren kann.“ Er glaube, dass dies ein weiterer Weg sei, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben.

ADRA Netzwerk
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen Landesbüros und gewährt Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft.

ADRA Bolivien
ADRA ist in Bolivien seit 1964 tätig. Zuerst unter dem Namen OFASA (Obra Filantrópica y de Asistencia Social Adventista) und ab 1984 unter der jetzigen Bezeichnung. Mit Namensänderung hat sich der Fokus der Tätigkeit verschoben. Es wurden nicht mehr nur Pflege- und Nothilfe angeboten, sondern auch Entwicklungshilfe, insbesondere die Förderung der Dorfentwicklung und des Gemeinwesens. ADRA Bolivien führt Projekte durch, welche die ländlichen Einkommen steigern, die Gesundheit und Ernährungssicherheit sowie die Basisinfrastruktur und Bildung fördern. Zudem werden Drogenpräventions- und -Rehabilitationsprogramme für Kinder und Jugendliche durchgeführt. In der Katastrophenvorsorge und –hilfe wird mit internationalen Organisationen kooperiert sowie die Einsätze mit der nationalen Regierung und örtlichen Behörden abgesprochen. ADRA Bolivien führt Programme und Projekte landesweit durch, die von nationalen als auch internationalen Geldgebern finanziert werden.

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Sommer in der Roma-Gemeinde Fushe-Kruja

Wien/Österreich | 21.08.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die erste Phase des „REFLECT“-Bildungsprojektes mit der Roma-Gemeinde in Fushe-Kruja/Albanien konnte erfolgreich abgeschlossen werden, teilte Marcel Wagner (Wien), Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich mit. Um ein wenig Abwechslung in den oft harten Arbeitsalltag der Roma-Gemeinschaft zu bringen, veranstaltete ADRA Albanien mit Unterstützung der ADRA-Schwesterorganisationen ADRA Österreich und Deutschland verschiedene Aktivitäten. Neben einem Fussballturnier in Tirana, bei dem Roma-Männer gegen ein albanisches Team spielten, wurde ein viertägiges Sommercamp organisiert, bei dem Roma-Kinder und Mädchen im Jugendalter zusammen mit albanischen Kindern lernen und spielen konnten.

Das Fussball-Turnier habe den Roma-Männern laut Wagner geholfen, Teamfähigkeiten zu entwickeln und ihnen das Gefühl gegeben, Teil von etwas Grösserem zu sein. Die Männer hätten die Möglichkeit gehabt, albanische Männer kennenzulernen, sich auszutauschen, ihre erlernten Sprachkenntnisse anzuwenden und dabei Selbstbewusstsein zu entwickeln. Am Sommercamp in Tirana hätten 28 Kinder und acht Mädchen im Jugendalter fünf Tage lang teilnehmen können. Themen, wie Rechte und Pflichten eines albanischen Bürgers, Ernährung und Hygiene, seien behandelt sowie weitere Schreib- und Leseübungen durchgeführt worden. Daneben hätten viele Freizeitaktivitäten auf dem Programm gestanden. „Zum Abschluss organisierten wir ein Fest, bei dem albanische und Roma-Kinder und Mädchen im Jugendalter zusammen tanzten und sangen.“

Fushe-Kruja, eine Stadt in Mittelalbanien, rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tirana, sei im Sommer sehr heiss, der schwere Geruch von Verschmutzung liege in der Luft, so Wagner. Abkühlung gebe es kaum, und Roma-Kinder spielten in dem von Abwasser verschmutzen Fluss, was zu vermehrten Krankheiten führen würde.

In den Monaten Mai und Juni sei deshalb laut dem ADRA-Direktor insbesondere nochmal das Thema Hygiene diskutiert und den Eltern die Gefahren, die von verschmutztem Wasser ausgingen, erklärt worden. „Die Teilnehmer machten Fortschritte beim Lesen und Schreiben in der albanischen Sprache. Die Lernübungen haben wir mit praktischen Aktivitäten ergänzt, wobei die Frauen das Nähen und Häkeln erlernen konnten“, informierte Wagner. „Die wohl grösste Veränderung können wir in den Verhaltensweisen der Teilnehmer feststellen“, betonte Wagner. Die Hygiene habe sich verbessert, nun kämen Kinder und Erwachsene in angemessener Kleidung zum Unterricht und verhielten sich nach den Regeln des ADRA-Gemeinschaftszentrums. „Die Teilnehmer zeigen Respekt gegenüber uns und gegenüber ihren Mitschülern.“ Das Selbstbewusstsein insbesondere der Roma Frauen müsse indes noch weiter gefördert werden.

Die erste Phase des „REFLECT“-Bildungsprojekts sei nun abgeschlossen. „In Bezug auf Aktivitäten, Beziehungen, Gemeinschaft und Zusammenarbeit konnten wir positive Ergebnisse erzielen“, hob Marcel Wagner hervor. Nachdem in der ersten Phase Probleme, Herausforderungen und etwaige Lösungsansätze benannt worden seien, könne nun begonnen werden, intensiver mit der Roma-Gemeinschaft zu arbeiten und sie in öffentliche Aktivitäten zu integrieren. Es sei aber immer noch schwierig, die Roma-Gemeinschaft davon zu überzeugen, wie wichtig der Schulbesuch für ihre Kinder wäre. Insbesondere in den Sommermonaten würden die Roma-Familien vermehrt umher reisen. „Sie versuchen hart zu arbeiten, um die Wintermonate überbrücken zu können.“

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Millionen kleine Helfer unterstützen ADRA nach dem Hochwasser

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 21.08.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

„Für die Hilfeleistung nach der Flutkatastrophe im Raum Nordsachsen erhält die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA starke Unterstützung“, teilte die Online-Redakteurin von ADRA Deutschland, Mirjam Greilich, mit. Neben Heizplatten und Gebäudetrocknern setze ADRA zusätzlich Millionen mikroskopisch kleiner Lebewesen ein. Die sogenannten „Effektiven Mikroorganismen“ seien effizient und umweltschonend.

Nach dem Hochwasser werde das wahre Ausmass der Schäden erst richtig deutlich. In vielen Häusern hätten sich Wände und Böden mit Wasser vollgesogen, und es entstünden Schimmel sowie üble Gerüche. ADRA empfehle den parallelen Einsatz von Infrarot-Heizplatten und Gebäudetrocknern. Die Heizplatten verstärkten die Abgabe der Feuchtigkeit aus den Wänden, Decken sowie Böden und die Gebäudetrockner kondensierten anschliessend die Feuchtigkeit aus der Luft. Ergänzend setze ADRA auf grossen Flächen Mikroorganismen ein. „Sie fressen im wahrsten Sinne des Wortes den Dreck und mögliche Keime auf und verstoffwechseln sie. So verhindern sie das Entstehen hygienischer Probleme wie Schimmel“, informierte Greilich.

Besonders auf grossen Flächen, wie in Gärten oder auf Feldern, lohne es sich, die kleinen Helfer einzusetzen, denn dort hätten sich durch das stehende Wasser besonders viele Abfälle abgelagert, die schwer zu beseitigen seien. Der Einsatz der Mikroorganismen leiste hier eine grosse Hilfe. Problematische Stoffe, wie ausgelaufenes Heizöl oder krankmachende Keime, könnten durch ihren Einsatz viel schneller abgebaut werden – und das ohne den Einsatz von Chemie. Auch der Ausbruch möglicher Krankheiten könne so vermieden oder zumindest eingedämmt werden. Positiver Nebeneffekt: Entstandene Gerüche würden viel schneller gebunden und das Entstehen von Schimmel verhindert.

Die Mikroorganismen würden ADRA laut Mirjam Greilich kostenfrei von der Gesellschaft zur Förderung regenerativer Mikroorganismen (EM e.V. und EM-Sachsen e.V.) zur Verfügung gestellt. Etwa 180 bis 200 Hektar verseuchtes Gartenland, öffentliche Anlagen und einige Felder von drei überschwemmten Dörfern sollten damit vom Schmutz des Hochwassers befreit werden. Die Hochwasserhilfe von ADRA Deutschland wird von der Aktion „Deutschland Hilft“ finanziell gefördert.

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Einwohner von Papua-Neuguinea schützen sich vor Naturkatastrophen

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 21.08.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

„Wenn es irgendwo auf dieser Welt eine Naturkatastrophe gibt, dann ist oft auch Papua-Neuguinea betroffen“, teilte Fritz Neuberg, Mitarbeiter der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, mit. Der „Pazifische Feuerring“, in dem sich Papua-Neuguinea befinde, sei ein Gebiet, in dem es immer wieder zu einer grossen Anzahl von Erdbeben und Vulkanausbrüchen komme. Die Bezeichnung „Feuerring“ leite sich von einem 40.000 Kilometer langen Gebiet ab, das die Form eines Hufeisens habe und aus einer Reihe fast kontinuierlicher ozeanischer Gräben, vulkanischer Bögen und vulkanischen Gürteln bestehe. Papua-Neuguinea zähle zu jenen Ländern, die im pazifischen Raum am meisten für Naturkatastrophen anfällig seien. Allein zwischen 1992 und 2011 seien 44 grosse Katastrophen registriert worden. „Dabei kamen 3.113 Menschen ums Leben, über 1,3 Millionen Menschen wurden von den Folgen betroffen. Der Sachschaden betrug etwa 121 Millionen Euro“ (151 Millionen Franken), so Neuberg.

Aus diesem Grund habe die Regierung von Papua-Neuguinea 2010 begonnen, einen sogenannten strategischen Katastrophen-Vorsorgeplan (Disaster Risk Management – DRM) auszuarbeiten. In dem Plan gehe es darum, Vorkehrungen zu treffen, um die Katastrophenrisiken zu mindern. Beteiligte Partner seien unter anderem ADRA, die Weltgesundheitsorganisation WHO, der UN Children's Fund und OXFAM. Im Rahmen des Vorsorgeplans gebe es eine Reihe von Kursen, welche die Bewohner Papua-Neuguineas dabei unterstützen sollten, sich selbst im Falle einer Naturkatastrophe besser helfen zu können, wie Erste-Hilfe, Gartenbau, Schutz für Kinder und Erwachsene sowie Gesundheitsvorsorge.

ADRA unterstütze auch durch finanzielle Mittel des Europäischen Amtes für humanitäre Hilfe (ECHO) den Disaster-Risk-Management-Plan in der Provinz Morobe im Nordostteil von Papua-Neuguinea unter anderem durch Projekte im Bereich „Wasser und Sanitäranlagen“, durch Kurse zum Thema Wasserversorgung, AIDS-Vorsorge und „Leadership“ (Wie leite ich Teams und Gruppen). Ein gut aufgebautes System der Wasserversorgung biete den Einwohnern die Möglichkeit, während der Regenzeit Wasser zu speichern, um darauf in Zeiten der Dürre zurückgreifen zu können. Das ADRA-Massnahmen-Paket sei ein wertvoller Beitrag, um den Einwohnern Papua-Neuguineas zu helfen, eigenständig, selbstbewusst und gut vorbereitet durch schwierige Situationen zu kommen, betonte Fritz Neuberg.

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Ganzheitliche Hilfe für Opfer der Genitalverstümmelung in Berlin

Lüneburg/Deutschland | 21.08.2013 | APD | Gesundheit & Ethik

Mindestens 150 Millionen Frauen weltweit seien Opfer weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation, FGM) geworden, berichtet der Onlinedienst der Zeitschrift „Adventisten heute“. Noch immer würden jährlich mindestens drei Millionen Mädchen in Afrika, Asien, aber auch in Europa, den USA und Australien genital verstümmelt. Seit über zwölf Jahren kämpfe Waris Dirie, weltweit bekannt geworden durch ihre verfilmte Autobiografie „Wüstenblume“, gegen die FGM. Sie ist Gründerin der „Desert Flower Foundation“ (Wüstenblume-Stiftung), die das Ziel habe, „diesem Verbrechen durch Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit, Informationsveranstaltungen und Schulungen sowie durch Direkthilfe ein Ende zu setzen“.

Wie die Leitung des Krankenhauses „Waldfriede“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Zehlendorf mitteilte, beginne am 11. September das „Desert Flower Center Waldfriede“ seine Arbeit mit einer feierlichen Eröffnung und Fachvorträgen. Zu den geladenen Gästen der Veranstaltung im Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf zählten neben der Schirmherrin Waris Dirie unter anderem Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin für Justiz, Thomas Heilmann, Senator für Justiz und Verbraucherschutz, Barbara Loth, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, und Dr. Pierre Foldes, Entwickler einer weltweit einmaligen Operationsmethode zur Rekonstruktion der weiblichen Genitalien nach FGM.

Waris Dirie (48), ehemaliges Model und UN-Sonderbotschafterin, setzt sich seit 2002 mit ihrer in Wien angesiedelten „Desert Flower Foundation“ für die Rechte afrikanischer Frauen und gegen das Ritual der Beschneidung ein. Mit gerade einmal fünf Jahren wurde die gebürtige Somalierin selbst Opfer von Genitalverstümmelung. Ihren Lebens- und Leidensweg verarbeitete sie in mehreren Romanen. Ihr wohl bekanntestes Buch „Wüstenblume“ erreichte weltweit eine Auflage von elf Millionen Exemplaren; 2009 folgte die nicht weniger erfolgreiche Verfilmung ihrer bewegenden Geschichte.

Alle elf Sekunden werde ein Mädchen durch die sogenannte rituelle Beschneidung der weiblichen Genitalien verstümmelt. Jeden Tag teilten 8.000 Mädchen dieses Schicksal. Die FGM werde nicht nur in Ländern Afrikas praktiziert, sondern auch dort, wo es eigentlich verboten sei. Selbst in Deutschland lebten circa 50.000 Opfer mit Genitalverstümmelung. Um den zutiefst traumatisierten Frauen ein Stück der verlorenen Lebensqualität zurückzugeben, werde sich „Waldfriede“ als erstes europäisches Krankenhaus ganzheitlich der Probleme beschnittener Frauen annehmen. Neben hochspezialisierten Beckenbodenchirurgen stünden im „Desert Flower Center Waldfriede“ auch Psychologen, Seelsorger, Sozialdienst und Selbsthilfegruppen für eine weitergehende, beziehungsweise ergänzende Betreuung bereit, erläuterte der Geschäftsführer der Zehlendorfer Klinik, Bernd Quoss. Dank der langjährigen Spezialisierung des Krankenhauses „Waldfriede“ auf die Darm- und Beckenbodenchirurgie könnten dort infolge der Beschneidung inkontinent gewordene Frauen auch sehr spezielle Operationen erhalten.

Bereits jetzt gebe es viele Anfragen von FGM-Betroffenen in Berlin, und laut Quoss läge bei der Zentrale der Stiftung in Wien eine lange Warteliste vor. In Verbindung mit „Waldfriede“ kam Waris Dirie durch den Besuch eines internationalen Koloproktologiekongresses, der 2012 stattfand und unter anderem vom Krankenhaus organisiert wurde.

Das seit 1920 bestehende Berlin-Zehlendorfer Akutkrankenhaus „Waldfriede" verfügt über 170 Betten sowie je 14 Betten für die Kurzzeitpflege in Zehlendorf und Steglitz. Es versorgt mit den Fachabteilungen Allgemeinchirurgie, Anästhesie, Brustzentrum, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hand- und Fusschirurgie, Innere Medizin, Interdisziplinäres Beckenbodenzentrum, Intensivmedizin, Radiologie und den Zentren für Darm- und Beckenbodenchirurgie (Koloproktologie) sowie Diabetes und Diabetisches Fuss-Syndrom jährlich etwa 13.000 Patienten stationär und 48.000 ambulant. Zum Krankenhaus gehört auch die Private Akut- und Rehabilitationsklinik „Nikolasee“ in Berlin-Nikolasee mit 17 Betten und den Fachbereichen Innere Medizin, Psychosomatik, Psychiatrie, Burnout und Sucht.

„Waldfriede“ ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin und europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken der Koloproktologie. Zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit hat das Krankenhaus im März 2008 eine Kooperationsvereinbarung mit der Florida-Hospital-Gruppe in Orlando/Florida (USA) geschlossen. Dadurch sind unter anderem ein regelmässiger gegenseitiger Ärzteaustausch sowie die zusätzliche Fort- und Weiterbildung von medizinischem Personal möglich. In der „Waldfrieder“ Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege könne in Kooperation mit dem Fachbereich Christliches Sozialwesen der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg der Bachelor (B.A.) in „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ erlangt werden.

Das Krankenhaus ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Einrichtungen Berlin-Brandenburg, im Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP) sowie Teil des weltweiten „Adventist Health System“ der Siebenten-Tags-Adventisten.

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Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm: Zunahme von Lepra

Herzogenbuchsee/Schweiz | 21.08.2013 | APD | Gesundheit & Ethik

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Ende Juli zum Internationalen Lepra-Gipfel nach Bangkok geladen. Die Gesundheitsminister aus 17 schwer betroffenen Ländern bedauerten, dass sich diese heilbare Krankheit wieder stärker ausbreitete. Die WHO habe im 2012 rund 232‘800 neue Fälle registriert, über 6‘200 Neuerkrankte mehr als im Vorjahr, teilte Lepra-Mission Schweiz mit. In der Erklärung von Bangkok werde die Senkung neuer Leprafälle mit sichtbarer Behinderung bis ins Jahr 2020 auf unter einen Fall pro einer Million Menschen gefordert.

Mangelnde Aufmerksamkeit als Grund für Zunahme von Lepra
„Unsere internen Fachkräfte wiesen schon lange auf diesen Anstieg hin“, sagte Markus Freudiger, Co-Geschäftsleiter der Lepra-Mission Schweiz. „Wir begrüssen, dass die WHO dies nun deutlich macht und erkennt, dass in manchen Ländern in signifikanter Zahl neue Fälle auftreten.“

Einer der Hauptgründe für die Zunahme von Lepra bestehe darin, so Freudiger, dass Regierungen und Gesundheitsorganisationen Lepra als eliminiert betrachtet hätten. Aufgrund der geringeren Aufmerksamkeit habe die Leprakrankheit, nach der sehr erfolgreichen Bekämpfung in den letzten 25 Jahren, erstmals wieder zugenommen.

Nippon-Foundation spendet 18 Millionen Franken zur Lepra-Bekämpfung
Die Nippon-Foundation, welche sich während 40 Jahren für die Ausrottung von Lepra engagiert habe, wolle in den nächsten fünf Jahren 18.75 Millionen Franken im Einsatz gegen die Krankheit zur Verfügung stellen, sagte deren Vorsitzender Yohei Sasakawa und WHO-Botschafter zur Ausrottung von Lepra.

Das ist Lepra
Das Bakterium, das Lepra verursacht, kann mit einer rund sechs bis zwölfmonatigen Antibiotika-Behandlung vollständig aus dem Körper entfernt werden. Lepra ist heilbar, die Folgeschäden aber nicht: Bereits vorhandene Behinderungen bleiben. Bei einem geschädigten Nervensystem kommt etwa das verlorene Gefühl in den Händen oder Füssen nicht mehr zurück. In Zentren der Lepra-Mission entwerfen die Betroffenen ihr Leben neu und lernen beispielsweise, einen Topf immer mit einem Schutz anzufassen, da sie mit ihren gefühllosen Fingern nicht spüren würden, dass sie sich diese am heissen Metall verbrennen.

Über die Lepra-Mission
Die Lepra-Mission engagiert sich als christliche Entwicklungsorganisation im Kampf gegen die Ursachen und Folgen von Lepra. Sie unterstützt seit mehr als 100 Jahren Spitäler, Ausbildungszentren, Präventions-, Selbsthilfe- und Rehabilitationsprojekte der weltweiten Lepra-Mission. Diese ist in rund 30 Ländern aktiv, vorwiegend in Indien, Südostasien und Afrika. Ihre Hilfe erreicht mehrere Millionen Menschen in Armut, bringt ihnen Hoffnung und verändert ihr Leben. Die Schweizer Lepra-Mission mit Sitz in Herzogenbuchsee setzt seinen Schwerpunkt auf die Arbeit in Indien, Bangladesch, Nepal, DR Kongo und Niger. Die Schweizer Regierung steuerte im Jahr 2012 an diese Projektarbeit rund 1,053 Millionen Franken / 800.000 Euro bei.

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Adventist World Radio mit 116 Sprachen auf Sendung

Silver Spring, Maryland/USA | 21.08.2013 | APD | Medien

Das 1971 gegründete „Adventist World Radio“ (AWR) könne mit seinen christlichen Programmen in 116 Sprachen über UKW, Mittel- und Kurzwelle sowie Satellit und Podcasting etwa 70 bis 80 Prozent der Weltbevölkerung erreichen. Darauf wies AWR-Präsident Pastor Dowell Chow (Silver Spring, Maryland/USA) hin.

Fast 75 Prozent der Weltbevölkerung lebten laut Chow in Ländern, in denen Menschen wegen ihres Glaubens bedrängt oder sogar verfolgt würden. Deshalb wolle AWR vor allem Menschen im sogenannten „10/40 Fenster" mit dem Evangelium bekannt machen. In dem Gebiet zwischen dem 10. und 40. Breitengrad, das von Westafrika bis Ostasien reicht, seien Christen meist eine verschwindende Minderheit. Ausserdem spezialisiere sich AWR auf weitere Länder, in denen aus geografischen, politischen oder religiösen Gründen die Verkündigung der christlichen Botschaft von Mensch zu Mensch kaum möglich sei.

Schwerpunkt der Arbeit von Adventist World Radio sei immer noch die Kurzwelle, wobei in 73 Sprachen Programme über die Sender Wertachtal und Nauen/Deutschland, Moosbrunn/Österreich, Issoudun/Frankreich, Meyerton/Südafrika, Talata-Volonondry/Madagaskar, Tricomalee/Sri Lanka, Taipeh/Taiwan sowie Agat/Guam ausgestrahlt würden. Dazu kämen Sendungen in 25 weiteren Sprachen über UKW und Mittelwelle. Allein in Russland wären bei über 1.500 lokalen UKW-Stationen AWR-Programme zu hören. Ausserdem würden in Nepal, Indien und anderen Regionen Dutzende von Rundfunksendern adventistische Beiträge ausstrahlen. Zusätzlich gebe es weltweit über 150 Radiostationen, die zum AWR-Netzwerk gehörten und von Adventisten betrieben würden.

Seit August 2010 nutze AWR auch das Podcasting, so Dowell Chow. Inzwischen könnten Beiträge in insgesamt 89 Sprachen heruntergeladen werden. AWR würde jährlich weltweit rund 250 Millionen Downloads registrieren. Allein in der Volksrepublik China würden jeden Tag bis zu 600.000 Beiträge heruntergeladen. Aber auch Sendungen in Arabisch seien sehr begehrt.

Es gebe jedoch auch Gebiete, in denen Menschen keinen elektrischen Strom hätten. Allein in Indien wären es über 300 Millionen. Ausserdem könnten weltweit über 850 Millionen Menschen nicht lesen und schreiben. Für sie habe AWR den sogenannte „Godpod“ entwickelt. Der Name sei in Anlehnung an den bekannten iPod entstanden, informierte Pastor Chow. In einer Reihe von Sprachen enthalte das Abspielgerät die ganze Bibel, Anleitungen zum Bibelverständnis, biblische Geschichten für Kinder, Gesundheitstipps und christliche Lieder. Die Geräte würden solar betrieben, sodass sie keine Batterien benötigten, und da sie auch keine beweglichen Teile hätten, falle kein Service an.

AWR unterhält neben der Zentrale in Silver Spring, Maryland/USA, die auch für Sendungen in Nord- und Lateinamerika zuständig ist, Regionalbüros in Bracknell/England (Europa/Afrika) sowie in Batam/Indonesien und Agat/Guam für den asiatischen Raum.

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