APD-INFORMATIONEN 9/2013 - SEPTEMBER 2013

Bioethik-Kommission besorgt über Präimplantationsdiagnostik

Freiburg/Schweiz | 23.09.2013 | APD | Schweiz

Mit Besorgnis reagiert die Bioethik-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz auf die Entscheidung der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK-S) auf die Vorlage des Bundesrats zur Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PDI) einzutreten, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Kommission des Ständerates stimme nicht nur der vom Bundesrat vorgeschlagenen Richtung zu, sondern wolle gar dessen Einschränkungen larger handhaben. Die Herangehensweise nach dem puren Nützlichkeitsprinzip sorge für eine schiefe Bahn: „Wenn man für die Aufweichung der Einschränkungen plädiert, werden unvermeidlich weitere Ausweitungen folgen. Für den Eintritt in das Zeitalter eugenischer Praktiken wird die Türe weit geöffnet. Die Präimplantationsdiagnostik falle in den Bereich der Eugenik, wie der Bundesrat selbst in seiner Botschaft explizit festhalte, schreibt die Bioethik-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz.

Die Lehre der Verbesserung des biologischen Erbgutes des Menschen wird als Eugenik bezeichnet.

Laut Professor Thierry Collaud, Präsident der Bioethik-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz, sehe seine Kommission im vorgeschlagenen Vorgehen keinen Fortschritt, sondern eine Dekonstruktion des "Miteinander Lebens". Eine Gesellschaft werde nicht besser, indem man dazu ermächtige, „die einen zu selektionieren, die man als die ‚Tüchtigen‘ erachtet und die anderen zu eliminieren“. Vielmehr sei eine Gesellschaft dann im echten Sinn human, wenn sie sich, gegen Leiden und Krankheit kämpfend, fähig zeige, jeden Menschen in seiner Würde anzunehmen und den kleinsten und verletzlichsten Menschenkindern Platz zu verschaffen.

Gestützt auf dieses humanistische und evangelische Prinzip werde es die römisch-katholische Kirche immer ablehnen, das Sortieren, Selektionieren und Eliminieren menschlicher Wesen als Fortschritt zu betrachten. Sie trete im Gegenteil dafür ein, die Technik in Richtung innovativer Lösungen zu orientieren, welche das ganze menschliche Leben respektierten.

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ADRA-Freiwilligenwoche: „Das alles gibt eine tiefe Befriedigung“

Hergiswil und Eriz/Schweiz | 23.09.2013 | APD | Schweiz

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz führte vom 19. bis 23. August zwei Hilfseinsätze bei Bergbauern in Hergiswil/LU und Eriz/BE mit 40 Freiwilligen durch. „Seit 20 Jahren führen wir in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berghilfe SAB jährlich eine Freiwilligenwoche durch. Dieses Jahr haben wir aufgrund der vielen Anmeldungen von Freiwilligen zwei Hilfseinsätze durchgeführt“, sagte Alexandre Gasser, Geschäftsleiter ADRA Schweiz. In den vergangenen 20 Jahren hätten sich total 500 Freiwillige an den Hilfseinsätzen beteiligt. Der Gegenwert der geleisteten Arbeit summiere sich auf eine Million Franken.

Hilfseinsatz in Hergiswil: Zimmereiarbeiten für Laufstall und Trockenmauerbau
Auf 800 Metern über Meer hätten vier Frauen und zwölf Männer in ihrer Ferienzeit auf der „Geissmatt“, oberhalb von Hergiswil/LU, Heubelüftungsroste und Holzwandelemente für den neuen Mutterkuhstall (Laufstall) gezimmert sowie eine 20 Meter lange Trockenmauer erstellt, sagte Monika Stirnimann, zuständig für ADRA Projekte in der Schweiz. Zwei Freiwillige hätten den Einsatz vor Ort geleitet, ein Elektriker, der von einem Holzbautechniker unterstütz worden sei. Die Hilfeleistenden im Alter von 20 bis 60 Jahren seien in ihrem Berufsleben Chauffeur, Kaufmännische Angestellte, Zimmermann, Hausfrau, Physiotherapeutin, Schlosser oder Schreinerin. Zwei Freiwillige kochten für ihre Kollegen und Kolleginnen. Das Hilfswerk müsse rund 3.000 Franken für diesen Hilfseinsatz aufwenden, vorwiegend für das Essen und den Transport der Freiwilligen vor Ort, so Stirnimann.

„Wir sind ausserordentlich beeindruckt und dankbar für den Einsatz der Freiwilligen“, sagte der Bauer, Vater von fünf Kindern im Alter von 10 – 22 Jahren. Auch die Gemeindebehörde habe ihren Beitrag zum Hilfseinsatz leisten wollen, sagte Urs Kiener, Gemeindepräsident von Hergiswil, und habe den Freiwilligen die oberirdische Zivilschutzanlage im Dorf als Unterkunft kostenlos zur Verfügung gestellt.

„Ich setze gerne eine Woche Ferien für sinnvolle Arbeit ein, bei der man sofort sieht, was man gemacht hat“, sagte Andi Sailer, Maschinenführer. „Teamarbeit und Teamgeist sind grossartig, man lernt neue Personen kennen, kann draussen arbeiten und macht Menschen eine Freude. Das alles gibt eine tiefe Befriedigung.“

Hilfseinsatz im Eriztal: Umgebungs- und Instandstellungsarbeiten
Seine Familie in der „Geissegg“, auf 1‘000 Metern über Meer, Gemeinde Horenbach-Buchen, in der Nähe von Thun/BE, sei in den vergangenen Jahren durch schwierige Zeiten gegangen, sagte der Bauer, Vater von vier Kindern. Bei der Renovation des alten Hauses sei eine Decke eingestürzt, worauf die Familie für ein Jahr in einem Wohncontainer gelebt habe, der bei einem Sturm überschwemmt worden sei und die sechsköpfige Familie sich während einem weiteren Jahr auf eineinhalb Räume im Haus habe beschränken müssen. In dieser Zeit sei die Mutter der Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren schwer erkrankt und durchlaufe gegenwärtig die Rehabilitationsphase. Der Sturm habe auch einen kleinen Stall einfach „weggeblasen“, der wieder aufgebaut werden müsse, so der Bauer.

Die Freiwilligen, sieben Frauen und siebzehn Männer von 20 Jahren bis ins Pensionsalter, hätten von einem Vorplatz Verbundsteine palettiert, um den Platz neu zu nivellieren, eine Trockenmauer von 16 Metern Länge mit Treppe erstellt, Bäume gefällt und zu Brennholz verarbeitet, einen Holzzaun sowie zwei Geländer bei der Scheuneneinfahrt erstellt, so Monika Stirnimann. Im Haus seien Sockelleisten montiert, ein Schuhgestell gezimmert und viele kleine Schreinerarbeiten erledigt worden. Ein pensionierter Landmaschinenmechaniker habe mit einem Gehilfen an den Fahrzeugen und Maschinen Service- und Instandstellungsarbeiten durchgeführt, nötigenfalls auch geschweisst. „Was die beiden geschafft haben, hätte ich kaum zahlen können“, sagte der Bauer.

Die Berufspalette der Freiwilligen habe Baumaschinen- und Landmaschinenmechaniker, Förster, Pastor, Hausfrau, Schneiderin, Elektriker, Elektroniker, Hochspannungs-Sicherheitstechniker umfasst, so Stirnimann. Ein Rettungssanitäter habe mit zwei Mitarbeitern für die 24 Freiwilligen gekocht.

„Was die 24 Freiwilligen in dieser Woche geleistet haben, hätte ich alleine gar nicht schaffen können. Bei gewissen Tätigkeiten braucht es vier oder mehr Hände“, sagte der Bauer. “Wir sind sehr dankbar für diesen Einsatz.“

Laut Stirnimann müsse ADRA Schweiz für den Hilfseinsatz im Eriztal rund 4.500 Franken für Essen, Unterkunft und den Transport der Freiwilligen vor Ort aufwenden. Die Einsätze seien deshalb so kostengünstig, weil die Freiwilligen ihre Zeit zur Verfügung stellten und die Bauern die meisten Arbeitsgeräte und Baumaterialien.

ADRA Schweiz ist Partner-Hilfswerk der Glückskette
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen Landesbüros und gewährt Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft.

ADRA Schweiz (www.adra.ch) ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Das Hilfswerk wurde 2013 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre zertifiziert. Das ZEWO-Gütesiegel steht für den zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: http://www.glueckskette.ch

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Für Syrien um Frieden beten

Watford/Grossbritannien | 23.09.2013 | APD | International

Der Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Grossbritannien und Irland, Pastor Ian W. Sweeney, hat sich gegenüber dem adventistischen Fernsehsender „Hope TV United Kingdom“ zum Syrienkonflikt geäussert. Er rief die Christen auf, für die Verantwortlichen, die schwierige Entscheidungen für diese Region treffen müssten, zu beten.

Über zwei Millionen Flüchtlinge hätten Syrien verlassen und Zuflucht in den Nachbarländern Irak, Jordanien, Libanon und Türkei gesucht. Die christliche syrische Minderheit befände sich in einer sehr schwierigen Lage, da sie keine Seite aktiv unterstützen möchte und deshalb seitens der Regierung und von den Regimegegnern unter Druck geriete. Nach der Giftgasattacke verfolgten die im Land verbliebenen Bürger die Debatten über Lösungsmöglichkeiten. Es gebe hierzu keine einfachen Antworten, betonte Sweeney. „Deshalb bete ich für die Verantwortlichen dieses Konflikts.“ Dazu gehörten nicht nur die Regierung unter Syriens Machthaber Baschar al Assad, sondern auch die Rebellenführer. „Ich bete, dass sie nicht nur ihre eigenen Interessen im Blick haben. Ich bete auch, dass sich der Friede durchsetzt.“

„Frieden ist etwas, das man am besten auf friedliche Weise erreicht“, betonte Pastor Sweeney. Er sei Pazifist und stehe einer Kirche vor, die traditionell einen pazifistischen Standpunkt vertrete. „Gewalt anwenden, um Frieden zu gewinnen? Ich glaube nicht, dass wir damit Erfolg haben werden.“ Doch das Friedenstiften beginne bei jedem selbst, setze sich in der Familie fort und wirke so bis in die Gesellschaft hinein. Dadurch könne es auch in einer Regierung zu Veränderungen kommen.

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Syrischer Erzbischof: „Lasst uns in Ruhe!“

München und Ostfildern/Deutschland | 23.09.2013 | APD | International

Der melkitisch-katholische Erzbischof von Bosra und Hauran in Syrien, Nicolas Antiba, hat an den Westen appelliert, Pläne für eine militärische Intervention endgültig aufzugeben. Im Gespräch mit dem weltweiten römisch-katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ erklärte er, die syrische Krise verschlimmere sich durch die „aus dem Ausland in das Land strömenden Kämpfer und Waffen“. Diese seien „wie ein Krebsgeschwür für das Land“.

Der Erzbischof befürchte, dass sich die Lage immer weiter verschlechtern werde, wenn weiterhin Waffen in das Land gebracht würden. „Hier kämpfen nicht Syrer gegen Syrer – diejenigen, die sich an den Kämpfen beteiligen, sind Nicht-Syrer”, sagte Antiba. Er wandte sich in einem Appell direkt an Präsident Obama: „Sie sprechen immer vom Frieden – bitte lassen Sie uns in Ruhe und setzen Sie Ihre Ideen für den Frieden in die Praxis um!“ Der Erzbischof betonte, dass die amerikanische Vorstellung von Demokratie nicht mit der des syrischen Volkes übereinstimme. „Lassen Sie uns unsere eigene Vorstellung von Demokratie herausfinden“, rief er Obama auf.

Die humanitäre Lage in Syrien beschrieb Erzbischof Antiba als „dramatisch“. Die unzähligen Flüchtlinge benötigten dringend Hilfe.

Christentum mit langer Tradition
Das Christentum hat in Syrien eine lange Tradition und reicht bis zur Bekehrung des Apostel Paulus in Damaskus zurück. Bevor das Land im 7. Jahrhundert islamisiert wurde, war Syrien mehrheitlich christlich. Vor dem jetzigen Konflikt gehörten von den etwa 20,8 Millionen Einwohnern Syriens rund zehn Prozent dem Christentum an. 87 Prozent der Bevölkerung bekannten sich zum Islam, hauptsächlich Sunniten, aber auch Alawiten, Ismailiten und Schiiten. Drei Prozent waren Drusen, eine Abspaltung der Schiiten.

Im Land sind unter den Christen besonders verschiedene Kirchen vertreten, die das altkirchliche Patriarchat von Antiochien (heute: Antakia/Türkei), das vom Apostel Petrus gegründet sein soll, für sich beanspruchen. Dazu gehören die Syrisch-Orthodoxe Kirche, die Rum-Orthodoxe Kirche (eine byzantinisch-orthodoxe Kirche) und die Katholischen Ostkirchen, die als Teilkirchen eigenen Rechts in der römisch-katholischen Kirche unter dem Papst von Rom uniert sind. Zu letzteren zählen die Syrisch-Maronitische Kirche (Sitz Jounieh bei Beirut), die Melkitische Griechisch-Katholische Kirche (Sitz Damaskus) und die Syrisch-katholische Kirche (Sitz Beirut). Zudem gibt es Gläubige, die zur Assyrischen Kirche des Ostens und zur mit Rom unierten Chaldäischen Kirche, sowie zu verschiedenen protestantischen und römisch-katholischen Gemeinden gehören.

Adventisten verboten
Bei den protestantischen Gemeinden handelt es sich unter anderem um Presbyterianer (Reformierte), armenische Protestanten und Baptisten. Die ersten Siebenten-Tags-Adventisten gab es bereits 1893 in Aleppo, das damals zum Osmanischen Reich gehörte. Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden Gemeinden in Aleppo und Damaskus. In den 1940er Jahren wurden weitere Gemeinden in Tartus, Mazraat el-Effendi und Bezaq gegründet. 1930 eröffneten die Adventisten in Damaskus einen Kindergarten und 1949 eine Grundschule in Bezaq. Den Bau einer Klinik in Damaskus im Jahr 1954 genehmigten die Behörden nicht. Bis 1959 wurden die syrischen Adventisten von Beirut/Libanon verwaltet. Dann erhielten sie eine eigene Kirchenleitung in Damaskus, wo 1966 auch ein Verwaltungs- und Gemeindezentrum entstand.

Da die Adventisten den Sabbat (Samstag) als biblischen Ruhetag feiern, unterstellten die Behörden der evangelischen Freikirche, dass sie eine jüdische Religionsgemeinschaft sei. Durch diese falsche Anschuldigung kam es immer wieder zu Repressionen. So wurde die adventistische Kirche in Bezaq geschlossen, adventistische Zeitschriften und Versammlungen wurden verboten sowie Pastoren verhaftet. Zwar gab es auch Zeiten mit weniger Einschränkungen, doch aufgrund der unsicheren Lage verliessen immer mehr Adventisten das Land, sodass sich die Ortsgemeinden bis auf Damaskus auflösten. Im Jom-Kippur-Krieg 1973 erlitt die syrische Armee eine vollständige Niederlage. Daraufhin liess der Staat das Verwaltungs- und Gemeindezentrum in Damaskus schliessen, Pastoren und Laienmitglieder verhaften und die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Syrien verbieten. Bald danach wanderten die verbliebenen Adventisten in die USA aus. Seitdem ist die Freikirche in Syrien nicht mehr vertreten.

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„Die Mentalität im Nahen Osten muss sich radikal ändern“

München/Deutschland | 23.09.2013 | APD | International

Der im Libanon lebende emeritierte Erzbischof der mit Rom unierten Syrisch-antiochenischen-katholischen Kirche, Flavien Joseph Melki, hat in einem Interview mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ über die aktuelle Situation in Syrien und über die Rolle des Auslands im syrischen Bürgerkrieg gesprochen. Nach einer Zählung des Kommissariats der Vereinten Nationen gebe es 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge, wobei noch gar nicht alle gezählt seien. Es wären noch viel mehr Flüchtlinge, die aber nicht in den von den Vereinten Nationen erfassten Flüchtlingslagern lebten. Unter ihnen befänden sich etwa 10.000 christliche Familien, die vor allem orientalischen Kirchen angehörten. „Darunter sind etwa 3.000 Familien aus unserer Kirche. Für uns Christen und alle, die unter der Kriegssituation in ihrem Land leiden, ist es eine Katastrophe“, betonte der Geistliche. Sowohl muslimische als auch christliche Flüchtlinge könnten im Libanon arbeiten, weil die Syrer dafür keine Arbeitserlaubnis bräuchten. Aber es sei momentan nicht einfach, Arbeit zu finden.

Hass zwischen den Konfessionen vertieft sich
Am Anfang habe es in Syrien keinen Religionskrieg gegeben, aber je länger der Konflikt andauere, werde er den Hass zwischen den Konfessionen vertiefen, hob der Erzbischof hervor. „Zu Beginn war es ein Schrei nach Freiheit, Gleichheit und Teilhabe an der Macht. Aber je länger der Konflikt andauert, hat er sich zu einem Krieg zwischen der muslimischen Mehrheit und Minderheit entwickelt.“ Die Sunniten würden gegen die Alawiten kämpfen. Andererseits gebe es auch Angriffe auf Christen. Die Sunniten hätten sich vereint, um zu zeigen, dass auch sie ein Recht auf ihre Milizen haben. Weil die Schiiten, die Armee der Hisbollah im Libanon, Kämpfer nach Syrien schickten, würden jetzt auch die Sunniten Waffen und Soldaten senden, um sich gegen das Assad-Regime zu wehren.

Das Assad-Regime habe die Minderheiten am meisten respektiert
In keinem arabischen und islamischen Land gebe es Demokratie, so Melki. So etwas bleibe der Mentalität dieser Region fremd. Während der gesamten Geschichte des modernen Syrien sei das Assad-Regime dasjenige, das Minderheiten am meisten respektiert habe. Niemand sei bevorzugt worden, aber alle hätten ihr Recht und ihre Würde zugesprochen bekommen. „Wir können sagen, dass die Christen während der letzten 40 Jahre in Syrien Freiheit und Gleichheit genossen haben, weil die syrische Baath-Partei, ein laiizistisches Regime, sich niemals in Religionsangelegenheiten einmischt und jegliche Glaubensrichtung respektiert.“ Sie bevorzuge keine Religion vor der anderen. „Und das gefällt vermutlich einigen Ländern nicht.“

„Solange es das islamische Gesetz gibt, gibt es keine Religionsfreiheit“
Erzbischof Melki vertritt die Ansicht, dass, die arabisch-muslimischen Länder noch nicht soweit seien, Religion und Staat auseinanderzuhalten. Die Religion werde immer der politischen Macht übergeordnet, weil das islamische Gesetz der Scharia im Gesetz verankert sein müsse. „Solange es das islamische Gesetz gibt, gibt es keine Religionsfreiheit.“ Ein Christ könne sich unter diesen Umständen niemals Muslimen entgegenstellen, es sei denn, er werde selbst Muslim. Ein Muslim dürfe dagegen niemals Christ werden. „Diese Mentalität muss sich im Nahen Osten radikal ändern. Das kann nur durch die zukünftigen Generationen verwirklicht werden.“ Die Ignoranz und der Analphabetismus regierten noch in all diesen Ländern. Die Ignoranz sei der Feind jeglichen Fortschritts. Es sei unmöglich voranzuschreiten, solange die Bevölkerung ignorant wäre.

Christen, welche die ursprünglichen Einwohner dieses Landes gewesen seien, da sie schon lange vor dem Islam da gewesen wären, hätten ihr Land nicht leichten Herzens verlassen. Aber wegen der Gewalt, des Krieges und der Armut würden sie gezwungen, ihrem Land den Rücken zu kehren. „Aber solange wir Geistliche Hirten und verantwortlich für die Christen sind, ermutigen wir die Jugendlichen, in ihrer Heimat zu bleiben, weil wir noch eine religiöse Mission erfüllen müssen“, gab der Erzbischof zu bedenken.

Bis zum Frieden wird es viele Jahre dauern
Die Flüchtlinge litten und hofften auf ihre Rückkehr und darauf, dass die Waffen schweigen. „Wenn man ein Feuer entzündet, ist es sehr schwer, es wieder zu löschen. Ich hoffe, dass die Grossmächte darüber nachdenken und dem Leiden und Hass ein Ende bereiten.“ Es brauche jetzt sehr viel Zeit, bis die Bevölkerung ihren Frieden wiederfinde. „Es gab Tote, Blut ist geflossen, Feuer hat gewütet, Ruinen türmen sich. Es braucht viele Jahre, um all das wieder aufzubauen“, schlussfolgerte Melki.

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Volle staatliche Anerkennung der adventistischen Universität in Tansania

Arusha/Tansania | 23.09.2013 | APD | International

Der Staatspräsident des ostafrikanischen Landes Tansania, Jakaya Mirisho Kikwete, überreichte dem Kanzler der adventistischen Universität von Arusha, Godwin Lekundayo, der gleichzeitig Präsident der tansanischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist, eine Urkunde, die der Hochschule die volle akademische Akkreditierung verleiht. Der Festakt fand laut Adventist News Network (ANN) im Parlamentsgebäude von Dar-es-Salaam statt.

Dadurch könne die 1974 errichtete Bildungsstätte auch Studiengänge aufbauen, die mit dem Master und der Promotion abschlössen. Bisher hat die Universität die Fakultäten Betriebswirtschaft, Pädagogik und Theologie. Neben Diplomen in Pädagogik und Betriebswirtschaft sind bisher nur Bachelorabschlüsse in Theologie und Religion (BA) sowie Betriebswirtschaft (B.B.A) und Pädagogik (BEd) möglich. An der Hochschule in Arusha im Nordosten Tansanias lehren 60 Dozenten und sind rund 1.600 Studenten und Studentinnen eingeschrieben.

Zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Tansania gehören über 430.000 erwachsen getaufte Mitglieder in 2.029 Kirchengemeinden. Die dortigen Adventisten unterhalten neben der Universität elf Grundschulen und zehn höhere Schulen sowie ein Krankenhaus, 18 Kliniken, ein Verlagshaus und ein Medienzentrum für Radio- und Fernsehaufnahmen.

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Ägypten: Muslime schützten mit Menschenkette adventistische Kirche

Silver Spring, Maryland/USA | 23.09.2013 | APD | Religionsfreiheit

Bei den Demonstrationen vom 18. August haben Muslime durch eine Menschenkette die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Heliopolis, Stadtteil von Kairo, vor einem Protestzug von 300 Personen geschützt, wie Adventist News Network ANN berichtete. Diese Geste zeige die weiterhin vorherrschende Solidarität zwischen den Ägyptern, trotz der Unruhe im Land, sagte Pastor Llewellyn Edwards, Präsident der Adventisten in Ägypten und Sudan.

"Wir wussten, dass einige grosse Demonstrationen geplant waren“, so Edwards. Die Protestzüge hätten aber die Sicherheit der adventistischen „Nile Union Academy“ in Kairo, ein Internat mit 130 Studenten, nicht bedroht. Er sei zuversichtlich, dass die Umgebung in Kairo, in der sich das kirchliche Eigentum befinde, sicher bleiben werde. "Es gibt Muslime aus der Nachbarschaft, welche die Mitarbeiter der ‚Nile Union Academy‘ täglich kontaktieren, um ihnen zu vergewissern, dass ihre Sicherheit gewährleistet sei", sagte Pastor Edwards.

Die rund 700 adventistischen Kirchenmitglieder in Ägypten versammeln sich in 16 Kirchgemeinden. Sie unterhalten nebst der „Nile Union Academy“ auch die „Zeitoun Adventist School“, eine Grundschule mit 800 Schülern. Beide Bildungsinstitute unterhielten gute Beziehungen mit der sie umgebenden Nachbarschaft, so Pastor Edwards.

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Deutsches Bundesverwaltungsgericht zu Schwimmunterricht und Filmbesuch

Friedensau bei Magdeburg | 23.09.2013 | APD | Religionsfreiheit

Das Bundesverwaltungsgericht hat am 11. September 2013 zwei Entscheidungen gefällt, die Auswirkungen auf die Religionsfreiheit an öffentlichen Schulen haben, teilte Dr. Harald Mueller, Leiter des Instituts für Religionsfreiheit an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg, mit. In dem einen Fall ging es um eine muslimische Schülerin, die am gemeinsamen Schwimmunterricht von Jungen und Mädchen eines Gymnasiums nicht teilnehmen wollte. Das Gericht habe entschieden, dass es ihr zumutbar sei, in muslimisch zugelassener Bekleidung (Burkini) an diesem Unterricht teilzunehmen. Das Argument, sie wolle nicht mit dem Anblick von Jungen konfrontiert werden, die in Badebekleidung erscheinen, die nicht den muslimischen Bekleidungsvorschriften entsprechen, liess das Bundesverwaltungsgericht nicht gelten. Das Grundrecht der Religionsfreiheit gewähre keinen Anspruch darauf, in der Schule nicht mit den Verhaltensgewohnheiten Dritter konfrontiert zu werden, die ausserhalb der Schule an vielen Orten im Alltag verbreitet seien. Die Schulpflicht stehe nicht unter dem Vorbehalt, dass die Unterrichtsgestaltung die gesellschaftliche Realität ausblende, wenn sie im Lichte individueller religiöser Vorstellungen als anstössig empfunden werde.

Diese Entscheidung sei gut nachvollziehbar, so Mueller, insbesondere auch deshalb, weil die religiösen Belange der betroffenen Schülerin bei der Abwägung der beteiligten Rechtsgüter nicht völlig aussen vor geblieben seien. Sie müsse zwar am Schwimmunterricht teilnehmen, dürfe dies aber in einer den Körper weitgehend verhüllenden Bekleidung tun.

Die andere Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichs vom 11. September betraf einen Jungen, der die siebte Klasse eines Gymnasiums besuchte, und dessen Eltern den Zeugen Jehovas angehörten. Im Deutschunterricht wurde das Buch „Krabat“ von Ottfried Preussler besprochen. Ausserdem sollte der Film „Krabat“ des Regisseurs Marco Kreuzpaintner besucht werden. Die Eltern wollten ihren Sohn von der Teilnahme befreien lassen, weil im Film Praktiken der schwarzen Magie gezeigt würden. Das Bundesverwaltungsgericht wies dieses Argument zurück. Eine Unterrichtsbefreiung könne nur ausnahmsweise verlangt werden. Regelmässig sei hierfür erforderlich, dass den religiösen Belangen des Betroffenen eine besonders gravierende Beeinträchtigung drohe und der schulische Wirkungsauftrag im Vergleich dazu lediglich nachrangig berührt werde. Letzteres sei im vorliegenden Fall nicht erfüllt, weil es Aufgabe der Schule sei, die nachwachsende Generation vorbehaltlos und möglichst umfassend mit Wissensständen der Gemeinschaft und ihrem geistig-kulturellen Erbe vertraut zu machen.

Anders als im Schwimmunterrichtsfall habe es hier keine Möglichkeit zum Kompromiss gegeben, meinte Mueller. Das Bundesverwaltungsgericht hätte bei der Güterabwägung die Religionsfreiheit des Schülers und seiner Eltern vor den Ansprüchen des staatlichen Bildungsauftrags zurücktreten lassen.

Beide Entscheidungen zeigten, so der Leiter des Instituts für Religionsfreiheit, das Spannungsfeld, in dem sich individuelle Glaubenspraxis und staatlicher Anspruch – hier der schulische Bildungsauftrag – gegenüberstehen könnten. In den hier zugrundeliegenden Sachverhalten ginge es darum, dass die betroffenen Schüler die Berührung mit bestimmten Einflüssen abwehren wollten. Es sei wichtig zu beachten, dass die hierfür bestehenden Grenzen der Religionsfreiheit, wie sie das Bundesverwaltungsgericht gezogen habe, nicht übertragbar auf Fälle seien, wo beispielsweise wegen religiöser Ruhetage die Befreiung von Unterrichtsveranstaltungen beantragt.

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Menschenrechte in Kürze

Bern/Schweiz | 23.09.2013 | APD | Menschenrechte

„Menschenrechte in Kürze“, heisse die neue Dokumentation auf ihrer Website und enthalte laut Informationsplattform humanrights.ch Kurzportraits zu 30 elementaren Menschenrechten mit folgender Struktur: Grundgehalt, Rechtsquellen, Pflichten der Staaten, legitime Einschränkungen, kontroverse Fragen, internationale Rechtsprechung.

Laut humanrights.ch bestehe das Ziel dieser Basis-Dokumentation darin, die inhaltlichen Profile der wichtigsten international anerkannten Menschenrechte kurz und verständlich zu vermitteln. Gleichzeitig seien jeweils konkrete Fallbeispiele verlinkt, so dass sich das Instrument auch für die Menschenrechtsbildung eigne.

Unter den Titeln: Gleichbehandlung; Privatsphäre und Familie; Religion, Kultur, Wissenschaft, Bildung; Öffentlichkeit und Politik; Freiheitsentzug und Justiz; Existenzsicherung; Wirtschaft, würden elementare Menschenrechte aufgeführt.

Religionsfreiheit
Zur Religionsfreiheit, einem der 30 aufgeführten Menschenrechte, schreibt humanrights.ch, dass dieses den Menschen in seinem religiösen oder weltanschaulichen Glauben schütze. „Die Religionsfreiheit besitzt eine negative und eine positive Komponente.“ Unter „Schutzpflichten“ werden staatliche Massnahmen gegen Verletzungen der Religionsfreiheit durch nicht-staatliche Dritte wie Privatpersonen und Unternehmen aufgezählt: „Schutz vor Missionierung unter Ausnutzung einer Machtstellung; Schutz von Austrittswilligen aus einer Glaubensgemeinschaft; Schutz einer Glaubensgemeinschaft vor Hassreden.“

Legitime Einschränkungen der Religionsfreiheit
Humanrights.ch führt als Beispiele für legitime Einschränkungen der Religionsfreiheit das „Verbot religiöser Symbole an öffentlichen Schulen wegen der Neutralitätspflicht des Staates“ an, das „Verbot der Missionierung unter Ausnutzung einer Machtstellung, etwa im Militär“ oder die „Beschränkung der Benützung des öffentlichen Grunds für Kultushandlungen wie Prozessionen“.

Kontroverse Themen zur Religionsfreiheit
Die Beschneidung von Knaben sei ein kontroverses Thema weil das religiöse Erziehungsrecht dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit gegenüberstehe und geklärt werden müsse, was Vorrang habe. Weitere umstrittene Bereiche seien die Kopftuchfrage bei Schülerinnen an öffentlichen Schulen oder ob Sekten, wie Scientology, Träger privater Grundschulen sein dürften sowie die Frage, ob und gegebenenfalls wie die religiös motivierte Ganzkörperverhüllung im öffentlichen Raum geregelt werden soll.

Weitere Infos zu „Menschenrechte in Kürze“:
http://www.humanrights.ch/de/Menschenrechte/index.html

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Werkbrief über Menschenrechte für Jugendliche erschienen

München/Deutschland | 23.09.2013 | APD | Menschenrechte

Mit den Menschenrechten befasst sich der von der Katholischen Landjugend Bayerns (KLJB) herausgegebene „Werkbrief für die Landjugend“ mit dem Titel „Meine Rechte, deine Rechte, unsere Rechte“. Die 160-seitige Publikation vermittle laut KLJB-Referentin für Internationale Arbeit, Monika Aigner, im ersten Teil grundlegende Informationen zur Menschenrechtsbildung, und zu den Menschenrechten. Im zweiten Teil würden sieben von ihnen näher beleuchtet, die für Jugendliche besonders interessant und relevant seien könnten. Dabei gehe es um das Recht auf freie Meinungsäusserung, Bildung, Erholung und Freizeit, Nahrung, Religionsfreiheit, Arbeit sowie Asyl. Hierbei würde eine Vielzahl von Methoden für die Gruppenarbeit aufgezeigt. Dazu gehörten auch Interviews zum Alltag von Menschenrechtlern und Menschenrechtlerinnen. Im „Nachschlag“ würden einzelne Menschenrechtler und Menschenrechtsorganisationen vorgestellt und wichtige Begriffe erläutert.

Zum Recht auf Religionsfreiheit wurde als „Menschenrechtler im Alltag“ Dr. jur. Harald Mueller (51) interviewt. Er ist hauptberuflich Richter am Amtsgericht Hannover, ehrenamtliches Mitglied des Deutschen Vereins für Religionsfreiheit e. V. und Leiter des Instituts für Religionsfreiheit an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg.

Laut Mueller verfolge das Institut das Ziel, die Religionsfreiheit zu fördern. „Dazu beobachten wir die politisch-gesellschaftliche Entwicklung in unserem Land einschliesslich der gesetzgeberischen Aktivitäten.“ Auf dieser Grundlage sei es möglich, Antworten auf konkrete Anfragen zu geben, Hilfestellung zu leisten und auch Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. „Unser Einsatz ist konfessionsübergreifend.“

Da gebe es beispielsweise die Anfrage eines römisch-katholischen Gläubigen, der darunter gelitten habe, dass er seine geschiedene Lebensgefährtin, die an einer katholischen Schule Lehrerin war, nicht heiraten durfte, ohne dass Konsequenzen für deren Anstellung zu befürchten waren. Das Institut hätte laut Mueller die Frage nach den juristischen Regularien beantworten, aber das zugrunde liegende theologische Problem natürlich nicht lösen können. Es gebe auch Anfragen von Menschen, die Probleme mit religiösen Ruhetagen hätten, wenn diese mit Anforderungen im beruflichen und schulischen Bereich kollidierten. Etwa von Siebenten-Tags-Adventisten, die den Samstag als biblischen Ruhetag betrachteten und an diesem Tag nicht arbeiten würden. Hier versuche das Institut, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen, eine Lösung zu finden. Die Erfahrung zeige, dass es am besten sei, auf möglichst unterer Ebene zu einer Regelung zu gelangen. Juristische Auseinandersetzungen kämen nur als letztes Mittel in Betracht.

Die historische Entwicklung habe gezeigt, dass eine enge Verbindung zwischen Kirche und Staat für die Religionsfreiheit nicht förderlich sei, genauso wenig wie ein strikter Laizismus und Säkularismus, gab Harald Mueller zu bedenken. Mit dem derzeitigen System der weitgehenden Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften „können wir in Deutschland durchaus gut zurechtkommen“. Wichtig sei, wie in der Praxis mit religiösen Minderheiten umgegangen werde. „Dies ist ein Gradmesser für die Gewährung der Religionsfreiheit.“ Hier habe sich die Situation in der Bundesrepublik allerdings geändert. Während die grossen christlichen Kirchen an Bedeutung zu verlieren scheinen, trete der Islam stärker hervor, was neue Herausforderungen mit sich bringe. „Meine Sorge ist“, so Mueller, „dass sich durch die veränderte Situation unberechtigte Abwehrhaltungen aufbauen und religiöse Minderheiten nicht gern gesehen werden, weil ihre Anliegen zahlenmässig zunehmen und dadurch lästiger werden.“ Das Ausmass der Gewährung der Religionsfreiheit dürfe jedoch keinesfalls davon abhängen, wie viele Menschen sie in Anspruch nähmen und wie unbequem das Finden von Lösungen eventuell werde.

Weitere Informationen zum Werkbrief im Internet unter www.kljb-bayern.de/aktuell/news/neuer-werkbrief-menschenrechte-meine-deine-unsere-rechte.html

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Zusammenschluss „Freikirchen in Österreich“ wird staatlich anerkannt

Wien/Österreich | 23.09.2013 | APD | Religion + Staat

Der Zusammenschluss von fünf christlichen Freikirchen in Österreich, mit insgesamt 160 Kirchengemeinden, erhält die volle staatliche Anerkennung. Das bestätigte das Kultusamt am 26. August gegenüber "Kathpress" und bezeichnete den neuen Rechtsstatus der Freikirchen als eine "weltweit einzigartige" religionsrechtliche Situation. Die entsprechende Verordnung von Unterrichtsministerin Claudia Schmid wurde 27. August im Bundesgesetzblatt veröffentlich.

Die "Freikirchen in Österreich" sind somit die jüngste von insgesamt 16 staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich. Mitglieder des Zusammenschlusses sind die Freie Christengemeinde-Pfingstgemeinde, der Bund evangelikaler Gemeinden, der Bund der Baptistengemeinden, die Elaia Christengemeinden und die Mennonitische Freikirche.

Wie „Kathpress“ berichtete habe das Ministerium bereits im Juni einen entsprechenden Verordnungsentwurf zur Begutachtung veröffentlicht, nachdem sich das freikirchliche Bündnis zu Jahresbeginn konstituiert hatte, um den Schritt vom Status einer "Religiösen Bekenntnisgemeinschaft" hin zur anerkannten Kirche setzen zu können. Damit kommen die freikirchlichen Gemeinden gemeinsam auf jene Mitgliederzahl von zwei Promille der österreichischen Gesamtbevölkerung - derzeit etwa 17.000 Personen -, die gemäss Bekenntnisgemeinschaftengesetz für eine gesetzliche Anerkennung nötig ist. Mit der Anerkennung ist unter anderem die Möglichkeit für einen eigenen, konfessionellen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen verbunden.

Von Seiten der katholischen wie evangelischen Kirche wurde das Ansinnen der Freikirchen in letzter Zeit deutlich unterstützt. Die Freikirchen seien hierzulande die unter Christen am stärksten wachsende Gruppe und als "starke Realität" von den anderen Christen anzuerkennen, so Kardinal Christoph Schönborn anlässlich der Antragstellung der Freikirchen auf staatliche Anerkennung.

Vertreter der fünf Freikirchen hatten stets betont, dass der Zusammenschluss nicht bloss aus juristischen Motiven erfolge. Es gebe grosse Übereinstimmungen im Glaubenskern, die Unterschiede würden lediglich "Nuancen" betreffen.

Laut „Kathpress“ habe sich Walter Klimt, Sprecher der Freikirchen in Österreich, zur ökumenischen Zusammenarbeit mit anderen Kirchen bekannt. Man arbeite gerne im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) mit und sei für jede Unterstützung von Seiten anderer Kirchen dankbar; und man wolle auch für die rund 3.000 eigenen Kinder Religionsunterricht anbieten. In den Ballungsräumen werde dies wohl ein eigener freikirchlicher Unterricht sein, in den ländlichen Gebieten wolle man mit den evangelischen Kirchen kooperieren.

Österreichische Adventisten beteiligen sich nicht am Zusammenschluss
Die evangelische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich, mit rund 50 Kirchgemeinden, hat seit Juli 1998 den Status einer staatlich eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaft. Es gehören ihr 4035 Mitglieder an, die sich durch die Glaubenstaufe angeschlossen haben. Adventisten zählen einige Hundert Kinder und Jugendliche nicht als Mitglieder, da sie die Kindertaufe nicht kennen. Sie überlassen es den Jugendlichen selbst ob und wann sie sich durch die Erwachsenentaufe der Kirche anschliessen wollen.

Die Adventisten hätten bezüglich des Zusammenschlusses Kontakt zum gemeinsamen Sprecher der fünf Freikirchen gehabt, sagte Pastor Oliver Fichtberger, Generalsekretär der österreichischen Kirchenleitung. Sie teilten mit den fünf Freikirchen den Glauben an Jesus Christus, mit allen Christen das Apostolische Glaubensbekenntnis und würden, wie die Freikirchen, das Evangelium von Jesus Christus durch Tat und Wort verbreiten. Adventisten würden auch die Bibel als Wort Gottes anerkennen, als höchste Richtlinie in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung. Obwohl sie vieles gemeinsam mit den evangelischen Christen der fünf Freikirchen hätten, gebe es einige glaubensmässige Unterschiede, die es angezeigt erscheinen liessen, sich nicht am Zusammenschluss zu beteiligen. Vor allem im Bereich des gemeinsam geplanten Religionsunterrichtes der Freikirchen wäre die lehrmässige Unterschiedlichkeit nicht zufriedenstellend überbrückbar, so Fichtberger.

Weitere Angaben zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich finden sich unter: www.adventisten.at

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Kinderbibel in 175 Sprachen übersetzt

München/Deutschland | 23.09.2013 | APD | Bibel

Die Kinderbibel „Gott spricht zu seinen Kindern“ des weltweiten römisch-katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ ist jetzt in 175 Sprachen erhältlich. Die jüngste Übersetzung des Buches erschien auf „Chol“, der Sprache des Ureinwohnerstammes der Choles, der im mittelmexikanischen Bundesstaat Chiapas beheimatet ist.

Das farbenfroh bebilderte Buch enthält in 99 Kapiteln eine Auswahl von Texten aus dem Alten und Neuen Testament. Es sei für die religiöse Erziehung von Kindern in aller Welt gedacht und lehre darum spielerisch Glaubenszusammenhänge, so das Hilfswerk. Ausserdem leiste die Kinderbibel auf allen Kontinenten einen Beitrag zur Alphabetisierung. Bis heute habe „Kirche in Not“ weltweit mehr als 50 Millionen Kinderbibeln verteilt. In 140 Ländern werde sie von Lehrern und Priestern für den Religionsunterricht verwendet.

Die Päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ unterstütze den Glauben dort, wo die Seelsorge schwierig sei, oder wo Christen verfolgt und unterdrückt würden.

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Wenn Entwicklungshelfer in Kriegsgebiete ziehen

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 23.09.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Aufgeregt kommen uns die Einwohner von Rabiatistan entgegen, es hat einen Unfall gegeben. Sie suchen jemanden, der medizinische Hilfe leisten kann. Und während wir noch überlegen, wie wir vorgehen wollen, wird eine Handgranate nach uns geworfen. Ein lauter Knall und wir sind alle tot. Dann kommt ... „Schnitt!“

Was sich dramatisch anhöre, sei Teil eines Trainings der „Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz“ (AKNZ), einer Abteilung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK), teilte Fritz Neuberg, Assistent des Pressesprechers der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, mit. „Rabiatistan“ sei ein erfundenes Land, die Handgranate echt, aber nur die Hülle, und der Knall werde durch einen Knallkörper verursacht. Die ganze Situation sei Teil einer Übungseinheit gewesen, die Einheimischen wären Ausbilder aus Österreich, Deutschland und Finnland gewesen.

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und anderen Organisationen, die im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind, sollten in einem einwöchigen Training für den Einsatz im Ausland lernen. Ziel sei es gewesen, sie für mögliche Gefahren in ihren Einsatzgebieten zu sensibilisieren und zu lernen, professionelle Lösungen für komplexe Situationen zu finden. Das geschehe auf einem riesigen Gelände, betreut durch Fachleute von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk (THW) und Militär.

„Wer nun meint, dass Minen und terroristische Anschläge zu den meisten Unfällen und Todesopfern führen, der irrt: Noch immer ist es der Strassenverkehr, der die grösste Gefahr für Entwicklungshelfer darstellt“, teilte Neuberg mit. Jährlich würden Hunderte Mitarbeiter dabei verletzt, teilweise schwer. „Während des Trainings bei der AKNZ erzählt mir eine Mitarbeiterin einer anderen Hilfsorganisation, dass ihr Ehemann, der im gleichen Berufsfeld arbeitet, vor kurzem einen schweren Autounfall hatte: Der einheimische Fahrer war eingeschlafen. Zum Glück kam bei diesem Unfall niemand ums Leben.“

Raub und Diebstahl stünden an zweiter Stelle. Aber diese Reihenfolge könne oder werde sich in Zukunft ändern, mutmasst Fritz Neuberg. Hilfsorganisationen würden vermehrt das Ziel krimineller und terroristischer Angriffe sein, um politisches Kapital daraus zu schlagen. „Man möchte jeden Einfluss aus dem Ausland unterbinden, um so die alleinige Kontrolle über die einheimische Bevölkerung zu haben.“ Bisher seien es die Hilfsorganisationen gewesen, die Hilfe brachten, das zum Leben Notwendige besorgten und ein Stück Zukunft und Hoffnung aufbauten. Das solle – so die Auffassung krimineller und terroristischer Gruppen – in Zukunft allein durch sie selbst geschehen oder auch nicht.

Dazu beigetragen hätte leider die Vermischung militärischen Engagements mit angeblicher „Entwicklungshilfe“, kritisierte Neuberg. Dieselben Soldaten, die zuvor die Wohnung der Einheimischen stürmten und durchsuchten, sollten ihnen jetzt beim Aufbau helfen. Gleichzeitig setzten immer mehr Armeen Fahrzeuge in weisser Farbe ein, bisher ausschliesslich Merkmal des Roten Kreuzes, der UN und der Hilfsorganisationen. Dass in diesem Durcheinander für die Einheimischen nicht mehr klar sei, wo echte Hilfe herkäme, wäre leicht einzusehen. Das würden Kriminelle und Terroristen ausnutzen.

Und zu guter Letzt seien korrupte Regime froh, wenn nicht mehr sorgfältig arbeitende, organisierte Hilfsorganisationen die finanziellen Mittel aus dem Ausland umsetzten und abrechneten, sondern sie selbst. Denn wo keine Hilfsorganisationen mehr hineinkämen, bleibe oft nur die Kooperation mit dem Regime.

Die Zukunft bringe, laut Fritz Neuberg, für die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen neue Herausforderungen. „War man bisher zufällig Betroffener eines Anschlags, so wird man in Zukunft vermehrt das direkte Ziel sein.“ Deshalb sei es absolut verantwortungsbewusst und notwendig, wenn die Leitung von Hilfsorganisationen ihre Mitarbeiter auf dem Gebiet der Sicherheit schule.

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ADRA weitet Hilfe für Flüchtlinge in Burkina Faso aus

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 23.09.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Nach dem politischen Umsturz in Mali im März 2012 flohen über 46.000 Bewohner aus ihrer Heimat in das westafrikanische Nachbarland Burkina Faso. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland habe daher laut Mirjam Greilich (Weiterstadt), Mitarbeiterin des Hilfswerkes, über 2.900 Flüchtlingsfamilien in den Camps Damba, Mentao und Saag Nionogo mit Haushalts- und Lebensmittelpaketen versorgt.

Weil noch immer Tausende Malier in Burkina Faso wohnten und auf Hilfe von aussen angewiesen seien, weite ADRA die Hilfe aus und habe auch in diesem Jahr mit einem Hilfsprojekt begonnen. Von März 2013 bis Januar 2014 versorge es Flüchtlinge in den Provinzen Houet, Kadiogo, Soum und Séno im Bereich Wasser, sanitäre Unterstützung und Hygiene. Die Hilfe komme vor allem schwangeren und alleinerziehenden Frauen, Witwen und älteren sowie behinderten Menschen zugute.

Besonders in den Flüchtlingscamps von Mentao und Goudebo benötigten die Menschen Unterstützung, so Greilich. In Mentao müssten sich über 1.500 Flüchtlinge einen Brunnen teilen. So könnten sich die Familien nicht ausreichend mit Wasser versorgen. In Mentao und Goudébo baue ADRA daher jeweils zwei grosse Brunnen auf. Zusätzlich errichte es 300 Toiletten und 300 Duschen in Mentao, um auch die Hygiene der Menschen sicherzustellen und dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen.

Selbst im Bereich der Nahrungsmittelversorgung werde ADRA aktiv. Von vielen Hilfsorganisationen erhielten die Bedürftigen Reis und Bohnen, doch könnten die Familien mit diesen, ihnen ungewohnten Nahrungsmitteln nicht viel anfangen. ADRA versorge die Bewohner der Flüchtlingscamps daher mit regionaler Nahrung wie Hirse. Insgesamt verteile das Hilfswerk an 35.000 Flüchtlinge in Menato, Saag Nioniogo und Bobo jeweils 15 Kilogramm Hirse. Um langfristig die Nahrungsversorgung der Flüchtlinge zu sichern, lege ADRA mit Hilfe von Campbewohnern und Bewohnern der umliegenden Dörfer drei Gemüsegärten an, zwei in Mentao und einen in Saag Nionogo. Zusätzlich erhielten Frauen in den Camps eine Anleitung, wie sie die Nahrungsmittel am besten zubereiten könnten.

Die meisten Flüchtlinge seien nur mit einem Rucksack nach Burkina Faso gekommen und lebten jetzt in Flüchtlingscamps, berichtete Mirjam Greilich. ADRA unterstütze die Flüchtlinge daher zusätzlich mit insgesamt 5.000 Matten und Decken zum Schlafen. Diese würden im Lager in Bobo verteilt. Insgesamt profitierten über 15.000 Familien von diesem Projekt, das vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland finanziell gefördert werde.

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ADRA Deutschland entsendet 18 Jugendliche zum sozialen Einsatz ins Ausland

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 23.09.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Auch in diesem Jahr hätten sich bei der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland wieder zahlreiche Jugendliche beworben, um sich ein Jahr lang sozial im Ausland zu engagieren, teilte ADRA-Direktor Christian Molke (Weiterstadt) mit. ADRA habe 18 Freiwillige ausgewählt, die im August ihre Reisen nach Albanien, Bolivien, Costa Rica, Ecuador, Kenia, auf die Philippinen und in die Republik Moldau angetreten hätten.

ADRA biete verschiedene Möglichkeiten, sich nach der Schule, der Ausbildung oder während der Wartezeit auf einen Studienplatz, ein Jahr lang sozial zu engagieren; ob im Inland (Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligendienst) oder im Ausland im Rahmen von „weltwärts“ oder beim „Internationalen Jugendfreiwilligendienst“. Auf der Website http://live.adra.de gebe es ausführliche Informationen über Voraussetzungen, Einsatzgebiete und Abläufe eines möglichen Dienstes. Ausserdem könne in den Berichten von aktuellen Teilnehmern und Ehemaligen gestöbert und mit ihnen über ihre Erfahrungen ausgetauscht werden. Dringend gesucht würden zurzeit Freiwillige mit pädagogischer Ausbildung für einen Einsatz in Mexiko.

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Hilfe für Opfer der weiblichen Genitalverstümmelung - Krankenhaus „Waldfriede“ eröffnet „Desert Flower Center“

Berlin/Deutschland | 23.09.2013 | APD | Gesundheit & Ethik

Medizinische und psychosoziale Hilfe erhalten Frauen, die Opfer einer Genitalverstümmelung (Female Genitale Mutilation – FGM) wurden, ab sofort im Krankenhaus „Waldfriede“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Zehlendorf. Dort wurde am 11. September das „Desert Flower Center Waldfriede“ gegründet. Der Name geht auf das Wirken des ehemaligen Topmodels und der früheren UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie (48) zurück, die durch ihre Biografie „Wüstenblume“ (englisch: Desert Flower) und den gleichnamigen Film weit bekannt wurde. Darin schildert die gebürtige Somalierin, die selbst mit fünf Jahren Opfer von FGM wurde, ihren Leidens- und Lebensweg. Waris Dirie eröffnete das Berliner Zentrum und übernahm auch die Schirmherrschaft. Damit ist „Waldfriede“ Kooperationskrankenhaus der von ihr 2002 gegründeten „Desert Flower Foundation“, Wien, und weltweit die erste Einrichtung, die Opfer von Genitalverstümmelung ganzheitlich betreut.

Ein Traum wurde wahr
„Ein Traum ist wahr geworden“, freute sich Waris Dirie in ihrer Ansprache zur Eröffnung des Zentrums. Das „Desert Flower Center Waldfriede“ werde etwas Glück in das Leben vieler afrikanischer Frauen bringen. Es sei ein Erfolg für sie im Kampf gegen die Genitalverstümmelung, „aber der Kampf ist noch lange nicht vorbei“. Weibliche Genitalverstümmelung habe nichts mit Kultur, Religion oder Tradition zu tun. Sie sei Folter und ein Verbrechen, das bekämpft werden müsse.

Ein medizinischer Eingriff könne diesen Frauen helfen, denn jeder Gang zur Toilette oder jeder Geschlechtsverkehr sei eine Qual, gab der Geschäftsführer des Krankenhauses „Waldfriede“, Bernd Quoss, zu bedenken. Bei der Genitalverstümmelung würden einem jungen Mädchen die Klitoris sowie häufig auch die inneren und äusseren Schamlippen abgeschnitten. Weltweit seien nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 150 Millionen Frauen, vor allem in Afrika, im Süden der arabischen Halbinsel und in Asien, beschnitten. Auch in Deutschland lebten etwa 50.000 Opfer mit FGM. Die Berliner Klinik sei auf Eingriffe am Darm- und Beckenboden spezialisiert. Doch ein medizinischer Eingriff reiche für die meist traumatisierten Frauen nicht aus. Deshalb stünden für sie auf Wunsch auch Psychologen, Seelsorger, Psychologen und Dolmetscher bereit. Die Kosten für die Behandlung übernähmen die Krankenkassen, sofern die Patientinnen in Deutschland versichert seien. Liege kein Versicherungsschutz vor, werde die Therapie durch Spenden finanziert. Dafür habe das Krankenhaus einen Förderverein gegründet, informierte Quoss.

Dr. Roland Scherer (50), Chefarzt des „Zentrums für Darm- und Beckenbodenchirurgie“ im Krankenhaus „Waldfriede“, beschäftige das Thema FGM und die Behandlung von rektovaginalen Fisteln, eine Folge der weiblichen Genitalverstümmelung, schon seit vielen Jahren. Um betroffenen Frauen zu helfen, habe er 2012 gemeinsam mit Bernd Quoss Kontakt zur „Desert Flower Foundation“ in Wien aufgenommen und dabei auch die Gründerin Waris Dirie kennengelernt. Bei den medizinischen Eingriffen gehe es laut Scherer um die Behandlung von Komplikationen nach FGM, wie Vernarbungen, Scheiden-Darm-Fisteln, Scheiden-Blasen-Fisteln, Schliessmuskelverletzungen sowie Harn- und Stuhlinkontinenz. Auch die Plastische Wiederstellungschirurgie zur Rekonstruktion der Klitoris und des äusseren Genitales sei möglich, ebenso eine psychosoziale Betreuung und Beratung.

Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten erläuterte bei der Eröffnung des Zentrums in einem Fachvortrag der Pariser Chirurg Pierre Foldès, der in Zusammenarbeit mit dem Urologen Jean-Antione Robein die Operationstechnik entwickelte, um Schäden von FGM zu beseitigen.


„Ich bin meinem Vater noch heute unendlich dankbar“
„Wenn du nicht beschnitten bist, bist du keine Frau, sondern ein kleines Mädchen.“ Mit diesen Worten werde in bestimmten Kulturen Druck ausgeübt, betonte die aus Afrika stammende Mitarbeiterin der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, Evelyn Brenda, welche in Kaijado (Kenia) ein Internat betreut, das Mädchen Zuflucht vor Beschneidung und Zwangsheirat bietet. Um hier ein Umdenken zu bewirken, müssten alle Familienmitglieder einschliesslich der Männer mit einbezogen werden. Wo sich durch schulische Bildung und Aufklärung die Stellung der Frauen verbessere, könne die Genitalverstümmelung zurückgedrängt werden. Sie selbst sei als einzige Frau ihrer Familie von diesem Ritual verschont geblieben, weil ihr Vater es nicht wollte. „Dafür bin ich ihm noch heute unendlich dankbar“, betonte sie. In einem weiteren Projekt kümmere sich Brenda in Kenia auch um Frauen, die durch Genitalverstümmelung inkontinent geworden seien. Operativ könne in vielen Fällen Abhilfe geschaffen werden.

Das „Desert Flower Center Waldfriede“ hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen. Bereits einen Tag nach der Eröffnung wurden zwei Patientinnen aus Dschibuti und Äthiopien operiert.

Das seit 1920 in Berlin-Zehlendorf bestehende Akutkrankenhaus „Waldfriede" verfügt über 170 Betten. Es ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Einrichtungen Berlin-Brandenburg, im Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP) sowie Teil des weltweiten „Adventist Health System" der Siebenten-Tags-Adventisten.

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Adventist Peace Fellowship mit neuem Internetauftritt

Los Angeles, Kalifornien/USA | 23.09.2013 | APD | Medien

Die Adventist Peace Fellowship (APF) hat ihren Internetauftritt neu gestaltet. Auf der englischsprachigen Website www.adventistpeace.org gibt es Informationen, Artikel, Dokumente und Medien zu den Bereichen Friedensförderung und Versöhnung, Bewahrung der Schöpfung, Gesundheit und Menschenrechte, Gewissensfreiheit sowie Rassen- und Geschlechtergerechtigkeit.

Adventist Peace Fellowship (APF) ist eine gemeinnützige Laienorganisation. Sie möchte das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Friedensstiftens auf der Grundlage der Überzeugungen und des Erbes der Adventisten stärken. Die APF ist nicht der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten angegliedert, noch wird sie von ihr finanziert oder in irgendeiner Weise kontrolliert. Sie spricht auch nicht im Namen der Kirche. Die AFP lädt jedoch Adventisten und deren Freunde ein, sich an ihrem Netzwerk in der Arbeit der Friedenserziehung zu beteiligen.

Die Website enthält auch eine Rubrik mit ehemaligen und gegenwärtigen Adventisten, die als Friedensstifter tätig waren oder sind: www.adventistpeace.org/peacemakers.

Als 1863 die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA gegründet wurde, tobte der Amerikanische Bürgerkrieg, sodass die Kirchenleiter bei der Regierung in Washington die Anerkennung ihrer Glaubensgemeinschaft als Nichtkämpfer beantragten, die 1864 auch gewährt wurde. Die adventistische Kirchenleitung empfiehlt ihren Mitgliedern weltweit nach der Einberufung zum Militär die Kriegsdienstverweigerung oder den waffenlosen Dienst in der Armee, wovon die meisten Gebrauch machten. Eine andere Gewissensentscheidung werde jedoch akzeptiert.

Obwohl die Freikirchenleitung die persönliche Gewissensüberzeugung ihrer Mitglieder in Sachen Wehrdienst achte, hätten in der Bundesrepublik Deutschland bis zur Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 fast alle wehrpflichtigen Adventisten von ihrem Recht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch gemacht und Zivildienst geleistet. In der ehemaligen DDR habe es nur die Möglichkeit gegeben, als Wehrpflichtiger einen waffenlosen Dienst als Bausoldat zu leisten. Dazu hätten sich etwa 90 Prozent der wehrpflichtigen Adventisten gemeldet, obwohl dies mit beruflichen Nachteilen verbunden gewesen sei.

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„APD-Schau“ beim „Hope Channel Radio“

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt/Deutschland | 23.09.2013 | APD | Medien

Seit 6. September gibt es mit der „APD-Schau“ ein neues Programm beim „Hope Channel Radio“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Judith Christiansen und Joachim Lippert fassen zusammen, was die Nachrichtenagentur APD (Adventistischer Pressedienst) Aktuelles zu berichten hat. Alle zwei Wochen ist die „APD-Schau“ freitags um 17 Uhr zu hören. Sie wird sonntags um 11 und 20 Uhr wiederholt.

„Hope Channel Radio“ ist über den Satelliten „Astra“, im Internet als Livestream und Podcast sowie über das Telefon zu empfangen. Programmheft und weitere Informationen unter www.hopechannel.de/radio.

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Fünf Jahre „Hope Channel Radio“ - 65 Jahre „Stimme der Hoffnung“

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt/Deutschland | 23.09.2013 | APD | Medien

„Das Ohr wird mehr genutzt als die Augen“, behauptete Pastor Christian Vogel, Chefredakteur von „Hope Channel Radio“, während des Empfangs zum fünfjährigen Jubiläum des Rundfunksenders der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der sein 24 Stundenprogramm seit dem 1. September 2008 über den Satelliten „Astra“ ausstrahlt. Der deutsche Bundesbürger verwende durchschnittlich mehr Zeit zum Radiohören als zum Fernsehen, so Vogel. Rund 80 Prozent der Bevölkerung hörten täglich Radio, und 60 Prozent hätten grosses Vertrauen in das Medium. Allein in Deutschland existierten etwa 370 öffentlich-rechtliche und private Radiostationen.

„Das Jubiläum feiern wir deshalb gern, weil wir seit fünf Jahren einen eigenem Rundfunksender mit Sendelizenz haben“, betonte Vogel. Damit hätte die Hörerzahl vervielfacht werden können, denn zuvor seien die Rundfunkprogramme der „Stimme der Hoffnung“, die seit 2008 den Namen „Hope Channel Radio“ tragen, nur über das Internet und andere Sender zu empfangen gewesen. Gleichzeitig feiere die adventistische „Stimme der Hoffnung“ aber auch ihr 65-jähriges Jubiläum. Die ersten Radiosendungen seien bereits 1948 über „Radio Luxemburg“ und bald darauf auch über andere Mittel- und Langwellenstationen sowie über die Kurzwelle ausgestrahlt worden.

Vor Jahren habe man unter einem Radio noch ein eigenes Empfangsgerät, ausgerüstet mit Röhren, Transistoren, Reglern, Lautsprechern und Kabeln verstanden, sagte der Chefredakteur. Heute empfange man Radio als Programm, das über verschiedene Medien gespielt oder abgerufen werden könne. Handys, Tablets, Computer, digitale Radios oder TV-Satellitenreceiver seien die Empfangsgeräte für Rundfunkprogramme. Auf diese Weise erlebe das Radio eine Renaissance.

Radioprogramme zu produzieren bedeute, Inhalte schaffen, die dem Leben dienen, neue Perspektiven vermitteln und Menschen mit Gottes Wort in Berührung bringen, gab Christian Vogel zu bedenken. „Weltweit gesehen, erleben wir viel Intoleranz und Fanatismus, besonders was den Glauben betrifft. Da können und wollen wir nicht schweigen. Unser Rundfunksender sieht seine Aufgabe auch als Friedensstifter im Sinne der Bergpredigt Jesu.“ Für „Hope Channel Radio“ hätten alle Nationen und Kulturen die gleichen Rechte und den gleichen Wert. „Durch unser Reden, Erzählen und Berichten wollen wir ermutigen, trösten, neue Perspektiven öffnen, kritisch sein, im Klartext sprechen und Neuorientierung geben. Mit Musik wollen wir gute Stimmung erzeugen und fröhlich machen, aber auch zur Besinnung führen und verkünden, wie Gott in unserem Leben wirkt.“

Bescheidene Anfänge
1948 hätten die Gründer der „Stimme der Hoffnung" mit amerikanischer Unterstützung begonnen, religiöse Sendungen über Radio Luxemburg auszustrahlen, berichtete Vogel. Mangels eines geeigneten Studios seien die Programme zunächst in Paris aufgezeichnet worden. Dann wäre es Pastor Max Busch gelungen, ein „Studio" mit einem einfachen Tonbandgerät und hektographierten Texten in einem Berliner Keller einzurichten. Die „Stimme der Hoffnung“ sei damit der älteste christliche private Radioanbieter Deutschlands.

1959 zog sie von Berlin-Zehlendorf nach Darmstadt um. Doch auch hier seien die Arbeitsbedingungen laut Pastor i. R. Erwin Kilian, von 1966 bis 1971 Geschäftsführer, sehr bescheiden gewesen. Es hätte zunächst nur ein Mikrofon in einem Keller des adventistischen Schulzentrums Marienhöhe gegeben. Ein Student habe ein Vollspur-Tonbandgerät mitgebracht, um Rundfunkaufnahmen zu produzieren. Später sei im Zentrum der Adventgemeinde Saarbrücken ein kleines Studio eingerichtet worden. Erst 1968 hätte ein eigenes Gebäude in Darmstadt-Eberstadt bezogen werden können. In dieses seien auch die 1964 gegründete Blindenhörbücherei und das Bibelstudien-Institut mit seinen Fernkursen integriert worden. So wäre allmählich das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ entstanden.

Austausch von Erinnerungen
In einer Gesprächsrunde während des Empfangs tauschten die früheren Geschäftsführer des Medienzentrums, die Pastoren Heinz Hopf (1971-1977), Arno Patzke (1977-1992), Günther Machel (1992-2002) und Matthias Müller (seit 2002), Erinnerungen aus. Laut Hopf sei es verboten gewesen, westdeutsche Zeitschriften in die DDR zu senden, und dennoch hätte das Mitteilungsblatt der „Stimme der Hoffnung" per Privatbrief zahlreiche dankbare Empfänger erreicht. „Eine QSL-Karte wurde für Kurzwellenhörer entwickelt, und deren Anforderung zeigte, dass es in den Ostblockstaaten zahlreiche Hörer adventistischer Sendungen gab.“ Auch in der DDR hätten die Adventisten in Friedensau bei Magdeburg Sprach- und Musikproduktionen einschliesslich verschiedener Hörspiele entwickelt. Die Tonbandkassetten seien trotz Überwachung durch die Volkspolizei unbemerkt über ostdeutsche Autobahnraststätten nach Westdeutschland geschmuggelt und für Radiosendungen der „Stimme der Hoffnung“ verwendet worden. Ein Kleinbus mit eingebautem Tonstudio wäre zudem in der Bundesrepublik, Österreich und der deutschen Schweiz unterwegs gewesen, um vor Ort Gottesdienste und evangelistische Veranstaltungen aufzunehmen. 1971 habe es die ersten Kurzwellensendungen über Radio Transeuropa (Sines/Portugal) gegeben. „Immer wenn die adventistischen Programme bei Radio Transeuropa in Sines/Portugal ausgestrahlt wurden, gingen in der UdSSR in der Nähe von Katarinenburg die Störsender in Betrieb.“ Doch 1990 hätten die Adventisten bei Radio Moskau gerade über diese Kurzwellenantennen ihre Beiträge senden können.

Die Einführung des privaten Rundfunks in der Bundesrepublik habe eine grosse Herausforderung für die „Stimme der Hoffnung“ bedeutet, erinnerte sich Arno Patzke. Die Kurzwellensendungen hätten eine halbe Stunde hauptsächlich mit Redebeiträgen umfasst. Doch im privaten Radio seien nur Beiträge mit einer Länge unter zwei Minuten zugelassen worden. So wäre 1984 das „Salzstreuer“-Konzept mit Kurzsendungen von 90 Sekunden entwickelt worden. Im lokalen Bürgerfunk habe es auch Sendezeiten bis zu einer halben Stunde gegeben. Davon hätten etliche örtliche Adventgemeinden Gebrauch gemacht, sodass das Medienzentrum die Ausbildung der lokalen Radioteams übernommen habe.

Als Günther Machel die Geschäftsführung der „Stimme der Hoffnung“ übernahm, habe sich für ihn die Frage nach der Nutzung der neuen Medien gestellt. 1996 sei das Medienzentrum für die technische Abwicklung der ersten Satellitenevangelisation der Freikirche im deutschsprachigen Raum verantwortlich gewesen. Die 26 Bibelvorträge von Pastor Mark Finley in Orlando/Florida wurden damals mit Simultanübersetzung in 114 deutsche Städte sowie 23 Orte in Österreich und drei der Schweiz übertragen. Die dazu notwendigen Geräte seien erst wenige Monate vorher zur Verfügung gestanden. „Mit der Internetarbeit wurde begonnen, und die ersten Fernsehproduktionen entstanden in einer Garage.“ Nicht nur am primitiven „Fernsehstudio“ habe sich gezeigt, dass die bisherigen Räumlichkeiten in Darmstadt für die gestiegenen Anforderungen nicht mehr ausreichen würden. Mit der Planung eines modernen Medienzentrums sei begonnen worden.

Grosse Pläne verwirklicht
2002 habe Pastor Matthias Müller, der neue Leiter der „Stimme der Hoffnung“, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erklärt, dass er Sendelizenzen für 24 Stunden Radio und Fernsehen pro Tag anstrebe. Doch das schien utopisch zu sein. Immerhin konnte Müller im März 2007 ein neues, modernes Medienzentrum mit Rundfunk- und Fernsehstudios in Alsbach-Hähnlein südlich von Darmstadt einweihen. Dort befinden sich neben „Hope Channel Radio“ und „Hope Channel Fernsehen“ auch das Internationale Bibelstudien-Institut, die Blindenhörbücherei, die Bildagentur „churchphoto.de“ sowie ein Verkaufsshop mit den von der „Stimme der Hoffnung“ produzierten Videos, Musik-CDs und Hörbüchern. Weitere Informationen dazu im Internet unter www.stimme-der-Hoffnung.de.

Mit der Erteilung der Sendelizenzen für „Hope Channel Radio“ im Jahr 2008 und 2009 für „Hope Channel Fernsehen“ habe sich der Traum vom eigenen Rundfunk und Fernsehen rund um die Uhr nach Müller erfüllt. Dennoch gebe es ständig neue Herausforderungen und Veränderungen. So sende „Hope Channel Radio“ nicht mehr über die Kurzwelle. Trotzdem seien die Programme durch das Internet weltweit zu empfangen. Die Resonanz auf die Sendungen wäre so gross, dass die Hörerbetreuung hätte ausgebaut werden müssen.

Professor Wolfgang Thaenert (Kassel), Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), dessen Behörde vor fünf Jahren die Rundfunklizenz erteilte, wies in seinem Grusswort darauf hin, dass „Hope Channel Radio“ zu den „pflegeleichten Kindern“ der Landesanstalt gehöre. Schon der Name „Hope – Hoffnung“ sei Programm. Hoffnung gebe Zuversicht. Diese Zuversicht gehe durch die Radiosendungen ins Ohr, bliebe im Kopf, wandere manchmal ins Herz und verändere damit auch zwischenmenschliche Beziehungen. Thaenert überreichte Geschäftsführer Matthias Müller ein Abbild der Skulptur „Man walking to the sky“ des US-amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky. Die Originalfigur steht auf dem Vorplatz des Kulturbahnhofs Kassel.

„Hope Channel Radio“ ist über den Satelliten „Astra“, im Internet als Livestream und Podcast sowie über das Telefon zu empfangen. Programmheft und weitere Informationen unter www.hopechannel.de/radio.

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Erweiterung der adventistischen Kurzwellenstation auf Guam

Silver Spring, Maryland/USA | 23.09.2013 | APD | Medien

Nach zweijähriger Bauzeit konnte die Erweiterung der Kurzwellenstation von „Adventist World Radio“ (AWR) in Agat auf der westpazifischen Insel Guam abgeschlossen werden. Laut AWR-Präsident Pastor Dowell Chow (Silver Spring, Maryland/USA) erhöhe sich damit die Leistung der Station um etwa 25 Prozent. Die Kosten bezifferte er auf rund drei Millionen US-Dollar (2,3 Millionen Euro). Von Guam aus könnten Hörer in Ländern wie China, Nordkorea, Myanmar, Vietnam, Indonesien und Nepal die „Botschaft der Hoffnung“ in ihrer eigenen Sprache hören. Derzeit strahle der Sender Programme mit insgesamt 287 Stunden pro Woche in 35 Sprachen aus. Es handele sich in Guam um die einzige Kurzwellenstation, die „Adventist World Radio“ selbst besitze. In anderen Teilen der Welt würde AWR Sendezeit bei kommerziellen Kurzwellensendern mieten.

Laut Brook Powers, Chefingenieur von AWR Guam, sei im letzten Jahr einer der sechs vorhandenen Sendetürme umgesetzt worden, um eine Niederfrequenz-Antenne gegen eine mit höherer Frequenz auszutauschen. In einer weiteren arbeitsintensiveren Phase wäre ein neuer, 68 Meter hoher Sendeturm errichtet worden. Das Wetter habe dabei eine grosse Rolle gespielt, da die Arbeiten auf Guam während der sechs Monate andauernden Trockenzeit hätten abgeschlossen werden müssen. In der Bauzeit seien einige Programme von kommerziellen Kurzwellensendern in Sri Lanka und Europa ausgestrahlt worden, um die Zuhörer ohne Unterbrechung erreichen zu können. Die AWR-Kurzwellenstation auf Guam nahm 1987 den Sendebetrieb auf und feierte im letzten Jahr das 25-jährige Jubiläum.

„Adventist World Radio“ mit Sitz in Silver Spring, Maryland/USA, wurde 1971 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und will vor allem Menschen im sogenannten „10/40 Fenster“ mit dem Evangelium erreichen. In dem Gebiet zwischen dem 10. und 40. Breitengrad, das von Westafrika bis Ostasien reicht, seien Christen meist eine verschwindende Minderheit. Ausserdem spezialisiere sich AWR auf weitere Länder, in denen aus geografischen, politischen oder religiösen Gründen die Verkündigung der christlichen Botschaft von Mensch zu Mensch kaum möglich sei. AWR sendet zur Zeit in 116 Sprachen über Kurzwelle, UKW, Mittelwelle, Satellitenradio und Internet. Viele Sendungen sind auch als Audiodateien erhältlich, die im Internet als Podcast heruntergeladen werden können.

Schwerpunkt der Arbeit von AWR ist immer noch die Kurzwelle, wobei in 73 Sprachen Programme über die Kurzwellensender Wertachtal und Nauen/Deutschland, Moosbrunn/Österreich, Issoudun/Frankreich, Meyerton/Südafrika, Talata-Volonondry/Madagaskar, Trincomalee/Sri Lanka, Taibei/Taiwan und Agat/Guam ausgestrahlt werden. Über die Satelliten Hotbird 6 (Europa/Nordafrika/Naher und Mittlerer Osten), Intelsat 706 (Afrika/Europa), VT Communications (Asien/Afrika/Europa) und NSS 806 (Lateinamerika/USA) sind ebenfalls AWR-Rundfunksendungen zu empfangen. AWR unterhält neben der Zentrale in Silver Spring/USA, die auch für Sendungen in Nord- und Südamerika zuständig ist, Regionalbüros in Bracknell/England für Europa und Afrika sowie in Batam/Indonesien und Agat/Guam für den asiatischen Raum.

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