APD-INFORMATIONEN 11/2013 - NOVEMBER 2013

Andreas Boppart neuer Leiter bei Campus für Christus

Zürich/Schweiz | 25.11.2013 | APD | Schweiz

Am 2. November hat Campus für Christus (CfC), kirchenübergreifende christliche Organisation, in Winterthur, anlässlich der Feier zum 40-jährigen Bestehen, Andreas Boppart (34) als neuen Leiter eingesetzt. Boppart folgt auf Hanspeter Nüesch (64), der das Werk 30 Jahre geleitet hat, so die CfC-Medienmitteilung. Campus für Christus hat einen Jahresumsatz von mehr als 12 Millionen Franken, 100 festangestellte Mitarbeitende in der Schweiz und rund 800 assoziierte Mitarbeiter in internationalen Projekten.

Kirchenübergreifend und nachhaltig wirken
Kirchenübergreifend und nachhaltig wirken, seien zwei der Stossrichtungen von Campus für Christus, so Boppart, an denen er festhalten wolle. Das Evangelium müsse ganzheitlich, in Wort und Tat, vermittelt werden. Demnach hätten mehr als 100.000 Personen in der Schweiz Alphalive Glaubenskurse in einer lokalen Kirchgemeinde oder Freikirche besucht. Zudem habe das Werk in 40 Ländern, darunter in Nordkorea, Russland, Kuba und Bolivien humanitäre Projekte der Hilfe zur Selbsthilfe implementiert. Campus für Christus sei in der Schweiz in rund 20 Arbeitsbereichen unter anderem für Studierende, Sportler, Künstler und Musiker, Mitarbeitende in Pflegeberufen, Ehepaare und Familien, Geschäftsleute oder Frauen tätig.

Fokus für die Zukunft: Internet und Junge
„Wir werden uns als interkonfessionelle Organisation weiter dort positionieren, wo die Menschen sind. Dabei bewegen wir uns immer häufiger auch online, um die sogenannten ‚Digital Natives‘ zu erreichen“, sagte der neue CfC-Leiter.

Campus für Christus
Campus für Christus ist eine konfessionell unabhängige Missions-und Schulungsbewegung mit rund zwanzig in der Jugend- und Erwachsenenarbeit, Evangelisation, Diakonie und Mission tätigen Arbeitszweigen. Ziel ist mitzuhelfen, den Missionsauftrag Jesu Christi in unserer Zeit ganzheitlich und gesellschaftsrelevant umzusetzen. Campus für Christus dient Christen in Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften darin, Evangelisation und Jüngerschaft zu leben und weiterzugeben.

Campus für Christus ist unabhängiger Teil von Agape Europe, welches die europaweite Tätigkeit von 19 Länderorganisationen koordiniert. Die weltweite Dachorganisation Campus Crusade for Christ ist in mehr als 190 Ländern tätig.

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Empfehlungen pro und kontra Frauenordination bei Adventisten

Bečići/Montenegro | 25.11.2013 | APD | International

Am 18. November hat der Exekutivausschuss der Adventisten in Nord- und Südosteuropa (Trans-European Division TED) an der Jahressitzung in Bečići/Montenegro nach einer zweistündigen Diskussion einstimmig eine Empfehlung verabschiedet, die einen „integrativen und geschlechtsneutralen Pastorendienst“ und damit die Ordination von Frauen als Pastorinnen befürwortet, so die TED-Kommunikationsabteilung. Das Bibelstudienkomitee der TED habe vorgängig einen 730 Seiten umfassenden Bericht zur "Theologie der Ordination " präsentiert, der auch Themen wie biblische Hermeneutik, Begriffsdefinitionen und die Bedeutung der Handauflegung behandelt habe.

Auf der TED-Website wird der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die Weltsynode der Adventisten (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2015 einer überarbeiten Richtlinie zustimme, die es überregionalen Kirchenleitungen (Verbände/Unionen) nach Zustimmung ihrer Delegiertenversammlungen und der übergeordneten Kirchenleitungen (Divisionen) erlauben würde in ihrem Gebiet einen „integrativen Pastorendienst zuzulassen der alle geschlechtlichen Unterschiede aufhebt“.

Die Mitglieder des Bibelstudienkomitees seien „erstaunt“ gewesen, was durch das 19-monatige Studium der biblischen Wurzeln der Ordination ans Tageslicht gekommen sei, sagte Pastor Bertil Wiklander, TED-Präsident und Vorsitzender des Bibelstudienkomitees. „Der Bericht liefert der Kirche gute Gründe, um ihre Praxis zu überdenken und sie vermehrt in Einklang mit der Bibel zu bringen“, so Wiklander.

Laut „Record“, adventistische Kirchenzeitschrift in Australien, sei Pastor Wiklander ein vehementer Vertreter der Frauenordination, trotzdem habe er nach dem Beschluss die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Weltkirche und einem Vorgehen im Einklang miteinander betont.

Westlich geprägte Kirchenregionen empfehlen die Frauenordination
Die Kirchenleitungen der Adventisten in Nordamerika (NAD), West- und Südeuropa (EUD), im Südpazifik (SPD) sowie in Nord- und Südosteuropa (TED) haben an den Jahressitzungen ihrer Exekutivausschüsse im November die Ordination von Frauen zum Pastorendienst einstimmig oder mit überwältigender Mehrheit empfohlen und zur Weiterbearbeitung an die Theologische Studiengruppe zur Ordination (Theology of Ordination Study Committee TOSC) der adventistischen Weltkirchenleitung überwiesen.

Vier Kirchenregionen empfehlen die Frauenordination nicht
Laut der von Gegnern der Frauenordination auf privater Basis publizierten Website (OrdinationTruth.com) haben die Kirchenleitungen der Adventisten in den GUS-Staaten (ESD), im südlichen Afrika (SID), in Südasien sowie im Pazifikraum (SSD) und in West- und Zentralafrika (WAD) eine Empfehlung gegen die geschlechtsneutrale Ordination ausgesprochen.

Jene Kirchenregionen, welche die Frauenordination ablehnten, seien mitgliedermässig wesentlich stärker und damit auch mit Delegierten an der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2015 in San Antonio einflussreicher vertreten, als die Befürworter der Frauenordination, heisst es auf der Website der Gegner.

Laut „Record“ seien die Bibelstudienkomitees der restlichen fünf Kirchenregionen noch dabei, ihre Empfehlungen zur Ordinationsfrage abzufassen.

Theologische Studienkommission auf Weltebene
Die weltweit dreizehn adventistischen Kirchenregionen sollen die Ergebnisse ihrer Studiengruppen zur Frauenordinationsfrage an die Theologische Studiengruppe zur Ordination (TOSC) der Weltkirchenleitung übermitteln. Acht Kirchenregionen haben dies bereits getan. Die Ergebnisse der TOSC sollen im Oktober 2014 dem Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung vorgestellt werden, der dazu Empfehlungen verabschieden wird, welche der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2015 in San Antonio, Texas/USA, zur Beschlussfassung vorgelegt werden sollen.

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Adventistische Kirchenleitung hilft den Philippinen mit 250.000 US-Dollar

Silver Spring, Maryland/USA | 25.11.2013 | APD | International

Die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, unterstütze nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“ die philippinische Kirchenleitung mit 250.000 US-Dollar (227.000 Franken) aus dem Fonds für unvorhergesehene Ausgaben, wie Adventist News Network ANN mitteilte. „Die Unterstützung wird nach Ermessen der regionalen Kirchenleitung verwendet, um den betroffenen Adventisten und auch weiteren Opfern zu helfen, zur Normalität zurückzukehren“, heisst es in der Mitteilung der Weltkirchenleitung. Dabei solle die Wiederherstellung eines geregelten Schulbetriebs, sofern möglich, Priorität haben.

Hilfe seitens der adventistischen Kirche
„Leben zu retten und Leiden zu lindern sind unsere Prioritäten“, sagte G. T. Ng, Generalsekretär der Weltkirche. Adventistische Krankenhäuser in Cebu, Bacolod und Calbayog sowie Räumlichkeiten der Kirchenverwaltung in Tacloban dienten als Stationen und Ausgangspunkte für medizinischen Beistand in den vom Taifun betroffenen Gebieten.

Die kirchlichen Hilfeleistungen seien nicht so schnell vorangekommen, weil auch die dortigen Adventisten die Überreste von dem zu retten versuchten hätten, was einst ihre Häuser gewesen seien, heisst es in einer Mitteilung der philippinischen Kirchenleitung. Zudem seien rund 500 Gottesdiensträume der Kirche zerstört worden.

Hilfe seitens des adventistischen Hilfswerks ADRA
Die adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Philippinen habe mit Unterstützung des weltweiten ADRA-Netzwerks mehr als 3.500 Nahrungsmittelpakete, die für drei Tage ausreichen sollten, und 5.000 Planen als Schutz gegen Sonne und Regen verteilt. Zudem sei eine Wasseraufbereitungsanlage mit hoher Kapazität in Betrieb genommen worden.

ADRA gewährt Hilfe unabhängig von politischer sowie religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft. Es koordiniert die Hilfsmassnahmen mit internationalen Organisationen, nationalen und lokalen Behörden sowie mit anderen Hilfswerken. ADRA Schweiz hat für die Nothilfe in den Philippinen 100.000 Franken zur Verfügung gestellt. Zwei Spezialisten von ADRA Deutschland seien im Katastrophengebiet vor Ort und koordinierten die Einsätze auch für das Schweizer Hilfswerk und planten die Wiederaufbauhilfe.

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Türkei soll Armenienforschung nicht blockieren

Bonn/Deutschland | 25.11.2013 | APD | International

In seinem Beitrag „Die Armenierthematik in der türkischen Innen- und Aussenpolitik“ hat der Direktor des „Internationalen Instituts für Religionsfreiheit“, Professor Dr. Thomas Schirrmacher (Bonn), der Türkei empfohlen, die Armenierfrage im Ersten Weltkrieg weniger radikal anzugehen, da es dann einfacher sei, auch die moderne Türkei teilweise entlastende Faktoren zu erforschen und darzustellen.

Der Beitrag erschien in dem von Bernhard Rill herausgegebene Band 86 „Türkische Innenpolitik“ der Reihe „Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen“ der Hanns Seidel Stiftung.

Schirrmacher schreibt: „Ein weniger lautes Verhalten der Türkei hätte wohl verhindert, dass der Genozid an den Armeniern heute in der Wissenschaft als erster Genozid der Moderne diskutiert wird ... und in der Genozidforschung eine solch zentrale Rolle spielt. Man muss deutlich sagen: Wäre die Darstellung der Armeniervertreibung nicht so von Seiten der Türkei blockiert, wäre es viel einfacher, sachlich alle Aspekte darzustellen, auch jene Aspekte, die die Türkei teilweise entlasten. Auch die Frage, ob es einen geplanten koordinierten Völkermord oder nur ein in Kauf genommenes Massensterben von Zivilisten des Gegners im Kriegschaos gab, liesse sich besser ohne das innen- und aussenpolitische ‚Theater‘ diskutieren.“

Als Beispiel führt er an, dass man sehr wohl statistisch unterscheiden könne, wie viele Armenier durch die widrigen Umstände von Krieg und Revolution umgekommen und wie viele dem Genozid zuzuordnen seien.

Schirrmacher sei auch verwundert, dass die türkische Regierung so massiv Ereignisse schönrede, die ihre politischen Gegner zu verantworten hätten. Er schreibt: „Das Verhalten der Türkei ist umso erstaunlicher, als sich zum einen die Gründungserzählung der Republik von 1923 dezidiert vom Osmanischen Reich absetzt und zum anderen sich die islamistisch ausgerichtete Regierung Erdogan dezidiert von der kemalistisch-säkularistischen Ausrichtung der Jungtürken sowie von der Vorgeschichte und den ersten Jahrzehnten der Republik Türkei absetzt.“

Der Band 86 „Türkische Innenpolitik“ der Hanns-Seidel Stiftung kann bei http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/00_AMZ-86_Internetversion.pdf heruntergeladen werden.

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EKD-Ratsvorsitzender: „Bibel als Mass evangelischer Urteilsbildung“

Düsseldorf/Deutschland | 25.11.2013 | APD | International

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, hat in seinem Ratsbericht unter dem Titel „Die Heilige Schrift als Mass und Mitte evangelischer Urteilsbildung“ vor der EKD-Synode in Düsseldorf die Bedeutung und den Gebrauch der Bibel in heutiger Zeit hervorgehoben. Er stellte fest: „Alles theologische Nachdenken über Gott und die Welt beginnt und endet mit der Heiligen Schrift, sie ist der Schatz, das Herz, die grosse Liebe der reformatorischen Kirchen.“ Er betonte, dass es zum „Kern reformatorischer Einsichten“ gehöre „kein Amt und keine Person anzuerkennen, das oder die Gottes Wort in Menschenworten eindeutig und abschliessend“ zu definieren beanspruche. Vielmehr sei es eine bleibende und immer neue Aufgabe reformatorischer Theologie und kirchlicher Äusserungen, die Bibel durch die Heilige Schrift „im Diskurs der Glaubenden“ auszulegen. Auf diesem „kommunikativen Weg“ werde der reformatorische Grundsatz „sola scriptura“ (allein die Heilige Schrift) verwirklicht.

In Bezug auf das seit Sommer 2013 heftig umstrittene Familienpapier des Rates der EKD („Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familien als verlässliche Gemeinschaft stärken“) stellte Schneider fest: „Es hat keinen Sinn, sich in der Auseinandersetzung um die Orientierungshilfe auf einzelne Bibelstellen zu berufen, ohne hermeneutisch zu reflektieren, was damals konkret gemeint war.“

Der Ratsvorsitzende hob die Wertschätzung der evangelischen Kirche für die Ehe hervor und sagte: „Wir machen Mut und Lust zur lebenslangen Ehe und verstehen sie als Leitbild.“ Gleichzeitig aber spreche man Alleinerziehenden, „Patchworkfamilien“ und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht ab, dass Menschen darin treu, vertrauensvoll, verantwortlich und liebevoll zusammenleben könnten. Schneider: „Auch in ihnen kann der Segen Gottes erwartet und erfahren werden.“ Diese Formen familiären Zusammenlebens verdienten ebenfalls kirchliche Wertschätzung und Förderung. Es sei ein Verdienst der EKD-Orientierungshilfe, dass sie dies ausgesprochen und dazu konkrete Vorschläge formuliert habe. Die theologische Debatte müsse aber weitergehen. Deshalb habe der Rat der EKD die Kammer für Theologie gebeten, die theologisch-hermeneutischen Grundfragen aufzunehmen und einen Text zum evangelischen Verständnis der Ehe zu erarbeiten.

Der vollständige Ratsbericht, der sich auch mit dem neuen Papst, der ÖRK-Vollversammlung in Busan/Südkorea, den syrischen Flüchtlingen, den Flüchtlingen an den europäischen Aussengrenzen und der Verfolgung von Christen in vielen Ländern befasst, ist im Internet unter http://www.ekd.de/synode2013/berichte/ratsbericht.html zu finden.

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Neuer russischer Erzbischof für Westeuropa

Paris/Frankreich | 25.11.2013 | APD | International

Archimandrit (Priestermönch) Job Getcha (39) wurde am 2. November in Paris zum neuen Exarchen der russischen Gemeinden des Ökumenischen Patriarchats in Westeuropa gewählt, wie die Orthodoxe Nachrichten-Agentur ONA berichtete. Bartholomaios I., griechisch-orthodoxer Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul, habe Getcha umgehend bestätigt und ihm den Titel eines Erzbischofs von Telmissos in Kleinasien verliehen.

Der neue Erzbischof Job stammt aus der ukrainischen Diaspora in Kanada. Er hat dort und in Frankreich Theologie studiert. 2005 wurde er zum Dekan des orthodoxen Instituts Saint Serge in Paris bestellt, ab 2010 wirkte er am Orthodoxen Zentrum von Chambésy bei Genf. Laut ONA gilt er als einer der führenden orthodoxen Liturgiker der Gegenwart. 2009 sei sein bisheriges Hauptwerk „Le Typikon décrypté. Manuel de la liturgie orthodoxe“ erschienen.

Die Besetzung des Pariser russischen Exarchats, kirchlicher Verwaltungsbereich, in Paris, das auf die 1930er Jahre zurückgeht, mit einer laut ONA „hervorragenden Persönlichkeit“, solle diese Konstantinopler Jurisdiktion stärken und wieder aufwerten.

Im Raum Basel werde Erzbischof Job für die Gemeinde des heiligen Nikolaj in St. Louis/Frankreich zuständig sein.

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Globale Umfrage bei Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 25.11.2013 | APD | International

Während der Jahressitzung des Exekutivausschusses der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA hat David Trim, Direktor des Büros für Archive, Statistiken und Forschung, am 15. Oktober die rund 350 Kirchenleiter aus der ganzen Welt über die Ergebnisse der umfangreichsten Befragung unter adventistischen Kirchenmitgliedern zu deren Einstellungen, Glaubensüberzeugungen und religiösen Praktiken informiert. Laut Adventist News Network (ANN) wurde die Forschung auf fünf Projekte aufgeteilt und von adventistischen Universitäten weltweit durchgeführt.

Zu den wichtigsten Umfrageergebnissen der 41.000 befragten Kirchenmitglieder, Pastoren, Studenten und 900 ehemaligen Adventisten zählten laut ANN:

• Die Leiter des Bibelgesprächs, im ersten Teil des adventistischen Gottesdienstes (Sabbatschule), werden als freundlicher, fürsorglicher und mit einem positiveren Einfluss auf das religiöse Leben eingestuft als Pastoren oder Gemeindeälteste.
• Ein Drittel der adventistischen Familien macht täglich eine Andacht.
• Fast die Hälfte der adventistischen Studenten und Hochschulabsolventen ist bereit, praktizierende Homosexuelle als treue Kirchenmitglieder zu akzeptieren.
• Neun von zehn Personen, welche die Kirche nicht mehr besuchen, sind von ihrem Pastor nach deren Wegbleiben nicht besucht worden.

„Sowohl in Bezug auf Umfang und Tiefe ist dies die beste Momentaufnahme, die wir je von der weltweiten Kirche hatten“, betonte David Trim. Nach Angaben von ANN habe Trim die Kirchenleiter gewarnt, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. „Daten sind Daten. Was sie bedeuten, ist etwas anderes.“

Bibelstudienheft als Hilfestellung für religiöses Leben
Als Lichtblick der Studie werte Trim unter anderem die Aussage von 53 Prozent der Befragten, wonach ihnen das Bibelstudienheft mit täglichen Betrachtungen sehr viel bei der Entwicklung ihres religiösen Lebens helfe. Die Bibelstudienanleitung sei hingegen bei Adventisten in Nordamerika, Teilen Europas und Australien weniger geschätzt.

Biblischer Ruhetag: Sabbat (Samstag)
Als weiteres positives Ergebnis habe David Trim die Aussage von 92 Prozent der befragten Adventisten gewertet, wonach der siebente Tag, der Sabbat (Samstag), für sie der wahre biblische Ruhetag sei.

Unbemerkte Kirchenaustritte
Von 2000 bis 2012 seien weltweit mehr als 13,6 Millionen Menschen Kirchenmitglieder, meist durch die Glaubenstaufe als Erwachsene geworden. In der gleichen Zeitspanne habe die Kirche aber 5,9 Millionen Mitglieder verloren. In dieser Zahl seien die Todesfälle nicht eingerechnet. Dies entspreche einer Verlustrate von 43,4 auf hundert neue Mitglieder, was entschieden zu viel sei, so Trim. Zu den problematischen Ergebnissen der Umfrage gehöre, dass Mitglieder unbemerkt die Kirche verlassen könnten sowie das Einsickern säkularer Werte.

Säkularisierung
Interessanterweise lehne die überwiegende Mehrheit der inaktiven und ehemaligen Mitglieder nicht die Lehre und den Auftrag der Kirche ab. „Unter der starken Dynamik der zeitgenössischen Gesellschaft entfernen sie sich von den etablierten Formen religiöser Aktivität“, so Trim. Diesem Einfluss seien die meisten adventistischen Gemeinden nicht gewachsen.

Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung bestehe darin, dass die Säkularisierung nicht mehr nur auf Nordamerika, Europa und Australien beschränkt sei. „Es handelt sich um eine globalisierte Gesellschaft“, sagte Trim. „Die Menschen schauen die gleichen Fernsehprogramme, lesen die gleichen Apps und Webseiten auf ihren Handys und Computern.“

Wiederkunftserwartung
Der Frage, ob sie das Weltende in den nächsten 20 Jahren erwarten würden, stimmten nur 22 Prozent stark zu, 45 Prozent hätten diese Erwartung stark verneint. „Es ist nicht so, dass die Befragten nicht glauben würden, dass Jesus wiederkommt, aber es scheint eine Art von Skepsis gegenüber seinem baldigen Kommen zu bestehen“, erläuterte Trim.

Geschlechterverteilung
Die bisher angenommene Geschlechterverteilung in der weltweiten Kirche von 35 Prozent Männern und 65 Prozent Frauen habe die Umfrage korrigiert. Die Kirchenmitgliedschaft bestehe aus 57 Prozent Frauen und 43 Prozent Männern.

Altersverteilung
54 Prozent der Adventisten weltweit seien im Alter von 16 bis 40 Jahren, so Trim. Dies ergebe zwei Herausforderungen: Junge Mitglieder würden zu früh und ohne die nötige Erfahrung in kirchliche Leitungspositionen berufen, und die älteren Leiter müssten lernen, wie man mit der jüngeren Generation umgehe.

Nur zehn Prozent der weltweiten Kirchenmitglieder seien über 60 Jahre alt. Die überalterten Kirchgemeinden befänden sich in Nordamerika, Europa und Japan. „Im Gegensatz dazu ist die Kirche in Lateinamerika und insbesondere in Afrika, eine extrem jugendliche Kirche“, so David Trim.

Adventisten weltweit
Die Siebenten-Tags-Adventisten sind eine evangelische Freikirche. Sie ist aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervorgegangen. Weltweit gehören ihr knapp 18 Millionen Mitglieder in 208 Ländern an. Mehr als ein Drittel der Adventisten lebt in Afrika, ein weiteres Drittel in Mittel- und Südamerika. Die Kirche betreibt weltweit das grösste protestantische Netz von Krankenhäusern und Schulen. Adventisten ermutigen Menschen zu einem erfüllten und frohen Leben, indem sie sich einsetzen, das Denken durch Bildung, den Körper durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise und die spirituelle Beziehung zu Gott durch persönliches Bibelstudium und Gebet zu fördern. Mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA versucht die Kirche durch gemeinnützige Dienste und weltweite Projekte bedürftigen Menschen, unabhängig von Religion, Rasse, Geschlecht oder politischer Überzeugung, zu helfen.

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Erstmals Frau als regionale adventistische Kirchenleiterin gewählt

Riverside, Kalifornien/USA | 25.11.2013 | APD | International

Am 27. Oktober haben 786 Delegierte der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Südost-Kalifornien (Southeastern California Conference of Seventh-day Adventists, SECC) in Riverside/Kalifornien mit 72 zu 28 Prozent die Pastorin Sandra Roberts zur Präsidentin ihrer Kirchenleitung („Vereinigung“) gewählt. Roberts ist damit die erste adventistische Frau weltweit, die zur Leiterin einer Kirchenregion gewählt worden ist. 66,8 Prozent der Delegierten seien laut SECC Männer gewesen, 33,2 Prozent Frauen. In der SECC-Kirchenregion gibt es 67.906 Mitglieder, 143 Kirchgemeinden und zehn ordinierte Pastorinnen.

Einspruch des Weltkirchenleiters gegen die Wahl einer Frau als Präsidentin
Pastor Ricardo Graham, Präsident der fünf US-Bundesstaaten umfassenden Pacific Union Conference (PUC), der überregionalen Kirchenleitung („Union/Verband“), wurde von Pastor Ted Wilson, Präsident der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleiter), beauftragt, die SECC-Delegierten in seinem Namen vor der Wahl einer Frau zur Präsidentin zu warnen. Eine solche Wahl würde „durch die Weltkirche nicht anerkannt“, und die regionale Kirchenleitung in Südostkalifornien sowie deren überregionale PUC-Kirchenleitung würden dadurch in direktem Gegensatz zur Weltkirchenleitung stehen. Eine Frau als Präsidentin einer regionalen Kirchenleitung werde laut Pastor Wilson nicht zum anstehenden Exekutivausschuss der Nordamerikanischen Kirchenleitung („Division“) als Abteilung der Generalkonferenz, in Silver Spring, Maryland/USA, zugelassen noch sei sie stimmberechtigt.

Wie sich jedoch Anfang November herausstellte, war der Präsident der Nordamerikanischen Division, Pastor Daniel R. Jackson, gegensätzlicher Auffassung und hiess in Silver Spring neben zwei anderen neu gewählten Kirchenleitern auch Sandra Roberts als Mitglieder in der „Bruderschaft“ willkommen. Pastor Alexander Bryant, Exekutivsekretär der kontinentalen Kirchenleitung in Nordamerika, habe erklärt, dass die Leiter der Division die uneingeschränkte Teilnahme von Pastorin Roberts am Exekutivausschuss begrüssten, denn sie sei „ordnungsgemäss“ durch eine ordentliche adventistische Instanz gewählt worden.

Wegen der aufkommenden Unruhe unter den Delegierten in Riverside/Kalifornien aufgrund der Bekanntgabe der Stellungnahme des Präsidenten der Generalkonferenzhabe sich auch Pastor Graham noch unmittelbar vor der Wahl von Sandra Roberts beeilt hinzuzufügen, dass sowohl die Delegierten der übergeordneten PUC-Kirchenleitung, als auch die untergeordneten SECC-Delegierten 2012, die Ordination von Frauen befürwortet hätten. Damals sei beschlossen worden, Pastoren unabhängig ihres Geschlechts zu ordinieren. Auf dieser Grundlage habe der SECC-Nominierungsausschuss in Übereinstimmung mit den Richtlinien und Statuten der regionalen sowie auch der überregionalen Kirchenleitung gehandelt, als er Sandra Roberts zur Wahl als Präsidentin vorgeschlagen habe. Jeder potentielle Konflikt betreffe demnach nur die überregionale Kirchenleitung sowie die Weltkirchenleitung, so Ricardo Graham, und müsse zwischen diesen Kirchenadministrationen gelöst werden.

Delegierte, die gegen die Wahl einer Frau opponiert haben, hätten laut SECC-Mitteilung die Einheit und Übereinstimmung mit der Weltkirche angemahnt, deren Statuten keine Frau als Präsidentin einer Kirchenleitung zuliessen.

Sandra Roberts war seit 2004 Exekutivsekretärin (Geschäftsführerin und Vizepräsidentin) der regionalen Kirchenleitung (SECC). Davor arbeitete sie als Lehrerin, Seelsorgerin, Jugendabteilungsleiterin und Pastorin. Sie erhielt 1984 ihren Masterabschluss von der adventistischen Andrews Universität (Michigan/USA) und promovierte 2006 an der Claremont School of Theology (Kalifornien/USA), einer Institution der United Methodist Church. Sandra Roberts löst Pastor Gerald Penick ab, der neun Jahre als SECC-Präsident gedient hatte und seine letzten Berufsjahre als Seelsorger in einer adventistischen Gemeinde leisten möchte.

„Christus wird immer unser Ankerpunkt sein“, betonte Sandra Roberts. Die Nachfolge Jesu dürfe ohne die Angst erfolgen, dass diese Unterschiede die Kirchenmitglieder auseinanderbringen würden. Abschliessend versicherte sie den Delegierten, dass sie nicht von oben nach unten leiten werde. Vielmehr wolle sie im Team arbeiten.

Ordinierte Pastorinnen umstritten
Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorin „gesegnet“ werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen. Laut Weltkirchenleitung dürfen aber nur männliche Geistliche ordiniert werden. Nur sie dürften in kirchenleitende Ämter, etwa als Präsident einer „Vereinigung“ oder eines „Verbandes“ (regionale beziehungsweise überregionale Kirchenleitung), berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig sei. Während die Ordination von Pastoren weltweit innerhalb der Freikirche Gültigkeit habe, dürften Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehörten, welche die Segnung praktiziere.

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Papua-Neuguinea baut bei Entwicklungshilfe zunehmend auf Kirchen

Port Moresby/Papua-Neuguinea | 25.11.2013 | APD | International

Obwohl Papua-Neuguinea (PNG) eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt mit grossen Investitionen aus Australien, Asien und den USA habe, seien der Bildungs- und Gesundheitsbereich weit hinter dem Standard anderer Entwicklungsländer zurückgeblieben, so die adventistische Kirchenzeitschrift in Australien „Record“. Zudem gebe es weitverbreitete und massive Verletzungen der Grundrechte von Frauen und eine grosse, schlecht qualifizierte sowie unterbeschäftigte Arbeitnehmerschaft, wie bei der alle zwei Jahre stattfindenden Tagung des „Church Partnership Programs“ (CPP) in Port Moresby/Papua-Neuguinea mitgeteilt wurde.

Kirchen in PNG sind die besten Partner für Entwicklungszusammenarbeit
Um die komplexen Probleme der Nation mit mehr als 800 Sprachen und grossen kulturellen Unterschieden anzugehen, habe die Katastrophen- und Entwicklungshilfeorganisation der australischen Regierung AusAID im Jahr 2004 ein jährliches Programm von 6 Millionen Franken eingeführt, das mit Hilfe der Kirchen, ihren lokalen Netzwerken und Kompetenzen, Entwicklungshilfe leiste. Dieses „Church Partnership Program“ (CPP) umfasse laut „Record“ sieben christliche Kirchen, die in Papua-Neuguinea ihre Kompetenz bei sozialen Dienstleistungen bewiesen sowie eine nationale Organisation hätten und auch in Australien vertreten sein müssten: Anglikaner, Baptisten, römische Katholiken, Lutheraner, Methodisten, Heilsarmee und Siebenten-Tags-Adventisten. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Papua-Neuguinea, gemeinsam mit der adventistischen Kirchenleitung im Land, seien von AusAID mit der Leitung des Church Partnership Programms betraut worden.

„Kirchen sehen die Probleme der Menschen. Sie sind in vielen Dörfern vertreten und erreichen die Ärmsten und Entferntesten“, sagte Stuart Schaefer, AusAID-Direktor in Papua-Neuguinea. Robert Brink, AusAID-Berater für Regierungsführung in Papua-Neuguinea, ergänzte: „Kirchen sind die besten Partner für die Entwicklungshilfe in PNG.“

Bei CPP-Projekten handle es sich laut „Record“ um sehr praktische Angebote, wie Anlegung von Gemüsegärten, Ziegelsteinherstellung, Alphabetisierung, Vermittlung von grundlegenden Kompetenzen zur Lebensbewältigung, Programme gegen Gewalt an Frauen sowie Hilfe für arme Mütter und deren Kleinkinder.

Geplante Kooperation der PNG-Regierung mit den Kirchen
Laut Charles Abel, Minister für nationale Planung und Kontrolle in Papua-Neuguinea, beabsichtige seine Regierung die Schaffung eines „Church Development Councils“ (CDC; Kirchlicher Entwicklungsrat), der mit jährlich 17,8 Millionen Franken finanziert werden solle, um Bildungs- und Gesundheitsangebote im Land zu fördern. Das erste CDC-Treffen sei für das Frühjahr 2014 vorgesehen. Stuart Schaefer, AusAID-Direktor in Papua-Neuguinea, ergänzte dazu, dass dieser Betrag klein sei im Verhältnis zu den jährlichen Gesamtausgaben der PNG-Regierung von 532 Millionen Franken zur Entwicklung der Provinzen. Nicht alle Provinzregierungen setzten dieses Geld weise ein, so Schaefer. Die Kirchen seien erfolgreicher als die Regierung, Gesundheitsdienstleistungen und Bildung zur Verfügung zu stellen. „In diesem Fall ist es sinnvoll, die Kirchen zu unterstützen. Es handelt sich schlicht um einen pragmatischen Ansatz“, so Schaefer

„Wir freuen uns über die geplante offene, transparente und neutrale Art der Regierung von Papua-Neuguinea, die Programme auszusuchen und zu finanzieren“, sagte Pastor Leigh Rice, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in PNG. „Wir sind entschiedene Vertreter der Religionsfreiheit, die für alle Glaubensrichtungen gilt und die auch die gleiche Behandlung aller friedliebenden Menschen durch die Regierung einschliesst, ob sie nun glauben oder nicht.“

Adventisten in Papua-Neuguinea
In Papua-Neuguinea mit 7,1 Millionen Einwohnern gibt es über 248.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 904 Kirchengemeinden. Sie unterhalten eine Universität, drei Gymnasien, 96 Grundschulen, 42 Kliniken, einen Flying Doctor Service (Fliegende Ärzte) sowie einen Radio- und Fernsehsender.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist eine weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen Landesbüros und gewährt Hilfe unabhängig von politischer sowie religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft.

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Solidarität mit Überschwemmungsopfern in Sardinien

Rom/Italien | 25.11.2013 | APD | International

Am Abend des 18. Novembers sind bei extrem schweren Niederschlägen des Sturmtiefs „Cleopatra“ in Sardinien viele Flüsse über die Ufer getreten. Laut Angaben der adventistischen Kommunikationsabteilung in Italien seien dabei 16 Personen gestorben, darunter vier Kinder. Autos und Infrastruktur seien durch Springfluten zerstört worden. 1.749 Bewohner von beschädigten Häusern hätten in Notunterkünften untergebracht werden müssen.

„Die Bevölkerung Sardiniens, welche diese furchtbare Tragödie erleben muss, hat unser tiefes Mitgefühl“, sagte Pastor Franco Evangelisti, Präsident der protestantischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien (Chiesa Cristiana Avventista del Settimo Giorno). „Wir beten für die betroffenen Familien und bitten Gott, dass er uns seine Hände sein lässt, die durch praktische Hilfe das Leiden lindern und seine Stimme, um ihnen Trost und Frieden zu bringen.“

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Italien habe den italienischen Zivilschutz kontaktiert, um Hilfseinsätze zu koordinieren und hat dafür ein Spendenkonto eröffnet. Der Zivilschutz, das Rote Kreuz, die Feuerwehr, die Armee sowie die Forstwachen hätten die Strassen von Schlamm befreit, Dämme befestigt und überflutete Gebäude ausgepumpt.

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Adventistin Siegerin des New York-City Marathons

New York City, New York/USA | 25.11.2013 | APD | International

Bei ihrer ersten Teilnahme am New York-City Marathon hat die kenianische Adventistin Priscah Jeptoo (29) mit einer Zeit von 2:25:07 als Erste das Ziel durchlaufen, 49 Sekunden vor der Zweitplatzierten Bizunesh Deba aus Äthipoien, wie „Record“ berichtete. Damit sei die Kenianerin auch Siegerin der World Marathon Majors (WMM) geworden, einer Wertung der weltweit bedeutendsten Marathonläufe, wie Boston, London, Berlin, Chicago und New York-City. Dafür habe Priscah Jeptoo eine Prämie von 455.000 Franken erhalten.

Laut adventistischer Kirchenzeitschrift „Record“ sei Jeptoo während eines Trainingslagers in Iten/Kenia von dem adventistischen Marathonläufer Abel Kiriu, Silbermedalliengewinner der Olympischen Spiele 2012 in London, zum Gottesdienstbesuch in seine Kirche eingeladen worden. Sie habe regelmässig an den am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, stattfindenden Gottesdiensten teilgenommen. Dort hätte sie auch ihren künftigen Ehemann kennengelernt. Nach ihrer Taufe und Heirat habe sie grosse Erfolge gefeiert. So gewann sie die Silbermedaille im Marathonlauf an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 in Daegu/Südkorea, den zweiten Platz bei den Olympischen Spielen 2012 in London und war Siegerin des London Marathon 2013.

Die adventistischen Läufer in Kenia hätten die Adventistische Athletenvereinigung („Adventist Athletic Association“) gegründet, sagte Pastor Noah Kipkoeth Chumo, Seelsorger der adventistischen Kirchengemeinde von Priscah Jeptoo. „Priscah ist eine engagierte Christin, die eine wichtige Rolle in der Kirche spielt“, so der Geistliche.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten von Kenia hat 716.000 Mitglieder, die in 4.523 Kirchengemeinden Gottesdienst feiern. Die dortigen Adventisten unterhalten zwei Krankenhäuser, 34 Kliniken, eine Universität, fünf Gymnasien, zwei Mittelschulen, eine Grundschule und ein Verlagshaus.

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Neues adventistisches Liederbuch erst Ende 2014

Lüneburg/Deutschland | 25.11.2013 | APD | International

Das neue Liederbuch „glauben • hoffen • singen“ für den Gottesdienst der Siebenten-Tags-Adventisten in der Bundesrepublik und der deutschsprachigen Schweiz kommt jetzt doch nicht in diesem Jahr heraus, sondern erst Ende 2014, teilte der Advent-Verlag, Lüneburg, mit. Noch im Frühjahr habe es für einen Teil des Arbeitskreises Neues Liederbuch so ausgesehen, als könnten die Gemeinden schon Ende diesen Jahres aus dem neuen Liederbuch singen. Das habe sich aber als Irrtum erwiesen. Bei einem Treffen des Vorbereitungsteams, bestehend aus Musikern, Vertretern der Freikirche und des Advent-Verlags, sei die „Wegstrecke neu vermessen“ und als neuer Erscheinungstermin Ende 2014 vereinbart worden.

Wie der Sekretär (Geschäftsführer) des Norddeutschen Verbandes der Freikirche und Mitglied des Liederbuch-Ausschusses, Pastor Friedbert Hartmann (Hannover), mitteilte, sei das bisherige Gesangbuch „Wir loben Gott“ bereits 30 Jahre alt und vergriffen. „Aus urheberrechtlichen Gründen können wir es nicht einfach nachdrucken.“ Als „Ergänzungsliederbuch“ wäre vor neun Jahren „Leben aus der Quelle“ erschienen, das vor allem jüngeres Liedgut enthalte. Viele Gemeindemitglieder gingen daher Woche für Woche mit zwei Liederbüchern in den Gottesdienst.

Für das neue Gesangbuch seien 711 Lieder in die Auswahl genommen worden, so Hartmann. Dabei habe der Liederbuch-Ausschuss etwa 3.500 Lieder gesichtet und bewertet. Rund 270 Lieder stammten aus „Wir loben Gott“, 165 aus „Leben aus der Quelle“, und 270 kämen neu hinzu. Das Format sollte „handtaschentauglich“ sein.

Am neuen Liederbuch arbeiteten Kirchen- und Jugendmusiker, Musikpädagogen, Theologen, Germanisten sowie Mitarbeiter aus dem Advent-Verlag Lüneburg und den Dienststellen der beiden deutschen Verbände mit. In den Arbeitskreisen, welche die Verantwortung für die inhaltliche Gestaltung trügen, gebe es etwa 20 Personen aus allen deutschen regionalen („Vereinigungen“) und überregionalen („Verbände“) Freikirchenleitungen sowie der Deutschschweizerischen Vereinigung.

Das neue Liederbuch habe ein „integratives“ Konzept, informierte Pastor Hartmann. „Jede Altersgruppe, jede kulturelle Gruppe der Adventgemeinden in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz soll aus diesem Buch singen können.“ Im neuen Gesangbuch seien unterschiedliche Musikstile vertreten. Chronologisch aufgezählt, gehe es um Liedgut aus der Zeit bis zum 17., des 18. (Pietismus, Aufklärung), 19. (Erweckungszeit) und 20. Jahrhunderts („Erste und Zweite Moderne“, Popularmusik, Anbetungslieder).

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„Latin Evangelical Alliance“ gegründet

New York/USA | 25.11.2013 | APD | Ökumene

In Tegucigalpa/Honduras haben sich Vertreter von 21 Ländern zum „Ibero-Amerikanischen Forum für Evangelischen Dialog“ (FIDE) getroffen und dieses zur „Latin Evangelical Alliance“ (LEA) umgestaltet. Die neu gegründete Allianz soll alle lateinamerikanischen Evangelischen Allianzen vertreten und die evangelische Einheit mit Spanien sowie den Latinos in den USA stärken, wie die Evangelische Weltallianz (WEA) mitteilte. Die WEA begrüsse die Gründung der neuen Allianz und habe ihre volle Unterstützung angeboten.

Die neue LEA soll nach WEA-Angaben ein Instrument der Einheit sein, biblische Werte fördern, die Anliegen ihrer Mitglieder vertreten, Stellungnahmen zu Themen gemeinsamen Interesses abgeben, die nationalen Evangelischen Allianzen und deren Beziehungen stärken, gemeinsam Zeugnis ablegen und einen Beitrag zur Entwicklung theologischen Denkens leisten, an Foren teilnehmen, um Religionsfreiheit, Gerechtigkeit und Frieden zu verteidigen, sowie die Kirchen befähigen, damit sie zu einer sozial-spirituellen Umgestaltung beitragen könnten.

Laut WEA ist Pastor Alberto Solorzano zum Präsidenten der neuen Allianz gewählt worden. Neben dem Sekretär, Agustin Aguilera (Bolivien), würden in der LEA-Leitung Cirilo Cruz (Mexiko), Jorge Taverna (Uruguay) und Vertreter von Brasilien, Spanien und den USA mitarbeiten.

Die beim Forum anwesenden Delegierten stammten aus den nationalen Allianzen von Argentinien, Belize, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Chile, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Dominikanische Republik, Uruguay und Venezuela, sowie aus Spanien und den Vereinigten Staaten.

Die Weltweite Evangelische Allianz (World Evangelical Alliance – WEA) ist ein global evangelikal ausgerichtetes Netzwerk von sieben regionalen und 129 nationalen Evangelischen Allianzen sowie mehr als 150 Mitgliedsorganisationen. Sie vertritt nach eigenen Angaben weltweit über 600 Millionen Christen.

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Ökumenischer Lagebericht 2013 des Konfessionskundlichen Instituts - Einschätzung der aktuellen ökumenischen Baustellen

Hannover/Deutschland | 25.11.2013 | APD | Ökumene

Der in Bensheim ansässige „Evangelische Bund“ hat während seiner 105. Generalversammlung in Hannover den „Ökumenischen Lagebericht 2013" vorgestellt. Die viertätige Versammlung stand unter dem Motto „Glauben und glauben lassen – Toleranz und Glaubensbewusstsein“. Der Evangelische Bund setze sich zum Ziel, die Botschaft der Reformation in den konfessionellen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der Gegenwart zur Geltung zu bringen und dadurch die Ökumene zu fördern, berichtete CBS KULTUR INFO.

Die Präsentation des „Ökumenischen Lageberichts 2013" erfolgte, wie bereits im Vorjahr nicht als Vortrag, sondern als Podiumsrunde. In schriftlicher Form erscheint der ökumenische Lagebericht demnächst in der Zeitschrift „MD -Materialdienst“ Nr. 6/2013 des Konfessionskundlichen Institutes des Evangelischen Bundes, Bensheim.

Der Freikirchen-Referent und Leiter des Konfessionskundlichen Institutes, Pfarrer Dr. Walter Fleischmann-Bisten, berichtete, dass am 21. September 2013 die erste Frau in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa als Pastorin ordiniert worden sei. Dies verstosse jedoch gegen die Richtlinien der Weltkirchenleitung. Zudem informierte er über die weiteren Schritte der Neuapostolischen Kirche, die nun ihren Katechismus veröffentlicht hat und versuche, aus der „Sektenecke“ in die Gemeinschaft der christlichen Kirchen zu kommen. Weiter berichtete Fleischmann-Bisten vom 40-jährigen Jubiläum der „Leuenberger Konkordie“ und ordnete dies in die bevorstehenden Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 ein. Bei der Leuenberger Konkordie handelt es sich um eine 1973 gegründete Kirchengemeinschaft, die fast alle lutherischen, reformierten und methodistischen Kirchen Europas einschliesst. Sie wurde 2003 umbenannt in Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).

Schliesslich berichtete der Freikirchen-Referent, der auch Mitglied der achtköpfigen Arbeitsgruppe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zum Thema „Heilung von Erinnerungen“ ist, über die Chancen, wie dieses Jubiläum nicht national-deutsch oder konfessionalistisch, sondern ökumenisch begangen werden könnte.

Die Ostkirchen-Referentin Dr. Gisa Bauer schilderte vor dem Hintergrund der in den letzten zwölf Monaten stattgefundenen Patriarchenwahlen in Äthiopien, Ägypten, Syrien, Bulgarien und dem Rücktritt des Oberhauptes der orthodoxen Kirche in Tschechien und der Slowakei die jeweilige aktuelle Situation der orthodoxen Kirche in diesen Ländern und ging auf Schwierigkeiten ein, denen diese ausgesetzt seien. Die orthodoxe Kirche zähle heute weltweit etwa 300 Millionen Mitglieder und sei neben Protestantismus und Katholizismus die drittgrösste christliche Konfession, was auch für Deutschland zutreffe.

Der Catholica-Referent Dr. Paul Metzger ordnete die „vierhändige“ päpstliche Enzyklika „Lumen Fidei“ in das geistige Vermächtnis des emeritierten Papstes ein und fragte nach den theologischen Impulsen des neuen Papstes, die sich aus diesem Text erkennen liessen. Ausserdem würdigte er kritisch das Bemühen des Lutherischen Weltbundes (LWB) und des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen um das Reformationsjubiläum 2017. Ob das Konsensdokument wirklich „vom Konflikt zur Gemeinschaft“ führe, sei seiner Meinung nach einer gesonderten Frage würdig.

Metzger informierte auch über den Pontifikatswechsel von Benedikt XVI. zu Franziskus und gab zu bedenken, dass durch den Amtsverzicht des Papstes sich das Papstamt selbst verändert habe. Die ersten Monate der Amtszeit von Papst Franziskus hätten der römisch-katholischen Kirche insgesamt ein neues Bild vermittelt. Jetzt aber müssten den Ankündigungen auch die Umsetzungen folgen. Ferner berichtete er über die Veränderungen in der römisch-katholischen Kirche Deutschlands und die anstehenden personellen Veränderungen. Die Krise im Bistum Limburg sorge schon jetzt für eine nachhaltige Diskussion um Kirchenfinanzierungen und Privilegien der Kirchen in Deutschland.

Der Ökumene-Referent Pfarrer Dr. Matthias Meyer stellte die Frage, mit welcher Vision der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) ins 21. Jahrhundert gehe. Meyer vertrat das Konfessionskundliche Institut auf der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die vom 30. Oktober bis 8. November im südkoreanischen Busan tagen wird. Er berichtete ausserdem von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), die während ihrer 14. Versammlung 2013 in Budapest einen Neuanfang gewagt habe.

Weiter fragte er, welche Anstösse oder Auswirkungen die Feierlichkeiten „450 Jahre Heidelberger Katechismus“ zeitigen würden. Beim Heidelberger Katechismus handele es sich um die am weitesten verbreitete reformatorische Bekenntnisschrift. Ein kleines Buch mit grosser Wirkung für reformierte und unierte Kirchen weltweit, ähnlich wie Martin Luthers Kleiner Katechismus für die lutherische Kirchen.

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Statt Kirchenspaltung „das befreiende Evangelium“ feiern - Letzter Bericht des Catholica-Beauftragten Bischof Weber vor VELKD-Generalsynode

Düsseldorf/Deutschland | 25.11.2013 | APD | Ökumene

Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Professor Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), ist von einem nicht nachlassenden Engagement für die lutherisch/katholische Ökumene überzeugt. In seinem letzten Bericht vor der VELKD-Generalsynode in Düsseldorf skizzierte Weber die ökumenischen Perspektiven im Hinblick auf das Jubiläum „500 Jahre Reformation“. Es müsse deutlich werden, dass die evangelische Kirche 2017 „das befreiende Evangelium, das uns durch die Reformation neu erschlossen wurde“, feiere, nicht aber eine „Kirchenspaltung“. Ein erster Schritt zum ökumenischen Reformationsgedenken sei mit dem Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ der Internationalen lutherisch/römisch-katholischen Kommission erfolgt. Darin werde erstmals eine gemeinsame Sicht auf die Geschichte der Reformation entwickelt, wie sie sich aus den theologischen Lehrgesprächen der zurückliegenden 50 Jahre ergeben hätten.

Der Catholica-Beauftragte stellte zudem heraus, dass der Fortgang der ökumenischen Bemühungen massgeblich vom innerkatholischen Verständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils abhänge. Daran entscheide sich, wie die römisch-katholische Kirche in den nächsten Jahrzehnten offene Fragen und den „oft festgestellten Reformstau“ angehen könne. In der Amtsführung von Papst Franziskus seien in ökumenischer Hinsicht „noch keine eindeutigen Akzente erkennbar“, dessen Auftreten fasziniere aber durch seine Hinwendung zu den Menschen, seine persönliche Glaubwürdigkeit und seinen einfachen Lebensstil. Weber erhoffe sich daher, dass die katholische Kirche künftig noch stärker am Dialog interessiert sei.

Friedrich Weber wurde 2005 durch die Kirchenleitung der VELKD zum Catholica-Beauftragten berufen und darin zweimal bestätigt. Im April 2014 geht das Amt an seinen Nachfolger, den schaumburg-lippischen Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg). Aufgabe des Catholica-Beauftragten sei es, die Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche zu beobachten und zu fördern.

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Gebetswoche zur Einheit der Christen 2014 – Material nur online erhältlich

Zürich/Schweiz | 25.11.2013 | APD | Ökumene

Aus Kostengründen würden die Unterlagen zur Gebetswoche 2014 für die Einheit der Christen nicht mehr über den Buchhandel, sondern als Download auf www.gebetswoche.de zur Verfügung gestellt, wie die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz mitteilte. Das Begleitmaterial für die 105. Gebetswoche zur Einheit der Christen enthält unter anderem einen Gottesdienstvorschlag, Tagesmeditationen und Andachten dazu sowie die Projektvorstellungen für die Kollekte.

Die Gebetswoche steht unter dem Titel: „Ist denn Christus zerteilt?“, einem Text aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth. Es werde damit Bezug genommen auf die unterschiedlichen Formen in denen der christliche Glaube gelebt werde. Der Korintherbrief lehre auch, dass man die Gaben der anderen, trotz der vorhandenen Gegensätze, wechselseitig wertschätzen und dass dies eine Ermutigung zur Einheit sein könne. Die Gebetswoche der Einheit der Christen werde jedes Jahr vom 18. bis 25. Januar oder zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gefeiert, heisst es in der Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft.

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Katholische Bischöfe Europas fordern humaneren Ansatz bei Migration

Brüssel/Belgien | 25.11.2013 | APD | Catholica

Das Schiffsunglück vom 3. Oktober, bei dem mehr als 300 Migranten beim Versuch, die Insel Lampedusa/Italien zu erreichen, ums Leben kamen, sowie das Schicksal von rund 10.000 Menschen, die laut Amnesty International in den letzten zehn Jahren bei der Überquerung des Mittelmeers ertrunken seien, habe das Thema Migration bei der Herbstvollversammlung der römisch-katholischen Bischöfe der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) auf die Agenda gesetzt. Die Plenarsitzung fand vom 13. bis 15. November in Brüssel statt, wie die COMECE mitteilte.

Humanerer Ansatz bei der Migration
Man müsse zwar zwischen regulärer sowie irregulärer Migration unterscheiden und die gesetzlichen Bestimmungen respektieren, heisst es in der COMECE-Medienmitteilung, trotzdem bedürfe es einer grösseren Flexibilität und eines Gespürs für die menschlichen Aspekte bei der Migration.

Die rechtlichen Instrumente, die von allen anzuwenden seien, würden von den EU-Mitgliedsstaaten unterschiedlich gehandhabt. Die ans Mittelmeer angrenzenden Staaten hätten das Gefühl, zu grosse Lasten tragen zu müssen. In einem Brief an die in Brüssel versammelte COMECE hätten die bischöflichen Mitbrüder aus Malta um Solidarität mit ihrem Land gebeten.

Die Bischöfe seien der Ansicht, dass koordinierte Hilfe an die Herkunftsstaaten und die Unterstützung der Transitländer nötig seien, um die Migrationsströme zu bewältigen. Eine zusammenhängendere EU-Migrationspolitik, die sich mit anderen Politikbereichen der Union, wie Handel, Entwicklungshilfe und Aussenbeziehungen, abstimme, sei wichtig. Die COMECE bestehe auf einem humaneren Ansatz bei Migration und Asyl und hoffe, zu der Neuordnung der künftigen EU-Innenpolitik ab 2014 beizutragen, heisst es in der Mitteilung.

Menschenhandel ist ein Skandal
In der Europäischen Union gebe es derzeit rund 880.000 Betroffene von Menschenhandel. Viele seien Opfer der Sexindustrie, von Zwangsarbeit oder Organhandel. Moderne Sklaverei wäre eine der Folgen unkontrollierter Migration und sehr lukrativ.

Ein gut funktionierendes Rettungs- und Wiedereingliederungs-Programm der Abteilung „Menschenhandel“ von Scotland Yard sowie der Katholischen Bischofskonferenz von England und Wales sei von den Bischöfen als „best-practice“-Modell bezeichnet worden. Es solle katholischen Einrichtungen, insbesondere unter Einbezug von Ordensschwestern, in anderen EU-Mitgliedsstaaten bekanntgemacht werden.

Eine gastfreundliche Kirche
Die COMECE-Bischöfe wären über die Fremdenfeindlichkeit gegenüber Migranten in einigen Teilen Europas besorgt. Migranten mit ihren Talenten und kulturellen Prägungen seien eine Chance für Gesellschaft und Pfarrgemeinden. Die Bischöfe wünschten sich, dass Migranten von Pfarrgemeinden in ganz Europa willkommen wären und sie alles tun würden, damit sich diese zu Hause fühlen könnten.

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Erinnerung an die „Reichspogromnacht“ wachhalten <br> ACK-Vorsitzender: „Wo christliche Gemeinden unterschiedlicher Herkunft sich versammeln, hat Fremdenfeindlichkeit keine Chance“

Frankfurt am Main/Deutschland | 25.11.2013 | APD | Menschenrechte

Anlässlich des 75. Gedenktages an die sogenannte „Reichspogromnacht“ am 9. November 1938 rief der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der römisch-katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), dazu auf, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse vor 75 Jahren wach zu halten. Die gemeinsame Erinnerung aller Christen sei eine wichtige Quelle für Toleranz und ein versöhntes Miteinander.

Es gehöre mittlerweile zu einer guten Tradition, dass Gedenkgottesdienste zur „Reichspogromnacht“ meist ökumenisch gefeiert würden, sagte Bischof Wiesemann anlässlich der 75. Wiederkehr des 9. November. In das Gedenken an die Opfer mische sich auch die Scham über das Schweigen von Christen. Dennoch biete sich die Chance, gemeinsam Bilanz zu ziehen. „Indem vor Gott Menschen ihr Versagen eingestehen, können sie auch neu den Weg zueinander finden und Brücken zu den Mitmenschen bauen“, so Wiesemann. Das Erinnern an die Zerstörung und Schändung vieler Synagogen, jüdischer Geschäfte und Wohnhäuser in jener Nacht vor 75 Jahren, aber auch an die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft insgesamt, sei ein wichtiger Beitrag für die Gestaltung eines humanen Miteinanders. Hier komme dem gemeinsamen Zeugnis aller Christen eine wichtige Bedeutung zu.

Der ACK-Vorsitzende rief dazu auf, im Gedenken an die Ereignisse des Jahres 1938 nicht nachzulassen, und dies, wo möglich, als Christen gemeinsam zu tun. „Wo Gemeinden unterschiedlicher Kultur, Sprache und Herkunft sich miteinander vor Gott versammeln, haben Fremdenfeindlichkeit und Rassismus keine Chance“, betonte der Bischof.

Einige regionale ACKs gaben Arbeitshilfen und Materialien zum Gedenken an die „Reichspogromnacht“ heraus, so die ACK Baden-Württemberg (www.ack-bw.de) und die ACK Nordrhein-Westfalen (www.ack-nrw.de).

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Mit Kickboxweltmeisterin gegen Gewalt an Frauen <br> 25. November: Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland, Zürich/Schweiz | 25.11.2013 | APD | Menschenrechte

Zum 25. November, dem internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland eine Kampagne gegen häusliche Gewalt mit der Ärztin und mehrfachen Weltmeisterin im Kickboxen, Dr. Christine Theiss lanciert. Laut der Online-Redakteurin von ADRA Deutschland, Mirjam Greilich, setze sich Christine Theiss seit Jahren für Kinder in Not ein und das Thema "Gewalt gegen Frauen" sei ihr ein Herzensanliegen. In ihrem Sport werde sie täglich mit Gewalt konfrontiert, so die Sportlerin. Der Unterschied zur häuslichen Gewalt bestehe aber darin, dass es im Sport feste Regeln gebe. Beide Boxerinnen wüssten, worauf sie sich einliessen. Häusliche Gewalt hingegen sei "einfach erbärmlich", so die Kickboxerin.

Gewalt gegen Frauen sei Alltag bei vielen Frauen und Kindern. Jede vierte Frau weltweit werde in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt. Aus Scham, Angst vor Gerede oder weiteren Übergriffen, trauten sich viele jedoch nicht, aus der Situation auszubrechen, heisst es in der Mitteilung des Hilfswerks. ADRA Deutschland hat mit der Kickboxerin einen Film Clip zur Thematik gedreht: http://youtu.be/W3kZgu7cjdk

Gemäss einer kürzlich veröffentlichten Studie, koste die Gewalt unter Partnern in der Schweiz die Gesellschaft pro Jahr zwischen 160 und 280 Millionen Franken, heisst es in einer Medienmitteilung von ADRA Schweiz zum Kampagnenstart gegen häusliche Gewalt. Jede zweite Woche sterbe in der Schweiz eine Person an den Folgen häuslicher Gewalt. Der Strafrechtler Martin Killias schätze, dass 5.500 Frauen und 2.100 Männer Opfer ihres Partners oder ihrer Partnerin würden und physisch unter Gewalt litten.

Adventisten mit weltweiter Kampagne gegen Gewalt an Frauen: „Enditnow“
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat 2010 weltweit die Kampagne „Enditnow“ lanciert, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen anzugehen (www.enditnow.org).

ADRA Deutschland und Schweiz kämpfen gegen häusliche Gewalt
Auch wenn familiäre Situationen ausweglos erschienen, gebe es Hoffnung auf Hilfe, so Mirjam Greilich. Dem Hilfswerk liege die Gesundheit und der Schutz von Frauen besonders am Herzen. So habe ADRA Deutschland vor einigen Jahren in Serbien ein Frauenhaus gegründet. In Kenia sei die Hilfsorganisation beim Aufbau einer Anlaufstelle tätig gewesen. Sie biete Opfern von Genitalverstümmelung eine Zuflucht oder schütze junge Mädchen, die verheiratet werden sollten. Sie hätten nun einen Platz, der ihnen Sicherheit biete und an dem sie sich wieder ein normales, angstfreies Leben aufbauen könnten.

Bei ADRA Schweiz würden alle Mitarbeitenden Verhaltensregeln unterschreiben und damit bestätigen, dass sie auf jegliche Art von Gewalt verzichteten, schreibt das Hilfswerk. Seit 2007 unterstütze ADRA Schweiz in Thailand unter dem Namen „Keep Girls Safe“ ein Heim für Mädchen, die gefährdet seien von Menschenhändlern zur Prostitution gezwungen zu werden. Seit Juli 2012 unterstütze auch die Stiftung „Glückskette“, die Spenden für humanitäre Hilfsprojekte sammelt, dieses Projekt. „Keep Girls Safe“ gewähre gefährdeten Mädchen aus dem Norden des Landes einen Unterschlupf, damit sie normal aufwachsen und zur Schule gehen könnten.

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Lutherischer Weltbund besorgt über Gerichtsurteil in Malaysia <br> Christliche Publikation darf den Namen „Allah“ nicht verwenden

Genf/Schweiz | 25.11.2013 | APD | Religionsfreiheit

Der Lutherische Weltbund (LWB) zeigt sich besorgt über die Entscheidung eines Berufungsgerichts in Malaysia, das der römisch-katholischen Wochenzeitung „Herald“ verboten hat, das malaiische Wort „Allah“ zu verwenden, wenn von Gott die Rede ist. LWB-Präsident Bischof Dr. Munib A. Younan und LWB-Generalsekretär Pfarrer Martin Junge bezeichneten das Urteil als Versuch, die Freiheit der Religionsausübung und Meinungsäusserung in Malaysia einzuschränken. „Das Urteil läuft der jahrhundertealten, allgemein akzeptierten Verwendung des Wortes ‚Allah‘ durch arabische Christen im Nahen Osten und in anderen Teilen der Welt zuwider“, so die LWB-Vertreter.

In einer Entscheidung vom 14. Oktober hatte das malaysische Berufungsgericht bestätigt, dass die Wochenzeitung „Herald“ die Verwendung des Wortes „Allah“ unterlassen müsse und dass ein entsprechender Ministerialerlass die verfassungsmässigen Rechte der Publikation nicht verletze. Das Gericht befand, die Verwendung des Namens „Allah“ sei nicht wesentlich für den Glauben und die Praxis des Christentums, und eine solche Verwendung würde Verwirrung stiften.

In einem Schreiben an malaysische Kirchen stellten Younan und Junge fest, das Wort „Allah“ werde seit rund 2.000 Jahren von Christen verwendet. Wenn malaiisch-sprachigen Christen verboten würde, Gott als „Allah“ anzusprechen, wären ihre Lehre, Praxis, ihr Gottesdienst und ihre Gebräuche nicht länger frei, betonten die LWB-Vertreter in ihrem Brief an die Leitungen der Basler Christlichen Kirche Malaysias, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Malaysia, der Lutherischen Kirche in Malaysia und Singapur sowie der Protestantischen Kirche in Sabah. „Religiöse Intoleranz ist eine Quelle von Gewalt und Leid, während die Religionsfreiheit ihrerseits Quelle und Grundlage friedlicher Koexistenz ist“, heisst es in dem Schreiben.

In Malaysia stellen Muslime (vor allem Sunniten) etwa 61 Prozent der Bevölkerung von 29 Millionen Menschen. Christen sind im Land mit neun Prozent vertreten. Dazu kommen 19 Prozent Buddhisten, sechs Prozent Hindus, drei Prozent Konfuzianer sowie Daoisten und Sikhs. Der LWB ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund/Schweden gegründet, zählt er inzwischen 142 Mitgliedskirchen, denen rund 70 Millionen Lutheraner in 79 Ländern angehören.

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Evangelische Allianz fordert Bundesbeauftragten für Religionsfreiheit

Berlin/Deutschland | 25.11.2013 | APD | Religionsfreiheit

Der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Wolfgang Baake (Berlin), hat anlässlich des am 10. November stattgefundenen „Gebetstages für verfolgte Christen“ gefordert, auch in der 18. Legislaturperiode in den Bemühungen für die Religionsfreiheit und die Sorge um verfolgte Christen nicht nachzulassen.

In einem Brief an die CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel, und den Vorsitzenden der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Volker Kauder, bat Baake, in den Koalitionsverhandlungen sich für die Schaffung der Stelle eines Bundesbeauftragten für Religionsfreiheit einzusetzen, um dadurch der Sorge um die weltweite Religionsfreiheit und der immer stärker werdenden Zahl verfolgter Christen auf Regierungsebene in besonderer Weise Nachdruck zu verleihen. Baake würdigt in seinem Schreiben das Engagement der Bundeskanzlerin, des Fraktionsvorsitzenden und des „Stephanus-Kreises“ innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der 17. Legislaturperiode und schrieb: „Volker Kauder ist es mit seinem Engagement für die verfolgten Christen besonders gelungen, dieses Thema ganz oben auf der politischen und publizistischen Tagesordnung zu verankern.“ Um diesen Bemühungen auch in der neuen Legislaturperiode Nachdruck zu verleihen, sei die Bitte um die Einrichtung einer Stelle für den Bundesbeauftragten für Religionsfreiheit ein „konsequenter Schritt“.

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ADRA schliesst Versorgungslücke auf den Philippinen

Leyte/Philippinen | 25.11.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

„Nahrungsmittel, Wasser und Unterkunft sind im Moment die dringendsten Bedürfnisse“ in den Katastrophengebieten der Philippinen, informierte Beryl Hartmann, Koordinatorin für Nothilfe bei der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien. Das weltweite ADRA-Netzwerk arbeite mit Partnerorganisation auf den Philippinen zusammen und habe in einer ersten Massnahme an 3.500 Familien im Norden der Insel Cebu und in der Provinz Iloilo auf der Insel Panay, südöstlich der Hauptstadt Manila, Nahrungsmittel und Wasser für drei Tage verteilt, wie „Record“ mitteilte.

Weitere 5.450 Familien sollen laut ADRA Grossbritannien in Ajuy, Batad, Carles, Concepcion, Estancia und San Dionisio in der Iloilo Provinz Trinkwasser, Nahrungsmittel sowie Planen als Schutz gegen Regen und Sonne erhalten. Ein Lagerhaus für Hilfsgüter sei in Roxas City auf Panay errichtet worden. Eine Aufbereitungsanlage liefere inzwischen 4.000 Liter Trinkwasser in Dao, Provinz Capiz. Sie versorge auch das dortige Distrikt-Krankenhaus. Es handle sich um Gebiete in der Zerstörungsschneise des Taifuns, die bisher am wenigsten mit Hilfsgütern versorgt worden seien. In Zusammenarbeit mit der UNO, der philippinischen Regierung und anderen Hilfswerken habe ADRA Philippinen diese Versorgungslücke ausgemacht und geschlossen.

Nahrung, Trinkwasser, Unterkunft
Die Hilfsgüter würden laut ADRA Österreich vor Ort eingekauft, um die Transportwege kurz zu halten und die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Nothilfespezialisten des weltweiten ADRA Netzwerks seien eingeflogen, darunter auch zwei Fachleute aus Deutschland, um ADRA Philippinen bei der Bewältigung der Hilfsmassnahmen beizustehen. Die Fachleute des Hilfswerks planten Notunterkünfte und die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse. ADRA Schweiz hat für die Nothilfe 100.000 Franken zur Verfügung gestellt.

Laut Liane Gruber, Koordinatorin für Fundraising bei ADRA Deutschland, hätten die deutschen ADRA-Mitarbeiter Frank Brenda aus Iloilo und Fritz Neuberg von der Insel Cebu berichtet, dass dort in vielen Dörfern fast alle Häuser zerstört worden wären. Daher seien Notunterkünfte dringend erforderlich.

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ADRA Indien leistet Nothilfe nach Wirbelsturm an der Ostküste

Zürich/Schweiz | 25.11.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Nachdem der Wirbelsturm "Phailin" Mitte Oktober an der Ostküste Indiens eine Spur der Verwüstung hinterlassen habe, seien in der grössten Evakuierung in der Geschichte des Landes 600.000 Menschen innerhalb von zwei Tagen umgesiedelt worden, wie die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mitteilte. Dank Vorbereitungsmassnahmen der Regierung hätten nur acht Todesfälle beklagt werden müssen, die Schäden würden sich in den betroffenen Gegenden aber noch jahrelang auswirken. So seien laut ADRA 300.000 Hektar Reis vernichtet worden, in vielen Gegenden habe es Stromausfälle gegeben und es fehle an Unterkünften, Sanitäranlagen und frischem Wasser, weil die Brunnen durch den Tropensturm verschmutzt worden seien.

ADRA-Notfallteam für Katastrophen
Dank rechtzeitiger Vorbereitung habe ADRA Indien ein eigenes Notfallteam mit Spezialisten für Notfallmassnahmen aufgebaut. Vor Eintreffen des Wirbelsturms "Phailin" sei mit lokalen Lieferanten vereinbart worden, wie nach dem Ereignis schnell lebensnotwendige Hilfsgüter wie Wasserreinigungstabletten, Hygienekits, Zelte und Lebensmittel beschafft und geliefert werden könnten.

Darüber hinaus biete ADRA ein sogenanntes „Geld für Arbeit“-Programm an. Es helfe Menschen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, indem sie beim Aufräumen nach der Katastrophe mitarbeiteten. Zudem erstelle ADRA-Indien einen Disaster-Recovery-Plan zur Wiederherstellung der Infrastruktur sowie ein Wiederaufbauprogramm, um den Betroffenen langfristig zu helfen.

Nach Angaben der indischen Regierung seien ausreichend Vorräte vorhanden. Das Fehlen von Trinkwasser, wegen der Verschmutzung der Brunnen durch den Tropensturm, sei ein Problem. Filteranlagen müssten aufgestellt oder Brunnen gebohrt werden. Dank langjähriger Erfahrung im Bau temporärer Baracken aus Holz, erstelle ADRA Indien kleine Übergangsunterkünfte als Ersatz für die zerstörten Häuser. In der Woche nach dem Wirbelsturm hätten starke Regenfälle und Überschwemmungen den Transport der Hilfsgüter in viele Dörfer erschwert oder verunmöglicht. Zudem hätten heftige Winde das Kommunikationssystem sowie die Stromversorgung zerstört.

Das Schweizer Hilfswerk unterstützt gemeinsam mit dem weltweiten ADRA-Netzwerk ein Projekt zur Verteilung von Zeltplanen an 2.500 betroffene Haushalte. Zusammen mit Global Medic liefert ADRA Trinkwasser an 15 Dörfer. Zudem erhielten 4.000 Personen zwischen 11 und 16 Franken, um sich mit dem Wichtigsten auszustatten.

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Hilfe für Flüchtlinge in Uganda

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 25.11.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Allein in diesem Jahr seien nach schweren Kämpfen im Kongo bisher über 60.000 Menschen ins benachbarte Uganda geflüchtet. In den Regionen Butogo und Busunga, nahe der Grenze, gebe es laut Onlineredakteurin der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, Mirjam Greilich, die landesweit grössten Auffanglager für Flüchtlinge.

Allein in Butogo lebten über 8.500 Menschen in Flüchtlingscamps, vor allem Kinder, Frauen und Jugendliche. Bislang hätten sich über 63 Campbewohner eine Toilette teilen müssen. Um die Situation der Menschen zu verbessern, begann ADRA im Juli 2013 ein Hilfsprojekt. Gemeinsam mit acht weiteren ADRA Büros unterstützte ADRA Deutschland die Arbeit von ADRA Uganda bis Ende Oktober 2013. So habe das ADRA-Netzwerk über 20.000 Flüchtlingen in Uganda Decken, Kleidung, Matten, Moskitonetze, Handtücher, Becher, Teller, Wasserkanister und Wasserreinigungstabletten zur Verfügung gestellt.

Um die Hygiene in den Camps zu verbessern, seien ausserdem fünf Klärgruben mit je 5.000 Litern Fassungsvermögen und drei grosse Toilettenanlagen errichtet worden. Auch die Abfallentsorgung spiele eine wichtige Rolle für die Hygiene in den Camps. Daher habe ADRA im Flüchtlingscamp 30 Abfallstationen installiert, welche die Müllentsorgung bündeln sollten. Die Flüchtlinge benötigten ausserdem Kochstellen und Küchengeräte, sodass ADRA 27 Energiesparöfen aufgestellt habe.

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Flüchtlingshilfe in Mali

Wien/Österreich | 25.11.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Im Januar 2012 brach ein bewaffneter Konflikt in Nordmali im Westen Afrikas aus, der durch den Putsch vom März 2012 und späteren Kämpfen zwischen Islamisten und den Tuareg noch komplizierter wurde. Dadurch seien über 300.000 Menschen innerhalb des Landes geflüchtet.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich unterstütze gegenwärtig gemeinsam mit der Schwesterorganisation ADRA Deutschland Flüchtlingsfamilien in der Region Koulikouro mit Lebensmitteln für den Übergang. Rund 6.200 Familien mit Zugang zum Ackerland hätten zudem Saatgut und Werkzeuge erhalten, so der Direktor von ADRA Österreich, Marcel Wagner. 150 Frauen bekämen ausserdem Geflügel für die Zucht. Es würden auch einige traditionelle Brunnen wieder aufgebaut. Ein ADRA Team unterweise die Familien, wie sie sich gesund ernähren können.

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Der Lebensstil fördert oder hemmt die Entwicklung von Krebs und Diabetes

Zürich/Schweiz | 25.11.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

„Früher starben die Menschen vorwiegend an übertragbaren Krankheiten, denen man mit Antibiotika und anderen Medikamenten mehr oder weniger beigekommen ist. Heute sterben wir vorwiegend an nichtübertragbaren Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen", sagte Dr. Heidi Schulz, am jährlichen Gesundheitstag der Schweizer Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten am 27. Oktober in Aarau (Kanton Aargau). Nur fünf bis zehn Prozent der Krebsfälle entständen auf Grund von geerbten Mutationen. Der Lebensstil sei viel entscheidender für die Krebsentstehung, so die Biochemikerin am Institut für Humangenetik an der Universität Regensburg. Aufs Rauchen und auf eine unausgewogene Diät seien je rund 30 Prozent und auf Übergewicht 15 Prozent der Krebsfälle zurückzuführen.

„Unser Schatten ist länger, als wir denken“
Die Wissenschaftlerin erklärte die Grundmechanismen der Epigenetik, einer neuen Sparte der Genetik, und erläuterte die Bausteine des menschlichen Erbguts (Genom). Mit vielen Beispielen zeigte sie den rund 60 anwesenden Gesundheits- und Lebensstilberatern sowie Personen aus Gesundheitsberufen auf, wie das Erbgut beeinflusst und gesteuert werden könne und welche langfristigen Auswirkungen der Lebensstil auf die eigene Gesundheit sowie auf die der Nachkommen haben könnte. „Unser Schatten ist länger, als wir denken“, sagte die Biochemikerin. „Ob ein Junge mit elf Jahren raucht oder nicht raucht, hat Auswirkungen auf die übernächste Generation, auf seine zukünftigen Enkel“, so Schulz. Ebenso könne der Alkoholkonsum einer Mutter Auswirkungen bis zu ihren Urenkeln, vier Generationen nach ihr, haben. Die Aussage der Bibel, wonach das Verhalten einer Generation sich auf mehrere nachfolgende Generationen auswirke, sei heute wissenschaftlich zu belegen.

Die Ganzheitlichkeit des Menschen
Broccoli hemme die Entwicklung einiger Krebsarten, so Dr. Heidi Schulz. Es sei aber bewiesen, dass nicht nur unsere Diät oder ein Fitnessprogramm einen direkten positiven Effekt auf unsere Gene hätte. Auch soziale Kontakte oder unsere Weltanschauung spielten eine entscheidende Rolle im „Schalter- oder Steuerungssystem“ unserer Zellen. So habe hedonistisches Glücksempfinden, bei dem man primär in egoistischer Weise Erfüllung suche, nicht die gleichen positiven, gesundheitsfördernden Steuerungseffekte auf die Gene, wie Glücksempfinden, das Folge von altruistischen (selbstlosen) Handlungen sei.

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„Hope Channel deutsch“ jetzt auch über Antenne empfangbar

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 25.11.2013 | APD | Medien

Der christliche Fernsehsender der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, „Hope Channel deutsch“, ist jetzt auch deutsch auf Fernsehgeräten zu sehen, welche das TV-Signal über DVB-T, das heisst über eine Antenne, empfangen. Sofern diese TV-Geräte sogenannte „Smart TVs“ sind, sprich HbbTV-fähig und Zugang zum Internet haben, genügt ein Sendersuchlauf oder der Aufruf des Elektronischen Programmführers (EPG), um den „Hope Channel“ auf dem heimischen Fernseher verfolgen zu können. Das sei gerade in Ballungszentren eine gute Alternative zur Satellitenschüssel, die in den Städten häufig untersagt ist.

Die etwas sperrige Abkürzung HbbTV bedeutet Hybrid broadcast broadband Fernsehen und meint die standardisierte Verbindung von Fernsehen und Internet. Seit 2011 statten die meisten TV-Geräte-Hersteller ihre Fernsehgeräte mit HbbTV-Funktionalität aus. Nach Aussagen von Marktforschern würden immer mehr dieser Smart-TV-Geräte mit Internetanschluss verkauft, sodass „Hope Channel deutsch“ nun vielen weiteren Zuschauern zur Verfügung stehe.

Die Ausstrahlung geschehe zunächst für einen Testzeitraum von sechs Monaten. Je nach Zuschauerecho solle über die weitere Vorgehensweise entschieden werden. Werde das Programm gut angenommen, wäre der nächste Schritt, auch die Mediathek vom „Hope Channel“ über die sogenannte Multithek auf den Fernseher zu bringen. Die Multithek werde zurzeit bundesweit in einer gross angelegten Plakataktion beworben. Die Verantwortlichen von „Hope Channel TV“ erhofften sich durch dieses erweiterte Angebot wachsende Zuschauerzahlen.

„Hope Channel deutsch“ ist einer der drei in Deutschland ansässigen christlichen Fernsehsender, die ihr Programm rund um die Uhr ausstrahlen. „Hope Channel TV“ wird vom adventistischen Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ in Alsbach-Hähnlein betrieben. Die „Stimme der Hoffnung“ unterhält seit 1948 ein deutschsprachiges christliches Radio und seit rund fünf Jahren den TV-Sender „Hope Channel deutsch“.

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