APD-INFORMATIONEN 12/2013 - DEZEMBER 2013

Methodisten: „Ja, aber“ zur Evangelischen Kirchengemeinschaft

Zürich/Schweiz | 16.12.2013 | APD | Schweiz

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) unterstütze laut einer Medienmitteilung die grundsätzliche Stossrichtung einer sichtbaren evangelischen Kirchengemeinschaft in der Schweiz, wie sie der Verfassungsentwurf des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) vorschlage, der seit Sommer 2013 bei den SEK-Mitgliedskirchen in der Vernehmlassung ist.

Die Evangelisch-methodistische Kirche, die ebenfalls dem SEK angehört, unterstütze das grundsätzliche Ziel des Verfassungsentwurfs nach „vermehrter Zusammenarbeit“ sowie nach Stärkung der Gemeinschaft unter den evangelischen Kirchen, weil die Förderung der Einheit unter den Kirchen ein starkes Anliegen der EMK sei.

Evangelisch, nicht protestantisch oder reformiert
Weil sich die Evangelisch-methodistische Kirche von ihrer Entstehungsgeschichte her als evangelisch bezeichne, begrüsse sie, dass der Verfassungsentwurf von einer evangelischen und nicht von einer reformierten oder protestantischen Kirchengemeinschaft ausgehe. Die Zielsetzung, als evangelische Kirchen in der Schweiz gegenüber der Öffentlichkeit vermehrt mit einer Stimme aufzutreten, sei ihr wichtig.

Dass für die evangelische Kirchengemeinschaft ein Präsidium vorgesehen sei, das in ihrem Namen Stellung nehme, sei richtig und die vorgesehene Besetzung dieses Amtes mit einer ordinierte Person sachgerecht. Wünschenswert sei auch die Öffnung der zukünftigen Kirchengemeinschaft gegenüber anderen evangelischen Kirchen, wie zum Beispiel zur Evangelisch-lutherischen Kirche. Die EMK trage grundsätzlich die Aufgaben mit, die im Verfassungsentwurf der neuen Kirchengemeinschaft zugedacht würden.

Kirche oder Kirchengemeinschaft?
In der konkreten Ausgestaltung der neuen Verfassung sei laut EMK unklar, ob es sich bei der geplanten Evangelischen Kirche in der Schweiz (EKS) um eine Kirche oder eine Kirchengemeinschaft handle. Die EMK bevorzuge eine verbindlichere Kirchengemeinschaft, in der selbständige Kirchen miteinander in wachsender Einheit unterwegs seien. Daher erachte sie den Namen „Evangelische Kirchen in der Schweiz“ (EKS) als angemessener. Zudem wolle sich die Evangelisch-methodistische Kirche nicht durch Beschlüsse der EKS-Synode in ihrer Selbständigkeit beschränken lassen. Die erste Verpflichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz bestehe gegenüber der United Methodist Church, der weltweiten EMK, und deren global geltenden Kirchenordnung.

Doppelkonstrukt von Verein und Kirche birgt Risiko
Im komplexen Doppelkonstrukt von Verein und Kirche der Evangelischen Kirchen in der Schweiz und den daraus entstehenden Gremien sehe die EMK ein hohes Risiko für Kompetenzstreitigkeiten. In schwierigen Zeiten brauche es ein tragendes Fundament und wegweisende Leitlinien. Hilfreicher als komplexe Strukturen wären laut EMK wenige Gremien mit klaren Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten. Die Evangelisch-methodistische Kirche rege daher an, die EKS ganz auf den Boden des Schweizerischen Vereinsrechts zu stellen.

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Schweizer Alkoholpolitik: Geld statt Menschen im Zentrum der Debatte

Lausanne/Schweiz | 16.12.2013 | APD | Schweiz

Sucht Schweiz, die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme, fordert in einem Fazit aus alkoholpolitischer Sicht die Politik auf, die Marktinteressen zurückzuschrauben und Menschen mit Alkoholproblemen nicht die alleinige Verantwortung aufzubürden.

„Der Jahresrückblick auf die alkoholpolitische Debatte in der Schweiz fällt ernüchternd aus“, heisst es in der Medienmitteilung. Mit der Totalrevision des Alkoholgesetzes und der Diskussion um "Komatrinker", welche die Spitalkosten selbst tragen sollten, sei viel in Bewegung gekommen. Die Solidarität stehe in Gefahr und Marktinteressen sowie ideologische Argumente hätten Vorrang vor gesundheitspolitischen. Mit der Möglichkeit rund um die Uhr Billigstalkohol verkaufen zu können, schiesse die jetzige Vorlage zum Alkoholhandelsgesetz am ursprünglichen Ziel völlig vorbei. Das einzig positive bestehe darin, dass die Gesetze noch nicht verabschiedet seien.

Alkoholpolitische Spannungsfelder
Als alkoholpolitische Spannungsfelder ortet die Fachstelle persönliche versus gesellschaftliche Verantwortung, persönliche Freiheit versus Marktfreiheit sowie Schuld versus Unschuld bei Alkoholproblemen. Sucht Schweiz beobachte die Trends in der politischen Diskussion mit Sorge. So sei von persönlicher Verantwortung, Schuld und Freiheit viel die Rede. Sie fordere aber nachdrücklich auch eine gesellschaftliche Haltung, welche die Verantwortung für problematischen Alkoholkonsum nicht alleine auf das Individuum abschiebe, sondern die Gemeinschaft mit einbeziehe.

Neues Alkoholhandelsgesetz und Änderung des Krankenversicherungsgesetzes
Derzeit werden ein neues Alkoholhandelsgesetz und die Änderung des Krankenversicherungsgesetzes, zwei zentrale alkoholpolitische Geschäfte, auf nationaler Ebene vorbereitet.

Neues Alkoholhandelsgesetz
Das Alkoholgesetz will laut Zweckartikel den problematischen Konsum und alkoholbedingte Schäden reduzieren sowie die Jugend schützen. Laut Sucht Schweiz fehlten in der jetzigen Vorlage die wissenschaftlich fundierten, wirksamen Präventionsinstrumente. Dies sei ein Widerspruch, der nur damit erklärt werden könne, dass die Interessen der Alkoholindustrie den Gesetzgeber entscheidend beeinflussten. Es werde ein Steuersystem gesucht, das inländische Spirituosenproduzenten begünstige und dennoch rechtskonform sei.

Krankenversicherungsgesetz
Laut der Initiative von Nationalrat Toni Bortoluzzi (SVP) soll die medizinische Notversorgung, die bei exzessivem Alkoholkonsum notwendig werde, durch die Verursacher selber bezahlt werden, so Sucht Schweiz. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-NR) sei Mitte 2013 auf einen entsprechenden Entwurf zur Änderung des Krankenversicherungsgesetzes eingetreten. Im Frühjahr 2014 werde die SGK-NR über die Vorlage befinden, welche anschliessend den interessierten Kreisen zur Vernehmlassung unterbreite werde.

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Neuer Pastor für die Adventgemeinden Bürglen, Romanshorn und Wil

Zürich/Schweiz | 16.12.2013 | APD | Schweiz

Anfang Januar 2014 wird Pastor Arnold Zwahlen (57) die Betreuung der Gemeinden Bürglen/TG, Romanshorn/TG und Wil/SG, mit total 155 Mitgliedern, der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Bezirksprediger übernehmen. „Bei den Adventisten handelt es sich nicht um eine Volkskirche, deren Mitglied man durch die Kindertaufe wird“, sagte Arnold Zwahlen, „sondern um eine Mitgliederkirche, der man durch die Glaubenstaufe im Erwachsenenalter beitritt“. Kinder und Jugendliche aus adventistischen Familien, die nicht als Säuglinge getauft würden, zählten nicht als Mitglieder. Pastor Zwahlen war im Kanton Aargau tätig und folgt auf Nevzat Alci, der im Herbst die Verantwortung für die Adventgemeinde Salzburg/Österreich übernommen hat.

Werdegang
Der 57-jährige Schweizer absolvierte eine Lehre als Zimmermann und anschliessend ein Theologiestudium am adventistischen Seminar Bogenhofen (Oberösterreich), Collonges (Frankreich) sowie am Avondale College (Wahroonga, NSW/Australien). Nach berufsbegleitenden Studien im Newbold College (Bracknell/England), beim Institut für Gemeindeaufbau und Weltmission (IGW) in Zürich sowie an der Adventistischen Universität auf den Philippinen (AIIAS), schloss Zwahlen seine Studienmit einem Doctor in Ministry (D.Min.) mit Schwerpunkt „Mission und Ministry“ ab. Arnold Zwahlen ist seit 32 Jahren als Pastor tätig und mit Anni verheiratet. Das Ehepaar hat zwei erwachsene Töchter.

Soziale Projekte im In- und Ausland
In seiner Tätigkeit als Pastor im Kanton Aargau habe er gute Erfahrungen in der Arbeit mit sozial bedürftigen Einzelpersonen, Familien und Migranten gemacht, dies in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Sozialdiensten. „Ich hoffe, diese Erfahrungen im neuen Arbeitsgebiet im Kanton Thurgau und St. Gallen einbringen zu können“, sagte Zwahlen.

Nebst den üblichen Tätigkeiten für Seelsorge und Gottesdienst, werde er auch Religionsunterricht erteilen und öffentliche Veranstaltungen durchführen, so Zwahlen.
„Ich habe eine „Schöpfungsexpo“ mit Fossilien, Schaubildern und Texten zum Ursprung des Lebens aus biblischer Perspektive gestaltet“, so Zwahlen, „die ich auch in der Ostschweiz ausstellen möchte.“

Er habe seit 2004 wiederholt mit zehn bis fünfzehn Personen ein dreiwöchiges Hilfsprojekt in Äthiopien/Afrika durchgeführt und starte im August 2014 in Sri Lanka ein neues Projekt. Dabei würden in Zusammenarbeit mit der adventistischen Kirchenleitung vor Ort Weiterbildungen für adventistische Pastoren angeboten sowie soziale, medizinische und geistliche Angebote für die Bevölkerung gemacht.

Adventisten in der Schweiz
Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist seit 146 Jahren in der Schweiz vertreten. Die erste Gemeinde wurde 1867 in Tramelan (Berner Jura) gegründet. Im Jahre 1901 wurden die Kirchengemeinden in der Schweiz entsprechend der Sprachzugehörigkeit in zwei "Vereinigungen" aufgeteilt: in die "Deutschschweizerische Vereinigung" mit Sitz in Zürich und in die "Fédération de la Suisse Romande et du Tessin" mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die nationale Kirchenleitung „Schweizer Union“. Ende Dezember 2012 lebten 4.394 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz. Einige Hundert Kinder und Jugendliche sind in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die protestantische Freikirche keine Kinder tauft, sondern ihnen den Entscheid zum Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, wenn sie sich selbst entscheiden können. Die Adventisten der Schweiz feiern den Gottesdienst am biblischen Ruhetag, dem Samstag (Sabbat), in 49 Kirchgemeinden und fünf Gruppen. Weltweit sind knapp 18 Millionen Personen durch die Glaubenstaufe Mitglieder der Kirche geworden.

Webseiten der Adventgemeinden im Kanton Thurgau und St. Gallen
Bürglen: http://buerglen.adventgemeinde.ch/
Romanshorn: http://romanshorn.adventgemeinde.ch/
St. Gallen: http://stgallen.adventgemeinde.ch/
Wil: http://wil.adventgemeinde.ch/

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Urs Brosi neuer Chef der römisch-katholischen Armeeseelsorge

Weinfelden/Schweiz | 16.12.2013 | APD | Schweiz

Urs Brosi (48), Generalsekretär der römisch-katholischen Landeskirche Thurgau wird Chef der Armeeseelsorger seiner Kirche. Er folgt auf Daniel Bachmann, Spitalpfarrer in Frauenfeld. Erstmals ist der Chef der katholischen Armeeseelsorger nicht Priester, wie die Kommunikationsabteilung der römisch-katholischen Kirche im Thurgau mitteilte.

Demnach sei der Theologe und Kirchenrechtler Urs Brosi zusammen mit dem Chef der evangelischen Armeeseelsorge für gut 200 Armeeseelsorger verantwortlich, darunter zwei Frauen. Er sei für deren fachtechnische Führung in der Aus- und Weiterbildung und für ihren Einsatz zuständig.

„Bis anhin war ich als Klassenlehrer in der Ausbildung tätig, neu leite ich den Lehrgang", freut sich Brosi auf die neue Herausforderung. Er sei dankbar, dass sein Arbeitgeber, der Kirchenrat, grünes Licht gegeben habe, um diese Nebentätigkeit interimsweise zu übernehmen. Urs Brosi werde die Armeeseelsorger bei Anlässen im In- und Ausland gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen repräsentieren. Zudem seien die beiden Bindeglied zur jeweiligen Kirchenleitung.

„Urs Brosi ist unser Wunschkandidat"
„Für diese wichtige Spitzenposition war Urs Brosi unser Wunschkandidat", sagte Urs Aebi, Chef Armeeseelsorge der Schweizer Armee zur Neubesetzung. „Er hat sich von seinen fachlichen und menschlichen Fähigkeiten geradezu aufgedrängt und ist für mich seit Jahren ein sehr wertvoller Partner." Er bringe die notwendige Erfahrung und Ausbildung mit, so Aebi.

Kein Priester - Bischofskonferenz stimmte dennoch zu
Seitens der Schweizer Bischofskonferenz hätte der Chef der römisch-katholischen Armeeseelsorger bis anhin ein Priester sein müssen, heisst es in der Mitteilung der katholischen Kirche Thurgau. Da Priester zur Mangelware geworden und im Zivilleben stark belastet seien, habe sich die Bischofskonferenz zum ersten Mal einverstanden erklärt, einen Chef der römisch-katholischen Armeeseelsorge zu ernennen, der nicht Priester sei.

Seelsorger werden in Belastungssituationen beigezogen
Armeeseelsorger seien gefragt, wenn sich Armeeangehörige in Belastungssituationen befänden. Bei jungen Rekruten stünden die militärischen Probleme im Vordergrund, bei WK-Soldaten zivile. Ein besonderes Ohr leihe er den Kommandanten, die eine grosse Verantwortung tragen würden und sonst kaum Möglichkeiten hätten, sich offen auszusprechen, sagte Urs Brosi. Selten, aber bedeutsam seien Unfälle und Todesfälle. „Wir stehen dann nicht nur den Verunfallten und deren Angehörigen bei, wir kümmern uns auch um die Kameraden", so Brosi.

Enorme Chance
Armeeseelsorger zu sein, sei nicht die einfachste Aufgabe, aber eine enorme Chance. „Wo sonst in unserer Seelsorgearbeit hat man so viele junge Männer vor sich, denen man etwas auf ihren Weg mitgeben kann", betonte Brosi.

Grosse Wertschätzung
Die Armeeseelsorger lernten in der Ausbildung mit Ungeplantem umzugehen. Die Arbeit erfahre fast durchwegs grosse Wertschätzung, auch wenn heute nur noch ein Teil der Soldaten im zivilen Leben Kontakt zu einer Kirche habe.

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Basler Adventisten feierten ihr 130jähriges Bestehen

Basel/Schweiz | 16.12.2013 | APD | Schweiz

Mit ersten Namenseintragungen ins offizielle Kirchenregister entstand am 29. Oktober 1883 die Basler Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Freikirche in Basel hat die Gründung vor 130 Jahren zum Anlass für einen Jubiläums-Gottesdienst genommen, der am Samstag, 7. Dezember, im Adventhaus am Rümelinbachweg 60 gefeiert wurde. Die Predigt hat der Präsident der Deutschschweizer Adventisten, Pastor Günther Maurer, gehalten.

Basel nimmt in der über 150jährigen Geschichte der Freikirche einen wichtigen Platz ein und war bis Ende des 19. Jahrhunderts geistliches Zentrum der Adventisten in Europa. Damals waren der Verwaltungssitz, ein Verlag und ein Sanatorium in der Rheinstadt untergebracht. Heute befindet sich der Sitz der Inter-Europäischen Kirchenleitung (Division) in Bern, der Verlag in Krattigen (Berner Oberland) und das Sanatorium wurde 1905 in die kircheneigene "Clinique La Lignière" in Gland/VD am Genfersee integriert.

Die Basler Adventisten versammelten sich seit der Gründung an verschiedenen Orten in der Stadt, bis sie im Jahre 1931 ihr eigenes Gotteshaus errichteten. Die Kriegsjahre und die Jahre danach liess die Zahl der Mitglieder auf über 400 anwachsen, so dass im Jahre 1963 das Adventhaus erweitert und bis in die jüngste Zeit in verschiedenen Umbauetappen den veränderten Anforderungen angepasst wurde.

Im Jahre 2005 bildete sich eine Zweig-Gruppe "LeQLT" (le kylt). Sie feiert ihre Gottesdienste jeden Samstag unter dem Dach der reformierten Kirchengemeinde Stephanus im Neubad-Quartier. Im Adventhaus am Rümelinbachweg feiern auch die spanisch, portugiesisch und italienisch sprechenden Gemeindegruppen ihre Gottesdienste. Die Adventgemeinden im Bezirk Basel werden seelsorgerlich von den Predigern Wolfgang Witzig (Riehen) und Tim Selinger (Sissach) betreut. Zum Kirchenbezirk Basel zählen die Gemeinden "Adventhaus", "LeQlt" in Basel und Reigoldswil/BL.

Zwischenkirchliche Kontakte
Seit 1973 ist die Freikirche in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Basel-Stadt und seit 1992 in Baselland vertreten. An den Sonntagen sind seit 2005 die Anglikaner im Adventhaus zu Gast und feiern dort die Gottesdienste der Anglican Church of Basel.

Über Adventisten
Der Name Siebenten-Tags-Adventisten beinhaltet zwei wichtige Glaubenspunkte der Freikirche. Im Wort «Adventist» spiegelt sich die feste Überzeugung der baldigen Wiederkunft Christi (Advent) wider, während «Siebenten-Tag» auf den biblischen Ruhetag hinweist, der seit der Schöpfung bis heute der siebte Tag der Woche (Samstag) ist.

Die Adventisten verstehen sich als Erben der Glaubenslehren der Apostel und der Reformatoren. Gemeinsam mit anderen Christen bekennen sie sich zu den grundlegenden Lehren der Gottheit Christi, der Dreieinigkeit, der Autorität der Heiligen Schrift in Glaubensfragen, der Erlösung durch die Gnade Gottes, der Rechtfertigung durch den Glauben, und der Erwachsenentaufe durch Untertauchen. Im Unterschied zu anderen Kirchen feiern sie in Übereinstimmung mit dem biblischen Bericht den Samstag und nicht den Sonntag als Ruhetag.

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Philippinen: Glückskette setzt acht Millionen Franken für Nothilfe ein

Genf, Lugano, Zürich/Schweiz | 16.12.2013 | APD | Schweiz

In den vom Taifun „Haiyan“ betroffen Gebieten auf den Philippinen könnten 3,5 Millionen Menschen nicht mehr an ihrem Wohnort leben, heisst es in einer Medienmitteilung der Glückskette. Elementare Bedürfnisse wie Ernährung, Unterkunft und die Wiederherstellung einer Existenzgrundlage seien für viele noch nicht gesichert. „Die Bedürfnisse sind riesig“, erklärte Ernst Lüber, Leiter Projektabteilung der Glückskette.

Mehr als 30 Millionen Franken Spenden - acht Millionen für Nothilfe
Bis am Abend des 2. Dezember seien bei der Spenden sammelnden Stiftung 30,7 Millionen Franken eingegangen. „Die solidarische Schweiz lebt“, kommentierte Tony Burgener, Direktor der Glückskette.

In Absprache mit den Partnerhilfswerken setze die Glückskette für die unmittelbare Nothilfe und die ersten Wiederaufbauanstrengungen („early recovery“) acht Millionen Franken ein. Die restlichen Spendengelder würden in einer zweiten Phase ab März 2014 für Wiederaufbau- und Rehabilitationsprojekte verwendet. „Dies entspricht den Bedürfnissen vor Ort und dem Wunsch der philippinischen Regierung“, wonach sich die Hilfe auch auf den Wiederaufbau ausweiten soll, so Ernst Lüber.

Zwölf Partnerhilfswerke im Einsatz
Zwölf der 25 Partnerhilfswerke der Glückskette seien derzeit auf den Philippinen im Einsatz. Neben der Verteilung von Hilfsgütern zur Abdeckung von Grundbedürfnissen, konzentrierten sie sich auf die Instandstellung von Unterkünften sowie auf die Verteilung von Geräten und Gegenständen zur Wiederaufnahme erster wirtschaftlicher Aktivitäten.

ADRA Schweiz – Partnerhilfswerk der Glückskette
Knapp drei Wochen nach der Katastrophe habe die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Nahrungsmittelpakete an 3.500 Familien im Norden der Insel Cebu und auf der Insel Iloilo verteilt. Diese Hilfe gehe laut ADRA Deutschland nun in Roxas, Insel Panay, weiter. ADRA sei in diesen abgelegenen Gebieten die erste Hilfsorganisation gewesen, die Essen verteilen konnte. Nahrung und sauberes Wasser seien seit über drei Wochen Mangelware. Die Wasseraufbereitungsanlage von ADRA habe in Dao, Insel Iloilo, in Betrieb genommen werden können und produziere für mehr als 3.000 Menschen täglich sauberes Trinkwasser. Dies sei wichtig, um Krankheiten einzudämmen. ADRA übergebe auch Hygiene-Kits an die betroffenen Familien und Material zum Bau neuer Unterkünfte. ADRA Deutschland hat mit zwei Fachleuten, die zwischenzeitlich wieder zurück sind, die Nothilfe für das ADRA Netzwerk vor Ort koordiniert.

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Nelson Mandela von Adventisten gewürdigt

Silver Spring, Maryland/USA | 16.12.2013 | APD | International

Zum Tod von Nelson Mandela hat der Weltkirchenleiter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ted Wilson, eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er Nelson Mandelas Familie, dem südafrikanischen Volk und den weltweit um den Verstorbenen trauernden Menschen die Verbundenheit und das Beileid seiner Kirche ausdrückt. „Sein Leben der Vergebung und Versöhnung diente als Licht in einer Welt, die zu oft im Schatten von Vergeltung, Wut und Bosheit lebt“, sagte Pastor Wilson. Er wünsche, dass das gemeinsame Nachdenken über Mandelas Errungenschaften die Menschen in Frieden vereinen werde, da alle an diesem Prozess, als durch die Gnade Jesu Christi mit Gott und Menschen Versöhnte, teilhaben könnten.

Zur protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören weltweit knapp 18 Millionen Mitglieder in 208 Ländern. Mehr als ein Drittel der Adventisten leben in Afrika, ein weiteres Drittel in Mittel- und Südamerika. Die Kirche betreibt weltweit das grösste protestantische Netz von Krankenhäusern und Schulen. Adventisten ermutigten Menschen zu einem erfüllten und frohen Leben, indem sie sich einsetzten, das Denken durch Bildung, den Körper durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise und die spirituelle Beziehung zu Gott durch persönliches Bibelstudium und Gebet zu fördern. Mit dem Hilfswerk ADRA, Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, versuche die Kirche durch gemeinnützige Dienste und weltweite Projekte bedürftigen Menschen unabhängig von Religion, Rasse, Geschlecht oder politischer Überzeugung zu helfen.

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Terror und Not in Zentralafrika

Zürich/Schweiz | 16.12.2013 | APD | International

Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) sei besorgt über die kriegerischen Auseinandersetzungen sowie die brutaler Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik, rufe deshalb Christinnen und Christen zum Gebet auf und bitte den Bundesrat, sich für eine Beendigung des Konflikts einzusetzen, heisst es in einer SEA-Medienmitteilung. Demnach seien über 400.000 Menschen auf der Flucht und ein hochrangiger UN-Vertreter warne, dass der Bürgerkrieg in einen Völkermord münden könne.

Brief an den Bundesrat
In einem Schreiben bitte die Schweizerische Evangelische Allianz den Bundesrat, sich mit der internationalen Gemeinschaft für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung, den umfassenden Schutz der Zivilbevölkerung und für ein faires demokratisches Verfahren zur Bildung einer neuen Regierung in Zentralafrika einzusetzen.

Religionskonflikt
Seit der Vertreibung des der Korruption bezichtigten Präsidenten Bozize und der Machtübernahme durch den Rebellenführers Michel Djotodia würden vor allem zur Seleka-Gruppierung gehörende muslimische Rebellen unkontrolliert durchs Land ziehen und die Zivilbevölkerung terrorisieren. Islamische Kämpfer aus den Nachbarländern Sudan und Tschad hätten sich angeschlossen. Ihnen stellten sich christliche Milizen entgegen. Der komplexe Konflikt habe laut SEA inzwischen die Züge eines Religionskriegs angenommen. Nach Angaben von Beobachtern käme es zu Exekutionen, Massenvergewaltigungen und zur Rekrutierung von Kindersoldaten.

Hilferuf der christlichen Kirchen
Die Kirchen in der mehrheitlich von Christen bewohnten Zentralafrikanischen Republik hätten bereits mehrmals auf die brutale Gewalt aufmerksam gemacht und die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten. Anfangs Oktober hätten über 100 Kirchenverantwortliche aller Denominationen den „Aufruf von Bangui“ verfasst und verabschiedet. Darin sei um eine Intervention der internationalen Gemeinschaft gebeten und darauf hingewiesen worden, dass christliche Priester und Pastoren besonders stark vom brutalen Vorgehen der Seleka-Rebellen betroffen seien.

Bereits im August hat auch die Weltweite Evangelische Allianz WEA auf die Not in Zentralafrika hingewiesen. „In der andauernden Krise rufen wir die Staaten und internationalen Organisationen dringend auf, zu helfen und sich für den Schutz der christlichen Gemeinden und aller anderer verletzbaren Menschen einzusetzen“, schrieb die WEA in einer Medienmitteilung.

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Bescheidene Mitgliederbindung bei Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 16.12.2013 | APD | International

Während der ersten Konferenz von weltweit rund hundert Vertretern der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zur Mitgliederbindung wurden vom 18. bis 21. November an deren Hauptsitz in Silver Spring, Maryland/USA, die Gründe diskutiert, weshalb Adventisten weltweit in hoher Zahl die Kirche „durch die Hintertür“ verliessen, wie Adventist News Network (ANN) berichtete. Die Weltkirche mit annähernd 18 Millionen Mitgliedern habe laut den Organisatoren in den letzten 50 Jahren mindestens jedes dritte Kirchenmitglied verloren. Seit dem Jahr 2000 hätten weltweit von hundert neuen Mitgliedern 43 die Kirche wieder verlassen. „Diese Zahlen sind entschieden zu hoch“, sagte David Trim, Direktor der Abteilung Archiv, Statistik und Forschung der Weltkirchenleitung. „Aus theologischer Sicht ist dazu festzuhalten, dass Gott die Verlorenen sucht und ihnen nachgeht.“

Die Gründe, weshalb Menschen die Kirche verliessen, hätten laut den Forschungsergebnissen eher selten damit zu tun, was die Kirche mache oder lehre, als vielmehr mit persönlichen Problemen wie Ehekonflikten oder Arbeitslosigkeit, sagte Forschungsleiter Monte Sahlin. Die Kirche verschärfe aber die Probleme der Menschen dadurch, dass sie ihnen nicht durch schwierige Lebenserfahrungen hindurch helfe. Es sei entscheidend, die Mitglieder in einer wachsenden Jüngerschaftsbeziehung zu begleiten. Das könne massgeblich dazu beitragen, den Austritt zu verhindern, so Pastor Sahlin.

Höhere Mitgliederbindung in Europa
In Europa sei das Mitgliederwachstum sehr moderat, die Mitgliederbindung aber hoch, sagte Audrey Andersson, Generalsekretärin (Geschäftsführerin) der Trans-Europäischen Kirchenleitung (TED) mit Sitz in St. Albans/England gegenüber APD. In den letzten dreizehn Jahren gebe es in ihrem Kirchengebiet, das Nord- und Südosteuropa umfasst, zu drei Prozent der Kirchenmitglieder keinen Kontakt mehr, und sechs Prozent seien ausgetreten oder es sei ihnen die Kirchenmitgliedschaft entzogen worden. Um die Mitgliederbindung zu erhöhen, wäre die Betreuung und Begleitung der Kirchenmitglieder unumgänglich.

Grosser Mitgliederverlust im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion
In einigen Weltgegenden hätten die Adventisten aus negativen Erfahrungen gelernt, so ANN. Als die Sowjetunion 1991 zusammenbrach, seien von Adventisten im Westen Evangelisationsteams mit extravaganten Methoden finanziert worden, die unter anderem riesige Chöre und Multi-Screen-Präsentationen eingesetzt hätten. Die Trägerorganisationen hätten in diesem Engagement eine einmalige Chance gesehen. Viele Neugetaufte hätten sich aber der Kirche angeschlossen, weil sie sich dadurch Zugang zu persönlichem Wohlstand versprachen. Der adventistischen Kirche habe es an einer langfristigen Strategie und kirchlicher Infrastruktur gefehlt, sodass viele neue Mitglieder in der ehemaligen Sowjetunion die Kirche wieder verlassen hätten.

Trotz geringerer Beitrittsrate stärkeres Mitgliederwachstum in Südafrika
Eine Präsentation aus Südafrika habe laut ANN gezeigt, dass sich die Beitrittsrate neuer Mitglieder verlangsame, die Mitgliederzahl sich aber dennoch deutlich gesteigert habe, was auf die erhöhte Mitgliederbindung zurückzuführen sei. „Wie wäre es, wenn die Kirche einiges von ihrem Evangelisationsbudget für die Betreuung der eigenen Mitglieder verwenden würde“, fragte Harald Wollan, assoziierter Exekutivsekretär der Weltkirchenleitung. „Möglicherweise sähen wir einen ähnlichen Anstieg der Mitgliederzahlen.“

Geschönte Mitgliederzahlen
Warum die regionalen Kirchenleitungen (Vereinigungen) oft unter dem Erwartungsdruck von überregionalen Kirchenleitungen (Unionen/Verbände) stünden, die Mitgliederzahlen zu erhöhen, welche ihrerseits wieder unter dem Druck der kontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) stünden, fragte Jimmy V. Adil, Abgesandter der philippinischen Adventisten, und ob die Weltkirchenleitung das Mitgliederwachstum forciere. Laut ANN habe G. T. Ng, Generalsekretär der Weltkirchenleitung mit einer Gegenfrage geantwortet: „Können wir einen Papaya Baum zu Früchten zwingen?“

David Trim, Direktor der Abteilung Archiv, Statistik und Forschung der adventistischen Weltkirchenleitung, meinte hingegen, dass das Problem geschönter Mitgliederzahlen in einigen Kirchenregionen verbreitet sei. In einer der kontinentalen Kirchenverwaltungen (Division) seien 30 Prozent der örtlichen Gemeindeschreiber gedrängt worden, die Taufzahlen zu schönen. „Bei den Adventisten ist Lügen eine Sünde. Aus irgendeinem Grund denken aber zu viele, dass es hinsichtlich der Mitgliedszahlen in Ordnung sei“, so Trim. Die Überprüfung der Mitgliederzahlen habe in den kontinentalen Kirchenregionen (Divisionen) von Südamerika, Südostasien und Westafrika Priorität.

Die jüngste Teilnehmerin, Cheryl Simpson, Psychologiestudentin an der Andrews University in Berrien Springs, Michigan/USA sagte, dass sie durch die Konferenz ermutigt worden sei. Es zeige ihr, „dass Theologen sich nicht scheuen, den Tatsachen in die Augen zu schauen“.

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Deutsche Adventisten wollen Strukturreform voranbringen

Freudenstadt u. Lüneburg/Deutschland | 16.12.2013 | APD | International

Der am 3. Dezember in Freudenstadt/Schwarzwald tagende Ausschuss der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat mit 39 Ja- und vier Neinstimmen bei drei Enthaltungen beschlossen, die Einrichtungen einer einzigen Freikirchenleitung in Deutschland, „Verband“ genannt, zu befürworten. Ob es dazu kommen wird, entscheiden die im Jahr 2017 stattfindenden Delegiertentagungen der beiden deutschen Verbände. Bisher gibt es in der Bundesrepublik mit dem Norddeutschen Verband in Hannover und dem Süddeutschen Verband in Ostfildern bei Stuttgart zwei derartige Kirchenleitungen. Der Ausschuss der Freikirche in Deutschland setzt sich aus den beiden Verbandsausschüssen zusammen, wobei sich im Vorsitz die Präsidenten der beiden Verbände abwechseln.

Bereits in den 1980er Jahren gab es Überlegungen, den damaligen Westdeutschen mit dem Süddeutschen Verband zusammenzulegen. Dazu kam es jedoch nicht. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands schlossen sich 1992 der Westdeutsche mit dem Ostdeutschen Verband (Berlin) zum Norddeutschen Verband mit Sitz in Hannover zusammen. Seither kam es immer wieder zu Diskussionen um eine Strukturreform mit einer einzigen Freikirchenleitung in Deutschland.

Nord- und Süddeutscher Verband der Adventisten
In der Bundesrepublik gibt es 34.982 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 563 Kirchengemeinden. Der Norddeutsche Verband umfasst 19.582 Adventisten mit 343 Gemeinden, der Süddeutsche Verband 15.400 Adventisten und 220 Gemeinden. Zum Norddeutschen Verband gehören die untergeordneten regionalen Kirchenleitungen, „Vereinigungen“ genannt: Hansa (Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern) in Hamburg, Berlin-Mitteldeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) in Berlin, Niedersachsen-Bremen in Hannover sowie Nordrhein-Westfalen in Wuppertal. Zum Süddeutschen Verband gehören die Vereinigungen Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) in Darmstadt, Baden-Württemberg in Stuttgart sowie Bayern in München.

Theologische Differenzen als Hinderungsgrund für einheitliche Struktur?
Laut Pastor Elí Diez (Lüneburg), Chefredakteur der Freikirchenzeitschrift „Adventisten heute“, seien in den letzten Jahren immer häufiger theologische Differenzen als Hinderungsgrund für eine Einheit in der Struktur genannt worden. Die zunehmende Offenheit während der letzten Monate mache es nun aber möglich, diese Bedenken offen auszusprechen. Eine Erhebung unter den Verantwortungsträgern der Freikirche, wie Vereinigungs- und Verbandsdienststellen, Kirchengemeinden und Institutionen, hätte jetzt Ergebnisse zutage gebracht, die eine quantitative wie auch qualitative Auswertung ermöglichten.

Sehr eindeutig gehe aus der Erhebung hervor, dass die Mehrheit der Befragten (rund 86 Prozent) die vorhandenen Spannungen auf theologische Unterschiede zurückführten. Weniger eindeutig sei die Einschätzung, ob es sich bei den Unterschieden um Rand- oder Kernfragen des Glaubens handele. Mehrheitlich würden die theologisch unterschiedlichen Sichtweisen dem Lebensstil zugeordnet.

Inhaltlich liessen sich die theologischen Unterschiede, so Diez, in sechs Schwerpunktthemen zusammenfassen, und zwar in dieser Reihenfolge: Hermeneutik (die Auslegung der Heiligen Schrift), adventistische Identität, biblische Prophetie, die Rolle der Mitbegründerin der Freikirche Ellen G. White, das Verständnis der Rechtfertigung des Menschen durch den Glauben an Jesus und als weiterer Schwerpunkt der Lebensstil. Hinzu kämen Themen, wie Musik im Gottesdienst, der Schöpfungsbericht der Bibel und die Ökumene.

Im Laufe der Beratungen in Freudenstadt sei laut Diez mehrfach die Bereitschaft bekräftigt worden, offen, auf verschiedenen Ebenen und in einem Klima der gegenseitigen Achtung und Wertschätzung die Gespräche über diese Themen fortzuführen. Dabei gelte es zu untersuchen, ob eine Einheit in der Struktur erst nach einer Einigung in der Theologie möglich sein werde, oder ob nicht eine Strukturreform den Prozess zu einer besseren Verständigung in theologischen Fragen begünstigen und fördern könne. Auch gelte zu prüfen, ob das Veranstalten von Symposien und Bibelstudientagen, Gemeindeakademien und Bibelkonferenzen, wie in der Vergangenheit geschehen, „uns wirklich näher bringen“. Eine andere Möglichkeit wäre, ob man sich darauf einigen könnte, die für die Freikirche weltweit geltenden 28 Artikel der „Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten“ als ausreichende Basis für einen fruchtbaren und zielführenden innerkirchlichen Dialog zu betrachten.

Voraussetzungen für Strukturreform schaffen
„Die Mitglieder des in Freudenstadt tagenden Ausschusses der Freikirche haben mit einer hohen Sozialkompetenz und Respekt vor der Meinung des Anderen diese Diskussion geführt“, stellten die Präsidenten des Nord- und Süddeutschen Verbandes, die Pastoren Johannes Naether (Hannover) und Günther Machel (Ostfildern), fest. Um den zuständigen Gremien eine angemessene Entscheidungsgrundlage für die während der Delegiertentagungen im Jahr 2017 zu fassenden Beschlüsse zur Verfügung stellen zu können, sollten bis dahin entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden.

Dabei gehe es, so die Präsidenten, um die Anpassung der Verwaltungs- und Arbeitsstruktur der Freikirche in Deutschland an die internationale Ebene der adventistischen Weltkirchenleitung. Schaffung eines bundesweiten zentralen Sekretariats und einer gemeinsamen Finanzverwaltung samt einheitlicher Verwaltungssoftware. Bundesweite Zusammenarbeit aller Abteilungen und Verwaltungsebenen der beiden Verbände. Auseinandersetzung der Mitglieder des Ausschusses der Freikirche in Deutschland mit der Frage des Zusammenhangs zwischen „Struktur“ und „Theologie“ mit der Möglichkeit der Diskussion theologischer Fragestellungen. Schaffung von Möglichkeiten der Informationsvermittlung und Einbeziehung der örtlichen Kirchengemeinden zu Fragen der Struktur. Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie zur Bewusstmachung des Zieles einer „Einheit“. Benennung eines Koordinators für den gesamten Prozess der strukturellen Fragen und von Verantwortlichen für ein zentrales Sekretariat sowie eine gemeinsame Finanzverwaltung.

Pastor Bruno Vertallier (Bern), Präsident der übergeordneten Intereuropäischen Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa, betonte: „Wir sind offen, dies gemeinsam mit den beiden deutschen Verbänden zu erarbeiten. Wir müssen zuhören, was die Minderheiten sagen. Wir machen mit.“

Der in Freudenstadt tagende Ausschuss beschloss zudem, dass die Leiterin der Abteilung Frauen des Süddeutschen Verbandes, Angelika Pfaller, ihre Aufgabe auch für den Norddeutschen Verband übernimmt. Sie ist damit die erste gesamtdeutsche Abteilungsleiterin der Adventisten.

Auf Deutschlandebene arbeiten seit 1992 auch die Presse- und Informationsstelle, die Zentralstelle für Apologetik sowie die Referate für zwischenkirchliche Beziehungen und Kriegsdienstverweigerung der Freikirche. Auch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA), das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) und die Deutsche Vereinigung für Religionsfreiheit (DVR) wirken für beide Verbände.

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Katholiken mit neuem „Gotteslob“

Bonn/Deutschland | 16.12.2013 | APD | Catholica

Die römisch-katholische Kirche hat am 1. Adventsonntag ihr neues Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ mit einem Gottesdienst in Freiburg offiziell eingeführt. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, würdigte das nach fast 40 Jahren an den kirchlichen und gesellschaftlichen Veränderungen neu ausgerichtete Liederbuch. Ziel der Revision sei es gewesen, der Religiosität und Glaubenssuche der Menschen am Anfang des dritten Jahrtausends durch die Auswahl von Liedern, Texten und Gebeten gerecht zu werden. Das neue „Gotteslob“ solle nach und nach in allen römisch-katholischen Gemeinden Deutschlands, Österreichs und der Diözese Bozen-Brixen ausgeliefert und benutzt werden.

Erzbischof Zollitsch würdigte auch die Arbeit der Unterkommission „Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch“, die 2002 ihre Arbeit aufgenommen hätte. Das Ergebnis zeige, wie richtig es gewesen sei, für die Erneuerung Zeit aufzuwenden. „Eine ganze Reihe vertrauter Lieder bleibt uns erhalten. Sie sorgen für Kontinuität. Zudem sind in grösserer Zahl Gebete aufgenommen worden, die in Hauskreisen und der Familie zur gemeinschaftlichen Feier einladen. Denn Glaube will gemeinsam gestaltet und gelebt werden. Und er braucht Ausdrucksformen, Lieder und Gebete, die in unsere Zeit sprechen, die die Situation der Menschen treffen“, so Zollitsch. Beidem werde das neue „Gotteslob“ gerecht.

Der Vorsitzende der Unterkommission für das neue Liederbuch, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (Würzburg), betonte: „Die Welt wandelt sich, die Kirche wandelt sich und wir Menschen wandeln uns auch. Wenn ein Gebet- und Gesangbuch Menschen, Kirche und Liturgie begleiten soll, muss es diese Veränderungen mitgehen und sich in Sprache und Inhalt den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft stellen.“ Rund 100 Frauen und Männer hätten mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen einen neuen Stammteil des „Gotteslob“ erarbeitet, der als gemeinsamer Inhalt in allen Diözesanausgaben des deutschsprachigen In- und Auslands enthalten sein werde.

Das neue Gesangbuch wird von der Deutschen Bischofskonferenz, der Österreichischen Bischofskonferenz und dem Bischof von Bozen-Brixen der römisch-katholischen Kirche herausgegeben. An dem Gemeinschaftswerk „Gotteslob“ haben sich 37 Diözesen beteiligt. Die bereits begonnene Auslieferung werde sich bis in den Frühsommer 2014 erstrecken. Die erste Auflage des liturgischen Werks betrage 2,14 Millionen Exemplare.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten will ebenfalls ein neues Liederbuch herausgeben. Es soll Ende 2014 unter dem Titel „glauben • hoffen • singen" für die Adventisten in der Bundesrepublik und der deutschsprachigen Schweiz erscheinen. Es soll das bereits 30 Jahre alte Gesangbuch „Wir loben Gott" und das vor neun Jahren erschienene Ergänzungsliederbuch „Leben aus der Quelle", das vor allem jüngeres Liedgut enthält, ablösen.

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Weltweite Weihnachtskartenaktion für inhaftierte Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 16.12.2013 | APD | Menschenrechte

Menschenrechtsaktivisten der Siebenten-Tags-Adventisten haben die weltweit knapp 18 Millionen Kirchenmitglieder aufgerufen, mit der Zustellung von Weihnachtskarten drei inhaftierte Adventisten zu ermutigen, die laut Angaben von Kirchenvertretern aufgrund falscher Anschuldigungen in Haft seien, wie Adventist News Network (ANN) berichtete.

„Alle können etwas für die inhaftierten Kirchenmitglieder tun. Wir wollen ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind und dass sie Brüder und Schwestern haben, die für sie beten“, sagte Dr. John Graz, Direktor der Abteilung Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung. Laut ANN hätten die Kirchenvertreter Rechtsmittel und diplomatische Kanäle bemüht, um die Freilassung der drei Männer zu erwirken.

Togo
Pastor Antonio Monteiro und Gemeindeleiter Bruno Amah sind seit März 2012 in Lome, Hauptstadt des westafrikanischen Kleinstaats Togo, ohne Gerichtsverfahren inhaftiert. Ein geständiger Serienmörder habe Monteiro und Amah bezichtigt, an einem Bluthändlerring beteiligt gewesen zu sein. Obwohl bei Durchsuchungen ihrer Häuser und des Verwaltungssitzes der Kirche keinerlei belastendes Material gefunden worden sei und der Belastungszeuge angab, er habe die Beschuldigungen unter Gewaltanwendung der Polizei gemacht, sind der Pastor und der Gemeindeleiter seit mehr als 600 Tagen ohne Gerichtsverfahren inhaftiert.

In Französisch oder Englisch abgefasste Karten, aber keine Briefe, für Antonio Monteiro und Bruno Amah können laut ANN an die adventistische Kirchenleitung in Togo gesandt werden: Antonio Monteiro / Bruno Amah, Union du Sahel, B.P. 2157, Lomé, Togo.

Pakistan
Weihnachtskarten in Englisch sollen auch an Sajjad Masih, einen inhaftierten Adventisten in Pakistan, gesandt werden, dem Gotteslästerung (Blasphemie) per SMS vorgeworfen wurde. Obwohl der Beschuldiger die Anklage zurückgezogen habe und es dem Staatsanwalt nicht gelungen sei, Beweise für Sajjad Masihs Vergehen vorzulegen, wurde er nicht freigelassen.

Karten für Sajjad Masih können an die adventistische Kirchenleitung in Pakistan gesandt werden: Sajjad Masih, Pakistan Union, Post Box 32, Lahore, Pakistan.

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„Rassenhass treibt Wurzeln zuweilen bis tief in den Staatsapparat“

Bern/Schweiz | 16.12.2013 | APD | Menschenrechte

„Der Rassenhass treibt seine Wurzeln zuweilen bis tief in den Staatsapparat. Es gilt daher, immer aufmerksam zu bleiben, denn Nachsicht hat in einer Gesellschaft keinen Platz, die den Respekt aller Menschen garantieren will“, schreibt Martine Brunschwig Graf, Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) im Editorial des EKR-Bulletins TANGRAM. Die Ausgabe 32 ist dem Extremismus gewidmet. Die Rassismus-Kommission fordere Aufmerksamkeit gegenüber extremistischen Bewegungen jeder Couleur und verlange, dass die demokratischen Institutionen und politischen Behörden klare Grenzen des Erlaubten aufzeigen müssten, so die EKR-Medienmitteilung.

Politischer und religiöser Extremismus
Politischer oder religiöser Extremismus, der sich zur Gewaltanwendung bekenne, habe viele Facetten. TANGRAM 32 beleuchte theoretische und praktische Ansätze, von der politischen Ideengeschichte über gesellschaftliche Veränderungen, die durch kommunikative Abläufe hervorgerufen würden, bis zu soziologischen Aspekten.

Hassreden und rassistische Propaganda in sozialen Medien
Hassreden und rassistische Propaganda würden in den neuen Medien Facebook und Twitter banalisiert. Bei den betroffenen Minderheiten erzeugten sie aber ein Gefühl der Unsicherheit oder gar der Verfolgung, so die EKR. Die Schweiz habe wie die meisten anderen Länder Mühe, eine Strategie gegen verbale Entgleisungen in den Sozialen Medien zu entwickeln. Deshalb sei das vom Zürcher Obergericht gefällte Urteil von Bedeutung, wonach verbale Attacken und Beleidigungen auf Facebook auch „unter Freunden“ öffentlich seien.

Mitglieder etablierter Parteien mit fremdenfeindlichen Ansichten
Rechtsextreme Gruppierungen wären in der Schweiz weniger aktiv als noch vor zehn Jahren. Dennoch verbreiteten auch Mitglieder gut etablierter Parteien ihre rassistischen und fremdenfeindlichen Ansichten, ohne sich der Wirkung auf die Bevölkerung und des Gewaltpotenzials ausreichend bewusst zu sein.

TANGRAM, das EKR-Bulletin 32, kann kostenlos heruntergeladen werden:
http://www.ekr.admin.ch/aktuell/index.html?lang=de

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Weltweit dreizehn Länder mit Todesstrafe für atheistische Äusserungen

London/England | 16.12.2013 | APD | Menschenrechte

Am 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, hat die „International Humanist and Ethical Union“ (IHEU), der Weltverband der Humanistenorganisationen, den „Bericht zur Gedankenfreiheit 2013" (Freedom of Thought Report 2013) auf der IHEU-Webseite zum Download bereit gestellt. Es handle sich dabei um den ersten Bericht, der sich speziell mit den Rechten und der Diskriminierung von Humanisten, Atheisten sowie Nicht-Religiösen in allen Ländern der Welt befasse, heisst es auf der Website der Humanisten.

Zwölf Staaten in Afrika, neun in Asien und zehn im Mittleren Osten seien in der Kategorie „gravierende Verstösse“ eingestuft worden, so der IHEU-Report. In einigen dieser Staaten schürten die Regierungen offen Hass gegenüber Atheisten oder würden systematisch Gewaltverbrechen, die an Atheisten begangen würden, nicht verfolgen. In zwölf dieser Staaten der Kategorie „gravierende Verstösse“ könnten religiöse Instanzen Atheisten wegen Abfall vom Glauben zum Tod verurteilen. Es handle sich dabei ausnahmslos um die islamische Religion.

Blasphemie-Gesetze
Laut dem „Bericht zur Gedankenfreiheit 2013" könne man für atheistische Äusserungen in dreizehn Ländern zum Tod verurteilt werden; in 39 Staaten stehe Gefängnisstrafe auf blasphemische Aussagen. Laut Wikipedia wird unter „Blasphemie“ das Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion verstanden. Im Weiteren würden Nicht-Religiöse in den meisten Ländern der Welt offen benachteiligt oder verfolgt. Dies reiche von erzwungenen Schulgebeten bis zur Todesstrafe für das Übertreten von Blasphemie-Gesetzen.

Blasphemie-Gesetze gebe es in 55 Staaten, oder es existierten Gesetze, so auch in Deutschland, welche die Beleidigung oder Verunglimpfung einer Religion mit Gefängnis bestrafen würden. Laut IHEU-Report könnten in Pakistan, Saudi-Arabien und Iran „Gotteslästerer“ hingerichtet werden.

Blasphemie-Gesetze auch in westlichen Staaten
Der Bericht teilt die Staaten der Welt in fünf Kategorien ein: „frei und gleich“ (1), „meist befriedigend“ (2), „systematische Diskriminierung“ (3), „schwere Diskriminierung“ (4) und „gravierende Verstösse“ (5). Westliche Staaten, wie Island, Dänemark, Neuseeland, Polen, Deutschland und Griechenland, werden in Stufe 4 „schwere Diskriminierung“, aufgeführt, weil sie Menschen verurteilen könnten, welche Blasphemie-Gesetze übertreten würden.

Österreich und die Schweiz werden im IHEU-Report in Kategorie 3, „systematische Diskriminierung“, geführt. Kriterien dafür seien unter anderem die Existenz von Landes- oder Staatskirchen sowie von Staatsreligionen; die systematische Bevorzugung von Religionsgemeinschaften, religiösen Führern und Traditionen; die staatliche Finanzierung von religiösen Institutionen sowie der Löhne des Personals; die Bevorzugung bei der Steuerbefreiung religiöser Institutionen; der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat.

Religions- und Weltanschauungsfreiheit als zentrales Menschenrecht
Die einleitenden Worte zum „Freedom of Thought Report 2013" wurden von Alber Saber und Kacem El Ghazzali verfasst, denen Abfall vom Glauben (Apostasie) und Blasphemie vorgeworfen wurde. Ghazzali habe laut IHEU-Report 2013 in der Schweiz Asyl erhalten. „Die Gedanken- und Weltanschauungsfreiheit darf nicht beeinträchtigt werden“, schreiben Saber und Ghazzali. „Wenn Regierungen Menschen wegen ihrer Ideen und Überzeugungen mit Gewalt angreifen, sind alle Menschenrechte betroffen.“

Die IHEU hoffe, dass der Bericht dazu beitragen werde, Aufschluss zu geben, wie eine geringe, aber systematische Diskriminierung in den meisten Ländern Religionsgemeinschaften privilegiere, und dass er Änderungen bei den schlimmsten Gesetzesübertretungen anstosse. Das entspreche auch dem Anliegen des Sonderberichterstatters für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats, Dr. Heiner Bielefeldt, weltweit die Blasphemie-Gesetze abzuschaffen, um das Recht aller zu schützen, konvertieren zu dürfen.

Der „Freedom of Thought Report 2013" (englisch) kann kostenlos heruntergeladen werden: http://freethoughtreport.com/download-the-report/

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Syrisch-orthodoxer Erzbischof: „Lasst die Nonnen frei!“

Kelkheim am Taunus u. München/Deutschland | 16.12.2013 | APD | Menschenrechte

„Wir erleben derzeit die schlimmsten Verbrechen an Christen, die man sich vorstellen kann“, betonte der Metropolit von Homs und Hama der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, Erzbischof Silvanus Petros Al-nehmeh, bei einem Besuch der Deutschland-Zentrale des internationalen, überkonfessionellen Hilfswerkes „Open Doors“ in Kelkheim. Christliche Städte seien zu Geisterstädten verkommen, ganze christliche Dörfer würden ausgelöscht. Angesichts der gezielten Angriffe von Islamisten, die zunehmend von Dschihadisten aus dem Ausland verstärkt würden, frage sich der Erzbischof: „Wo sind unsere Glaubensgeschwister, wo sind die Politiker in aller Welt, die ihre Stimme erheben und sich für uns einsetzen?“ Metropolit Silvanus zeigte sich noch sichtlich betroffen von den Eindrücken nach dem Massaker an Christen in seiner Heimatstadt Sadad Anfang November. Dabei seien 46 Christen von Islamisten der Freien Syrischen Armee ermordet worden.

Im Gespräch mit dem weltweiten römisch-katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ in München forderte der syrisch-orthodoxe Geistliche zudem die sofortige Freilassung der aus Maalula entführten Nonnen. Die zwölf griechisch-orthodoxen Schwestern seien Anfang Dezember nördlich von Damaskus von mutmasslich islamistischen Kämpfern nach Eroberung der von Christen bewohnten Ortschaft Maalula durch Oppositionstruppen verschleppt worden. Al-nemeh betonte, dass die Nonnen in keiner Weise politisch aktiv gewesen seien und sich politisch neutral verhalten hätten: „Sie waren weder für das Regime noch für die Opposition. In ihr Kloster nahmen sie Kriegsflüchtlinge ohne Ansehen der Religion auf, Christen wie Muslime“, hob der Erzbischof hervor.

Um den Christen in Syrien beizustehen hat „Open Doors“ eine internationale Petition initiiert. „309.195 mal wurde die Petition bisher unterzeichnet, davon kommen allein 82.142 Unterschriften aus Deutschland“, informierte der Leiter von „Open Doors“ Deutschland, Markus Rode. Die bisher gesammelten Unterschriften seien inzwischen an die fünf ständigen Vertreter des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen in New York und dem Europäischen Parlament in Strassburg übergeben worden. Die Petition könne aber weiterhin unter www.opendoors.de/petition eingesehen und unterzeichnet werden. Am 22. Januar 2014 sollten die bis dahin gesammelten Unterschriften und die Petition auf der von der UNO unterstützten Syrien-Friedenskonferenz „Geneva 2" in Genf erneut präsentiert werden.

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Tag der Menschenrechte – Adventisten mit Clip zur Religionsfreiheit

Zürich/Schweiz | 16.12.2013 | APD | Religionsfreiheit

Zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz einen Film Clip zur Religionsfreiheit in sechs Sprachen publiziert. Er thematisiert die Unteilbarkeit der Menschenrechte am Beispiel der Religionsfreiheit und wurde von jungen Adventisten produziert, die haupt- oder nebenberuflich im Filmbusiness tätig sind.

Religionsfreiheit schützt auch Atheisten
„Die Religionsfreiheit ist für uns Adventisten ein wichtiges Anliegen“, betonte Pastor Herbert Bodenmann, Leiter der Abteilung Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit. Das zeige sich darin, dass bereits 1893 in Nordamerika von adventistischer Seite die „International Religious Liberty Association“ (IRLA), eine Nichtregierungsorganisation, gegründet worden sei, die bis heute existiere und sich weltweit für Religionsfreiheit einsetze. 1901 habe auch die Kirche selbst eine Abteilung für „Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit“ eingerichtet, welche die Kontakte ausserhalb der Freikirche pflegen und die Religionsfreiheit verteidigen und fördern solle. „Wir fordern die Religionsfreiheit nicht nur für uns, sondern für alle Menschen, wie dies in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht, denn Menschenrechte sind unteilbar“, sagte Bodenmann. Im Clip seien ausschliesslich Vertreter von drei Weltreligionen dargestellt. Artikel 18 schütze aber auch Menschen, die nicht religiös seien und andere Weltanschauungen hätten, so auch Atheisten.

Jährlicher Tag der Religionsfreiheit bei Adventisten
Der weltweite, kircheninterne Tag der Religionsfreiheit wird bei den Adventisten jährlich auf einen Samstag im Januar festgelegt. Sie feiern den biblischen Ruhetag, den Sabbat (Samstag). Am 25. Januar 2014 sei geplant, den Film Clip zur Religionsfreiheit im Rahmen des Gottesdienstes in den rund 50 adventistischen Kirchengemeinden der Schweiz zu zeigen, so Bodenmann. Damit wolle man die Mitglieder für die Thematik sensibilisieren und Diskussionen über das Verständnis des Menschenrechts Religionsfreiheit anstossen. Neben Deutsch, Französisch und Italienisch, den drei Landessprachen, in denen in der Schweiz hauptsächlich adventistische Gottesdienste gefeiert würden, habe man sich wegen der Internationalität der Kirche entschieden, den Clip zusätzlich auch in Englisch, Portugiesisch und Spanisch zu produzieren. Damit profitierten nicht nur die entsprechenden kirchlichen Sprachgruppen in der Schweiz vom Clip, sondern auch jene der Weltkirche.

Die Clips in sechs Sprachen können auf Vimeo angeschaut werden:
Deutsch: http://vimeo.com/81505132
Englisch: http://vimeo.com/81347977
Französisch: http://vimeo.com/81505135
Italienisch: http://vimeo.com/81505136
Portugiesisch: http://vimeo.com/81505138
Spanisch: http://vimeo.com/81505133

Alle Sprachversionnen auf YouTube:
http://www.youtube.com/playlist?list=PLTglo1u58r4vcTsRJgXZXoPt3we_C_63y

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2.880 Kinder lächeln an Weihnachten in Moldawien

Zürich/Schweiz | 16.12.2013 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

„2.880 Pakete der Weihnachtsaktion ‚Kinder helfen Kindern‘ sind seit Anfang Dezember per Eisenbahnwagen unterwegs nach Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens“, sagte Sibylle Schuppli, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing bei der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz. „Dieses Jahr sind 380 Kartons mehr als im Vorjahr gepackt worden“, so Schuppli.

„Die Menschen sind dieses Jahr spendenfreudiger als letztes Jahr", bestätigte Evelyne Studer, Leiterin von ADRA Berner Oberland. „Man kann einem Kind damit sagen, dass es wertvoll ist, obwohl man es nicht kennt“, erläuterte Frau Studer ihre Motivation, an der Aktion mitzumachen. „Hinzu kommt, dass man ein Kind mit einem solchen Paket positiv für sein Leben prägen kann."

Seit September hätten viele Kinder und Erwachsene in der Schweiz Geschenke für benachteiligte Kinder in Moldawien gepackt. Diese hätten in ihrem Leben noch keinen Überfluss kennen gelernt, so ADRA Schweiz. Entsprechend gross werde deren Freude sein, wenn sie an Weihnachten ihr Paket auspacken dürften: Spielsachen, Kleider, Plüschtiere, Hygieneartikel sowie feine Leckereien. Weihnachten wird in Moldawien nicht am 24. und 25 Dezember gefeiert. Das orthodoxe Weihnachtsfest wird aufgrund des julianischen Kalenders jeweils am 7. und 8. Januar abgehalten.

Paketverteilung mit lokalen Hilfswerken
Das Schweizer Hilfswerk arbeite bei der Verteilung nicht nur mit dem Partnerhilfswerk ADRA Moldawien zusammen, sondern auch mit den lokalen Behörden und dem dortigen UNICEF-Komitee, dem Kinderhilfswerk der UNO. Die Verteilung der Pakete erfolge an gesunde sowie behinderte Kinder von vorher ausgewählten Waisenheimen und verarmten Familien.

Die ehemalige Sowjetrepublik Moldawien, mit 3,1 Millionen Einwohnern, gilt mit einem Bruttoinlandprodukt (BIP) von 1.600 Franken pro Kopf und Jahr als „Armenhaus Europas“. Ein Viertel der Bevölkerung ist laut Wikipedia ins Ausland emigriert und überweise soviel Geld nach Moldawien, das in der Summe mehr ausmache als das Bruttoinlandprodukt. Moldawien liegt als schmaler Landstrich zwischen Rumänien und der Ukraine.

Weihnachtspaketaktion von ADRA Deutschland
Rund 39.700 Pakete, eintausend mehr als im Jahr zuvor, sind laut ADRA Deutschland nach Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Litauen, Mazedonien, Montenegro, Moldawien, Serbien und in die Ukraine unterwegs, um bedürftigen Kindern zu Weihnachten eine Freude zu bereiten. Laut ADRA-Mitarbeiterin Anja Emrich (Weiterstadt) seien auch über 4.500 grosse Kartons mit Hilfsgütern mitgesandt worden. Ein Paket bringe zwar für eine kleine Weile Freude, verändere aber nicht die grundsätzliche schlechte Lage der Kinder und Jugendlichen, gab Emrich zu bedenken. Daher fördere ADRA Deutschland auch langfristige Kinderprojekte. Ihre Heime würden eingerichtet und mit Geräten ausgerüstet, in Suppenküchen könnten Strassenkinder ein gutes Essen bekommen, und in der Ukraine entstehe ein Rehabilitations-Zentrum für Kinder und ihre Familien

Weihnachtspaketaktion von ADRA Österreich
Zwei Sattelschlepper mit insgesamt 7.272 Weihnachtspaketen hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich nach Albanien und Lettland geschickt, die im Rahmen der Weihnachtsaktion „Kinder helfen Kindern“ an Kinder vorwiegend in Heimen verteilt werden.

Das Schwesterhilfswerk ADRA Ungarn betreue während des ganzen Jahres Kinder aus bedürftigen Familien. Daher werde ADRA Österreich zusätzlich rund 200 Pakete auch in Ungarn verteilen, sagte ADRA-Direktor Marcel Wagner (Wien).

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Weltweit 405 Millionen biblische Schriften verbreitet

Stuttgart/Deutschland | 16.12.2013 | APD | Bibel

Die nationalen Bibelgesellschaften hätten 2012 weltweit mehr als 405 Millionen Bibeln, Neue Testamente und biblische Schriften verbreitet. Das teilte der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) in Swindon (England) mit. Gegenüber dem Vorjahr sei eine Steigerung um 24 Millionen Exemplare oder sechs Prozent zu verzeichnen. Wie 2011 wären international 32,1 Millionen vollständige Bibeln verbreitet worden.

Auffallend sei nach Ansicht der Bibelgesellschaften der besonders hohe Zuwachs in Ländern, in denen Christen grossem Druck ausgesetzt wären. In Syrien, dem Irak, Ägypten, Indien, Laos und Nigeria gebe es deutlich höhere Verbreitungszahlen. Der grösste Zuwachs sei in Syrien von 19.000 auf 169.000 Schriften erzielt worden. Biblische Kalender und spezielle Publikationen zu Weihnachten und Ostern gehörten dort zu den erfolgreichsten Medien der Bibelgesellschaft.

In Ägypten wuchs die Zahl der verbreiteten biblischen Schriften um 25 Prozent auf 2,82 Millionen. Broschüren mit biblischen Texten wie der Bergpredigt wären zum Beispiel bei Massenversammlungen auf dem Tahrir-Platz als Zeichen des Friedens und der Hoffnung verteilt worden.

Zahlen von Verlagen und Organisationen, die nicht dem Weltverband angehören, blieben bei der UBS-Statistik unberücksichtigt. Der Weltverband der Bibelgesellschaften ist ein Zusammenschluss von 146 nationalen Bibelgesellschaften, zu denen auch die Deutsche Bibelgesellschaft in Stuttgart gehört. In der Bundesrepublik sammelt die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft Spenden für die internationale Verbreitung der Heiligen Schrift.

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„Gute Nachricht Bibel“ jetzt auch als E-Book

Stuttgart/Deutschland | 16.12.2013 | APD | Bibel

Die „Gute Nachricht Bibel“ ist jetzt bei der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) auch als E-Book erschienen. Die Übersetzung in modernem Deutsch ist für die ePub- und Kindle-Formate verfügbar und ist nach der Lutherbibel die zweite Bibelübersetzung der DBG für E-Book-Reader und E-Book-Apps. Auf www.dbg.de/ebooks finden Interessierte eine Liste der Portale, auf denen die „Gute Nachricht Bibel“ und die Lutherbibel in den Formaten angeboten werden.

„Die lebendige Sprache der Gute Nachricht Bibel überzeugt viele Leserinnen und Leser und lässt sie einen persönlichen Zugang zur biblischen Botschaft finden“, sagte DBG-Geschäftsführer Reinhard Adler. „Unsere Bibelübersetzungen müssen Menschen aber unabhängig vom bevorzugten Medium erreichen.“ Deshalb gebe es bei der Bibelgesellschaft Bibeln gedruckt, zum Hören und in verschiedenen digitalen Formaten.

Sprachwissenschaftler sprechen bei der „Gute Nachricht Bibel“ von einer kommunikativen Übersetzung. Sie gebe den Sinn eines Textes für heutige Leser möglichst treffend wieder, auch wenn dabei von der Form des sprachlichen Originals abgewichen werden müsse. Die Grundlagen dafür entstanden im Weltverband der Bibelgesellschaften für Menschen ohne kirchlich-religiöse Vorbildung, denen die klassische Kirchen- und Bibelsprache fremd ist. 1982 erschien die „Gute Nachricht“ als erste komplette Bibel dieses Übersetzungstyps in Deutsch.

Die Übersetzung liegt jetzt in der bearbeiteten Fassung von 2000 vor. Sie berücksichtigte als erste Übersetzung Fragen der frauengerechten Sprache. Erarbeitet wurde die „Gute Nachricht“ von einem Team aus evangelisch-landeskirchlichen, -freikirchlichen und katholischen Übersetzern. Bis heute ist sie die einzige, komplett interkonfessionell erarbeitete Bibel in deutscher Sprache.

Die E-Book-Ausgabe der „Gute Nachricht Bibel“ enthält den vollständigen Bibeltext und die Spätschriften (Apokryphen) des Alten Testaments mit den Anmerkungen zum Text. Das Inhaltsverzeichnis und ein Schnellzugriff auf die einzelnen Kapitel erleichtern den Zugriff auf den Bibeltext.

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Internationales Symposium: „Wie eliminiert man eine Krankheit?“

Basel/Schweiz | 16.12.2013 | APD | Gesundheit & Ethik

Am Symposium vom 29. November zu überwindbaren Krankheiten, am Novartis-Hauptsitz in Basel, bekräftigte der CEO des Pharmaunternehmens, Joseph Jimenez, das Ziel, Lepra für immer zu bannen, wie die Evangelische Lepra-Mission Schweiz mitteilte. „Noch immer ist Lepra ein tiefer Einschnitt ins Leben. Doch es ist eine heilbare Krankheit. Unser Ziel ist es, dass Lepra nicht mehr existiert“, so Jimenez. Laut Hilfswerk gebe Novartis die Lepra-Medikamente kostenlos ab.

Lepra ist heilbar
Lepra sei heilbar und die Anzahl Neuerkrankter sei weltweit jährlich auf 250.000 Fälle gesunken. Doch die letzte Meile zur Ausrottung der Krankheit sei die schwierigste, sagte Ann Aerts, Leiterin der „Novartis Foundation“. Das Problem bestehe darin, so Cairns Smith, Professor Universität Aberdeen und Präsident der „Lepra-Mission“, dass Lepra eine Inkubationszeit von bis zu zehn Jahren habe. In dieser Zeit könnten andere Menschen angesteckt werden. Deshalb würden in Asien, Afrika und Südamerika Profilaxe-Pilotversuche mit Angehörigen und Nachbarn laufen.

Lepra als Stigma
Wichtig sei zudem die Aufklärung, besonderes in Gegenden, in den die Menschen arm seien, so Professor Smith. „Noch immer verstecken manchenorts die Betroffenen ihr Leiden, weil es in diesen Gegenden weiterhin als Fluch der Götter dargestellt wird und der Ausschluss aus der Gesellschaft droht.“

Eine Welt ohne Lepra ist möglich - Drei Punkte zur Eliminierung von Lepra
Die drei entscheidenden Punkte zur Eliminierung der Krankheit seien laut Smith: „Die Früherkennung der Krankheit sowie deren umgehende Behandlung. Das Zweite sei die Profilaxe, die nun getestet werde und als Drittes das Entwickeln von Impfstoffen.

Lepra-Mission: Akribische Kleinarbeit vor Ort
Die Medikamente aus Basel würden an die Weltgesundheitsorganisation WHO geliefert und gelangten von dort an die Landesregierungen. Diese würden sie den Fachleuten abgeben, welche die Krankheit bekämpften. In Ländern, wie Indien oder Bangladesch geschehe dies in weiten Landesteilen durch die Lepra-Mission, heisst es in deren Medienmitteilung. „Wir übernehmen die Feinverteilung. Dass die Medikamente kostenlos sind, ist sehr wertvoll“, sagte Markus Freudiger, Co-Geschäftsleiter der Lepra-Mission Schweiz. Aufwändig sei auch die Arbeit vor Ort. Es müsse in ländlichen Gegenden „akribisch nach Betroffenen gesucht und ihre Wunden und Geschwüre teils über Monate gepflegt werden.“

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Jugendliche nutzen drei Stunden täglich das Internet - JIM-Studie 2013 veröffentlicht

Stuttgart/Deutschland | 16.12.2013 | APD | Medien

Das Internet spielt im Alltag von Jugendlichen eine wichtige Rolle. Im Durchschnitt seien Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland von Montag bis Freitag 179 Minuten täglich online. Der Grossteil dieser Zeit werde nach Angaben der Jugendlichen für den Bereich Kommunikation verwendet. Vor allem die Nutzung von Online-Communities spiele dabei für viele eine zentrale Rolle (75 Prozent mindestens mehrmals pro Woche). Weitere Internet-Angebote, die häufig von Jugendlichen genutzt würden, seien Suchmaschinen, wie beispielsweise Google (80 Prozent) und Videoportale, etwa YouTube (74 Prozent). Das sind einige Ergebnisse der JIM-Studie 2013 (Jugend, Information, Multi-Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest.

Auch für die Schule seien Computer und Internet für Jugendliche von grosser Bedeutung. Nach eigenen Angaben nutzten Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren Computer und Internet von Montag bis Freitag durchschnittlich 48 Minuten pro Tag, um zu Hause etwas für den Unterricht zu machen. Mit zunehmendem Alter steige die Zeit am Computer für Schularbeiten oder Lernen deutlich an, sodass 18- bis 19-jährige Schüler den PC mehr als eine Stunde pro Tag (68 Minuten) für die Schule nutzten. Entsprechend der Nutzung werde auch der Einfluss von Computer und Internet auf den Schulerfolg bewertet: 81 Prozent der Schüler fänden es sehr wichtig beziehungsweise wichtig, zu Hause Computer und Internet für die Schule zu haben.

Der Zugang zum Internet finde bei Jugendlichen insgesamt immer öfter auch über Smartphone oder Handy statt. 73 Prozent der Internetnutzer hätten in den 14 Tagen vor der Befragung das Internet über ihr Smartphone genutzt. Im Vergleich zur Erhebung im Vorjahr zeige sich dabei eine deutliche Steigerung (2012: 49 Prozent). Somit sei die Internetnutzung über Handy ähnlich relevant wie der Zugang über Computer oder Laptop (87 Prozent).

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Multi-Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk jährlich durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2013 telefonisch befragt. Neben Fakten zum Thema Internetnutzung enthält die Studienreihe Basisdaten zum Freizeitverhalten der Jugendlichen sowie Mediennutzungsdaten zu Fernsehen, Radio, Internet, Handy, Büchern und Computerspielen.

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Drehbuchautor an adventistischer La Sierra University erhält Emmy Award

New York City, New York/USA | 16.12.2013 | APD | Medien

In der Nacht des 2. Dezembers fand in New York City die Vergabe der 41. „International Emmy Awards“ statt. Dabei wurde der ORF/ZDF-Koproduktion „Das Wunder von Kärnten“, in der Kategorie "TV-Movie/Mini-Series" ein Emmy Award verliehen. Der Fernsehfilm basiert auf einer wahren Begebenheit. Das Skript dazu wurde vom Drehbuchautor Christoph Silber gemeinsam mit Thorsten Wettcke verfasst, wie die adventistische Kirchenzeitschrift „Record“ berichtete. Silber unterrichtet an der adventistischen La Sierra University in Riverside, Kalifornien/USA, als Gastdozent das Schreiben von Drehbüchern und gibt Schreibkurse. Die Premiere des Films habe nach Angaben des ORF im Januar 2012 ein Millionenpublikum erreicht.

Laut „Record“ handle fast 75 Prozent des Films in einem Operationssaal. Er zeige detailliert die heroischen Anstrengungen eines Arztes, wie er unter extremem Stress alle Register ziehe, um in einem kleinen Zeitfenster, das für Wiederbelebungsbemühungen bleibe, ein Kind zu reanimieren.

Diese Geschichte habe ihn fasziniert, sagte Christoph Silber, weil „sie die schwierige moralische Frage thematisiert, wie weit wir ins Leben eingreifen dürfen.“ Zudem gehe es auch um das Thema, ob es Wunder gebe oder ob man durch ausharrendes Hoffen etwas Wundersames bewirken könne. Die Antwort werde dem Zuschauer überlassen.

Silber ist zweisprachig in Berlin und London aufgewachsen. Er hat alleine oder als Mitautor Drehbücher für 25 Filme geschrieben oder diese koproduziert sowie für Dutzende Fernsehfolgen in Deutschland, Österreich, England und den Vereinigten Staaten, seiner Wahlheimat.

Er sei besonders für Epochenfilme wie den internationalen Hit „Good Bye Lenin“ (2003) bekannt und das von der Kritik gefeierte Bergsteigerdrama, „Nordwand“ (2008) welches auf wahren Begebenheiten um den Erstbesteigungsversuch der Eiger-Nordwand in der Schweiz im Jahr 1936 basiere, so „Record“.

Derzeit arbeite Silber mit einer Produktionsfirma in London an einer TV-Kurzserie mit dem Titel „Nürnberg“. Das Projekt basiere auf den Prozessen gegen Nazi-Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, die von 1945 bis 1949 in Nürnberg/Deutschland stattfanden.

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Bert B. Beach, „Brückenbauer. Memoiren eines einzigartigen Botschafters der Adventisten“

| 16.12.2013 | APD | Buchrezensionen

Bert B. Beach, „Brückenbauer. Memoiren eines einzigartigen Botschafters der Adventisten“, Advent-Verlag, Lüneburg, 2013, 256 Seiten, Paperback, 24,80 Franken, ISBN 978-3-8150-1936-8.

Die weltweit verbreitete amerikanische Zeitschrift „Adventist Review“ bezeichnete ihn als „Adventistischen Staatsmann“ (Ausgabe vom 8.11.2001) und schrieb: „Manchmal erkennt eine Gruppe nicht, was für einen Schatz sie in ihren Reihen hat.“ Damit ist der in der Schweiz geborene US-amerikanische Theologe, Hochschullehrer und Kämpfer für Religionsfreiheit Bert Beverly Beach (85) gemeint.

Seine im vergangenen Jahr verlegte Biographie „Ambassador for Liberty“ (Review and Herald) ist gerade unter dem Titel „Brückenbauer“ im Advent-Verlag Lüneburg erschienen – eine wahrlich spannende Lektüre!

Sein bewegtes Leben führte ihn als Sohn US-amerikanischer Missionare von Gland in der Schweiz nach Paris, Bern, USA, Italien und England. Später bereiste er als Generalsekretär der „Internationalen Vereinigung für Religionsfreiheit“ (IRLA, bis 1995) und als Generalsekretär der „Weltweiten Christlichen Gemeinschaften“ (bis 2003) die ganze Welt.

Über sein spannendes persönliches und familiäres Leben berichtet Beach in den ersten 12 Kapiteln seiner Biographie. Im zweiten Teil des Buches (20 Kapitel) beschreibt er seine Arbeit: die Aufgaben, die er für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten wahrnahm, seine Erlebnisse in Afrika, seine Reisen in die Sowjetunion, seinen Einsatz bei den Vereinten Nationen, die Audienzen bei verschiedenen Päpsten und auch seine Besuche in der DDR, ein Kapitel, das er extra für die deutschsprachige Ausgabe schrieb. Die letzten sieben Kapitel im dritten Teil sind so etwas wie ein geistliches Vermächtnis im Blick auf seinen Gott, seine Kirche und seine Lebensphilosophie. Weil die Kapitel recht kurz sind, sein Leben so spannend war und seine Schreibe sehr locker und humorvoll ist, ist diese Biographie eine kurzweilige Lektüre – zugleich voll tiefer Einsichten und Lebensweisheit.

Für seine Verdienste wurden Dr. Beach, er promovierte in Geschichte an der Sorbonne, Paris, zwei Ehrendoktorwürden und zahlreiche Orden und Ehrungen verliehen. In der Biographie schildert er seine Erlebnisse und sein Wirken sehr bescheiden. Man muss zwischen den Zeilen seiner Memoiren lesen, um die wahre Bedeutung und Tragweite seines Wirkens zu erkennen.
Elí Diez-Prida

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