APD-INFORMATIONEN 1/2014 - JANUAR 2014

Evangelischer Kirchenbund kritisiert Initiative „Gegen Masseneinwanderung“

Bern/Schweiz | 23.01.2014 | APD | Schweiz

Die Initiative „Gegen Masseneinwanderung“ ist diskriminierend. Sie ist weder mit der langen humanitären Tradition der Schweiz noch mit dem christlichen Menschenbild vereinbar, so der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) in einer Stellungnahme.

„Die christlichen Kirchen orientieren sich in ethischen und gesellschaftspolitischen Fragen an der Bibel. Sichtbarer Ausdruck und Merkmal christlicher Ethik und humanitärer Politik sind der Schutz des Fremden und Schwachen und die Achtung jedes einzelnen Menschen als Geschöpf Gottes“, heisst es im Dokument.

Diskriminierende Begrifflichkeit
Demnach sei der Titel der Initiative „Gegen Masseneinwanderung“, über die am 9. Februar 2014 abgestimmt wird, diskriminierend. Migranten seien keine anonyme „Masse“, welche die Schweiz überrolle, sondern Männer, Frauen und Kinder. Kein Mensch sei aufgrund seiner Geburt oder seiner Nationalität wertvoller als ein anderer.

Asyl und Personenfreizügigkeit sind zwei Paar Schuhe
Im Weiteren kritisiert der SEK, dass die Initiative Asyl und Personenfreizügigkeit in denselben Topf werfe. Sie wolle die Zahl der einwandernden Arbeitskräfte und den Asylbereich aufgrund der jeweiligen wirtschaftlichen Konjunktur des Landes kontingentieren. „Die wirtschaftliche Konjunktur ist wechselhaft, und Gewalt hat in dieser Welt immer Konjunktur“, stellt der SEK fest. Der Schutz gefährdeter Menschen lasse sich nicht mit Quoten regeln. Dabei dürfe laut dem Dokument der Schutz von Verfolgten nicht zur Manövriermasse strukturpolitischer Massnahmen werden oder parteipolitischem Kalkül geopfert werden.

Familiennachzug gewähren - Menschenrechte sind unteilbar
Beunruhigt sei der Schweizerische Evangelische Kirchenbund auch darüber, dass die Initiative den Familiennachzug infrage stelle. Menschenrechte wie das Recht auf ein Familienleben könnten nicht durch Kontingente beschränkt werden: „Sie sind unteilbar und stehen allen Menschen zu“, so die SEK-Stellungnahme.

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund lehne die Initiative ab und vertraue auf die Urteilskraft der Bürgerinnen und Bürger, die langjährig gewachsene humanitäre Tradition der Schweiz weiter zu pflegen und zu bewahren.

Die Stellungnahme des Kirchenbundes „Menschen, nicht Massen“, kann kostenlos herunterladen werden:
http://www.kirchenbund.ch/sites/default/files/media/pdf/stellungnahmen/131219-stellungnahme-masseneinwanderung-de.pdf

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Glückskette: 37 Mio. Franken für Philippinen - 200.000 Personen geholfen

Genf, Lugano, Zürich/Schweiz | 23.01.2014 | APD | Schweiz

Bis zum 13. Dezember sind bei der Glückskette 37,2 Millionen Franken Spendengelder eingegangen, teilte die Stiftung mit. Die Projektkommission der Glückskette habe davon für acht von ihren Partnerhilfswerken eingereichte Projekte 4,8 Millionen Franken freigegeben, heisst es in der Medienmitteilung. Diese Projekte deckten zum Teil rückwirkend Ausgaben ab, welche die Hilfswerke bereits unmittelbar nach dem Auftreten des Taifuns Haiyan in Form von Nothilfe getätigt hätten. Dank der acht finanzierten Projekte hätten lebensnotwendige Güter an knapp 200.000 Menschen verteilt werden können. Die Nothilfesets enthielten vor allem Lebensmittel, Hygieneartikel, Decken und Blachen. In einer zweiten Phase hätten oder würden die meisten dieser Familien Werkzeug und Material für den Bau von provisorischen Unterkünften erhalten.

Sieben Hilfswerke – acht Projekte
Die eingereichten Projekte von ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe), Caritas Schweiz (zwei Projekte), HEKS, Medair, dem Schweizerischen Roten Kreuz, Solidar Suisse und Terre des Hommes – Kinderhilfe seien ganz oder mit Vorbehalten von der Projektkommission der Glückskette bewilligt worden. Die Kommission bestehe aus einem unabhängigen Präsidenten, fünf Experten aus verschiedenen Fachgebieten und fünf Vertretern von Partnerhilfswerken.

ADRA Schweiz versorgt 3.500 Familien
Beim Projekt von ADRA Schweiz, mit 274.500 Franken Gesamtkosten, das von der Glückskette co-finanziert wird, erhalten laut ADRA in der Provinz Aklan, nordwestliche Spitze der Insel Panay, 3.500 Familien oder 17.500 Personen Nahrungsmittelpakete. Diese sollen das Überleben für jeweils zwei Wochen sichern. Die Pakete enthalten: Reis, Sardinen, Nudeln, Öl, Mungobohnen und Erdnussbutter. Grosse Familien und solche, die einen Elternteil verloren hätten sowie jene mit chronisch Kranken, Behinderten, älteren Personen oder mit Waisen, würden mit Priorität versorgt. Bei der Beschaffung der Hilfsgüter arbeite ADRA mit lokalen Lieferanten zusammen, um die Transportwege kurz zu halten und das lokale Gewerbe zu unterstützen. Das Projekt ist auf zwei Monate ausgelegt.

An vielen Orten habe der Sturm nicht nur die Vorräte zerstört, sondern auch die Arbeitswerkzeuge. Bis zur nächsten Ernte oder bis zum Ersatz der Arbeitsgeräte seien die Menschen noch auf Hilfe von Aussen angewiesen, so ADRA.

Lage vor Ort
Die dringendsten Bedürfnisse vor Ort hätten in der Zwischenzeit gedeckt werden können, teilte die Glückskette mit. Dies sei vor allem aufgrund der Intervention der philippinischen Behörden, der Mitarbeit von Hilfswerken und ausländischer Militärkontingente möglich gewesen. Inzwischen seien die humanitären Organisationen gut vor Ort etabliert und hätten mit der frühen Wiederaufbauphase begonnen, damit die Opfer provisorische Unterkünfte bauen und wirtschaftliche Aktivitäten aufnehmen könnten.

Die erwähnten – sowie fünf weitere – Partnerhilfswerke der Glückskette seien laut der Stiftung dabei, Projekte für den Wiederaufbau und das Anstossen der lokalen Wirtschaft auszuarbeiten. Sobald die Leitlinien der philippinischen Regierung für den Wiederaufbau bekannt seien, würden diese Projekte in einer nächsten Phase durchgeführt.

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Mellingen: Adventisten kaufen ehemalige Neuapostolische Kirche

Zürich/Schweiz | 23.01.2014 | APD | Schweiz

Mitte Januar hat der Bau-Verein der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz der Neuapostolischen Kirche (NAK) das leerstehende Kirchengebäude an der Wallisstrasse in Mellingen/AG abgekauft. Die ehemalige Adventgemeinde Baden, die nun in Adventgemeinde Mellingen umbenannt werde, benutze ab dem 1. Februar die neuen Räumlichkeiten wöchentlich am Samstag (Sabbat) für Gottesdienste sowie unter der Woche für gemeinschaftliche Aktivitäten und Lebenshilfeseminare, sagte Michael Urbatzka, Präsident des Bau-Vereins.
Wie die Aargauer Zeitung im Januar 2013 berichtete, sei aufgrund des Mitgliederschwunds bei der Neuapostolischen Kirche die Gemeinde Mellingen mit jener von Baden-Wettingen zusammengeführt worden, um mit rund 500 Mitgliedern „optimale Gemeindestrukturen“ zu schaffen. Seither steht die Liegenschaft in Mellingen zum Verkauf.

Die ehemalige Adventgemeinde Baden hat während den letzten drei Jahrzehnten in gemieteten Räumlichkeiten in Baden und zuletzt in der evangelischen Kirche in Turgi am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, ihre Gottesdienste gefeiert. Es gehören ihr 37 Mitglieder an, die sich durch die Erwachsenentaufe angeschlossen haben. „Bei den Adventisten handelt es sich nicht um eine Volkskirche, deren Mitglied man durch die Kindertaufe wird“, sagte der Gemeindepastor Paul Wright, „sondern um eine Mitgliederkirche, der man durch die Glaubenstaufe meist im Erwachsenenalter beitritt“. Kinder und Jugendliche aus adventistischen Familien, die nicht als Säuglinge getauft würden, zählten nicht als Mitglieder.

Nutzung der Räumlichkeiten
Die Liegenschaft an der Wallisstrasse 12 liegt im südlichen Ortsteil von Mellingen, in einem Wohnquartier. Das Gebäude habe eine Grundfläche von 146 Quadratmetern mit Räumlichkeiten im Erd- und Untergeschoss, die nur geputzt und umgehend für Gottesdienste genutzt werden könnten, so der zuständige Seelsorger Paul Wright. Im Weiteren solle die Liegenschaft ein Zentrum für Lebenshilfeangebote, Seminare und gemeinschaftliche Aktivitäten werden. Im Frühjahr würden die Nachbarn sowie die Quartierbevölkerung zu einem Begegnungsanlass in Haus eingeladen und im Herbst sei ein Vergebungsseminar geplant. „Wir wollen auch mit den Pfarrpersonen anderer christlicher Kirchen sowie mit Mitgliedern des Gemeinderates Kontakt aufnehmen, um uns vorzustellen, aber auch um abzuklären, welchen Beitrag die Adventisten in Mellingen leisten können“, sagte Wright.

Adventisten in der Schweiz
Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist seit 147 Jahren in der Schweiz vertreten. Die erste Gemeinde wurde 1867 in Tramelan (Berner Jura) gegründet. Im Jahre 1901 wurden die Kirchengemeinden in der Schweiz entsprechend der Sprachzugehörigkeit in zwei "Vereinigungen" aufgeteilt: in die "Deutschschweizerische Vereinigung" mit Sitz in Zürich und in die "Fédération de la Suisse Romande et du Tessin" mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die nationale Kirchenleitung „Schweizer Union“. Ende Dezember 2012 lebten 4.394 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz. Einige Hundert Kinder und Jugendliche sind in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die protestantische Freikirche keine Kinder tauft, sondern ihnen den Entscheid zum Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, wenn sie sich selbst entscheiden können. Die Adventisten der Schweiz feiern den Gottesdienst am biblischen Ruhetag, dem Samstag (Sabbat), in 49 Kirchgemeinden und fünf Gruppen. Sie sind Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). Weltweit sind knapp 18 Millionen Personen durch die Glaubenstaufe Mitglieder der Kirche geworden.

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Neuer Pastor für die Adventgemeinden in Aarau, Mellingen und Reinach/AG

Zürich/Schweiz | 23.01.2014 | APD | Schweiz

Anfang Januar 2014 hat Pastor Paul Wright (58) als Bezirksprediger die Betreuung der Adventgemeinden in Aarau, Mellingen und Reinach/AG, mit rund 160 Mitgliedern, übernommen. Paul Wright war für die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Kanton Zürich und davor in der Innerschweiz tätig und folgt im Kanton Aargau auf Pastor Arnold Zwahlen, der die Verantwortung für drei Adventgemeinden in der Ostschweiz übernommen hat.
Wright arbeitet mit Pastoralassistent Manuel Soutullo im Bezirk Aargau zusammen sowie mit Biljana Stoykova, die sich als Freiwillige im adventistischen Familien- und Gemeinschaftszentrum Reinach/AG einbringt. Die vierte Adventgemeinde im Kanton Aargau feiert ihre Gottesdienste in der 3x3 Halle der Evangelisch-methodistischen Kirche in Hunzenschwil und wird von Pastorin Barbara Witzig betreut. Adventistische Christen halten den biblischen Ruhetag, den Samstag (Sabbat), was die gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten mit einer Kirche, die den Sonntag hält, ideal ergänzt.

„Ich will ein Netzwerk von ganzheitlichen Kleingruppen fördern, in denen sich Menschen angenommen und geborgen fühlen“, sagte Pastor Wright. „In diesen Kleingruppen teilt man Freude und Leid und erlebt gemeinsam, was die Nachfolge Jesu konkret bedeutet.“ Nebst den üblichen Tätigkeiten für Seelsorge und Gottesdienst werde er auch Religionsunterricht erteilen und öffentliche Veranstaltungen organisieren.

Er habe an seinem letzten Tätigkeitsort in Zürich-Affoltern ein Teamleitungskonzept eingeführt, das zunehmend in der Wirtschaft gebraucht werde, so Wright. Den einzelnen Teams werde mehr Freiraum für eigene Initiativen gegeben als in Kirchen sonst üblich sei. Die dadurch entstandenen Ideen und Angebote seien für Menschen auf der Suche nach Gott attraktiv. So habe die Mitgliederzahl in der adventistischen Kirchgemeinde Zürich-Affoltern im Lauf der letzten vier Jahren um knapp 20 Prozent zugenommen.

Werdegang
Der 58-jährige Schweizer englischer Muttersprache, absolvierte ein Theologiestudium am adventistischen Newbold College (Bracknell/England) und an der Andrews University (Michigan/USA), das er mit einem Master of Divinity (M.Div) und später an der gleichen amerikanischen Universität mit einem Doctor of Ministry (D.Min) abschloss. Paul Wright ist mit Mirjam verheiratet und lässt in seiner Freizeit gerne Modellflugzeuge fliegen, liest oder wandert.

Familien- und Gemeinschaftszentrum in Reinach/AG
Die Adventisten in Reinach/AG haben ihre Kirche als „Familien- und Gemeinschaftszentrum“ konzipiert. Seit 2012 bietet das Zentrum Unterstützung für Familien im oberen Wynental an, mit einer wöchentlichen „Chrabbelgruppe“ für Kleinkinder, Nachhilfestunden für Schüler und Abendessen für Asylsuchende und Alleinstehende.

Zwischenkirchliche Kontakte der Adventisten im Kanton Aargau
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten engagiert sich seit 1985, der Gründung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AGCK) im Kanton Aargau, als Gastmitglied.

Webseiten der adventistischen Gemeinden im Kanton Aargau:
Aarau: http://aarau.adventgemeinde.ch/
Hunzenschwil (Lenzburg): http://lenzburg.adventgemeinde.ch/
Reinach: http://reinach.adventgemeinde.ch/

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Weltweit über 18 Millionen Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 23.01.2014 | APD | International

Nach Angaben der Abteilung „Archiv, Statistik und Forschung“ der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten hätten am 30. September 18.028.796 Personen zur Kirche gehört. Es werde geschätzt, dass an den wöchentlichen Gottesdiensten am Samstag, (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, weltweit 25 bis 30 Millionen Frauen, Männer und Kinder teilnehmen würden. Die Kirche taufe keine Säuglinge und zähle Kinder oder ungetaufte Gottesdienstbesucher nicht als Mitglieder, was die Differenz der Zahlen erkläre.

Im Durchschnitt würden sich pro Tag 3.052 Personen der Kirche anschliessen, erläuterte G. T. Ng, Generalsekretär der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, das Mitgliederwachstum.

„In einer Zeit, wo weltweit viele Religionsgemeinschaften stagnieren, freut uns dieses Wachstum“, kommentierte David Trim, Direktor der Abteilung Archiv, Statistik, und Forschung die Zahlen. „Wir danken Gott, dass trotz politischer Unterdrückung, religiöser Verfolgung, zunehmender Säkularisierung und wachsendem Materialismus unsere Kirche, die Hoffnung und Ganzheitlichkeit betont, weiterhin wächst und diesen statistischen Meilenstein erreicht hat."

Adventisten weltweit
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde 1863 in den USA gegründet. Sie unterhält gegenwärtig weltweit 112 Hochschulen und Universitäten, rund 1.900 höhere und 6.000 Grundschulen mit mehr als 1,75 Millionen Schülern oder Studenten. Die medizinischen Einrichtungen der Kirche umfassen 172 Krankenhäuser sowie 238 Kliniken und Sanitätsstationen, in denen jährlich 16 Millionen Menschen behandelt werden. Zum humanitären Engagement der Kirche gehört auch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA mit Büros in 120 Ländern. Deren Projekte mit einer Gesamtsumme von 204 Millionen Euro kamen 2011 mehr als 20 Millionen Menschen zugute. ADRA gewähre Hilfe unabhängig von politischer sowie religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft.

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Christen bilden nicht länger Bevölkerungsmehrheit in Neuseeland

Howick/Neuseeland | 23.01.2014 | APD | International

Laut den im Dezember publizierten Zahlen der Volkszählung 2013 sei es das erste Mal seit über hundert Jahren, dass Neuseelands Bewohner sich mehrheitlich nicht mehr als Christen bezeichneten. 2006 hätten 56 Prozent der Bevölkerung angegeben, Christen zu sein, 2013 seien es nur noch 47 Prozent gewesen, teilte „Record“, die australische Kirchenzeitschrift der Siebenten-Tags-Adventisten, mit.

Grosse Kirchen mit grossen Verlusten
Demnach habe die Anglikanische Kirche in Neuseeland mit einem Verlust von knapp 100.000 Mitgliedern in den letzten sieben Jahren den grössten Rückgang zu verzeichnen gehabt. Bei der römisch-katholischen und der presbyterianischen Kirche hätte die Mitgliederzahl ebenfalls abgenommen.

Parallele Entwicklungen in Neuseeland und Australien
„Die Zahlen der Volkszählung lösen zwar Besorgnis aus, sind aber nicht überraschend“, sagte Pastor Dr. Brad Kemp, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Neuseeland. „Was wir in Neuseeland beobachten, spiegelt die Entwicklung in Australien: Ein markanter Anstieg jener Personen, die sich als säkular bezeichnen oder keine Religionszugehörigkeit angeben sowie das Wachstum nicht-christlicher Religionen.“

Mehr Nicht-Religiöse, Hindus und Moslems
Zugenommen habe laut „Record“ in den letzten sieben Jahren die Zahl der Neuseeländer, welche sich als nicht religiös bezeichneten, um 26 Prozent, jene der Hindus in der gleichen Zeitspanne von 64.000 auf 90.000, und auch die muslimische Bevölkerung sei angewachsen.

Adventisten als Ausnahme
Die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wäre im Rahmen des generellen Rückgangs der Mitgliederzahlen bei christlichen Konfessionen in Neuseeland eine Ausnahme, so „Record“. 2006 hätten sich 14.154 Personen bei der Volkszählung als Adventisten bezeichnet, 2013 seien es 15.120 gewesen. Neuseeland hat 4,43 Millionen Einwohner.

Adventistische Kinder und Jugendliche sind üblicherweise in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die Freikirche keine Säuglinge tauft, sondern ihnen Taufe und Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, wenn sie sich selbst entscheiden können.

Er sei froh, dass die adventistischen Kirchenleitungen auf der Nord- und Südinsel nach Zugängen suchten, um säkulare Neuseeländer mit der christlichen Botschaft zu erreichen, sagte Pastor Kemp. Es müssten aber auch Wege gefunden werden, um Angehörige anderer Religionen im Land ansprechen zu können.

Die Adventisten in Neuseeland unterhalten 19 Grund- und höher Schulen, eine Seniorenwohnsiedlung, eine Gesundkostfabrik sowie das Hilfswerk ADRA.

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Cyberkriminelle stehlen adventistischer Weltkirchenleitung 500.000 US-Dollar

Silver Spring, Maryland/USA | 23.01.2014 | APD | International

Die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, wurde laut Angaben von Adventist News Network (ANN) Opfer eines Cyberdiebstahls. Es seien dabei rund 500.000 US-Dollar (370.000 Euro) gestohlen worden, die für eine kirchliche Institution überwiesen worden seien.

Die Kirchenleitung kooperiere in den laufenden Untersuchungen mit US-Bundes-behörden und kläre mit Banken und Versicherungen ab, welche Rückforderungen gestellt werden könnten. Obwohl es noch nicht auszuschliessen sei, gäbe es derzeit keine Hinweise für die Beteiligung von Insidern, so ANN.

„Es sind keine persönlichen Informationen, wie Personen- oder Spenderdaten, betroffen“, erklärte Bob Lemon, Finanzchef der Weltkirchenleitung. „Es wurde beim Angriff auch nicht auf interne Konten zugegriffen, sodass diese gefährdet wären. Wir ändern das Verfahren und tun unser Bestes, damit dies nicht nochmals vorkommen kann.“

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Freispruch und Entlassung für adventistischen Pastor Monteiro

Silver Spring, Maryland/USA | 23.01.2014 | APD | International

Der Pastor der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Antonio Monteiro, ist am 13. Januar nach 22-monatiger Haft aus dem Zivilgefängnis in Lomé/Togo entlassen worden, wie Adventist News Network (ANN) berichtete. Ein Gericht habe ihn von allen Anklagepunkten freigesprochen. Kirchenmitglied Bruno Amah sei dagegen für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt worden, so ANN. Der Fall hatte für weltweites Aufsehen innerhalb der Freikirche gesorgt.

Der aus den Kapverden stammende Pastor Monteiro ist seit 2009 als Leiter der Familienabteilung in Togo für die Adventisten tätig und wurde im März 2012 inhaftiert. Laut ANN habe Kpatcha Simliya, ein geständiger Serienmörder, der 20 Mädchen umgebracht und deren Blut verkauft haben soll, Monteiro, Amah und eine weitere Person bezichtigt, an dem mit den Morden im Zusammenhang stehenden Bluthändlerring beteiligt gewesen zu sein. Während einer polizeilichen Hausdurchsuchung bei Pastor Monteiro sei aber keinerlei belastendes Material gefunden worden, so ANN.

Simliya, der vom Gericht ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, sei in einem psychiatrischen Gutachten, das ANN vorliege, als psychisch instabil und „pathologischer Lügner“ bezeichnet worden. Zudem habe er seine Beschuldigungen widerrufen und erklärt, dass ihn die Polizei durch Gewaltanwendung gezwungen hätte, Namen von Menschen anzugeben, die er kenne.

Mit „gemischten Gefühlen“ reagierten adventistische Kirchenleiter auf die beiden Gerichtsentscheidungen. „Der Freispruch von Pastor Monteiro ist eine gute Nachricht und wir freuen uns für ihn und seine Familie. Wir sind aber überrascht und sehr traurig über die Verurteilung von Bruno Amah“, betonte Pastor Dr. John Graz, Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten. Die abscheuliche Anklage gegen Monteiro und Amah habe darin bestanden, dass beide am Komplott zur Tötung dieser Frauen beteiligt gewesen sein sollen, um verschiedene Körperteile in Verbindung mit einer religiösen Zeremonie verwenden zu können, so Graz. „Das ist eine absolut unglaubwürdige und groteske Anschuldigung.“ Laut ANN sei es aber eine weit verbreitete Praxis, in Togo, Blut und Organe bei Voodoo-Zeremonien zu verwenden.

Im Dezember hatten Menschenrechtsaktivisten der Siebenten-Tags-Adventisten die weltweit 18 Millionen Kirchenmitglieder aufgerufen, mit der Zustellung von Weihnachtskarten drei inhaftierte Adventisten zu ermutigen, die laut Angaben von adventistischen Kirchenvertretern aufgrund falscher Anschuldigungen in Haft seien. Neben Pastor Antonio Monteiro und Bruno Amah sollte sich auch für Sajjad Masih, einen inhaftierten Adventisten in Pakistan, eingesetzt werden. Ihm wird Gotteslästerung (Blasphemie) per SMS vorgeworfen. Obwohl der Informant seine Beschuldigung zurückgezogen habe und es dem Staatsanwalt nicht gelungen sei, Beweise für Masihs Vergehen vorzulegen, wurde er bisher nicht freigelassen. Laut ANN hätten adventistische Kirchenvertreter Rechtsmittel und diplomatische Kanäle bemüht, um die Freilassung der drei Männer zu erwirken.

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Präsidiumswechsel im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich

Wien/Österreich | 23.01.2014 | APD | Ökumene

Am 1. Januar übernahm der aus Wien stammende evangelisch-methodistische Superintendent Lothar Pöll den Vorsitz des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), teilte CBS KULTUR INFO mit. Er löste Nicolae Dura, den rumänisch-orthodoxen Bischofsvikar und bisherigen Vorsitzenden ab. Die einstimmige Wahl von Lothar Pöll erfolgte bereits Mitte Oktober 2013 durch die Vollversammlung des ÖRKÖ. Die Methodistenkirche zählt zu den Gründungsmitgliedern des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich.

Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis und der römisch-katholische Diözesanbischof von Innsbruck, Manfred Scheuer, gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Erika Tuppy (Evangelisch-reformierte Kirche/H.B.), Bischof Michael Bünker (Evangelisch-lutherische Kirche/A.B.), Bischof John Okoro (Altkatholische Kirche) und Chorepiskopos Emanuel Aydin (Syrisch-orthodoxe Kirche).

Bei einem Hintergrundgespräch informierte laut CBS KULTUR INFO der methodistische Kirchenleiter kürzlich über seine bisherige kirchliche Tätigkeit, die Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich und weltweit sowie seine neuen Aufgaben im nationalen Kirchenrat.

Vielseitig kirchlich engagiert
Lothar Pöll wurde am 5. Dezember 1951 in Wien geboren. Er studierte an der Theologischen Fachhochschule der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Reutlingen. Nach seiner Ordination war er ab 1977 als Gemeindepastor und in der Seelsorgearbeit in Salzburg, Linz, Ried im Innkreis, St. Pölten und Wien tätig. Er übernahm zahlreiche Aufgaben in der Evangelisch-methodistischen Kirche und in der Ökumene: Seit 1984 ist Lothar Pöll Mitglied des Kirchenvorstandes der EmK und seit 2001 Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich. Als Superintendent setzte er sich besonders für den Ausbau der Zusammenarbeit mit den evangelischen Kirchen A.B. und H.B. ein. Pöll ist daher auch – neben den zwei anderen Evangelischen Kirchen – Mitglied im sechsköpfigen Organisationsteam für den Prozess „Auf dem Weg ins Jahr 2017", dem Reformationsjubiläum. Der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) gehört er als Ratsmitglied an. Von 2008 bis 2013 war Pöll Mitglied im Vorstand des ÖRKÖ.

Als Kuratoriumsmitglied des Linzer Diakonie-Zentrums Spattstrasse unterstützt Pöll ferner aktiv die sozial-diakonische Arbeit seiner Kirche. „Wahre Religion muss erdverbunden und menschenfreundlich sein“, so der Pastor 1998 in der Zeitschrift „Methodist“. Das 1963 gegründete Zentrum in Linz mit über 500 Mitarbeitenden biete ein Bündel an sozialen Angeboten für schwierige, verhaltensauffällige und mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche.

Methodisten in Österreich seit 1951 staatlich anerkannt – Teil einer weltweiten Kirche
Die Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich (EmK) ist Teil der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (The United Methodist Church). Derzeit leben in Österreich rund 1.500 Methodisten in 10 Gemeinden. Die methodistische Arbeit begann in Österreich 1870 durch den Prediger Christian Dieterle in Wien – in einer Zeit, als es im Land noch wenig Religionsfreiheit gab. Damals war nur eine „häusliche Religionsausübung“ möglich, sodass sich die Gläubigen als „Gäste“ in Privatwohnungen treffen mussten. Deshalb hatten sie immer wieder mit staatlichen Repressionen zu kämpfen. Bereits 1892 bemühte sich die methodistische Kirche in Österreich um staatliche Anerkennung, die jedoch erst im Jahre 1951 erfolgte.

Methodistische Freikirche – „geistiger Zweig der Reformation“
„Die Evangelisch-methodistische Kirche ist ohne ‚Reformation‘ nicht denkbar. Sie ist ein geistiger Zweig der Reformation“, betonte Pöll im Gespräch. Das sei auch der Grund, weshalb das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation zusammen mit den Evangelischen Kirchen A.B. und H.B. vorbereitet werde.
Seine Kirche sei nicht aus einem kirchlichen Lehrstreit hervorgegangen, sondern im 18. Jahrhundert – während der industriellen Revolution – als Erneuerungsbewegung innerhalb der Kirche von England entstanden, so Pröll. Der anglikanische Priester John Wesley (1703-1791) gilt zusammen mit seinem Bruder Charles als Begründer der Methodistischen Bewegung. John Wesley wandte sich vor allem an die sozial schwache Arbeiterbevölkerung, der die Kirche nichts mehr zu sagen hatte, und setzte sich für die Beseitigung sozialer Missstände, also für eine Kirchenreform, ein. Als Wesley starb, gab es bereits 135.000 Methodistinnen und Methodisten.

John Wesley wollte keine neue Kirche gründen, sondern den Menschen, die von der Kirche nicht erreicht wurden, dienen. Entscheidend für die Bildung einer eigenen Kirche wurde die Situation in Amerika nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges. Da sich die Kirche von England, gebunden an die englische Krone, angesichts der neuen Situation als nicht in der Lage zeigte, die geistliche Betreuung der Bevölkerung in Nordamerika zu gewährleisten, entschloss sich Wesley zu handeln. Er ordinierte zwei Männer für den Dienst und bestimmte einen weiteren anglikanischen Priester zum Superintendenten für Amerika. So kam es, dass sich die methodistische Bewegung im Nordamerikanischen Staatenbund im Jahre 1784 in Baltimore als selbständige Kirche bildete. Heute gehören den methodistischen Kirchen weltweit etwa 80 Millionen Menschen an.

Kirchenstruktur und Arbeitsformen in Österreich und weltweit
Die innere Struktur der Methodistenkirche wird durch sogenannte „Konferenzen“ geregelt. Konferenzen sind beratende und gesetzgebende Körperschaften, sie gliedern die Kirche und verbinden zugleich ihre vielfältigen Lebensäusserungen miteinander. Konferenzen sind Synoden, die sich je zur Hälfte aus Laien und Pastoren zusammensetzen.

Die gesamte Arbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich ist als Jährliche Konferenz organisiert. Die jährliche Konferenz ist als Synodenversammlung weltweit die grundlegende Strukturform der Evangelisch-methodistischen Kirche. Den Vorsitz einer jährlichen Konferenz hat immer ein Bischof. Für Österreich ist Bischof Dr. Patrick Streiff zuständig, der seinen bischöflichen Sitz in Zürich (Schweiz) hat. Bei zahlreichen Anlässen in Österreich wird er durch den Superintendenten Pöll vertreten.

Ökumene als „Gabe Gottes“
Zu den Arbeitsschwerpunkten als neuer Vorsitzender des Vorstands gehören die Beziehungen des ÖRKÖ und seiner Mitgliedskirchen zum Staat, die Kontakte zu jüdischen Einrichtungen und die Pflege lebendiger Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften. Ferner könne es auch zu öffentlichen Wortmeldungen des Rates kommen. Ein weiteres Anliegen sei das positive „miteinander Unterwegssein“ der Mitgliedskirchen. Das geschehe nicht zuletzt durch viele persönliche Begegnungen, Gespräche und Freundschaften. Denn Ökumene sei eine Gabe Gottes. So hat Pöll zum Beispiel beim Gottesdienst zur Weltgebetswoche im Januar 2013 erklärt: „Die Einheit ist eine Gabe Gottes und nicht einfach machbar.“ Er zeigte sich überzeugt, „dass Gott uns diese Einheit schon längst ermöglicht, wir aber nicht bereit sind, die konkreten Schritte und Taten folgen zu lassen“. Den Grund sieht Pöll darin, dass „wir uns geradezu von unserer Vergangenheit definieren“. Dieses nach rückwärts gewandte Selbstverständnis lasse keinen Wandel zu. Der Superintendent bekannte sich in der Ökumene „zur Politik der kleinen Schritte“, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass „die theologischen Unterschiede der Kirchen (etwa bei der Taufanerkennung und der Mischehenfrage) zu respektieren sind“. Österreich gelte schliesslich als eine Art „Musterland der Ökumene“, betonte Pöll.

Selbstverständnis des ÖRKÖ
Der Ökumenische Rat der Kirchen sei ein Gremium, in dem christliche Kirchen zusammenkämen, um Themen zu beraten, die alle gemeinsam betreffen würden. Er verstehe sich als „Stimme, mit der die Kirchen dann sprechen, wenn deutlich zum Ausdruck kommen soll, dass trotz aller konfessionellen Unterschiede und Kontroversen die christlichen Kirchen durch eine gemeinsame und tragfähige Basis verbunden sind“.

Von besonderer Bedeutung für die Arbeit des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich sei das 54-seitige „Sozialwort“, das am 1. Advent 2003 veröffentlicht wurde. In diesem gemeinsamen Text, der nach vierjähriger Vorbereitung von allen, unterschiedlichen Traditionen angehörenden Mitgliedskirchen des ÖRKÖ entstanden ist, würden Probleme der Gesellschaft angesprochen und die christlichen Perspektiven dazu aufgezeigt. Es verstehe sich als Einladung an alle, sich den aktuellen Herausforderungen der Welt zu stellen und nach Lösungen zu suchen, die dem Menschen dienen und die Welt als Schöpfung Gottes ernst nähmen.

Das vor zehn Jahren ökumenisch erstellte und auch international viel beachtete Sozialwort werde mit dem im Oktober 2013 angelaufenen Projekt „sozialwort 10+“ bis zum ersten Adventsonntag 2014 aktualisiert. Lothar Pöll wolle sich dafür einsetzen, dass das Sozialwort der Kirchen erneut landesweit ins Gespräch gebracht werde.

Derzeit hat der ÖRKÖ 16 Mitglieder. Darüber hinaus arbeitet eine Reihe von Kirchen und kirchlichen Organisationen als Beobachter mit.

Weitere Informationen zum ÖRKÖ: http://www.oekumene.at/
Wortlaut des „Sozialwortes“ (2003): http://www.sozialwort.at/

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„Die Zukunft, die wir meinen – Leben statt Zerstörung“ <br> Oekumenische Versammlung 2014

Mainz/Deutschland | 23.01.2014 | APD | Ökumene

Initiativen aus ganz Deutschland laden zu einer ökumenischen Versammlung nach Mainz ein. Das bundesweite Treffen vom 30. April bis 4. Mai sucht nach Antworten auf die Probleme der Zeit, wie Klima-, Finanz- und Rohstoffkrise. Prominente Unterstützerin der „Oekumenischen Versammlung 2014" unter dem Motto „Die Zukunft, die wir meinen – Leben statt Zerstörung“ ist Margot Kässmann.

Die Versammlung soll den gemeinsamen Weg von Initiativen und Kirchen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung fortsetzen und das Zeugnis von Christen und ihre Weltverantwortung stärken. Themen sind solidarisches Wirtschaften, gerechter Frieden und ökumenische Spiritualität. Zu den Referenten gehören die Buchautoren Geiko Müller-Fahrenholz, Ulrich Duchrow und Andreas Zumach, der frühere Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Konrad Raiser, und die emeritierte Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter.

Die „Zeichen der Zeit“ seien laut den Organisatoren der Versammlung alarmierend: „Krisen verstärken sich gegenseitig“, heisst es in ihrem Aufruf zur Versammlung. Genannt werden der überlebensbedrohende Klimawandel, ein nicht nachhaltiges Wirtschaftssystem, zunehmender Reichtum und wachsendes Elend, zerstörte Sozialsysteme und Solidarstrukturen, innerseelische Verwüstungen. „Das ganze Leben wird von der Marktideologie beherrscht; sie ist zur Staatsreligion geworden“, schreiben die Initiatoren. Sie seien besorgt, weil militärische Konfliktlösungen sich als selbstverständlich etablierten und die vorhandenen Ressourcen zur Bekämpfung von Armut, Klimawandel und Förderung von ziviler Konfliktbearbeitung aufzehrten.
Gegenwärtig haben sich für die „Oekumenische Versammlung“ rund 100 Workshops angemeldet. Im Internet gibt es Informationen auf der Seite www.oev2014.de und bei Facebook (https://www.facebook.com/oev2014).

Ökumenische Versammlungen im konziliaren Prozess sind Foren in einem weltweiten Austausch. Sie haben auf nationalen, europäischen und internationalen Ebenen in den vergangenen drei Jahrzehnten unter anderem in Dresden (1988), Stuttgart (1989), Basel (1989), Utrecht (1989), Quito/Ecuador (1989), Seoul (1990), Graz (1996), Sibiu (2007), Busan/Korea (2013) stattgefunden. In der früheren DDR trugen sie wesentlich zum friedlichen Wandel bei. Sie analysieren, orientieren sich an der biblisch begründeten Glaubensüberlieferung und erarbeiten Handlungsoptionen mit Selbstverpflichtungen sowie Anforderungen an Kirche und Politik.

Kontakt: Ökumenische Versammlung, Bonifaziusplatz 1, 55118 Mainz, E-Mail: buero@oev2014.de, www.oev2014.de

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Papua-Neuguinea: Staat und Adventisten bekämpfen gemeinsam Armut

Mount Hagen/Papua-Neuguinea | 23.01.2014 | APD | Religion + Staat

Die Western Highlands Mission (WHM) der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Papua-Neuguinea hat mit der Provinzregierung eine Zusammenarbeitsvereinbarung zur Minderung und Beseitigung der Armut unterzeichnet, wie „Record“, adventistische Kirchenzeitschrift in Australien berichtete. „Bildung ist nicht nur wichtig, um Armut zu bekämpfen, sie ist auch ein Schlüssel zu Wohlstand”, heisst es in einem UN-Bericht zur Bekämpfung der Armut.

Für den Bau von drei Schlafsälen für Schüler, einem zweigeschossigen Unterrichtsgebäude und sechs Häusern für Angestellte an der Paglum Adventist High School in Mount Hagen, Hauptstadt der Provinz Western Highlands, im Inneren des Landes, sei die Zahlung von 192.400 Franken seitens der Kirche und 770.000 Franken durch die Lokalregierung vereinbart worden.

Lokale adventistische Kirchen arbeiteten mit dem Staat, Geberorganisationen und humanitären Organisationen zusammen. Dies sei laut „Record“ Teil der Strategie der adventistischen Kirche in Papua-Neuguinea zur Förderung der gesellschaftlichen Entwicklung.

Die ortsansässigen Abgeordneten Wesley Nukundi Dei und Koi Trape Mulbyer hätten sich bei der Unterzeichnung zum Engagement für die Schule verpflichtet. Auch der örtliche Gouverneur, Pias Wingti, sei anwesend gewesen und habe von einem historischen Tag gesprochen. Wenn die Kirche weiterhin die Schule mitfinanziere, verpflichte sich auch die Regierung für die nächsten fünf Jahre dazu. „Ich möchte die Paglum Adventist High School zu einem Modell für den Rest der Provinz machen", sagte der Gouverneur.

Die bestehenden Studentenschlafsäle seien ein Schandfleck, sagte Robinson Lanza, Schulleiter. „Das wird jetzt mit Priorität angegangen."

In Papua-Neuguinea mit 6,8 Millionen Einwohnern, gibt es über 248.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 904 Kirchengemeinden. Sie unterhalten eine Universität, drei Gymnasien, 96 Grundschulen, 42 Kliniken, einen Flying Doctor Service (Fliegende Ärzte) sowie einen Radio- und Fernsehsender.

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Rassismus, Diskriminierung, Intoleranz und Extremismus – Lehren aus Griechenland und Ungarn

Wien/Österreich | 23.01.2014 | APD | Menschenrechte

Rassismus, Diskriminierung, Extremismus und Intoleranz stellten die Europäische Union gegenwärtig vor grosse Herausforderungen, heisst es in einem Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA). Der Report präsentiere Ergebnisse der in Griechenland und Ungarn getroffenen Gegenmassnahmen und zeige auf, welche Massnahmen zielgerichtet und wirksam zur Bekämpfung des Extremismus in der gesamten EU eingeleitet werden müssten.

Starke Präsenz politischer Parteien mit extremistischer Ideologie
Die Veröffentlichung sei ein thematischer Lagebericht, in dem die starke parlamentarische Präsenz politischer Parteien mit einer extremistischen Ideologie beleuchtet werde, ein zurzeit in Griechenland und Ungarn anzutreffendes Phänomen, heisst es in der FRA-Medienmitteilung. Diese Ideologien richteten sich in Griechenland insbesondere gegen Migranten in einer irregulären Situation und in Ungarn gegen Roma und Juden. Diese Parteien bildeten selbst paramilitärische Organisationen, die rassistisch motivierte Gewalttaten verübten, oder Verbindungen zu solchen Organisationen unterhielten, so die Agentur.

In der EU und in ihren Mitgliedstaaten seien bereits strenge Rechtsvorschriften zur Bekämpfung von Rassismus, Intoleranz und Extremismus in Kraft. Es müssten aber weitere Anstrengungen unternommen werden, um deren wirksame Umsetzung sicherzustellen. Zudem seien auf lokaler Ebene zusätzliche Massnahmen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und des Vertrauens in die Polizei und in sonstige Strafverfolgungsbehörden erforderlich.

Das vorrangige Ziel des Berichts bestehe laut FRA darin, jene Hindernisse aufzuzeigen, welche der Bekämpfung von Rassismus und Intoleranz sowie der Wahrung der Grundrechte in der gesamten EU im Wege stünden. Das Schlusskapitel enthalte Vorschläge für die Mitgliedstaaten bei der Erarbeitung eigener Strategien zur Bekämpfung rassistisch motivierter Diskriminierung und Gewalt sowie des Aufkommens extremistischen Gedankenguts in der Politik.

Empfehlungen an EU-Mitgliedstaaten
EU-Mitgliedstaaten empfehle der Bericht, ihre Rechtsvorschriften zu überprüfen, damit Vereinigungen oder politische Parteien nicht gegründet würden, um Hass und rassistisch motivierte Gewalt zu fördern. Sie sollten auch nationale Strategien zur Bekämpfung von durch Rassenhass motivierten Straftaten verabschieden. Dabei solle es schwerpunktmässig um Verhinderung und Verfolgung von Hassverbrechen, deren bessere Registrierung sowie um eine wirksame Opferhilfe gehen.

Vertrauen in Strafverfolgungsbehörden stärken
Eines der wichtigsten Hemmnisse, das Opfer und Zeugen davon abhalte, durch Rassenhass motivierte Vorfälle zu melden, sei das Misstrauen dieses Personenkreises gegenüber der Polizei, so die Medienmitteilung. Es müsse deshalb nach Mitteln und Wegen gesucht werden, wie bei Angehörigen von Minderheitengruppen das Vertrauen in Strafverfolgungsbehörden gestärkt werden und wie gegen ethnische Diskriminierung oder rassistische Beschimpfungen seitens der Polizei und sonstiger Amtsträger vorgegangen werden könne.
Ausstiegsstrategien entwickeln
Die EU-Mitgliedstaaten sollten auch die Entwicklung von Ausstiegsstrategien und -programmen für Personen in Betracht ziehen, die in extremistischen Gruppierungen und Organisationen mitwirkten. Voraussetzung dazu sei eine enge Zusammenarbeit von Strafverfolgungsbehörden, Strafrechtssystemen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA)
Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) hat den Auftrag, Entscheidungsträger auf EU- und nationaler Ebene auf der Grundlage von Fakten zu beraten und so zu fundierten und zielgerichteten Debatten und politischen Strategien im Zusammenhang mit den Grundrechten beizutragen.

Die FRA sammelt objektive, verlässliche und vergleichbare Informationen und Daten aus allen oder einigen Mitgliedstaaten, je nach der Relevanz des jeweiligen Themas einzelner Länder.

Der Report, „Racism, discrimination, intolerance and extremism: learning from experiences in Greece and Hungary“, kann kostenlos heruntergeladen werden:
http://fra.europa.eu/en/publication/2013/thematic-situation-report-3

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Index der Christenverfolgung: Nordkorea vor Somalia und Syrien

Kelkheim/Deutschland, Herzogenbuchsee/Schweiz | 23.01.2014 | APD | Religionsfreiheit

„Derzeit werden rund 100 Millionen Christen weltweit um ihres Glaubens willen verfolgt“, teilt das Hilfswerk „Open Doors“ mit. Christen seien damit die am stärksten verfolgte Glaubensgemeinschaft weltweit. Erneut habe besonders in Afrika die Verfolgung der Christen durch Islamisten zugenommen. Nordkorea erweise sich das 12. Jahr in Folge als der Staat, in dem Christen wegen ihres Glaubens am härtesten unterdrückt würden.

Mit dem „Weltverfolgungsindex“ (WVI) erfasst und dokumentiert das überkonfessionelle christliche Hilfswerk „Open Doors“ jährlich neu die Einschränkung der Religionsfreiheit von Christen weltweit und listet die 50 Länder auf, in denen Christen wegen ihres Glaubens am stärksten verfolgt und benachteiligt werden. Berichtszeitraum für den neuen WVI ist der 1. November 2012 bis 31. Oktober 2013.

Nordkorea: Christen im Untergrund
Die Machtübernahme durch Kim Jong-un im Dezember 2011 habe Hoffnung auf Veränderungen in Nordkorea geweckt, die sich 2013 aber zum grössten Teil zerschlagen hätten, so der Bericht. Auch wenn Christen nicht ausdrücklich Zielscheibe von Repressionen seien, erschwerten die verstärkten Grenzkontrollen zu China und die Hausdurchsuchungen der vergangenen Monate die Ausübung des Glaubens für Christen oder machten ihn nicht möglich, auch wenn die Praktizierung im Untergrund geschehe.

Somalia: Christsein ist lebensgefährlich
Somalia belege Platz 2 im „Weltverfolgungsindex“ von Christen und sei damit das erste afrikanische Land auf einem so hohen Rang. Laut dem Bericht sei die neue muslimische Regierung in der Hauptstadt Mogadischu zwar gemässigter, aber der soziale und familiäre Druck auf Christen bleibe gross. Eine Handvoll christlicher Gemeinschaften existiere nur im Untergrund. Die Bevölkerung werde von muslimischen Clanführern manipuliert, welche Andersgläubige gnadenlos verfolgten. Wer sich zum Christentum bekehre, werde umgebracht, so der Bericht von „Open Doors“.

Syrien: Christen als Opfer islamistischer Milizen
Syrien ist laut dem Index von Platz 11 auf 3 vorgerückt. Die Art der Bedrohung habe sich radikal verändert: von der Repression des totalitären Vorkriegs-Regimes hin zu offener Gewalt durch dschihadistische Milizen, die aus dem In- und Ausland stammten. Bei einem Anschlag seien im Oktober 2013 im mehrheitlich christlichen Stadtteil von Sadad 45 Christen getötet worden. Islamistische Milizen bedrohten die christliche Bevölkerung ebenfalls im Irak (Platz 4, wie im Vorjahr), gelegentlich auch in Jordanien (Platz 26 statt 34) und in Libyen, das aufgrund der zugespitzten Verfolgungslage von Rang 26 auf Platz 13 vorgerückt sei.

Afrika: Radikalisierte Islamisten töten Christen
In Mali (Platz 33/Vorjahr 7) hätten nach der Militärintervention Frankreichs zahlreiche Christen in ihre Dörfer zurückkehren können, hält der Bericht fest. Insgesamt bleibe die Lage entlang des Sahel-Gürtels besorgniserregend. Das Terrorregime der Séléka-Rebellen habe die Zentralafrikanische Republik (ZAR) auf einen Schlag auf Platz 16 des Weltverfolgungsindexes katapultiert. Die Koalition muslimischer Rebellen, die aus dem Tschad und dem Sudan eingedrungenen seien, habe seit der Machtübernahme im März 2013 das Land zerrüttet. Gezielte Angriffe auf christliche Kirchen und Geistliche schürten das Misstrauen zwischen Christen und Muslimen, die bisher in gutem Einvernehmen gelebt hätten. Laut dem Index seien weltweit radikalisierte Islamisten die Hauptursache für die Verfolgung von Christen.

Sri Lanka und Indien: Radikale Buddhisten und Maoisten verfolgen Christen
Sri Lanka sei nach einigen Jahren wieder auf dem Index zu finden, nachdem in einer Gewaltwelle eine neue Gruppierung radikaler Buddhisten sowohl Muslime als auch Christen angreife. In Indien werden nach Angaben des Berichts Christen sowohl von hinduistischen Partisanen, Anhängern der nationalistischen Hindubewegung Hindutva, als auch von den so genannten Naxaliten, Aufständischen maoistischer Bewegungen, bedroht.

Vietnam und Myanmar: Staatliche Repression von Christen
Vietnam schränke die Glaubensfreiheit der Christen durch das im Januar 2013 eingeführte Religionsgesetz (Dekret 92) massiv ein. Myanmar sei im neuen Weltverfolgungsindex von Platz 32 auf Platz 23 vorgerückt. Was die Zahl gewaltsamer Übergriffe auf Christen anbelange, folge es gleich auf jene Länder, in welchen Christen am meisten Gewalt erlitten: Zentralafrikanische Republik, Syrien, Pakistan, Ägypten und Irak.

Zehn Staaten, in denen Christen am meisten verfolgt werden, seien 1. Nordkorea, 2. Somalia, 3. Syrien, 4. Irak, 5. Afghanistan, 6. Saudi-Arabien, 7. Malediven, 8. Pakistan, 9. Iran und 10. Jemen.

Weitere Informationen zum „Weltverfolgungsindex 2014" sind im Internet zu finden unter: http://www.opendoors.de/verfolgung/weltverfolgungsindex2014/

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Friedenskirche in Nordnigeria von „Boko Haram“ attackiert <br> Deutsche und Schweizer Partner rufen zum Gebet auf

Basel/Schweiz, Stuttgart/Deutschland | 23.01.2014 | APD | Religionsfreiheit

Anfang November sind kirchliche Einrichtungen und Mitglieder der nigerianischen „Kirche der Geschwister“ in den Orten Ngoshe und Gavva im Norden Nigerias zu Zielscheiben brutaler Angriffe geworden. Die Nachricht habe erst jetzt durch Augenzeugen vor Ort bestätigt werden können, teilten „mission 21“, Basel/Schweiz und „Evangelische Mission in Solidarität“ (EMS), Stuttgart/Deutschland mit. Sie arbeiteten beide mit der nigerianischen „Kirche der Geschwister“ zusammen. Beide Partnerorganisationen drücken in einer Medienmitteilung ihre Bestürzung über die Lage vor Ort aus und rufen zum Gebet auf.

In Ngoshe seien am 4. November eine Kirche und zahlreiche Wohnhäuser geplündert und anschliessend in Brand gesetzt worden. „Die so angegriffenen Christen leisteten Widerstand“, teilt Markus Gamache, Verwaltungsleiter der nigerianischen „Kirche der Geschwister“ (Church of the Brethren, EYN) den Partnerorganisationen in Deutschland und der Schweiz mit. Dabei seien auch Wohnhäuser von muslimischen Familien sowie der Palast des traditionellen muslimischen Oberhauptes der Region in Flammen aufgegangen, so Gamache: „Infolgedessen gab es insgesamt mindestens neun Tote; zwei davon waren Mitglied unserer Kirche. Am 14. November erfolgte ein weiterer Angriff auf den Ort Gavva, bei dem eine zweite Kirche und weitere Wohnhäuser geplündert und niedergebrannt wurden. Die Angriffe sind von der islamistischen Terrorgruppe ‚Boko Haram‘ ausgegangen.“

„Wir stellen mit Bestürzung fest, wie die Terrorgruppe Dörfer von staatlicher Obrigkeit ‚befreit‘ und ihre Flagge über Orte hisst“, sagte Jochen Kirsch, Programmverantwortlicher Nigeria bei „mission 21“ in Basel. Die Gemeinden in Nordnigeria feierten ihre Gottesdienste in ständiger Angst vor Anschlägen und oft nur unter dem Schutz von Polizei und Militär. Auch die kirchliche Programmarbeit sei vielerorts einer ständigen Bedrohung ausgesetzt, so Kirsch.

Die Angriffe seien auch deshalb besonders schmerzlich, weil in den Ortschaften Ngoshe und Gavva die Basler Mission 1959 ihre Arbeit in Nigeria aufgenommen habe, sagt Riley Edwards-Raudonat, Afrikaverbindungsreferent der EMS. „Es ist schwer zu glauben, dass eine Arbeit, die so hoffnungsvoll begonnen hat und an der so viele Menschen Anteil genommen haben, nun in Flammen aufgeht“, so der Referent. Ausserdem sei die „Kirche der Geschwister“ von ihrer Tradition her eine Friedenskirche, die in Anlehnung an die Bergpredigt Jesu jegliche militärische Gewalt strikt ablehne. „Die Angriffe auf die EYN machen uns fassungslos“, sagt Edwards-Raudonat.

Hauptgegner von Boko Haram seien nicht Christen, erläuterte Jochen Kirsch, sondern der Staat mit seinen Verwaltungs-, Sicherheits- und Bildungseinrichtungen. Damit würden nach wie vor mehr Muslime als Christen Opfer der alltäglichen Gewalt durch Boko Haram: Sicherheitskräfte, Beamte oder einfach Kinder, die morgens in die Schule gingen.

Die nigerianische Regierung bekämpfe die Gruppe mit einem massiven Einsatz von Polizei und Militär. „Auch die Sicherheitskräfte verstossen dabei immer wieder gegen Menschenrechte und haben dadurch ‚Boko Haram’ bisher eher gestärkt als geschwächt“, so Jochen Kirsch.

Die Fürbitte Nigeria kann heruntergeladen werden unter:
http://www.mission-21.org/fileadmin/user_upload/mission21/news/20131218_Fuerbitte_Nigeria.pdf

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Integration syrischer Flüchtlingskinder in jordanische Schulen

Zürich/Schweiz | 23.01.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) lebten 567.000 Flüchtlinge aus Syrien in Jordanien. Davon seien 302.000 Kinder unter 18 Jahren, die oft wegen des Bürgerkriegs zwei Schuljahre verpasst hätten. Von den syrischen Flüchtlingskindern im Libanon und in Jordanien würden 70.000 Kinder in Familien ohne Vater aufwachsen, 3.700 seien ganz auf sich allein gestellt, und viele hätten keinen Zugang zur Bildung. Schlecht ausgebildete Kinder würden schon früh zu Hauptverdienern ihrer Familien, was Langzeitfolgen für ihr weiteres Leben als Unausgebildete habe.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat in Jordanien mit Partnerorganisationen ein Projekt im Rahmen von 105.000 Franken (86.000 Euro) gestartet, bei dem 3.615 syrische sowie jordanische Kinder die notwendige Ausrüstung, wie Schultaschen und Schreibmaterial, erhalten, teilte das Hilfswerk mit. Damit solle den Kindern die Möglichkeit geboten werden, sich ins jordanische Bildungssystem einzugliedern. Um jordanische Kinder nicht zu benachteiligen, würden sie zu 40 Prozent auch ins Projekt einbezogen. Die jordanische Infrastruktur sei durch die Flüchtlinge bis an die Grenzen belastet, was der einheimischen Bevölkerung zu schaffen mache, so das Hilfswerk.

Die Projektpartner von ADRA Schweiz sind das jordanische Ministerium für Bildung, die Jordanische Haschemitische Wohlfahrtsorganisation (Jordanian Hashemite Charity Organization – JHCO) sowie ADRA Jordanien und ADRA Österreich.

2,3 Millionen syrische Flüchtlinge in der Region
Die syrischen Flüchtlinge bildeten laut einer Mitteilung von SIRF (Syria INGO Regional Forum), einer Koalition internationaler Nichtregierungsorganisationen, mittlerweile die zweitgrösste Flüchtlingspopulation der Welt. Mehr als 2,3 Millionen Syrer seien in den Libanon, nach Jordanien, die Türkei, den Irak, Ägypten und weitere Länder geflohen und kämpften dort ums Überleben. „Ohne die Gastfreundschaft der Nachbarländer wäre das Ausmass der humanitären Krise noch verheerender“, betonte Steffen Horstmeier, Leiter der Syrien-Nothilfe von World Vision in Jordanien.

Spendenzusagen von Geldgebern sind noch keine Zahlungen
Die internationale Gemeinschaft müsse ihre Unterstützung für die Nothilfe in Syrien und in den umliegenden Ländern deutlich aufstocken, schreibt das Hilfswerk Oxfam in einer Medienmitteilung. Die im Juni geforderte Hilfe von 4,3 Milliarden Dollar sei lediglich zu 62 Prozent finanziert worden. „Das Geld wird dringend benötigt. Die Vereinten Nationen fragen nicht leichtfertig danach. Es ist an der Zeit, dass aus Zusagen von Geldgebern endlich Zahlungen werden“, forderte Robert Lindner von Oxfam Deutschland.

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz (www.adra.ch) ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Das Hilfswerk wurde von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) zertifiziert. Das ZEWO-Gütesiegel steht für den zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: http://www.glueckskette.ch

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Medizinische Versorgung für 9.000 Kinder im Jemen

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 23.01.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Aufgrund des Bürgerkriegs zwischen der jemenitischen Regierung und den separatistischen Al-Houthi-Rebellen in den Jahren 2004 bis 2009, mussten innerhalb Jemens über 300.000 Menschen in benachbarte Regionen flüchten. Anhaltende Unruhen und wirtschaftliche Instabilität führten dazu, dass bis heute nur ein kleiner Teil der Binnenflüchtlinge in ihre Heimatorte zurückkehren konnte. Nach wie vor leben zahlreiche Familien in den für kurzfristige Nothilfe gedachten Unterkünften, meist Zelten, in zum Teil menschenunwürdigen Verhältnissen.

Seit 2011 helfe die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen den Flüchtlingen im Jemen und ermögliche ihnen eine medizinische Grundversorgung, so ADRA Deutschland. Im März 2013 habe das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland zudem ein weiteres Projekt in einer ambulanten Klinik bewilligt.

Neben der generellen Versorgung von 12.000 Flüchtlingen durch medizinisches Fachpersonal stünden spezielle Programme für unterernährte Kinder und schwangere Frauen im Mittelpunkt der Hilfeleistung. Bis Ende Februar 2014 würden so über 7.000 Frauen und 9.000 Kinder speziell medizinisch betreut.

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Alternative Nahrungs- und Einkommensquellen in der Mongolei

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 23.01.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Obwohl die Mongolei der am dünnsten besiedelte unabhängige Staat der Welt sei, könne das Land aufgrund des Klimas und der Bodenbeschaffenheit kaum zum Ackerbau genutzt werden, so die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Stattdessen hielten die Mongolen grösstenteils Vieh zur Nahrungsmittel- und Einkommenssicherung. Mit winterlichen Tagestemperaturen von bis zu -45 Grad sterbe jedoch Winter für Winter ein Grossteil des Viehbestands, und somit breche immer wieder eine wichtige Nahrungs- und Einkommensquelle der Dorfbewohner ein.

Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebe von weniger als einem Euro am Tag. Viele junge Männer und Frauen entschieden sich, in die Hauptstadt abzuwandern und dort ihr Glück zu versuchen. Doch ohne abgeschlossene Ausbildung hätten sie auch dort einen schweren Stand. Besonders in den Provinzen Zavkhan und Selenge – weit entfernt von der Hauptstadt Ulanbaatar – sei die Armut gross.

Mit Unterstützung der Europäischen Union führt ADRA ein vierjähriges Hilfsprojekt in 30 Dorfgemeinschaften der mongolischen Provinzen Zavkhan und Selenge durch. Das Hilfswerk unterstütze die Menschen dabei, wieder Hoffnung zu schöpfen, vor allem, alternative Nahrungsquellen aufzubauen und ein geregeltes Einkommen zu erwirtschaften. Das Projekt diene als Modell für die umliegenden Kommunen. 70 Prozent der Begünstigten seien Frauen zwischen 35 und 45 Jahren. Insgesamt könnten 33.375 Familien, auch indirekt, durch die Arbeit von ADRA profitieren.

In Kooperativen bauten die Dorfbewohner unter Anleitung von ADRA Gemüse in Gewächshäusern an, erlernten, wie das Essen richtig zubereitet werde und wie sie es beispielsweise durch Einkochen für die harten Wintermonate haltbar machen könnten. Zusätzlich würden sie lernen, Jurten, Kleider und Schuhe herzustellen oder Felle zu verarbeiten. Durch dieses Projekt erweitere sich nicht nur das Wissensspektrum der Bevölkerung, auch das wirtschaftliche Wachstum steige. So erlangten die in der Vergangenheit vor allem von der Viehwirtschaft abhängigen Menschen eine neue Zukunftsperspektive und eine zunehmende Unabhängigkeit.

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Die Bibel für Sehbehinderte in Costa Rica

Stuttgart/Deutschland, Swindon/England | 23.01.2014 | APD | Bibel

Auf ein Projekt für blinde Kinder und Erwachsene im mittelamerikanischen Costa Rica weist der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies, UBS) hin. In Kooperation mit der nationalen Stiftung für blinde Menschen, Kirchen und Büchereien macht die Bibelgesellschaft Costa Ricas die Bibel in der Blindenschrift Braille zugänglich.

Die verbreitete Braille-Bibel basiert auf einer Übersetzung in einfaches Spanisch, damit auch Kinder sie verstehen. Wenigstens zwei Ausgaben biblischer Schriften in Braille sollten künftig in jeder Bibliothek verfügbar sein. Die Bibelgesellschaft wolle mit dem Projekt mindestens die Hälfte der Kinder und Erwachsenen im Land erreichen, welche die Blindenschrift lesen könnten.

Zum Projekt gehören darüber hinaus Bibeltage für Familien mit blinden Kindern. Rund 250.000 Einwohner des mittelamerikanischen Landes sind blind oder stark sehbehindert. „Ihre Intelligenz, ihre besonderen Fähigkeiten und Talente werden in Costa Rica oft ignoriert“, berichtet die Bibelgesellschaft.

In über 50 Ländern verbreitet der Weltverband der Bibelgesellschaften mit Partnern biblische Texte in Blindenschrift. Diese sind in der Braille-Schrift in rund 200 Sprachen verfügbar. Die komplette Bibel liegt bis jetzt in 40 Sprachen vor. Eine einzelne Ausgabe der vollständigen Bibel in Blindenschrift in rund 40 Bänden kostet laut UBS etwa 600 US-Dollar.

In Deutschland sammelt die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft Spenden für entsprechende Projekte in ärmeren Ländern. In Stuttgart werden zudem die Programme des Weltverbandes für Menschen mit Sehbehinderung koordiniert.
Der Franzose Louis Braille (1809 bis 1852) erfand 1825 sein System der Blindenschrift. Es handelt sich um eine Kombination von jeweils sechs Punkten für einen Buchstaben, mit denen das ganze Alphabet dargestellt werden kann. Die Punkte werden mit den Fingern ertastet.

Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 146 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. Zentrale Aufgaben der Bibelgesellschaften sind die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift.

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Vorkämpfer für Bibelübersetzung neuer Präsident der US-Bibelgesellschaft

New York City, New York/USA | 23.01.2014 | APD | Bibel

Die amerikanische Bibelgesellschaft (ABS) hat Dr. Roy Peterson zum neuen Präsidenten gewählt. Er wird im Februar die ABS-Leitung an deren Hauptsitz in Manhattan übernehmen, wie die Bibelgesellschaft mitteilte. Peterson sei seit 2003 Direktor der Bibelübersetzungsgesellschaft „The Seed Company“ und seit 1997 Präsident von „Wycliffe USA“, einer Bibelübersetzungs- und Bibelverbreitungsgesellschaft gewesen.

„Die jahrzehntelange Leitungserfahrung von Roy in der Förderung der Bibelübersetzung wird ihm dabei hilfreich sein, die Amerikanische Bibelgesellschaft ins dritte Jahrhundert ihres Wirkens zu führen“, sagte Pieter Dearolf, ABS-Vorstandsvorsitzender. „Ich freue mich, Teil dieser dynamischen Organisation zu werden, speziell in diesem für die Bibelverbreitung historischen Zeitpunkt“, sagte Roy Peterson.

Peterson hat einen BA Abschluss in Betriebswirtschaft (Roger Williams College, Rhode Island/USA) und einen MA in Sozialwissenschaft (Azusa Pacific University, Kalifornien/USA). 2009 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Taylor (Indiana/USA) in Anerkennung seiner Förderungsarbeit zugunsten der Bibelübersetzung verliehen. Peterson war Gründungmitglied des Hochschulinstituts für angewandte Linguistik in Dallas (Texas/USA) und gehört dem Rat der Geschäftsführer des Internationalen Forums der Bibelorganisationen an.

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Adventistisches Fernsehen erreicht mehr Muslime

Silver Spring, Maryland/USA | 23.01.2014 | APD | Medien

Der Abschluss eines fünfjährigen Satellitenvertrags mit Eutelsat 7 erweitere das Empfangsgebiet in Nordafrika und im Mittleren Osten für den adventistischen Fernsehsender „Hope Channel Al Waad“ (Beirut/Libanon) erheblich, wie Adventist News Network (ANN) mitteilte. Demnach könnten nun wesentlich mehr Arabisch, Türkisch und Farsi (Iran) sprechende Personen in der Region die adventistische Programme empfangen. Sendungen per Satellit seien dort die am meisten verbreitete Form des Fernsehempfangs.

„Dieser neue Vertrag ist eine fantastische Gelegenheit zur Verbreitung des Evangeliums und ein Meilenstein, um die Grossstädte zu erreichen“, betonte Pastor Brad Thorp, Präsident von „Hope Channel International“. „Al Waad“ könne nun von Millionen Familien mit Gottes frohmachender Nachricht für ein besseres Leben empfangen werden.

Das französische Unternehmen Eutelsat ist der drittgrösste Satellitenbetreiber der Welt. Eutelsat 7 West A arbeitet eng mit dem ägyptischen Satellitenbetreiber Nilesat, dem grössten Anbieter im Mittleren Osten, zusammen. Laut ANN könnten nun auch Nilesat-Zuschauer mittels Einpegelns der Sender adventistisches Fernsehen empfangen.

„Wir haben viele Jahre dafür gebetet“, sagte Amir Ghali‚ Direktor von „Al Waad“. „Seit dem Sendestart im Jahr 2010 sind unsere friedensfördernden und überparteilichen Programme in der Region gut aufgenommen worden“, so Ghali.

„Al Waad“ (das Versprechen), decke seit dem Programmstart im Jahr 2010 ein grosses Themenspektrum mit gruppenspezifischen Bedürfnissen ab, wie Familie, Kinder, Gesundheit, Religion, Jugend, Musik und gesundheitsbewusstes Kochen, informierte Ghali. Die Programme stünden in Übereinstimmung mit dem adventistischen Verständnis des Christseins, das sich auf das Wohlergehen der Menschen richte.

Das „Al Waad“-Medienzentrum, in dem die Fernsehprogramme produziert werden, befindet sich auf dem Parkgelände der Middle East University in Beirut/Libanon. An der 1939 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründeten Universität sind 220 Studenten eingeschrieben.

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