APD-INFORMATIONEN 4/2014 - APRIL 2014

Religionen: Brandursache oder Brandbeschleuniger für Konflikte?

Basel/Schweiz | 22.04.2014 | APD | Schweiz

Am 31. März hat das Bildungszentrum von mission 21 in Basel, internationales Missionswerk der evangelisch-reformierten Kirche, eine Fachtagung zum Thema „Religiöse Minderheiten in Bedrängnis“ veranstaltet und die Rolle der Religionen in Konflikten sowie friedensfördernde Massnahmen thematisiert.

Anna-Marie Holenstein, ehemalige Direktorin des Fastenopfers und Leiterin des Projekts „Entwicklung und Religion“ der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA der Schweizer Regierung, ging der Rolle von Religionen in Konflikten nach. Der Mensch könne zwischen Gut und Böse unterscheiden, sei vernunftbegabt aber auch von Instinkten und Trieben geprägt, so Holenstein. Diese Ambivalenz lasse den Menschen gute Dinge für Gutes oder Schlechtes nutzen. Dies gelte auch für den religiösen Bereich. Es gäbe religiöse Friedensbewegungen, die sich mit gewaltfreien Methoden gegen Unterdrückung und Machtmissbrauch einsetzten. Wo Religionen aber absolute Wahrheitsansprüche stellten, könnten Anhänger totalitär vereinnahmt werden, was zu Intoleranz und Fanatismus führen könne. „Politische Machtinteressen können ethnokulturelle und religiöse Differenzen politisieren und für ihre Dominanzziele einspannen“, so Holenstein

Als Beispiel nannte sie die aktuelle Katastrophe in der Zentralafrikanischen Republik, wo Machtpolitiker die Bevölkerung aufgewiegelt und das Aufbegehren der verarmten muslimischen Bevölkerung und die Angriffe der Seleka-Rebellen auf christliche Kirchen, in einen religiösen Konflikt umgedeutet hätten. „In der Katastrophe der Zentralafrikanischen Republik war Religion nicht die Brandursache, sondern sie wurde politisch instrumentalisiert und als Brandbeschleuniger missbraucht“, so die Fachfrau.

Friedensförderung müsse die Vielfältigkeit von Religionen berücksichtigen. Es gäbe DEN Islam genauso wenig, wie es DEN Protestantismus gäbe. Im Weitern müsse jeder Konflikt einzeln angegangen und die Rolle beziehungsweise das Potenzial der beteiligten Religionen bezüglich Eskalation oder Eindämmung genau untersucht werden. „Naiver Goodwill kann neue Probleme schaffen“, so Holenstein. Religion sei nur ein Aspekt, der bei einem Konflikt in Betracht gezogen werden müsse, soziale, wirtschaftliche, politische, ethnische Fragen und jene der Beziehungen zwischen den Geschlechtern seien ebenso wichtig.

Ob Religionen als Friedensstifter oder Brandursache wirkten, werden von Regierungsführung und Rechtsstaatlichkeit mitbedingt. Es gehe bei der interreligiösen Friedensarbeit immer auch um die Frage, „wie sie zum Aufbau und zur Stärkung staatlicher Strukturen beitragen“ könne, um „Menschen in fragilen Umfeldern ein Leben in Würde“ zu ermöglichen. Dies könne durch die Schaffung von Partnerschaften zwischen Organisationen der Zivilgesellschaft und Regierungen erreicht werden.

Herausforderungen für das christlich-muslimische Zusammenleben in Nigeria
Yakubu Joseph, Mitglied der „Church of Bretheren“, einer Friedenskirche in Nigeria, die sich aktiv für Religionsfreiheit einsetzt, zeigte die Herausforderungen des Zusammenlebens zwischen Muslimen und Christen in Nigeria auf. So zögen Nomaden aus dem Norden, meist Muslime, wegen der Versteppung und der wegbrechenden Nahrungsgrundlage für ihre Tiere in die Mitte Nigerias, wo die sesshaften Bauern meist Christen seien. Der dortige Kampf um den knappen Boden und die zunehmende Siedlungsdichte sei primär ein wirtschaftlicher Konflikt, der aber auch eine religiöse Komponente habe.

Zwischen Minarettverbot und Burkadiskussion: Muslime in der Schweiz
Rifa’at Lenzin, Islamwissenschaftlerin und Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft IRAS COTIS zeigte aus muslimischer Sicht Problemfelder für das Zusammenleben der Religionen in der Schweiz auf. Es bestehe seitens der Mehrheitsbevölkerung ein Wahrnehmungsproblem gegenüber der muslimischen Bevölkerung: Im Jahr 2010 hätten rund 400.000 Muslimen in der Schweiz gelebt. Viele Einwohner seien sich nicht bewusst, dass 31 Prozent der Muslime oder rund 100.000 Personen, Schweizer Bürger seien.

In der Schweiz bestünden laut Lenzin religiöse Probleme, wie der fehlende öffentlich-rechtliche Status und die fehlenden Bestattungsmöglichkeiten nach muslimischem Ritus. Das Minarettverbot in der Bundesverfassung verstosse gegen die Religionsfreiheit. Das 2013 im Tessin eingeführte Vermummungsverbot, das sogenannte „Burkaverbot“, fördere das Zusammenleben der verschiedenen Religionsangehörigen im Kanton nicht. Als soziale Probleme nannte sie die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz der Muslime, die zunehmenden islamophoben und anti-muslimischen Tendenzen in der Mehrheitsgesellschaft sowie die Diskriminierung von Muslimen bei der Wohnungs- und Lehrstellensuche.

Die Referate von Anne-Marie Holenstein, Yakubu Joseph und Rifa'at Lenzin stehen als Download zur freien Verfügung:
http://www.mission-21.org/medien/medienmitteilungen/

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Soforthilfefonds für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen steht

Genf/Schweiz | 22.04.2014 | APD | Schweiz

Mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen Luzius Mader, Delegierter für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen sowie stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Justiz und Tony Burgener, Direktor der Glückskette, sei am 14. April der Soforthilfefonds offiziell geschaffen worden, teilte die Glückskette mit. Ab Juni könnten Betroffene ihre Gesuche für Soforthilfe an den Runden Tisch richten und ab September würden die ersten Auszahlungen durch die Glückskette erfolgen. Parallel dazu verfolge der Runde Tisch weiterhin das Ziel einer definitiven finanziellen Regelung in Form eines Solidaritätsfonds.

Am 11. April 2013 entschuldigte sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Namen des Bundesrats für das grosse Leid, das den Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen angetan worden ist. Sie bezeichnete den Gedenkanlass als Ausgangspunkt einer umfassenden Aufarbeitung dieses schwierigen Kapitels der Schweizer Geschichte, die auch finanzielle Aspekte einschliesse. Ein Jahr später seien nun die Voraussetzungen für erste finanzielle Leistungen geschaffen worden, so die Glückskette. Finanzielle Soforthilfen würden demnach an Personen ausgerichtet, deren persönliche Integrität durch eine vor 1981 angeordnete oder vollzogene fürsorgerische Zwangsmassnahme verletzt worden sei und die sich heute in einer finanziellen Notlage befänden und punktuell entlastet werden sollten. Dabei handle es sich nicht um eine Entschädigung, sondern um eine Geste der Solidarität gegenüber Personen, die besonders darauf angewiesen seien.

Engagement der Glückskette
Der Soforthilfefonds für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen werde bei der Glückskette als Spezialfonds von Spezialisten des Bereichs Sozialhilfe Schweiz verwaltet. Der Soforthilfefonds werde nach den für die Sozialhilfe Schweiz geltenden Prinzipien der Subsidiarität, Einmaligkeit der Hilfeleistung und Zweckgebundenheit gehandhabt. Der Delegierte des Runden Tisches, der eigens dafür vorgesehene Ausschuss und die Glückskette stützten sich dabei auf präzise Richtlinien, welche integraler Bestandteil der unterzeichneten Vereinbarung seien. Massgeblich für Unterstützungsbeiträge seien die Voraussetzungen, welche für die Gewährung von Ergänzungsleistungen angewendet würden. Vorgesehen seien grundsätzlich einmalige Beiträge in der Höhe zwischen 4.000 und 12.000 Franken.

Einreichung und Behandlung der Gesuche
Betroffene Personen können laut Glückskette ab Juni Gesuche für Soforthilfe an den Delegierten für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen richten. Ein Ausschuss des Runden Tisches, dem Betroffene sowie Fachleute aus dem Bereich Soziales angehörten, prüfe die Gesuche. Der Ausschuss kläre auch ab, ob andere Möglichkeiten zur Verbesserung der finanziellen Situation ausgeschöpft worden seien. Falls die Voraussetzungen für die Leistung von Soforthilfe erfüllt seien, leite der Delegierte das Gesuch mit einem positiven Antrag an die Glückskette weiter. Die Glückskette entscheide dann formell über das Gesuch und nehme die Auszahlung an die betroffene Person vor.

Fonds auf freiwilliger Basis
Der Fonds für Soforthilfe werde laut Glückskette auf freiwilliger Basis durch die Kantone, Städte und Gemeinden, andere Institutionen und Organisationen sowie Private unterstützt. Einen wesentlichen Beitrag würden die Kantone leisten. Die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren habe Ende Januar 2014 empfohlen, Beiträge in der Höhe von fünf Millionen Franken an diesen Fonds zu überweisen. Der Runde Tisch rechne damit, dass ein Gesamtbetrag in Höhe von sieben bis acht Millionen Franken zur Verfügung stehen werde. Die Glückskette verwalte die einbezahlten Beiträge nach einer von ihrer Finanzkommission etablierten Anlagestrategie und verrechne keine Verwaltungskosten.

Zeitlich befristete Soforthilfe
Der zeitlich befristete Soforthilfefonds ist als Überbrückungshilfe bis zur Schaffung einer Gesetzesgrundlage für finanzielle Leistungen konzipiert. Der von Bundesrätin Simonetta Sommaruga eingesetzte Runde Tisch hat sich am 21. März 2014 für die Schaffung eines Solidaritätsfonds ausgesprochen, der hauptsächlich vom Staat finanziert werden soll. Diese definitive Regelung setze die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage voraus, was laut Glückskette drei bis vier Jahre dauern werde. Beim Inkrafttreten dieser gesetzlichen Grundlage werde der Soforthilfefonds aufgelöst und ein allfälliges Restkapital in den Fonds des Bundes überwiesen.

Weitere Informationen, wie das Gesuchsformular und die Wegleitung sowie die Richtlinien der Glückskette für die Ausrichtung der Soforthilfe stehen seit dem 17. April online: www.fuersorgerischezwangsmassnahmen.ch

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Neuer Chef Armeeseelsorge

Bern/Schweiz | 22.04.2014 | APD | Schweiz

Per 1. März 2014 hat der reformierte Pfarrer Stefan Junger (46) von Urs Aebi die Aufgabe als Chef Armeeseelsorge übernommen, wie es im Newsletter der Armeeseelsorge heisst. Vom 1. Juli bis 15. Oktober 2013 hatte Christoph Rudin die Aufgabe als Chef Armeeseelsorge inne, die Anstellung aber noch während der Probezeit gekündet.

Stefan Junger ist verheiratet und hat zwei Söhne. Als Pfarrer sei er in Biel, Steffisburg und Thun tätig gewesen. Das neue Aufgabengebiet sei ihm nicht unbekannt, da er nach der Feldpredigerschule den Panzertruppen auf dem Waffenplatz Thun zugeteilt worden sei, schreibt die Armee. „In ungezählten Gesprächen, Feiern in Freud und Leid, Theorieeinheiten und Ansprachen wurde mir die Wichtigkeit der ökumenisch geleisteten und verstandenen Armeeseelsorge immer wieder von neuem deutlich“, schreibt Junger. Seine Arbeit könne nur in Teamarbeit gelingen, weshalb er „in ökumenischer Weise die konstruktiven Allianzen auf allen Ebenen“ pflegen und „gemeinsam mit den beiden Chef Armeeseelsorgern der Armee (reformiert und römisch-katholisch) den Armeeseelsorgerinnen und Armeeseelsorgern“ arbeiten wolle.

Aufnahme der Christkatholischen Kirche in die Armeeseelsorge
Die Armeeseelsorge besteht als Dienstzweig seit 1907, der bis anhin ausschliesslich von evangelisch-reformieren oder römisch-katholischen Feldpredigern beziehungsweise Armeeseelsorgern geleistet werden konnte. Der Antrag der Christkatholischen Kirche im Jahre 2011, sich an der Armeeseelsorge zu beteiligen, sei vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sowie den bisherigen Partnern, dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und der Schweizer Bischofskonferenz geprüft und genehmigt worden. Die entsprechende Änderung der Militärdienstverordnung sei auf den 1. September 2013 in Kraft getreten und im nächsten Technischen Lehrgang A werde der erste christkatholischen Armeeseelsorger ausgebildet.

Standardwerk „Gedanken zur Armeeseelsorge“ neu aufgelegt
Das Standartwerk „Gedanken zur Armeeseelsorge, Religion und Humanität im Spannungsfeld der Armee“, sei total überarbeitet worden. Es behandelt unter anderem die Frage nach dem Bösen, nach Gottes Gerechtigkeit sowie dem christlichen Verständnis von Frieden.

„Gedanken zur Armeeseelsorge“ steht in Deutsch, Französisch und Italienisch als kostenloser Download zur Verfügung.
Deutschsprachige Version:
http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/militaerdienst/allgemeines/armeeseelsorge.parsysrelated1.72627.DownloadFile.tmp/68007dgedankenarmeeseelsorgeweb.pdf

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“CHinderziit” - frische Ideen für die kirchliche Kinderarbeit

Zürich/Schweiz | 22.04.2014 | APD | Schweiz

Seit Mitte März ist die neue Ideen- und Materialbörse „CHinderziit“ (Kinderzeit) für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der kirchlichen Kinderarbeit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz online: http://chinderziit.adventisten.ch/. Die Ideensammlung für Spiele, Geschichten, Bastel- und Bauanleitungen stehe aber auch anderen interessierten Personen oder Eltern zur Verfügung, schreibt Hanna Klenk, Initiantin der Website.

„Kraftfutter für Kindergehirne“
Da Adventisten den Samstag (Sabbat), den biblischen Ruhetag feiern, wird die erste Stunde des Kindergottesdienstes als „Kindersabbatschule“ bezeichnet. In verschiedenen Altersgruppen werden den Kindern biblische Geschichten, Berichte aus der weltweiten Adventkirche, Lieder und kreatives Gestalten angeboten.

Weil singen laut dem Hirnforscher Dr. Gerlad Hüther „Kraftfutter für Kindergehirne“ ist, enthält die Website auch altersspezifische Hinweise zum Singen mit Kindern sowie unterschiedliche Gebetsformen. „Gemeinsames Singen hilft, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, Gefühle zum Ausdruck zu bringen und den Spracherwerb zu begleiten und zu fördern“, so die Kinderbeauftrage.

Zur Unterstützung der Programme der „Kindersabbatschule“ sind über den Advent-Verlag sogenannte „Lektionen“ oder Bibelhefte für den Gottesdienst erhältlich. Diese werden durch das Religionspädagogische Institut der Freikirche in Deutschland und der Schweiz (RPI) bereitgestellt. Auf der Webseite des Religionspädagogischen Instituts sind zusätzliche Anregungen für jede Woche zum Download aufgeschaltet http://sta-rpi.net/. Eine Ausbildung des RPI für die Kinderarbeit erstreckt sich über sechs Wochenenden und wird mit einem Leistungsnachweis abgeschlossen.

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Friedensaufruf ukrainischer und russischer Kirchenleiter der Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 22.04.2014 | APD | International

In einer gemeinsamen Erklärung haben Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland, der Ukraine und anderen osteuropäischen Ländern ihre Mitglieder und „alle Menschen guten Willens“ aufgerufen, sich aufgrund der politischen Turbulenzen in der Ukraine am „Dienst der Versöhnung“ zu beteiligen.

In der Erklärung heisst es laut Adventist News Network (ANN) unter anderem: „Wir appellieren an alle Mitglieder der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, auf politische Stellungnahmen und Aktionen, die zu immer mehr Spannungen führen können, zu verzichten. Wir laden alle Menschen guten Willens ein, zusammen mit uns sich für die Erhaltung des Friedens einzusetzen, unentwegt für eine friedliche Lösung aller Konflikte zu beten sowie eine Atmosphäre der Brüderlichkeit und des Miteinanders schaffen, die zum gegenseitigen Verstehen unterschiedlicher Kulturen und Ideologien beiträgt, um gute Beziehungen zwischen Menschen aller Rassen, Nationalitäten, Religionen und politischer Überzeugungen aufzubauen. Das ist der offizielle Standpunkt unserer Kirche. Jede andere Stellungnahme, auf die man ausserhalb der offiziellen kirchlichen Medien stossen mag, sollte als Meinung von Privatpersonen angesehen werden.“

Die Erklärung wurde unterzeichnet von den Präsidenten der Siebenten-Tags-Adventisten in den acht Föderationskreisen Russlands sowie in Armenien, Aserbaidschan, Afghanistan, Georgien, Kasachstan, Kirgisien, Moldau, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan und Weissrussland.

Pastor Viktor Alekseenko, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Ukraine, hatte bereits Anfang März eine Stellungnahme des „Ukrainischen Rates der Kirchen und religiösen Organisationen“ mitunterzeichnet. Darin wird an die Beteiligten appelliert, auf militärische Mittel und Gewalt zu verzichten und friedliche Wege der Verständigung zu suchen. Zudem böten die Kirchen und Religionsgemeinschaften an, eine vermittelnde Rolle zu übernehmen und als Gesprächsplattform zur Verfügung zu stehen. Dem Rat gehören katholische, orthodoxe und evangelische Kirchen an sowie jüdische und muslimische Glaubensgemeinschaften.

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Internationales Symposium zum Ersten Weltkrieg in Friedensau

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 22.04.2014 | APD | International

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, der nicht nur die Geschichte Europas entscheidend prägte, sondern auch nachhaltige Auswirkungen auf die internationale Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hatte. Aus diesem Anlass veranstaltet das „Institut für Geschichte und Theologie“ der adventistischen Theologischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg vom 12. bis 15. Mai das wissenschaftliche Symposium „The Impact of World War I on Seventh-day Adventism“.

17 Referenten aus Europa, Nordamerika, Australien und Papua-Neuguinea untersuchen und diskutieren die drei Themenbereiche: Prophetische Auslegung („Der kranke Mann am Bosporus“), Adventisten und Kriegsdienst sowie die sogenannte „Reformationsbewegung“, die grösste Abspaltung in der Geschichte der Freikirche. Die Konferenzsprache ist Englisch. Am Thema Interessierte seien als Gasthörer willkommen, betonte Institutsleiter Professor Rolf J. Pöhler.

Den Eröffnungsvortrag mit Übersetzung hält Professor em. Dr. George R. Knight (USA) am Montagabend um 19 Uhr in Friedensau. An den folgenden beiden Tagen stehen 14 Fachvorträge auf dem Programm. Das Symposium endet am Donnerstag mit zwei weiteren Referaten und einer Generaldebatte. Im Anschluss daran findet eine Exkursion nach Wittenberg zu den Lutherstätten sowie nach Leipzig zu einem Abendkonzert im Gewandhaus mit dem Dirigenten Herbert Blomstedt statt.

Das „Institute of Adventist Studies“ wurde 2010 vom Fachbereich Theologie der Friedensauer Hochschule gegründet. Weitere Informationen zum Symposium im Internet unter www.thh-friedensau.de.

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Streit im Umgang mit Homosexualität bei Methodisten

Frankfurt am Main/Deutschland | 22.04.2014 | APD | International

Innerhalb der internationalen United Methodist Church (UMC) werde das Thema Homosexualität kontrovers diskutiert, teilte die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), Rosemarie Wenner, in einem Beitrag der Kirchenzeitschrift „unterwegs“ (Ausgabe 23. März 2014) mit. Die Präsidentin des internationalen Bischofsrats der UMC betonte, dass die Kirche in dieser Frage zwar gespalten sei, „doch das Band, das uns zusammenhält, ist stark“. Methodisten verbinde weit mehr als sie trenne.

Hintergrund ihres Artikels „Der Streit in der EmK um den Umgang mit Homosexualität“ seien Auseinandersetzungen, die vor allem in den USA innerhalb der UMC in jüngster Zeit an Schärfe zugenommen hätten. So gebe es mehrere Disziplinarverfahren gegen methodistische Pastoren, die gleichgeschlechtliche Paare in UMC-Gemeinden gesegnet hätten. Dabei sei ein Pastor vom Dienst suspendiert worden. Zudem hätten sich mehrere Geistliche offen zu ihrer Homosexualität bekannt. Beides widerspreche der derzeit geltenden Kirchenordnung. Zwar habe es schon mehrfach Vorstösse gegeben, diese Ordnung zu ändern, die dafür nötige Mehrheit im obersten Gremium, der alle vier Jahre tagenden Generalkonferenz, sei aber nicht erreicht worden.

Der Bischofsrat habe mit seinen jüngsten Verlautbarungen öffentlich anerkannt, dass sich die Evangelisch-methodistische Kirche in dieser Thematik uneins sei. Letztlich stehe laut Wenner die unterschiedliche Auslegung der Bibel hinter dem Streit. „Wir haben uns hier unterschiedliche Meinungen zuzugestehen“, hob die Bischöfin hervor. „Wer praktizierte Homosexualität als Sünde ansieht, die nicht gutzuheissen ist, obwohl jeder Mensch zu achten ist, muss dies äussern dürfen, ohne als homophob bezeichnet zu werden.“ Andererseits sei auch „ein ernsthafter Christ, wer die einschlägigen Bibelstellen als zeitbedingte Aussagen auffasst und von der Mitte des Evangeliums ausgehend zu der Überzeugung gelangt, dass Gott uns Menschen auch in der Vielfalt sexueller Neigungen geschaffen und gewollt hat.“

Wenner warnte gleichzeitig davor, aufgrund dieser Auseinandersetzungen weitere wichtige Themen zu vergessen. „Andere Herausforderungen, die sich uns in Kirche und Gesellschaft stellen, verdienen ähnlich viel Aufmerksamkeit wie der Diskurs über Homosexualität“, betonte sie. Als Beispiele nannte sie: „Wie sind unsere Gemeinden lebendige Zeugnisse für Gottes Liebe? Wie überwinden wir Gräben zwischen Arm und Reich? Wie wehren wir Krieg und Gewalt? Wie bewahren wir die Schöpfung? Das sind die Zukunftsthemen, denen wir uns in Jesu Nachfolge zu stellen haben.“

UMC/EmK und Homosexualität
In den „Sozialen Grundsätzen“, die Teil der „Verfassung, Lehre und Ordnung“ (so der Titel der UMC-Kirchenordnung) der Evangelisch-methodistischen Kirche sind, werde ausdrücklich betont, dass Gottes Gnade allen Menschen gelte, ganz gleich, ob sie Menschen des anderen oder des gleichen Geschlechts liebten: „Wir bejahen, dass alle Menschen von heiligem Wert und nach dem Bild Gottes geschaffen sind […] Wir flehen Familien und Gemeinden an, lesbische und schwule Kirchenglieder und Kirchenzugehörige/Personen aus dem Freundeskreis nicht abzulehnen oder zu verurteilen. Wir verpflichten uns zum Dienst an und mit allen Menschen.“ Dort werde auch festgestellt: „Eine Mehrheit in der Kirche interpretiert die Bibel so, dass sie die Ausübung der Homosexualität nicht gutheissen kann.“ Die Kirchenordnung untersage ausserdem, Menschen, die in homosexuellen Beziehungen lebten, zum pastoralen Dienst zu ordinieren, und homosexuelle Partnerschaften dürften in EmK-Gemeinden und durch deren Pastoren nicht gesegnet werden.

Schon seit den 1970er-Jahren gebe es Bestrebungen, diese Bestimmungen zu verändern. Entsprechende Anträge fänden aber in der Generalkonferenz, dem alle vier Jahre tagenden obersten Beschlussgremium der weltweiten UMC, nicht die erforderliche Mehrheit. Zuletzt sei 2012 eine Resolution knapp abgelehnt worden, die feststellen sollte, dass es in der United Methodist Church unterschiedliche Auffassungen über die Bewertung von Homosexualität gebe.

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) versteht sich als evangelische Freikirche, die aus einer Erweckungsbewegung in England im 18. Jahrhundert hervorging. Führende Persönlichkeiten am Anfang der Bewegung waren die Brüder John und Charles Wesley. Zur EmK zählen sich in Deutschland etwa 55.000 Mitglieder und Angehörige in über 500 Gemeinden. Sie ist Teil der internationalen United Methodist Church, die weltweit rund zwölf Millionen Mitglieder hat. Rosemarie Wenner ist die für Deutschland zuständige Bischöfin. Gegenwärtig amtiert sie als Vorsitzende des internationalen Bischofsrats der UMC.

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Kongress der Adventisten zu alternativen Formen der Sexualität

Kapstadt/Südafrika | 22.04.2014 | APD | International

Vom 17. bis 21. März diskutierten im „Convention Center“ in Kapstadt/Südafrika rund 350 adventistische Kirchenleiter, Pastoren, Rektoren, Mediziner, Psychologen, Sozialwissenschaftler, Personalchefs, Juristen und Menschenrechtsexperten aus der ganzen Welt während eines Kongresses Fragen über Homosexualität und andere alternative Formen der Sexualität. Der Kongress der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten stand unter dem Titel „Im Bilde Gottes: Bibel. Sexualität. Gesellschaft“.

Die Veranstaltung wollte nach Angaben der Organisatoren leitenden Verantwortlichen und weiteren Führungspersonen der Weltkirche ein Forum bieten, sich über alternative Formen der Sexualität zu informieren, darüber zu diskutieren und für die damit im Zusammenhang stehenden Fragen zu sensibilisieren. Damit sollten die Teilnehmenden befähigt werden, den Herausforderungen besser begegnen zu können, mit denen sich die Kirche in diesem Problemkreis in den Ortsgemeinden, aber auch in ihren Institutionen weltweit konfrontiert sieht.

Da die Kirche in diesem Themenbereich meistens mit Menschen gleichgeschlechtlicher Orientierung konfrontiert wird, wurde auf dem Kongress vorwiegend über Homosexualität gesprochen. Es wurden aber auch Fragen bezüglich der Geschlechtsumwandlung, Transgender und Bisexualität diskutiert. Es ging dabei um den ganzen Themenkomplex, der als LGBT bezeichnet wird. Die englische Abkürzung bedeutet laut Wikipedia: „Lesbian, Gay, Bisexual and Trans, also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans, für Transgender bzw. Transsexualität.“

Pastor Pardon Mwansa, einer der neun Vizepräsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung und Konferenzorganisator, bezeichnete den Kongress über Sexualität als „eine Wasserscheide“ für die innerkirchliche Diskussion schwieriger sozialer und religiöser Themen. Bezüglich Homosexualität habe die Kirche bereits früher eine Stellungnahme verabschiedet, so Mwansa. Als Kirche gehe es darum, klar zu sagen, wie sie die entsprechenden biblischen Texte verstehe. Laut den Organisatoren habe am Kongress keine Absicht bestanden, die bestehende Position der Kirche zu Homosexualität, wonach sexuelle Beziehungen nur in einer heterosexuellen Ehe, zwischen einem Mann und einer Frau, gelebt werden sollten, neu zu formulieren.

Geschlechterfrage und die Bibel
Dr. Kwabena Donkor, Theologe und stellvertretender Direktor des Biblical Research Instituts (BRI), Michigan/USA, referierte über hermeneutische Fragen. Traditionelle und zeitgenössische Auslegungen der Bibeltexte gingen von unterschiedlichen Prämissen aus. So verstehe die traditionelle Auslegung die Bibel als Norm. Das Mann- und Frausein werde als „im Bilde Gottes“ Geschaffensein verstanden sowie als klare Absicht des Schöpfers. Für zeitgenössische Ausleger bestehe oft ein grosser Unterschied zwischen dem, was ein Text damals bedeutete und dem, was er heute meine.

Dr. Ekkehardt Müller, Vizedirektor des Biblical Research Instituts (BRI), präsentierte sein Verständnis der Bibeltexte, die sich auf Homosexualität beziehen. Er hielt fest, dass die eigentliche Frage darin bestehe, wie das Wesen, die Autorität und Auslegung der Bibel verstanden werde. Adventisten sollten homosexuelles Verhalten nicht stillschweigend dulden, aber bereit sein, gleichgeschlechtlich orientierten Personen helfend zur Seite zu stehen.

In den drei Andachten zu jedem Tag des Kongresses sprach Pastor John Nixon, Professor für Religion und Spiritualität an der Southern Adventist Universität, Tennessee/USA, über das Wesen der menschlichen Sexualität. Er unterstrich, dass der Schöpfungsbericht für deren Verständnis grundlegend sei. Das Alleinsein von Adam, wie es in der Schöpfungsgeschichte beschrieben werde, sei nicht soziologisch gemeint, da Adam mit Gott Kontakt gehabt habe, sondern dieses Alleinsein sei ontologisch zu verstehen. In dieser sich gegenseitig ergänzenden Unterschiedlichkeit von Mann und Frau sei der Mensch im Bild Gottes geschaffen und damit ganz. Das sei ein ontologisches Prinzip: Entweder Mann oder Frau. Mann oder Frau seien keine kulturellen Konstrukte. In der Ehe habe Gott die menschliche Sexualität zur Freude und Vertiefung der Beziehung zwischen Mann und Frau als auch als Mittel zur Fortpflanzung gestiftet, so Nixon. Ausserhalb der Ehe diene der Verzicht auf Sexualität dazu, andere Menschen nicht als Objekt zu behandeln, auch wenn sie sich selbst dazu machten.

Rechtliche Fragen
In der Podiumsdiskussion zu rechtlichen und Personalfragen wurde ein grosser Unterschied in der Gesetzeslage zwischen Ländern im Norden und jenen des Südens offensichtlich. Als Beispiele wurden Schweden und Uganda erwähnt. Pastoren müssten die Gesetze ihres Landes gut kennen, um angepasst reagieren zu können, wenn zum Beispiel ein gleichgeschlechtliches Paar von ihnen getraut werden wolle, sagte Karnik Doukmetzian, Anwalt der Weltkirchenleitung, Maryland/USA. Ein Gewissensvorbehalt des Pastors könne nicht in allen Ländern geltend gemacht werden, in denen der Pastor bei der Trauung gleichzeitig als ziviler Standesbeamter fungiere. Die Verweigerung der Trauung könne als Diskriminierung ausgelegt werden. In 26 Ländern seien Gesetze gegen geschlechtliche Verunglimpfungen unter dem Begriff „hate crime“ (Hassverbrechen) in Kraft, so Doukmetzian. Religiöse Aussagen, welche die Homosexualität als negativ darstellten, könnten in einigen Ländern eingeklagt und verurteilt werden. Das könne sich auch auf den Gebrauch von Bibeltexten beziehen.

Gründe für gleichgeschlechtliche Orientierung
Es herrsche keine Übereinstimmung unter den Fachleuten der amerikanischen Psychologischen Gesellschaft (APA), weshalb Personen eine andere sexuelle Orientierung entwickelten, sagte der Psychologe Dr. Peter Swanson, Professor an der Andrews University, Michigan/USA.

Es gäbe kein klares Modell, das erklären könne, weshalb einige Menschen gleichgeschlechtlich orientiert seien, stellte auch Dr. Peter Landless fest, Direktor der Gesundheitsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung, Maryland/USA. „Es handelt sich um ein kompelxes Zusammenspiel von genetischen und Umweltfaktoren“, so der Arzt.

Konservative Kirchen stuften Homosexualität als das Ergebnis einer Wahl ein und machten damit die Betroffenen dafür verantwortlich, sagte Dr. Curtis Fox, Professor für Beratung und Familienwissenschaften an der Loma Linda Universität, Kalifornien/USA, der sich von dieser Sichtweise klar distanzierte. Die gleichgeschlechtliche Orientierung entwickle sich nach und nach, ohne dass eindeutige Gründe für deren Entwicklung auszumachen seien, so Fox.

Reorientierungstherapien
Sogenannte Reorientierungstherapien, bei denen die Zuneigung zum eigenen Geschlecht abnehmen oder verschwinden, oder eine Veränderung der homosexuellen in eine heterosexuelle Orientierung stattfinden solle, seien sehr selten erfolgreich und könnten, langfristig gesehen, schädlich sein, erläuterten Dr. Curtis Fox und Dr. Peter Swanson übereinstimmend. Teilweise zeigten sich nach solchen Veränderungstherapien psychologische Probleme, die behandelt werden müssten. Homosexualität sei keine psychische Störung, so Swanson.

Auf eine Frage aus dem Publikum, wie er gegenüber einer gleichgeschlechtlich orientierten Person reagieren würde, die aktiv daran arbeite, ihre Orientierung zu ändern, aber scheitere, sagte Dr. Swanson, dass er ihre Beharrlichkeit würdigen, sie aber auch fragen würde, ob ihre Ziele unrealistisch oder unerreichbar seien. Wichtig sei zudem, dass diese Person in Liebe von einem Kreis von christlichen Freunden und Familienmitgliedern getragen und unterstützt werde.

Adventisten mit gleichgeschlechtlicher Orientierung
Am zweiten des viertägigen Kongresses haben drei Adventisten aus den USA, die grosse Teile ihres Erwachsenenlebens in schwulen oder lesbischen Beziehungen verbracht hatten, das Plenum an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Wayne Blakely beschrieb, wie ihm der Glaube an Jesus Christus helfe, seiner gleichgeschlechtlichen Orientierung nicht mehr nachzugeben und wie er sein Leben nach biblischen Prinzipien ausrichte. Virna Santos erzählte, dass sie nach vielen Jahren etwas für Männer zu empfinden beginne, und Ron Woolsey sagte, dass er als Pastor der Freikirche arbeite, verheiratet sei und eine Familie habe.

Es wurde von einigen Referenten und Fragestellern aus dem Plenum bemängelt, dass keine homosexuellen Adventisten zum Kongress eingeladen worden seien, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen lebten.

Die adventistische Kirche und homosexuelle Mitglieder
Die gleichgeschlechtliche Orientierung stuften sie nicht als Sünde ein, sondern das Verhalten hielten viele Referenten übereinstimmend fest. Die Kirche müsse ihre Identität bewahren. Es gehöre aber ebenso zu den Aufgaben der Kirche, sich der Schwulen und Lesben anzunehmen und sie zu betreuen. Die Diskussionsteilnehmer hätten auch einen wachsenden Bedarf festgestellt, sich Jugendlicher und junger Erwachsener anzunehmen, die mit Fragen ihrer sexuellen Identität kämpften, berichtete „Adventist News Network“ (ANN).

Homosexuell orientierte Personen, die nicht sexuell aktiv seien, könnten getauft und Mitglieder einer Ortsgemeinde sowie in alle Ämter der Kirche gewählt werden, sagte Brett Townend, Präsident der regionalen Kirchenleitung im Norden Australiens.

Dr. Peter Landless, Direktor der Gesundheitsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung, Maryland/USA, forderte in seinem Referat mehr Mitgefühl für Menschen mit homosexueller Orientierung.

Onaolapo Ajibade, Geschäftsführer der überregionalen Kirchenleitung der Adventisten in West-Zentral Afrika, Abidjan/Elfenbeinküste, sagte: „Solange es keine bekannten Gründe für Homosexualität gibt, gibt es auch keine ‚Heilung‘. In der Zwischenzeit ist es an uns, christlich zu handeln“, so Ajibade. „Da wir die Ursache nicht kennen, müssen wir verständnisvoll und mitfühlend handeln.“

Auf die Frage, wie der Umgang der Kirche mit ihren homosexuellen Mitgliedern aussehe, antwortete Peter Swanson, Professor für Seelsorge an der Andrews Universität, Michi-gan/USA: „Wir verdrängen Homosexuelle in den Hintergrund. Es ist für sie nicht sicher, sich uns anzuvertrauen.“

„Wir müssen ihnen zuhören, wenn sie uns über ihren Kampf und ihre Schmerzen erzählen“, sagte Pastor Ted Wilson, Präsident der Weltkirchenleitung, in seinem Einführungsreferat zum Kongress bezüglich des Umgangs mit homosexuell orientierten Kirchenmitgliedern. „Wir sollten nicht aus falschem Stolz annehmen, dass ihre Fehler in den Augen des Himmels schlimmer sind als jene, die wir selbst gemacht haben“, sagte er. Der Präsident der Weltkirchenleitung nahm an allen Veranstaltungen des Kongresses teil.

Die 1976 gegründete, private Organisation „Seventh-day Adventist Kinship International“, die eine soziale und spirituelle Gemeinschaft für LGBT's sein wolle, habe 2.000 Mitglieder, sagte Ella Simmons, eine der neun Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung, Maryland/USA, im Schlussrefereat des Kongresses. Kinship kümmere sich um deren Anliegen, merkte Ella Simmons kritisch an und deutete an, dass die Kirche nicht ihre Theologie in dieser Frage ändern müsste, sich aber vermehrt aktiv um Adventisten mit gleichgeschlechtlicher Orientierung und deren Sorgen und Nöte kümmern sollte.

Die 2012 überarbeitete englischsprachige Stellungnahme der Siebenten-Tags-Adventisten zur Homosexualität steht als Download zur Verfügung:
http://www.adventist.org/information/official-statements/statements/article/go/0/homosexuality/

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Grosse Rüstungsexporteure ratifizieren Waffenhandelsvertrag

Genf/Schweiz | 22.04.2014 | APD | International

Fünf der weltweit zehn grössten Waffenexporteure, hauptsächlich aus europäischen Ländern, haben am 2. April, ein Jahr nach Verabschiedung durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den ersten Waffenhandelsvertag (ATT) der Welt ratifiziert, berichtete der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) in einer Medienmitteilung. Es hätten damit 31 Regierungen diesen Vertrag unterzeichnet. Damit er in Kraft treten könne, müsse er von mindestens 50 Staaten ratifiziert werden.

„Es ist von besonderer Bedeutung, dass unter den Staaten, die den Waffenhandelsvertrag heute ratifizieren, fünf der zehn weltweit grössten Waffenexporteure sind – Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Grossbritannien“, betonte der Generalsekretär des ÖRK, Pastor Dr. Olav Fykse Tveit in einer öffentlichen Erklärung. „Die Nachrichten erinnern uns Tag für Tag daran, wie dringend notwendig es für die Menschen in verschiedenen Teilen der Welt ist, dass der Waffenhandel stärker kontrolliert wird.“

Zum besseren Schutz gefährdeter Menschen forderte Pastor Tveit, dass weitere Regierungen den Vertrag unterzeichneten. Die Vereinigten Staaten und Russland – die beiden grössten Rüstungsexporteure der Welt – sowie China, sollten dem Beispiel dieser ratifizierenden Staaten folgen.

Der ÖRK leite eine Kampagne, die sich an die Mitgliedskirchen wende und den vorgeschlagenen Vertrag stärken und effektiver machen solle. Die Arbeit, um die Staaten von der Notwendigkeit der Ratifizierung zu überzeugen, werde insbesondere in Afrika fortgesetzt, eine der Regionen, in welcher der verantwortungslose Handel mit Waffen Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen fördere.

„Wenn der Waffenhandelsvertrag in Kraft tritt und wirklich effektiv umgesetzt wird, können viele Menschenleben gerettet werden“, sagte Steve Hucklesby, strategischer Berater der Methodistischen Kirche von Grossbritannien, einer ÖRK-Mitgliedskirche. „Aber es gibt noch viel zu tun. Diejenigen, welche die Regierungen gedrängt haben, den Vertrag zu unterzeichnen, müssen wachsam bleiben und sich für die tatsächliche Umsetzung einsetzen.“

Während der ÖRK-Vollversammlung 2013 in Busan/Südkorea hatten die Delegierten von Kirchen aus mehr als 100 Ländern ihre Regierungen aufgerufen, den Waffenhandelsvertrag zu ratifizieren und umzusetzen.

Durch bewaffnete Gewalt und bewaffnete Konflikte würden jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen sterben, so der ÖRK. Auch würden Millionen Menschen durch Waffengewalt vertrieben, missbraucht und traumatisiert.

Adventisten ächten den Verkauf von Waffen auch im Einzelhandel
In einer öffentlichen Erklärung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten von 1990 zum Verkauf von Waffen im Einzelhandel heisst es, dass Christen aufgerufen seien, dem Beispiel Christi zu folgen, Böses mit Gutem zu überwinden und Leben zu retten, anstatt es zu zerstören. Zudem fordern Adventisten eine strenge Kontrolle beim Verkauf von automatischen oder halbautomatischen Handfeuerwaffen, um Tragödien zu verhindern, sowie den Einsatz jedes legitimen Mittels, um Ursachen für Verbrechen zu beseitigen.

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Weltkirchenrat organisiert Konsultation zu koreanischer Wiedervereinigung

Seoul/Südkorea | 22.04.2014 | APD | International

Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), hat an einer Pressekonferenz in Seoul/Südkorea angekündigt, dass im Juni 2014 in Genf eine internationale Konsultation zu den Themen Frieden, Versöhnung und Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel stattfinden wird. Das teilte der ÖRK in einer Medienmitteilung am 15. April mit.

Demnach würden zur Konsultation Vertreter des Koreanischen Christenbundes in Nordkorea, von südkoreanischen Kirchen sowie von anderen ökumenischen Partnern, die sich für Frieden und Versöhnung auf der koreanischen Halbinsel engagierten, eingeladen.

Die Konsultation sei eine neue Initiative und gehe auf den Aufruf in einer ÖRK-Erklärung über Frieden und Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel zurück, die von der ÖRK-Vollversammlung 2013 verabschiedet worden war, erklärte Tveit.

Der ÖRK werde mit vielen verschiedenen Partnern in seinen Netzwerken zusammenarbeiten und ihre Erfahrungen in diesem Themenbereich zusammenbringen, um Frieden und die Einheit der koreanischen Bevölkerung zu fördern, sagte Peter Prove, der neu ernannte Direktor der ÖRK-Kommission der Kirchen für Internationale Angelegenheiten.

ÖRK-Erklärung über Frieden und Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel:
http://www.oikoumene.org/de/resources/documents/assembly/2013-busan/adopted-documents-statements/peace-and-reunification-of-the-korean-peninsula

Der Ökumenische Rat der Kirchen
Der Ökumenische Rat der Kirchen will die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt fördern. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehörten Ende 2012 dem ÖRK 345 Mitgliedskirchen an, die zusammen über 500 Millionen Christen aus protestantischen, orthodoxen, anglikanischen und anderen Traditionen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche. Der Generalsekretär des ÖRK ist Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, von der (lutherischen) Kirche von Norwegen.

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Gewalt in Nahost: Bischöfe gegen Ausdruck "Christenverfolgung"

Jerusalem/Israel | 22.04.2014 | APD | International

Die katholische Bischöfe im Heiligen Land warnen vor einer Dramatisierung der Lage der Christen im Nahen Osten. Eine ständige Rede von "Verfolgung" spiele nur Extremisten in die Hände, heisst es in einer Erklärung der Versammlung katholischer Bischöfe im Heiligen Land, die am 3. April vom Lateinischen Patriarchat in Jerusalem veröffentlicht wurde, wie Kathpress berichtete.

Gewalt von Islamisten betreffe nicht nur Christen, sondern auch "nicht-konformistische" Muslime und Angehörige unterschiedlicher islamischer Richtungen. Was als Christenverfolgung bezeichnet werde, sei gewöhnlich Gewalt von "Kriminellen, die behaupten, Muslime zu sein".

Christen und Muslime müssten gemeinsam den "neuen Kräften des Extremismus und der Zerstörung" widerstehen, so die Bischöfe: "Alle Christen und viele Muslime sind von diesen Kräften bedroht, die eine Gesellschaft schaffen wollen, die von Christen entleert und eine Heimat für nur sehr wenige Muslime sein wird."

Die Ängste und Leiden von Christen verlangten nach Solidarität und Gebet, heisst es in der Erklärung. Jedoch dürften sich die Betroffenen keinen Illusionen hingeben: „Wir alle, Christen und Muslime, müssen uns bewusst sein, dass die Welt nichts wirklich unternehmen wird, um uns zu schützen. Internationale und lokale politische Mächte verfolgen ihre Eigeninteressen." Es liege an den Menschen im Nahen Osten, selbst eine Gesellschaft aufzubauen, in der „Muslime, Christen und Juden gleichberechtigte Bürger sind".

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ACAT fordert von der Elfenbeinküste das Ende von Folter

Bern/Schweiz und Lüdinghausen/Deutschland | 22.04.2014 | APD | International

Die internationale christliche Menschenrechtsorganisation „Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter“ (ACAT) hat in der Karfreitagskampagne 2014 vom Präsidenten der Elfenbeinküste Alassane Ouattara gefordert, gegen Folter und staatliche Willkür vorzugehen.

Die Elfenbeinküste sei im Mittelpunkt der diesjährigen ACAT-Karfreitags-Kampagne gestanden, weil das Land lange als vorbildliches Modell für die Staaten Afrikas gegolten habe, schreibt ACAT Schweiz in einer Medienmitteilung. Seit der Jahrtausendwende befinde sich die Elfenbeinküste jedoch in einer sozialen, wirtschaftlichen, politischen und militärischen Krisensituation. Bis heute gäbe es Folter, willkürliche Verhaftungen, Erpressungen, Hinrichtungen ohne Gerichtsurteile und es würden Personen verschwinden. Verantwortlich für diese Verbrechen seien laut der christlichen Menschenrechtsorganisation sowohl die Anhänger von Ex-Präsident Laurent Gbagbo als auch Unterstützer des heutigen Präsidenten Alassane Ouattara. Die Zivilbevölkerung leide unter staatlicher Willkür und Gewalt.

Nach den Präsidentschaftswahlen im November 2010 habe die Elfenbeinküste eine der schlimmsten Krisen seit der Unabhängigkeit 1960 durchlebt, so ACAT. Alassane Ouattara sei von der unabhängigen Wahlkommission und der internationalen Gemeinschaft als Wahlsieger betrachtet worden, das Resultat sei aber vom Verfassungsrat annulliert und vom bisherigen Präsidenten Laurent Gbagbo nicht anerkannt worden. Der ehemalige Präsident Gbagbo sei 2011 mit Hilfe französischer Streitkräfte verhaftet worden und warte am Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag auf den Prozess wegen Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Empfehlungen der Afrikanischen Kommission für Menschenrechte umsetzen
ACAT appelliere mit ihrer Kampagne an die staatlichen Organe der Elfenbeinküste, ihren Verpflichtungen nachzukommen, die sie mit der Unterzeichnung der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker (Banjul-Charta) eingegangen sei. Dazu gehöre vor allem, dass die Elfenbeinküste im Strafgesetz Folter definiere und unter Strafe stelle. Folterer müssten für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden. ACAT Elfenbeinküste habe diese Forderungen der Regierung des Landes in einem Brief an Präsident Alassane Ouattara ausführlich vorgetragen.

Durch die Ausweitung dieses Appells auf die Karfreitagskampagne 2014 des ACAT-Netzwerks solle der Regierung der Elfenbeinküste deutlich gemacht werden, dass die Verstösse gegen die Menschenrechte in aller Welt beobachtet und kritisch bewertet würden, so ACAT.

Die online-Petitionen von ACAT-Schweiz und ACAT Deutschland zur Umsetzung der Empfehlungen der Afrikanischen Kommission für Menschenrechte und die Rechte der Völker (ACHPR), können auf deren Website unterzeichnet werden:
Link zur Petition für die Schweiz: http://www.acat.ch/de/

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Zwei Tote und fünf Verletzte bei Flugzeugabsturz in Indonesien

Sentai/Indonesien | 22.04.2014 | APD | International

Am 9. April ist ein Flugzeug des adventistischen Flugdienstes Adventist Aviation Indonesien (AAI) beim Start auf dem Inlandflughafen Sentai, indonesische Provinz Papua auf der Insel Neuguinea, beim Abheben am Ende der Startbahn in eine Brücke gestürzt. Dabei seien laut Angaben von Airnation.Net der Pilot sowie ein Passagier ums Leben gekommen. Fünf weitere Passagiere hätten überlebt und seien in ein nahe gelegenes Krankenhaus eingeliefert worden. Die Absturzursache werde noch ermittelt. Laut Augenzeugen habe das Flugzeug, eine Quest Kodiak, Probleme beim Abheben gehabt, teilte „Adventist Record“, die australische Kirchenzeitschrift der Siebenten-Tags-Adventisten, mit.

Bob Roberts sei ein erfahrener Pilot gewesen, so „Adventist Record“. Zu seinen Aufgaben als AAI-Pilot hätte der Transport von Kranken und bedürftigen Passagieren von und nach den vielen abgelegenen Bergdörfern Papuas gehört sowie von Nahrung, Medikamenten und dringend benötigten Hilfsgütern. Roberts, ein US-Amerikaner, habe mit seiner Frau Jan seit 20 Jahren auf Papua gearbeitet und sei mit der Geographie und den Gegebenheiten der Insel gut bekannt gewesen, da er mehr als tausend Hilfsflüge absolviert habe, so „Adventist Record“.

„Er ist bei dem gestorben, was er am liebsten tat“, sagte seine Frau Jan. In einem Video über seine Tätigkeit berichtete Roberts vor einem Jahr, dass der adventistische Flugdienst unter anderem Schwerkranke kostenlos ausfliege. Das sei etwas vom Erfüllendsten an seiner Tätigkeit als Missionspilot. „Um Menschen zu helfen, die sonst keine Hoffnung hätten, sind wir hier.“

Jonathan Kuntaraf, leitender Mitarbeiter der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA, und selbst Indonesier, sprach der Familie sein Beileid zum tragischen Verlust aus und bat um Gebete für die betroffenen Familien.

In der indonesischen Provinz Papua, dem indonesischen Teil Neuguineas, leben rund zwei Millionen Menschen in 20 Sprachgruppen. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat in diesem Teil Indonesiens 763 Kirchen und mehr als 101.000 Mitglieder.

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Italienische Adventisten wählen neue Leitung

Lüneburg/Deutschland | 22.04.2014 | APD | International

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten Italiens hat ein neues Leitungsteam. Pastor Stefano Paris, zuletzt für die italienische Adventjugend verantwortlich, wurde zum Präsidenten der Freikirche berufen, teilte der Onlinedienst der Zeitschrift „Adventisten heute“ mit. Während der 25., alle fünf Jahre stattfindenden Delegiertenversammlung wählten die 323 Abgeordneten auch Pastor Giuseppe Cupertino als neuen Sekretär (Geschäftsführer). Der bisherige Schatzmeister, Gioele Murittu, wurde in seinem Amt für die nächsten fünf Jahre bestätigt.

Pastor Stefano Paris (46) arbeitete nach seinem Theologiestudium in Florenz und Collonges-sous-Salève (Frankreich) von 1995 bis 2005 als Seelsorger in verschiedenen Kirchengemeinden in Nord- und Süd-Italien sowie auf Sizilien. Seit 2005 leitete er die Abteilung Jugend. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Pastor Paris löst als Präsident Franco di Ivo Evangelisti (60) ab, der die italienischen Adventisten seit 2010 leitete.

Pastor Giuseppe Cupertino (56) studierte ebenfalls in Collonges-sous-Salève (Frankreich) Theologie, war für verschiedene Adventgemeinden verantwortlich und arbeitete als Redakteur im italienischen Verlag der Freikirche. Seit 2005 leitete er das kircheneigene Altenheim „Casa Mia“ in Forli. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Gioele Murittu (48) amtiert seit April 2012 als Schatzmeister der Kirche. Zuvor arbeitete er in verschiedenen Unternehmen, von 1991 bis 1997 nahm er Leitungsaufgaben im kircheneigenen Verlag in Florenz wahr. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zählt in Italien rund 9.650 erwachsen getaufte Mitglieder in 109 Kirchengemeinden. Zu ihren Einrichtungen gehören unter anderem die adventistische Theologische Fakultät „Villa Aurora“ (Florenz), das Verlagshaus Edizioni ADV (Florenz) und das Altenheim „Casa Mia“ (Forli). Ausserdem betreiben die dortigen Adventisten neun lokale Rundfunksender.

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Deutsche Adventisten spenden 50,1 Millionen Euro

Hannover und Ostfildern/Deutschland | 22.04.2014 | APD | International

Mehr als 50,1 Millionen Euro spendeten die 34.999 deutschen Siebenten-Tags-Adventisten im letzten Jahr für den Unterhalt ihrer Freikirche. Laut Günter Brecht (Hannover), Schatzmeister des Norddeutschen Verbandes der evangelischen Freikirche, habe sich das Spendenaufkommen im Vergleich zum Vorjahr um rund 260.000 Euro erhöht. „Jeder Adventist in Deutschland gab durchschnittlich 1.431 Euro.“

Während der Süddeutsche Verband der Freikirche ein Minus an Gaben von 48.000 Euro (0,22 Prozent) verzeichnete, betrug die Zunahme der Spenden in Nord- und Ostdeutschland gegenüber 2012 rund 312.000 Euro (1,28 Prozent). Pastor Werner Dullinger (Ostfildern bei Stuttgart), Schatzmeister des Süddeutschen Verbandes, wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige. „Während ein Adventist in Ostdeutschland durchschnittlich 1.233 Euro und in Norddeutschland 1.282 Euro gab, waren es in Süddeutschland 1.654 Euro pro Mitglied.“

Von den 50,1 Millionen Euro gingen 2,7 Millionen Euro in die Aussenmission, 8,2 Millionen Euro verblieben bei den Ortsgemeinden. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnten gehört. Viele Mitglieder würden neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte geben.

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Neuapostolische Kirche wird Gastmitglied der AGCK Schweiz

St. Gallen/Schweiz | 22.04.2014 | APD | Ökumene

Am 9. April wurde in St. Gallen die Neuapostolische Kirche (NAK) an der Plenarversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH) als Gastmitglied aufgenommen. Während der nächsten fünf Jahre sollen die gemeinsamen Gespräche weitergeführt und die Erfahrungen mit dem Gaststatus überprüft werden, besonders, wie sich die Neuapostolische Kirche international, regional und in den Gemeinden entwickle. Anschliessend könne von beiden Seiten über die Weiterführung des Gaststatus entschieden werden.

Seit 2002 fanden zwischen AGCK-CH und NAK inoffizielle Gespräche statt, die ab 2007 in ein offizielles Mandat mündeten und prüfen sollten „ob und in welcher Form eine zwischenkirchliche Zusammenarbeit zwischen der NAK Schweiz und den in der AGCK organisierten Kirchen sinnvoll und möglich sei“, so ein Arbeitspapier, das den AGCK-Plenarteilnehmern zur Information vorlag. An der elften und letzten Sitzung der gemeinsamen Gespräche hätten die AGCK-Ver¬treter die Ergebnisse zusammengefasst und dabei festgestellt, dass seit einigen Jahren seitens der Neuapostolischen Kirche eine deutliche ökumenische Öffnung zur Zusammenarbeit mit anderen Kirchen stattgefunden habe. Die Veröffentlichung des ersten Katechismus der NAK im Dezember 2012 habe die lehrmässigen Grundlagen der Neuapostolischen Kirche klarer dargelegt. Es sei aber unklar, wohin die innerkirchliche Weiterentwicklung der NAK-Lehre führe, weshalb eine Fortsetzung der Gespräche angezeigt sei, so das Arbeitspapier.

Die NAK könne die Selbstverpflichtungen der „Charta Oecumenica“ unterzeichnen und würde die Taufe der anderen Kirchen anerkennen. Hinsichtlich der Lehr- und Praxisunterschiede der NAK gegenüber den AGCK-Kirchen, wie das Amt des Stammapostels oder die Lehre der Heilsvermittlung für Entschlafene, gelte es festzuhalten, dass alle in der Arbeitsgemeinschaft vertretenen Konfessionen Sonderlehren verträten, heisst es im Arbeitspapier.

„Die NAK hat in ihrem Kontakt zu anderen Kirchen und christlichen Gemeinschaften seit Jahren einen bedeutenden Entwicklungsprozess vollzogen“, sagte Apostel Heinz Lang, Vize-Kirchenpräsident der NAK. „Auf der Basis der Charta Oecumenica wollen wir unseren Beitrag leisten, das Evangelium Jesu Christi gemeinsam mit anderen gläubigen Christen weiterzutragen.“

Neuapostolische Kirche
Die Trennung von der Katholisch-Apostolischen Kirche 1863 in Hamburg wird laut NAK als Geburtsstunde der „Neuapostolischen Gemeinde“ angesehen. 30 Jahre später begann die Verkündigung der neuapostolischen Glaubenslehre auch in der Schweiz. 1930 wurde die Denomination in „Neuapostolische Kirche“ umbenannt. Als Glaubensziel gibt die Kirche an, „mit Christus bei seiner, von ihm verheissenen Wiederkunft vereint zu sein“. Die NAK ist heute mit 33.480 Kirchenmitgliedern die grösste christliche Freikirche in der Schweiz und finanziert sich aus freiwilligen Opfern ihrer Mitglieder. Diese werden von 1.696 Amtsträgern betreut und feiern in 163 Kirchen den Gottesdienst. Die Neuapostolische Kirche hat weltweit 10,5 Millionen Mitglieder, 64.000 Gemeinden und 250.000 Amtsträger.

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz
In der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz arbeiten folgende Kirchen mit: Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund, Römisch-katholische Kirche der Schweiz, Christkatholische Kirche der Schweiz, Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz, Heilsarmee, Bund Evangelisch-lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein, Orthodoxe Diözese der Schweiz des ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel, Vertretung der serbisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz, Vertretung der rumä¬nisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz, Anglikanische Kirche in der Schweiz.

Zu den Gastmitgliedern gehören die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz und die Neuapostolische Kirche der Schweiz.

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Studientag der ACK Deutschland zur Taufe in ökumenischer Perspektive

Magdeburg/Deutschland | 22.04.2014 | APD | Ökumene

Die ökumenischen Möglichkeiten der Taufe sollten weiter genutzt werden. Das betonten die Teilnehmer eines Studientages der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland in Magdeburg. Die Taufe dürfe nicht ausgrenzen und solle vor allem die bedingungslose Liebe Gottes zu den Menschen verdeutlichen.

„Die Praxis der Taufe darf keine Nebenabsichten verfolgen“, sagte der römisch-katholische Pastoraltheologe Professor Ottmar Fuchs (Tübingen). An die Taufe sollten keine Bedingungen geknüpft werden, denn sie verdeutliche „die Würde und Kostbarkeit jedes einzelnen Menschen“. Die Taufe sei ein „doxologisches Ritual, in dem Gottes Liebe zu uns gefeiert und gepriesen wird“. Daher sollten die Kirchen die Taufe als „Liebeszeichen der Gnade Gottes“ grosszügig spenden.

Demgegenüber waren Vertreter der Kirchen aus täuferischer Tradition zurückhaltender. Die Kirchen hätten vor allem die gemeinsame Aufgabe, Menschen zu vermitteln, „wie man heute als Christ in dieser Welt leben kann“, betonte Pastor Rainer Burkart von der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland. Dazu sollten die verschiedenen Auffassungen der Taufe in den Hintergrund treten, obwohl diese weiter bestünden. Kirchen aus täuferischer Tradition wie Mennoniten, Baptisten Freie evangelische Gemeinden und Siebenten-Tags-Adventisten, praktizierten die Glaubenstaufe, die eine bewusste Entscheidung zum Glauben voraussetze. Die Taufe von Säuglingen lehnten sie ab.

Es bestehe derzeit ein „neues Interesse an der Taufe“, stellte Professor Peter Zimmerling, evangelischer Professor für Praktische Theologie in Leipzig, fest. Das zeige insbesondere die grosse Zahl an Tauffesten und die feststellbare „liturgische Erneuerung der Taufe“. Diese Chance sollten die Kirchen nutzen.

Während des Studientages seien die gemeinsamen Herausforderungen in der Praxis der Taufe betont worden, obwohl nach wie vor theologische Unterschiede bestünden. In Magdeburg hatten 2007 elf Kirchen gegenseitig ihre Taufe anerkannt. Die Kirchen der täuferischen Tradition unterzeichneten die Erklärung nicht, aber sie „schätzen die entstandenen Gemeinsamkeiten“, sagte Pastor Burkart. Allerdings litten sie oft unter Ausgrenzung, wenn eine Taufe ohne Wenn und Aber als überall geltendes Band der Einheit deklariert werde.

Die Studientagung „Was hindert´s, dass ich mich taufen lasse? Taufpastoral in ökumenisch multilateraler Perspektive“ wurde am 11. und 12. März von der ACK Deutschland mit der ACK Sachsen-Anhalt und der Katholischen Akademie Magdeburg veranstaltet.

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ACK Deutschland nimmt zwei neue Gastmitglieder auf

Erfurt/Deutschland | 22.04.2014 | APD | Ökumene

In einem Gottesdienst in der Augustinerkirche Erfurt wurden am 27. März die Apostolische Gemeinschaft und der Freikirchliche Bund der Gemeinde Gottes als neue Gastmitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (Symposium Symposium) in Deutschland aufgenommen.

Die Apostolische Gemeinschaft geht auf die Erweckungsbewegung der Katholisch-Apostolischen Bewegung zurück, die um 1830 in England entstand. Die Bewegung erreichte auch Deutschland und mündete in die Neuapostolische Kirche (NAK). In den 1950er Jahren entstand in der NAK ein Dogma, dass der Stammapostel nicht sterben werde, bevor Jesus Christus sichtbar wiederkommen werde. Diese Lehre trugen einige Mitglieder nicht mit, sie wurden aus der NAK ausgeschlossen und gründeten 1955 die „Apostolische Gemeinschaft“ (AG). Die AG habe viele Veränderungsprozesse durchgemacht, erklärte Apostel Detlef Lieberth (Pulheim) von der Apostolischen Gemeinschaft. Es sei zu einer Reformation des Kirchen-, Sakraments- und Amtsverständnisses und zu einer ökumenischen Öffnung gekommen. Seit 2003 hätten auch Frauen zu allen ordinierten Ämtern Zugang. In einigen lokalen und regionalen ACKs ist die Apostolische Gemeinschaft bereits Gastmitglied und seit 2013 hat sie Beobachterstatuts in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). „Wir dürfen uns heute als Teil der Christenheit verstehen ohne irgendeinen Hauch von Exklusivität“, zitierte Lieberth eine Botschaft der AG zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2005. Kirche und Sakramente hätten in der Apostolischen Gemeinschaft zu ihrer eigentlichen Bedeutung zurückgefunden, das Evangelium allen Menschen zu verkünden. Die AG trage sich durch freiwillige Gaben. Sie habe in Deutschland 64 Gemeinden mit rund 5.100 Mitgliedern. Weitere Informationen unter www.apostolisch.de.

Der Freikirchliche Bund der Gemeinde Gottes (FBGG) stammt ursprünglich aus den USA und hat weltweit etwa 800.000 Mitglieder. In Deutschland besteht die FBGG seit rund 120 Jahren. Sie wurde von der Heiligungsbewegung beeinflusst, die unter anderen auf den Gründer des Methodismus, John Wesley, zurückgeht. Die FBGG habe das zentrale Anliegen der evangelisch-reformatorischen Frömmigkeit, erklärte Pastor Hans-Ulrich Linke, geistlicher Leiter der FBGG. Nach ursprünglichem Enthusiasmus ohne konfessionelle Schranken habe man in der FBGG nach und nach zu festeren Strukturen gefunden. Die FBGG bestehe in Deutschland aus 28 selbstständige Gemeinden mit rund 2.200 Mitgliedern. Ein besonderer Schwerpunkt sei die soziale Arbeit, insbesondere unter Migranten, und das Kinderhilfswerk „Global Care“. Die ökumenische Öffnung habe sich erst in den letzten Jahrzehnten vollzogen. Mittlerweile sei der FBGG Mitglied in einigen örtlichen und regionalen ACKs sowie in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Weiteres im Internet unter www.fbgg.de.

Mit der Aufnahme der Apostolischen Gemeinschaft und des Freikirchliche Bund der Gemeinde Gottes gibt es jetzt in der ACK Deutschland neben den 17 Mitgliedskirchen sechs Gastmitglieder. Die anderen Gastkirchen sind das Apostelamt Jesu Christi, der Bund Freier evangelischer Gemeinden, der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Die Rolle der Kirchen im Ersten Weltkrieg
Schwerpunktthema der 45 Delegierten während der ACK-Mitgliederversammlung im Augustinerkloster in Erfurt war das Verhalten der Kirchen im Ersten Weltkrieg. Durch einen religiös überhöhten Nationalismus hätten die Kirchen vor einhundert Jahren das Kriegsgeschehen angeheizt und die Substanz des Christlichen preisgegeben. Das sagte Professor Martin Greschat, ehemaliger Ordinarius für Kirchengeschichte an der Universität Giessen, vor der Mitgliederversammlung.

Greschat beleuchtete die Rolle der Kirchen in den europäischen Ländern. Auch wenn es an kritischen Stimmen nicht gefehlt habe, sei das Christentum „nahezu überall instrumentalisiert und Gott für die Politik des eigenen Landes in Anspruch genommen“ worden. Angefangen bei den Exzessen deutscher Soldaten in Belgien und Nordfrankreich sowie den sich steigernden Brutalitäten und Massakern an den Fronten habe jeder Tag des Krieges belegt, „wie wenig das Leben eines Menschen zählte und wie wenig das Christentum und die Kirchen dagegengehalten haben“. An Beispielen machte Greschat deutlich, wie die Kirchen den Krieg ideologisch unterstützten und zahllose junge Männer mit Parolen wie, „Gott braucht dich!“, in den Krieg trieben. Dabei hätten die Nationen sich gegenseitig die Schuld zugewiesen und sich selbst im Recht gesehen. „Das Kriegsgeschehen wurde theologisch gedeutet, man wusste Gott auf seiner Seite“, umriss Greschat die damalige Stimmung.

„Der Erste Weltkrieg ist keine Geschichte, er ist lebendige Gegenwart“, betonte Pfarrer Guy Liagre, Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Er beschrieb, wie in Belgien und anderen europäischen Ländern die Schrecken des Ersten Weltkriegs in Erinnerung geblieben seien. An den grossen Denkmälern werde täglich der zahllosen Toten gedacht. Liagre stellte die vielen Initiativen vor, die in europäischen Ländern zum Gedenken des Ersten Weltkriegs geplant würden.

Die Delegierten der ACK verständigten sich darauf, an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren besonders zu erinnern. Sie riefen dazu auf, die ehemals kriegführenden Nationen „im Gedenken friedlich zusammenzuschliessen“ und dadurch den Frieden zu fördern. Insbesondere solle der Genozid an den Armeniern im Jahr 1915 besonders berücksichtigt und eine Stellungnahme der ACK dazu veröffentlicht werden.

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Antisemitismus macht vor Schweiz nicht Halt

Zürich/Schweiz | 22.04.2014 | APD | Menschenrechte

Der neue Antisemitismusbericht des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes SIG und der GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus beleuchtet antisemitische Tendenzen in Europa und in der Schweiz. Im dokumentarischen Teil werden die antisemitischen Vorfälle in der Deutschschweiz im Jahr 2013 dargestellt und analysiert.

Eine Häufung antisemitisch motivierter Übergriffe und das Erstarken extremistischer Bewegungen in grossen Teilen Europas hätten in den letzten Jahren viele Jüdinnen und Juden verunsichert, heisst es in der SIG-Medienmitteilung. In der Schweiz seien wenige antisemitische Vorfälle registriert worden und die rechtsextreme Szene stagniere. Diesem vermeintlichen Gegensatz widme sich der neue Antisemitismusbericht der GRA und SIG.

Schweiz keine Insel der Toleranz
Der Bericht zeige, dass die Schweiz keine Insel der Toleranz und der Friedfertigkeit sei, auch wenn körperliche Übergriffe selten seien. Professor Andreas Zick, Leiter des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, habe im Interview betont, dass sich die Schweiz nicht zu sehr in Sicherheit wiegen sollte: Antisemitische Einstellungen seien in der Schweiz gleich weit verbreitet wie beispielsweise in Deutschland. Zick komme zum Schluss, dass eine erfolgreiche Prävention gegen solche Einstellungen schon im Kindesalter ansetzen müsse, so der SIG.

In einem Überblicksartikel werden vier verschiedene Faktoren thematisiert, die den heutigen Antisemitismus in Europa prägen: Der Nahostkonflikt, die Wirtschaftskrise, muslimischer Antisemitismus sowie ein Antisemitismus, der sich als Entlastung von der judenfeindlichen europäischen Vergangenheit interpretieren lässt.

Im dokumentarischen Teil werden die antisemitischen Vorfälle in der Deutschschweiz im Jahr 2013 dargestellt und analysiert. Im letzten Jahr wurden 22 Vorfälle registriert, das sind drei weniger als 2012. Antisemitische Äusserungen und Inhalte im Internet wurden nicht gezählt. Beim grössten Teil der Vorfälle handelte es sich um Zuschriften per Post oder per E-mail. Körperliche Übergriffe wurden keine registriert.

Der vollständige Bericht ist unter www.swissjews.ch und www.gra.ch abrufbar.

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Symposium zur Religionsfreiheit im postsäkularen Staat

Lugano/Schweiz | 22.04.2014 | APD | Religionsfreiheit

Am 27. und 28. März trafen sich in Lugano Menschenrechtsexperten, Juristen, Philosophen und Theologen aus Italien, Deutschland, der Schweiz und den USA zu einem Symposium über die Religionsfreiheit im postsäkularen Staat. Die Veranstaltung wurde von der Theologischen Fakultät der Universität der italienischen Schweiz (USI) in Lugano und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz organisiert. Sie war für Studenten und die Öffentlichkeit zugänglich.

Am Symposium wurden die philosophischen, theologischen und juristischen Grundlagen der Religionsfreiheit reflektiert und über die rechtlichen Möglichkeiten diskutiert, um die Religionsfreiheit weiterhin als grundlegendes und unveräusserliches Menschenrecht im internationalen Recht zu positionieren.

In vier Tagungsabschnitten nahmen jeweils zwei Experten zum entsprechenden Thema Stellung und diskutierten anschliessend die Thematik mit den rund vierzig Zuhörern im Auditorium. Der erste Themenkreis war den historischen und philosophischen Hintergründen der Religionsfreiheit gewidmet. Dozenten: Professor Francesco D' Agostino, Philosophie und Recht, Universität La Sapienza, Rom, und Professor Adriano Roccucci, Zeitgeschichte, Universität Rom. Gesprächsleitung: Professor Adriano Fabris, Theologische Fakultät, Lugano.

Adriano Fabris zeigte die Komplexität der heutigen Situation auf, wo verschiedene Religionen auf gleichem Raum nebeneinander existierten, Wahrheitsansprüche oder fundamentalistische Vertreter gar Exklusivitätsansprüche stellten, und andererseits viele Zeitgenossen sich gegenüber Religion indifferent verhielten oder sich ihre Religion selbst zusammenstellten. Er forderte die Religionsgemeinschaften auf, ihre Mitglieder zu einer dialogischen Offenheit gegenüber anderen Religionsvertretern zu ermutigen. Wer Angst habe, ziehe sich zurück und erhebe Exklusivitätsansprüche. Religion basiere auf der Mensch-Gott-Beziehung, die sich nicht abkapsle, sondern offen bleibe.

Die zweite Sitzung thematisierte Gründe für religiöse Verfolgung und die rechtlichen, philosophischen und theologischen Möglichkeiten, um die Religionsfreiheit zu schützen oder zu fördern. Referenten waren Dr. Ganoune Diop, Direktor für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Silver Spring/USA, und Professor Antonio Fuccillo, Kirchenrecht, Universität Neapel/Italien. Die Aussprache wurde moderiert von Professor Luca Vespignani, Verfassungsrecht, Universität Modena und Reggio Emilia/Italien.

Es gäbe viele Gründe, die zu Einschränkungen der Religionsfreiheit führten, sagte Dr. Ganoune Diop. Manchmal seien es auch religiöse Gründe. Der Mensch dürfe nie zu einem Objekt reduziert werden. Das Konzept der Menschenwürde sei grundlegend für die Gewährung der Religionsfreiheit und wäre nicht nur ein religiöses, sondern ebenso ein säkulares Konzept. Die Verletzung der Menschenrechte hätten einen gemeinsamen Nenner: Die Verachtung der Würde des Menschen. Sie sei grundlegend für alle normativen Interaktionen zwischen den Menschen. Für ihn als Christ käme ein Element hinzu, so Diop: Das „im Bilde Gottes“ Geschaffensein des Menschen verleihe diesem eine innewohnende Würde, die jedem menschlichen Wesen eigen sei. Der heilige Gott verleihe dem Menschen dadurch eine „Heiligkeit“, die ihn unantastbar mache und die deshalb auch nicht verletzt werden dürfe.

Der dritte Themenbereich war dem Konflikt zwischen Religions- und Meinungsäusserungsfreiheit gewidmet. Dozenten waren Anna Gianfreda, Universität Piacenza/Italien, und Professor Luigi Foffani, Strafrecht, Universität Modena/Italien. Die Moderation der Aussprache übernahm Professor emer. Enrico Vitali, Kirchenrecht, Universität Mailand/Italien. Die Grenzen zwischen beiden Freiheiten veränderten sich, so Anna Gianfreda. Hinsichtlich der Blasphemiegesetze habe sie kritisch festgehalten, dass Gesetze zwar Menschen schützen könnten, meist aber nicht deren Gefühle.

Die vierte Sitzung bezog sich auf den Konflikt zwischen Religionsfreiheit und öffentlicher Ordnung, was Kultstätten, wie Kirchen, Kirchenglocken, Moscheen und Minarette, sowie religiöse Symbole, wie Kreuze in staatlichen Gebäuden oder religiöse Kleidung (Kopftuch), umfassen könnten. Dozenten waren Professor Roberto Mazzola, Kirchenrecht, Universität Piemont/Italien, und Dr. Claudius Luterbacher, Leiter der Kanzlei des Bistums St. Gallen. Die Aussprache wurde geleitet von Professor Libero Gerosa, Kanonisches Recht, Theologische Fakultät der Universität Lugano.

Die Schlussfolgerungen der zweitägigen Konferenz wurden von Professor Silvio Ferrari, Kanonisches Recht, Universität Mailand/Italien, und apl. Professor Stefan Mückl, Rechtswissenschaftliche Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Deutschland, gezogen.

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Neue Leitung der Deutschen Bibelgesellschaft ins Amt eingeführt

Stuttgart/Deutschland | 22.04.2014 | APD | Bibel

Mit einem Festgottesdienst am 11. April in der Stuttgarter Schlosskirche wurden Dr. Christoph Rösel als neuer Generalsekretär und Geschäftsführer sowie Reiner Hellwig als Kaufmännischer und Verlegerischer Leiter der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) in ihre Aufgaben eingeführt. Der DBG-Verwaltungsratsvorsitzende und frühere Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Dr. Johannes Friedrich, betonte, dass es bei den Aufgaben der Bibelgesellschaft nicht nur darum gehe, Menschen in ärmeren Ländern zu einer Bibel zu verhelfen, sondern auch in Deutschland das Interesse für die Heilige Schrift wieder neu zu wecken. Rösel unterstrich in seiner Predigt, dass die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten die Bibelgesellschaft vor ständig neue Herausforderungen stelle. Gottes Wort sei ein „tragfähiges Wort für unser Leben“, sodass immer wieder neue Wege gefunden werden müssten, um die Bibel zu den Menschen zu bringen.

Christoph Rösel (49) studierte von 1984 bis 1988 Evangelische Theologie am Theologischen Seminar Sankt Chrischona in Bettingen bei Basel. 1997 promovierte er an der Philipps-Universität Marburg im Fach Evangelische Theologie. 2004 schloss er erfolgreich den Studiengang Erwachsenenbildung an der Fernuniversität Kaiserslautern ab. 2011 habilitierte er sich für das Fach Altes Testament. Der neue Generalsekretär war zuletzt Professor für Altes Testament und Prorektor an der Evangelischen Hochschule Tabor, Marburg. Er bleibt weiter Privatdozent für Altes Testament an der Universität Marburg.

Reiner Hellwig (47) studierte von 1987 bis 1993 Jura an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Beruflich war der Jurist in den folgenden Jahren vor allem im Buchhandel und im Verlagswesen tätig. Zuletzt arbeitete er als Kaufmännischer Leiter und Prokurist des Thienemann-Verlags, Stuttgart.

Als „einmaligen Glücksfall“ für die Deutsche Bibelgesellschaft bezeichnete der Stuttgarter Prälat Ulrich Mack den Interimsgeschäftsführer der DBG, Reinhard Adler (69). Er habe durch seine Sachkenntnis es den verantwortlichen Gremien ermöglicht, in Ruhe die Weichen für die weitere Arbeit der Bibelgesellschaft zu stellen. Der von Mack in den Ruhestand verabschiedete Diplom-Ökonom arbeitete seit August 2012 als Geschäftsführer der DBG. Insgesamt war er mehr als 40 Jahre in Leitungsfunktionen tätig, davon 20 Jahre als Unternehmensberater sowie Geschäftsführer und Vorstand in verschiedenen diakonischen Einrichtungen.

Die Deutsche Bibelgesellschaft setzt sich als gemeinnützige kirchliche Stiftung dafür ein, jedem Menschen die Heilige Schrift zugänglich zu machen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die verlegerische Tätigkeit. Bei der DBG erscheinen die „Lutherbibel“ im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland und die „Gute Nachricht Bibel“. In Zusammenarbeit mit der Genfer Bibelgesellschaft entsteht die „Neue Genfer Übersetzung“, eine deutschsprachige Ausgabe, mit einer „natürlichen und zeitgemässen Sprache“. Mit der „Basisbibel“ bietet die DBG die erste Bibelübersetzung an, die den gewandelten Lesebedürfnissen des 21. Jahrhunderts gerecht wird: Zeitgemässes Deutsch mit klaren, prägnanten Sätzen, rhythmischer Sprache, zahlreichen Sacherklärungen und Hintergrundinformationen im Internet.

Zu den mehr als 500 Titeln des Verlages zählen ausserdem wissenschaftliche Ausgaben, Hörbibeln, elektronische Medien, fremdsprachige Ausgaben und Kinderbibeln. Die wissenschaftliche Erforschung der biblischen Grundtexte bildet einen weiteren Schwerpunkt der Tätigkeit. Ausserdem engagiert sich die Deutsche Bibelgesellschaft für die weltweite Verbreitung der Heiligen Schrift. Im Rahmen der „Spendenaktion Weltbibelhilfe“ sammelt sie für internationale Projekte der United Bibel Societies (UBS). Darüber hinaus koordiniert die DBG bibelmissionarische Aktivitäten im Netzwerk der regionalen Bibelgesellschaften in Deutschland.

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Afghanistan: Mit ADRA-Paketen den harten Winter überleben

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 22.04.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Wintermonate sind in Afghanistan mit Tagestemperaturen von bis zu -20° C sehr hart. Da viele Menschen in Lehmhütten, zerschlissenen Zelten oder Höhlen leben, ist das eine grosse Herausforderung für sie. Seit über zehn Jahren verteilt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland während der Wintermonate Hilfspakete, die vor allem Frauen, Kindern und älteren Menschen das Überleben sichern.

Zusammen mit der lokalen Organisation Rostahi Agency for Rehabilitation of Afghanistan (RARA) hilft ADRA Menschen in Kabul und dem Umland. Aus den vielen tausend Familien, die in der gleichen Lage sind, hat ADRA zusammen mit RARA und dem lokalen Amt für Flüchtlinge 2.200 besonders betroffene ausgewählt. Das Hilfspaket enthält vier traditionelle Decken, sechs Paar Schuhe, 40 Quadratmeter Zeltplanen und 70 Kilogramm Holzkohle zum Heizen.

Für die Herstellung der insgesamt 8.800 Decken engagierte ADRA 137 bedürftige Frauen – vor allem Witwen. Sie erhalten für ihre Arbeit einen Verdienst und können so ihre Familie in der Winterzeit versorgen. Ohne diese Einkommensquelle müssten sie und ihre Kinder betteln gehen.

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Landwirtschaftliche Beratung für äthiopisches Kinderdorf „El Shadai“

Wien/Österreich | 22.04.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Zu Beginn des Jahres hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich die Aufgabe übernommen, das Kinderdorf „El Shadai“ in Wukro/Äthiopien beim Ausbau seiner Farm zu beraten. Die Landwirtschaft soll helfen, das Waisenheim mit 160 Kindern und die dazugehörige Schule langfristig zu finanzieren.

Laut ADRA-Mitarbeiterin Corinna Wagner sei die gut gepflegte Farm anlässlich des ersten Besuchs besichtigt worden. „Ein Budget für 2014 wurde erstellt, und gemeinsam mit dem Personal die wichtigsten Prioritäten für die nächsten Monate festgelegt.“ So wäre zum Beispiel Wasser in der Region sehr rar, und die Bewässerung über Kanäle verbrauche durch Verdunstung sehr viel Wasser.

Der nächste Schritt sei, so Wagner, gemeinsam mit den Betreibern des Kinderdorfes zu ermitteln, ob und unter welchen Bedingungen eine Tröpfchenbewässerung eingerichtet werden könne. Es gelte die Farm so effizient und ertragreich auszubauen, dass sie das Waisenheim samt Schule unabhängig von Spenden finanzieren könne.

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ADRA hilft in Kamerun Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik

Zürich/Schweiz | 22.04.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Anfang Dezember 2013 eskalierte die Gewalt zwischen rivalisierenden Gruppen in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR). Marodierende Banden hätten Kinder entführt und von den Eltern Lösegeld erpresst, sodass diese gezwungen gewesen seien, ihr ganzes Vieh zu verkaufen, um ihre Kinder auslösen zu können, teilte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mit. Oft seien die bewaffneten Söldner wieder zurückgekehrt und hätten ganze Dörfer in Brand gesetzt. Bei der überstürzten Flucht der Bewohner hätten sich viele Familienmitglieder aus den Augen verloren und auch in den Flüchtlingstrecks nach Kamerun, das im Westen der Zentralafrikanischen Republik liegt, nicht mehr gefunden. Im Camp schliefen die teils traumatisierten Flüchtlinge am Boden, hätten wenig zu essen und würden nur noch das besitzen, was sie auf dem Leib trügen, so das Hilfswerk.

ADRA Schweiz unterstütze ZAR-Flüchtlinge gemeinsam mit dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und dem Roten Kreuz in zwei Lagern nahe der Grenze in Kamerun. Es würden solide Unterkünfte sowie Latrinen für die Flüchtlinge gebaut und zur Sicherheit in der Nacht Solarlampen verteilt. Zehn Abfallcontainer, die von den Flüchtlingen selbst geleert würden, dienten dazu, das Camp sauber zu halten.

Das Projekt, von dem 10.500 Personen profitieren sollten, wird von den ADRA Regional- und Länderbüros der USA, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Kamerun und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Kamerun finanziert.

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Die Schule besuchen, dank Trinkwasser im eigenen Dorf

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 22.04.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Ohne Wasser ist der Mensch nicht lebensfähig. Dennoch hätten 80 Millionen Männer, Frauen und Kinder keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, erinnerte Mirjam Greilich, Mitarbeiterin der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. In der Bundesrepublik liege dagegen der Wasserverbrauch pro Kopf täglich bei über 120 Litern. Dabei sei der Wasserbedarf für die Herstellung vieler Lebensmittel noch nicht mit eingerechnet. Zudem müssten wir kaum Zeit investieren, um an dieses Wasser zu gelangen – es komme direkt aus dem Wasserhahn.

In Europa hätten etwa 98 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser, in Afrika, südlich der Sahara, nur rund 60 Prozent, informierte Greilich. „Noch immer sterben täglich über 4.000 Kinder an den Folgen von verschmutztem Trinkwasser.“ Das müsste nicht sein.

Diesem Missstand möchte ADRA durch verschiedene Hilfsprojekte begegnen. Ziel sei, den Menschen in Entwicklungsländern einen langfristigen Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen, so Mirjam Greilich. Besonders in Somalia, wo nur jeder Dritte Zugang zu sauberem Trinkwasser habe, führe ADRA seit vielen Jahren Projekte im Bereich Wasserversorgung durch. Dabei gehe es neben Brunnenbau und Wasseraufbereitungsanlagen in Krisensituationen auch um die Verbesserung der sanitären Bedingungen und Schulungen im Hygienebereich. Ein dauerhafter und vor allem unmittelbarer Zugang zu Trinkwasser bedeute für die Gesellschaft auch, dass sie sich stärker um die Weiterentwicklung in anderen Bereichen kümmern könne. Kinder und Erwachsene müssten nicht mehr stundenlange Fussmärsche zu einer Wasserquelle in Kauf nehmen und könnten die Schule besuchen oder einer Arbeit nachgehen.

Gegenwärtig führe ADRA Deutschland mit Kooperationspartnern vier Projekte im Bereich der Trinkwasserversorgung durch. Auf den Philippinen versorge das Hilfswerk nach dem Taifun „Haiyan“ über 500 Haushalte in den kommenden Monaten täglich mit sauberem Trinkwasser. In den Regionen Bay und Gedo in Somalia arbeite es daran, der Bevölkerung einen dauerhaften Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen sowie ihre Sanitär- und Hygienebedingungen zu verbessern. Im indischen Manipur und Tripura errichte ADRA Wasserstellen und baue Latrinen. Ausserdem verbessere das Hilfswerk in Laos die Sanitäreinrichtungen und die Wasserversorgung von 1.300 Haushalten.

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Erste E-Books im Advent-Verlag erschienen

Lüneburg/Deutschland | 22.04.2014 | APD | Medien

Die ersten vier E-Books des Advent-Verlags, Lüneburg, sind gerade auf den Markt gekommen, sechs weitere werden zurzeit aufbereitet, andere sollen danach folgen. Laut Verlagsleiter Elí Diez-Prida sind ab sofort „glauben.einfach.“ (herausgegeben vom Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“), „Leben 2.0" und „Leben 3.0" (beide von Elí Diez-Prida) sowie „Wachsen in der Liebe“ (von Josef Butscher) in über 100 E-Book-Portalen und über den Online-Shop www.adventist-media.de erhältlich.

Jedes E-Book liege, so Diez-Prida, in den beiden führenden E-Book-Formaten EPUB und MOBI vor. EPUB ist das Format für alle E-Book-Reader ausser Kindle sowie für Smartphones und Tablet-PCs unter den Betriebssystemen von Apple, Android oder Windows. MOBI ist das Format für Amazon-Kindle-Geräte. Die Preise seien wie marktüblich etwas niedriger als die der jeweiligen Printausgabe.

Die Bücher im EPUB-Format wären zitierfähig, das heisse: Die Bücher des Advent-Verlags im EPUB-Format seien so konvertiert, dass man beispielsweise beim Lesen mit einem iPad wählen könne, ob man die iBooks-Seitenzahl gezeigt bekomme, die sich bekanntlich je nach Schriftgrösse ändere, oder aber die Seitenzahl der Printausgabe. Diese erscheine dann zusätzlich am Seitenrand an der Stelle, wo der Seitenumbruch im gedruckten Buch stattfinde. Dadurch stehe einem korrekten Zitieren nichts im Wege.

In Kürze würden folgende weitere Titel erscheinen: „Allmächtig? Ohnmächtig? Gerecht?“ (von Gerhard Padderatz), „Angstfrei glauben“ (von Johann Gerhardt), „Die Geschichte, die die Welt verändert(e)“ (von Ellen G. White), „Freu(n)de, Hoffnung, Malzkaffee“ (von Christian Noack), „Wenn die Götter auferstehen“ (von Oliver Glanz, herausgegeben von der „Stimme der Hoffnung“) sowie „Hoffnung, die uns trägt“ (von Rolf J. Pöhler).

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„Hope Channel Radio“ jetzt einfacher für iTunes-Benutzer zu empfangen

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt/Deutschland | 22.04.2014 | APD | Medien

Die deutschsprachigen Sendungen von „Hope Channel Radio“ sind nun für iTunes-Benutzer noch einfacher zu empfangen, teilte Chefredakteur Christian Vogel mit. iTunes bietet auf Mac- und Windows-Computern von Haus aus eine Liste an Internetradio-Sendern an. Nun ist auch „Hope Channel Radio“ unter der Kategorie „Religious“ vertreten. Das Internetradio müsse jedoch vorher in iTunes über Einstellungen > Allgemein > Internetradio aktiviert werden.

„Hope Channel Radio“ ist ebenso auf dem Smartphone über die radio.de-App verfügbar sowie über den Satelliten ASTRA oder über die Website des „Hope Channels“ (http://www.hopechannel.de). Die Sendungen werden im Medienzentrum der „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt produziert.

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