APD-INFORMATIONEN 7/2014 - JULI 2014

Evangelische Christen fordern mehr Transparenz bei Parteienfinanzierung

Zürich/Schweiz | 28.07.2014 | APD | Schweiz

Wiederholt sei die Schweiz wegen der weiterhin herrschenden Intransparenz bei der Finanzierung politischer Parteien kritisiert worden, letztmals vom Europarat Anfang Juli, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) in einer Medienmitteilung. Es handle sich bei der Parteienfinanzierung um viel Geld, von dem niemand etwas wissen dürfe. Die „StopArmut 2015“-Kampagne der SEA sei über das zögerliche Vorgehen von Parlament und Regierung enttäuscht. Sie fordere, dass bezüglich Parteispenden durch Firmen, mehr Transparenz geschaffen werde.

Der Entscheid des Ständerats im Juni und die erneute Kritik des Europarats anfangs Juli zeigten, dass der politische Wille noch immer fehle, Transparenz in die Parteienfinanzierung zu bringen und so den international praktizierten Standards zu genügen, so die SEA. In der Schweiz sei es damit weiterhin möglich, sich mit Geld politischen Einfluss zu „kaufen“, ohne dass die Quellen offen gelegt werden müssten. Dies sei besonders problematisch für ein Land, das mit Recht stolz auf seine basisdemokratischen Strukturen sei, sagte Peter Seeberger, Leiter der Kampagne „StopArmut 2015“. Es sei unbestritten, dass hohe Spenden an Parteien den politischen Prozess entscheidend beeinflussen können und daher transparent gemacht werden sollten.

Einmal mehr stelle sich die Politik schützend vor die Wirtschaft, könnte ihr damit aber einen Bärendienst erweisen, so Seeberger. „Es besteht ein reales Reputationsrisiko, denn die Schweiz wurde von der internationalen Gemeinschaft schon öfters wegen dieser Intransparenz gerügt.“

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Jean-Marie Lovey zum Bischof der Diözese Sitten ernannt

Freiburg/Schweiz | 28.07.2014 | APD | Schweiz

Die Schweizer Bischofskonferenz freue sich über die Ernennung von Mgr Jean-Marie Lovey zum neuen Bischof von Sitten, schreibt Bischof Markus Büchel, Präsident der Bischofskonferenz. Er danke Papst Franziskus für die Ernennung, gratuliere dem neuen Bischof von Herzen, wünsche ihm ein segensreiches Wirken im Dienst der Diözese sowie der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz und freue sich auf die künftige Zusammenarbeit im Geist der Erneuerung der Kirche, so Büchel.

Jean-Marie Lovey, bisher Propst der Chorherren vom Grossen Sankt Bernhard, sei ein erfahrener Seelsorger und spiritueller Wegbegleiter der Klostergemeinschaft sowie zahlreicher Gäste der Hospize auf dem Grossen Sankt-Bernhard und dem Simplon.

Dem scheidenden Bischof von Sitten, Norbert Brunner, danke die Schweizer Bischofskonferenz für sein engagiertes Wirken und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen.

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Erste Frau als Vize-Dekanin an Theologischem Seminar der Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 28.07.2014 | APD | International

Teresa Reeve, ausserordentliche Professorin für Neues Testament, wurde per 1. Juli am adventistischen Theologischen Seminar der Andrews Universität, Berrien Springs, Michigan/USA, als erste Frau zur stellvertretenden Dekanin des Seminars ernannt, wie Adventist Review (AR), Kirchenzeitschrift in Nordamerika, berichtete. Sie ersetzt Pastor R. Clifford Jones, der Präsident einer regionalen Kirchenleitung mit Sitz in Illinois/Michigan wird. Nach Angaben von Adventist Review ist die Andrews Universität das „Flaggschiff“ adventistischer Ausbildungsstätten für religiöse Leiter der Kirche.

„Dies ist eine historische Nominierung, weil zum ersten Mal eine Frau diese Position inne haben wird", schrieb Professor Jiří Moskala, Dekan des Seminars, in einem Brief an Dozenten und Studenten. Der Auswahlprozess sei in Konsultation mit der Nordamerikanischen Kirchenleitung sowie der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten gelaufen. Diese Ernennung bringe eine "einzigartige Vielfalt in unserer Führung", so Moskala. Zu Reeve schrieb er: "Ich danke Gott für Sie, und bin froh, dass ich eine Rolle in diesem historischen Moment spielen darf. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen."

Teresa Reeve räumte ein, dass eine Frau als Vizedekanin für einige Leute in der adventistischen Kirche „eine neue Idee" sei. Persönlich sehe sie ihre Ernennung aber nicht auf der Ebene der Geschlechterfrage. „Das Seminar glaubt, dass Gott den Menschen Gaben schenkt und dass er dies mit einer Absicht tut", sagte sie. „Es geht darum, Gottes Ruf und Begabung zu folgen."

Reeve beschreibt sich auf LinkedIn mit einem einfachen Satz: "Nur ein stille Dienerin des Königs des Universums, die sich freut, ihn bei seiner Wiederkunft begrüssen zu dürfen."

Teresa Reeve schloss ihr Studium mit dem Doktortitel über Christentum und Judentum in der Antike an der katholischen Privatuniversität Notre Dame, South Bend/Indiana, ab. Zuvor erhielt sie einen Bachelor-Abschluss am adventistischen Pacific Union College, Angwin/Kalifornien, und von der Andrews Universität einen Master-Abschluss in Entwicklungspsychologie sowie den Master of Divinity. Seit elf Jahren unterrichtete sie an der Andrews University. Gegenüber Adventist Review sagte Reeve, dass sie in ihrer neuen Rolle als Dekanin umfassenderes Lernen und Leiterschaft fördern werde. „Ich muss sicherstellen, dass wir die besten Führungskräfte für die Kirche ausbilden", so Reeve.

John Reeve, ihr Mann, ist ausserordentlicher Professor für Kirchengeschichte am Theologischen Seminar und arbeitet auch als Herausgeber der Andrews University Seminary Studies, einer Fachzeitschrift des Instituts.

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Tragischer Todesfall beendet Beratungen der Adventisten in Deutschland

Altena, Westfalen/Deutschland | 28.07.2014 | APD | International

Die Beratungen der Leitungsgremien der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (Nord- und Süddeutscher Verband), die vom 4. bis 6. Juli im Bergheim Mühlenrahmede (Altena/Westfalen) stattfinden sollten, wurden aufgrund eines tragischen Todesfalles vorzeitig beendet. Laut dem Online-Dienst der Zeitschrift „Adventisten heute“ verstarb Pastor Sascha Mroczek (44) völlig unerwartet während einer Informationsstunde am Samstagnachmittag.

Sascha Mroczek war zum stellvertretenden Vorsteher, Sekretär (Geschäftsführer) und Abteilungsleiter für Kommunikation der Freikirche in Baden-Württemberg am 28. April 2013 in Stuttgart gewählt worden. Der gelernte Industriemechaniker stammte aus Hattingen/Ruhr. Als Atheist lernte er Jesus Christus in einem Hausbibelkreis kennen. Er studierte am adventistischen Theologischen Seminar Schloss Bogenhofen in St. Peter/Hart (Oberösterreich), wirkte als Jugendabteilungsleiter der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich und war dann bis zu seiner Berufung nach Stuttgart Seelsorger in Bruck an der Mur (Steiermark).

Sascha Mroczek vertrat in Mühlenrahmede den Vorsteher der Freikirche in Baden-Württemberg, Pastor Erhard Biró. Eines der Anliegen, über die beide Leitungsausschüsse beraten wollten, war die Sonderdelegiertentagung der Adventisten in Baden-Württemberg, die eine Woche zuvor, am 29. Juni, in Heilbronn stattgefunden hatte. Zu einem Austausch kam es nicht mehr, weil Sascha Mroczek während einer Informationsstunde am Samstagnachmittag zusammenbrach. Die Bemühungen eines anwesenden Arztes und der herbeigerufenen Rettungskräfte blieben erfolglos.

Das für mehrere Stunden unterbrochene Programm wurde am späten Abend mit Liedern, Bibelworten und Gebeten fortgesetzt. Hier und bei der abschliessenden Gebetsgemeinschaft am Sonntagmorgen gedachten die Vertreter aus dem Nord- und Süddeutschen Verband besonders seiner Frau Sandra und der zwei Töchter (9 und 11 Jahre alt) im Gebet.

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75 Kirchenleiter protestieren gegen Korruption und Steuerflucht

Zürich/Schweiz | 28.07.2014 | APD | International

Ende Juni haben 75 Kirchenleiter aus dem ganzen ökumenischen Spektrum, die 170 Länder und eine Milliarde Christen vertreten, einen offenen Brief zuhanden der mächtigsten Staatschefs der Welt, der G20-Regierungen, geschrieben. Sie hätten ihn dem Finanzdepartment der Australischen Regierung übergeben, als sich die G20-Finanzminister im Vorfeld des geplanten Treffens im November 2014 zu Vorgesprächen in Canberra trafen. Darin forderten die Kirchenvertreter umgehendes Handeln gegen Korruption und Steuerflucht, wie die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) mitteilte. Australien hat in diesem Jahr den G20-Vorsitz und beeinflusst massgeblich, welche Themen beim Gipfeltreffen in Brisbane im kommenden November priorisiert werden.

Korruption raube Entwicklungsländern jedes Jahr 850 Milliarden US-Dollar (757 Milliarden Franken) durch illegale Finanzströme und 160 Milliarden US-Dollar (142 Milliarden Franken) gingen durch Steuerflucht verloren, heisst es im Brief. Jedes Land sei von der Problematik betroffen und auch die Kirchen sollten auf Praktiken verzichten, welche die Armen berauben würden, heisst es.

Der offene Brief wurde laut der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) am 26. Juni im Rahmen der Veranstaltung „Voices for Justice“ präsentiert, bei der sich rund 200 Vertreter der Armen mit 100 Mitgliedern des australischen Parlaments getroffen hätten.

Korruption schadet vor allem den Armen
„Das ist das erste Mal, dass Christen weltweit gemeinsam gegen Gier, undurchsichtige Geschäfte und Machtmissbrauch aufgestanden sind“, sagte Joel Edwards, Theologe, der den offenen Brief präsentierte. „Wir wissen, dass wir der Korruption überall begegnen, angefangen beim Fussball bis hin zu Entscheidungen in Vorstandsetagen. Wir wollen mehr Integrität im öffentlichen Leben. Das ergibt sowohl wirtschaftlich als auch moralisch Sinn. Wenn es uns nicht gelingt, diese Möglichkeit zu nutzen, lassen wir die Armen im Stich.“

„StopArmut 2015“ kämpft auf der schweizerischen als auch der internationalen Ebene im Rahmen der Kampagne EXPOSED für mehr Transparenz im Bereich von Steuerhinterziehung, Steuerflucht, intransparenten Finanztransaktionen und Korruption.

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100 Millionen US-Dollar-Spende ermöglicht Spitalausbau für 1,2 Milliarden

Loma Linda, Kalifornien/USA | 28.07.2014 | APD | International

Die Ausbaupläne von Vision 2020, der adventistischen Universitätsklinik „Loma Linda University Health“ (LLHU), in Loma Linda, Südkalifornien/USA, im Umfang von 1,2 Milliarden US-Dollar (1,08 Milliarden Franken), könnten aufgrund einer 100 Millionen US-Dollarspende von Dennis und Carol Troesh in Angriff genommen werden, wie Adventist News Network ANN am 15. Juli berichtete. Der Ausbau umfasse zwei neue Spitalbauten und weitere Einrichtungen.

Hinter dem Projekt „Vision 2020 steht der Traum einer gesünderen und ganzheitlicheren Welt“, sagte Richard Hart, Präsident von Loma Linda University Health bei der Lancierung des Projekts vor mehr als 2.000 Offiziellen von Universität und Spital sowie Gästen. Neben anderen Finanzierungsmöglichkeiten sollen 350 Millionen der Projektkosten von insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar durch weitere Grossspenden aufgebracht werden. Das Ehepaar Troesh ist Eigentümer von Robertson’s Ready Mix, einer der grössten Fertigbetonproduzenten im Westen der USA. Mit der Grossspende seien bereits 149 Millionen US-Dollar der Projektkosten aufgebracht, so ANN.

„Gott hat während vieler Jahre unsere Familie überaus gesegnet. Es ist für uns ein Vorrecht und eine Ehre dieser Kommune etwas zurück zu geben, die für uns während der meisten Zeit unseres Lebens unser Zuhause war“, sagte Carol Troesh.

Das Projekt 2020 umfasse den Bau eines Spitalturms für Kinder mit 100 Betten, der über eine glasverkleidete Brücke mit dem bestehenden Kinderspital verbunden und die Gesamtkapazität auf 359 Betten erhöhen werde. Zudem solle die Intensivstation der Neugeborenenabteilung ausgebaut werden, die bereits jetzt eine der grössten in den USA sei. Im Weiteren sei geplant, ein neues medizinisches Zentrum mit 276 Betten für Erwachsene zu erstellen, wovon 96 Betten für die Intensivpflege und 180 für die chirurgische Pflegeabteilung vorgesehen seien. Ausserdem soll für 60 Millionen US-Dollar ein Gesundheitsforschungszentrum gebaut werden an dem interdisziplinär zusammengearbeitet werden und von dem die Bevölkerung Südkaliforniens profitieren soll.

Laut ANN ist die adventistische „Loma Linda University Health“ für bahnbrechende Forschungen in pflanzenbasierter Ernährung und für medizinische Fortschritte in Kardiologie bekannt.

Das 1905 in Loma Linda, rund 50 Kilometer östlich von Los Angeles gelegene und von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründete Sanatorium mit Krankenpflegeschule, wurde 1913 zum Krankenhaus mit angeschlossenem College ausgebaut. An der Loma Linda University dozieren heute 1.484 Professoren und Dozenten. Mehr als 4.000 Studenten aus über 80 Ländern haben einen der 107 angebotenen Lehrgänge mit Universitätsabschluss oder Diplomstudiengänge in Human- und Zahnmedizin, Pharmazie, Gesundheitswissenschaften, Krankenpflege, Psychologie, Sozialwesen, Naturwissenschaften und Theologie belegt.

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Justitia et Pax fordert mutigen Wandel in Israel und Palästina

Freiburg/Schweiz | 28.07.2014 | APD | International

Die Kommission Justitia et Pax der römisch-katholischen Kirche im Heiligen Land ruft eindringlich zu einem radikalen Wandel in Israel und Palästina auf und drückt ihr „aufrichtiges Beileid aus für alle Israelis und Palästinenser“, die trauern. Die Schweizerische Nationalkommission von Justitia et Pax unterstütze diesen Appell aus dem Nahen Osten, heisst es in einer Medienmitteilung der Schweizer Bischofskonferenz. Justitia et Pax in der Schweiz ist eine Laienorganisation der römisch-katholischen Kirche, die in Zusammenarbeit mit kirchlichen und weltlichen Institutionen beauftragt ist die Gerechtigkeit und den Frieden Schweiz- und weltweit zu fördern.

„Israel und Palästina versinken in Trauer“ heisst es im Appell aus den Nahen Osten. Einige der Opfer der jüngsten Gewaltausbrüche würden durch detaillierte Medienberichte in der Vorstellung der Medienkonsumenten „lebendig“, andere blieben, wegen selektiver Berichterstattung, die auch Teil der Gewaltspirale sei, „gesichtslose statistische Zahlen“.

Eine Sprache, die Gewalt begünstigt
„Unsere Hoffnung, den Kreislauf der Gewalt zu durchkreuzen, ist zerbrochen durch das unverantwortliche Reden von kollektiver Bestrafung und Rache, die Gewalt hervorruft und das Wachsen jeder Alternative erstickt“, so der Aufruf von Justitia et Pax. Politisch Verantwortliche wollten nicht den Weg des Dialogs gehen, sondern würden mit ihren Worten und Taten den Konflikt weiter schüren. Die exklusiven Rechte einer Bevölkerungsgruppe und der Besatzer habe verheerende Folgen: neu gebaute Siedlungen, beschlagnahmtes Land, getrennte Familien, Verhaftete und Ermordete. Unterdrückung von „Freiheit und Würde“ der Menschen bringe aber nicht den gewünschten Erfolg.

Auch in den palästinensischen Gebieten werde an der Gewaltspirale gedreht. Die Forderungen nach Vergeltung und Gewaltanwendung jener, deren „Hoffnung auf eine gerechte Lösung des Konflikts auf dem Verhandlungsweg“ frustriert worden sei, heize die Situation an. „Gewalt als Antwort auf Gewalt fördert nur mehr Gewalt“, schreibt die Kommission im Appell.

Durchbrechen der Gewaltspirale
Papst Franziskus habe am 8. Juni 2014 im Vatikan für Frieden in Israel und Palästina gebetet: „Um Frieden zu schaffen, braucht es viel mehr Mut, als um Krieg zu führen. Es braucht Mut, um Ja zu sagen zur Begegnung und Nein zum Konflikt; Ja zum Dialog und Nein zur Gewalt; Ja zur Verhandlung und Nein zu Feindseligkeiten; Ja zum Einhalten der Vereinbarungen und Nein zu Provokationen.“

Die Entführung und kaltblütige Ermordung der drei israelischen Jugendlichen und der brutale Rachemord an dem palästinensischen Jungen sei das Resultat von Ungerechtigkeit und Hass, so Justitia et Pax. Der Tod dieser Menschen sei in keinem Fall gerechtfertigt. „Wir trauern mit denjenigen, die den Verlust dieser jungen Menschen beweinen.“ Die Instrumentalisierung des Todes der drei Israelis, um eine kollektive Bestrafung der Palästinenser durchzuführen und ihr legitimes Recht auf Freiheit abzusprechen, sei eine tragische Ausnutzung einer Tragödie, die neue Gewalt und Hass hervorrufe, so die Kommission.

„Die gegenwärtige Situation in Gaza ist Ausdruck der Endlosspirale der Gewalt ohne jegliche alternative Zukunftsperspektive.“ Das Durchbrechen dieser Gewaltspirale liege in der Verantwortung von allen, Unterdrückern und Unterdrückten, Opfern und Tätern. Damit sie dieses Ziel anstreben könnten, müssten sich Menschen als Geschwister sehen und nicht als Gegner.

Führungspersönlichkeiten: Heiler, Stifter von Frieden und Gerechtigkeit
„Wir benötigen einen radikalen Wandel“, heisst es im Appell weiter. Israelis und Palästinenser müssten gegenseitig negative Einstellungen, Misstrauen und Hass ablegen. Jugendliche müssten in einem Geist erzogen werden, „der die existierenden Unterdrückungs- und Diskriminierungsmentalitäten“ aufbreche. Politische Führungen, die von der Gewaltspirale lebten, gehörten abgeschafft. Neue Führungspersönlichkeiten müssten sich entschlossen für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen und sich bewusst sein, „dass hier drei Religionsgemeinschaften leben, Judentum, Christentum und Islam“ sowie zwei Völker: Palästinenser und Israelis.

Es brauche weitsichtige und mutige Führungspersönlichkeiten, die sowohl bereit seien schwierige Entscheidungen zu treffen als auch nötigenfalls ihre eigene politische Karriere für einen gerechten und dauerhaften Frieden zu opfern. Es brauche Heiler, Stifter von Frieden und Gerechtigkeit sowie „Visionäre für Alternativen zur Gewaltspirale“.

Rolle der religiösen Führer
Religiöse Verantwortungsträger sollten in einer prophetischen Sprache Alternativen jenseits der Spirale von Hass und Gewalt aufzeigen, fordert der Appell. Diese Sprache weigere sich, Kinder Gottes als Feinde zu bezeichnen. Sie ermögliche es, dass sich Menschen als Brüder und Schwestern verstehen würden. Beim Friedensgebet habe Papst Franziskus darum gebetet die Spirale des Hasses und der Gewalt mit einem einzigen Wort zu durchbrechen: „Bruder“. Damit dies möglich werde, müssten alle den Blick zum Himmel erheben und sich als Söhne eines einzigen Vaters erkennen.

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GEKE gratuliert Jean-Claude Juncker zur Wahl als EU-Kommissionpräsident

Brüssel/Belgien | 28.07.2014 | APD | International

Der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Bischof Dr. Michael Bünker, hat in einem Brief Jean-Claude Juncker zur Wahl zum Präsidenten der Europäischen Kommission gratuliert, teilte die GEKE mit. Der Christdemokrat und frühere Regierungschef von Luxemburg wurde am 15. Juli vom Europaparlament mit 422 gegen 250 Stimmen zum Kommissionspräsidenten gewählt. Laut Medienberichten habe der jetzige Amtsinhaber aus Portugal, José Manuel Barroso, dessen Amtszeit am 31. Oktober endet, Juncker per Twitter gratuliert.

In seinem Brief habe der GEKE-Generalsekretär unterstrichen, dass der europäische Einigungs- und Friedensprozess ein „Segen und Geschenk für Europa und darüber hinaus ist“.

Mit Blick auf den Ausgang der jüngsten Wahlen zum Europäischen Parlament habe Bünker aber auch hervorgehoben, dass „die Europäische Kommission mit ihrem Initiativrecht eine Politik verfolgen (sollte), welche die gemeinsamen europäischen Herausforderungen konzentriert und nachvollziehbar angeht“. Konkret sei im Brief die hohe Arbeitslosigkeit genannt, insbesondere die dramatische Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern Europas, Klima-, Umwelt- und Energiefragen sowie die Flüchtlingspolitik. Verlorenes Vertrauen könne so zurückgewonnen werden.

Schliesslich habe Generalsekretär Bünker versichert, dass die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa dem neuen Kommissionspräsidenten als konstruktiver Gesprächspartner gemeinsam mit anderen europäischen ökumenischen Organisationen zur Verfügung stehe, um den Dialog im Rahmen von Art. 17 (AEUV) des Lissaboner Vertrages fortzusetzen und zu vertiefen.

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Italien: Mehr Steuerpflichtige zahlen Mandatssteuer an Adventisten

Rom/Italien | 28.07.2014 | APD | International

Die Zahl der Steuerpflichtigen in Italien, welche die Mandatssteuer „otto per mille“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zukommen lasse, habe sich auf 34.793 Personen erhöht, teilte der Newsdienst „Notizie Avventiste“ der Kommunikationsabteilung der Kirche mit. Der Gesamtbetrag 2013 von 2.273.891 Euro, der für die soziale Tätigkeit der italienischen Adventisten entgegengenommen werden konnte, sei gegenüber dem Vorjahr aber leicht gesunken. 46 Prozent des Betrags sei für soziale, 21 Prozent für kulturelle, 20 Prozent für humanitäre und 13 Prozent für Beistandsprojekte aufgewendet worden.

In einer Zeit der wirtschaftlichen Krise machten ihn diese Zahlen stolz, sagte Pastor Franco Evangelisti, Direktor des Sozialdienstes der Adventisten, Opera Sociale Avventista (OSA). Sie zeigten, dass zusätzliche Steuerzahler seine Kirche als Empfängerin der Mandatssteuer gewählt hätten. Die Adventisten in Italien sind mit 9.400 erwachsen getauften Mitgliedern eine kleine Kirche. Die Zahl der Steuerzahler, welche die „otto per mille“ den Adventisten zukommen lasse, übersteige die Mitgliederzahl um ein Mehrfaches, so Evangelisti. Das motiviere für zielgerichtetes Handeln. Der Sozialdienst seiner Kirche wolle sich in Zukunft vermehrt um Kinder und Jugendliche kümmern sowie weiterhin Familien in Not, in Italien oder im Ausland beistehen.

Weil nach adventistischer Auffassung der Staat nicht die religiösen Aktivitäten der Kirchen finanzieren solle, werde die Mandatssteuer ausschliesslich für soziale und humanitäre Projekte verwendet, heisst es auf der Website „otto per mille“ der Adventisten in Italien. www.ottopermilleavventisti.it

Die Beträge der Mandatssteuer würden für Gesundheitsprojekte, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem nationalen Krebsinstitut in Mailand verwendet, für Seniorenbetreuung, für die Begleitung von Angehörigen kranker Menschen, für Lebensmittelhilfe an Bedürftige sowie für Bildungs-, Gesundheits- und Ernährungsprojekte in Namibia.

Italienische Steuerzahler können bestimmen, welche staatlich anerkannte religiöse Organisation oder welches staatliche Sozialprogramm die obligatorischen 0.8 Prozent ihrer jährlichen Einkommenssteuer erhalten soll. Dieses Geld kann von den Organisationen für religiöse, wohltätige, soziale und karitative Zwecke verwendet werden.

Rund 80 Prozent der „otto per mille“-Steuereinnahmen, rund 1,1 Milliarden Euro pro Jahr, gehen an die römisch-katholische Kirche und zehn Prozent an die Sozialprogramme des Italienischen Staats. Die restlichen Mandatssteuereinnahmen verteilen sich auf die Waldenser- und Methodistenkirche, Jüdische Kultusgemeinde, Adventisten, Pfingstgemeinden, Lutheraner, Baptisten, Heilige Orthodoxe Erzdiözese von Italien und Exarchat Südeuropa, Apostolische Kirche in Italien, Buddhisten und Hindus.

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Mobiler Bio-Bauernmarkt für “Nahrungsmittelwüsten”

Silver Spring, Maryland/USA | 28.07.2014 | APD | International

Anfang Juni hat die Studentengärtnerei der adventistischen Andrews Universität, Berrien Springs, Michigan/USA, mit einem Van und einem Marktstand, einen mobilen Bio-Bauernmarkt im 15 Kilometer entfernten Benton Harbor eröffnet und mit dem Verkauf von frischen Gartenprodukten begonnen, teilte die Kommunikationsabteilung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika mit.

Der mobile Bauernmarkt wird von der Studentengärtnerei und durch ein Darlehen des Staates Michigan als Teil der „Be Healthy“ (Bleibe gesund) Kampagne getragen. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsdepartment des Landkreises, dem Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM) und einiger umliegender Städte sei der Bauernmarkt auf Rädern bemüht, an strategisch ausgesuchten Orten des Landkreises per Kleinlaster gesunde Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Es würden Lebensmittelkarten, Bargeld und Kreditkarten als Zahlungsmittel angenommen.

"Der Landkreis Berrien hat sieben Standorte innerhalb seiner Grenzen lokalisiert, die eine hohe Konzentration an Familien mit geringem Einkommen aufweisen und welche nur begrenzten Zugang zu Obst und Gemüse haben", erklärte Stephen Erich, Koordinator des mobilen Bauernmarkts. „Diese Gegenden werden als ‚Nahrungsmittelwüsten’ bezeichnet."

„Alles, was wir tun, soll aus dem Landkreis Berrien eine gesündere Gegend machen", sagte Erich. „Es geht uns nicht nur um die Versorgung von dort lebenden Familien mit materiellen Dingen; wir helfen ihnen auch anderweitig. Es geht darum, Gemeinschaft aufzubauen und unsere Nachbarn zu begleiten.“

Ein Praktikant aus der Umgebung begleitet den Kleinlaster an die Verkaufsplätze, um das Konzept sowie die unternehmerischen Fähigkeiten zu erlernen, damit ähnliche Programme in der eigenen Nachbarschaft gestartet werden können. Während der Sommerzeit arbeiten 20 Studenten beim Pflanzen, der Pflege, Ernte und Auslieferung mit.

„Die Bereitstellung gesunder Bio-Lebensmittel für die Nachbarschaft zu einem erschwinglichen Preis, gibt mir ein gutes Gefühl bei dem, was ich tue", sagte Arthur Mulyono, Geschäftsleiter der Studentengärtnerei. „Ich gebe damit meiner Nachbarschaft etwas zurück und kann anderen helfen. Darum geht es überhaupt beim Christsein."

Obwohl es sich beim Programm in diesem Sommer um ein Pilotprojekt handle, soll es bei positivem Ausgang in Zukunft wiederholt werden, heisst es im Bericht.

Weitere Infos zur Studentengärtnerei unter: www.augardens.com

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Vertreter der Weltweiten Evangelischen Allianz bei Papst Franziskus

Bonn/Deutschland | 28.07.2014 | APD | Ökumene

Der Papst hat drei charismatische und drei evangelikale Leiter zu einem privaten Gespräch eingeladen, darunter die Vertreter der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Geoff Tunnicliffe, Generalsekretär, Brian Stiller, Globaler Botschafter sowie Thomas Schirrmacher, Vorsitzender der Theologischen Kommission, heisst es in einer Presseinformation der Bonner Querschnitte (BQ).

Über das Gespräch sei zunächst weitgehend Stillschweigen vereinbart worden. Zusammenfassend wurde mitgeteilt, dass der Papst über die in Kürze anstehende Kurienreform und weitreichende Pläne berichtet habe, die das ökumenische Verhältnis zu anderen Kirchen betreffen würden. Am Rande des Gespräches habe der Papst mit Schirrmacher auch eine stärkere Zusammenarbeit in Fragen der Christenverfolgung und des Einsatzes für Religionsfreiheit vereinbart, eine „Ökumene des Blutes“, wie Franziskus es genannt habe. Dabei hätten sie auch über kritische Situationen gesprochen, in denen römisch-katholische und evangelikale Kirchen angesichts von Diskriminierung und Verfolgung mehr gegen- als miteinander arbeiteten. Laut BQ wollten dies beide Seiten ändern.

In einem kurzen Interview gegenüber dem Christlichen Medienmagazin pro schilderte Thomas Schirrmacher seine Eindrücke von der Begegnung.

pro: Herr Schirrmacher, welchen Eindruck hatten Sie vom Papst?

Thomas Schirrmacher: Wenn man bedenkt, dass er gerade die Mafia exkommuniziert hat und die grosse Kurienreform kurz bevorsteht, die noch tiefer als die bisherigen Änderungen in die Struktur des Vatikan und der Katholischen Kirche eingreifen und auf viel Widerstand stossen wird, wirkte der Papst sehr aufgeräumt und entspannt. Er nahm sich deutlich mehr Zeit als angesetzt, um uns seine Pläne zu erläutern und sich unsere Fragen anzuhören.

Privat beim Papst, geht das? War denn kein Arbeitszweig des Vatikan involviert?

Ich hatte vorher mit Kurt Kardinal Koch, dem Vorsitzenden des Päpstlichen Rates für die Einheit der Kirchen, ein Informationsgespräch. Danach hat einer der Teilnehmer den Kardinal informiert. Aber wir waren bewusst als Freunde eingeladen, denen der Papst vertraute, das meiste für sich zu behalten und umgekehrt ihm reinen Wein in Bezug auf einige ökumenische Probleme einzuschenken. Deswegen war keine Institution des Vatikan involviert. Der Termin wurde direkt telefonisch mit dem Papst vereinbart. Da es mein dritter Besuch bei ihm war, war die Situation entspannt.

Was war für Sie das entscheidende Ergebnis?

Wie gesagt, das meiste ist vertraulich. Die etwas merkwürdige Teilnehmerliste wird sicher in den nächsten Tagen öffentlich, ob es zu einer Presseinformation kommen wird, ist noch offen. Auch wenn wir nicht in offizieller Mission da waren, haben der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Geoff Tunnicliffe, der Globale Botschafter der WEA, Brian Stiller, und ich vor allem die Christenverfolgung thematisiert. Dies ist ein Thema, das den Papst tief aufwühlt, und zwar nicht nur, wenn es Katholiken betrifft. Er hat uns für die Zukunft eine viel engere Zusammenarbeit zugesagt. Einige der diskutierten oder schon geplanten gemeinsamen Aktionen werden sicher in Kürze bekanntgegeben werden.

Privater Plausch vor Theologie, der neue Weg der Ökumene?

Der Papst hat uns sehr viel über seine theologische Sichtweise anvertraut, ganz auf einer Linie mit dem ausgezeichneten Apostolischen Schreiben vom November 2013 „Evangelii Gaudium“, das bis auf das Schlusskapitel über Maria eine schon fast evangelikal zu nennende Bibelarbeit über Evangelium und Evangelisation enthält. Wir waren ebenso theologisch gut vorbereitet und hatten mit Thomas K. Johnson und Titus Vogt zwei Experten der Theologischen Kommission der WEA in Rom mit dabei. Die Zeiten, in denen Dialog und Ökumene nur funktionieren, indem man nicht offen mit theologischen Wahrheitsfragen umgeht, sind meines Erachtens ebenso vorbei wie ein notwendiger Dialog mit anderen Religionen, der meint, vorab den eigenen Glauben in Frage stellen zu müssen.

Vielen Dank für das Gespräch! (pro)

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Olav Fyske Tveit als Generalsekretär des Weltkirchenrates bestätigt

Genf/Schweiz | 28.07.2014 | APD | Ökumene

Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) hat in einer geschlossenen Sitzung am 3. Juli in Genf den Generalsekretär des Rates, den norwegischen Pastor Olav Fyske Tveit, für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren wiedergewählt, wie CBS KULTUR INFO berichtete.

Der lutherische Theologe und Pastor (54) wurde im August 2009 erstmals zum Generalsekretär des Weltkirchenrates gewählt und trat sein Amt im Januar 2010 an. Zuvor war er Generalsekretär des Rates der Norwegischen Kirche für ökumenische und internationale Beziehungen (2002 -2009).

Das höchste Leitungsgremium des Ökumenischen Rates der Kirchen tagt noch bis zum 9. Juli in Genf. Bei der Eröffnungssitzung am 3. Juli wurden die Teilnehmenden von François Longchamp, dem Regierungsratspräsidenten von Genf, Pastor Dr. Gottfried Locher, dem Präsidenten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und Pastor Emmanuel Fuchs, dem Präsidenten der Reformierten Kirche von Genf, willkommen geheissen.

Der Zentralausschuss, dem 150 Mitglieder aus allen Regionen der Welt angehören, ist verantwortlich für die Durchführung der von der 10. Vollversammlung festgelegten Arbeitsschwerpunkte und für die Prüfung und Überwachung der ÖRK-Programme und des Budgets des ÖRK. Die 10. Vollversammlung fand im Oktober und November 2013 in Busan, Republik Korea, statt.

Ende 2013 hatte der Weltkirchenrat 345 Mitgliedskirchen. Diesen Kirchen gehören insgesamt über 500 Millionen Gläubige an. Die Mitgliedskirchen kommen heute aus über 110 Ländern auf allen Kontinenten und schliessen orthodoxe, anglikanische, protestantische, vereinigte und andere Kirchen ein. Die Mehrzahl der Mitgliedskirchen stammt aus dem Süden der Welt.

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50-jähriges US-Gesetz hat Adventisten arbeitsfreien Samstag ermöglicht

Westlake Village, Kalifornien/USA | 28.07.2014 | APD | Religion + Staat

Das Bürgerrechtsgesetz (Civil Rights Act), welches der amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson 1964 unterzeichnet hat, „ist ein rechtlicher Eckstein, weil es Diskriminierung aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder nationaler Herkunft gesetzlich verboten hat“. Dies schrieb Alan J. Reinach, Direktor des adventistischen Rats für Kirche und Staat (Church State Council) in einem Kommentar der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ zum 50-jährigen Bestehen des Civil Rights Acts von 1964.

Die Siebenten-Tags-Adventisten feiern den biblischen Ruhetag, den Samstag (Sabbat). Adventistischen Kirchenmitgliedern in den USA, die deswegen am Arbeitsplatz Probleme hätten, habe der Civil Rights Act nach Angaben von Reinach die dringend benötige Rekursmöglichkeit geboten. Artikel VII schütze Arbeitnehmer vor Diskriminierung aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder nationaler Herkunft.

„Man kann die Bedeutung von Artikel VII kaum hoch genug einschätzen", sagte Todd McFarland, stellvertretender Leiter der Rechtsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung. Als Anwalt unterstützt er Kirchenmitglieder, die wegen dem Ruhetag rechtliche Probleme mit dem Arbeitgeber haben. „Jeder Adventist, der sich im letzten halben Jahrhundert nicht zwischen Arbeitsstelle und Glauben entscheiden musste, verdankt es diesem Gesetz“, so McFarland. „Obwohl das Gesetz nicht perfekt ist und es verbessert werden muss, bleibt es der Eckstein der Religionsfreiheit für die Adventisten in den Vereinigten Staaten."

Laut Alan Reinach hätten sich die bürgerlichen und religiösen Rechte, welche die Amerikaner oft als gegeben voraussetzten, nicht von selbst entwickelt. Der Verabschiedung des U.S. Civil Rights Acts sei eine hartumkämpftes Ringen vorausgegangen. Ganz normale Bürger seien überzeugt gewesen, dass sie Veränderungen bewirken könnten. „Sie bezogen Position, demonstrierten, liessen sich nicht abbringen und gewannen letztendlich“, so Alain Reinach.

Vor der Verabschiedung des Cilvil Rights Acts sei einer Siebenten-Tags-Adventistin, von einer Baumwollspinnerei in South Carolina gekündigt worden, weil sie aus religiösen Gründen am Samstag nicht arbeiten wollte. Darauf sei ihr die Auszahlung des Arbeitslosengeldes verweigert worden. Damals habe sie die Firma noch nicht verklagen können, weil religiöse Diskriminierung nicht verboten gewesen sei. Adele Sherbert habe jedoch die Regierung verklagt und argumentiert, dass ihr diese das Arbeitslosengeld nicht aufgrund des Sabbathaltens verweigern dürfe, - und habe gewonnen. Das sei ein erstaunlicher und seltener Sieg für die Religionsfreiheit gewesen, so Reinach.

Nach seinen Angaben profitierten jährlich hunderte von Siebenten-Tags-Adventisten in den USA vom Civil Rights Act. Auch wenn es immer wieder Fälle von Diskriminierung aus religiösen Gründen gäbe, so stehe heute der Rechtsweg offen.

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Europäischen Bischofskonferenzen empört über Kreuzigungen durch IS

St. Gallen/Schweiz | 28.07.2014 | APD | Menschenrechte

Nachdem die Präsidentschaft des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) über die Kreuzigungen von Menschen im Zentrum von Deir Hafer/Syrien informiert worden war, welche der Ausrufung eines islamischen Kalifats in den syrischen und irakischen Gebieten unter der Kontrolle der IS (Islamischer Staat) vorangingen, verurteilte sie diese Taten aufs Äusserste und brachte ihre Empörung darüber zum Ausdruck, heisst es in einer CCEE-Medienmitteilung. Handlungen, welche die Religion benutzten, um Verurteilungen im Schnellverfahren zu rechtfertigen, richteten sich gegen jeden Versuch, das bereits durch Jahre des Bürgerkriegs angeschlagenen Landes zu befrieden.

Die Erklärung wurde herausgegeben von Cardinal Péter Erdő, Erzbischof von Esztergom-Budapest, CCEE-Präsident und von Cardinal Angelo Bagnasco, Erzbischof von Genua, CCEE-Vizepräsident.

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Französisches Vermummungsverbot verletzt die Grundrechte nicht

Strassburg/Frankreich | 28.07.2014 | APD | Menschenrechte

Das in Frankreich im April 2011 erlassene Gesetz, welches jede Art des Vermummens - und nicht nur die Burka oder den Niqab - in der Öffentlichkeit verboten hat, verletze die Grundrechte nicht, urteilte am 1. Juli eine Mehrheit der beteiligten 17 Richter am Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg/Frankreich. Es sei ein „legitimes Ziel“ des Staates, mit solchen Einschränkungen die Bedingungen des „Zusammenlebens“ zu wahren. Da es sich um ein Urteil der Grossen Kammer des Gerichtshofs handelt, kann es nicht weitergezogen werden.

Geklagt hatte laut EGMR-Medienmitteilung eine praktizierende Muslima in Frankreich, die sich beklagte, dass sie in der Öffentlichkeit nach Inkrafttreten des Gesetzes keine Ganzkörperschleier, eine Burka, mehr tragen dürfe. Die Bussgelder für Verschleierung in der Öffentlichkeit sind auf 150 Euro angesetzt. Zudem können Verschleierte zu einem Kurs in Staatskunde verpflichtet werden.

Als „falsche Weichenstellung“ kritisierte der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) den EGMR-Entscheid aus Strassburg. Damit grenzten die höchsten Richter Europas die Muslime aus, anstatt zu deren Integration beizutragen. Das Urteil sei eine „Konsequenz der europaweit vorrückenden Islamophobie“.

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Christenvertreibung aus Mossul nicht hinnehmen

Bonn/Deutschland | 28.07.2014 | APD | Religionsfreiheit

„Es ist ein Tag der Trauer und des Entsetzens“, so der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), zur Vertreibung der Christen aus der nordirakischen Stadt Mossul. Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS), welche in den vergangenen Monaten Teile des Irak und Syriens unter ihre Kontrolle bringen konnte, habe die Christen in Mossul und andernorts vor die Alternative gestellt, auszuwandern oder Schutzgelder zu bezahlen, um nicht getötet zu werden. Christen hätten im Irak seit vielen Jahrhunderten friedlich mit ihren Nachbarn gelebt, betonte Schick. Doch bereits seit der von den USA angeführten Irak-Invasion (2003) und besonders seit den Kämpfen zwischen Sunniten und Schiiten ab 2006 habe es für die meisten Christen keinen anderen Ausweg gegeben, als ihre Heimat zu verlassen. Durch islamistische Fanatiker, die einen „Gottesstaat“ nach eigener Vorstellung errichten wollen, seien jetzt wohl alle Christen aus Mossul vertrieben worden. „In anderen Städten ist Gleiches zu befürchten.“

Die Vertreibung der Christen und anderer friedliebender und toleranter religiöser Minderheiten, auch aus dem Islam, seien ein „Anschlag auf die Grundlagen der Zivilisation, Menschenwürde und Menschenrechte“. Falsch und gefährlich wäre es, die Muslime als Religionsgruppe für solche Untaten zu verurteilen. Gleichwohl müssten sich die Eliten des Islam der Frage stellen, warum in vielen muslimisch geprägten Regionen solche Aggression und Gewalt herrschten. Hier nur auf politische Auseinandersetzungen, wirtschaftliche Interessen und eine koloniale Geschichte zu verweisen, greife zu kurz. Sie müssten auch fragen, wo die kulturell-religiösen Gründe für solche Fehlentwicklungen lägen. Die islamischen Führungspersönlichkeiten sollten sich weltweit zusammen tun und solche Untaten an Christen verurteilen, forderte der Erzbischof.

Laut Ludwig Schick dürfe auch die politische Weltgemeinschaft die Auslöschung der Christen in Mossul und anderen Teilen des Irak nicht hinnehmen. Er rief zugleich die Christen weltweit zum Gebet „für ihre Glaubensgeschwister in der Bedrängnis“ auf. Humanitäre Hilfe müsse für die zur Flucht Gezwungenen selbstverständlich sein. Gemeinsam mit allen anderen Wohlmeinenden müssten die Christen weltweit darüber hinaus aktiv auf den Tag der Rückkehr der Vertriebenen und die erneute Präsenz der Christen in Mossul mit allen Mitteln hinarbeiten.

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Russland: Examen am Samstag – Probleme für Sabbat haltende Schüler

Moskau/Russland | 28.07.2014 | APD | Religionsfreiheit

Weil sie am Ende der neunten Klasse die landesweite Abschlussprüfung in Mathematik aus religiösen Gründen am 31. Mai, einem Samstag, nicht schrieben, konnten neun Schüler, deren Eltern Mitglieder der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind, nicht in die zehnte Klasse übertreten. Adventistische Christen feiern den Samstag (Sabbat), den biblischen Ruhetag und überlassen es ihren Jugendlichen, ob und wann sie sich durch die Erwachsenentaufe der Kirche anschliessen wollen. Die Verantwortlichen der öffentlichen Schule in Belgorod/Russland, 660 Kilometer südlich von Moskau, nahe der Grenze zur Ukraine, hätten Anfragen der neun Schüler um Ausweichdaten schlichtweg abgelehnt, berichtete Andrew McChesney, Russland Korrespondent von Adventist News Network ANN.

Die Schulbehörden der russischen Föderation hätten zwar das Prüfungsdatum landesweit auf Samstag, 31. Mai festgelegt, aber vorhergesehen, dass Schüler aus religiösen Gründen am Samstag die Prüfung nicht schreiben würden. Dafür hätten sie zwei alternative Prüfungsdaten am 16. oder 19. Juni vorgesehen.

Adventistische Kirchenleiter in Russland hätten nach der Verweigerung des alternativen Prüfungsdatums in Belgorod brieflich bei den Bundesbehörden der Russischen Föderation interveniert. „Für uns ist dies eine unhaltbare Situation“, schrieben sie. „Wir appellieren sowohl an die Führung der Russischen Föderation als auch an weitere staatliche Instanzen und religiöse Vereinigungen, alle gesetzlichen Massnahmen zu ergreifen, um diese Verletzung des Rechts in der Region Belgorod zu beseitigen."

Laut ANN stehe im Brief, dass die lokale Schulleitung und die zuständigen Beamten für Bildung „in grober und beleidigender Weise“ Druck auf die adventistischen Eltern ausgeübt hätten, die Kinder aufzufordern, ihrer religiösen Überzeugung abzusagen und das Examen am vorgegebenen Datum zu schreiben. Diese Vorgehensweise sei eine „Beleidigung der Gefühle der Gläubigen“, heisse es im Brief.

Das Strafgesetz Russlands verbiete es „die Gefühle von Gläubigen zu beleidigen“, so ANN. Wegen dieser Anklage seien zwei Punk-Rockerinnen der Pussy Riots Band verurteilt und inhaftiert worden. Laut Wikipedia haben sie 2012 ein „Punk-Gebet“ gegen die Allianz von Kirche und Staat vor dem Altar der grössten russisch-orthodoxen Kirche, der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, vorgetragen. Der filmische Mitschnitt sei bei der Veröffentlichung im Internet mit einer neuen Tonspur unterlegt worden, bei der auch Präsident Putin erwähnt werde.

„Für uns ist das, was in der Region Belgorod geschehen ist, ein eklatanter Verstoss gegen den Grundsatz der Gewissensfreiheit und des verfassungsmässigen Rechts auf Bildung“, heisst es im Schreiben an die Russische Föderation. "Selbst in der Zeit, als die Sowjetunion noch bestand und alle religiösen Organisationen verfolgt wurden, haben die Beamten Kinder religiöser Familien nicht der Möglichkeit beraubt, die Sekundarschulbildung abzuschliessen."

Nach Angaben eines Briefunterzeichners hätten sich die Behörden von Belgorod am 24. Juni telefonisch gemeldet und angeboten, dass die neun Schüler das Examen im August, kurz vor Beginn des neuen Schuljahres, nachholen könnten.

Ausbildung kontra Sabbat in Russland
Seit der Auflösung der Sowjetunion 1991 hätten Adventisten in Russland ihren Glauben relativ ungehindert ausleben können, so ANN. Die Einhaltung des Sabbats, als biblischer Ruhetag, sei aber für adventistische Schüler und Studenten immer ein Problem gewesen. Es gebe in Russland nur eine adventistische Ausbildungsstätte, die Zaoksky Adventist University, bei Tula, 180 Kilometer südlich von Moskau, auf deren Campus es auch eine Sekundarschule sowie ein Gymnasium gebe.

Sabbatproblematik in der Schweiz
Die gleiche Problematik bestehe auch für sabbathaltende Adventisten in der Schweiz. Es sei für adventistische Studenten und Arbeitnehmer schwierig bei Lehrpersonen, Schulleitungen, Universitäten und Arbeitgebern Verständnis für ihr Gewissensanliegen zu finden, sagte Pastor Herbert Bodenmann, zuständig für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz.

„Es wird versucht auf die adventistischen Jugendlichen Einfluss zu nehmen, indem man ihnen sagt, dass ein alternativer Prüfungstermin mit immensem Aufwand verbunden sei und sie doch einmal eine Ausnahmen machen könnten“, so Bodenmann. Manchmal werde auch vorgeschlagen, dass ein adventistischer Pastor einen Dispens schreiben soll. „Das funktioniert bei evangelischen Christen aber nicht, denn sie haben nicht ein Problem mit ihrer Kirche, sondern mit ihrem Gewissen“, sagte der Pastor, „dieses Problem ist nicht delegierbar“. Adventistische Arbeitnehmende würden oft von ihren Vorgesetzten mit dem Argument unter Druck gesetzt, dass sie sich unkollegial verhielten, wenn sie bei einer ausnahmsweise angesetzten Samstagarbeit nicht erschienen.

Vor allem in den 1950er Jahren hätten adventistische Eltern in der Schweiz um die Befreiung von der Schulpflicht am Samstag für ihre Kinder gekämpft. Diese Auseinandersetzungen seien im „Memorandum zum Schutze der religiösen Minderheiten in der Schweiz“ festgehalten, so Bodenmann. Es habe kantonal sehr unterschiedliche behördliche Massnahmen gegeben. „Die Eltern sind für das Versäumen der Schulpflicht am Samstag pro Kind im Kanton Waadt mit ‚milden’ zwei Franken gebüsst worden, in anderen Kantonen hat es aber empfindliche Bussen abgesetzt.“ Die Einführung der Fünftagewoche habe das Problem wesentlich entschärft, aber nicht beseitigt.

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Beauftragten für Religionsfreiheit in der EU-Kommission benennen

Wien/Österreich | 28.07.2014 | APD | Religionsfreiheit

Der Geschäftsführende Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und der ÖVP-Parlamentsklub der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) haben vom 7. bis 8. Juli in Wien über die aktuelle Lage in Europa sowie über Menschenrechtsfragen beraten, wie die Presseabteilung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mitteilte.

„Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und der ÖVP-Parlamentsklub wollen den Schutz der Religionsfreiheit auch auf EU-Ebene stärker zum Thema machen. Gemeinsam werden wir dafür werben, dass in der neuen EU-Kommission ein Beauftragter für Religionsfreiheit benannt wird“, erklärte Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zum Abschluss der Tagung. Damit werde die zunehmende Bedeutung dieses Menschenrechts auch auf europäischer Ebene unterstrichen. „Ein Europa, das sich als Wertegemeinschaft versteht, muss auf die zunehmende Missachtung und Bedrohung dieses Rechts in vielen Staaten der Welt reagieren.“

Die Beratungen hätten gezeigt, dass die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Religionsgruppen eine immer stärkere Bedrohung des Friedens in der Welt darstellten, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika. Dabei seien die unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten der Kontrahenten oft nur ein Vorwand für die Auseinandersetzungen. Ohne die religiöse Trennlinie gäbe es diese Konflikte in der Regel nicht, wie dies gegenwärtig im Irak zu beobachten sei.

Besondere Sorgen mache der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und dem ÖVP- Parlamentsklub die Lage der Christen an vielen Orten in der Welt. In Syrien und im Irak litten Christen massiv. Die Parlamentarier registrierten aber auch die zunehmenden bewaffneten Konflikte unter Angehörigen verschiedener muslimischer Glaubensrichtungen.

„Es ist notwendig, auf allen internationalen Ebenen noch mehr für religiöse Toleranz zu werben. Die EU sollte hier vorangehen und auch in der Struktur der Kommission nun ein Zeichen setzen“, forderte Kauder.

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Erstmals Mennonit wegen Kriegsdienstverweigerung in Südkorea verurteilt

Bammental bei Heidelberg/Deutschland | 28.07.2014 | APD | Religionsfreiheit

Nach einem Bericht der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, vom Juni 2013 seien weltweit 92,5 Prozent aller inhaftierten Kriegsdienstverweigerer Südkoreaner. Fast alle wären Zeugen Jehovas. Erstmals sei jetzt auch mit Sang-Min Lee ein Mennonit in Südkorea zu 18 Monaten Haft wegen Kriegsdienstverweigerung verurteilt worden, informierte das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee in Bammental bei Heidelberg.

Das Mitglied der „Gnade und Frieden“-Mennonitengemeinde in Seoul, berichte, dass in seinem Land die meisten Christen und Nicht-Christen an dem Thema Kriegsdienstverweigerung kein Interesse hätten und eine derartige Haltung sogar ablehnten. Laut Lee müsse er damit rechnen, dass er als Vorbestrafter auch nach seiner Haft kriminalisiert und in der Gesellschaft als Verweigerer des Militärdienstes geächtet werde, sodass er für den Rest seines Lebens von vielen beruflichen Laufbahnen ausgeschlossen sei. Der 27-Jährige bitte für seine Familie, besonders für seine Eltern, und auch für ihn zu beten.

In Südkorea hätten das Militär und die Ausbildung zum Soldaten gesellschaftlich eine hohe Bedeutung, stellt auch die Deutsche Ostasienmission (DOAM) in Stuttgart fest. In Lebensläufen und Bewerbungsgesprächen würden besonders auf den Militärdienst Bezug genommen, und politisch die wichtige Rolle der Armee und des militärischen Drills vor allem mit der Bedrohung durch Nordkorea begründet. Für nahezu alle jungen Männer im Land sei es selbstverständlich, zwei Jahre lang Dienst an der Waffe zu leisten. Bei gesundheitlichen Einschränkungen könnten nach der Grundausbildung Aufgaben in der Verwaltung übernommen werden. Nach dem Wehrdienst müsse jeder für weitere 160 Stunden an Wehrübungen teilnehmen. Einen Zivildienst gebe es laut DOAM in Südkorea nicht. Die Entscheidung, den Wehrdienst zu verweigern, habe schwerwiegende Folgen, denn damit gelte der Betreffende als vorbestraft. Er werde deshalb nie einen Arbeitsplatz beim koreanischen Staat bekommen, auch alle Grossbetriebe stellten keine Kriegsdienstverweigerer ein.

Die Mennoniten leiten ihren Anfang von der Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts ab; sie sind damit die älteste Freikirche. Sie gelten zudem als „historische Friedenskirche“, da sie in weiten Teilen den Kriegsdienst ablehnten und deshalb in Regionen auswichen, wo ihnen dieses Recht als Privileg zugesichert wurde. Im 20. Jahrhundert hat sich diese Verweigerungshaltung vielerorts zu einer aktiven Gewaltfreiheit entwickelt, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung mitten in der Gesellschaft einsetze.

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Vielerlei Hilfe für Bedürftige in Mali

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 28.07.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Unruhen in Mali hätten über 300.000 Menschen aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen. Sie seien zwar im Land geblieben, lebten aber seitdem in einer anderen Region, in der sie ihr Leben neu ordnen müssten, berichtete die Adventistische Entwickungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. In den Dörfern von Banamba im Südwesten Malis hätten nur sechs Prozent der Haushalte eine gesicherte Nahrungsmittelversorgung. Um den Menschen zu helfen, verteile ADRA Agrarkörbe für die Bauern mit Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Geräte-Ausstattung mit Schubkarren, Hacken, Rechen und Macheten ermöglichten ihnen, die Felder zu bestellen.

In sogenannten „Food for Work“-Programmen biete ADRA Nahrungsmittel gegen regelmässige Mitarbeit bei Aufbauprojekten an. Die arbeitsfähigen Männer unterstützten ADRA beispielsweise bei der Reparatur von vier Trinkwasserbrunnen. Wer nicht auf dem Feld arbeiten könne, gehe dennoch nicht leer aus. 402 Haushalte, besonders Witwen mit Kindern und ältere Menschen, versorge ADRA mit Nahrungsmittelpaketen, die Hirse, Bohnen, Öl, Reis und Salz enthielten. Zusätzlich schule das Hilfswerk Mütter, wie sie die erhaltenen Lebensmittel richtig verarbeiten und lange nutzen könnten.

Besonders Frauen hätten es in Afrika durch ihre traditionelle Rolle als Hausfrau und vielfache Mutter schwer, ein eigenes Einkommen zu erlangen. Sie versorgten die Kinder, arbeiteten auf dem Feld und müssten häufig lange Fussmärsche in Kauf nehmen, um an Trinkwasser für die Familie zu gelangen. Um ihnen eine einfache Nahrungs- und Einkommensquelle zu erschliessen, habe ADRA 150 Frauen Hühner geschenkt. Diese könnten sie in der Nähe ihres Hauses halten und gut in ihren Tagesablauf integrieren.

In Timbuktu und Gao im Norden Malis unterstütze ADRA mit finanzieller Hilfe des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland Familien, die aufgrund der politischen Lage vorübergehend ihre Heimat verlassen hätten und nun wieder zurückkehrten. Besonders Schwangere, stillende Mütter, Blinde und Menschen mit Behinderungen erhielten Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Zum Beispiel verteile ADRA Material zum Färben von Leder und Stoffen oder Nähmaschinen, damit sich die Rückkehrer in ihrer Heimat bald ein eigenes Einkommen erwirtschaften könnten.

Viele Lehmhütten seien nach der langen Zeit ohne Pflege von der Witterung zerstört. ADRA unterstütze die Menschen beim Wiederaufbau ihrer Unterkünfte. Auch erhielten die Familien eine Grundausstattung mit Hygieneartikeln, Kochtöpfen, Wasserbehältern und Decken. Zusätzlich übernehme das Hilfswerk die Schulkosten für 200 Kinder, damit sie nach ihrer Ausbildung später ihr Dorf bei der Weiterentwicklung unterstützen könnten.

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Nach der Flut in Bosnien aufräumen und trocknen

Wien/Österreich | 28.07.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Seit Beginn der Überschwemmungen in Bosnien-Herzegowina sei die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA dort im Einsatz, berichtete Corinna Wagner von ADRA Österreich. Das Hilfswerk würde 4.470 Menschen hauptsächlich in der Region von Doboj unterstützen. So sei in Oloyo eine Wasseraufbereitungsanlage installiert worden, um die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. In zwei Schulen, zwei Gesundheitseinrichtungen und 260 Wohnhäusern befänden sich Gebäudetrockner. Ein Team von Psychologen biete psychosoziale Betreuung an. Vier Freiwilligenteams würden den Familien beim Putzen und Aufräumen helfen. Dasselbe geschehe in der Ortschaft Odzak.

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Wiederaufbau nach dem Taifun „Haiyan“ in Tacloban

Wien/Österreich | 28.07.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Neben der Reparatur von Fischerbooten in Ajuy arbeitet die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA auf den Philippinen in der Region Tacloban, um dort nach dem Taifun „Haiyan“ gemeinsam mit der Bevölkerung rund eintausend einfache Häuser wieder aufzubauen, teilte Corinna Wagner von ADRA-Österreich mit.

Robert Himmler, der als freiwilliger ADRA-Helfer, das Projekt besichtigt habe, zeigte sich beeindruckt von der Begegnung mit der Chefin eines Bezirkes. Ihr Haus sei selbst stark beschädigt worden, aber das Dach wäre noch in Ordnung gewesen. Sie habe nicht für sich selbst um Hilfe gefragt, sondern für einen alten Mann, der allein nicht mehr zurecht komme. Ein Vater, der seine Tochter durch den Taifun verloren habe, hätte nicht viel geredet, doch er sei über die Werkzeuge und das Baumaterial froh gewesen, um damit für seine Familie ein einfaches Zuhause zu errichten. Nicht viele Hilfswerke kämen auch ins Landesinnere. Umso dankbarer wären die 120 Bewohner eines Dorfes gewesen, als ADRA ihnen half, ihre Häuser wieder aufzubauen.

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„Eine Erfahrung fürs Leben“ - Jugend Workcamp in Tansania

Zürich/Schweiz | 28.07.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Vom 20. Juli bis 8. August bauen acht junge Männer und neun Frauen aus der Schweiz auf dem Campus der „Iva Werner Primary School“, in Kibidula/Tansania, ein Gebäude mit drei Wohnungen für Lehrerfamilien der Schule. Das Gelände liegt rund 600 Kilometer westlich der Hauptstadt Daressalam auf 1.900 m über Meer.

Organisiert wird das Workcamp von der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz. Die Gesamtkosten des Projekts sind mit Fr. 50.000.- veranschlagt. Die teilnehmenden Jugendlichen haben einen Sponsorenlauf organisiert, bei dem sie 11.250 Franken für das Projekt eingenommen haben. Ihre Flugkosten tragen die Jugendlichen selbst, für Essen und Unterkunft kommt das Hilfswerk auf. Nach dem Arbeitseinsatz sind wenige Tage am Strand und für eine Safari vorgesehen. Begleitet wird das Workcamp von Thilo Schneider, Finanzchef von ADRA Schweiz.

Jugend-Hilfseinsätze dieser Art böten nach Angaben von ADRA Schweiz den Teilnehmenden die Gelegenheit, Menschen, Lebensbedingungen und Kultur in anderen Ländern kennen zu lernen, ihren Horizont zu erweitern und aktiv zu helfen. Es sei damit auch eine Art von praktischer, entwicklungspolitischer Bildung verbunden. „Eine Erfahrung fürs Leben“ sei dieser Einsatz für ihn gewesen, sagte ein Teilnehmer eines früheren Workcamps.

Mehr zur Kibidula Primary School: http://www.kibidula.org/kibidula_007.htm

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PAHO-Vertreter lobt und fordert Adventisten

Genf/Schweiz | 28.07.2014 | APD | Gesundheit & Ethik

„Das Eintreten, die Interessenvertretung und Wirkungsweise ihrer Kirche beeindruckt mich sehr“, sagte Dr. Anselm Hennis, Direktor der Abteilungen nichtübertragbare und psychische Krankheiten der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO), Regionalorganisation der WHO, an der „Zweiten Weltkonferenz über Gesundheit und Lebensstil“. An der vom 8. bis 11. Juli in den Räumen der Universität Genf von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten organisierten Konferenz nehmen nebst Experten für Gesundheitsfragen der Kirche auch Mitarbeiter der PAHO, einer regionalen Organisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie 1.150 medizinisch interessierte Kirchenmitglieder teil. Es gehe vor allem um nichtübertragbare Krankheiten und welchen Beitrag präventive Lebensstilmassnahmen zu deren Eindämmung leisten könnten, schreibt Adventist News Network ANN.

Hennis habe aus zwei international anerkannten adventistischen Studien zitiert, welche zeigten, dass Vegetarier ein tieferes Risiko hätten, an nichtübertragbaren Krankheiten zu sterben, die vor allem durch schlechte Ernährung, Alkohol, Tabak und Bewegungsmangel hervorgerufen würden. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gehören zur Gruppe der nichtübertragbaren Krankheiten „Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen und psychische Störungen“. Sie sind für „86 Prozent aller Todesfälle und 77 Prozent der Krankheitslast in der Europäischen Region der WHO verantwortlich“.

Niedriges Einkommen und schlechter Gesundheitszustand seien Geschwister
Dr. Hennis malte ein düsteres Bild der globalen Gesundheitssituation. Sie verschlechtere sich vor allem bei niedrigen und mittleren Einkommensgruppen, welche besonders anfällig für nichtübertragbare Krankheiten seien. "Wir haben es mit einer auf allen Ebenen sich laufend ausbreitenden Epidemie zu tun", sagte Hennis.

Mexiko überholt die USA als Land mit den meisten übergewichtigen Menschen
Mexiko habe 2013 die USA als Nation mit den meisten übergewichtigen Menschen überholt, so Hennis. Es sei demnach kein Zufall, dass Mexikaner am meisten zuckerhaltige Getränke konsumierten, 163 Liter pro Person und Jahr, im Vergleich zu den USA mit 118 Litern. Die Regierung von Mexiko habe im Januar 2014 zwar eine achtprozentige Steuer auf „junk food“, meist Fast Food, erlassen sowie Softdrinks verteuert, was deren Konsumation um 5 Prozent reduzieren soll. Dies genüge laut Hennis aber immer noch nicht.

Die Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) habe vor drei Jahren mit den Adventisten eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit getroffen. „Wir müssen von ihnen lernen, wie wir es besser schaffen, Leben zu verändern und Menschen eine gesündere, bessere Wahl treffen“, sagte der Mediziner.

„Adventist Health Study“
Vegetarier erkranken seltener an einem metabolischen Syndrom als Nichtvegetarier. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite „Adventist Health Study“, die seit 2002 vom Fachbereich „Public Health“ (Gesundheitswesen) der Loma Linda Universität der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Südkalifornien/USA durchgeführt wird. Die Auswertung wurde im Fachjournal „Diabetes Care“ (2011, 10.2337/dc10-1221) veröffentlicht und in den Online-Ausgaben vom „Deutschen Ärzteblatt“ und dem „Focus“-Magazin kommentiert.

Das metabolische Syndrom ist hauptsächlich ein Krankheitsbild der Industriestaaten und entwickelt sich aus einem westlichen Lebensstil, charakterisiert durch zu kalorienreiche Ernährung und einen Mangel an körperlicher Bewegung. Es gilt als der entscheidende Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten. Die vier Faktoren des sogenannten „tödlichen Quartetts“ sind Übergewicht, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte und Insulinresistenz. Wie die Studie der Loma Linda Universität zeigt, haben Vegetarier ein um 36 Prozent geringeres Risiko als Nichtvegetarier, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln.

An der Studie nahmen 773 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren teil, die nach dem Zufallsprinzip aus 100.000 Siebenten-Tags-Adventisten in den USA und Kanada ausgewählt wurden.

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„Eine Raucher-Zone vor jeder Kirche der Adventisten“ - Adventisten lancieren ein neues Raucherentwöhnungsprogramm

Genf/Schweiz | 28.07.2014 | APD | Gesundheit & Ethik

An der „Zweiten Weltkonferenz über Gesundheit und Lebensstil“ der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, vom 8. – 12. Juli in den Räumen der Universität Genf, lancierte Dr. med. Daniel Handysides, Ausserordentlicher Professor für öffentliche Gesundheit an der Loma Linda Universität, Kalifornien/USA, das Raucherentwöhnungsprogramm „Breath-Free2“ („Endlich frei 2.0“). Es baue auf den Vorgängerprogrammen auf, dem Raucherentwöhnungskurs von 1959 und dem „Breath-Free“-Konzept („Endlich frei“), berichtete Adventist News Network ANN.
Die Situation bei der Raucherentwöhnung habe sich stark verändert. Man müsse heute keinem Raucher mehr die Schädlichkeit des Rauchens und den Zusammenhang mit Krebserkrankungen bewusst machen. Das neue Programm baue auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, einer frei zugänglichen Website und persönlichen Beziehungen auf, die sich während des Kurses entwickelten, welche oft in adventistischen Kirchenräumlichkeiten durchgeführt würden.

Weil viele Raucher und Raucherinnen statistisch gesehen erst zwischen dem siebten und zehnten Versuch Erfolg hätten, das Rauchen aufzugeben, sollte es „ausserhalb unserer Kirchen Raucherzonen geben“, sagte Handysides. Auch die Raucher sollten sich in den Kirchen der Siebenten-Tags-Adventisten willkommen fühlen. Es sei nicht die Absicht, sie damit beim Rauchen zu unterstützen, sondern man müsse die Menschen so akzeptieren, wie sie seien und bereit sein, mit ihnen zu arbeiten, damit sie zu einem gesünderen Lebensstil finden könnten. Beim adventistischen Gottesdienst, der oft zwei Stunden dauert, sollten Gäste auch eine Rauchpause einlegen können, heisst es in der ANN-Meldung, dies sei Teil des Konzeptes von „Breath-Free2“. Er wisse, so Handysides, dass sich einige Kirchgemeinden gegen seinen Vorschlag sträuben werden. In Tat und Wahrheit gehe es ihm damit um eine bildhafte Forderung, die eine Einstellungsänderung bewirken wolle, wonach auch Raucher die Kirchenräumlichkeiten der Adventisten betreten können sollten, ohne verurteilt zu werden.

„Breath-Free2“ erhöht Erfolgsrate bei Raucherentwöhnung
Handysides habe drei Jahre am Konzept des Raucherentwöhnungskurses gearbeitet und diesen während 18 Monaten an einer Militärhochschule in Abu Dhabi, einem der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), getestet. Die Erfolgsquote bei der Raucherentwöhnung des „Breath-Free2“-Programms liege bei über 50 Prozent der Teilnehmenden und sei damit etwas höher als die 40 Prozent der Vorgängerkurse. Er führe diese Steigerung darauf zurück, so der Arzt, dass sich der neue Entwöhnungskurs an süchtige Raucher wende, die einen starken Wunsch hätten, Nichtraucher zu werden.

Das ganze Material von „Breath-Free2“ ist frei zugänglich und kann kostenlos heruntergeladen, sowie selbständig befolgt werden. Die Unterlagen sind in Englisch erhältlich. Eine spanische Version soll im August online gestellt werden. Anschliessend seien Übersetzungen auf Deutsch, Finnisch, Polnisch und Russisch geplant: www.breathefree2.com

Die weltweite protestantische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat 18 Millionen erwachsen getaufte Mitglieder, die grossen Wert auf eine gesunde Lebensführung legen und Alkohol, Tabak sowie andere Rauschmittel meiden. Je nach Weltgegend lebt eine unterschiedlich grosse Zahl von Adventisten als Fleischesser, Flexitarier (Teilzeit-Vegetarier) oder Vegetarier.

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Adventist leitete Siegerteam im europäischen Wettbewerb über Bibelwissen

Prag/Tschechien | 28.07.2014 | APD | Bibel

Ende Mai fand der erste europäische Wettbewerb über Bibelwissen in den Räumlichkeiten des tschechischen Parlaments in Prag/Tschechien statt. Das Siegerteam wurde geleitet von Zdenek Sovis, einem Mitglied der Siebenten-Tags-Adventisten. Zwei weitere Mitglieder seines Teams gehörten der römisch-katholischen Kirche sowie ein Mitglied der Church of the Brethren an. Am Wettbewerb, der von der tschechischen Bibelgesellschaft organisiert wurde, nahmen laut der adventistischen Kommunikationsabteilung in Tschechien 25 Viererteams aus Bulgarien, Holland, Lettland, Tschechien der Schweiz, der Slowakei und der Ukraine teil.

Im ersten Durchgang habe jedes Teammitglied individuell in 60 Minuten 70 Multiple-Choice-Fragen zur Bibel beantworten müssen. Die Teams mit den besten Gesamtergebnissen hätten am Nachmittag im Rittersaal des Parlaments den Final bestritten.

Das Siegerteam habe eine Reise nach Israel gewonnen, die im September stattfinden werde, sagte Zdenek Sovis, Leiter des Siegerteams. Sovis kommt aus Brno/Tschechien, wo er in der örtlichen Adventgemeinde Bibelgesprächsleiter ist. In der ersten Stunde des adventistischen Gottesdienstes wird wöchentlich in Gruppen über ein biblisches Thema diskutiert, auf das sich die Teilnehmenden mittels einer Studienanleitung zu Hause vorbereiten können.

Das Ziel des Wettbewerbs bestehe darin, das Interesse für das Buch der Bücher zu wecken und die Bibel in der Bevölkerung bekannt zu machen, so die Tschechische Bibelgesellschaft.

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Kroatischer Präsident mit Evangelien in glagolitischer Schrift beschenkt

Zagreb/Kroatien | 28.07.2014 | APD | Bibel

Vor 450 Jahren wurde das erste Neue Testament auf Kroatisch und in glagolitischer Schrift publiziert. Zum Gedenken daran seien von Fachleuten der Universität Zagreb/Kroatien die ersten fünf Bücher des Neuen Testaments, Matthäus-, Markus-, Lukas- und Johannesevangelium sowie die Apostelgeschichte erneut ins Kroatische übersetzt und in glagolitischer Schrift abgefasst worden, teilte Adventist Review (AR) mit, Kirchenzeitschrift in Nordamerika. Die Glagoliza, eine Buchstabenschrift, sei das älteste bekannte slawische Alphabet, das aus dem 9. Jahrhundert stamme und von Kroaten bis 1800 verwendet worden sei.

Laut AR ist ein Exemplar dieser einzigartigen Bibel dem kroatischen Präsidenten Ivo Josipovic bei einem privaten Empfang in seinem Büro von Dragutin Matak, Lehrer am adventistischen „Adriatic Union College“ in Maruševec/Kroatien und Leiter des Übersetzungsprojekts sowie Nikolaus Satelmajer, stellvertretender Leiter der Pastoralabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung, dem Initianten des Projekts, überreicht. Sie wurden von Mateo Žagar and Alojz Jembrih begleitet, zwei Professoren der Universität Zagreb.

„Nachdem der erste Teil des kroatischen Neuen Testaments veröffentlicht worden ist, freuen wir uns auf die Veröffentlichung des gesamten Neuen Testaments", sagte Satelmajer. „Dieses Projekt ermöglicht es uns, Aufmerksamkeit für das Wort Gottes bei den Staats- und Regierungschefs sowie der Öffentlichkeit zu erreichen.“

Bevor die Bibel in glagolitischer Schrift dem kroatischen Präsidenten überreicht worden sei, habe man sie in acht Veranstaltungen der Öffentlichkeit vorgestellt, um des 450. Jahrestags des historischen Neuen Testaments zu gedenken.

Die neue Bibelübersetzung in glagolitischer Schrift wurde vom adventistischen „Adria Union College“, der Universität von Zagreb und Školska Knjiga, einem der führenden Anbieter von Lehrbüchern in Kroatien, veröffentlicht.

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Ganze Bibel in 511 Sprachen übersetzt, Bibelteile in 2.650 Sprachen

Stuttgart/Deutschland | 28.07.2014 | APD | Bibel

Die vollständige Bibel mit Altem und Neuem Testament liegt jetzt in 511 Sprachen vor. Das teilte der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) im „Global Scripture Access Report“ mit. Das Neue Testament ist zusätzlich in 1.295 Sprachen übersetzt, einzelne Schriften der Bibel sind in 844 Sprachen verfügbar. Damit liegt in 2.650 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel vor. Sprachforscher gehen von weltweit rund 6.900 lebenden Mundarten aus.

Für Hunderte Millionen Menschen weltweit gebe es laut UBS noch keine vollständige Bibel in der Muttersprache. Viele Völker warteten zudem auf eine Neuübersetzung oder Revision der Bibel, weil bestehende Übersetzungen zum Teil hundert Jahre oder älter seien und daher heute kaum noch verstanden würden.

Gegenwärtig arbeiteten die Bibelgesellschaften an rund 460 Übersetzungsprojekten. Bis 2015 sollen 100 abgeschlossen sein, davon 43 Erst- und 27 Neuübersetzungen sowie 30 Revisionen. Zum jetzigen Zeitpunkt liege bereits in mehr als der Hälfte der 100 Projekte die komplette Übersetzung vor. Sie würden nun für den Druck vorbereitet.
Zu den Sprachen, in denen erstmals eine vollständige Bibel zur Verfügung stehe, gehöre beispielsweise Krio. Dabei handele es sich um eine sogenannte Kreolsprache, die vor allem in Sierra Leone, aber auch in Gambia, Guinea und im Senegal genutzt werde. Für rund eine halbe Million Menschen sei es die Muttersprache, vier Millionen nutzten sie als Zweitsprache. Nur etwa zehn Prozent der Sprachgruppennutzer gehörten einer christlichen Kirche an. Die Arbeit an der Übersetzung hätte bereits in den 1990er Jahren begonnen, durch den Bürgerkrieg in Sierra Leone verzögere sich aber die Fertigstellung.

Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 146 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern tätig. Zu den Mitgliedern gehört auch die Deutsche, Schweizerische und Österreichische Bibelgesellschaft. Aufgaben seien die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Unterstützt werde die internationale Arbeit durch die Weltbibelhilfe der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Bibelgesellschaft.

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Wechsel in der Leitung des Süddeutschen Verbandes der Adventisten

Lüneburg/Deutschland | 28.07.2014 | APD | Personen

„Mit Günther Machel geht ein allseits geschätzter Kollege in den Ruhestand, der an vielen Stellen unserer Freikirche einen hingebungsvollen Dienst geleistet hat.“ Das schrieb der Präsident des Norddeutschen Verbandes und Vorsitzende der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Johannes Naether (Hannover), über die Pensionierung des Präsidenten des Süddeutschen Verbandes in der Kirchenzeitschrift „Adventisten heute“, Ausgabe Juli 2014.

Pastor Günther Machel, gelernter Bankkaufmann, verheiratet, drei erwachsene Kinder, studierte am Theologischen Seminar Marienhöhe, Darmstadt. Anschliessend war er Jugendpastor in Düsseldorf und Köln sowie Jugendabteilungsleiter in Niedersachsen. Elf Jahre lang trug er die Verantwortung für die Kinder-, Pfadfinder- und Jugendarbeit im Süddeutschen Verband. Ab 1993 leitete Machel das adventistische Medienzentrum „Stimme der Hoffnung", das sich heute in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt befindet. 2002 wurde er zum Präsidenten des Süddeutschen Verbandes gewählt.

„Als Abteilungsleiter für Jugendarbeit, als Leiter der ‚Stimme der Hoffnung‘ und als Vorsteher des Süddeutschen Verbandes war er in verantwortungsvolle Aufgaben hineingerufen worden, die ihm jeweils ein echtes Herzensanliegen waren und denen er stets einen missionarischen Stempel aufgedrückt hat“, würdigte Naether die Arbeit seines Kollegen in der Führung der Freikirche. Machel äusserte, dass ein Wechsel im Amt des Vorstehers nach zwölf Jahren angebracht sei. „Deshalb habe ich die Delegierten des Süddeutschen Verbandes schon vor der Wahl 2012 wissen lassen, dass ich mit Erreichen des Pensionsalters das Amt abgeben werde.“ Er dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und wünschte seinem Nachfolger „Gottes Segen für alle Herausforderungen und Entscheidungen“.

Aufgewachsen als ältestes von sechs Geschwistern, sei es schon immer sein Wunsch gewesen, in der Freikirche seine Gaben einzubringen und mitzuarbeiten, betonte der neue Präsident des Süddeutschen Verbandes der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Rainer Wanitschek (54), in der Zeitschrift „Adventisten heute“. Nach dem Abitur absolvierte er das adventistische Theologische Seminar Marienhöhe, Darmstadt. Das Pastoren-Praktikum und ein weiteres Jahr erlebte er in München. Die anschliessende Jugendarbeit in der Adventgemeinde Nürnberg-Hohe Marter und die Verantwortung für die Adventgemeinde Fürth seien „sehr gesegnete fünfeinhalb Jahre“ gewesen. Hier hätten sich Elvira und er „das Ja-Wort“ gegeben. Das Ehepaar hat vier Söhne.

Die Gelegenheit, einen weiteren Abschluss in Theologie (Master of Divinity) an der Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, zu machen, habe Wanitschek „sehr genossen“. Nebenbei absolvierte er noch eine Ausbildung in Familienberatung, was dazu führte, dass seine Frau und er inzwischen viele Partnerschaftsseminare hätten halten können. Weitere sechs Jahre als Bezirkspastor in Bad Aibling folgten, bevor Reiner Wanitschek in die Verantwortung als Vereinigungsvorsteher für Südbayern (zwölf Jahre) und nach der Zusammenlegung der bayerischen Vereinigungen für ganz Bayern (vier Jahre) gerufen wurde. Im Januar 2013 habe er sich entschlossen, wieder seiner „Leidenschaft“ als Pastor vor Ort den ersten Platz einzuräumen und nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Seit Juli 2013 war er für die Adventgemeinden Bad Aibling, Rosenheim und Feldkirchen-Westerham zuständig.

Zu seinem Vorgänger im Amt, Pastor Günther Machel, habe Wantischek immer mit grosser Hochachtung aufgeschaut und er „danke ihm von Herzen für sein ermutigendes Vorbild im Dienst für unseren grossen Gott“. Zum Süddeutschen Verband gehören 220 Kirchengemeinden mit 15.395 erwachsen getauften Mitgliedern. Dem Süddeutschen Verband mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart unterstehen die regionalen Freikirchenleitungen („Vereinigungen“) Mittelrhein (Sitz: Darmstadt) mit den Adventisten in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Baden-Württemberg (Sitz: Stuttgart) und Bayern (Sitz: München).

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Raafat Kamal, neuer Präsident der Adventisten in Nord- und Südosteuropa

St Albans/Grossbritannien | 28.07.2014 | APD | Personen

Pastor Raafat Kamal (50) wurde am 27. Juni vom Exekutivkomitee der transnationalen Kirchenleitung (Trans-European Division, TED) der Adventisten in Nord- und Südosteuropa zum neuen Präsidenten vorgeschlagen und durch den Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung am 10. Juli in einer geschlossenen Sitzung am Rande der Weltgesundheitskonferenz in Genf/Schweiz gewählt, berichtete die TED-Kommunikationsabteilung.
„Seit 1.000 Jahren ist Europa nun wahrscheinlich das erste Mal ein Missionsgebiet“, sagte Pastor Kamal nach seiner Wahl. Er wisse, dass seine Kirche im Europa des 21. Jahrhunderts einer enormen Herausforderung gegenüberstehe. Er hoffe aber, dass neue Wege gefunden würden, um die Botschaft vom zweiten Kommen Jesu weiterzugeben. Dies werde erschwert durch die Tatsache, dass Adventisten im 200 Millionen Einwohner zählenden Kirchengebiet, für das er nun zuständig sei, nur 0.01 Prozent der Bevölkerung ausmachten. Es komme dort ein Kirchenmitglied auf 2.385 Bewohner. „Wir stehen vor der Frage“, so Kamal, „wie Gott unsere Minderheitskirche, welche durch die säkulare Gesellschaft beeinflusst wird, in eine Kraft verwandeln will, die ihrerseits Kommunen umwandelt.“

Es inspiriere ihn jeden Morgen neu „die Treue, Liebe, Gnade und Barmherzigkeit Gottes erfahren zu dürfen“, sagte er mit Bezug auf den Bibeltext in Sprüche 3,22 - 23, auf die Frage, was ihn aufbaue.

Der neu gewählte Präsident Raafat Kamal, stammt aus dem Libanon, lebte und arbeitete in England, Norwegen, Pakistan und Iran. Er heiratete 1987 die diplomierte Plegefachfrau Heidi Kamal Kendel, eine Norwegerin. Das Ehepaar hat zwei Töchter.

Pastor Kamal hat Diplome in Wirtschaft und Theologie sowie vier Hochschulabschlüsse in systematischer Theologie, Bildungsverwaltung, Islamische Theologie und Philosophie sowie Betriebswirtschaft. Er hat seiner Kirche vier Jahre als Lehrer und Schulverwalter gedient sowie 18 Jahre vorwiegend in administrativen und leitenden Tätigkeiten. In den letzten sieben Jahren hat er als Abteilungsleiter für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit, Haushalterschaft sowie als Assistent des Präsidenten Bertil Wiklander gearbeitet.

Kamal ist der Nachfolger von Pastor Bertil Wiklander, der 19 Jahre die nord- und südosteuropäische Kirchenregion der Adventisten geleitet hatte und auf den 31. Juli in sein Heimatland, nach Schweden ziehen wird, wo er seinen Ruhestand verbringen will.

Die Transeuropäische Kirchenregion der Siebenten-Tags-Adventisten, mit Sitz in St. Albans/England, besteht aus 23 europäischen Ländern und reicht von Norwegen bis Zypern, mit einer Bevölkerung von rund 202 Millionen Menschen. Es gehören in diesem Bereich 84.000 erwachsen getaufte Mitglieder zur Kirche. Das Gebiet ist administrativ in elf überregionale Kirchenleitungen und drei Felder aufgeteilt.

Mehr zur Kirchenregion der Trans-European Division: www.ted-adventist.org

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