APD-INFORMATIONEN 12/2014 - DEZEMBER 2014

Nachrichtenagentur APD Schweiz feiert 40-jähriges Jubiläum

Basel/Schweiz | 17.12.2014 | APD | Schweiz

Ende November feierte die Schweizer freikirchliche Nachrichtenagentur APD (Adventistischer Pressedienst) ihr 40-jähriges Bestehen. Die Gründung der Agentur erfolgte 1974 auf Initiative des Basler Journalisten Christian B. Schäffler. APD wendet sich mit seinen Diensten vor allem an die säkularen Medien (Printmedien, Onlinemedien, Radio, Fernsehen), an die kirchliche Presse und andere Einrichtungen der öffentlichen Information. Seit dem Ausbau und der Neupositionierung des deutschsprachigen kirchlichen Pressedienstes zu einer Nachrichtenagentur im Jahre 2004 ist APD ein fester Bestandteil der Medienwelt im deutschen Sprachraum geworden. Sitz der Agentur ist Basel.

APD informiert mit Nachrichten, Berichten, Kommentaren und Dokumentationen aus der christlichen Welt. Neben den innerkirchlichen Entwicklungen sind Themen der Entwicklungshilfe, Menschenrechte/Religionsfreiheit, Kirche & Staat sowie Ökumene Schwerpunkte der Berichterstattung. Die Agentur arbeitet nach journalistischen Richtlinien. Dazu zählt die Verpflichtung zu wahrer, objektiver und umfassender Berichterstattung. Obwohl APD ein integrierter Bestandteil der adventistischen Kommunikationsstruktur in der Schweiz ist, arbeitet die Agentur unabhängig von der Kirchenleitung. Kennzeichnend sind eine unabhängige Berichterstattung, Verbundenheit mit der Kirche und parteipolitische Unabhängigkeit.

Die APD-Agenturmeldungen werden elektronisch verbreitet. Sie können auch auf der im Internet publizierten Webseite http://www.stanet.ch/apd/ online gelesen werden. Seit über 30 Jahren erscheinen die Texte ausserdem als monatliche Zusammenfassung in den „APD-INFORMATIONEN“ (ISSN 1423-9590). Empfänger dieser Printausgabe sind neben den Medien vor allem Archive, Bibliotheken, Forschungsstellen und Privatpersonen.

APD Schweiz steht im Austausch mit dem 1984 gegründeten Adventistischen Pressedienst in Deutschland (APD Deutschland) mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart (www.apd.info), der dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, sowie mit weiteren kirchlichen Medienagenturen, vorwiegend in den USA und Australien. Chefredakteur von APD Schweiz ist seit 2010 Herbert Bodenmann.

Der Gründer von APD Schweiz, Christian B. Schäffler, leitete von 1974 bis 2003 ehrenamtlich die Abteilung für Kommunikation und zwischenkirchliche Beziehungen der Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in der deutschen Schweiz. In dieser Eigenschaft gründete er 1974 den „Adventistischen Pressedienst“ (APD). Er blieb dessen Leiter und Chefredakteur bis 2010. Schäffler war 1982 ferner an der Gründung des französischen adventistischen Pressedienstes (BIA) und 1984 an der Entstehung des APD Deutschland massgeblich beteiligt. Seit 1992 arbeiten die APD-Redaktionen in der Schweiz und in Deutschland redaktionell eng zusammen.

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Adventisten in Australien trauern um Opfer des Geiseldramas in Sydney

Epping, New South Wales/Australien | 17.12.2014 | APD | International

Nachdem 17 Personen während 16 Stunden im Lindt Chocolat Café, im Zentrum von Sydney, in den Händen eines Geiselnehmers iranischer Abstammung waren, hat sich laut Medienberichten die Polizei am 15. Dezember zur Erstürmung des Cafés entschieden. Dabei kam es zum tragischen Tod der Geiseln Tori Johnson (34), Manager des Cafés und Katarina Dawson (38), Anwältin. Der Geiselnehmer sei dabei auch ums Leben gekommen.

„Was für ein herzzerreissender Abschluss der Geiselnahme. Er ist verheerend für die Familien der Verstorbenen, für die überlebenden Geiseln, die Polizei und die Familienangehörigen, die durch diese Ereignisse verletzt und traumatisiert worden sind“, sagte Pastor Michael Worker, Präsident der Greater Sydney Conference der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. „Wir beten für alle Betroffenen.“

Laut der Website der australischen Kirchenzeitschrift Adventist Record haben sich die adventistischen Kirchenleiter der Trauer vieler Australier angeschlossen. „Die Adventisten in Australien fühlen mit jenen, die als Geiseln Stunden der Angst und Unsicherheit zu ertragen hatten. Wir trauern mit den Angehörigen der unschuldigen Opfer, die getötet wurden“, sagte Pastor Ken Vogel, Generalsekretär der Adventisten in Australien.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien sei vorbereitet gewesen, um Mitbetroffenen der Geiselnahme gegebenenfalls Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Eine Person habe davon Gebrauch gemacht, die von der Sperrung des Martins Place, der grössten Fussgängerzone in der Innenstadt von Sydney, betroffen gewesen sei. „Die Australische Regierung bittet ADRA jeweils um Unterstützung bei Notfällen“, sagte Braden Blyde, Mediensprecher des Hilfswerks.

Keine Vorurteile noch islamfeindliche Reaktionen gegenüber Muslimen
Tausende unterstützender Mitteilungen zu Gunsten australischer Muslime hätten laut Record die Social Media überschwemmt, nachdem Bedenken über islamfeindliche Gegenreaktionen nach der Geiselnahme aufgekommen seien. Der Hashtag #illridewithyou („Ich fahre mit ihnen“) habe sich in den Social Media viral verbreitet, um Muslimen anzuzeigen, dass Mitbürger bereit seien, sie in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu begleiten und ihnen nötigenfalls Unterstützung und Schutz zu bieten.

„Adventisten sind in Australien Opfer von Vorurteilen vor allem während der ungerechten Inhaftierung der adventistischen Pastorenfrau Lindy Chamberlain gewesen“, erläuterte James Standish, Mediensprecher der Adventisten im Südpazifischen Raum. Azaria, das Baby der Familie Chamberlain, verschwand 1980 spurlos während eines Campingaufenthalts im australischen Outback aus dem Zelt. Die adventistischen Eltern wurden verdächtigt, das Baby in einem religiösen Ritual geopfert zu haben. 2012 wurde die Mutter, die wegen Mordes verurteilt worden war, begnadigt. Man gehe davon aus, dass ein wilder Hund, ein Dingo, das Baby verschleppt habe, so die Richterin. „Für uns ist es wichtig, gegen Vorurteile gegenüber anderen aufzustehen", sagte der adventistische Mediensprecher.

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Polizeigewalt: US-Adventisten fordern Gleichbehandlung aller

Silver Spring, Maryland/USA | 17.12.2014 | APD | International

„Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika ist vom tragischen Tod von Eric Garner sehr bewegt und beklagt den Kummer, der über seine Familie gekommen ist und die Öffentlichkeit betroffen gemacht hat“, sagte am 8. Dezember Kirchenpräsident Pastor Daniel R. Jackson. „Wir sprechen der Familie unser tief empfundenes Beileid aus und werden weiterhin für sie beten.“

Der adventistische Kirchenleiter in Nordamerika nahm Stellung zur wachsenden Zahl von Demonstrationen im Anschluss an die Grand Jury Entscheidungen bezüglich der erlebten Polizeigewalt und des anschliessenden Todes von Michael Brown in Ferguson, Missouri, und Eric Garner in New York. In einigen Bundesstaaten der USA kann der Staatsanwalt eine Grand Jury einsetzen, die aus einer unparteiischen Gruppe von Laien besteht. Sie entscheiden darüber, ob ausreichend Beweise vorhanden sind, dass eine Straftat begangen wurde.

„Die jüngsten Entscheidungen der Grand Jurys in Ferguson, Missouri, nach dem Tod von Michael Brown in Missouri und von Eric Garner in New York, haben bei vielen Amerikanern grosses Entsetzen hervorgerufen“, sagte Pastor Jackson. Die Gleichbehandlung aller sei infrage gestellt. Viele Bürgerinnen und Bürger, einschliesslich adventistischer Pastoren, Lehrer und Schüler, hätten an gewaltfreien Demonstrationen teilgenommen und friedlich Gerechtigkeit sowie einen Wandel gefordert. „Wir werden weiterhin vom Recht Gebrauch machen, um in friedlicher Weise unsere Forderungen nach Veränderungen zu stellen“, teilte Jackson mit.

„Es ist Zeit, mit einem offenen, ehrlichen, respektvollen und zielgerichteten Gespräch über Rechte und Gleichberechtigung aller Mitglieder unserer Gesellschaft zu beginnen“, forderte der nordamerikanische Kirchenleiter. „Wir hoffen, dass die Tragödie dieser beiden Todesfälle den dringend nötigten Wandel herbeiführen und auch das Leiden vieler ethnischen Gruppen in diesem Land bewusst machen wird. Wir beten dafür, dass dieses Bewusstsein zu wechselseitigen Gesprächen sowie zur Heilung führen wird und dass beiden Seiten in Frieden, Liebe und Entgegenkommen miteinander sprechen werden“, so Pastor Jackson.

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Acht Adventisten unter den 28 Opfern des Bus-Massakers in Kenia

Mandera/Kenia | 17.12.2014 | APD | International

Mindestens acht Mitglieder der evangelischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind unter den 28 Opfern des Massakers an Fahrgästen eines Linienbusses, das am Samstagmorgen, 22. November, im Nordosten Kenias durch Al-Shabaab-Terroristen verübt worden ist. Das bestätigten Vertreter der adventistischen Kirchenleitung in Ost-Zentralafrika, mit Sitz in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, auf Anfrage der australischen Kirchenzeitschrift „Record“.

Nach Angaben von CNSnews.com stoppten die Terroristen bei Mandera den Bus mit 59 Plätzen, der in Richtung Nairobi unterwegs war und hätten die Passagiere befragt, um herauszufinden, ob sie Muslime seien.

„Sie haben mich gefragt, wie oft ich am Tag bete und forderten mich auf, einen Koranvers auswendig aufzusagen“, sagte einer der Überlebenden des Massakers gegenüber „Daily Nation“. „Wer auf diese Aufforderungen nicht in befriedigender Weise antworten konnte, musste sich mit dem Kopf nach unten in die schlammige Strasse legen“. Dort seien die Herausgesuchten erschossen worden.

Am 24. November berichtete „The Standard“, dass von einer kleinen adventistischen Kirchengemeinde in Mandera, im äussersten Nordosten Kenias, im Dreiländereck Kenia-Äthi¬opien-Somalia, mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder bei dem Massaker umgekommen sei. „Wir haben zehn Mitglieder verloren“, sagte der adventistische Pastor David Matheka gegenüber „The Standard“. Es wäre sehr wahrscheinlich, dass die Adventisten in diesem Frühbus auf dem Weg zum Gottesdienst gewesen seien.

Die militante Terrorgruppe Al-Shabaab, mit Basis in Somalia, hat die Verantwortung für das Verbrechen übernommen. In ihrer Erklärung bezeichnet sie die christlichen Opfer des Massakers als „Kreuzfahrer“. Der Angriff sei eine Vergeltung für Razzien der Polizei in der Vorwoche, welche diese in Moscheen von Mombasa, der zweitgrössten Stadt in Kenia, mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung, durchgeführt habe.

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Nürnberger Adventisten gewähren äthiopischen Muslimen Kirchenasyl

Nürnberg/Deutschland | 17.12.2014 | APD | International

Die beiden muslimischen Männer aus Äthiopien, 18 und 26 Jahre alt, welche etwa einen Monat lang in den Räumlichkeiten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nürnberg-Mitte Kirchenasyl gefunden hatten, konnten dieses am 11. Dezember wieder verlassen. Eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde Nürnberg holte sie ab. Beide befinden sich nun in einer Unterkunft in der Nähe von Cham in der Oberpfalz in Ostbayern, teilte der Pastor der Adventgemeinde Nürnberg-Mitte, Reiner Gross, mit. Da somit die sechsmonatige Frist abgelaufen sei, innerhalb der die Muslime in ein anderes EU-Land hätten zurückgesandt werden können, wäre nun die Durchführung eines Asylverfahrens in Deutschland möglich.

Laut Gross hätten die beiden Flüchtlinge nach langer Irrfahrt in Afrika endlich das Mittelmeer erreicht, wo sie mit einem „Schiff“ die Reise nach Europa antraten. Sie seien von der italienischen Küstenwache aus Seenot gerettet worden und über Italien nach Deutschland eingereist. Da sie in Italien kein Asyl beantragt hätten, wären sie im Falle einer Rückführung in das EU-Land von dort aus wieder nach Äthiopien abgeschoben worden, informierte Pastor Gross.

„Es war ein harmonisches Miteinander, auch wenn die Sprachverständigung nicht einfach war“, teilte der Geistliche mit. Die Deutschkenntnisse der beiden Männer wären sehr gering und auch die Verständigung in Englisch kaum möglich gewesen. Deshalb habe man aus Äthiopien stammende Adventisten gebeten, zu übersetzen. Aber auch das sei nicht ganz einfach gewesen, denn in Äthiopien gebe es über einhundert verschiedene Sprachen. Die Amtssprache Amharisch hätten die beiden Flüchtlinge nicht fliessend sprechen können, aber zumindest besser verstanden als Deutsch oder Englisch. Oromo, die Mundart der beiden Muslime, wäre dagegen für die adventistischen Äthiopier unbekannt gewesen.

Die Adventgemeinde Nürnberg-Mitte hatte bereits im Herbst einer 33-jährigen Christin aus Äthiopien etwa zwei Monate lang in ihren Räumlichkeiten Kirchenasyl gewährt. Sie habe in ihrer Heimat als Sekretärin für die Oppositionspartei gearbeitet und sei nach der letzten Wahl mit anderen Oppositionellen ins Gefängnis geworfen und dort auch gefoltert worden. Sie wäre über die Niederlande nach Deutschland eingereist und sollte nach Holland abgeschoben werden. Das Kirchenasyl sei ebenfalls mit ausdrücklicher Duldung der Stadt Nürnberg erfolgt, sodass die Frau danach einen Asylantrag in Deutschland hätte stellen können, berichtete Pastor Gross.

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Deutsche Evangelische Allianz nimmt Stellung zur Sterbehilfe

Bad Blankenburg/Deutschland | 17.12.2014 | APD | International

Mit der Erklärung „Bedingungsloses JA für jedes menschliche Leben“ hat die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) eine Stellungnahme zur Diskussion um Fragen der „Beihilfe zur Selbsttötung“ veröffentlicht. Darin heisst es, dass jedes menschliche Leben von seinem frühesten Beginn bis zu seinem natürlichen Ende voller Würde sei. Deshalb widerspreche die DEA der Auffassung, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt ein unwürdiges menschliches Leben geben könnte, in dem die Selbsttötung oder die Beihilfe zum Tod eine Option der Menschenwürde wäre.
Beihilfe zur Selbsttötung eine Grenzüberschreitung
Der Geschäftsführende Vorstand der Allianz äussert sich „tief davon überzeugt“, dass jeder Mensch, vom Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle an bis zu seinem natürlichen Lebensende, als Gottes Geschöpf der menschlichen Willkür entzogen sei. Aber genauso wenig wie ein Mensch selbst bestimmen könne, ob und wann er zum Leben kommen wolle, habe er auch kein Recht, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen und über seinen eigenen Todeszeitpunkt zu bestimmen. Gott gebe das Leben und er beende. Darum sei auch die Beihilfe zur Selbsttötung eine Grenzüberschreitung vermeintlicher Selbstbestimmung. Ärztliches Handeln müsse in erster Linie auf Heilung, bei nicht oder noch nicht möglich erscheinender Heilung auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes von Kranken, ausgerichtet sein. Soweit dies nicht möglich sei, könne es nur darum gehen, Schmerzen und Leiden zu mindern.

Der Allianz-Vorstand bitte deshalb den Deutschen Bundestag, in der anstehenden Gesetzesdebatte in den nächsten Monaten sich für ein bedingungsloses „Ja“ zum menschlichen Leben und seiner Würde auszusprechen. Dazu gehöre die noch grosszügigere Förderung und den weiteren Ausbau der Schmerztherapie. Auch sollte es ein flächendeckendes Angebot von Hospizen geben, um Menschen in der letzten Phase Leiden und Schmerz erträglicher zu machen und sie würdevoll im Abschiednehmen vom menschlichen Leben zu begleiten und im Sterbeprozess beizustehen.

Beihilfe – Nachhelfen – Töten auf Verlangen
Ein Gesetz zur Sterbehilfe, das selbst unter strengen Auflagen die Beihilfe zur Selbsttötung erlaube, würde nach Einschätzung der DEA „das (Un-)Rechtsbewusstsein noch weiter kippen“. Die „Beihilfe“ könnte dann zum „Nachhelfen“ und schliesslich zum „Töten auf Verlangen“ führen. Auch wäre die Unterscheidung zwischen dem, was noch rechtens und dem was nicht mehr rechtens ist immer schwieriger. Es könnte sich zudem der „unmenschliche und unwürdige“ Druck auf Alte, Kranke, Behinderte erhöhen, „freiwillig“ aus dem Leben zu scheiden.

Adventisten – keine aktive Sterbehilfe
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten würde einen ethischen Unterschied machen zwischen dem Verzicht auf lebensverlängernde medizinische Massnahmen, die nur das Leiden verlängern und den Tod hinauszögern, und dem Eingreifen mit dem Ziel, das Leben des Patienten aktiv zu beenden, betonte der Vorsitzende der Freikirche in Deutschland, Pastor Johannes Naether (Hannover). So sei es nicht notwendig, alle nur möglichen medizinischen Behandlungen vorzunehmen oder anzubieten, die lediglich den Vorgang des Sterbens verlängerten. Naether verwies dabei auf die „Konsenserklärung über die Betreuung Sterbender“ der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) vom 9. Oktober 1992. Dort heisst es unter anderem: „Obwohl die christliche Liebe dazu führen kann, medizinische Massnahmen, die Leiden vergrössern oder das Sterben verlängern, zurückzuhalten oder zu beenden, praktizieren Siebenten-Tags-Adventisten jedoch keinen „Gnadentod“ oder Hilfe zur Selbsttötung.“ Ergänzend wird hervorgehoben: „Die christliche Barmherzigkeit schliesst Hilfe für Leidende ein. Beim Dienst an Sterbenden gehört es zur christlichen Verantwortung, Schmerzen und Leiden so weit wie möglich zu lindern. Das schliesst jedoch nicht die aktive Sterbehilfe ein.“

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Als Netzwerk hält sie zu 342 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. An 1.105 Orten in Deutschland gibt es aktive Allianzgruppen. Die DEA-Erklärung „Bedingungsloses JA für jedes menschliche Leben“ ist im Internet zu finden unter:
http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/-aa61e0789b.html

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist eine weltweite evangelische Freikirche mit 18,1 Millionen erwachsen getauften Mitgliedern in 215 Ländern. In Deutschland gibt es rund 35.000 Adventisten in 560 Kirchengemeinden.

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Österreichs Adventisten lehnen geplantes Fortpflanzungsmedizingesetz ab

Wien/Österreich | 17.12.2014 | APD | International

In einer am 1. Dezember veröffentlichten Stellungnahme zur geplanten Reform des österreichischen Fortpflanzungsmedizingesetzes lehnt die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich den vorgelegten Gesetzesentwurf ab, da der Schutz des Lebens nicht gewährleistet sei. Sie kritisiert dabei auf formaler Ebene das „Eilzugtempo“ in dem das Gesetz „duchgepeitscht“ werden soll und „die kurze Begutachtungsfrist, die praktisch kaum Raum zu einer seriösen Diskussion lässt“, als ausgesprochen fahrlässig. Auch sei es für die Kirche der Adventisten in Österreich kein Kriterium, dass „in anderen Ländern bereits wesentlich weitergehende gesetzliche Lösungen gelten“ würden.

Schutz des Lebens und Bewahrung der menschlichen Würde ein Grundwert
Grundsätzlich hält die Kirche fest, dass für Siebenten-Tags-Adventisten der Schutz des Lebens und die Bewahrung der menschlichen Würde einen Grundwert darstelle, „ebenso wie die Pflege und Erhaltung der körperlichen und seelischen Gesundheit. Wir stehen daher den Ergebnissen medizinischer Forschung zur Förderung und Wiederherstellung derselben grundsätzlich positiv gegenüber.“ Die kircheneigenen medizinischen Universitäten, insbesondere in den USA (Loma Linda University), leisteten diesbezüglich hervorragende Beiträge.

Anspruch auf Kinder?
Inhaltlich bemängelt die adventistische Kirche, dass das geplante Gesetz zwei Frauen, die in einer Lebensgemeinschaft oder eingetragenen Partnerschaft lebten, eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung erlaube. Das sei dem Kindeswohl nicht zuträglich, da ihm der Vater vorenthalten werde und das Kindeswohl „dem angeblichen Recht Erwachsener auf Kinder geopfert“ werde. Damit würde „therapeutische zu wunscherfüllender Medizin“.

Eizellenspende
Da die Eizellenspende mit hohem Aufwand und Risiken verbunden sei, könnten die dafür in Aussicht gestellten „Aufwandentschädigungen“ einen finanziellen Anreiz darstellen, der Frauen in wirtschaftlichen Notsituationen einen solchen Schritt eher erwägen lasse. „Die Eizelle wird zur Ware, die spendende Mutter zur Rohstofflieferantin.“

Präimplantationsdiagnostik (PID)
Der Begriff „Diagnostik“ wirke irreführend, heisst es in der Stellungnahme der Adventisten. Eine Diagnose in der Medizin sei ein komplexer Vorgang, welcher im Krankheitsfall üblicherweise eine Therapie folge. Bei einer vermuteten oder festgestellten krankhaften Disposition einer befruchteten Eizelle bedeute dies aber die Vernichtung des frühen Embryos, „weil in diesem Stadium eine Therapie gegenwärtig gar nicht möglich“ sei. Richtiger wäre es „von einer Präimplantationsselektion zu sprechen“, die aber auch niemals garantieren könne, dass ein gesundes Kind geboren werde. Damit bestimmten Menschen darüber, welches Leben lebenswert oder unwert sei, beziehungsweise welche Menschen anderen Menschen zumutbar seien.

Adventisten in Österreich
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich hat seit Juli 1998 den Status einer staatlich eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaft. Es gehören ihr 4.125 Mitglieder an, die sich durch die Glaubenstaufe angeschlossen haben. Adventisten zählen einige Hundert Kinder und Jugendliche nicht als Mitglieder, da sie die Kindertaufe nicht kennen, sondern es den Jugendlichen selbst überlassen ob und wann sie sich durch die Erwachsenentaufe der Kirche anschliessen wollen.

Weitere Angaben zur Kirche, ihrer Herkunft und Geschichte finden sich auf der Website: www.adventisten.at

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VEF-Deutschland nimmt zwei Gastkirchen als Vollmitglieder auf

Stuttgart/Deutschland | 17.12.2014 | APD | Ökumene

Die Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat am 26. November mit Foursquare Deutschland und der Anskar-Kirche zwei neue Vollmitglieder aufgenommen. In einem Gottesdienst in Stuttgart betonte VEF-Präsident Präses Ansgar Hörsting, er freue sich über die „Vielfalt von Prägungen und Traditionen“, die in der VEF durch eine gemeinsame Basis ermöglicht werde: „Die Überzeugung, dass Kirche die Gemeinschaft der Glaubenden ist, verbindet uns. Die Grundlage ist und bleibt die Einheit, die Jesus Christus gibt.“

Die Bedeutung des Zusammenseins von Christen hob auch der Leiter von Foursquare Deutschland, Jan von Wille, in seiner Ansprache hervor. „Das Zusammenbleiben – auch mit den ganz eigenen Unterschieden – muss aktiv bewahrt werden.“ Hierfür sei die VEF ein guter Ort.

Vizepräsidentin Rosemarie Wenner ermutigte die Delegierten aus den Mitgliedskirchen zu einem „regen Austausch“. Die VEF lebe davon, dass „sich die Bünde mit ihren jeweiligen Gaben einbringen und dass sie sich von den anderen Mitgliedskirchen ergänzen lassen“, so die Bischöfin. Dieses Miteinander habe spürbare Folgen: „Gemeinsam können sich die Mitgliedskirchen in die Gesellschaft einbringen und etwas zum Positiven verändern.“

In diesem Sinne begrüsse er „die Repräsentanz der VEF am Sitz der Bundesregierung und das damit zu Tage tretende politische Engagement“, betonte Dr. Tillmann Krüger, Leiter der Anskar-Kirche Deutschland, in seinem Grusswort an die Delegierten. Es sei wichtig, in öffentlichen Debatten auch die Stimme der Freikirchen zu hören: „Dabei geht es nicht um eine moralisierende Proteststimme, sondern um einen Beitrag aus der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft, der in jeder Demokratie wesentlich sein sollte.“

Die beiden neuen Vollmitglieder der VEF, die bisher Gastmitglieder waren, gehören der charismatischen Gemeindebewegung an. Weltweit zählen zur Foursquare Kirche 51.814 Gemeinden mit 5,7 Millionen Mitgliedern und 48.000 hauptamtlichen Mitarbeitern in 147 Län¬dern. Foursquare Deutschland umfasst 33 Ortsgemeinden mit rund 1.100 Mitgliedern und zusätzlich etwa ebenso viele weitere regelmässige Besucher. Foursquare lege besonderen Wert auf Evangelisation und Gemeindegründung (www.foursquare-deutschland.de). Zur etwa 700 Mitglieder zählenden Anskar-Kirche gehören sechs Gemeinden im Grossraum Hamburg, in Hessen und Franken. Die kleine Freikirche möchte „Gemeinden für das 21. Jahrhundert bauen“ und dabei ihre Wurzeln in der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung im Blick behalten (www.anskar.de).

Die 1926 in Deutschland gegründete Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat als Ziel die Förderung gemeinsamer Aufgaben, die Vertiefung zwischenkirchlicher Beziehungen sowie die Vertretung freikirchlicher Belange in der Öffentlichkeit. Zur VEF gehören zwölf Mitglieder sowie als Gastmitglieder die Evangelische Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine) und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die VEF-Kirchen zählen insgesamt über 250.000 Mitglieder. Weitere Informationen: www.vef.de

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Irak: Adventisten bauen in Erbil eine Kirche - ADRA eröffnet Landesbüro

Erbil/Irak | 17.12.2014 | APD | Religion + Staat

Im Irak leben nach Angaben von Pastor Homer Trecartin, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten im Mittleren Osten und Nordafrika (MENA), noch rund 50 Kirchenmitglieder. Einige von ihnen seien aus den Unruhegebieten nach Erbil ins kurdische Gebiet im Nordirak geflohen. In Erbil befindet sich der Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Die adventistischen Christen versammelten sich dort jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag, in einem gemieteten Raum, um den Gottesdienst zu feiern. Daran nähmen laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ auch Freunde, Nachbarn und gelegentlich andere Flüchtlinge teil.

Die kurdischen Behörden hätten der adventistischen Kirche geholfen, sich in Erbil registrieren zu lassen und ihnen auch die Bewilligung zum Bau einer Kirche erteilt. „Der Bau schreitet gut voran“, sagte Trecartin. „Das Gebäude wird einen Gottesdienstraum, Büros und zwei Wohnungen enthalten.“ Er habe Ende November während seiner viertätigen Pastoralreise im Irak eine kleine, aber sehr lebendige Gemeinde angetroffen. Auch in Bagdad würden die Kirchenmitglieder ihre Nachbarn zum Gottesdienst mitbringen.

Unter der Leitung von George Shamoun, Präsident der Adventisten im Irak, würden die Kirchenmitglieder mit eigenen finanziellen Mitteln sowie Spendengeldern jenen helfen, denen es noch schlechter gehe, erläuterte Pastor Trecartin. In mehreren Flüchtlingszentren für Binnenvertriebene hätten sie Toiletten gebaut, sowie Lebensmittelpakete, Decken und Winterkleidung verteilt.

ADRA eröffnet Landesbüro
Nach viel Aufwand habe die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Irak das Landesbüro eröffnet und sei dabei, qualifiziertes Personal zu rekrutieren, Projekte aufzugleisen, damit noch mehr geholfen werden könne, sagte Homer Trecartin.

ADRA war seit 1995 im Irak tätig, ohne registriert zu sein. Nach der offiziellen Erklärung von US-Präsident George W. Bush, dass der im März begonnene Irakkrieg im Mai 2003 beendet sei, eröffnete ADRA in Bagdad im Juli 2003 erneut ein Büro. Nach einer Anschlagserie in der Hauptstadt verliessen 2004 die ausländischen ADRA Mitarbeiter den Irak.

Adventisten im Irak
2004 gab es im Irak 220 Adventisten, die sich in Mosul, Bagdad und in einer Kirchengemeinde im Nordirak versammelten. Die meisten Adventisten lebten damals in der Hauptstadt Bagdad. Die Freikirche ist seit 1923 im Irak vertreten und wurde 1959 staatlich anerkannt.

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Schützen, was uns schützt: Menschenrechte

Bern/Schweiz | 17.12.2014 | APD | Menschenrechte

Am 28. November 1974 ratifizierte die Schweiz die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) des Europarates. Dieses Jubiläum nimmt der neugegründete Verein „Dialog EMRK“ als Auftakt für die Informationskampagne “Schutzfaktor M - Menschenrechte schützen uns”. Diese wolle auf einfache und verständliche Weise über den Menschenrechtsschutz in der Schweiz und über die Bedeutung der EMRK informieren, so der Verein in einer Medienmitteilung. Ein Kurzvideo von zweieinhalb Minuten erklärt, wie Menschenrechte schützen http://www.schutzfaktor-m.ch/.

Die Menschenrechte in der Schweiz seien nicht in Stein gemeisselt: Eine Mehrheit von Stimmberechtigten und Ständen könne per Volksinitiative Grundrechte ändern oder abschaffen, jeweils auf Kosten einer Minderheit. Deshalb fordert Dialog EMRK auf, den Appell „Übernehmen wir Verantwortung für die Menschenrechte!“ zu unterzeichnen.

Laut „Dialog EMRK“ sei die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) in zweifacher Hinsicht ein Schutzfaktor: Alle Bewohner der Schweiz könnten Dank der EMRK beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde gegen ein Urteil des Bundesgerichts einreichen, wenn jemand der Meinung sei, das Urteil verletze seine Rechte. Zudem habe sich die Schweiz mit der Ratifizierung der EMRK vor 40 Jahren dazu verpflichtet, den europäischen Mindeststandard des Menschenrechtsschutzes national umzusetzen. Die Menschenrechte der EMRK seien 1999 vom Stimmvolk, bei der Revision der Bundesverfassung, als Grundrechte in die neue Bundesverfassung aufgenommen worden. Die Qualität einer Demokratie messe sich daran, wie sie die Rechte der schwächsten Gesellschaftsmitglieder schütze.

Dialog EMRK
Trägerschaft der Kampagne ist der Verein Dialog EMRK. Er ist aus der gleichnamigen Arbeitsgruppe entstanden, die sich im Herbst 2013 unter dem Dach der NGO-Plattform Menschenrechte gebildet hatte. Mit den Schwerpunkten Dialog, Medienarbeit und Sensibilisierung der Öffentlichkeit zum Thema Menschenrechtsschutz. Der Verein Dialog EMRK will das Wissen über den Menschenrechtsschutz in der Bevölkerung vertiefen und auffrischen, die Errungenschaften der EMRK für die Schweiz bekannt machen und den Dialog über die Bedeutung der EMRK für die Schweiz fördern. Die Menschenrechte der EMRK sollen auch in Zukunft in der Schweizer Bundesverfassung als Grundrechte verankert und die Klagemöglichkeit am EGMR in Strassburg erhalten bleiben. Die Schweiz soll als Mitgliedstaat des Europarates weiterhin den Bestimmungen der EMRK verpflichtet bleiben und sich überzeugt für den Menschenrechtsschutz in Europa einsetzen.
Mehr: http://www.schutzfaktor-m.ch/portrait

Deutsche Website: www.schutzfaktor-m.ch
Französische Website: www.facteurdeprotection-d.ch
Italienische Website: www.fattorediprotezione-d.ch
Appell unterschreiben: http://www.schutzfaktor-m.ch/appell-unterschreiben
Ideell unterstützende Organisationen: http://www.schutzfaktor-m.ch/partner
Fragen und Antworten zur EMRK: http://schutzfaktor-m.ch/fragen-und-antworten

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ADRA-Kinderzentrum erhält Stiftungspreis für gemeinnütziges Projekt

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 17.12.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Das „Kinderzentrum Regenbogen der Hoffnung“ in der Republik Moldau erhielt einen Preis der Town & Country Stiftung in Höhe von 5.000 Euro. Die 2009 gegründete Stiftung widmet sich der Förderung benachteiligter Kinder und unterstützt auch unverschuldet in Not geratene Familien in selbstgenutztem Wohneigentum. Betrieben wird das Kinderzentrum Regenbogen von der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) Deutschland mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt.

Die Einrichtung befindet sich in der Republik Moldau, etwa 20 Kilometer ausserhalb der Hauptstadt Chisinau. Dort würden nach Angaben von ADRA Deutschland Strassenkinder und Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen aufgenommen, ärztlich untersucht, medizinisch versorgt und wieder in den Schulalltag integriert. Angestrebt werde die Unterbringung in den eigenen Familien, bei Verwandten oder, wenn das nicht möglich sei, bei Pflegefamilien. Das Kinderzentrum entstand als Folgeprojekt der jährlich von ADRA Deutschland durchgeführten Aktion „Kinder helfen Kindern“.

„Ich bin froh, dass wir durch die Förderung der Stiftung eine gute finanzielle Grundlage für das Kinderzentrum im nächsten Jahr erhalten haben“, freute sich ADRA-Regionalkoordinatorin Anja Emrich. Der Town & Country Stiftungspreis richte sich bewusst an regional operierende gemeinnützige Organisationen, deren Projekte einer Vielzahl von Kindern zu Gute kämen. Pro Bundesland zeichnete die Stiftung bereits zum zweiten Mal Vereine und Einrichtungen aus, die benachteiligte Kinder in Familien, Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen unterstützen. Eine unabhängige Jury habe die Preisträger in den vergangenen Monaten aus 176 Bewerbungen ausgewählt. Das „Kinderzentrum Regenbogen der Hoffnung“ erhielt die Auszeichnung für Hessen.

ADRA Deutschland wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Ad-ventisten gegründet. Als Mitglied eines weltweiten Netzwerks mit 134 nationalen Büros arbeite ADRA Deutschland daran, dass der Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen der Welt Einhalt geboten werde, so Pressesprecher Martin Haase.

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Gesünder leben durch „Massai Ofen- und Solar-Projekt“ in Tansania

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 17.12.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Wenn Massai-Frauen in Ostafrika das Essen zubereiten, dann tun sie dies in ihren Hütten auf offenen Kochstellen, berichtet Mirjam Greilich, Mitarbeiterin der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Dabei müssten sie mit verrussten Wänden und Decken sowie in der Regel mit schweren Atemwegserkrankungen rechnen. Schuld daran sei das giftige Gas Kohlenmonoxid, welches sich bei der Holzverbrennung entwickele und in der Hütte sammele. Ausserdem benötigten die offenen Kochstellen viel Brennholz, was die Frauen in mühevoller, zeitraubender Arbeit auflesen müssten.

Mit dem „Massai Ofen- und Solar-Projekt“ möchte ADRA Frauen und ihren Kindern in Tansania zu einer besseren Gesundheit verhelfen. Die Frauen würden geschult, wie sie sich in ihren Hütten Kochstellen mit Abzug bauen können, die den Rauch nach aussen abführen. Ausserdem sollen kleine Solaranlagen auf den Dächern installiert werden. So hätten die Familien abends Licht in ihren Hütten oder könnten mobile Geräte aufladen. Unter Anleitung anderer Massai-Frauen lernten die Frauen den Aufbau eines geschlossenen Ofensystems. Dazu würden sie von ADRA die benötigten Materialien erhalten, wie geschweisste Abzugsrohre und Metallplatten, um in ihrer Hütte einen solchen Ofen einzubauen. Mindestens 300 Haushalte sollen laut Greilich so ausgestattet werden. Neben der gesundheitlichen Verbesserung für die Bewohner habe der neue Ofen noch weitere Vorteile: er verbrauche 60 Prozent weniger Brennholz und schone dadurch die Umwelt.

Was dies für die Massai-Frauen bedeutet schildert Mama Mbarakwo Moikan aus dem tansanischen Dorf Enguiki, die bereits solch einen neuen Ofen hat: „Keine schwarzen Wände und Decken mehr, keinen Russ mehr, der stinkt und krank macht. Bevor ich den Ofen hatte, haben meine Augen gebrannt, jede Woche musste ich mit einem meiner Kinder ins Krankenhaus, weil sie starken Husten hatten. Seit ich den Ofen habe, muss ich nur noch zwei-, statt viermal die Woche in den Busch zum Holz sammeln. In der gewonnen Zeit kann ich auf dem Feld und im Ziegenstall arbeiten. Jetzt in der Regenzeit nutze ich die Zeit, um Gemüse und Nahrungsmittel anzupflanzen. Mein Heim bleibt viel länger warm mit dem Ofen, als mit dem offenen Feuer.“

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Psychosoziale Betreuung für Flüchtlinge im Nordirak

Wien/Österreich | 17.12.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat ein neues Projekt in Erbil für in den Nordirak geflohenen Flüchtlinge begonnen. Die meisten lebten in den von Kurden kontrollierten Bezirken Dohuk, Erbil und Suleimaniya, so Corinna Wagner von ADRA Österreich. Flüchtlinge in der Region Erbil wohnten in gemieteten Räumen, bei Gastfamilien oder in Sammelunterkünften, wie Schulen, Kirchenhöfen, Parks oder nicht fertiggestellten Rohbauten.

Im bevorstehenden Winter würden in einigen Regionen ein bis drei Meter Schnee erwartet. Die meisten Familien hätten keine Einkommensmöglichkeit und seien von Hilfe abhängig. Sie würden grösstenteils von der Bevölkerung, die sie aufgenommen habe, oder von Hilfsorganisationen versorgt. Aber es gebe viele Lücken, die bisher nicht so leicht gedeckt werden könnten. Eine dieser Lücken sei die psychosoziale Betreuung der Flüchtlinge, teilte Corinna Wagner mit. Viele hätten traumatisches erlebt, während sie aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die überfüllten Unterkünfte sowie die Abhängigkeit, keine Möglichkeit, selbst ein Einkommen zu verdienen, fügten weiteren Stress hinzu. Sie würden die lokale Sprache nicht verstehen und ihre Kinder verpassten den Schulunterricht. Das belaste die Familien.

ADRA möchte laut Wagner die Flüchtlinge in ihre Gastregion integrieren, ihnen Zugang zu Einkommen und eine Schulausbildung für die Kinder ermöglichen. Im ADRA-Zentrum in Erbil werde soziale und psychologische Betreuung angeboten. Auch gebe es Kurse zum Erlernen der kurdischen Sprache und Förderunterricht für Kinder, damit sie den Sprung in die Schule schafften. Ausgewählte Flüchtlingsfamilien erhielten einen Kleinkredit, um ein Familienunternehmen zu gründen, andere würden als Projektmitarbeiter angestellt, um die vielen Kinder tagsüber zu betreuen. Auch die gastgebende Bevölkerung werde in die Projektaktivitäten mit einbezogen, um Neid gegenüber den Flüchtlingen vorzubeugen und die Integration zu erleichtern, betonte Corinna Wagner.

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Hilfe im Kampf gegen Ebola in Liberia

Wien/Österreich | 17.12.2014 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat ein sechsmonatiges Projekt begonnen, um vor allem den Ebola-Virus in Liberia einzudämmen. Dadurch möchte das Hilfswerk ein erstes, bereits abgeschlossenes Nothilfeprojekt in den nahe Sierre Leone liegenden Regionen Bomi, Grand Cape Mount und Gbarpolu ausweiten.

Untersuchungen, die ADRA gemeinsam mit dem liberianischen Sozialen Wohlfahrts- und Gesundheitsministerium durchgeführt habe, hätten ergeben, dass es an vielen Orten unzureichende Schutzausrüstungen und zu wenig vorbeugende Massnahmen gebe. Auch die Koordination und Logistik wären problematisch. Erschreckend sei die hohe Zahl der infizierten Mitarbeiter in Gesundheitszentren in Liberia. Viele von ihnen würden aus Furcht die Arbeitsplätze verlassen. Da so noch mehr Patienten gestorben seien, hätten die Angehörigen Angst, ihre Kranken in die Hospitäler zu bringen.

Das in das liberianische Aktionsprogramm der Regierung eingebettete ADRA-Projekt beinhalte psychosoziale Unterstützung für die betroffene Bevölkerung und trage zur Kontrolle der Infektion bei. Dabei gehe es um eine breit angelegte Aufklärungskampagne zum Schutz vor Ebola und die Verbesserung der Gesundheitsdienstleistungen auf Dorfebene, teilte ADRA-Österreich mit.

Dafür seien Bewusstseinskampagnen zu Schutzmassnahmen vor Ebola für eine Zielgruppe von 87.000 Menschen vorgesehen. Sechs Ebola-Überlebende aus den Dorfgemeinschaften würden als lebendige Zeugen in ihrer Region Sensibilisierungsmassnahmen unterstützen, um die Angst der Bevölkerung vor den Gesundheitseinrichtungen abzubauen. Gesundheitskomitees in den Dörfern bekämen Unterstützung in ihrer Sanitär- und Hygieneausbildung. 190 Handwascheinrichtungen sollen an stark frequentierten Orten, wie Schulen, Märkten oder Gesundheitszentren, aufgestellt werden. Da der gesamte Hausrat von betroffenen Familien verbrannt werde, um Keime abzutöten, stelle ADRA 200 Ebola-Solidaritäts-Sets mit Nahrungsmitteln und persönlichen Gegenständen für überlebende Familienmitglieder zur Verfügung. Diese würden zudem psychosozial betreut. Ausserdem erhielten acht Gesundheitseinrichtungen Ausrüstungsmaterial für den persönlichen Schutz der Mitarbeiter.

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„Brennpunkt Ökumene: Möglichkeiten am Ort“

| 17.12.2014 | APD | Buchrezensionen

Paul Metzger, „Brennpunkt Ökumene: Möglichkeiten am Ort“, Verlagshaus Speyer, Speyer, 2014, 96 Seiten, Paperback, 9,90 Euro, ISBN 978-3-939512-65-3

Mit diesem Buch will Paul Metzger, Referent für die Bearbeitung von Grundsatzfragen katholischer Theologie am Konfessionskundlichen Institut Bensheim, ökumenische Fragen, welche die beiden grossen Konfessionen betreffen, in allgemein verständlicher Sprache darstellen. Anlass des Bändchens ist der für Pfingsten 2015 geplante „Ökumenische Kirchentag“, den das römisch-katholische Bistum Speyer gemeinsam mit der Evangelischen Kirche der Pfalz gestalten möchte. Die folgenden Ausführungen beschränken sich daher auf die evangelische und die römisch-katholische Kirche, orthodoxe Kirchen und Freikirchen bleiben ausser Acht. Es ist ein Buch für Laien, die sich für ökumenische Fragen interessieren, und sich fragen, ob die Trennung noch nötig ist. Für Metzger „sind genug Brücken gebaut, um die Gräben zwischen den Konfessionen zu überwinden und in der Praxis gemeinsam zu handeln und zu feiern.“ Nicht das gemeinsame Handeln, sondern das konfessionelle Eigenleben sei begründungspflichtig, so der Autor. Auf den knapp 100 Seiten schlägt Metzger auch konkrete Möglichkeiten vor, wie das Miteinander von katholischen und evangelischen Christen verbessert werden könnte.

Bereits in der Anlage des Buches kommt dieses Anliegen zum Tragen: Das von einem Pfarrer der evangelischen Landeskirche geschriebene Bändchen wird vom katholischen Blickwinkel „eingerahmt“: Johanna Rahner, Theologie-Professorin in Tübingen, geht in ihrem Vorwort auf das theologische Gewicht von kirchlichem Handeln vor Ort ein. Abt Marianus Bieber stellt in seinem Nachwort vier Modelle geistlicher Ökumene vor. Die ersten beiden Kapitel können als Einleitung gelesen werden. Metzger gibt darin einen Überblick über das Thema sowie eine präzise und kompakte Analyse unserer heutigen Lebenswelt. Daneben besteht das Buch aus zwei grösseren Teilen.

Im ersten Teil werden grundsätzliche Fragen aus drei Perspektiven behandelt. Aus einer ersten, historischen Perspektive erklärt der Autor die Gründe für die Trennung der Kirchen. Aus einer zweiten, der Gegenwartsperspektive, nähert sich Metzger der Frage, warum die Kirchen heute noch getrennt sind. Hier werden das Kirchenverständnis, das Amtsverständnis und die Bibelhermeneutik der beiden grossen Kirchen gegenüberstellt. Die dritte, auch in die Zukunft gerichtete Perspektive untersucht, ob diese Trennung weiterhin bestehen muss. Fazit des Autors: Es gibt eine hohe Übereinstimmung in Glaubensdingen. An den bestehenden Gräben sollte die Gemeinschaft der Kirchen nicht scheitern, da „es bereits seit längerer Zeit selbst über diese Gräben Brücken gibt, über die man gehen kann“ (Seite 58).

Der zweite Teil nimmt mit der Überschrift „Brennpunkte der Ökumene“ den Gesamttitel wieder auf. Hier kommt die zwischenkirchliche Problematik in den Bereichen „ökumenische Gottesdienste“, „Taufe“, „Abendmahl“ und „Ehe“ in den Blick. Zunächst wird der gegenwärtige Stand des Problems dargestellt. Danach sollen theologische Überlegungen zu grundsätzlichen Lösungen überleiten. Diese Lösungsvorschläge sind bewusst pragmatisch gehalten und wenden sich vor allem an die Ebene von Bistum und Landeskirche. Metzger geht es bei seinen Ausführungen nicht um eine Einheitskirche, oder „darum, dass eine Kirche die andere so lange überredet, bis diese einsieht, dass die andere ‚besser‘ ist und zu ihr zurückkehrt“ (Seite 46). Die Vielfalt der Konfessionen sei selbst im Neuen Testament angelegt (Seite 45). „Es geht darum, dass beide Kirchen sich weiterentwickeln, dass sie voneinander lernen und dabei auch von Gott immer mehr erfahren. Je mehr sie sich auf Christus zu entwickeln, desto näher kommen sie auch einander“ (Seite 46).

Metzger schreibt zwar mit einem pragmatischen Optimismus, bescheidet sich aber auch selbst, wenn er angibt, dass es nicht um „die“ Lösung „der“ ökumenischen Probleme des katholisch-evangelischen Dialogs überhaupt gehe (Seite 11). Auch wolle er nicht den Eindruck erwecken, alle ökumenischen Probleme seien in der evangelischen Kirche gelöst und lediglich „die Katholiken“ verweigerten sich (Seite 10). Dennoch fällt beim Lesen auf, dass gerade bei den „Brennpunkten der Ökumene“ doch immer noch manche Gräben existieren, die dem Rezensenten relativ breit vorkommen, beispielsweise bei der Frage der konfessionsverschiedenen Ehe und der Eucharistie.

Das Buch gibt einen aktuellen, erstaunlich kompakten Einblick in eine komplexe und historisch weit umfassende Thematik auf knappem Raum. Es ist darüber hinaus engagiert geschrieben und leicht zu lesen. Auch wenn nur die Positionen der beiden grossen Konfessionen behandelt werden, ist das Bändchen doch jedem zu empfehlen, der sich in kurzer Zeit mit den zwischenkirchlichen Chancen und Herausforderungen bekannt machen möchte.
Jens-Oliver Mohr

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