APD-INFORMATIONEN 1/2015 - JANUAR 2015

Neue Leitung für Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz

Zürich/Schweiz | 27.01.2015 | APD | Schweiz

Das Präsidium der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK CH wird ab 1. Januar 2015 von Bischof Harald Rein, Christkatholische Kirche, als Präsident und von Weihbischof Denis Theurillat, Römisch-katholische Kirche, als Vizepräsident geleitet. Damit seien die Deutschschweiz und die Romandie vertreten, schreibt die AGCK CH in einer Medienmitteilung. Die Zusammenarbeit im Präsidium der Arbeitsgemeinschaft und ebenso mit den Präsidiumsmitgliedern sowie den Delegierten der Plenarversammlung, sei ihnen sehr wichtig, betonten beide: „Wir werden uns daher regelmässig treffen, austauschen und absprechen.“

Bischof Harald Rein übernimmt das Präsidium von Pfarrerin Rita Famos, welche die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz seit 2013 präsidierte. Sie arbeitet in den Gesamtkirchlichen Diensten der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich.

Bischof Harald Rein
Harald Rein (*1957) ist seit 2009 Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz. Er vertritt seit Jahren seine Kirche im Präsidium der AGCK CH und war 2014 deren Vizepräsident.

Harald Rein war Gemeindepfarrer im aargauischen Fricktal und im Kanton Zürich, sowie Lehrbeauftragter für praktische Theologie an der Universität Bern. 2009 ernannte ihn diese zum Privatdozenten für theologische Kybernetik (Kirchentheorie und Pastoraltheologie). Er hatte ausserdem mehrfach einen Lehrauftrag für Gemeindemanagement am Departement für Christkatholische Theologie an der Universität Bern inne.

Im Rahmen der Ökumene war Harald Rein unter anderem Präsident der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Zürich. Er nahm als Delegierter der Christkatholischen Kirche der Schweiz an der neunten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) 2006 in Porto Alegre/Brasilien teil. 2013 war er zudem Beobachter an der 10. Vollversammlung in Busan/Südkorea. Dazu publizierte er eine Untersuchung über die ökumenischen Beziehungen zwischen den anglikanischen, altkatholischen und orthodoxen Kirchen.

Bischof Rein ist seit 2013 in zweiter Ehe verheiratet und hat drei erwachsene Kinder aus erster Ehe.

Weihbischof Denis Theurillat
Weihbischof Denis (*1950) studierte an der Universität Fribourg Theologie und wurde 1976 zum Priester geweiht. Nach Vikar-Stellen in Bassecourt/JU und Saint-Imier/BE wurde er Pfarrer in Malleray-Bévilard/BE.

1997 diente er als Bischofsvikar im französischsprachigen Teil des Bistums Basel und wurde 2000 zum Weihbischof des Bistums Basel ernannt. Mgr Theurillat ist Titularbischof von Tubulbaka und residierender Domherr des Standes Bern.

Der neue Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft ist seit 2011 Mitglied des Präsidiums der Schweizer Bischofskonferenz. Dort ist er für die Bereiche Verkündigung, Ökumene und Frauenfragen zuständig.

„Dass die Einheit, die eine inständige Bitte von Jesus ist, zu einer Realität wird“, wünsche er sich, so Weihbischof Denis. „Das ist eine Leidenschaft, die in mir brennt.“

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Bischof fordert von Schweizer Politikern Einsatz gegen Ausbeutung

Freiburg/Schweiz | 27.01.2015 | APD | Schweiz

Bischof Markus Büchel, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, legte in einem Brief den eidgenössischen Politikerinnen und Politikern die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag (1. Januar) ans Herz. Der Papst rufe darin auf, alle Formen moderner Sklaverei zu bekämpfen, welche auch heute noch Millionen von Menschen knechteten. Laut der Medienmitteilung der Schweizer Bischofskonferenz mahne Bischof Markus Büchel gleichzeitig die eidgenössischen Politiker, zu den internationalen Vereinbarungen Sorge zu tragen, welche für die Schweiz als auch deren Vertragspartner von elementarer Bedeutung seien.

„Papst Franziskus appelliert an uns alle, jede Form von Ausbeutung von Menschen durch Menschen zu überwinden, damit wir ‚nicht mehr Knechte, sondern Brüder und Schwestern’ werden“, schreibt Bischof Markus Büchel in seinem Brief an die eidgenössischen Parlamentarierinnen. Der Papst appelliere vor dem Hintergrund der vielfältigen Formen moderner Sklaverei, die auch heute noch in vielen Regionen der Welt grassierten und unter der Millionen von Menschen täglich litten, so der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz. „Der Papst erinnert an Arbeiterinnen und Arbeiter, die unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden, Migranten, die ohne Perspektive ihr Leben fristen müssen, Frauen und Kinder, die zur Prostitution gezwungen werden, Menschen, deren Organe wie Handelsware verschachert werden, junge Männer, die von regulären Armeen oder terroristischen Gruppen zwangsrekrutiert und in den vielen bewaffneten Konflikten zum Töten gezwungen werden und zahllose andere“, schrieb Bischof Markus Büchel im Brief.

Papst Franziskus habe in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag betont, dass das Schicksal dieser versklavten Brüder und Schwestern auch uns angehe, dass wir alle unsere Verantwortung für gerechte Wirtschafts- und Handelssysteme wahrnehmen müssten, sei es als Konsumenten, als Unternehmer oder als Politiker. Diesbezüglich habe Papst Franziskus die nationale Gesetzgebung zur Migration, zur Arbeit, zur Adoption, zur Standortverlagerung und zur Korruptionsbekämpfung betont.

Elementare Bedeutung von zwischenstaatlichen Institutionen
Von elementarer Bedeutung seien aber auch zwischenstaatliche und internationale Institutionen, welche die Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen ermöglichten, so der Papst.

Angesichts der aktuellen politischen Debatten in der Schweiz wolle er als Präsident der Schweizer Bischofskonferenz den Parlamentarierinnen und Parlamentariern vor allem einen Punkt ans Herz legen, schreibt Büchel: „Tragen Sie Sorge zu den internationalen Vereinbarungen, in die unser Land eingebunden ist und welche für die Schweiz wie für unsere Vertragspartner von elementarer Bedeutung sind.“

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: „Gewissen Europas“
Bischof Büchel erinnert in seinem Brief die eidgenössischen Politiker deshalb auch an die klaren Worte von Papst Franziskus bei seinem kürzlichen Besuch der europäischen Institutionen in Strassburg, bei dem der Papst den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als „Gewissen Europas“ bezeichnet hatte.

Der Brief des Präsidenten der Bischofskonferenz sowie die Botschaft des Papstes im Wortlaut:
http://www.bischoefe.ch/dokumente/botschaften/papstbotschaft-1.-januar-2015

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Adventisten in Frankreich bestürzt und entsetzt über Mordanschlag

Paris/Frankreich | 27.01.2015 | APD | International

„Unser Mitgefühl begleitet die Familien aller Opfer“, sagte Ruben de Abreu, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich, zur brutalen Ermordung von zehn Mitarbeitern des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ sowie von zwei Polizisten am 7. Januar in Paris. „Die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich ist bestürzt über das barbarische Eindringen radikaler Individuen in die Räumlichkeiten der Zeitung, um die anwesenden Journalisten und Zeichner zu ermorden“, schreibt der adventistische Pressedienst in Frankreich (BIA). „Wir laden unsere Kirchenmitglieder ein, für die Angehörigen der Opfer zu beten und sich im familiären, gesellschaftlichen sowie beruflichen Umfeld als Friedensstifter zu betätigen, um ein besseres Zusammenleben innerhalb unserer verschiedenartigen französischen Gesellschaft zu fördern“, sagte der adventistische Kirchenleiter.

Die Meinungsfreiheit lebe davon, sich in aller Offenheit ausdrücken zu können, die Weisheit gebiete es aber, dabei die Achtung vor allen Menschen, ob gläubig oder nicht gläubig, einzubeziehen, betont Jean-Paul Barquon, Mediensprecher der Kirche, in der Medienmitteilung. Die Gläubigen ihrerseits sollten Humor und Spott akzeptieren und dabei nicht alles wörtlich nehmen. Frömmigkeit sei nicht mit Humorlosigkeit gleichzusetzen und Lachen keine Sünde. Meinungsverschiedenheiten dürften aber auf keinen Fall mit solch kriminellen Handlungen ausgetragen werden. „Wir verurteilen diese mit aller Entschiedenheit“, so Barquon.

Die adventistischen Kirchenleiter in Frankreich hofften, dass solche Dramen weder Islamophobie noch Antisemitismus in der französischen Gesellschaft förderten noch weitere Angriffe auf die Meinungsfreiheit.

Adventistische Weltkirchenleitung spricht französischem Botschafter Beileid aus
Die adventistische Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA, hat in einem Schreiben an Gérard Araud, Botschafter in Washington D.C./USA, ihr Beileid ausgedrückt und den terroristischen Angriff auf die Meinungsfreiheit verurteilt. Das teilte Pastor John Graz, Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung, gegenüber dem APD mit. „Wir teilen den Schmerz der Opferfamilien und beten für sie, ebenso wie für die Opfer in kritischem Gesundheitszustand“, so Graz.

„Die Adventisten haben sich weltweit immer für die Verteidigung der Gewissens- und Religionsfreiheit eingesetzt. Diese Freiheiten bilden das Fundament aller anderer Freiheiten, auch der Meinungsfreiheit“, heisst es in dem Brief an den Botschafter. „Wir verteidigen die Freiheit, einer Religion anzugehören oder auch keine zu haben, sie mit anderen zu teilen oder auch zu kritisieren“, hob Graz hervor.

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EKD-Friedensbeauftragter warnt vor Ausländerfeindlichkeit - „Pegida-Organisatoren schüren gefährliche Ressentiments“

Bonn/Deutschland | 27.01.2015 | APD | International

Kritisch hat sich der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Renke Brahms, zu den sogenannten „Pegida“-Demonstrationen in Deutschland geäussert und vor einem Anwachsen von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sowie gefährlichen Ressentiments gegen den Islam gewarnt. „Es ist schon erschreckend, dass solche Parolen, die zunehmend auf diesen Demonstrationen zu hören sind, einen solchen Zulauf erhalten“, mahnte Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Hier seien Christen gefordert, klar Position zu beziehen und ihre Stimme zu erheben, wenn Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer Herkunft diskriminiert würden, machte er deutlich.

Renke Brahms lehne pauschale Urteile über die Demonstrationsteilnehmer ab. „Hier allen Menschen, die da mitmarschieren, Rassismus und Faschismus vorzuwerfen, hilft nicht weiter. Aber alle, die zu diesen Veranstaltungen kommen, müssen sich auch bewusst sein, welche Positionen hier vertreten werden und was sie damit unterstützen“, betonte der EKD-Friedensbeauftragte. Es dürfe nicht sein, dass Muslime pauschal verurteilt oder Flüchtlinge generell abgewiesen würden. Brahms: „Eins ist auf jeden Fall klar: Den Organisatoren geht es hier nicht um eine Rettung des Abendlandes, sondern um das Schüren von gefährlichen Ressentiments.“

Der EKD-Friedensbeauftragte sprach sich stattdessen dafür aus, dass Kirchen das Gespräch zwischen Flüchtlingen und Einheimischen ermöglichen sollten, um den Menschen die Ängste zu nehmen. „Überall in Deutschland engagieren sich Kirchengemeinden, um Menschen in Not, die aus Kriegs- und Krisengebieten zu uns kommen, zu helfen und ihnen Schutz zu bieten. Das sind die besten Beispiele dafür, um aufzuklären und das ist auch ein Beitrag zum inneren Frieden“, betonte Renke Brahms. Auch müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, dass Millionen Muslime friedlich in Deutschland leben würden und hier integriert seien.

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Mennoniten wollen ihre Geschichte neu erzählen

Linkenheim-Hochstetten bei Karlsruhe/Deutschland | 27.01.2015 | APD | International

Über ihre Geschichte und Gegenwart als „Historische Friedenskirche“ wollen die Mennoniten Europas mit dem Internet-Projekt „euMENnet“ informieren. „Wenn Mennoniten ihre Geschichte nicht erzählen, könnte sie verloren gehen“, meinte dazu Professor Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg.

Auf der Internetplattform www.eumen.net wurden Videos, Texte, Bilder und Statistiken zu Täufern und Mennoniten der letzten fünf Jahrhunderte zugänglich gemacht. Dadurch sollen die Migrationsbewegungen der Täufer und Mennoniten in Europa besser verstanden werden. Gleichzeitig würden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Mennoniten, die verteilt über Europa lebten, sichtbar.

euMENNet will darüber hinaus auch Nicht-Mennoniten einen Einblick in die Welt der europäischen Mennoniten geben. Dabei werde die Verbindung der mennonitischen mit der europäischen Geschichte aufgezeigt. Das geschehe durch Hinweise auf mennonitische Errungenschaften, etwa in der Landwirtschaft. Dargestellt würden aber auch soziale und politische Einflüsse, die sich durch Mennoniten auf die demokratischen Entwicklungen in Europa auswirkten.

Die Initiative des International Menno Simons Center in Witmarsum/Niederlande will, in Kooperation mit dem Mennonitischen Seminar der Freien Universität Amsterdam und acht verschiedenen Regionalgruppen, von Frankreich bis in die Ukraine, die letzten fünf Jahrhunderte mennonitischer Präsenz in Europa auf einer Webseite in Wort und Bild zugänglich machen.

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Ökumenischer Rat der Kirchen beklagt Anschläge in Nigeria - Enttäuschung über mangelnde internationale Solidarität

Genf/Schweiz | 27.01.2015 | APD | International

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat seine tiefe Betroffenheit über die Anschläge der extremistischen Gruppierung Boko Haram in Nigeria zum Ausdruck gebracht, bei denen Berichten zufolge mehr als 2.000 Personen umkamen, darunter für Selbstmordattentate eingesetzte Kinder.

„Eine Geisteshaltung, bei der Kinder als Bomben eingesetzt und ohne Unterschied Frauen, Kinder und ältere Menschen niedergemetzelt werden, ist jenseits aller Empörung und schliesst jegliche religiöse Rechtfertigung völlig aus“, heisst es in der vom ÖRK in Genf am 12. Januar veröffentlichten Erklärung.

Darin ruft der Weltkirchenrat die nigerianische Regierung auf, wirksam auf die Anschläge zu reagieren und für den Schutz der Bevölkerung vor solchen Grausamkeiten zu sorgen.

Der ÖRK unterstütze auch die religiösen Verantwortlichen Nigerias. Diese forderten von der internationalen Gemeinschaft Solidarität und Einsatz, so die ÖRK-Mitteilung. Sie hätten sich tief enttäuscht gezeigt über das fast gänzliche Fehlen internationaler Medienberichterstattung darüber und das als „diskriminierend“ bezeichnet. „Der ÖRK beteiligt sich an der internationalen Solidarität mit der Bevölkerung Frankreichs nach den jüngsten Anschlägen in Paris und Umgebung. Doch wir sind tief betrübt darüber, dass die tragischen Ereignisse in Nigeria nicht ebenso viel internationale Betroffenheit und Solidarität ausgelöst haben.“

In Nigeria hat der ÖRK zahlreiche Mitgliedskirchen. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern engagiert er sich aktiv im Rahmen interreligiöser Friedensinitiativen im Land. 2012 fand ein Besuch hochrangiger christlicher und muslimischer Vertreter in Nigeria statt, unter der gemeinsamen Leitung von ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit und Prinz Ghazi bin Muhammad von Jordanien vom Königlichen Aal-Al-Bayt-Institut (RABIIT). Beide Organisationen arbeiten zusammen an der Schaffung eines Zentrums zur Beobachtung religiös motivierter Gewalt und zur Förderung von interreligiöser Harmonie, Gerechtigkeit und Frieden. Das Zentrum in Abuja soll in der ersten Hälfte des Jahres 2015 eröffnet werden.

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Adventistische Weltkirchenleiter helfen beim Bau einer Kirche

Silver Spring, Maryland/USA | 27.01.2015 | APD | International

Jedes Jahr im Januar überprüft die Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten im sogenannten PREXAD (President’s Executive Advisory) während einer Woche Erreichtes und berät Strategien und Planungen der Kirche für die nächsten fünf Jahre. Nach Angaben von Adventist News Network (ANN) lud am 14. Januar Pastor Ted N. C. Wilson, Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung, am Tagungsort in La Romana/Dominikanische Republik seine neun Vizepräsidenten sowie die dreizehn überregionalen und kontinentalen Kirchenleiter zur Mitarbeit am Neubau der etwa 40 Besucher fassenden „Villa Caoba Kirche“ ein.

La Romana ist mit rund 190.000 Einwohnern die viertgrösste Stadt der Dominikanischen Republik. Die „Villa Caoba Kirche“ sei die kleinste der sechs adventistischen Kirchengemeinden, die er in La Romana betreue, sagte Pastor Esteban Paredes. Bis zum Neubau habe die Gemeinde in einem bescheidenen Blechgebäude mit einem Boden aus gestampfter Erde, der bei Regen schlammig wurde, Gottesdienst gefeiert.

In Zusammenarbeit mit der adventistischen Freiwilligenorganisation „Maranatha Volunteers“, die weltweit an einem Tag vorgefertigte Kirchenbauten erstellt, hätten die 29 Kirchenleiter auf dem vorbereiteten Bauplatz Backsteinmauern errichtet, bereits bestehende Wände gestrichen und das Blechdach montiert. Zudem sei neben der Kirche, mittels einer vorgefertigten Metallkonstruktion, ein weiterer Raum für die Kinder erstellt worden. Die Kirche soll 13.000 Franken/Euro kosten und sei grösser als übliche Ein-Tages-Kirchenbauten von „Maranatha Volunteers“. Es wären auch Toilettenanlagen für Frauen und Männer eingebaut sowie ein 60 Meter tiefer Brunnen gegraben worden, aus dem 83 Liter Wasser pro Stunde heraufgepumpt werden könnten. Damit hätten die Anwohner im Stadtteil, die bisher per Tanklastwagen mit Trinkwasser versorgt worden seien, zu festgelegten Zeiten die Möglichkeit, Wasser in der Kirche zu beziehen. Zehn Tage nach der Errichtung schliesse eine Maranatha-Freiwilligengruppe das Projekt ab. Die einzige weibliche Vizepräsidentin der Weltkirchenleitung, Ella Simmons, habe zunächst Malerarbeiten verrichtet, bis sie zum Mauern von Backsteinen „befördert“ worden sei, berichtete sie.

Strassenbezeichnung mit Namen der Adventistin Ellen G. White
In La Romana wurde am 10. September 2014 die Strasse „Valle 7ma“ in „Elena G. de White-Strasse“ umbenannt. Die Feier des neuen Strassennamens fand am 15. Januar durch Bürgermeisterin Maritza Suero statt. Dadurch sollte die Mitbegründerin der adventistische Kirche, Ellen G. White (1827-1915), und ihr Schrifttum zu Themen, wie Gott, Gesundheit und Familie, gewürdigt werden, teilte die nordamerikanische Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ mit. Es wäre weltweit das erste Mal, dass eine Strasse nach ihr benannt worden sei.

„Worte allein genügen nicht, um solch eine Persönlichkeiten der christlichen Welt hier in La Romana zu ehren“, sagte die Bürgermeisterin bei der Feier zur Namensgebung der Strasse. Sie hiess laut der Kirchenzeitschrift zur Zeremonie den adventistischen Weltkirchenpräsidenten Pastor Ted N. C. Wilson und weitere Kirchenleiter willkommen.

Wilson dankte der Bürgermeisterin für ihre Bemühungen um die Religionsfreiheit und des Gedenkens an Ellen G. White mit der Namensgebung der Strasse. Am Ende der Zeremonie im Rathaus der Stadt habe Maritza Suero den Adventisten ein Grundstück von 500 Quadratmetern im Wert von 88.000 Franken/Euro geschenkt, damit darauf eine weitere adventistische Kirche gebaut werden könne, so „Adventist Review“.

Adventisten in der Dominikanischen Republik
In der Dominikanischen Republik mit mehr als zehn Millionen Einwohnern leben rund 291.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten, die in 711 Kirchengemeinden am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, Gottesdienst feiern. Die dortigen Adventisten unterhalten 67 Grundschulen, eine Mittelschule, ein College, eine Universität, ein medizinisches Zentrum, ein Kinderheim sowie eine Radiostation und ein Landesbüro der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA.

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Philippinischer Theologe zum neuen WEA-Generalsekretär gewählt

Zürich/Schweiz | 27.01.2015 | APD | Ökumene

Der Internationale Rat der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) hat Bischof Efraim Tendero aus den Philippinen einstimmig zum neuen Generalsekretär gewählt, heisst es in einer Medienmitteilung der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA). Tendero wird Nachfolger des Kanadiers Geoff Tunnicliffe, der die WEA seit zehn Jahren leitete.

Der Theologe Efraim Tendero habe seit 20 Jahren den Vorsitz des nationalen Rats Evangelischer Kirchen auf den Philippinen inne. Zum Philippinischen Rat der Evangelischen Kirchen, der Evangelischen Allianz auf den Philippinen, gehörten 30.000 evangelische Kirchen. Überdies präsidiere Tendero die nationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation der philippinischen Kirchen und engagiere sich in verschiedenen Evangelisationswerken, theologischen Ausbildungsstätten und christlichen Medien, so die SEA.

Wilf Gasser, Bern/Schweiz, seit 2012 stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, freue sich über diese Wahl: „Sie ist ein Ausdruck der wachsenden Bedeutung des globalen Südens, denn die wachsenden Kirchen in diesem Teil der Welt sind in den globalen Leitungsstrukturen der WEA noch zu wenig repräsentiert.“ Laut Gasser vertrete Bischof Tendero eine Entwicklung hin zu einem ganzheitlichen Verständnis des Evangeliums. „Efraim engagierte sich für vertieftes geistliches Leben in den Kirchen ebenso selbstverständlich wie für die Bewahrung der Schöpfung, Bekämpfung von Korruption oder die Ausbildung der Kirchen in Sachen Katastrophenhilfe. Er war massgeblich am Friedensprozess mit den muslimischen Moro-Rebellen beteiligt“, so Gasser.

Tendero ist verheiratet und hat mit seiner Frau Sierry vier Kinder sowie zwei Grosskinder. Tendero tritt die fünfjährige Amtszeit als WEA-Generalsekretär am 1. März 2015 an.

Zur Weltweiten Evangelischen Allianz gehören weltweit 129 Evangelische Allianzen mit schätzungsweise 600 Millionen Christen und Christinnen.

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„Endgültig Schluss mit amerikanischem Foltern“ - Mediensprecher der Adventisten im Südpazifischen Raum nimmt Stellung zu Folter

Wahroonga, New South Wales/Australien | 27.01.2015 | APD | Menschenrechte

Die 500-seitige Zusammenfassung des 6.700 Seiten umfassenden Folterberichts der US-Senatorin Dianne Feinstein über die brutalen Verhörmethoden der CIA nach den Terroranschlägen 2001 in New York, löse bei einigen Christen in den USA ein Schulterzucken aus. Schliesslich seien die Gefolterten furchtbarer Verbrechen verdächtigt worden, werde argumentiert. Andere Christen fühlten sich unwohl beim Gedanken an Folter, fragten sich aber, ob es nicht besser sei, dass einige gefoltert würden, anstatt dass Tausende bei einem weiteren Terroranschlag sterben müssten. Das schreibt der Jurist James Standish, zuständig für Kommunikation und Aussenbeziehungen der adventistischen Kirchenleitung im Südpazifik, in einem Begleitemail an den APD zu einem Blog, den er 2010 unter dem Titel verfasst hatte: „Endgültig Schluss mit amerikanischem Foltern“ („A permanent end to American torture“).

Der Folterbericht des US-Senats schliesse mit der Erkenntnis, dass Folter wirkungslos sei, wenn es darum gehe, in Verhören neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Gefolterten würden fast alles zugeben, wenn sie quälenden Schmerzen unterschiedlichster Art ausgesetzt seien, so Standish. Was aber, wenn Folter wirksam wäre?

Sein damaliger Blog werde im Licht des Feinstein-Berichts über Folter heute besser verstanden, als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Jahr 2010, schreibt der Jurist. Damals lebte James Standish noch in den USA.

„Endgültig Schluss mit amerikanischem Foltern“
Führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hätten nach den Terroranschlägen in New York unverblümt das gefordert, was gemeinhin und beschönigend als „verschärfte -Verhörmethoden“ („enhanced interrogation methods“) bezeichnet werde. „Solche Forderungen sollten nicht höflich übergangen werden, sondern mit aller Klarheit, in aller Öffentlichkeit und in aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden“, schrieb Standish im Blog 2010.

Es gebe Personen, welche die Folter ablehnten, weil sie wirkungslos sei. Das wäre aber nicht der eigentliche Punkt. Es gäbe barbarische Handlungsweisen, die sehr wohl zielführend sein könnten, wenn zum Beispiel Kinder eines mutmasslichen Terroristen gekidnappt und in beklagenswerten Umständen gehalten würden, um diesen gesprächiger zu machen. „Sollten wir dieses Vorgehen deshalb anwenden?“, fragt Standish, um gleich die Antwort zu geben: „Auf keinen Fall!“ Die USA seien eine Nation, welche auf der Basis von Freiheit und Grundrechten aufgebaut sei, die nicht auf dem Marktplatz der Zweckdienlichkeit verkauft werden könnten, so der Jurist. Die Menschenrechte seien nicht von äusseren Umständen abhängig, sondern ankerten im grundlegenden Faktum, dass der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen sei.

„Wenn ein Individuum gefoltert wird, verletzen wir nicht nur die Rechte der betreffenden Person, sondern wir entstellen das Bild Gottes in beiden: In dem der gefoltert wird, als auch in dem, der foltert. Beide werden in diesem Vorgehen entmenschlicht, ebenso wie alle, die dieser menschenverachtenden Behandlung zustimmen“, heisst es im Blog. Amerikanische Werte forderten, dass die unteilbaren Rechte, die Gott jedem geschenkt habe, zu respektieren seien, auch dann, wenn es etwas koste.

Durch die entsetzliche Behandlung von Verdächtigen, die zu Recht als Folter bezeichnet werde, habe die USA auf der ganzen Welt Generationen mit tiefem Groll gegen sich aufgebracht, so Standish. Es werde Jahrzehnte dauern, das rückgängig zu machen, was in einigen wenigen Jahren verübt worden sei. Es wäre auf diesem Weg wichtig, zuerst sicher zu stellen, dass es keinen Rückfall ins Foltern gebe. Zudem müsse jenen, die weiterhin amerikanische Folterkammern forderten, öffentlich und mit allem Nachdruck widersprochen werden. „Möge der Gott, der die Menschheit mit grundlegender Würde und den Rechten, die mit dieser Würde einhergehen, ausgestattet hat, uns den Mut und die Kraft geben, dies auch zu tun“, bloggte Standish 2010.
James Standish, „A Permanent End to American Torture“ (nur in Englisch) unter:
http://www.faithstreet.com/onfaith/2010/03/09/a-permanent-end-to-american-torture/3110

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Hilfswerk „Open Doors“ legt „Weltverfolgungsindex“ 2015 vor

Kelkheim/Deutschland und Burgdorf/Schweiz | 27.01.2015 | APD | Menschenrechte

Zu Beginn des Jahres legte das überkonfessionelle christliche Hilfswerk „Open Doors“ den sogenannten „Weltverfolgungsindex“ (WVI) 2015 vor. Der jährlich veröffentlichte WVI stelle eine Rangliste jener 50 Länder dar, in denen Christen am meisten von Einschränkungen der Religionsfreiheit betroffen seien. Seit Sommer 2014 hätten die Übergriffe auf Christen deutlich zugenommen, insbesondere im Mittleren Osten, Afrika und Asien, teilte „Open Doors“ mit. Weltweit würden Millionen Christen allein wegen ihres Glaubens oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit verfolgt.

Der WVI liste die Länder nach dem Schweregrad der Verfolgung und Repressionen von Christen auf, so „Open Doors“ Schweiz. Die Bewertung geschehe nach einer ausgeklügelten und mehrfach abgestützten Methode. Nach einer ersten Einschätzung der möglichen Länder werde die Situation mittels Fragebogen von internen und externen Fachleuten von „Open Doors“ detailliert untersucht. Die Daten würden abschliessend von einem Team von Forschern und Spezialisten gesichert.

Demnach sei die Verfolgung aktuell am stärksten in: 1. Nordkorea, 2. Somalia, 3. Irak, 4. Syrien, 5. Afghanistan, 6. Sudan, 7. Iran, 8. Pakistan, 9. Eritrea und 10. Nigeria. Während auf dem WVI 2015 gegenüber dem Vorjahr zahlreiche Verschlechterungen zu verzeichnen seien, gebe es nur wenige Verbesserungen. Weltweit sei die Verfolgungsrate gestiegen. Am meisten zugenommen habe die Verfolgung in afrikanischen Ländern, insbesondere südlich der Sahara. Im Mittleren Osten führe der Einfluss des Islamischen Staates (IS) zu einer Radikalisierung der Muslime.

„Dennoch gibt es Zeichen der Hoffnung“, betonte Markus Rode, Leiter von „Open Doors“ Deutschland. Viele Unterstützer hätten dazu beigetragen, dass das Hilfswerk bis heute zehntausenden Christen an den Brennpunkten von Krieg und Verfolgung helfen konnte. Nach Angaben des Hilfswerks möchte der WVI auch dazu beitragen, dass Christen in aller Welt für ihre verfolgten Glaubensgeschwister beten.

Weitere Informationen zum „Weltverfolgungsindex“ 2015 sind im Internet zu finden unter: https://www.opendoors.de/verfolgung/weltverfolgungsindex2015/

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Schweizer Parlamentarier fordern Engagement für Religionsfreiheit

Zürich/Schweiz | 27.01.2015 | APD | Religionsfreiheit

Der seit vier Jahren andauernde Krieg in Syrien mache klar, dass das Flüchtlingselend noch lange nicht gestoppt werden könne, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA in einer Medienmitteilung. Inzwischen hätten Schweizer Nationalräte den Bundesrat aufgefordert, auch den Schutz religiöser Minderheiten zu thematisieren.

Grosse Konflikte wie in Syrien hätten auch Auswirkungen auf religiöse Minderheiten. Davon betroffen seien ganz besonders die christlichen Religionsgemeinschaften. Schon seit mehreren Jahren finde ein Exodus von Christen aus dem Nahen Osten statt, der die seit nahezu 2000 Jahren in der Region ansässigen christlichen Gemeinschaften in ihrer Existenz bedrohe, so die Evangelische Allianz. In den von den islamistischen Terrorkämpfern der IS besetzten Gebieten könnten die Christen nicht mehr leben. Viele von ihnen seien derzeit in die Nachbarländer geflohen. Laut UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sind in den Nachbarländern, Libanon, Jordanien, Türkei, Irak rund 3,8 Millionen Flüchtlinge aus Syrien zu betreuen und vom Finanzierungsbedarf für 2014 von 3,22 Milliarden Franken/Euro sei nur gut die Hälfte durch die internationale Staatengemeinschaft gedeckt worden.

Motion beauftragt Bundesrat die Religionsfreiheit in der Aussenpolitik zu thematisieren
Die in der Herbstsession 2014 von Nationalrätin Marianne Streiff (EVP/BE) eingereichte Motion, die noch vom Ständerat bestätigt werden muss, beauftragt den Bundesrat, auf bilateraler und multilateraler Ebene das Thema der Religionsfreiheit und den Schutz religiöser Minderheiten systematisch zu thematisieren.

Postulat fordert Bericht über weltweite Situation religiöser Minderheiten
Nationalrat Erich von Siebenthal (SVP/BE) hat in der Herbstsession 2014 ein Postulat eingereicht, das vom Rat angenommen wurde. Es verpflichtet den Bundesrat, einen Bericht über die weltweite Situation religiöser Minderheiten und mögliche Massnahmen der Schweiz zur ihrer Unterstützung vorzulegen. „Es geht nicht nur um die aktuellen Angriffe auf Christen und Jesiden im Irak und in Syrien, sondern auch um totalitäre Regime wie Nordkorea, die Christen seit Jahren systematisch verfolgen“, betonte Erich von Siebenthal. Die Verfolgung aus religiösen Gründen sei weltweit auf dem Vormarsch und es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Damit habe der Bundesrat die religiös motivierte Verfolgung, insbesondere auch die Christenverfolgung als schwerwiegendes Problem erkannt und anerkenne die Mitverantwortung der Schweiz, sagte Linus Pfister, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit der Schweizerischen Evangelischen Allianz. „Die positive Stellungnahme des Bundesrats zur Motion und zum Postulat ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt. Der Bundesrat bringt damit zum Ausdruck, dass er in Zukunft in den internationalen und bilateralen Beziehungen genauer auf die Respektierung der Religionsfreiheit in den betreffenden Ländern und die grundlegenden Rechte religiöser Minderheiten achten will“, so Pfister.

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„Religionsfreiheit − ungeliebtes Stiefkind der Menschenrechte“

Bonn/Deutschland | 27.01.2015 | APD | Religionsfreiheit

Laut „Bonner Querschnitte“ (BQ) hat Thomas Schirrmacher, Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, im Rahmen der Tübinger Vorlesungsreihe „Clash of Civilization“, eine Gastvorlesung zum Thema „Bedrohtes Menschenrecht Religionsfreiheit in weltweiter Perspektive“, gehalten.

Dabei kritisierte er, dass sich auch in Deutschland nicht alle ohne Wenn und Aber für Religionsfreiheit einsetzten. Die Kritik schliesse auch Politiker mit ein. Gerade unter ihnen sei der Einsatz für dieses Menschenrecht noch viel zu sehr mit eigenen guten oder schlechten Erfahrungen mit Religion und der jeweiligen Religionszugehörigkeit beziehungsweise mit Religiosität sowie Nichtreligiosität verbunden. Doch wie das Folterverbot unabhängig davon gelte, was der Einzelne erlebt habe, wo er politisch oder weltanschaulich stehe, sei auch die Religionsfreiheit ein unteilbares Menschenrecht und sollte instinktiv von jedem Politiker aktiv unterstützt werden, so Schirrmacher.

Überhaupt sei in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 Artikel 18 zur Religionsfreiheit das ungeliebte Stiefkind aller Artikel. Vielen Atheisten wäre nicht bewusst, dass die Freiheit von Religion und Weltanschauung samt dem Recht auf Religionswechsel gerade auch Atheisten schütze, sei doch der Austritt aus einer Religionsgemeinschaft eine klassische Form des „Religionswechsels“, hob Schirrmacher hervor. Früher habe auch in Deutschland der Kirchenaustritt negative gesellschaftliche Folgen für die Betreffenden gehabt.

Die Vorlesungsreihe „Clash of Civilizations: Feindbilder in interreligiösen Beziehungen und internationaler Geopolitik“ thematisiert die aktuellen Spannungen zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen oder vielmehr wie diese eingesetzt würden, um Machtinteressen zu bedienen, so BQ. Professor Rainer Rothfuss und Yakubu Joseph vom Geographischen Institut der Universität Tübingen haben dazu Wissenschaftler aus dem In- und Ausland eingeladen, unter anderem die Menschenrechtlerin Rania Yusuf, die in Deutschland akkreditierten Botschafter von Russland und Ecuador sowie Ehrensenator Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate. Nach Angaben von „Bonner Querschnitte“ werde die Vorlesungsreihe von der „Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGFM) unterstützt. Die Vorlesung von Thomas Schirrmacher wurde ins Internet übertragen:
https://www.youtube.com/watch?v=_ViYhSvdoUU

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ADRA Schweiz organisiert Jugend Workcamp 2015 in Sri Lanka

Zürich/Schweiz | 27.01.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Vom 19. Juli bis 7. August 2015 organisiert die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz ein Jugend Workcamp in Lakpahana, Sri Lanka. Ziel sei es, die sanitären Anlagen, Duschen und WCs am Lakpahana Adventist College & Seminary (LACS) sowie Latrinen im angrenzenden Dorf zu bauen. Die Schule sei mit dem Dorf eng verbunden und unterstütze dieses auf verschiedene Weise, schreibt das Hilfswerk. Jugendliche aus dem Dorf könnten am College Ausbildungen in den Bereichen Milch- und Geflügelwirtschaft sowie Backen absolvieren.

Lakpahana liegt im Landesinneren der Insel rund 100 Kilometer nordöstlich von Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas. Partnerorganisation vor Ort sei ADRA Sri Lanka. Geleitet wird der Einsatz von Markus Alt, Geschäftsleiter von ADRA Schweiz.

Nach Angaben des Hilfswerks müssen die teilnehmenden Jugendlichen, Frauen und Männer ab 18 Jahren, für Flug, Kost und Logis 1.700 Franken bezahlen. Wer am Workcamp teilnehmen wolle, verpflichte sich auch, vor dem Abflug bei den Fundraising-Aktivitäten von ADRA Schweiz mitzuhelfen und mindestens 1.000 Franken zur Finanzierung der neuen sanitären Anlagen zu sammeln. Laut dem Hilfswerk sind nach dem Arbeitseinsatz auch Ferientage an den Traumstränden der Insel geplant. Anmeldeschluss für das Jugend Workcamp 2015 ist der 31. Januar 2015.

Weitere Infos: http://www.adra.ch/de/activities/asia/sri-lanka1/jugend-workcamp/

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Adventistische Entwicklungshilfe kooperiert mit Islamic Relief

Stuttgart/Deutschland | 27.01.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) und die muslimische Hilfsorganisation Islamic Relief (IR) können auf eine jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit zurückblicken. Das teilten Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland, und Tarek Abdelalem, Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland, im Rahmen einer Dialog-Veranstaltung in Stuttgart mit.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Gemeinsam besser helfen. Christlich-islamische Kooperation bei der Hilfe in Notsituationen“ und wurde von der Gesellschaft für Christlich-Islamische Begegnung und Zusammenarbeit Stuttgart (CIBZ) organisiert. Auch der Lutherische Weltbund und Islamic Relief hätten im Sommer dieses Jahres auf internationaler Ebene eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Zudem gebe es zwischen der Caritas und den islamischen Verbänden ähnliche Bestrebungen, informierte der christliche Vorsitzende der CIBZ, Pfarrer i.R. Frieder Kobler.

ADRA sei in 130 Ländern registriert und gehöre zu den zehn grössten privaten Hilfsorganisationen weltweit, betonte Molke. Weil die Länderbüros nicht hierarchisch organisiert seien, sondern relativ eigenständig und partnerschaftlich arbeiteten, könne ADRA auch mit anderen Hilfswerken offen und partnerschaftlich kooperieren. Abdelalem liess wissen, dass IR ebenfalls zu den grössten islamischen Hilfsorganisationen zähle. Es bestehe zwar keine religiöse Struktur im Hintergrund, dennoch sei der Islam der grösste Motivator für die Mitarbeiter, anderen zu helfen.

Treffen könne man sich auf einer gemeinsamen Wertebasis: dem „humanitären Imperativ“, der in den Menschenrechten verankert sei, so Molke. Deshalb fühle man sich mit allen Menschen verbunden. Die Volkszugehörigkeit, das Geschlecht oder der sonstige Hintergrund spiele dabei keine Rolle. Als Bespiele für erfolgte Zusammenarbeit von ADRA und IR nannten die beiden Geschäftsführer die Arbeit in Somalia und die Bemühungen um Eindämmung der Ebola-Epidemie. In Somalia sei ADRA mit kooperierenden Partnern dabei, ein flächendeckendes Grundschulsystem einzurichten, teilte Molke mit. Für weitere Informationen verwiesen beide Geschäftsführer auf die jeweilige Homepage der Hilfsorganisationen: www.adra.de beziehungsweise www.islamicrelief.de

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Hilfswerk ADRA eröffnet in Erbil ein Landesbüro

Am 2. Dezember 2014 konnte in Erbil, der Hauptstadt des kurdischen Gebiets im Nordirak, das Büro der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Irak bezogen werden, wie Nagi Kahlil, ADRA-Regionaldirektor im Mittleren Osten und Nordafrika (MENA) mit Sitz in Beirut/Libanon, berichtete. Nach Eingang der amtlichen Beglaubigung der Statuten und anderer offizieller Dokumente beginne der offizielle Registrierungsprozess als Hilfswerk im Irak.

Anfang Dezember ist auch der indonesische Geschäftsführer Leyn Gantari eingetroffen, der das ADRA-Zentrum in Erbil leitet. Er war fünf Jahre lang Direktor von ADRA Pakistan und arbeitete vorher für das Hilfswerk in Liberia, Jemen und Indonesien.

Das ADRA-Zentrum in Erbil wird durch Spenden des ADRA-Netzwerks finanziert und hilft irakischen Binnenflüchtlingen. Laut Angaben von ADRA Österreich werde dort soziale und psychologische Betreuung angeboten. Auch gebe es Kurse zum Erlernen der kurdischen Sprache und Förderunterricht für Kinder, damit sie besser in der Schule zurechtkämen.

In Begleitung eines lokalen Beraters seien im ersten Monat drei irakische Mitarbeiter eingestellt worden, so Khalil, weitere zehn sollen noch angestellt werden.

Ein Projektantrag für Winterhilfe sei ADRA Kanada unterbreitet worden. Gegenwärtig würden Projektanträge an das Europäische Amt für humanitäre Hilfe (ECHO), die Entwicklungshilfeorganisation der Tschechischen Regierung (CzDA) sowie der Norwegischen Regierung (NORAD) erarbeitet.

ADRA war seit 1995 mit Unterbrechungen im Irak tätig, ohne registriert zu sein. Nach der offiziellen Erklärung von US-Präsident George W. Bush, dass der im März begonnene Irakkrieg im Mai 2003 beendet sei, eröffnete ADRA in Bagdad im Juli 2003 erneut ein Büro. Nach einer Anschlagserie in der Hauptstadt verliessen 2004 die ausländischen ADRA Mitarbeiter den Irak wieder.

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ADRA hilft ukrainischen Flüchtlingen in Russland

Moskau/Russland | 27.01.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA helfe nicht nur in der Ukraine, berichtete Andrew McChesney, Moskau-Korrespondent der amerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ (AR). ADRA Russland arbeite eng mit den lokalen Behörden in der Region Rostow und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland zusammen, um ukrainischen Flüchtlingen, die nach den Unruhen nach Russland geflohen seien, mit Unterkunft, Nahrungsmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln zu unterstützen.

Nach Angaben der UNO und Russlands sind seit Ausbruch der Kämpfe im April 2014 rund 810.000 Menschen aus der Ostukraine über die Grenze in den Verwaltungsbezirk Rostow nach Südrussland geflohen. Zeltlager für Flüchtlinge seien von der russischen Regierung errichtet worden und die örtliche Bevölkerung habe zudem Flüchtlinge bei sich zu Hause aufgenommen, so McChesney.

„Der militärische Konflikt hat die Leute oft gezwungen, nur mit dem zu fliehen, was sie bei sich trugen. Sie hatten nichts und waren total von Hilfe abhängig“, sagte Dmitriy Plugatariov, Koordinator von ADRA Russland für die Region Rostow. „Viele Adventisten haben ihre Heime den Flüchtlingen geöffnet und ADRA Russland verschafft immer noch Flüchtlingen in verschiedenen Städten der Region Rostow Unterkunft bei Privatpersonen“, erläuterte Dmitriy Plugatariov. Siebenten-Tags-Adventisten in ganz Russland hätten bei Sammlungen Zehntausende von Euros zur Unterstützung der Flüchtlinge gespendet.

Bei den Flüchtlingsprojekten arbeite ADRA mit lokalen Behörden, anderen Hilfsorganisationen sowie örtlichen adventistischen Kirchgemeinden zusammen. Laut der russischen Nachrichtenagentur „Itar-Tass“ lebten heute über 38.000 Flüchtlinge, darunter 11.500 Kinder, in der Region von Rostow in Notunterkünften.

Donezk
In der Grenzstadt Donezk mit 50.000 Bewohnern, − nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt in der Ostukraine −, seien rund 20 Personen monatelang im Gemeindezentrum der Adventisten untergebracht und von Kirchenmitgliedern mit warmen Mahlzeiten versorgt worden, berichtete der ADRA-Koordinator. Die Adventisten hätten im Gebäude auch eine Dusche installiert. Die eintausend Flüchtlinge im nahegelegenen Zeltlager wären von den Kirchenmitgliedern mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln versorgt worden.

Gukowo
In der Grenzstadt Gukowo mit 2.000 Einwohnern habe ADRA Russland mit den Behörden sowie der adventistischen Kirche zusammengearbeitet und anfänglich einhundert Lebensmittelpakete an Flüchtlinge verteilt. Später seien 300 Personen dauerhaft mit Nahrungsmitteln versorgt worden, die vorübergehend in einer Unterkunft lebten, informierte Dmitriy Plugatariov. Darüber hinaus hätten adventistische Kirchenmitglieder Nahrungsmittelkörbe zusammengestellt und diese wöchentlich an Flüchtlinge abgegeben, die in Privathaushalten lebten. So würden jeden Monat 400 Familien unterstützt, sagte der ADRA-Koordinator.

Schachty
In Schachty mit 200.000 Einwohnern seien anfänglich 2.000 Flüchtlinge untergebracht gewesen, welche von den Behörden, anderen Hilfsorganisationen und den Adventisten der Stadt mit Nahrungsmitteln sowie Medikamenten versorgt worden seien, so Plugatariov. Mit steigenden Flüchtlingszahlen habe sich die Kirche verpflichtet 350 Familien dauerhaft mit Nahrungsmittelkörben zu unterstützen.

Flüchtlingslager Dmitriadovskiy und Primorka
Im Flüchtlingslager Dmitriadovskiy an der Küste des Asowschen Meeres lebten 600 Personen, die meisten davon seien Kinder. ADRA Russland habe gemeinsam mit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten dorthin zuerst Lebensmittel, Babynahrung, Handtücher, eine Waschmaschine, einen Kühlschrank und andere Geräte geliefert. Später seien auch Medikamente sowie Hygieneartikel und neuerdings zusätzlich an 145 Familien Schulmaterial übergeben worden.

In der Primorka-Siedlung lebten 500 Personen in Privathäusern und 200 in Zelten. Im Zeltlager habe die Kirche gemeinsam mit ADRA Toiletten installiert.

„Wir danken den Dutzenden Mitarbeitern und Freiwilligen von ADRA, die bereit sind Tausenden Flüchtlingen in Russland wie auch in der Ukraine, Hilfe, Medikamente, Nahrung und Kleidung zu bringen“, sagte Pastor Guillermo Biaggi, Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in den GUS-Staaten, wozu auch Russland und die Ukraine gehören.

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ADRA-Netzwerk kämpft gegen Ausbreitung von Ebola

Brüssel/Belgien | 27.01.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 24. Dezember wurden aus Guinea, Liberia, Mali und Sierra Leone 19.500 an Ebola erkrankte Personen und 7.588 Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Erkrankungen schwanke in Guinea und nehme in Liberia ab. In Sierra Leone flache die Zunahme der Erkrankungsfälle ab, obwohl im Westen des Staates von allen betroffenen Ländern am meisten Menschen mit dem Virus angesteckt würden.

Nach Angaben des Verbindungsbüros der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA bei der Europäischen Union in Brüssel, koordiniert das ADRA-Netzwerk seine Hilfe mit den Ministerien für Gesundheit und soziale Wohlfahrt in den betroffenen Staaten, mit anderen Hilfswerken sowie der WHO. In Liberias Hauptstadt Monrovia arbeite das ADRA-Netzwerk mit dem Cooper Adventist Hospital, in Sierra Leona mit den adventistischen Krankenhäusern in Waterloo und dem Urwaldspital in Masanga, im Zentrum des Landes, zusammen. Das ADRA-Netzwerk habe 700.000 Atemschutzmasken, 97.000 Schutzkleider, 45.000 Schutzbrillen, 100 Tyvek-Isolieranzüge, Isolationszelte und Desinfektionsmaterial zur Verfügung gestellt, so ADRA-EU.

ADRA Liberia verteile Lebensmittel an 134.000 Menschen in Ebola-Quarantänestationen und –Behandlungszentren sowie in Gebieten, denen der Zugang zur Aussenwelt wegen dem Virus abgeschnitten sei. Gleichzeitig führe ADRA Gesundheits- und Ebola-Sensibilisierungskampagnen durch, bilde örtliche Gesundheitsberater zur Ebola-Prävention aus, verteile Informationsmaterial an die Bevölkerung, hänge Plakate aus und produziere Informationssendungen für Radio und TV, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Es würden Handwaschstationen an öffentlichen Plätzen installiert. Erkrankte sowie deren Familien erhielten psychosoziale Unterstützung und würden mit dem Notwendigsten versorgt.

Am Ebola-Einsatz des ADRA-Netzwerks in Westafrika beteiligen sich folgende Landesbüros: ADRA Australien, ADRA Belgien, ADRA Dänemark, ADRA Deutschland, ADRA Grossbritannien, ADRA Kanada, ADRA Niederlande, ADRA Österreich und ADRA USA. Die Ebola-Hilfe werde laut ADRA-EU unterstützt von der adventistischen „Loma Linda University“, Kalifornien/USA, der NGO „Adventist Health International“ und den adventistischen Gesundheitsdiensten der Kirche „Adventist Health Ministries“.

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Partnerhilfswerke der „Glückskette“ beenden ihre Projekte in Haiti

Zum fünften Jahrestag des verheerenden Erdbebens vom 12. Januar 2010 in Haiti, bei dem laut Regierungsangaben 316.000 Menschen ums Leben kamen, teilte die Schweizer Stiftung „Glückskette“ mit, dass die 21 Hilfswerke mit Glückskettegeldern co-finanzierten Projekte bereits abgeschlossen haben oder bald abschliessen werden. Seit 2010 wurden laut der Medienmitteilung der Stiftung 66,2 Millionen Franken/Euro gesammelt, wovon 84 Projekte bereits mit 61,8 Millionen Franken/Euro unterstützt worden sind. Dabei seien unter anderem 2.700 Häuser repariert oder neu erstellt, 3.300 Latrinen gebaut und 2.500 Wasserreservoirs errichtet worden.

Parallel dazu wären auch behinderte Menschen betreut, Präventions- und Hygienemassnahmen durchgeführt, Kinderschutz und psychosoziale Unterstützung sowie Hilfe für Familien, die Vertriebene aufgenommen haben, gewährt worden.

Die „Glückskette“ habe in Haiti konsequent den Ansatz verfolgt, die Nothilfe mit dem Wiederaufbau und der Entwicklungszusammenarbeit zu verbinden. Dazu hätten die Konsolidierungsprojekte gedient, welche zur Prävention und Risikominderung im Falle von Katastrophen beitragen sollten. Das stärke auch die lokalen Strukturen, so die Stiftung, und gebe der Bevölkerung mehr Autonomie. Diese nachhaltige Projektstrategie, welche die Lücke zwischen Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit schliesse, sei bei Geldgebern selten, betonte die „Glückskette“.

ADRA in Haiti
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz, Partnerhilfswerk der „Glückskette“, hat mit der finanziellen Unterstützung der Stiftung vier Projekte realisiert. Dabei wurden provisorische Unterkünfte erstellt, Nahrungsmittel und Saatgut verteilt und Fischern wirtschaftliche Hilfe gewährt. Das Projekt, die Genossenschaft der Fischer zu stärken und zu festigen, läuft nach Angaben der „Glückskette“ noch.

Daneben hat ADRA Schweiz eigene Projekte realisiert, so ein Dreijahresprojekt zur Berufsausbildung von Näherinnen und gemeinsam mit dem haitianischen Ministerium für Bildung das Projekt „Back to School“, mit dem 2.200 Kindern der Schulbesuch ermöglicht wurde. Ende 2014 startete die einjährige Pilotphase eines auf sechs Jahre geplanten Projekts, bei dem Strassen- und Waisenkinder sowie Kinder, die bei fremden Familien für Unterkunft und Verpflegung arbeiten müssen, die Schule besuchen und abschliessen können.
Infos zu ADRA-Projekten in Haiti: http://www.adra.ch/de/activities/america/haiti/

Glückskette finanzierte Projekte von 21 Hilfswerken in Haiti:
Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, Ärzte ohne Grenzen / Médecins sans Frontières, Heilsarmee, Bündner Partnerschaft Hôpital Albert Schweizer, Caritas Schweiz, EIRENE, Enfants du Monde, Fastenopfer, Grupo Sofonias, HEKS, Handicap International, Helvetas, Iamaneh Schweiz, Main dans la main, Médecins du Monde, Medair, Nouvelle Planète, RET, Schweizerisches Rotes Kreuz, Terre des hommes – Kinderhilfe, Terre des Hommes Schweiz.

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550 Familien auf den Philippinensind sicherer vor den Elementen

Zürich/Schweiz | 27.01.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 8. November 2013 fegte der Taifun „Haiyan“ über die Philippinen. Dabei sind nach offiziellen Angaben auf den Inseln Leyte und Samar über eine Million Häuser entweder teilweise oder komplett zerstört worden. Die Bewohner hätten über Nacht Familienangehörige, Vorräte, Vieh und ihre Arbeitsgeräte verloren, schreibt ADRA Schweiz im Abschlussbericht des Projekts. In den ersten zwei Wochen habe ADRA Schweiz mit der Partnerorganisation ADRA Philippinen 3.500 Familien Nothilfe mit Lebensmittelpaketen im Wert von 274.000 Franken/Euro geleistet. In den folgenden drei Monaten seien Bau- und Hilfsmaterialien sowie Werkzeuge für 260.000 Franken/Euro an 550 Familien verteilt worden. Ausgebildete Schreiner hätten ihnen bei der Montage eines neuen Dachs aus Wellblech geholfen, was sich beim Hurrikan „Hagupit“ im Dezember 2014 als stabil erwiesen habe. Beide Projekte seien von der Schweizer Stiftung „Glückskette“ mitfinanziert worden, so das Hilfswerk.

Laut ADRA Schweiz wären die Familien auch geschult worden, wie sie bei künftigen Katastrophen Schäden mindern könnten. Die Kinder hätten mittels des „Riskland Game“ spielerisch richtiges Verhalten in Katastrophenfällen gelernt.

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ADRA Schweiz versorgt Flüchtlinge aus Mali in der Republik Niger

Zürich/Schweiz | 27.01.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

In einem sechs Monate dauernden Projekt wird die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz gemeinsam mit der Partnerorganisation ADRA Niger, im Flüchtlingslager Tabarebyrey, an der Grenze zu Mali, 200 Flüchtlingsfamilien aus Mali und Gastfamilien in der nahegelegenen Landgemeinde Ayérou/Niger mit Nahrungsmitteln, Wasser und Hygieneartikeln versorgen. Dies teilte das Hilfswerk mit.

Die Situationsanalyse im Camp und der angrenzenden Landgemeinde Ayérou, in der Sahel-Zone, 120 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Niamey, habe ergeben, dass sich die Flüchtlingsfamilien nur eine Mahlzeit pro Tag leisten könnten und die Hygieneartikel verbraucht seien, so das Hilfswerk. Die Wasserqualität im Lager sei besser als in Ayérou, wo Cholera ein Thema sei.

Deshalb verteile ADRA Niger bis Ende Mai an 200 Familien im Lager und in der Stadt Nahrungsmittelpakete mit Reis, Bohnen, Öl, Salz und Dosentomaten sowie Hygieneartikel und saniere einen Brunnen, um Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Mittels Hygieneunterricht sollen Krankheiten vermieden werden. Damit die Bedürftigsten in der Region von Tillaberi vom Projekt profitierten, seien sie in Zusammenarbeit mit dem UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und Stammesältesten ausgewählt worden. Die Projektkosten belaufen sich 60.000 Franken/Euro schreibt ADRA Schweiz.

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Unterstützung der weltweiten Verbreitung der Bibel

Stuttgart/Deutschland | 27.01.2015 | APD | Bibel

Michael Perreau, Direktor des Weltverbandes der Bibelgesellschaften (United Bible Societies − UBS), sprach mit dem Verwaltungsrat der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) in Stuttgart über die Herausforderungen der weltweiten Arbeit für die Bibel. Der DBG-Verwaltungsratsvorsitzende und ehemalige bayerische Landesbischof Dr. Johannes Friedrich übergab dem Gast bei diesem Anlass 50.000 Franken/Euro für die internationalen Aufgaben des Weltverbandes.

„Die UBS ist ein Netzwerk von 146 Bibelgesellschaften, die in mehr als 200 Ländern tätig sind“, teilte Perreau mit. „Zusammen sind wir die grösste Organisation zur Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Bibel weltweit.“ Die Bibelgesellschaften seien gegenwärtig mit über 500 Übersetzungsprojekten befasst und würden jährlich etwa 32 Millionen vollständige Bibeln mit Altem und Neuem Testament verbreiten. Sitz des Weltverbandes ist Swindon im Südwesten Englands.

Der Weltverband arbeite nach Angaben von Perreau mit Kirchen aller Konfessionen und vielen nichtstaatlichen Organisationen zusammen. Aufgabe aller Bibelgesellschaften sei es, immer wieder neue Wege zu finden, um die Bibel zu den Menschen zu bringen. „Das geschieht in grossen Kampagnen genauso wie durch Aktionen, die armen Menschen den Besitz einer Bibel ermöglichen“, so der 59-Jährige. Die Bibelgesellschaften seien zudem unter anderem in Alphabetisierungsprogrammen, in der Aids-Prävention und der Hilfe für Flüchtlinge engagiert.

In Deutschland unterstütze die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft die internationale Arbeit zur Verbreitung der Heiligen Schrift. Die Weltbibelhilfe feiert 2015 das 50-jährige Jubiläum. Durch Spenden hätten in dieser Zeit über 100 Millionen Franken/Euro für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel weltweit zur Verfügung gestellt werden können. Bei der DBG in Stuttgart ist ausserdem die internationale Koordination der Bibel-Programme für Menschen mit Sehbehinderungen angesiedelt.

Mehr Informationen im Internet unter: www.unitedbiblesocieties.org und www.weltbibelhilfe.de

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Mit Impulsen zum Nachdenken durch den Tag

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt/Deutschland | 27.01.2015 | APD | Medien

Es ist uns wichtig, unsere Hörerinnen und Hörer persönlicher durch den Tag zu begleiten“, so Christian Vogel, Chefredakteur von „Hope Channel Radio“. Deshalb werden jetzt auch die Moderatoren montags bis freitags in der Zeit von 8:00 bis 12:00 Uhr sowie zwischen 13:00 und 17:00 Uhr mit Impulsen zum Nachdenken, ermutigenden Zitaten und interessanten Themen im Programm zu hören sein.

Das 24-Stunden-Programm von „Hope Channel Radio“ kann über den Satelliten ASTRA digital, als Livestream unter www.hope-channel.de sowie bestimmte Beiträge als Podcast empfangen werden. Als zusätzliche Dienstleistung können das laufende Programm (Telefon 06257 5065360) und eine tägliche Andacht (Telefon 0931 663991973) jederzeit per Telefon abgerufen werden.

„Hope Channel Radio“ gehört zum Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Träger des Medienzentrums ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

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Schweizerische Bibelgesellschaft bietet Bibelleseplan als App an

Biel/Schweiz | 27.01.2015 | APD | Medien

Die Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) bietet den Bibelleseplan 2015 für Android und Windows Phone nebst der Papierversion auch als App an, heisst es in einer SB-Medienmitteilung. Beim Aufrufen der App wird die tagesaktuelle Bibellese angezeigt. Über die Datumswahl können bestimmte Tage gezielt ausgesucht werden. Für iPhone, iPod touch und iPad sei im Februar 2015 ein App geplant, so die Schweizerische Bibelgesellschaft.

Der jährliche Bibelleseplan rege an, täglich einen überschaubaren Abschnitt aus der Bibel zu lesen, Zusammenhänge zwischen alt- und neutestamentlichen Schriften zu verstehen und damit einen Überblick über die ganze Bibel zu gewinnen.

Kostenloser Download des Bibelleseplans 2015 für Android und Windows Phone:
Google Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=ch.die_bibel.bibellese&hl=de
Windows Store:
http://www.windowsphone.com/en-us/store/app/bibellese/3d68fee6-0e99-44e0-9a4d-84b64dd040b0
Kostenloser Download des Bibelleseplans 2015 als PDF: http://tinyurl.com/o3h54op

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Missionswissenschaftler Børge Schantz gestorben

Lüneburg/Deutschland | 27.01.2015 | APD | Personen

Der adventistische Missions-wissenschaftler Dr. Børge Schantz ist am 12. Dezember 2014 im Alter von 83 Jahren gestorben. Am 3. August 1931 in Dänemark geboren, studierte er in Grossbritannien (Newbold College) und den USA (Andrews University). 1983 promovierte er am Fuller Theological Seminary (Pasadena, Kalifornien, USA).

Laut dem Onlinedienst der Zeitschrift „Adventisten heute“ diente Børge Schantz 47 Jahre lang der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastor, Evangelist, Dozent und Abteilungsleiter in mehreren Ländern Europas, Afrikas, im Libanon und in den USA. Von 1987 bis 1996 leitete er das adventistische Zentrum für Islamstudien der Generalkonferenz (Weltkirchen-leitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, dessen Mitbegründer er war.

Er verfasste zahlreiche Artikel und einige Bücher. Er war 2009 Mitherausgeber der Festschrift „Exploring the Frontiers of Faith“ (Die Grenzen des Glaubens erforschen) zum 75. Geburtstag von Dr. Jan Paulsen, dem früheren Präsidenten der Generalkonferenz, die vom Advent-Verlag Lüneburg herausgegeben und weltweit verbreitet wurde. In deutscher Sprache erschienen Beiträge von Børge Schantz in den Kirchenzeitschriften „AdventEcho“, „Adventisten heute“, „Zeichen der Zeit“ und „Glauben heute“.

In der Ausgabe 2012 von „Glauben heute“ gab er einen historischen Überblick über die Rolle der Immigration im europäischen Adventismus. In der Mai-Ausgabe 2011 von „Adventisten heute“ verdeutlichte er anhand von Statistiken über das Wachstum der Weltbevölkerung und anderer Religionen die Grösse und Herausforderung des Missionsauftrags, „in alle Welt“ zu gehen („Wie erreichen wir zwei Drittel der Weltbevölkerung? Die Statistik der Weltreligionen und die Wiederkunft Jesu“). Er verfasste auch die Studienhilfen für das Bibelgespräch im adventistischen Gottesdienst für das 3. Vierteljahr 2015 zum Thema „Missionare“.

Noch zwei Monate vor seinem Tod führte Børge Schantz eine Taufe durch. Um ihn trauern seine aus Deutschland stammende Frau Iris, zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Die Trauerfeier fand am 19. Dezember in der Adventgemeinde Nærum (Dänemark) statt.

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Der dünne Firnis der Zivilisation - Kurt Imhof im „Standpunkt“ von Tachles, jüdisches Wochenmagazin

Zürich/Schweiz | 27.01.2015 | tachles/APD | Kommentare

Leider musste man einen solchen Anschlag erwarten und noch schlimmer: Wir müssen weitere befürchten. Erstens wurde «Charlie Hebdo» seit der Publikation der Mohammed-Karikaturen wiederholt bedroht und ist schon Ziel eines Anschlags gewesen, zweitens dienen innerhalb des Wahrnehmungshorizonts des religiösen Fanatismus jeglicher Spielart blasphemische Handlungen immer schon als beste Rechtfertigung für Terror, drittens besteht die Logik des Terrors in der Maximierung von Aufmerksamkeit zwecks Maximierung der Effekte, und schliesslich ist viertens der Zeitgeist reif, um den «Kampf der Zivilisationen» – so Klaus-Dieter Frankenberg in einem Kommentar zu den aktuellen Ereignissen in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» – kräftig anzuheizen.

Diesem Kommentar werden viele folgen, die inhaltlich auch den Angriff auf das Herz der Demokratie in Gestalt der Pressefreiheit auf das Niveau eines zivilisatorischen Kampfes erheben. Es handelt sich um dieselbe Reaktion, die wir 2005 in zahllosen Leitkommentaren in Europa zur Kenntnis nehmen mussten, als die rechtskonservative dänische Zeitung «Jyllands-Posten» mit der Publikation von Mohammed-Karikaturen begann und auf Protest muslimischer Länder einerseits, massive Drohungen islamistischer Organisationen andererseits traf. Nicht «9/11», sondern erst der «Karikaturenstreit» von 2005 war entscheidend für eine bemerkenswerte, aber kaum reflektierte Verwandlung der Wahrnehmung der Immigrationspopulationen in den westlichen Ländern: Die Immigranten aus muslimischen Ländern wurden nicht mehr, wie bisher selbstverständlich, nach ihren Herkunftsnationen unterschieden, sondern als «Muslime» etikettiert und hochgerechnet. Dies war die Voraussetzung für einen Antiislamismus, der durch rechtspopulistische Parteien befeuert wurde und heute, zehn Jahre später, zu einer politischen Kraft geworden ist, die ihre Mehrheitsfähigkeit behauptet und gerade in Frankreich mit dem Font National, anstrebt.

Damals wie heute ist die Pressefreiheit in unseren liberalen Rechtsstaaten nicht in Gefahr. So entsetzlich der Terroranschlag auf eine Wochenzeitung ist, er hebelt den französischen Rechtsstaat nicht aus. Die zivilisatorische Gefahr lauert woanders. Wer einen Blick unter den dünnen Firnis der Zivilisation hier bei uns werfen will, der schaut sich die Kommentarspalten in denjenigen Online-Angeboten an, die diese Kommentarspalten zu den Berichten aus Paris – erfahrungsgesättigt – nicht sogleich geschlossen haben. Hier tobt sie, die wahrgenommene islamistische Gefahr für das Abendland, die mit allen Muslimen in Bezug gesetzt wird, hier zeigt sich der dumpfe Antiislamismus, der Unterscheidungen nicht mehr machen will, um sich anhand des Anschlags in Paris selbst zu bestätigen. Dieser angeschwollene Antiislamismus aller Länder bei uns, in Europa, ist es, der von diesem Terroranschlag am meisten profitiert. Und wie die Antisemiten den Juden die Schuld für den Antisemitismus gaben, bestätigt sich dieser Antiislamismus durch dieselbe Zirkularität. Die katalytische Wirkung des islamistischen Terrors auf diese Zirkularität muss uns in erster Linie beunruhigen, wenn uns unsere zivilisatorischen Errungenschaften wichtig sind.

Kurt Imhof ist Soziologe. Seit 2000 ist er Professor für Soziologie und Publizistikwissenschaft an der Universität Zürich und Leiter des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft

Abdruck des „Standpunkts“ in tachles vom 9. Januar 2015. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von Tachles, jüdisches Wochenmagazin.

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