APD-INFORMATIONEN 4/2015 - APRIL 2015

100. Jahrestag zum Genozid an den Armeniern - schwieriges Gedenken

Zürich/Schweiz | 26.04.2015 | APD | Schweiz

Erklärung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen AGCK in der Schweiz zum 100. Jahrestag des Völkermordes an den Armeniern am 24. April 2015

Der Mord an rund 1,5 Millionen Armeniern und Armenierinnen gilt als der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts, heisst es in der AGCK-Medienmitteilung. Viele seien auch an den Folgen der grausamen Deportation, den Todesmärschen gestorben. Gleichzeitig hätten die türkischen Behörden eine Zwangsislamisierung an der zweitgrössten christlichen Minderheit im Osmanischen Reich betrieben. „Die theologischen, sozialen, politischen und psychologischen Folgen dieses Genozids sind bis heute gegenwärtig“, so die Arbeitsgemeinschaft. Verstärkt werde das Gedenken durch die gegenwärtige Christenverfolgung in Syrien. Die historische Aufarbeitung sei schwierig, da sich die Türkei bis heute weigere, das damalige Geschehen als Völkermord zu anerkennen und um eine Entschuldigung zu bitten.

Es handelte sich bei den Getöteten und Deportierten nicht ausschliesslich um orthodoxe Christen, sondern auch um Protestanten, darunter 167 Adventisten, wie der Adventistische Pressedienst APD Schweiz am 8. März meldete:
http://www.stanet.ch/apd/news/archiv/10270.html

Bischof Harald Rein, Präsident der AGCK in der Schweiz, wolle mit der Arbeitsgemeinschaft dem Gedenken des Genozids viel Raum geben. Die AGCK Schweiz bat die Gläubigen ihrer Mitgliedskirchen, der Opfer des armenischen Völkermordes und ihrer Angehörigen im Gebet zu gedenken, speziell im Sonntagsgottesdienst vom 26. April. Zudem hat sie die Gläubigen eingeladen, an den Gedenkveranstaltungen in Genf, Bern, Zürich und Hundwil/AR teilzunehmen sowie auf Ersuchen der Armenisch Apostolischen Kirche der Schweiz am Freitagabend, 24. April, um 19. 00 Uhr während fünf Minuten die Kirchenglocken als Zeichen des Mitgefühls läuten zu lassen.

Arbeitshilfen zum Gedenken
Die Arbeitshilfe der ACK-Deutschland mit Texten und Gebeten steht auf deren Website als Download zur Verfügung:
http://www.oekumene-ack.de/fileadmin/user_upload/Arbeitshilfe_Armenier_web.pdf

Armenische Gemeinden in der Schweiz
In der Schweiz gibt es laut AGCK in mehreren Kantonen aktive armenisch-orthodoxe Gemeinschaften, die dort auch in den kantonalen AGCKs mitarbeiten.
Genf: www.religionenschweiz.ch/bauten/hagop.html / Zürich: http://hayastan.ch/

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Landeskirchen beider Basel: Scientology ist keine Kirche

Basel/Schweiz | 26.04.2015 | APD | Schweiz

Im Vorfeld der Eröffnung einer neuen Scientology-Zentrale in Basel halten die Landeskirchen beider Basel in einer Stellungnahme fest, dass Scientology mit der Bezeichnung „Kirche“ nicht dem Kirchenbegriff des abendländischen Kulturverständnisses entspreche.

Am 25. April eröffnete in Basel die aus Amerika stammende Organisation Scientology ein Zentrum. In einer gemeinsamen Medienmitteilung der reformierten, christkatholischen und römisch-katholischen Kirchen beider Basel hielt sie fest, dass sich Scientology in Verlautbarungen und Werbeunterlagen als „Kirche“ vorstelle. Aus einem Beitrag der Pendlerzeitung „20 Minuten“ vom 8. 4. 2015 gehe hervor, dass sie sich als „Kirche“ mit dem Ziel bezeichne, eine Steuerbefreiung für ihren Basler Ableger zu erreichen.

Dazu halten die öffentlich-rechtlich verfassten, anerkannten (Landes-)Kirchen beider Basel fest: „Der Begriff ‚Kirche’ bezeichnet nach abendländischem Kulturverständnis ausschliesslich Religionsgemeinschaften, deren Mitglieder der Glaube an Jesus Christus eint und die als einzigen Herrn Jesus Christus anerkennen.“

Die unterzeichnenden Kirchenleitungen stellten im Fall von Scientology keinerlei Bezug zu diesem Kirchenbegriff fest.
- Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Stadt
- Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Landschaft
- Römisch-Katholische Kirche des Kantons Basel-Stadt
- Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Basel-Landschaft
- Christkatholische Kirche Basel-Stadt
- Christkatholische Landeskirche des Kantons Basel-Landschaft

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„Gottlose“ oder „gläubige“ Schweiz?

Zürich/Schweiz | 26.04.2015 | APD | Schweiz

Gemäss einer repräsentativen Meinungsumfrage des Forschungsinstituts gfs bezeichnen sich 53 Prozent der befragten Personen als „gläubig“ oder „sehr gläubig“. Dies teilte die Schweizerische Evangelische Allianz SEA über eine kürzlich von ihr in Auftrag gegebene Umfrage mit.

Die Gratiszeitung 20 Minuten habe unlängst aufgrund einer anderen Meinungsumfrage von einer „gottlosen“ Schweiz geschrieben auch sei oft von Kirchenaustritten oder drastisch schwindendem religiösem Interesse die Rede, so die Allianz. Laut der von der SEA in Auftrag gegebenen neuen Umfrage, welche zwischen dem 23. März und 9. April in der deutschen und französischen Schweiz bei 1005 Personen telefonisch durchgeführt worden sei, bezeichne sich die Mehrheit der in der Schweiz lebenden Personen aber nach wie vor als „gläubig“.

Als „ungläubig“ bezeichneten sich lediglich acht Prozent. Dazwischen liege eine grosse Gruppe von Menschen (36 Prozent), die sich als „weder gläubig noch ungläubig“ bezeichneten. Bei den jüngeren Befragten, zwischen 18 bis 39 Jahren, hätten nur 38 Prozent angegeben, sie seien „gläubig“. Dafür sei die Anzahl derjenigen, die sich als „weder gläubig noch ungläubig“ einordnen, mit 52 Prozent bemerkenswert hoch. Nur sieben Prozent dieser jüngeren Menschen sagten von sich, dass sie „ungläubig“ seien.

Viele fühlen sich mit Kirche verbunden
Laut dieser gfs-Umfrage seien auch die christlichen Glaubensgemeinschaften beliebt. 79 Prozent der Befragten fühlten sich mit der katholischen oder evangelischen Glaubensgemeinschaft (je 39 Prozent) oder mit den Freikirchen verbunden. Konfessionslos hätten sich 14 Prozent bezeichnet und weitere fünf Prozent als anderen Glaubensgemeinschaften zugehörig.

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Die Erbschaftssteuer: Eine „biblische" Steuer

Genf/Schweiz | 26.04.2015 | APD | Schweiz

Für die christliche Denkfabrik ChristNet sind Steuern auf Erbschaften gerecht, solidarisch und biblisch begründbar, denn bereits das Alte Testament verlange von Vermögenden, ihren Grundbesitz mit Bedürftigen zu teilen.

Die Erbschaftssteuer, die am 14. Juni zur Abstimmung kommt, ist laut ChristNet ein Appell an die Solidargemeinschaft Schweiz. Sie wolle neue Einnahmen für die AHV, das wichtigste Sozialwerk des Landes generieren, sowie die Kantone unterstützen, die das Bildungs- und Gesundheitswesen finanzierten. Beide Anliegen stünden heute unter Druck, so die Denkfabrik. Eine sichere AHV und eine gute Bildungs- und Gesundheitsversorgung seien aber gerade für weniger begüterte Menschen essenziell.

Bibel: Arme gesetzlich begünstigen
Bereits die Bibel appelliert laut ChristNet an Vermögende, ihren Reichtum mit den Armen zu teilen: Ein Gesetzestext im dritten Buch Mose habe alle fünfzig Jahre ein so genanntes Jubel- oder Halljahr verfügt (3. Mose 25,8-31). Land, das aus Not verkauft worden war, musste demnach wieder an die ursprüngliche Besitzerfamilie zurückgegeben werden. Damit hätten verarmte Bevölkerungsschichten bessere Chancen im Überlebenskampf bekommen. Heute bestehe das Startkapital bedürftiger Bevölkerungsgruppen aus guter Bildung und Gesundheit, so die christliche Denkfabrik. Die AHV erfülle aber ihren Verfassungsauftrag, die Existenzgrundlage im Alter sicher zu stellen, nicht.

Staat wird durch Steuerabbau ausgehungert
Wie zu biblischen Zeiten sollen auch heute Vermögende eine besondere Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen, fordert ChristNet. Vielfach zeigten sich Reiche solidarisch und gründeten Stiftungen oder Hilfswerke. Es herrsche aber je länger je mehr ein Rückzug ins Private. Der Staat, das ursprünglich umfassendste Solidarwerk, werde durch Steuerwettbewerb und Steuerabbau seiner besonderen Fähigkeit beraubt, Armut zu bekämpfen.

Die Schweizer Finanzpolitik verhindere die immer grösseren Vermögensunterschiede nicht. Dies sei nicht nur eine Gefahr für den sozialen Frieden, sondern auch für die Demokratie, so die Denkfabrik. Wo sich Geld in den Händen weniger konzentriere, balle sich auch die politische Macht. Und wenn „Big Business“ zusätzlich die Medien lenke, sei die freie Meinungsbildung gefährdet.

Die zur Abstimmung stehende Erbschaftssteuerreform schaffe einen Ausgleich, wie ihn schon die Bibel vorsehe, zwischen Reichen, die ohne eigene Leistung zu Vermögen gelangt seien und weniger Begüterten.

Trägerorganisationen der Volksinitiative „Erbschaftssteuerreform“
Im Initiativkomitee sind nebst ChristNet folgende Trägerorganisationen vertreten: Christlich-soziale Partei CSP; Evangelische Volkspartei EVP; Grüne; Sozialdemokratische Partei SP; Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB.

Ein Dossier mit Argumenten und Einwänden zur Erbschaftssteuerreform, sowie Hintergründen zur Steuerpolitik in der Bibel findet sich unter: www.christnet.ch
Argumente für die Erbschaftssteuerreform: http://tinyurl.com/przbqkf
Eine biblische Steuerpolitik? – Grundlegende Gedanken: http://tinyurl.com/pg7qxv5
Fakten gegen Ängste – Einwände und ihre Entkräftung: http://tinyurl.com/on846kp

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Zürich: Privatschule A bis Z ab kommendem Schuljahr mit Unterstufe

| 26.04.2015 | APD | Schweiz

Zürich/Schweiz, 27.04.2015/APD Ab dem Schuljahr 2015/16 bietet die „Privatschule A bis Z“ in Zürich-Affoltern nebst der Mittelstufe und der Sekundarschule den Abteilungen A und B auch eine Unterstufe an.

„Wir wollen Kindern und Eltern in unserer Tagesschule ab der ersten Klasse bis zur Sekundarschule ein durchgängiges Angebot bieten und damit Schulwechsel, die für Kinder meist schwierig sind, vermeiden helfen“, sagte Philipp Boksberger, Schulleiter.

Die Kleinklassen der Unter- und Mittelstufe werden im Mehrklassensystem geführt, was das Interesse, die Fähigkeit zu Konzentration und selbstständiger Arbeit sowie die sozialen Kompetenzen steigere, heisst es auf der Website der Schule. Französisch und Englisch würden in einzelnen Kleinstklassen unterrichtet. Zudem biete die Schule auch Randstundenbetreuung bis 17 Uhr. Flyer zur 1. - 3. Primarklasse:
http://www.privatschule-abisz.ch/downloads/

Schnupperwoche vom 18. - 22. Mai
In der Schnupperwoche vom 18. - 22. Mai können sowohl Eltern als auch Kinder einen halben oder ganzen Tag alle Schulstufen besuchen, um allfällige Mitschüler und Lehrpersonen kennen zu lernen. Zusätzlich findet während dieser Woche am Donnerstagabend, den 21. Mai um 19.00 Uhr ein Info-Abend statt. Anmeldung über Tel. 044 242 21 40 oder info@privatschule-abisz.ch.
Weitere Infos unter: www.privatschule-abisz.ch

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Glückskette: Grosse Zerstörung und enorme Bedürfnisse auf Vanuatu

Genf, Lugano, Zürich/Schweiz | 26.04.2015 | APD | Schweiz

„Der Wirbelsturm Pam zog am Freitag, den 13. März über den Archipel Vanuatu und hinterliess enorme Verwüstungen“, schreibt Tony Burgener, Direktor der Glückskette, in einem Newsletter. Das Land, eines der ärmsten der Welt, sei auf internationale Hilfe angewiesen.

Die Partnerhilfswerke der Glückskette, welche zum Teil selbst oder über ihre internationalen Netzwerke Nothilfe leisteten, berichteten von grosser Zerstörung und enormen Bedürfnissen, so Burgener.

Nothilfe
Demnach lebt die Bevölkerung vor allem von der Landwirtschaft. Der Wirbelsturm hat die gesamte Ernte zerstört und bis Nahrungsmittel nachgewachsen sind, dauert es Monate.

Medair und ihre Partner unterstützen die Regierung beim landwirtschaftlichen Wiederaufbau und verteilen Saatgut sowie Werkzeuge.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA und das Schweizerische Rote Kreuz – über die internationale Föderation – verteilten Lebensmittel, kümmerten sich um den Zugang zu sauberem Wasser und verteilten Blachen, damit sich die Menschen Übergangsunterkünfte bauen oder ihre Häuser reparieren könnten.

Caritas Schweiz biete den hilfsbedürftigsten Menschen, die keine anderweitige Hilfe erhalten würden, über das internationale Netzwerk zusätzlich Hilfe in der Unterbringung.

Wiederaufbau
Die Partnerhilfswerke können laut Burgener nach Abschluss der Nothilfephase, sofern es die Mittel erlauben, den Wiederaufbau in Angriff nehmen. Allein auf der Hauptinsel wurden mehrere Zehntausend Häuser und zahlreiche Schulen zerstört.
ADRA Vanuatu informiert in Englisch über die Nothilfe vor Ort:
https://www.facebook.com/adra.vanuatu?fref=ts

Spenden
Spenden an die Glückskette sind jederzeit möglich auf das Postkonto 10-15000-6, Vermerk „Vanuatu“, online auf www.glueckskette.ch oder über die Swiss-Solidarity-App der Glückskette.

Spenden an ADRA Schweiz: PC-Konto 80-26526-3 oder IBAN CH17 0900 0000 8002 6526 3 mit dem Vermerk „Vanuatu“ oder online: www.adra.ch/de

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UN-Generalsekretär und Weltkirchenpräsident der Adventisten im Dialog

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2015 | APD | International

Erstmals hatte ein Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten eine Unterredung mit einem Generalsekretär der Vereinten Nationen. Am 6. April trafen sich Pastor Ted N. C. Wilson und Ban Ki-moon zu einem 45-minütigen Gespräch im UN-Hauptquartier in New York. Themen waren die weltweite Zunahme religiöser Intoleranz und Hilfe für Menschen in Not. Der Präsident der weltweiten Adventisten wurde begleitet von John Graz, Direktor der Abteilung Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz, und Ganoune Diop, Kontaktperson der weltweiten Kirche bei den Vereinten Nationen (UNO).

Wilson betonte laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“, dass sich seine Kirche seit langem für die Förderung der Religionsfreiheit einsetze. Ausserdem unterstütze sie Initiativen, die nach dem Vorbild Christi Menschen körperlich, geistig, sozial und geistlich helfen würden. Diop fügte hinzu, dass Christen nach den Worten Jesu „Salz der Erde“ und „Licht in der Welt“ sein sollten. Der UN-Generalsekretär sprach über die weltweite Armut als Folge mangelnder Bildung und zeigte sich besorgt über die religiöse Intoleranz, die global einen beispiellosen Höhepunkt erreicht habe.

Jenen helfen, die nicht selbst für sich eintreten können
Ban Ki-moon brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass Menschen auf den Respekt gegenüber Mitmenschen Wert legen sollten, einschliesslich jener, die einer anderen Religion angehörten. Er würdigte das Eintreten der adventistischen Kirche für Religionsfreiheit und die Arbeit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA im Bereich Bildung, Gesundheit und humanitäre Unterstützung. Hierbei arbeiteten die Adventisten auch mit UN-Organisationen zusammen.

Ted N. C. Wilson sagte, die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten könne sehr praktisch dazu beitragen Dinge in dieser Welt positiv zu verändern. Etwa durch Förderung der Glaubens- und Gewissensfreiheit, Respektierung von ethischen und spirituellen Werten, Achtung vor der Würde des Menschen, Beratung von Familien, Förderung der Jugendlichen, Bereitstellung von Lebensnotwendigem, wie Trinkwasser, oder Bildung. „Als Kirche möchten wir besonders jenen helfen, die nicht für sich selbst eintreten können, die diskriminiert werden und Verfolgung erleiden“, betonte John Graz. Das seien auch wesentliche Aufgabenbereiche der UNO.

Weltweit gibt es 18,5 Millionen erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 215 Ländern. Die Freikirche unterhält insgesamt über 7.800 Schulen, von der Grundschule bis zur Universität. In den weltweit 444 Krankenhäusern und Kliniken werden jährlich mehr als 18,7 Millionen Menschen ambulant oder stationär behandelt. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA ist in rund 120 Ländern tätig.

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Zehn adventistische Studenten bei Terroranschlag in Kenia getötet

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2015 | APD | International

Beim Terroranschlag der somalischen Al-Shabaab-Miliz auf die Universität von Garissa, im Osten Kenias, wurden am 2. April 148 Menschen ermordet. Darunter befinden sich auch zehn Mitglieder der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, teilte Adventist News Network (ANN) mit.

Unter den Toten sei auch Eric Nyumbuto, Leiter der adventistischen Studentengemeinde auf dem Universitätsgelände. Kenias Adventisten betrauerten die Opfer des jüngsten Massakers in ihrem Land. „Wir sind untröstlich wegen dieser sinnlosen Morde und beten für die Hinterbliebenen und Verletzten der schrecklichen Tragödie“, sagte ein Mitglied der adventistischen Kirchengemeinde in Garissa.

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Adventisten verurteilen fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2015 | APD | International

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten verurteilt die fremdenfeindlichen Übergriffe in Südafrika, bei denen mindestens sieben Personen getötet wurden. Gleichzeitig versorgt die Kirche mit dem Hilfswerk ADRA Südafrika Hunderte von gewaltsam Vertriebenen mit warmen Mahlzeiten, wie Adventist Review AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift, mitteilte.

Seit Anfang April sind in Südafrika verstärkt Ausländer das Ziel von Angriffen. Einheimische werfen den Ausländern vor, dass sie ihnen die Jobs wegnehmen würden. Die Südafrikanische Polizei hat in den letzten Tagen rund 300 Personen im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Gewalt und den Angriffen auf Ausländer festgenommen.

Es habe sieben Toten gegeben, so AR. Ein Mosambikaner sei in Johannesburg (4,5 Mio. Einwohner) erstochen worden. In Durban (3,5 Mio. Einwohner) seien je ein Äthiopier, Mosambikaner, Simbabwer und drei Südafrikaner getötet worden.

„Es gibt keinen vernünftigen Grund, der die Vorurteile und diese sinnlose Gewalt rechtfertigen könnte, die eine Schande für das neue, freie und demokratische Südafrika sind“, sagte Paul Charles, Kommunikationsdirektor der Adventisten im südlichen Afrika und in der Region des Indischen Ozeans.

„Echte Freiheit verzichtet auf Machtmissbrauch und Gewaltanwendung gegenüber Menschen“, so Charles. „Die Leitung sowie die knapp 3,5 Millionen Siebenten-Tags-Adventisten, die im südlichen Afrika leben, verurteilen diesen Hass und all die sinnlosen und schrecklichen Gewalttaten.“ Es seien auch Adventisten davon betroffen worden, so der Mediensprecher.

„Essen auf Rädern“
Die adventistische Kirchenleitung in Südafrika versorge gemeinsam mit dem Hilfswerk ADRA Südafrika und der adventistischen Freiwilligeninitiative „Essen auf Rädern“ 1.500 Vertriebene mit Essen. Weitere Hilfe werde an 312 Familien verteilt: Hygiene-Kits, Eimer, Seife, Waschmittel und Hygienebinden, sagte Pastor Tankiso Letseli, Präsident der Kirche im südlichen Afrika. Diese Kirchenregion umfasst die Staaten und Territorien von Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha Inseln, Lesotho, Namibia, Südafrika, Swasiland, KwaZulu-Natal, Lesotho, Namibia und Trans-Oranje.

Biblische Forderung: Ausländer wie Einheimische behandeln
„Unabhängig von unserer Nationalität, Hautfarbe oder Religion, sind wir zum Ebenbild Gottes geschaffen. Wir nehmen deshalb das Anliegen der Menschenwürde sehr ernst", sagte Pastor Tankiso Letseli. „Dieses Verständnis verpflichtet uns, einander als Brüder und Schwestern zu behandeln. Ein Angriff auf einen von uns betrifft uns alle.“

Letseli verwies auf Levitikus (3. Mose 19,33 bis 34) als zentrale Aussage der Bibel über die Behandlung von Ausländern: „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“

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Kirchen trauern um ertrunkene Migranten und fordern Hilfestellungen

Genf, Bern/Schweiz, Brüssel/Belgien | 26.04.2015 | APD | International

In einer gemeinsamen Mitteilung der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME), der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Weltkirchenrats (ÖRK) drückten sie ihre Trauer aus über die Hunderten von ertrunkenen Migranten beim Untergang eines Flüchtlingsschiffes. Dieses war am 19. April rund 70 Kilometer von der lybischen Küste gesunken. 28 Menschen konnten laut Angaben der italienischen Regierung gerettet werden, 24 seien tot geborgen worden.

„Im Gebet denken wir an jene, die gestorben sind und drücken den Angehörigen unser tief empfundenes Beileid aus“, sagte der KEK-Generalsekretär Pfarrer Dr. Guy Liagre. "Wir beten auch für die in der anspruchsvollen Rettungs- und Bergungsmission Beteiligten", sagte er.

„Solche Tragödien sind starke Aufrufe, die Bemühungen zu verstärken, um die Ursachen für Armut, soziale Unsicherheit und Konflikte in den Ländern anzugehen, aus denen die Migranten kommen“, sagte Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Weltkirchenrats.

„Wir sind zutiefst betroffen von dieser Tragödie im Mittelmeer. Wieder einmal wurden die schutzlosesten Menschen betroffen“, heisst es in einer Medienmitteilung der Kommunikationsabteilung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa. „Wir dürfen die immense humanitäre Krise in Afrika nicht ignorieren.“

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Adventisten kondolieren den Angehörigen des Flugzeugabsturzes

Bern/Schweiz | 26.04.2015 | APD | International

Am Dienstag, 24. März seien beim Absturz eines Airbus A320 der Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings wahrscheinlich alle 150 Insassen umgekommen, heisst es in Medienberichten. Demnach sei das Flugzeug auf dem Weg von Barcelona/Spanien nach Düsseldorf/Deutschland gewesen, als es bei Digne-les-Bains, in Südfrankreich, abgestürzt sei. Der französische Präsident François Hollande und der Premierminister Manuel Valls befürchteten, dass es keine Überlebende gebe.

„Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten kondoliert den Angehörigen der Opfer“, teilte deren Kommunikationsabteilung mit. „Wir teilen den Schmerz der Angehörigen und beten, dass Gott ihnen Trost schenkt.“

An die Angehörigen gerichtet, sagte Pastor Bruno Vertallier, Präsident der Adventisten in West- und Südeuropa: „Ich vertraue darauf, dass sie die nötige Unterstützung finden werden, um mit dieser furchtbaren Wirklichkeit zu leben, die sie von ihren Lieben getrennt hat. - Ich trauere mit ihnen.“

Die adventistischen Kirchgemeinden und ihre Institutionen in den betroffenen Ländern seien bereit, allen vom Flugzeugabsturz Betroffenen Beistand und Unterstützung zu gewähren, heisst es in der Medienmitteilung der Kirche.

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Extreme Ziele von Fundamentalisten - keine rhetorische Übertreibungen

Bonn/Deutschland | 26.04.2015 | APD | International

Der Präsident der International Society for Human Rights und Botschafter für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz WEA hat, laut Bonner Querschnitte, Anfang März eine Gastvorlesung an der „University of New York Tirana“, der ersten Privatuniversität in Albanien, gehalten. Dabei habe er die als unrealistisch erscheinenden Ziele von Nationalsozialisten, wie die Auslöschung der Juden, mit jenen der hindu-nationalistischen Partei in Indien, Rückbekehrung von Muslims und Christen zum Hinduismus sowie den Zielen von Islamisten, Vertreibung aller Christen aus dem Nahen Osten, in Beziehung gesetzt und davor gewarnt, diese als rhetorische Übertreibungen abzutun.

Nationalsozialismus
In seiner Vorlesung „Nazism as a political religion“ (Nationalsozialismus – eine politische Religion) nahm Schirrmacher den Aufstieg des Nationalsozialismus als Beispiel dafür, dass viele Politiker die absurden Ziele von Fundamentalisten irrigerweise nicht ernst nähmen, sondern für rhetorische Übertreibung hielten. Noch 1933 habe Theodor Heuss, später erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, ein mutiges Buch gegen den Nationalsozialismus veröffentlicht, in dem er aber auf Ziele wie die Auslöschung der Juden oder die Unterwerfung der Sowjetunion als deutsche Kolonie und „Lebensraum im Osten“ sowie deren Bewohner als „Untermenschen“ nicht näher einging, weil er sie für absurd und sowieso nicht umsetzbar hielt.

Rechtskonservative, hindu-nationalistische Bharatiya Janata Party
Wenn etwa der neue indische Ministerpräsident Narendra Modi der Bharatiya Janata Party BJP angehöre, einer Bewegung, die behauptet, Indien gehöre allein den Hindus und alle Muslime sowie Christen seien zwangsbekehrte Hindus, die zurückbekehrt werden müssten, nähmen das derzeit viele nicht ernst. Dabei spürten religiöse Minderheiten im ganzen Land, wie sich die Stimmung ihnen gegenüber verschlechtere und wie Gewalt von fundamentalistischen Hindus gegen Andersdenkende zunehme. Zudem würden in abgelegenen Dörfern immer häufiger Zwangsbekehrungszeremonien zum Hinduismus an Muslimen und Christen vollzogen. Wie im Falle des türkischen Staatspräsidenten, Recep Tayyip Erdogan, würden wahrscheinlich auch bald bei Modi die Medien in ein paar Jahren erstaunt fragen, wie es nur so weit kommen konnte. Und das, obwohl die dahinter stehende Ideologie und Bewegung Modis bereits 90 Jahre alt sei und seit Jahrzehnten durch die Rashtriya Swayamsevak Sangh RSS, eine radikal-hinduistische Kaderorganisation, der Modi angehöre, Gewalt auf die Strasse trage. Modi sei immerhin als Gouverneur des indischen Bundesstaates Gujarat 2002 in die Unruhen von Hindus gegen Muslime, mit 1000 bis 2000 Toten, involviert gewesen, so Schirrmacher.

Islamisten
Das Ziel der Islamisten, das Christentum aus dem Nahen Osten zu entfernen, habe niemand ernst genommen bevor die – von Experten als Folge des Golfkrieges angekündigte – gewaltsame Massenvertreibung von Christen im Irak begonnen habe. Es sei gesagt worden, dass eine Vertreibung in Ländern mit Hunderttausenden oder gar Millionen von Christen gar nicht möglich sei. Dann sei es zur Vertreibung im Irak gekommen, gefolgt von der Tragödie in Syrien. „In Ägypten sind wir gerade noch eben so an einer Massenvertreibung oder -auswanderung von koptischen Christen vorbeigeschrammt“, so der Religionssoziologe.

Der Gastvorlesung war ein Empfang beim Präsidenten von Albanien, ein Empfang beim Oberbürgermeister von Tirana und ein Empfang bei der Universitätsleitung vorausgegangen. Ausserdem traf Schirrmacher das Oberhaupt der Albanisch-Orthodoxen Kirche, Erzbischof Anastasios, den katholischen Nuntius, Erzbischof Ramiro Moliner Inglés, und den Generalsekretär der Evangelischen Allianz Albanien, Pfarrer Akil Pano.

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53 von 85 Adventgemeinden in Vanuatu zerstört

Port Vila/Vanuatu | 26.04.2015 | APD | International

Durch den Zyklon „Pam“ im März sind 53 von 85 Kirchengebäude der Siebenten-Tags-Adventisten zerstört worden, teilte Jarrod Stackelroth von „Adventist Record“, dem Nachrichtenmagazin der Freikirche im südpazifischen Raum, mit. Außerdem seien auch Schulen der Freikirche betroffen.

Der Wiederaufbau könne Jahre in Anspruch nehmen, da viele Kirchenmitglieder selbst ihre Häuser und Erwerbsmöglichkeiten durch den Zyklon verloren hätten. 80 bis 90 Prozent seien in der Landwirtschaft tätig, vielen habe der Sturm die Ernte zerstört. „Das ist ein schwerer Schlag für die Mitglieder“, bestätigte Pastor Nos Terry Mailalong, Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Vanuatu, „denn die meisten dieser Menschen in den ländlichen Gebieten haben keine anderen Einnahmequellen.“

Während die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA sich um die Menschen in Vanuatu kümmere, und die Regierung den Wiederaufbau von Schulgebäuden unterstütze, gebe es kein Geld für den Wiederaufbau von Kirchen, so Stackelroth. Die Freikirchenleitung im südpazifischen Raum habe daher einen Hilfsfond eingerichtet, in den unter https://egiving.org.au unter dem Stichwort „Vanuatu Cyclone Pam Assistance“ gespendet werden könne.

„Pam“ war nach Angaben von Wikipedia einer der stärksten je gemessenen Zyklone. Im März wurden in der Hauptstadt Port Vila des Inselgruppenstaates Vanuatu 90 Prozent aller Gebäude zerstört oder stark beschädigt. Der Zyklon wird als die schwerste Katastrophe in der Geschichte von Vanuatu bezeichnet. Unter den 253.000 Bewohnern des Inselstaates gibt es 19.200 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 85 Kirchengemeinden.

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Nigeria: Trauriger Jahrestag – 232 entführte Mädchen bleiben verschollen

Burgdorf/Schweiz | 26.04.2015 | APD | International

Vor einem Jahr, am 14. April 2014, entführte die islamistische Terrormiliz Boko Haram im nigerianischen Chibok 252 Mädchen. 20 von ihnen konnten entkommen, die übrigen gelten seither als verschollen. Die dramatische Entführung sei nur die Spitze des Eisbergs, schreibt Open Doors Schweiz, christliche Hilfsorganisation für verfolgte Christen, in einer Medienmitteilung.

Demnach habe die nigerianische Regierung vor einem Jahr zunächst zögerlich reagiert, weltweit habe das Ereignis aber starke Reaktionen ausgelöst, besonders in den sozialen Medien (#BringBackOurGirls). Boko Haram hatte zwischenzeitlich in einem Bekennervideo angekündigt, die Mädchen „auf dem Markt“ verkaufen zu wollen. Über den Verbleib der grössten von Boko Harma entführten Gruppe kursieren die verschiedensten Vermutungen.

Boko Haram: Kampf gegen Christen und Allianz mit dem „Islamischen Staat“
Die islamistische Miliz verübe seit Jahren Anschläge gegen alles, was als „westlich“ wahrgenommen werde, so Open Doors. Dazu gehörten in besonderem Masse christliche Kirchen, die gezielt angegriffen, sowie Christen, die entführt oder vertrieben würden. Ziel der islamistischen Terrormiliz sei die Errichtung eines eigenständigen islamischen Staates. Im August 2014 rief Abubakar Shekau, Anführer der Terrormiliz, ein islamisches Kalifat im Nordosten Nigerias aus und Anfang März schloss sich Boko Haram offiziell dem IS an. Die Parallelen zwischen der Terrormiliz und den Inhalten sowie Methoden des „Islamischen Staates“ in Syrien und im Irak seien offensichtlich, schreibt Open Doors.

UNICEF: 800.000 Kinder auf der Flucht
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF veröffentlichte am 13. April einen Bericht zu Nigeria, in dem von 1,5 Millionen Flüchtlingen infolge der Übergriffe von Boko Haram die Rede ist, darunter seien 800.000 Kinder.

Religion für Machtstreben instrumentalisiert
Eine neue Studie von Open Doors stärke die These, dass dem andauernden Kampf gegen die Christen in Nigeria ein klares Machtkalkül zugrunde liege. Demnach würde die Religion dazu instrumentalisiert, Altlasten aus der Kolonialzeit zu beseitigen und politische sowie wirtschaftliche Ziele durchzusetzen. Diese Instrumentalisierung der Religion sei von den Medien fast unbemerkt geblieben.

Open Doors stehe Betroffenen durch Nothilfemassnahmen, Traumabegleitung und Hilfe zur Selbsthilfe bei. Auf dem Weltverfolgungsindex von Christen, der vom Hilfswerks jährlich publiziert wird, sticht Nigeria durch die höchste vergebene Wertung im Bereich Gewalt hervor. In der Gesamtwertung belegt es Rang 10 unter allen Ländern, in denen weltweit Christen verfolgt werden.

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Adventisten: 2014 global knapp 2,4 Milliarden US-Dollar für Kirchenaufgaben

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2015 | APD | International

An der Frühjahrssitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) in Silver Spring, Maryland/USA, informierte am 14. April Robert E. Lemon, Finanzchef der Weltkirche, die Delegierten aus aller Welt über die finanziellen Auswirkungen des erstarkten Dollars und der Abschwächung anderer Währungen für das Budget der Weltkirche.

Demnach würden von den 12 meist kontinentalen Kirchenleitungen ausserhalb des US-Dollarraumes, weniger Gelder in US-Dollar an die Kirchenleitung überwiesen. Diese profitierten aber vom starken US-Dollar, wenn sie von der Weltkirchenleitung finanzielle Zuwendungen in US-Dollar erhielten, teilte SPECTRUM mit. 2014 hätten die weltweit 18,5 Millionen Mitglieder der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten 2,396 Milliarden US-Dollar (2,304 Milliarden Franken/2,232 Milliarden Euro) an „Zehntengeldern“ gespendet, welche für allgemeine Aufgaben der Kirche verwendet würden.

„Trotz des starken US-Dollars stiegen die „Zehnten“ auch währungsbereinigt in US-Dollar um 0,7 Prozent gegenüber 2013“, erläuterte Lemon im Finanzbericht gegenüber den 78 anwesenden von 211 Delegierten. In Kirchenregionen ausserhalb des Dollarraumes seien die Zehnten in lokalen Währungen „substanziell“ gestiegen.

Die zweckgebundenen Spenden der Kirchenmitglieder sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens, dem „biblischen Zehnten“, weitere Spenden für besondere Projekte.

Da die Weltkirchenleitung 2014 mit ihren Ausgaben um 6,3 Millionen US-Dollar unter ihrem Budget blieb, seien die nicht verwendeten Gelder mit Beiträgen zwischen einer und 1,5 Millionen US-Dollar an den Sender Hope TV Japan, die Kirchenregion für den Mittleren Osten und Nordafrika (MENA) sowie an jene in den GUS-Staaten (ESD) und an die Andrews Universität verteilt worden. Den grössten Beitrag erhielt die Abteilung für Archiv, Statistik und Forschung der Weltkirchenleitung (ASTR), die in den nächsten fünf Jahren die Enzyklopädie der Kirche völlig neu überarbeiten soll.

Anstehende Pensionierungen
An der im Juli 2015 bevorstehenden Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA (#GCSA15), endet die fünfjährige Dienstzeit aller gewählten Amtsinhaber. Einige würden sich auf diesen Zeitpunkt auch pensionieren lassen, so SPECTRUM. Orville Parchment, Assistent des amtierenden Weltkirchenleiters (Generalkonferenzpräsident), Pastor Ted Wilson und seines Vorgängers, Pastor Jan Paulsen, sei für seinen langjährigen Dienst geehrt worden ebenso wie der in den Ruhestand wechselnde Finanzchef, Robert Lemon. Einer der neun Vize-Präsidenten der Weltkirchenleitung, Pastor Mike Ryan, werde in San Antonio ebenso abtreten wie der Schweizer, Pastor John Graz, der die Aussenbeziehungen der Weltkirche während Jahren gepflegt sowie den Bereich der Religionsfreiheit vertreten hat.

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Zusammenschluss der Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen beider Basel

Basel/Schweiz | 26.04.2015 | APD | Ökumene

Laut einer Medienmitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche Basel Stadt treten die beiden Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen in Basel-Stadt und Basel-Landschaft neu unter der ergänzenden Bezeichnung „beider Basel“ auf. Der Zusammenschluss wurde am „Stillen Samstag“ (Ostersamstag), vor dem gemeinsamen Osterfeuerschlagen im Kreuzgang des Basler Münsters vollzogen.

Die christlichen Kirchen von Basel-Stadt und Basel-Landschaft, die bisher in eigenen kantonalen Arbeitsgemeinschaften organisiert waren, haben sich zusammengeschlossen und firmieren neu unter der Bezeichnung „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen beider Basel“. Die Statuten der neuen AgcK bB basieren auf der Charta Oecumenica, der ökumenischen Selbstverpflichtung der christlichen Kirchen Europas. Deren Ziel wird so formuliert: „Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen verpflichten sich zu verbindlichen Formen der Gemeinschaft mit anderen Mitgliedskirchen im Zeugnis des Glaubens, im Gottesdienst und im Dienst der Versöhnung, ‚damit die Welt glaube’ (Joh. 17.21)“.

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Syrisch-orthodoxe Kirche wurde in die AGCK Schweiz aufgenommen

Zürich/Schweiz | 26.04.2015 | APD | Ökumene

Die Plenarversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK CH hat am 23. April in Bern die syrisch-orthodoxe Kirche in der Schweiz einstimmig als 12. Mitgliedskirche aufgenommen.

„Die AGCK freut sich, diese alte Kirche in ihren Kreis aufnehmen zu können“, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft, Bischof Harald Rein. „Deren Gläubige sind einer grossen Verfolgung ausgesetzt. Wir möchten unseren Glaubensgeschwistern beistehen“, so Rein.

Der Erzbischof der Erzdiözese Schweiz-Österreich, Erzbischof Isa Gürbüz, hatte den Antrag auf Mitgliedschaft in der AGCK Schweiz gestellt. Patriarch lgnatius Ephrem ll. Karim hat ihn ebenfalls bei seinem Besuch im Dezember 2014 unterstützt.

Syrisch-orthodoxe Kirche
Die syrisch-orthodoxe Kirche ist eine der ältesten Kirchen weltweit. In der Schweiz leben rund 10.000 syrisch-orthodoxe Christen. 70 bis 80 Prozent davon stammen aus der Türkei, der Rest aus Syrien, dem lrak oder Libanon. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien seien viele syrisch-orthodoxe Christen nach Irak geflohen, so Pater Unal, wo sie heute erneut verfolgt würden. Viele von ihnen versuchten deshalb als Flüchtlinge nach Europa zu gelangen.

Der Hauptsitz der Erzdiözese Schweiz-Österreich ist im Kloster Mor Augin / Kloster St. Avgin, in 6415 Arth. Die Syrisch Orthodoxe Kirche ist Mitglied des Ökumenischen Rats der Kirchen und der Konferenz Europäischer Kirchen KEK. Die Syrisch Orthodoxe Kirche ist Mitglied in den kantonalen AGCKs von Zürich, Appenzell / St. Gallen und im Tessin.

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Franziskus besucht als erster Papst eine Waldenserkirche

Wien/Österreich | 26.04.2015 | APD | Ökumene

Laut dem zweitätigen Besuchsprogramm von Papst Franziskus, vom 21. bis 22. Juni im Piemont, wird er in Turin/Italien als erster Papst eine Kirche der Waldenser besuchen, heisst es in einer Medienmitteilung von Kathpress.

Demnach trifft Franziskus als erstes am Montagmorgen, dem zweiten Tag seiner Reise, im evangelischen Gotteshaus in der Turiner Innenstadt für 90 Minuten mit waldensischen Würdenträgern zusammen und betet mit ihnen gemeinsam das Vaterunser. „Das ist eine Geste der Brüderlichkeit in einer neuen ökumenischen Phase", sagte Eugenio Bernardini, Moderator der Waldenserkirche.

Die protestantische Glaubensgemeinschaft, deren geografisches Zentrum in den Cottischen Alpen, den sogenannten Waldenser Tälern, westlich von Turin liegt, geht zurück auf eine Gründung des Lyoner Kaufmanns Petrus Valdes (1140-1206). Im Mittelalter wurden die Waldenser von der römisch-katholischen Kirche als Häretiker verfolgt.

Nach Angaben des wissenschaftlichen Mitarbeiters der Deutschen Waldenservereinigung leben in Italien rund 20.000 sowie in Argentinien und Uruguay 7.000 Mitglieder. In Italien bilden die Waldenser seit 1979 mit den Methodisten eine gemeinsame Kirche, die Chiesa Evangelica Valdese (Englisch: Union of the Methodist and Waldensian Churches).

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Verband evangelischer Frauen in Italien wählt Adventistin als Präsidentin

Rom/Italien | 26.04.2015 | APD | Ökumene

Am 19. April haben die Delegierten des alle vier Jahre stattfindenden Kongresses des Verbands evangelischer Frauen in Italien (FDEI) die Adventistin Dora Bognandi zur neuen Präsidentin gewählt.

Dora Bognandi ist stellvertretende Leiterin der Abteilung für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (PARL) der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien. „Diese Aufgabe ist für mich eine grosse Ehre, aber auch eine grosse Verantwortung", sagte Dora Bognandi nach der Wahl. „Mein Wunsch ist es, dass wir auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen und den Frauen sowie den Gemeinschaften noch besser dienen, sowie aus evangelischer Sicht einen Beitrag in unsere Gesellschaft einbringen.“

Mehr als 70 Frauen aus verschiedenen evangelischen Kirchen haben sich vom 17. bis 19. April im Zentrum "Ökumene", in Velletri, 30 Kilometer südöstlich von Rom, zum 11. Kongress der FDEI getroffen. Dabei sei es um die Rolle der evangelischen Frauen in einer sich wandelnden Gesellschaft gegangen, teilte Notizie Avventiste, Kommunikationsabteilung der Adventisten in Italien, mit. Es sei dabei immer auch drei Konzepte bedacht worden, die alle betreffen würden: Gerechtigkeit, Solidarität und zwischen den Kirchen die bestehenden Beziehungen zu festigen sowie neue mit staatlichen Institutionen und Organisationen zu knüpfen. Darüber hinaus seien die Leitlinien für die nächsten vier Jahre der Vereinigung festgelegt worden.

Im Bundesverband evangelischer Frauen in Italien arbeiten folgende Kirchen mit: Adventisten, Baptisten, Heilsarmee, Evangelisch-Reformierte der italienisch sprechenden Schweiz, Lutheraner, Methodisten und Waldenser.

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Neuer Vorsitzender der Österreichischen Evangelischen Allianz

Salzburg/Österreich | 26.04.2015 | APD | Ökumene

Am 11. April wurde Pastor Hans Widmann zum neuen Vorsitzenden der Österreichischen Evangelischen Allianz (ÖEA) gewählt. Wie Christoph Grötzinger, Generalsekretär der ÖEA, mitteilte, tritt Widmann damit die Nachfolge von Dr. Frank Hinkelmann an.

Hinkelmann hatte dieses Amt die letzten 12 Jahre inne und will sich nach Angaben von Grötzinger nun auf den Vorsitz der Europäischen Evangelischen Allianz konzentrieren, den er im Herbst 2014 übernommen hatte. Hinkelmann erklärte: „Ich freue mich, dass Hans Widmann dieses Amt übernimmt. Er bringt jahrelange Erfahrung in der Vorstandsarbeit der ÖEA mit und kennt als Leiter des Bibellesebundes die christliche Szene im Land sehr gut. “

Widmann stammt ursprünglich aus Deutschland und leitet den österreichischen Zweig des Bibellesebundes seit Ende der 90er-Jahre. Vorher war er als Prediger im Christlichen Missionsverein in Kärnten tätig, einem Mitgliedswerk des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Oberösterreich.

Die ÖEA ist Mitglied in der Europäischen Evangelischen Allianz und in der Weltweiten Evangelischen Allianz. Der weltweite Dachverband umfasst 128 nationale Allianzen und repräsentiert geschätzte 600 Millionen Christen rund um den Globus.

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„Kirchenwechsel – Tabuthema der Ökumene?“

Höchst im Odenwald/Deutschland | 26.04.2015 | APD | Ökumene

Mit der Frage „Kirchenwechsel – Tabuthema der Ökumene?“ befasste sich die Frühjahrstagung des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) am 28. und 29. März im Kloster Höchst im Odenwald. In einer pluralistischen Gesellschaft lässt die Bindungskraft an eine bestimme Organisation nach. Davon sind auch die Kirchen betroffen, wenn sich deren Mitglieder für eine konfessionelle Neuorientierung entscheiden. Bei der Tagung kamen unterschiedliche theologischen Positionen sowie historische, seelsorgerliche und kirchenrechtliche Aspekte zur Sprache.

In seiner Einführung zur Thematik wies der Vorsitzende des VFF, Professor Dr. Christoph Raedel, Giessen, darauf hin, dass es auch im Bereich freikirchlicher Gemeinden einen zunehmenden Bindungsverlust gebe. Gerade junge Christen würden sich bei einem Ortswechsel nach einer neuen Gemeinde umsehen. Man suche nach der Gemeinde, die zu einem passe und in der man sich mit seinen Bedürfnissen, Ansprüchen und Begabungen heimisch fühle. Dabei sei die bisherige konfessionelle Zugehörigkeit nahezu unerheblich. Es gebe aber auch den bewussten Bruch mit der bisherigen Konfession, einschliesslich der Aufnahme in eine andere Kirche, in der man seinen Glauben besser verwirklichen könne.

Handreichung der ACK Bayern
Die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bayern, Dr. Maria Stettner, stellte die Handreichung der ACK „Seelsorgerlicher Umgang mit dem Wunsch nach Konfessionswechsel“ aus dem Jahr 2010 vor. In der Handhabung der Mitgliedschaft einschliesslich eines Wechsels in eine andere Kirche werde das Selbstverständnis der jeweiligen Konfession deutlich. So könne man sich beispielsweise durch einen standesamtlichen Austritt von der römisch-katholischen Kirche trennen, bleibe aber aufgrund der Taufe kirchenrechtlich Glied der Katholischen Kirche. Da auch Taufen anderer Kirchen anerkannt würden, sei der Wechsel eines Angehörigen einer anderen Konfession zur Katholischen Kirche kein Übertritt von einer Kirche in die andere. Es gehe dabei vielmehr um die Eingliederung in den „Leib Christi“, der sich in der römisch-katholischen Kirche verwirkliche. Methodisten verstünden dagegen einen Konfessionswechsel nicht als Bruch mit der Kirche Jesu Christi, sondern als „Neu-Organisation“ der Christus- und Kirchengemeinschaft.

In der Handreichung gehe es nicht darum, Menschen zum Übertritt zu ermutigen, so Stettner. Wenn dieser Wunsch ausdrücklich geäussert werde, sollten Menschen seelsorgerlich und mit Achtung vor ihrer Entscheidung und vor den Mitchristen anderer Konfessionen begleitet werden. Die Broschüre ist kostenlos bei der Geschäftsstelle der ACK Bayern erhältlich. E-Mail: kontakt@ack-bayern.de

Kirchenwechsel und Staatskirchenrecht
Professor Dr. Gerhard Robbers, Justizminister von Rheinland-Pfalz, sprach über „Kirchenwechsel in staatskirchenrechtlicher Perspektive“. Der Kirchenwechsel mag für die Konfessionen zwar ein Problem sein, es gehe dabei aber um eine individuelle Glaubensentscheidung. Artikel 4 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland garantiere „die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses“. Dazu gehöre auch das Recht seine bisherige Konfession zu verlassen. Ein Kirchenwechsel müsse deshalb immer möglich sein. Bei bestimmten öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften muss der Kirchenaustritt vor dem Amtsgericht oder dem Standesamt erklärt werden.

Ein Blick in die Vergangenheit
Der Freikirchenhistoriker Karl Heinz Voigt, Bremen, gab einen Einblick in die „Polemik und Apologetik im Verhältnis zwischen Methodistenkirche und Landeskirche im 19. Jahrhundert“. Im vorletzten Jahrhundert seien etwa fünf Millionen Deutsche in die USA ausgewandert. Dort hätten sich jedoch meistens nur die Methodisten um die Einwanderer gekümmert, sodass es unter ihnen schliesslich viel mehr Methodisten gegeben habe, als später in Deutschland. Ab 1850 kamen zahlreiche Methodisten nach Deutschland zurück, um als Erweckungsprediger die „Dankesschuld wegen des Geschenks der Reformation abzutragen“. Sie wollten gemeinsam mit den evangelischen Landeskirchen „Gottes Reich“ in Deutschland aufbauen. Doch die Staatskirchen hätten dieses Anliegen nicht verstanden und meinten keine Hilfe aus Übersee zu benötigen. So habe es viele polemische Massenverteilblätter und Zeitungsartikel gegen die Methodisten gegeben. Die Polizei sei in deren Versammlungen eingedrungen und Randalierer hätten die Fensterscheiben der Versammlungsstätten eingeschlagen. Vorladung zu den Behörden und ständige Diskriminierung der Methodisten wären damals „normal“ gewesen, so Voigt.

Eine Wechselgeschichte
Jochen Roth aus Lehrte/Niedersachsen schilderte, warum er in Hochspeyer als Pfarrer der Evangelischen Kirche der Pfalz seine Kirche verliess, um sich der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) anzuschliessen. Er betreut seitdem als Pfarrer zwei SELK-Kirchengemeinden in der Nähe von Hannover.

Loslassen, um Neues zu erfassen
Ob „jeder Wechsel ein neuer Anfang“ sei, fragte der Pädagoge Reinhold Bühne, Rotenburg/Wümme, in seinem Referat über erziehungswissenschaftliche und biografische Aspekte eines Kirchenwechsels. Der Referent hatte selbst einen Kirchenwechsel von der „Exklusiven Versammlung der Brüderbewegung“ („geschlossene Brüder“) zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers erlebt, sodass er sich seitdem in deren Gemeinde in Rotenburg engagiere. Laut Bühne sei ein Kirchenwechsel häufig durch einen Ortswechsel motiviert. Solch ein Wechsel erfolge oft in kleinen Entwicklungsschritten, bis er „ganz“ vollzogen sei. Ein Gemeindewechsel könne aber auch dadurch verursacht werden, dass sich eine Gemeinde verändert. Deshalb stelle sich auch die Frage: „Wie können wir unsere Mitglieder zum Bleiben motivieren?“ Wer die Veränderung konstruktiv gestalte, könne dabei gewinnen. „Wer loslassen kann, kann Neues erfassen“, behauptete Bühne.

Um die religionssoziologische Perspektive ging es Professor Dr. Jörg Stolz, Lausanne. Er stellte Forschungsergebnisse hinsichtlich der „Einstellung zu Kirchen und Kirchenwechsel im Milieu evangelischer Freikirchen in der Schweiz“ vor.

Der Verein für Freikirchenforschung VFF wurde 1990 von Theologen und Historikern aus verschiedenen Freikirchen gegründet. Theologische und kirchengeschichtliche Fragen sollen wissenschaftlich aus freikirchlichem Blickwinkel beleuchtet werden. Darüber hinaus möchte der Verein Freikirchen bei der sachgerechten Archivierung von Quellenmaterial und beim Auf- und Ausbau von Archiven unterstützen. Die in Höchst gehaltenen Referate werden im VFF-Jahrbuch dokumentiert, das 2016 erscheinen soll.

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Weltkirchenrat trauert um Philip Potter - Wegbereiter der Ökumene

Lübeck/Deutschland | 26.04.2015 | APD | Ökumene

Der ehemalige Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der methodistische Pastor Philip Alford Potter, ist im Alter von 93 Jahren in der Nacht zum 31. März in Lübeck gestorben. Er war von 1972 bis 1984 als dritter Generalsekretär des Weltkirchenrates tätig und zugleich der erste Vertreter aus einem Entwicklungsland in diesem Amt, schreibt Christian Schäffler in CBS KULTUR INFO.

Geboren wurde Philip Potter am 29. August 1921 in Roseau auf der Karibik-Insel Dominica. Nach seinem Studium in Kingston/Jamaika und London war Potter in der christlichen Studentenbewegung SCM aktiv. Im Jahre 1950 ging er für vier Jahre als Methodisten-Pastor nach Haiti. Im Anschluss arbeitete er verschiedenen Funktionen beim ÖRK.

Während Potters Amtszeit (1972-1984) wurden 1982 die herausragenden Konvergenzerklärungen von Lima (Peru) veröffentlicht. Die Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des ÖRK erreichte mit dem so genannten "Lima-Papier" einen bemerkenswerten Grad der Übereinstimmung hinsichtlich der Taufe, der Eucharistie und des Amtes.

Der Weltkirchenrat hat unter Philip Potter einen entschlossenen Versuch gemacht, die christliche Basis als Träger der ökumenischen Inspiration und Aktion zu aktivieren und zu mobilisieren. Der methodistische Pastor überzeugte westliche Theologen und Kirchen, dass der Reichtum der anderen Kulturen auch für sie eine Bereicherung sein könnte. „Potters Vision eines universalen Dialogs der Kulturen führte aus der nordatlantischen Gefangenschaft der ökumenischen Theologie", so der mennonitische Theologe Fernando Enns.

Sein Leitungsamt hat Potter immer auch politisch verstanden. „In der einen Hand die Bibel, in der anderen die Zeitung", war sein Motto. Besonderes engagiert war er im Kampf gegen den Rassismus - auch in den Kirchen. Die Universität Hamburg verlieh Potter 1971 seinen ersten Ehrendoktor. Weitere Ehrendoktorwürden folgten von der Universität Kapstadt/Südafrika, der University of the West Indies Kingston/Jamaika, der Theologischen Fakultät der Universität Uppsala/Schweden, der Humboldt-Universität zu Berlin (DDR) und der Universität Wien. 1986 folgte der japanische Friedenspreis der buddhistischen Niwano Peace Foundation.

Potter, dessen erste Frau 1980 verstarb, heiratete 1985 Bärbel Wartenberg-Potter. Nach seiner Pensionierung 1984 zogen die beiden nach Jamaika, wo sie an der Universität in Kingston Theologie lehrten. Als seine Frau 2001 zur Bischöfin von Lübeck gewählt wurde zogen sie zusammen nach Lübeck.

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Behörden in Sri Lanka wollen adventistische Hauskirche auflösen

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2015 | APD | Religion + Staat

Der Präsident der protestantischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Sri Lanka bat weltweit um Gebete für eine Gemeinde von fast 80 Mitgliedern, die auf Betreiben buddhistischer Mönche von den lokalen Behörden im Dorf Pitabeddara aufgelöst werden soll.

Laut einem Bericht der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift Adventist Review AR hätten die Probleme der Adventgemeinde im Dorf Pitabeddara, 140 km südlich der Hauptstadt Colombo nach einer durch buddhistische Mönche erzwungenen Schliessung einer anderen Adventgemeinde in der Nähe begonnen. Im Inselstaat, südöstlich von Indien, leben vorwiegend Buddhisten.

Adventisten wehren sich
Entgegen der Aufforderung der Behörden, die Hauskirche aufzulösen, würden die adventistischen Christen weiterhin in der Gemeinde von Pitabeddara Gottesdienste und Versammlungen abhalten, die gleichzeitig auch das Wohnhaus des Pastors und seiner Familie sei, sagte George Wambeek, Präsident der Adventisten in Sri Lanka.

Der Ortspastor habe die Aufforderung zur Auflösung ignoriert, weil das oberste lokale Organ, das Kabinett, nicht an der Entscheidung beteiligt gewesen sei und er die Anordnung als Angriff auf die Religionsfreiheit verstehe, der von buddhistischen Mönchen initiiert worden sei, so Wambeek. „Unser Anwalt hat uns auch geraten, die Versammlungen fortzusetzen. Es handelt sich bei diesem Angriff um eine Initiative von anti-christlichen Gruppen, die von buddhistischen Mönchen angeführt wird", sagte er.

Ein Gericht in der Hauptstadt Colombo werde am 7. Mai über den Berufungsantrag des adventistischen Ortspastors entscheiden. Dieser beziehe sich auf die religiöse Versammlungsfreiheit. Er wolle weiterhin in der Hauskirche gottesdienstliche Feiern abhalten dürfen. Wambeek sagte, dass sich keine einfache Lösung zur drohenden Schliessung abzeichne. Deshalb rufe er die Kirchenmitglieder zum Gebet auf.

„Wir haben 77 Mitglieder in dieser Gemeinde und viele weitere warten darauf, sich unserer Kirche anzuschliessen," sagte George Wambeek. „Aber wegen dieser Bedrohung und der Opposition von buddhistischen Mönchen, kann sich diese Kirche nicht entwickeln.“

Recht vor Gericht garantiert nicht die Weiterführung der Hauskirche vor Ort
Die Möglichkeiten der Adventisten seien limitiert, so AR. Wenn sie das anstehende Gerichtsverfahren nicht gewinnen würden, könnten sich die Kirchenmitglieder an die nationale Menschenrechtskommission in Colombo wenden und vorbringen, dass ihnen das Recht auf freie Religionsausübung verweigert werde und um Intervention bitten, sagten Kirchenleiter.

Ein solcher Weiterzug des Verfahrens könne zwar zu Gunsten der adventistischen Kirche ausgehen, gleichzeitig aber auch zusätzliche Probleme schaffen. Die buddhistischen Mönche hätten die Möglichkeit, die Massen aufhetzen, was zu Unruhen im Dorf führen würde. Anschliessend könnten die Adventisten der Ruhestörung bezichtigt werden.
Gemäss der Volkszählung 2012 bezeichnen sich 70 Prozent der 20,5 Millionen Bewohner von Sri Lanka als Theravada Buddhisten, zwölf Prozent als shivaitische Hindus und zehn Prozent als Muslime. Christen machen etwa 7,5 Prozent der Bevölkerung aus, 6,1 Prozent der Befragten sind römisch-katholisch und 1,4 Prozent Mitglieder anderer christlicher Denominationen.

Die Adventisten begannen ihr Wirken in Sri Lanka in den frühen 1900er Jahren. Heute feiern rund 3.300 Mitglieder in 60 Gemeinden im ganzen Land Gottesdienste.

Die adventistische Kirche in Sri Lanka wurde schon früher mit Problemen konfrontiert. Ein Pastor und einige andere Kirchenleiter wurden in Deniyaya, 32 Kilometer von Pitabeddara entfernt, geschlagen. Die Adventgemeinde habe daraufhin ihr Gotteshaus aufgeben müssen.

Angriff auf Religionsfreiheit bedroht alle Freiheiten
„Was in Sri Lanka geschieht, ist nicht Neues, sondern das Ergebnis wachsender religiöser Intoleranz", sagte John Graz, Direktor für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (PARL) der adventistischen Weltkirchenleitung. „Wenn die Religionsfreiheit angegriffen wird, sind alle Freiheiten in Gefahr", sagte er. „Ich hoffe, dass sowohl die Regierung als auch das Volk von Sri Lanka der Hauskirche erlaubt, ihre Gottesdienste weiterhin abzuhalten."

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„Spott über Gott“: Religionskritik in Spannung zu Pressefreiheit & Terrorgefahr

Berlin/Deutschland | 26.04.2015 | APD | Menschenrechte

Die Pressefreiheit und ihre Bedrohung durch religiös motivierte Gewalttaten waren Thema einer Podiumsdiskussion „Spott über Gott“. Dazu hatten die Friedrich-Naumann-Stiftung, Reporter ohne Grenzen und die Tageszeitung „Die Welt“ am 14. April Journalisten und Religionsvertreter nach Berlin eingeladen.

Nach den Worten von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesjustizministerin und Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung, sei nach dem Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ die Angst ein Zensor. Dies stelle eine fundamentale Gefahr für die Pressefreiheit dar. Zu den universalen Menschenrechten gehöre das Recht der Presse, kritisch zu hinterfragen. Dies schliesse auch den Spott ein. Kritische Fragen würden dort als gefährlich empfunden, wo ein absoluter Wahrheitsanspruch vertreten werde. Dabei richte sich die Kritik häufig nicht gegen Gott, sondern in Wirklichkeit gegen religiös begründete Herrschaftsansprüche und bestehende soziale Ordnungen, so Leutheusser-Schnarrenberger.

Der Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen, Michael Rediske, warnte davor, die Pressefreiheit einzuschränken, um religiöse Gefühle zu schützen. Derzeit gebe es eine Koalition von Staaten, die Gotteslästerung zu einem international anerkannten Straftatbestand erheben und damit „die Informationsfreiheit auf dem Altar der Religionsfreiheit opfern“ wollten. Dass dies mit der Forderung nach dem Respekt vor Religion begründet werde, hielt Rediske für ein Scheinargument. Denn in der Regel werde nicht Respekt für eine andere Religion eingefordert, sondern nur für die eigene. Rediske wünsche sich beispielsweise auch Respekt für den Blogger Raif Badaw, der in Saudi-Arabien wegen seiner Äusserungen strafrechtlich verfolgt werde.
Emir Kovačević, Mitglied des Interreligiösen Rates von Bosnien und Herzegowina, betonte, dass sich Muslime seines Landes selbstverständlich zu den universalen Menschenrechten bekennen würden. Daher sei es notwendig, dass muslimische Gemeinschaften terroristische Anschläge verurteilten, die von Muslimen verübt würden.

Einen nüchternen Blick auf die Thematik offenbarte der Tagesspiegel-Karikaturist Klaus Stuttmann. „Wir Karikaturisten setzen uns nicht hin und zeichnen, um die Freiheit zu verteidigen. Wir setzen uns hin und versuchen, alles Mögliche zu verspotten, nicht nur Religion.“ Nach seiner Erfahrung sei auch Kritik an christlichen Kirchen nur eingeschränkt möglich. Er verwies dazu auf den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, der zum Schutz christlicher Überzeugungen eine Verschärfung des Blasphemie-Paragrafs gefordert habe. Stuttmann selbst habe nach dem Anschlag auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion keine stärkeren Ängste als vorher. Grössere Sorge bereite ihm die Feindseligkeit, die im rechten Spektrum und bei Pegida vorzufinden sei.

Ob es ein übergeordnetes Interesse der Gesellschaft geben könne, dass bestimmte Gruppen nicht gedemütigt und dadurch an den Rand der Gesellschaft gedrängt würden, fragte der Kirchenjurist Joachim Gärtner. Der Staat dürfe sich nicht mit einer Religion identifizieren, sondern müsse eine Heimstatt für alle Bürger ermöglichen, so der Oberkonsistorialrat im Ruhestand. Konsequenterweise würden daher an Universitäten nicht nur christlich-theologische Fakultäten unterhalten, sondern auch muslimische Lehrstühle aufgebaut.

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Auch nach acht Jahren noch kein Urteil im Malatya-Mordprozess

Bonn/Deutschland | 26.04.2015 | APD | Menschenrechte

Am 18. April 2007 wurden die drei evangelischen Christen Tilman Geske, Ugur Yüksel und Necati Aydin im osttürkischen Malatya ermordet. Auch wenn die fünf mutmasslichen Mörder noch am Tatort von der Polizei festgenommen werden konnten, ist bis heute kein Urteil gefällt worden. Seit etwa einem Jahr sind die fünf jungen Männer nicht mehr in Haft, sondern mit elektronischen Fussfesseln versehen in Hausarrest, nachdem die maximale Zeit für eine Untersuchungshaft überschritten war.

Nach dem 103. Verhandlungstag im Malatya-Mordprozess äusserte die Witwe Susanne Geske, laut dem „Bonner Querschnitt“ (BQ), dass sie in dieser Welt nicht mehr mit Gerechtigkeit rechne. Sie mache sich wegen der fünf aus der Untersuchungshaft entlassenen Hauptverdächtigen Sorgen, sodass ihre Kinder immer wieder Angst hätten, wenn ein neuer Verhandlungstag anstehe.

Im Laufe der Jahre seien auf Drängen der Anwälte der Hinterbliebenen etliche mutmassliche Hintermänner der Tat festgenommen und angeklagt worden, so BQ. Aber auch in allen diesen Fällen zögen sich die Verhandlungen hin und ein Ende wäre nicht in Sicht. Erschwerend komme jetzt eine mögliche Verwicklung dieser Angeklagten in eine Verschwörung gegen den türkischen Staat hinzu, nachdem die türkische Regierung der Gülen-Bewegung vorwerfe, Prozesse manipuliert zu haben. Deshalb würden die der Mithilfe an den Malayta-Morden Beschuldigten mit der Behauptung auftreten, auch in ihrem Fall sei alles nur manipuliert worden. Daher werde wohl die ganze Wahrheit nicht ans Licht kommen, äusserte ein protestantischer Pastor skeptisch gegenüber BQ. Der nächste, 104. Prozesstag ist für den 6. Mai angesetzt.


Bericht über Menschenrechtsverletzungen jetzt auch in deutscher Übersetzung
Die Lage der Christen und Kirchen in der Türkei sei nach wie vor vielfach problematisch, teilte der „Bonner Querschnitt“ mit. Neben einzelnen positiven Aspekten hätte es auch im Jahr 2014 wieder eine ganze Reihe von Menschenrechtsverletzungen gegen Christen sowie Kirchen und christliche Gemeinden gegeben. Deshalb habe das „Internationale Institut für Religionsfreiheit“ (IIRF) der Weltweiten Evangelischen Allianz auch den jüngsten Bericht von 2014 über Menschenrechtsverletzungen in der Türkei in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Er stammt von der Vereinigung Protestantischer Kirchen, die sich als Türkische Evangelische Allianz versteht. Das IIRF-Bulletin ist im Internet zu finden unter: http://tinyurl.com/mlxq92u

Christen in der Türkei eine kleine Minderheit
Von den 77,7 Millionen Einwohnern in der Türkei gehören nach offiziellen Statistiken fast 99 Prozent zu den Muslimen. Davon sind etwa 80 bis 85 Prozent Sunniten, die restlichen Aleviten sowie eine kleine Anzahl Jesiden und Alawiten. Die Zahl der Christen in der Türkei wird auf höchstens 120.000 geschätzt, die hauptsächlich armenisch-apostolisch, römisch-katholisch und syrisch-orthodox sind. Die Protestanten unterhalten in der Türkei etwa 60 kleinere Kirchengemeinden. Darunter befinden sich auch die Siebenten-Tags-Adventisten, die bereits seit 1889 im Land vertreten sind. Heute gibt es in Istanbul und Izmir jeweils eine adventistische Gemeinde mit insgesamt etwa 100 erwachsen getauften Mitgliedern.

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Menschenrechtsorganisation erhebt schwere Vorwürfe gegen UNHCR

Bonn/Deutschland | 26.04.2015 | APD | Menschenrechte

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erhebt laut Medienmitteilung schwere Vorwürfe gegen das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und gegen die thailändischen Behörden in Bangkok. Nach Erkenntnissen der IGFM verzögere das UNHCR in Thailand bereits die Erstinterviews mit christlichen Flüchtlingen aus Pakistan, dränge sie damit in die Illegalität und verweigere ihnen Hilfe. Zudem würden die thailändischen Behörden seit Anfang März gezielt Asylsuchende verhaften.

Die bittere Erkenntnis tausender pakistanischer Christen, die ihre Heimat verlassen mussten, um ihr Leben zu retten, bestehe darin, dass sie der Hölle in Pakistan entflohen und in der Hölle Thailands gelandet seien, so IGFM. Eine legale Einreise nach Thailand sei für Pakistaner zumindest bislang relativ einfach gewesen. Diese Fluchtmöglichkeit vor islamischen Extremisten in Pakistan hätten bis Januar 2015 nach UN-Angaben 8.000 Christen und Ahmadiyya genutzt. Doch weder das UNHCR noch die thailändische Regierung kümmerten sich angemessen um die Flüchtlinge, so die Menschenrechtsorganisation.

Untätigkeit des UNHCR drängt Flüchtlinge in Illegalität
Die Befragungen von pakistanischen Flüchtlingen durch die IGFM in Bangkok hätten ergeben, dass neu ankommende christliche Flüchtlinge zwischen drei und vier Jahren auf ihr Interview durch das UNHCR in Thailand warten müssten. Ende 2014 angekommene Flüchtlinge sollen demnach ihr erstes Interview durch die UN-Behörde erst Anfang bis Mitte 2018 erhalten. Das UNHCR dränge die Flüchtlinge damit in die Illegalität, da diese meist mit einem nur wenige Monate gültigen Visum eingereist seien und die thailändischen Behörden keinen Aufenthaltsstatus für Asylsuchende oder eine Verlängerung des Visums ermöglichten.

Menschenunwürdige Bedingungen
Laut IGFM sind den Flüchtlingen entlohnte Arbeitsverhältnisse untersagt und die mitgebrachten Ersparnisse seien oft rasch aufgebraucht. Die Schutzsuchenden müssten sich ohne finanzielle Unterstützung durch die thailändische Regierung oder das UNHCR durchschlagen und seien von den Armenspeisungen durch örtliche Kirchen abhängig. Flüchtlingskinder dürften in Thailand auch nicht zur Schule gehen.

Die Befragungen durch IGFM hätten ergaben, dass selbst schwer an Krebs oder Diabetes erkrankte Flüchtlinge keine finanzielle Unterstützung für medizinische Hilfe durch das UNHCR erhalten würden, weil ihre Einweisung ins Krankenhaus angeblich nicht „zwingend“ notwendig sei. Vorgezogene Interviews zur Abklärung des Flüchtlingsstatus würden selbst in Fällen schwerer Erkrankung verweigert. Damit bleibe diesen Flüchtlingen jahrelang jeglicher Zugang zu medizinischer Hilfe verwehrt.

IGFM: UNHCR kann Untätigkeit nicht erklären
Prof. Dr. Rainer Rothfuss, geschäftsführender IGFM-Vorsitzender, kritisiert laut dem IGFM-Bericht die Behandlung der christlichen Flüchtlinge aus Pakistan als „völlig inakzeptabel“ und sieht in erster Linie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen in der Pflicht: „Die offensichtliche Missachtung der grundlegendsten Bedürfnisse der pakistanischen Flüchtlinge, die in ihrem Land Opfer schwerster Verfolgung sind, darf nicht hingenommen werden.“ Rothfuss werde das UNHCR zur Ursache der Untätigkeit der Niederlassung in Bangkok näher befragen.

Verhaftungswelle soll Flüchtlinge aus Thailand vertreiben
Die IGFM kritisiere zudem eine laufende Verhaftungswelle von Flüchtlingen durch die thailändische Polizei. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation sind durch Polizei und Militär pakistanische Familien, trotz schwangeren Frauen oder Kindern im Stillalter, auseinandergerissen worden. In einem Fall hätte ein zweieinhalbjähriges Mädchen wegen fehlender Ausweispapiere alleine eingesperrt werden sollen, obwohl die Eltern über gültige Visas verfügten. Aufgrund der Weigerung der Eltern, ihre Tochter alleine einsperren zu lassen, sei der Vater zwei Tage mit dem Kleinkind ins Gefängnis gegangen.

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Zu Ostern Bibeln für China

Stuttgart/Deutschland | 26.04.2015 | APD | Bibel

Zu Ostern hat die Weltbibelhilfe geplant Christen in China mit einer eigenen Bibel zu unterstützen. Darüber hinaus sollten wissenschaftliche Bibel-Ausgaben für Studierende eines Bibelseminars zur Verfügung gestellt werden. Schwerpunkt der Aktion sei die chinesische Provinz Hunan im Südosten des Landes, teilte die Weltbibelhilfe mit.

Chinas protestantische Kirche gehöre derzeit zu den am schnellsten wachsenden Religionsgemeinschaften der Welt. Allerdings lebten viele Menschen in den ländlichen Provinzen von der Hand in den Mund. Eine Bibel sei für sie unerschwinglich. Die Weltbibelhilfe berichtet von einer christlichen Gemeinde in der ländlichen Provinz Hunan,, am Mittellauf des Jangtsekiang. Viele nehmen mehrstündige Fussmärsche auf sich, um einen Gottesdienst der Luo Shui Kirche besuchen zu können.

In den rasch wachsenden Gemeinden gebe es auch einen Mangel an theologisch ausgebildeten Pastoren. Die Studierenden des regionalen Bibelseminars in Changsha sollen daher unter anderem durch Ausgaben des Alten und Neuen Testaments in den Grundsprachen und Bibellexika unterstützt werden.

Die Weltbibelhilfe sammelt in Deutschland Spenden für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel weltweit. Partner sind die im Weltverband der Bibelgesellschaften zusammengeschlossenen Bibelgesellschaften. Der Weltverband zählt 146 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern tätig. Weitere Informationen unter: www.weltbibelhilfe.de

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Osterevangelium in 13 Sprachen verfügbar

Hannover/Deutschland | 26.04.2015 | APD | Bibel

Das Osterevangelium nach Johannes (Joh 20) ist für die Feiertage in 13 Sprachen zur Verfügung gestanden, teilten die Pressestellen der Evangelische Kirche in Deutschland EKD und der Deutschen Bischofskonferenz gemeinsam mit. Auf der Internetseite des Katholischen Bibelwerks e. V. und der Deutschen Bibelgesellschaft wird eine PDF-Datei zum Herunterladen der Texte angeboten.

Die Osterevangelien würden insbesondere der Seelsorge mit Flüchtlingen und Migranten helfen und stehen in folgenden Sprachen zur Verfügung: Arabisch, Dari, Englisch, Französisch, Italienisch, Kurdisch, Russisch, Serbisch, Somali, Spanisch, Swahili, Türkisch und Urdu.

„Wir wollen so eine Hilfestellung bieten, dass Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat verlassen haben, nicht auch noch den Zugang zu ihren geistig-kulturellen Wurzeln verlieren“, sagte die Initiantin, Katrin Brockmöller, Direktorin des Katholischen Bibelwerkes.

Das Osterevangelium sei als Text für die Seelsorge besonders wichtig, weil er von der Hoffnung der Auferstehung spreche, heisst es in der Medienmitteilung. Gerade an Feiertagen wünschten sich Flüchtlinge und Migranten, Bibeltexte in ihrer Muttersprache zu lesen, zu verstehen und sich dann in vielen Sprachen darüber auszutauschen. Das Angebot der katholischen und evangelischen Kirche verstehe sich als Brückenschlag in ihre Heimat.

Die PDF-Datei mit den Osterevangelien in 13 Sprachen stehen als Download auf den Internetseiten des Katholischen Bibelwerks, der Deutschen Bibelgesellschaft sowie unter www.dbk.de zur Verfügung.

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Kirchengemeinden als Ort der Heilung? 2. Adventistischer Gesundheitskongress

Bischofsgrün/Deutschland | 26.04.2015 | APD | Gesundheit & Ethik

Vom 13. bis 17. Mai findet in Bischofsgrün (Landkreis Bayreuth) der zweite adventistische Gesundheitskongress statt. Unter dem Generalthema „Adventgemeinde – Ort der Heilung?!“ soll es um die Frage gehen, welchen Beitrag Kirchengemeinden heute zur Gesundheitsförderung leisten können. Mit seinem reichhaltigen Angebot an Referaten und Workshops richtet sich der Kongress sowohl an medizinisches Personal als auch an Pastoren, Seelsorger und an Personen, die an Gesundheit interessiert sind.

Der Mensch sei ein ganzheitliches Wesen und müsse deshalb auch im ganzheitlichen Sinne wahrgenommen, diagnostiziert und behandelt werden, stellten Dr. med. Ruedi Brodbeck, (Alchenflüh/Schweiz) Bernd Wöhner (Ostfildern)/Deutschland) und Benjamin Rohde (Wien/Österreich) vom Leitungsteam des Kongresses fest. Veranstaltet wird der Gesundheitskongress vom Deutschen Verein für Gesundheitspflege e. V. (Ostfildern) in Kooperation mit der Liga Leben und Gesundheit in Österreich und der Schweiz.

Nach Angaben des Veranstalters zeigten die grossen Lebensstilstudien seit einigen Jahren, dass Gesundheit nicht nur durch richtige Ernährung und ausreichend Bewegung gefördert werde, sondern zunehmend die „weichen Faktoren“ an Bedeutung gewinnen würden. Dazu zählten insbesondere das soziale Netz mit gesunden Beziehungen, Vertrauen, optimistisches Denken und ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft. Gerade Kirchengemeinden könnten hier eine wichtige Aufgabe übernehmen. Sie könnten Orte der Seelsorge, Zuversicht und der Heilung sein.

Der zweite adventistische Gesundheitskongress will sich diesen Inhalten von unterschiedlichen Seiten nähern. Dazu werden Referate und Workshops zu Themen wie „Gemeinde – Krankenhaus oder Club der Heiligen? Eine Standortbestimmung“, „Was kann Gemeinde zur Heilung beitragen?“ oder „Wie trägt Glaube zur Resilienz bei?“ angeboten. Darüber hinaus sollen Diskussionen, aber auch der Gedankenaustausch in der Begegnung mit anderen Kongressteilnehmern zu interessanten Schlussfolgerungen führen.

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150 Jahre ganzheitliche Gesundheitsförderung - monatliche Tipps

Bern/Schweiz | 26.04.2015 | APD | Gesundheit & Ethik

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten blickt auf über 150 Jahre ganzheitlicher Gesundheitsförderung zurück. Studien belegen, so Benjamin Rohde, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Liga Leben und Gesundheit (LLG), dass ein typisch adventistischer Lebensstil, Menschen gesünder, glücklicher und rund zehn Jahre länger leben lässt. Zur Gesundheitsförderung wurde 2015 in Europa eine Initiative in zehn Sprachen für dreizehn Länder gestartet mit monatlichen kurzen Tipps. Diese sind als PDF, Poster, Flyer, Videoclip oder Email kostenlos erhältlich und können weitergegeben werden: http://tinyurl.com/ooj7tlz

„Ganzheitlichkeit“ kein Modebegriff
Für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten sei der Begriff „Ganzheitlichkeit“ kein Modebegriff, so Rohde. Die Einheit von Körper, Seele, Geist sowie sozialen Aspekten sei stets als Grundlage eines umfassenden Gesundheitsbegriffes betrachtet worden.

„Zu einer Zeit, als Tabak noch zur Heilung von Atemwegserkrankungen und Portwein zur Stärkung einer schwächlichen Gesundheit ärztlich verordnet wurden, entschieden sich Adventisten zur Abstinenz“, schreibt Rohde auf der LLG-Webseite. Und bevor Bakterien und Viren entdeckt worden seien, hätten sie sinnvolle hygienische Standards entwickelt.

John Harvey Kellogg
Laut Rohde war der adventistische Arzt John Harvey Kellogg, Erfinder der Erdnussbutter und Cornflakes, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts massgeblich an der Entwicklung des Battle Creek Sanitariums, Michigan/USA, beteiligt gewesen. Diese Einrichtung habe damals das Vertrauen der einfachen Bevölkerung als auch der obersten Zehntausend genossen, so der LLG-Vorstandsvorsitzende.

Videoclips
Mit monatlichen Videoclips will die Gesundheitsabteilung der Kirche Inputs für ein langes, gesundes und glückliches Leben geben, denn dies habe viel mehr mit den Lebensstilentscheidungen zu tun, die jeden Tag getroffen würden, als mit grossen Entscheidungen.
Videoclip Januar: „Du entscheidest über Dein Leben“ - http://tinyurl.com/p6jjwx9
Videoclip Februar: „Bist du gefährdet?“ - http://tinyurl.com/njfn7wn
Videoclip März: „Investiere in gesunde Beziehungen! - http://tinyurl.com/phphzzm
Videoclip April: „Bewegung: Das Anti-Aging!“ - http://tinyurl.com/qz87yd5

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Nothilfe von ADRA Nepal und Erste Hilfe durch adventistisches Spital

Katmandu/Nepal | 26.04.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Adventistische Ärzte des Scheer Memorial Hospitals in Banepa, 15 Kilometer östlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu sowie Mitarbeiter der adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Nepal sind den Opfern des schweren Erbebens beigestanden. Das Beben vom 25. April hatte eine Stärke von 7,8 auf der Richterskala und hat mindestens 1.900 Tote gefordert.

Das Scheer Memorial Hospital sei nach dem Erdbeben mit hunderten Verletzten überfüllt gewesen und viele Patienten hätten auch unter freiem Himmel versorgt werden müssten, teilte Adventist Review AR, die nordamerikanische Kirchenzeitschrift mit. Demnach habe das Beben zehn Minuten gedauert und ganze Wohnbezirke in der Hauptstadt Katmandu zerstört. Das dreistöckige adventistische Spital in Banepa, mit 150 Betten, sei mit Ausnahme eines Risses in einem älteren Gebäude nicht beschädigt worden.

„Gott sei Dank, dass das Spital unversehrt geblieben ist“, sagte Alvin Cardona in den USA nach einem Telefonat mit seinem Vater, der als Kinderarzt im adventistischen Krankenhaus in Nepal arbeitet. Es würden nun Notunterkünfte für jene erstellt, denen durch das Beben das Haus zerstört worden sei, so Cardona.

Laut Medienberichten wurden Beben und Opfer auch in Indien, Bangladesch und Tibet verzeichnet. Die Regierung von Nepal habe den Ausnahmezustand erklärt, so AR.

ADRA Nepal
Das Netzwerk der adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA werde Spezialisten für Katastrophen in die betroffenen Gebiete entsenden, sagte Thierry Van Bignoot, Leiter Nothilfe bei ADRA International. „Im Moment bitten wir um ihre Gebete für die betroffene Bevölkerung und für unsere Mitarbeiter. Wir sind dabei, die Lage einzuschätzen.“

ADRA Nepal berichtete über Facebook und Twitter, dass die Mitarbeiter wohlauf und das Verwaltungsgebäude vom Beben nicht beschädigt wurde sei.

Scheer Memorial Hospital betrieben von Adventisten und CARE
Das Scheer Memorial Hospital geht auf Dr. Stanley und Raylene Sturges, die ersten ärztlichen Missionare der Adventisten in Nepal in den späten 1950er Jahre zurück. Benannt wurde es nach Charles J. and Carolyn Scheer, deren Sohn Clifford C. Scheer einen Grossteil der Bauten des Krankenhauses finanzierte.

Die Ausrüstung, Ausstattung und medizinischen Verbrauchsmaterialien würden von CARE, einer grossen internationalen Hilfsorganisation sowie von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zur Verfügung gestellt. Der tägliche Betrieb sei aber weitgehend eine Sache des Glaubens, heisst es auf der Website des Spitals. „Jeden Tag erleben wir grosse und kleine Wunder, die es uns erlauben, unsere Türen für die Bevölkerung offen halten zu können und für jene, die unsere Hilfe am meisten brauchen.“

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ADRA Nigeria versorgt Flüchtlinge entlang der Vertreibungsfront

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Auch am 14. April, dem ersten Jahrestag der Entführung von 232 Mädchen im Osten Nigerias durch die islamistische Terrormiliz Boko Haram, versorgt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Nigeria Hunderte Vertriebene, die durch die Unruhe entwurzelt wurden, teilt ADRA International mit.

ADRA habe sich der internationalen Kampagne auf den Sozialen Medien unter dem hashtag #BringBackOurGirls angeschlossen. Man wisse immer noch sehr wenig über den Verbleib der Mädchen oder deren Gesundheitszustand.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF veröffentlichte am 13. April einen Bericht zu Nigeria, in dem von 1,5 Millionen Flüchtlingen infolge der Übergriffe von Boko Haram die Rede ist, darunter seien 800.000 Kinder. Boko Haram habe beim Versuch einen Islamischen Staat zu errichten ganze Dörfer zerstört und die Bewohner vertrieben, so das Hilfswerk.

ADRA Nigeria verteile in Adamawa, dem östlichen Bundesstaat an der Grenze zu Kamerun, Esswaren an 1.500 Binnenvertriebe und unterstütze rund 100 Kinder mit weiteren Unterstützungen. Zudem habe das Hilfswerk in einem Flüchtlingslager die Ausbreitung von Durchfall bei 200 Kindern unter fünf Jahren eindämmen können und 30 schwangere Frauen begleitet und beraten. Die Arbeit von ADRA Nigeria werde durch die schwierigen Strassenverhältnisse erschwert, sagte Marie-Jo Guth, Programmanagerin für Nothilfe bei ADRA International. Trotzdem setze sich das Team der Hilfsorganisation mit grossem persönlichem Einsatz für die Vertriebenen ein.

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Drei Jahre Winterhilfe von ADRA für 95.000 Flüchtlinge im Mittleren Osten

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

In den vergangenen drei Wintern hat ADRA, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, Kleider und Decken an 95.300 syrische Flüchtlinge im Libanon und Jordanien sowie an Binnenflüchtlinge in Syrien und Irak verteilt, sagte Nagi Khalil, Direktor von ADRA im Mittleren Osten und Nordafrika MENA.

Viele der Flüchtlinge seien mit wenig mehr als ihren Kleidern vor dem Bürgerkrieg oder der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) geflohen. „Viele Familien sind in Lagern oder Rohbauten untergebracht, die wenig Schutz vor Wind und Regen bieten“, so Khalil. In diesen vier Ländern könne es im Winter bis zu Minus zehn Grad werden.

Syrien
Das syrische ADRA Büro in der Hauptstadt Damaskus habe im Winter 2013/2014 an 31.000 Personen in den Städten Damaskus, Hama und Quneitra Kleider und Decken verteilt .

Irak
Das 2015 eröffnete ADRA Büro in Erbil, in der kurdischen Region des Irak, habe im vergangenen Winter an 30.000 Personen Kleider und Decken abgegeben.

Libanon
ADRA Libanon habe die letzten Monate im Libanon-Gebirge Winterhilfe an rund 3.100 syrische Flüchtlinge und bedürftige libanesische Bewohner verteilt.

Jordanien
Im Winter 2012/2013 habe das ADRA Hilfswerk in Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation „Jordan Hashemite Charity Organization“ in Jordanien Winterkleider an mehr als 31.000 Personen in der Hauptstadt Amman sowie den Städten Irbid, Mafraq und Zarqa verteilt, sagte Khalil.

Demnach hätten verschiedene ADRA Hilfswerke aus Dänemark, Deutschland, Kanada, Österreich, den USA und der Schweiz sowie weitere Hilfsorganisationen aus Syrien und Jordanien die Arbeit von ADRA im Nahen und Mittleren Osten unterstützt, sagte Nagi Khalil, aber der Zustrom von Flüchtlingen lasse nicht nach.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat Ende März knapp vier Millionen Syrer registriert, die in umliegende Länder geflohen sind. Nach Schätzungen des UNHCR mussten in Syrien 6,5 Millionen Menschen ihren Wohnort verlassen, um sich in einem anderen Landesteil Unterschlupf zu suchen. Damit sei in etwa die Hälfte der syrischen Bevölkerung infolge der Kämpfe vertrieben worden. Mehr als Hälfte der betroffenen Syrer seien Kinder, schreibt tagesschau.de auf ihrer Website und weitere 1,8 Millionen Iraker seien im eigenen Land vertrieben worden.

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70. Todestag von Dietrich Bonhoeffer: Zivilcourage statt Wegschauen

Ostfildern/Deutschland | 26.04.2015 | APD | Personen

Vor 70 Jahren, am 9. April 1945, wurde Dietrich Bonhoeffer ermordet, weil er als „frommer Rebell“ dem Naziterror widersprach. Nicht nur in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird des Pfarrers gedacht, der kurz vor Kriegsende hingerichtet wurde und dessen Worte bis heute wirksam sind.

„Bonhoeffer bleibt eine Inspiration für jene, die sich in Situationen von Unterdrückung und Gewalt für die Menschenwürde einsetzen“, betonte Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der EKD und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Viele Sätze Bonhoeffers prägten die evangelische Kirche bis heute: „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“, sei einer dieser Sätze. Auch für den Ratsvorsitzenden wäre er von besonderer Bedeutung: „Bonhoeffer kann uns erinnern, dass wir uns nicht bequem einrichten dürfen, sondern auch die kritische Kraft des Evangeliums in der Gesellschaft zur Sprache bringen müssen.“

Doch Dietrich Bonhoeffer sei nicht nur ein Rebell gewesen. Bis heute trösteten seine Worte. Auf unzähligen Beerdigungen singen Menschen „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar.“ Bonhoeffer schrieb dieses Gedicht im Gefängnis und mache deutlich: wer bereit sei, sich seiner existentiellen Not zu stellen und davon zu erzählen, könne auch andere Menschen in ihrer Not trösten. „Im Glauben daran, dass wir trotz allem gehalten sind, sind wir bis heute mit Bonhoeffer verbunden und können uns von seinen Worten trösten und stärken lassen“, sagte Heinrich Bedford-Strohm.

Bonhoeffer ein Vorbild der Zivilcourage
Laut Holger Teubert, stellvertretender Mediensprecher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, sei Dietrich Bonhoeffer auch für Adventisten ein „Vorbild der Zivilcourage als Merkmal christlicher Integrität“. Mit diesen Worten habe bereits im letzten Jahr Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchen- und Religionsgeschichte sowie Ökumenik an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, den evangelischen Pfarrer und Widerstandskämpfer gewürdigt. In seinem Artikel in der Zeitschrift „Adventisten heute“, Januar 2014, schrieb Hartlapp, dass spätestens in Situationen, bei denen die Normen und Gesetze des Staates im Widerspruch zum Willen Gottes stünden, so wie er in der Bibel festgehalten sei, gebe es für Christen einen offenen Konflikt. Das allgemeine Verhalten der Kirchen in der Zeit des Nationalsozialismus, auch der Adventisten in Deutschland, sei ein trauriges Beispiel dafür. Nur wenige hätten in den Jahren des NS-Regimes die Ursachen des Gewissenskonfliktes durchschaut. „Einer von ihnen war Dietrich Bonhoeffer.“

In seinen Notizen „Nach zehn Jahren“ zur Jahreswende 1942/43 habe der damals 36-Jährige versucht, sich selbst Rechenschaft über sein Verhalten während der Hitler-Diktatur zu geben, so Hartlapp. Er habe die Frage gestellt, warum Christen oft wenig Rückgrat bewiesen indem sie bereit seien, ihr gesundes Empfinden von Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit zu knebeln und versuchten, sich „heroisch aus der Affäre“ zu ziehen. Im Blick auf seine Zeit fragte Bonhoeffer: „Wer hält stand?“ Seine Antwort: „Allein der, dem nicht seine Vernunft, sein Prinzip, sein Gewissen, seine Freiheit, seine Tugend der letzte Massstab ist, sondern der dies alles zu opfern bereit ist, wenn er im Glauben und in alleiniger Bindung an Gott zu gehorsamer und verantwortlicher Tat gerufen ist.“

Doch Zivilcourage betreffe jeden, unterstrich Hartlapp. „Verantwortliches Handeln dokumentiert, dass wir die Bahnen der eigenen Selbstgefälligkeit zu verlassen bereit sind und nicht versuchen uns ‚heroisch aus der Affäre‘ zu ziehen.“ Bonhoeffer habe aus seiner eigenen Erfahrung sagen können, dass es die Bindung an Gott und sein Wort war, die ihm half, verantwortlich zu handeln. „Bis heute ist er ein Vorbild für glaubhaftes Christsein.“ Obwohl in den vergangenen Jahrzehnten viele ethische Normen einer allgemeinen Beliebigkeit zum Opfer gefallen seien, würden bis heute an bekennende Christen immer noch andere Massstäbe angelegt. „Einer davon ist Mut, für seine Überzeugung einzustehen“, hob Harlapp hervor.

In den Liederbüchern der Siebenten-Tags-Adventisten „Wir loben Gott“ (1982) und „Leben aus der Quelle“ (2004) ist das Lied „Von guten Mächten treu und still umgeben“ zu finden, zu dem Dietrich Bonhoeffer den Text schrieb, informierte Teubert.

Politisches Handeln theologisch begründet
Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren. Am 9. April 1945 wurde er – wenige Wochen vor Kriegsende – im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. Bonhoeffer hatte während des Dritten Reichs der nationalsozialistischen Ideologie widersprochen und gehörte zum Kreis derer, die das Attentat am 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler vorbereitet haben. Dabei hat er sein politisches Handeln immer theologisch begründet. Er hat ein umfangreiches theologisches Werk hinterlassen. Seine Briefe und Texte aus der Zeit der Haft (1943-1945) sind nach dem Krieg unter dem Titel „Widerstand und Ergebung“ und „Brautbriefe – Zelle 92“ veröffentlicht worden.

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