APD-INFORMATIONEN 6/2015 - JUNI 2015

Flüchtlinge sollen rasch arbeiten dürfen

Zürich/Schweiz | 22.06.2015 | APD | Schweiz

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA.RES begrüsst die Initiative des Schweizerischen Bauernverbandes, zur Integration von provisorisch aufgenommenen Migranten, indem sie in der Landwirtschaft beschäftigt werden dürfen.

Der Schweizerische Bauernverband will in Zukunft vermehrt Flüchtlinge in der Landwirtschaft beschäftigen. Dafür hat der Verband zusammen mit dem Bundesamt für Migration ein dreijähriges Pilotprojekt geschaffen. Der Vorstand der Schweizerischen Evangelischen Allianz in der Deutsch- und Westschweiz (SEA.RES) begrüsst diesen Entscheid. Er empfiehlt anderen Arbeitgeberverbänden diesem Beispiel zu folgen.

Administrative Hürden abbauen
90 Prozent der provisorisch aufgenommenen Personen mit einer Aufenthaltsgenehmigung F bleiben dauerhaft in der Schweiz, heisst es in der Medienmitteilung der Allianz. Um arbeiten zu können, bräuchten die Migranten eine Genehmigung vom kantonalen Arbeitsamt, die vom zukünftigen Arbeitgeber beantragt werden müsse. Diese administrative Hürde und der provisorische Charakter der Aufnahme schränkten den Zugang zum Arbeitsmarkt stark ein. Die Migranten seien deshalb mehrere Jahre von der Sozialhilfe abhängig. Nach Ansicht der Schweizerischen Evangelischen Allianz sollten diese Hürden zum Arbeitsmarkt beseitigt werden. Sie fordert auch, dass die Integrationsmassnahmen durch berufliche Ausbildung und Sprachkurse gesamtschweizerisch ausgebaut werden. Das ermögliche es den Flüchtlingen von der Sozialhilfe unabhängig zu werden, ihre physische und psychische Gesundheit zu verbessern sowie ihre Würde und ihr Selbstvertrauen zu stärken.

Nutzen für alle
Nach Ansicht der Allianz würden solche Integrationsmassnahmen der öffentlichen Hand finanzielle Vorteile bringen und sie in der Sozialhilfe als auch in der Krankenversicherung entlasten. Die SEA.RES ist auch überzeugt, dass diese Massnahmen keinen Anziehungseffekt auf Wirtschaftsflüchtlinge haben. Ein grosser Teil der Flüchtlinge habe eine gute berufliche Ausbildung, was auch den Unternehmen in der Schweiz zugutekäme.

Humanitäre Tradition pflegen
Die Schweizerische Evangelische Allianz erinnert daran, dass die meisten Flüchtlinge nicht aus wirtschaftlichen Gründen in die Schweiz kämen. Sie suchten vielmehr Schutz für ihr Leben, den sie in ihren Herkunftsländern, wie Syrien, wegen der dort herrschenden Kriege, nicht mehr hätten.

Die Schweizerische Evangelische Allianz sei dankbar für die Fortschritte in der Migrationspolitik, die unter der Führung von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga erreicht worden seien. Allerdings müssten noch weitere Schritte folgen. Die SEA.RES hoffe, dass der Bundesrat den Migranten mit provisorischer Aufenthaltsgenehmigung den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtere. Andererseits solle auch die humanitäre Hilfe zugunsten der Flüchtlinge in den Camps im Libanon, Jordanien und in der Türkei erhöht werden.

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Flüchtlingstage: Flüchtlinge brauchen Schutz und Würde

Zürich/Schweiz | 22.06.2015 | APD | Schweiz

Die Flüchtlingswelle stelle Europa vor eine der grössten gesellschaftlichen Herausforderungen seit dem 2. Weltkrieg, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA in ihrem Aufruf zum Flüchtlingssonntag am 21. Juni. Seither seien Flüchtlingsbilder nie mehr so präsent gewesen und selbst Regierungen wüssten nicht, wie sie angesichts dieses Elends handeln sollten. Christen und Kirchen dürften in dieser Ratlosigkeit nicht schweigen, sondern sollten sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Schicksal der Flüchtlinge stellen. Die SEA fordert Christen auf, sich mit Nächstenliebe und Sinn für Gerechtigkeit für den Schutz sowie die Würde der Flüchtlinge zu engagieren. Gleichzeitig werden Christen auch aufgerufen für Flüchtlinge, Politiker und für im Flüchtlingswesen tätige Personen zu beten.

„Viele kleine Schritte sind wichtig, damit die Situation von Flüchtlingen verbessert werden kann. Sei dies in einer respektvollen Begegnung, in der Begleitung eines Asylsuchenden, in der freundlichen Aufnahme in der Gemeinde oder in der Unterstützung von Hilfsprojekten und im Beten“, sagte Marc Jost, Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz.

Flüchtlinge in der Bibel
Laut SEA berichtet die Bibel in vielen Geschichten von Menschen auf der Flucht. Diese könnten dabei helfen, die Schicksale von Flüchtlingen nachzuempfinden. Im 5. Buch Mose 10,18 heisse es: „Gott liebt die Fremdlinge. Er gibt ihnen Speise und Kleidung“. Damit sei klar, dass Gott wolle, dass die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge nach Schutz und Nahrung gedeckt würden und sie auch weiterhin ihre Würde hätten.

Adventisten haben Flüchtlingssabbat im Kirchenkalender integriert
Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz, die den biblischen Ruhetag, den Samstag (Sabbat) hält, hat seit 2012 den jährlichen Flüchtlingssabbat in ihrem Kirchenkalender integriert. Die Kirchgemeinden werden ermutigt, sich im Gottesdienst oder in zusätzlichen Veranstaltungen, mit der von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vorgegebenen jeweiligen Thematik, zu beschäftigen.

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Umfrage zu Partnerschaft und Sexualität: Treue hoch im Kurs

Zürich/Schweiz | 22.06.2015 | APD | Schweiz

71 Prozent der Schweizer Bevölkerung bewerten sowohl die Partnerschaft auf Lebzeiten als auch die sexuelle Treue als wichtig, das ergab eine repräsentative Umfrage, welche die Schweizerische Evangelische Allianz SEA beim Forschungsinstitut gfs-zürich in Auftrag gegeben hat und die am 8. Juni vom Institut veröffentlicht wurde. Darüber hinaus hält eine deutliche Mehrheit der Befragten (72 Prozent) sowohl die lebenslange Partnerschaft als auch die sexuelle Treue (64 Prozent) für möglich.

„Unwichtig“ - nur für wenige
Unwichtig finden die lebenslange Partnerschaft oder die lebenslange sexuelle Treue nur eine kleine Minderheit von 4 bis 7 Prozent der Befragten. Dazu kommen noch etwa 18 bis 22 Prozent Unentschlossene. Deutlich zeigte die Umfrage, dass gläubige Menschen aus verschiedenen Glaubensrichtungen die Treue wichtiger finden und auch für möglicher halten, als Menschen, die sich als nicht gläubig bezeichnen.

Weniger Zustimmung bei Jungen
Die Gruppe der jüngeren Menschen äusserte sich bezüglich Wichtigkeit und Möglichkeit von Treue deutlich unsicherer als die über 40-Jährigen. Aber auch sie stehen dem Gedanken der Treue in der Partnerschaft sowie der Treue grundsätzlich, positiv gegenüber. Unter den jüngeren Befragten findet sich nur ein kleiner Prozentsatz, der diese Treue als unwichtig oder unmöglich einstuft.

Engagement für stabile Partnerschaften
Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA sei erfreut über die grosse Zustimmung, welche der Wert der Treue in Partnerschaft und Sexualität noch findet, schreibt sie in einer Medienmitteilung zu den Umfrageergebnissen. Sie sei sich bewusst, dass der Wunsch nach Treue nur ein Teil der Realität darstelle. Dem stehe auf der anderen Seite die grosse Zahl von Partnerschaften gegenüber, die auseinanderbrechen würden und die für die Betroffenen und ihre Familien oft leidvolle Erfahrungen darstellten.

Die SEA setze sich weiterhin gemeinsam mit vielen christlichen Werken und Kirchgemeinden dafür ein, dass Partnerschaften gelingen sowie lange dauern und erfüllend sein könnten. In der SEA-Arbeitsgemeinschaft „Forum Ehe+Familie (FEF) seien zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen miteinander verbunden, welche mit ihren vielseitigen Angeboten, zu denen auch ein jährlicher Kongress gehöre, eine Partnerschaft fördern und in Krisen unterstützend eingreifen könnten. http://forumehefamilie.ch/

Publikation zu den Umfrageergebnissen der gfs-zürich:
http://gfs-zh.ch/wp-content/uploads/2015/06/Partnerschaft-und-Treue.pdf

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Alkoholkonsum von Jugendlichen: Der Preis ist entscheidend!

Lausanne/Schweiz | 22.06.2015 | APD | Schweiz

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung von Sucht Schweiz belege, dass höhere Preise den Alkoholkonsum von jungen Menschen erheblich senken könnten und in der Bevölkerung breite Akzeptanz finden würden, schreibt die Präventionsorganisation. Bei der aktuellen Beratung des Alkoholgesetzes ignoriere vor allem der Nationalrat diese nachweislich wirksame Massnahme und politisiere damit am Volk vorbei.

Laut dem Kompetenzzentrum im Suchtbereich sind mit dem Wertverlust des Euros die Preise für Importbiere bis auf 45 Rappen für die billigsten Halbliter-Büchsen gesunken und die Schweizer Brauer müssten wohl bald nachziehen. Zudem versuche die Spirituosenbranche, im Rahmen des aktuell debattierten Alkoholgesetzes erhebliche Steuersenkungen für inländische Brenner durchzusetzen, welche bald auch die ausländischen Anbieter einfordern würden. Der Preisverfall werde den Alkoholkonsum von Jugendlichen steigen lassen, wie dies bereits nach der Steuer- bzw. Preissenkung auf ausländischen Spirituosen 1999 festgestellt worden sei.

Jugendliche haben erhöhte Preissensitivität
Ein Mindestpreis oder allgemeine Preiserhöhungen würden sich laut der Präventionsorganisation als Ausweg anbieten. Akzeptanz sowie Auswirkung auf den Bier- und Spirituosenkonsum seien in einer vor kurzem veröffentlichten, im Rahmen des Suchtmonitorings durchgeführten Studie von Sucht Schweiz untersucht worden.

Fast 20 Prozent der im Rahmen der Studie Befragten würden bei einem Mindestpreis von 70 Rappen pro halben Liter weniger Bier kaufen. Bei einem Mindestpreis von Fr. 1.50 würden bereits 53 Prozent der Konsumenten und Konsumentinnen weniger trinken, unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen beträgt dieser Wert gar 64 Prozent. Mindestpreise fänden mehrheitlich Akzeptanz. Bei einer Untersuchung von Sucht Schweiz aus dem Jahr 2012 hätten 57 Prozent dieser Massnahme zugestimmt.

Die Einführung von Mindestpreisen wäre für die Mehrheit der Bevölkerung wohl auch deshalb akzeptabel, weil bereits heute durchschnittlich deutlich mehr für Bier (fast zwei Franken/5dl) und Spirituosen (25 Franken/7dl) als der erfragte Mindestpreis bezahlt werde, hält die Stiftung fest. Allerdings würden gerade Jugendliche angeben, mit Konsumreduktion auf einen Mindestpreis zu reagieren, da sie eher billigen Alkohol kauften.

Nach Angaben des Kompetenzzentrums gibt die Hälfte der Befragten der vorliegenden Studie an, dass sie bei einer allgemeinen Preiserhöhung von 25 Prozent, weniger Alkohol kaufen würden, unter den 15- bis 19-Jährigen seien es fast 70 Prozent. Die Zustimmungsrate der Befragten zu dieser Massnahme liege bei 55 Prozent.

Der Nationalrat politisiert am Volk vorbei
Die vorliegende Studie bestätige internationale Untersuchungen, wonach die Preisgestaltung vor allem auf das Trinkverhalten von jungen Menschen einen Einfluss habe, so Sucht Schweiz. Wer bereits als Jugendlicher viel trinke, habe ein stark erhöhtes Risiko, als Erwachsener eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln. Deshalb seien konsumsenkende Massnahmen entscheidend.

Bei der aktuellen Parlamentsdebatte zur Revision des Alkoholgesetzes könnten Massnahmen zur Reduktion des missbräuchlichen Alkoholkonsums ergriffen werden, beispielsweise mit einem Mindestpreis, allgemeinen Preiserhöhungen oder auch einem Nachtverkaufsverbot, schreibt die Stiftung. Steuererleichterungen, die den Preis des Alkohols gar noch senken würden, seien strikt zu vermeiden. „Es darf nicht sein, dass bei einer Gesetzesrevision, bei der ein Hauptziel die Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs war, nun fast nur noch Absatzförderungsmassnahmen diskutiert werden, so wie Anfang Juni im Nationalrat“, heisst es in der Medienmitteilung.

Ende Juni habe die Ständeratskommission die Möglichkeit, der Ausbreitung von Alkoholproblemen Einhalt zu gebieten. Ansonsten könne die Gesetzesrevision im Wahlherbst zur reinen Schnapsförderung verkommen – mit entsprechenden Folgen für die öffentliche Gesundheit.

Suchtmonitoring Schweiz – Themenheft Alkohol und Preissensitivität in der Schweiz im Jahr 2014: http://www.suchtmonitoring.ch/docs/library/gmel_veioycbq0itv.pdf

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60. Pfingstlager der Adventwacht in der Deutschschweiz

Melchtal/Schweiz | 22.06.2015 | APD | Schweiz

Vom 22. bis 25. Mai 2015 fand im Sportcamp in Melchtal/Obwalden das 60. Pfingstlager der Adventwacht (ADWA), Pfadfinder und Pfadfinderinnen der Jugendabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz, statt.

Am 23. Mai nahmen nebst 170 Pfadfindern und Pfadfinderinnen und deren 70 Betreuungspersonen auch rund 160 Ehemalige und Besucher am Jubiläumsanlass teil. Beim gemeinsamen Gottesdienst von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen am Morgen erläuterte der Jugendabteilungsleiter Fabian Looser Grönroos in der Predigt die Wichtigkeit des generationenübergreifenden Kontakts für Junge und Alte. Dabei erklärte er mit anschaulichen Darstellungen, bei welchen die Pfadfinder einbezogen wurden, die iCOR-Initiative der adventistischen Jugendarbeit in der Deutschschweiz. Sie will Kirchgemeinden fördern, die auf junge Menschen ausgerichtet sind, ihnen eine „Heimat“ bieten, generationenübergreifend arbeiten, aufeinander zugehen und sich gegenseitig ergänzen. Diese Initiative soll umgesetzt werden durch erlebte Gemeinschaft, gegenseitige Hilfe, bei der Persönlichkeitsentwicklung, gemeinsamem Dienen auf sozialer und spiritueller Ebene.

Am Nachmittag mischten sich die Generationen bei einem Postenlauf, bei dem man sich sportlich, spielerisch, musikalisch und kreativ betätigen, Fotos von früher anschauen oder sich mit Früchtecocktails und Waffeln verpflegen konnte. Vier ehemalige Jugendabteilungsleiter, Guillaume Couvreur, Stephan Sigg, Daniel Zwiker und Herbert Bodenmann erzählten ad hoc mehrheitlich heitere Anekdoten aus dem Lagerleben vergangener Tage. Willy Frey (Ü60), Hobby-Troubadour, trug sein im Stil eines Berner-Chansons gestaltetes Jubiläums-ADWAlied vor. Mit Vokalmusik, im Wechsel mit dem Publikum, animierte und begeisterte er dieses.

Die Adventwacht (ADWA) der Jugendabteilung in der Deutschschweiz hat Ortsgruppen in Aarau, Baar, Basel, Bern, Biel, Burgdorf, Chur, Lotzwil, Reigoldswil, Reinach, St. Gallen, Thun, Wädenswil, Zürich (zwei Gruppen). Weitere Informationen zur Adventwacht: http://www.adventjugend.ch/aj/adwa/

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Tabakprävention: Werbeverbote, Preiserhöhungen, mehr rauchfreie Räume - 31. Mai: Welttag ohne Tabak der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Lausanne/Schweiz | 22.06.2015 | APD | Schweiz

m 31. Mai ist Welttag ohne Tabak der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sucht Schweiz hat das Themenheft „Tabak“ aus der Reihe "Im Fokus" überarbeitet. Darin greift die Präventionsorganisation die generellen Ziele des Welttags auf und detailliert die Schäden des Rauchens. Der Rückgang des Rauchens in der Schweiz verlangsamt sich laut Medienmitteilung von Sucht Schweiz, weshalb die Tabakprävention neue Impulse brauche.

Neue Publikation vereint aktuelles Wissen zum Rauchen
Zum Welttag ohne Tabak am 31. Mai lanciert Sucht Schweiz die aktualisierte Publikation zum Thema „Tabak“ aus der Reihe "Im Fokus". Demnach ist der Raucheranteil in der Bevölkerung über 15 Jahren bis 2013 auf 25 Prozent gesunken, wobei sich der Rückgang in den letzten Jahren deutlich verlangsamt hat. Bei den 25- bis 34-Jährigen ist der Raucheranteil mit 34 Prozent am höchsten. Nach wie vor rauchen mehr Männer als Frauen - insgesamt sind es 1,7 Millionen Menschen in der Schweiz – und noch mehr rauchen passiv mit. Der Schutz vor dem Passivrauchen erweise sich weiterhin als äusserst wichtig.

Umfassende Prävention reduziert frühzeitige Todesfälle
Marketing und leichte Erhältlichkeit von Tabakprodukten stimulierten den Konsum nachweislich, so die Publikation. Für die Risiken zu sensibilisieren sei wichtig, mache aber alleine noch keine wirksame Prävention aus. Laut Sucht Schweiz sind allgemeine Tabakwerbeverbote, Preiserhöhungen, Ausdehnung der rauchfreien Räume sowie ein breit angelegtes Angebot zur Rauchentwöhnung von der WHO-Tabakkonvention (FCTC) anerkannte und empfohlene Massnahmen. Das generelle Werbe- und Sponsoringverbot stehe für Sucht Schweiz und weitere Gesundheitsorganisationen bei der Debatte zum neuen Tabakproduktegesetz im Zentrum. Die Gesetzesvorlage sei für die Tabakprävention richtungsweisend.

Rauchen schädigt vielfach
Die über 7000 Substanzen einer Zigarette lösen sich buchstäblich in Rauch auf, heisst es im Themenheft „Tabak“. Mindestens 70 von ihnen sind krebserregend. Es seien auch Zuckerarten enthalten, die das Suchtpotenzial verstärkten. Bezüglich der Risiken spricht der Tabak-Fokus Klartext: 41 Prozent der auf Tabakkonsum zurückgehenden Todesfälle werden durch Krebs verursacht, 41 Prozent durch eine Herz-Kreislauf-Krankheit und 18 Prozent durch eine Atemwegserkrankung. Tabakrauch schädigt die Lungen und verursacht Atemwegs- und Lungenentzündungen, Bronchitis und die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD). Diese Krankheit gilt in den Industrieländern als fünftwichtigste Todesursache, wobei 80 bis 90 Prozent der COPD-Fälle dem Tabakkonsum zuzuschreiben sind. Wer raucht, lebt durchschnittlich zehn Jahre weniger lang als Nichtrauchende.

WHO: Jede zehnte Zigarette weltweit stammt aus illegalem Handel
Der Welttag ohne Tabak, den die Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr am 31. Mai lanciert, fokussiert im 2015 auf den illegalen Handel mit Tabakprodukten. Die WHO geht davon aus, dass eine von zehn Zigaretten, die weltweit geraucht wird, illegal gehandelt wurde. Durch den Schwarzmarkt entgehen den Staaten riesige Summen an Steuergeldern. Allein in der EU wird der Verlust auf mehr als 10 Milliarden Euro beziffert.

Die WHO schätzt, dass das Rauchen jährlich nahezu 6 Millionen Menschenleben fordert. Mehr als 80 Prozent dieser vermeidbaren Todesfälle betreffen Länder mit tiefen oder mittleren Einkommen. In der Schweiz ist der Tabakkonsum für mehr als 25 Todesfälle pro Tag verantwortlich, mehr als 9.000 im Jahr. Tabakkonsum verursacht 15 Prozent aller Todesfälle.

Aktuelle Infobroschüre „Tabak“ in Deutsch, Französisch und Italienisch zum Download: http://tinyurl.com/oxe4j4t

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Charleston: Adventisten trauern um Opfer und verurteilen Massaker

Silver/Spring, Maryland/USA | 22.06.2015 | APD | International

Pastor Daniel R. Jackson, Präsident der protestantischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika, hat am 18. Juni in einer Stellungnahme das Massaker eines Einzeltäters in der Emanuel African Methodist Episcopal (AME) Church, in Charleston, South Carolina/USA, verurteilt und den Familien der neun Opfer sein Beileid ausgesprochen. Laut Behördenangaben wurde der mutmassliche Täter inzwischen 400 Kilometer vom Tatort entfernt verhaftet.

„Die Adventisten in Nordamerika sind tief betroffen vom sinnlosen Tod von Pfarrer Clementa Pinckney sowie acht weiteren Gläubigen, die am Mittwochabend an einer Bibelstunde in ihrer Kirche teilgenommen haben“, schreibt Jackson. „Unser tief empfundenes Mitleid gilt den Opferfamilien, den Kirchenmitgliedern der Emanuel African Methodist Episcopal Church sowie den Bewohnern der Stadt Charleston. Wir beten im Besonderen für die Angehörigen der Opfer.“

Die Siebenten-Tags-Adventisten verurteilten nicht nur jegliches Töten von Personen, sondern auch den Rassenhass, der anscheinend ausschlaggebend für die Schiesserei in der Kirche gewesen sei. „Wir sind überzeugt, dass Gott alle seine Kinder gleichermassen liebt, unabhängig von Rasse, Geschlecht, Religion oder Lebensstil, und wir sind aufgerufen, dies ebenso zu tun“, so Jackson.

Er rufe erneut zu einem offenen, ehrlichen und zivilisierten Gespräch über die Realität der Rassentrennung auf, die dieses Land weiterhin plage. Bei diesem Gespräch müsse es um die Rechte und Gleichberechtigung aller Mitglieder der Gesellschaft gehen. „Wir stehen an der Seite der Menschen in Charleston und in ganz Nordamerika, die sich für Frieden, Liebe und Gnade in ihren Gemeinden einsetzen wollen“, sagte Pastor Jackson.

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Australien: 38 religiöse Führer gegen die gleichgeschlechtliche Ehe

Sydney/Australien | 22.06.2015 | APD | International

In einem offenen Brief haben am 5. Juni 38 religiöse Führer in Australien, welche die grossen religiösen Traditionen sowie eine breite Vielfalt von Glaubensrichtungen und Kulturen vertreten, Premierminister Tony Abbott und die Parlamentarier aufgerufen, Versuchen zu widerstehen den Begriffsinhalt der Ehe neu zu definieren, teilte Catholic Communications der Erzdiözese Sydney mit.

„Als Leiter der grossen in Australien vertretenen Religionen äussern wir unsere ernsten Bedenken, die wir mit jenen teilen, die unseren Glaubensrichtungen angehören hinsichtlich der Bedeutungsänderungen der Ehe im australischen Recht, die bereits eingeführt sind oder eingeführt werden sollen“, heisst es im offenen Brief.

Die Ehedefinition, wie sie im Commonwealth Ehegesetz von 1961 verankert sei, als „Vereinigung eines Mannes und einer Frau, unter Ausschluss aller anderen, die freiwillig und auf Lebenszeit eingegangen werde“, sei eine Wirklichkeit, die tief in verschiedenen Gemeinden, Glaubensrichtungen und Kulturen eingebettet sei, so die religiösen Leiter. Das Eheverständnis von Mann und Frau entspreche der überwiegenden Mehrheit von Nationen und Kulturen und von mehr als 91 Prozent der Weltbevölkerung. Zum Wohl der Kinder gehe es darum, die traditionelle Ehe aufrecht zu erhalten, so die Religionsvertreter.

Leiden und Ungerechtigkeiten, welche Personen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung widerfahren würden, seien zu beklagen, „sie rechtfertigen aber keine weitere Dekonstruktion der Ehe, wie sie traditionellerweise verstanden worden ist“, so der Brief.

Unterzeichnet haben den offenen Brief der anglikanische und der römisch-katholische Erzbischof von Sydney, ein lutherischer Bischof sowie Bischöfe verschiedener östlicher und orthodoxer Kirchen, Pfarrer grosser protestantischer Kirchen, Rabbiner der jüdischen Gemeinschaft sowie Leiter sunnitischer und schiitischer islamischer Gemeinschaften. Zu den Unterzeichnern gehört auch Pastor Chester Stanley, Präsident der knapp 59.100 Siebenten-Tags-Adventisten in Australien.
Der offene Brief in Englisch: http://ow.ly/O4vbB

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Lutherischer Bischof Bünker: "Gerechten Krieg" kann es nicht geben

Wien/Österreich | 22.06.2015 | APD | International

Einen "gerechten Krieg" kann es von einer theologischen Warte aus gesehen nicht geben. Das betonte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker am 3. Juni bei einem Podiumsgespräch zum Thema "Der 'gerechte' Krieg. Fördern militärische Einsätze den Frieden?". Die Diskussion fand auf Einladung der evangelischen Kirche Österreichs im Rahmen der internationalen Konferenz "Information Society at the Crossroads" an der Technischen Universität Wien statt. Der Präsident der Österreichischen Nationalbank, Claus Raidl, hält hingegen klare Kriterien für "gerechten Krieg" für sinnvoller als langes erfolgloses Verhandeln, berichtet die Katholische Presseagentur Kathpress.

Nachdem die Kirchen den gerechten Krieg bis weit ins 20. Jahrhundert propagiert hätten, bestehe in der Ökumene heute der Konsens, dass ein Krieg theologisch nicht zu rechtfertigen ist, so Bünker. Er verwies dabei auf Beispiele aus der Vergangenheit, in der Kirchen kriegerischen Auseinandersetzungen immer wieder einen religiösen Nährboden gegeben hätten. So hätten während des Ersten Weltkriegs Politiker und Geistliche aller beteiligten Mächte propagiert, dass Gott auf ihrer Seite stehe – „das kann ja schon von Seiten der Logik nicht funktionieren", so Bünker.

Heute müsse man Rahmenbedingungen schaffen, um Gewalt weitgehend zu minimieren und schlussendlich zu überwinden. Kirchen könnten dabei einen wichtigen Beitrag leisten, wie sich beispielsweise bei der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR gezeigt habe. Angesichts heutiger Konflikte seien humanitäre Interventionen zwar oftmals das letzte Mittel, trotzdem gehe auch ihnen letztendlich immer politisches Versagen voraus.

„Gerecht" und „Krieg" sind Widerspruch
Auch für Pete Hämmerle vom Internationalen Versöhnungsbund ist das Konzept eines gerechten Kriegs „ein Widerspruch in sich selbst". Krieg bedeute letztendlich immer Leid und Tod, während Gerechtigkeit allen Menschen ein gutes Leben unter dem Schutz der grundlegenden Menschenrechte ermögliche. Kriegerische Operationen in der Vergangenheit seien meist auch nicht erfolgreich verlaufen, verwies Hämmerle auf den Irak und Afghanistan. Sein Credo: „Friedenspolitik und Kooperation müssen kriegerischen Missionen immer vorgezogen werden."

Gerechter Krieg, unter gewissen Voraussetzungen, berechtigt
Der Präsident der Österreichischen Nationalbank, Claus Raidl, dagegen bezeichnete das Konzept des gerechten Kriegs unter gewissen Voraussetzungen als durchaus berechtigt. Sein Beispiel für Krieg als letzten Ausweg war das Eingreifen der USA gegen die Nazi-Diktatur. Angesichts der aktuellen politischen Lage dürfe man nicht die Augen verschliessen, so Raidl. Klar festgelegte Kriterien für einen „gerechten Krieg" seien sinnvoller als andauerndes erfolgloses Verhandeln.

Kriegerisches Eingreifen beendet kaum Kriege
Der Friedensforscher Thomas Roithner widersprach dem mit dem Hinweis, dass seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht einmal fünf Prozent aller militärischen Interventionen einen Krieg beendet hätten. Kriegerisches Eingreifen von aussen bringe also nur in den seltensten Fällen den erhofften Effekt, wie sich beispielsweise in Libyen gezeigt habe.

Asymmetrische Kriegsführung
„Die Kriegsführung hat sich geändert, es gibt nicht mehr zwei Armeen, die sich gegenüberstehen, nachdem der Krieg erklärt wurde", erklärte die Völkerrechtlerin Christina Binder. Heute seien vermehrt asymmetrische Kriegsführung, Guerillakrieg und Terrorismus im Fokus der internationalen Politik. Auch die Zuhilfenahme von Robotik, beispielsweise durch unbemannte Drohnen, sei im Völkerrecht noch nicht eindeutig berücksichtigt. Weitere Infos: www.evang-akademie.at

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Adventisten gründen und registrieren in Andorra erste Gemeinde

Madrid/Spanien | 22.06.2015 | APD | International

Nach mehr als 40-jährigen Bemühungen wurde im europäischen Kleinstaat Andorra Anfang Mai die erste Adventgemeinde mit 25 Mitgliedern gegründet und registriert. Die Bezeichnung lautet „Associació Cristiana Adventista d’Andorra“, (A.C.A.D.A.) berichtete Pastor Pedro Torres, Mediensprecher der Kirche in Spanien, zu deren territorialen Kirchenleitung die neue Gemeinde gehört.

Demnach lebten Adventisten schon seit vielen Jahren im Kleinstaat in den östlichen Pyrenäen, zwischen Frankreich und Spanien, mit 85.000 Einwohnern und 468 Quadratkilometern, hatten aber nie eine eigene, registrierte Gemeinde. „Die Gebete und der Einsatz weniger Familien in Andorra und Spanien haben zur Gründung der Adventgemeinde in Andorra geführt“, so Torres.

Die Regierung von Andorra besteht unter einer besonderen Vereinbarung, dem Pareatge-Vertrag, seit 1269. Das Land hat zwei Staatsoberhäupter oder Co-Fürsten: Der eine Prinz ist der Präsident von Frankreich, der andere der Bischof von Urgell, in Katalonien/Spanien. Obwohl beide Fürsten herrschten und die auswärtigen Beziehungen für Andorra pflegten, regieren sie laut Torres das Land nicht wirklich.

In der Verfassung von Andorra sei die religiöse Nichtdiskriminierung verankert. Dennoch geniesse die römisch-katholische Kirche, die traditionelle Konfession des Landes, laut einer besonderen gesetzlichen Regelung, Schutz und Vorrangstellung. Diese Gesetze seien auch der Grund, so Pastor Torres, weshalb sich am 9. Mai die erste adventistische Kirche in Andorra als Verein habe registrieren müssen.

Pastor Jesús Calvo, Präsident der Adventisten in Spanien, habe gemeinsam mit dem zuständigen Pastor für Andorra, Daniel Posse, den Gottesdienst zur Gründung der neuen Gemeinde geleitet. Pastor Posse betreut laut dem Mediensprecher auch die spanischen Kirchgemeinden in der Nähe, in Lleida und Aitona.

Siebenten-Tags-Adventisten feiern am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, Gottesdienst, der in Andorra mit Bibelgespräch in Gruppen und anschliessender Predigt um 10:30 Uhr beginnt.

Die Adventgemeinde in Andorra liegt rund zwei Kilometer von der Hauptstadt Andorra la Vella entfernt: Avinguda d’Enclar, 84, “Prat Condal” - Residencial, Plaça dels Estats Units d’America, local, 5, AD500 - Santa Coloma-Andorra la Vella, Principat d’Andorra. Email: acada.ad@gmail.com

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Russischer Baptistenpräsident: „Die Ukraine ist nicht unser Krieg“

Moskau/Russland | 22.06.2015 | CBS KULTUR INFO/APD | International

Der russisch-ukrainische Konflikt habe in baptistischen Kreisen „unerträglichen Schmerz ausgelöst", betonte Aleksei Vassilevich Smirnow, Präsident der „Russischen Union der Evangeliumschristen-Baptisten" (RUECB), kürzlich in einem Interview mit dem Moskauer Nachrichtendienst „Protestant". Wie ein Messer, habe er „familiäre und zivile Verbindungen zerschnitten und den Menschen äusserst schwierige Entscheidungen aufgenötigt". Dies berichtete Christian B. Schäffler in CBS KULTUR INFO.

Der Konflikt habe „Ehepaare, Gemeinden und die Brüderschaft überhaupt gespalten". Plötzlich hätten sich Menschen „in hitzige politische Debatten" hineinziehen lassen „und zeigten sich bereit, einen heiligen Krieg gegen Andersdenkende zu führen". Über derartige Erscheinungen „dürfen wir nicht hinwegsehen“, so der Präsident der russischen Baptisten.

Der baptistische Pastor Smirnow beschrieb den gegenwärtigen Krieg in der Ukraine als „nicht unser Krieg". Zwischen den christlichen Gemeinschaften in Russland und der Ukraine gebe es keinen Krieg. „Wir mögen Fragen unterschiedlich werten, aber sie halten uns nicht davon ab, Brüder in Christo zu sein". Er verwies mehrmals auf die Subjektivität des politischen Diskurs und zitierte ein altes, russisches Sprichwort: „Jeder Mensch besitzt seine eigenen Wahrheiten (prawda), doch nur Gott besitzt die letzte Wahrheit (istina)."

Ohne den Maidan namentlich zu erwähnen, verteidigte der Baptistenpräsident im Interview die Stellungnahme seiner Union vom 30. Mai 2014, die Strassenaufständen und Palastrevolten jegliche theologische Rechtfertigung absprach. Smirnow wörtlich: „Der Teufel stiftet zu Kampf, Krieg und zur Revolution an. Die sündhafte Natur des Menschen rebelliert. Sie verlangt stets etwas; sie gibt sich nie zufrieden." Eben deshalb „sind wir gegen Gewalt, Revolutionen und Putsche". In keinem Falle sollten die Gläubigen zur Gewaltanwendung gegen irgendeine Partei in einer Auseinandersetzung anstiften. Christus habe nie „zum Krieg gegen irgendjemanden aufgerufen". Nie forderte er Gewaltanwendung gegen den korrupten, römischen Besatzerstaat.

Die Demokratie gibt es nicht in reinster Form, versicherte Smirnow. „Das wäre eine Utopie, nichts weiter als eine leere Behauptung“. Die Demokratie sei stets nur graduell vorhanden. Die Auseinandersetzung in der Ukraine sei eine äusserst komplizierte Angelegenheit. Der Kirchenpräsident versicherte: „Es ist besser, 15 Minuten lang zu beten, als eine Stunde lang darüber zu diskutieren."

Reaktion eines Freikirchen-Experten in Russland
Der aus einer mennonitischen Familie in den USA stammende Pastor und Publizist William Yoder, Medienreferent der Russischen Evangelischen Allianz (REA) in Moskau, äusserte sich in einem Kommentar zum Interview mit Smirnow. Die politisch aktiven Protestanten in der Kiewer Ukraine würden dazu neigen, Smirnows Aussagen als eine Stimme mehr aus einer pazifistischen und sektiererischen Vergangenheit abzuweisen. Diese Ukrainer träten dafür ein, dass sich Christen am öffentlichen Leben beteiligen – einschliesslich des militärischen Sektors. Das sei ein neuer Weg unter den Protestanten Osteuropas – doch ein sehr altes Modell im protestantischen Mainstream Nordamerikas.

Noch vor Ende der Konfrontation auf dem Maidan im Februar 2014 habe Wjatscheslaw Nesteruk, der damalige Präsident der Baptistenunion der Ukraine, zu Protokoll gegeben, dass dies nicht „unser Krieg" sei. Seitdem habe Yoder die baptistische Führung in Kiew mehrmals gefragt, ob der gegenwärtige Konflikt weiterhin nicht „ihr Krieg" sei, jedoch ohne dafür eine Bestätigung zu erhalten. Yoder begrüsste den Hinweis von Pastor Smirnow auf die Subjektivität der menschlichen Wahrnehmung im politischen Bereich. Er verwerfe ebenfalls die Aufteilung des Globus in „demokratische“ und „nicht-demokratische“ Gesellschaften. Das bedeute letztlich, dass die Demokratie Ziel und Absicht sei, jedoch kein absoluter Zustand.

Die Absage Smirnows an gewaltsame politische Veränderungen lasse sich als ein sehr immobiles oder passives Verständnis vom politischen Prozess abtun. Man könne in diesem Zusammenhang die Frage Dietrich Bonhoeffers wiederholen: Sind wir Christen nur bereit, die Scherben nach dem Zusammenprall aufzusammeln? Pietisten würden darauf erwidern, dass das inbrünstige Gebet eine aktive, prophylaktische Massnahme sei, die Katastrophen rechtzeitig verhindern könne.

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Ex-Bandenchef vermittelt Versöhnung zwischen Gangs in Papua Neuguinea

Wahroonga, NSW/Australien | 22.06.2015 | APD | International

Ein ehemaliger Anführer einer Strassenbande, der sich kürzlich durch die Erwachsenentaufe der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten angeschlossen hat, vermittelte eine Versöhnung zwischen drei Gangs. Bei der traditionellen Aussöhnungszeremonie, an der auch Stadtbehörden von Popondetta, Papua Neuguinea, anwesend waren, entschuldigten sich 50 Bandenmitglieder bei der Bevölkerung und versprachen ein besseres Leben zu führen.

Während vieler Jahre hätten die drei Strassenbanden die Bewegungsfreiheit der rund 50.000 Bewohner von Popondetta, Hauptstadt der Provinz Oro im Südosten der Insel, eingeschränkt, schreibt die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record. Die Feindseligkeiten zwischen den Banden seien von gewalttätigen Auseinandersetzungen und Missgunst geprägt gewesen.

Sam Oivo, ehemaliger Anführer einer der Banden, habe bei einer Evangelisation von Jesus gehört, habe sich ihm zugewandt, sich taufen lassen und vergangenes Unrecht wiedergutmachen wollen, so Adventist Record. Deshalb habe er mit Hilfe der Adventgemeinden Popondetta und Bangoho über 50, meist junge Bandenmitglieder in seinem ehemaligen Goruta-Strassenterritorium zu einer Versöhnungsveranstaltung zusammengebracht. Dabei seien auch Behördenvertreter der Stadt anwesend gewesen. Die Mitglieder der drei Strassenbanden hätten sich dabei öffentlich für die Schwierigkeiten und Probleme entschuldigt, die sie während Jahren ihren Familien aber auch den Bewohnern der Stadt gemacht hätten. Sie verpflichteten sich, neue und bessere Beziehungen untereinander zu knüpfen. Zu den Spannungen und Gewaltausbrüchen habe massgeblich ihr Alkoholkonsum beigetragen, sagten sie.

Für traditionelle Versöhnungszeremonien auf Papua Neuguinea brauche es einiges an Planung sowie Mittel, welche wesentlich über das hinausgingen, was die meisten Bandenmitglieder besitzen würden, so Adventist Record. Wie es traditionellen Aussöhnungen entspreche, habe auch Geld die Hand gewechselt, als finanzielle Form der Wiedergutmachung.

Sam Oivo habe auch den Frauen der Adventgemeinden Popondetta und Bangoho für das Essen gedankt, das an der Aussöhnung gemeinsam eingenommen worden sei.

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Klugheitsregeln zum Zusammenleben auf dem Kirchentag finden - 81.000 Menschen bei den Eröffnungsgottesdiensten in Stuttgart

| 22.06.2015 | APD | Kirchentag 2015

Stuttgart/Deutschland, 23.06.2015/APD An den drei Eröffnungs-gottesdiensten des 35. Deutschen Evangelischen Kirchentages in der Stuttgarter Innenstadt nahmen etwa 81.000 Menschen teil. 45.000 erlebten den Gottesdienst mit dem Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, direkt auf dem Schlossplatz, weitere 15.000 über Videoschirme im Schlossgarten und auf dem Karlsplatz. 16.000 Menschen fanden sich zum zweitgrössten Gottesdienst mit Bischof Anba Damian von der Koptisch-Orthodoxen Kirche auf dem Rothebühlplatz ein. Zur Predigt in „Leichter Sprache“ von Renate Höppner auf dem Marktplatz kamen 5.000 Besucherinnen und Besucher.

Nicht nur Zuschauer sein
Landesbischof Frank Otfried July ging in seiner Predigt auf das Kirchentagsmotto „damit wir klug werden“ ein. Er forderte die Kirchentagsbesucher auf während ihrer Zeit in Stuttgart „Klugheitsregeln“ zu finden, „wie wir besser zusammenleben können“. Es gehe dabei auch darum, kluge Wege zu suchen, um Mangel zu beseitigen und Teilhabe zu ermöglichen; etwa für Menschen in Langzeit-Arbeitslosigkeit, Menschen mit Behinderungen und Menschen, die als Flüchtlinge kommen. Kirchen und Christen sollten auch „Friedenswege“ finden, um dazu beizutragen, Konflikte zu beseitigen.

Bundespräsident Joachim Gauck betonte in seinem Grusswort, dass Menschen, die aus dem Glauben leben, nicht einfach nur Zuschauer sein wollten. „Sie suchen vielmehr Antworten, die sie zum Handeln befähigen.“ Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Ketschmann erinnerte daran, dass ein Staat nicht losgelöst von der Gesellschaft existieren könne. Er werde getragen von moralischen Quellen und sozialen Qualitäten. Er brauche deshalb Menschen, die an etwas glauben und die sich für ihre Werte und Ideale einsetzen.

Von der Weisheit der Väter in den Wüstenklöstern lernen
Mit Anba Damian durfte erstmals ein Koptisch-Orthodoxer Bischof bei einem Eröffnungsgottesdienst des Evangelischen Kirchentages predigen. Er hob hervor, dass seine Kirche zwar alt aber nicht veraltet sei. Sie gehe auf den Evangelisten Markus im 1. Jahrhundert zurück. Das Mönchstum habe seinen Ursprung in der Koptischen Kirche. Von der Weisheit der Väter in den abgeschiedenen Wüstenklöstern könne man auch heute noch lernen. Etwa: „Denke an das Ende Deines Lebens, so kommst Du nie auf dumme Gedanken.“ Deshalb wäre es kein Wunder zu sehen, wie Kopten in Libyen von Isis enthauptet wurden und dabei fest im Glauben blieben. „Wir Kopten sind auf unsere Herkunft in Ägypten sehr stolz.“ Dort wurden damals Maria, Josef und das Jesuskind aufgenommen und ihnen vorübergehend Asylrecht gewährt, so der Bischof. Heute suchten einige von Damians Landsleuten, aber auch andere Flüchtlinge in Deutschland Asyl. „Wir erfahren ebenso eine grosse und liebevolle Spenden- und Hilfsbereitschaft von der Bevölkerung“, sagte der Geistliche

Vom Ende her denken
„Meinen Glauben kann ich nicht einfach teilen. Er kann aber ansteckend sein“, sagte Renate Höppner in ihrer Predigt. Sie erinnerte daran, dass die Kirchentagslosung der Bibel aus Psalm 90,12 entnommen ist: „Lehre uns bedenken Gott, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden.“ Klug werden heisse deshalb, vom Ende her denken. „Wir haben nicht unbegrenzt Zeit. Jeder Tag ist einmalig.“ Klug werden heisse: „Die Zeit gut nutzen. Gott vertrauen. Meine Gaben gut einsetzen. Jeden Tag geniessen. Gott dankbar sein für alles, was er mir schenkt.“

Besonderheiten aus der Region
An die Eröffnungsgottesdienste schloss sich der „Abend der Begegnung“ an. In der Innenstadt boten Kirchengemeinden und Einrichtungen der württembergischen und der badischen Landeskirche einen Einblick in die Besonderheiten der Region: Ofenschlupfer und Dinnede, Flachswickel und Gaisburger Marsch, Herrgottsbescheiserle und Buabaspitzle. Es handelt sich dabei um Eierteigwaren in den verschiedensten Variationen, für die Schwaben und Badener ganz spezielle Namen geprägt haben. Dazu gab es viel Musik und Folklore.

Ausgegrenzt und totgeschwiegen
Der Eröffnung ging traditionell eine Gedenkveranstaltung voraus, mit welcher der Kirchentag an die „Verfolgung von gleichgeschlechtlich Liebender“ in der NS-Zeit erinnerte. Es habe sich hierbei um eine Gruppe Verfolgter gehandelt, die bis heute totgeschwiegen werde. Selbst nach 1945 seien Homosexuelle weiter entwürdigt worden.

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„Kriege sind eine Geissel der Menschheit“

Stuttgart/Deutschland | 22.06.2015 | APD | Kirchentag 2015

„Gottes Botschaft ist ein Aufruf zum Frieden, er ist das Ziel jeder christlichen Gemeinschaft.“ Mit diesem Aufruf schloss der evangelische Militärbischof Sigurd Rink (Berlin) seine Predigt im Gottesdienst der Evangelischen Seelsorge in der Bundeswehr beim Kirchentag in Stuttgart.

Während des Bittgottesdienstes für den Frieden in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard wurde am Beispiel der spannungsreichen Auseinandersetzungen im Kosovo für einen andauernden Frieden an militärischen Konfliktpunkten in Europa gebetet. Rink erinnerte an das Kriegsende vor 70 Jahren und an den Beginn des 1. Weltkriegs vor 101 Jahren. „Kriege sind eine Geissel der Menschheit“, rief er den über 500 Gottesdienstbesuchern zu.

Biblische Zeugnisse wie die alttestamentliche Geschichte der verfeindeten Brüder Jakob und Esau zeigten, dass die Bewahrung des Lebens eine manifeste Erkenntnis der Menschen geworden sei. Die beiden Brüder konnten sich schliesslich doch noch ohne Blutvergiessen versöhnen, weil sie aufeinander zugegangen sind, so Rink. Den Gottesdienst gestalteten Militärgeistliche, Bundeswehrangehörige, Familienmitglieder und der parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, Markus Grübel, mit. Musikalisch umrahmt wurde er vom Blechbläserensemble des Heeresmusikkorps Ulm unter der Leitung von Stabsfeldwebel Ralf Huber.

Vor der Kirche protestierten christliche Friedensaktivisten mit Fahnen, Gongschlägen und Texten und forderten, kein Militär in Gottesdiensten zu dulden.

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Menschenkette als Zeichen des Friedens in Stuttgart

Stuttgart/Deutschland | 22.06.2015 | APD | Kirchentag 2015

Ein Zeichen des Friedens setzten etwa 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart am Kirchentagssamstag um 5 vor 12 Uhr mit einer rund viertelstündigen Menschenkette quer durch die Innenstadt. Sie reichte vom „Zentrum Frieden“ an der Friedenskirche bis zum Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Stauffenbergplatz in der Innenstadt.

In die Kette reihten sich auch die frühere EKD-Ratsvorsitzende und jetzige Botschafterin der EKD für das Luther-Jubiläum, Margot Kässmann, der Friedensbeauftragte des Rates der EKD und leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche, Renke Brahms, sowie der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh ein.

„Wir wollten mit dieser Menschenkette ein Zeichen des Friedens gegen die in Stuttgart ansässigen US-Kommandozentralen AFRICOM und EUCOM setzen. Denn von Stuttgart geht Krieg aus“, erläuterte Paul Russmann von „Ohne Rüstung leben“, einer der Organisatoren der Friedenskette. Das AFRICOM in Stuttgart-Möhringen steuere alle militärischen Einsätze der USA in Afrika. Hier würden auch die Todeslisten für den Einsatz von Kampfdrohnen erstellt. Das EUCOM in Stuttgart-Vaihingen befehlige die US-Atomwaffen in Europa. Ausserdem habe es beispielsweise die Angriffe gegen den Irak, Serbien und Libyen sowie das Militärmanöver „Rapid Trident“ in der Ukraine koordiniert.

Drei Forderungen erhoben die Teilnehmer der Menschenkette in Stuttgart. „Wir treten für ein Ende des Einsatzes von Kampfdrohnen ein, die von hier aus befehligt werden, wir fordern den Abzug der US-Atomwaffen aus Europa und die Schliessung der beiden US-Kommandozentralen hier in Stuttgart“, verdeutlichte der Sprecher von „Ohne Rüstung leben“. Renke Brahms, der EKD-Friedensbeauftragte, meinte: „Es ist an der Zeit, dass wir wieder für den Frieden auf die Strasse gehen.“

Zu der Menschenkette für den Frieden hatten zahlreiche christliche Friedensorganisationen, darunter das Friedenspfarramt der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), das Friedensnetz Baden-Württemberg, die „AnStifter“, die DFG-VK sowie die Stuttgarter Kreisverbände der SPD, der Jusos und der Linken, aufgerufen.

Themenstand „Gewalt überwinden – Frieden schaffen“
Gemeinsam informierten auf dem „Markt der Möglichkeiten“ beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart die AGDF, die EAK sowie die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD die Kirchentagsbesucher über ihre Arbeit und standen für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Dabei schauten auch prominente Kirchentagsbesucher am Stand im Themenbereich „Gewalt überwinden – Frieden schaffen“ in der Zelthalle 8 vorbei. Dazu gehörten die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Kässmann, der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Renke Brahms, der EKD-Militärbischof Sigurd Rink, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Ueberschär, die Vorsitzende des Unterausschusses für Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln, die Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner, sowie der Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ralf Kleindiek. Selbst der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, Markus Grübel, liess sich von der EAK-Referentin Jasmin Schwarz über ihre Erfahrungen mit Kriegsdienstverweigerungen von Zeit- und Berufssoldaten informieren.

„Es gibt gute Gründe, wachsam zu bleiben“
Bei seiner Bibelarbeit im „Zentrum Frieden“ zu Matthäus 25,1-3, dem Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen, betonte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms, es sei gut, angesichts von Krieg, Verfolgung und Terror in der Welt, dem Rat Jesu zu folgen und wachsam zu bleiben. „Denn wir dürfen uns nicht an Krieg und Terror gewöhnen, auch nicht daran, dass weiter aufgerüstet wird und Waffen aus unserem Land in Spannungsgebiete exportiert werden.“ Tragbar sei auch nicht, dass militärische Optionen vermehrt ins Spiel gebracht würden und die Alternativen ins Hintertreffen gerieten. Der Friedensbeauftragte warnte, Feindbilder zu pflegen, denn „in allen Konflikten dieser Erde gibt es Versöhnung und Frieden, Neuanfänge und Hoffnung“.

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Kooperation zwischen Hochschule und Krankenhaus - Friedensau und „Waldfriede“ gemeinsam beim „Markt der Möglichkeiten“

Stuttgart/Deutschland | 22.06.2015 | APD | Kirchentag 2015

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Stuttgart waren die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg und das adventistische Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf gemeinsam mit einem Informationsstand zu finden. Seit einigen Jahren arbeiten beide im Fachbereich Christliches Sozialwesen zusammen.

Der akkreditierte duale Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Pflegewissenschaften (B.A.) der Theologischen Hochschule Friedensau befähigt zum fundierten wissenschaftlichen und pflegefachlichen Handeln. Laut Studiengangsleiterin Professorin Dr. Margarete Reinhart beträgt die Studienzeit neun Semester. In dieser Zeit sind die Teilnehmenden zugleich eingeschriebene Studierende der Hochschule und Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege. Während des berufsausbildenden Abschnitts des Studiengangs (1. bis 6. Semester) erhalten sie eine Ausbildungsvergütung durch das beruflich ausbildende Krankenhaus „Waldfriede“. In den drei Präsenzsemestern (7. bis 9. Semester) steht es den Studierenden frei, BaFöG zu beziehen oder anteilig einer Berufstätigkeit nachzugehen.

Auch beim berufsbegleitenden Master-Studiengang Sozial- und Gesundheitsmanagement (M.A.) gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Friedensau und „Waldfriede“. Laut Studiengangsleiterin Professorin Dr. Dr. Silvia Hedenigg qualifiziert das Studium (6 Semester) Absolventen für Management- sowie Führungsaufgaben im Sozial- und Gesundheitsbereich.

Weitere Studiengänge in Friedensau
Neben einem Bachelor-Studiengang und zwei Master-Studiengängen in Theologie bietet die 1899 gegründete und 1990 staatlich anerkannte Hochschule Friedensau im Fachbereich Christliches Sozialwesen auch den Bachelor-Studiengang in Soziale Arbeit an. Ausserdem gibt es die Master-Studiengänge Counseling/Beratung, International Social Sciences und Musiktherapie. In Friedensau sind etwa 200 Studierende eingeschrieben.

Der einjährige Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ des Instituts für Sprachen der Hochschule bietet Studienbewerbern, die nicht über die erforderlichen Sprachkenntnisse verfügen, eine entsprechende Ausbildung, die mit einer staatlich anerkannten Prüfung abgeschlossen wird. Dadurch wird laut Institutsleiter Dr. Wernfried Rieckmann die Befähigung erlangt, das Studium in dem gewählten Fach sowohl in allgemein sprachlicher wie auch wissenschaftlicher Hinsicht absolvieren zu können.

Berufsausbildung in „Waldfriede“
Die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege „Waldfriede“ in Berlin- Zehlendorf bietet neben dem Bachelor of Arts „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ in Kooperation mit Friedensau auch die EU-weit anerkannte Berufsausbildung in Gesundheits und Krankenpflege an. Ausserdem gibt es die landesrechtlich geregelte Berufsausbildung Sozialassistenz und den Zertifikatskurs Basisqualifikation Pflege. Weitere Informationen unter www.pflegestudium-berlin.de

Krankenhaus „Waldfriede“
Das seit 1920 in Berlin-Zehlendorf bestehende Akutkrankenhaus „Waldfriede" verfügt über 170 Betten. Es ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Einrichtungen Berlin-Brandenburg, im Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP) sowie Teil des weltweiten „Adventist Health System" der Siebenten-Tags-Adventisten. In dem akademischen Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin werden jährlich etwa 13.000 Patienten stationär und 48.000 ambulant behandelt. „Waldfriede“ ist unter anderem europäisches Ausbildungszentrum in der Koloproktologie.

Zum Krankenhaus gehören ein ambulanter häuslicher Pflegedienst (Sozialstation), eine Kurzzeitpflege, die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, das Projekt „Babywiege“ für Mütter in Not sowie eine Kindertagesstätte. Schon 1993 entstand das Gesundheitszentrum „PrimaVita“ mit präventiv-medizinischem und gesundheitsförderndem Auftrag als erste krankenhauseigene Einrichtung ihrer Art in Deutschland. Seit 2008 gehört ein Hallenbad für Wasserkurse mit dazu.

„Waldfriede“ ist das weltweit erste Krankenhaus, das genitalverstümmelten Frauen nach einem ganzheitlichen Behandlungskonzept betreut. Das hier im September 2013 gegründete „Desert Flower Center“ leistet medizinische und psychosoziale Hilfe. Der Name geht auf das Wirken des ehemaligen Topmodels und der früheren UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie zurück, die durch ihre Biografie „Wüstenblume“ (englisch: Desert Flower) und den gleichnamigen Film weit bekannt wurde.

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„Markt der Möglichkeiten“ - Einblick in Glaube und Leben der Adventisten

Stuttgart/Deutschland | 22.06.2015 | APD | Kirchentag 2015

Einblick in die Arbeit der Siebenten-Tags-Adventisten vermittelte der Informationsstand auf dem „Markt der Möglichkeiten“ des Stuttgarter Kirchentages. Neben der Freikirche stellen sich dort das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) und die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) vor.

Die Freikirche
Der Besucher konnte Einzelheiten über Glaube und Leben in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten erfahren, deren über 18 Millionen Mitglieder in 215 Ländern weltweit tätig sind; davon rund 35.000 in Deutschland.

Das Advent-Wohlfahrtswerk
Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), welches in Deutschland tätig ist, hatte das Motto gewählt: „Sozial handeln – wirksam helfen“. Dabei wurde besonders auf die Selbsthilfe-Gesprächsgruppen des AWW und das Angebot der Pflegeberatung aufmerksam gemacht. Ausserdem ging es darum, die Gabe der Resilienz neu zu entdecken. Der Begriff Resilienz beschreibt die psychische Widerstandskraft, die ein Mensch benötigt, um schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen.

ADRA Deutschland
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland gehört zum weltweiten Netzwerk der 140 nationalen ADRA-Büros und ist hauptsächlich ausserhalb der Bundesrepublik tätig. Vorgestellt wurden einige ADRA-Projekte, etwa Gesundheitsversorgung im Jemen oder die Aktion „Kinder helfen Kindern“. Dass es auf der Erde zwar Hunger im Überfluss, aber eigentlich genug Nahrung gibt, konnte man ebenfalls am Informationsstand erfahren.

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Adventisten feiern Sabbatgottesdienste beim Kirchentag

Stuttgart/Deutschland | 22.06.2015 | APD | Kirchentag 2015

Im Rahmen des Evangelischen Kirchentags war auch die Adventgemeinde Stuttgart-Mitte mit einem Programmangebot von Sabbatgottesdiensten vertreten. Adventisten begehen den Sabbat von Freitagabend bis Samstagabend als biblischen Ruhetag.

Am Freitagabend, den 5. Juni, hatte die Adventgemeinde Stuttgart-Mitte in ihr Gemeindezentrum unter dem Motto „Ankommen – Loslassen – Auftanken“ zur „Abendvesper zum Sabbat“ eingeladen. Dr. Rolf Pöhler, Professor für systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Friedensau, stellte Psalm 92 „Ein Psalmlied für den Sabbattag“ in vier Kurzmeditationen vor. Dabei hob Pöhler hervor, dass der Psalmschreiber am Anfang jeder Strophe zuerst den Bezug zu Gott herstelle und rief den Teilnehmenden den Segenswunsch „Schabbat Schalom“ zu.

Der Gottesdienst am Samstagmorgen stand unter dem Thema „In jubelnder Freude – Warum wir Abendmahl feiern“. Professor Pöhler leitete ein Bibelgespräch, bei dem es um die Mahlfeier bei den ersten Christen ging. In seiner Predigt erläuterte Pöhler, dass das Abendmahl von einer Atmosphäre der Freude getragen sein sollte. „Freude entsteht dort, wo Gottes Handeln im Mittelpunkt unseres Denkens steht.“ Die Feier des Abendmahls sei ausserdem eng mit der Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu Christi verknüpft.

Nach der Predigt wurden die Gottesdienstteilnehmer eingeladen, sich gegenseitig die Füsse zu waschen. Adventisten folgen damit dem Beispiel Jesu, der nach dem Johannesevangelium seinen Jüngern vor dem Abschiedsmahl die Füsse gewaschen hatte. Anschliessend feierte die Gemeinde das Abendmahl, zu dem auch Christen anderer Konfessionen eingeladen waren.

Unter dem Motiv „ebenbildlICH“ stand der Jugendgottesdienst „Generations“ am Samstagabend, bei dem der Gottesdienstsaal des Gemeindezentrums in der Firnhaberstr. 7 ebenfalls gut gefüllt war. Pastor Michael Walter stellte die Frage, was den Wert und die Identität des Menschen ausmache. Walter betonte: „Unsere Identität und unser Wert beruhen nicht auf uns selbst oder auf unseren Leistungen, sondern einzig und allein auf der Tatsache, dass Gott uns nach seinem Bilde geschaffen hat.“

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Öko-Enzyklika: Papst ruft Welt zu fundamentalem Umdenken auf - "Über die Sorge für das gemeinsame Haus"

Vatikanstadt | 22.06.2015 | APD | Catholica

Am 18. Juni hat Papst Franziskus im Vatikan die Enzyklika "Laudato si" veröffentlicht. In diesem Rundschreiben an die römisch-katholischen Bischöfe und die Kirche schreibt der Papst, dass die Reduzierung der Umweltverschmutzung und die Bekämpfung der Armut zusammen gehören. Er plädiert für "ganzheitliche Ökologie", "um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde". Es gehe „um die Verschränkung der Problematik Umwelt und Entwicklung“ und nicht nur um eine „Umwelt oder Klimaenzyklika“, schreibt Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz in einer Würdigung.

Die Welt steht vor grundlegenden Zukunftsfragen, die keinen Aufschub mehr dulden und die gemeinsames internationales solidarisches Handeln erfordern: Das macht Papst Franziskus mit seiner neuen Öko-Enzyklika "Laudato si" deutlich. Mit den herrschenden Maximen eines rein technologischen Fortschrittsglaubens, gepaart mit einem rein auf Gewinn ausgelegten Wirtschaftssystem und Moralvorstellungen, wonach sich jeder selbst der Nächste ist, fährt die Menschheit die Welt und sich selbst an die Wand, so zusammenfassend die Warnung des Papstes. Laut Kathpress KAP ruft er die Weltgemeinschaft zu einem fundamentalen Umdenken und jeden Einzelnen zu einem umweltbewussten und nachhaltigen Lebensstil auf.

Die zweite Enzyklika von Franziskus trägt den Untertitel "Über die Sorge für das gemeinsame Haus" und umfasst rund 220 Seiten. Zum ersten Mal stellt ein Papst damit ökologische Fragen in den Mittelpunkt eines so verbindlichen päpstlichen Dokuments. Franziskus wendet sich dabei zugleich an "alle Menschen guten Willens".

Lösung liegt in "Human-Ökologie"
Nach Angaben von Kathpress lässt der Papst kein gutes Haar an den internationalen Klimakonferenzen. Die Erfolge seien "sehr spärlich". Und auch aus der Finanzkrise habe die Welt nichts gelernt. Die Politik dürfe sich nicht länger dem Diktat der Wirtschaft unterwerfen, sie müsse sich aber auch selbst aus den Vorgaben rein kurzfristiger Perspektiven befreien und endlich über "armselige Reden" hinauskommen. Eindeutig spreche sich der Papst auch für starke internationale Institutionen mit Sanktionsmöglichkeiten aus, um die Reduzierung der Umweltverschmutzung bei gleichzeitiger Bekämpfung von Armut in Angriff nehmen zu können, so KAP. Dass es ein fundamentales Umdenken brauche, verdeutliche der Papst ausserdem mit seiner Kritik am weltweiten Handel mit Emmissionszertifikaten. Dieses System bringe keine Lösung mit sich sondern verbleibe in einer Wirtschaftslogik, die am Klimawandel mitschuldig sei.

Klage der Armen ebenso hören wie die Klage der Erde
Franziskus spricht laut Kathpress von einer einzigen, umfassenden sozio-ökologischen Krise: Umweltschutz, Armutsbekämpfung und der Einsatz für Menschenwürde gehörten untrennbar zusammen. Ein wirklich ökologischer Lösungsansatz sei deshalb immer auch ein sozialer Ansatz, "der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde". Nicht zuletzt, weil von der Öko-Krise die Armen am schlimmsten betroffen seien. Die Lösung könne deshalb für den Papst nur in einer "ganzheitlichen Ökologie" oder "Human-Ökologie" liegen. Das bedeutet aber etwa auch: Wer für die Bewahrung der Natur eintritt, könne deshalb nicht zugleich für Abtreibung oder Experimente mit lebenden menschlichen Embryonen sein.

Klimawandel und Wasserknappheit
Franziskus behandelt laut der katholischen Presseagentur in sechs Kapiteln auf rund 220 Seiten viele einzelne Aspekte der gegenwärtigen ökologischen und sozialen Krise, etwa wenn es um Umweltverschmutzung, Klimawandel, die Wasserfrage oder die Verschlechterung der Lebensqualität und den sozialen Niedergang eines grossen Teils der Weltbevölkerung geht. Wörtlich schreibt der Papst etwa: "Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln."

Der Klimawandel ist für Franziskus ein wissenschaftlich belegtes Faktum; der Wassermangel ein zentrales Thema, für das er deutliche Worte findet: "Der Zugang zu sicherem Trinkwasser ist ein grundlegendes, fundamentales und allgemeines Menschenrecht, weil es für das Überleben der Menschen ausschlaggebend und daher die Bedingung für die Ausübung der anderen Menschenrechte ist". Den Armen den Zugang zu Wasser vorzuenthalten heisse, "ihnen das Recht auf Leben zu verweigern, das in ihrer unveräusserlichen Würde verankert ist". Eine Lösung des Problems der Armut liege sicher nicht in der Begrenzung der Geburtenrate, sondern darin, dem "extremen und selektiven Konsumverhalten" eines kleinen Teils der Weltbevölkerung entgegenzuwirken, betont der Papst.

Der lateinamerikanische Papst sorgt sich laut Kathpress auch um die Pflege der kulturellen Reichtümer der Menschheit und um die indigenen Völker. Auch die Sorge um diese Völker sei Teil einer ganzheitlichen Ökologie, wie auch die Verbesserung der Lebensqualitäten eines Grossteils der Weltbevölkerung.

"Lüge des grenzenlosen Wachstums"
Papst Franziskus analysiere nicht nur ausführlich die Phänomene der gegenwärtigen ökologischen und sozialen Krise, er suche vor allem auch nach den diesen Phänomen zugrundeliegenden menschlichen Ursachen, schreibt KAP. Er orte diese vor allem in einem weltweit vorherrschenden "technokratischen Paradigma" und einer falschen Sicht der Stellung des Menschen - "fehlgeleiteter Anthropozentrismus" - und seines Handelns in der Welt (Relativismus).

Der Papst spreche kritisch von der "Globalisierung des technokratischen Paradigmas". Dieses dominante technokratische Paradigma nehme die gesamte Realität als Objekt wahr, die man grenzenlos manipulieren kann. Von da aus gelange man leicht zur Idee eines unendlichen und grenzenlosen Wachstums. "Dieses Wachstum setzt aber die Lüge bezüglich der unbegrenzten Verfügbarkeit der Güter des Planeten voraus, die dazu führt, ihn bis zur Grenze und darüber hinaus auszupressen", schreibt der Papst.

Fehlgeleiteter Anthropozentrismus
Der moderne fehlgeleitete Anthropozentrismus akzeptiere nicht die Natur als Norm, sondern er stelle die technische Vernunft über die Wirklichkeit, kritisiert der Papst: "Wenn man schon in der eigenen Wirklichkeit den Wert eines Armen, eines menschlichen Embryos, einer Person mit Behinderung - um nur einige Beispiele anzuführen - nicht erkennt, wird man schwerlich die Schreie der Natur selbst hören." Alles sei schliesslich miteinander verbunden. Als Konsequenz dieses fehlgeleiteten Anthropozentrismus ortet der Papst einen praktischen Relativismus, bei dem alles irrelevant wird, "wenn es nicht den unmittelbaren eigenen Interessen dient".

Ganzheitliche Ökologie und Gemeinwohl
Dem hält der Papst unmissverständlich das Prinzip des Gemeinwohls entgegen: Ganzheitliche Ökologie oder Humanökologie "ist nicht von dem Begriff des Gemeinwohls zu trennen". Dies beinhalte unter gegenwärtigen Bedingungen vor allem auch einen "Appell zur Solidarität" und zu einer "vorrangigen Option für die Ärmsten". Das Gemeinwohl betreffe aber nicht nur die gegenwärtige Generation sondern ebenso die zukünftigen Generationen, macht Franziskus deutlich und er stellt die Frage: "Welche Art von Welt wollen wir denen überlassen, die nach uns kommen, den Kindern, die gerade aufwachsen?"

Politik und Wirtschaft im Dienst des Lebens
Der Politik kommt nach Ansicht des Papstes eine entscheidende Rolle zu: "Wir brauchen eine Politik, deren Denken einen weiten Horizont umfasst und die einem neuen, ganzheitlichen Ansatz zum Durchbruch verhilft, indem sie die verschiedenen Aspekte der Krise in einen interdisziplinären Dialog aufnimmt". Wenn die Politik indes nicht imstande ist, "eine perverse Logik zu durchbrechen" und wenn sie nicht über "armselige Reden" hinauskomme, so werde die Menschheit "weitermachen, ohne die grossen Probleme der Menschheit in Angriff zu nehmen". Politik und Wirtschaft müssten sich beide "entschieden in den Dienst des Lebens" stellen, mahnt der Papst.

Verantwortung der Menschheit für die Schöpfung
Laut Kathpress bietet Franziskus in seiner Enzyklika eine umfassende und auf der jüdisch-christlichen Tradition aufbauende Perspektive an und beschreibt die "unermessliche Verantwortung" der Menschheit für die Schöpfung, die enge Verbindung unter allen Geschöpfen. Der Glaube biete "wichtige Motivationen für die Pflege der Natur und die Sorge für die schwächsten Brüder und Schwestern", hält er fest. Die Verantwortung für die Natur sei Teil des christlichen Glaubens.

Religionen als Dialogpartner der Politik
Der Politik allein traut der Papst nicht zu, die grossen Probleme der Menschheit in Angriff zu nehmen, schreibt KAP. Er sehe auf diesem Weg vielmehr die Religionen als wichtigen Dialogpartner. Die Religionen müssten auch untereinander einen Dialog aufnehmen, "der auf die Schonung der Natur, die Verteidigung der Armen und den Aufbau eines Netzes der gegenseitigen Achtung und der Geschwisterlichkeit ausgerichtet ist", fordert Franziskus.

Weitere Meldungen und Hintergrundinformationen zur Papst-Enzyklika "Laudato si" unter www.kathpress.at/laudatosi.
Link zum deutschen Text der Enzyklika Laudato Si auf der Homepage des Vatikans:
http://w2.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html

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Umweltenzyklika des Papstes richtet sich an alle Menschen guten Willens

Ostfildern/Deutschland und Basel/Schweiz | 22.06.2015 | APD | Catholica

Politiker, Kirchenvertreter und Umweltverbände haben die Enzyklika „Lautato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ gewürdigt. In diesem Dokument der kirchlichen Sozialverkündigung ruft Papst Franziskus nicht nur die katholische Welt, sondern alle Menschen guten Willens zu einer globalen Umkehr im Denken und Handeln bezüglich Umweltverhalten als auch für mehr Achtsamkeit gegenüber Armen auf.

Deutsche Bischofskonferenz - Kardinal Reinhard Marx: Wort zur rechten Zeit
Für den Vorsitzenden der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, kommt die neue Enzyklika genau zur rechten Zeit. In dem Lehrschreiben fordere der Papst nicht nur die Mitglieder der eigenen Kirche, sondern auch die Weltgemeinschaft auf, mit der Schöpfung verantwortlich umzugehen. Franziskus gebe damit der Staatengemeinschaft ein „starkes Signal“ für die Verhandlungen bei bevorstehenden internationalen Gipfeltreffen, etwa die UN-Generalversammlung vom 25. bis 27. September in New York, wo es um ambitionierte nachhaltige Entwicklungsziele gehe, oder die UN-Klimakonferenz „Paris 2015“ vom 30. November bis 11. Dezember.

Der Papst setze aber ebenso sein Vertrauen auf die Verantwortung jeden Einzelnen und warne davor, einfach darauf zu bauen, dass alles schon irgendwie gut gehen werde. Er gehe um eine verantwortete Freiheit. Ökologische und soziale Verwerfungen „sind letztlich auf dasselbe Übel zurückzuführen, nämlich auf die Idee, dass es keine unbestreitbaren Wahrheiten gibt, die unser Leben lenken, und deshalb der menschlichen Freiheit Grenzen gesetzt sind“, so der Papst.
Einen breiten Raum nehme laut Kardinal Marx in der Enzyklika der Denkhintergrund mit der Theologie der „Zeichen der Zeit“ ein. Das erwarte man auch von einer Kirche. Trotz eindringlicher Darstellung der Probleme und Herausforderungen im Umwelt- und Sozialbereich gehe es dem Papst aber nicht um eine „Drohbotschaft“. Das Kirchenoberhaupt glaube daran, dass die Menschen sich in Freiheit für das Gute entscheiden, die Herausforderungen bewältigen und die Welt zum Besseren verändern können.

Auffällig sei, so Marx, dass Papst Franziskus in seiner Enzyklika nicht nur auf frühere päpstliche Lehrschreiben und die Kirchenväter Bezug nehme, sondern auch auf relevante Theologen, wie Romano Guardini und Teilhard de Chardin, sowie auf Stellungnahmen einzelner römisch-katholischer Bischofskonferenzen zu ökologischen Themen. Selbst von dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäos, dem Ehrenoberhaupt der Orthodoxen Kirche, der auch als der „grüne Patriarch“ gilt, fänden sich lange Zitate in der Enzyklika.

Schweizer Bischofskonferenz - Bischof Felix Gmür: Politik vor Wirtschaft
Bischof Felix Gmür, Verantwortlicher für den Bereich „Kirche und Gesellschaft“ der Schweizer Bischofskonferenz, teilt die Sicht des Papstes, wonach die Wirklichkeit von einer ökologischen Krise geprägt sei. Kennzeichen seien unter anderem Klimawandel, Klimaerwärmung, Raubbau an den Lebensressourcen, Abholzung der Urwälder, Überfischung, Verschmutzung der Meere, Seen und Flüsse, Abschmelzen der Gletscher. Das alles zusammen gefährde die Zukunft des Lebens auf unserem Planeten. „Doch schon jetzt hat die ökologische Krise Auswirkungen. Die Leidtragenden sind in besonderer Weise die Armen, vor allem in den Ländern des Südens. Damit verbindet der Papst die ökologische Frage mit der sozialen Frage.“ Der Papst fordere den Primat der Politik vor der Wirtschaft, so Bischof Gmür. Dazu brauche es internationale Standards und Regeln, die gepaart seien mit wirksamen Kontrollmechanismen.

Schweizerischen Nationalkommission Justitia et Pax
Laut der Schweizerischen Nationalkommission Justitia et Pax bringt Papst im Lehrschreiben seine begründete Sorge über den Zustand der Welt zum Ausdruck. Er stelle Umweltfragen in einen grösseren Kontext: „Er fordert nichts weniger als eine ganzheitliche Ökologie, die die Umwelt, die Wirtschaft, die Politik, die Kultur und die gesamte Menschheit umfasst. Eine neue Kultur der Achtsamkeit allem und jedem, insbesondere den Armen gegenüber und ein neuer Lebensstil sind gefordert.“

Ökologische und soziale Probleme untrennbar miteinander verbunden
In der Enzyklika betont der Papst die „unermessliche Verantwortlichkeit“ des Menschen für die Schöpfung. Die derzeit stattfindende Zerstörung des Planeten stehe im Zusammenhang mit der Ungerechtigkeit gegenüber den Armen. Ökologische und soziale Probleme könnten nicht voneinander getrennt werden. Franziskus stimme mit Bartholomäos überein, dass Umweltverschmutzung Sünde sei. Die Handlungsempfehlungen im Lehrschreiben reichen von Hinweisen für Umweltverträglichkeitsprüfungen bis hin zur Forderung nach Verzicht auf die Verbrennung umweltschädlicher fossiler Kraftstoffe bei der Energieversorgung. Der Text der Enzyklika kann im Internet als PDF-Datei heruntergeladen werden unter: www.dbk.de

Kirchen und Kirchenbünde zu „Laudato si“: ÖRK und Lutherischer Weltbund
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) begrüsste die Papst-Enzyklika und hob hervor, was die Kirchen und ökumenischen Organisationen seit Jahrzehnten für die Bewahrung der Erde und für Klimagerechtigkeit tun würden. „Dies ist die Zeit, in der wir uns auf unsere gemeinsame Verantwortung besinnen müssen, die wir als Menschen und Kirchen haben, um die nötigen Veränderungen herbeizuführen“, betonte ÖKR-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit. Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes Pfarrer Martin Junge meinte: „Wir müssen die Enzyklika aufmerksam lesen, um die Gemeinsamkeiten hinsichtlich unserer derzeitigen Arbeit zu Fragen des Klimawandels herauszuarbeiten.“

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) sieht sich durch die Enzyklika in ihrem Bemühen bestärkt, konkrete Schritte zur Bewahrung der Schöpfung umzusetzen. Der ACK-Vorsitzende Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) wies dabei auch auf den „Ökumenischen Tag der Schöpfung“ hin, den die ACK-Kirchen am ersten Freitag im September jeden Jahres begehen, und bei dem sich „das Lob des Schöpfers mit konkreten Schritten zur Bewahrung der Schöpfung verbindet“.

Evangelische Kirche in Deutschland
Grosse Zustimmung zu den Kernaussagen der Umwelt-Enzyklika „Lautato si“, zu diesem Fazit kommt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Heinrich Bedford-Strohm: „Jenseits der unterschiedlichen theologischen Traditionen verbindet uns die gemeinsame Leidenschaft für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und für eine gerechte Ordnung der weltweiten Wirtschaftsbeziehungen.“

Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten
Die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten habe bereits 1993 in einer Erklärung zum Thema Umwelt ihre Sorge um die Schöpfung zum Ausdruck gebracht, erläuterte Holger Teubert, stellvertretender Mediensprecher der Freikirche in Deutschland. Wie in der Enzyklika sei auch damals betont worden: „Weil die Zusammenhänge zwischen Armut und Umweltzerstörung unübersehbar sind, liegt Adventisten sehr daran, die Lebensqualität aller Menschen zu verbessern mit dem Ziel, die natürlichen Ressourcen zu erhalten, ohne die Bedürfnisse der Menschheit zu übersehen. Echter Fortschritt bei der Bewahrung unserer Umwelt lässt sich nur um den Preis persönlicher und gemeinsamer Anstrengungen erreichen.“ 1996 hiess es ergänzend in einer weiteren Erklärung der Generalkonferenz zum Thema Verantwortung für die Umwelt: „Siebenten-Tags-Adventisten befürworten einen einfachen, gesunden Lebensstil, bei dem die Menschen nicht in den Kreislauf von uneingeschränktem Konsum, Erwerb von Gütern und Produktion von Abfall geraten. Nötig ist ein Umdenken in Sachen Lebensstil auf der Grundlage der Achtung vor der Natur, der Zurückhaltung bei der Ausbeutung der Rohstoffquellen der Welt, der Neudefinition der menschlichen Bedürfnisse und der Wiederherstellung der Würde des geschaffenen Lebens.“

„Der Papst ist ein Grüner“
Dankbar zeigte sich die stellvertretende Vorsitzende der CDU Deutschlands und Vorsitzende der Kommission „Nachhaltigkeit leben – Lebensqualität bewahren“, Julia Klöckner, über die Denkanstösse und Orientierung der Umweltenzyklika: „Der Papst macht schonungslos und richtigerweise deutlich, dass dies auch mit unserem Lebensstil zu tun hat. Wir alle tragen Verantwortung. Wir müssen unseren Konsum und die Art unseres Wirtschaftens überdenken und zukunftsfest machen.“ Das Bündnis 90/Die Grünen versucht anhand von fünf Zitaten aus der Enzyklika zu belegen, „dass der Papst ein Grüner ist“. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bezeichnete das Lehrschreiben von Papst Franziskus als „Weckruf zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas.“

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Auswahl der Delegierten für die Weltsynode 2015 der Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 22.06.2015 | APD | Weltsynode 2015

Die 60. Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in der 152-jährigen Geschichte der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wird vom 2. bis 11. Juli im Alamodome in San Antonio, Texas/USA abgehalten. An der alle fünf Jahre stattfindenden Weltsynode werden laut Adventist News Network ANN 2.566 Delegierte aus rund 170 Ländern teilnehmen. An den zwei Wochenenden werden bis zu 60.000 Besucher erwartet.

Die Siebenten-Tags-Adventisten haben eine demokratisch-repräsentative Form der Kirchenverwaltung. Danach beruht die Autorität der Freikirche auf ihren Mitgliedern, die wiederum repräsentativen Gremien und Verantwortungsträgern die Verwaltung und Leitung der Kirche übertragen. Bei dieser Form der Kirchenverwaltung gilt die Ordination sämtlicher Geistlicher als gleichwertig. Die Adventisten sind eine weltweite Freikirche, wobei die Ortsgemeinden eines bestimmten geographischen Gebietes in einer "Vereinigung" zusammengefasst sind. Die Vereinigungen unterstehen "Verbänden", in anderen Ländern auch "Unionen" genannt. Auf kontinentaler Ebene sind die „Verbände/Unionen“ in "Divisionen" zusammengefasst, derzeit dreizehn, die als geographische Abteilungen zur Generalkonferenz gehören.

Auswahl der Delegierten
Die 2.566 Abgeordneten setzen sich aus regulären und offiziellen Delegierten zusammen. Unionen oder Verbände wählen die regulären Delegierten aus ihrem Gebiet, die ihnen laut der Geschäftsordnung, aufgrund der Mitgliederzahl, zustehen. Diese bilden einen Teil der Delegierten einer der dreizehn Divisionen. Mindestens 50 Prozent der regulären Delegierten jeder Division müssen nicht angestellte Gemeindeglieder, Frauen oder Männer im Pastorendienst oder andere engagierte Kirchenmitarbeitende sein. Davon müssen wieder über 50 Prozent nicht angestellte Kirchenmitglieder sein. Sowohl reguläre als auch offizielle Delegierte haben Rede- und Stimmrecht. Wer der Sitzungssprache Englisch nicht mächtig ist, wird am Saalmikrophon übersetzt.

Neben den weltweit 1.559 regulären Delegierten nehmen auch 1.007 offizielle Delegierte an der Geschäftssitzung teil, was ein Total von 2.566 Delegierten an der 60. Weltsynode ergibt. Die offiziellen Delegierten setzen sich zusammen aus Abgeordneten kirchlicher Verwaltungseinheiten, der Generalkonferenz und der Divisionen sowie deren Institutionen.

Die Delegierten der Weltsynode wählen die Leitungspersonen der Weltkirche, der dreizehn überregionalen Kirchenleitungen (Divisionen) und stimmen über Änderungsanträge bei der Formulierung einiger der 28 Glaubenspunkte sowie der Gemeindeordnung ab.

Alter und Geschlechterzusammensetzung der Delegierten
Altersaufteilung der 2.566 Delegierten:
• Unter 30: 6 Prozent
• 30-39: 10 Prozent
• 40-49: 26 Prozent
• 50-59: 35 Prozent
• 60-69: 19 Prozent
• Über 70: 3 Prozent

Obwohl die Mehrheit der Kirchenmitglieder aus Frauen besteht, sind sie bei den Delegierten an der Weltsynode nur mit 17 Prozent gegenüber 83 Prozent Männer vertreten. Dies habe damit zu tun, so ANN, dass der Grossteil der Positionen aus denen die Delegierten gewählt würden, von Männern besetzt seien.

Die erste Generalkonferenz-Vollversammlung der Kirche hat am 20. Mai 1863 in Battle Creek, Michigan/USA mit 20 Delegierten stattgefunden. Zur Zeit gliedert sich die weltweite Kirche mit ihren über 18,5 Millionen Mitgliedern aus 215 Ländern und Territorien in eine Generalkonferenz, 13 Divisionen, 124 Unionen/Verbände, 601 Vereinigungen und 74.299 Ortsgemeinden, die von 16.726 ordinierten Pastoren betreut werden.

Die 60. Weltsynode der Adventisten steht unter dem Motto: “Arise! Shine! Jesus Is Coming!” (Steh auf! Freue dich! Jesus kommt!)

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Elektronische Stimmabgabe und Agenda an Weltsynode der Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 22.06.2015 | APD | Weltsynode 2015

Die 60. Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten wird vom 2. bis 11. Juli im Alamodome Stadion in San Antonio, Texas/USA stattfinden. Laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift Adventist Review AR werden die fast 2.700 Delegierten aus der ganzen Welt elektronisch abstimmen können, über eine mobile App verfügen und damit Zugang zu einer elektronischen Tagesordnung haben. Die Tagesordnung sei auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Mit der elektronischen Stimmabgabe würden die Endergebnisse mittels einem Balkendiagramm an einem Bildschirm auf dem Podium angezeigt und stünden umgehend zur Verfügung, sagte Myron Iseminger, stellvertretender Leiter des Sekretariats der adventistischen Weltkirchenleitung. Dies ermögliche eine grössere Genauigkeit und biete mehr Anonymität gegenüber den Stimmkarten von früher. Gleichzeitig lindere dies möglicherweise bei einigen Delegierten den Druck, die meinten, auf eine bestimmte Weise abzustimmen zu müssen, so Iseminger.

Bis anhin hätten nur jeweils die Delegierten der Weltsynode die Tagesordnung erhalten, sagte Myron Iseminger. Es sei kein Aufwand, diese auf der Website der Weltsynode (http://2015.gcsession.org/) zu publizieren, was für den 20. Mai vorgesehen sei. Damit könne die Öffentlichkeit die Abläufe der Geschäftssitzungen besser nachvollziehen.

Demnach gehe es um die Wahl der Weltkirchenleitung, Abstimmungen über Anpassungen in den adventistischen Glaubensüberzeugungen (Fundamental Beliefs) sowie in der Gemeindeordnung (Church Manual) und über Änderungen in der Verfassung sowie der Geschäftsordnung.

Die Sitzungen der zehntägigen Weltsynode beginnen mit Ausnahme des Samstags (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, um acht Uhr mit einer Andacht. Daran schliessen sich je zwei Geschäftssitzungen am Morgen und Nachmittag an. Das Abendprogramm wird eingeleitet mit einem kurzen Musikkonzert worauf Berichte aus den dreizehn Weltregionen der Kirche folgen.

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Papst bittet Waldenserkirche um Vergebung für Verfolgungen

Turin/Italien | 22.06.2015 | APD | Ökumene

Papst Franziskus hat bei seinem ersten Besuch am 22. Juni im „Tempio“, der evangelischen Kirche der Waldenser in Turin/Italien, um Vergebung für Verfolgungen gebeten, welche die römisch-katholische Kirche im Mittelalter gegenüber Mitgliedern der Waldenserkirche begangen hatte. Im Rahmen der Inquisition wurden die Waldenser aus der römisch-katholischen Kirche ausgeschlossen, als Häretiker bezeichnet und verfolgt.

Laut Notizie Evangeliche NEV, Nachrichtenagentur des Bundes der evangelischen Kirchen in Italien, ist Papst Franziskus der Einladung der Waldenserkirche gefolgt, seit 1979 eine Union der Waldenser- und methodistischen Kirchen in Italien. Im Verlauf der historischen Begegnung mit der „ältesten christlichen Minderheit im Land“, in der Waldenser-Kirche in Turin, hat der Papst die Bitte um Vergebung ausgesprochen: „Im Namen der katholischen Kirche bitte ich um Vergebung für unchristliche Haltungen und Verhaltensweisen, die wir im Lauf der Geschichte gegen sie angewandt haben, die unmenschlich waren. Im Namen des Herrn Jesus Christus, vergebt uns!"

Der Papst habe mit dem Überschreiten der Schwelle der Waldenserkirche eine hohe, seit 800 Jahren bestehende Mauer, niedergerissen, so NEV.

„Seine Bitte um Vergebung hat uns tief berührt und wir haben sie mit Freude aufgenommen“, sagte Pastor Eugene Bernardini, Moderator der „Tavola Valdese“, ausführendes Organ der Synode, gegenüber NEV. „Man kann natürlich die Vergangenheit nicht ändern, aber es gibt Worte, die zu einem bestimmten Moment ausgesprochen werden müssen. Der Papst hatte den Mut sowie das Einfühlungsvermögen und hat die richtigen Worte getroffen", sagte Bernardini.

Waldenserkirche
Die protestantische Glaubensgemeinschaft, deren geografisches Zentrum in den Cottischen Alpen, den sogenannten Waldenser Tälern, westlich von Turin liegt, geht zurück auf eine Gründung des Lyoner Kaufmanns Petrus Valdes (1140-1206). Im Mittelalter wurden die Waldenser von der römisch-katholischen Kirche als Häretiker verfolgt.

Nach Angaben des wissenschaftlichen Mitarbeiters der Deutschen Waldenservereinigung leben in Italien rund 20.000 sowie in Argentinien und Uruguay 7.000 Mitglieder. In Italien bilden die Waldenser seit 1979 mit den Methodisten eine gemeinsame Kirche, die Chiesa Evangelica Valdese.

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EU-Kommission im Dialog mit Religionsvertretern: Respekt vor Vielfalt

Brüssel/Belgien | 22.06.2015 | APD | Religion + Staat

Die Europäische Kommission hat am 16. Juni an ihrem Sitz im Berlaymont-Gebäude in Brüssel, fünfzehn führende Vertreterinnen und Vertreter christlicher, jüdischer, muslimischer, hinduistischer, buddhistischer Glaubensgemeinschaften sowie der Mormonen zum jährlich stattfindenden Dialogtreffen empfangen. Begrüsst wurden die Partner zum 11. Treffen vom Ersten Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, der auch Antonio Tajani, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, dazu eingeladen hatte. Das diesjährige Treffen stand unter dem Motto „Zusammenleben und mit Meinungsverschiedenheiten positiv umgehen“, heisst es in einer Medienmitteilung der Europäischen Kommission.

Nach den Anschlägen zu Jahresbeginn in Paris und Kopenhagen habe die EU-Kommission den Dialog mit europäischen Religionsführern über die enormen Herausforderungen führen wollen, denen die europäischen Gesellschaften gegenüberstehen würden, schreibt ComECE, die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft.

„Dieser Dialog war noch nie so wichtig wie heute. Unsere Gesellschaften stehen vor grundlegenden Herausforderungen und Kirchen sowie Religionsgemeinschaften zählen zu jenen Akteuren, die bei der Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Überbrückung von Unterschieden eine wichtige Rolle spielen können“, sagte Frans Timmermans.

„Wir können Radikalismus und Fundamentalismus nur mit vereinten Kräften besiegen. Der Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften ist für die Wahrung der Werte unserer Gesellschaften von zentraler Bedeutung“, sagte Antonio Tajani, Vizepräsident des Europäischen Parlaments. Er forderte auch den Einbezug der Jugend in diesen Dialog.

Der Präsident der ComECE, Reinhard Kardinal Marx, erklärte, dass es beim gesellschaftlichen Zusammenhalt vor allem auch um Fragen der sozialen Gerechtigkeit gehe: „Hinter gesellschaftlicher Ab- und Ausgrenzung steckt die Angst vieler Menschen, von der modernen Welt bedroht zu werden.“ Die Moderne sei komplex und herausfordernd. „Die religiöse Botschaft kann aber eine Hilfe bieten, Verantwortlichkeit im Umgang mit der Freiheit zu lernen und Respekt vor der Vielfalt zu gewinnen.“ Es sei nicht ausgemacht, dass das westliche Freiheitsmodell dauerhaft erfolgreich ist: „Europa befindet sich in einer prekären Situation, da es aussenpolitisch von Unsicherheit umgeben und nach innen von Spannungen geprägt ist.“

Die Ergebnisse dieses Treffens werden laut der EU-Kommission in das erste jährliche Kolloquium über Grundrechte in der EU einfliessen, das am 1. und 2. Oktober 2015 stattfindet. Es wird dem zentralen Thema „Toleranz und Respekt: Antisemitismus und Muslimenhass in Europa verhindern“ gewidmet sein.

Hintergrund
Die Europäische Kommission lädt seit 2005 regelmässig Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen und religiösen Vereinigungen sowie weltanschaulichen Gemeinschaften zu hochrangigen Treffen und Arbeitssitzungen ein. Seit 2009 ist dieser Dialog im Vertrag von Lissabon verankert und findet unter Art. 17 AEUV statt, demzufolge die EU einen „offenen, transparenten und regelmässigen Dialog“ mit dem Kirchen und religiösen Gemeinschaften führt.

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Weissrussland führt Zivildienst für Wehrdienstverweigerer ein

Oslo/Norwegen | 22.06.2015 | APD | Menschenrechte

Weissrussland hat am 11. Juni publiziert, dass ein Gesetz zur Einführung des Zivildienstes erlassen wurde, der doppelt so lange wie der Militärdienst dauern soll, berichtete „FORUM 18“, eine norwegisch-dänische christliche Menschenrechtsorganisation. Demnach würden vom neuen Gesetz jährlich 40 bis 50 junge Männer profitieren. Es soll am 1. Juli 2016 in Kraft treten.

Laut Forum 18 werden Wehrdienstverweigerer aus nicht-religiösen oder pazifistischen Überzeugungen nicht zum Zivildienst zugelassen. Das neue Gesetz ermögliche nur einem Teil der jungen Männer, die aus religiösen Gründen den obligatorischen Militärdienst verweigerten, einen zivilen Ersatzdienst zu leisten. Das Gesetz sage nämlich nichts darüber aus, wie mit Dienstpflichtigen verfahren werden soll, die Glaubensgemeinschaften angehörten, wie zum Beispiel der orthodoxen Kirche, die nicht traditionellerweise den Pazifismus vertrete.

Jehovas Zeugen, die sich weigern Militärdienst zu leisten, sowie Menschenrechtsaktivisten hätten die Verabschiedung des Gesetzes begrüsst. Menschenrechtsverteidiger betonten, dass sie auch weiterhin daran arbeiten würden, um das Gesetz in Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards zu bringen.

Asiyeuski, ein Mitglied der Kampagne „For Alternative Civilian Service“, schrieb am Publikationsdatum des Gesetzes in seinen Blog: „So viele Jahre Einsatz haben zu diesem Gesetz geführt. Ein schlechtes Gesetz. Aber es ist nun vorhanden und das ist gut."

Ausführlicher Bericht in Englisch:
BELARUS: Alternative Service Law - "A bad law. But it exists, and that's good."
http://www.forum18.org/archive.php?article_id=2074

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Peruanische Regierung zeichnet Experten für Religionsfreiheit aus

Silver Spring, Maryland/USA | 22.06.2015 | APD | Religionsfreiheit

Die Regierung von Peru hat am 28. Mai in der Hauptstadt Lima, John Graz, Direktor für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung, für seinen internationalen Einsatz für die Glaubens- und Gewissensfreiheit während einer Parlamentssitzung mit der Medaille des Kongresses geehrt.

„Religionsfreiheit meint nicht die Verteidigung der eigenen Religion gegen die Anderer, sondern des individuellen Rechts, anders sein und seinem Gewissen entsprechend glauben zu dürfen“, so Graz in seiner Rede vor den Parlamentariern. Er widme diese Medaille allen, die sich während Jahren mit grossem Einsatz für die Religionsfreiheit in Peru eingesetzt hätten, sagte Graz, der 2015 pensioniert wird.

Als Leiter der International Religious Liberty Association IRLA, einer Nichtregierungsorganisation, die von den Siebenten-Tags-Adventisten getragen wird, hatte Graz mehr als 15 Jahre mit Peru gute Kontakte gepflegt, teilte die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review AR mit

2009 wurde das erste IRLA-Festival für Religionsfreiheit mit mehr als 40.000 Teilnehmern im Nationalstadion von Lima durchgeführt. Es sei darum gegangen, der Regierung für den Schutz der Religionsfreiheit im Land zu danken, so Graz. Danach seien laut AR auf sechs Kontinenten rund 30 weitere Festivals durchgeführt worden.

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Deutschland: CDU gründet Arbeitsgruppe Christenverfolgung

Berlin/Deutschland | 22.06.2015 | APD | Religionsfreiheit

Die Arbeitsgruppe Christenverfolgung des Bundesfachausschuss Aussen-, Sicherheits-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik der CDU Deutschlands hat sich unter der Leitung der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Ute Granold konstituiert. Dem rund 25-köpfigen Gremium gehören Vertreter des CDU-Bundesverbandes, der Landesverbände und Experten an. Die Arbeitsgruppe hat die Aufgabe, auf die Lage von bedrängten und verfolgten Christen in der ganzen Welt mit Informationsarbeit in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Ute Granold hatte 2010 den Stephanuskreis für Religionsfreiheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gegründet, der sich insbesondere mit der Lage verfolgter Christen befasst. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag übernimmt sie laut einer Pressemitteilung der CDU auf Bitten von CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber diese Aufgabe nun für die Partei. Zum stellvertretenden Vorsitzenden der Arbeitsgruppe wurde der Bundestagsabgeordnete Volkmar Klein gewählt.

Die Arbeitsgruppe habe ein umfangreiches Arbeitsprogramm verabredet. Zunächst werde sie sich mit der Situation der Christen im Irak und in Syrien beschäftigen. Anlässlich der konstituierenden Sitzung erklärte Ute Granold: „Für die CDU steht die Würde eines jeden einzelnen Menschen im Mittelpunkt. Die Religionsfreiheit ist ein zentrales Menschenrecht, für das wir in der ganzen Welt eintreten. Christen sind die weltweit grösste verfolgte Religion. Darauf müssen wir unser besonderes Augenmerk richten.“

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Weltbibelhilfe feiert 50-Jahr Jubiläum

Stuttgart/Deutschland | 22.06.2015 | APD | Bibel

Unter dem Motto „bewegend anders“ feiert die Weltbibelhilfe in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Nach Angaben der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) hat die Weltbibelhilfe seit ihrer Gründung 1965 die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Bibel auf allen Kontinenten mit mehr als 100 Millionen Euro unterstützt. Doch die Unterstützung durch die Spenderinnen und Spender in Deutschland bleibe angesichts aktueller Aufgaben weiter gefragt.

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, wies in seinem Grusswort zum Jubiläum auf die gesellschaftliche Relevanz der Arbeit der Weltbibelhilfe hin: „Wer die Bibel bekommt, will lesen lernen, um sie zu verstehen. Und wer lesen kann, der kann sich Wissen und Kenntnisse aneignen. Der Zugang zu Wissen ermöglicht Menschen eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, macht sie zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern und bietet ihnen eine Chance, sich aus Benachteiligung und Bevormundung zu befreien.“

Eine zentrale Veranstaltung im Jubiläumsjahr war die Beteiligung am „Tag der weltweiten Kirche“ am Pfingstmontag, 25. Mai, in und um die Stuttgarter Stiftskirche. „Vor 50 Jahren wurde die Weltbibelhilfe ins Leben gerufen, um die Welt mit Bibeln zu versorgen“, teilte Dr. Christoph Rösel, Generalsekretär der DBG, im Rahmen der Veranstaltung mit. „Diese Herausforderung besteht heute noch genauso.“

„Wir dürfen nicht von der Situation in Deutschland ausgehen, wenn es um das Thema Bibel geht“, sagte der Leiter der Weltbibelhilfe, Horst Scheurenbrand. Für viele ärmere Menschen in anderen Teilen der Welt könne der Wunsch nach einer eigenen Bibel nur mit Unterstützung erfüllt werden. Ausserdem gebe es immer noch 1,3 Milliarden Männer, Frauen und Kinder, welche die vollständige Bibel in ihrer Muttersprache nicht lesen könnten, weil bisher eine entsprechende Übersetzung fehle.

Die Weltbibelhilfe ist das Spendenwerk der DBG. Partner der Weltbibelhilfe sind die im Weltverband der Bibelgesellschaften (UBS) zusammengeschlossenen Mitglieder, darunter auch die Schweizer Bibelgesellschaft. Der Weltverband zählt 146 Bibelgesellschaften und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. In diesem Jahr wollen die Bibelgesellschaften rund eine Million Männer und Frauen mit biblischen Leselernmaterialien erreichen. Weitere Informationen gibt es unter www.weltbibelhilfe.de

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Pastoren zeichnen Bibel auf Salomonen-Pidgin für Godpods auf

Honiara/Salomonen Inseln | 22.06.2015 | APD | Bibel

Während drei Wochen haben 17 Pastoren in ihrer Freizeit in den Büros der Adventistischen Kirchenleitung in Honiara, Hauptstadt der Salomonen, die ganze Bibel in Pidgin gelesen und aufgezeichnet. Es handelt sich laut der australischen Kirchenzeitschrift Adventist Record um ein Projekt des adventistischen Radio- und Fernsehsenders „It Is Written Oceania“ (IIWO). Die Bibelübersetzung soll auf sogenannte „Godpods“, solargespeiste MP3-Palyer, aufgespielt werden. Es sei geplant, diese im September zu verteilen. Damit sollen die laut UNESCO 40 Prozent Analphabeten auf den Salomonen, die ganze Bibel in Pidgin, einer auf dem Englischen basierenden Kreolsprache, die auch Verkehrssprache ist, auf den Abspielgeräten hören können.

„Dies wird jenen Zugang zu Gottes Wort geben, die zuvor noch nie die Gelegenheit dazu hatten“, sagte Gary Kent Leiter und Sprecher von „It Is Written Oceania“.

Nicht das „Lamm“, sondern das „Schwein“ Gottes
Nebst den technischen Herausforderungen bei der Aufzeichnung, habe es mehr als 140 theologische Probleme mit der herkömmlichen Bibelübersetzung gegeben. Auf den Salomonen gebe es weder Lämmer noch Schafe, wohl aber Schweine. Frühere Bibelübersetzer hätten, um kulturrelevant zu sein, die Bezeichnungen für „Lamm“ oder „Schaf“ mit „Schwein“ wiedergegeben.

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Nepal: Glückskette und ADRA Schweiz helfen in entlegenen Dörfern

Zürich/Schweiz | 22.06.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

8.100 Personen in abgeschiedenen Dörfern zwischen den Epizentren der beiden Erdbeben im Distrikt Sindhupalchowk, nordöstlich der Hauptstadt Kathmandu, sollen bis Ende Juli Nahrungsmittel- und Haushaltpakete von der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Nepal erhalten. Finanziert wird das Projekt in Nepal von der Glückskette und ADRA Schweiz, teilte das Hilfswerk mit.

Laut Angaben der nepalesischen Regierung seien rund acht Millionen Menschen, ungefähr ein Drittel der Bevölkerung, von den beiden Erdbeben am 25. April und 12. Mai 2015 mit einer Stärke über 7 auf der Richterskala betroffen worden. Die Schäden an der Infrastruktur seien enorm, schreibt das Hilfswerk: Teilweise oder komplett zerstörte Häuser, Wasserleitungen, Strassen und Reisfelder. Der Reis müsse um Mitte Juni, zu Beginn des Monsuns, gepflanzt sein, gleichzeitig müssten die Leute aber auch ihre Unterkünfte bauen, um vor dem Regen geschützt zu sein, so ADRA.

Projekt von Glückskette und ADRA Schweiz
Jede Familie erhalte eine Zeltplane, eine Decke, ein Laken, einen Kanister, ein Seil sowie Reis, Linsen, Öl, Salz und Zucker. Die Nahrungsmittel seien für eine Familie mit sechs Personen für einen Monat berechnet und kämen 8.100 Personen zu gut. Da der Zugang zu dieser Region erschwert sei, würden Lastwagen, Maultiere und Träger für den Transport eingesetzt.

Von der Hilfe, im Umfang von 189.000 Franken profitierten primär Familien, welche direkt vom Erdbeben betroffen seien sowie schwangere Frauen, ältere Personen oder Behinderte. Die lokalen Behörden seien bei der Auswahl der Begünstigten behilflich.

ADRA Schweiz zeigte sich überwältigt von der Solidarität der privaten Spender, die dem Hilfswerk rund 200.000 Franken für die Hilfe in Nepal gespendet haben.

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Jahresbericht ADRA Schweiz - 2,1 Mio. Franken für Projekte im 2014

Zürich/Schweiz | 22.06.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich hat im Jahr 2014 für 46 Projekte direkte Aufwendungen im Rahmen von 2,17 Millionen Franken (2,09 Millionen Euro) geleistet. Wie aus dem Jahresbericht 2014 weiter hervorgeht, trugen private Spenden sowie Legate 54 Prozent zu den Einnahmen bei und institutionelle Geldgeber wie die die Glückskette 32 Prozent, andere ADRA-Landesbüros drei Prozent und die Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz sieben Prozent.

Solidarität und Menschlichkeit
„Wer sich alleingelassen fühlt und spürt, dass sein Schicksal niemanden interessiert, verliert jegliche Mobilisierung und Motivation“, schreibt Günther Maurer, Präsident von ADRA Schweiz im Vorwort des Jahresberichts 2014. „Solidarität und Menschlichkeit sollen keine Mangelware sein“, so Maurer, denn „wer gibt, empfängt“. ADRA wolle weiterhin seinem Motto gemäss die Welt verändern, ein Leben nach dem andern.

In eigener Sache
Laut dem Jahresbericht ist Markus Alt seit dem 1. September 2014 neuer Geschäftsleiter von ADRA Schweiz. Er löste Alexandre Gasser ab, der 16 Jahre beim Hilfswerk gearbeitet hat, davon zehn als Geschäftsleiter. Der Vorstand hat die Strategie des Hilfswerks für die nächsten fünf Jahre festgelegt sowie ein Finanzreglement eingeführt. Mitarbeitende der Schweizer Hilfsorganisation wurden als Mitglieder des Katastrophen-Nothilfe-Teams, des länderübergreifenden ADRA Netzwerks, ausgebildet. Zudem hat das Hilfswerk 2014 das erst Mal an der Spendenaktion von SRF und Glückskette „Jeder Rappen zählt“ (JRZ) teilgenommen.

Wirkungsstudie
Eine Wirkungsstudie zum Projekt „Keep Girls safe“, das in Thailand vor allem Mädchen vor Menschenhändlern schützen will, sollte klären, ob die angestrebten Ziele erreicht worden sind. Die Studie wurde im Einklang mit den Kriterien des Ausschusses für Entwicklungshilfe der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) im Sinne von Relevanz, Effektivität, Effizienz, Nachhaltigkeit, Wirkung, Gerechtigkeit und Teilnahme vom Institut für Entwicklungszusammenarbeit der Theologischen Hochschule Friedensau/Deutschland durchgeführt. Sie zeigte auf, dass zentrale Anliegen des Projekts erreicht wurden: Die Häuser für aufgenommene Mädchen bieten Schutz vor Ausnützung und die Stipendien ermöglichen eine schulische Ausbildung. Hingegen sei die Übergabe des Projekts an lokale Organisationen gescheitert. ADRA Schweiz will sich laut Bericht gemeinsam mit ADRA Thailand im Nachfolgeprojekt investieren und die gewonnenen Erkenntnisse aus der Wirkungsstudie in die Projektgestaltung einfliessen lassen.

Katastrophen- und Entwicklungshilfe
Schwerpunkte des Einsatzes im Berichtsjahr 2014 bildeten sechs Projekte in Haiti vorwiegend im Bereich der Katastrophenhilfe und Existenzsicherung sowie vierzehn Projekte in Afrika in den Bereichen Nothilfe, Existenzsicherung, Soziales und Bildung mit rund 50.000 Begünstigten. In Asien sind laut dem Bericht 17 Projekte realisiert worden oder noch aktiv, darunter Hilfe für syrische Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien, Projekte zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Mongolei, sowie Not- und Wiederaufbauhilfe auf den Philippinen (Taifun Haiyan) und zwei Bildungsprojekte in Thailand, um den Einstieg von Mädchen ins Sexgewerbe zu verhindern.
Der Jahresbericht 2014 kann im Internet heruntergeladen werden:
http://www.adra.ch/files/publications/de/infomaterial/ADRA-Jahresbericht/ADRA_Jahresbericht_14.pdf

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„Der Einblick“ – Neue Sendereihe im „Hope Channel Radio“

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 22.06.2015 | APD | Medien

Am 3. Juni beginnt „Hope Channel Radio“ um 12:45 Uhr mit der neuen Sendereihe „Der Einblick“. Die Beiträge werden wöchentlich, immer mittwochs 12:45 Uhr, donnerstags 17:00 Uhr und freitags 7:00 Uhr, ausgestrahlt.

Jede Folge dauert 15 Minuten. Friedhelm Klingeberg beschreibt und analysiert dabei, was hinter den Kulissen von Kirchen und Religionen geschieht. Er ist Pastor, Seelsorger und Studienbegleiter beim „Internationalen BibelStudien-Institut“ im Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt.

Der Radiosender „Hope Channel“ gehört wie der gleichnamige Fernsehsender zum Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ und kann als Livestream über den Satelliten „Astra“ auch in der Schweiz oder im Internet unter www.hope-channel.de empfangen werden.

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„Schwarz auf Weiss“ - Neue Sendereihe im „Hope Channel“ Radio und TV

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt/Deutschland | 22.06.2015 | APD | Medien

In der neuen Sendereihe „Schwarz auf Weiss – Gedankenspiele mit grossen Fragen“ von „Hope Channel“ Radio und Fernsehen entfaltet Werner Renz ab dem 11. Juni spielerisch dialogische Gedankenwege über die grossen Fragen des Lebens. Jeder Gedankenweg ist zugleich ein Schachzug der auf dem Schachbrett illustriert wird und mitverfolgt werden kann.

In den ersten Sendungen geht es um das Thema „Wer hat Recht? – Vom Umgang mit der anderen Meinung“. Erstmals hätten dabei Zuschauer und Zuhörer in einer anschliessenden Radio-Live-Sendung die Gelegenheit, mit Werner Renz das Thema weiter zu diskutieren. Dazu sei es möglich, über Telefon (+49 (0)6257-64 88599), E-Mail (info@hopechannel.de) und Facebook (HOPE Channel deutsch) Fragen zu stellen, auf die in der Radiosendung eingegangen werde.

Sendezeiten
• Donnerstag, 20:15 Uhr TV und 20:30 Uhr Radio live
• Donnerstag, 16:00 Uhr TV und 16:30 Uhr Radio live
• Freitag, 10:00 Uhr TV und 10:30 Uhr Radio live

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