APD-INFORMATIONEN 8/2015 - AUGUST 2015

Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will keine Tabakwerbung mehr

Lausanne/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Schweiz

Ein generelles Tabak-Werbeverbot wird heute von der Mehrheit der Bevölkerung in der Schweiz gutgeheissen. Sie wünscht sich damit eine strengere Regulierung als im Entwurf zum neuen Tabakproduktegesetz vorgesehen ist, heisst es in einer Medienmitteilung von Sucht Schweiz. Ein umfassendes Tabak-Werbeverbot sei wichtig, fordert die Präventionsstiftung, denn Teilverbote führten dazu, dass die Tabakkonzerne die Werbegelder in Bereiche verschieben würden, in denen Werbung, Sponsoring und Promotion weiterhin erlaubt seien.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat am 25. August eine repräsentative Studie publiziert bei der im Jahr 2014 rund 5.000 Personen bezüglich politischer Massnahmen zur Tabakprävention befragt wurden. Laut Sucht Schweiz freuen sich die Mitglieder der Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz, dass die zur Suchtprävention nötigen Massnahmen von der Mehrheit der Bevölkerung verstanden und unterstützt werden, und dies mit steigender Tendenz. Ein generelles Werbeverbot für Tabak wird demnach von 53 Prozent der Befragten unterstützt und von 45 Prozent abgelehnt. Seit der Umfrage 2012 ist die Zustimmung für ein generelles Werbeverbot von knapp 48 auf 53 Prozent im Jahr 2014 gestiegen.

Dies sei als klares Signal an die Politik zu werten, denn die Bevölkerung gehe bei der Einschränkung der Tabakwerbung weiter als der Bundesrat, so die Stiftung. Im Entwurf des neuen Tabakproduktegesetzes soll nur die Werbung auf Aussenplakaten, in Printmedien sowie im Kino verboten werden. Aktivitäten im Bereich Sponsoring und Verkaufsförderung, einschliesslich jener an den Verkaufsstellen, wären weiterhin weitgehend möglich.

Umfassendes Vermarktungsverbot reduziert Tabakkonsum
Diese Haltung der Mehrheit der Bevölkerung deckt sich laut der Präventionsstiftung mit den Forderungen, die Mitglieder der Allianz seit längerem stellen. Die Schweiz habe bereits im Jahr 2004 die WHO-Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs unterzeichnet, sei aber eines der letzten europäischen Länder, das diese noch nicht ratifiziert habe. Dieses Abkommen beinhaltet: keine Werbung, kein Sponsoring und auch sonst keine Promotionsmassnahmen für Tabakwaren. Studien hätten gezeigt, dass ein umfassendes Vermarktungsverbot das Rauchen reduzieren könne.

Tabakindustrie verlagert Promotionsaktivitäten in andere Kanäle
Dass sämtliche Lebensbereiche frei von Tabakwerbung würden, sei nötig, weil die Zigarettenhersteller ihre Promotionsaktivitäten bei Teilverboten in andere Kanäle verlagern würden, so Sucht Schweiz, und zwar meist dorthin, wo sie sehr junge Menschen erreichten: Mit Gratismustern und Wettbewerben, an Privatparties, auf Einladungen zu Veranstaltungen, mit individuellen Mails, in Social Media. Dies habe eine Untersuchung des Centre d’information pour la prévention du tabagisme CIPRET nachgewiesen.

Sucht Schweiz fordert, dass ein Produkt, das stark abhängig macht und allein in der Schweiz pro Jahr 9.000 Todesopfer fordert, nicht mit Werbung gefördert werden dürfe. Die Politik sei nun gefordert, den Willen der Bevölkerung ernst zu nehmen.

Mehrheit begrüsst Preiserhöhung für Zigaretten
58 Prozent der Bevölkerung würden laut Bundesamt für Gesundheit BAG eine Erhöhung des Preises pro Zigarettenpackung / Schachtel von heute 8.20 Franken auf 9.10 Franken bis in einem Jahr begrüssen.

Kennzahlen zum Tabakkonsum in der Schweiz
• Der Raucheranteil liegt heute nach den Ergebnissen von Suchtmonitoring Schweiz bei 25 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren.
• Die Hälfte der Erwachsenen, die gewohnheitsmässig rauchen, stirbt vorzeitig an tabakbedingten Krankheiten. Dies sind in der Schweiz jährlich mehr als 9.000 Personen.
• 57 Prozent der Rauchenden beginnen als Minderjährige mit täglichem Tabakkonsum.
• Im Jahr 2000 entstanden durch das Rauchen materielle Kosten von schätzungsweise 5,5 Milliarden Franken.
• Rauchen verschlechtert den allgemeinen Gesundheitszustand. Rauchende fehlen häufiger und länger am Arbeitsplatz und beanspruchen öfter medizinische Dienste.

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Erstes Einkaufszentrum mit bewilligungsfreier Sonntagsarbeit

Bern/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Schweiz

Auf den schweizerischen Nationalfeiertag, am 1. August 2015, ist laut einer Medienmitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO eine neue Departements-Verordnung zum Arbeitsgesetz in Kraft getreten. Diese bezeichnet die Einkaufszentren, nicht einzelne Betriebe, die den Bedürfnissen des internationalen Fremdenverkehrs dienen und damit am Sonntag ihre Angestellten bewilligungsfrei beschäftigen können. Foxtown Factory Stores in Mendrisio/Tessin, ist das erste Einkaufszentrum, das in die Verordnung aufgenommen worden ist. Anträge von Kantonen um Aufnahme weiterer Einkaufszentren in diese Verordnung würden laufend vom Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) geprüft, so das SECO.

Folgende Kriterien müssten kumulativ erfüllt sein, damit ein Einkaufszentrum als den Bedürfnissen des internationalen Fremdenverkehrs dienend, bezeichnet werden könne:
• Das Warenangebot muss auf den internationalen Fremdenverkehr ausgerichtet sein und überwiegend Luxusartikel anbieten.
• Der Umsatz muss zu einem wesentlichen Teil mit internationaler Kundschaft erwirtschaftet werden.
• Das Einkaufszentrum muss in einem Fremdenverkehrsgebiet liegen oder höchstens 15 Kilometer von der Landesgrenze liegen sowie in unmittelbarer Nähe eines Autobahnanschlusses oder Bahnhofs.
• Die betroffenen Arbeitnehmenden müssen für die Sonntagsarbeit mit Kompensationen entschädigt werden, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.

Einkaufszentren, die in der Verordnung aufgeführt sind, können laut Staatssekretariat während des ganzen Jahres am Sonntag ohne Bewilligung Arbeitnehmende beschäftigen. Den Angestellten seien mindestens 26 freie Sonntage pro Kalenderjahr zu gewähren, diese könnten aber unregelmässig auf das Jahr verteilt werden. Innerhalb eines Kalenderquartals sei mindestens ein freier Sonntag zu gewähren.

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Zeitspende statt Geldspende - 37 Freiwillige renovieren Bergbauernhaus

Röthenbach/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Schweiz

Das Hilfswerk ADRA Schweiz (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe) hat vom 10. bis 21. August 2015 mit gesamthaft 37 Freiwilligen aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz in Röthenbach, Emmental/BE, einer Bergbauernfamilie bei der Haussanierung geholfen. Das über 200-jährige Bauernhaus liegt auf 980 m. ü. M. Die Sanierungsarbeiten sollen Mitte September fertiggestellt sein.

Fachleute leiten „Handlanger“ an
„Die Freiwilligen sind sehr motiviert,“ sagte Rudolf Wüthrich, Bauführer der Zimmerei Hirschi, Trub, welche die Sanierung leitet. „Es herrscht auf der Baustelle ein sehr gutes Arbeitsklima“. Mit Freiwilligen zu arbeiten, bedürfe einer guten Planung der Arbeiten sowie Flexibilität, so Wüthrich.

Die Freiwilligen, teilweise selbst Baufachleute, haben bei Aussenarbeiten und beim Innenausbau der Wohnung im Erd- und Obergeschoss geholfen, deren Raumhöhe erweitert wurde. Es wurde auch eine Einliegerwohnung erstellt, in welcher die Bauernfamilie in Zukunft Personen unterbringen will, die aus dem Tritt geraten sind und die auf dem Hof mitarbeiten wollen.

Unter Anleitung des Bauführers wurden in den zwei Freiwilligenwochen Wände isoliert, Fermacellplatten als Wandverkleidungen montiert und verputzt, Fliesen in Badezimmer und Küche gelegt, Sickerleitungen im Hang vor dem Haus verlegt, ein Baum gefällt und die entsprechenden Umgebungsarbeiten ausgeführt. Im Weiteren wurden verzierte Balkonverkleidungen aus Holz geschreinert, alte Holzwände geschliffen, Decken getäfert und Brennholz für die Heizung aufgeschichtet. Ein pensionierter Bauer hat an den landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Maschinen Service- und Instandstellungsarbeiten ausgeführt.

Berufsgruppen der Freiwilligen
Da für die meisten Arbeiten unter den Freiwilligen Fachleute zur Verfügung stünden, seien auch „Handlanger“ willkommen, die von den Spezialisten eingewiesen und meist in kleinen Gruppen begleitet würden, sagte Monika Stirnimann, zuständig für ADRA Projekte in der Schweiz. Die Hilfeleistenden im Alter von 25 bis 70 Jahren sind in ihrem Berufsleben Elektriker, Krankenschwester, Buchhalterin, Sportlehrerin, Schneiderin, Hausfrau, Ofenbauer und Dachdecker etc.

Unterkunft und Verpflegung
Nach Angaben von Monika Stirnimann wurden die Freiwilligen in einem Gruppenhaus in Hasli bei Signau untergebracht, in dem es Einzel- und Doppelzimmer sowie Massenlager habe. Zwei Freiwillige würden dort kochen. Am Mittag lieferten sie das warme Essen auf die Baustelle und am Abend werde in der Unterkunft getafelt.

Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB, ein politische Lobbyorganisation, schlage in Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle für Arbeitseinsätze im Berggebiet (KAB), dem Hilfswerk ADRA Schweiz jährlich zwei bis drei Projekte für eine Freiwilligenwoche bei einer Bergbauernfamilie vor, sagte Fabian Bucher, Leiter KAB. Dadurch soll die wirtschaftliche oder Wohnsituation der Bauernfamilie mittels baulicher Massnahmen während der Freiwilligenwoche massiv verbessert werden. ADRA entscheide sich aus der Auswahl jährlich für ein Projekt und habe dadurch auch Gewähr, dass vom Freiwilligeneinsatz Bergbauernfamilien profitierten, die den strengen SAB-Auswahlkriterien entsprächen. Meist ermögliche der Freiwilligeneinsatz den Familien bei Neu- oder Umbauten den Eigenleistungsanteil massiv zu erhöhen.

Missgunst
Er habe es auch schon erlebt, dass es in der Umgebung eines Freiwilligeneinsatzes „böses Blut“ gebe, so Bucher. Andere Bauern sähen, dass einem Landwirt mit einem Freiwilligeneinsatz geholfen werde, ihnen aber nicht. Er wolle klarstellen, so Bucher gegenüber APD, dass ein Bauer, dem geholfen werden soll, zuerst einen Antrag stellen müsse. Ohne Antrag laufe gar nichts. Darin gehe es unter anderem auch um Transparenz zu den finanziellen und betrieblichen Verhältnissen. Nur wenn die Angaben dem Raster der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete entsprächen, käme der Bauer in die Auswahl. Ob ihm geholfen werde, entscheide dann aber die Einsatzorganisation, wie im aktuellen Fall ADRA Schweiz.

Projektkosten der Freiwilligenwoche
Das Hilfswerk führe die Freiwilligenwoche seit 22 Jahren durch und müsse rund 5.000 Franken pro Einsatzwoche aufwenden, vorwiegend für Verpflegung, Reise und Unterkunft der Freiwilligen, so Monika Stirnimann. Die Einsätze seien deshalb so kostengünstig, weil die Freiwilligen ihre Zeit zur Verfügung stellten und die Bauern die meisten Arbeitsgeräte sowie die Baumaterialien. ADRA versichere die Freiwilligen während dem Einsatz.

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2.300 Pfadfinder haben sich in Estavayer zum Camporee getroffen

Estavayer-le-lac/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Schweiz

Vom 3. bis 9. August haben sich rund 2.300 christliche Pfadfinder und Pfadfinderinnen aus 20 Ländern am Camporee der Adventjugend im schweizerischen Estavayer-le-lac, Kanton Freiburg, getroffen. Sie haben auf einem Privatgelände am östlichen Ufer des Neuenburgersees campieren und gemeinsam gespielt, Sport getrieben und gefeier, sagte Stephan Sigg, Leiter der Jugendabteilung der adventistischen Kirchenleitung in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD). Die Jugendlichen hätten am Camporee ihre Freundschaften gepflegt, neue begonnen sowie sich Gedanken über Gott und die Welt gemacht. Sie hätten die Wahl gehabt, an welchen der 90 Kreativ-Workshops sie teilnehmen wollten, bei denen es unter anderem um Pfadfindertechnik, um Entdeckungen in der Natur, inklusive ökologischer Anliegen, gehe.

„Mit dem alle vier Jahre stattfindenden Camporee, geht es uns darum, den interkulturellen Austausch über die Landesgrenzen zu fördern, sowie die Jugendlichen in ihrer ganzheitlichen Entwicklung zu fördern“, so Sigg. Das umfasse den sozialen, mentalen, seelischen, körperlichen und spirituellen Bereich. Die adventistische Pfadfinderarbeit stehe nicht nur Kindern aus adventistischen Elternhäusern offen, sondern allen Kindern. Die Jugendabteilung der Adventisten ist im Mai 1907 in Gland/VD, in der Schweiz, gegründet worden. Im August 1907 gründete Robert Baden-Powell die Pfadfinderbewegung.

Pfadis am Camporee aus europäischen und aussereuropäischen Staaten
Nach Angaben der EUD-Jugendabteilung umfasst das Gebiet der adventistischen Kirchenleitung in West- und Südeuropa 13 Länder: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich, Portugal, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechien. Es gibt demnach in ihrem Gebiet 1.346 lokale Pfadfindergruppen mit mehr als 19.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren. Im Weiteren sei eine Delegation aus Grossbritannien, aus Thailand sowie eine aus Brasilen angereist.

Kinder- und Jugendförderung ist kein Lippenbekenntnis
Der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sei die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit ein zentrales Anliegen, weshalb sie für den Event 450.000 Franken (424.000 Euro) aufwende, erläuterte Sigg. Die Teilnahme der 100 adventistischen Pfadfinder aus Bulgarien sei stark subventioniert worden, weil deren Eltern den Lagerbeitrag und die Reisekosten nicht hätten aufbringen können. Adventistische Kirchen aus den meisten teilnehmenden Ländern hätten ebenfalls die Lagerkosten für die Pfadis aus ihrem Gebiet subventioniert. Das Gelingen des Lagers sei zudem nur durch die Mitarbeit der rund 120 Freiwilligen möglich geworden, die vor, während und nach dem Camporee ihre Ferien für den Event eingesetzt hätten.

Die Adventjugend in der Schweiz organisiert nach Angaben von Sigg überregionale sportliche, kulturelle und geistliche Tages- und Wochenendveranstaltungen, Lager sowie Reisen und bildet die Adventwacht-Leiter und –Leiterinnen in zehntägigen Jugend+Sport Ausbildungslagern zu J+S-Leitern aus.

Behörden von Estavayer: Grossanlass, aber unproblematische Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit mit den Lagerveranstaltern sowie dem Landeigentümer seien in der Planungs- und Vorbereitungsphase problemlos gewesen, sagte Marlis Schwarzentrub, Vize-Bürgermeisterin des 6.000 Einwohner zählenden, touristischen Städtchens Estavayer-le-lac, an der Medienkonferenz. Die Einwohnerzahl sei mit dem Camporee um ein gutes Drittel angestiegen. Sie sei sicher, dass die Jugendlichen später wieder in der Region Ferien machen würden, sofern sie am Camporee eine gute Erfahrung gemacht hätten. Der Event habe Estavayer eigentlich nichts gekostet, so Schwarzentrub, da die Veranstalter alle anfallenden Kosten übernommen hätten. Als dreifache Mutter unterstütze sie die Pfadfinderarbeit, da den Kindern wichtige Werte vermittelt würden, sagte Marlis Schwarzentrub.

Schweizer Delegation zuständig für Lagerinfrastruktur
Aus der welschen Schweiz und aus dem Tessin (FSRT) haben 95 Jugendliche sowie 70 Pfadis aus der Deutschschweiz (DSV) teilgenommen, erläuterten die beiden Jugendabteilungsleiter Sergi Tejel (FSRT) und Fabian Looser Grönroos (DSV). Sie seien für die Lagerorganisation und Infrastruktur zuständig gewesen. Das Zirkuszelt mit 2.500 Plätzen hätten sie vom Zirkus Monti gemietet. Darin hätten jeweils die gemeinsamen Veranstaltungen am Morgen und am Abend stattgefunden.

Hinzu kam die „Küchenzeile“, ein rund 120 Meter langes Zelt, in dem 17 Landesküchenteams in ihrem Küchenabschnitt das Essen für die Teilnehmenden zubereitet haben. Aus ökologischen Gründen wurde das Abwasser gesammelt und in die Kanalisation geleitet, so Looser.

Im Weiteren hätten Firmen Gitterzäune zur Abgrenzung des Lagergeländes, Dusch- und WC-Container oder einen Kühl-Sattelschlepperanhänger zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt. Es habe ein „Village“ gegeben, wo die Pfadis einkaufen konnten und ein „Bistro“. Laut Looser habe die Lagerleitung mit den lokalen Blaulichtorganisationen ein Dispositiv für alle Eventualitäten erarbeitet. Zudem sei ein Ärzteteam ständig auf dem Platz gewesen.

Sprachensalat
Bei den gemeinsamen Veranstaltungen sei von vorne Französisch gesprochen und auf Deutsch übersetzt worden oder umgekehrt. Von einer dieser Sprachen sei dann in den entsprechenden Sektoren des Zirkuszeltes in die jeweilige Landessprache übersetzt worden, so Esther Hanselmann, zuständig für Lageradministration und Übersetzung. Die Jugendlichen hätten über Kopfhörer dem Programm in ihrer Sprache folgen können. Untereinander hätten die Jugendlichen Englisch gesprochen. Die Sprachproblematik sei dadurch etwas gemildert worden, weil bei gemeinsamen Veranstaltungen viele Anspiele aufgeführt worden seien, so Hanselmann.

Sowohl bei gemeinsamen Programmen als auch bei der Workshop-Teilnahme seien die Jugendlichen mit farbigen Armbändern in Gruppen eingeteilt worden. Damit habe eher die Chance bestanden, dass sie in dieser Zeit Pfadis aus anderen Ländern kennengelernt hätten.

Adventisten in der Schweiz und weltweit
Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde 1863 in den USA gegründet und in der Schweiz 1867. Weltweit gehören ihr 18,5 Millionen erwachsen getaufte Mitglieder an. In der Schweiz leben rund 4.500 Adventisten. Aus sprachlichen Gründen haben sich die 32 Kirchgemeinden im deutschsprachigen Landesteil in die „Deutschschweizerische Vereinigung“ (Zürich) und die 20 Ortsgemeinden in der Welschschweiz und des Tessin in die „Fédération des Eglises Adventistes du Septième Jour de la Suisse romande et du Tessin“ (Renens) zusammengeschlossen. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Kirchenleitung (Schweizer Union) mit Sitz in Zürich.

Die Adventisten in der Schweiz führen die „Privatschule A bis Z“ in Zürich, zwei Jugendhäuser, drei Alters- und Pflegeheime, den Advent-Verlag, das "Internationale Bibelstudieninstitut" (IBSI) und das Religionspädagogische Institut (RPI). In Gland/VD befindet sich die Klinik „La Lignière“, spezialisiert auf Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen.

Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die „Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ ADRA Schweiz, ein Partnerhilfswerk der Glückskette, der „Adventistische Pressedienst“ APD Schweiz, sowie die Schweizerische Liga Leben (LLG) und Gesundheit.

Ökumenische Kontakte der Adventisten in der Schweiz
Die Adventisten sind seit 1994 Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH) sowie in diversen kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen.

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Pet-Flaschen-Floss-Rennen am Besuchstag des Pfadfindertreffens

Estavayer-le-lac/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Schweiz

Am 5. August haben die Organisatoren des Camporees, mit 2.300 christlichen Pfadis aus 20 Ländern, die Bevölkerung des Städtchens Estavayer-le-lac/Schweiz, auf das Gelände des Zeltlagers am Ufer des Neuenburgersees zum Besuchstag eingeladen. Am Nachmittag fand ein Rennen mit selbstgemachten Pet-Flaschen-Flossen statt.

Die rund 70 französischsprachigen und 20 deutschsprachigen Besucher aus der Umgebung des Lagerplatzes fanden sich am Lagereingang ein. Er wurde durch das „Stadttor“ von Ninive - heute Mosul - gebildet, von dem man eine gute Rundsicht auf den Lagerplatz hatte. In der zweistündigen Führung konnte das Zirkuszelt mit 2.500 Plätzen, das 120 Meter lange Küchenzelt, in dem 18 nationale Küchenteams für die jeweiligen Landesdelegationen das Essen zubereitet haben, der Sanitärblock, mit Dusch- und WC-Containern sowie Bistro, Erste Hilfe Station und der Shop besichtigt werden. Bei den Lagerplätzen der einzelnen Delegationen sah man mittels Pfadfindertechnik erstellte Schwebebetten oder Hängematten sowie phantasievolle Lagereingänge.

Es gehe der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa mit der Durchführung der alle vier Jahre stattfindenden internationalen Treffen von Pfadfindern und Pfadfinderinnen darum, den interkulturellen Austausch zu fördern, sowie die Jugendlichen in ihrer ganzheitlichen Entwicklung zu fördern“, sagte Raphaël Grin, Medienverantwortlicher des Camporees für die französischsprachige Besuchergruppe. Das umfasse den sozialen, mentalen, seelischen, körperlichen und spirituellen Bereich der Jugendlichen.

Pet-Flaschen-Floss-Rennen
Am Nachmittag fand im Neuenburgersee, am Privatstrand des Landeigentümers, ein Wettrennen mit selbstgebauten Flossen aus Pet-Flaschen statt, das von der gemischten, vierköpfigen Crew aus Frankreich gewonnen wurde.

Weitere Infos zum Lager in Englisch: http://aycamporee.org/registration/eud-pathfinders
Facebook:
https://www.facebook.com/pages/Adventist-Pathfinders-Camporee-EUD/119931098036892?fref=ts

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Estavayer: Sturm trifft Pfadizeltlager - 140 Personen evakuiert

Estavayer-le-lac/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Schweiz

Am Nachmittag des 13. Augusts hat ein starkes Unwetter auf dem Campingplatz “La Ferme de la Corbrière”, Estavayer-le-lac/Schweiz, die Zelte von adventistischen Pfadfindern aus Baden-Württemberg und Bayern, Deutschland, beschädigt, einige davon sind eingestürzt. Dank glücklicher Umstände sei niemand verletzt worden, sagte Esther Hanselmann, Assistentin der Jugendabteilung der Adventisten für West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD). Die Jugendlichen und Leitenden wurden für die Nacht von der örtlichen Feuerwehr in die Zivilschutzunterkunft von Estavayer evakuiert.

Die Pfadis kehrten gerade per Bus von einem Ausflug zu Sehenswürdigkeiten in der Schweiz zurück, als der Sturm alles durchnässt und die Zelte bereits beschädigt hatte sowie am Abflauen war, heisst es in der EUD-Mitteilung. Die Jugendlichen durften den Bus nicht verlassen und wurden für die Nacht durch die Polizei und die Feuerwehr in die örtliche Zivilschutzunterkunft von Estavayer-le-lac evakuiert. Die Feuerwehr bot den Pfadis zusätzlich Raum und Installationen, damit sie die nassen Schlafsäcke, Kleider und andere Utensilien trockenen konnten.

Auf dem gleichen Lagerplatz fand in der Vorwoche, vom 3. – 9. August, das internationale Camporee mit rund 2.300 Pfadfindern aus 20 Staaten statt. Die Delegationen aus Baden-Württemberg, mit 85 Teilnehmenden, und Bayern, mit 55 Personen, haben an das Camporee eine zusätzliche Woche am Neuenburgersee angehängt, unter anderem, um Sehenswürdigkeiten in der Schweiz zu besichtigen. Da das Lager der Pfadis aus Bayern vom Sturm mehr betroffen wurde, haben sich die Leitenden entschieden, das Lager vorzeitig zu beenden und fuhren am 14. August nach Hause. Die Delegation aus Baden Württemberg hat das Lager wie geplant am 16. August beendet.

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70 Jahre nach Hiroshima: Kirchen fordern Verbot von Atomwaffen

Genf/Schweiz | 26.08.2015 | APD | International

Kirchenleitende aus Deutschland, Japan, der Republik Korea, der Niederlande, Norwegen, Pakistan und den USA sind Anfang August zu einer Pilgereise in die japanischen Städte Nagasaki und Hiroshima aufgebrochen. Hiroshima und Nagasaki wurden vor 70 Jahren durch Atombomben der Amerikaner zerstört. Laut einer Medienmitteilung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) vom 30. Juli stünden derzeit in diesen sieben Staaten historische Entscheidungen für oder gegen die Ächtung von Atomwaffen an.

Die Kirchenleiter und Kirchenleiterinnen welche die Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) aus den sieben Staaten vertreten, haben an den Gedenkfeiern bezüglich der Atombombenabwürfe am 6. und 9. August 1945 in Hiroshima und Nagasaki teilgenommen. Bischöfin Mary Ann Swenson, Evangelisch-methodistische Kirche in den USA und stellvertretende Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, leitete die Delegation.

In Japan haben sich die Delegierten mit Überlebenden der Atomangriffe, Kirchenmitgliedern, Religionsführern und offiziellen Regierungsvertretern getroffen, so der ÖRK. Mit Aufrufen zum Handeln wollten die Kirchen die eigenen Regierungen beeinflussen, dass sie sich zu einer neuen intergouvernementalen Verpflichtung zum “Schliessen der Rechtslücke“ entscheiden und ein offizielles Verbot von Atomwaffen beschliessen. Diese humanitäre Initiative werde bereits von 113 Ländern unterstützt.

Mit ihrer Anwesenheit in Hiroshima und Nagasaki hätten die Delegierten an die Schrecken der Atombombe erinnern wollen und dazu aufrufen, dass Kernwaffen unter keinen Umständen jemals wieder eingesetzt werden, sagte Bischöfin Swenson. Es verliessen sich immer noch 40 Regierungen auf Atomwaffen. Neun dieser Staaten hätten selbst ein Atomarsenal und 31 weitere seien bereit, dass die Vereinigten Staaten in ihrem Namen Kernwaffen einsetzen. „Wir laden Christen überall auf der Welt dazu ein, sich uns im Gebet anzuschliessen, wenn wir uns auf diese Pilgerreise begeben”, sagte Bischöfin Swenson.

„Nie wieder“
„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, weil die meisten der Überlebenden der Angriffe von 1945 inzwischen über 80 sind. Ihre Rufe nach dem ‚nie wieder’ müssen noch gehört werden“, sagte Peter Prove, Direktor der ÖRK-Kommission der Kirchen für Internationale Angelegenheiten (CCIA). Die Nuklearmächte modernisierten die Kernwaffen anstatt sie, wie versprochen, abzuschaffen. Ein Zeichen der Hoffnung sei die wachsende internationale Mehrheit, welche die Atomwaffen verbieten wolle und dass die Mitgliedskirchen des ÖRK dies unterstützten, so Prove.

Neben Bischöfin Swenson gehören der Delegation folgende Mitglieder an: Pastorin Dr. Chang Sang, Presbyterianische Kirche der Republik Korea und ÖRK-Präsidentin für Asien; Bischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland; Pastor Baekki Heo von der Koreanischen Christlichen Kirche in Japan; Erzbischof Nathaniel Uematsu, Anglikanische Gemeinschaft in Japan; Bischof Tor Jorgensen, Kirche von Norwegen; Pastorin Karin van den Broeke, Evangelische Kirche in den Niederlanden; Bischof Samuel Azariah, Kirche von Pakistan; Pastor Dr. Stephen Sidorak, Ökumenereferent der Evangelisch-methodistischen Kirche in den USA und Mitglied der CCIA; Peter Prove, Direktor der ÖRK-Kommission der Kirchen für Internationale Angelegenheiten (CCIA).

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„Jede Unterstützung für Beibehaltung von Atomwaffen aufgeben!“

Hiroshima/Japan | 26.08.2015 | APD | International

Kirchenleiter und Kirchenleiterinnen, welche die Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) aus sieben Staaten vertreten, sind anlässlich der Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Atombombenabwürfe am 6. und 9. August 1945 nach Hiroshima und Nagasaki gereist. Laut einer Medienmitteilung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) stehen derzeit in den Staaten, aus denen sie stammen, Deutschland, Japan, der Republik Korea, der Niederlande, Norwegen, Pakistan und den USA, historische Entscheidungen für oder gegen die Ächtung von Atomwaffen an.

„Jetzt ist der Zeitpunkt, jegliche Unterstützung für die Beibehaltung von Atomwaffen aufzugeben. Jetzt ist der Zeitpunkt, die Auffassung zu verneinen, wonach die Massenvernichtung anderer Menschen eine legitime Form des Selbstschutzes sein kann.“ Dies sagte Bischöfin Mary Ann Swenson, Evangelisch-methodistische Kirche in den USA und stellvertretende Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, welche die Delegation leitet. Laut ÖRK-Medienmitteilung hielt sie ihre Ansprache am 5. August anlässlich des anglikanisch-katholischen Friedens-Gedenkgottesdienstes in der Gedenkkathedrale in Hiroshima/Japan.

An Schrecken der Atombombe erinnern
Die an der Pilgerreise teilnehmenden Kirchenleiter stammten aus sieben Ländern, die von sich sagten, dass sie sich für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen würden, so die Bischöfin in ihrer Ansprache in Hiroshima. „Aber Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt, sind diese sieben Regierungen vorbereitet, Atomwaffen einzusetzen. Siebzig Jahre nach der Zerstörung, die hier stattgefunden hat, gibt es immer noch 40 Regierungen, die sich auf Nuklearwaffen verlassen“, beklagte Mary Ann Swenson.

In Japan würden die Delegierten des Weltkirchenrats mit Überlebenden der Atomangriffe, Kirchenmitgliedern, Religionsführern und offiziellen Regierungsvertretern zusammentreffen, so der ÖRK. Mit Aufrufen zum Handeln wollten die Kirchen die eigenen Regierungen beeinflussen, dass sie sich zu einer neuen intergouvernementalen Verpflichtung zum “Schliessen der Rechtslücke“ entscheiden und ein offizielles Verbot von Atomwaffen beschliessen. Diese humanitäre Initiative werde bereits von 113 Ländern unterstützt.

Mit ihrer Anwesenheit in Hiroshima und Nagasaki wollten die ÖRK-Delegierten an die Schrecken der Atombombe erinnern und dazu aufrufen, dass Kernwaffen unter keinen Umständen jemals wieder eingesetzt werden, sagte Bischöfin Swenson vor der Abreise.

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Heilsarmee demnächst in 127 Ländern aktiv

Köln/Deutschland | 26.08.2015 | APD | International

Die Heilsarmee wird zum 1. September ihre Arbeit in der Slowakei aufnehmen. Das hat der internationale Leiter der evangelischen Freikirche, General André Cox, angekündigt. Die Slowakische Republik wird somit das 127. Land, in dem die Heilsarmee offiziell vertreten ist.

Roma-Gemeinschaft der Slowakei bittet Heilsarmee um Hilfe
Verschiedene christliche Gemeinden hätten bereits seit Sommer 2013 ein Interesse am Engagement der Heilsarmee in der Slowakei gezeigt, teilte Andreas W. Quiring, Pressesprecher der Heilsarmee in Deutschland, mit. „Angesichts der zunehmend sichtbaren Not innerhalb der Roma-Gemeinschaft, die auch in dem osteuropäischen Land oft ausgegrenzt wird, hatten diese Gemeinden bereits entsprechende soziale Angebote entwickelt, die sie gerne in die Arbeit der Heilsarmee eingliedern wollten.“ Zudem ähnelten ihre theologischen Überzeugungen und Gottesdienstformen sehr denen der Heilsarmee, sodass auch in diesem Bereich eine Zusammenarbeit gewünscht worden sei. „Im August 2014 wurde die Heilsarmee daher zunächst als gemeinnütziger Verein in der Slowakei eingetragen“, so der Pressesprecher.

Zuständig die Heilsarmee der Niederlande
Unter der Leitung des Heilsarmee-Territoriums Niederlande und Tschechien hätten erste Aktivitäten begonnen, bei denen der Schwerpunkt auf der Arbeit mit den Roma sowie auf einem Lehrprogramm liege, um die drei interessierten christlichen Gemeinden in die Heilsarmee-Struktur zu integrieren. Bereits elf Personen seien seither als Heilssoldaten eingereiht worden und in allen drei Gemeindeprojekten besuchten weitere Interessierte Vorbereitungskurse, um während des offiziellen Eröffnungswochenendes am 5. und 6. September dieses Jahres ebenfalls Heilssoldaten zu werden. „Vier Personen wurden als Kandidaten für die Ausbildung zum Offiziersdienst, dem vollamtlichen geistlichen Dienst in der Heilsarmee, aufgenommen“, informierte Quiring.

Die Kapitäne Vitaly und Inna Chiriac, Offiziere des Ost-Europa-Territoriums, seien inzwischen beauftragt worden, die Gründungsarbeit zu leiten. Sie würden Anfang August in die slowakische Hauptstadt Bratislava ziehen, um die letzten Vorbereitungen für die offizielle Eröffnung der Heilsarmee in der Slowakei im September zu treffen. Die Arbeit der Heilsarmee in der Slowakei werde weiterhin unter Verantwortung der Niederlande stehen.

Heilsarmee weltweit
Derzeit arbeite die Heilsarmee noch in 126 Ländern dieser Welt, verkünde das Evangelium in etwa 175 Sprachen, habe mehr als 1,7 Millionen Mitglieder und etwa 26.000 Offiziere, so Andreas W. Quiring. Weltweit unterhalte sie rund 450 Obdachloseneinrichtungen, 230 stationäre und 75 ambulante Sucht-Therapie-Programme, 1.350 Kindergärten und Tagesstätten, Kinderheime und Heime für Straßenkinder sowie Mutter-Kind-Häuser. Die Heilsarmee habe fast 700 Schulen und Universitäten, an denen etwa 19.500 Lehrer 686.000 Schüler unterrichteten. In Deutschland zähle die Heilsarmee rund 1.450, in der Schweiz 4.100 und in Österreich 100 Mitglieder.

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Frauenordination: Trotz Wachstumsschmerzen - gemeinsam wachsen

Bern/Schweiz | 26.08.2015 | APD | International

Die Delegierten der adventistischen Weltsynode in San Antonio, Texas/USA, lehnten es im Juli ab, den teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) die Kompetenz zu übertragen, ob sie die in ihrem Bereich tätigen adventistischen Pastorinnen für ihr Kirchenverwaltungsgebiet ordinieren wollen oder nicht. Die im Juli an der Weltsynode neu gewählte Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD), mit Sitz in Bern/Schweiz, hat in einer am 11. August publizierten Erklärung zu diesem Entscheid der Weltsynode Stellung genommen. Demnach gehe es darum, durch diesen Entscheid entstandene Wunden zu heilen sowie allen Frauen, unabhängig von deren Funktion in der Kirche, Ermutigung, Wertschätzung und Respekt entgegen zu bringen.

Der Exekutivausschuss der Adventisten in West- und Südeuropa (EUD) hat an seiner Jahressitzung im November 2013 als einzige der weltweit 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen einstimmig die Ordination von Frauen zum Pastorendienst empfohlen, sofern diese in der jeweiligen Kirchenregion akzeptiert werde. Andere Kirchenleitungen in westlich geprägten Weltregionen haben damals die Frauenordination, je nach Akzeptanz der teilkontinentalen Kirchenleitung, mehrheitlich empfohlen, jene im Weltsüden lehnten diese mehrheitlich ab.

Obwohl Gott Frauen in den Pastorendienst berufen habe, müsse die Entscheidung der Weltsynode vom Juli 2015 respektiert werden, heisst es in der am 11. August veröffentlichten EUD-Stellungnahme zur Entscheidung der Weltsynode. Es sei jetzt nicht der Zeitpunkt, sich durch endlose und ergebnislose Diskussionen gegenseitig zu verletzen, zumal diese entzweiend wirkten. Es gehe vielmehr darum, Enttäuschte zu trösten und schmerzende Wunden zu heilen. Wichtiger als die Ordination sei das Privileg, unabhängig vom Geschlecht, mit Gott zusammenarbeiten zu dürfen und den Auftrag zu erfüllen, den er anvertraut habe.

„Erinnern wir uns daran, dass wir einer Weltkirche angehören“, deren 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen „bewusst entschieden haben, trotz der Wachstumsschmerzen, gemeinsam zu wachsen“, so die Intereuropäische Kirchenleitung.

Adventistische Pastorinnen: Segnung aber keine Ordination
Frauen können auch künftig nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in kirchenleitende Ämter, etwa als Präsident einer „Vereinigung“ oder eines „Verbandes“ (regionale beziehungsweise überregionale Kirchenleitung) berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

Die Zulassung von Frauen als ordinierte Pastorinnen ist ausserhalb von Nordamerika, Westeuropa, China und Australien/Ozeanien, wo nur etwa 13 Prozent der weltweit 18,5 Millionen Adventisten leben, umstritten.

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Globales Netzwerk adventistischer Amtsträger in Politik und Staat gegründet

Silver Spring, Maryland/USA | 26.08.2015 | APD | International

Am 8. Juli, während der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, ist die Weltweite Vereinigung adventistischer Amtsträger (World Adventist Public Officials Association WAPOA) gegründet worden, wie Adventist News Network ANN am 22. Juli berichtete. Das WAPOA-Netzwerk wolle rund um den Globus Adventisten miteinander in Kontakt bringen, die ihrem Land als gewählte oder ernannte Amtsträger dienten.

Siebenten-Tags-Adventisten in hohen politischen oder zivilen Ämtern machten oft die Erfahrung, dass sie ihre Position einsam mache. Dies sei der Tenor der 21 an der Gründungsversammlung des weltweiten Netzwerks WAPOA in San Antonio anwesenden Adventisten und Adventistinnen gewesen, die in der Funktion als Botschafter, Staatsminister, Parlamentarier, Senatoren und als hochrangige Mitarbeiter internationaler Organisationen dienten.

„Ihr seid die Esthers, die Josephs und die Daniels dieser Welt“, sagte Pastor Ted N. C. Wilson, adventistischer Weltkirchenpräsident, bei seinem kurzen Besuch der Gründungsversammlung und spielte damit auf die wichtigen politischen Rollen dieser Personen an, von denen im Alten Testament berichtet wird.

Sie seien enttäuscht über manche Reaktionen adventistischer Mitchristen, sagten einige der anwesenden Amtsträger. Ihr Engagement werde von etlichen Kirchenmitgliedern als Grenzüberschreitung eingestuft. Treue Adventisten würden dies nicht tun und es sei eine Bestätigung dafür, dass sie Kompromisse eingegangen seien. Die adventistischen Amtsträger hätten sich dahingehend geäussert, so ANN, dass es ihnen vielmehr darum gehe, ihre christlichen Werte in den öffentlichen Bereich einzubringen.

Der blinde Senator Floyd Morris, Senatspräsident von Jamaika, wurde zum ersten Präsidenten des globalen Netzwerks adventistischer Amtsträger WAPOA gewählt. Der philippinische Botschafter in Papua Neuguinea, Bienvenido V. Tejano, wurde als Generalsekretär ernannt sowie die Juristin Damaris Moura Kuo, Präsidentin der Sektion Sao Paulo für Religionsfreiheit, der brasilianischen Rechtsanwaltskammer OAB, als Mediensprecherin.

Zuerst müsse das WAPOA-Netzwerk weitere Adventisten in öffentlichen Ämtern identifizieren, egal ob sie auf nationaler oder lokaler Ebene dienten, um sie zum Beitritt ins Netzwerk einzuladen, so Senator Morris. Im Weiteren wolle er mit den Mitgliedern regelmässig kommunizieren und plane im Jahr 2017 eine erste Konferenz.

Zur Gründung des adventistischen Netzwerks WAPOA lud die Abteilung für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung ein. Über deren Website können interessierte Adventisten auch Kontakt mit dem Netzwerk aufnehmen: www.adventistliberty.org

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Adventistische Kliniken in Deutschland bieten Hilfe für Suchtkranke

Berlin/Deutschland | 26.08.2015 | APD | International

Das adventistische Krankenhaus „Waldfriede“, Berlin-Zehlendorf, sowie die adventistische „Privatklinik Nikolassee“, Berlin-Nikolassee, sind Anlaufstellen für Suchtkranke. Durch Entgiftung, qualifizierte Entzugsbehandlung und psychologische Begleitung könne Menschen mit stofflichen Abhängigkeiten geholfen werden, teilte die Freikirchenzeitschrift „Adventisten heute“ mit.

Insbesondere bei der Behandlung von Alkoholkranken biete „Waldfriede“ in zweierlei Hinsicht gute Voraussetzungen: Erstens existiere eine Erste Hilfe, die oft Anlaufstelle für Alkoholkranke sei, und zweitens könne das angeschlossene Gesundheitszentrum „PrimaVita“ durch seine präventive Ausrichtung auch auf dem Gebiet der Suchtvorbeugung helfen. Seit 1998 bestehe ein geleiteter Gesprächskreis für Suchtkranke, der über die Grenze des Stadtbezirks hinaus bekannt und gefragt sei, so „Adventisten heute“ in der Ausgabe August 2015. Der Gesprächskreis biete Hilfe an, die eigene Situation zu erkennen und Wege zu finden, Probleme ohne Suchtmittel zu lösen, sowie neuen Sinn im Leben zu entdecken.

Die „Privatklinik Nikolassee“, eine staatlich anerkannte Klinik für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler, verfolge ein anerkanntes Modell der Verbindung von ambulanter und stationärer Behandlung. Einer der Behandlungsschwerpunkte sei die qualifizierte Entzugsbehandlung, Entgiftung und Therapie bei Alkoholabhängigkeit, Tablettenabhängigkeit und anderen Suchterkrankungen. Der Charakter einer Privatklinik erlaube einen diskreten Entzug, so die Kirchenzeitschrift weiter.

In „Waldfriede“, dem akademischen Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin, werden jährlich etwa 13.000 Patienten stationär und 48.000 ambulant behandelt. Neben elf Fachabteilungen gehören ein ambulanter häuslicher Pflegedienst (Sozialstation), eine Kurzzeitpflege, die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, das Projekt „Babywiege“ für Mütter in Not sowie eine Kindertagesstätte zum Krankenhaus. Schon 1993 entstand das Gesundheitszentrum „PrimaVita“ mit präventiv-medizinischem und gesundheitsförderndem Auftrag.

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Waldenser: Zurückhaltende Antwort auf Vergebungsbitte des Papstes

Rom/Italien | 26.08.2015 | APD | Ökumene

Die bis am 28. August tagende Synode der Waldenser hat laut Kathpress, Katholische Presseagentur Österreich, Papst Franziskus für die Bitte um Verzeihung gedankt. „Mit tiefem Respekt und innerer Bewegung" habe man die Vergebungsbitte des Papstes aufgenommen, mit der er sich im Namen seiner Kirche für unchristliches Verhalten von Katholiken gegenüber ihren Vorfahren in der Vergangenheit entschuldigt habe, heisst es in einem von 180 Synodalen unterzeichneten Schreiben. „Jedoch erlaubt uns diese neue Situation nicht, für diejenigen zu sprechen, die mit Blut und anderen Leiden ihr Zeugnis zum evangelischen Glauben bezahlt haben und an ihrer Stelle zu verzeihen", heisst es weiter in der am 25. August veröffentlichten Erklärung. Die Synode der Waldenser tagt bis am 28. August in Torre Pellice/Italien, 40 Kilometer südwestlich von Turin.

Franziskus hatte bei seinem Besuch in Turin am 22. Juni als erster Papst eine Kirche der Waldenser aufgesucht, zu einem Neuanfang in den ökumenischen Beziehungen aufgerufen und um Vergebung gebeten. Wörtlich sagte er damals: Seitens der katholische Kirche bitte ich euch zum Vergebung. Ich bitte um Vergebung für Handlungen und Haltungen, die unchristlich, ja unmenschlich waren, die wir im Laufe der Geschichte euch gegenüber verübt haben. Im Namen Jesu Christi, vergebt uns!"

Die waldensischen Synodalen werten die Äusserung des Papst als „klaren Willen, ein neues Kapitel mit unserer Kirche zu beginnen, das anders ist als das der Vergangenheit". Man müsse zu einer „versöhnten Verschiedenheit" gelangen, die uns ein „gemeinsamen Zeugnis für unseren Herrn Jesus Christus erlaubt". Und weiter heisst es in der Erklärung, die demnächst dem Papst zugeleitet werden soll: „Unsere Kirchen sind bereit, gemeinsam an dieser Geschichte zu schreiben, die auch für uns neu ist."

Die im 12. Jahrhundert vom Lyoner Kaufmann Petrus Valdes (1140-1206) gegründete Glaubensgemeinschaft wurde über Jahrhunderte unterdrückt und ihre Mitglieder von der katholischen Kirche als Häretiker verfolgt.

Nach Angaben des wissenschaftlichen Mitarbeiters der Deutschen Waldenservereinigung leben in Italien rund 20.000 sowie in Argentinien und Uruguay 7.000 Mitglieder. In Italien bilden die Waldenser seit 1979 mit den Methodisten eine gemeinsame Kirche, die Chiesa Evangelica Valdese (Englisch: Union of the Methodist and Waldensian Churches). Die Waldenser gelten als die ersten evangelisch-reformierten Christen in Europa. Sie waren schon da, bevor Martin Luther 1517 in Wittenberg die Reformation eingeleitet hatte.

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Ungarische „Minderheitskirchen“ klagen erneut in Strassburg

Budapest/Ungarn | 26.08.2015 | APD | Religion + Staat

Laut Kathpress, katholische Presseagentur in Wien/Österreich, wollen mehrere kleine Kirchen und Religionsgemeinschaften, die durch das 2012 in Kraft getretene ungarische Kirchengesetz ihre staatliche Anerkennung verloren haben, erneut vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg ziehen. Hintergrund ist der anhaltende Streit mit der ungarischen Regierung über Schadensersatzzahlungen sowie die vom EGMR und auch dem ungarischen Verfassungsgerichtshof angemahnte Änderung des umstrittenen Gesetzes.

Vor Inkrafttreten des neuen Kirchengesetzes am 1. Januar 2012 waren 300 Kirchen und Religionsgemeinschaften vom Staat anerkannt, nachher nur noch 14. Zu den anerkannten Kirchen gehören neben Katholiken, Protestanten, Orthodoxen auch Baptisten, Methodisten, Siebenten-Tags-Adventisten und Unitarier. Ihre offizielle Anerkennung verloren unter anderen die Anglikaner, Heilsarmee und Mennoniten.

Verletzung der Religionsfreiheit
Die Strassburger Richter hatten Ungarn bereits 2014 wegen Verletzung der Religionsfreiheit verurteilt und eine von Budapest dagegen eingereichte Revision abgewiesen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte legte in seinem Urteil auch einen Schadensersatz fest, den der ungarische Staat den "Minderheitskirchen" zahlen muss. Die Höhe der Summe wurde nicht näher definiert, sondern nur, dass Regierung und die 16 betroffenen christlichen, buddhistischen und israelitischen Religionsgemeinschaften innerhalb von sechs Monaten zu einer Einigung kommen müssen.

Kirchenstaatsekretär Miklos Soltesz erklärte kürzlich gegenüber der regierungsnahen Tageszeitung "Napi Gazdasag", dass die Regierung mit acht "Minderheitskirchen" eine Vereinbarung erreicht habe, während mit den anderen die Verhandlungen noch liefen. Die Spekulationen in den Medien über die Gesamtsumme der Entschädigungszahlungen schwanken nach Angaben von Kathpress zwischen 3 und 20 Milliarden Forint (9,6 Mio. bis 64 Millionen Euro / 10,3 bis 68,8 Millionen Franken).

Privilegien anerkannter Glaubensgemeinschaften
„Staatlich anerkannte Kirchen erhalten finanzielle Zuwendungen für ihre sozialen Dienste, wie Alters- und Pflegeheime“, sagte Pastor Tamas Ócsai, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ungarn, „oder Zahlungen pro Schüler, die an privaten höheren Schulen studieren, sofern diese den staatlichen Vorgaben entsprechen.“

Rechtliche Gleichstellung im Zentrum
Gabor Ivanyi, leitender Pastor der bekanntesten „Minderheitskirche“ der Klägergruppe, der methodistischen Gemeinschaft "Magyarorszagi Evangeliumi Testverközösseg", betonte in der Tageszeitung "Nepszabadsag", es gehe nicht nur um die durch den Wegfall der Anerkennung unterbliebenen finanzielle Förderungen durch den Staat in der Höhe von 2,2 Milliarden Forint (7,1 Millionen Euro / 7,5 Millionen Franken). Im Fokus stehe die rechtliche Gleichstellung mit den etablierten Kirchen. Trotz Erfüllung der strengeren neuen Vorschriften des Kirchengesetzes hätten die kleinen Kirchen und Religionsgemeinschaften nämlich ihren früheren staatlichen Ankerkennungsstatus nicht zurückbekommen. Dies wolle man nicht zur Kenntnis nehmen und deshalb erneut in Strassburg klagen. Auch jene Kirchengemeinschaften, die sich bisher mit dem Staat nicht haben einigen können, werden demnach vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen.

Erst Anfang Juli hatte der Verfassungsgerichtshof in Budapest bestätigt, dass das Kirchengesetz teilweise im Widerspruch zur Europäischen Menschenrechtskonvention steht. Die Richter gaben den Gesetzgebern eine Frist von drei Monaten für eine Novellierung der beanstandeten Paragrafen. Das Urteil orientiert sich am vorangegangenen Spruch der EGMR-Richter. Diese hatten insbesondere moniert, dass seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes das Parlament über die staatliche Anerkennung von Kirchen abstimmt anstatt diese Entscheidung Behörden und unabhängigen Gerichten zu überlassen.

Adventisten in Ungarn
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde 1912 in Ungarn gegründet. Es versammeln sich 4.653 erwachsen getaufte Adventisten in 104 Kirchgemeinden zum Gottesdienst. Sie unterhalten ein Theologisches Seminar, ein Medienzentrum sowie ein Alters- und Pflegeheim.

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„Begeistern für Menschlichkeit “ - Welttag der humanitären Hilfe

Zürich/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Menschenrechte

Der 19. August ist Welttag der humanitären Hilfe (World Humanitarian Day) und steht 2015 unter dem Motto: „Begeistern für die Menschlichkeit in der Welt“ (“Inspire the World’s Humanity”). Der Gedenk-, Sensibilisierungs- und Motivationstag ist nach Angaben der UNO Freiwilligen oder Mitarbeitenden von Hilfsorganisationen gewidmet, die in verschiedensten Regionen der Welt Menschen in Not helfen und dies teilweise unter lebensbedrohlichen Bedingungen tun müssen.

Mach mit – mach einen Unterschied
Neben der Absicht, mit dem Welttag der humanitären Hilfe am 19. August die Leistung der Mitarbeitenden von humanitären Organisationen sowie deren Gefährdung bewusst zu machen, wolle der Welttag laut UNO auch ein Momentum aufbauen und nutzen. Demnach sollen möglichst viele Menschen auf der Welt an diesem Tag etwas Gutes tun: Benachteiligten Personen wie Obdachlosen helfen, Kranke sowie Alte besuchen oder unterstützen und darüber auf den eigenen sozialen Netzwerken berichten. Damit solle das Anliegen der humanitären Hilfe multipliziert werden. #ShareHumanity

„In einer Welt, die immer mehr digital vernetzt ist, hat jeder von uns die Möglichkeit sowie die Verantwortung, unsere Mitmenschen anzuregen, damit sie bereit werden anderen zu helfen und eine menschlichere Welt zu bauen", sagte Ban Ki-moon, UNO-Generalsekretär.

Beschenkte schenkt weiter
Eine alte Frau, die durch den Hurrikan Sandy auf Haiti alles verloren habe, sei von ADRA während drei Monaten mit Nahrungsmitteln versorgt worden, berichtete Samuel Ndikumana (Burundi) in einem Interview mit ADRA Schweiz zum Welttag der humanitären Hilfe. Zusätzlich habe die alte Frau Saatgut erhalten, um ihre Felder zu bestellen sowie eine Ziege. Ein Jahr später habe die Ziege Junge bekommen. Die alte Frau habe ihrer Nachbarin eine Ziege geschenkt, weil diese keine erhalten hatte.

Solche Erfahrungen in der humanitären Arbeit machten ihm Freude, so Ndikumana. Er leide aber darunter, wenn er jeweils sehe, dass die bescheidenen Mittel nicht ausreichten, um allen zu helfen. Samuel Ndikumana hat während knapp vier Jahren die Projekte (Nothilfe, Abwasserreinigung, Hygiene und Existenzsicherung) von ADRA Schweiz in Haiti beaufsichtigt. Vollständiges Interview: http://ow.ly/QZOfY

Die Landesbüros der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, ADRA Österreich und ADRA Schweiz helfen Menschen in Not unabhängig von deren Ethnie, Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder politischen Ausrichtung. Ausschlaggebend für die Hilfe sei die Not oder der Grad der Bedürftigkeit. ADRA hilft mit Nothilfeprojekten nach Katastrophen, die durch Naturereignisse oder menschliche Einflüsse verursacht wurden. In der zweiten Phase geht es um den Wiederaufbau und anschliessend wird mittels Projekten der Entwicklungszusammenarbeit geholfen.
Informationen über die Projekte der drei deutschsprachigen ADRA-Landesbüros:
ADRA Deutschland: http://www.adra.de/projekte/
ADRA Österreich: http://www.adra.at/hilfsprojekte.html
ADRA Schweiz: http://www.adra.ch/de/activities/

Welttag der humanitären Hilfe
2008, an der 63. Sitzung der UNO-Generalversammlung, wurde der Welttag der humanitären Hilfe im Gedenken an die Bombardierung des UN-Hauptquartiers in Bagdad/Irak, am 19. August 2003, jenen gewidmet, die im humanitären Einsatz ihr Leben verloren haben oder weiterhin in diesem Einsatz stehen. Beim Anschlag in Bagdad verloren der UN-Sondergesandte Sergio Vieira de Mello und 21 weitere Mitarbeiter ihr Leben.

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Der „Islamische Staat“ hat in Syrien 22 Christen freigelassen

Burgdorf/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Religionsfreiheit

Seit Februar 2015 werden über 200 assyrische Christen aus dem Nordosten Syriens vom sogenannten Islamischen Staat (IS), islamistische Terrorgruppe, gefangen gehalten. 22 von ihnen seien am 10. August überraschend freigelassen worden, wie das christliche Hilfswerk Open Doors am 13. August mitteilte. Mehr als 150 Christen würden aber weiterhin in Gefangenschaft gehalten.

Gemäss Open Doors seien im Februar 2015 über 200 assyrische Christen aus mehreren Dörfern nahe der Stadt Al-Hasaka, im äussersten Nordosten von Syrien gefangen genommen worden. Laut der Menschenrechtsorganisation „Syrian Observatory for Human Rights“, mit Sitz in Grossbritannien, konnten Stammesführer die Freilassung erwirken.

Nach Angaben der „Assyrian Federation of Sweden“ seien von den im Februar Entführten zwischenzeitlich 45 freigekommen. Es seien trotzdem noch mehr als 150 Christen in Gefangenschaft des IS.

In der letzten Woche sind laut Open Doors weitere 60 Christen aus der Stadt Quaryatayn, rund 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Damaskus, nach der Einnahme der Stadt durch den IS, entführt worden. 30 der Entführten seien inzwischen wieder freigelassen worden, das Schicksal der anderen Geiseln sei unbekannt.

Vor Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien hätten 30.000 Assyrer in Syrien gelebt, meist in 35 Dörfern und Städten in der Gegend von Al-Hasaka, so Open Doors.

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Bibelsonntag 2015: "Denkt an die Gefangenen"

Biel/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Bibel

Mit dem jährlichen Bibelsonntag soll die Bibel als Glaubensgrundlage der Christen sowie durch gemeinsames Bibellesen ihre Bedeutung für das tägliche Leben bewusst gemacht werden. Mit der Kollekte zum Bibelsonntag werde die Bibelverbreitung unterstützt. Zum 60. Bibelsonntag, am 30. August 2015, stellt die Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) die Bibel für Gefangene in den Mittelpunkt. Die eingehenden Kollektengelder würden für das Gefängnisbibel-Projekt verwendet, heisst es in der SB-Medienmitteilung. Deshalb stehe der Bibelsonntag 2015 unter dem Motto: "Denkt an die Gefangenen" (Hebräerbrief 13,3).

In den reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn sei der jährliche „Bibelsonntag“ auf den letzten Sonntag im August festgelegt. In anderen Kirchen richte sich der Termin nach örtlichen und regionalen Gepflogenheiten, teilte die Schweizerische Bibelgesellschaft mit.

Gefängnisbibel-Projekt für Menschen zwischen Hoffnung und Verzweiflung
In der Schweiz gibt es laut Bundesamt für Statistik 114 Einrichtungen des Freiheitsentzuges. 6.923 Menschen befanden sich in der Schweiz Ende November 2014 in Haft. Der prozentuale Anteil an ausländischen Inhaftierten liegt bei 73 Prozent. Die Frauen machen mit einem Anteil von 4,7 Prozent der Inhaftierten eine Minderheit aus. Gefangene stehen laut SB im Spannungsfeld von Recht und Unrecht, Annahme und Verweigerung, Hoffnung und Verzweiflung und fühlten sich oft unverstanden oder abgestempelt. Zudem finde das Leben „draussen“ und ohne sie statt.

Sinn- und Glaubensfragen bekommen eine neue Bedeutung
Monate oder Jahre im Gefängnis verbringen zu müssen, löse bei vielen Menschen eine Krise aus. Sinn- und Glaubensfragen erlangten eine neue Bedeutung. Die Bibel könne dann zu einer wichtigen Begleiterin werden. Deshalb habe die Schweizerische Bibelgesellschaft 2010 das Projekt Bibeln für Gefangene lanciert. Ziel des Projektes sei es, jedem Gefangenen in der Schweiz auf dessen Wunsch eine Bibel oder ein Neues Testament in seiner Muttersprache kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Abklärungen liefen über die leitenden Gremien der Haftanstalten.

Grösste Nachfrage nach englischen und deutschen Bibeln
Seit dem Start des Pilotprojekts im Jahr 2010 bis Ende 2014, konnten nach SB-Angaben 5.723 Bibeln und Neue Testamente in Schweizer Gefängnisse geliefert werden. Gefragt war Gottes Wort im Jahr 2014 in 25 Sprachen, hauptsächlich in Englisch und Deutsch, gefolgt von Französisch, Arabisch, Spanisch, Rumänisch und Albanisch, aber auch in Russisch, Litauisch, Serbisch, Ukrainisch und Mongolisch. Seelsorger und Seelsorgerinnen in Gefängnissen hätten auch zu Angeboten lebensnaher Bibellektüre eingeladen. Die Erzählungen und Gebete aus der Bibel hätten Trost gespendet und Mut gemacht, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.

Unterlagen zum Bibelsonntag 2015
Gottesdienstentwürfe, Gebete, Kollektenaufrufe, Liedvorschläge sowie weitere Anregungen zur Gestaltung des Bibelsonntags 2015 stehen auf der SB-Website zum Download zur Verfügung:
http://www.die-bibel.ch/mainpages/bibel/bibelsonntag/bibelsonntag-2015/

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ADRA Serbien vermittelt Flüchtlingen Informationen und psychosoziale Hilfe

Belgrad/Serbien | 26.08.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Serbien eröffnete am 24. August gemeinsam mit andern NGOs beim Eisenbahn- und Busbahnhof im Stadtzentrum der Hauptstadt, Belgrad/Serbien, ein Asyl-Informationszentrum. Mittels mobilen Informationsteams sowie im täglich geöffneten Zentrum, werden Flüchtlingen verlässliche Informationen über das serbische Asylverfahren und Asylaufnahmezentren vermittelt. Sie erhalten dort psychosozialen Beistand und über frei zugängliche Computer auch kostenlosen Internetzugang. Das teilten die Hilfswerke ADRA Serbien und ADRA Schweiz mit. ADRA ist gemeinsam mit dem Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge UNHCR Trägerorganisation des Projekts.

Mit dem Start eines täglich geöffneten Asyl-Informationszentrums im Stadtteil Savski Venac in Belgrad wolle man den Flüchtlingen verlässliche Informationen zum Asylwesen und zu serbischen Asylaufnahmezentren vermitteln. Damit wolle man die Flüchtlinge von Schleppern und anderen Akteuren, die Profit aus dem Elend der Flüchtlinge schlagen wollten, unabhängig machen, teilte ADRA Serbien mit. Zusätzlich würden auch mobile Informationsteams an den Brennpunkten eingesetzt. Laut ADRA Schweiz werde im Informationszentrum auch psychosoziale Unterstützung angeboten, da ein Teil der Flüchtlinge traumatisiert sei.

„Die Informationsarbeit hat Anfang August begonnen“, sagte Igor Mitrovic, Geschäftsleiter von ADRA Serbien. „Wir haben bereits 2.000 Personen über ihre Rechte und das Asylverfahren informiert und sie bei Kontakten mit Ärzten, der Polizei und zu anderen Stellen begleitet“, so Mitrovic. Beim Informationszentrum könnten die Einwohner von Belgrad auch Hilfsgüter für die Flüchtlinge abgeben.

Das Zentrum umfasst nach Angaben von ADRA Serbien einen 120 Quadratmeter grossen Raum mit umlaufender Galerie, welcher von den Behörden des Stadtbezirks Savski Venac zur Verfügung gestellt wird. Laut Mitrovic ist ein weiterer Informationsstützpunkt direkt beim stark frequentierten Park des Busbahnhofs geplant und später eine Tagesstruktur für Frauen und Kinder.

Sprachprobleme als grösstes Hindernis
Laut ADRA Serbien sind die ersten Übersetzer aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge rekrutiert worden, die auch fliessend Serbisch sprechen. Alle relevanten Informationen sollen in sechs Sprachen zur Verfügung stehen: Arabisch, Urdu, Farsi, Paschtu, Englisch und Französisch. Viele Flüchtlinge übernachteten temporär in Wohnungen, welche sie sich teilten, so ADRA Schweiz. Das führe gelegentlich zu Spannungen mit den Anwohnern, da die Flüchtlinge die üblichen Gepflogenheiten nicht kennen und deshalb auch nicht respektieren würden. Die sechssprachigen Informationsblätter sollen helfen, die Spannungen mit der lokalen Bevölkerung abzubauen.

Immer mehr Flüchtlinge auf der Westbalkan-Route
2011 haben nach Angaben von ADRA Schweiz 3.139 Menschen Asyl in Serbien beantragt. 2014 seien es schon 16.490 Menschen gewesen und in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 liege die Zahl der Asylanträge in Serbien bei 37.391. Es werde geschätzt, dass sich rund 30 Prozent der Flüchtlinge auf der Westbalkan-Route nicht in Serbien registrieren lassen, sondern möglichst bald über Ungarn in ein anderes EU-Land weiterreisen wollten.

Projektpartner
ADRA Serbien arbeitet laut eigenen Angaben bei diesem Projekt eng mit den Behörden des Stadtteils Savski Venac, dem Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge UNHCR, dem Belgrader Zentrum für Menschenrechte sowie mit der Nichtregierungsorganisation Klikaktiv zusammen. An den Projektkosten beteiligen sich ADRA Dänemark, ADRA Deutschland, ADRA International, ADRA Norwegen und ADRA Schweiz.

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Myanmar: ADRA und adventistische Freiwillige leisten Flutopfern Nothilfe

Silver Spring/USA | 26.08.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Adventistische Hilfskräfte verteilen Lebensmittel und andere lebenswichtige Güter in den vorwiegend westlichen und zentral gelegenen Überschwemmungsgebieten in Myanmar, die sich auf 12 der 14 Staaten erstrecken, so die UN-Organisation OCHA. In Folge der schweren Regenfälle sind mindestens 46 Menschen umgekommen, mehr als 259.000 wurden von der Flut betroffen. Das Hochwasser habe 32 Adventgemeinden beschädigt. Dies teilte die adventistische Kirchenzeitung Adventist Review AR unter Berufung auf Adventist News Network ANN mit.

Die Regierung Myanmars hatte am 4. August um internationale Unterstützung gebeten. „Da mit weiterem Monsunregen in diesem Monat zu rechnen ist, ist die adventistische Kirche in Myanmar darauf vorbereitet, ihre Hilfsaktionen fortzusetzen“, sagten örtliche Kirchenleiter in einer Erklärung. Details zu den 32 beschädigten Adventgemeinden seien noch nicht verfügbar. Die Kirchenmitglieder würden sich aber darauf konzentrieren, denen zu helfen, die alles durch Überflutung verloren hätten, und nicht auf die Gotteshäuser, so die adventistischen Kirchenleiter weiter.

Freiwillige Helfer der „adventistischen Nachbarschaftshilfe“ (Adventist Community Services) hätten lebensnotwendige Güter an über 500 Menschen in vier westlichen Gebieten, die zu Katastrophengebieten erklärt worden waren, verteilt. Die Entsendung von Ärzten und Gesundheitspersonal würde ebenfalls koordiniert, sagte Tha Aye Tun, Finanzchefin der adventistischen Kirchenleitung von Zentral-Myanmar. Die Freiwilligen würden auch die Verteilung von Lebensmitteln für 2.000 Menschen organisieren, die von den Überschwemmungen im Südosten des betroffenen Gebiets vertrieben worden seien.

Unterdessen arbeite das Landesbüro der „Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ ADRA in Myanmar mit Regierungsteams und nichtstaatlichen Hilfsorganisationen zusammen, um gemeinsam Nothilfe anbieten zu können. Diese umfasse auch Lebensmittel sowie Wasser und solle Unterstützungslücken füllen, sagte Brendon Irvine, Landesdirektor von ADRA Myanmar. Eine grössere Hilfe des internationalen ADRA-Netzwerks, im Rahmen von rund 49.000 Franken, sei geplant, sobald Einzelheiten geklärt seien, sagte Irvine.

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ADRA unterrichtet Kinder im Flüchtlingslager Baharka im Nordirak

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kurdistan unterrichtet und beschäftigt als einzige Nichtregierungsorganisation in den heissen Sommermonaten rund 400 Kinder im Alter von vier und fünf Jahren im Flüchtlingslager Baharka. Es handelt sich dabei um ein von dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF geleitetes Lager für Binnenflüchtlinge am Stadtrand von Erbil, in der teilautonomen Region Kurdistan, im Nordosten des Irak.

Freiwillige Lehrpersonen von ADRA Kurdistan unterrichteten die Vier- bis Fünfjährigen mit Unterrichtsmaterial, welches UNICEF zur Verfügung stelle, gemäss den Vorgaben der regionalen Behörden, sagte der Indonesier, Leyn Gantare, Direktor des lokalen ADRA-Büros.

Das Hilfswerk verteile den 400 Kindern täglich auch eine nahrhafte Mahlzeit, organisiere Freizeitaktivitäten wie sportliche Wettkämpfe, Zeichenwettbewerbe, Musikveranstaltungen und Spiele.

„Solche Aktivitäten ermöglichen es den Kindern, sich selbst auszudrücken und mit anderen Kindern in Kontakt zu bleiben “, so Gantare. Die Freizeitaktivitäten richteten sich vor allem an Mädchen sowie an Kinder mit Behinderungen.

Mikrokredite
Neben dem Engagement für Kinder biete ADRA Kurdistan Familien Mikrokredite, die es ihnen im Lager ermöglichten, ihr eigenes kleines Unternehmen zu starten, teilte die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review AR mit. Sozialarbeiter und Animatoren von ADRA begleiteten die Geschäftsinhaber regelmässig und lehrten sie Finanzmanagement sowie Unternehmensführung.

Sprachkurse in Kurdisch, Sensibilisierungskampagnen, Kinderheirat
Im Weiteren biete ADRA Erwachsenen und Kindern Sprachkurse in Kurdisch an, um ihnen die Integration in die lokale Gesellschaft zu erleichtern. In der Region biete das Hilfswerk auch Sensibilisierungskampagnen über die Wichtigkeit des Schulbesuchs von Kindern an, zur Rücksichtnahme im Zusammenleben sowie auf Menschen mit Behinderungen und über die Gefahren von Kinderheiraten.

Im Baharka Camp leben laut ADRA Kurdistan rund 3.650 Personen oder 730 Familien. Das Lager wurde im Juli 2014 eröffnet. ADRA arbeitet dort seit sechs Monaten mit UNICEF zusammen. In der teilautonomen Region Kurdistan gibt es verschiedene Flüchtlingslager. In ihnen suchen rund 1,5 Millionen Iraker Zuflucht vor islamistischen Terrorgruppen. Es leben dort auch 250.000 Syrer, die vor der Gewalt in ihrem Land in den Irak geflohen sind.

ADRA Kurdistan
Am 2. Dezember 2014 konnte in Erbil, der Hauptstadt des kurdischen Gebiets im Nordirak, das Büro der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Irak bezogen werden, wie Nagi Kahlil, ADRA-Regionaldirektor im Mittleren Osten und Nordafrika (MENA), mit Sitz in Beirut/Libanon, berichtete.

ADRA war seit 1995 mit Unterbrechungen im Irak tätig, ohne registriert zu sein. Nach der offiziellen Erklärung von US-Präsident George W. Bush, dass der im März 2003 begonnene Irakkrieg im Mai 2003 beendet sei, eröffnete ADRA in Bagdad im Juli 2003 erneut ein Büro. Nach einer Anschlagserie in der Hauptstadt verliessen 2004 die ausländischen ADRA Mitarbeiter den Irak wieder.

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ADRA Madagaskar bietet in mobiler Zahnklinik gratis Behandlungen

Antananarivo/Madagaskar | 26.08.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Madagaskar hat nach eigenen Angaben von International Caring Hands ICH, christliches Hilfswerk in den USA, einen Lastwagen mit voll ausgerüsteter Zahnarztpraxis erhalten. Damit soll vor allem der Bevölkerung in entlegenen Landesteilen, die keinen Zugang zu Zahnmedizin habe, kostenlos zahnärztliche Behandlung angeboten werden.

Die mobile Zahnklinik sei mit allen zahnmedizinischen und technischen Geräten ausgerüstet und könne die nötigen zahnärztlichen Versorgungen anbieten, teilte ADRA Madagaskar mit. Das Hilfswerk habe mit dem Gesundheitsministerium ein Abkommen geschlossen, welches ADRA Zahnpflegekampagnen und Behandlungen in isolierten Gegenden ermöglichten, um dort die Zahngesundheit zu fördern. In den kommenden Monaten sollen ICH-Zahnärzte aus den USA anreisen und die erste Kampagne durchführen. Madagassische Zahnärzte sollen dabei in die Handhabung der mobilen Klinik eingeführt und ADRA-Mitarbeitende im Umgang und Unterhalt des Lastwagens geschult werden. ADRA International (USA) habe die Kosten für den Transport der mobilen Klinik übernommen.

ADRA Madagaskar
ADRA Madagaskar ist eines von rund 130 Landesbüros des weltweiten ADRA Netzwerks und wurde vom Staat 1992 als Nichtregierungsorganisation anerkannt. ADRA Madagaskar konzentriert sich auf Projekte der Ernährungssicherheit, Existenzsicherung, Gesundheit, Bildung und Nothilfe, vorwiegend in den östlichen, zentralen und südlichen Regionen des Landes. Das Hilfswerk hat Büros in der Hauptstadt Antananarivo, in Fianarantsoa im südlichen, zentralen Plateau sowie in Betroka im Süden der Insel.

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Praktikant bei ADRA Schweiz

Zürich/Schweiz | 26.08.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz ermöglicht jungen Berufsleuten mittels einem Praktikum, Einblicke in die Not- und Entwicklungshilfe zu gewinnen.

Er wolle durch das dreimonatige Praktikum beim Hilfswerk ADRA Schweiz Einblick ins Katastrophenhilfe-Management sowie in die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) gewinnen, sagte Thomas Brugger, Graz/Österreich. Brugger steht in der Studienabschlusszeit (B.A.) im Fachbereich Soziologie. Er wolle sich Wissen über die Hilfswerksarbeit aneignen, aber auch Fachleute kennenlernen und sich ein Beziehungsnetz aufbauen.

Im administrativen Bereich mache er für die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) der Schweizer Regierung eine tabellarische Auswertungsliste der Projekte von ADRA Schweiz im Jahr 2014, sagte Brugger. Für das Fundraising des Hilfswerks durchforste er die Websites von Stiftungen, um potentielle Geldgeber für ADRA Projekte zu eruieren. Im Weiteren bearbeite er einen Namenspool von Fachleuten, die das Hilfswerk im Zusammenhang mit Nothilfe- oder Wiederaufbauprojekten für begrenzte Zeiteinsätze einsetzen könnte.

Besonders schätze er es, wenn er bei Projekten in der Schweiz vor Ort Einblick nehmen könne. So habe er die Freiwilligenwoche im Kanton Bern besucht, wo insgesamt 37 Freiwillige während zwei Wochen einer Bergbauernfamilie bei der Totalsanierung des 200-jährigen Wohnhauses geholfen haben. Demnächst werde er auch die Ortsgruppe ADRA Zürich besuchen und bei der Kleiderabgabestelle hineinschauen.

In der Praktikumszeit werde er von Markus Alt, ADRA-Geschäftsleiter, betreut, so Brugger. Er habe auch Zugang zu den Ausbildungsunterlagen des ADRA Netzwerks bezüglich Sicherheitstraining, Katastrophenmanagement sowie Sprachkursen und könne sich darin weiterbilden.

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Krebserregende Wirkung von Alkohol ist wenig bekannt

Lausanne/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Gesundheit & Ethik

95.8 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz meine, über die Auswirkungen des Alkoholkonsums ausreichend informiert zu sein. Dies sei laut einer Studie aber nur teilweise der Fall, teilte Sucht Schweiz mit. Demnach ist vor allem der Zusammenhang von Alkoholkonsum und Krebs mehrheitlich nicht bekannt. Ein Teil der Befragten schätze zudem die Grenze zum Risikokonsum zu hoch ein und Jugendliche seien sich der Gefahren des Alkoholkonsums zu wenig bewusst.

Laut der Studie von Sucht Schweiz von 2014 hat sich das Wissen der Schweizer Bevölkerung bezüglich des Alkoholkonsums gegenüber 2012 in allen Bereichen leicht verbessert. So wüssten weit über 90 Prozent, dass Alkohol Ungeborenen schade, Lebererkrankungen verursache sowie ein häufiger Grund für Unfälle und Gewalt sei.

Krebsrisiko nur wenig geläufig
Demgegenüber scheint der Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebserkrankungen noch wenig bekannt zu sein: Nur rund die Hälfte (51 Prozent) der Bevölkerung wisse vom Zusammenhang von Alkohol mit Dickdarm- und Mastdarmkrebs respektive Mund- und Rachenkrebs (46 Prozent). Dass Alkohol auch das Risiko für Brustkrebs erhöhe, sei lediglich bei einem Fünftel der Befragten (20 Prozent) bekannt. Laut dem nationalen Kompetenzzentrum im Suchtbereich sterben jährlich fast 500 Menschen in der Schweiz an einem alkoholbedingten Krebs. Das sind rund 30 Prozent aller 1.600 alkoholbedingten Todesfälle in der Schweiz. Das Krebsrisiko steige mit zunehmenden Konsummengen an und manifestiere sich bereits bei moderatem Konsum, so die Stiftung.

Risikokonsum für viele unklar
Die Grenze zum Risikokonsum sei einem nicht unerheblichen Teil der Befragten unbekannt. So wüssten 45 Prozent der Befragten nicht, dass Männer innert sechs Stunden nicht fünf Gläser und mehr Alkohol trinken könnten, ohne ein akutes Risiko für ihre Gesundheit einzugehen. Bei den Frauen, bei denen bereits der Konsum von vier Gläsern ein Gesundheitsrisiko darstelle, hätten gar 50 Prozent der Befragten den Grenzwert zu hoch eingeschätzt.

Junge sehen weniger Gefahren
Es habe sich auch gezeigt, dass sich die Umfrageteilnehmenden zwischen 15 und 24 Jahren im Schnitt weniger der Gefahren des Alkohols und deutlich weniger der Grenzwerte bewusst seien. 40 Prozent dieser Altersgruppe seien der Meinung, dass acht Gläser Alkohol innert sechs Stunden noch kein Risiko für die Gesundheit darstellten.

Es gibt laut der Studie einen starken Zusammenhang zwischen den eigenen Verhaltensweisen und der Einschätzung dessen, was noch ungefährlich für die Gesundheit sei.

Studie: Suchtmonitoring Schweiz - Themenheft Wissen und Einstellungen zum Thema Alkohol und Gesundheit in der Schweiz im Jahr 2014:
http://www.suchtmonitoring.ch/docs/library/marmet_ipmtnvb307sj.pdf

Stiftung Sucht Schweiz
Die Stiftung Sucht Schweiz ist ein nationales Kompetenzzentrum im Suchtbereich. Sie betreibt Forschung, konzipiert Präventionsprojekte und engagiert sich in der Gesundheitspolitik. Das Ziel der Stiftung ist, Probleme zu verhüten oder zu vermindern, die aus dem Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen hervorgehen oder durch Glücksspiel und Internetnutzung entstehen.

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Ganzheitliche Gesundheitsförderung - monatliche Tipps

Bern/Schweiz | 26.08.2015 | APD | Gesundheit & Ethik

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten blickt auf über 150 Jahre ganzheitlicher Gesundheitsförderung zurück. Studien belegen, so Benjamin Rohde, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Liga Leben und Gesundheit (LLG), dass ein typisch adventistischer Lebensstil, Menschen gesünder, glücklicher und rund zehn Jahre länger leben lässt. Zur Gesundheitsförderung wurde 2015 in Europa eine Initiative in zehn Sprachen für dreizehn Länder gestartet mit monatlichen kurzen Tipps. Diese sind als PDF, Poster, Flyer, einminütige Videoclips oder Email kostenlos erhältlich und dürfen weitergegeben werden: http://tinyurl.com/ooj7tlz

„Ganzheitlichkeit“ kein Modebegriff
Für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten sei der Begriff „Ganzheitlichkeit“ kein Modebegriff, so Rohde. Die Einheit von Körper, Seele, Geist sowie sozialen Aspekten sei stets als Grundlage eines umfassenden Gesundheitsbegriffes betrachtet worden.

Die einminütigen Clips von Mai bis August beschäftigen sich mit Übergewicht bei Kindern, den Vorteilen vegetarischer Ernährung, dem bereichernden Einfluss positiven Denkens auf das Lebensgefühl und der Wichtigkeit von Pausen, Ruhe und Erholung.

„Gesunde Kinder = Glückliche Kinder“ (Videoclip Mai)
„Fettleibigkeit in der Kindheit ist weltweit zu einem häufigen Problem geworden“, heisst es im Trailertext zum Mai-Videoclip. Die Folgen der Fettleibigkeit bei Kindern seien Gelenkbeschwerden, Tagesschläfrigkeit, Leistungsabfall in der Schule, ein niedrigeres Selbstwertgefühl und geringeres Selbstvertrauen.

Demnach sei ungesunde Ernährung bei Kindern weit verbreitet. In Europa liessen 9 Prozent der Kinder das Frühstück aus, 21 Prozent würden nicht regelmässig Obst oder Gemüse essen und 43 Prozent konsumierten häufig zuckerhaltige Getränke. Zudem leiste der Fernsehkonsum nicht nur dem Bewegungsmangel Vorschub, sondern setze die Kinder auch der Werbung für Junk-Food und ungesunde Getränke aus. Deshalb sie regelmässige Bewegung und ausreichend Schlaf von Bedeutung für ein gutes Gewichtsmanagement bei Kindern. Videoclip Mai: https://www.youtube.com/watch?t=16&v=AoU4vGY0B_E

„Optimiere deine Ernährung!“ (Videoclip Juni)
Zu den Geheimnissen eines langen Lebens gehörten unter anderem regelmässige Bewegung und eine pflanzenbasierte Ernährung, heisst es im Juni-Clip. Eine Gesundheitsstudie habe gezeigt, dass eine vegetarische Ernährung das Risiko für Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Fettleibigkeit, Diabetes und Krebs vermindere.

In einer ausgewogenen vegetarischen Ernährung stünden regelmässig Hülsenfrüchte, Vollgetreide, Obst, Gemüse, Nüsse und Samen auf dem Speiseplan. Es komme aber nicht nur darauf an, was man esse, sondern auch, dass man zwischen den zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag nichts esse, und schon gar nicht spät am Abend.
Videoclip Juni: https://www.youtube.com/watch?v=-dcZ0GUs4K8

„Was wir denken, ist nicht egal!“ (Videoclip Juli)
Positives Denken sei mehr, als einfach nur zufrieden zu sein. Dies belegten Studien, heisst es im Text des Trailers zum Juli-Clip. Zudem wirke sich unsere Einstellung langfristig auf Arbeit, Gesundheit und das ganze Leben aus. Negative Gedanken hingegen würden den Verstand einengen und verhindern, dass wir Problemlösungen sähen. „Positive Gedanken dagegen weiten unseren Sinn für vorhandene Möglichkeiten und helfen uns, Alternativen zu erwägen“, so der Text. Ein Vorteil positiven Denkens bestehe in der gesteigerten Fähigkeit, Talente zu entfalten und Ressourcen zu entwickeln.
Videoclip Juli: https://www.youtube.com/watch?t=62&v=k8a1Hy05Y6k

„Ruhe für unsere Ruhelosigkeit!“ (Videoclip August)
Um einem Burnout vorzubeugen heisst es im August-Clip, sei es wichtig, ein Bewusstsein für Ruhe und Erholung zu entwickeln. Pausen, Bewegung und Wasser trinken, würden die Müdigkeit mindern und die Leistungsfähigkeit erhöhen.

Glühbirne und Bildschirm würden uns um die Nachtruhe bringen. Sieben bis acht Stunden Schlaf erhöhten demnach die Lebensqualität und würden Krankheiten vorbeugen. Wichtig sei auch der Wochenrhythmus mit dem wöchentlichen Ruhetag, dem Sabbat (Samstag). Dieser Tag biete Ruhe für Körper, Seele und Geist sowie Zeit für Begegnung und Liebe. Abschalten sei der Schlüssel zur Erholung und bedeute, sich mental und emotional von Belastungen zu distanzieren.
Videoclip August: https://www.youtube.com/watch?t=37&v=7DxTo4bEVuU

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Dr. John Graz, Experte für Religionsfreiheit, tritt in den Ruhestand

Silver Spring, Maryland/USA | 26.08.2015 | APD | Personen

Dr. John Graz, Direktor für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (Public Affairs and Religious Libery PARL) der adventistischen Weltkirchenleitung ist nach 20-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand getreten. Als Nachfolger wählten im Juli 2015 die Delegierten der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, Dr. Ganoune Diop. Graz ist auch als Generalsekretär der Nichtregierungsorganisation „International Religious Liberty Association IRLA“ zurückgetreten, die im Oktober einen Nachfolger wählen wird. Die Tätigkeiten der Nichtregierungsorganisation IRLA werden von der adventistischen Weltkirche finanziert.

Das Wirken von John Graz ist in der letzten Juliwoche bei einem Empfang im Kreis aktiver und ehemaliger Kollegen gewürdigt worden, heisst es auf der IRLA-Facebookseite. Dabei sei er vom ehemaligen US-Sonderbotschafter für Religionsfreiheit, Robert A. Seiple, IRLA-Präsident, verabschiedet worden.

Unter der Leitung von Graz habe die IRLA 1998 mit der Herausgabe der jährlichen Fachbroschüre für Religionsfreiheit „Fides et Libertas“ begonnen sowie mit dem Weltbericht zum Stand der Religionsfreiheit. Laut IRLA hat John Graz internationale Fachkongresse und Symposien zur Religionsfreiheit und Expertentreffen organisiert sowie durch Grossveranstaltungen in Stadien, bei sogenannten „Festivals der Religionsfreiheit“, in Lima/Peru mit 45.000 Teilnehmern, das Thema der Religionsfreiheit breiten Massen bekannt gemacht. In seiner Abschiedsrede sagte Graz, dass es ihm ein wichtiges Anliegen gewesen sei, viele Menschen für die Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit zu gewinnen. Religionsfreiheit sei ein Wert „auf den alle Anrecht haben“, so Graz.

Letzter Artikel, aber nicht letzte Worte
In seinem letzten Artikel auf der IRLA-Website schreibt Graz, dass dies zwar sein letzter Artikel als IRLA-Generalsekretär sei, aber nicht seine letzten Worte zum Thema Religionsfreiheit, – er wolle auch weiterhin einen Beitrag leisten. In den letzten 20 Jahren sei es weltweit bezüglich der Religionsfreiheit nicht besser, sondern eher schlechter geworden. Die barbarischen Verbrechen der ISIS seien Beleg dafür. Dem neuen Team der NGO wünsche er gutes Gelingen bei der Verwirklichung ihrer Pläne zur Förderung der Religionsfreiheit.

Dr. Ganoune Diop, Nachfolger von Dr. John Graz als PARL-Direktor
An der adventistischen Weltsynode, im Juli 2015 ist der aus dem Senegal stammende Theologe und Sprachwissenschaftler Dr. Ganoune Diop zum Nachfolger von John Graz als Direktor für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (PARL) der Weltkirche gewählt worden. Seit 2011 hat er die Kirche bei der UNO in New York und Genf vertreten. 2014 wurde Diop als Generalsekretär der jährlichen Konferenz der Sekretariate der „Christian World Communions“ (CWC – Weltweite Christliche Gemeinschaften) gewählt. Einmal im Jahr treffen sich die Generalsekretäre oder vergleichbare Amtsträger von etwa 20 christlichen Weltgemeinschaften. Zudem ist Diop auch im Planungskomitee des „Global Christian Forum“ (Globales Christliches Forum) vertreten. Das Forum ist eine Plattform der Begegnung und des Gesprächs für christliche Kirchen und Gemeinschaften, um das gegenseitige Verständnis zu fördern sowie gemeinsame Herausforderungen aufzugreifen und anzusprechen.

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Neuer Schulleiter auf der „Marienhöhe“ in Darmstadt (Deutschland)

Darmstadt/Deutschland | 26.08.2015 | APD | Personen

Das Schulzentrum „Marienhöhe“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt bekommt einen neuen Schulleiter: Dr. Christian Noack tritt sein Amt zum 1. August an. Im abgelaufenen Schuljahr absolvierten dort 87 Gymnasiasten und Kollegiaten (2. Bildungsweg) ihre Abiturprüfungen. Zwei Abiturienten erhielten die Traumnote 1,0.

Christian Noack war bisher als pädagogischer Leiter am Schulzentrum „Marienhöhe“ tätig. Er unterrichtet die Fächer Religion, Geschichte, Politik und Wirtschaft. 1998 erwarb er an der Goethe-Universität Frankfurt am Main den Doktorgrad im Fachgebiet Neues Testament. Er ist auch Lehrbeauftragter an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg.

„Was uns auszeichnet, ist der wertschätzende Umgang mit den Schülerinnen und Schülern“, sagte Noack in einem Interview mit der Freikirchenzeitschrift „Adventisten heute“. „Natürlich haben wir auch Konflikte, Stress – wie jede Organisation, auch wenn sie christlich ist – aber wir besinnen uns immer wieder auf unsere Kernkompetenz: Wir mögen Schüler!“. Wertschätzende Begegnungen ermöglichten ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung für Kinder und Jugendliche, so der neue Schulleiter.

Noack löst Gunter Stange ab, der zum 31. Juli in den Ruhestand geht. Stange war seit 1981 auf der Marienhöhe tätig. 1991 wurde ihm die stellvertretende Schulleitung und die Aufgabe des Studienleiters, der für die gymnasiale Oberstufe zuständig ist, übertragen. Ab Frühjahr 2000 hatte er die Schulleitung übernommen.

Ebenfalls in den Ruhestand geht Dr. Wilfried Warning, Abteilungsleiter für die Realschule. Sein Nachfolger wird Reiner Junek, bisheriger Stellvertretender Schulleiter. Stefan Petersen übernimmt die stellvertretende Schulleitung.

Die adventistische Bildungsstätte zählte im abgelaufenen Schuljahr 700 Schülerinnen und Schüler. Von den 62 Lehrkräften gehören über die Hälfte der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an. Das 1925 eröffnete „Seminar Marienhöhe“ hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgte die Realschule und 2010 die Grundschule.

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Adventistischer Sender „Hope Channel“ auf „Samsung Smart TV“

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 26.08.2015 | APD | Medien

Der adventistische Fernsehsender „Hope Channel Deutsch“ kann ab sofort noch einfacher auf Smart TVs der Marke Samsung empfangen werden. Einzige Voraussetzung sei eine Internet-Anbindung des Fernsehers, teilte der Sender mit.

Auf dem Smart TV, einem Fernseher mit Computer-Zusatzfunktionen, ist es nach Installation der „Smart TV App“, einer kostenlosen Anwendungssoftware, möglich, „Hope Channel Deutsch“ auch ohne Satellitenempfang oder digitales Fernsehen zu sehen. Sendungen aus der Mediathek können jederzeit abgerufen werden. Nach Angaben des Senders stehe neben Mediathek und Livestream auch eine Übersicht über das Fernsehprogramm zur Verfügung.

Angebot in ganz Europa ab sofort verfügbar
Das Angebot sei für Nutzer in ganz Europa ab sofort verfügbar; in den USA schon seit einem Jahr. In der weltweiten Senderfamilie strahlen derzeit 36 Hope Channel-Kanäle ihre Programme in den jeweiligen Landessprachen aus. Die App biete auch Zugriff auf Kanäle mit Programmen in Englisch, Rumänisch, Spanisch, Portugiesisch oder Arabisch.

Die „Smart TV App“ steht als Vollversion zum kostenlosen Download im Samsung App Store zur Verfügung (www.samsung.com/us/appstore/app/G00017764365).

„Hope Channel Deutsch“ ist eine Einrichtung des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, das seinen Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt/Deutschland hat.

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