APD-INFORMATIONEN 9/2015 - SEPTEMBER 2015

Christen aus Politik und Kirchen bitten um den Schutz Gottes

Bern/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Schweiz

Unter dem Patronat der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen AGCK in der Schweiz versammelten sich am 19. September rund 400 Christinnen und Christen aller Denominationen und Gottesdiensttraditionen, um für die Menschen in der Schweiz zu beten. Gebetet wurde auch um einen menschenwürdigen Umgang mit den Flüchtlingen in der Schweiz. Der Anlass „ein Gebet voraus“ wurde einen Tag vor dem Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag von Kirchen und christlichen Organisationen veranstaltet.

Das „Gebet voraus“ fand am 19. September auf der grossen Schanze in Bern statt. Es sei eine alte, noch lebendige Tradition in der Schweiz, dass auf Geheiss der Regierungen in den Kirchen für das Land gebetet werde, heisst es in einer Medienmitteilung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz.

„Der Bettag hat eine wertvolle staatspolitische Bedeutung, weil er ein wunderbares Bild der multikulturellen Prägung der Schweiz zeichnet, sagte der Grossratspräsident des Kantons Bern, Marc Jost, in seiner Ansprache an die versammelten Christen. „Bei der Gründung des Bundesstaates im Jahr 1848 wurde der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag von der Obrigkeit verordnet. Er sollte ein Tag sein, der in der stark fragmentierten Schweiz von den Angehörigen aller Parteien und Konfessionen gefeiert werden konnte“, so Jost.

Ein besonderes Gebet für Flüchtlinge
Ständerätin Anne Seydoux-Christe plädierte für einen menschlichen Empfang der Flüchtlinge. „In diesen turbulenten Zeiten müssen wir uns umso mehr Zeit nehmen fürs Beten und Nachdenken über die grundlegenden christlichen Werte wie Solidarität, Respekt und Toleranz“, so die Ständerätin.

Der Anlass wurde genutzt, um speziell für die Flüchtlinge zu beten: „Vergib uns, wenn wir uns nicht genug um Fremden mitten unter uns kümmern; wenn wir uns aus Angst vor Menschen verschliessen, die eine andere Erziehung, eine andere Kultur haben als wir“, wurde im öffentlichen Bussgebet gebetet.

Kollekte für Flüchtlingsprojekte
Durch die in der Kollekte eingegangenen Gelder sollen laut den Organisatoren zwei Projekte zur Integration von Flüchtlingen unterstützt werden: Das Projekt „Neue Gärten“, des Hilfswerks HEKS, will Migranten zur Mitarbeit in Familiengärten einladen. Dadurch sollen Asylsuchende nicht nur zu einer sinnvollen Beschäftigung kommen, sondern vor allem auch zu wichtigen sozialen Kontakten und zu praktischer Unterstützung in Alltagsfragen. Das zweite Projekt, das von den Spenden profitieren soll, ist die von der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA.RES) aufgebaute Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen (BIR) in Thun und Genf.

Eine Veranstaltung vieler Schweizer Kirchen
Das Patronat der Veranstaltung „ein Gebet voraus“ hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen AGCK in der Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kirchenbund (SEK), der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA.RES), den Freikirchen Schweiz (VFG) sowie der überkonfessionellen Organisation „Gebet für die Schweiz“.

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Armenischer Katholikos Aram I. besucht die Schweiz

Bern/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Schweiz

Der armenisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I., besucht von 24. bis 26. September die Schweiz. Anlass ist das 100-Jahr-Gedenken an den Beginn des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich sowie die Dankbarkeit für die Schweizer Solidarität.

Im Hinblick auf die Reise erklärte Aram I. in seiner Residenz im libanesischen Antelias: "Ich möchte unserer tief empfundenen Dankbarkeit für die Solidarität Ausdruck verleihen, die das Schweizer Volk den Armeniern seit 100 Jahren bezeugt. Ich möchte all die 'Gerechten' würdigen, die ihre Kraft, ja ihr Leben für die armenische Sache eingesetzt haben. Es ist mein Wunsch, mit diesen Feierlichkeiten die Zusammenarbeit zwischen unseren Völkern zu vertiefen, damit wir uns gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit engagieren. Ich rufe die Schweizerinnen und Schweizer auf, sich für die Kriegsopfer von heute, insbesondere für jene aus dem Nahen Osten, einzusetzen".

Gottfried Locher: Helfen ist ein Grundwert
Bezüglich der jahrhundertelangen Leidensgeschichte der christlichen Armenier appellierte Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK): "Den Leidenden zu helfen, das ist ein Grundwert nicht nur des christlichen Glaubens, sondern auch unseres Landes. Folgen wir also dem Beispiel derer, die uns diese Werte vorgelebt haben, und setzen wir sie weiterhin in die Praxis um".

Besuchsprogramm des Katholikos von Kilikien in der Schweiz
Aram I. wird laut Christian Schäffler/CBS KULTUR INFO zunächst am 24. September im waadtländischen Begnins bei einer Gedenkfeier sprechen. Der reformierte Pfarrer Antoine Krafft-Bonnard gründete 1921 In Begnins ein Waisenhaus für armenische Kinder. Am 25. September findet im Berner Münster eine "Nationale Gedenkfeier" für die Opfer des Völkermords an den Armeniern statt. Die vom Evangelischen Kirchenbund (SEK) organisierte ökumenische Feier wird vom Ensemble "Eskeniangeli" begleitet, das armenische liturgische Klänge mit Barock verbindet.

An der Feier werden neben Vertretern der armenischen Gemeinden in der Schweiz, der Schweizer Bischofskonferenz, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Bern und des Israelitischen Gemeindebundes auch hochrangige Vertreter der Politik sowie Nachfahren des "schweizerischen Vaters der Armenier", Jakob Künzler, teilnehmen. Der Katholikos wird eine Ansprache halten. Am 26. September wird Aram I. in Walzenhausen (AR), dem Geburtsort Künzlers, eine Gedenkfeier leiten.

Jakob Künzler: Krankenpfleger, Arzt, Retter und Betreuer armenischer Waisen
Jakob Künzler (1871-1949) war ein Schweizer Zimmermann, evangelischer Diakon und Missionar, Krankenpfleger, Arzt, Retter und Betreuer Tausender armenischer Waisen und Witwen während und nach dem Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich. 1893 liess er sich im Diakonenhaus der Basler Mission zum evangelischen Diakon in Krankenpflege ausbilden. 1899 ging er mit der "Christlichen Orientmission" nach Urfa in Anatolien. Der hilfsbereite, gesellige und sprachbegabte Krankenpfleger Künzler lernte dort Türkisch, Armenisch, Kurdisch, Arabisch und später auch noch Französisch. Im Schweizer Spital, wo Menschen aller Religionen und Ethnien behandelt wurden, fand er seinen Wirkungsort als Krankenpfleger. Wegen des Mangels an Ärzten bildete er sich medizinisch weiter bis zum selbständigen Operateur, baute die Klinik aus und gründete eine Knabenschule. Während eines Urlaubs in der Schweiz 1919 absolvierte er die Fähigkeitsprüfung zum Arzt an der Universität Basel mit Auszeichnung.

Augenzeuge des Völkermordes
Ab 1915 wurde er in Urfa Augenzeuge des Völkermordes an den Armeniern. Unter Lebensgefahr halfen er, seine Frau – die Enkelin einer äthiopischen Prinzessin - und die Dänin Karen Jeppe, wo sie konnten. Sie versorgten Hungernde und Nackte, versteckten Flüchtlinge, sorgten für Tausende von armenischen Waisen und führten den Spitalbetrieb in der Stadt Urfa notdürftig weiter. Dank guter Beziehungen auch zu Muslimen konnte seine Frau mit Hilfe von Freundinnen Frauen nach Aleppo in Sicherheit bringen. So konnten sie etwa 2.700 armenische Christen vor dem Tod bewahren.

1922 musste Künzler auf türkischen Druck das Spital in Urfa schliessen, er zog mit seiner Familie und etwa 8.000 armenischen Waisen zu Fuss, in Kutschen und auf Lastwagen ins französische Mandatsgebiet in Syrien und später nach Ghazir in der Nähe von Beirut. In Ghazir eröffnete er mit seiner Frau ein Zentrum für mehr als 1.400 Waisenmädchen, sie ermöglichten vielen davon eine Ausbildung zur Teppich-Weberin. 1932 errichtete er in Bourj Hammoud bei Beirut eine Siedlung mit 377 Wohnungen für armenische Witwen, die später zu einem Zentrum mit Behindertenheim, Schule und Klinik umfunktioniert wurden. Trotz Armamputation 1923 arbeitete er unermüdlich weiter, weil ihn die Not der armenischen Flüchtlinge nicht mehr los liess.

Bruder Jacob
Um seines selbstlosen Einsatzes willen wurde Künzler auch Bruder Jacob genannt. Abel Manoukian hat die Gesten der Schweizer Solidarität gegenüber dem armenischen Volk in einem neuen Buch dargestellt. "Zeugen der Menschlichkeit - Der humanitäre Einsatz der Schweiz während des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich 1894-1923. Zum 100. Gedenkjahr des Völkermordes" erscheint Ende September in deutscher Sprache beim Schweizerischen Evangelischer Kirchenbund (SEK).

Text von Christian B. Schäffler (CBS KULTUR INFO) 2015. Mit News-Input von der Stiftung Pro Oriente, Wien.

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Dachverband Freikirchen VFG publiziert Selbstdarstellung

Bern/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Schweiz

Mit der am 16. September publizierten „Erklärung Freikirchen“ des Verbands der Evangelischen Freikirchen und Gemeinden Schweiz VFG wolle er „zu einigen in der Öffentlichkeit diskutierten Fragen seine gemeinsamen Überzeugungen bekannt“ geben, heisst es in der VFG-Medienmittteilung. Die in Themenfeldern gegliederten Statements wollten Gemeinsamkeiten der im Verband zusammengeschlossenen Freikirchen betonen ohne aber „all unsere Unterschiede in theologischen Fragen“ aufzuheben.

Überzeugungen
Demnach richten die Freikirchen der VFG ihre Arbeit nach folgenden Überzeugungen aus: Jesus Christus stehe im Zentrum ihres Glaubens. Für die Lebensgestaltung orientierten sie sich an biblischen Werten und fühlten sich im Bekenntnis der Glaubensbasis der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA verpflichtet. Sie würden den Rechtsstaat anerkennen und sich aktiv für den Zusammenhalt der Gesellschaft engagieren. Gemäss den Aussagen Jesu würden sie alle Menschen einladen, ihn kennen zu lernen. Dieses missionarische Angebot sowie die weiteren Aktivitäten der dem Verband angeschlossenen Freikirchen seien von Transparenz geprägt und setzten „Freiwilligkeit sowie Gewissensfreiheit“ voraus.

Ethik – biblische Werte fördern
Bei Entscheidungen bezüglich Werten richteten sich die VFG-Freikirchen nach den zehn Geboten, dem neutestamentlichen Liebesgebot und der Bergpredigt aus. Deshalb engagierten sie sich für: „Glaubensfreiheit, Nächstenliebe, Vergebung,... Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Lebensrecht, Schutz von Schwachen, Wiederherstellung von Zerbrochenen, Hilfe für Bedürftige“.

Finanzen – freiwillige Spenden, keine Kirchensteuer
Bezüglich Finanzen hält die Erklärung fest, dass sich die VFG-Freikirchen „ausschliesslich durch freiwillige Spenden, Mitgliederbeiträge, Zuwendungen und Erträge“ finanzierten, hingegen keine Kirchensteuer erheben würden. Die Verwendung der Gelder sei transparent und werde in den Jahresberichten ausgewiesen sowie von Rechnungsrevisoren überprüft.

Strukturen – Mitgliedschaft nicht als Säugling, sondern bei religiöser Mündigkeit
Die Mitgliedskirchen des VFG seien vereinsrechtlich organisiert, so die Erklärung. Voraussetzung zur Mitgliedschaft in einer Freikirche sei religiöse Mündigkeit sowie der Glaube an Jesus Christus. Mitarbeitende in Freikirchen hätten einen Arbeitsvertrag mit branchenüblichem Lohn und verpflichteten sich auch privat, die Werte der Freikirche zu vertreten und zu leben. Der grösste Teil der Arbeit in Freikirchen werde aber von „ehrenamtlichen Mitarbeitenden unentgeltlich erbracht“.

Ehe- und Familienbild – Mann und Frau gleichwertig
Im Dokument wird die Genderfrage mit der Aussage beantwortet, dass der Mensch als Mann und Frau geschaffen worden sei. Die beiden Geschlechter ergänzten sich und seien gleichwertig. Kinder wolle man zu gesunden und mündigen Erwachsenen erziehen, lehne dabei aber Gewaltanwendung ab.

Kinder- und Jugendarbeit – Ganzheitlich fördern
Kinder und Jugendliche würden ganzheitlich sowie nach christlichen Werten gefördert. Fachpersonen schulten die Mitarbeitenden im Kinder- und Jugendbereich und es würden die Richtlinien der Verbände zur Prävention sexueller Ausbeutung gelten.

Sozialarbeit und Beratung – Begleitung unabhängig von Konfession
Die Beratung und Unterstützung von Menschen geschehe unabhängig von ihrer Glaubensüberzeugung. Wenn es angezeigt erscheine, werde die Person auf professionelle Angebote hingewiesen.

Politik – Ermutigung zu Engagement in Gesellschaft
Die Freikirchen ermutigten ihre Mitglieder, sich politisch zu engagieren. Dabei seien sie in ihrer politischen Meinung und in ihrem Engagement frei. Abstimmungsparolen der Freikirchen seien als Empfehlungen zu verstehen.

Das am 11. September von der VFG Leiterkonferenz angenommene Dokument ist laut Begleitschreiben im Austausch mit Fachstellen und den Leitern Freikirchen VFG entstanden und von einer Arbeitsgruppe des VFG erarbeitet worden. Darin wird zur „Erklärung Freikirchen“ festgehalten, dass „der VFG gegenüber den angeschlossenen Freikirchen keine Weisungsbefugnis hat“.

Freikirchen VFG sind folgende, dem Dachverband Freikirchen VFG angehörige, Freikirchen, Gemeinden und Gemeinschaften:
• Bewegung Plus
• Bund Evangelischer Gemeinden (BEG) / New Life International (NLI)
• Bund Schweizer Baptistengemeinden
• Bund der Evangelischen Täufergemeinden (ETG)
• Chrischona-Gemeinden Schweiz
• Evangelisches Gemeinschaftswerk (EGW)
• Evangelisch-methodistische Kirche (EMK)
• Freie Charismatische Gemeinden der Schweiz (FCGS)
• Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz (FEG)
• GvC Bewegung
• Heilsarmee
• Konferenz der Mennoniten der Schweiz (Alttäufer)
• Schweizerische Pfingstmission (SPM)
• Vereinigung Freier Missionsgemeinden (VFMG)
• Vineyard Bewegung Deutschland, Österreich, Schweiz

Adventisten sind nicht VFG-Mitglied
Die „Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“ in der Schweiz hat in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen der Schweiz den Gaststatus, ist aber nicht Mitglied des Verbands der Evangelischen Freikirchen und Gemeinden Schweiz VFG. In Deutschland ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF).

Die „Erklärung Freikirchen“ steht auf der VFG-Website als Download zur Verfügung:
http://www.freikirchen.ch/fileadmin/user_upload/Stellungnahmen/2015_09_11_Erklaerung_Freikirchen_VFG.pdf

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SEK für eine klare rechtliche Regelung der Präimplantationsdiagnostik

Bern/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Schweiz

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK begrüsst die Lancierung des Referendums gegen das Fortpflanzungsmedizingesetz FMedG. In der Volksabstimmung vom 14. Juni und der damit beschlossenen Verfassungsänderung sei zwar der Embryonenschutz aufgehoben worden, was sich mit dem Referendum nicht korrigieren lasse, heisst es in der SEK-Medienmitteilung. Ein Referendum eröffne aber die Möglichkeit, auf Gesetzesebene verbesserte Schutzmassnahmen zu etablieren.

Die Revision von Art. 119 Bundesverfassung habe „eine Dilemmasituation geschaffen“. Sie erlaube die Einführung der Präimplantationsdiagnostik PID, aber um den Preis des Verlusts des Embryonenschutzes in der Verfassung. Das Referendum müsse deshalb auf einen verbesserten gesetzlichen Schutz des Embryos zielen, schreibt der SEK. Die im Rahmen von PID-Verfahren anfallende Embryonenselektion müsse in ihren Konsequenzen sichtbar gemacht und sichergestellt werden, damit Präimplantationsdiagnostik in Ausnahmesituationen und nicht routinemässig oder willkürlich optional eingesetzt werde.

Ein klarer rechtlicher Rahmen ist nötig
Aus Sicht des Kirchenbundes soll die Präimplantationsdiagnostik Eltern mit Anlagen zu schweren Erbkrankheiten erlaubt werden. Die genetisch begründete Selektion von Embryonen stosse jedoch in den „hoch sensiblen und problematischen Bereich der Eugenik vor“, d.h. der künstlichen Selektion und Kontrolle der menschlichen Fortpflanzung. Das Bewusstsein für die Schwere der Entscheidung müsse gestärkt und durch eine strikte rechtliche Regelung gestützt werden, fordert der SEK.

Überzählige Embryonen als Retterbabys?
Das revidierte Fortpflanzungsmedizingesetz lässt die Herstellung von bis zu 12 Embryonen ausserhalb des Mutterleibes zu. Damit sollen günstige medizinische Bedingungen für eine künstliche Befruchtung geschaffen und die Belastungen für die Mutter begrenzt werden. Die Frage nach dem Umgang mit überzähligen, nicht eingepflanzten Embryonen habe sich laut Kirchenbund bisher nicht gestellt, weil sie gemäss geltendem Recht nicht vorgekommen seien. Zukünftig sei es aber erlaubt, überzählige Embryonen einzufrieren, um sie für einen weiteren Befruchtungszyklus oder auch andere Anwendungen aufzubewahren. Damit werde die Schweiz in Zukunft vermehrt über tiefgefrorene und für die Fortpflanzung nicht benötigte Embryos verfügen. Das werfe weitreichende und bisher völlig ungeklärte Fragen nach alternativen Verwendungsmöglichkeiten auf, so der SEK.

Referendum
Der Kirchenbund hat sich im Rahmen der Volksabstimmung zur Revision von Artikel 119 BV für eine enge Legalisierung der Präimplantationsdiagnostik, aber gegen die Aufhebung des Embryonenschutzes in der Verfassung ausgesprochen. Er unterstütze das Referendum, weil es die Chance biete, einige Korrekturen vorzunehmen, beteilige sich aber nicht an der Unterschriftensammlung für das Referendum.

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Kampagne der Evangelischen Allianz: „Ich glaube. Ich wähle!“

Zürich/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Schweiz

Mit dem Kampagnenslogan „Ich glaube. Ich wähle“ ruft die Schweizerische Evangelische Allianz SEA Christen die Bürgerpflicht im Zusammenhang mit den Eidgenössischen Wahlen vom 18. Oktober in Erinnerung.

Über 100 Gesichter ermutigen zum Wählen
In wenigen Tagen hätten mehr als 100 Menschen auf einen Aufruf der Schweizerischen Evangelischen Allianz reagiert und ein Foto mit ihrem Gesicht eingeschickt. Sie träten damit dafür ein, dass Christen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und sich an den Parlamentswahlen am 18. Oktober beteiligen sollten, so die SEA.

Werte einbringen
„Aus christlicher Sicht gibt es keinen Grund, auf das demokratische Recht des Wählens zu verzichten“, heisst es in der SEA-Medienmitteilung. Es sei vielmehr so, dass gläubige Menschen eine besondere Verpflichtung hätten, das Wahlrecht auszuüben und damit einen persönlichen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung der Schweiz zu nehmen. Bekennende Christen hätten eine hohe Sensibilität für Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität, Barmherzigkeit, Religionsfreiheit, das Wohlergehen der Familie oder den Schutz des Lebens. Mit der Wahl könnten sie sich für jene Kandidaten und Kandidatinnen entscheiden, die diese Werte teilten.

Sich informieren
Die Schweizerische Evangelische Allianz gibt keine Empfehlung für eine bestimmte politische Partei ab. Sie rät aber dazu, sich frühzeitig mit den verschiedenen Kandidierenden und den Zielen sowie den Programmen der Parteien und politischen Gruppierungen auseinanderzusetzen. Die SEA empfiehlt als hilfreiches Instrument die Online-Wahlhilfe Smartvote (www.smartvote.ch), die es ermögliche, die eigene politische Haltung mit derjenigen von Parteien und Kandidierenden zu vergleichen.

Plakate bestellen
Das Plakat als pdf-Datei: http://www.each.ch/sites/default/files/Plakat_A4.pdf
Die gedruckten Wahlplakate in A2-Format können bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz (info@each.ch, 043 366 60 80) bestellt werden.

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Adventisten in der Schweiz wählen Kirchenleitung

Biel/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Schweiz

An der alle fünf Jahre stattfindenden Generalversammlung der Schweizer Union der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten haben am 6. September in Biel 25 Delegierte aus den Kirchgemeinden den Vorstand und die Geschäftsleitung neu gewählt.

Die 4.537 erwachsen getauften Adventisten in der Schweiz sind nach Sprachzugehörigkeit in zwei Vereinigungen aufgeteilt: in die "Deutschschweizerische Vereinigung" DSV mit Sitz in Zürich und in die "Fédération de la Suisse Romande et du Tessin" FSRT mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Union, die nationale Kirchenleitung. Alle fünf Jahre findet eine Generalversammlung mit Delegierten aus den Gemeinden statt, welche den Vorstand und die Geschäftsleitung wählt sowie die Berichte abnimmt.

Neue Geschäftsleitung
Als Präsident der Schweizer Adventisten wurde Pastor Günter Maurer gewählt, der gleichzeitig auch Präsident der Adventisten in der Deutschschweiz ist. Exekutivsekretär wurde Pastor David Jennah, der als Präsident der Adventisten in der welschen Schweiz sowie im Tessin amtet. Jean-Luc Waber wurde zum Finanzchef gewählt, der in dieser Funktion auch in der Deutschschweizerischen Vereinigung tätig ist.

Die Statuten der Schweizer Union schreiben vor, die Aufgaben der Geschäftsleitungsmitglieder auf Unionsebene mit Geschäftsleitungsmitgliedern der beiden Vereinigungen zu besetzen. Zudem besteht eine Absprache zwischen beiden Vereinigungen, dass das Amt des Präsidenten sowie des Exekutivsekretär der Schweizer Union alle fünf Jahre zwischen den jeweiligen Vereinigungspräsidenten wechselt, sagte Günther Maurer.

Neuer Vorstand mit drei Frauen
In den achtköpfigen Vorstand der Schweizer Union der Siebenten-Tags-Adventisten wurden auch drei Frauen gewählt. Neben den Mitgliedern der Geschäftsleitung gehören dem Vorstand folgende Personen an: Silvana Gasser, Anneliese Béal und Rickson Nobre (FSRT) sowie Evelyn Studer und Martin Wälti (DSV).

Mitgliederzahl der Adventisten in der Schweiz ist leicht gewachsen
Laut dem Bericht des ehemaligen Exekutivsekretärs ist die Zahl der Adventisten in der Schweiz in den vergangenen fünf Jahren um 227 Personen gewachsen. Dies sei aber primär „Transferwachstum“ und stamme davon, dass mehr Adventisten aus dem Ausland zugewandert als ausgewandert seien. Ende 2014 gab es in der Schweiz 4.537 erwachsen getaufte Mitglieder, die jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, in rund 50 Gemeinden Gottesdienst feiern.

Einige Hundert Kinder und Jugendliche sind in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die protestantische Freikirche keine Kinder tauft, sondern ihnen den Entscheid zum Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, wenn sie sich selbst entscheiden können. Weltweit gehören über 18,5 Millionen Personen der Kirche an.

Institutionen und Werke der Adventisten in der Schweiz
Die Adventisten in der Schweiz führen die „Privatschule A bis Z“ in Zürich, zwei Jugendhäuser, in St. Stephan/BE und Les Diablerets/VD, drei Alters- und Pflegeheime in Epalinges/VD, Krattigen/BE und Oron/VD sowie zwei Altenwohnheime in Gland/VD und Krattigen/BE, den Advent-Verlag in Krattigen sowie eine Versandstelle für französische Bücher in Renens. Im Weiteren unterhalten sie das "Internationale Bibelstudieninstitut" (IBSI) und das Religionspädagogische Institut (RPI) in Zürich sowie das „Institut d'Etude de la Bible par Correspondance“ (IEBC) in Renens. In Gland/VD befindet sich die Klinik „La Lignière“, spezialisiert auf Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen.

Ausbildung für Pastoren und Pastorinnen
Die Pastoren und Pastorinnen der Deutschschweiz werden vor allem im Theologischen Seminar "Bogenhofen" in Oberösterreich ausgebildet, das von den Adventisten in der Deutschschweiz und Österreich gemeinsam getragen wird. Die Pastoren der welschen Schweiz lassen sich vorwiegend am Campus Adventiste du Salève in Frankreich ausbilden.

Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die „Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich, ein Partnerhilfswerk der Glückskette. Der „Adventistische Pressedienst“ APD Schweiz, Basel, richtet seine Dienste vor allem an die säkularen sowie kirchlichen Medien. Die Schweizerische Liga Leben und Gesundheit, Zürich, bietet mit ihren Seminaren in rund 40 Ortsgruppen ganzheitliche Gesundheitsförderung an: körperlich, seelisch, spirituell und sozial.

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). In sieben kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (AG, BL/BS, GE, SH, TI, VD, ZH) sind sie Mitglieder oder haben den Gaststatus.

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Wechsel in der Finanzabteilung der Deutschschweizer Adventisten

Zürich/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Schweiz

Per 1. September hat Jean-Luc Waber (55) die Leitung der Finanzabteilung der Deutschschweizerischen Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten DSV übernommen. Der Vorgänger, André Rüegg, ist nach 32 Jahren im Dienst der Freikirche in den Ruhestand getreten.

Die 32 Kirchgemeinden der 2.507 Adventisten in der Deutschschweiz sind in einer Vereinigung zusammengeschlossen. Die Adventisten sind weltweit in der demokratisch-repräsentativen Form der Kirchenverwaltung verfasst. Danach beruht die Autorität der Freikirche auf ihren Mitgliedern. Diese übertragen repräsentativen Gremien und Verantwortungsträgern die Leitung der Kirche. Diese Leitungs- und Verwaltungsfunktion übernimmt bei den Adventisten auf regionaler Ebene die Vereinigung, der Zusammenschluss aller Adventgemeinden in einem geographischen Gebiet. Die Finanzabteilung der Deutschschweizerischen Vereinigungleitung ist mit 270-Stellenprozenten dotiert.

„Ich möchte dazu beitragen, dass die uns anvertrauten Mittel bestmöglich zur Verbreitung des Evangeliums dienen“, sagte Jean-Luc Waber, der neue Rechnungsführer der Adventisten in der Deutschschweiz.

Werdegang
Der 55-jährige Finanzchef hat das Studium als Agronom an der ETH Zürich abgeschlossen und anschliessend fünf Jahre im Aussendienst, in Gesundheits- und Jugendprojekten gearbeitet. Während zwölf Jahren leitete er das Reformhaus Country Life in Basel sowie die Stiftung „die Knospe“, welche sich in der Gesundheitsarbeit engagierte. In den folgenden dreizehn Jahren leistete Waber Entwicklungshilfe in einem von privaten Spendern getragenen christlichen Landwirtschafts- und Schulprojekt in Tansania. Er baute eine landwirtschaftliche Schule auf, nutzte den Ertrag für den Unterhalt des Projekts, leitete die Herstellung und den Vertrieb von Büchern im eigenen Verlag und war Leiter Finanzen aller Bereiche. Jean-Luc Waber spricht Deutsch, Französisch, Englisch und etwas Suaheli.

Der Schweizer ist verheiratet und Vater von sechs Kindern, die teilweise die Berufsausbildung abgeschlossen haben oder noch in Ausbildung beziehungsweise am Studieren sind. Er liebe das Wandern, Joggen und Schwimmen sowie selbst Musik (Flöte) zu machen oder zu hören.

Nach 32 Jahren im Dienst der Kirche pensioniert
André Rüegg (65) hatte acht Jahre in der Buchhaltung der Finanzabteilung gearbeitet bevor er zum Rechnungsführer der Deutschschweizerischen Vereinigung gewählt wurde. Er war auch langjähriger Rechnungsführer der Schweizer Union, dem Zusammenschluss der beiden Vereinigungen in der Schweiz. Die letzten Dienstjahre waren von reger Bautätigkeit geprägt. So wurde 2009 das neue Zentrum der Kirchenleitung mit integrierter Privatschule und Ortsgemeinde in Zürich-Affoltern erstellt sowie Neu- und Umbauten von kirchlichen Begegnungszentren in Baar/ZG (2015), Mellingen/AG (2015), Reinach/AG (2012), Schaffhausen (2014).

Keine Kirchensteuer
Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren, die Abteilungsarbeit und Institutionen der Kirche durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnten gehört. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte. Die Finanzverwaltung verwaltet diese Gelder, zahlt den Pastoren den Lohn und leitet Gelder, die wöchentlich im ersten Teil des Gottesdienstes in den Ortsgemeinden für Missionsprojekte in Übersee gespendet wurden an die entsprechenden kirchlichen Instanzen im Ausland weiter.

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Generationenwechsel im Advent-Verlag Zürich

Zürich/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Schweiz

Die Mitgliederversammlung des 1929 gegründeten Advent-Verlags Zürich hat am 8. September einen Generationenwechsel bei den Mitgliedern der Geschäftsleitung beschlossen.

Geschäftsführer: Dominik Maurer
Demnach übernimmt ab 1. Oktober der bisherige Verkaufsleiter Aussendienst des Verlags, Dominik Maurer (33), die Geschäftsführung. Als Verkaufsleiter war Maurer, der auch Maurer gelernt und die vierjährige Pastorenausbildung sowie die Zeit als Pastoralassistent absolviert hat, während zwei Jahren tätig. Er verstehe die 23 Buchberater im Aussendienst, die von Haus zu Haus die Produkte des Advent-Verlags präsentieren, als äusserst wichtige Mitarbeiter, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gute und wertvolle Bücher zu vermitteln.

Dominik Maurer löst Christian Alt (55) ab, der ebenfalls Pastor ist und den Verlag seit Juni 1997 führte. Im Herbst 2014 orientierte Alt den Verlagsvorstand, dass er sich nach 18 Jahren Geschäftsleitung beruflich neu orientieren wolle. Er freue sich über die gefundenen Nachfolgeregelungen und sei überzeugt, dass die jungen Führungskräfte dem Verlagshaus der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten neuen Schwung verleihen werden.

Finanzchef: Thilo Schneider
Neuer Finanzchef ist seit dem 1. September Thilo Schneider (37). Schneider arbeitet in einem Teilpensum von 40 Prozent für den Advent-Verlag und mit einem Stellenanteil von 60 Prozent für die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Schweiz. Der studierte Betriebswirt aus Deutschland war im Detailhandel tätig und vor dem Wechsel zum Hilfswerk im April 2012 als Leiter Controlling bei der Migros-Genossenschaft in der Ostschweiz verantwortlich.

Schneider tritt an die Stelle von Jolanda Mathys (51), die aus familiären Gründen ihr berufliches Engagement reduzieren wollte.

Verkaufsleiter Aussendienst: Helmut Kienreich
Ab 1. November wird der Österreicher Helmut Kienreich (38) neuer Verkaufsleiter Aussendienst. Er ist Schreiner und hat auch eine Ausbildung als Fachsozialbetreuer absolviert sowie fünf Jahre in den mobilen Diensten der Steiermark/Österreich auf dem Beruf gearbeitet. Kienreich hat auch zwei Jahre als Buchberater im Aussendienst des adventistischen Wegweiser-Verlags in Österreich gewirkt. Die letzten Jahre hat er bei der Firma Cablex als Bauleiter Funk gearbeitet.

Wechsel in der Chefredaktion: Stephan Freiburghaus
Bereits 2014 kam es in der Redaktion des Verlages zu einem Generationenwechsel, als der Chefredaktor, Gunther Klenk (64), in den Ruhestand trat und die Redaktion des Magazins „Leben & Gesundheit“ an Stephan Freiburghaus (47) übergab.

Verlagsprojekte unter der Leitung von Christian Alt
Unter der 18-jährigen Leitung von Christian Alt wurde die von seinem Vorgänger Paul Hofmann begonnene vierbändige Kinderbuchreihe „Meine Geschichtenkiste“ vollendet und die Gesundheitsbuchreihe „Top Life“ - aktuell 8 Bände - lanciert.

Im Mai 2013 kam die erste Ausgabe des seit 1929 erscheinenden, von Grund auf neu konzipierten und gestalteten Lebensstilmagazins „Leben & Gesundheit“ heraus. Es orientiert sich am weltweit bekannten NewstartPlus® Gesundheitskonzept und erfreut sich laut Advent-Verlag konstanter Nachfrage (Auflage 11.000).

Neben verschiedenen kleineren Buchprojekten wurde von 2009 bis 2015 eine illustrierte und neu übersetzte fünfbändige Buchreihe (2.700 Seiten) aus der Feder der amerikanischen Schriftstellerin Ellen G. White (1827-1915) unter dem Titel „Die Geschichte der Hoffnung“ herausgegeben. Es handelt sich dabei um das bedeutendste religiöse Werk der weltweit am meisten übersetzten Autorin und Mitbegründerin der Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten. Der internationale Bestseller beschreibt in anschaulicher und leicht verständlicher Sprache die biblische Heilsgeschichte.

Advent-Verlag Zürich
Das adventistische Verlagshaus wurde 1929 als "Advent-Verlag Zürich" durch die deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit dem Ziel gegründet, "Bücher und Zeitschriften, welche christliche Werte lebensnah und praktisch präsentieren, herzustellen und zu verbreiten".

Der Verlagsbetrieb expandierte in den fünfziger und sechziger Jahren. Im Jahr 1966 übersiedelte der Verlag in einen Neubau in Krattigen/BE. Der Verwaltungssitz blieb in Zürich. Das operative Zentrum in Krattigen erhielt den Namen "Advent-Verlag Zürich, Zweigstelle Krattigen."

Seit der Gründung standen beim Sortiment die pädagogische Kinderliteratur sowie Bücher und Zeitschriften zur Familien- und Gesundheitsförderung im Vordergrund.
Heute umfasst das Verlagssortiment Eigen- und Fremdproduktionen aus den Themenbereichen Gesundheit, Lebenshilfe, Lebenspraxis, Glaube und Bibel sowie Kinderbücher und Kinderbibeln.

Neben der direkten Verlagsauslieferung erfolge der Vertrieb der Bücher und Periodika hauptsächlich über ein flächendeckendes Vertriebsnetz durch 21 Aussendienstmitarbeiter - davon 8 vollzeitlich, den Buchhandel sowie über einen christlichen Buchclub.

Zu den Bestsellern zählen nach Angaben des Advent-Verlags die vierbändige Kinderbuchreihe „Meine Geschichtenkiste“ und das fünfbändige Set zur Gesundheitsvorsorge für Kinder, „Nikis Abenteuer“, das zweimonatlich erscheinende Lebensstilmagazin „Leben & Gesundheit“, die Gesundheitsbücher „Heilkräfte der Nahrung“, „Heilkräfte der Pflanzen“, Heilkräfte für den Körper“ und „Heilkräfte für Seele und Geist“, so wie die fünfbändige Kinderbuchreihe „Meine Lieblingsgeschichten aus der Bibel“ und die achtbändige Familienbibel „Menschen in Gottes Hand“.

Angebote des Advent-Verlags im Internet:
Büchersortiment der Aussendienstmitarbeiter: www.advent-verlag.ch
Magazin „Leben und Gesundheit“: www.lug-mag.com
Gesamtsortiment des kirchlichen Verlages: www.av-buchshop.ch.

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Privatschule beteiligt sich am nationalen Clean-up-day 2015

Zürich/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Schweiz

Im Rahmen des Nationalen Clean-up-days 2015 haben am Nachmittag des 11. September rund 50 Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen der „Privatschule A bis Z“ im Stadtquartier Zürich-Affoltern 127 Kilogramm liegengelassene Abfälle eingesammelt. 75 Kilogramm habe der Abfall jener Schülergruppe gewogen, welche am meisten Müll gesammelt habe, darunter Autositze und einen Fahrradrahmen.

„Man würde das gar nicht glauben, dass so viele Getränkedosen und PET-Flaschen einfach an den Strassenrand geworfen werden“, sagten Melanie und Livia aus der 3. Sekundarschulklasse. Die riesige Menge an aufgelesenen Zigarettenstummeln habe die Schülerinnen und Schüler der neu gegründeten Unterstufe sehr beeindruckt, sagte der Schulleiter Philipp Boksberger.

Der Clean-up-day wird schweizweit einmal pro Jahr von der „Interessensgemeinschaft saubere Umwelt“ (IGSU) koordiniert. Das Ziel dieser Aktion bestehe darin, Menschen für Littering – das Liegenlassen von Abfällen - zu sensibilisieren. „Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler zeigen, dass das auch funktioniert hat“, sagte Philipp Boksberger.

Der Clean-Up-Day 2015 sei ein voller Erfolg, schreibt die „Interessensgemeinschaft saubere Umwelt“ (IGSU) auf ihrer Website. Am Freitag, 11. und Samstag, 12. September 2015 hätten schweizweit über 400 Gemeinden, Schulen, Firmen und Vereine aufgeräumt und in ihrer Region Strassen, Plätze, Wiesen und Wälder von herumliegendem Abfall befreit.

Der Clean-Up-Day 2016 werde wiederum an zwei Tagen durchgeführt: Freitag, 9. und Samstag, 10. September 2016.

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Türkische Willkommensbroschüre in Evangelischer Kirche Westfalen

Bielefeld/Deutschland | 21.09.2015 | APD | International

Die Evangelische Kirche in Westfalen/Deutschland heisst in ihrer Broschüre „Protestan Kilisesine Hos Geldiniz“ Besucher eines Gotteshauses auch auf Türkisch willkommen.

Wer als Muslim eine Kirche besucht und sich neugierig umschaut, wird manche Frage haben. Welche Bedeutung hat der Altar? Warum stehen da Kerzen? Warum hängt an der Kanzel ein kleiner Vorhang? Wozu läuten Glocken? Und was hat eigentlich der Hahn auf dem Kirchturm zu bedeuten? Solche Fragen beantwortet das kleine Heft in Wort und Bild. 19 Begriffe sind einfach, aber präzise erläutert. „Nur wenn wir voneinander wissen, können wir in Frieden miteinander leben und unser Land gemeinsam gestalten“, erklärt dazu Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der Evangelischen Kirche in Westfalen.

Die 44-seitige Broschüre im Taschenformat in türkisch-deutscher und auch geplant in arabisch-deutscher Fassung richtet sich an Muslime, die in Deutschland leben, sowie an Partner, Gäste und Besucher aus der Türkei und aus dem arabischen Sprachraum – zum Beispiel Flüchtlinge, die Kirchengemeinden besuchen. Selbst einheimische evangelische Gottesdienstbesucher finden in dem Heft Informationen über ihre Kirche, die auch ihnen oft unbekannt sind.

Die Broschüre kann im Internet heruntergeladen werden unter:
http://kirchenshop-westfalen.de/redirect.php?action=product&id=58

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„Zäune in Europa sind ein Konjunkturprogramm für Schlepper“

Hannover/Deutschland | 21.09.2015 | APD | International

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm traf am 15. September im Anschluss an seine Reise nach Ungarn und Serbien (13. bis 14. September) zu Gesprächen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel ein. Im Mittelpunkt dieses ersten Treffens des EKD-Ratsvorsitzenden mit dem EU-Spitzenpolitiker sei angesichts der tagespolitischen Lage sowie der persönlichen Eindrücke Bedford-Strohms der Situation vor Ort die Flüchtlingskrise in der EU gestanden, teilte die EKD mit.

Demnach habe Heinrich Bedford-Strohm die Initiativen der EU-Kommission für einen verbindlichen Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge ausdrücklich begrüsst und sich beim Kommissionspräsidenten für dessen Einsatz für eine europäische Lösung der Krise bedankt.

Keine Kriminalisierung der Flüchtlinge
Eine Kriminalisierung von Flüchtlingen und eine weitere Abschottung Europas durch Stacheldraht und Militär stünden im Widerspruch zum Gebot christlicher Nächstenliebe, so der Landesbischof und würden das Geschäft der Schlepper nur noch lukrativer machen: „Zäune sind ein Konjunkturprogramm für Schlepper“.

Zivilgesellschaft beweist grosses humanitäres Potenzial
Bedford-Strohm habe laut EKD gegenüber Jean-Claude Juncker den vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz für die Flüchtlinge in Europa hervorgehoben. Auf seiner jüngsten Reise habe er viel Hilfsbereitschaft und Offenheit erlebt: „So viele Menschen in Ungarn und Serbien packen mit an und helfen den Flüchtlingen. Die europäische Zivilgesellschaft beweist in diesen Tagen ihr grosses humanitäres Potenzial.“

Keine einfachen Antworten in der Flüchtlingsfrage
Der EKD-Ratsvorsitzende betonte, dass die ungelöste Flüchtlingsfrage Europa vor eine grosse Bewährungsprobe stelle. „Einfache Antworten kann es nicht geben“, so Bedford-Strohm. Deshalb setze die EKD sich gemeinsam mit ihrem ökumenischen Partnern für eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge in der EU, die Schaffung menschenwürdiger Aufnahmestandards und den Ausbau legaler und sicherer Wege für Schutzsuchende nach Europa durch Neuansiedlung, Ausstellung humanitärer Visa und erleichterte Familienzusammenführung ein. Die Möglichkeiten für Migranten in der EU Arbeit aufzunehmen, sollten zudem ausgebaut und erleichtert werden.

Kurz vor seiner Zusammenkunft mit Kommissionspräsident Juncker hat EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm seine Reise nach Ungarn und Serbien beendet. Gemeinsam mit Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe, hatte er sich über die laufenden Hilfsprojekte in der Region informiert.

Egal auf welcher Fluchtroute, egal an welchem Zaun...
Nach Besuchen im ungarischen Lager bei Röszke und der serbisch-mazedonischen Grenzregion unterstrich Füllkrug-Weitzel: „Es sind weiterhin zehntausende Menschen als Flüchtlinge in Europa unterwegs. Ändern sich die Routen, folgen wir. Wir stehen den Menschen bei - egal auf welcher Fluchtroute, egal an welchem Zaun."

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Weibliche Genitalverstümmelung – ein weltweites Problem

Berlin/Deutschland | 21.09.2015 | APD | International

Zum Thema „Weibliche Genitalverstümmelung – ein globales Problem“ lud am 9. September im Rahmen der Berliner Wirtschaftsgespräche das Krankenhaus „Waldfriede“, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, nach Berlin-Zehlendorf ein. Rein wirtschaftlich betrachtet würde sich ein ganzheitliches Betreuungsangebot für Opfer der weiblichen Genitalverstümmelung nicht lohnen, betonte der Geschäftsführer des Krankenhauses, Bernd Quoss, zu Beginn der Gesprächsrunde. Doch „Waldfriede“ möchte nach den Prinzipien der christlichen Nächstenliebe diesen Frauen helfen.

150 Millionen Frauen und Mädchen betroffen
Weibliche Genitalverstümmelung, englisch „Female Genital Mutilation“ (FGM), sei ein grausames und leider weit verbreitetes Ritual, informierte der Leiter des „Desert Flower Center“ Waldfriede, der Chefarzt und Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Professor Dr. med. Roland Scherer, in seinem Impulsvortrag. Alle elf Sekunden werde weltweit ein Mädchen durch die sogenannte rituelle Beschneidung der Genitalien verstümmelt. Jeden Tag teilten 8.000 Mädchen dieses Schicksal. Global seien nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 150 Millionen Frauen und Mädchen beschnitten. FGM geschehe nicht nur in bestimmten Regionen Afrikas, sondern auch in einigen Ländern Asiens. Durch die Migration käme dieses Problem auch nach Nordamerika, Europa und Australien. Selbst in Deutschland einschliesslich Berlin lebten bis zu 50.000 Opfer.

Zehn Prozent der Mädchen sterben
Bei der Genitalverstümmelung würden einem Mädchen im Alter von vier bis zwölf Jahren die Klitoris sowie häufig auch die inneren und äusseren Schamlippen abgeschnitten. Die Beschneidung werde von professionellen Beschneiderinnen, traditionellen Hebammen oder Grossmüttern durchgeführt. Diese hätten kaum medizinische Kenntnisse. Die etwa 15 Minuten dauernde Prozedur geschehe ohne Narkose und völlig unhygienisch. Zehn Prozent der Mädchen würden deshalb an den unmittelbaren Folgen und weitere 25 Prozent an langfristigen Komplikationen von FGM sterben. Das sehr alte Ritual gehe auf die Pharaonenzeit in Ägypten zurück und sei schon an Mumien aus dem 17. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar.

Ganzheitliche Hilfe im „Desert Flower Center“ Waldfriede
Das „Desert Flower Center“ Waldfriede in Berlin-Zehlendorf wurde am 11. September 2013 als weltweit erste Einrichtung eröffnet, die genitalverstümmelte Frauen ganzheitlich versorgt. Schirmherrin des Centers ist das ehemalige Model Waris Dirie. Seit 2002 setzt sie sich mit ihrer „Desert Flower Foundation“ in Wien für die Rechte afrikanischer Frauen und gegen das Ritual der Beschneidung ein.

Bei den medizinischen Eingriffen gehe es laut Scherer um die Behandlung von Komplikationen nach FGM, wie Vernarbungen, Scheiden-Darm-Fisteln, Scheiden-Blasen-Fisteln, Schliessmuskelverletzungen sowie Harn- und Stuhlinkontinenz. Auch die Plastische Wiederherstellungschirurgie zur Rekonstruktion der Klitoris und des äusseren Genitales sei im „Desert Flower Center“ möglich, ebenso eine psychosoziale Betreuung und Beratung. Neben Fachärzten der Bereiche Proktologie und Urogynäkologie des Krankenhauses „Waldfriede“ arbeite im Bereich Plastische Chirurgie Dr. med. Uwe von Frischen, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin, im „Desert Flower Center“ mit. Scherer gab allerdings zu bedenken: „Wir können die Verstümmelungen der Frauen nicht vollständig rückgängig machen, aber wir können ihnen Lebensqualität zurückgeben.“ In den beiden letzten Jahren seien in „Waldfriede“ etwa 70 Frauen operiert worden.

Die ärztliche Koordinatorin im „Desert Flower Center“, die Oberärztin für Chirurgie Dr. med. Cornelia Strunz, berichtete, dass sich von den 81 Frauen, welche seit Eröffnung zu ihrer Sprechstunde kamen, nur etwa die Hälfte operieren liess. Die meisten seien traumatisiert. Deshalb stünde für sie auf Wunsch auch ein Team mit einer Psychotherapeutin, einer Pädagogin, einer Seelsorgerin sowie Beraterinnen und Dolmetscherinnen bereit. Monatlich treffe sich eine Selbsthilfegruppe.

Ohne Beschneidung eine Aussenseiterin
„Wenn du nicht beschnitten bist, bist du keine Frau, sondern ein kleines Mädchen. Kein Mann wird dich heiraten.“ Mit diesen Worten werde in bestimmten Kulturen Druck ausgeübt, betonte die aus Kenia stammende Mitarbeiterin im „Desert Flower Center“, Evelyn Brenda. Sie betreut zudem in Kaijado/Kenia ein Internat, das 170 Mädchen Zuflucht vor Beschneidung und Zwangsheirat sowie eine Schulbildung ermöglicht. Um hier ein Umdenken zu bewirken, müssten alle Familienmitglieder einschliesslich der Männer mit einbezogen werden. Wo sich durch schulische Bildung und Aufklärung die Stellung der Frauen verbessere, könne die Genitalverstümmelung zurückgedrängt werden. Sie selbst sei als einzige Frau ihrer Familie von diesem Ritual verschont geblieben, weil ihr Vater es nicht wollte. „Dafür bin ich ihm noch heute unendlich dankbar“, betonte sie. Dennoch gelte sie in der eigenen Verwandtschaft als Aussenseiterin.

Andere Afrikanerinnen berichteten, was es für sie bedeute, sich nach der Operation wieder als Frau zu fühlen. Sie wiesen darauf hin, dass FGM eine so tief verwurzelte Tradition sei, dass sie auch in Deutschland praktiziert werde. Dazu kämen sogar Beschneiderinnen aus Afrika, um die Genitalverstümmelung heimlich durchzuführen. Oder das Mädchen werde zu Verwandten in ihr Heimatland geschickt, um dort beschnitten zu werden. Doch das gelte als Tabuthema und darüber würde nicht gesprochen. So sei es kaum denkbar, dass etwa eine Mutter die Beschneiderin bei den Behörden anzeige. Sie würde aus ihrer Familie ausgestossen und hätte auch keinen Zugang mehr zu ihren Kindern.

Die Politik ist gefordert
Der Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann (CDU), Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, sagte: „Man steht dieser Situation fassungslos gegenüber. Ein Kind wird von Deutschland ins Ausland gebracht, um beschnitten zu werden!“ Hier sei die Politik gefordert. Er informierte, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Strategien gegen Genitalverstümmelungen entwickele. So sollen beispielsweise Organisationen in Afrika finanziell unterstützt werden, die über FGM in den Dörfern aufklärten.

Frank Schwabe, Bundestagsabgeordneter und Menschenrechtspolitischer Sprecher der SPD, wies darauf hin, dass in Deutschland FGM ein Verbrechen sei und bestraft werde. Auch das Kind ins Ausland zur Beschneidung zu schicken sei strafbar.

Strafe allein werde aber das nicht Problem lösen, gab die Staatsekretärin für Integration und Frauen des Landes Berlin, Barbara Loth (SPD), zu bedenken. Zwar sollten Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, bereits in den Flüchtlingsheimen darüber informiert werden, dass sie sich strafbar machen, wenn sie weiterhin FGM praktizieren, doch gehöre mehr dazu, um eine jahrtausendalte Tradition zu überwinden. Es sei hierbei sehr viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten waren sich die Politiker einig.

„Waldfriede“ mit umfangreichem Angebot
Das 160-Betten Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin und behandelt jährlich etwa 13.000 Patienten stationär und 48.000 ambulant. Neben elf Fachabteilungen gehört zu „Waldfriede“ ein ambulanter häuslicher Pflegedienst (Sozialstation), eine Kurzzeitpflege, die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, das Projekt „Babywiege“ (Babyklappe) für Mütter in Not sowie eine Kindertagesstätte. Schon 1993 entstand das Gesundheitszentrum „PrimaVita“ mit präventiv-medizinischem und gesundheitsförderndem Auftrag als erste krankenhauseigene Einrichtung ihrer Art in Deutschland. Das Krankenhaus ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sowie Teil des weltweiten „Adventist Health System“ der Siebenten-Tags-Adventisten. Weitere Informationen unter www.waldfriede.de

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Adventistische Gruppe im Emirat Fudschaira/VAE gegründet

Beirut/Libanon | 21.09.2015 | APD | International

Am 5. September gründeten im Hotel Concorde im Emirat Fudschaira, einem der sieben Vereinigten Arabischen Emirate VAE, 25 Siebenten-Tags-Adventisten eine kirchliche Gruppe.

Laut einem Bericht der adventistischen Kirchenleitung in Beirut/Libanon, die für den Mittleren Osten und Nordafrika (MENA) zuständig ist, haben 25 ausländische Adventisten, vorwiegend Gastarbeiter aus Südostasien und Afrika, die im Emirat Fudschaira arbeiten, eine kirchliche Gruppe gegründet. Eine adventistische Kirchgemeinde wird die Gruppe erst ab einer gewissen Mitgliederzahl und nach der Zustimmung der zuständigen Kirchenleitung.

„Geht im Glauben voran“, ermutigte Pastor Steven Manoukian, Präsident der adventistischen Kirchenleitung im Golf Feld, die Gläubigen. Der auf die Bibel gegründete Glauben verändere Leben, „das eigene Leben, aber auch jenes der Mitmenschen“.

Adventisten im Emirat Fudschaira
Das Emirat Fudschaira ist 1.165 Quadratkilometer gross - etwas kleiner als der Kanton Aargau - und hat rund 152.000 Einwohner. Ab 2002 hätten sich die Adventisten im Emirat Fudschaira jeweils am Freitag versammelt, sagte die Leiterin der neu gegründeten kirchlichen Gruppe, Lorraine Bayot. Das Wochenende sei damals in den VAE-Staaten auf Donnerstag und Freitag festgesetzt gewesen. 2006 hätten die Emirate das Wochenende auf Freitag und Samstag verlegt, sodass sich die Adventisten weiterhin am Freitag versammelt hätten. Einige hätten zusätzlich den adventistischen Gottesdienst am Samstagmorgen im 30 Kilometer entfernten Dubai besucht. Die protestantische Kirche der Adventisten feiert den biblischen Ruhetag Samstag (Sabbat), den biblischen Ruhetag. Ab 2009 habe sich die zunehmende Zahl der Adventisten im Emirat Fudschaira am Samstagmorgen in der Wohnung eines Kirchenmitglieds versammelt, dann in einem gemieteten Raum und später im Hotel Concorde, berichtete die amerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review.

Adventisten in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Zur adventistischen Kirchenleitung im Golf Feld gehören die Staaten Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate (VAE) sowie Jemen. Im Golf Feld gibt es 16 adventistische Kirchen und fünf kirchliche Gruppen, davon sind acht Kirchgemeinden und zwei Gruppen in den Vereinigten Arabische Emiraten. Im Golf Feld sind sieben adventistische Pastoren tätig. Umm al-Qaiwain ist das einzige Emirat der VAE ohne adventistische Gruppe oder Kirchgemeinde. Die dort lebenden Adventisten versammelten sich im nahegelegenen Emirat Ra’s al-Chaima. Die adventistische Kirche in Ra’s al-Chaima, am Hauptsitz der adventistischen Kirchenleitung der Golfregion, bietet 1.000 Gottesdienstbesuchern Platz.

In den sieben Vereinigten Arabischen Emiraten leben 5,47 Millionen Einwohner. Davon sind rund 80 Prozent Arbeitsimmigranten, vorwiegend Asiaten, aus denen sich auch die überwiegende Mehrheit der Adventisten in der Föderation der VAE zusammensetzt.

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Deutschland: 25 Jahre Verein für Freikirchenforschung

Erzhausen bei Frankfurt am Main/Deutschland | 21.09.2015 | APD | Ökumene

Vor 25 Jahren, im ohnehin schon geschichtsträchtigen Jahr 1990, gründeten Theologen und Historiker verschiedener Freikirchen den Verein für Freikirchenforschung (VFF). Initiator war damals der inzwischen verstorbene Münsteraner Professor Dr. Robert C. Walton, der einen Kreis von Fachleuten und engagierten Mitgliedern von Freikirchen um sich sammelte, um den Verein ins Leben zu rufen.

Robert C. Walton (1932-2000), Professor für Kirchengeschichte der presbyterianischen Tradition, hatte die vernachlässigte Erforschung der Freikirchen in Deutschland als ein gesamtkirchliches Defizit erkannt. Der US-Amerikaner wirkte von 1978 bis zu seinem Ruhestand 1993 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. 25 Jahre nach seiner Gründung zählt der Verein heute 180 Einzelmitglieder aus zwölf Ländern. Es sind Professoren verschiedener Fachrichtungen, Theologen, interessierte Laien, die teilweise in akademischen Bereichen engagiert sind. 21 kirchliche und wissenschaftliche Institute aus verschiedenen Ländern sind kooperative Mitglieder der freikirchlichen Forschungsvereinigung. Die Studiengemeinschaft hat durch ihre Mitglieder aus 27 Kirchen, Gemeindebünden und Gemeinschaften eine breite kirchliche Zusammensetzung.

Frühjahrs- und Herbsttagungen
Das Herzstück der Vereinsarbeit sind die beiden im Beirat vorbereiteten jährlichen Tagungen im Frühjahr und Herbst, so Professor Dr. Christoph Raedel, Giessen, der Vorsitzende des VFF. Zu einem Markenzeichen habe sich das Jahrbuch des Vereins entwickelt, das zunehmend eine breitere Wahrnehmung finde und von ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden erstellt werde. Seit 1990 haben fast fünfzig mehrtägige Symposien stattgefunden. In 24 Jahrbüchern ist eine Vielzahl von Vorträgen dokumentiert. Sie befassen sich mit Erfahrungen, Entwicklungen und Problemen in den verschiedenen Freikirchen. „Ganz unterschiedliche Impulse sind von dieser Arbeits- und Studiengemeinschaft ausgegangen“, informierte Raedel. Die Erforschung des sehr verschiedenen Freikirchentums im deutschsprachigen Europa sei deutlich gefördert worden. Völlig neu wäre, dass die Minderheitskirchen sich gemeinsam ganz unterschiedlichen Fragen gestellt hätten, auch wenn sie in den einzelnen Kirchen verschieden gewichtet würden. „Das beständig gewachsene Vertrauen zueinander hat eine ausserordentlich fruchtbare Arbeit ermöglicht“, betonte der Vorsitzende des VFF.

Freikirchenbibliothek des VFF
Professor Raedel weist auch auf die Fachbibliothek des Vereins hin, in der wichtige die Freikirchen betreffende Bücher und Zeitschriften gesammelt werden. Sie war etliche Jahre in privaten und kirchlichen Räumen untergebracht, was die wissenschaftliche Nutzung erschwerte. Da der Bestand einige Tausend Quellen aufwies, wurde eine professionelle Lösung gesucht. Ende März 2000 beschloss der Verein, die Bibliothek in der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg unterzubringen. Die dortige Hochschulbibliothek war damals bereits an den Deutschen Leihverkehr und auch an das Internet angebunden. Der Umzug erfolgte Anfang März 2002. Die Angestellten der Friedensauer Hochschulbibliothek sortierten die Bestände und erfassten die Daten, um sie für die Internetrecherche vorzubereiten. Auch buchtechnische Arbeiten übernahmen sie, um den wertvollen, zum Teil weltweit einmaligen Bestand, entsprechend zu schützen. Der überwiegende Teil der Medien ist inzwischen in einer „allegro“-Datenbank erfasst und kann in der Bibliothek und über das Internet recherchiert werden (http://www.thh-friedensau.de/bibliothek/katalog-der-freikirchenforschung).

„Ein weites Spektrum mit vielen ungeahnten Einsichten“
Durch die beiden jährlichen Symposien des VFF könnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie damit auch deren Kirchen Einsichten gewinnen, „für die es innerhalb Deutschlands kaum andere Möglichkeiten gibt“, betonte Karl Heinz Voigt, Bremen, Pastor im Ruhestand der evangelisch-methodistischen Kirche und Autor mehrerer konfessionskundlicher Werke. Die Frühjahrstagung 2014 in der Theologischen Fachhochschule Elstal des baptistischen Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Wustermark bei Berlin befasste sich beispielsweise mit „Friedenstheologie und Friedensengagement in den Freikirchen“. Das Thema sei durch Professor Fernando Enns, einem Mennoniten aus Amsterdam, entfaltet worden. Weitere Referate gab es von der Quäkerin Dr. Susanne Jalka aus Wien, der Majorin der Heilsarmee Christine Schollmeier, Hamburg, und dem Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Holger Teubert (Ostfildern bei Stuttgart). Es seien Denkanstösse gewesen, die selten in dieses Thema einfliessen würden. Ein früherer landeskirchlicher Bundeswehrpfarrer und ein Doktorand über Soldatenarbeit in den Freikirchen hätten zu teilweise völlig anderen Fragestellungen geführt. Das Gespräch über die Erfahrungen ehemaliger DDR-Bausoldaten habe Fragen aus der jüngsten Vergangenheit für die unmittelbare Zukunft gestellt. „Wo ist ausser im Rahmen der Freikirchenforschung ein Raum, der ein Thema in einem so weiten Horizont entwickeln kann?“, gab Voigt zu bedenken.

Ähnlich sei es auch mit dem Herbstthema 2014 „Die Freikirchen zwischen politischer Duldung und religiöser Freiheit“ gewesen. Landeskirchliche und freikirchliche Referenten hätten im Vorfeld des Reformationsgedenkens ihre Erfahrungen zum Thema eingebracht. Zuletzt ging es im März 2015 um „Kirchenwechsel – ein Tabuthema der Ökumene?“. Der verantwortliche VFF-Beirat wäre immer darum bemüht, Referenten aus sehr unterschiedlichem Hintergrund zu gewinnen: „Natürlich aus allen Freikirchen, teilweise auch international engagierte Spezialisten.“ Regelmässig stünden auch Lutheraner, Katholiken und Reformierte auf dem Programm. „Alle zusammen eröffnen ein weites Spektrum mit vielen ungeahnten Einsichten“, betonte Karl Heinz Voigt.

Herbsttagung 2015
Bei der Herbsttagung am 26. und 27. September 2015 in der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg werde nicht nur das 25-jährige Jubiläum des Vereins für Freikirchenforschung gefeiert, sondern auch „Bilanzen und Perspektiven der Freikirchenforschung“ gezogen, informierte Reimer Dietze, Erzhausen bei Frankfurt/Main, Geschäftsführer des VFF. Dabei gehe es um Themen, wie „Freikirchen in römisch-katholischer Sicht“, „Adventistische Geschichtsforschung“, „Pfingstkirchenforschung“, „Die Erforschung ‚neuer‘ Freikirchen“, „Methodistische Geschichtsforschung“ und „Perspektiven aus der Historiographie der Gemeinschaftsbewegung“. Weitere Informationen zum VFF im Internet unter http://www.freikirchenforschung.de/

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Schweiz: Infos für Kids zu sexueller Ausbeutung und Tipps zu Kinderrechten

Zürich/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Menschenrechte

Mit der Broschüre "Wenn ich mal nicht weiterweiss..." wollen die Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz schulpflichtige Kinder der Freikirche über sexuelle Ausbeutung informieren und eine präventive Hilfestellung geben. 2012 hat die Kirche die Arbeitshilfe "Sexueller Ausbeutung begegnen" herausgegeben, um alle erwachsenen Mitglieder in der Deutschschweiz über dieses Thema zu informieren und dafür zu sensibilisieren.

„Wir sind gefordert, Stellung zu nehmen und Vorkehrungen zu treffen, um Kinder, Jugendliche und Menschen jeden Alters entsprechend aufzuklären und zu schützen“, sagten im Jahr 2012 bei der Publizierung der Arbeitshilfe für Erwachsene "Sexueller Ausbeutung begegnen" die adventistischen Kirchenverantwortlichen der Deutschschweiz in einem Statement. Mit der Mitte September publizierten Broschüre für Kids "Wenn ich mal nicht weiterweiss...", werde dieses Versprechen eingelöst, sagte Heidi Albisser, Abteilungsleiterin Frauen der Freikirche und Mitglied des Fachbeirats „Sexueller Gewalt begegnen“.

Ungute Gefühle und Tipps zum Umgang damit
In der Broschüre werden diffuse und ambivalente Gefühle sowie mehrdeutige Situationen thematisiert, die für ein Kind schwierig einzuordnen sein können. „Verschiedene Gesetze verbieten Erwachsenen, dich zu schlagen oder dich ständig runterzumachen. Dort steht drin, dass du selbst entscheiden darfst, mit wem du kuscheln willst“, heisst es unter dem Titel „Regeln für Erwachsene“. Den Kids wird erläutert, dass Erwachsene sich im Umgang mit Kindern an Regeln halten müssen und dass es Kinderrechte beziehungsweise die Kinderrechtskonvention gibt auf die sie sich beziehen können.

Notrufnummer 147 – alles anonym
Kinder seien Jesus nie lästig gewesen, heisst es in der Broschüre. Er habe sich Zeit für sie genommen. Es gebe auch heute Erwachsene, die Kindern selbstlos helfen würden, wenn sie nicht mehr weiterwüssten. Als Ansprechstelle, die Kindern in allen Anliegen Hilfe und Beratung biete, wird Telefon 147, die Notrufnummer der Pro Juventute, angegeben. Mit einem imaginären Gesprächsverlauf werden den Kindern Tipps gegeben, wie sie Hilfe in Anspruch nehmen können, dass alles anonym bleibt, sofern sie dies wünschen und dass sie niemand zwingt etwas preiszugeben, das sie für sich behalten wollen.

Leitungspersonen der Kinder- und Pfadfinderabteilung werden sensibilisiert
Die Broschüre für die Kinder soll laut Albisser über die Leitungen der Kindersabbatschule - adventistische Entsprechung der Sonntagsschule - in den Ortsgemeinden an die Kinderbetreuer und Kinderbetreuerinnen weitergegeben werden. In Elternversammlungen sollen deren allfälligen Fragen und eventuell auch Ängste im Zusammenhang mit der Broschüre angesprochen und abgebaut werden. Zusätzlich werde die Broschüre in den Ausbildungskursen des Religionspädagogischen Instituts RPI für Lehr- und Bezugspersonen der Kindersabbatschule behandelt. Im Weiteren soll auch in den Ausbildungs- und Schulungslagern der adventistischen Pfadfinder (Adventwacht) das Thema besprochen werden, so Albisser.

Zusammenarbeit mit deutschem Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“
Die Jugendabteilung sowie die Abteilung Frauen der Freikirche in der Deutschschweiz haben die Infobroschüre gemeinsam mit dem Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“ in Deutschland sowie mit dem Religionspädagogischen Institut RPI bearbeitet und herausgegeben. Die Kirchenleitung der Adventisten in der Deutschschweiz hat Heidi Albisser als Ansprechperson für Fragen im Zusammenhang mit sexueller Ausbeutung berufen. Albisser ist Mitglied des Fachbeirats in Deutschland und arbeitet eng mit diesem zusammen. http://www.sexueller-gewalt-begegnen.de/

Die Broschüre "Wenn ich mal nicht weiterweiss..." ist als Download auf den Homepage der Abteilung „Frauen“ unter Dokumente verfügbar (http://www.sta-frauen.ch/document_groups/4619) und wird später auch auf der Website der Jugendabteilung (http://www.adventjugend.ch/aj/) aufgeschaltet.

Bezug der Broschüre bei: Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Wolfswinkel 36, 8046 Zürich. Tel. 044 315 65 00.

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Deutschland: Katholische Kirche gibt Handreichung zum Kirchenasyl heraus

Bonn/Deutschland | 21.09.2015 | APD | Menschenrechte

Die Migrationskommission der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz hat eine „Handreichung zu aktuellen Fragen des Kirchenasyls herausgegeben. Darin wird betont, dass das Kirchenasyl ein „kostbares Gut“ sei mit dem als „ultima ratio“ (letztes Mittel) sehr sorgfältig umgegangen werden sollte.

In seinem Geleitwort erinnert der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle (Hildesheim), an die alte christliche Tradition, Zuflucht bei Gott zu suchen. Nach einem kurzen einführenden Teil, der neben grundsätzlichen Erwägungen auch eine Zusammenfassung der aktuellen öffentlichen Debatte über das Kirchenasyl enthält, stellt die Handreichung die Grundzüge des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystems“ (GEAS) sowie seine Auswirkungen auf die Situation in Deutschland dar. Ein dritter und abschliessender Teil liefert den Kirchengemeinden und Ordensgemeinschaften Hinweise für die Praxis, vor allem mit Blick auf die notwendigen Entscheidungs- und Kommunikationswege.

Über die Gewährung eines Kirchenasyls könne nur vor Ort entschieden werden. Eine Kirchengemeinde oder Ordensgemeinschaft müsse nach bestem Wissen und Gewissen prüfen, ob ein Kirchenasyl im konkreten Einzelfall tatsächlich das letzte Mittel zur Abwendung humanitärer Härten sei.

Humanitär verantwortbare Lösungen finden
Anlässlich der Veröffentlichung erklärt Bischof Norbert Trelle: „Die Tradition des Kirchenasyls muss weiterhin bestehen bleiben.“ Er plädierte für einen sorgfältigen Umgang mit dem Kirchenasyl. Es könne immer nur „ultima ratio“ zur Verhinderung drohender Menschenrechtsverletzungen sein. Es gehe hier nicht um ein Sonderrecht gegenüber dem Staat, sondern um die Gelegenheit, mit den für eine Entscheidung zuständigen staatlichen Stellen in Dialog zu treten, die rechtliche Lage noch einmal genau zu prüfen und neue Aspekte vorzutragen, die in einem konkreten Fall bisher nicht berücksichtigt wurden. In der Mehrheit aller Fälle sei es möglich, im Einvernehmen mit den Behörden rechtlich tragfähige und humanitär verantwortbare Lösungen zu finden. „Dies dient dem in unserer Verfassung verankerten obersten Ziel der Rechtsordnung: dem Schutz der Menschenwürde“, betonte Trelle.

Kirchenasyl stellt staatliches Recht nicht infrage
Der Veröffentlichung der Handreichung war eine kontroverse öffentliche Debatte über die prinzipielle Zulässigkeit von Kirchenasyl vorangegangen. Im Februar 2015 kam es dann zu einer Vereinbarung zwischen der evangelischen und katholischen Kirche und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Während die Kirchen betonten, dass sie sich mit dem Kirchenasyl keineswegs über staatliches Recht hinwegsetzen wollten, sicherte das Bundesamt seinerseits zu, die Tradition des Kirchenasyls nicht grundsätzlich infrage zu stellen. Im Rahmen des Kirchenasyls solle es auch weiterhin möglich sein, den Behörden Einzelfälle zur nochmaligen Überprüfung vorzulegen. Zu diesem Zweck wurde zwischen den Kirchen und dem BAMF eine neue Kommunikationsstruktur vereinbart.

Zahl der Kirchenasylfälle auf niedrigem Niveau
Aktuell seien in Deutschland 293 Fälle (mit 454 betroffenen Personen) bekannt, in denen Kirchengemeinden oder Ordensgemeinschaften von Zurück- oder Abschiebung Bedrohte vorübergehend in kirchlichen Räumen aufgenommen hätten, teilte die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz mit. Das sei ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum August 2014, als die Statistik der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ 135 Fälle (mit 244 betroffenen Personen) ausgewiesen habe. Ziehe man allerdings in Betracht, dass die Zahl der Flüchtlinge insgesamt angestiegen sei und die Bundesregierung für 2015 mittlerweile mit bis zu 800.000 Asylverfahren rechne, bewege sich die Zahl der Kirchenasylfälle weiterhin „auf einem niedrigen Niveau“.

Die „Handreichung zu aktuellen Fragen des Kirchenasyls“ der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz kann im Internet unter http://www.dbk-shop.de/de/handreichung-aktuellen-fragen-kirchenasyls.html als pdf-Datei heruntergeladen oder als Heft bestellt werden.

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Südkoreanischer Kriegsdienstverweigerer Sang-Min Lee aus Haft entlassen

Ostfildern bei Stuttgart/Deutschland | 21.09.2015 | APD | Religionsfreiheit

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der südkoreanische Mennonit Sang-Min Lee bereits Ende Juli vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Er war im Jahr 2014 als Kriegsdienstverweigerer aus Glaubensgründen zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Sang-Min Lee gehört zur „Gnade und Frieden“-Mennonitengemeinde in Seoul. Der 27-Jährige berichtete laut mennonews.de, dass in Südkorea die meisten Christen und Nichtchristen an dem Thema Kriegsdienstverweigerung kein Interesse hätten und eine derartige Haltung sogar ablehnten. Er müsse damit rechnen, dass er als Vorbestrafter auch nach seiner Haft kriminalisiert und in der Gesellschaft als Verweigerer des Militärdienstes geächtet werde.

Die Mennoniten leiten ihren Anfang von der Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts ab; sie sind damit die älteste Freikirche. Sie gelten zudem als „historische Friedenskirche“, da sie vielfach den Kriegsdienst ablehnten und deshalb in Regionen auswichen, wo ihnen dieses Recht als Privileg zugesichert wurde. Im 20. Jahrhundert hat sich ihre Verweigerungshaltung vielerorts zu einer aktiven Gewaltfreiheit entwickelt, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung mitten in der Gesellschaft einsetzt.

95 Prozent der weltweit inhaftierten Kriegsdienstverweigerer in Südkorea
Die südkoreanische Bürgerrechtsaktivistin Yeo-ok Yang von der Organisation „World Without War“ (Welt ohne Krieg) teilte mit, dass in ihrem Land derzeit etwa 700 Kriegsdienstverweigerer in Haft seien. Das wären rund 95 Prozent aller weltweit inhaftierten Verweigerer. Die seit Ende des Koreakrieges 1953 bestehenden Spannungen mit Nordkorea benutze die südkoreanische Regierung, um die Militarisierung und ein striktes Militärsystem zu bewahren. Das Land unterhalte bei 50 Millionen Einwohnern eine Armee von 685.000 Männern und Frauen und habe damit die fünftgrösste Armee der Welt. Alle Männer seien wehrpflichtig. Die Dauer des Militärdienstes betrage zwischen 21 und 24 Monaten. Es gebe kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung und deshalb auch keine alternativen waffenlosen oder zivilen Dienste.

Alle, welche die Militarisierung in Südkorea in Frage stellten, zahlten einen hohen Preis, so Yeo-ok Yang. Kriegsdienstverweigerer würden in der Regel zu 18 Monaten Haft verurteilt und in der Gesellschaft diskriminiert. Sie könnten nie einen Arbeitsplatz beim koreanischen Staat bekommen, auch alle Grossbetriebe stellten keine Kriegsdienstverweigerer ein.

Gewissenskonflikt auch für südkoreanische Adventisten
Laut Holger Teubert, Ostfildern bei Stuttgart, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, empfehle die Freikirche ihren wehrpflichtigen Mitgliedern weltweit als „Nichtkämpfer“ einen waffenlosen Dienst oder einen Zivildienst zu leisten. Wo dies nicht möglich sei, müsse jeder seine eigene Gewissensentscheidung treffen, ob er eine Waffe in die Hand nimmt. Da es in Südkorea Alternativdienste nicht gebe, kämen auch Adventisten immer wieder in einen Gewissenskonflikt. So seien beispielsweise die adventistischen Studenten Young-chul Yoon und Hwi-jai Lim wegen Kriegsdienstverweigerung ebenfalls zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Dasselbe gelte für fünf weitere Adventisten, welche als Reservisten bei Wehrübungen den Waffendienst verweigerten. Die adventistische Kirchenleitung in Südkorea fordere seit Jahren vergeblich, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gesetzlich zu regeln.

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Arbeiten an der Lutherbibel abgeschlossen - Publikation Oktober 2016

Hannover/Deutschland | 21.09.2015 | APD | Religionsfreiheit

Mit einem festlichen Empfang auf der Wartburg bei Eisenach hat die fünfjährige Arbeit an der Revision der Lutherbibel am 16. September ihren offiziellen Abschluss gefunden. Dabei wurde der Text der Lutherbibel dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) übergeben, der die Revision beschlossen hatte.

Ein umfangreiches Projekt mit rund 70 Fachleuten
Im Namen des Rates der EKD dankte der Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, allen Mitwirkenden für ihre intensive Arbeit „an einem schwierigen und umfangreichen Projekt“. Der Rat hatte zur Koordination der Lutherrevision einen Lenkungsausschuss eingesetzt, in dem rund 70 exegetische Wissenschaftler, praktische Theologen sowie kirchleitende Personen vertreten waren. Auch gehörten die drei Hauptkoordinatoren dem Lenkungsausschuss an: Für das Alte Testament Professor Dr. Christoph Levin, München, für das Neue Testament Professor Dr. Martin Karrer, Wuppertal, und für die Apokryphen Professor Dr. Martin Rösel, Rostock. Die revidierte Bibel soll im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 am 30. Oktober 2016 offiziell erscheinen.

Die Bibel in der Sprache Luthers neu entdecken
Die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG), vertreten durch ihren Generalsekretär, Christoph Rösel, wurde mit der Herstellung und Verbreitung der neuen Bibel betraut. „Die Wiederentdeckung der Bibel durch Marin Luther war ein zentrales Geschehen der Reformation. Das Reformationsjubiläum 2017 bietet die Chance, die Bibel in der Sprache Luthers neu zu entdecken“, so Rösel.

Mit der Übergabe des Textes werde deutlich, dass die jahrelange Arbeit an der Revision der Lutherbibel nicht für den Rat der EKD oder die Deutsche Bibelgesellschaft getan wurde, erklärte Bedford-Strohm. „Alle Beteiligten haben dies für Menschen getan, die mit der Lutherbibel aufgewachsen sind und mit ihr leben. Denen diese Texte Mut, Kraft, Stärke, Trost und Hoffnung geben sowie neue Gesichtsfelder und Gedankenwelten über das alltägliche Leben hinaus eröffnen.“

Die Geschichte der Lutherbibel
Die Lutherbibel geht auf die Übersetzungen des Reformators Martin Luther und seiner Mitarbeiter in den Jahren 1521 bis 1545 zurück. Die Übersetzung des Neuen Testaments erschien im September 1522 (Septembertestament). In den folgenden Jahren wurden kontinuierlich weitere Bücher der Bibel übersetzt, bis 1534 die erste Gesamtausgabe des Alten und Neuen Testaments erschien. Im Jahr 1545 kam die letzte von Luther selbst durchgesehene Gesamtausgabe heraus.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man die Bibelübersetzungen, die auf Martin Luther zurückgingen, sich aber durchaus unterschieden, kritisch durchzusehen und eine erste Revision vorzunehmen. Sie hatte das Ziel, den ursprünglichen Luthertext wieder herzustellen und diesen an jenen Stellen, wo er nicht mehr verständlich oder unklar war, an den allgemeinen Sprachgebrauch anzugleichen. Immer noch in Gemeinde-Gebrauch ist der Text der zweiten Revision von 1912.

Die dritte und letzte Revision wurde in den Jahren 1964 (Altes Testament), 1970 (Apokryphen) und 1984 (Neues Testament) abgeschlossen. Zu einer heftigen Auseinandersetzung kam es im Zuge der Revisionsarbeiten im Jahr 1975. Der damals vorgelegte revidierte Text des Neuen Testaments stiess in weiten Teilen der evangelischen Kirche auf zum Teil massive Kritik. Man vermisste vor allem die „Treue gegenüber der Sprache Luthers“. Es wurde eine „Nach-Revision“ vorgenommen, sodass der gesamte Prozess der Revision erst 1984 zum Abschluss kam. Im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Rechtschreibung 1999 wurde der Text noch einmal durchgesehen.

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ADRA Slowenien lieferte Hilfsgüter per Flugzeug nach Lesbos

Ljubljana/Slowenien | 21.09.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 28. August hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Slowenien 2,5 Tonnen Hilfsgüter für Flüchtlinge per Flugzeug auf die griechische Insel Lesbos geschickt. Diese sind von ADRA Freiwilligen am 29. und 30. August in Molivos, an der Nordspitze der Insel, an die Flüchtlinge, vorwiegend aus Syrien, Irak, Afghanistan und Somalia, verteilt worden. Die Armee von Slowenien hat laut Angaben des Hilfswerks kostenlos Lastwagen und Soldaten für den Transport der Hilfsgüter zum Flughafen zur Verfügung gestellt. Adria Airways habe die Fracht kostenlos transportiert und die Flughäfen in Ljubljana und auf Lesbos hätten die Flughafentaxe erlassen.

„Die Bewohner von Slowenien sind für ihre Grosszügigkeit bekannt“, sagte Maja Ahac, Geschäftsleiterin von ADRA Slowenien. „Wenn Hilfe nötig ist, spenden sie.“ Die meisten Hilfsgüter seien von Menschen mit wenig Einkommen zur Verfügung gestellt worden, so Maja Ahac, “das überrascht mich nicht wirklich, den sie wissen, wie es ist, wenn man in Not ist.”

Nach Angaben von ADRA Slowenien haben Jure Poglajen, Zahnarzt, und David Zorko, Veterinär, auf der griechischen Insel Lesbos Ferien gemacht und die verzweifelte Situation der Flüchtlinge gesehen, denen niemand geholfen habe. Die beiden Ärzte hätten in Eigeninitiative medizinische Hilfe und Essen zur Verfügung gestellt und am 24. August ADRA Slowenien um Hilfsgüter gebeten. Gemeinsam mit dem Netzwerk slowenischer Hilfswerke, SLOGA, zu dem auch ADRA gehört, seien in nur zweieinhalb Tagen die Hilfsgüter gesammelt, sortiert, gepackt und am Nachmittag des 27. August auf dem Flughafen Ljubljana zum Abtransport bereitgestellt worden. Nebst vielen Freiwilligen habe auch die slowenische Armee mit Militärlastwagen und Soldaten beim Transport der Hilfsgüter geholfen und Adria Airways, die slowenische Fluggesellschaft, habe die Kosten der Flugfracht übernommen.

Spender von Hilfsgütern verursachten einen Verkehrsstau
Mittels Radio, Fernsehen, Zeitungen und Social Media habe ADRA Slowenien die Sammelaktion im ganzen Land gestartet. Nebst Geldspenden seien von der Bevölkerung immens viele Hilfsgüter zum Hauptsitz des Hilfswerk in Ljubljana gebracht worden, sodass es auf einer Hauptstrasse der Stadt einen Stau gegeben habe, so das Hilfswerk. Neben den elf ADRA-Sammelstellen in Slowenien hätten Bewohner in Eigeninitiative weitere zwölf Sammelstellen im Land eröffnet. Am Abend des ersten Sammeltages habe das Hilfswerk einen zusätzlichen Lagerraum mit 300 m2 mieten müssen, der mit Hilfsgütern gefüllt worden sei.

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ADRA Slowenien sendet Hilfsgüter per Zug nach Belgrad

Ljubljana/Slowenien | 21.09.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am Morgen des 4. September hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Slowenien 9,4 Tonnen Hilfsgüter für Flüchtlinge von der Hauptstadt Ljubljana, Slowenien, per Zug in die Hauptstadt von Serbien, nach Belgrad transportiert. Die Fracht sei am gleichen Tag angekommen und von der Partnerorganisation ADRA Serbien, entgegengenommen worden, teilte das slowenische Hilfswerk mit.

ADRA Slowenien konnte am 28. August 2,5 Tonnen Hilfsgüter für Flüchtlinge per Flugzeug auf die griechische Insel Lesbos fliegen lassen, da Adria Airways und weitere Beteiligte sämtliche Kosten übernommen hatten. In Molinos, auf Lesbos, hat ADRA Slowenien Freiwillige, die den Flüchtlingen die Hilfsgüter verteilen und beistehen.

Zuvor und danach waren in einer landesweiten Sammlung, die auch vom slowenischen Fernsehen unterstütz wurde, mehr als 16 Tonnen Kleider, Schuhe, Schlafsäcke, Zelte, Decken, Kinderwagen, Hygiene- und Toilettenartikel zusammengekommen. Davon konnte ADRA Slowenien am 4. September 9,4 Tonnen per Zug von Ljubljana zu ADRA Serbien in Belgrad transportieren lassen. Die Frachtkosten sind nach Angaben von ADRA Slowenien von den slowenischen Staatsbahnen übernommen worden. ADRA Serbien hat gemeinsam mit dem UNHCR am 24. August neben dem Eisenbahn- und Busbahnhof in Belgrad ein Asyl-Informationszentrum eröffnet, wo die Hilfsgüter an die Flüchtlinge verteilt werden. (http://www.stanet.ch/apd/news/4526.html)

„Wir haben noch weitere sechs Tonnen Hilfsgüter, die wir noch nicht weiterleiten konnten“, sagte Maja Ahac, Geschäftsleiterin von ADRA Slowenien. Wie sie die restlichen Hilfsgüter zu den Flüchtlingen bringen könne, wisse sie noch nicht, denn die Transportkosten seien sehr teuer. Sie halte aber schon aktiv Ausschau nach Spendern oder Projektpartnern.

Vorbereitet für Flüchtlinge in Slowenien
Auch in Slowenien würden in den kommenden Tagen Flüchtlinge erwartet. Gemeinsam mit anderen slowenischen NGOs würden entsprechende Vorbereitungen getroffen. ADRA sei zuständig für Non-Food-Produkte, Hygiene-Kits, die Kommunikation über Social Media und psychosoziale Begleitung.

Koordination von ADRA-Projekten auf der Westbalkan-Route
In Belgrad habe sie Igor Mitrović, Geschäftsleiter der Partnerorganisation ADRA Serbien, getroffen so Maja Ahac, um weitere Projekte für Flüchtlinge auf der Westbalkan-Route zu besprechen, die sie möglicherweise mit ADRA Mazedonien und ADRA Griechenland verwirklichen könnten.

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ADRA steht Flüchtlingen in Syrien, Libanon und im Nordirak bei

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kurdistan in Nordirak bietet Kindern Freizeitaktivitäten im Binnenflüchtlingslager am Stadtrand von Erbil, in der teilautonomen Region Kurdistan, an. In den Städten Derin, Erbil und Piramagrun, bereit das Hilfswerk die Ausgabe von Hilfsgütern und Mietzuschüssen sowie den Hygieneunterricht für Flüchtlinge vor. In Syrien finanziert ADRA Mittlerer Osten MENA die Fertigstellung von Unterkünften für Binnenflüchtlinge und in Beirut/Libanon eröffnete das Hilfswerk eine Schule.

Nordirak: Projekt für Unterkunft und Mietunterstützung (Projekt: SNAP)
Das Büro von ADRA Kurdistan wurde am 2. Dezember 2014 in Erbil, Hauptstadt des teilautonomen kurdischen Gebiets im Nordirak, eröffnet. Es arbeiten neben den ADRA Mitarbeitern auch sieben Freiwillige mit. Sie haben in Derin 350 Binnenflüchtlingen identifiziert, welche in den vom Hilfswerk ausgewählten Geschäften ADRA-Vouchers einlösen können.

Im gebrigigen Piramagrun hat ADRA ein Projektbüro eingerichtet. Es wurden 900 Flüchtlingsfamilien identifiziert, die ab Mitte September Hygieneschulung und Sozialberatung sowie später auch ADRA-Vouchers erhalten. Bis zum Projektende, Mitte Januar 2016, sollen rund 2.000 Binnenflüchtlingsfamilien, die nicht in Lagern leben, psychosoziale Begleitung sowie Mietzuschüsse erhalten.

Freizeitbeschäftigung, Sprachkurse und Mikrokredite (Projekt: PICS)
Im Binnenflüchtlingslager Baharka, am Stadtrand von Erbil, stellt ADRA Kurdistan vier Frauen moderne Nähmaschinen zur Verfügung, um ihnen den Aufbau eines Geschäfts zu ermöglichen. In den Sommermonaten nahmen im Lager auch 450 Kinder an spielerischen, musischen und kulturellen Freizeitaktivitäten teil, während denen sie auch einen Imbiss erhielten. 94 Erwachsene lernten in einem Sprachkurs Kurdisch.

Situation der Binnenflüchtlinge im Nordirak
Nach Angaben des UNO-Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten OCHA ist die Bereitstellung von Trinkwasser für die Binnenflüchtlinge im Nordirak ein vordringliches Anliegen. Zudem habe das UNO-Welternährungsprogramm WFP den Wert der 83.000 monatlichen Essensgutscheine für Flüchtlinge, die im Gouvernement Erbil und Sulaimaniyya verteilt würden, mangels Gelder von 26 auf 16 US-Dollar im Monat reduzieren müssen. Eine Million Flüchtlingskinder im Nordirak seien Schulkinder. 70 Prozent von ihnen hätten ein Schuljahr verpasst, so OCHA.

ADRA MENA hilft in Syrien und im Libanon
Laut einem Bericht von ADRA Mittlerer Osten und Nordafrika MENA arbeiten für das Hilfswerk in Syrien und im Libanon 18 Mitarbeitende aus sieben Ländern. Das ADRA-Projektvolumen in diesen zwei Ländern betrage für 2015 rund 1,6 Millionen US-Dollar (1,5 Millionen Franken / 1,4 Millionen Euro).

Syrien: Fertigstellung von Häusern im Rohbau (Projekt: SASI)
Das Hilfswerk unterstütze 350 Binnenflüchtlingsfamilien in Jdeidet, Artouz und Karahta, ausserhalb der Hauptstadt Damaskus/Syrien, durch die Fertigstellung von Rohbauten und deren Anschluss an die Kanalisation. Gleichzeitig würden Erwachsene und Kinder auf die Wichtigkeit von Hygienemassnahmen hingewiesen, um Krankheiten zu vermeiden. Weil das Stromnetz zerstört sei, würden den Flüchtlingen auch Generatoren bereitgestellt, schreib ADRA MENA. Partnerhilfswerk ist ADRA Dänemark.

Libanon: Schulunterricht für Flüchtlingskinder (Projekt: LEARN)
In einem geschützten Lernumfeld sollen in Beirut/Libanon im Herbst und Winter 120 traumatisierte Flüchtlingskinder die Schule besuchen können, um später ins libanesische Schulsystem wechseln zu können. Psychosoziale Aktivitäten mit 60 libanesischen Kindern, jeweils am Freitag, sollen den 120 Flüchtlingskindern helfen, den seelischen Stress zu lösen und ihnen die Integration erleichtern. Partnerhilfswerk ist Japan Plattform.

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ADRA und Adventisten in Österreich engagieren sich für Flüchtlinge

Wien/Österreich | 21.09.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

In der September-Ausgabe des Infoblatts “ADRA aktiv“, die der Flüchtlingshilfe in Österreich gewidmet ist, beantwortet die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich die häufigsten Fragen von Personen oder adventistischen Kirchgemeinden, die sich für Flüchtlinge engagieren wollen. Gleichzeitig berichtet das Hilfswerk über bereits laufende Bemühungen zur Begleitung von Flüchtlingen und gibt Tipps zur Umsetzung.

Im Jahr 2014 habe es 22.700 offene Asylgesuche in Österreich gegeben, was 0,27 Prozent der Gesamtbevölkerung entspreche, schreibt ADRA. Vier von fünf Flüchtlingen weltweit kämen nicht nach Europa oder in westlich geprägte Länder, sondern würden in Entwicklungsländern aufgenommen. So lebten 2014 im Libanon 1,1 Millionen Flüchtlinge, was rund 25 Prozent der Gesamtbevölkerung ausgemacht habe, in Jordanien hätten 2014 die Flüchtlinge 10 Prozent und in der Türkei 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausgemacht.

Antworten auf Fragen zur Flüchtlingshilfe
ADRA Österreich vermittle ihren ehrenamtlichen Helfern Kontakte zu Flüchtlingsbetreuungsstellen im ganzen Land, begleite Projektplanung und Behördenkontakte und biete finanzielle Unterstützung in der Arbeit mit Flüchtlingen, so das Hilfswerk.

Laut “ADRA aktiv“ möchte sich die Hilfsorganisation gemeinsam mit den Adventgemeinden in Österreich dezentral, dort wo freiwillige Helfer wohnen, für Flüchtlinge einsetzen und die bestehenden Initiativen ausweiten.

Dezentrale Hilfe sei für ein kleines Hilfswerk wie ADRA, aufgrund der einfacheren Integrationsmöglichkeiten von Flüchtlingen vor Ort, die bessere Strategie, schreibt der Kirchenvorstand der Adventisten in Österreich in „ADRA aktiv“. In der Publikation ermutigen die Vorstandsmitglieder der Kirche Mitglieder im ganzen Land zu „praktischem Christsein“ im Engagement für die Flüchtlinge.

„Kleine Brötchen backen“
In Mödling/Niederösterreich stelle die adventistische Kirche ihre Räumlichkeiten zur Lernbetreuung für 20 Schulkinder zur Verfügung, heisst es in “ADRA aktiv“. In Innsbruck/Tirol und Bruck an der Mur/Steiermark würden ADRA Freiwillige aus ihren Kleiderkammern regelmässig Kleider in Heime für Asylbewerber bringen. In Wien erhalte ADRA an Wochenenden von Supermärkten grosse Mengen an Brot, Obst und Gemüse, das an Wohnungslose, Familien mit Mindestsicherung und Flüchtlingsfamilien oder –heime weitergegeben werde. In Villach/Kärnten betreue ein ADRA-Freiwilligenteam Asylbewerber und würde deren Teilnahme an Deutschkursen ermöglichen. Bei Braunau/Oberösterreich würden Asylsuchende beim Deutschlernen, der Arbeitsuche oder beim Umzug in eine eigene Wohnung unterstützt. In St. Veit/Kärnten hätten jugendliche Freiwillige dem Auffanglager für Flüchtlinge in Althofen Decken und Wasserkocher übergeben. Laut ADRA Österreich sind weitere Projekte in Planung.
Mehr Infos zu ADRA Österreich: http://www.adra.at/

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Weltbildungstag – „Investition in Bildung bringt beste Zinsen“

Zürich/Schweiz | 21.09.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Zum Weltbildungstag vom 8. September hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz ein kurzes Grafik-Video publiziert. Es informiert über den Zugang zu Bildung in der Welt und die Chancen, die Bildung eröffnet.

„Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen“, sagte Benjamin Franklin (1706 - 1790), US-amerikanischer Politiker und Wissenschaftler. In den letzten 15 Jahren sei dank der acht Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen viel erreicht worden, schreibt ADRA Schweiz. Demnach sollte bis 2015 sichergestellt sein, dass Mädchen und Jungen eine Primärschulbildung abschliessen könnten. Dennoch bleibe der Zugang zu Bildung für einen Teil der Kinder und vor allem für Mädchen in vielen Ländern erschwert, so ADRA.

Bildung sei für die Arbeit des Hilfswerks einer der drei thematischen Schwerpunkte. ADRA Schweiz helfe, den Zugang zu Bildung zu verbessern. Gefährdete Kinder sollen damit vor Ausbeutung oder Marginalisierung – dem Verdrängen an den Rand der Gesellschaft - geschützt werden könnten.

Kurzvideo zum Weltbildungstag
Das zum Weltbildungstag vom 8. September veröffentlichte Kurzvideo von ADRA wolle aufzeigen welche Probleme bezüglich Bildung am ehesten auftreten würden und wie das Hilfswerk diesen begegne. Link zum Grafik-Video: http://ow.ly/RS6DQ

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Adventgemeinde Zürich-Affoltern mit neuem Pastoralassistenten

Zürich/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Personen

Ben Bornowski (27) hat per 1. September den zweijährigen Praxisteil der theologischen Ausbildung als Pastoralassistent in der Gemeinde Zürich-Affoltern (Zürich II) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten begonnen.

Pastor Günther Maurer, Präsident der Adventisten in der Deutschschweiz und seit zwei Jahren auch zuständiger Pastor der Adventgemeinde Zürich-Affoltern, wird Ben Bornowski als Mentor begleiten.

„Eine christliche Gemeinde muss für die Menschen in ihrer Umgebung relevant sein, sonst verlieren wir unsere Daseinsberechtigung.“ Er wolle einen Unterschied machen und für Menschen da sein, sagte Bornowski gegenüber APD. „Als Pastor möchte ich nahbar und erreichbar sein - ein Gegenüber im Gespräch, in der Seelsorge oder beim Sport.“

Werdegang
Der amerikanisch-deutsche Doppelbürger schloss eine dreijährige Ausbildung zum Kinderpfleger in Bayern/Deutschland und zum Heilerziehungspfleger in Köln/Deutschland ab. Anschliessend arbeitete Bornowski drei Jahre als Heilerziehungspfleger in einer Tagesstätte für Kinder und jugendliche Menschen mit Behinderung. Das vierjährige Theologiestudium absolvierte er am adventistischen Seminar Schloss Bogenhofen in Oberösterreich.

Er spiele gerne Baseball und Tennis, so Bornowski, der mit Katharina verheiratet ist. Zudem gehöre Lesen und Musik zu seinen Hobbies.

Kirchgemeinde Zürich-Affoltern
Die adventistische Kirchgemeinde Zürich-Affoltern hat 122 Mitglieder. Er werde nebst den üblichen pastoralen Tätigkeiten in der Seelsorge und beim Predigen, auch individuellen Religions- oder Bibelunterricht erteilen, sagte Ben Bornowski. Im Weiteren werde er sich auch in der lokalen Jugendarbeit sowie in jener der Deutschschweiz, bei Lagern und Events, engagieren.

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Adventgemeinden Bern und Burgdorf mit neuem Pastoralassistenten

Bern/Schweiz | 21.09.2015 | APD | Personen

Per 1. September hat Roland Dell’mour (32) den zweijährigen Praxisteil der theologischen Ausbildung als Pastoralassistent in den Gemeinden Bern und Burgdorf der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten begonnen.

Pastor Christian Frei, der den adventistischen Kirchenbezirk Bern und Burgdorf seit vier Jahren betreut, wird ihn als Mentor begleiten.

„Ich bin davon überzeugt, dass die Bibel speziell in unserer heutigen Zeit die entscheidenden Richtlinien für ein gelingendes Leben enthält“, so Dell’mour. „Ich möchte deshalb die Kirchenmitglieder und die Menschen, mit denen ich zu tun haben werde, als Freund begleiten, damit sie dem Gott der Bibel und ihrer eigenen Bestimmung näher zu kommen.“

Werdegang
Der 32-jährige Österreicher schloss ein 3D Graphikdesigner-Studium an der Fachhochschule Salzburg mit einem Magister (FH) ab und war danach drei Jahre im Beruf tätig. Das vierjährige Theologiestudium schloss er 2013 am adventistischen Seminar Schloss Bogenhofen/Oberösterreich ab. Danach erstellte Dell’mour 3D-Modelle von Schiffwracks für eine 3D-Tauchsimulation.

Roland Dell’mour ist verheiratet mit Cornelia. Das Ehepaar hat ein sechsmonatiges Kind.

Kirchenbezirk Bern und Burgdorf
Der adventistische Kirchenbezirk Bern besteht aus den Gemeinden Bern, mit 230 Mitgliedern und Burgdorf, mit 25 Mitgliedern sowie dem Neulandprojekt „Bärau“ im Emmental.

Da er ein leidenschaftlicher Bibellehrer sei, werde er nebst den üblichen Tätigkeiten in der Seelsorge und beim Predigen, auch Religionsunterricht erteilen und sich an evangelistischen Veranstaltungen beteiligen, so Dell’mour. Zudem engagiere er sich in der Liga Leben und Gesundheit LLG Burgdorf sowie im dortigen Gesundheitsklub. Er plane auch öffentliche Abende zum Thema: „Heute noch Mann sein? – Über den Verlust der männlichen Identität“.

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Hope Channel stellt neues Konzept vor

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 21.09.2015 | APD | Medien

Mit einem Festakt hat das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ am 17. September in Alsbach-Hähnlein sein neues Konzept der Marke „Hope“ vorgestellt: Der Fernseh- und Radiosender „Hope Channel“ und das Bibelstudien-Institut werden zukünftig noch enger zusammenarbeiten. Für beide gibt es ein gemeinsames Logo. Daneben wurde auch das Design des Programmhefts und der Homepage aktualisiert. Hope Channel sendet ab September in HD-Qualität, die Abteilungen Fernsehen, Radio und Bibelstudien-Institut sollen über ein gemeinsames Internetportal erreichbar sein.

Das Medienzentrum möchte durch die gegenseitige Ergänzung seiner Angebote den Service für Zuschauer, Zuhörer und Teilnehmer von Bibelkursen verbessern. Das „Internationale Bibelstudien-Institut“ heisst nun „Hope Bibelstudien-Institut“ und wird von Pastor Sven Fockner geleitet. „Wo Hope draufsteht ist auch Hope drin“, sagte Fockner im Rahmen des Festaktes. Es gehe bei den Angeboten darum, Hoffnung zu vermitteln. Die Zusammenarbeit spiegelt sich ausserdem in Sendeformaten wieder. Einige Sendungen, die auf Hope Channel gesendet werden, wie z. B. „Unterwegs mit Paulus“ oder „Den Himmel berühren“, sind auch als Bibelkurse verfügbar.

Pastor Klaus Popa, Leiter der Stimme der Hoffnung, hob die Aufgabe des Medienzentrums hervor, Menschen mit Gott bekannt zu machen. Die Bibel liefere Antworten auf existenzielle Fragen. Das Beispiel aus dem Neuen Testament über den christlichen Missionar Philippus, der einem äthiopischen Reisenden beim Verständnis der Bibel half, wählte Pastor Rainer Wanitschek, Präsident der Adventisten in Süddeutschland, als Grundlage seiner Ansprache zum Festakt. „Gott benutzt Menschen, um andere auf ihn aufmerksam zu machen und sie in die Beziehung zu ihm einzuladen“, sagte Wanitschek.

Hope Channel ist ein Radio- und TV-Sender der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 36 nationalen Sendern besteht. Mehr Informationen unter www.hope-channel.de.

Das Hope Bibelstudien-Institut ist das älteste Institut für kostenlosen Bibelfernunterricht in Deutschland, Österreich und der Schweiz und wurde 1948 gegründet, weil Hörer von christlichen Radiosendungen mehr über die Bibel erfahren wollten. Jährlich melden sich etwa 6.000 Teilnehmer zu den kostenlosen und unverbindlichen Bibelfernkursen an. Mehr Informationen unter www.bibelstudien-institut.de.

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„Die Geschichte der Hoffnung“

| 21.09.2015 | APD | Buchrezensionen

Ellen G. White, Serie „Die Geschichte der Hoffnung“, 5 Bände, Zürich: Advent-Verlag und Wien: Top Life Wegweiser-Verlag, 2009-2015, Hardcover, insgesamt 2.728 Seiten, 245 Euro.

Zum 100. Todesjahr der Autorin Ellen G. White (1827-1915), einer Mitbegründerin der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, ist jetzt der letzte Band einer vollständig überarbeiteten, illustrierten deutschen Neuausgabe der fünf wichtigsten Werke aus ihrer Feder fertig gestellt worden. Er trägt den Titel „Der Sieg der Liebe – Das Leben und Sterben von Jesus Christus“ (in der Serie Band 3). Die komplette Serie wird unter dem Gesamt-Titel „Die Geschichte der Hoffnung“ herausgegeben, der das durchgängige Grundmotiv der Autorin zum Ausdruck bringen soll.

Zeitlebens um Identität und Mission bemüht, ist es Ellen G. White wie keiner anderen Persönlichkeit in der Geschichte der Freikirche zu verdanken, dass aus einer kleinen Schar enttäuschter „Adventisten“ (von lateinisch adventus – Wiederkunft oder Ankunft von Jesus) um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine weltweit verbreitete Kirche entstanden ist. Auf Grund ihrer prophetischen Autorität mit der sie der adventistischen Gemeinde Trost, Führung, Unterweisung und Zurechtweisung gab, galt Ellen G. White als theologisches „Gewissen“ der Bewegung, das sich als Schutz gegen Irrlehre und Spaltung erwies und so die Einheit der Kirche bewahrte.

In ihrem Schrifttum beschäftigte sie sich in erster Linie mit dem biblisch-adventistischen Deutungsmuster der göttlichen Heilsgeschichte. In ihren Werken entwirft die Autorin ein gewaltiges Panorama von der Schöpfung über die Erlösung von Jesus Christus am Kreuz bis hin zu seiner Wiederkunft am Ende der Zeit. Dabei macht sie deutlich, dass die eigentliche Hoffnung nicht hinter, sondern vor uns liegt. Sie gründet sich nach Ellen White auf die umfassende Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen. Diese Liebe hat die Erlösung der Menschen zum Ziel. Satan, der Urheber alles Bösen, wird letztlich von Christus entlarvt und gerichtet.

Die nun abgeschlossene fünfbändige Neuausgabe der wichtigsten Werke Ellen G. Whites stellt ein mehrjähriges Gemeinschaftsprojekt der beiden Verlage „Top Life Wegweiser-Verlag“, Wien, und „Advent-Verlag“, Zürich, dar. Sie umfasst rund 2.700 Seiten, jeweils in Hardcover, durchgehend farbig illustriert, mit umfangreichen Anhängen, die bibelkundliche und kirchengeschichtliche Informationen (Kommentare, Glossare, Landkarten, Tabellen und Grafiken) sowie eine ausführliche Biografie der Autorin enthalten. Die beiden Verlage bereiten auch eine Taschenbuchausgabe der Serie und eine Hörbuchreihe vor. Ausserdem ist als Vollendung des Gesamtprojekts vom Advent-Verlag, Zürich, die Herausgabe eines „Lexikons biblischer Glaubenswahrheiten“ geplant, das zum Reformationsjubiläum 2017 erscheinen soll.

Bei der Buchserie handelt es sich um die folgenden Titel:

Band 1: „Wie alles begann – Von der Schöpfung bis zum König David“,
englischer Originaltitel: „ Patriarchs and Prophets“, 1890, neue deutsche Ausgabe 2014, 656 Seiten, 49,00 Euro, bisheriger deutscher Titel: „Patriarchen und Propheten“, ISBN 978-3-905008-96-8 (CH), 978-3-900160-97-5 (A).

Band 2: „Macht und Ohnmacht – Das geteilte Israel und die grosse Verheissung“, englischer Originaltitel: „Prophets and Kings“, 1917, neue deutsche Ausgabe 2014, 432 Seiten, 49,00 Euro, bisheriger deutscher Titel: „Propheten und Könige“, ISBN 978-3-905008-97-5 (CH), 978-3-903002-09-8 (A).

Band 3: „Der Sieg der Liebe – Das Leben und Sterben von Jesus Christus“, englischer Originaltitel: „The Desire of Ages“, 1898, neue deutsche Ausgabe 2015, 712 Seiten, 49,00 Euro, bisheriger deutscher Titel: „Das Leben Jesu“, ISBN 978-3-905008-99-9 (CH), 978-3-903002-15-9 (A).

Band 4: „Gute Nachricht für alle – Das Evangelium durchdringt das Römische Reich“, englischer Originaltitel, „Acts of the Apostles“, 1911, neue deutsche Ausgabe 2009, 400 Seiten, 49,00 Euro, bisheriger deutscher Titel: „Das Wirken der Apostel“, ISBN 978-3-905008-85-2 (CH), 978-3-900160-59-3 (A).

Band 5: „Vom Schatten zum Licht – Der Kampf der Kirchen und das Neue Jerusalem“, englischer Originaltitel: „The Great Controversy“, 1911, neue deutsche Ausgabe 2011, 528 Seiten, 49,00 Euro, bisheriger deutscher Titel, „Der grosse Kampf“, ISBN 978-3-905008-87-6 (CH), 978-3-900160-73-9.

Die Verlage legten bei dieser Neuauflage Wert auf Übersetzungstreue gegenüber dem englischen Originaltext aus dem 19. Jahrhundert. So ist der Text nicht einfach interpretierend in heutiges Deutsch „übertragen“ worden, sondern behält bei der Übersetzung seine originäre Aussagekraft und seinen ursprünglichen literarischen Charakter bei. Wenn zu vereinzelten Passagen Erklärungen sinnvoll schienen, sind sie in Fussnoten oder weiterführenden Anmerkungen hinzugefügt. Der englische Originaltext wurde trotz des grossen Umfangs ungekürzt ins Deutsche übersetzt.

Ellen G. White ging es in ihrem Werk um die Hinführung zu einem persönlichen Glauben in der Christusnachfolge. Am treffendsten wird man deshalb die Bände als Begleiter zum Bibelstudium für die persönliche Erbauung im Glauben bezeichnen können. Wer biblische Heils- und Hoffnungsgeschichte durch alle menschlichen Konflikte und Krisen hindurch verstehen will, findet in diesen Bänden Ellen G. Whites wertvolle Hinweise.
Dr. Daniel Heinz

(Hinweis der Redaktion: Dr. Daniel Heinz leitet das Historische Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa das zur Theologischen Hochschule der Freikirche in Friedensau bei Magdeburg/Deutschland gehört.)

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