APD-INFORMATIONEN 12/2015 - DEZEMER 2015

Ökumenischer Gottesdienst zur Legislatureröffnung des Parlaments

Bern/Schweiz | 21.12.2015 | APD | Schweiz

Am 30. November fand zu Beginn der Arbeit des neuen Parlaments ein ökumenischer Gottesdienst im Berner Münster statt. Bischof Denis Theurillat stellte in seiner Kurzpredigt die Menschwerdung Jesu, bei der es um das Dienen ging, als Modell für den zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Umgang als auch für das politische Handeln dar. Gestaltet wurde der Gottesdienst von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH.

In seiner Kurzpredigt hat Bischof Denis Theurillat, Römisch-katholische Kirche, Bezug genommen auf eine Aussage von Apostel Paulus im Brief an die Philipper, Kapitel 2, 1 bis 11. Darin thematisiert Paulus die Menschwerdung Jesu und dessen selbstlosen Einsatz für die Menschen. Menschen zu dienen, sei die erste Aufgabe auch in der Politik, so Theurillat. Es gehe darum, primär für andere zu schauen und sich für sie einzusetzen. Dem Vorbild Jesu entsprechend sei der Mensch dem Menschen eben kein Wolf, sondern aus Gottes Sicht sei der Mensch Diener des Menschen.

In einer Welt, die sich im Umbruch befinde, ginge es darum, sich gegen den Terror zur Wehr zu setzen, Flüchtlinge zu begleiten und die Umwelt zu bewahren. Der Bischof ermutigte die anwesenden Politiker, sich im Sinne des zitierten Bibeltextes von Gott „besuchen“ und ihn bei sich „wohnen“ zu lassen.

Am 30-minütigen, ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt der neuen Legislatur der eidgenössischen Räte nahmen die Bundesräte Eveline Widmer-Schlumpf und Didier Burkhalter teil sowie 60 weitere Personen, darunter etwa 20 eidgenössische Parlamentarier und Parlamentarierinnen, sowie Vertreter und Vertreterinnen der Kirchen und weitere Besucher. Als Vertreter des Nationalrates hat Marianne Streiff bei den Fürbitten um Bereitschaft für die Politiker gebetet, damit sie dem Volk dienen sowie Frieden und Gerechtigkeit fördern. Erich von Siebenthal bezeichnete in der Fürbitte Gott als Quelle allen Seins und bat um Mut, für Schwache einzustehen.

Der ökumenische Gottesdienst zu Beginn der neuen Legislatur wird traditionsgemäss von den Mitgliedkirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH durchgeführt. Die Vertreter und Vertreterinnen der Kirchen und die Glaubenden wollte gerade in herausfordernden Zeiten die Arbeit des Parlaments mit Fürbitte und Gebet begleiten, heisst es in der AGCK.CH-Mitteilung zum Gottesdienst.

Für die Musik waren Daniel Glaus, Organist des Berner Münsters, und Keita Kitade Trompete, verantwortlich.

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41.646 Personen in der Schweiz fordern vom Bundesrat mehr Einsatz für religiöse Minderheiten im Nahen Osten

Binz (ZH), Schweiz | 21.12.2015 | APD | Schweiz

Am 16. Dezember reichte Christian Solidarity International CSI die Petition „Genozid an den religiösen Minderheiten im Nahen Osten verhindern“ mit 41.646 Unterschriften im Bundeshaus ein. Mit der Petition wird Bundesrat Didier Burkhalter aufgefordert, das Engagement für religiöse Minderheiten im Nahen Osten zu einer Priorität der Aussenpolitik zu machen. Sieben amtierende und drei ehemalige Mitglieder des Nationalrats unterstützen die Petition.

Mit der Petition fordern 41.646 Personen in der Schweiz Bundesrat Didier Burkhalter auf, „das Engagement für religiöse Minderheiten im Nahen/Mittleren Osten zu einer Priorität der schweizerischen Aussenpolitik zu machen“. Am 16. Dezember übergab die Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI) die Petition an Botschafter Wolfgang Amadeus Brülhart, Chef der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA.

Sieben amtierende Mitglieder des Nationalrats unterstützen die Petition
Sieben amtierende und drei ehemalige Mitglieder des Nationalrats unterstützen die Petition: Maria Bernasconi (SP), Ignazio Cassis (FDP), Doris Fiala (FDP), Jean-Pierre Graber (SVP), Philipp Hadorn (SP), Lukas Reimann (SVP), Marco Romano (CVP), Pierre Rusconi (SVP), Barbara Schmid-Federer (CVP) und Marianne Streiff (EVP).

Weite Teile des Iraks und Syriens religiös gesäubert
Bei der Übergabe verwies Dr. John Eibner, CSI-Verantwortlicher für den Nahen Osten, auf die Situation im Irak und in Syrien. Die Situation für religiöse Minderheiten habe sich seit dem „Arabischen Frühling“ 2011 stark verschlechtert. Das gesamte Gebiet unter der Herrschaft des Islamischen Staats und weiterer islamistischer Milizen sei heute religiös gesäubert. Besonders dramatisch sei die Situation für Christen und Christinnen: „Früher sagte ich, dass die Christen innerhalb einer Generation aus dem Nahen Osten verschwinden könnten. Heute muss ich sagen: Wenn die aktuelle Entwicklung nicht aufgehalten wird, ist das Christentum in Syrien und im Irak in fünf Jahren am Ende“, so Eibner.

Umsetzungsvorschläge der Petition
Die Petition macht dem Bundesrat zur Umsetzung folgende Vorschläge:
• Die Schweiz pflegt mit den Botschaften und Regierungen des Nahen/Mittleren Ostens enge Kontakte und weist beharrlich darauf hin, wie bedeutsam der religiöse Friede für Demokratie und Rechtsstaat ist.
• Die Schweiz verurteilt Angriffe auf religiöse Minderheiten in öffentlichen Stellungnahmen und ruft zu einem friedlichen Zusammenleben auf.
• Organisationen, welche die religiöse Diskriminierung vor Ort begünstigen, erhalten keinerlei Hilfsgelder.
• Die Schweiz setzt sich bei UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon dafür ein, dass eine Genozid-Warnung für die religiösen Minderheiten im Nahen/Mittleren Osten ausgesprochen wird und Präventivmassnahmen auf der Basis von Resolution 1366 des UN-Sicherheitsrats ergriffen werden, welche die Rolle des Sicherheitsrats bei der Verhütung bewaffneter Konflikte beschreibt.

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Blaues Kreuz froh über Abschreibung des neuen Alkoholgesetzes

Bern/Schweiz | 21.12.2015 | APD | Schweiz

Nach jahrelangem Ringen im National-und Ständerat wurde das Alkoholgesetz am 17. Dezember abgeschrieben. Der ursprüngliche Auftrag des Bundesrates, die Prävention zu stärken, wurde während der Revision ad absurdum geführt, schreibt das Blaue Kreuz, Dachorganisation für Alkohol und Suchtfragen in einer Medienmitteilung. Demnach hätten von verschiedenen Massnahmen, die vor allem Jugendliche vor zu frühem Alkoholkonsum schützen sollten, nur die Testkäufe überlebt. Mindestpreise, Verkaufseinschränkungen und mehr Mittel für die Prävention seien chancenlos gewesen. Gleichzeitig habe das Lobbying von Alkoholproduzenten dazu geführt, dass sogar die Förderung der Alkoholproduktion diskutiert worden sei. Anstatt über den Schutz von Jugendlichen sei fortan in der Revision über Steuersätze diskutiert worden.

„Unter diesen Umständen ist das Blaue Kreuz froh über die Abschreibung des Gesetzes. Gleichzeitig bedauert es die verpasste Chance für einen besseren Jugendschutz“, heisst es in der Medienmitteilung. Die Rechnung dafür bezahlten alle. Über vier Milliarden Franken an Gesundheits- und Sozialkosten würden pro Jahr durch Alkoholmissbrauch verursacht, so das Blaue Kreuz. Diese Kosten müssten über Steuern und Krankenkassenprämien finanziert werden, während die Alkoholbranche weiterhin fleissig Geld verdiene. Das Leid von Alkoholkranken und deren Angehörigen lasse sich aber nicht in Zahlen fassen.

Zur Abschreibung des neuen Alkoholgesetzes in den eidgenössischen Räten sagte Philipp Hadorn, Nationalrat und Präsident des Blauen Kreuzes Schweiz: „Ich bin erleichtert, aber auch enttäuscht. Erleichtert bin ich über die Abschreibung, weil der Gesetzesentwurf am Schluss unbrauchbar war. Und enttäuscht, weil überfällige, griffige Massnahmen für den Schutz von Jugendlichen nun wieder auf die lange Bank geschoben werden.“

Bewährte und erwiesenermassen wirksame Instrumente wie Testkäufe oder Verkaufseinschränkungen müssten jetzt auf kantonaler Ebene geregelt werden, so Hadorn. Er hoffe, dass die Kantonsparlamente mehr Weitsicht beweisen würden.

Alkoholgesetz: Vom Jugendschutz zu „Alkoholförderungsgesetz“
Mit enormen Aufwand habe zudem die Alkohollobby dem Geschäft ihren Stempel aufgedrückt, sagte Nationalrat Hadorn Das Alkoholgesetz, das gerade auch Jugendliche vor zu frühem Alkoholkonsum hätte schützen sollen, sei unter diesem Einfluss in ein Alkoholförderungsgesetz pervertiert worden. Mit der Abschreibung der Alkoholgesetzrevision ist laut Hadorn eine grosse Chance verpasst worden, weil die Alkoholproduzenten Einschränkungen nicht akzeptieren wollten. „Ihr Profit ist ihnen offensichtlich wichtiger als die Gesundheit junger Menschen.“

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ADRA Schweiz unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative

Zürich/Schweiz | 21.12.2015 | APD | Schweiz

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative und sammelt Unterschriften dafür. Die Initiative fordert von Schweizer Firmen, dass sie den Schutz von Menschenrechten sowie der Umwelt verbindlich in sämtliche Geschäftsabläufe im In- und Ausland einbauen. Dem Verein gehören 76 Hilfswerke, Frauen-, Menschenrechts- und Umweltorganisationen, kirchliche sowie gewerkschaftliche Vereinigungen und Aktionärsverbände an.

Zur Begründung der Konzernverantwortungsinitiative führt der Verein „Katastrophale Arbeitsbedingungen in Kleiderfabriken, missbräuchliche Kinderarbeit, tödliche Emissionen“ an, die es zu bekämpfen gelte. Auch Schweizer Unternehmen seien in Menschenrechtsverletzungen und Tätigkeiten verwickelt, welche die Umwelt verschmutzten. Den verbindlichen Einbau des Schutzes der Menschenrechte sowie der Umwelt in sämtliche Geschäftsabläufe wird als „Sorgfaltsprüfungspflicht“ bezeichnet, die auch für Auslandstätigkeiten der Firmen verpflichtend sei.

„Es geht nicht an, dass Hilfswerke mit ihren Projekten der Entwicklungszusammenarbeit im Ausland die Menschenrechts- und Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern versuchen und international tätige Firmen diese Bemühungen durchkreuzen“, sagte Sibylle Schuppli, Kommunikationsverantwortliche des Hilfswerks. Deshalb habe der Vorstand von ADRA Schweiz die Unterstützung der Konzernverantwortungsinitiative beschlossen.

ADRA Schweiz will nach eigenen Angaben bis Ende Februar 2016 Unterschriften für diese Initiative sammeln. Weitere Informationen zur Konzernverantwortungsinitiative: http://konzern-initiative.ch/

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Schweizerische Evangelische Allianz mit Taskforce für Flüchtlingshilfe

Zürich/Schweiz | 21.12.2015 | APD | Schweiz

Nach einer Konsultation der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH hat sich laut ideaschweiz.ch eine Arbeitsgruppe der SEA, eine „Taskforce“ gebildet, welche sechs Themenfelder in der Flüchtlingshilfe bearbeiten soll. Dazu gehören die Bereiche Gemeinschaft, Sprache, Wohnen, Begleiten, Teilen sowie Geldspenden. Die Taskforce will durch regionale und lokale Verantwortliche und internationale Vernetzung evangelischen Christen und Gemeinden bei der Flüchtlingsbetreuung unterstützen. Alle Migrationsbegleiter und –begleiterinnen verpflichteten sich in ihrer Tätigkeit auf den SEA-Verhaltenskodex wonach die Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit geachtet werde.

Die Taskforce ist das Ergebnis einer Konsultation der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH, erklärt Marc Jost, Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz. Diese Konsultation habe im Frühjahr stattgefunden, weil viele evangelische Christen und Gemeinden ihre Bereitschaft signalisiert hätten, bei der Aufnahme von Flüchtlingen mitzuwirken und dafür Wohnraum, personelle Ressourcen sowie Geld zur Verfügung zu stellen, schreibt ideaschweiz.ch. Dabei sei klar geworden, dass die Hilfe breitflächig und koordiniert erfolgen müsse. Am 7. Dezember habe die Taskforce unter der Leitung von Marc Jost und Michael Mutzner, Generalsekretär des französischsprachigen Regionalverbands Réseau Evangélique Suisse (RES), eine Sitzung abgehalten.

Sechs Schwerpunkte
Demnach hat die Taskforce beschlossen, sechs Themenfelder zu bearbeiten. Dazu gehören die Stichworte Gemeinschaft (Menschen einladen, Zeit mit ihnen verbringen, Beziehungen aufbauen); Sprache (Sprachkurse und Übersetzungsdienste anbieten); Wohnen (geeigneten Wohnraum anbieten); Begleiten (Mentoring, vernetzen, beraten); Teilen (Kleidung, Spielzeuge und Güter des täglichen Lebens spenden) sowie Geldspenden. Im Vordergrund der Tätigkeit der Arbeitsgruppe stehe die Beratung und Vernetzung unter anderem mittels regionaler Austauschtreffen.

Wilf Gasser: "Gemeinden haben viel Potenzial"
Die Umsetzung der Schwerpunkte soll durch regionale und lokale Verantwortliche erfolgen. Dies geschehe bereits in der Region Thun, wo ein Durchgangszentrum des Bundes geplant sei. Ebenso baue die Taskforce mit Nachbarländern ein Netzwerk zu europäischen Initiativen im Raum der Evangelischen Allianz auf und tausche im Rahmen einer Plattform Erfahrungen aus. In Sizilien würden laut Marc Jost christliche Gemeinden der Evangelischen Allianz ein Empfangszentrum für Flüchtlinge betreiben.

Wilf Gasser, Präsident der Schweizerischen Evangelischen Allianz und Mitglied der Taskforce, sieht auch in den christlichen Gemeinden viel Potenzial zur langfristigen Integration, so idea. So sollen zum Beispiel regionale Austauschgruppen entstehen, in denen Koordinatorinnen und Koordinatoren von Gemeinden Information und Inspiration erhalten könnten.

Die nächsten Schritte
Nach Angaben von ideaschweiz.ch stelle die Taskforce eine Informationsschrift zusammen, die in Flyer-Form bis Ende Jahr erscheinen und die wichtigsten Angaben für Personen und Organisationen enthalten soll, die sich für Flüchtlinge engagieren wollten. Zur Zeit seien Informationen auf der SEA-Webseite zu finden: http://www.each.ch/fl%C3%BCchtlinge. Die Taskforce werde ihre Infos auf der Plattform www.fluechtlingen-helfen.ch vermitteln, die demnächst aufgeschaltet werde.

Verhaltenskodex für Migrationsbegleiter
In der Gratiszeitung "20Minuten" sei evangelischen Christen vorgeworfen worden, sie zielten mit ihrer Hilfe letztlich auf die Missionierung von Flüchtlingen, so ideaschweiz.ch. Marc Jost habe diesbezüglich auf den SEA-Verhaltenskodex hingewiesen, der für Projektverantwortliche der SEA verbindlich sei. Darin heisst es: "Die MigrationsbegleiterInnen (MB) geniessen und achten die Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Sie arbeiten in einer Weise, die keine religiösen Pflichten von den Begünstigten voraussetzt. Die MB schliessen jegliche Form von Zwang und Manipulation aus."

Breit abgestützt
Zur Taskforce der SEA und des Réseau Evangélique gehören neben Marc Jost und Michael Mutzner auch der Präsident der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA), Wilf Gasser, der Sekretär der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM), Niklaus Meier, Ricardo Serrano Koordinator der Arbeitsgemeinschaft Interkulturell der SEA, Kathrin Anliker von der (Beratungsstelle BIR), Martin Sägesser, (Leiter MEOS), Stefan Burckhardt (Campus für Christus) und Paul Mori, Beauftragter der Heilsarmee für die Arbeit mit Flüchtlingen sowie die neuen Projektleiterinnen zur privaten Unterbringung von Flüchtlingen: Denise Kehrer (Basel) und Céline Léchot, Mitarbeiterin Réseau Evangélique RES (Genf).

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Adventisten bekräftigen Engagement für die Erhaltung der Umwelt

Silver Spring, Maryland/USA | 21.12.2015 | APD | International

Anlässlich der 21. UNO-Konferenz zum Klimawandel unterstützt und begrüsst die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten die Bemühungen der verhandelnden Staaten, eine Einigung zu finden, um die Probleme einzudämmen, welche durch den Klimawandel hervorgerufen werden, heisst es in einer Medienmitteilung der adventistischen Weltkirchenleitung. Gleichzeitig werden die knapp 19 Millionen adventistischen Kirchenmitglieder weltweit aufgerufen, der Umwelt Sorge zu tragen.

Die Siebenten-Tags-Adventisten hätten seit Langem den verantwortungsvollen Umgang mit dem unterstützt, was Gott geschaffen habe, heisst es in der Medienmitteilung. Die Weltkirchenleitung bekräftige erneut die Überzeugung, dass alle verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgehen müssten, die Gott gegeben habe. Bereits 1995 habe die Kirche eine offizielle Erklärung zur Umwelt verabschiedet:

„Siebenten-Tags-Adventisten glauben, dass die Menschheit zum Bilde Gottes geschaffen wurde, als Gottes Verwalter, um sich auf eine treue und sinnvolle Art und Weise um ihre natürliche Umgebung zu kümmern. Die Natur ist ein Geschenk Gottes.

Unglücklicherweise haben Männer und Frauen die Rohstoffquellen der Erde immer intensiver auf unverantwortliche Weise ausgebeutet. Die Folge waren zahlreiche Leiden, Umweltzerstörung und die Bedrohung durch die Klimaveränderung. Trotz notwendiger weiterer Forschungen ist heute schon klar, dass das Ökosystem der Erde durch den zunehmenden Emissionsausstoss zerstörerischer Gase... bedroht wird.

Es gibt schreckliche Ankündigungen von globaler Erwärmung, einem steigenden Meeresspiegel, zunehmender Häufigkeit von Stürmen und zerstörerischen Überschwemmungen, weiterer Versteppung von Landschaften und Dürrekatastrophen.

Diese Probleme haben ihre Ursache hauptsächlich in der menschlichen Selbstsucht und Gier, die sich in ständig steigender Produktion, uneingeschränktem Konsum und in der Ausbeutung nicht mehr ersetzbarer Rohstoffe zeigt. Die ökologische Krise hat ihre Wurzeln in der menschlichen Gier und der Weigerung, weise und vernünftig mit den bestehenden Ressourcen umzugehen.

Siebenten-Tags-Adventisten befürworten einen einfachen, gesunden Lebensstil, bei dem die Menschen nicht in den Kreislauf von uneingeschränktem Konsum, Erwerb von Gütern und Produktion von Abfall geraten. Nötig ist ein Umdenken in Sachen Lebensstil auf der Grundlage der Achtung vor der Natur, der Zurückhaltung bei der Ausbeutung der Rohstoffquellen der Welt, der Neudefinition der menschlichen Bedürfnisse und der Wiederherstellung der Würde des geschaffenen Lebens.“

„Wir unterstützen die Bemühungen der Führer der Welt und aller Menschen, das zu schützen und zu respektieren, was Gott geschaffen und uns anvertraut hat“, schreibt die adventistische Weltkirchenleitung zum Klimagipfel in Paris, der am 11. Dezember mit erfolgreich mit einem neuen Weltklimavertrag abgeschlossen worden ist. Knapp 190 Staaten haben ihre Klimaschutzpläne vorgelegt.

Offizielle Stellungnahmen der adventistischen Weltkirchenleitung zur Umwelt (Englisch):
Environment: (1995)
https://www.adventist.org/en/information/official-statements/statements/article/go/0/environment/42/

The Dangers of Climate Change (1995)
https://www.adventist.org/en/information/official-statements/statements/article/go/0/the-dangers-of-climate-change/30/

Stewardship of the Environment (1996)
https://www.adventist.org/en/information/official-statements/statements/article/go/0/stewardship-of-the-environment/30/

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Britische Luftschläge in Syrien: Adventisten rufen zum Frieden auf

Watford/England | 21.12.2015 | APD | International

Am 2. Dezember hat die britische Regierung beschlossen mit Luftschlägen in den Syrienkonflikt einzugreifen. Unmittelbar darauf hat die Kirchenleitung der Adventisten in England, Irland, Schottland und Wales (British Union Conference BUC) einen Aufruf lanciert, die Gewaltspirale zu beenden und den Dialog zu suchen, da Gewalt nur das erzeuge, was sie beseitigen wolle. Dunkelheit könne die Dunkelheit nicht vertreiben, das schaffe nur das Licht.

„Die zunehmende Gewalt und die Zahl der durch Gräueltaten Vertriebenen in Irak, Syrien und anderen vom Krieg zerrissenen Teilen der Welt, erfüllen unsere Herzen mit Trauer. Wir solidarisieren uns mit jenen, die Angehörige, ihre Existenzgrundlage und Häuser verloren haben. Wir beten für all jene, die leiden“, heisst es in der Einleitung des Appells zum Dialog und Frieden der adventistischen Kirchenleitung in Grossbritannien.

Nach dem Beschluss des britischen Parlaments mit Luftangriffen in den Syrienkonflikt einzugreifen, anerkenne die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, dass die Bekämpfung des Terrorismus sowie Fragen in dessen Zusammenhang komplex und sehr vielfältig seien. Dennoch seien die Adventisten dem Frieden verpflichtet.

„Als Kirche drücken wir unsere tiefe Besorgnis aus über die anhaltende Gewalt in Syrien, die Verluste an Menschenleben sowie Elend und Leid über unschuldige Männer, Frauen und Kinder bringt und die Vertreibung von einigen Millionen Bewohnern in Syrien verursacht hat“, schreibt Pastor Ian Sweeney, Präsident der Adventisten in Grossbritannien und Irland im Aufruf.

Die Adventisten appellierten an alle am Syrienkonflikt beteiligten Parteien die militärischen Aktivitäten einzustellen und sich friedlichen Konfliktlösungsmethoden zuzuwenden. „Es ist unsere Überzeugung, dass Dialog und Verhandlungen zwar schwierig, aber Gewalt und Krieg vorzuziehen sind“, heisst es im Appell.

Dunkelheit kann keine Dunkelheit vertreiben, nur Licht kann es
Es widerspreche ihrem christlich-biblischen Verständnis, Gewalt mit Gewalt zurückzuzahlen und es bringe auch nicht die gewünschten Ergebnisse, so die britische Kirchenleitung der Adventisten. Vielmehr hielten sie es mit Martin Luther King Jr., der gesagt habe: „Die äusserste Schwäche der Gewalt ist, dass sie eine Spirale nach unten darstellt und genau das erzeugt, was sie zu zerstören sucht. Anstatt das Übel zu vermindern, vervielfältigt sie es. Du magst durch Gewalt einen Lügner ermorden, aber du kannst nicht die Lüge töten, noch weniger dadurch der Wahrheit Geltung verschaffen. Durch Gewalt mordest du den Hassenden, aber nicht den Hass. In der Tat, Gewalt vermehrt nur Hass. Gewalt mit Gewalt zu erwidern vervielfältigt die Gewalt und fügt einer sternenlosen Nacht noch tiefere Finsternis zu. Dunkelheit kann keine Dunkelheit vertreiben, nur Licht kann das tun. Hass kann nicht Hass vertreiben, nur Liebe kann das.“

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Freikirchen in Deutschland heben Frieden als Grundwert hervor - Theologische Orientierungshilfe zur Friedensethik veröffentlicht

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 21.12.2015 | VEF/APD | International

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat sich für den Frieden als handlungsleitendes Motiv in persönlichen, gesellschaftlichen, zwischenstaatlichen und wirtschaftlichen Beziehungen und Auseinandersetzungen ausgesprochen. Die Texte der Bibel seien auch heute noch eine hochaktuelle Richtlinie in politischen Diskussionen und Gesellschaftsfragen, erklärte VEF-Präsident Ansgar Hörsting.

Mit der nun veröffentlichten theologischen Orientierungshilfe zur Friedensethik hätten sich die 14 Mitgliedskirchen der VEF „auf Kernpunkte verständigt, die vom biblischen Vorbild zeugen, dass Böses mit Gutem überwunden werden kann“, so Hörsting am Rande der Mitgliederversammlung der Vereinigung in Friedensau. Zwar gebe es auch innerhalb der VEF eine grosse Bandbreite an theologischen Meinungen, und die Mitgliedskirchen würden manche Detailfragen der Friedensethik durchaus unterschiedlich beantworten: „Doch als Christen glauben wir gemeinsam an einen liebenden Gott, der uns Menschen einen ausserordentlichen Wert beimisst und der will, dass wir miteinander friedvoll, in Würde und gerecht umgehen.“

Orientierungshilfe mit zwölf Thesen
Die in Form von zwölf Thesen verfasste Orientierungshilfe beginnt mit dem biblischen Menschenbild. Alle Menschen seien „als Ebenbilder Gottes geschaffen“, worin „ihre besondere Würde“ bestehe. Im Grundgesetz sei festgeschrieben, wovon die Mitglieder der VEF „geistlich überzeugt“ seien: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Feindschaft kreativ überwinden
Weiter beschreibt die Orientierungshilfe den biblischen Grundsatz, Böses durch Gutes zu überwinden. Jesus Christus habe dieses Prinzip vorgelebt und den Christen folgerichtig das Gebot der Feindesliebe gegeben: „Das Beispiel und die Kraft Christi eröffnen uns neue, kreative, unvorhergesehene Handlungsmöglichkeiten, um Feindschaft zu überwinden und Gottes Heil zeichenhaft zu verdeutlichen.“ Staatliche Machtmittel müssten immer „einem höheren Ziel unterstellt sein, nämlich Frieden, Ausgleich, Integration und Versöhnung.“ Die Orientierungshilfe ist unter dem nachstehenden Link abrufbar: http://www.baptisten.de/fileadmin/user_upload/bgs/pdf/Pressemitteilungen/Theologische_Orientierungshilfe_der_VEF_zur_Friedensethik.pdf

In Bezug auf aktuelle Herausforderungen mahnte Hörsting dazu, alles zu tun, um die Gewalt im Nahen Osten zu deeskalieren. Wenn Gewalt nur mit Gegengewalt beantwortet werde, sei der Weg Jesu verlassen. „Die westliche und die arabische Welt brauchen Versöhnung miteinander, und beide sind auf politische Verantwortungsträger angewiesen, die versöhnen und integrieren“, so Hörsting.

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Hansa-Vereinigung der Adventisten mit Erklärung zur Frauenordination

Hamburg/Deutschland | 21.12.2015 | APD | International

Die regionale Kirchenleitung der Adventisten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (Hansa-Vereinigung) hat am 22. November eine Erklärung veröffentlicht, welche die Entscheidung der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) bezüglich der Ordination adventistischer Pastorinnen bedauert. In San Antonio, Texas/USA, wurde am 8. Juli entschieden, dass es den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) auch weiterhin nicht gestattet sein soll, in ihrem Gebiet Frauen, die im Pastorendienst tätig sind, zu ordinieren. Die Hansa-Vereinigung ermutigt in ihrem Schreiben weibliche Gemeindeglieder, sich für den Dienst als Pastorin zu entscheiden.

Mit dieser Erklärung wolle die Hansa-Vereinigung ein Zeichen für die eigenen Ortsgemeinden setzen, sagte Pastor Jan Kozak, stellvertretender Präsident der regionalen Kirchenleitung. Die Erklärung verdeutlicht, dass das Evangelium kein Ansehen der Person kenne, „auch nicht im Amtsverständnis“.

„Schon jetzt zeichnet sich ab“, heisst es in der Erklärung weiter, „dass die Entscheidung von San Antonio viele unserer Jugendlichen, unserer Frauen und andere Gemeindeglieder von unserer Freikirche zu entfremden droht. Unsere Verkündigung steht ohnehin unter schwierigen Rahmenbedingungen. Sie haben sich durch diesen Beschluss verschlechtert, weil die Vermittlung dieser Entscheidung nach aussen kaum möglich scheint. Niemand kann auf Dauer nach aussen Loyalität ausüben, die nach Innen seinem Gewissen entgegensteht.“

Der leitende Kirchenrat der Hansa-Vereinigung schliesst seine Erklärung daher mit den Worten: „Wir ermutigen weiterhin weibliche Gemeindeglieder, sich für das Pastorenamt zu entscheiden und bekräftigen hiermit unsere Absicht, dem Beschluss der NDV-Vollversammlung vom 23. April 2012 gemäss zu handeln, Pastoren und Pastorinnen ohne Ansehen des Geschlechtes zur Ordination zum Predigtamt zu empfehlen.“

Am 23. April 2012 hatte die überregionale Kirchenleitung der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband, NDV) mehrheitlich beschlossen, dass innerhalb des NDV auch Pastorinnen wie ihre männlichen Kollegen ordiniert werden können. Dieses Votum entspricht zwar nicht der Beschlusslage der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, wurde bisher aber noch nicht umgesetzt.

Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorin „gesegnet” werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen; doch ordiniert werden nur männliche Geistliche. Damit ist Pastorinnen auch das Amt des Präsidenten einer regionalen oder überregionalen Freikirchenleitung verwehrt, das eine Ordination erfordert.

Die Erklärung der Hansa-Vereinigung im Wortlaut:
http://hansa.adventisten.de/news/news/datum/2015/12/03/hansa-vereinigung-verabschiedet-erklaerung-zur-frauenordination/

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Erklärung tschechischer und slowakischer Adventisten zur Frauenordination

Roseville, Kalifornien/USA | 21.12.2015 | APD | International

Am 14. Dezember publizierte SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF) in den USA, auf Englisch einen Bericht des Exekutivausschusses der adventistischen Kirchenleitung für Tschechien und die Slowakei (Církve adventistů sedmého dne Česko-Slovenská unie). Dieser habe am 11. November eine Erklärung verabschiedet, welche den Beschluss der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) vom Juli 2015 zur Frauenordination bedauert. Der Beschluss der Weltsynode basiere auf kirchlicher Autorität, stehe aber nicht in Übereinstimmung mit dem biblischen Befund sowie im Widerspruch zu Artikel 14 der adventistischen Glaubensüberzeugungen, so der Exekutivausschuss, weshalb er Frauen ermutige, sich auch im Pastorendienst zu engagieren.

Die adventistische Weltsynode in San Antonio, Texas/USA, hat es im Juli 2015 abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) zu gestatten, in ihrem Gebiet tätige adventistische Pastorinnen zu ordinieren.

Laut SPECTRUM argumentiere der Exekutivausschuss der Adventisten in Tschechien und in der Slowakei in seiner Erklärung zur Frauenordination mit der Aussage von Paulus im Brief an die Galater, Kapitel 3, Vers 28: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid ‚einer’ in Christus Jesus.“ (Einheitsübersetzung, 1980, Katholische Bibelanstalt, Stuttgart). Die Adventisten in Böhmen, Mähren, Schlesien und der Slowakei bezögen sich aber auch auf den 14. Glaubensartikel der Siebenten-Tags-Adventisten, „Die Einheit der Gemeinde Christi“, wo festgehalten sei: „Die Gemeinde ist ein Leib mit vielen Gliedern, herausgerufen aus allen Nationen, Geschlechtern, Sprachen und Völkern. In Christus sind die Gläubigen eine neue Schöpfung. Rassische, kulturelle, bildungsmässige, nationale, soziale und gesellschaftliche Unterschiede sowie Unterschiede zwischen Mann und Frau dürfen unter uns nicht trennend wirken.“

Reformation in Böhmen und Mähren versuchte Stellung der Frau wiederherzustellen
Dem Vorbild Jesu als auch der frühen christlichen Kirche folgend, seien im Mittelalter die Reformationsbemühungen in der tschechischen und später auch in der mährischen sowie slowakischen Kirche davon gekennzeichnet gewesen, die Stellung der Frauen in der Kirche wiederherzustellen. Die Verbreitung des Evangeliums durch den Reformator Jan Hus sei von frommen Frauen wie der tschechischen Königin Sophie von Bayern oder später von Anna Bodenstein (von Mochau) stark unterstützt worden, so die Erklärung. Als Nachfahren der Reformation in Mitteleuropa stünden sie mit Stolz zur Verantwortung, dieses geistliche Erbe in Kirche und Gesellschaft wiederzubeleben. Das Streben nach einer würdevollen und gerechten Stellung der Frau gehöre zu den bedeutendsten Werten, aus denen die ehemals gemeinsamen Republiken im letzten Jahrhundert entstanden seien. „Frauen sind bezüglich ihrer sozialen Stellung in der mitteleuropäischen Kultur wichtiger als Männer“, schreibt der Exekutivausschuss in der Erklärung.

Keine biblischen oder theologischen Hindernisse für die Frauenordination
Im Mai 2014 hätten deshalb die Delegierten der Generalversammlung der Adventisten in Tschechien und in der Slowakei klar gemacht, dass sie „zustimmen, Frauen in unserer Kirchenregion zum Pastorendienst zu ordinieren“. Ebenso hätten sie ihre volle „Unterstützung der Position des Exekutivausschusses der Intereuropäischen Division [teilkontinentale Kirchenleitung für West- und Südeuropa] zur Frauenordination gegeben“, welche an der November-Sitzung 2013 beschlossen worden sei. Im Weiteren sei ihre Haltung im Juni 2014 durch den Abschlussbericht des globalen Studienkomitees zur Theologie der Ordination (Theology of Ordination Study Committee TOSC) bestätigt worden. Dieser Bericht habe nach zweijährigem Studium festgestellt, dass es keine biblischen oder theologischen Hindernisse für die Frauenordination gäbe.

In der Erklärung der Adventisten in Tschechien und in der Slowakei zur Frauenordination heisst es weiter, dass der Heilige Geist seine Gaben allen Gläubigen, unabhängig vom Geschlecht, zuteile. Zudem hätten Frauen von Anfang an in der Kirche eine wichtige Rolle gespielt. „Ihre Entschlossenheit, Gaben und Talente sind ein Segen für den ganzen Leib Christi.“

Beschluss der Weltsynode als Ausdruck kirchlicher Autorität
Die Entscheidung der adventistischen Weltsynode im Sommer 2015 bezüglich der Frauenordination, habe ihn betrübt, schreibt der Exekutivausschuss in der Erklärung, da dieser Beschluss allem vorgängig Erwähnten widerspreche. „Wir verstehen deshalb diese Entscheidung als Ausdruck der kirchlichen Autorität und nicht als eine mit Bezug zur Bibel oder zu unseren Glaubensüberzeugungen, welche die Gleichberechtigung von Männern und Frauen garantieren. Wir respektieren kulturelle Besonderheiten unserer Glaubensgenossen in anderen Teilen der Welt, erwarten aber auch, dass sie unsere respektieren.“

Laut SPECTRUM schliesst die Erklärung mit einer Einladung an die Frauen in den adventistischen Gemeinden in der Tschechischen und Slowakischen Republik, sich im Gemeindedienst einzubringen, auch in den Pastorendienst, sofern sie sich von Gott dazu berufen fühlten. „Wir betrachten die Beteiligung von Frauen im Dienst am Evangelium in unserem Gebiet als äusserst notwendig und wünschenswert. Wir sind bereit, alles dafür einzusetzen, um dies zu ermöglichen“, so die Erklärung.

Adventisten in Tschechien und in der Slowakei
In Tschechien (10,5 Millionen Einwohner) und in der Slowakei (5,4 Millionen Einwohner) feiern 9.811 erwachsen getaufte Adventisten in 186 Kirchgemeinden am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, den Gottesdienst. Die Adventisten der beiden Länder bilden auch nach der politischen Trennung Ende 1992 weiterhin eine Kirchenregion mit einer Leitung. Sie führen eine Primarschule, ein Theologie-Seminar, einen Verlag, ein Altersheim sowie je eine nationale Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Slowakei (http://adra.sk/en) und ADRA Tschechien (http://www.adra.cz/eng/about-us).

Wortlaut der Erklärung der Adventisten in Tschechien und in der Slowakei zur Frauenordination:
Tschechisch:
http://www.casd.cz/wp-content/uploads/2015/11/V%C3%BDbor-a-ordinace.pdf
Slowakisch:
http://www.casd.cz/wp-content/uploads/2015/11/Preklad-stanovisko-2.pdf
Englisch:
http://spectrummagazine.org/article/2015/12/14/czecho-slovakian-union-conference-issues-statement-favor-ordaining-women

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Treffen zur Ermutigung adventistischer Pastorinnen in Kopenhagen

Kopenhagen/Dänemark | 21.12.2015 | APD | International

Am 1. Dezember haben sich in Kopenhagen/Dänemark 36 adventistische Pastorinnen aus Dänemark, Estland, Finnland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen und Schweden mit den Kirchenleitern der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Südosteuropa (Transeuropäische Division TED) getroffen. Es sei dies das zweite Ermutigungstreffen für adventistische Pastorinnen dieser Art, teilte TED-News mit.

Nach dem „Nein“ der adventistischen Weltsynode im Sommer 2015 in San Antonio, Texas/USA, wonach es den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) auch weiterhin nicht gestattet sein soll, in ihrem Gebiet Frauen, die im Pastorendienst tätig sind, zu ordinieren, seien am Treffen adventistischer Pastorinnen in Kopenhagen Erfahrungen und Reaktionen auf diesen Beschluss ausgetauscht worden. Einige der adventistischen Pastorinnen seien vom Beschluss enttäuscht gewesen, andere tief verletzt und anderen sei gar geraten worden den Pastorendienst zu verlassen. Andere hätten Belästigung, Mobbing und herablassendes Verhalten erlebt, samt Kommentaren über ihre Berufung und ihren Dienst, so TED-News.

Einen Tag nach dem negativen Beschluss der adventistischen Weltsynode habe Pastor Rafaat Kamal, TED-Kirchenleiter, einen ermutigenden und unterstützenden Brief an die adventistischen Pastorinnen in Nord- und Südosteuropa geschickt. Darin habe er eine solche Zusammenkunft angekündigt, an dem auch die nationalen Kirchenleiter anwesend sein sollten, um gemeinsam nachzudenken, sich auszusprechen und sich zu ermutigen.

Pastorin Guiséle Berkel-Larmonie, aus den Niederlanden, habe zur Andacht aus der Bibel, dem alttestamentlichen Propheten Micha, Kapitel 6 Vers 8 das zitiert, was Gott von allen erwarte: „Halte dich an das Recht, sei menschlich zu deinen Mitmenschen und lebe in steter Verbindung mit deinem Gott!“ (Gute Nachricht Bibel).

TED-Kirchenleitung sucht Lösung für die Ungleichheit in der Ordinationsfrage
Pastor Rafaat Kamal, TED-Kirchenleiter, bestätigte erneut seine Absicht, welche auch von der teilkontinentalen Kirchenleitung geteilt werde, so lange an dieser Problematik von Ordination und Ungleichheit zu arbeiten, bis sie gelöst sei. Die überregionalen, meist nationalen Kirchenleiter (Unionen/Verbände) der TED-Kirchenregion informierten, was in ihrem Gebiet bezüglich des Nein-Votums der adventistischen Weltsynode unternommen worden sie. In einigen Ländern seien unterstützende Erklärungen bezüglich der Arbeit adventistischer Pastorinnen veröffentlicht worden sowie verschiedene Zugänge gesucht worden, um Lösungen zu finden.

Das wichtigste am Ermutigungstag seien aber die Gruppengespräche gewesen, so TED-News. Dort hätten die adventistischen Pastorinnen einander zugehört, über ihre Verletzungen gesprochen, sich getröstet, ermutigt, um Weisheit, Kraft, Bescheidenheit und die Willigkeit gebetet, trotz Widerstand und Schwierigkeiten weiterhin als Pastorinnen zu dienen.

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Adventisten: Menschen mit besonderen Bedürfnissen vermehrt einbeziehen

Silver/Spring, Maryland/USA | 21.12.2015 | APD | International

Der Verwaltungsausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung anerkenne die Notwendigkeit, Menschen mit besonderen Bedürfnissen (Waisen, Gehörlose, Sehbehinderte sowie körperlich und geistig Behinderte) vermehrt in die Überlegungen und Planungen der Kirche aktiv einzubeziehen. Deshalb habe er laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift Adventist Review AR den Beschluss gefasst, die Bedeutung des seit 2011 bestehenden „Komitees für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ aufzuwerten. Es wurde ein „Dienst für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ geschaffen und Larry R. Evans als dessen Koordinator sowie als Assistent dem adventistischen Weltkirchenleiter Ted C. Wilson direkt unterstellt. Damit soll diesem Anliegen innerhalb der adventistischen Kirche weltweit Nachdruck verliehen werden.

Das 2011 vom Verwaltungsausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung gegründete „Komitee für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ sei einer anderen grossen Abteilung (Gemeindeaufbau & Sabbatschule) unterstellt gewesen. Diese Abteilung habe sich diesbezüglich vorwiegend um Sehbehinderte oder Menschen mit anderen körperlichen Behinderungen gekümmert. Sie habe aber im umfassenden Sinn den Anliegen von Menschen mit besonderen Bedürfnissen nicht genügend Aufmerksamkeit schenken können, so AR.

Die Aussagen von Ellen G. White, Mitbegründerin der adventistischen Kirche, zum Dienst an Menschen mit besonderen Bedürfnissen, hätten mitgeholfen, diese Neugewichtung zu beschliessen. Es liege in Gottes weiser Voraussicht, „dass Witwen und Waisen, Blinde, Gehörlose, Gelähmte und Menschen, die auf vielfältige Weise geplagt oder behindert sind, in enge Beziehungen zu seiner Gemeinde gebracht“ werden, schrieb Ellen White. Es sei entscheidend, „wie wir solche Menschen behandeln, die unser Mitgefühl, unsere Liebe und unser uneigennütziges Wohlwollen brauchen“, so White.

Einbezug nicht Ausgrenzung
Bei der Neuausrichtung der Dienste für Menschen mit besonderen Bedürfnissen gehe es darum, so Larry Evans, ihnen Möglichkeiten zu bieten, sich an der Erfüllung des Auftrags der Kirche zu beteiligen. In einigen Fällen müssten bauliche Anpassungen an Gebäuden vorgenommen werden. Das Hauptaugenmerk liege aber darin, den Waisen, Gehörlosen, Sehbehinderten sowie körperlich und geistig Behinderten die Beteiligung am Auftrag der Kirche zu ermöglichen und sie nicht auszugrenzen.

„Behinderung ist Teil des Menschseins“, so Evans. Viele Menschen hätten im Laufe ihres Lebens temporär oder dauerhaft eine Behinderung. Deshalb sei die Sensibilisierung der Kirche und ihrer Mitglieder auf die Anliege von Menschen mit Behinderungen oder besonderen Bedürfnisssen und für diesen Dienst entscheidend.

Die Besonderheit jeder dieser fünf Gruppen, - Waisen, Sehbehinderte, Gehörlose und Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen – solle laut Evans gewahrt bleiben. Es sei geplant einen weltweiten, adventistischen Beirat zu schaffen, um diese Anliegen bei der Entwicklung von strategischen Plänen der Kirche einzubringen. „Jede der fünf Gruppen hat der weltweiten Kirche so viel zu bieten, aber auch zu empfangen“, so Larry Evans.

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Schiesserei in San Bernardino: Adventisten trauern mit Opferfamilien

Silver Spring, Maryland/USA | 21.12.2015 | APD | International

Bei der Schiesserei am 2. Dezember in einem Sozialzentrum für Behinderte in San Bernardino, Kalifornien/USA, hat ein Ehepaar 14 Personen erschossen und 17 verwundet, bevor sie selbst von der Polizei erschossen wurden.

„Unsere Herzen sind bei den Familien, die ihre Angehörigen in der tragischen Schiesserei in San Bernardino verloren haben“, schrieb der adventistische Weltkirchenleiter Pastor Ted C. Wilson auf seiner Facebookseite. Er bete für die Opferfamilien, die Verwundeten, darunter auch Amanda Gaspard (31), eine Adventistin, als auch für das medizinische Personal von Loma Linda University Health LLUH, einem adventistischen Krankenhaus, in dem einige der Verwundeten gepflegt würden.

"Den Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika bricht es das Herz, dass wir erneut unschuldige Leben betrauern, die durch Waffengewalt zerstört worden sind", sagte Pastor Daniel Jackson, Präsident der Adventisten in Nordamerika. Den Opferfamilien und Verwundeten der Schiesserei sprach er "tief empfundenes Mitgefühl" aus und versicherte sie der Gebete der Adventisten.

"Wir beten auch für das sechs monatige Baby der mutmasslichen Täter. So abscheulich dieses Massaker auch sei, so habe das Böse auch das Leben dieses kleinen, unschuldigen Kindes verändert. "Wir beten auch für die Familienmitglieder, die nun einspringen und dieses Kind Gottes erziehen werden", so Jackson.

"Für diese Art von sinnloser Gewalt ist weder in diesem Land noch sonstwo auf der Welt Platz. Es ist tragisch, dass wir erneut das Leben von 14 unschuldigen Menschen betrauern, die nicht hätten sterben brauchen", sagte Pastor Jackson.

"Neben unserer aufrichtigen Gebeten, ist es nun Zeit, dass etwas getan wird, um die Pandemie der Waffengewalt zu beenden. Es ist Zeit, dass wir 'Nein' zu solch tragischen Massakern sagen, die in den Vereinigten Staaten an der Tagesordnung sind. Es ist Zeit, dass wir etwas unternehmen, um Lösungen zu finden, um dieses weit verbreitete Problem zu beenden", so Jackson.

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Kairo: „Think Green“ - Adventistische Schule entsorgt 240 Tonnen Müll

Beirut/Libanon | 21.12.2015 | APD | International

Dozenten und Studenten der adventistischen „Nile Union Academy“ in Kairo/Ägypten haben während zehn Tagen rund 240 Tonnen Müll entsorgt. Dieser war illegal von Anwohnern und Passanten entlang der Grundstücksmauer der Mittelschule am Strassenrand deponiert worden. Der Abfallberg erstreckte sich über rund 80 Meter, war teilweise 2,5 Meter hoch, brannte stellenweise Tag und Nacht und hat die Luft in der Nachbarschaft mit einem giftigen Rauch verschmutzt.

Laut dem Bericht der Kommunikationsabteilung der adventistischen Kirchenleitung für den Mittleren Osten und Nordafrika (MENA), mit Sitz in Beirut/Libanon, habe sich die Situation ausserhalb den Mauern der Mittelschule in den vergangenen drei Monaten grundlegend verändert. Dozenten und Studenten der „Nile Union Academy“ in Kairo hätten mit der Umsetzung eines ehrgeizigen Planes für Entsorgung, Recycling und Umweltbildung in der Nachbarschaft begonnen. In zehn Tagen seien von ihnen rund 240 Tonnen Müll entsorgt worden, der durch die Lastwagen der Stadtbehörden wegtransportiert worden sei. Der Erfolg habe sowohl die Anwohner als auch die Stadtbehörden so beeindruckt, dass weitere Schulen und Stadtbezirke diese Initiative nachahmen wollten.

"Das Hauptproblem der öffentlichen Gesundheit in Ägypten ist heute die Entsorgungsfrage", sagte Ronylson Freitas, adventistischer Experte für Umweltmanagement aus Brasilien. Er war von der lokalen adventistischen Kirchenleitung nach Ägypten eingeladen worden, um das Müllproblem anzugehen. "Mir war sofort klar, dass eine verantwortliche Abfallentsorgung das tägliche Leben der Menschen verbessern wird", sagte Freitas.

Think Green
Nachdem er vorerst nur alle sechs Monate für 30 Tage nach Ägypten kommen wollte, bemerkte Ronylson Freitas bald, dass er dauerhaft vor Ort sein musste, um bezüglich Entsorgung die Denkweise und Kultur zu ändern. Das könne man nur durch tägliches Zusammenarbeiten, Lehren und indem man Beziehungen aufbaue, so der Umweltexperte. Er sei mit seiner Frau nach Ägypten gezogen, habe eine Organisation mit dem Namen „Think Green“ (Grün denken) gegründet und plane den Bau eines „Think Green Recycling Centers“, so der MENA-Bericht. Dort wolle er für Umweltfragen sensibilisieren und im Stadtbezirk Workshops zur Wiederverwertung von gebrauchten Materialien anbieten.

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Adventistisches Krankenhaus in Hongkong mit 25-stöckigem Anbau

Hongkong/China | 21.12.2015 | APD | International

Das Tsuen Wan Adventist Hospital der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat im Hongkonger Stadtteil Tsuen Wan einen 25-stöckigen Anbau eingeweiht. Damit erhöht sich die Bettenzahl von 120 auf 470. Die Baukosten betrugen 1,7 Milliarden Hongkong-Dollar, was 226 Millionen Franken entspricht.

Laut dem Ärztlichen Direktor des Krankenhauses, Dr. Frank Yeung, wurde mit dem Bau 2011 neben dem bisherigen fünfstöckigen Hospital begonnen. Es ist das einzige private, gemeinnützige Krankenhaus im Hongkonger Stadtteil Tsuen Wan mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern. 20 Prozent der Betten sind für Patienten mit niedrigem Einkommen reserviert. Während bisher zwischen 300 und 400 Patienten täglich ambulant behandelt werden konnten, sei dies nun für bis zu 1.000 Personen möglich. Im neuen Gebäude gibt es unter anderem zehn Operationssäle, elf Betten auf der Intensivpflegestation und vier Räume für Endoskopie. Das Tsuen Wan Adventist Hospital in Hongkong hat neben der Allgemeinmedizin Fachabteilungen für Herzkrankheiten, Gynäkologie, Geburtshilfe, Chirurgie, Kinderheilkunde, Orthopädie und Urologie. Weitere Informationen in englischer Sprache unter www.twah.org.hk

Der „China-Doktor“
Das Krankenhaus wurde 1964 von Dr. Harry Willis Miller (1878-1977) gegründet. Der adventistische Arzt ist als „China-Doktor“ bekannt geworden. Er kam erstmals 1903 in das Land und gründete 1925 für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Schanghai sein erstes Krankenhaus, dem 18 weitere folgen sollten, davon 14 in China. Der Missionsarzt, Chirurg, Verleger und Krankenhausleiter gründet 1971 in einem anderen Stadtteil auch das 115 Betten umfassende Hongkong Adventist Hospital. Dessen Schwerpunkte sind neben der Allgemeinmedizin Herzleiden, Onkologie, Chirurgie, Urologie, Geburtshilfe, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Vorsorgemedizin (Prävention). Weitere Informationen: www.hkah.org.hk

Ein weltweites Netzwerk an Gesundheitseinrichtungen
Die beiden Krankenhäuser gehören zum „Adventist Health System“ der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die weltweit 175 Krankenhäuser sowie 269 Tageskliniken und Sanitätsstationen unterhält in denen jährlich über 17,7 Millionen Patienten ambulant und stationär behandelt werden.

Deutschland
In Deutschland unterhält die Freikirche das 160-Betten-Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf, die Privatklinik „Nikolassee“ (17 Betten) in Berlin-Nikolassee und die Fachklinik „Haus Niedersachsen“ für Abhängigkeitserkrankungen in Dedelstorf-Oerrel bei Wolfsburg mit 66 Behandlungs-plätzen.

Schweiz
In Gland/Schweiz, am Genfersee, führen die Adventisten die „Clinique La Lignière“, ein Behandlungs- und Rehabilitationszentrum, das spezialisiert ist auf Herzerkrankungen, Krebstherapie und Innere Medizin.

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Menschenrechte sind die notwendige Basis der Demokratie

Bern/Schweiz | 21.12.2015 | APD | Menschenrechte

Mit Sorge betrachteten die drei Landeskirchen, wie die Grundrechte zusehends durch den Volkswillen infrage gestellt würden. Zum Internationalen Menschenrechtstag am 10. Dezember erläutern sie deshalb das Verhältnis von Demokratie und Menschenrechten. „Die Grund- und Menschenrechte sind notwendige Basis für eine funktionierende und an der Gerechtigkeit orientierte Demokratie“. Dies betonen Bischof Markus Büchel, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Pfarrer Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, und Bischof Harald Rein der Christkatholischen Kirche der Schweiz. Demnach kann sich ein demokratisches System der Forderung nach Gerechtigkeit nur dann annähern, wenn es auf den Grundrechten aufbaut.

Der gemeinsame Flyer zum Menschenrechtstag am 10. Dezember, „Sorgt für das Recht!“ (Jesaja 1,17), betont die Grundlagen einer Demokratie. Dazu gehörten die demokratische Mitwirkung bei der Ausarbeitung der Gesetze, denen alle unterworfen seien, ein gerechter Staat und an Gerechtigkeit orientierte Gesetze, Solidarität gegenüber allen, die im Land wohnten, und der Zugang zu unabhängigen Gerichten.

Menschenrechte müssten der Massstab sein für eine gerichtliche Überprüfung, auch vor einem übergeordneten Gericht wie dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Nur so blieben die Menschenrechte nicht toter Buchstabe, schreiben die Landeskirchen. Das sei die allerletzte Garantie der Freiheit und Sicherheit der Bürger eines Staates, welcher deren Vertrauen verdiene.

Die Idee allgemeiner Menschenrechte sei den Menschen nicht einfach gegeben. Erst nach den schrecklichen Erfahrungen totalitärer Systeme im 20. Jahrhundert hätte sich die Menschheit darauf verständigen können. Jeder Mann, jede Frau könne sich darauf berufen, ungeachtet vom sozialökonomischen Status, von Kultur, Religion oder Ethnie. Die Kirchen bestünden darauf, dass diese Errungenschaft der Zivilisation nicht einer kurzsichtigen Tagespolitik geopfert werde, die Partikular- und nationale Interessen in den Vordergrund stelle.

ACAT-Appell
Die Landeskirchen laden ein, den ACAT-Appell (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) für die Aktionen zum Menschrechtstag zu unterschreiben:
http://www.acat.ch/__/frontend/handler/document.php?id=1183&type=42

Die ACAT schreibt in ihrem Appell, dass die Schweiz die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) vor über 40 Jahren ratifizierte. Heute müsse der Bevölkerung und insbesondere den Entscheidungsträgern in Erinnerung gerufen werden, wie wichtig es sei, sich für den Erhalt und die Stärkung der Menschenrechte in der Schweiz einzusetzen. Der Schutz der Menschenrechte verliere in der Schweiz zunehmend an Selbstverständlichkeit. „In den letzten Jahren häuften sich Volksabstimmungen, deren Forderungen gegen die Grundrechte und die verbindlichen Menschenrechte der EMRK verstossen“, so der ACAT-Appell. Das Beschneiden der Grundrechte bedeute eine Schwächung der Demokratie, der Sicherheit und der Freiheit.

Laut ACAT verankere die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) einen menschenrechtlichen Mindeststandard. Dieser basiere auf einem Grundkonsens der europäischen Wertegemeinschaft. Die EMRK schütze die fundamentalen Rechte aller Menschen in Europa und habe wesentlich dazu beigetragen, auf den Trümmern des zweiten Weltkriegs ein Europa der Rechtsstaatlichkeit, der Demokratie und des wirtschaftlichen sowie sozialen Fortschritts aufzubauen.

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) schütze nach ACAT-Angaben die Menschenrechte in der Schweiz in doppelter Hinsicht:
1. Mit der Ratifizierung der EMRK im Jahr 1974 habe sich die Schweiz dazu verpflichtet, den europäischen Mindeststandard des Menschenrechtsschutzes innerstaatlich umzusetzen. Dies habe dazu geführt, dass die Menschenrechte der EMRK in der Schweizer Gesetzgebung und Rechtsprechung als Grundrechte verankert seien.
2. Die EMRK ermögliche jedem Menschen der 47 Mitgliedstaaten des Europarates, vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg eine Beschwerde wegen der Verletzung seiner Menschenrechte durch einen Vertragsstaat einzureichen. Diese Möglichkeit stehe auch jedem Menschen in der Schweiz zu.

Videoclip (160 Sek.) über Menschenrechte von „Schutzfaktor M“:
https://www.youtube.com/watch?v=afrkcS_8M88

Flyer der drei Landeskirchen zum internationalen Menschenrechtstag 2015:
http://www.kirchenbund.ch/sites/default/files/media/pdf/themen/menschenrechte/MR_2015/web_re_flyer_deutsch.pdf

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„Menschenrechte müssen Staaten, Religionen und Weltanschauungen vorgeordnet sein“

Bonn/Deutschland | 21.12.2015 | APD | Menschenrechte

Unter dem Titel „Christentum und die europäische Zivilisation“ lud das Professorenforum in Kooperation mit dem International Center vor Christian Studies at the Orthodox Church of Georgia (ICCS) zu einem georgisch-deutschen Symposium in das Kloster des Heiligen Kreuzes in Scheyern bei Pfaffenhofen/Deutschland ein.

In seinem Eröffnungsvortrag „Christentum und Menschenrechte“ erklärte Prof. Dr. Thomas Schirrmacher laut den Presseinformationen Bonner Querschnitte BQ vor hochrangigen Repräsentanten aus Wissenschaft und Geistlichkeit beider Länder, dass der moderne Gedanke der Menschenrechte ohne seine Ursprünge im Christentum nicht ausreichend legitimiert werden könne: „Menschenrechte sind im Wesen des Menschen als Geschöpf Gottes begründet, nicht in der Zugehörigkeit zu einer Religion oder Weltanschauung.“

„Menschenrechte müssen nicht nur allen Staaten, sondern auch allen Religionen und Weltanschauungen vorgeordnet sein, sonst funktionieren sie nicht“, lautete die zentrale Forderung des Theologen und Religionssoziologen. Zwar hätten die Menschenrechte auch elementare Wurzeln im christlichen Denken, aber gerade deswegen sei die institutionelle Christenheit ihnen untergeordnet, nicht übergeordnet.

Mit dem Anspruch universeller Gültigkeit seien die Menschenrechte in Form der UNO-Menschenrechtserklärung von 1948 kodifiziert worden, allerdings ohne eine allgemein akzeptierte Herleitung oder Begründung mitgeliefert zu haben. Wenn es jedoch keine Rückbindung des Menschenrechtskataloges an eine höhere Instanz gebe, so Schirrmachers Befürchtung, seien die Menschenrechte eben nur das Ergebnis einer Abstimmung und hätten bloss so lange Geltung, wie ihnen zugestimmt würde. Ihre Vorstaatlichkeit könne nur weltanschaulich begründet werden, sagte der Religionssoziologe. „Das Christentum tut sich am leichtesten mit dem über den Religionen stehenden, gewissermassen säkularen Charakter der Menschenrechte“, so Schirrmacher.

Menschenwürde ist unabhängig von Religion oder Weltanschauung
In der anschliessenden Analyse der theologischen Grundlagen des Menschenrechtsgedankens hob der Theologe Bonner Querschnitte hervor: „Menschen, und zwar alle Menschen, nicht nur die Christen, sind Geschöpfe Gottes und Ebenbilder Gottes und haben deswegen eine unglaubliche Würde, die allem anderen vorausgeht.“ Diese Würde sei unabhängig davon, wie der einzelne Mensch zu Gott stehe, also auch davon, „ob er Christ ist oder nicht“. Menschenwürde und Menschenrechte seien demnach im Wesen des Menschen als Geschöpf Gottes begründet. Folglich schaffe nicht der Staat die Menschenrechte, sondern formuliere und schütze sie lediglich.

Christliche Kirchen dürfen Menschenrechte nicht vereinnahmen
Laut BQ lautete die abschliessende Forderung Schirrmachers: „Die Menschenrechte müssen nicht nur allen Staaten, sondern auch allen Religionen und Weltanschauungen vorgeordnet seien, sonst funktionieren sie nicht!“

Deshalb dürften auch die christlichen Kirchen die Menschenrechte nicht für sich vereinnahmen: „Wir Christen wissen, der Umstand, dass wir an Gott glauben, bewahrt uns nicht vor schlimmen Entscheidungen und Handlungen, wie zahlreiche Beispiele der Geschichte belegen.“ Letztlich würde es aber „vielen religiösen Menschen weltweit helfen, wenn sie weniger den säkularen, und damit für sie eher bedrohlichen Charakter der Menschenrechte sehen würden, sondern sich mit dem Juden- und Christentum bei der Autorisierung der Menschenrechte durch den Schöpfer und der Verankerung der Menschenrechte im Geschaffensein durch Gott einsetzen würden.“

Das Symposium
Seit seiner Gründung Ende der 1990er Jahre verbindet das von Hans-Joachim Hahn koordinierte „Professorenforum“ Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen, Ländern und Konfessionen zum Diskurs über christlich-abendländische Werte und Weltanschauung in ihrer Bedeutung für Wissenschaft und Gesellschaft. Dabei entstehen Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Netzwerke und Impulse in die Öffentlichkeit.

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Menschenrechtliches Verständnis der Religionsfreiheit durch Konzil - 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil

Wien/Österreich | 21.12.2015 | Kathpress/APD | Religionsfreiheit

Vor 50 Jahren - am 8. Dezember 1965 - wurde das Zweite Vatikanische Konzil von Papst Paul VI. feierlich beendet. „Es war die grösste Kirchenversammlung in einer 2.000-jährigen Geschichte der Kirche und das 21. und bisher letzte ökumenische Konzil der katholischen Kirche“, schreibt die Österreichische Katholische Presseagentur Kathpress im Dossier „Konzils-Ende vor 50 Jahren“. Die Erklärung "Dignitatis humanae" über die Religionsfreiheit, war das letzte Konzilsdokument. Es ging dabei um die Überwindung der bis dahin vorherrschenden Toleranzposition hin zu einer Neupositionierung der Kirche im Sinne eines positiven Verhältnisses zum Menschenrecht auf Religionsfreiheit.

Nicht von ungefähr war die Erklärung "Dignitatis humanae" über die Religionsfreiheit das letzte Konzilsdokument, das bei der feierlichen Schlussabstimmung mit 2.308 Ja- gegen 70 Nein-Stimmen bei 8 ungültigen Stimmen am 7. Dezember 1965 angenommen und noch am selben Tag verkündet wurde. Das letztlich eindeutige Abstimmungsergebnis täuscht über die harten Auseinandersetzungen um diese Erklärung hinweg.

Überwindung von zweierlei Mass für "Wahrheit" und "Irrtum"
In der ersten Vorlage des Konzils zu dieser Thematik wurde noch die traditionelle Auffassung aus dem 19. Jahrhundert vertreten, wonach ein Staat katholisch sein müsse, wenn die Mehrheit des Staatsvolkes Katholiken sind. In solch einem katholischen Staat sei die Bekenntnisfreiheit von Nichtkatholiken nur aufgrund des Gemeinwohls zu tolerieren. Sollten die Katholiken in einem Staat aber in der Minderheit sein, so seien den Katholiken und der Kirche alle Freiheit einzuräumen, weil es sich um die wahre Religion handle. Die Überzeugung, dass bei der Religionsfreiheit zweierlei Mass anzuwenden - das eine für die Wahrheit, das andere für den Irrtum - bildete den Kern dieser traditionellen Haltung.

Verhältnis von Wahrheit und Freiheit
Im Laufe des Konzils wurde klar, dass die traditionelle Toleranztheorie für die staatliche Rechtsordnung keine Geltung mehr beanspruchen konnte. In der Konzilserklärung wird die notwendige Unterscheidung zwischen der moralischen und der rechtlichen Dimension von Religionsfreiheit angebracht: Dabei blieb die moralische Pflicht, die Wahrheit zu suchen, aufzunehmen und zu bewahren, weiterhin aufrecht; gleichzeitig wurde aber für den rechtlichen Bereich die Religionsfreiheit festgehalten. Das Verhältnis von Wahrheit und Freiheit wird in der Konzilserklärung dahingehend bestimmt, dass um der Wahrheit willen die Religionsfreiheit als Recht des Menschen besteht, damit der einzelne sie in Freiheit ergreifen und danach leben kann.

Inhalt der Konzilserklärung ist daher nicht der Wahrheitsgehalt einer Religion, sondern "das Recht der Person und der Gemeinschaften auf gesellschaftliche und bürgerliche Freiheit in religiösen Dingen", wie es im Untertitel der Erklärung heisst. Schon im ersten Kapitel wird daher die Absicht betont "die Lehre der neueren Päpste über die unverletzlichen Rechte der menschlichen Person wie auch ihre Lehre von der rechtlichen Ordnung der Gesellschaft weiterzuführen".

Freiheit von Zwang in religiösen Angelegenheiten
Die Nummer 2 des Konzilsdokuments formuliert die Kernaussage mit folgenden Worten: "Das Vatikanische Konzil erklärt, dass die menschliche Person das Recht auf religiöse Freiheit hat." Der Inhalt dieses Rechts besteht im Freisein von Zwang in zweierlei Hinsicht. So darf der Mensch einerseits nicht gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln und andererseits darf niemand daran gehindert werden, innerhalb der gebührenden Grenzen privat und öffentlich, als einzelner oder in Verbindung mit anderen, nach seinem Gewissen zu handeln.

Staat schützt Religionsfreiheit
Die Konzilserklärung beschreibt auch Rechte, die Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften als Institutionen zukommen. Das betrifft beispielsweise die Gestaltung des Gottesdienstes, die Glaubensunterweisung und -verbreitung, Ausbildung und Einsetzung religiöser Amtsträger, grenzüberschreitende religiöse Kontakte und Beziehungen, den Erwerb und Gebrauch von Gütern sowie Aktivitäten in den Bereichen Erziehung, Kultur, Caritas und soziales Leben. Aufgabe des Staates ist es das Recht auf Religionsfreiheit zu gewähren und zu schützen. Dabei kann auch innerhalb enger Grenzen gegen den Missbrauch der Religionsfreiheit vorgegangen werden kann.

Jesus gewährte Glaubensfreiheit
Schliesslich wird in den Nummern 9-14 der Konzilserklärung das Recht auf Religionsfreiheit aus dem Blickwinkel der Offenbarung weiter vertieft. So wird unter anderem darauf hingewiesen, dass Jesus und die Jünger die Freiheit des Menschen zu glauben respektierten. Gleichzeitig wird in der Konzilserklärung selbstkritisch festgestellt, dass die Kirche im Lauf der Geschichte dieser Haltung auch zuwider gehandelt hat.

Mit der Erklärung über die Religionsfreiheit hat sich die Kirche von der traditionellen Bindung an den Staat gelöst und gleichsam die Last der Freiheit auf sich genommen, die gleichzeitig auch ihr Anspruch an die weltliche Ordnung ist. Das Konzilsdokument über die Religionsfreiheit schuf gemeinsam mit der Erklärung "Nostra aetate" über die nichtchristlichen Religionen die Grundlage dafür, dass Kirchen und Religionen im öffentlichen Raum gleichberechtigt in einen Dialog treten können. Im Verbund mit der Pastoralkonstitution "Gaudium et spes" befeuerte und legitimierte es den Dienst der Kirche in der Welt und als Akteur innerhalb der Staatengemeinschaft.

Weitere Meldungen und Hintergrundberichte zum Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren im Kathpress-Themenpaket unter www.kathpress.at/konzil.

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„Ohne Achtung der Religionsfreiheit ist dauerhafter Frieden nicht möglich“

Antelias bei Beirut/Libanon | 21.12.2015 | APD | Religionsfreiheit

Die gemeinsame Delegation der Schweizer Bischofskonferenz SBK mit deren Präsident, Bischof Markus Büchel und des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds SEK, mit Kirchenbundspräsident Pfarrer Gottfried Locher, befand sich vom 23. bis 27. November auf einer Solidaritätsreise im Libanon. Die beiden grossen christlichen Konfessionen der Schweiz wollten damit ihre Verbundenheit mit den bedrängten christlichen Gemeinschaften in den Krisenländern des Nahen Ostens und ihr Engagement für Religionsfreiheit sowie für weitere Menschenrechte zum Ausdruck bringen. Die Delegation hat am 26. November in Antelias bei Beirut in einem Mediengespräch eine schriftliche Erklärung zum Thema „Religionsfreiheit – Ressource für die Zukunft einer multikulturellen Gesellschaft“ präsentiert.

Während ihres fünftägigen Besuchs im Libanon ist die katholisch/protestantische Delegation mit führenden Persönlichkeiten der christlichen und nichtchristlichen Gemeinschaften zusammengetroffen, heisst es in der Medienmitteilung von SBK und SEK. Solange in den Ländern des Nahen Osten kein dauerhafter Frieden hergestellt sei, würden die Christen ein besonders verletzliches Ziel von Gewalt und Terror bleiben. Dies sei in den Gesprächen immer wieder deutlich geworden.

Laut der Medienmitteilung habe die achtköpfige Delegation Projekte von katholischen und evangelischen Hilfswerken besucht: Eine armenisch-evangelische Schule in Beirut sowie Flüchtlingsfamilien in Zahlé, rund 50 Kilometer östlich von Beirut. In den Begegnungen mit Flüchtlingen sei die Delegation mit dem Umstand konfrontiert worden, dass die internationale Hilfe die christlichen Flüchtlinge vernachlässige. Sie würden im Unterschied zu anderen Flüchtlingen nicht in Zeltlagern untergebracht und seien deshalb auf die Unterstützung der kirchlichen Werke angewiesen.

Religionsfreiheit und dauerhafter Frieden
In ihrer gemeinsamen Erklärung betonen SBK und SEK, dass ohne die Freiheit des Menschen in der gemeinschaftlichen und individuellen Religionsausübung und im Glauben keine wirklich menschliche Gesellschaft existieren könne. Die Religionsfreiheit sei deshalb eine unverzichtbare Ressource für die Zukunft einer multikulturellen Gesellschaft – in der Schweiz, in Europa, im Orient und anderswo.

Religionen seien für das gesellschaftliche Leben unerlässlich, nicht nur weil sie einen wesentlichen Bestandteil des menschlichen Lebens ausmachen, sondern weil sie auch für die Grundlage von Werten sorgen würden, die für das Leben einer Gesellschaft erforderlich seien. Die christlichen Werte des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung ermöglichten allen ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden. Vergleichbare Werte fänden sich auch im Kern anderer Religionen.

„Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel“
Die gemeinsame Erklärung von SEK und SBK schliesst mit dem Aufforderung: „Wir rufen alle Menschen guten Willens auf, sich für die Achtung der Religionsfreiheit einzusetzen, so dass die unterschiedlichen konfessionellen Ausrichtungen der Länder im Nahen Osten wieder dauerhaft in Frieden zusammenleben können. Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel.“

Appell für solidarische Grosszügigkeit
Die kirchlichen Hilfswerke im Libanon würden einen unverzichtbaren Dienst in der Versorgung und Unterstützung der Flüchtlinge leisten, so SBK und SEK. Gemeinsam appellieren sie an ihre Gläubigen und an die politisch Verantwortlichen der Schweiz, den bedrängten und verfolgten Glaubensgenossen beizustehen und in solidarischer Grosszügigkeit zu helfen. Gleichzeitig bitten sie die Schweizer Kirchgemeinden und Pfarreien, in der Advents- oder Weihnachtszeit mit Spenden und einer Sonderkollekte solche Hilfe zu unterstützen, besonders der Werke "Action chrétienne en Orient" (evangelisch) und "Kirche in Not" (katholisch).

Erklärung zur Religionsfreiheit von SEK und SBK im Wortlaut:
https://gallery.mailchimp.com/eb344e2701f3928e9eb74e83e/files/Erkl_rung_SBK_SEK_Religionsfreiheit_Nov_2015.pdf

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Auch im Advent für verfolgte Menschen beten

Zürich/Schweiz | 21.12.2015 | APD | Religionsfreiheit

Am 8. und 15. November 2015 gedachten zahlreiche Kirchgemeinden in der ganzen Schweiz den verfolgten Christen in aller Welt und beteten für sie. Im Anschluss daran ruft die Schweizerische Evangelische Allianz SEA alle Christinnen und Christen auf, das Gebet für Religionsverfolgte auch in der Adventzeit fortzusetzen.

Am zweiten und dritten Sonntag im November fanden in Kirchgemeinden die Gedenk- und Gebetstage „Sonntag der verfolgten Kirche“ statt. Dabei hätten Vertreter von Hilfswerken der SEA-Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit (AGR) bei mehr als 100 Anlässen über persönliche Erfahrungen und aktuelle Nachrichten aus den betroffenen Ländern berichtet, heisst es in einer SEA-Medienmitteilung.

Direktbetroffene berichteten aus erster Hand
An einigen Gottesdiensten seien auch ausländische Gäste anwesend gewesen, welche als Direktbetroffene einen Einblick in ihr Leben gegeben und von der Situation in ihrer Heimat berichtet hätten. Ein Projektleiter des Hilfswerks „HMK Hilfe für Mensch und Kirche“ sprach von der Situation in Syrien, wo zum Beispiel in Aleppo ganze Stadtviertel systematisch bombardiert würden. Dennoch engagierten sich die einheimischen Christen für die Notleidenden, was ein beeindruckendes Zeugnis für die muslimischen Nachbarn sei.

Der Projektleiter Nahost koordiniere im Auftrag des Hilfswerkverbands „Hoffnungsnetz“ die Nothilfe für 40.000, von ihren Wohnorten vertriebene Menschen, die in Syrien und im Irak Zuflucht gesucht hätten.

Schwieriger Alltag für vietnamesische Christen
Ein vietnamesischer Gast habe laut der SEA-Mitteilung von der feindlichen Umgebung für Christen in seinem kommunistischen Heimatland erzählt. Trotz der Schwierigkeiten wachse die Kirche schnell. „Abseits eines Dorfes bauten die Bewohner ein Gebetshaus, in dem 600 Menschen Platz fanden“, erzählte der Vietnamese. „Eines Tages erschienen Hunderte von Beamten, um es dem Erdboden gleichzumachen. Kurz darauf errichtete die Dorfbevölkerung aus Bambus und Blache eine Kirche.“

Der SEA-Bericht schliesst mit der Bitte an Christen in der Schweiz, gerade wegen der notvollen Schicksale als auch aufgrund der ermutigenden Berichte weiterhin für Glaubensverfolgte zu beten. Weitere Informationen: www.verfolgung.ch

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Neue Genfer Bibelübersetzung jetzt von drei Verlagen herausgegeben

Stuttgart/Deutschland | 21.12.2015 | APD | Bibel

Die Genfer Bibelgesellschaft und die Deutsche Bibelgesellschaft geben künftig gemeinsam mit dem Brunnen Verlag die Neue Genfer Übersetzung (NGÜ) heraus. Die NGÜ liegt inzwischen mit dem Neuen Testament, den Psalmen und den Sprüchen vor. In den kommenden Jahren sollen die restlichen Bücher des Alten Testaments übersetzt werden, um die Bibelausgabe zu vervollständigen.

Die drei Verlage kooperieren bei der Übersetzung, der Publikation und dem Vertrieb der NGÜ. Erste Teilausgaben der Bibelübersetzung sind im Jahr 2000 erschienen. Seit 2006 ist die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) Partner der Genfer Bibelgesellschaft (Société Biblique de Genève; SBG) für die NGÜ. Das Neue Testament und die Psalmen erschienen 2010, das Neue Testament mit Psalmen und Sprüchen 2015.

Die Neue Genfer Übersetzung ist eine sogenannte kommunikative Bibelübersetzung. Dabei wird der Sinn des hebräischen und griechischen Originaltextes so verständlich wie möglich in zeitgemässer Sprache wiedergegeben. Schlüsselbegriffe werden mithilfe von Querverweisen einheitlich verwendet und erleichtern so das Erkennen thematischer Zusammenhänge. Die NGÜ erscheint in einer als Notizbuch gestalteten Ausgabe, angelehnt an die persönlichen Reisetagebücher von Schriftstellern. Weitere Informationen zur Neuen Genfer Übersetzung: www.ngue.info

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ADRA Schweiz schickt über 3.000 Weihnachtspakete nach Moldawien

Zürich/Schweiz | 21.12.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 2. Dezember sind über 3.000 Weihnachtspakete der Adventistischen Entwicklung- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz per Eisenbahn für benachteiligte Kinder nach Moldawien verschickt worden.

Die Weihnachtsaktion „Kinder helfen Kindern“ werde schon viele Jahre durchgeführt, sagte Sibylle Schuppli, Kommunikationsverantwortliche bei ADRA Schweiz. Die Pakete aus der Schweiz würden seit 2011 von der Partnerorganisation ADRA Moldawien an Kinder in Waisenheimen, verarmte Familien sowie an behinderte Kinder im Land verteilt. Wer ein Paket wolle, müsse sich über Sozialämter, Schulen, Vereine oder das Netzwerk von ADRA Moldawien beim Hilfswerk melden, das dann die Selektion vornehme.

Moldawien ist eines der ärmsten Länder Europas und liegt zwischen Rumänien und der Ukraine. Im Rahmen der letztjährigen Weihnachtsaktion seien aus der Schweiz 2.981 Pakete nach Moldawien geschickt worden, so ADRA Schweiz.

51 ADRA Ortsgruppen in der ganzen Schweiz beteiligten sich laut dem Hilfswerk an der Aktion, sagte Schuppli. Kinder mit ihren Eltern, Schulklassen sowie Kirchengemeinden stellten Geschenkpakete für benachteiligte Kinder in Moldawien zusammen.

Da orthodoxe Christen Weihnachten am 6. und 7. Januar feiern, werden zwei Personen im Auftrag von ADRA Schweiz die Verteilung der Pakete im Januar 2016 begleiten und auf der Webseite von ADRA Schweiz darüber berichten: www.adra.ch

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ADRA Brasilien versorgt Betroffene der Schlammlawine mit Trinkwasser

Brasilia/Brasilien | 21.12.2015 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Nachdem am 10. November im Bundesstaat Minas Gerais, im Südosten Brasiliens, zwei Rückhaltedämme von Eisenerzminen gebrochen sind, begrub die giftige, orangefarbige Schlammlawine ein Dorf und verseuchte die 660 Kilometer des Rio Doce bis zur Mündung im Atlantik. Rund 250.000 Bewohner entlang des Flusses sind ohne Trinkwasser. Das Land sei mit einer der grössten Umweltkatastrophen seiner Geschichte konfrontiert, teilte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Brasilen mit. Das Hilfswerk versorge die Betroffenen der Umweltkatastrophe mit Trinkwasser und Hygiene-Kits.

Die toxischen Bestandteile der Schlammlawine, darunter Arsen, Zink, Kupfer und Quecksilber, hätten die Wasserversorgung in der Region verschmutzt und machten das Wasser nicht behandelbar. Durch die Schlammlawine seien zwölf Personen gestorben, elf würden vermisst und 500 hätten ihr Zuhause verlassen müssen, so das Hilfswerk.

Unmittelbar nach der Katastrophe habe ADRA Brasilien die Hilfe seitens der nationalen Regierung und des Bergbauunternehmens durch die Verteilung von Hygiene-Kits (Seife, Shampoo, Toilettenpapier, Einwegwindeln) an mehr als 600 Familien ergänzt. Mit dem Verbreiten des Schlamms hätten sich auch die Bedürfnisse der betroffenen Bewohner klarer gezeigt. Gemeinsam mit ADRA Brasilien versorgten adventistische Schulen und Pfadfindergruppen in der Region die bedürftigen Familien.

Das Hilfswerk plant nach eigenen Angaben 200.000 Liter Trinkwasser an 1.900 Familien in der Stadt Governador Valadares und 60.000 Liter an 570 Familien in Colatina auszugeben.

ADRA Brasilien
Die 1956 in Brasilien gegründete Assistência Social Adventista wurde 1983 in Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Brasilen umbenannt. Das Hilfswerk hat landesweit elf regionale Büros, so im Amazonas-Gebiet, Bahia, Mato Grosso, Rio de Janeiro, Sao Paulo als auch in den betroffenen Region Espirito Santo und Minas Gerais. 2014 hat das Hilfswerk 59 Projekte im Rahmen von 17,8 Millionen Real (4,35 Millionen Euro / 4,7 Millionen Franken) ausgeführt von denen rund 126.000 Menschen profitiert haben. ADRA Brasilien gehört zum weltweiten Netzwerk von rund 130 nationalen und regionalen ADRA Büros. Mehr Infos zu ADRA Brasilien: www.adra.org.br

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Neue Direktorin des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim (D)

Bensheim/Deutschland | 21.12.2015 | APD | Personen

Oberkirchenrätin Mareile Lasogga (50) ist seit 1. Dezember neue Direktorin des Konfessionskundlichen Instituts (KI) in Bensheim. Die promovierte Theologin war bisher Referentin für Theologische Grundsatzfragen im Amt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Hannover. Nach Angaben des Konfessionskundlichen Instituts wurde Lasogga einstimmig von Kuratorium und Evangelischem Bund gewählt. Sie folgt Walter Fleischmann-Bisten nach, der das KI seit 2007 leitet und zum Jahresende in den Ruhestand tritt.

Mareile Lasogga wurde in Hannover geboren und studierte evangelische Theologie in Marburg, Göttingen, Lausanne und Bern mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie. Nach ihrer Ordination zur Pastorin der Hannoverschen Landeskirche war sie von 1998 bis 2002 Pastorin der St. Petri-Kirchengemeinde Cuxhaven und von 2002 bis 2007 Pastorin der St. Johannisgemeinde in Hannover. Lasogga ist durch ihre bisherigen Tätigkeiten im kirchlichen und akademischen Kontext gut vernetzt. Sie ist vertraut mit aktuellen wissenschaftlichen Diskursen und Positionen wie auch mit den Aufgaben und Herausforderungen gemeindlicher und gesamtkirchlicher Arbeit.

Besonders am Herzen liegt Lasogga die Neuformulierung der Einsichten reformatorischer Theologie unter den Bedingungen der Gegenwart: „Theologie und Kirche haben nicht nur die Aufgabe, Traditionen für und in der Gegenwart zu aktualisieren, sondern sie müssen sich auch aktiv an der Deutung dieser Gegenwart beteiligen. Dazu bedarf es nicht nur der klaren theologischen Reflexion, sondern auch einer wachen und differenzierten Analyse unserer komplexen pluralistischen Lebenswirklichkeit“, so Lasogga.

Träger des Konfessionskundlichen Instituts ist der Evangelische Bund e.V. Das Institut beobachtet und bewertet unter anderem die aktuellen Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen. Die Arbeit des Instituts wird zudem von der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Kirche der Pfalz finanziell getragen. Weitere Informationen: www.konfessionskundliches-institut.de

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Süddeutsche Adventisten wählen Werner Dullinger zum neuen Kirchenleiter

Altena/Deutschland | 21.12.2015 | APD | Personen

Pastor Werner Dullinger (53) ist neuer Präsident des Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (SDV). Das in Altena/Nordrhein-Westfalen tagende Verwaltungsgremium des SDV (Verbands-ausschuss) wählte Dullinger vor Abschluss der offiziellen Amtsperiode (2017), da sein Vorgänger, Pastor Rainer Wanitschek, Ende Oktober in eine andere Aufgabe bei der teilkontinentalen Kirchenleitung in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division) mit Sitz in Bern/Schweiz, gerufen worden war. Zum Süddeutschen Verband mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart gehören 15.508 erwachsen getaufte Mitglieder in 221 Kirchengemeinden. Dem SDV unterstehen die regionalen Freikirchenleitungen (Vereinigungen) Mittelrhein mit den Adventisten in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Baden-Württemberg und Bayern.

Der aus Deggendorf in Bayern stammende neue Kirchenleiter studierte nach dem Abitur am damaligen Theologischen Seminar Marienhöhe der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt. Von 1980 bis 1984 war er Jugendpastor in München, sowie ab 1990 ordinierter Pastor in Marburg an der Lahn. Von 1987 bis 1989 studierte er an der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, und schloss mit einem Master of Divinity (M.Div.) in Theologie ab. Ab 1991 war er Abteilungsleiter für den Bereich Kinder und Jugend der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. 2003 bis 2006 absolvierte Dullinger berufsbegleitend ein Masterstudium in „Leadership and Administration“ ebenfalls an der Andrews Universität. 2007 wurde er als Finanzvorstand in den Süddeutschen Verband der Freikirche berufen – eine Tätigkeit, die er bis zu seiner jetzigen Wahl ausübte. Werner Dullinger ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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