APD-INFORMATIONEN 1/2016 - JANUAR 2016

Flüchtlingen-helfen.ch – neue Website mit konkreten Tipps

Zürich/Schweiz | 20.01.2016 | APD | Schweiz

Materielle Unterstützung im Alltag, Wohnraum und erste Kontakte zur Wohnbevölkerung, dies sind laut der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA die dringendsten Bedürfnisse der in der Schweiz ankommenden Flüchtlinge. Da viele Christen in der Schweiz helfen wollten, habe die SEA eine informative Webseite online geschaltet.

Bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz seien viele Anfragen eingegangen, wie man Flüchtlingen konkret helfen könne. Nachdem eine Arbeitsgruppe bereits seit Sommer an dieser Frage arbeite, habe diese Taskforce eine Webseite aufgeschaltet: http://www.flüchtlingen-helfen.ch/

Die Website gibt laut SEA praktische Informationen und Tipps zu sechs Schwerpunkten: Gemeinschaft, Sprache, Wohnen, Begleiten, Teilen und Spenden. Die Umsetzung dieser Hilfe geschehe auf lokaler Ebene. Die Schweizerische Evangelische Allianz lade alle Partner, die lokalen Sektionen der Allianz als auch einzelne Kirchgemeinden ein, sich für die Aufnahme und Betreuung ankommender Migranten zu engagieren.

Migrationsbegleiterin angestellt
Im Januar 2016 werde die Migrationsbegleiterin Denise Kehrer ihre teilzeitliche Tätigkeit aufnehmen. Die Fachfrau für interkulturelle Mediation und Migration werde die Flüchtlinge vor allem bei der Wohnraumsuche unterstützen. Auch in der Westschweiz sei eine Teilzeitstelle dafür geschaffen werden. Durch zahlreiche Einzelspenden und eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion seien nach SEA-Angaben innerhalb weniger Wochen rund 90.000 Franken zusammen gekommen, wodurch die Stellen hätten finanziert werden können.

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Evangelisch-methodistische Kirche lehnt Nahrungsmittelspekulation ab

Zürich/Schweiz | 20.01.2016 | APD | Schweiz

Der Ausschuss „Kirche und Gesellschaft“ der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in der Schweiz unterstützt in einer Stellungnahme die Initiative „Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln!“, über welche die Stimmbevölkerung am 28. Februar abstimmen wird. In der Einleitung der EMK-Stellungnahme wird Mahatma Gandhi zitiert: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

Die Schweiz könne das Hungerproblem zwar nicht alleine lösen, heisst es in der EMK-Medienmitteilung. Dennoch setze die Initiative ein Zeichen. Der Finanzplatz Schweiz und die Schweizer Banken spielten eine wichtige Rolle in der Spekulation mit Nahrungsmitteln. Die grössten Rohstoffunternehmen der Welt hätten ihren Firmensitz in der Schweiz. „Unser Land mit seiner langen humanitären Tradition soll mit einem guten Beispiel vorangehen“, heisst es in der Stellungnahme des EMK-Ausschusses „Kirche und Gesellschaft“.

Einsatz für die Ärmsten entspricht methodistischer Tradition
Die methodistische Tradition verpflichte die Kirchenglieder, für die Ärmsten dieser Welt einzutreten. John Wesley, Gründer der methodistischen Bewegung, habe bereits 1773 in seinen "Gedanken über die gegenwärtige Lebensmittelknappheit" die Gründe für die damalige Armut und Hungersnot in England beleuchtet. Das Getreide sei für die Schnapsbrennereien angebaut worden, weil diese mehr Gewinne abwarfen. Grossgrundbesitzer hätten schon damals das Land den Bauern weggekauft. Statt Getreide oder Fleisch hätten sie lieber edle Pferde gezüchtet, die für den Export bestimmt waren. „Und während die einen sich an den Nahrungsmitteln schamlos bereicherten, hungerte das Volk.“

Hunger ist nicht gottgewollt
Es sei nicht gottgewollt, so der EMK-Ausschuss „Kirche und Gesellschaft“, wenn eine Milliarde Menschen an Hunger leide. Bereits der biblische Prophet Amos habe vor 2.800 Jahren gegen Ungerechtigkeit im Nahrungsmittelsektor angekämpft: „Darum, weil ihr die Armen unterdrückt und nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn, so sollt ihr in den Häusern nicht wohnen, die ihr von Quadersteinen gebaut habt, und den Wein nicht trinken, den ihr in den feinen Weinbergen gepflanzt habt." (Amos 5.11). Schon damals hätten die einen von der Nahrungsmittelproduktion profitiert, während die anderen hungerten.

Wenn sich heute die Bauern in der 3. Welt ihre Rohstoffe nicht mehr leisten könnten, flüchteten sie vom Land in die Stadt und später aus dem Land, schreibt „Kirche und Gesellschaft“. Es seien genau diese Menschen, „die wir so gerne als Wirtschaftsflüchtlinge disqualifizieren“.

PfarrerInnenkomitee
Im PfarrerInnenkomitee haben auf der Website des Initiativkomitees zur Zeit 36 Pfarrer und Pfarrerinnen öffentlich ihre Unterstützung der Initiative bekundet. Roland Portmann, Pfarrer in Volketswil/ZH, zitiert das Gebot „Du sollst nicht stehlen!“ und kommentiert: „Der Gewinn aus Nahrungsmittelspekulationen ist Diebstahl – Folgen davon sind Hunger und Tod.“

Die vollständige EMK-Stellungnahme ist abrufbar: www.emk-kircheundgesellschaft.ch.
Website des Initiativkomitees „Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln!“:

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Christliche Lager für Kinder und Jugendliche weiterhin gefragt - Repräsentative Befragung zum Thema freiwillige Jugendlager und Glaube in der Schweiz

Zürich/Schweiz | 20.01.2016 | APD | Schweiz

Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) strich vielen christlichen Jugendverbänden die Leistungen für ihre Kinder- und Jugendlager, weil diese angeblich einseitig für missionarische Zwecke genutzt würden. "Die Bevölkerung sieht es allerdings anders", schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz in einer Medienmitteilung. Viele Eltern schätzten diese Lager und schickten ihren Nachwuchs gern dorthin, wie eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts gfs-zürich zeige.

Seit 2014 hat das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV 18 christlichen Jugendverbänden insgesamt 670.000 Franken an Subventionen gestrichen. Die Begründung des Bundesamtes: Diese Lager würden nur zu missionarischen Zwecken benutzt und Kinder damit instrumentalisiert. Inzwischen haben bereits zwei Gerichtsentscheide die Argumente des Bundesamtes gestützt, betroffen ist auch die Jugendabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Jugendverbände teilten diese Einschätzung ihrer Jugendarbeit keineswegs. Inhaltlich seien die christlichen Lager auf das ganzheitliche Fördern der Kinder und Jugendlichen ausgerichtet. Andi Bachmann-Roth, Jugendbeauftragter der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA ortet ein Kommunikationsproblem und fragt, ob die christlichen Jugendverbände ihre Ziele und ihre Arbeitsweise der „ganzheitlichen Förderung“ von Kindern und Jugendlichen zu wenig klar formuliert haben.

Nun zeigt die gfs-Umfrage, dass die Argumentation des Bundesamtes wenig mit der Meinung der Bevölkerung zu tun hat. Kinder- und Jugendlager sind weitherum beliebt, gerade auch solche mit christlichen Inhalten. Die repräsentative Umfrage wurde vom gfs-zürich im Auftrag der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA im letzten Herbst durchgeführt.

Ein Drittel der Befragten bevorzugen Lager mit christlichen Inhalten
Auf die Frage, ob sie ihr Kind in ein Lager schicken würden, wo auch biblische Geschichten erzählt werden, antworteten 42 Prozent mit ja oder eher ja. 33 Prozent sagten nein oder eher nein. In der Personengruppe mit Kindern ist die Zustimmung zu dieser Frage mit 48 Prozent noch höher. Knapp ein Drittel (28 Prozent) der Befragten würden solche Lager sogar anderen Lagern vorziehen.

Eigene Lagererfahrung erhöht Zustimmung
Von den Personen, die in ihrer Kindheit selber solche Lager besucht haben, steht heute die grosse Mehrheit solchen Lagern positiv gegenüber. Aus der Umfrage ergibt sich weiter, dass Eltern ihre Kinder in Lager schicken, damit sie Zeit mit Freunden verbringen, sich bewegen und Sport treiben, Selbständigkeit erlernen und in einer Gruppe Verantwortung übernehmen können.

„Persönlichkeitsbildung und Fördern von Sozialkompetenz sind neben der Auseinandersetzung mit christlicher Lehre und Lebensstil ein zentrales Anliegen in den christlichen Lagern“, sagt Andi Bachmann-Roth. „Die Verantwortlichen der betroffenen Jugendverbände seien sich dessen sehr bewusst und würden darin auch fortlaufend geschult.“

Jugendverbände formulierten Charta für christliche Kinder- und Jugendarbeit
Aufgrund des Vorgehens des Bundesamtes haben die Verbände miteinander eine Charta für christliche Kinder- und Jugendarbeit formuliert, die laut Andi Bachmann bald veröffentlicht werden soll. Diese soll aufzeigen, wie die Jugendverbände die körperliche, geistige und seelische Entwicklung fördern und das Selbstbewusstsein sowie die Selbstbestimmung der jungen Menschen hochhalten.

Medienmitteilung des Forschungsinstituts gfs-zürich zur Umfrage
http://gfs-zh.ch/wp-content/uploads/2016/01/Medienmitteilung-gfsz%C3%BCrich_Freiwillige-Jugendlager-und-Glaube_def.pdf

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Weltweit 18,7 Millionen Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 20.01.2016 | APD | International

Am 30. Juni 2015 gehörten nach Angaben der Abteilung „Archiv, Statistik und Forschung“ der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten 18.778.932 Personen zur Kirche. Da die Kirche keine Säuglinge tauft, sind Kinder sowie Jugendliche oder ungetaufte Gottesdienstbesucher nicht in den Zahlen eingeschlossen.

Kirchgemeinden und Mitglieder
Laut der am 5. Januar von der Abteilung „Archiv, Statistik und Forschung“ der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten publizierten Statistik, waren am 30. Juni 2015 weltweit 80.000 adventistische Kirchgemeinden sowie 69.850 kirchliche Gruppen mit insgesamt 18.778.932 Mitgliedern gemeldet, die von 19.020 aktiven, ordinierten Pastoren begleitet werden. Im Jahr 2014 sind nach diesen Angaben global 1.167.796 Personen durch die Glaubenstaufe der Kirche beigetreten.

Verbreitung
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde 1863 in den USA gegründet. Sie war 2014 in 215 der 237 von der UNO registrierten Ländern und Territorien der Welt tätig und publizierte nach eigenen Angaben in rund 380 Sprachen.

Bildung
Im Bildungsbereich unterhält die Kirche weltweit 115 Hochschulen und Universitäten, 2.296 höhere sowie 5.332 Grundschulen mit mehr als 1,86 Millionen Schülern oder Studenten.

Medizinisches und Soziales
Die medizinischen und sozialen Einrichtungen der Kirche umfassen weltweit 175 Krankenhäuser sowie 385 Kliniken und Sanitätsstationen, in denen 2014 rund 18,5 Millionen Menschen behandelt wurden sowie sieben Flugzeuge im medizinischen Dienst. Betagte Menschen wurden in 140 Alters- und Pflegeheimen betreut sowie Kinder und Jugendliche in 29 Waisen- und Kinderheimen.

Humanitäres
Zum humanitären Engagement der Kirche gehört auch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA mit Büros in rund 130 Ländern. Deren Projekte mit einer Gesamtsumme von 180 Millionen Franken/USD bzw. 166 Millionen Euro kamen 2014 mehr als 14,7 Millionen Menschen zugute. ADRA gewähre Hilfe unabhängig von politischer sowie religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft.

Medienzentren, Verlage und Gesundkostfabriken
Die Kirche unterhält weltweit 15 Medienzentren, 62 Verlage und Versandstellen sowie 22 Gesundkostfabriken.

Weitere Angaben der adventistischen Weltkirchenleitung zur Statistik 2014 auf Englisch:
https://www.adventistarchives.org/quick-statistics-on-the-seventh-day-adventist-church

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Kirchen und Friedensverbände in Deutschland gegen Militäreinsatz in Syrien

Ostfildern bei Stuttgart/Deutschland | 20.01.2016 | APD | International

Die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland hat die Entscheidung des Deutschen Bundestages zum militärischen Einsatz der Bundeswehr in Syrien kritisiert. Auch der Friedensbeauftragte der EKD, zwei evangelische Friedensverbände und die Siebenten-Tags-Adventisten äusserten sich kritisch.

Zur Besonnenheit ermutigen
In einem offenen Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages betrachtet der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden den Beschluss des Parlaments mit Sorge und distanziert sich ausdrücklich von der Entscheidung. In den Schreiben heisst es: „Die Terroranschläge in Paris waren ein Verbrechen, kein militärischer Angriff auf Frankreich und seine Verbündeten.“ Und weiter: „Auch wir meinen, dass wir unsere französischen Freunde in dieser Zeit der Bestürzung nicht alleine lassen dürfen. Ein Zeichen echter Freundschaft wäre es nun, sie auch kritisch zu begleiten. Die Kriegsrhetorik und der Aufruf zu den Waffen erscheint uns von dem reflexhaften Wunsch nach Vergeltung und Bestrafung der vermeintlichen Täter getrieben zu sein. Solidarität müsste sich darin erweisen, vor blindwütigem Handeln zu bewahren und zur Besonnenheit zu ermutigen.“

Der Vorstand zeigt sich nicht davon überzeugt, „dass durch weitere militärische Einsätze mehr Sicherheit geschaffen“ würde, sondern befürchtet „in der Folge eine noch stärkere Ausbreitung des Terrors, da militärische Einsätze genau der Gewaltlogik folgen, die von Terroristen kultiviert wird.“

Der Brief kann im Internet heruntergeladen werden unter http://www.mennonews.de/wp-content/uploads/2015/12/2015-12-AMG-Brief-zum-Militaerischen-Einsatz-Syrien.pdf

Zur Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) gehören drei mennonitische Gemeindeverbände mit insgesamt 54 Gemeinden. Mennoniten verstehen sich als Teil der weltweiten Christenheit und gelten als älteste Freikirche und historische Friedenskirche. Weitere Informationen unter www.mennoniten.de

Ausweitung der Gewalt befürchtet
Auch die Vorstände der beiden evangelischen Friedensverbände Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) kritisieren den Einsatz der Bundeswehr in Syrien und befürchten dadurch eine Ausweitung der Gewalt. Stattdessen fordern AGDF und EAK politische Verhandlungen und ein verstärktes zivilgesellschaftliches Engagement, heisst es in einem gemeinsamen Vorstandsbeschluss beider Verbände.

Nach Ansicht von AGDF und EAK bedeute das militärische Eingreifen neuer Staaten in Syrien eine weitere Eskalation der Gewalt mit vielen weiteren zivilen Opfern und führe zu einer Stärkung des islamistischen Terrorismus in der Region. „Terroristen sind mit rechtsstaatlichen Mitteln zu verfolgen, dem IS-Terror müssen seine Grundlagen (Finanzen, Waffen, Ideologie, Zulauf) entzogen werden“, betonen die beiden Organisationen.

Deutschland trage wie andere westliche Staaten eine Mitschuld an den Ursachen des Terrors. Notwendig seien ein Verbot von Rüstungsexporten, Mittel gewaltfreier Konflikttransformation sowie langfristige Strategien für mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit, unterstreichen EAK und AGDF. „Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer in den vielen Orten, in denen Opfer des Terrorismus zu beklagen sind, und der Opfer von Krieg“, hoben die beiden Friedensverbände hervor.

Fehlendes UN-Mandat
AGDF und EAK unterstützen damit ausdrücklich die Position des Friedensbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, dessen Stellungnahme sie begrüssten. Brahms hatte in einem Positionspapier am 2. Dezember vor einem Einsatz der Bundeswehr in Syrien gewarnt und dabei auch auf das fehlende Mandat des UN-Sicherheitsrates hingewiesen, welches nach den Grundsätzen evangelischer Friedensethik für einen militärischen Einsatz als äusserstes Mittel einer rechtserhaltenden Gewalt zwingend erforderlich sei. Der EKD-Friedensbeauftragte hatte zudem betont, dass eine militärische Intervention den sogenannten Islamischen Staat nur stärke und die immer lauter werdende Kriegsrhetorik in die Irre führe.

Adventisten: Gewaltspirale beenden und Dialog suchen
Zuvor hatte bereits der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Grossbritannien und Irland, Pastor Ian Sweeney, die Entscheidung des britischen Parlaments kritisiert, mit Luftangriffen in den Syrienkonflikt einzugreifen. Er rief dazu auf, die Gewaltspirale zu beenden und den Dialog zu suchen, da Gewalt nur das erzeuge, was sie beseitigen wolle. Dunkelheit könne die Dunkelheit nicht vertreiben, das schaffe nur das Licht.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten sehe durchaus, dass die Bekämpfung des Terrorismus sowie Fragen in dessen Zusammenhang komplex und sehr vielfältig seien. Dennoch wären die Adventisten dem Frieden verpflichtet. Sie appellierten deshalb an alle am Syrienkonflikt beteiligten Parteien, die militärischen Aktivitäten einzustellen und sich friedlichen Konfliktlösungsmethoden zuzuwenden. „Es ist unsere Überzeugung, dass Dialog und Verhandlungen zwar schwierig, aber Gewalt und Krieg vorzuziehen sind“, so Sweeney. Die Schwäche der Gewalt sei, dass sie eine Spirale nach unten darstelle und genau das erzeuge, was sie zu zerstören suche. Anstatt das Übel zu vermindern, vervielfältige sie es. Das gelte sinngemäss auch für den Bundeswehreinsatz in Syrien, betonte Holger Teubert, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

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Öffentliche Weihnachtsfeier der Adventisten auf der arabischen Halbinsel

Ra’s al-Chaima, Vereinigte Arabische Emirate | 20.01.2016 | APD | International

Mehr als 900 Personen nahmen am Weihnachtsspiel „Reise nach Bethlehem“ teil. Es wurde am 18. und 19. Dezember in Ra’s al-Chaima, am Sitz der adventistischen Kirchenleitung im Golf Feld, in den Vereinigten Arabischen Emiraten VAE, aufgeführt. Laut einem Bericht von Gureni Lukwaro, Mitarbeiter der adventistischen Kirchenleitung im Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika MENA, haben Nachbarn sowie Christen anderer Konfessionen als auch Priester der römisch-katholischen, anglikanischen und von drei orthodoxen Kirchen aus der Nähe teilgenommen.

Den Priestern habe das Weihnachtsspiel so gut gefallen, dass sie die Adventisten gebeten hätten, dieses nochmals aufzuführen, damit sie gemeinsam mit ihren Kirchenmitgliedern teilnehmen könnten, so Omar Tubungbanua, Organisator der Veranstaltung.

Die Besucher seien in Gruppen bis zu 20 Personen durch verschiedene Stationen des Weihnachtsgeschehens geführt worden. Schauspieler hätten das biblische Geschehen in Szenen gespielt, erzählt oder musikalisch und gesanglich dargestellt: Stall und Krippe; Haus des Gastwirts; Herodes' Thronsaal; Szene mit den Weisen oder den Hirten.

Die Szenen seien dem biblischen Bericht nachempfunden worden und hätten keine traditionellen Weihnachtsmythen enthalten, sagte Pastor Steven Manoukian, Präsident der adventistischen Kirchenleitung in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie hätten damit den nicht-christlichen Nachbarn den biblischen Hintergrund von Weihnachten nahebringen und die Siebenten-Tags-Adventisten als christliche Kirche darstellen wollen, die Jesus als Zentrum und Mitte ihres Glaubens habe, so Manoukian.

Adventisten in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Zur adventistischen Kirchenleitung im Golf Feld gehören die Staaten Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate (VAE) sowie Jemen. Ra’s al-Chaima ist eines der sieben Vereinigten Arabischen Emirate. Im Golf Feld gibt es 16 adventistische Kirchen und fünf kirchliche Gruppen, davon sind acht Kirchgemeinden und zwei Gruppen in den Vereinigten Arabische Emiraten. Im Golf Feld sind sieben adventistische Pastoren tätig. Umm al-Qaiwain ist das einzige Emirat der VAE ohne adventistische adventistische Gruppe oder Kirchgemeinde. Die dort lebenden Adventisten versammelten sich im nahegelegenen Emirat Ra’s al-Chaima. Die adventistische Kirche in Ra’s al-Chaima, Hauptsitz der adventistischen Kirchenleitung der Golfregion, bietet 1.000 Gottesdienstbesuchern Platz.

In den sieben Vereinigten Arabischen Emiraten leben 5,47 Millionen Einwohner. Davon sind rund 80 Prozent Arbeitsimmigranten, vorwiegend Asiaten, aus denen sich auch die überwiegende Mehrheit der Adventisten in der Föderation der VAE zusammensetzt.

Website der adventistischen Kirchenleitung in den Vereinigten Arabischen Emiraten: http://adventistgulf.org/

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Adventistische Blindenhörbücherei mit hohem ehrenamtlichem Engagement

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 20.01.2016 | APD | International

Blinden und sehbehinderten Menschen Literatur trotzdem zugänglich machen: Das ist die Aufgabe, der sich die Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“ seit über 50 Jahren stellt. 2015 konnten den 943 aktiven Hörerinnen und Hörern 17.830 CDs und 4.032 Kassetten zur Verfügung gestellt werden. Ermöglicht wurde dies u.a. durch 263 Stunden ehrenamtlichen Einsatzes. Angemeldete Nutzer können die Angebote der Blindenhörbücherei, einer Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, kostenlos in Anspruch nehmen.

Blindheit und Sehbehinderung seien sehr einschneidende Einschränkungen der Sinne, teilte Pastor Andre Thäder, Leiter der Blindenhörbücherei, mit. Nach dem letzten verfügbaren Bericht der WHO von 2004 lebten allein in Deutschland 1,2 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen. Neben der erschwerten Orientierung in Alltagssituationen sei die fehlende visuelle Aufnahme von Informationen, Lerninhalten und kulturellen Angeboten ein grosses Problem für die Betroffenen, so Thäder.

Literatur trotzdem zugänglich zu machen, ist Aufgabe einiger Blindenbibliotheken. Dazu dienen Bücher in Punktschrift und immer mehr Tonträger mit akustisch aufbereiteten Texten. Thäder weiter: „Nachdem vor wenigen Jahren die Evangelische Blindenbibliothek geschlossen wurde, sind wir die einzige überregionale Hörbücherei, die vorwiegend Literatur mit christlich ausgerichtetem Inhalt anbietet.“

Büchern und Zeitschriften in Audio-Formaten und Podcast-Andachten
Die Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“ bietet neben der Vertonung von Büchern auch Zeitschriften und Informationen in verschiedenen Audio-Formaten an. So z.B. regelmässig erscheinende Zeitschriften der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, aber auch Materialien der Stadt Darmstadt sowie des Blinden- und Sehbehindertenbundes Hessen e.V. und der Blindenseelsorge der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. 2015 kamen 6 neue Buchtitel mit 64 Stunden Laufzeit hinzu, die Abonnements haben 144 Stunden Laufzeit. Der ebenfalls angebotene Podcast mit täglichen Andachten wurde rund 384.000-mal heruntergeladen.

„Dass wir nicht nur einfach Literatur zum Hören verleihen, sondern dabei auch Hoffnung vermitteln und zu einem Glauben an Gott motivieren, wird von unseren Hörerinnen und Hörern sehr geschätzt“, teilte Thäder mit. Die Blindenhörbücherei arbeite überkonfessionell, ihre Hörer kämen aus allen Kirchen und Glaubensgemeinschaften. Durch regionale Veranstaltungen und die Durchführung von Blindenfreizeiten im Auftrag des Advent-Wohlfahrtswerkes e.V. hätten die Mitarbeiter der Blindenhörbücherei guten persönlichen Kontakt zu Betroffenen und blieben mit deren Anliegen vertraut. Die nächste Freizeit ist für 2016 in Lohmen (Sächsische Schweiz) geplant.

Ab 2016 werden alle Abonnements auch auf DAISY-CD angeboten und der Versand von Kassetten in Abonnements ganz eingestellt. Ein Katalog mit allen Angeboten kann bei der Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung", Sandwiesenstrasse 35, 64665 Alsbach-Hähnlein, Telefon (06257) 506 53-35, Telefax (06257) 506 53-84, E-Mail: andre.thaeder@stimme-der-hoffnung.de, angefordert werden. Anfragen sind ausserdem in Braille-Schrift möglich.
Mehr Infos zu Blindenhörbücherei: http://www.blindenhoer-buecherei.de/

Schweiz: Verein Blindendienst
In der Schweiz verbreitet der Verein Blindendienst die Verbreitung guter Literatur in Blindenschrift: http://www.blindendienst.ch/index.html

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Australien: Buschfeuer fordert zwei Tote und 140 zerstörte Gebäude

Wahroonga, NSW/Australien | 20.01.2016 | APD | International

Ein Buschfeuer im Raum der 600 Bewohner zählenden westaustralischen Kleinstadt Yarloop forderte zwei Todesopfer und zerstörte rund 140 Häuser, wie Adventist RECORD, australische Kirchenzeitschrift berichtete. Auf dem nahegelegenen Lagerplatz Camp Logue Brook (CLB) der Adventisten, seien alle ausser einer Blockhütte niedergebrannt. Das Feuer sei am 6. Januar durch einen Blitz ausgelöst worden und habe über 73.500 Hektar Land verwüstet.

„Wir kondolieren den Familien“ der 73- und 77-jährigen Männer, die in der Feuersbrunst am 7. Januar im historischen Städtchen Yarloop ums Leben gekommen sind, sagte der adventistische Pastor Johnson. Berichte schildern die Situation im Städtchen, in dem 128 Häuser zerstört wurden, wie in einem „Kriegsgebiet“. Auch die Häuser von zwei adventistischen Familien seien den Flammen zum Opfer gefallen, so Adventist RECORD. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien suche mit einem Nothilfeteam und anderen Hilfswerken Unterkünfte für die Obdachlosen.

„Es ist ein trauriger Tag, das stimmt, aber es sind nur Gebäude“ sagte Pastor Sid Griffith, Exekutivsekretär der adventistischen Kirchenleitung in Westaustralien, am 8. Januar bei der Besichtigung des zerstörten Camps der Adventisten. Das Haus des Lagerplatzverwalters sowie eine Materialhütte seien verschont geblieben.

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Panorthodoxe Synode: Vorbereitungstagung ohne Kommuniqué beendet

Athen/Griechenland | 20.01.2016 | CBS KULTUR INFO/APD | Orthodoxie

Die Tagung der Interorthodoxen Spezialkommission zur Vorbereitung der Panorthodoxen Synode ist am 18. Dezember in Athen ohne Veröffentlichung eines offiziellen Kommuniqués zu Ende gegangen. Die Delegierten der 14 autokephalen (selbständigen) orthodoxen Kirchen hatten vom 16. bis 18. Dezember in der griechischen Hauptstadt getagt.

In einer Mitteilung des Aussenamts des Moskauer Patriarchats hiess es, die von der Kommission begonnene Arbeit an einem Entwurf für den Ablauf des Panorthodoxen Konzils solle im „vorkonziliaren Prozess" fortgesetzt werden. Die nächste Etappe dieses Prozesses ist eine für Januar 2016 vorgesehene „Synaxis" (Versammlung) der Oberhäupter der 14 autokephalen Kirchen auf Einladung des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.

Das Panorthodoxe Konzil soll zu Pfingsten 2016 in der Irenenkirche in Istanbul (Konstantinopel) eröffnet werden, jedoch sind in jüngster Zeit Zweifel an dieser Ortswahl laut geworden.

Bei der Tagung der Spezialkommission hatte erneut der emeritierte Metropolit von Pergamon, Ioannis (Zizioulas), den Vorsitz inne. Die Delegation des Moskauer Patriarchats wurde von Metropolit Hilarion (Alfejew) geleitet. Auch die orthodoxe Kirche der tschechischen Länder und der Slowakei – deren Metropolitenwahl durch Konstantinopel in Frage gestellt wird – war in Athen präsent; sie wurde durch Erzbischof Juraj (Stransky) von Michalovce und Kosice vertreten.

Laut Bericht der griechischen Website "Romfea" kam es bereits am 17. Dezember bei der Diskussion über den Entwurf für den Ablauf des Panorthodoxen Konzils zu „Spannungen und Hindernissen“. Dabei soll es vor allem um das Konsens-Prinzip gegangen sein, auf das sich die Oberhäupter der 14 Kirchen bei einer "Synaxis" im März 2014 geeinigt hatten. Laut "Romfea" hätten aber die Repräsentanten des Ökumenischen Patriarchats „und anderer Kirchen" in Athen „übermenschliche Anstrengungen" unternommen, um die divergierenden Standpunkte zu versöhnen.

Vor allem die Delegation des Patriarchats von Antiochien – das sich wegen der kanonischen Zuständigkeit für das Golf-Fürstentum Katar in einem Konflikt mit dem Patriarchat von Jerusalem befindet – soll geltend gemacht haben, dass die Beschlüsse der Panorthodoxen Synode nichtig seien, wenn eine der 14 Kirchen die Versammlung verlasse und die Beschlüsse nicht unterschreibe. Beobachter schliessen daraus, dass Antiochien mit dieser Drohung eine Lösung des Katar-Problems zu seinen Gunsten erreichen will.

Metropolit Hilarion traf während seines Aufenthalts in Athen auch mit dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Griechenland, Erzbischof Hieronymos (Liapis) von Athen, zusammen. Bei der Begegnung im Erzbischöflichen Palais der griechischen Hauptstadt sei es um "verschiedene Themen der panorthodoxen Tagesordnung" gegangen.

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Neue Statuten der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz

Bern/Schweiz | 20.01.2016 | APD | Ökumene

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH hat sich laut einer Medienmitteilung neue Statuten sowie eine neue Geschäftsordnung gegeben. Diese sind am 1. Januar 2016 in Kraft getreten.

Demnach sind die neuen Statuten und die neue Geschäftsordnung in einem langen Prozess sowie mehreren Vernehmlassungen formal revidiert und am 4. November 2015 von der Plenarversammlung der AGCK.CH verabschiedet worden. Neben der Schaffung einer zeitgemässen Struktur sei auch der Name angepasst worden: AGCK.CH. Die Kirchenleitungen der zwölf Mitgliedkirchen hätten laut Arbeitsgemeinschaft der Revision zugestimmt. Die beiden Kirchen im Gaststatus, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz sowie die Neuapostolische Kirche der Schweiz, wurden im ganzen Prozess konsultiert und konnten ihre Anliegen einbringen.

„Ich bin froh, dass die AGCK.CH als einzige nationale ökumenische Plattform in der Schweiz, in der orthodoxe, katholische, evangelische und freikirchliche Vertreter an einem Tisch sitzen, nach einem langen Prozess nun eine zeitgemässe Struktur hat. Sie kann damit ihrem Grundgedanken der Vernetzung und des Gesprächs der verschiedenen Kirchenfamilien untereinander weiter dienen“, sagte Pfarrer Stefan Gisiger, Bund Schweizer Baptistengemeinden und Mitglied der Arbeitsgruppe Statuten/Geschäftsordnung.

Bezug auf Bibel und Charta Oecumenica
In der Präambel der Statuten wird die Heilige Schrift als Grundlage der gemeinsamen Zusammenarbeit bezeichnet und die 2001 von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) unterzeichnete Charta Oecumenica als offizieller Bezugspunkt bezeichnet: Die Arbeitsgemeinschaft „will die in Jesus Christus begründete und bestehende Einheit der Kirchen auf der Grundlage der Heiligen Schrift bezeugen, ihrer Erfüllung dienen und die Zusammenarbeit der Kirchen im Geist der Charta Oecumenica fördern, zur Ehre des dreieinen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Präsidium und Plenarversammlung
Das Präsidium der AGCK.CH besteht weiterhin aus kirchenleitenden Personen der Mitgliedkirchen. Die Schweizer Bischofskonferenz und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund sind wie bisher mit je zwei Delegierten vertreten, die kleineren Kirchen mit je einem. Die Kirchen im Gaststatus sind weiterhin nicht im Präsidium vertreten. Sie können zu den Plenarversammlungen einen Delegierten mit Rede-, aber ohne Antrags- oder Stimmrecht entsenden.

Finanzen
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund und die Schweizer Bischofskonferenz übernehmen je 45 Prozent des Betriebsbeitrages. Die restlichen zehn Prozent werden auf die verbleibenden Mitgliedkirchen und Kirchen im Gaststatus aufgeteilt.

Die neuen Statuten können von der AGCK-Website unter „Statuten und Geschäftsordnung“ herunter geladen werden: http://www.agck.ch/de/dokumente

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Neues Mitglied der Bischofskonferenz im AGCK.CH-Präsidium

Bern/Schweiz | 20.01.2016 | APD | Ökumene

Abbé Pierre-Yves Maillard wird ab 2016 die Schweizer Bischofskonferenz als zweites Mitglied im Präsidium der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH vertreten.

Seit 2014 ist Pierre-Yves Maillard Generalvikar der Diözese Sion. Davor war er laut AGCK-Medienmitteilung elf Jahre Direktor des Priesterseminars der Diözese. Der 1969 geborene Theologe wurde 1996 zum Priester geweiht und hat 2000 sein Doktorat in Theologie an der Universität Fribourg abgelegt. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die Kirchenmusik.

Seine guten Erfahrungen mit der ökumenischen Zusammenarbeit habe er mit der reformierten Kirche gemacht. Nach Angaben von Pierre-Yves Maillard sei dies besonders „im Bereich der Diakonie, der Betreuung der Flüchtlinge, aber auch im Bereich Kirchen und Staat oder in der Zusammenarbeit mit den Schulen – eben in einer tätigen, konkreten Ökumene“ gewesen.

Abbé Maillard freue sich, in der Arbeitsgemeinschaft mit weiteren Kirchenverantwortlichen zusammen zu arbeiten und gemeinsam neue Wege zu beschreiten. Er sei zweisprachig, was der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Sprachregionen im AGCK-Präsidium zu Gute komme, so die Mitteilung.

Die Schweizer Bischofskonferenz SBK verfügt wie der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK im Präsidium der AGCK-Schweiz über zwei Mitglieder. Das andere Mitglied der SBK im AGCK-Präsidium ist Bischof Denis Theurillat, deren Vizepräsident er ist. (1.512 Zeichen)

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Texte der Ökumene-Gebetswoche per „Bibel App“ aufs Smartphone

Genf/Schweiz | 20.01.2016 | APD | Ökumene

Erstmals sind die Texte der Gebetswoche für die Einheit der Christen für Smartphones, Computer und Tablets verfügbar. Der Weltkirchenrat arbeitet dazu mit „YouVersion“, der Entwicklerin der „Bibel App“, zusammen, wie die Stiftung PRO ORIENTE schreibt. Die Ökumene-Gebetswoche, vom 18. bis 25. Januar 2016, steht unter dem Motto: "Berufen, die grossen Taten des Herrn zu verkünden" (1 Petr 2,9)

Mit Hilfe der „Bibel App“ sind die biblischen Texte der Gebetswoche in einem leicht teilbaren, kostenlosen digitalen Format auf Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und Portugiesisch verfügbar. Die App ermöglicht Nutzerinnen und Nutzern, in der Bibel zu lesen, Bibelverse mit ihren Kontakten in sozialen Netzwerken zu teilen und ihre Lieblingspassagen mit Lesezeichen zu versehen.

„Immer mehr Menschen lesen über ihr Smartphone Bibelverse und laden sie auf ihre Computer oder Tablets herunter. Dies scheint ein idealer Zeitpunkt, um eine Partnerschaft mit dem Weltkirchenrat aufzubauen. Die App lässt einen die Gebetswoche auf ganz persönliche Art erfahren“, erklärte Pastor Geoff Tunnicliffe, Vorsitzender des Beirates der „Christian Media Corporation“-International und Botschafter von „YouVersion“-International. Die „Bibel App“, die bereits auf mehr als 204 Millionen individuellen Geräten auf der ganzen Welt installiert wurde, bietet mehr als 1.200 Bibelfassungen in rund 800 Sprachen an.

Christen aus Lettland erarbeiteten Materialien zur Gebetswoche
Die Materialien für die diesjährige Gebetswoche wurden von Mitgliedern unterschiedlicher Kirchen aus Lettland vorbereitet. In Lettland bekennen sich jeweils 30 Prozent der Bevölkerung zur evangelisch-lutherischen, der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche. Die Mitglieder des Vorbereitungsteams untersuchten die Verbindung zwischen Taufe und Verkündigung und die Berufung, die allen Getauften gemeinsam ist: „die grossen Taten des Herrn zu verkünden und die Einheit der Kirche kund zu tun“.

Technik trennt nicht, sondern eint
„Wenn die Kirchen und christlichen Gemeinschaften die Gebetswoche feiern, ist es erfreulich, dass uns die Technik nicht voneinander trennt, sondern uns mit gemeinsamen Texten in einem für ein ökumenisches Umfeld geeigneten Format zusammenbringen kann“, sagte Pastor Odair Pedroso Mateus, Direktor der Weltkirchenrats-Kommission für Glaube und Kirchenverfassung („Faith and Order“). Wie auch immer man auf die Texte für die Gebetswoche zugreift, Mateus hofft, dass das Thema sowohl die einzelnen Gläubigen als auch die kirchlichen Gemeinschaften berührt.

Gebetswoche für die Einheit der Christen seit 1968
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die seit 1968 gemeinsam vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und dem Weltkirchenrat vorbereitet wird, findet auf der Nordhalbkugel traditionsgemäss vom 18. bis 25. Januar statt. Die deutsche Übersetzung der von der internationalen Vorbereitungsgruppe erarbeiteten Materialien wird von der deutschen „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ (ACK) herausgegeben.
Infos: www.oikoumene.org/gebetswoche

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2015 kein gutes Jahr für Kriegsdienstverweigerer

Bonn/Deutschland | 20.01.2016 | APD | Menschenrechte

Das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (European Bureau for Conscientious Objection – EBCO) in Brüssel/Belgien stellt in seinem Jahresbericht fest, dass 2015 kein gutes Jahr für Kriegsdienstverweigerer gewesen sei. Sie würden in Europa würden nach wie vor diskriminiert und ihr Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen missachtet.

„Während in früheren Jahren teils signifikante Fortschritte bei der Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung zu verzeichnen waren, war dies 2015 in Europa anders“, bilanzierte der Vorsitzende von EBCO, Friedhelm Schneider aus Speyer/Deutschland, die aktuelle Situation. Er sah dabei Probleme auf verschiedenen Ebenen.

Neue Dringlichkeit zur Aufnahme verfolgter Kriegsdienstverweigerer
Obwohl durch die Rechtsprechung des Strassburger Menschenrechtsgerichtshofes die Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen als Menschenrecht anerkannt und ihr Schutz demnach für die 47 Europarats-Mitgliedsstaaten verbindlich zu gewährleisten ist, würden sich einige Europarats-Staaten wie die Türkei oder Griechenland ebenso beharrlich wie ungestraft weigern, dieses Recht nicht-diskriminierend umzusetzen, kritisierte Schneider.

Die Entwicklung in der Ukraine und in ihrem Umfeld zeige zudem, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gerade dann verwehrt bleibe, wenn es am wichtigsten sei: im Kriegsfall, so der ECBO-Vorsitzende. Zum ersten Mal seit 1945 sei zudem in europäischen Staaten die Wehrpflicht nach ihrer Aussetzung wieder eingeführt worden, in der Ukraine und in Litauen, bedauerte Schneider.

Und schliesslich gewinne nach Darstellung der EBCO-Studie die Aufnahme von Kriegsdienstverweigerern, die in ihrem Herkunftsland verfolgt werden, eine neue Dringlichkeit. Schneider: „In diesem Zusammenhang bleibt zu beachten, dass ein als sicheres Herkunftsland deklarierter Staat nicht unbedingt ein Land ist, in dem das Recht auf Kriegsdienstverweigerung geachtet wird.“

Verletzung des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung „ein Skandal“
Dass Mitgliedsstaaten des Europarats und mit Griechenland auch der Europäischen Union das Recht auf Kriegsdienstverweigerung völkerrechtswidrig und dauerhaft verletzten, ist nach Ansicht Friedhelm Schneiders „ein Skandal“. Und dass Mitglieder europäischer Institutionen, in denen auch Deutschland vertreten sei, sich offenbar an diesen skandalösen Zustand gewöhnt hätten, bleibe beschämend, fügte er hinzu.

Der Speyerer Ruhestandspfarrer, der die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in der Menschenrechtsorganisation ECBO vertritt, sprach sich bei der Vorlage des Jahresberichtes dafür aus, dass die evangelische Kirche sich bei Begegnungen mit Politikern stärker im Sinne der EKD-Friedensdenkschrift von 2007 engagiere. Darin heisst es, dass die evangelische Kirche die Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen als Menschenrecht betrachte und sich dafür einsetze, dies auch im Bereich der Europäischen Union verbindlich zu gewährleisten, so Friedhelm Schneider.

Die EBCO-Studie „Kriegsdienstverweigerung in Europa 2015“ ist die derzeit umfassendste und aktuellste Veröffentlichung zum Thema. Ihr englischsprachiger Text kann im Internet heruntergeladen werden unter www.ebco-beoc.org

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Kardinal Marx diskutiert mit Vietnams Regierung über Religionsfreiheit

Bonn und Ostfildern bei Stuttgart/Deutschland | 20.01.2016 | APD | Religionsfreiheit

Der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, traf am 11. Januar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi mit Vertretern von Parlament und Regierung zusammen, um Probleme der Religionsfreiheit zu diskutieren.

Vietnam sei laut Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz derzeit bemüht, das Verhältnis von Staat und Religion erstmals auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. Die verschiedenen Gesetzesentwürfe, die im Parlament diskutiert würden, hätten jedoch die Kritik der vietnamesischen katholischen Bischöfe hervorgerufen und seien auch aus Sicht von internationalen Einrichtungen unzureichend. In einigen Bereichen stellten die Entwürfe Verbesserungen für die Religionen in Aussicht, sie entsprächen aber nicht durchgehend den internationalen Standards zum Schutz von Religionsfreiheit, denen sich auch Vietnam durch internationale Vereinbarungen verpflichtet habe.

Katholische Kirche in der Gesellschaft wieder sichtbarer
In Begegnungen mit dem für Religionsfragen zuständigen Ausschuss des vietnamesischen Parlaments, mit dem staatlichen Komitee für religiöse Angelegenheiten und mit dem Präsidenten der Vaterländischen Front, in der die Massenorganisationen des Landes zusammenarbeiten, habe sich Kardinal Marx erfreut gezeigt über die Verbesserungen der vergangenen Jahre. So seien beispielsweise Zugangsbeschränkungen für die Priesterseminare faktisch aufgehoben worden. Auch wäre die römisch-katholische Kirche durch administrative Erleichterungen in der Gesellschaft wieder sichtbarer geworden.

Registrierungspflichten behindern kirchliches Leben
Umfangreiche Registrierungspflichten behinderten die katholische Kirche jedoch weiterhin in ihrem alltäglichen Leben. So sei in der Diskussion um das neue Religionsgesetz die Frage zentral, ob die Aktivitäten von Diözesen und Kirchengemeinden künftig weiterhin staatlicher Zustimmung bedürften. Auch die Errichtung neuer religiöser Institutionen, wie etwa die Gründung von Pfarreien, sei noch immer von staatlicher Zustimmung abhängig. In den Gesprächen von Kardinal Marx mit den Vertretern von Parlament und staatlichem Religionskomitee hätten die Behörden in Aussicht gestellt, diese Registrierungspflichten im neuen Religionsgesetz deutlich abzuschwächen. Das würde aus Sicht der katholischen Kirche in Vietnam einen großen Schritt zur Umsetzung der Religionsfreiheit bedeuten. „Ich bin dankbar, dass wir die Position der Kirche in einem offenen Austausch einbringen konnten“, erklärte Kardinal Marx im Anschluss in die Begegnungen mit den staatlichen Repräsentanten. „Ich habe an internationale Einsichten und an Erfahrungen erinnert, die in Europa hart errungen wurden. Gerade die Religionsfreiheit ist auch für den Transformationsprozess in Vietnam von herausragender Bedeutung“, so Kardinal Marx.

Kardinal Marx wies in den Gesprächen auf den Beitrag hin, den die katholische Kirche durch Kindergärten und soziale Dienste für die vietnamesische Gesellschaft leiste. Diese Dienste, so hoben Parlamentarier und Regierungsvertreter hervor, würden in Vietnam wertgeschätzt. Sie könnten noch wirksamer sein, so Kardinal Marx abschliessend, wenn der Staat den Religionen und den Kirchen die Religionsfreiheit umfassend gewährleistete und damit die Voraussetzungen schaffe, dass sich die Kirchen in den Bereichen Gesundheitsversorgung und Bildung stärker engagieren könnten. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz stattet der römisch-katholischen Kirche in Vietnam vom 9. bis 16. Januar einen Besuch ab.

Von den 93,4 Millionen Einwohnern Vietnams sind rund 50 Prozent Buddhisten, sieben Prozent römische Katholiken, 2,5 bis vier Prozent gehören zur Religionsgemeinschaft Cao Dai und ein bis zwei Prozent zählen zu den Evangelischen.

Im „Weltverfolgungsindex“ auf Rang 20 – Druck an Tieropfern teilzunehmen
Nach dem „Weltverfolgungsindex“ 2016 des überkonfessionellen christlichen Hilfswerkes „Open Doors“ befindet sich Vietnam auf Rang 20 der Länder, wo Christen am stärksten verfolgt würden. 2015 hatte Vietnam noch Platz 16 belegt. Die nun geringere Wertung liege jedoch nicht an einer verbesserten Verfolgungssituation, was auch durch eine höhere Wertung im Bereich Gewalt verdeutlicht werde. Die Triebkräfte der Verfolgung von Christen wären in Vietnam „kommunistische Unterdrückung“ und „exklusives Stammesdenken“. Etwa zwei Drittel der Christen, darunter 80 Prozent der Protestanten hätten einen Stammeshintergrund. Viele von ihnen gehörten dem Stamm der Hmong an. Der Druck, zu ihrem traditionellen Glauben zurückzukehren und an den Ritualen wie Tieropfern teilzunehmen, sei besonders in ländlichen Gebieten sehr gross. Ausländische und zugewanderte Christen würden von den Behörden überwacht. Christen aus traditionellen Kirchen seien Feindseligkeiten ausgesetzt. Mitglieder protestantischer Freikirchen stünden unter dem Verdacht, Spione des Westens zu sein. Für Christen gehöre die Diskriminierung am Arbeitsplatz, in Schulen und in der Nachbarschaft zum Alltag, so „Open Doors“.

Aber auch Gewalttaten habe es gegeben. Im November 2014 seien in der Provinz Binh Dhuong eine Mennonitenkirche sowie etliche kleine Hauskirchen zerstört worden. In der Provinz Kon Tum habe es Wohnhäuser von Christen betroffen. Es gebe auch Meldungen über Körperverletzungen. So seien im Juni 2015 in Nordvietnam christliche Arbeiter auf dem Nachhauseweg von einer Beerdigung von Maskierten zusammengeschlagen worden. Es liege der Verdacht nahe, das diese im Auftrag örtlicher Behörden gehandelt hätten. Mindestens 200 Montagnard-Christen wären aus ihren Häusern in Zentralvietnam über die Grenze nach Kambodscha geflohen, weil sie von den Behörden stark unter Druck gesetzt worden seien, heisst es im „Weltverfolgungsindex“.

Siebenten-Tags-Adventisten - Probleme mir freiem Samstag
In Vietnam gibt es auch 11.600 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 15 Kirchengemeinden. Laut dem „Religious Freedom World Report“ 2015 der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) in Silver Spring, Maryland/USA, ist in Artikel 70 der vietnamesischen Verfassung die „Freiheit des Glaubens und der Religion“ jedes Einwohners festgeschrieben. Es stehe jedem frei religiös zu sein oder auch nicht. „Alle Religionen sind vor dem Gesetz gleich. Gesetzlich geschützt sind Orte der Gottesverehrung.“ Dennoch komme es vor, dass Christen aufgrund ihres Glaubens diskriminiert oder sogar inhaftiert würden. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist in Vietnam seit 2006 als Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt. Adventisten feiern den Sabbat (Samstag) als Ruhetag. Hier gebe es immer wieder Probleme für adventistische Schüler und Studenten sowie Arbeitnehmern in staatlichen Einrichtungen und Staatsbetrieben am Samstag unterrichts- oder arbeitsfrei zu erhalten. Auch sei die Möglichkeit den eigenen Glauben öffentlich zu bekennen „sehr begrenzt“.

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Zwei Jahre Arbeitslager für Adventist in Kasachstan

Ostfildern bei Stuttgart/Deutschland | 20.01.2016 | APD | Religionsfreiheit

Das Stadtgericht der kasachischen Hauptstadt Astana hat am 28. Dezember 2015 Yklas Kabduakasov (54), Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, zu zwei Jahren Haft in einem Arbeitslager wegen „der Förderung religiösen Hasses“ und „Beleidigung des Propheten Muhammed“ verurteilt. Damit verschärfte das Gericht ein Urteil der Vorinstanz, welches für das Vergehen sieben Jahre Hausarrest vorsah.

Laut der Osloer Menschenrechtsorganisation „Forum 18“ hatte die Polizei den Adventisten am 14. August 2015 verhaftet. Der Angestellte einer Baufirma sei beschuldigt worden, mit anderen über seinen Glauben gesprochen und ihnen christliche Literatur angeboten zu haben. Dabei hätte er religiöse Zwietracht gesät. Die Geheimpolizei („Nationales Sicherheitskomitee“ – KNB) habe Kabduakasov vor seiner Verhaftung schon ein Jahr lang beobachtet. Es scheine, so „Forum 18“, dass das KNB eine Wohnung gemietet habe, in die vier Studenten der Universität Astana den Adventisten zu Gesprächen über Religion einluden, um die Anklage gegen ihn vorzubereiten. Bei seiner Verhaftung seien auch religiöse Bücher in seiner Wohnung beschlagnahmt worden. Die Räumlichkeiten der Adventistengemeinde, die er besuchte, hätte die Polizei ebenfalls durchsucht. Kabduakasov hat acht Kinder. Das jüngste Kind, Daniil, wurde am 12. September, also nach seiner Verhaftung, geboren.

Glaubensgespräche heimlich gefilmt
Die Staatsanwaltschaft habe laut der Osloer Menschenrechtsorganisation dem Angeklagten vorgeworfen, mehrmals öffentlich und absichtlich religiösen Hass gesät zu haben. Auch hätte er in Gesprächen mit seinen Arbeitskollegen den Islam und die Muslime beleidigt und sie unter Druck gesetzt, ihren Glauben zu wechseln. Die Glaubensgespräche, die Kabduakasov mit den vier Studenten zwischen November 2014 und Juli 2015 in der Wohnung führte, seien vom KNB heimlich gefilmt worden.

Gefangener des Monats
Die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea hatten im letzten Jahr Yklas Kabduakasov zum „Gefangenen des Monats September“ benannt und mit einer Unterschriftenaktion den Staatspräsidenten der Republik Kasachstan, Nursultan Nasarbajew, um die umgehende Freilassung des Adventisten gebeten. In der Petition wurde darauf hingewiesen, dass Kasachstan 2006 den „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ ratifiziert habe. Im Artikel 18 des Paktes ist das Recht auf Religionsfreiheit einschliesslich des Rechtes auf Glaubensweitergabe ausdrücklich garantiert.

Statt Hausarrest jetzt Arbeitslager
Dennoch wurde der Angeklagte am 9. November 2015 von einem Gericht für schuldig befunden und zu sieben Jahren Hausarrest verurteilt, wobei er sich wöchentlich bei der Polizei melden sollte. Die Staatsanwaltschaft legte gegen das Urteil Berufung ein, sodass es vom Stadtgericht in Astana am 28. Dezember mit zwei Jahren Haft in einem Arbeitslager verschärft wurde. Die zwölf Wochen, welche Kabduakasov in Untersuchungshaft verbrachte, werden dabei angerechnet.

Keine Einschränkung des Rechts auf Religionsfreiheit
Pastor Ganoune Diop (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten, äusserte sich laut Adventist News Network (ANN) besorgt über das Urteil. „Adventisten wehren sich gegen jede Einschränkung des Rechtes auf Religionsfreiheit, zu der das Recht gehört, die eigene Glaubensüberzeugung ohne Behinderung zu bekennen, zu praktizieren und zu verbreiten.“ Er forderte die Behörden Kasachstans auf, in Übereinstimmung mit ihren Verpflichtungen gegenüber internationalen Verträgen, Vereinbarungen und Konventionen zu handeln und allen Bürgerinnen und Bürgern die Freiheit der Religion und Weltanschauung zu garantieren.

Dwayne Leslie, stellvertretender Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung, fügte hinzu: „Wir beobachten weltweit in vielen Ländern zunehmende Einschränkungen der Rechte religiöser Minderheiten. Wir sind beunruhigt, wenn gläubigen Menschen untersagt wird, das zu tun, was sie vor ihrem Gewissen für recht halten“, so ANN.

Die Anwältin von Kabduakasov, Shaldykova Gulmira, die das Urteil laut „Forum 18“ als „zu hart“ bezeichnete, empfiehlt ihrem Mandanten gegen das Urteil Beschwerde einzulegen. Der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in der Euro-Asien Region, Pastor Michael Kaminsky (Moskau), teilte ANN mit: „Wir sind im Gebet für unseren Glaubensbruder und seine Familie vereint.“ Der Geistliche bat die Adventisten weltweit für die Freilassung des Inhaftierten zu beten.

Von den 17,7 Millionen Einwohnern in Kasachstan sind 70 Prozent Muslime, die meisten davon Sunniten. 26 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Den grössten Anteil bildet die Russische Orthodoxe Kirche. Neben rund 300.000 Katholiken gibt es in Kasachstan unter anderem auch lutherische, mennonitische und baptistische Kirchgemeinden. Die Adventisten zählen dort 2.750 erwachsen getaufte Mitglieder in 42 Gemeinden.

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Hilfswerk Open Doors legt „Weltverfolgungsindex 2016“ vor

Kelkheim/Deutschland und Romanel-s-Lausanne/Schweiz | 20.01.2016 | APD | Religionsfreiheit

Zu Beginn des Jahres hat das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors den sogenannten „Weltverfolgungsindex 2016“ (WVI) veröffentlicht. Der jährlich veröffentlichte WVI stelle eine Rangliste jener 50 Länder dar, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt und benachteiligt werden. Die Anzahl der wegen ihres Glaubens ermordeten Christen und der attackierten bzw. zerstörten Kirchen habe sich seit dem Vorjahr in etwa verdoppelt, teilte das Hilfswerk mit.

Laut dem Weltverfolgungsindex 2016 von Open Doors werden Christen in folgenden Ländern am meisten verfolgt: 1. Nordkorea, 2. Irak, 3. Eritrea, 4. Afghanistan, 5. Syrien, 6. Pakistan, 7. Somalia, 8. Sudan, 9. Iran und 10. Libyen. In 35 der 50 Länder des Weltverfolgungsindex sei der islamische Extremismus die Haupttriebkraft der Verfolgung von Christen. Grossen Anteil daran hätten islamistische Gruppen wie Boko Haram, Al Shabaab und nicht zuletzt auch der sogenannte „Islamische Staat“ (IS). Diese, aber auch mit ihnen sympathisierende Teile der Bevölkerung, gingen mit extremer Gewalt gegen Christen und andere Minderheiten vor, die ihr Verständnis von einem Islam wie zu Mohammeds Zeiten nicht teilten. In hinduistischen und buddhistischen Ländern wie Indien und Myanmar führte nach Beobachtungen von Open Doors der zunehmende religiös motivierte Nationalismus zur Radikalisierung von Bevölkerungsteilen und einer deutlichen Intensivierung der Christenverfolgung.

Zur Methodik des Weltverfolgungsindex
Nach Angaben des Hilfswerks erfasse der Weltverfolgungsindex seit über 20 Jahren die weltweite Christenverfolgung mittels einer differenzierten Erhebung und Analyse der verschiedenen Lebensbereiche von Christen in Ländern mit stark eingeschränkter Religionsfreiheit. Die Position des jeweiligen Landes auf dem Index werde anhand eines umfangreichen Fragenkatalogs ermittelt, der unter Mitwirkung verfolgter Christen, Religionswissenschaftler, Politologen und weiteren Fachleuten sowie eigener Analysten erstellt worden sei. Die Erhebung berücksichtige auch die Situation hunderttausender Konvertiten, die den christlichen Glauben angenommen und seitdem extremer Verfolgung vonseiten ihrer Familien, der Gesellschaft und/oder dem Staat ausgesetzt seien.

Zur Kritik an der Methodik des WVI äusserte sich Dr. Daniel Ottenberg, Analyst von Open Doors: „Diese Kritik besteht schon seit etlichen Jahren und sie dreht sich immer wieder um dieselben Punkte: Definition von Verfolgung, Fokussierung auf Christen, Transparenz. Zu allen Punkten haben wir bereits mehrfach Stellung genommen“. So sei sowohl der der Erhebung zugrunde liegende Fragebogen als auch die angewendete Methodik auf der Homepage von Open Doors veröffentlicht. Die Umsetzung dieses Rahmens werde durch ein Audit von Experten des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit geprüft.

Aufruf an die Politik
„Der Weltverfolgungsindex soll mehr sein als eine Statistik für Experten. Er soll zuallererst denen eine Stimme verleihen, die oft fernab der Medien- und Weltöffentlichkeit ihrer Religionsfreiheit als fundamentalem Menschenrecht beraubt wurden und häufig nur im Untergrund überleben können“, erklärte Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. „Immer wieder bitten verfolgte Christen an erster Stelle um Gebet und sind dankbar und ermutigt, wenn in den Ländern mit Religionsfreiheit auf ihre Situation aufmerksam gemacht wird.“ Dies sei laut Ottenberg auch die eigentliche Botschaft des WVI: „unsere Geschwister in immer mehr Teilen der Welt leiden um ihres Glaubens willen und wir rufen alle zu Gebet und Hilfe auf.“

Weitere Informationen zum WVI, zu Methodik und Länderanalysen sind im Internet zu finden bei Open Doors Schweiz und Österreich:
https://www.portesouvertes.ch/de/Verfolgung/weltverfolgungsindex/

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Kinderbibel-Aktion in Kuwait

Stuttgart/Deutschland | 20.01.2016 | APD | Bibel

Mehr als 2000 englischsprachige Exemplare der „Kinderbibel zum Selbstgestalten“ hat die Bibelgesellschaft am Golf (BSG) vor kurzem an Kinder und ihre Familien in der indischen St. Gregorios-Gemeinde in Kuwait verteilt. Bei einer Veranstaltung mit rund 4.000 Gemeindemitgliedern und Gästen war auch Baselios Marthoma Paulose II. anwesend. Das Oberhaupt der Indischen Orthodoxen Kirche hatte die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen. Unterstützt wurde die Kinderbibel-Aktion durch die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG).

Der Generalsekretär der BSG, Dr. Hrayr Jebejian, erklärte, dass es kein besseres Geschenk für Kinder gebe als die Bibel. Sie lehre sie ein Leben in Frieden und Harmonie und helfe ihnen die Quelle des Glücks und der Hoffnung zu finden. Jessy Jaison, Sonntagsschullehrerin in der St. Gregorios-Gemeinde, hob den pädagogischen Wert der Kinderbibel hervor. In einfacher Sprache würden die Texte des Alten und Neuen Testaments erzählt und zugleich könnten die Jungen und Mädchen die Geschichten in Bildern wiedergeben.

Autor Michael Landgraf entwickelte das Konzept der Kinderbibel zum Selbstgestalten 2006 nach Besuchen in Ghana und Bolivien. Er fand eine jeweils ähnliche Situation vor: viele motivierte Kinder in einer Sonntagsschule, aber kein passendes Lernmaterial. Landgraf, Leiter des Religionspädagogischen Zentrums in Neustadt/Weinstrasse, entfaltete die Idee weiter und erprobte sie in Deutschland. Bei der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Calwer Verlag erschien 2008 die erste „Kinder-Bibel zum Selbstgestalten“. Die Kinderbibel erscheint inzwischen in vielen weiteren Sprachen, unter anderem in Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Indonesisch, aber auch in indigenen Sprachen Südamerikas wie Aymara und Quetschua.

Die BSG macht christlichen Gemeinden in den arabischen Golfstaaten die Bibel zugänglich. Die Christinnen und Christen in der Region kommen aus vielen Staaten sowie unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Gemeinschaften. Die Bibelgesellschaft publiziert und verbreitet die Bibel als Partner der Kirchen in 60 verschiedenen Sprachen.

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ADRA Schweiz verlängert Projekt gegen Menschenhandel in Thailand

Zürich/Schweiz | 20.01.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz unterstützt in Thailand von 2015 bis 2018 die neue Phase des Projekts „Keep Girls Safe“. Das Projekt bietet gefährdeten Mädchen Schutz vor Menschenhändlern, versorgt sie mit Essen sowie Kleidung und ermöglicht ihnen den Schulbesuch. Kinder aus armen, intakten Familien sollen Stipendien erhalten. Es sollen 175 Kinder vom Projekt „Keep Girls Safe“ direkt profitieren und indirekt, durch finanzielle Entlastungen der Familien, 2.500 Personen.

Thailand ist als Feriendestination beliebt, kennt aber auch die unschöne Seite von Menschenhandel und Prostitution. Schätzungen gehen von 800.000 SexarbeiterInnen in Thailand aus, wovon ein Viertel unter 16 Jahren alt ist, schreib ADRA Schweiz. Diese „Industrie“ brauche laufend neue Menschen.

Im hügeligen Norden Thailands, in der Gegend von Chiang Rai, wo vor allem arme, ethnische Minderheiten leben, die keinen Zugang zu Bildung und auch keine Staatsbürgerschaft haben, seien Menschenhändler unterwegs. Sie suchten gezielt arme Familien mit finanziellen Problemen und präsentierten der Familie eine langersehnte Lösung ihrer finanziellen Probleme: Die Tochter könne in der Stadt als Dienstmädchen oder Verkäuferin arbeiten und Geld verdienen. Das Mädchen sei damit den Machenschaften der Menschenhändler schutzlos ausgeliefert, schreibt das Hilfswerk.

Schulabschluss für Kinder aus intakten, armen Familien
Das Projekt „Keep Girls Safe“ will laut ADRA Schweiz Kindern aus armen, intakten Familien den Schulbesuch und den Schulabschluss ermöglichen und für Schuluniform, Essen und Transport aufkommen. Der Schulabschluss sei die Voraussetzung für eine Berufsausbildung und diese ermögliche meist, der Armut zu entkommen.

Schulabschluss und Staatbürgerschaft für Mädchen ohne Schutz durch Familie
Nach Angaben des Hilfswerks laufen Mädchen, die nicht genügend von ihren Familien geschützt werden, grosse Gefahr von Menschenhändlern aufgegriffen zu werden. In „Sheltern“, speziellen Häusern, sollen sie Unterkunft und Schutz finden, Essen erhalten und von dort aus die lokale Schule besuchen können. Zudem würden die Mitarbeiter der Partnerorganisation ADRA Thailand sich vermehrt dafür einsetzen, dass diese Mädchen die thailändische Staatsbürgerschaft erhalten. Mit der Staatsbürgerschaft seien viele Rechte wie medizinische Versorgung, Eigentumsrechte und Reisefreiheit verbunden.

Die Projektkosten für die Zeit vom Sommer 2015 bis 2018 betragen 516.000 Franken. Der Anteil von ADRA Schweiz liegt bei 150.000 Franken.

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ADRA Österreich begleitet durchreisende und stationäre Flüchtlinge

Graz/Österreich | 20.01.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

In der Schwarzl-Halle, im Aufnahmelager Unterpremstätten bei Graz/Österreich, haben Freiwillige der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich den hauptsächlich nach Deutschland und Schweden durchreisenden Flüchtlingen Hilfsgüter abgegeben. Sie begleiten auch jene, die in Österreich Asyl beantragt haben.

Die Flüchtlinge seien oft schlecht auf das kalte Wetter vorbereitet und benötigten nach den wochenlangen Fussmärschen Nahrung, Kleider und ärztliche Versorgung. Neben dem körperlichen Strapazen, seien auch Trost und Hilfe beim Umgang mit dem erlebten Leid wichtig, schreibt ADRA.

Seit Mitte Januar begleiteten sie eine kurdische Familie aus Syrien, die in Österreich Asyl beantragt habe bei der Integration. Dies umfasse Behördenwege, das Bekanntmachen mit der Kultur und dem Lebensraum sowie Sprachkurse bei gemeinsamen Treffen.

In Deutschlandsberg, 15 Kilometer südwestlich von Graz, richte ein Bewohner sein Haus zur Aufnahme von 20 Flüchtlingen ein. Ab Mitte März sollen dort in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe ADRA Deutschlandsberg Flüchtlinge betreut werden.

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Robert Folkenberg, früherer adventistischer Weltkirchenpräsident, gestorben

Lüneburg/Deutschland | 20.01.2016 | APD | Personen

Laut dem Online Dienst von "Adventisten heute" ist Pastor Robert S. Folkenberg, von 1990 bis 1999 Präsident der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, am 24. Dezember 2015 in Winter Haven, Florida/USA, im Alter von 74 Jahren gestorben. Als Folkenberg am 11. Juli 2015 anlässlich der adventistischen Weltsynode in San Antonio, Texas/USA, per Videoschaltung an seinem Wohnort in Florida vom amtierenden Präsidenten Ted Wilson kontaktiert wurde und die Delegierten sowie Besucher der Weltsynode im Alamodome begrüsste, war er erkennbar von seiner Krankheit (Darmkrebs) gezeichnet.

Ein fliegender Missionar
Am 1. Januar 1941 in Puerto Rico als Sohn eines Missionarsehepaares geboren, wuchs Folkenberg in den Vereinigten Staaten und in Kuba auf. Nach seinem Studium im Atlantic Union College (USA), im Newbold College (England) und an der Andrews University (USA) verbrachte er die meiste Zeit seines Kirchendienstes in Lateinamerika. 1970 gründete er ein Krankenhaus der Freikirche in Honduras und leitete es bis 1973. Er war mitverantwortlich für den Auf- und Ausbau adventistischer Mittelwellen- und UKW-Radiostationen in Guatemala, in der Dominikanischen Republik, in Costa Rica, auf Haiti, Puerto Rico, Guadeloupe und Martinique. Als begeisterter Pilot sammelte er in dieser Zeit über 2.000 Flugstunden.

Innovationsfreudiger Präsident
Während der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) der adventistischen Kirche 1990 in Indianapolis, Indiana/USA, die damals weltweit über zehn Millionen erwachsene getaufte Mitglieder zählte, wurde er zum Präsidenten der Weltkirche gewählt.

Während seiner Präsidentschaft bis Februar 1999 förderte er weltweit den Einsatz moderner Kommunikationsmedien in der Kirche; so führte er in der Kirche zum Beispiel CompuServe, das damals weltweit grösste Online-Portal und Wegbereiter für die Nutzung des Internets in Privathaushalten, ein.

In seiner Dienstzeit als Präsident jährte sich 1994 die Enttäuschung der auf das zweite Kommen Jesu wartenden Milleriten zum 150. Mal. Aus diesem Anlass schrieb Folkenberg das Buch We Still Believe! (Wir glauben noch!). Damit wollte er seine Überzeugung teilen, "dass der Lauf der Zeit nichts von unserer Glaubensgewissheit weggenommen hat. Die ‘Verzögerung‘ hat tatsächlich lange gedauert. Wir hatten damit gerechnet, längst im Reich Gottes zu sein. Aber immer noch gilt: ‘... wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht vom Anfang bis zum Ende festhalten.‘" (Hebräer 3,14)

Seine Vision: Jeder Adventist ein Missionar!
Am stärksten schlug Folkenbergs Herz für die weltweite Mission bzw. Evangelisation. Dank der Initiative "Global Mission" entstanden weltweit Tausende von Gemeinden. Für ihn war das missionarische Engagement eines jeden Gemeindegliedes keine Option, sondern Pflicht. Sein Einsatz für die weltweite Mission steigerte sich noch, nachdem er im Februar 1999 von seinem Amt zurücktrat: Er gründete und leitete die Initiative "Share Him", mit der die Ausbildung und der weltweite Einsatz von Nicht-Theologen als Evangelisten ermöglicht wurde. Auch im deutschsprachigen Raum nahmen zahlreiche Adventisten aller Altersstufen und Berufe dieses Angebot an, Kurzevangelisation auf allen Kontinenten der Welt zu halten.

Sowohl sein Nachfolger als Präsident der Weltkirche, Pastor Jan Paulsen, als auch der derzeitige Präsident Ted Wilson, betonten in ersten Stellungnahmen Folkenbergs Innovationsgeist und seine Begeisterung für die Mission.

Innerhalb seiner Familie trauern u. a. seine Frau Anita Emmerson, sein Sohn Robert Jr., seine Tochter Kathi und fünf Enkelkinder. Robert Folkenberg Jr. ist Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in China.

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103 Jahre und kein bisschen müde

Krattigen/Schweiz | 20.01.2016 | APD | Personen

„Bei recht guter Gesundheit“ habe Erich Aeschbacher am 12. Januar seinen 103. Geburtstag gefeiert, teilte das Alters- und Pflegeheim Oertlimatt in Krattigen/BE mit. Die „Oertlimatt“ ist eine Institution der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Erich Aeschbacher lebe seit 23 Jahren im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt, sagte Roland Kübler, Heimleiter. Er sei der älteste Einwohner der Gemeinde Krattigen und auch der Bewohner mit der längsten Wohndauer im Altersheim. Es plagten ihn zwar einige „Bräschtelis“, aber er absolviere nach einer Oberschenkelfraktur vor gut einem Jahr gewissenhaft und diszipliniert sein tägliches Gehtraining. Zudem sei er vielseitig interessiert und lese regelmässig spanische Zeitschriften sowie den „Berner Oberländer“, um sich über das Tagesgeschehen zu informieren. Er nehme wöchentlich an der vom Heim organisierten Einkaufstour nach Interlaken oder Thun teil, wo er in der Migros seine geliebte „Pralinor-Schokolade“ kaufe.

Nach dem Rezept für sein hohes Alter gefragt, habe er geantwortet: Der Glaube an Gott, mässiges sowie gesundes Essen, bevorzugterweise vegetarische Kost, keinen Alkohol und keinen Nikotin!

Seinem Wunsch entsprechend habe ihm das Altersheim eine Zugfahrt anstatt eine Kutschenfahrt geschenkt, wie dies sonst bei Geburtstagen Hochbetagter üblich sei, so Kübler.

Alters- und Pflegeheim Oertlimatt
Die „Oertlimatt“ an der Südseite über dem Thunersees gelegen, engagiert sich im Wohnbereich für ältere Menschen und vermietet in drei Häusern 30 betreute Alterswohnungen. Im Alters- und Pflegeheim werden 55 leicht bis schwerstbedürftige, betagte Bewohner und Bewohnerinnen betreut. Im Mittelpunkt steht laut Heimleitung eine ganzheitliche Förderung von Körper, Seele und Geist in allen Lebensbereichen. „Die Alterswohnungen sowie das Alters-und Pflegeheim stehen nicht nur Adventisten, sondern allen Menschen offen“, so Kübler.
Website der Institution: http://oertlimatt.ch/

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