APD-INFORMATIONEN 4/2016 - APRIL 2016

Öffentliche Entwicklungshilfe: „Bei den Ärmsten sparen geht nicht!“

Zürich/Schweiz | 21.04.2016 | APD | Schweiz

Angesichts der Flüchtlingskrise riefen Politiker dazu auf, den fliehenden Menschen in ihren Herkunftsländern bessere Lebensbedingungen zu schaffen. Gleichzeitig wolle nun die Finanzkommission des Nationalrats die öffentliche Entwicklungshilfe stark kürzen. „Das ist widersprüchlich und verantwortungslos“, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA in einer Medienmitteilung.

Mit der vorgeschlagenen drastischen Kürzung der Entwicklungshilfegelder käme die Schweizerische Entwicklungshilfe noch auf rund 0,4 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE), so die SEA. Damit würde das gerade erreichte Ziel von 0,5 Prozent bereits wieder Makulatur. Angesichts der grossen Armut und des Entwicklungsbedarfs in vielen Regionen der Welt „ist dies ungerecht“.

Die von der Finanzkommission des Nationalrats verlangten Kürzungen würden die Schweizerische Entwicklungszusammenarbeit empfindlich treffen. Alliance Sud, ein Zusammenschluss von Entwicklungshilfe-Organisationen, schreibt, dass sich die Schweiz sofort aus einem Viertel der Länder, in denen sie mit Projekten aktuell präsent sei, zurückziehen müsste. Oder sie müsste in allen Ländern Projekte abbrechen, so dass vielerorts eine relevante Wirkung kaum mehr möglich ist.

Hilfe heisst Hoffnung für Menschen
Im Jahr 2014 habe laut SEA die Entwicklungshilfe aufgrund eines Parlamentsentscheides gerade 0,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens erreicht. Das seien über drei Milliarden Franken und rund 6 Prozent der gesamten Bundesausgaben. Für etwas mehr Gerechtigkeit und Hilfe für die Ärmsten in der Welt sei dieser Betrag ein Tropfen auf den heissen Stein. Es sei aber ein wichtiger Tropfen. Für viele Menschen bedeute er die rettende Hilfe, die ihnen das Überleben sichere und Hoffnung schaffe. Diese Hilfe verbessere die Zukunftsperspektiven für sie selbst, ihre Familien und Kinder.

Sinnvolle Unterstützung
Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation werde immer offensichtlicher, dass extreme Armut nicht nur grosses Unrecht bedeute, sondern auch gefährliche Konsequenzen haben könne und zudem weitere hohe Kosten verursache. „Es ist durchaus sinnvoll, mit Entwicklungshilfe dem Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich entgegenzuhalten“, so die SEA.

26 evangelische Hilfswerke
Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA engagiert sich mit der Arbeitsgemeinschaft Interaction für eine global nachhaltige und gerechte Entwicklung. In der Arbeitsgemeinschaft sind 26 international tätige Hilfswerke zusammengeschlossen.

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Neue Charta für Jugendorganisationen: lebensnah, respektvoll, christlich

Zürich/Schweiz | 21.04.2016 | APD | Schweiz

Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) strich im Jahr 2014 mehr als einem Duzend christlicher Jugendverbände die Fördergelder. Acht von ihnen haben eine „Charta für christliche Kinder- und Jugendarbeit“ erarbeitet, in der sie gemeinsam ihre Ziele und Arbeitsweise erklären, nach der sich ihre Jugendarbeit ausrichtet.

Laut der Medienmitteilung der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA trifft der Entscheid des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV), den christlichen Jugendverbänden die Fördergelder zu streichen, diese hart. Seither fehlten in den Kassen dieser Organisationen jährlich über 670.000 Franken. Das BSV stellte fest, dass viele christliche Jugendwerke die Glaubensförderung in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellten. Dies entspreche nicht dem neuen Kinder- und Jugendförderungsgesetz, befand das Bundesamt. Junge Menschen sollen laut BSV ganzheitlich gefördert und nicht für einen übergeordneten Zweck instrumentalisiert werden. Auch vor dem Bundesverwaltungsgericht fanden betroffene Jugendverbände keine Gnade. Alle bisher behandelten Beschwerden der Jugendverbände gegen den BSV-Entscheid wurden abgelehnt.

Charta steht für Transparenz
Betroffene Jugendverbände fühlen sich von dieser Einschätzung missverstanden. Gemeinsam mit der Jugendallianz, einer Arbeitsgruppe der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA, erarbeiteten betroffene Verbände in den vergangenen Jahren eine „Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit“ (CcKJ). Darin werden die Ziele und Arbeitsweise dieser Organisationen verständlicher und transparent geklärt. Die Charta soll am 19. Mai 2016, 15.30-16.30 Uhr im hiphop center in Bern-Wankdorf der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Für die gesunde Entwicklung junger Menschen
Christliche Jugendarbeit fördert den ganzen Menschen, so die zentrale Aussage der Charta. Dies sei keineswegs als Anbiederung an das Kinder- und Jugendförderungsgesetz zu verstehen, sondern als eine vom christlichen Glauben motivierte Überzeugung. „Weil christliche Jugendarbeit den ganzen Menschen im Blick hat, fördert sie die Entfaltung der Persönlichkeit, stärkt die soziale Kompetenz und unterstützt den respektvollen Umgang mit der Natur“, so die SEA. Für die Jugendverbände gehöre zu einer ganzheitlichen Förderung gerade auch die Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben. Denn „Sinn- und Glaubensfragen gehören zu einem Grundbedürfnis von Kindern und Jugendlichen“. Weiter kläre die Charta die Haltung der Jugendverbände zum Staat und nehme Stellung zu besonders brisanten Themen wie Religions- und Meinungsäusserungsfreiheit, Prävention oder Mitbestimmung.

Christliche Jugendarbeit leistet wichtigen Beitrag für die Gesellschaft
Wie gross zum Beispiel die Bedeutung christlicher Jugendlager ist, hat eine kürzlich durchgeführte repräsentative Umfrage der SEA gezeigt. Demnach wählen 45 Prozent aller Eltern, welche ihre Kinder bereits in Lager geschickt haben, christliche Angebote. Laut SEA zeige die Charta, warum diese Lager einen unschätzbaren gesellschaftlichen Beitrag leisten würden.
http://www.each.ch/medienstelle/medienmitteilungen/familien-w%C3%BCrden-%C3%B6ffentliche-f%C3%B6rdergelder-f%C3%BCr-christliche-lager-kaum-.

An der Erarbeitung der Charta beteiligte Jugendorganisationen
Folgende Jugendorganisationen waren an der Erarbeitung der Charta beteiligt: Adonia; Bibellesebund; Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen (BESJ); Fabricants de Joie; Jugendfachstelle Takano der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK); Jugend mit einer Mission Wiler (JMEM); Réseau évangélique suisse (RES); ligue pour la lecture de la bible; youthnet SPM (Kinder- und Jugendarbeitsverband der Schweizerischen Pfingstmission).

Adventjugend auch von der Streichung der Fördergelder des Bundes betroffen
Auch die Jugendabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz wurde von der Streichung der Fördergelder durch das Bundesamt für Sozialversicherungen betroffen. Laut Fabian Looser, Leiter der Adventjugend in der Deutschschweiz, habe er nicht an der Charta der christlichen Jugendverbände mitgearbeitet, stehe aber in gutem persönlichem Kontakt mit Andi Bachmann, Jugendbeauftragter der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA.

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Adventisten in Belgien: Schock, Schmerz und Mitgefühl für Terroropfer

Brüssel/Belgien | 21.04.2016 | APD | International

Die Zahl der bei oder nach den beiden Terroranschlägen vom 22. März im Flughafen sowie in der Metro von Brüssel getöteten Personen wurde von den Behörden in Belgien mit 32 angegeben, dazu kämen noch drei Attentäter. Es seien auch rund 300 Personen verletzt worden.

„Wir waren schockiert aufgrund der Anschläge, die Brüssel erschüttert haben“, schrieb die adventistische Kirchenleitung (Vereinigung) für Belgien und Luxemburg (Fédération Belgo-Luxembourgoise) auf ihrer Facebookseite. „Unser Mitgefühl und Bedauern gilt den Opfern. Wir beten für die Angehörigen und die Sicherheit der Einwohner von Brüssel“, heisst es in der Stellungnahme. Er nehme normalerweise die Metro zur Arbeit, sagte Pastor Jeroen Tuinstra, adventistischer Kirchenleiter für Belgien und Luxemburg. Er wäre auch um die Zeit an der Station Maelbeek angekommen, an der sich die Explosionen ereigneten, - er habe sich aber für die Fahrt mit dem Auto entschieden.

Beileid von Kirchenleiter der Adventisten in Frankreich, Belgien und Luxemburg
Pastor Ruben Abreu, Präsident der Adventisten in Frankreich, Belgien und Luxemburg hat gemeinsam mit beiden Kirchenleitern von Nord- und Südfrankreich den Verletzen sowie den Angehörigen der Opfer sein Beileid und Mitgefühl ausgesprochen. "Es ist wichtig, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen", so Abreu, "dabei muss aber jede Form des Fanatismus vermieden werden". Die adventistische Kirche leide mit den betroffenen Familien, sagte Ruben Abreu.

Adventistischer Weltkirchenleiter äussert sich betroffen
„Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei den Bewohnern von Brüssel. Sie wurden von furchtbaren Explosionen betroffen, die Tod und Zerstörung gebracht haben“, sagte Pastor Ted C. Wilson, Weltkirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten.

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Kubanische Adventisten hoffen nach Obama-Besuch auf Verbesserungen

Miami, Florida/USA | 21.04.2016 | APD | International

Nach dem historischen dreitägigen Staatsbesuch von US-Präsident Barack Obama im März in Kuba hoffen die dortigen Siebenten-Tags-Adventisten auf weitere Verbesserungen im Karibikstaat.

Eine sehr wortgewandte Ansprache
Pastor Aldo Perez, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Kuba, gehörte zu den 20 von der Regierung des Karibikstaates ausgewählten Leitern von Kirchen und Religionsgemeinschaften, welche die Rede von Barack Obama an das kubanische Volk im Gran Teatro (Grosses Opernhaus) in Havanna miterleben durften, berichtete „Adventist News Network“ (ANN). „Dass auch die adventistische Kirche dort unter den Persönlichkeiten aus Regierung, Gesellschaft und dem religiösen Bereich vertreten war, ist für mich ein historisches Ereignis“, sagte Perez. „Wir waren Zeugen einer sehr wortgewandten Ansprache mit dem Aufruf zur Versöhnung und dem überaus erfreulichen Appell die Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu normalisieren. Wir hoffen, dass sich dadurch neue Chancen für das kubanische Volk und die Kirchen ergeben.“

Die Überreste des Kalten Krieges begraben
Barack Obama ist der erste US-Präsident, der dem Land seit der Revolution von 1959 einen Besuch abstattete. Vor Obama reiste nur ein US-amerikanisches Staatsoberhaupt dorthin. Das war 1928, vor 88 Jahren, Calvin Coolidge. Obama betonte in seiner Rede im Gran Teatro, dass er gekommen sei, um die Überreste des Kalten Krieges auf dem amerikanischen Kontinent zu begraben. Die Zukunft Kubas liege nun in den Händen der Kubaner. Er appellierte aber auch an den republikanisch geführten US-Kongress das Handelsembargo gegen den Karibikstaat aufzuheben. Ende 2014 hatten Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro eine Normalisierung der Beziehungen eingeleitet. Am 20. Juli 2015 nahmen Washington und Havanna nach jahrzehntelanger Eiszeit ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Grosse Veränderungen auf der Karibikinsel
Laut Pastor Perez hätten sich in den vergangenen Monaten für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten deren Wirkungsmöglichkeiten positiv entwickelt. „Als Kirchen haben wir jetzt einen Platz in der kubanischen Gesellschaft, sodass uns erlaubt ist unsere Veranstaltungen durchzuführen.“ So hätten sich am 19. März auch in Kuba adventistische Jugendliche öffentlich am weltweiten „Global Youth Day“ ihrer Kirche mit sozialen Aktionen beteiligen können. Während sie in öffentlichen Parks Informationsstände zu einer gesunden Lebensweise betrieben und Nahrungsmittel an Bedürftige verteilten, hätten sie auf ihren T-Shirts Bänder mit der Aufschrift „Jesus Loves You“ getragen.

Ebenfalls im März habe die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten das 3.000 Sitzplätze fassende Heredia Theater in Santiago de Cuba, der zweitgrössten Stadt der Insel, für den zweitägigen Abschluss einer Reihe von Evangelisationsveranstaltungen mieten können. Dort sprach der adventistische Pastor Dwight Nelson von der Andrews University Church in Berrien Springs, Michigan/USA, der von Dayami Rodriguez, Abteilungsleiterin für Kommunikation der kubanischen Adventisten, übersetzt wurde. Zuvor hatten Studenten der Andrews Universität eine Woche lang evangelistische Veranstaltungen in Kirchengemeinden und Hausbibelkreisen in Santiago de Cuba durchgeführt. Nach deren Abschluss hätten sich über 250 Menschen taufen lassen, so Dayami Rodriguez.

Auch Pastor Israel Leito (Miami, Florida/USA), Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Mittelamerika, sprach von grossen Veränderungen auf der Karibikinsel. „Als ich 1982 als Jugendabteilungsleiter in Mittelamerika zum ersten Mal Kuba besuchte, durfte ich eigentlich keine Bibel ins Land mitnehmen. Ich musste sie in meinem Reisegepäck verstecken.“ Auch hieran werde deutlich, was sich in den letzten 34 Jahren geändert habe. Die adventistische Kirche hätte während dieser Zeit die Regierung und ihre Vorschriften respektiert. „Heute hat sie die Möglichkeit, das Evangelium viel freier zu verkündigen.“

Adventisten in Kuba
In Kuba gibt es 31.530 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 323 Kirchengemeinden. Die Kirche unterhält ein Theologisches Seminar in Santiago de las Vegas, einem Stadtteil von Havanna.

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Adventistische Frauenbeauftragte für Ordination von Pastorinnen

Ostfildern/Deutschland, Wien/Österreich, Zürich/Schweiz | 21.04.2016 | APD | International

Die Leiterinnen der Abteilung Frauen der Kirchenleitungen der Siebenten-Tags-Adventisten im deutschsprachigen Raum „bedauern zutiefst“, dass die Delegierten der adventistischen Weltsynode 2015 in San Antonio, Texas/USA, beschlossen haben, den teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) keine Entscheidungsfreiheit zu erteilen, Frauen in ihrem Verwaltungsgebiet zum Pastorendienst zu ordinieren.

Dem Gleichheitsgrundsatz nicht entsprochen
Nach dem Verständnis der Frauenbeauftragten widerspreche dies dem Gleichheitsgrundsatz. Sie verweisen dabei auf die Bibel, wo bereits der Apostel Paulus in Galater 3,28 betont: „Nun gibt es nicht mehr … Männer oder Frauen. Denn ihr seid alle gleich – ihr seid eins in Jesus Christus“ (Neues Leben Bibel). Dieser Gleichheitsgrundsatz sei auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Artikel 3), in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Artikel 8) und im Bundes-Verfassungsgesetz der Republik Österreich (Artikel 7) verankert. Selbst in den Arbeitsrichtlinien („Working Policy“) der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) werde im Abschnitt BA 60 05 „Human Relations“ (zwischenmenschliche Beziehungen) hervorgehoben: „Die Kirche lehnt jedes System und jede Philosophie ab, die Menschen aufgrund von Rasse, Hautfarbe oder Geschlecht diskriminiert.“

Frauenordination bei Adventisten umstritten
Am 8. Juli 2015 hatten die Delegierten der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio/USA, als oberstes Gremium der Freikirche, mit 1.381 gegen 977 Stimmen den Vorschlag abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) die Kompetenz zu erteilen, selbst zu entscheiden, ob sie in ihrem Verwaltungsgebiet Frauen zum Pastorendienst ordinieren. Die Zulassung von Frauen als ordinierte Pastorinnen ist innerhalb der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten umstritten.

Segnung, aber keine Ordination
Adventistische Frauen können nach der Entscheidung der Weltsynode zwar weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in kirchenleitende Ämter, etwa als Präsident einer „Vereinigung“ oder eines „Verbandes“ beziehungsweise einer „Union“ (regionale beziehungsweise überregionale Kirchenleitung), berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

„Wir brauchen mehr Pastorinnen“
Trotz der Ablehnung der Frauenordination möchten die Frauenbeauftragten in ihrer Stellungnahme vom 20. März 2016 „junge Frauen motivieren, sich vom Heiligen Geist leiten zu lassen und als Pastorin in den Dienst unserer Kirche zu treten. In Anbetracht dessen, dass die Mehrheit der Kirchenmitglieder Frauen sind, brauchen wir mehr Pastorinnen. Wir danken unseren Pastorinnen für ihren Dienst innerhalb und ausserhalb unserer Kirche.“

Die Stellungnahme wurde herausgegeben von den Leiterinnen der Abteilung Frauen der überregionalen adventistischen Kirchenleitungen in Nord- und Süddeutschland sowie in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz, ausserdem von den Frauenbeauftragten der regionalen adventistischen Kirchenleitungen in Berlin-Mitteldeutschland (Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), Hansa (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern), Niedersachsen-Bremen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland).

Bereits am 16. März 2016 sprach sich der Fachbereichsrat Theologie der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg in einer Stellungnahme einstimmig dafür aus, die volle Gleichstellung von Männern und Frauen im pastoralen Dienst herzustellen. http://www.stanet.ch/apd/news/4752.html

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Wirtschaftskrise reduziert Gelder der adventistischen Weltkirchenleitung

Silver Spring, Maryland/USA | 21.04.2016 | APD | International

Die Unbeständigkeit der Weltwirtschaft sowie die Wechselkursentwicklungen gegenüber dem US-Dollar seien die Gründe, weshalb die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten im Jahr 2015 rund 20 Prozent weniger Gelder erhalten habe und das Budget anpassen müsse. Dies sagte Juan R. Prestol-Puesán, Finanzchef der Weltkirchenleitung an der Frühjahrssitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) in Silver Spring, Maryland/USA.

Die Einnahmen aus den „Zehntengeldern“, welche für allgemeine Aufgaben der Kirche verwendet werden sowie die zweckgebundenen Spenden der Kirchenmitglieder seien in den jeweiligen Währungen weiterhin hoch, teilte Adventist Review AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift, mit. Viele der weltweit 19 Millionen Kirchenmitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens, dem „biblischen Zehnten“, weitere Spenden für besondere Projekte. 2015 betrugen die Zehnteneinnahmen der Weltkirchenleitung 94.8 Millionen US-Dollar (91,2 Millionen Franken), was einer Mindereinnahme um 2,2 Millionen US-Dollar (2,1 Millionen Franken) gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Wechselkursverluste gegenüber Dollarraum
Es seien die Wechselkursverluste gegenüber dem Dollarraum, welche jene Gelder, die an die Weltkirchenleitung weitergeleitet würden, um 19,4 Millionen US-Dollar (18,6 Millionen Franken) reduziert und massive Budgetanpassungen notwendig gemacht hätten. 53 Prozent der weitergeleiteten Gelder stammten nicht aus dem US-Dollarraum. Laut dem vorgelegten Finanzbericht hätten sich die Gelder an die Weltkirchenleitung 2015 zusätzlich um 19,441,294 US-Dollar (18,7 Millionen Franken) erhöht, wenn die Wechselkurse gleich wie im Jahr 2014 geblieben wären.

Er habe diese negative Entwicklung der Wechselkurse gegenüber dem US-Dollar bereits an der jährlichen Herbstsitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung im Oktober 2015 thematisiert, so Prestol-Puesán. „Das Jahr 2017 wird für uns, was die Finanzen betrifft, angesichts der vielen Programme und Verpflichtungen, sehr schwierig werden“, sagte der Finanzchef. Er sehe vor 9,9 Millionen US-Dollar (9,5 Millionen Franken) aus einem Reservefonds in den Finanzhaushalt 2017 einfliessen zu lassen, sofern die Gelder an die Weltkirchenleitung im 2016 weiterhin rückläufig blieben. Das Budget 2017 werde mit Vorsicht, Umsicht und gesundem Menschenverstand erstellt, sagte Juan R. Prestol-Puesán. Er vertraue auf Gott und seine Führung sowie auf die Grosszügigkeit der Kirchenmitglieder und nehme jedes Jahr wie es komme.

Drei transkontinentale adventistische Kirchenleitungen mit Mindereinnahmen
Laut Prestol-Puesán hätten von den weltweit dreizehn teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitungen (Divisionen) nur drei einen Rückgang der Zehnteneinnahmen in der vorherrschenden Währung jener Weltgegend zu verzeichnen gehabt: Im Gebiet der Interamerikanischen Kirchenleitung (IAD) habe es in Mexiko eine Bankenkrise gegeben, dann habe der südafrikanische Rand an Wert verloren, was das Einkommen der Kirchenleitung im südlichen Afrika und indischen Ozean (SID) beeinflusst habe und im Bereich der teilkontinentalen Kirchenleitung für Nord- und Südosteuropa (TED) seien die Zehntengelder auch zurückgegangen.

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Erstes Sozialforum der Adventisten in Bayern

München/Deutschland | 21.04.2016 | APD | International

Erstmals veranstaltete die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern ein Sozialforum, das am 10. April in München-Nymphenburg für ehrenamtliche Helfer und Interessierte in der Flüchtlingsarbeit stattfand. Unter dem Motto: „Gemeinsam für Flüchtlinge“ hatte das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) der Freikirche zusammen mit dessen Kooperationspartnern, der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) und der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, eingeladen.

Das Eingangsreferat hielt Professor Dr. Horst F. Rolly, Dekan des Fachbereiches Christliches Sozialwesen der Hochschule. In seinen Ausführungen ging es ihm um soziales und nachhaltiges Handeln durch örtliche Kirchengemeinden. Er wies darauf hin, dass der deutsche Staat bei etwa 80 Prozent der sozialen Arbeit bereits die Bevölkerung mit in die Verantwortung genommen habe; gerade wenn es um Flüchtlinge gehe. Menschen wirksam zu helfen bedeute deshalb auch, ihre Selbstverantwortung stärken.

Sylvia Kontusch stellte das Pilotprojekt der Adventgemeinde Böblingen der Freikirche vor. Sie berichtete von Willkommens- und Konversationstreffen mit Geflüchteten in ihrer lokalen Kirchengemeinde. Auch erläuterte sie die Strukturen des Böblinger Projektes. So gebe es ein Leitungs-, Möbel-, Sprachen-, Paten-, Berufs- und Wohnungsteam. Eine Gruppe, die als Eventmanagement fungiert, ergänze die einzelnen Aktivitätsgruppen. Dadurch seien die vielfältigen Aufgaben auf verschiedene Schultern verteilt.

Lilija Wendel vom Bereich Flüchtlingshilfe bei ADRA Deutschland führte in das umfangreiche Antragswesen ein, um öffentliche Gelder für ein örtliches Flüchtlingsprojekt zu bekommen. In vier Workshops tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Umgang mit kulturellen Herausforderungen, Willkommenstreffen mit Geflüchteten, Deutschunterricht für sie sowie die Frage „Fluchtursachen verstehen – dürfen oder müssen wir lernen, zu unterscheiden?“ aus.

Deutschland: Publikation „Gemeinsam für Flüchtlinge“
Unter dem Titel „Gemeinsam für Flüchtlinge“ hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten eine Anleitung für ehrenamtliche Projektarbeit mit politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen herausgeben. Diese kann im Internet unter http://www.aww.info/fileadmin/user_upload/dokumente/Gemeinsam_fuer_Fluechtlinge_klein.pdf heruntergeladen werden.

Schweiz: Website der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA
Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA hat eine Website hochgeladen, die wichtige Hinweise zum Umgang mit Flüchtlingen gibt: http://www.flüchtlingen-helfen.ch/
Im Bereich FAQ wird auf häufig gestellte Fragen geantwortet: http://www.flüchtlingen-helfen.ch/haeufig-gestellte-fragen-frequently-asked-questions-faq

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Deutschland: Friedensverbände fordern Abzug amerikanischer Atomwaffen

Bonn/Deutschland | 21.04.2016 | APD | International

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) haben die Bundesregierung aufgefordert, sich innerhalb der NATO für ein Ende der nuklearen Teilhabe und einen Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen aus Europa einzusetzen.

„Vor genau sechs Jahren, am 26. März 2010, hat der Deutsche Bundestag mit einer grossen Mehrheit die Bundesregierung aufgefordert, sich für eine atomare Abrüstung einzusetzen. Doch geschehen ist seither nichts“, kritisiert AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister. Der EAK-Geschäftsführer Wolfgang Burggraf fügt hinzu: „Stattdessen hat die Bundesregierung in der NATO einer Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa zugestimmt und im Dezember 2015 in der Generalversammlung der Vereinten Nationen sogar gegen Resolutionen votiert, die eine ethische Verpflichtung zur Abschaffung und eine Ächtung von Atomwaffen beinhalten.“ Es handelt sich um die UN-Resolutionen A/RES/70/48 und 50.

Drohung mit Nuklearwaffen ist nicht mehr Mittel legitimer Selbstverteidigung
Die beiden evangelischen Friedensverbände verweisen auf die Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) von 2007. „Hier hat die EKD klar betont, dass aus der Sicht evangelischer Friedensethik die Drohung mit Nuklearwaffen heute nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung betrachtet werden kann“, unterstreicht Gildemeister. Eine Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa könnte dagegen zu einer neuen Aufrüstungsspirale führen. „Es steht doch zu befürchten, dass andere Atommächte dann ihr Arsenal ebenfalls modernisieren werden. Stattdessen wäre es wichtig, endlich über ein Verbot und eine völlige Abrüstung dieser Massenvernichtungsmittel zu verhandeln“, betont Burggraf.

Bestätigt sehen sich die beiden evangelischen Friedensverbände in ihrer Forderung auch durch eine Umfrage, die kürzlich von Friedensorganisationen vorgestellt wurde und nach der 85 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung sich dafür aussprechen würden, dass die auf deutschem Boden gelagerten Atomwaffen abgezogen werden und 93 Prozent für ein völkerrechtliches Verbot von Atomwaffen seien. Ausserdem hätten sich 88 Prozent der Befragten gegen eine Modernisierung der US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland ausgesprochen. „Das sind deutliche Zahlen“, so EAK-Geschäftsführer Burggraf.

AGDF und EAK begrüssten es daher, dass am Osterwochenende wieder viele Menschen bei den Ostermärschen auf die Strasse gingen und dabei unter anderem auch die weltweite Ächtung von Atomwaffen forderten. „Viele unserer Mitgliedsorganisationen sind bei den Ostermärschen dabei, rufen mit auf und engagieren sich hier mit grossem Einsatz für eine friedlichere Welt“, so AGDF-Geschäftsführer Gildemeister. Er selbst rufe mit zum Ostermarsch Rhein-Ruhr auf.

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Ägypten: Zerstörte adventistische Kirche in Asyut wieder eingeweiht

Silver Spring, Maryland/USA | 21.04.2016 | APD | International

Die 2013 durch einen Brandanschlag zerstörte Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der mittelägyptischen Stadt Asyut ist am 19. März 2016 im Beisein von Regierungsvertretern und Gästen aus anderen Religionsgemeinschaften wieder eingeweiht worden. Die ägyptische Regierung will christliche Kirchen in ihrem Land künftig besser schützen.

In Grussworten beglückwünschten Behördenvertreter die Adventisten zum Wiederaufbau ihrer Kirche. Laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ unterstrich ein Vertreter der al-Azhar-Universität in Kairo die Wichtigkeit eines guten Miteinanders von Christen und Muslimen in Ägypten. Pastor Kleyton Feitosa, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ägypten, sagte, dass das neue Kirchengebäude eine grosse Bedeutung für alle Adventisten in Lande habe. Sie wären 2013 sehr schockiert gewesen, als ein Mob das Gotteshaus in Brand steckte und auch vorgehabt hätte, das Pastorenehepaar zu töten.

Adventistisches Pastorenehepaar von muslimischen Nachbarn gerettet
In der Nacht vom 14. auf den 15. August 2013 wurde während der Unruhen in Ägypten auch auf die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der 395.000 Einwohner-Stadt Asyut, 375 Kilometer südlich von Kairo, ein Brandanschlag verübt. Nachdem ein Mob das Kirchengebäude anzündete, sodass es total ausbrannte, verwüsteten es die Angreifer zusätzlich. Der adventistische Pastor versteckte sich mit seiner Frau in ihrer über dem Kirchenraum liegenden Wohnung, ohne zunächst von den Angreifern entdeckt zu werden. Als das Gebäude brannte, riefen sie durch ein Fenster um Hilfe. Sie wurde von den Nachbarn, einem muslimischen Ehepaar und Mitglieder der Muslimbruderschaft, über einen Balkon gerettet. Die Geretteten konnten die Nacht bei den muslimischen Nachbarn verbringen. Der Mob bedrohte zwar das muslimische Ehepaar, trotzdem gewährten sie dem adventistischen Geistlichen und seiner Frau Zuflucht.

Der inzwischen pensionierte Pastor Salib Nasrallah sagte bei der Einweihungsfeier, dass er und seine Frau Gott und ihren Nachbarn sehr dankbar für die Rettung wären, dennoch würden die damaligen Ereignisse sie immer noch belasten. Laut „Adventist Review“ sei keiner der Angreifer bestraft oder gar eingesperrt worden. Der ägyptische Staat habe den grössten Teil der Wiederaufbaukosten getragen. Die Inneneinrichtung sei von „Adventist Risk Management“, der Versicherungsgesellschaft der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, finanziert worden.

Die rund 750 adventistischen Kirchenmitglieder in Ägypten versammeln sich in 16 Kirchgemeinden. Sie unterhalten die Nile Union Academy (Mittelschule), samt Internat mit 130 Schülerinnen und Schülern sowie die Zeitoun Adventist School, eine Grundschule mit 800 Schülern. Ausserdem gibt es in Kairo eine Weiterbildungsstätte für Sudanesen.

Muslimische Menschenkette zum Schutz einer adventistischen Kirche
Bei den Unruhen in Ägypten vom 14. August 2013 wurden auch etwa 40 koptische Kirchen zerstört und geplündert. Die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi steckten zudem Läden und Wohnhäuser koptischer Christen in Brand. Die ägyptische Bibelgesellschaft beklagte damals die Verwüstung ihrer Buchläden in Asyut und al-Minya. Bei den Demonstrationen vom 18. August 2013 hatten dagegen Muslime durch eine Menschenkette die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Heliopolis, einem Stadtteil von Kairo, vor einem Protestzug von 300 Personen geschützt.

Leitfaden zum Schutz der Kirchen im Islam
Wie der vatikanische Missionspressedienst „Fides“ mitteilte, plane in Ägypten der Oberste Rat für Islamische Angelegenheiten, der mit dem ägyptischen Ministerium für Religiöse Angelegenheit verbunden ist, einen Leitfaden zum „Schutz der Kirchen im Islam“ herauszugeben. Dieser werde im April 2016 erscheinen. Darin soll anhand des Korans der gegenseitige Respekt zwischen den verschiedenen Religionen hervorgehoben werden. Auch die ägyptische Regierung wolle eine Handreichung zur Bekämpfung von religiösem Extremismus veröffentlichen.

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Hochschulsymposium: Luthers Reformation und die Adventisten

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 21.04.2016 | APD | International

Vom 9. bis 12. Mai findet das zweite internationale Symposium des Institute of Adventist Studies (Institut für adventistische Studien) der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg statt. 18 Referenten, die unter anderem aus Deutschland, den Philippinen und den USA kommen, befassen sich mit Martin Luthers Reformation im 16. Jahrhundert und deren Bedeutung für und Einfluss auf die adventistische Kirche.

Darüber hinaus gibt es für die Teilnehmer eine Exkursion nach Wittenberg. Das Symposium wird in Englisch abgehalten. Die Vorträge am Montag- und Mittwochabend sind öffentlich und werden ins Deutsche übersetzt. Der Eröffnungsvortrag zur Tagung am 9. Mai in Friedensau von Nicholas Miller, Professor für Kirchengeschichte an der Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, befasst sich mit dem Thema „The Reformers and the Remnant: The Protestant Roots of Seventh-day Adventism“ (Die Reformatoren und die Übrigen: Die protestantischen Wurzeln der Siebenten-Tags-Adventisten). Der öffentliche Vortrag am 11. Mai von Dr. Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Friedensau, trägt den Titel: „Ludwig Conradis und Walter Eberhardts Sicht der Reformation des 16. Jahrhunderts.“

Weitere Informationen zum Symposium sind im Internet unter http://www.thh-friedensau.de/2-ias-symposium-2/ zu finden. Das erste internationale Symposium des Instituts für adventistische Studien hatte im Mai 2014 als Thematik „Die Auswirkungen des 1. Weltkriegs auf die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“.

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Geheimgefängnisse in Russland für Nordkoreaner

Frankfurt am Main/Deutschland | 21.04.2016 | APD | Menschenrechte

In Russland werden laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zehntausende Nordkoreaner als Arbeitssklaven ausgebeutet. Die nordkoreanische Staatssicherheit unterhalte zudem mit Duldung der russischen Behörden Geheimgefängnisse, in denen nordkoreanische Arbeiter gefoltert würden. Auch in der Volksrepublik China, in Katar und anderen Ländern würden nordkoreanische Arbeiter in grossem Massstab ausgebeutet. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, fordert, dass Russland und die anderen Profiteure dieser staatlichen Sklavenarbeit umgehend den Schutz und eine angemessene Bezahlung der nordkoreanischen Arbeiter sicherstellten.

Bei einer Pressekonferenz der IGFM in Frankfurt am Main berichtete am 23. März der geflohene Nordkoreaner Kim Young-Il über die systematische Ausbeutung seiner Landsleute. Viele würden sich aktiv um Arbeit im Ausland bewerben, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Doch die ausländischen Nutzniesser der billigen Arbeitskräfte würden ausschliesslich staatliche nordkoreanische Stellen bezahlen, so die IGFM. Den Arbeitern selbst würde ihr Lohn weitgehend oder sogar vollständig vorenthalten.

Russische Behörden begünstigen Folter im eigenen Land
Die Arbeiter beherrschen nach IGFM-Angaben in der Regel nicht die Sprache des Landes, in dem sie arbeiten. Ihre Papiere würden ihnen abgenommen, damit sie sich nicht unabhängig bewegen könnten. Ein System erzwungener, wechselseitiger Bespitzelung sorge zusätzlich für völlige Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein der Arbeitenden. Die in Nordkorea lebenden Ehefrauen und Kinder der Arbeiter würden als Geiseln missbraucht. Bei Fluchtversuchen von nordkoreanischen Arbeitern im Ausland würden diese Angehörigen drakonisch bestraft, so die IGFM.

Versuchten die nordkoreanischen Arbeiter dennoch zu fliehen, hätten sich russische Behörden an der Suche beteiligt und sie an die nordkoreanische Staatssicherheit ausgeliefert. Laut ehemaligen Arbeitssklaven würden in Geheimgefängnissen in Russland wieder eingefangene Arbeiter gefoltert, oft würden ihnen Arme und Beine gebrochen, bevor sie schliesslich nach Nordkorea zurückgebracht würden.

Katastrophale Arbeitsbedingungen
Nordkoreaner müssten im Ausland sieben Tage pro Woche arbeiten und bekämen – wenn überhaupt – zwei freie Tage im Monat. Die reguläre Arbeitszeit betrage zwölf Stunden am Tag. Da viele Arbeiter die Hoffnung hätten, dass ihre Arbeit letztlich doch bezahlt werde, und zwar auf Stundenbasis, arbeiteten viele von ihnen deutlich länger. Sicherheitsausrüstungen und angemessene Kleidung für den sibirischen Winter fehlten. Unfälle und Erfrierungen seien entsprechend häufig.

Nutzniesser der Sklavenarbeit sind Komplizen Nordkoreas
Die IGFM kritisiert, dass sich verschiedene Staaten und Firmen an der Ausbeutung von nordkoreanischen Sklavenarbeitern beteiligten. Diese Nutzniesser des Menschenhandels müssten ebenso zu Rechenschaft gezogen werden, wie die nordkoreanische Regierung selbst, verlangt die Menschenrechtsorganisation.

Die IGFM fordert die „Gastländer“ auf, umgehend für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine entsprechende Unterbringung der nordkoreanischen Arbeiter zu sorgen. Internationale Mindeststandards für Arbeitnehmer müssten auch für Nordkoreaner gelten. Ausserdem müssten diese Einrichtungen der nordkoreanischen Staatssicherheit geschlossen werden.

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Weltweites Gipfeltreffen zum Schutz verfolgter Christen in Moskau

Moskau/Russland | 21.04.2016 | CBS KULTUR INFO/APD | Religionsfreiheit

Zur Unterstützung der verfolgten Christen wird die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROK) in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen "Billy Graham Evangelistic Association" (BGEA) von 28. bis 30. Oktober in Moskau ein Gipfeltreffen kirchlicher Führungspersönlichkeiten aus aller Welt abhalten. An dem Forum in Moskau sollen rund 1.000 Delegierte aus 150 Ländern teilnehmen, teilte ein Sprecher des Moskauer Patriarchats mit.

Seitens des Moskauer Patriarchats wurde daran erinnert, dass das Motiv für die Veranstaltung die massive Christenverfolgung im Nahen Osten, in Teilen Afrikas und in anderen Regionen sei. Diese Christenverfolgung sei mit den Ereignissen in den ersten Jahrhunderten der Christenheit im Römischen Reich und mit den Vorgängen während der Herrschaft der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts vergleichbar.

Die BGEA wurde vom evangelikalen Prediger Billy Graham vor mehr als 50 Jahren in den USA gegründet. Derzeit wird sie von seinem Sohn Franklin geleitet, der auch an der Spitze der karitativen Organisation „Samaritan’s Purse“ steht. Im Frühjahr und Sommer 2015 hatte das Moskauer Patriarchat gemeinsam mit „Samaritan’s Purse“ in Südrussland eine grossangelegte Hilfsaktion für die Flüchtlinge aus der östlichen Ukraine gestartet.

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Die vollständige Bibel in 563 Sprachen

Stuttgart/Deutschland | 21.04.2016 | APD | Bibel

Die vollständige Bibel steht jetzt in 563 Sprachen zur Verfügung. Etwa 5,1 Milliarden Menschen haben damit Zugang zu allen Texten des Alten und Neuen Testaments in ihrer Muttersprache.

In 2.935 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel
Das Neue Testament ist in weiteren 1.334 Sprachen übersetzt, zumindest einzelne biblische Schriften sind in 1.038 Sprachen zu finden, teilte der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies, UBS) im aktuellen „Global Scripture Access Report“ mit. Damit gibt es in 2.935 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel. Die Vorjahresstatistik nannte 542 Sprachen für komplette Bibelübersetzungen, 1.324 für Übersetzungen des Neuen Testaments und 1.020 für Übersetzungen der Bibelteile. Sprachforscher gehen von weltweit rund 6.900 lebenden Sprachen aus.

Die Bibelgesellschaften waren 2015 an 50 Projekten beteiligt, in denen Erst- und Neuübersetzungen sowie Revisionen fertiggestellt wurden. Die grösste Gruppe bei den Erstübersetzungen kann die Bibel in der Sprache Sidama mit rund 3 Millionen Sprecherinnen und Sprechern erreichen. Sie wird vom Volk der Sidama im Südwesten Äthiopiens genutzt.

Neuübersetzungen und Revisionen für klassische Bibelsprachen bleiben wichtig, da sich Sprachen ständig weiterentwickeln. Sie gibt es unter anderem auf Polnisch, Niederländisch und Hausa, das von rund 42 Millionen Menschen in West- und Zentralafrika gesprochen wird.

44 komplette Bibelübersetzungen in Blindenschrift
„Besonders freut uns, über Fortschritte bei den Ausgaben für blinde, sehbehinderte und gehörlose Menschen berichten zu können“, sagt der Leiter der UBS-Übersetzungsarbeit, Alexander M. Schweitzer. Die komplette Bibel in der Blindenschrift Braille liegt seit vorigem Jahr in Sinhala vor, einer der beiden Amtssprachen Sri Lankas. Es ist die 44. komplette Bibelübersetzung in Blindenschrift. Bibelteile in Gebärdensprachen für gehörlose Menschen erschienen unter anderem in Mexiko, Japan, Litauen und Ungarn.

Zurzeit arbeiten Bibelgesellschaften weltweit an über 400 Übersetzungsprojekten. Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 148 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern tätig. Zu den Mitgliedern gehört auch die Deutsche, Österreichische sowie die Schweizerische Bibelgesellschaft. Aufgaben sind die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift.

Weitere Informationen unter www.weltbibelhilfe.de/ueber-uns/zahlen-fakten/
Schweizerische Bibelgesellschaft: http://www.die-bibel.ch/startseite/

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Lukas-Evangelium der BasisBibel auf Deutsch und Arabisch

Biel/Schweiz | 21.04.2016 | APD | Bibel

Das Lukasevangelium der BasisBibel wird im Mai in einer zweisprachigen Version, auf Deutsch und Arabisch, lieferbar sein, teilte die Schweizerische Bibelgesellschaft SBG mit.

Die von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegebene zweisprachige Ausgabe, mit parallel angeordnetem Text, eigne sich besonders als Verteilexemplar in der Gemeindearbeit mit Flüchtlingen sowie Migrantinnen und Migranten. Menschen aus dem arabischen Raum könnten somit einen Teil der Bibel in ihrer Muttersprache lesen und die deutsche Sprache kennenlernen. Die zweisprachige Version sei auch eine gute Hilfe, gemeinsam mit Flüchtlingen die Bibel zu lesen und dabei voneinander zu lernen.

Die Bibeltexte sind laut der Deutschen Bibelgesellschaft DBG der arabischen Arabic Good News Übersetzung sowie der deutschen BasisBibel Übersetzung entnommen. Ausserdem böten zusätzliche Sacherklärungen am Seitenrand und Hintergrundinfos im Web wertvolle Hilfen zum Verständnis des Textes, so die DBG.

Die zweisprachige BasisBibel auf Deutsch und Arabisch, im Format 10 x 15 cm, ist ab Mai 2016 lieferbar und kostet als Einzelexemplar in der Schweiz 5 Franken.
In Deutschland ist ein Sonderpacket mit 10 Exemplaren lieferbar zu 30 Euro.

Schweizerische Bibelgesellschaft
http://www.bibelshop.ch/100/con_liste.asp?prono=2009&ica=38&vSearch=&nCurPage=&sStartPageNext=

Deutsche Bibelgesellschaft
https://www.bibelonline.de/de/alle-produkte/fremdsprachige-bibeln/a-h/basisbibel-lukas-deutsch-arabisch-10er-0958

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ADRA Ecuador versorgt Bevölkerung mit Essen und Trinkwasser

Silver Spring, Maryland/USA | 21.04.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Ecuador hat nach dem starken Erdbeben vom 16. April, mit einer Stärke von 7,8, in verschiedenen stark betroffenen Städten Freiwillige mobilisiert und mit ihnen Annahmestellen für Sachspenden seitens der Bevölkerung erstellt. Es seien Nahrungsmittel, Hygieneprodukte und Wasserflaschen gesammelt worden, die in den Erdbebengebieten an die Einwohner verteilt worden seien, teilte ADRA International mit. ADRA erfasse mit Freiwilligen aus dem stark zerstörten Pedernales sowie 30 Personen aus Quito und Santo Domingo die Bedürfnisse, um die Nothilfe danach auszurichten.

Am 19. April habe ADRA Ecuador in Absprache mit dem Ministerium für soziale und wirtschaftliche Entwicklung (MIES) in der vom Beben stark zerstörten Küstenstadt Pedernales Nahrungsmittel an 239 Personen in temporären Unterkünften und an 87 Personen in Notschlafstellen verteilt. Die ADRA Freiwilligen hätten auf der Strasse auch einer Frau bei der Geburt geholfen sowie ihren verletzten Verwandten.

Um der Bevölkerung Trinkwasser zur Verfügung stellen zu können, richte das Hilfswerk in Pedernales eine Wasserreinigungsanlage ein. Es sei auch ein Katastrophenhilfeteam vom weltweiten ADRA Netzwerk unterwegs, das den Einsatz vor Ort unterstützen werde.

ADRA Schweiz engagiert sich für die Erdbebenopfer
In der Küstenstadt Pedernales habe es nach dem Hauptbeben vom 16. April mindestens 156 Nachbeben gegeben. Die Behörden gehen laut Medienberichten in der Zwischenzeit von über 420 Toten aus.

ADRA Schweiz wird sich an der Nothilfe für die Erdbebenopfer beteiligen und bittet um Spenden. PC-Konto 80-26526-3, Vermerk „Katastrophenfonds“ oder direkt über eBanking:
http://www.adra.ch/de/unterstuetzung/donationform/?scope=Nothilfe+bei+Katastrophen

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ADRA führt 2016 in der Schweiz zwei Freiwilligenwochen durch

Zürich/Schweiz | 21.04.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz führt 2016 zwei Freiwilligenwochen bei Bauernfamilien im Berggebiet durch. Die eine Woche findet vom 14. bis 19. August in Menznau/LU statt, die andere vom 21. bis 26. August in Soubey/JU.

Freiwilligenwoche in Menznau/LU, vom 14. bis 19. August
Laut ADRA Schweiz helfe man mit der Freiwilligenwoche in Menznau/LU einer Witwe, die vier Kinder habe. Der Stall brauche ein neues Dach und es stünden auch im Wohnhaus sowie in der Umgebung einige Arbeiten an. Dafür werde ein Dachdecker gesucht, ein Förster sowie ein Baggerfahrer.

Freiwilligenwoche in Soubey/JU, vom 21. bis 26. August
In Soubey helfe das Hilfswerk mit den Freiwilligen einer jungen Familie bei der Vergrösserung des Stalls, damit dieser den Tierschutzvorschriften entspreche und werde auch am Innenausbau des Wohnhauses arbeiten. Die Familie wohne in dieser Zeit in einer kleinen Ferienwohnung.

Fachleute leiten „Handlanger“ an
Da für alle Arbeiten Fachleute zur Verfügung stünden, seien auch „Handlanger“ willkommen, die von den Spezialisten eingewiesen und begleitet würden.

Das Essen für die hungrige Mann- und Frauschaft vor Ort werde von Freiwilligen gekocht, weshalb auch in der Küche helfende Hände sehr willkommen seien. Laut ADRA beteiligten sich Frauen und Männer aus der Deutschschweiz und der französischsprachigen Schweiz an den Freiwilligenwochen. Man verständige sich bestens mit „français federal“ oder Gesten.

Partnerorganisation: Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB schlage ADRA jährlich eine Bauernfamilie im Berggebiet vor, deren wirtschaftliche oder Wohnsituation mittels baulicher Massnahmen während der Freiwilligenwoche massiv verbessert werden könne, so das Hilfswerk. ADRA habe durch die Zusammenarbeit mit der SAB auch Gewähr, dass vom Freiwilligeneinsatz wirklich bedürftige Bergbauernfamilien in der Schweiz profitierten.

Auskunft und Teilnahmebedingungen für die ADRA-Freiwilligenwoche 2016:
Monika Stirnimann, Verantwortliche für die Freiwilligenwochen in der Schweiz,
044 515 03 10 / monika.stirnimann@adra.ch

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Dürre im südlichen und östlichen Afrika - ADRA Landesbüros reagieren

Wahroonga, NSW/Australien | 21.04.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die afrikanischen Landesbüros der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA reagierten auf die extreme Dürre, welche die Staaten im Süden und Osten des Kontinents betroffen habe, teilte ADRA Australien mit. Das Wetterphänomen El Niño habe 2015 zu den am tiefsten je gemessenen Niederschlägen in der Periode von Oktober und Dezember geführt. In den Dürregebieten lebten rund 40 Millionen Menschen auf dem Land, neun Millionen Arme in Städten sowie vierzehn Millionen Menschen, die bereits jetzt unter Mangel- oder Unterernährung litten, so das Hilfswerk.

Madagaskar
Der südliche Teil der Insel Madagaskar sei vom Wetterphänomen El Niño besonders betroffen. Ausbleibender oder wenig Regen habe bereits seit 2012 dazu geführt, dass die Bauern kaum ernten konnten, teilweise sei die Maisernte ganz ausgefallen. Die anstehende Ernte von Süsskartoffeln oder Maniok werde voraussichtlich sehr karg ausfallen.

In Zusammenarbeit mit der staatlichen Entwicklungshilfeorganisation der USA (United States Agency for International Development USAID), verteile ADRA Madagaskar 350 Tonnen Nahrungsmittel in dreizehn betroffenen Kommunen im Süden des Landes. Dazu gehöre eine nahrhafte Mais-Soja-Mischung, Reis und Öl für einen Monat. Dies werde an rund 52.000 Menschen verteilt, die zuvor als besonders bedürftig identifiziert worden seien.

Malawi
Das Binnenland Malawi ist seit zehn Jahren das erste Mal von einem Mangel an Mais betroffen. Seit Dezember 2015 sei der Preis für Mais um 73 Prozent gegenüber dem Durchschnittspreis gestiegen, so ADRA Australien. Im Süden des Landes seien rund 2,8 Millionen Bewohner vom Maismangel betroffen.

Dank der Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm der UNO (WFP) könne ADRA Malawi knapp 22.000 Haushalten in Phalombe und 9.000 Haushalten in Mulanje versorgen. In der Region Phalombe würden bis im August 2016 zusätzlich 1.000 Haushalte je 50 Kilogramm Mais, zehn Kilogramm Hülsenfrüchte, sechs Kilogramm Mais-Soya-Mischung und zwei Liter Öl zum Kochen erhalten.

Sambia
Der nationale Katastrophenrat der sambischen Minister schätzte im Januar, dass 1,6 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe benötigen würden. Die Ernte von 5.400 Bauern in Mambwe, im Osten des Landes, sei durch Dürre, vereinzelt aber auch durch Flutwellen beeinträchtigt worden.

Mit Unterstützung der Landesregierung habe ADRA Sambia bis Ende Februar 234 Tonnen Mais an 4.680 Haushalte verteilt und treffe Abklärungen zur Einschätzung weiterer Bedürfnisse in Mambwe.

Simbabwe
ADRA Simbabwe habe in einer ersten Verteilung Nahrungsmittel vor allem an Nomanden im Gebiet von Doma verteilt, die weder Landwirtschaft betrieben und auch keine Vorräte hielten. Gemeinsam mit anderen ADRA Landesbüros aus dem Weltnorden und mit lokalen Kirchgemeinden habe sich das Hilfswerk der Not angenommen und im Distrikt Mbire Nahrungsmittelrationen an 140 Haushalte verteilt. Diese hätten 50 Kilogramm Maismehl, knapp vier Liter Kochöl, zehn Kilogramm getrocknete Zuckerbohnen und ein Kilogramm jodhaltiges Salz enthalten.

Im Distrikt Zvishavane, in der Provinz Midlands, versorge ADRA Simbabwe gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der UNO mehr als 32.000 Bedürftige mit Nahrungsmitteln.

Lesotho
Die Regierung des Königreichs Lesotho hat die Dürre als nationale Katastrophe eingestuft. Sie gehe davon aus, dass von den zwei Millionen Einwohnern rund 650.000 dringend Nahrungsmittelhilfe brauchen würden. Die Wasserstellen seien ausgetrocknet und die Menschen würden täglich zwei bis drei Stunden benötigen, um etwas Wasser zu sammeln. Gesundheitszentren und Krankenhäusern fehle Wasser, sodass die Patienten aufgefordert würden, selbst Wasser mitzubringen. Die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño würden bis Ende 2016 andauern. Besonders hart getroffen würden Personen, die mit HIV oder AIDS leben müssten.

ADRA Lesotho habe Haushalten im Berea Distrikt geholfen, in dem Sturmwinde die Liegenschaften zerstört hätten.

Swasiland
Die Regierung des kleinen Binnenlands Swasiland, im südlichen Afrika, hat aufgrund der zweijährigen Dürreperiode den nationalen Notstand ausgerufen.

ADRA Swasiland stehe in Verhandlungen mit der nationalen Katastrophenhilfe (NDMA), um von der Regierung gekaufte Nahrungsmittel an rund 18.000 Bedürftige in drei Kommunen in den Regionen von Lubombo und Shiselweni zu verteilen.

Somalia
Es werde davon ausgegangen, dass bis Mitte Jahr 3,7 Millionen Bewohner in Somalia nicht genügend zu essen hätten. Die Unterernährung habe erschreckende Ausmasse angenommen, so ADRA Australien.

In Puntland verteile ADRA Somalia bis im Mai 2016 per Lastwagen Wasser an die Bevölkerung. In der Provinz Sool versorge ADRA auch Schulen mit Wasser, was dafür sorge, dass nur wenige Kinder den Schulunterricht abbrechen würden.

Äthiopien
Wasserknappheit sei in einigen Orten ein kritisches Problem geworden, speziell auf dem Land.

In der Region Kelafo werde ADRA Äthiopien ein Wasser-, Gesundheits- und Hygieneprojekt durchführen, für das die Finanzierung bereits gesichert sei.

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Nepal: Günstige Saatgutpakete erhöhen Einkommen der Kleinbauern

Wien/Österreich | 21.04.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Auch kleine Projekte können für Bauern in Asien eine grosse Hilfe sein. Erstmals konnte in Nepal nach zwei Jahren bei einem landwirtschaftlichen Projekt der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich die Kamillenernte eingebracht werden.

Laut dem Direktor von ADRA Österreich, Marcel Wagner, betrage der Verdienst einer Familie von einem Feld Weizen etwa 330 Euro, der Verdienst von einem Feld Kamille dagegen über 800 Euro. ADRA-Mitarbeiter hätten die Dorfbewohner im Anbau der Pflanze und in der Herstellung von Kamillenöl unterwiesen. Die Bauern hätten dazu eine Destillieranlage gebaut, um ätherische Öle zu gewinnen. Dadurch verändere sich das Leben der Menschen deutlich.

Der finanzielle Einsatz für ein derartiges Projekt sei verhältnismässig gering. 20 Euro reichten pro Familie aus für ein Paket Saatgut oder für Setzlinge. 50 Euro ermögliche die wassersparende Tröpfchenbewässerung für ein Gemüsefeld. Mit 630 Euro Zuschuss bekomme ein Dorf sogar Wasser zum Trinken, für die Hygiene und für den Gemüsegarten, informierte Wagner.

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Hilfe für gestrandete Flüchtlinge in Griechenland

Watford/England | 21.04.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Grossbritannien plant mit ADRA-Schwesterorganisationen gestrandeten Flüchtlingen in Griechenland zu helfen.

Wie der Direktor von ADRA Grossbritannien, Bert Smit, mitteilte, sollen zunächst über 8.500 Flüchtlinge in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze Nahrungsmittel und Hygieneartikel erhalten. Sollte das Camp aufgelöst werden, wolle ADRA sich um die gleiche Anzahl Menschen in den griechischen Flüchtlingslagern Nea-Kavala und Cherso kümmern. Sie sollen dann ebenfalls mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln versorgt werden. Für sie plane ADRA auch einen Gesundheitsdienst einzurichten und sie über ihre legalen Rechte und Ansprüche als Flüchtlinge zu beraten. Für 1.300 besonders Betroffene werde es zusätzlich eine individuelle psycho-soziale Unterstützung geben.

Bei dem Projekt arbeite das Nothilfeteam des ADRA-Netzwerkes mit den griechischen Behörden, dem Flüchtlings- und Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR/UNICEF) sowie mit anderen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zusammen, so Bert Smit.

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Flüchtlingslager: Medizinische Betreuung durch adventistische Freiwillige

St. Albans/England | 21.04.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

In Oinofyta/Griechenland, rund 60 Kilometer nördlich von Athen, soll demnächst unter der Verantwortung der griechischen Luftwaffe ein Flüchtlingslager eröffnet werden. Die medizinische Betreuung der 2.000 Flüchtlinge wurde seitens der Luftwaffe „Adventist Help“, einer privaten, von Adventisten geführten Freiwilligenorganisation, übertragen. Diese hatte bereits während Monaten ankommende Bootsflüchtlinge auf der Insel Lesbos mit einer mobilen Klinik betreut.

„Es handelt sich um ein neues Camp, das auf einem ehemaligen Fabrikgelände eröffnet wird und 2.000 Flüchtlingen in Zelten Platz bieten soll“, sagte Michael-John Von Hörsten. Er ist Arzt aus Südafrika und hat zwischen der griechischen Regierung und der privaten, von Adventisten geleiteten Freiwilligenorganisation, vermittelt. Der Arzt hat bereits auf Lesbos im Bus von „Adventist Help“ als Freiwilliger mitgearbeitet und wird dies auch in Oinofyta tun.

Den Freiwilligen von „Adventist Help“ stehe in Oinofyta nicht nur der als Klinik ausgerüstete Bus zur Verfügung, teilte die Kommunikationsabteilung der adventistischen Kirchenleitung für Nord- und Südosteuropa (TED) mit, sondern sie hätten auch Zugang zu einem nahegelegenen Spital, sagte Markus Alt, Koordinator des Freiwilligeneinsatzes. Der Schweizer sucht vor dem Eintreffen der ersten Flüchtlinge noch zusätzliche Freiwillige, die sich für kurze oder längere Zeit zur Verfügung stellen, um das Team zu ergänzen: http://adventisthelp.org/contact/

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Wasseraufbereitungsanlage für Flüchtlingslager in Griechenland

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 21.04.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Flüchtlinge, die aus dem inoffiziellen Camp in Idomeni in ein neu errichtetes Lager nach Katerini umziehen, werden von der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland mit Trinkwasser versorgt. Die in Katerini an der Ägäisküste errichteten Unterkünfte sollen die angespannte Situation in dem 120 km nördlich und unmittelbar an der griechisch-mazedonischen Grenze gelegenen Idomeni entschärfen.

Wie schon in Idomeni werde ADRA Deutschland auch für die Flüchtenden in Katerini Hilfe leisten, teilte ADRA-Pressesprecher Martin Haase mit. Ein Lastwagen mit insgesamt sieben Tonnen Hilfsgütern sei von Weiterstadt bei Darmstadt zur Ägäisküste auf dem Weg. Unter den Hilfsgütern befinde sich auch eine Wasseraufbereitungsanlage, die den Menschen in dem Camp Trinkwasser aufbereiten soll. Ausserdem befänden sich im Lastwagen Tische und Stühle sowie Kleidung für die Flüchtlinge.

Auch ADRA Grossbritannien möchte Flüchtlinge in den griechischen Lagern Nea-Kavala und Cherso mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln versorgen und für sie einen Gesundheitsdienst sowie eine psycho-soziale Beratung einrichten. In Oinofyta, rund 60 Kilometer nördlich von Athen, soll in einem neuen Flüchtlingslager die private, von Adventisten geführte Freiwilligenorganisation „Adventist Help“, die medizinische Betreuung von 2.000 Flüchtlingen übernehmen. Die Organisation hatte bereits während Monaten ankommende Bootsflüchtlinge auf der Insel Lesbos mit einer mobilen Klinik betreut.

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Pastor Derek Morris, neuer Präsident von Hope Channel International

Silver Spring, Maryland/USA | 21.04.2016 | APD | Personen

Pastor Derek Morris, Redaktor von Ministry, internationales Magazin für Pastoren der Siebenten-Tags-Adventisten, wurde am 11. April vom Vorstand des adventistischen Fernsehnetzwerks Hope Channel International zum neuen Präsidenten ernannt. Zum Netzwerk gehören weltweit 43 angeschlossene Hope Channel Stationen. Pastor Brad Thorp, Präsident von Hope Channel International seit der Gründung im Jahr 2003, wird Feld-Sekretär der adventistischen Weltkirchenleitung und mit der Planung sowie Durchführung von speziellen Evangelisationsprojekten in Grossstädten beauftragt.

Derek Morris hat bereits seit sechs Jahren als Gastgeber das meistgesehene Programm "Hope Sabbatschule", ein wöchentliches, interaktives Bibelstudium, moderiert. “Wir müssen alle Medien nutzen, um möglichst viele Menschen mit Gottes Reich bekannt zu machen. Mit Hope Channel haben wir die Möglichkeit zu jeder Tageszeit, Suchende mit der Nachricht von Gottes befreiender Liebe bekannt zu machen“, so Morris.

Morris hat ein Doktorat in „Ministry in Preaching“ des protestantischen „Gordon-Conwell Theological Seminary“, Charlotte, North Carolina/USA sowie ein Doktorat in Praktischer Theologie von der adventistischen „Andrews University“, Berrien Springs, Michigan/USA.

Pastor Guillermo Biaggi, Vorstandsvorsitzender von Hope Channel und einer der sechs allgemeinen Vize-Präsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung, dankte Brad Thorp und seiner Frau Kandus „für ihren Einsatz, ihr Engagement und treuen Dienst“ während den letzten 13 Jahren.

„Hope Channel TV deutsch“ sendet seit sieben Jahren christliches Fernsehen 24 Stunden täglich. Weitere Informationen unter www.hope-channel.de.

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