APD-INFORMATIONEN 8/2016 - AUGUST 2016

Heilsarmee zum Stopp der Bundes-Fördergelder ihrer Jugendarbeit

Bern/Schweiz | 24.08.2016 | APD | Schweiz

Ein Subventionsgesuch der Heilsarmee Schweiz für Fördergelder ihrer Kinder- und Jugendarbeit wurde 2014 vom Bundesamt für Sozialversicherungen BSV abgelehnt. Dieser Entscheid wurde jetzt vom Bundesverwaltungsgericht BVG geschützt. Die Heilsarmee weist die Argumentation des Bundesverwaltungsgerichts zurück, wonach ihre Kinder- und Jugendlager einzig dem Zweck der Evangelisation dienten und „regelrechte Bekehrungsräume“ seien. Sie wehrt sich auch gegen die BVG-Einschätzung, nicht primär an der Entwicklung und am Wohlbefinden der Kinder interessiert zu sein. Die Heilsarmee hält fest, dass mit der Streichung der BSV-Fördergelder die Weiterführung ihrer Kinder- und Jugendarbeit in keiner Weise gefährdet sei.

Im Jahr 2014 hat das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV ein Gesuch der Heilsarmee Schweiz um Fördergelder für ihre Kinder- und Jugendarbeit negativ beantwortet. Das Bundesveraltungsgericht hat nun diesen Entscheid des BSV gestützt.

Die Stützung der Ablehnung des Subventionsgesuchs wurde seitens des Bundesverwaltungsgerichts damit begründet, dass die Heilsarmee nicht primär an der Entwicklung und am Wohlbefinden der Kinder interessiert sei. Die Kinder- und Jugendlager dienten einzig dem Zweck der Evangelisation und seien „regelrechte Bekehrungsräume“.

Die Heilsarmee hält in einer Medienmitteilung fest, dass Evangelisation eines der Ziele in den Kinder- und Jugendlagern sei, weist aber den Vorwurf des BSV zurück, nicht primär am Wohlbefinden der Kinder interessiert zu sein. Sie präzisiert, dass sie unter Evangelisation das Teilen des christlichen Glaubens und christlicher Werte unter Wahrung des grösstmöglichen Respekts gegenüber jeder Person, auch gegenüber Kindern, verstehe. Sich in ganzheitlichem Sinn für die Interessen von Kindern einzusetzen, schliesse aus christlicher Sicht neben den physischen, sozialen und physischen Aspekten auch den geistlichen Aspekt mit ein.

Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit
Die Heilsarmee habe als eine der ersten christlichen Organisationen, die Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit (http://cckj.ch/) unterzeichnet, welche die Ziele und Arbeitsweise christlicher Kinder- und Jugendorganisationen transparent und gut verständlich erkläre. Mit der Unterzeichnung der Charta „verpflichten sich die Verantwortlichen der Kinder- und Jugendarbeit, die Gewissens-, Religions- und Meinungsäusserungsfreiheit der Kinder und Jugendlichen zu respektieren, die Teilnahme und die Eigenverantwortung der Kinder und Jugendlichen zu stärken, sich regelmässig durch Aus- und Weiterbildung zu schulen, Prävention zu betreiben, Transparenz walten zu lassen und jede Form der Diskriminierung abzulehnen“.

Weiterführung der Kinder- und Jugendarbeit vom BVG-Entscheid nicht tangiert
Die Weiterführung ihrer Kinder- und Jugendarbeit ist laut Heilsarmee vom Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts nicht tangiert. Die Budgets ihrer Jugendsekretariate würden sich auf 1,2 Millionen Franken belaufen und die BSV-Fördergelder hätten zwischen 30.000 und 50.000 Franken gelegen.

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Adventisten unterzeichnen Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit

Zürich/Schweiz | 24.08.2016 | APD | Schweiz

Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) strich im Jahr 2014 mehr als einem Duzend christlicher Jugendverbände die Fördergelder. Acht von ihnen haben eine „Charta für christliche Kinder- und Jugendarbeit“ (CcKJ) erarbeitet, in der sie gemeinsam ihre Ziele und Arbeitsweise erklären. Die Jugendabteilung der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz hat am 22. August die Charta unterschrieben. Damit wolle sie bestätigen, dass ihre Kinder- und Jugendarbeit den Zielen und Prinzipien der Charta entspreche, so der Mediensprecher.

Laut einer Mitteilung der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA trifft der Entzug der Fördergelder des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) die betroffenen Jugendorganisationen schwer. Es fehlten den Jugendorganisationen jährlich gesamthaft über 670.000 Franken.

Das BSV begründete die Kündigung der Verträge mit den Jugendorganisationen damit, dass diese die Glaubensförderung in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellten. Dies entspreche nicht dem neuen Kinder- und Jugendförderungsgesetz, befand das Bundesamt. Junge Menschen sollen laut BSV ganzheitlich gefördert und nicht für einen übergeordneten Zweck instrumentalisiert werden. Sämtliche Beschwerden einiger Jugendverbände ans Bundesverwaltungsgericht, darunter auch jene der Advent-Jugend, wurden abgewiesen.

Charta steht für Transparenz
Weil sich betroffene Jugendverbände mit ihrer Kinder- und Jugendarbeit missverstanden fühlten, haben sie gemeinsam mit der Jugendallianz, einer Arbeitsgruppe der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA, eine „Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit“ (CcKJ) erarbeitet. Darin werden die Ziele, Prinzipien und Arbeitsweise der unterzeichnenden Jugend-Organisationen verständlich und transparent geklärt. Nach deren Präsentation im Mai wurde sie bis jetzt von 22 nationalen, regionalen und lokalen Jugendverbänden unterschrieben, darunter auch von der Advent-Jugend.

Für die gesunde Entwicklung junger Menschen
Christliche Jugendarbeit fördert den ganzen Menschen, so die zentrale Aussage der Charta. Dies sei keineswegs als Anbiederung an das Kinder- und Jugendförderungsgesetz zu verstehen, sondern als eine vom christlichen Glauben motivierte Überzeugung. „Weil christliche Jugendarbeit den ganzen Menschen im Blick hat, fördert sie die Entfaltung der Persönlichkeit, stärkt die soziale Kompetenz und unterstützt den respektvollen Umgang mit der Natur“, so die SEA bei der Präsentation der Charta. Für die Jugendverbände gehöre zu einer ganzheitlichen Förderung gerade auch die Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben. Denn „Sinn- und Glaubensfragen gehören zu einem Grundbedürfnis von Kindern und Jugendlichen“. Weiter kläre die Charta die Haltung der Jugendverbände zum Staat und nehme Stellung zu besonders brisanten Themen wie Religions- und Meinungsäusserungsfreiheit, Prävention oder Mitbestimmung.

„Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit“ (CcKJ): http://cckj.ch/die-charta/

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Anschlag in der Normandie: Akt der „Barbarei“

Dammarie-Les-Lys/Frankreich | 24.08.2016 | APD | International

Als Akt der „Barbarei“ hat die Leitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich den Überfall auf eine Kirche in dem 29.000-Einwohner-Ort Saint-Étienne-du-Rouvray in der Normandie bezeichnet. Dabei ermordeten die beiden Angreifer am 26. Juli während der Morgenmesse den 86 Jahre alten römisch-katholischen Priester Jacques Hamel mit einem Messer und verletzten einen Gottesdienstbesucher schwer. Spezialkräfte der Polizei erschossen die Täter. Drei weitere Kirchgänger, welche die Angreifer als Geiseln nahmen, konnten unverletzt gerettet werden.

Die Würde jedes Menschen achten
Die Freikirchenleitung drückt in ihrer Stellungnahme ihre Solidarität und ihr Mitempfinden mit den Gläubigen aus: „Wenn eine (katholische) Kirche entweiht wird, dann sind es die Gläubigen, die leiden. Kirchen und Plätze des Gottesdienstes sind Orte des Friedens, des Gebetes, der Gemeinschaft und der Zuflucht.“ Diese Eskalation der Brutalität und das verabscheuungswürdige Verbrechen, verübt von Menschen an anderen Menschen, seien nicht zu rechtfertigten. Ungeachtet aller berechtigten Empfindungen von Trauer und Zorn gelte es auch weiterhin, Böses mit Gutem zu bekämpfen und sich für den Frieden einzusetzen. „Wir beten, dass Gott unsere Herzen und unsere Gedanken verändern möge.“ Die adventistische Kirchenleitung ermutige ihre Mitglieder gemäß dem Evangelium von Jesus Christus die Würde eines jeden Menschen zu achten.

In Frankreich leben über 13.300 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 122 Kirchengemeinden.

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Italienische Adventisten kondolieren Opferfamilien des Erdbebens

Rom/Italien und Bern/Schweiz | 24.08.2016 | APD | International

Beim Erdbeben mit einer Stärke von über 6 auf der Richterskala sind am frühen Morgen des 24. August in einer bergigen Region Zentralitaliens nach Angaben des Zivilschutzes mindestens 73 Personen umgekommen. Durch die schweren Schäden wurden in verschiedenen Ortschaften viele verletzt, verloren ihr Heim und sind geschockt. Besonders betroffen wurde der Ort Amatrice, rund 170 Kilometer nordöstlich von Rom, von dem der Bürgermeister sagte, dass es die Hälfte des Ortes nicht mehr gebe. Die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien sprach den Opferfamilien ihr Beileid aus. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Italien koordiniere ihre Hilfe mit der Präfektur, heisst es in einer Medienmitteilung.

„Wir drücken unsere Solidarität mit den Familien der Opfer dieser Naturkatastrophe aus und teilen ihre Trauer“, sagte Pastor Giuseppe Cupertino, Exekutivsekretär der Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien (Chiesa Cristiana Avventista del Settimo Giorno). Sie würden auch für die Verletzten, Obdachlosen und die Rettungskräfte beten, die jene zu retten versuchten, die noch unter den Trümmern liegen würden, heisst es in der Medienmitteilung der italienischen Adventisten.

Blut spenden - Kirchen als Unterkünfte
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Italien habe mit der Präfektur sowie anderen Hilfswerken Kontakt aufgenommen, um die Bedürfnisse abzuklären, sagte Daniele Benini, Koordinator der Freiwilligen bei ADRA Italien. Die Siebenten-Tags-Adventisten könnten ihre unbeschädigten Kirchen als temporäre Unterkünfte zur Verfügung stellen und bei der Betreuung von Kindern und Senioren helfen. Benini forderte die adventistischen Kirchenmitglieder auf, ihrer Solidarität einen konkreten Ausdruck zu verleihen und an einer der Blutspendeaktionen in der Katastrophenregion teilzunehmen.

Adventistischer Kirchenleiter: Ich bete für Verzweifelte und Leidende
Die Nachrichten und Bilder aus Italien machten ihn traurig, so Pastor Mario Brito (Bern/Schweiz), Kirchenleiter der Adventisten in West und Südeuropa. “Es tut weh, zuschauen zu müssen, wie junge und alte Frauen sowie Männer in Verzweiflung und schockiert etwas in den Trümmern suchen, das einmal ihr Heim war”, schreibt Brito. Er bete für Leidende und Verzweifelte sowie für jene, die daran arbeiteten, das Leiden zu erleichtern.

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Entscheidung der Adventisten in Norddeutschland zur Frauenordination

Hannover/Deutschland | 24.08.2016 | APD | International

Die überregionale Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband NDV) hat eine Stellungnahme zur Ordination von Frauen zum Dienst als Pastorin veröffentlicht. Zukünftig im Bereich des Norddeutschen Verbands durchgeführte Beauftragungen/“Ordinationen“ könnten demnach in der Kirche der Adventisten keine weltweite Geltung mehr beanspruchen, sondern seien in Deutschland, also auf das Gebiet des Nord- und Süddeutschen Verbands (SDV) beschränkt. Die bisherige Form der Segnung von Pastorinnen wird nun im Norddeutschen Verband in gleicher Weise auch den männlichen Kollegen zugesprochen und zukünftig auf deren Ordination für den weltweiten Dienst verzichtet. Der Süddeutsche Verband führt die bisherige Praxis weiter, wonach auch in Zukunft ausschliesslich Männer als Pastoren für den weltweiten Dienst ordiniert werden.

In einer Grundsatzentscheidung, die vom adventistischen Kirchenleitungsgremium des Norddeutschen Verbands (NDV-Verbandsausschuss) bereits im Juni beschlossen und nun veröffentlicht wurde, wird „Ordination“ nicht wie bisher als weltweit gültige Einsegnung verstanden, sondern als Beauftragung/“Ordination“ („beauftragen“, engl. „commission“) und auf das Gebiet der deutschen Kirchenleitung beschränkt. Daher werde diese Form der Beauftragung/“Ordination“ in Nord- und Ostdeutschland ohne Unterschied sowohl Männern als auch Frauen im Pastorendienst zugesprochen.

Wörtlich heisst es in der Stellungnahme: „Der NDV bekennt sich zur biblischen Praxis der Handauflegung mit Segensgebet als sichtbarem Zeichen der Kirche, seine Pastoren und Pastorinnen zum hauptamtlichen Dienst in den Gemeinden zu beauftragen. In diesem Sinn spricht der NDV von ‚Ordination‘.“ Diese „wird Männern und Frauen ohne Unterschied zugesprochen und gilt nur im Gebiet des NDV/SDV, da unsere Gremien nur für diesen Bereich entscheiden können“.

Die Kirchenleitung des Norddeutschen Verbands möchte dadurch der bereits bestehenden Beschlusslage auf ihrem Gebiet Rechnung tragen, ohne formal gegen die weltweit gültigen Richtlinien (Working Policy) der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) zu verstossen. Die Stellungnahme des Norddeutschen Verbands zur Ordination von Frauen zum Dienst als Pastorin ist in deutscher und englischer Sprache einsehbar unter:
www.adventisten.de/organisation/norddeutscher-verband/dokumente

Adventistische Weltsynode lehnte Ordination von Pastorinnen 2015 erneut ab
Am 8. Juli 2015 hatten es die rund 2.300 Delegierten der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, als oberstes Gremium der Freikirche mit rund 40 zu 60 Prozent abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) die Kompetenz zu erteilen, adventistische Pastorinnen in ihrem Verwaltungsgebiet zum Pastorendienst zu ordinieren.

Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorin „gesegnet” werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen; doch ordiniert werden nur männliche Geistliche. Damit ist Pastorinnen grundsätzlich auch das Amt des Präsidenten („Vorsteher“) einer regionalen oder überregionalen Freikirchenleitung verwehrt, das eine Ordination erfordert. Die aktuelle Stellungnahme des Norddeutschen Verbands öffnet nun auch dieses Amt für Frauen, sieht dafür aber eine erneute Ordination vor: „Die Wahl eines Pastors oder einer Pastorin in den leitenden Dienst als Vorsteher/in wird durch eine erneute Beauftragung/‚Ordination‘ vollzogen.“

Deutsche Freikirchenleitung für Frauen als vollbeauftragte Pastorinnen
Die Vorstände des Nord- und Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hatten bereits in einer Stellungnahme vom 14. Juli 2015 die Entscheidung in San Antonio zur Frauenordination bedauert. In ihrer Stellungnahme hiess es: „Eine positive Antwort wäre aus unserer Sicht angemessen und überfällig gewesen und hätte dem mutigen (Pionier-)Geist der Adventbewegung besser entsprochen.“ Während die Vorstände den Willen der Mehrheit der Vollversammlung respektierten, würden sie jedoch entschieden jeder Form der Diskriminierung von Frauen entgegentreten. „Wir glauben, dass Männer wie Frauen mit denselben Gaben ausgestattet werden, die für den Dienst als Pastor/Pastorin erforderlich sind. Deshalb werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Frauen als vollbeauftragte Pastorinnen in unseren Gemeinden einzusetzen“, so die Vorstände.

Beschluss des Norddeutschen Verbands von 2012
Am 23. April 2012 hatte die überregionale Kirchenleitung der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland mehrheitlich beschlossen, dass innerhalb des NDV auch Pastorinnen wie ihre männlichen Kollegen ordiniert werden können. Dieses Votum entsprach nicht der Beschlusslage der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, wurde bisher allerdings noch nicht umgesetzt.

Der Süddeutsche Verband (SDV) hatte 2012 keinen Beschluss zur Ordination von Frauen gefasst. Er praktiziert aber ebenfalls die „Segnung“ von Pastorinnen in Übereinstimmung mit der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz). Deshalb dürfen von den Kirchenleitungen im Norddeutschen Verband „gesegnete“ Geistliche, sowohl Männer wie Frauen, auch im Gebiet des Süddeutsche Verband tätig sein. Im SDV werden auch weiterhin nur Männer als Pastoren für den weltweiten Dienst ordiniert.

Unterschiedliche Reaktionen auf Entscheidung der adventistischen Weltsynode
Nach der Entscheidung der adventistischen Weltsynode 2015 zur Kompetenzregelung bezüglich der Frauenordination reagierten die überregionalen adventistischen Kirchenleitungen (Unionen) in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, der Slowakei, Tschechien und in den USA auf unterschiedliche Weise.

Norwegen
Am 20. September 2015 beschloss der Exekutivausschuss der nationalen, adventistischen Kirchenleitung in Norwegen (NORUC), künftig keine Pastoren mehr zu ordinieren. Sowohl Pastoren als auch Pastorinnen sollen mit einem Fürbittgebet in den vollen Pastorendienst eingeführt werden.

Dänemark
Der Exekutivausschuss der Adventisten in Dänemark (DUChC) beschloss auch am 20. September 2015, dass nach Abschluss der Pastoralassistenzzeit ausschliesslich der Begriff „Pastor/Pastorin“, ohne die Bezeichnung „ordiniert“ oder „gesegnet“, gleichermassen für Männer und Frauen verwendet werden soll.

Niederlande
Adventisten in den Niederlanden wollen Frauen auch in Zukunft ordinieren. In einer Erklärung nach dem Beschluss der Weltsynode hält die niederländische Kirchenleitung fest: „Die Delegierten der adventistischen Kirchgemeinden in den Niederlanden haben im Herbst 2012 beschlossen, Frauen in gleicher Weise wie ihre männlichen Kollegen zum Pastorendienst zu ordinieren. Dieser Beschluss trat im Juni 2013 in Kraft und bleibt es weiterhin. Die Entscheidung der Generalkonferenz-Vollversammlung von San Antonio ändert daran nichts.“

Italien
Die Kirchenleitung der Adventisten in Italien (UICCA) hat am 16. September 2015 „ein respektvolles, aber starkes Zeichen des Dissenses und des Protests“ gegenüber der Entscheidung der adventistischen Weltsynode 2015 (Generalkonferenz-Vollversammlung) zur Frauenordination veröffentlicht und geeignete administrative Massnahmen angekündigt.

Frankreich und Belgien
Der Exekutivausschuss der Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich und Belgien (Union Franco-Belge, UFB) stimmte am 11. November 2015 in Paris einer Erklärung zu, die einen allmählichen Gesinnungswandel anstossen will, um künftig die geschlechtsunabhängige Ordination zum Pastorendienst zu ermöglichen. Die Kirchenleitung will auch die notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit adventistische Pastorinnen dasselbe Gehalt wie ihre männlichen, ordinierten Kollegen beziehen.

Slowakei und Tschechien
Der Exekutivausschuss der adventistischen Kirchenleitung für Tschechien und die Slowakei (Církev adventistu sedmého dne Cesko-Slovenská unie) verabschiedete am 11. November 2015 eine Erklärung welche den Beschluss der adventistischen Weltsynode vom Juli 2015 zur Frauenordination bedauert. Der Beschluss der Generalkonferenz-Vollversammlung basiere auf kirchlicher Autorität, stehe aber nicht in Übereinstimmung mit dem biblischen Befund sowie im Widerspruch zu Artikel 14 der adventistischen Glaubensüberzeugungen, der betont, dass „Unterschiede zwischen Mann und Frau … unter uns nicht trennend wirken“ dürften. Deshalb würden Frauen ermutigt, sich auch im Pastorendienst zu engagieren.

Schweden
Am 13. März 2016 hat der Exekutivausschuss der adventistischen Kirchenleitung (Sjundedags Adventistsamfundet) in Schweden beschlossen, keine Ordinationen zum Pastorendienst mehr durchzuführen. Damit sollen Männer und Frauen im Pastorendienst gleich behandelt werden.

Schweiz
Am 19. Mai 2016 hat der Exekutivausschuss der adventistischen Kirchenleitung in der Schweiz (Schweizer Union / Union Suisse) beschlossen, dass Frauen, die als voll beauftragte Pastorinnen ("commissioned Minister") im Gebiet der Schweizer Union tätig sind, auch das Abendmahl leiten sowie Taufen und Hochzeiten durchführen dürfen. Die Entlöhnung ist geschlechtsunabhängig gestaltet und wie bei Pastoren von der übernommenen Verantwortung abhängig.

USA
In den USA haben im Oktober 2015 neun Theologieprofessoren der renommierten adventistischen Andrews-Universität in Berrien Springs, Michigan, die gleichzeitig ordinierte Pastoren waren, als Reaktion auf den ablehnenden Beschluss der Weltsynode ihre Ordinationsurkunden zurückgegeben. Sie baten, für sie Legitimationen als „gesegnete/beauftragte“ Pastoren, wie für adventistische Pastorinnen, auszustellen.

In den USA wurden im Gebiet der überregionalen Kirchenleitungen der Columbia Union Conference im Osten und der Pacific Union Conference im Westen der USA bereits vor der Generalkonferenz-Vollversammlung von 2015 Frauen als Pastorinnen ordiniert. Diese Ordinationen wurden bisher nicht zurückgenommen.

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USA: Adventisten helfen Evakuierten der Waldbrände und Überflutungen

Silver Spring, Maryland/USA | 24.08.2016 | APD | International

Der Adventistische Gemeinschaftsdienst (Adventist Community Services Disaster Response ACS DR) koordinierte den Einsatz der Kirchenmitglieder für die Betroffenen der Überschwemmungen und Waldbrände in den USA. Die ACS-Freiwilligen richteten in Kirchengebäuden Zentren für Evakuierte und Lagerhäuser für die gesammelten Sachspenden ein und verteilten Trinkwasser, Lebensmittel, Windeln, Kleider und Hygieneartikel. Bei den Überschwemmungen in Baton Rouge/Louisiana mussten mehr als 200.000 Personen evakuiert werden und bei den Waldbränden in Clayton/Kalifornien wurden mehr als 175 Häuser zerstört.

Überschwemmungen in Louisiana
Das Amerikanische Rote Kreuz habe die Überschwemmungen in Baton Rouge/Louisiana als die grösste Naturkatastrophe in den USA seit dem Hurrikan Sandy vor vier Jahren bezeichnet, bei dem 147 Menschen starben. Dies teilte Adventist News Network ANN mit. In den Überschwemmungsgebieten würden einige Personen vermisst und mindestens dreizehn Menschen seien in den Fluten umgekommen.

Laut der nationalen Koordinationsstelle der Vereinigten Staaten für Katastrophenhilfe FEMA (Federal Emergency Management Agency) haben mehr als 40.800 Personen bei ihr um Hilfe nachgesucht. 40.000 Häuser seien nach Angaben von Medienberichten von den Fluten betroffen und 200.000 Personen hätten in Gemeinschaftszentren, Hotels oder bei Verwandten vorübergehend Unterkunft gesucht haben.

90 Prozent der Mitglieder der spanischsprechenden adventistischen Kirchgemeinde in Baton Rouge seien aus ihren Häusern evakuiert worden, sagte Lavida Whitson, Leiterin des Adventistischen Gemeinschaftsdienst ACS in Arkansas und Louisiana.

Der Adventistische Gemeinschaftsdienst ACS versorge die Menschen in ihren Häusern per Boot mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Das adventistische Kirchengebäude in Baton Rouge sowie zwei Kirchengebäude in New Orleans dienten als Unterkünfte für Evakuierte. Verschiedene adventistische Kirchgemeinden im Bundesstaat Arkansas und im Norden Louisianas sammelten und verteilten Sachspenden: Kleider, Nahrungsmittel, Windeln, Hygieneartikel sowie Bettwäsche, so ANN.

Der Adventistische Gemeinschaftsdienst ACS ist laut Lavida Whitson von drei Nicht-Regierungsorganisationen gebeten worden Lagerhäuser für Sachspenden einzurichten und zu betreiben. Dies werde aber ausschliesslich in Absprache mit den lokalen Behörden entschieden, so Whitson.

Waldbrände in Kalifornien
Die Waldbrände im Lake County/Kalifornien sind laut ANN am 13. August wahrscheinlich durch Brandstiftung ausgelöst worden und haben inzwischen mehr als 175 Häuser zerstört. Für die Betroffenen wurde die adventistische Kirchgemeinde in Lakeport auf der Webseite der kalifornischen Regierung als eines von drei Zentren für Evakuierte aufgeführt. Dort werden gemäss ANN Unterkünfte angeboten und Sachspenden verteilt. Freiwillige des Amerikanischen Roten Kreuzes würden zusätzlich im adventistischen Kirchengebäude in Middleton Evakuierten beistehen.

Adventistischer Gemeinschaftsdienst ACS
Die humanitäre Organisation der Adventistischen Gemeinschaftsdienste und Katastrophenhilfe (Adventist Community Services Disaster Response, ACS DR) bietet mit 1.250 Zweigstellen in den USA Nothilfe, Krisenintervention sowie Notfallseelsorge und engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen für Nothilfeeinsätze und begleitet Senioren sowie Obdachlose.
Adventist Community Services: http://www.communityservices.org/

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Deutschland: Katholische Kirche veröffentlicht Textsammlung zur Reformation

Bonn/Deutschland | 24.08.2016 | APD | Ökumene

Die Ökumenekommission der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz hat die Arbeitshilfe „Reformation in ökumenischer Perspektive“ veröffentlicht. Sie enthält ökumenisch relevante Texte zu Martin Luther und zur Reformation.

Reformation als Neubesinnung auf das Evangelium
„Der 500. Jahrestag des Beginns der Reformation, der 2017 begangen wird, bietet in besonderer Weise Anlass, sich mit den Voraussetzungen, dem Verlauf und den Folgen der Reformation zu beschäftigen“, schreibt der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), im Vorwort der über 200-seitigen Arbeitshilfe. Vielfach wäre die Reformation in der römisch-katholischen Kirche negativ und abwertend beurteilt worden. Mit den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) sei jedoch ein Wandel in der Bewertung ermöglicht worden, der sich in eigenen Stellungnahmen und in der gemeinsamen Erarbeitung ökumenischer Dialogdokumente niedergeschlagen habe, so Feige.

Nach wie vor sei die Erinnerung an die Reformation nicht frei von Schmerz, verbinde sich doch mit ihren Folgen die Trennung der abendländischen Christenheit. Andererseits sähen katholische Theologen heute in der Reformation aber auch „einen wichtigen Beitrag zu einer Neubesinnung auf das Evangelium“, gab der Vorsitzende der Ökumenekommission zu bedenken. Es sei der römisch-katholischen Theologie inzwischen gelungen, die Geschehnisse des 16. Jahrhunderts nüchtern aufzuarbeiten. In einem langen ökumenischen Dialog hätten jene theologischen Lehrunterschiede neu bewertet werden können, die ihre Wurzeln in der Reformationszeit haben. Dies dokumentiere die vorliegende Arbeitshilfe.

Die Gründe, sich gegenseitig zu verurteilen, entfallen
Im ersten Teil der Arbeitshilfe sind Dialogdokumente zusammengestellt, die gemeinsame Aussagen zur Reformation, ihren Hauptpersonen und ihren Auswirkungen enthalten. Etwa die Stellungnahmen der Gemeinsamen Römisch-katholischen/Evangelisch-lutherischen Kommission „Alle unter einem Christus“ (1980) und „Martin Luther – Zeuge Jesu Christi“ (1983) sowie der „Schlussbericht der Gemeinsamen Ökumenischen Kommission zur Überprüfung der Verwerfungen des 16. Jahrhunderts“ (1985). Die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, die 1999 zwischen dem Lutherischen Weltbund und der römisch-katholischen Kirche festgestellt wurde, ermögliche laut Bischof Feige „das gemeinsame Urteil, dass die Gründe, sich gegenseitig zu verurteilen, vor allem in der Frage der Rechtfertigung entfallen sind“.

Im zweiten Teil werden Beiträge aus dem Raum der römisch-katholischen Kirche dokumentiert. Ausgehend vom „Ökumenismusdekret“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (1964) verdeutlichen sie die katholische Position zur Reformation und ihren Auswirkungen.

Beitrag für ein gemeinsames Christusfest
Die Textsammlung verstehe sich, so Gerhard Feige, „als Beitrag der römisch-katholischen Kirche zum 500-jährigen Gedenken der Reformation und will den Boden für ein gemeinsames Christusfest aus diesem Anlass bereiten“.

Die Broschüre „Reformation in ökumenischer Perspektive“ (Arbeitshilfen Nr. 284) ist als pdf-Datei zum Herunterladen unter www.dbk.de in der Rubrik „Veröffentlichungen“ zu finden.

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Waldenser sehen neue Öffnung zum Dialog bei Katholiken

Vatikanstadt/Vatikan und Wien/Österreich | 24.08.2016 | KAP/APD | Ökumene

Aus Sicht der protestantischen Waldenser in Italien ist eine neue Zeit des Dialogs mit der katholischen Kirche angebrochen, schreibt Kathpress in einer Medienmitteilung. Es gebe eine „Saison der Öffnung“ und des „zunehmenden Vertrauens“ im Austausch miteinander, der in den vergangenen Jahren ein wenig gestockt habe, sagte Pastor Eugenio Bernardini, Moderator der „Tavola Valdese“, dem wichtigsten Gremium der Waldenser und Methodisten in Italien dem Sender Radio Vatikan am 21. August.

Die sich wandelnde Welt brauche eine „Präsenz der Einheit“ der Christen, die sich heute noch in getrennten kirchlichen Institutionen ausdrücke, sich aber „hoffentlich in den wesentlichen Dingen einig ist“, so Pastor Bernardini.

Die Ökumene ist ein Thema der Synode der Waldenser- und Methodisten-Kirchen, die am 21. August im norditalienischen Torre Pellice begonnen hat. Ebenfalls auf der Tagesordnung der sechstägigen Zusammenkunft stehen die Flüchtlingsfrage und das 500. Reformationsgedenken. Unter den 180 erwarteten Teilnehmern der Synode sind auch Abgesandte der Italienischen Bischofskonferenz.

Papst Franziskus: Zusammenarbeit trotz Unterschiede möglich
In seiner Grussbotschaft zum Auftakt der Waldenser-Methodisten Synode sieht Papst Franziskus laut Kathpress trotz bestehender Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe und beim Umweltschutz.

Im März 2016 hatte Papst Franziskus als erster Papst überhaupt Angehörige der Waldenser empfangen. Er hatte zuvor - im Juni 2015, ebenfalls als erster Papst - in Turin eine Kirche der protestantischen Freikirche betreten und dort um Vergebung für die Unterdrückung und Verfolgung der Glaubensgemeinschaft durch die katholische Kirche gebeten.

Waldenser
Die protestantische Glaubensgemeinschaft der Waldenser, deren geografisches Zentrum in den Cottischen Alpen, den sogenannten Waldenser Tälern, westlich von Turin/Italien liegt, geht zurück auf eine Gründung des Lyoner Kaufmanns Petrus Valdes (1140-1206). Die Waldenser gelten als die ersten evangelisch-reformierten Christen in Europa. Sie waren schon da, bevor Martin Luther 1517 in Wittenberg die Reformation eingeleitet hatte. Im Mittelalter wurden die Waldenser von der römisch-katholischen Kirche als Häretiker verfolgt.

Nach Angaben des wissenschaftlichen Mitarbeiters der Deutschen Waldenservereinigung leben in Italien rund 20.000 sowie in Argentinien und Uruguay 7.000 Mitglieder. In Italien bilden die Waldenser seit 1979 mit den Methodisten eine gemeinsame Kirche, die Chiesa Evangelica Valdese (Englisch: Union of the Methodist and Waldensian Churches).

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Adventisten in Nigeria fordern: Keine Wahlen mehr an Samstagen

Silver Spring, Maryland/USA | 24.08.2016 | APD | Religionsfreiheit

Pastor Oyeleke A. Owolabi, adventistischer Kirchenleiter in West-Nigeria, forderte an einer Medienkonferenz in Ado Ekiti, Südwest-Nigeria, von der unabhängigen nationalen Wahlkommission, dass Wahlen zukünftig nicht mehr an einem Samstag durchgeführt werden. Wahlen am Samstag beraubten Adventisten, die den Samstag (Sabbat), den biblischen Ruhetag feierten, ihres Wahlrechts.

Nigeria gewähre Religionsfreiheit und damit auch den Ruhetag der Siebenten-Tags-Adventisten, der von Sonnenuntergang am Freitag bis zu Sonnenuntergang am Samstag dauere, sagte der Kirchenleiter an der Medienkonferenz vom 16. August. Wahlen am Samstag, ihrem Ruhetag, verunmöglichten es aber den Adventisten, an den Wahlen teilzunehmen, so Owolabi. In Nigeria, mit 181 Millionen Einwohnern, leben rund 223.000 adventistische Christen.

„Wir haben schon viele Briefe an die unabhängige nationale Wahlkommission (Independent National Electoral Commission INEC) geschrieben und sie gebeten, Wahlen nicht mehr auf einen Samstag festzulegen“, sagte Owolabi. Er sei zuversichtlich, dass die nationale Wahlkommission dem Anliegen der Adventisten entsprechen werde, so der Kirchenleiter. Zudem habe sich bei den Gouverneurswahlen gezeigt, die auf einen Dienstag festgelegt worden seien, dass die traditionell tiefe Wahlbeteiligung signifikant habe gesteigert werden können.

Wahlen und Examen weder Freitag, Samstag noch Sonntag
Laut Adventist Review AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift, hat Pastor Ted C. Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, anlässlich einer Pastoralvisite in Nigeria 2014 den damaligen nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan gebeten, weder Wahlen noch Examen an staatlichen Institutionen auf einen Freitag, Samstag oder Sonntag anzusetzen. Dies würde es allen Muslimen und Christen unterschiedlicher Konfession erlauben, ihrem Glauben entsprechend zu leben, so Wilson.

Adventistische Weltkirchenleitung zu Bürgerpflichten
In einer Erklärung zum Verhältnis von Kirche und Staat, schreibt die adventistische Weltkirchenleitung: „Adventisten sollten ihre Bürgerpflicht ernst nehmen. Wir sollten uns an den Wahlen beteiligen, sofern uns dies möglich ist und wir mit gutem Gewissen daran teilnehmen können. Wir sollten uns verpflichten, uns am Aufbau unseres Gemeinwesens zu beteiligen.“

Unterschiede bei Adventisten bezüglich Ruhetaggestaltung
Als weltweite Kirche kennen die Adventisten nicht nur kulturelle Unterschiede in Bezug zur Frauenordination, sondern auch im Hinblick auf die Wahrnehmung des Wahlrechts an Samstagen. Ellen G. White, eine der Gründerinnen der Kirche, hat vor mehr als 100 Jahren in den USA die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen auch am Ruhetag empfohlen, sofern es nicht anders möglich sei.

Kampf gegen Korruption und für bessere Gesundheitsversorgung
Pastor Oyeleke A. Owolabi nutzte laut AR die Medienkonferenz, um die Nigerianer zur Zusammenarbeit im Kampf gegen Korruption aufzurufen. Vom Staat forderte er, dass dieser weder von Kirchen noch von Moscheen Steuern erheben soll, da es sich um Non-Profit-Organisationen handle.

Nach Angaben von AR hat Owolabi angekündigt, dass die Adventisten in Ado Ekiti, Südwest-Nigeria, eine Hochschule für medizinische Wissenschaften eröffnen werden, um Fachkräfte auszubilden und die Gesundheitsversorgung in der Region zu verbessern.

Religion in Nigeria
In Nigeria besteht eine kaum überschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften. Rund 50 Prozent der Nigerianer sind Muslime, vor allem in Norden. Etwa 40 Prozent sind Christen, im Süden und der restliche Teil - rund 10 Prozent - bekennt sich zu einer traditionellen afrikanischen Religion. Nebst den Adventisten halten auch folgende christliche Kirchen in Nigeria den Sabbat: Holy Sabbath Church, Seventh-Day Baptist Church, Church of God Seventh-Day und die Sabbath Holy Church.

Adventisten in Nigeria
In Nigeria, mit 181 Millionen Einwohnern, leben rund 223.000 erwachsen getaufte, adventistische Christen, die in mehr als 1.150 Kirchengemeinden Gottesdienst feiern. Adventisten unterhalten in Nigeria 57 Primar- und 18 Sekundarschulen, vier Krankenhäuser und 18 Kliniken oder Ambulatorien.

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Südsudan: Bibelgesellschaft hilft Traumata des Bürgerkriegs heilen

Biel/Schweiz | 24.08.2016 | CBS KULTUR INFO/APD | Bibel

Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift "die Bibel aktuell" (Nr. 3/2016) der Schweizerischen Bibelgesellschaft berichtet über die verzweifelte Lage im vom Bürgerkrieg geprägten neuen Staat Südsudan. Die Bibelgesellschaft im Südsudan verbreitet Bibeln und führt Seminare zur Trauma-Bewältigung sowie Alphabetisierungsprogramme durch.

Die Republik Südsudan hatte sich 2011 nach 22 Jahren Bürgerkrieg vom Norden abgespalten. Seit 2013 herrscht in diesem jungen Staat erneut Bürgerkrieg. Die Volksgruppen der Dinka und Nuer liefern sich unerbittliche Kämpfe. Diese Auseinandersetzungen haben bislang zehntausende Menschenleben gefordert und rund zwei Millionen in die Flucht getrieben.

Bibelverbreitung, Trauma-Bewältigung, Alphabetisierungsprogramme
Mit bescheidenen Mitteln versucht die Bibelgesellschaft im Südsudan neben der Bibelübersetzungsarbeit und Bibelverbreitung den Menschen mit Hilfe von Seminaren zur Trauma-Bewältigung auf biblischer Basis die seelischen Verwundungen zu mildern, welche die erlebte Gewalt des Bürgerkrieges hinterlassen haben.

Die Bibelgesellschaft, mit Sitz in Juba, führt mit Hilfe der Kirchen auch Alphabetisierungsprogramme durch. In Folge der jahrelang anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen hat sich auch die Bildungslage weiter verschlechtert. Dies drückt sich zum Beispiel in der niedrigen Alphabetisierungsrate von 30 Prozent aus. Bei Frauen ist die Rate noch niedriger: Nur zehn Prozent können lesen und schreiben.

Nach Angaben des ersten Generalsekretärs der nationalen Bibelgesellschaft, Edward Kajivora, wurden 2015 im Südsudan so viele Bibeln und Bibelteile verbreitet wie nie zuvor. "Die Menschen sehnen sich nach der Bibel in ihrer eigenen Sprache, in Englisch oder Arabisch. Viele von ihnen sind hoffnungslos, weil die Kämpfe nicht enden. Auch Menschen, die bislang nicht gläubig waren oder einer anderen Religion angehörten, bekannten sich zum Christentum und wollten Bibeln kaufen, um sie für sich zu lesen", so Kajivora.

Anders als im mehrheitlich islamischen Sudan bekannt sich die Bevölkerung im Südsudan vorwiegend zu lokalen Religionen oder zum Christentum. Die Christen sind mehrheitlich römisch-katholisch und anglikanisch. Die Bibelgesellschaft arbeitet mit allen Kirchen zusammen. Im Bereich der Bibelverbreitung vor allem mit der römisch-katholischen Kirche, welche in Juba einen Bibelladen unterhält.

Im Südsudan leben 64 Volksgruppen, von denen jede ihre eigene Sprache hat. Bisher gibt es nur in zehn dieser Sprachen eine Bibelübersetzung. Dies macht auf eindrückliche Weise deutlich, dass es für die junge Bibelgesellschaft noch viel Arbeit gibt. Zuletzt konnte 2013 eine Bibel in Schilluk veröffentlicht werde, deren Übersetzung interkonfessionell erarbeitet wurde. Zurzeit arbeitet die Bibelgesellschaft – trotz Krieg – an Übersetzungen in den Sprachen Mabaan, Zande und Bari.

Von den rund 12 Millionen Einwohnern sind 76,8 Prozent Christen, 21 Prozent Anhänger indigener Religionen und 2,2 Prozent Muslime.

Die Zeitschrift "die Bibel aktuell" wird gemeinsam von den Bibelgesellschaften der Schweiz und Österreich herausgegeben:
http://www.die-bibel.ch/mainpages/aktuelles/zeitschrift-die-bibel-aktuell/

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Neue KV-Lernende bei ADRA Schweiz

Zürich/Schweiz | 24.08.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz bietet an der Geschäftsstelle in Zürich ein Lehrstelle für kaufmännische Grundausbildung an. Anfang August begann Emanuela Schilling (19) das erste KV-Lehrjahr und löste Sophia Weiss (21) ab, die ihre dreijährige Lehre erfolgreich abgeschlossen hat.

Die neue Auszubildende, Emanuela Schilling, hat laut ADRA einige Zeit im Norden Thailands gelebt. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz hat sie die Kantonsschule im Zürcher Oberland und die Fachmittelschule in Zürich besucht und beginne nun die dreijährige kaufmännische Grundausbildung.

Sophia Weiss hat Ende Juli die kaufmännische Lehre erfolgreich bei ADRA Schweiz abgeschlossen und sich für die Berufsmaturität im Vollzeitstudiengang entschieden. Das Team von ADRA Schweiz danke Sophia Weiss „ganz herzlich für die drei erlebnisreichen Jahre“ und wünsche ihr für die Zukunft nur das Beste.

Jahresbericht 2015 von ADRA Schweiz:
http://www.adra.ch/files/publications/de/infomaterial/ADRA-Jahresbericht/ADRA_Jahresbericht_15.pdf

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ADRA versorgt Betroffene der Brände in Portugal und hilft auf Madeira

Lissabon/Portugal | 24.08.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die seit Tagen lodernden Brände auf dem portugiesischen Festland als auch auf der im Atlantik liegenden portugiesischen Insel Madeira haben sich laut Medienberichten wegen der Temperaturen über 30 Grad rasch ausgebreitet. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Portugal versorge die Betroffenen der Waldbrände auf dem Festland als auch auf Madeira in Absprache mit den lokalen Behörden mit Lebensmitteln und Trinkwasser. Das Hilfswerk organisiere auch Freiwillige zum Einsammeln oder Verteilen von Hilfsgütern, heisst es in einer Medienmitteilung der adventistischen Kirchenleitung für West- und Südeuropa.

Festland
„Unser Land brennt. Die Feuer haben einige Menschen obdachlos gemacht, auch Adventisten“, sagte Pastor Jose Duarte, Mediensprecher der Siebtenten-Tags-Adventisten in Portugal. In Vila Nova de Monsarros, 80 Kilometer südlich von Porto, habe ADRA Portugal gemeinsam mit Pfadfindern sowie in Zusammenarbeit mit der lokalen humanitären Organisation den Betroffenen Lebensmittel und Trinkwasser verteilt, so Duarte.

Madeira
Laut Berichten von Bewohnern habe das Feuer von den Bergen her kommend das historische Zentrum der Hauptstadt Funchal auf Madeira erreicht und dabei viele Häuser zerstört. Krankenhäuser und Hotels hätten evakuiert werden müssen. Inzwischen habe die Feuerwehr die Brände unter Kontrolle.

ADRA organisiere Teams, um bei der Bevölkerung Sachspenden wie Lebensmittel, Kleider, Möbel, Reinigungs- und Haushaltutensilien sowie Baumaterial einzusammeln, sagte Rui Bastos, Pastor der adventistischen Kirche in Funchal. Gleichzeitig werde der Einsatz von Freiwilligen geplant sowie die Lagerhaltung und Verteilung der gesammelten Güter organisiert.

Adventisten auf Madeira
Nach Angaben von Rui Bastos, Pastor der adventistischen Kirche in Funchal, sei das Ladengeschäft eines Adventisten völlig ausgebrannt und ein Wohnhaus einer anderen adventistischen Familie teilweise zerstört worden. Das adventistisch Kirchengebäude sowie die Schule seien verschont geblieben, obwohl das Feuer in der Nähe gewütet habe.

„Wir danken Gott für den Schutz“, sagte Pastor Bastos „und wir bitten ihn, Land und Leute weiterhin zu beschützen.“

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Schweizerische Evangelische Allianz mit neuem Kommunikationsleiter

Zürich/Schweiz | 24.08.2016 | APD | Personen

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA hat Simon Bucher zum neuen Kommunikationsleiter ernannt. Der 29-jährige Berner tritt die Stelle am 7. November an und folgt auf Thomas Hanimann.

Die offene Stelle der Kommunikationsleitung konnte laut SEA mit Simon Bucher besetzt werden. Er hat das Studium an der Zürcher Fachhochschule ZHAW mit einem Bachelor in Kommunikation abgeschlossen. Neben dem Studium arbeitete Bucher während vier Jahren für die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) in Bern, wo er in der Unternehmenskommunikation Erfahrungen sammeln konnte. Laut SEA ist es ihm ein Anliegen, seinen Glauben an Jesus Christus auch im beruflichen Umfeld einbringen zu können.

Der bisherige Leiter Kommunikation und Medien, Thomas Hanimann, wird die SEA nach acht Jahren per Ende August verlassen. Er übernimmt die Leitung Kommunikation bei Connexio, dem Hilfs- und Missionswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche EMK in der Schweiz.

Thomas Hanimann war verantwortlich für verschiedene Medien- und Kommunikationsprodukte der SEA und hat unter anderem die Verteilzeitung „Viertelstunde für den Glauben“ als verantwortlicher Redaktor herausgegeben. Zudem hat er die Aktivitäten und Ziele verschiedener SEA-Arbeitsgemeinschaften in ihrer Kommunikationsarbeit unterstützt, heisst es in einer SEA-Medienmitteilung. Zudem habe er am Wandel von einer auf Print basierenden zu einer mit dem Web- und Social Media vernetzten Kommunikationsstrategie massgeblich mitgearbeitet.

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