APD-INFORMATIONEN 9/2016 - SEPTEMBER 2016

Christliche Nation Schweiz?

Zürich/Schweiz | 26.09.2016 | APD | Schweiz

Ist die Schweiz eine christliche Nation? Mit dieser und weiteren Fragen zum Stellenwert christlicher Grundwerte in der Schweizer Gesellschaft beschäftigt sich ein Arbeitspapier der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA. Das Dokument zeigt Übereinstimmungen, aber auch Meinungsverschiedenheiten im evangelisch-freikirchlichen Raum in der Schweiz.

Anlässlich des eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettags vom 18. September hat die Schweizerische Evangelische Allianz ein Dokument veröffentlicht, das auf die aktuelle Debatte rund um die Schweizer Grundwerte eingeht. Dabei nimmt es unter anderem die Fragen auf, ob die Schweiz eine christliche Nation genannt werden soll und welche Bedeutung die Gebote der Bibel für die Schweizer Gesellschaft haben. Das Arbeitspapier wurde vom Westschweizer Regionalverband der Evangelischen Allianz erarbeitet und nun ins Deutsche übersetzt. Der Verfasser Marc Schöni zeigt dabei in einem ersten Teil auf, in welchen Punkten die Meinungen der Evangelisch-Freikirchlichen in der Schweiz übereinstimmen. In einem zweiten Teil werden dann Fragen behandelt, über die kein Konsens herrscht.

Eine „christliche Nation“ gibt es nicht
Die Stellungnahme zeigt auf, dass es im engeren Sinne keine „christliche Nation“ gibt, da die Bevölkerung keines Landes ausschliesslich aus Christen besteht. Selbst wenn eine Mehrheit der Bevölkerung sich als christlich bezeichnet, ist es problematisch, von einer christlichen Nation zu sprechen. Heute wird „Nation“ oft mit „Staat“ gleichgesetzt, obwohl ein Staat aus vielen Völkern (Nationen) bestehen kann. Zudem kann eine Nation nicht der Kirche gleichgesetzt werden.

Inklusion statt Separation
Weitgehend einig sind sich die Evangelisch-Freikirchlichen in der Frage, wie das Christsein in der Welt gelebt werden soll. Ein von der Gesellschaft isoliertes Leben entspricht nicht dem christlichen Auftrag. Stattdessen sollen Christen die Liebe Gottes in Wort und Tat bezeugen. Dazu gehört auch die Glaubensfreiheit, für die sich die Evangelische Allianz rund um die Welt stark macht: Der Mensch soll frei sein, sich für oder gegen einen Glauben entscheiden zu können. Dies bedeutet, dass sich Menschen auch gegen den christlichen Glauben entscheiden können.

Biblische Gebote für alle?
Unterschiedliche Ansichten der Evangelisch-Freikirchlichen zeigt das Arbeitspapier beispielsweise in der Frage, welche Bedeutung die biblischen Gesetzestexte und Vorschriften für einen Staat haben. Eine Einzelperson kann sich entscheiden, nach diesen Geboten zu leben. Doch kann dies ein Staat von den ihm zugehörigen Menschen verlangen? Zu dieser und weiteren kontroversen Themen beleuchtet das Dokument verschiedene Positionen.

Unterschiedliche Positionen von evangelischen Parteien bei konkreten Fragen
Sobald man es mit konkreten Fällen zu tun hat, „ist Übereinstimmung zwischen evangelischen Christen nicht garantiert“, heisst es im Arbeitspapier der SEA. Bei der Frage, in „welchen Bereichen und unter welchen Umständen können der Bundesstaat und die kantonalen Staaten eine antigöttliche Macht darstellen“, gebe es Unterschiede bei den politischen Parteien, die sich als evangelisch verstünden, also der Evangelischen Volkspartei EVP und der Eidgenössisch demokratischen Union EDU.

Interessierten Personen steht das Arbeitspapier auf der Webseite der SEA zum Download bereit: http://www.each.ch/stellungnahmen/liste-stellungnahmen.html

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Kirchenverband Freikirchen Schweiz mit neuem Internetauftritt

Zürich/Schweiz | 26.09.2016 | APD | Schweiz

Der nationale Kirchenverband Freikirchen Schweiz (VFG), mit 16 freikirchlichen Bewegungen aus der Deutschschweiz, hat am 17. September einen neuen Internettaufritt sowie ein neues Logo lanciert. Medienschaffende, Vertreter der Landeskirche und die Öffentlichkeit sollen damit einen Zugang zu den Freikirchen jenseits der „tradierten Clichés“ erhalten, heisst es in der Medienmitteilung des Verbands der Freikirchen Schweiz.

Demnach verdeutliche die neue Webseite des VFG – Freikirchen Schweiz (www.freikirchen.ch) wofür die evangelischen Freikirchen stünden und präsentiere individuelle Selbstporträts ihrer 16 Verbandsmitglieder sowie der zwölf Gastmitglieder in Kurzform oder mittels einer ausführlicheren PDF-Datei. Links zu den Webseiten der jeweiligen Freikirchen oder Organisationen bieten zusätzliche Infos und Möglichkeiten der direkten Kontaktaufnahme.

Der VFG kennt folgende Kategorien des Kontakts: Mitglieder, Gäste, Beziehungen, Beobachterstatus. Nebst Medienmitteilungen können auf der Webseite auch Stellungnahmen des VFG und Vernehmlassungen eingesehen werden.

Der VFG – Freikirchen Schweiz
Der VFG – Freikirchen Schweiz ist gemäss Selbstdarstellung ein nationaler Kirchenverband mit gegenwärtig 16 freikirchlichen Bewegungen aus der Deutschschweiz, zu denen über 700 örtliche Kirchen mit ihren diakonischen Werken gehören. Neben der Schweizer Bischofskonferenz SBK und dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK versteht sich der VFG als dritte Kraft der christlichen Kirchen in der Schweiz und als Sprachrohr für die gemeinsamen Anliegen der Freikirchen.

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Adventisten zu Mel Gibsons neuem Film „Hacksaw Ridge“

Silver Spring, Maryland/USA | 26.09.2016 | APD | International

Die Nordamerikanische Kirchenleitung NAD der Siebenten-Tags-Adventisten äusserte sich in einer Erklärung vom 20. September zu „Hacksaw Ridge“, einem Kriegsfilm von Mel Gibson. Es geht dabei vor allem um ein Gemetzel bei der Erstürmung eines Felsplateaus auf der japanischen Insel Okinawa durch amerikanische Marineinfanteristen am Ende des Zweiten Weltkriegs. Dabei wird auch der selbstlose Einsatz des Adventisten und waffenlosen Sanitätssoldaten Desmond Doss dargestellt, der an einem Tag Dutzende Verwundete über die Felskante in Sicherheit abseilte. Doss habe als erster Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen („Nichtkämpfer“) die Ehrenmedaille des US-Kongresses erhalten und mit seiner Haltung Generationen von Adventisten inspiriert, so die NAD-Erklärung.

Demnach war Desmond Doss der Erste, der sich freiwillig zum Militärdienst gemeldet habe und dem auch der Status des Kriegsdienstverweigerers aus Gewissensgründen gewährt worden sei. Doss hat als waffenloser Sanitätssoldat („Nichtkämpfer“) im Zweiten Weltkrieg gedient.

Inmitten der filmischen Darstellung der Kriegsrealität zeichne „Hacksaw Ridge“ ein „aufwühlendes Porträt, wie Doss trotz des Horrors des Schlachtfelds seinen Glauben in entschlossener Weise ausgelebt“ habe, so die NAD-Erklärung. Die adventistische Kirche habe seit ihrer Gründung (1863) das Tragen von Waffen abgelehnt, heisst es weiter.

Die Erklärung schliesst mit der Feststellung, dass die nordamerikanische Kirchenleitung der Adventisten die Sorgfalt der Filmemacher schätze, mit der sie den Glauben von Desmond Doss dargestellt sowie dessen einzigartigen Auswirkungen in einem Film umgesetzt habe.

Kinostart in Deutschland: 12. Januar
„Hacksaw Ridge“, wurde am Filmfestival in Venedig das erste Mal gezeigt und soll in den USA am 4. November in die Kinos kommen. Der Kinostart für Deutschland ist für den 12. Januar 2017 vorgesehen. Für die Schweiz ist noch kein Datum zu eruieren.

Adventisten sind keine Pazifisten
Adventisten sind keine Pazifisten. Sie empfehlen in Ländern mit Wehrpflicht, in denen kein Zivildienst geleistet werden kann, den Nichtkämpferstatus bzw. den waffenlosen Dienst.

Dienst ohne Waffe aus Gewissensgründen
„Während die offizielle Position unserer Kirche im Dienst ohne Waffe beziehungsweise in der Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen besteht, wird die Entscheidung, dem Militär beizutreten, dem Gewissen des Einzelnen überlassen. Allerdings ermutigt unsere Kirche aufgrund des nichtkämpferischen Grundgedankens der Bibel, der Schwierigkeiten, den Sabbat zu halten und anderer Probleme, niemanden, sich dem Militär anzuschliessen“, sagte Pastor Ted N. C. Wilson, Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung in der August-Ausgabe 2014 des weltweiten Magazins „Adventist World“. „Unabhängig von der Entscheidung des Einzelnen fühlt sich unsere Kirche dem geistlichen Dienst und der seelsorgerlichen Unterstützung für alle ihrer Mitglieder verpflichtet, einschliesslich derer, die im Militär dienen, samt ihren Familien.“

„Siebenten-Tags-Adventisten haben ihr historisches Zeugnis für den Frieden und den Dienst ohne Waffe in den Jahren ihres Bestehens nicht aufgegeben“, betonte Wilson. Immer wieder hätten Leiter der Kirche die Politiker aufgerufen, Konflikte zu vermeiden. So hätten beispielsweise drei Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs der Präsident, der Generalsekretär und der Finanzvorstand der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), die obersten Repräsentanten der adventistischen Weltkirchenleitung, in einem offenen Brief erklärt: „Als Siebenten-Tags-Adventisten sprechen wir uns - wie auch andere Religionsgemeinschaften - nachdrücklich für eine Rüstungsbegrenzung aus. Wenn es im gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft möglich wäre, würden wir eine Abschaffung aller Kriege zwischen den Nationen befürworten. Zu dieser Sicht drängt uns die Logik unseres Glaubens an den Friedefürst Jesus Christus und unsere Erfahrung als Bürger seines Reiches.“

Adventistische Kriegsdienstverweigerer in West- und Ostdeutschland
Nach dem Zweiten Weltkrieg habe die Freikirchenleitung ihren wehrpflichtigen Mitgliedern in Westdeutschland in den Erklärungen vom 1. Dezember 1950, 25. April 1968 und Dezember 1983 empfohlen, den Wehr- und Kriegsdienst aus Gewissensgründen zu verweigern und stattdessen den zivilen Ersatzdienst zu leisten. Fast alle hätten sich für den Zivildienst entschieden, so Holger Teubert, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

In der früheren DDR habe es nur einen waffenlosen Dienst in der Armee als Bausoldat gegeben. Die meisten wehrpflichtigen Adventisten wären Bausoldaten gewesen, obwohl dadurch in der Regel der Ausschluss vom Hochschulstudium verbunden gewesen sei. Unter den bereits getauften adventistischen Jugendlichen habe es nur ganz wenige gegeben, die den Waffendienst in der Nationalen Volksarmee abgeleistet hätten; und dies meist im Sanitätsdienst. Aber selbst noch nicht getaufte Jugendliche hätten trotz offenkundiger Nachteile den Dienst als Bausoldaten vorgezogen.

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„Jetzt ist die Stunde der Aussenpolitik und der Diplomatie“ - Europäische Diskussion zur Wehrpflicht ruft EAK auf den Plan

Bonn/Deutschland | 26.09.2016 | APD | International

Mit zunehmender Sorge beobachtet die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) die Diskussionen in Europa über die Wiedereinführung und Ausweitung der Wehrpflicht. „Anscheinend setzen immer mehr Regierungen wieder verstärkt auf das Militär angesichts der vielen Konflikte in der Welt“, bedauert Dr. Christoph Münchow, der Bundesvorsitzende der EAK, aus Anlass des Antikriegstages am 1. September. Doch das sei der falsche Weg. Mehr Militär erhöhe die Gefahr des Krieges und sorge nicht für mehr Frieden.

2015 hat das NATO-Mitglied Litauen wegen der Ukraine-Krise die 2008 abgeschaffte Wehrpflicht vorübergehend wieder eingeführt, in Norwegen wurden im Juli die ersten wehrpflichtigen Frauen in die Streitkräfte einberufen, nachdem das NATO-Mitglied Anfang 2015 die Wehrpflicht für Frauen eingeführt hat. Und in der Schweiz wird aktuell über eine Wehrpflicht für Frauen diskutiert, nachdem dies eine Arbeitsgruppe des Schweizerischen Bundesrates im Juli empfohlen hatte.

Besorgniserregende Entwicklungen
„Das alles sind besorgniserregende Entwicklungen“, stellt der EAK-Bundesvorsitzende fest. Er habe Verständnis dafür, wenn die aktuellen Krisen und Konflikte in Europa und der Welt für Ängste sorgen. Aber die Lösung könne nicht lauten, „dass wir wieder aufrüsten und mehr Militär fordern“. Vielmehr sei dies nun „die Stunde der Aussenpolitik und der Diplomatie“. „Als der Kalte Krieg zu eskalieren drohte, sorgte die KSZE damals für eine Entspannung. Warum wird jetzt nicht mehr auf die OSZE gesetzt?“, fragt Münchow.

Er warnte in diesem Zusammenhang auch davor, in Deutschland erneut eine Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu führen. Zuletzt geschah das vor wenigen Tagen im Zusammenhang mit der Vorstellung der neuen „Konzeption Zivile Verteidigung“ (KZV) der Bundesregierung. „Ich bin froh und erleichtert, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière rasch betont hat, dass eine Wiedereinführung der Wehrpflicht derzeit nicht zur Debatte stehe“, so der EAK-Bundesvorsitzende.

Wehrpflicht für Frauen
Äusserst kritisch sehe die EAK vor allem die Einführung einer Wehrpflicht für Frauen. „Ich halte den norwegischen Weg für falsch. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als würde hier unter dem Deckmantel einer angeblichen Gleichberechtigung von Mann und Frau versucht, die personellen Lücken der dortigen Armee zu schliessen“, meinte Jasmin Schwarz, die Referentin für Frieden und Kriegsdienstverweigerung (KDV) der EAK. „Die Nachfrage nach einer KDV-Beratung nimmt in Deutschland, gerade auch unter Soldatinnen, spürbar zu“, gab Jasmin Schwarz mit Blick auf ihre beruflichen Erfahrungen zu bedenken.

Antikriegstag
Seit 1957 wird in der Bundesrepublik Deutschland, nicht zuletzt auf Initiative der Gewerkschaften, der 1. September in Erinnerung an den deutschen Überfall 1939 auf Polen, als Antikriegstag begangen. In der DDR wurde der 1. September als „Weltfriedenstag“ bezeichnet.

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Friedensarbeit zwischen Euphorie und Hemmnissen - Evangelische Friedensverbände AGDF und EAK fragen in Mainz nach Friedensräumen

Mainz/Deutschland | 26.09.2016 | APD | International

Wo gibt es Lebensräume für den Frieden? Wie können diese aussehen und gestaltet werden? Und wie können diese Räume vielleicht die Kirche verändern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein gemeinsamer Workshop der „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ (AGDF) und der „Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden“ (EAK) in Mainz. „Es sind spannende Fragen, die sich hier stellen, wenn man sich auf die Suche nach solchen Räumen macht“, betonte der Friedens- und Konfliktforscher Markus Weingardt (Tübingen) von der „Stiftung Weltethos“, der die Gesprächsrunde moderierte.

Dass es solche Räume des Friedens schon länger gibt, zeigten Beispiele, die dabei in Mainz vorgestellt wurden. So eine kleine franziskanische Kommunität in einem der sozialen Brennpunkte in Frankfurt am Main mit einer engagierten Kinder- und Jugendarbeit, oder ein mennonitisches Friedenszentrum in Berlin-Neukölln mit Angeboten für Jugendliche aus verschiedenen Kulturen und einer breiten Stadtteilarbeit. Oder die Arbeit als Nichtregierungsorganisation für Menschenrechtsfragen bei den Vereinten Nationen in Genf und New York.

„Die Welt ist der Ort Gottes. Hier in der Welt begegnen wir Gott durch die Begegnung mit anderen Menschen“, unterstrich Bruder Markus Heinze vom Orden der Franziskaner (OFM), Direktor von „Franciscans International“ in Genf und New York. Und Pastorin Martina Basso vom Mennonitischen Friedenszentrum in Berlin machte deutlich: „Wir gehen nicht ab und zu mal in die Welt, sondern wir sind mittendrin. Es gibt da kein Draussen oder Drinnen.“

Die mennonitische Pastorin hob hervor, dass der Friede das ganze Leben umfasse. Dies zeige sich dann auch im Handeln. „Dazu gehört, verletzlich zu sein und Verletzungen anzunehmen. Dazu gehört Demut, auch gemeinsam mit dem zu gehen, mit dem ich nicht übereinstimme. Es ist zudem nicht unsere Aufgabe, die Probleme der Welt zu lösen, sondern Hoffnung auf Erlösung zu geben, um das Reich Gottes aufblitzen zu lassen, wo der Friede gelingt. Und es erfordert, wahrhaftig zu reden, aufmerksam zuzuhören und aufmerksam zu sein gegenüber der Gemeinschaft“, so Martina Basso.

Der Franziskaner Markus Heinze warnte davor, sich als Kirche oder als Friedensraum von der Welt zu distanzieren. „Wir müssen uns zweier Dinge bewusst sein: Ich selbst bin ein geliebter Mensch, gewollt und bejaht. Und genauso ist auch der andere Mensch geliebt, gewollt und bejaht. Dieses Bewusstsein verändert unser Handeln“, so der römisch-katholische Theologe.

Frömmigkeit und politisch sein, bedingen einander
Für beide, die Mennonitin und den Franziskaner, sei dabei klar: Spiritualität und tägliche Arbeit gehörten zusammen und geben die Kraft, solche Räume des Friedens zu schaffen und zu gestalten. „Der christliche Glaube muss zu einer Kultur des Friedens führen“, ist Martina Basso überzeugt. Frömmigkeit und politisch sein, würden dabei einander bedingen und sich nicht ausschliessen. Und Markus Heinze sieht darin auch eine verändernde Kraft für die Kirche: „Wir sollen nicht die Kirche ändern wollen, sondern die Welt. Und dann kann Kirche zu einem Friedensraum in der Welt werden.“

„Es ist immer eine Friedensarbeit zwischen Euphorie und Hemmnissen“, stellte Markus Weingardt fest. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der gemeinsamen Tagung von AGDF und EAK schilderten in Mainz ihre Erfahrungen mit Friedensräumen, dem Weg zu solchen Erlebnissen und den auftretenden Problemen dabei. Doch auch die Frage, wie Traditionen und Erfahrungen früherer Friedensarbeit hochgehalten werden könnten oder welche neuen Wege beschritten werden sollten, spielten eine Rolle. Es gab Berichte von Erlebnissen, die Mut machten, aber auch von Erlebnissen in der Friedensarbeit, die Resignation verursachten.

„Wir sollten uns aber immer wieder auch bewusst machen, was wir in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erreicht haben in der Friedensarbeit, um solche Friedensräume zu finden und zu erhalten“, unterstrich EAK-Bundesvorsitzender Dr. Christoph Münchow. Vor 100 Jahren sei wahrscheinlich eine solche Veranstaltung kaum möglich gewesen, ist er überzeugt. Doch seitdem wäre viel geschehen.

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Kirchenerneuerung in der Geschichte der Freikirchen - Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung

Karlsruhe/Deutschland | 26.09.2016 | APD | International

Mit den Vorstellungen von der Erneuerung der Kirche in der Geschichte der Freikirchen befasste sich die Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) vom 10. bis 11. September in der mennonitischen Tagungsstätte „Thomashof“ in Karlsruhe/Deutschland. Angesichts des bevorstehenden Reformationsjubiläums informierten die Referenten, wie „Kirchenerneuerung“ in der Geschichte verschiedener Freikirchen gedacht und umgesetzt wurde.

„Dass sich die meisten Freikirchen als erneuernde Kräfte in einer als defizitär empfundenen kirchlichen Landschaft verstanden haben, gehört zu ihrem entstehungsgeschichtlichen Hintergrund und prägt ihr Selbstverständnis bis heute“, gab der 2. Vorsitzende des VFF, Dr. Thomas Hahn-Bruckart, Mainz, bei der Tagungseröffnung zu bedenken. Auch innerhalb der Freikirchenfamilien habe es im Laufe der jeweils eigenen Geschichte Erneuerungsbewegungen gegeben. Wie dabei „Erneuerung“ jeweils theologisch verstanden wurde und welche Konzepte sich damit verbanden, sei nicht einheitlich gewesen.

Veränderung oder Wiederherstellung?
Der Tagungstitel „Reformatio oder Restitutio?“ (Veränderung oder Wiederherstellung?) befasste sich mit zwei Begriffen, die Grundtendenzen aufzeigen sollten, in welcher Weise sich die jeweiligen freikirchlichen Traditionen oder Erneuerungsbewegungen in Kontinuität oder Diskontinuität zum Vorhergehenden sahen, so Hahn-Bruckart. Betrachtete man die damals vorhandenen Kirchen als reformierbar? Oder sah man als einzigen Weg auf das Urchristentum zurückzugreifen und den Versuch einer „Wiederherstellung“ desselben anzustreben? Welche Rolle spielte dabei die Reformation im 16. Jahrhundert? Handelte es sich um eine „unabgeschlossene“ Reformation oder war sie auch nur Teil einer Verfallsgeschichte? Bei diesen Fragen gehe es nicht nur um theologische Grundentscheidungen, sondern auch um das Verständnis von Geschichte und das von den Freikirchen jeweils entworfene Selbstbild, sagte der 2. Vorsitzende des VFF.

Die Hessische Renitenz
Im ersten Referat erläuterte Professor Dr. Gilberto da Silva von der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberusel „Die Hessische Renitenz und ihre Geschichtstheologie“. In vielen deutschsprachigen Gebieten kam es aufgrund der Einführung der „Union“, gemeint ist die Vereinigung von lutherischer und reformierter Kirche, ab 1830 zur „Renitenz“. Durch den Protest von Pfarrern und Gemeinden gegen diese Union bildeten sich „freie“, staatsunabhängige lutherische Kirchen. 1866 wurde das Kurfürstentum Hessen von Preussen besetzt, annektiert und fortan als preussische Provinz Hessen-Nassau regiert. Die preussische Besatzung unierte 1873/74 die kurhessische Landeskirche, was einen schwerwiegenden Angriff auf das lutherische Bekenntnis darstellte. In den Gemeinden entstand offener Widerstand dagegen. Daraufhin wurden 43 Pfarrer, Anhänger des Marburger Theologieprofessors August Vilmar, ihres Amtes enthoben. Sie betreuten in der Folgezeit die „renitenten Gemeinden“ und gründeten die „Renitente Kirche ungeänderter Augsburgischer Konfession in Hessen“.

Aufgrund des Studiums des lutherischen Augsburger Bekenntnisses (CA) von 1530 kam Vilmar zur Überzeugung, dass Laien einschliesslich des Landesherrn nicht über Angelegenheiten der Kirchen bestimmen dürften. Er forderte deshalb die Selbstregierung und Selbstverwaltung der Kirche durch das geistliche Amt, nämlich die Pfarrer. Für ihn gab es weder ein urchristliches noch ein reformatorisches Ideal. Das seien nur die jeweiligen Erkenntnisstufen gewesen. Die Reformation Luthers habe Vilmar zwar gewürdigt, doch sie sei noch nicht vollständig gewesen. Es habe die Erkenntnis vom geistlichen Amt in der Kirche gefehlt.

Der Christenheit zwölf Aposteln zugeteilt
Professor Dr. Helmut Obst, Halle, sprach über „Die Apostolische Bewegung zwischen Urchristentum und eschatologischer Heilsgemeinde“. In Grossbritannien wurden unter dem Einfluss einer schottischen endzeitlichen Erweckungsbewegung zwischen 1832 und 1835 zwölf Männer durch prophetische Worte als Apostel berufen. Diesen wurde die Christenheit in zwölf Auftragsgebieten („Stämmen“) zugeteilt. Die Apostel sahen ihre Hauptaufgabe in der Einheit und Vollendung der Kirche. Sie wollten Christus bei seiner Wiederkunft die Kirche als „geschmückte Braut“ entgegenführen. Die Wiederkunft Christi erwarteten sie noch zu ihren Lebzeiten. Es entstanden Katholisch-Apostolische Gemeinden. Sie vertraten die Auffassung: Die Reformation hatte zwar eine grosse Bedeutung, doch sie habe nicht genügt, um die Kirche von Grund auf zu erneuern. Die Aufrichtung der biblischen Ordnung mit Aposteln und anderen Ämtern wäre eine der eigentlichen Aufgaben der Reformation gewesen. Doch die Reformatoren hätten sich auf falsche Ordnungen gestützt.

Die Kirche ist irreparabel - John Nelson Darby
Professor Dr. Erich Geldbach, Marburg, informierte über „Geschichtsschau und Gemeindeideal bei John Nelson Darby“ (1751-1834). Aufgrund seiner heilsgeschichtlichen Schau vertrat Darby die Ansicht, dass die Kirche nach der Zeit der Apostel irreparabel verfallen sei. Der Verfall habe bereits zur Zeit des Neuen Testaments begonnen. Darby stimmte in vielen Lehraussagen zwar mit den Freikirchen überein, kritisierte jedoch deren Absicht, die „Gemeinde nach dem Neuen Testament“ wiederherstellen zu wollen. Eine Wiederherstellung der ursprünglichen Gemeinde Jesu sei nicht mehr möglich, da Gott nie etwas wiederherstelle, was der Mensch verdorben habe, und ausserdem das apostolische Amt fehle. Für die gegenwärtige Gemeinde sei es nur noch möglich, sich im Namen Jesu zu versammeln und sehnsüchtig auf den Tag der Entrückung durch Christus zu warten. Dazu seien keine Ämter, keine Dogmatik und keine kirchlichen Gebäude mehr nötig.

Der zweite Teil der Reformation - Pietismus
Um die Erweckungsbewegung innerhalb der evangelischen Landeskirchen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging es bei Dr. Jan Carsten Schnurr von der Freien Theologischen Hochschule Giessen. Diese Bewegung hatte, so Schnurr, ein Geschichtsbewusstsein. Es wurden Vorbilder in der Vergangenheit gesucht. Man fand sie in den biblischen Berichten über die Apostel und in den Märtyrern der frühchristlichen Zeit bevor Kaiser Konstantin (272-337 n.Chr.) das Christentum zur Staatsreligion erklärte. Auch für die Christen in vorreformatorischer Zeit, wie die Waldenser (ab 12. Jahrhundert), Jan Hus (1370-1415) und John Wycliff (1320-1384) bestand Interesse. Die Reformatoren wurden als Lehrer beschrieben, welche die Lehre des Evangeliums weitergaben. Sie waren „Kirchenverbesserer“, da sie die Kirche wieder auf den Boden der Heiligen Schrift zurückführten. Doch die Reformation habe als Wiederherstellung der Lehre nicht ausgereicht. Es sei auch der Pietismus mit der Wiederherstellung des gelebten Glaubens als zweiter Teil der Reformation notwendig gewesen.

Die unvollendete Reformation - Freien evangelische Gemeinden
Ob sich die Freien evangelische Gemeinden (FeG) als Kinder einer unvollendeten Reformation ansehen, darüber handelte das Referat von Professor Dr. Markus Iff, Dozent an der Theologischen Hochschule Ewersbach im hessischen Lahn-Dill-Kreis. Die Gemeinden betrachteten sich als „Kinder der Reformation“. Entscheidend sei jedoch die „Gemeinde der Glaubenden“. Evangelisch sein bedeute daher auch evangelisch leben. Das Evangelium binde den Glaubenden an Christus und deshalb sollte er auch im Gehorsam des Glaubens leben. In diesem Sinne sei die Reformation unvollendet und die FeG würden sich als Erneuerungsbewegung verstehen.

Die wahren Gläubigen leben in Gütergemeinschaft - Hutterer
Mit den Hutterern im 16. Jahrhundert befasste sich Dr. Astrid von Schlachta, Weierhof in Bolanden/Pfalz. Diese täuferische Kirche geht auf Jakob Hutter zurück, deren Anhänger in Gütergemeinschaft leben. Die Täufer wurden von der lutherischen, reformierten und der römisch-katholischen Kirche als Abtrünnige angesehen und deswegen verfolgt. Auch Jakob Hutter erlitt den Märtyrertod und wurde 1536 in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die verfolgten Hutterer mussten das Südtiroler Pustertal verlassen und siedelten sich in der Markgrafschaft Mähren an, wo sie auf Gütern des Adels Schutz fanden. Dort kam es zur Einführung der Gütergemeinschaft, die schliesslich als Zeichen der wahren Gläubigen und daher als heilsnotwendig angesehen wurde. Vorbild war für die Hutterer die Jerusalemer Urgemeinde. Doch die Anerkennung des Christentums durch Kaiser Konstantin habe zum Abfall der Kirche geführt. Die Reformatoren wurden von den Hutterern nur insoweit positiv gesehen, wenn sie sich gegen die Irrtümer des Papsttums wandten. Doch indem auch sie Staat und Kirche miteinander verbanden, wären sie nicht besser gewesen.

Von der Erneuerungsbewegung zur partnerschaftlichen Kirche - Nazarener
Das Schlussreferat hielt Dr. Klaus Arnold, Linsengericht im Main-Kinzig-Kreis in Hessen, über „Die Kirche des Nazareners als soziale und theologische Erneuerungsbewegung“. Die Kirche entstand aus der Heiligungsbewegung in den USA und wurde 1908 in Pilot Point/Texas gegründet. Sie umfasst heute über zwei Millionen Mitglieder in 155 Ländern und ist seit 1958 auch in Deutschland vertreten. Laut Arnold hat sich die Kirche des Nazareners aus einer sozialen und theologischen Erneuerungsbewegung zu einer eigenständigen, globalen und partnerschaftlichen Kirche entwickelt, die sich als reformbedürftig und reformierbar und auf den Prinzipien der Reformation stehend versteht.

Nächste VFF-Tagung in Wien
Die in Karlsruhe gehaltenen Referate werden im Jahrbuch des Vereins für Freikirchenforschung dokumentiert, der 2017 erscheinen soll. Die nächste Tagung des Vereins für Freikirchenforschung findet zum Thema „Reformation und Freikirchen in Österreich“ vom 24. bis 25. Juni 2017 in Wien statt.

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Die adventistische Weltkirchenleitung muss Kosten senken

Silver Spring, Maryland/USA | 26.09.2016 | APD | International

Der Präsident, Pastor Ted N.C. Wilson und der Finanzvorstand der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), Juan R. Prestol-Puesán, informierten am 20. September die Mitarbeitenden am Sitz der Weltkirche in Silver Spring, Maryland/USA, dass sich die globale wirtschaftliche Unsicherheit auf die Haushaltslage der Kirche auswirke und sie seit August unterhalb des Budgets liege. In Zukunft würden alle Tätigkeiten überprüft, mit der Absicht, die Kosten zu senken. Sie riefen die Mitarbeitenden dazu auf, sich aktiv mit Vorschlägen einzubringen. Der zentrale Auftrag der Kirche, den Menschen die frohmachende Nachricht von Jesus zu verkünden, solle aber nicht tangiert werden, teilte Adventist Review AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift, mit.

Stärkerer US-Dollar
Bereits im April hatte Juan R. Prestol-Puesán, Finanzvorstand auf die sich abzeichnenden finanziellen Schwierigkeiten der Weltkirchenleitung hingewiesen. (http://www.stanet.ch/apd/news/archiv/11040.html). Bei der Information der Mitarbeitenden am 20. September sagte Prestol-Puesán: „Es geht nicht mehr nach dem Motto ‚business as usual’!“

Obwohl die weltweit 19,5 Millionen adventistischen Kirchenmitglieder treu ihre „Zehnten“ und Gaben spendeten, sei die Weltkirchenleitung seit August unterhalb des Budgets, so Prestol. Grund dafür sei das Erstarken des Dollars gegenüber anderen Währungen. Da die adventistische Weltkirchenleitung in US-Dollar budgetiere, führten die finanziellen Zuwendungen von Ländern mit schwächerer Währung bei der Umrechnung zu Verlusten im Millionenbereich. Bei der anstehenden internen Überprüfung aller Bereiche und Tätigkeiten gehe es darum, Kosten einzusparen, so Prestol-Puesán. Dabei sei er laut AR offen für Vorschläge der Mitarbeitenden.

Weitere Gründe für die knappe Finanzlage
Einer der Gründe, weshalb die Finanzlage der adventistischen Weltkirchenleitung angespannt sei, habe mit dem Auszug der Nordamerikanischen Kirchenleitung NAD aus dem Hauptsitz in Silver Spring und dem Umzug in ein anderes Gebäude in Columbia, Maryland, zu tun. Der Mietausfall für die Weltkirchenleitung betrage pro Jahr rund eine Million US-Dollar. Hinzu komme laut dem Finanzvorstand die gemeinsam vereinbarte Reduzierung der Beitragsprozente der Nordamerikanischen Kirchenleitung an das Budget der Weltkirchenleitung im Lauf der nächsten Jahre.

Der frei gewordene Platz im Gebäude der Weltkirchenleitung werde zukünftig teilweise durch die Büros der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA International, weltweites adventistisches Radiowerk „Adventist World Radio“ AWR sowie „Adventist Risk Management“ ARM, adventistische Versicherungsgesellschaft, belegt.

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Adventistin zur stellvertretenden Gouverneurin der Jungferninseln ernannt

Christiansted, St. Croix/Jungferninseln | 26.09.2016 | APD | International

Königin Elisabeth II. ernannte durch den Aussenminister des Amts für Angelegenheiten des Auswärtigen und des Commonwealth, Boris Johnson, für die Zeit vom 1. September bis Februar 2018 die Adventistin Rosalie Adams zur stellvertretenden Gouverneurin der Britischen Jungferninseln. Adams wurden die Dokumente zur Treuepflicht der Staatsbeamten und der ordnungsgemässen Amtsführung in einer Feier von der Richterin im britischen Überseegebiet in der Karibik, Nicola Byer, übergeben. Rosalie Adams kann bei Abwesenheit des Gouverneurs, John S. Duncan, dessen Funktion als Staatsoberhaupt übernehmen.

Rosalie Adams sei 1968 in den öffentlichen Dienst eingetreten und habe an verschiedenen Schulen im Gebiet der Britischen Jungferninseln unterrichtet bevor sie 2005 als Staatssekretärin ins Ministerium für Gesundheit und Soziale Entwicklung berufen worden sei, berichtet Adventist News Network ANN. Sie habe auch als Staatsekretärin im Ministerium für Kommunikation und später in der gleichen Funktion im Büro des Ministerpräsidenten gearbeitet.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten auf den drei grössten Inseln der Britischen Jungferninseln, Tortola, Virgin Gorda und Anegada bestehe aus acht Kirchgemeinden, die sich vor allem in der Nachbarschaftshilfe engagierten, so ANN. Die Adventisten führten auf den Britischen Jungferninseln eine staatlich anerkannte Schule mit Primar- und Sekundarschulklassen.

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Kirchen in Europa rufen zu Gebet und Schutz der Schöpfung auf

Frankfurt/Main und Bern/Schweiz | 26.09.2016 | APD | Ökumene

In einer gemeinsamen Stellungnahme rufen der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (ECEN) zu gemeinsamem Gebet und zur Stärkung ökumenischer Arbeit zum Schutz der Schöpfung auf. Anlass ist die „Zeit der Schöpfung“ vom 1. September bis 4. Oktober. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) sowie jene in der Schweiz (AGCK.CH) unterstützen mit ihren Mitgliedskirchen die „SchöpfungsZeit“.

Glaube an den Schöpfer hochhalten
„Respekt, Wertschätzung und Kontemplation der Schöpfung sind gemeinsames Anliegen der christlichen Kirchen“, heisst es in der Stellungnahme von CCEE, KEK und ECEN. „Die Schöpfung zu respektieren meint nicht allein, die Erde, das Wasser und andere Teile der natürlichen Welt zu schützen und zu bewahren. Gleichzeitig wird darin der Respekt für die Menschen ausgedrückt, die das Geschenk der Schöpfung teilen und Verantwortung dafür tragen.“

„Wir laden herzlich alle Christen in Europa, die Mitgliedskirchen der KEK und die Bischofskonferenzen der CCEE, die Gemeinden und kirchlichen Gemeinschaften und alle Menschen guten Willens ein, an der Schöpfungszeit teilzunehmen, die Schöpfungszeit in der jeweiligen eigenen liturgischen Tradition gemeinsam zu feiern, und den gemeinsamen christlichen Glauben in Gott den Schöpfer, hochzuhalten“, so die Stellungnahme.

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Syrien: Erzbischof beklagt Zunahme von Gewalt gegenüber Christen

Damaskus/Syrien | 26.09.2016 | poi/Fides/AsiaNews/C | Religionsfreiheit

Für die Christen verschlechtert sich die Situation in der Grossstadt Hassaké (Al-Hasaka), in der Djazira, der nordöstlichen syrischen Provinz zwischen Euphrat und Tigris. Aus der Stadt wurden zwar die eingesickerten IS-Terroristen vertrieben, aber es gibt ständige Auseinandersetzungen zwischen kurdischen Milizen, die rund 80 Prozent des Stadtgebiets kontrollieren sollen und Regierungstruppen, die u.a. die offiziellen Gebäude im Stadtzentrum in der Hand haben.

Der syrisch-katholische Erzbischof von Hassaké-Nisibi, Jacques Behnan Hindo hat im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur „Fides" von zunehmender Gewalt und Einschüchterungsversuchen gegenüber der christlichen Bevölkerung berichtet. Brandanschläge und ähnliche Vorkommnisse sind nach seiner Ansicht Bestandteil einer gezielten Strategie zur Vertreibung der Christen. Der seit 1996 amtierende Erzbischof gilt als nüchterner Beobachter aller am syrischen Konflikt beteiligten Gruppierungen.

„Jedes Mal, wenn die kurdischen Milizen aktiv werden, um die eigene Vorherrschaft über die Stadt zu sichern, ist das Zentrum ihrer Aktionen jenes Stadtviertel, in dem sich sechs christliche Kirchen befinden und wo die meisten Christen leben", bedauert Erzbischof Hindo. In vielen Fällen seien Christen bedroht und aus ihren Wohnungen vertrieben worden, die anschliessend geplündert wurden. Auch er selbst sei Opfer eines solchen Einschüchterungsversuchs geworden, berichtet der Erzbischof: Als Milizionäre auf die Fenster seiner Wohnung schossen, hätten die Schüsse nur knapp seinen Kopf verfehlt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls sei das Viertel von kurdischen Milizen kontrolliert worden, es habe keine anderen Bewaffneten in der Gegend gegeben.

Auch eine humanitäre Hilfslieferung seiner Eparchie für muslimische Einwohner von ehemals von den IS-Terroristen belagerten Dörfern in der Umgebung von Hassaké sei unter Beschuss genommen worden. „Es ist sicher", so der Erzbischof zu diesem Vorfall, „dass die Schüsse nicht von Dschihadisten abgefeuert wurden, deren Basislager mehr als 20 Kilometer entfernt sind". Ausserdem mache es ihn besorgt, dass unter kurdischem Kommando jetzt auch Milizionäre zu finden seien, die früher mit den IS-Terroristen gemeinsam unterwegs waren.

Um Ausgleich zwischen Kurden und syrischen Regierungstruppen ist nach einem Bericht der katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews" die armenische Gemeinschaft von Hassaké bemüht. Seitens der Armenier werde jeder Gedanke an Emigration zurückgewiesen. Die armenische Gemeinschaft in Hassaké hat tiefe historische Wurzeln; nach dem Völkermord im Osmanischen Reich 1915 bis1923 wurde die Gemeinschaft durch Flüchtlinge aus den türkisch verbliebenen Städten, vor allem aus Mardin, verstärkt. In der jetzigen Situation, der de-facto-Teilung der Stadt, haben die Armenier die Erlaubnis, von einer „Zone" in die andere zu wechseln; daher übernehmen sie immer wieder eine Vermittlerrolle.

Laut „AsiaNews" ist die humanitäre Situation in Hassaké schwierig. Wie in anderen syrischen Städten ist die Stromversorgung immer wieder unterbrochen, die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten ist unzureichend, das Gesundheitssystem ist praktisch zusammengebrochen. Wer ärztliche Hilfe braucht, muss sich nach Kamischli (Al-Qamishli) wenden, die unmittelbar an der türkischen Grenze gelegene Stadt.

In dem Bericht von „AsiaNews" sind aber auch erstmals Hinweise enthalten, dass es in er-Raqqa, der inoffiziellen Hauptstadt der IS-Terroristen, nach wie vor armenische Christen gibt, die dort als „Dhimmi" („Schutzbefohlene" nach Scharia-Recht) leben müssen. Die armenische Kirche sei geschlossen, die Kreuze und Glocken abmontiert, zu seltenen Anlässen gebe es die Erlaubnis, dort „leise" einen Gottesdienst zu feiern. Dafür müsse extra eine Sondersteuer in Höhe von siebeneinhalb Gramm Gold gezahlt werden.

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Weltbibelhilfe unterstützt Projekte in Jordanien und Syrien

Stuttgart/Deutschland | 26.09.2016 | DBG/APD | Bibel

Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unterstützt Projekte der Bibelgesellschaften in Jordanien und Syrien. Die Bibelgesellschaft in Jordanien verteilt gemeinsam mit Freiwilligen aus den örtlichen Kirchen Lebensmittel und Hilfsgüter an Flüchtlinge und andere Menschen in Not. Familien bekommen auf Wunsch eine Bibel. Die Bibelgesellschaft in Syrien engagiert sich trotz des Krieges weiter für Christen, die im Land geblieben sind.

„Vor wenigen Monaten habe ich die Bibelgesellschaft in Jordanien besucht und gesehen, wie sich die Mitarbeitenden voller Energie und Eifer für die geflüchteten Familien aus Syrien und dem Irak einsetzen“, berichtet der Leiter der Weltbibelhilfe Horst Scheurenbrand. Besonders bewegt habe ihn, dass in den Gesprächen mit den geflüchteten Familien der christliche Glaube eine zentrale Rolle spiele. Viele fänden in Gottes Wort Trost.

Dem Spendenaufruf der Weltbibelhilfe zum diesjährigen Erntedankfest liegt eine Gebetskarte mit dem arabischen Nūn-Zeichen bei. Es steht für Nazarener, die Bezeichnung für Christinnen und Christen im Koran. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kennzeichnete mit diesem Buchstaben die Häuser von Christen in den von ihnen eroberten Gebieten. Dadurch drohte ihnen Verfolgung und Tod. Doch das Zeichen entwickelte sich zum Symbol für die weltweite Solidarität mit den arabischen Christen. “Etwas völlig Unerwartetes war geschehen: Das angsteinflössende, tödliche Zeichen war zu einem Symbol der Hoffnung geworden“, erklärt der ehemalige badische Landesbischof und Schirmherr der Weltbibelhilfe, Dr. Ulrich Fischer.

Die Bibelgesellschaft in Syrien konzentriert sich aktuell auf die Arbeit für die im Land verbliebenen Christinnen und Christen. „Für uns ist es wie ein Wunder, dass wir am Leben sind und den Menschen Bibeln bringen dürfen“, berichtet ein Mitarbeiter. „Wir besuchen die Kirchen, auch wenn es schwierig und oftmals gefährlich ist. Wir geben nicht auf, denn die Christen in Syrien sind sehr dankbar für Gottes Wort.“

Zehnfach gestiegene Nachfrage nach Bibeln während des Bürgerkriegs in Syrien
Die Nachfrage nach Bibeln ist laut Bibelgesellschaft seit Beginn des Bürgerkriegs um das Zehnfache gestiegen. Nach ihren Erfahrungen sind jetzt besonders Kinderbibeln gefragt. Kinder seien die Zukunft und sie sollten in dieser schwierigen Zeit erfahren, dass Gott bei ihnen ist und sie stärkt. Die noch existierenden Kirchengemeinden bieten deshalb nach Möglichkeit Kinderstunden an, berichtet die Bibelgesellschaft.

Weltbibelhilfe - mehr als 450 Übersetzungs- und Alphabetisierungsprojekte
Die Weltbibelhilfe sammelt in Deutschland und in der Schweiz Spenden für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie für andere bibelgesellschaftliche Arbeit weltweit. Partner sind die im Weltverband zusammengeschlossenen Bibelgesellschaften. Der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) zählt 146 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. Zurzeit arbeiten Bibelgesellschaften weltweit an mehr als 400 Übersetzungsprojekten der Bibel. Ein weiteres wichtiges Anliegen des UBS ist die Alphabetisierung. Der UBS unterstützt Projekte in 50 Sprachen und will damit über eine Million Menschen erreichen. Die Schweizerische Bibelgesellschaft kann im Jahr 2016 dank Spenden 23 Projekte der Weltbibelhilfe unterstützen.

Weitere Informationen im Internet unter:
https://www.die-bibel.de/spenden/weltbibelhilfe/projekte/projektliste/
http://www.die-bibel.ch/mainpages/projekte/

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Freiwillige helfen Bauernfamilien in Menznau/LU und Epiquerez/JU

Zürich/Schweiz | 26.09.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Das Hilfswerk ADRA Schweiz (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe) hat im August zwei Freiwilligenwochen durchgeführt, um Bauernfamilien in Menznau/LU und in Epiquerez/JU mit Bau-, Instandstellungs- und Unterhaltsarbeiten zu helfen. Koordiniert werden die Freiwilligeneinsätze von bergversetzer, einem Gemeinschaftsprojekt der Schweizer Berghilfe und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete.

Hilfe an Witwe mit vier minderjährigen Kindern in Menznau, 14. bis 19. August
In Menznau hätten die zehn Freiwilligen geholfen, den Bauernhof wieder „in Schuss“ zu bringen, sagte Monika Stirnimann, zuständig für ADRA Projekte in der Schweiz. Der Familie sei der Mann und Vater durch den Tod entrissen worden, sodass die Witwe alle Tiere verkaufen musste. Die Freiwilligen hätten in Handarbeit den Stall „entrümpelt“ und unter Einsatz von drei Baumaschinen um das Haus gerodet, alte Gegenstände entsorgt sowie den Boden geebnet und einen Sitzplatz erstellt. Es sei auch das Dach des Stalls ausgebessert und der Hauseingang neu gestrichen worden. Damit soll der Hof für die nächste Generation erhalten bleiben, sagte Stirnimann, denn der älteste Sohn wolle ihn nach Abschluss der Bauernlehre bewirtschaften.

Bauarbeiten für Jungbauernfamilie in Epiquerez, 21. bis 26. August
Die Jungbauernfamilie in Epiquerez hat an einem abgelegenen Ort direkt am Doubs einen Hof gekauft, der als Bio-Betrieb bewirtschaftet wird. Das rund 200-jährige Wohnhaus ist nicht bewohnbar und muss vollständig renoviert werden. Die 25 Freiwilligen haben unter der technischen Leitung des Vaters des Jungbauern sowie dem ADRA-Teamleiter, Erich Stirnimann, Balken in den Zimmern eingezogen, Wände isoliert, Fermacellplatten als Wandverkleidungen eingebaut und verputzt sowie Decken montiert und den Boden in der Küche betoniert.

Um den Tierschutzbestimmungen zu entsprechen wurde der Stall erweitert und zu einem Laufstall ausgebaut. Die Freiwilligen haben dort eine Bodenplatte sowie eine Grube für den Melkstand betoniert, Mauern aufgezogen sowie verputzt und das Licht sowie elektrische Leitungen installiert.

Berufsgruppen der Freiwilligen
Da für die meisten Arbeiten unter den Freiwilligen Fachleute zur Verfügung stünden, seien auch „Handlanger“ willkommen, die von den Spezialisten eingewiesen und meist in kleinen Gruppen begleitet würden, sagte Monika Stirnimann. Demnach seien die Hilfeleistenden im Alter von 25 bis 70 Jahren in ihrem Berufsleben Elektriker, Krankenschwester, Sportlehrerin, Schneiderin, Hausfrau, Dachdecker, Elektronik Ingenieur, IT-Fachmann, Förster, Schreiner, Lehrerin etc. Zwei Rentner hätten sich als „pensionierte Allrounder“ angemeldet, so Stirnimann. Die sprachliche Verständigung zwischen den Deutsch und Französisch sprechenden Freiwilligen klappe problemlos und sei eine Bereicherung.

Unterkunft und Verpflegung
Die Freiwilligen des Einsatzes in Epiquerez waren in einem Massenlager eines ehemaligen Hotels in Ocourt/JU, rund 40 Minuten Fahrzeit zum Bauernhof, untergebracht. Zwei Freiwillige würden in der ehemaligen Hotelküche das Essen zubereiten und am Mittag werde das warme Essen auf die Baustelle geliefert, so Monika Stirnimann

Partnerorganisation: bergversetzer
bergversetzer ist ein Gemeinschaftsprojekt der Schweizer Berghilfe und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB). Das Gemeinschaftsprojekt bergversetzer schlägt dem Hilfswerk ADRA Schweiz jährlich zwei bis drei Projekte für eine Freiwilligenwoche bei einer Bergbauernfamilie vor, sagte Fabian Bucher, Leiter bergversetzer. Dadurch soll die wirtschaftliche oder die Wohnsituation der Bauernfamilie mittels baulicher Massnahmen während der Freiwilligenwoche massiv verbessert werden. ADRA entscheide sich aus der Auswahl jährlich für ein oder zwei Projekte und habe dadurch auch Gewähr, dass vom Freiwilligeneinsatz Bergbauernfamilien profitierten, die den strengen Auswahlkriterien von bergversetzer entsprächen. Meist ermögliche der Freiwilligeneinsatz den Familien bei Neu- oder Umbauten den Eigenleistungsanteil massiv zu erhöhen.

Das Hilfswerk führe die Freiwilligenwoche seit 23 Jahren durch und müsse rund 5.000 Franken pro Einsatzwoche aufwenden, vorwiegend für Verpflegung, Reise und Unterkunft der Freiwilligen, so Monika Stirnimann. Die Freiwilligenwochen seien deshalb so kostengünstig, weil die Freiwilligen ihre Zeit zur Verfügung stellten und die Bauern die meisten Arbeitsgeräte sowie die Baumaterialien. ADRA versichere die Freiwilligen während dem Einsatz. Einige Freiwillige verzichteten auch auf die Spesenentschädigung und spendeten sie dem Hilfswerk.

ADRA Schweiz ist Partner-Hilfswerk der Glückskette
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. ADRA unterhält ein Netzwerk mit rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros und gewährt Hilfe unabhängig von politischer und religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft.

ADRA Schweiz (www.adra.ch) ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Das Hilfswerk wurde 2013 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre zertifiziert. Das ZEWO-Gütesiegel steht für den zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: http://www.glueckskette.ch

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ADRA Italien und Adventgemeinde Rieti bieten Erdbebenopfern Schutz

Freiwillige der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Italien kümmern sich zusammen mit Kirchenmitgliedern in der örtlichen Adventgemeinde der italienischen Stadt Rieti um eine Gruppe Evakuierter aus den Erdbebengebieten. Am 24. August hatte ein Erdbeben mehrere Dörfer und Weiler der Provinz Rieti in der Region Latium zerstört. Dies teilte der Newsdienst „Notizie Avventiste“ (NA) der Kommunikationsabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien mit.

16 Menschen seien derzeit im adventistischen Kirchengebäude in Rieti untergebracht. Freiwillige von ADRA und der Kirchgemeinde bieten den Evakuierten drei Mahlzeiten pro Tag an, so NA. ADRA Italien habe das Angebot von Mahlzeiten auch den Freiwilligen anderer Hilfsorganisationen gemacht, die in den umliegenden Gebieten arbeiten. „Wenn die an der Erdbeben-Nothilfe beteiligten Organisationen diesen Service benötigen, werden sie sich mit uns in Verbindung setzen“, teilte ADRA Italien gegenüber NA mit.

Eine Lastwagenladung mit Grundversorgungs- und Hilfsgütern sei ebenfalls im Kirchengebäude in Rieti deponiert, da die Warenlager der anderen Hilfsorganisationen bereits voll sind. „Wir werden dieses Material für die Bedürfnisse unserer Gäste sowie für jene von anderen Personen nutzen“, erklärte ADRA Italien. „Die Freiwilligen haben auch eine Bestandsaufnahme der erhaltenen Medikamente gemacht, die an das Rote Kreuz geschickt wird“.

ADRA Italien organisiere die Arbeit der Freiwilligen in Schichten. Täglich würden fünf bis sechs Freiwillige benötigt. Einige Freiwillige aus adventistischen Kirchgemeinden in Rom, Bologna, Florenz, Pesaro und weiteren Städten, hätten bereits ihre Zusammenarbeit angeboten.

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Adventisten lancieren ersten globalen französischsprachigen TV-Sender

Miami, Florida/USA | 26.09.2016 | APD | Medien

Durch die Zusammenarbeit der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA und der teilkontinentalen Kirchenleitung der Adventisten in Mittelamerika (IAD) konnte am 15. September der erste globale Fernsehsender in französischer Sprache „Esperance TV Interamerique“ (Hoffnungs-TV Mittelamerika) in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig wurden auch zwei weitere Fernsehsender lanciert: „Hope Channel Inter-America“ (Hoffnungs-TV Mittelamerika) auf English und „Esperanza TV Interamérica“ auf Spanisch.

Der französischsprachige Fernsehsender ist online und auf Roku zu sehen, die anderen beiden sind auch über Satellit zu empfangen. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns und wir müssen alle vorhandenen technischen Mittel verwenden, um die Menschen mit der guten Nachricht zu erreichen“, sagte Pastor Derek Morris, Präsident von Hope Channel International, an der kurzen Eröffnungsfeier vom 15. September in Miami/USA. Die teilkontinentale adventistische Kirchenleitung für Mittelamerika IAD habe viel Geld investiert, um die drei Sender jeweils 24-Stunden betreiben zu können, sagte Pastor Abel Márquez, Leiter Kommunikation der IAD.

Die übergeordnete Leitstelle der drei Sender liegt bei Hope Channel International am Sitz der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA. In Miami/USA sowie in Mexiko sind Schaltzentralen eingerichtet worden, um die Wiedergabelisten der drei TV-Sender zu betreuen.

Der englischsprachige Sender übernimmt bis auf weiteres das Programm von Hope Channel International. Für den spanischsprachigen Sender werden Programme aus dem Gebiet der mittelamerikanischen sowie anderer Kirchenleitungen auf der Welt ausgewählt und der französischsprachige TV-Sender wird Programme ausstrahlen, die in den französischen Antillen, auf Martinique, produziert worden sind.

Livesendungen von Hope Channel Inter-Amerika sowie anderer internationaler Sender von Hope Channel können verfolgt werden über:
http://www.hopetv.org/watch/international-channels/

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