APD-INFORMATIONEN 12/2016 - DEZEMBER 2016

Schweiz: Gebets- und Bussfeier für die Opfer sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld

Sitten/Schweiz | 28.12.2016 | SBK/APD | Schweiz

Auf Einladung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat am 5. Dezember in der Basilika von Valeria in Sitten eine Gebets- und Bussfeier für die Opfer sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld stattgefunden, heisst es in einer SBK-Medienmitteilung. Die Bischöfe, Vertreterinnen und Vertreter der Höheren Ordensoberen und der staatskirchenrechtlichen Körperschaften sowie eine Delegation der Opfer beteten gemeinsam an dem Wallfahrtsort, an dem Menschen seit Jahrhunderten beten.

Der Gebets- und Bussfeier stand der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Charles Morerod, vor. Er bekannte im Gebet: „Grosse Schuld ist in unserer Zeit in der Kirche und auch in unseren Diözesen und Gemeinschaften offenbar geworden – eine Schuld Einzelner; eine Schuld, die auch durch bestimmte Strukturen sowie Verhaltens- und Denkmuster ermöglicht worden ist. Die Schuld ist mehrschichtig: der Übergriff, das gleichgültige Schweigen, die unterlassene Hilfe für das Opfer. Wir fühlen uns auf verschiedenen Ebenen verantwortlich und verdanken den Opfern, dass sie uns die Augen geöffnet haben."

Papst wünscht Durchführung von Gebets- und Bussfeiern
Mit der Durchführung der Gebets- und Bussfeier folgte die Bischofskonferenz einem Wunsch von Papst Franziskus, dass die katholische Kirche weltweit solche Gebets- und Bussfeiern durchführe. Gleichzeitig nahmen Vertreter und Vertreterinnen der Schweizer Bischofskonferenz, der Vereinigung der Höheren Ordensoberen (VOS'USM) und der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) die Gelegenheit wahr, um in einer separaten Medienkonferenz über den Stand der Frage der sexuellen Übergriffe im kirchlichen Umfeld zu informieren.

Richtlinien betreffen alle im kirchlichen Bereich Tätigen
Auf nationaler Ebene wurden die Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz seit der ersten Ausgabe 2002 zwei Mal intensiv überarbeitet und weiterentwickelt. Die SBK war eine der ersten Bischofskonferenzen weltweit, welche verbindliche Richtlinien erliess darüber, wie Übergriffen auf Kinder oder Erwachsene vorzubeugen und wie mit Opfern und Tätern umzugehen ist. In der 2014 erschienenen dritten Auflage schloss sich die VOS'USM den Richtlinien der SBK an. Zudem beschränkt sich seither der Geltungsbereich der Richtlinien nicht mehr nur auf Personen, die im engeren Sinn in der Seelsorge tätig sind, sondern umfasst alle im kirchlichen Bereich tätigen Personen wie z.B. in der Katechese, in Jugend- und Sozialarbeit, Kirchenmusik.

Genugtuungsfonds für verjährte Fälle
Besonders bedrückend empfinden die Kirchenverantwortlichen die Situation der Opfer früherer sexueller Übergriffe, die nach staatlichem und kirchlichem Recht verjährt sind, und die während langer Zeit von kirchlichen Instanzen weder Gehör noch Genugtuung erhalten haben. Als jüngste der zahlreichen Massnahmen, die bisher umgesetzt wurden, wurden über die Anerkennung der Mitschuld die rechtlichen und finanziellen Grundlagen zur Ausrichtung von Genugtuungsbeiträgen geschaffen. Es existiert nun ein Genugtuungsfonds in der Höhe von rund Fr. 500.000, der von der Schweizer Bischofskonferenz, der Vereinigung der Höheren Ordensoberen und RKZ geäufnet worden ist. Eine eigenständige Kommission entscheidet über die Ausrichtung und Höhe von Genugtuungsbeiträgen. Die RKZ trägt den Genugtuungsfonds mit, weil in der Schweiz ein Grossteil der kirchlichen Mitarbeiter nach staatlichem Recht ihren Arbeitgeber in den staatskirchenrechtlichen Körperschaften haben.

Öffentliches Bekenntnis der römisch-katholischen Kirche an Mitschuld am Leiden
Vor sechs Jahren, im Sommer 2010, hatten sich die Bischöfe mit einem besonderen Gebet in der Gnadenkapelle von Einsiedeln öffentlich zur Mitschuld der Kirche am Leiden jener Menschen bekannt, die in der Vergangenheit im kirchlichen Umfeld sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren. Sie hatten zudem dazu aufgerufen und ermutigt, dass sich Opfer melden. Die seither umgesetzten vielfältigen Massnahmen auf nationaler, diözesaner, regionaler und kantonaler Ebene dienen sowohl zur Vorbeugung von Übergriffen als auch zur Aufarbeitung aktueller und zurückliegender Fälle.

Statistische Übersicht der sexuellen Übergriffe: 2010-2015
Das Fachgremium „Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld" der SBK hat seit dem Aufruf von 2010 jährlich eine Statistik der gemeldeten Fälle erstellt. Während 2010 im Zeichen des erstmaligen starken Aufrufs in der Schweiz 115 Fälle sexueller Übergriffe den diözesanen Stellen gemeldet wurden, waren die Zahlen der folgenden Jahre deutlich niedriger: 24 (2011), 9 (2012), 11 (2013), 11(2014), 24 (2015). Der grosse Teil der gemeldeten Fälle sexueller Übergriffe geschah in der Zeit von 1950 bis 1990.

Von den 223 in den genannten sechs Jahren gemeldeten Opfern waren zum Zeitpunkt der Taten 49 Kinder unter 12 Jahren, 23 weibliche und 56 männliche Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, 43 erwachsene Frauen und 38 erwachsene Männer. Bei 14 Opfern waren über das Alter zum Tatzeitpunkt keine Angaben erhältlich.

Was die gemeldeten Täter betrifft, zeigt die Statistik für den genannten Zeitraum ein Total von 204 Tätern, davon waren 103 Weltpriester, 47 Ordenspriester oder Ordensbrüder, 11 Ordensfrauen, 5 Laientheologen oder Laientheologinnen, 6 aus anderen Berufen. Zu 32 gemeldeten Tätern waren keine Angaben erhältlich. Die Statistik des Fachgremiums erfasst das ganze Spektrum möglicher sexueller Übergriffe von sexuell gefärbten Äusserungen und Gesten bis zur Vergewaltigung und Schändung.

Die Schweizer Bischöfe und Ordensoberen sind weiterhin dankbar für jede Meldung von sexuellen Übergriffen im kirchlichen Umfeld. Sie rufen die Opfer dazu auf, sich an die kirchlichen Anlaufstellen oder an kantonale Opferhilfestellen zu wenden. Den Opfern muss Recht widerfahren und die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden, auch wenn die Übergriffe lange Zeit zurückliegen.

Die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz halten sich vom 5. bis 7. Dezember zu ihrer 314. ordentlichen Versammlung in Sitten und Visp auf.

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Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen verurteilt Anschlag auf Kopten

Bern/Schweiz | 28.12.2016 | AGCK.CH/APD | Schweiz

Am 11. Dezember wurden in Kairo/Ägypten in der Kirche Sankt Peter und Paul bei einem Anschlag mindestens 25 Menschen getötet und 49 verletzt. Bischof Dr. Harald Rein, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH), spricht „unseren Koptisch-orthodoxen Glaubensgeschwistern in grosser Betroffenheit die tiefe Anteilnahme der Christen in der Schweiz aus.“ Bischof Rein verurteile diesen Anschlag aufs Schärfste. Es war der verheerendste Anschlag in Ägypten seit dem Attentat auf eine Kirche in Alexandria am Jahreswechsel 2010/2011 bei dem 23 Menschen getötet und 97 verletzt wurden.

Bischof Rein bittet die Christinnen und Christen in der Schweiz um Fürbitte für ihre Glaubensgeschwister in Ägypten. Die AGCK.CH werde der koptischen Gemeinde noch direkt ihre Anteilnahmen aussprechen.

Bischof Rein ist besonders betroffen, da er erst vor zwei Wochen in Beirut mit dem Ökumenischen Rat für den Mittleren Osten zusammentraf, um sich über die schwierige Situation der Christen im Nahen Osten und über Hilfsmöglichkeiten zu informieren. Die Antwort von Tarek Adbel Sater, Direktor des Regionalen Ökumenischen Rats des Mittleren Ostens (The Middle East Council of Churches) war klar: Helfen könne man „durch konkrete Hilfe vor Ort und internationalen politischen Druck des Westens, damit die Christen bleiben können und nicht flüchten müssen. Leider haben das viele in Europa bis heute nicht begriffen“.

Der Anschlag in Kairo verschärfe die Situation in Ägypten zusätzlich. Die Kirche Sankt Peter und Paul gehört zur Sankt Markus Kathedrale, dem Sitz des koptisch-orthodoxen Papst-Patriarch Tawadros II.. Er ist das Oberhaupt der koptischen Kirche. Die Zahlenangaben zum Bevölkerungsanteil der koptischen Christen in Ägypten schwanken stark zwischen 6 und 10 Prozent der 82 Millionen zählenden Bevölkerung.

Weltkirchenrat fordert besseren Schutz für religiöse Minderheiten
„Menschen, die sich zum Gottesdienst versammeln, sollten sich an einem Ort der Würde, des Schutzes und des Respekts an Gott wenden können“, forderte Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Weltkirchenrates in Genf. Der Anschlag habe erneut die Verwundbarkeit der christlichen Gemeinden im Nahen Osten bewusst gemacht, so Tveit. Die Gemeinschaft des Weltkirchenrats schliesse alle in ihr Gebet ein, die an diesem Wochenende Angehörige verloren hätten und spreche ihnen ihr Beileid aus. „Wir betrauern den Verlust von unschuldigen Menschen, von Familienmitgliedern und Freunden", sagte Olav Fykse Tveit.

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Gütesiegel «Ehrenkodex» mit erhöhtem Spendenvolumen

Zürich/Schweiz | 28.12.2016 | SEA/APD | Schweiz

Das vor mehr als 25 Jahren lancierte Gütesiegel für christliche Organisationen der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA schliesse das Jahr 2016 mit einem erfreulichen Ergebnis ab, heisst es in einer SEA-Medienmitteilung. Das von den Ehrenkodex-Organisationen generierte Spendenvolumen habe im 2016 von 221 Mio. auf 242,7 Mio. erhöht werden können.

Demnach bezeichne die Geschäftsführung des Ehrenkodex 2016 als ereignisreiches Jahr. Es seien im Berichtsjahr die Stiftung «JAM Schweiz» sowie die Vereine «MEOS» und «Interaction» neu als Unterzeichner aufgenommen worden. Neben den Neuzugängen seien auch zwei Verzichtserklärungen auf den Ehrenkodex und zwei Sistierungen der Zertifizierung zu konstatieren. Laut Marc Jost, Geschäftsführer von Ehrenkodex, unterstreiche die Erhöhung des Spendenvolumens um knapp 10 Prozent die zunehmende Relevanz einer transparenten Geschäftsführung, auch und gerade bei christlichen Organisationen.

Gütesiegel bei 83 Organisationen bestätigt
Das Gütesiegel Ehrenkodex wird christlichen Organisationen, die mit den Grundsätzen des Ehrenkodex übereinstimmen, aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit im Vorjahr jährlich neu verliehen. Die durch ein unabhängiges Patronatskomitee durchgeführte Überprüfung der Organisationen beinhaltet den Nachvollzug des Einsatzes von Spendengeldern sowie eine Überprüfung der Rechnungslegung und Geschäftsführung. Unter Berücksichtigung der erwähnten Mutationen habe das Gütesiegel bei 83 Organisationen bestätigt werden können, so die Medienmitteilung.

Neue Zertifizierungsbestimmungen
Eine aus Vertretern der Unterzeichnerorganisationen, aus Experten sowie aus Vertretern von Werken mit anderen Zertifizierungen zusammengesetzte Arbeitsgruppe habe im Berichtsjahr intensiv an neuen Zertifizierungsbestimmungen gearbeitet, so Marc Jost. Ziel der Überarbeitung sei eine umfassendere Zertifizierung im 2017, die im Vergleich zu den Zertifizierungsbestimmungen des Ehrenkodex von 2010 transparenter und besser nachvollziehbar sein. Neu werde der Ehrenkodex in Zukunft auch Kirchen offenstehen, die sich bisher nicht hätten zertifizieren lassen können.

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Adventisten verurteilen Gewalttat in Berlin

Berlin/Deutschland | 28.12.2016 | APD | International

Pastor Gunnar Scholz, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, hat sich zur Gewalttat auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin geäussert, bei der am 19. Dezember zwölf Menschen getötet und mindestens 48 verletzt wurden. Auch das Aktionsbündnis der Freikirche „Gemeinsam für Flüchtlinge“ und das Advent-Wohlfahrtswerk haben die Tat verurteilt, sowie Opfern und Angehörigen ihre Anteilnahme bekundet.

„Mit Entsetzen und Trauer haben wir gestern Abend die Nachricht vom Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin aufgenommen. Heute müssen wir uns der grausamen Realität stellen. Wir leiden mit den Angehörigen der Opfer und beten für sie. Wir bangen mit den Verletzten und bitten Gott um Stärke und Weisheit für alle, die sich ihrer annehmen“, so Pastor Scholz.

„Mit Entschiedenheit distanzieren wir uns von denen, die diese schreckliche Tat dazu benutzen, gegen Menschen zu hetzen, die als Schutzsuchende in unser Land gekommen sind“, teilte der Kirchenleiter mit. „Stattdessen wollen wir uns von dem Wort des Apostels Paulus leiten lassen: ‚Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.‘ (Römer 12, 21). Das Kommen Gottes in die Welt, das Christen zu Weihnachten feiern, begründet unsere Hoffnung, dass Terror und Gewalt nicht das letzte Wort haben werden. Dieser Hoffnung mit Worten und Taten Raum zu geben, ist das Gebot der Stunde.“

Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ und Advent-Wohlfahrtwerk
Auch der Leiter des Aktionsbündnisses der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten „Gemeinsam für Flüchtlinge“, Pastor Michael Götz, verurteilte „diese entsetzliche, sinnlose Tat auf das Schärfste.“ „Wir trauern mit den Menschen, die den Verlust ihrer Angehörigen beklagen müssen. In unseren Gedanken und mit unseren Gebeten sind wir bei allen, die durch diesen Anschlag verletzt worden sind und um ihr Leben ringen. Wir danken Rettungskräften und Polizei für den professionellen Einsatz und wünschen ihnen Kraft und Besonnenheit für ihren verantwortungsvollen Dienst“, so Götz in einer Stellungnahme des Aktionsbündnisses.

„Fassungslos müssen wir hinnehmen, wie mitten in das Leben und die Freude auf das bevorstehende Weihnachtsfest als Feier des göttliches Lichtes und des geschenkten Lebens die Dunkelheit des Bösen und teuflischer Hass einbrechen“, teilte Pastor Lothar Scheel, Bundesgeschäftsführer des Wohlfahrtswerkes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, mit. „Aber anstatt Hass mit Hass zu beantworten und Gewalt mit Gewalt, hören wir nicht auf, Lichter gegen die Dunkelheit anzuzünden“, so Scheel. „Wir trauern um die Opfer und hoffen für die Verletzten auf baldige Genesung. Ihnen sowie ihren Angehörigen gilt unsere aufrichtige Anteilnahme. Wir wünschen Ihnen über allen Schmerz, über Trauer und Wut hinweg Kraft und Zuversicht.“

Krankenhaus Waldfriede in vorsorglicher Alarmbereitschaft
Da am 19. Dezember um 20:40 Uhr die Vorkatastrophenwarnung vom Senat Berlin ausgelöst wurde, sei auch das adventistische Krankenhaus Waldfriede als Notfallkrankenhaus in Alarmbereitschaft gewesen, teilte Vorstand und Geschäftsführer Bernd Quoss mit. Um 22.00 Uhr sei zusätzlich noch eine Terrorwarnung dazu gekommen.

Alle Ärzte, Pfleger, Funktionspersonal und sonstige Mitarbeiter wären zu diesem Zeitpunkt schon in der Lage gewesen, die ersten Opfer zu versorgen, so Quoss. Zahlreiche Mitarbeiter hätten sich freiwillig von zu Hause aus gemeldet, ob sie den Dienst aufnehmen sollten, da keiner zu diesem Zeitpunkt das Ausmass der Gewalt kannte.

Da Waldfriede aber nicht im unmittelbaren Umfeld des Anschlages liege und die Verletzten durch nahegelegene Krankenhäuser versorgt werden konnten, musste kein Patient in Waldfriede aufgenommen werden, berichtete Quoss.

Veranstaltungen von Adventgemeinden in Berlin
Am 21. Dezember hat die Adventgemeinde Berlin-Lichtenberg zu einem Gedenk- und Fürbittgottesdienst eingeladen. Der Abend stand unter dem Leitmotiv „Der Kriegsbogen soll zerbrochen werden, denn er wird Frieden gebieten den Völkern“ (Sacharja 9,10).

Am 22. Dezember hat die Adventgemeinde Berlin-Spandau zu einem Gedenk- und Fürbittgottesdienst eingeladen.

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Adventist zum US-Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung nominiert

Silver Spring, Maryland/USA | 28.12.2016 | AR/APD | International

Der US-amerikanische pensionierte Neurochirurg und Autor Benjamin S. Carson (65) wurde Anfang Dezember von Donald Trump als Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung nominiert. Wenn der US-Senat der Nominierung zustimmt, wäre Carson der erste Siebenten-Tags-Adventist in einem US-Kabinett. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten tritt sowohl für Religionsfreiheit als auch für eine strikte Trennung von Kirche und Staat ein.

„Ben Carson hat einen brillanten Geist und ist leidenschaftlich daran interessiert, Gemeinden und Familien in diesen Gemeinden zu stärken“, wird der designierte US-Präsident Trump laut Mitteilung der adventistischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ AR zitiert. „Wir haben ausgiebig über meine Agenda zur Städteerneuerung gesprochen. Ben teilt meinen Optimismus in Bezug auf die Zukunft unseres Landes. Er ist ein harter Wettkämpfer, der niemals aufgibt“, so Trump.

Aufgabenbereiche
„Ich denke, dass ich einen entscheidenden Beitrag liefern kann, speziell durch die Stärkung von Gemeinden, die am meisten Unterstützung brauchen. Wir haben viel Arbeit damit, jeden Bereich unserer Nation zu verbessern und sicher zu stellen, dass der Wohnbedarf gedeckt wird“, so Ben Carson nach AR. Das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung (Housing and Urban Development HUD) wurde 1965 gegründet und kümmert sich um Wohnbedarf, gerechte Wohnungsbaugesetze sowie darum, dass örtliche Gemeinden in den USA verbessert und gefördert werden. Das Ministerium verfügt laut AR über einem jährlichen Etat von 48 Milliarden US-Dollar oder Franken (rund 45 Milliarden Euro).

Zur Person
Der Neurochirurg Ben Carson ist Afroamerikaner und leitete bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2013 die Abteilung für Pädiatrische Neurochirurgie am Johns Hopkins Krankenhaus in Baltimore, Maryland. Carson ist in Detroit, Michigan, geboren und aufgewachsen. Er nahm 2015 eine Zeit lang am Auswahlverfahren der Republikaner zur US-Präsidentschaftskandidatur teil.

In seiner Autobiographie „Begnadete Hände“ berichtet er von seiner Kindheit in Armut, die er erfolgreich durch Bildung und grossen persönlichen Einsatz hinter sich liess. 1987 gewann Carson durch die Trennung von siamesischen Zwillingen, die am Hinterkopf zusammengewachsen waren, weltweite Reputation. Seitdem verliehen ihm mehr als 60 Universitäten die Ehrendoktorwürde. 2008 bekam Carson vom damaligen US-Präsident George W. Bush für sein Lebenswerk die „Medal of Freedom“ überreicht, die höchste zivile Auszeichnung der USA. Carson ist verheiratet mit Candy und Vater von drei Kindern. Er ist Mitglied der Spencerville-Adventgemeinde in Silver Spring, Maryland/USA.

Siebenten-Tags-Adventisten vertreten Trennung von Religion/Kirche und Staat
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten tritt für eine strikte Trennung von Religion/Kirche und Staat ein. Bereits im Laufe des Vorwahlkampfes zu den Präsidentschaftswahlen in den USA hatte auch die Kirchenleitung in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Erklärung zur „Kandidatur für politische Ämter“ abgegeben. Darin heisst es: „Personen, die für politische Wahlämter kandidieren, werden von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten darin weder unterstützt, noch gehindert.“ „Persönliche oder religiöse Äusserungen von Kandidierenden im Rahmen des Wahlkampfes werden von der Kirche als deren Meinung eingestuft und nicht kommentiert. Derartige Äusserungen sind nicht mit den Glaubensartikeln oder Auffassungen der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gleich zu setzen.“

Download der Erklärung der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Kandidierenden für politische Ämter bzw. zur Position der Kirche bezüglich der Trennung von Religion/Kirche und Staat:
http://www.adventisten.de/fileadmin/downloads/151119_Erklaerung_der_Freikirche_Kanditatur_Ben_Carson.pdf

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EU-Tagung mit religiösen Führungspersönlichkeiten

Brüssel/Belgien | 28.12.2016 | poi/CBS KULTUR INFO/APD | International

Die Religionsgemeinschaften in Europa müssen sich für die gesellschaftliche Eingliederung von Migranten einsetzen, wissen aber, dass viele ihrer Anhänger diese aufnehmende Haltung kaum teilen. Das ist nach den Worten von Wiens neuem Oberrabbiner Arie Folger eine der Erkenntnisse, die am 29. November bei einem EU-Treffen in Brüssel mit religiösen Führungspersönlichkeiten zur Sprache kamen.

Bei der Tagung der EU-Kommission sprachen hochrangige Vertreter von Christentum, Judentum und Islam über Migration, Integration und europäische Werte. Im Gespräch mit „Radio Vatikan" sagte Folger, bei einer solchen Debatte würden sich die religiösen Führungspersönlichkeiten gewissermassen „in einem Echoraum" befinden, „wo man mit Gleichgesinnten spricht". Namentlich christliche Verantwortungsträger hätten aber darauf hingewiesen, dass in ihren jeweiligen Kirchen „auch ganz andere Meinungen" vorhanden seien. „Es gibt einen Konsens, dass man etwas tun muss und dass die Menschenliebe im Vordergrund stehen soll, aber es gibt keinen Anspruch, dass dieser Konsens auch der Konsens auf der Strasse ist", sagte Oberrabbiner Folger.

Der jüdische Geistliche warnte vor einer kurzfristigen Strategie im Umgang mit der Flüchtlingskrise. Polizeidaten etwa aus Deutschland und Frankreich zeigten klar, dass nicht die erste Generation, sondern Angehörige der zweiten oder dritten Generation Schwierigkeiten bei der Akzeptanz europäischer Werte hätten und straffällig würden: „Man muss aufpassen: die Integration besteht nicht nur aus der Aufnahme von neuen Flüchtlingen, aus Sprachunterricht und Versorgung mit Arbeit und Dach über dem Kopf. Erst wenn die zweite Generation gut integriert ist, kann man sagen, dass man erfolgreich ist – wenn sich die Leute mit Europa identifizieren und die demokratischen Werte Europas zu ihren eigenen gemacht haben". Das verlange die richtigen Schritte auf beiden Seiten, von Migranten und Aufnahmeländern, so Folger.

Rechtsextremer, linksextremer und radikalmuslimischer Antisemitismus
Antisemitismus in Europa kommt heute nach den Worten des Oberrabbiners aus verschiedenen Richtungen. Folger unterschied zwischen rechtsextremem, linksextremem und radikalmuslimischem Antisemitismus, „und man soll nicht den einen Antisemitismus allein sehen und die anderen Arten vergessen". In Papst Franziskus sieht der neue Wiener Oberrabbiner, der seit 1. September im Amt ist, einen sehr guten Verbündeten: „Wir freuen uns sehr über bestimmte Aussagen von Papst Franziskus, die wesentlich dazu beitragen, dass den Menschen bewusst wird, dass der Antisemitismus manchmal breiter ist als man öffentlich berichtet".

Arie Folger war von 2003 bis 2008 Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Basel (Schweiz) und arbeitete danach als Verlagsdirektor des Amerikanischen Rabbinerverbandes. Seit September 2011 war er als Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde München tätig und 2015/2016 als Rabbiner im Dienst der Jüdischen Gemeinde Karlsruhe. Am 1. Juni 2016 trat er das Amt als Oberrabbiner in Wien an. Er wurde 1974 in Belgien geboren und absolvierte seine Ausbildung zum Rabbiner unter anderem in Wilrijk (Belgien), Gateshead (England) sowie in Jerusalem und New York. Rabbiner Arie Folger ist verheiratet und hat sechs Kinder.

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Weltfriedenstag 2017: „Gewaltlosigkeit – Stil einer Politik für den Frieden“

Bonn/Deutschland | 28.12.2016 | APD | International

Seit 50 Jahren feiert die römisch-katholische Kirche jeweils zu Jahresbeginn den „Welttag des Friedens“. Papst Franziskus hat den Weltfriedenstag am 1. Januar 2017 unter das Thema „Gewaltfreiheit: Stil einer Politik für den Frieden“ gestellt. Die Deutsche Bischofskonferenz gab dazu eine Arbeitshilfe heraus.

Gewalt ist immer ein Übel
„Die christliche Botschaft ist von allem Anfang an gewaltkritisch gewesen, auch wenn kirchliche Verkündigung und Praxis diesen Impuls Jesu nicht zu allen Zeiten genügend wirksam gemacht haben mögen“, so der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in seinem Geleitwort. Gewalt, selbst wenn sie von ihren Zielen her gerechtfertigt sei beziehungsweise als „ultima ratio“ möglicherweise unumgänglich erscheine, stelle stets ein Übel dar. „Denn über Zerstörung und Tod hinaus prägt sie die Einzelnen wie die Völker auf lange Frist“, so der Kardinal. „Und gerade so gebiert Gewalt immer neue Gewalt. Diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist das Ziel und das Programm einer Politik der Gewaltfreiheit.“ Auf allen Ebenen, im lokalen, nationalen und globalen Kontext, sei eine solche Politik deshalb gefordert. Es gehe darum, die Gewaltverhältnisse und die ungerechten Strukturen, die Gewalt hervorrufen können, Schritt für Schritt und immer neu auszutrocknen.

Gewaltfreie Friedenspolitik
Mehrere Beispiele für Gewaltlosigkeit als politische Praxis werden in der Arbeitshilfe vorgestellt. So beschreibt der Generalsekretär der Gemeinschaft Sant‘Egidio mit Sitz in Rom, Dr. Cesare Zucconi, wie seine Organisation in verschiedenen Krisen- und Kriegsgebieten über viele Jahre hinweg „mit Geduld und Diskretion Beziehungen zu verschiedenen Akteuren des öffentlichen Lebens“ aufgebaut hat. Beispielsweise habe Sant‘Egidio nach Einschätzung vieler Experten in Mosambik einen wesentlichen Anteil am Zustandekommen des Friedensvertrages gehabt, durch den ein 15-jähriger Bürgerkrieg beendet werden konnte. Winfried Nachtwei, langjähriges Mitglied des Deutschen Bundestages und Experte für Friedens- und Sicherheitspolitik, beschreibt zivile Konfliktbearbeitung als einen elementaren Baustein deutscher Friedenspolitik. Die Wirkung eines solchen Bausteins im Kontext christlicher Entwicklungszusammenarbeit wird von Sandra Koch, die derzeit als Fachkraft im „Zivilen Friedensdienst“ in Sierra Leone aktiv ist, mit einem Bericht aus ihrer Praxis veranschaulicht.

Gewaltprävention und Achtung der Menschenrechte
In einem kirchen- und zeitgeschichtlichen Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre zeichnet Professor Dr. Ulrich Ruh, Theologische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Grundlinien und Entwicklungen des kirchlichen Friedensdenkens seit der Einführung des Welttags des Friedens durch Papst Paul VI. nach. Er stellt dabei auch die Bedeutung der grossen Friedensschriften der katholischen deutschen und US-amerikanischen Bischöfe aus den Jahren 1983 und 2000 für die internationale Debatte heraus. Der Sozialethiker Professor Dr. Thomas Hoppe, Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg, erläutert die Bedeutung von Instrumenten der Gewaltlosigkeit für die Überwindung struktureller Gewalt. Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, beschreibt das Verhältnis zwischen Gewaltprävention und Achtung der Menschenrechte. Er macht deutlich, wie sehr es „in unserem Interesse liegt, die Kraft des Rechts, die Orientierung an Menschenrechten und Menschenwürde als grosse Leistung anzuerkennen, die nicht zuletzt Voraussetzung dafür ist, Konflikte ohne die Anwendung von Gewalt zu lösen“.

Durch interreligiöse Zusammenarbeit zum Frieden
Ausgehend von der alttestamentlichen Geschichte von Kain und Abel erläutert Professorin Dr. Ilse Müllner, Institut für Katholische Theologie der Universität Kassel, in einem bibeltheologischen Beitrag Gewaltunterbrechung als biblischen Weg zum Frieden. Texte aus Beirut und Jerusalem zur interreligiösen Zusammenarbeit als notwendige Bedingung für den Frieden regen zum Nachdenken über den Umgang zwischen Menschen verschiedener Religionszugehörigkeiten an. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Professor Dr. Thomas Sternberg, Katholisch-Theologische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, reflektiert in seinem Beitrag die Handhabung von Proteststimmungen in der deutschen Politik. Daneben bietet die Arbeitshilfe auch Anregungen für Gottesdienste und Gebetsstunden.

Die Arbeitshilfe Nr. 291 „Gewaltlosigkeit – Stil einer Politik für den Frieden“ kann als pdf-Datei heruntergeladen werden unter:
http://www.dbk-shop.de/index.php?page=product&info=25848&dl_media=25225

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ADRA Geschäftsführer spricht auf Weltgipfeltreffen der Vereinten Nationen

Genf/Schweiz und Weiterstadt/Deutschland | 28.12.2016 | ADRA/APD | International

Christian Molke, Geschäftsführer der adventistischen Katastrophen- und Entwicklungshilfe ADRA Deutschland e.V., sprach auf dem 1. Weltgipfel der Vereinten Nationen für Religion, Frieden und Sicherheit in Genf über die Betreuung von 1.200 Angehörigen der vom Genozid bedrohten Religionsgemeinschaft der Jesiden im Flüchtlingslager Petra Olympu in Griechenland.

Partnerschaften in humanitärer Hilfe
Molke ermutigte die anwesenden Vertreter der Weltreligionen und Politiker verschiedener Nationen sowie der Europäischen Union, Partnerschaften in der Humanitären Hilfe einzugehen. Es sei wichtig, erfolgreich umgesetzte Konzepte bekannt zu machen und mehr Einfluss zu nehmen auf die Gesetzgebung, die Entscheider in den eigenen Organisationen oder die Geldgeber.

Auf friedensstiftende Sprache achten
„Religiöse Parolen und Überzeugungen werden oft in kriegerischen Konflikten und Spannungsgebieten missbraucht, um Interessen, die im sozioökonomischen Bereich verwurzelt sind, zu vertreten und Konflikte anzuheizen“, so der ADRA-Geschäftsführer. Da religiöse Leiter mit ihrem Einfluss sowohl ökonomischen als auch sozialen Ungerechtigkeiten durch religiös motiviertes Verhalten begegnen könnten, müssten sie besonders auf eine friedensstiftende Sprache achten und dürften sich nicht für andere Interessen instrumentalisieren lassen.

Weltgipfel für Religion, Frieden und Sicherheit
Der 1. Weltgipfel für Religion, Frieden und Sicherheit (Global Summit on Religion, Peace and Security) fand unter Mitwirkung der Internationalen Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (International Association for the Defense of the Religious Liberty) und dem UN-Sonderberater für die Verhinderung von Völkermord, Adama Dieng, vom 23. bis 25. November 20016 im Genfer Palast der Nationen statt.

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Kolumbien: 600 Fahrräder für Schüler aus armen Familien

Miami, Florida/USA | 28.12.2016 | AR/APD | International

Rund 600 Wayuu-Kinder, zu den Arawak zählendes indigenes Volk auf der Guaijra-Halbinsel in Nordkolumbien, haben Dank der Initiative „Räder für Bildung“ von Mitgliedern der Siebenten-Tags-Adventisten ein überholtes Fahrrad erhalten. Es soll die Kinder motivieren, jeden Tag die Schule zu besuchen.

Die Initiative „Räder für Bildung“ habe ihre Jahresaktion in der von Trockenheit am meisten betroffenen Region in Nordkolumbien mit der Übergabe der Velos abgeschlossen, teilte die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review AR, mit.

„Diese Aktion hat grosse Auswirkungen in dieser bedürftigen Kommune gehabt“, sagte Mauricio Buitrago, Jugendabteilungsleiter der Adventisten in Nordkolumbien. Viele der Schüler hätten täglich einen Schulweg von drei bis vier Stunden auf Naturstrassen und bei einem wüstenhaften Klima. „Als Adventisten sind wir überzeugt, dass Bildung befreit“, sagte Buitrago bei der Übergabe der Velos zu mehr als 100 Freiwilligen der Colombia Adventist University, Medellin, und Kirchenmitgliedern, welche die Fahrräder bereit stellten. Kinder, welche die Schule besuchen und studieren könnten, würden später als Berufsleute dem Land dienen, so Buitrago.

Freiwillige aus der Kirche sowie deren Freunde hätten bei der Initiative „Räder für Bildung“ gut erhaltene Fahrräder gekauft, revidiert und angemalt. Sie hätten dabei mit dem Sozialdepartement von Uribia zusammengearbeitet.

„Wir sind Gott und der adventistischen Kirche dankbar“, sagte Jaineth Daza, Leiterin des Sozialdepartements von Uribia. Es gäbe viele Kinder, die keinen Zugang zu Bildung hätten, weil sie über kein Transportmittel verfügten. Sie hätten nicht nur ein Bedürfnis nach Wasser und Nahrungsmitteln, sondern auch nach Bildung.

Adventisten in Kolumbien
In Kolumbien, mit knapp 49 Millionen Einwohnern, leben rund 250.000 Adventisten, die durch Glaubenstaufe Mitglieder wurden. Sie feiern am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, in 1.586 Kirchgemeinden den Gottesdienst, unterhalten 27 Primar- und 23 Sekundarschulen, eine Universität, zwei Altersheime und drei Gesundkostfabriken.

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Neuer Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz

Kassel/Deutschland | 28.12.2016 | APD | Ökumene

Der Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden, Ekkehart Vetter, wird neuer Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA). Das beschloss der Hauptvorstand der DEA bei einer Sondersitzung in Kassel. Vetter tritt zum 1. Januar 2017 die Nachfolge von Dr. Michael Diener an, der nach fünf Jahren das Ehrenamt abgibt.

Der 60-jährige Ekkehart Vetter war in den letzten fünf Jahren schon als 2. Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz auch Stellvertreter von Michael Diener. Dem leitenden Geschäftsführenden Vorstand gehört er seit 2008 an; der als Hauptvorstand bezeichneten DEA-Mitgliederversammlung seit 2004. Vetter ist im Hauptamt seit 23 Jahren leitender Gemeindepastor der Ursprungsgemeinde des 1909 gegründeten Verbands in Mülheim/Ruhr. Im Nebenamt leitet er seit 2003 als Präses den freikirchlichen Verband, zu dem derzeit 43 Gemeinden in Deutschland mit rund 4.700 Gemeindemitgliedern gehören. Ekkehart Vetter ist mit der Theologin und Gemeindereferentin Sabine Vetter verheiratet. Sie haben sechs Kinder und zehn Enkelkinder.

Ein Ehrenamt zu viel
Vetter folgt dem 54-jährigen Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschafts-verbands, Dr. Michael Diener, Kassel, der sein Amt ein Jahr vor Ablauf der sechsjährigen Wahlperiode zur Verfügung stellt. Seinen Rücktritt hatte er bereits am 1. März 2016 öffentlich bekannt gegeben, nachdem er im Spätherbst 2015 durch die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland in deren Leitungsgremium, den Rat der EKD, gewählt wurde. Das mit hohem zeitlichem Aufwand verbundene ehrenamtliche Mandat führt Diener neben seinem Hauptamt und einer Vielzahl an weiteren Ehrenämtern in christlichen Werken und Verbänden. Daneben lasse sich aber nicht auch noch der Vorsitz der Deutschen Evangelischen Allianz wahrnehmen, so Diener. Das sei ihm schon vor der Wahl in den Rat der EKD deutlich gewesen.

Die Wahl eines Nachfolgers für Ekkehart Vetter als 2. Vorsitzender der DEA ist für die Frühjahrssitzung 2017 vorgesehen.

Deutsche Evangelische Allianz
Die DEA versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Als hauptamtlicher Generalsekretär amtiert seit 1. April 1988 Hartmut Steeb, Stuttgart. Der Sitz und die Geschäftsstelle der Deutschen Evangelischen Allianz befinden sich Bad Blankenburg/Thüringen, wo die Bewegung auch das Tagungszentrum „Evangelisches Allianzhaus“ unterhält.

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Schweizer Kirchen zur Unverfügbarkeit der menschlichen Würde

Bern und Freiburg/Schweiz | 28.12.2016 | SEK/SBK/APD | Menschenrechte

Um Achtung und Schutz der Menschenwürde müsse in vielen Bereichen ständig gerungen werden, schreiben die römisch-katholische, die christkatholische und die reformierten Kirchen der Schweiz zum internationalen Menschenrechtstag vom 10. Dezember. Die Menschenwürde müsse in Migrationsfragen, bei Globalisierung und Welthandel, Klimawandel und Umweltschutz oder in schwierigen Situationen am Beginn und Ende des Lebens gewahrt bleiben. „Die Würde jedes Menschen ist dabei keine Frage von Selbstbestimmung, sondern geht dieser stets voraus. Weil kein Mensch seine Würde selbst garantieren kann, gilt Würdeschutz immer der und dem Anderen. Würdeschutz betrifft alle, überall auf der Welt“, so die drei Kirchen.

Demnach wird die ethische Forderung nach Unverfügbarkeit der Menschenwürde zumeist als Störung wissenschaftlich-technologischer und ökonomischer Betriebsamkeit zurückgewiesen. Den Preis für diese Verfügungsmacht zahlten diejenigen, die Unverfügbarkeit als politische und ökonomische Ohnmacht erlebten. Ein Teil der Menschheit entscheide selbstverständlich über die Leben eines anderen Teils, die Satten über die Hungernden, die Mächtigen über die Ohnmächtigen, die Geborenen über die Ungeborenen. Und es sei möglicherweise nur noch eine Frage der Zeit, wann sich die Hochbetagten rechtfertigen müssten, um mit dem gleichen Respekt und den gleichen Rechten in unserer Gesellschaft leben zu dürfen, wie diejenigen, die ein souveränes und ökonomisch attraktives Leben führten.

Das Ende der Unverfügbarkeit ist der Anfang der Entwürdigung
„Das Diktat der Verfügbarkeit bestreitet der Würde ihren Platz in der Welt. Denn Würde verweist gerade darauf, was der menschlichen Verfügbarkeit auf immer entzogen bleiben soll“, schreiben die Kirchen. Die fixe Idee, alles machen zu wollen, „lässt den Gedanken nicht zu, etwas zu lassen, weil es so, wie es ist, gut ist“. Die Würde der Menschen und der Kreatur könne gerade nicht gemacht, sondern müsse gelassen – zugelassen – werden. Appelle an die Menschenwürde reichten nicht aus, sondern es sei ein Umdenken angesagt, mit einem entsprechenden Handeln, so die Kirchen.

„Die Würde ist kein Merkmal des Gemachten, sondern ausschliesslich des Gegebenen. Dem Geschöpflichen den Titel der Würde zuzusprechen fordert uns nicht dazu auf, es nach unseren Vorstellungen zuzurichten, sondern vor Verletzung und Missachtung zu schützen. Das Ende der Unverfügbarkeit ist der Anfang der Entwürdigung“, schreiben die drei Kirchen.

Verlautbarung zum Menschenrechtstag der christ- und römisch-katholischen sowie der reformierten Kirchen der Schweiz:
„Zwischen Machen und Lassen“ – Zur Unverfügbarkeit der menschlichen Würde.
http://www.kirchenbund.ch/sites/default/files/media/pdf/themen/menschenrechte/MR_2016/verlautbarung_2016_d.pdf

Die Landeskirchen laden zum Menschrechtstag dazu ein, die ACAT-Petition für eine angemessene medizinische Versorgung aller Häftlinge in der Schweiz, auch jener, die nicht krankenversichert sind, zu beachten.
Download der ACAT-Petition:
http://www.kirchenbund.ch/sites/default/files/media/pdf/themen/menschenrechte/MR_2016/d_petition.pdf

Adventistischer Theologe zur Menschenwürde: Menschen sind wichtiger als Objekte
Im Februar 2016 sprach Dr. Ganoune Diop, Direktor der Abteilung für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (PARL) der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten im Einleitungsreferat am UNO-„Symposium zur Rolle der Religionen und religiöser Organisationen in internationalen Angelegenheiten“ in New York/USA zur Menschenwürde im Zusammenhang mit religiös motivierter Gewalt. Extremistische Gewalt werde auch durch eine theologische Perspektive gefördert, die Ideen oder Gegenstände vor den Respekt und die Achtung anderer Menschen setze, sagte der aus Senegal stammende Philologe und Theologe. „Menschen sind wichtiger als Kathedralen, Kirchen, Moscheen oder Schreine", so Diop. Es gehe darum mit Unterschiedlichkeiten würdevoll umzugehen und sich um die „körperliche, emotionale und geistige Unversehrtheit jedes Menschen zu kümmern“. Adventisten hätten von ihrem theologischen Verständnis der Schöpfung einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Würde des Menschen zu leisten. Das Geschaffensein des Menschen im Bilde Gottes „gibt uns ein einzigartiges Verständnis der Einheit der menschlichen Familie“, so Dr. Diop.

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Osteuropa: Menschenrechtsblogger eröffnen länderübergreifende Plattform

Frankfurt am Main/Deutschland | 28.12.2016 | IGFM/APD | Menschenrechte

20 junge Menschenrechtler aus sieben Ländern der ehemaligen Sowjetunion haben eine gemeinsame, länderübergreifende Menschenrechtsplattform gegründet. Sie ermöglicht es den beteiligten Bloggern, frei über die Probleme in ihren Ländern zu berichten, über Menschenrechte zu informieren und sich auszutauschen. Das Projekt der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sei weltweit einmalig, schreibt IGFM, weil es junge Menschenrechtler verbinde, deren Heimatländer zum Teil auch untereinander Konflikte austragen, wie Russland und die Ukraine oder Armenien und Aserbaidschan. Die Blogger trafen sich zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, bei der IGFM in Frankfurt am Main/Deutschland, um ihre neue Internetplattform www.humanrights-online.org für Menschenrechte vorzustellen.

Der Anlass für den neuen Menschenrechtsblog seien die gewaltigen Umwälzungen, die vor 25 Jahren Osteuropa erschütterten, so IGFM. Am 8. Dezember 1991 unterzeichneten die Präsidenten Russlands, der Ukraine und Weissrusslands den sogenannten Vertrag von Minsk, in dem die Auflösung der Sowjetunion festgehalten wurde. Die Altlasten von 70 Jahren kommunistischer Diktatur wirkten bis heute nach, erläutert die IGFM. Frühere Funktionäre der Kommunistischen Partei behielten in den Nachfolgestaaten die Macht. Einzelnen sei es gelungen, sich unrechtmässig grosse Teile des staatlichen Vermögens anzueignen. Das Fundament für das Fortbestehen von Korruption und Willkür sei damit gelegt worden.

Die Hoffnung, dass diese Probleme doch noch überwunden werden könnten, ruhe laut der Menschenrechtsorganisation auf der jungen Generation. Das Internet sei gegenwärtig „die einzige ökologische Nische der Meinungsfreiheit“ und daher der einzige Boden, auf dem sich die Zivilgesellschaften Osteuropas entwickeln könnten, so die IGFM. Es sei auch die einzige Möglichkeit, die Spannungen zwischen den Gesellschaften der einzelnen Staaten langfristig zu überwinden.

Zur länderübergreifenden Plattform für Menschenrechte, die News auf Deutsch, Englisch und Russisch publiziert. www.humanrights-online.org

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Kroatien: Adventistischer Pastor erhält Menschenrechtspreis 2016

Zagreb/Kroatien | 28.12.2016 | edNEWS/APD | Menschenrechte

Dem adventistischen Pastor Dragutin Matak wurde am 9. Dezember in Zagreb der Menschenrechtspreis 2016 des kroatischen Helsinki Komitees (Hrvatski Helsinški Odbor) verliehen. Damit wurde sein Einsatz für Menschenrechte, Religionsfreiheit und den interreligiösen Dialog in Kroatien gewürdigt. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Kroatien unterstütze die Anliegen der Religionsfreiheit und der Menschenrechte voll und ganz, teilte die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung in Nord- und Südosteuropa (Trans-Europäische Division, TED) mit Sitz in St. Albans, England, mit.

Dr. Matak ist adventistischer Pastor, Theologe und Generalsekretär der kroatischen Gesellschaft für Religionsfreiheit. Im Sommer 2016 war Matak Teil einer Delegation von Kirchenvertretern aus Kroatien, welche die religiösen und politischen Führungskräfte im Iran besuchten. In seiner Dankesrede betonte Matak die Notwendigkeit persönlicher moralischer Pflichten um menschliche Freiheit und Religionsfreiheit zu erlangen, so tedNEWS.

Neben Matak wurden noch zwei weitere Personen gewürdigt: Dr. Dubravka Šimonovic, Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen über Gewalt gegen Frauen, sowie der Journalist Dr. Inoslav Bešker.

Kroatisches Helsinki Komitee
Das verleihende Komitee wurde im März 1993 gegründet, um die Menschenrechte in Kroatien zu schützen und zu fördern. Nachdem das Komitee zuerst Teil der Internationalen Helsinki Föderation war, wurde es schliesslich im April 2003 als lokale Nicht-Regierungsorganisation unter kroatischem Gesetz anerkannt.

Adventisten in Kroatien
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten umfasst in Kroatien bei rund 4,2 Mio. Einwohnern 2.779 erwachsen getaufte Mitglieder, die am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, in 84 Kirchengemeinden Gottesdienst feiern.

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Kein Fortschritt beim Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Europa

Bonn/Deutschland | 28.12.2016 | APD | Menschenrechte

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) seinen Jahresbericht „Kriegsdienstverweigerung in Europa 2016“ vorgelegt. EBCO-Vorsitzender Friedhelm Schneider, der die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in der Menschenrechtsorganisation vertritt, bilanziert den Bericht mit der Einschätzung: „Insgesamt war die Menschenrechtssituation von Kriegsdienstverweigerern in Europa 2016 durch Stagnation statt Fortschritt gekennzeichnet.“

Weiterhin Diskriminierung von Kriegsdienstverweigerern in Europa
Zwei symptomatische Beispiele für diese Beobachtung sieht Schneider in der fortgesetzten Diskriminierung von Kriegsdienstverweigerern in der Türkei und in Griechenland. Seit über einem Jahrzehnt missachte die türkische Regierung das wegweisende Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes, welches im Januar 2006 dem Kriegsdienstverweigerer Osman Murat Ülke Recht gegeben und die Türkei dazu verurteilt hatte, das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen gesetzlich zu regeln.

Griechenland betreffend hätten in den zurückliegenden Monaten drei internationale Menschenrechtsinstitutionen auf schwer wiegende Verletzungen des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung hingewiesen. Trotz deutlicher Abmahnungen durch den UN-Menschenrechtsrat, den UN-Menschenrechtsausschuss und den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof bleibe die griechische Regierung untätig.

Vergleichbarer Fall, unterschiedliche Handhabung
Als bedenkliche Tendenz beklagt das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung weiterhin die unberechenbare Situation, der sich Kriegsdienstverweigerer im Asylverfahren ausgesetzt sehen. Vor Verfolgung geflohene Kriegsdienstverweigerer mit vergleichbaren Biografien würden nach Schneiders Aussage das eine Mal anerkannt, ein anderes Mal abgelehnt; je nachdem in welchem europäischen Staat sie ihren Asylantrag eingereicht hatten.

Wenige Lichtblicke
Zu den wenigen Lichtblicken des Jahres 2016 gehöre die Haftentlassung des ukrainischen Kriegsdienstverweigerers Ruslan Kotsaba, der seine Mitbürger dazu aufgerufen hatte, sich dem Brudermord im Ukraine-Konflikt zu verweigern. Nicht zuletzt dank einer internationalen Solidaritätskampagne habe er das Gefängnis nach 18 Monaten verlassen können.

Auch die Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung in dem von Kurden kontrollierten Kanton Cizre im Nordosten Syriens, einem Schauplatz des Kampfes mit dem IS, markiere eine positive Entwicklung gegen den vorherrschenden Trend.

Bundesregierung soll aktiv werden
Es ist nach Ansicht Schneiders ein Skandal, dass Mitgliedsstaaten des Europarats, und mit Griechenland auch der Europäischen Union, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung völkerrechtswidrig und dauerhaft verletzten, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Die Glaubwürdigkeit der internationalen Menschenrechtsinstitutionen, so der EBCO-Vorsitzende, werde massiv beschädigt, wenn die Umsetzung ihrer Entschliessungen und Urteile nicht erreicht werden könne. Es sei deshalb wichtiger denn je, dass Nichtregierungsorganisationen und Kirchen die nationalen Regierungen an ihre internationale Verantwortung für den Schutz der Kriegsdienstverweigerer erinnern. Auf dem Hintergrund der deutschen Erfahrungen mit Kriegsdienstverweigerung und Zivildienst biete sich hier besonders für die Bundesregierung ein unterstützenswertes Politikfeld an.

Die EBCO-Studie „Kriegsdienstverweigerung in Europa 2016“ ist die derzeit aktuellste und umfassendste Veröffentlichung zum Thema. Ihr englischsprachiger Text kann im Internet unter www.ebco-beoc.org heruntergeladen werden.

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Über 400 beteiligten sich an Flashmob für verfolgte Christen

Bern, Genf, Zürich/Schweiz | 28.12.2016 | SEA/APD | Religionsfreiheit

Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, solidarisierten sich 450 Personen auf den Strassen von Bern, Genf und Zürich mit verfolgten Christen weltweit. 400 von ihnen beteiligten sich an Flashmobs bei denen die Protagonisten mit weissen Masken Glaubensunterdrückten ein „Gesicht“ verliehen. Sie folgten dem Aufruf der Aktion „Verfolgung.jetzt“, hinter der mehrere christliche Werke stehen.

Auf die Strasse in Bern, Genf und Zürich gingen die Teilnehmenden der Aktion, weil sich die Verfolgungssituation von Christen in den vergangenen Jahren in einigen Ländern wesentlich verschärft habe, schreibt die agr Aktionsgemeinschaft Religionsfreiheit in einer Medienmitteilung. Hinzu komme, dass Christen, die fliehen, in den Flüchtlingszentren der Aufnahmeländer oft Anfeindungen wegen ihres Glaubens ausgesetzt seien.

„Die Solidarität mit den verfolgen Christen ist wichtig, ebenso das öffentliche Hinweisen auf die groben Menschenrechtsverletzungen, welche diese Menschen erdulden müssen“, sagte Patrick Schäfer, Präsident des Organisationskomitees. Die Aktionen hätten mitten in der Hektik der Adventszeit einen Kontrast gebildet und seien von den Passanten mit Interesse verfolgt worden, so Schäfer.

Zum Organisationskomitee gehören: „AVC Schweiz“, „Fingerprint“, „HMK Hilfe für Mensch und Kirche“ und „Open Doors“. Partner sind zudem „livenet.ch“, „Netzwerk Bärn“ sowie die „Schweizerische Evangelische Allianz SEA“. Dachorganisation ist die „agr Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit “, der SEA. Die jährliche Solidaritätsaktion „Verfolgung.jetzt“ wurde in diesem Jahr zum vierten Mal durchgeführt.

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Sonderberichterstatter Religionsfreiheit trifft adventistischen UNO-Vertreter

Silver Spring, Maryland/USA | 28.12.2016 | APD | Religionsfreiheit

Wie Adventist News Network ANN am 5. Dezember berichtete, hat sich Nelu Burcea, adventistischer Repräsentant bei der UNO, im November mit Ahmed Shaheed, UNO-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, in New York City zu einer Aussprache getroffen. Dabei unterstrich Burcea die hohe Priorität, welche die Siebenten-Tags-Adventisten der Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit für alle Menschen, unabhängig ihrer Religion, beimesse.

Ahmed Shaheed (*1964) war der bisherige UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran und früher Aussenminister der Malediven. Er löste am 17. Juni als UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit den Theologen, Philosophen und Historiker Heiner Bielefeldt ab. Dieser hatte die Aufgabe 2010 von Asma Jahangir übernommen.

"Ich habe Dr. Shaheeds Arbeit als Sonderberichterstatter für die Menschenrechte für den Iran verfolgt und ich bin beeindruckt von seinem Engagement für die Verteidigung der Wehrlosen und seinem Einsatz für jene, die keine Stimme haben", sagte Burcea, Dieser Eindruck habe sich beim Gespräch mit Shaheed bestätigt. Er begrüsse es, mit Dr. Shaheed zusammenarbeiten zu können, „um die erste Freiheit zu fördern - die Freiheit, gemäss dem eigenem Gewissen glauben und anbeten zu können", sagte Nelu Burcea.

Er habe Ahmed Shaheed die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten vorgestellt sowie ihren Einsatz seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Religionsfreiheit für alle Menschen zu verteidigen. Gemeinsam hätten sie auch die Herausforderungen für das Anliegen der Religionsfreiheit in verschiedenen Weltgegenden besprochen.

Der Rumäne Nelu Burcea vertritt die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten bei der UNO in New York City/USA und in Genf/Schweiz, wo er auch an den drei jährlich stattfindenden Sitzungen des UNO-Menschenrechtsrats teilnimmt. Es sei seine Aufgabe, die adventistische Kirche auf der internationalen Bühne bekannt zu machen sowie gute Beziehungen mit jenen aufzubauen, welche die Ziele der Kirche in den Bereichen Menschenrechte und humanitäre Hilfe teilten, schreibt ANN.

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Schutz der Religionsfreiheit „politische Notwendigkeit“

Berlin/Deutschland | 28.12.2016 | DEA/APD | Religionsfreiheit

Die Deutsche Evangelische Allianz übergab die Jahrbücher „Religionsfreiheit 2016“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2016“ an Bundesregierung und Bundestagsabgeordnete.

„Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, dennoch ist sie weltweit gefährdet. Insbesondere die Lage von Christen hat sich 2016 in vielen Ländern noch einmal verschärft. Sie schützen ist eine politische Notwendigkeit“, betonte der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz beim Deutschen Bundestag, Uwe Heimowski. Am 14. Dezember übergab Heimowski die Jahrbücher „Religionsfreiheit 2016“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2016“ an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags.

Jahrbücher „Religionsfreiheit 2016“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2016“
Das Jahrbuch „Religionsfreiheit 2016“ enthält Beiträge von Angela Merkel, Volker Kauder, Annette Schawan und Heiner Bielefeldt, dazu Beiträge von Aleviten, Jesiden und Bahai. Das Jahrbuch „Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2016“ geht auf die Situation religiöser Minderheiten in deutschen Flüchtlingsunterkünften ein und behandelt als besonderen Schwerpunkt die Länder China, Irak, Iran, Indonesien und Türkei.

Die Jahrbücher werden jährlich von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, dem Internationalen Institut für Religionsfreiheit und den Religionsfreiheitsarbeitskreisen der drei deutschsprachigen Allianzen, der Deutschen Evangelischen Allianz, der Schweizerischen Evangelischen Allianz und der Österreichischen Evangelischen Allianz von Thomas Schirrmacher, Max Klingberg und Ron Kubsch herausgegeben.

Die beiden als Wendebuch zusammengebundenen Jahrbücher erschienen am 8. Dezember im Buchhandel. Beide Jahrbücher werden zum Download zur Verfügung gestellt unter: https://www.bucer.de/institute/iirf.html

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Kultusfreiheit aber keine Religionsfreiheit auf der Arabischen Halbinsel

Berlin/Deutschland | 28.12.2016 | APD | Religionsfreiheit

Die römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz hat in Berlin eine Arbeitshilfe vorgestellt, welche die Situation der Christen auf der Arabischen Halbinsel beleuchtet. Die Veröffentlichung ist Teil der Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“.

Konversion von Muslimen streng verboten
Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, wies auf die unterschiedliche Lage der Christen in den verschiedenen Staaten der Arabischen Halbinsel hin. „Grundsätzlich muss zwischen den Golfstaaten und Saudi-Arabien unterschieden werden.“ Der Jemen sei aufgrund des Krieges noch einmal eigens zu betrachten. In den Golfstaaten könnten Christen ihren Glauben relativ frei leben: „Es gibt Kultusfreiheit, aber keine Religionsfreiheit“, so Erzbischof Schick. Zur Religionsfreiheit gehöre, dass niemand wegen seines Glaubens benachteiligt, bedrängt oder verfolgt werden darf. Alle Menschen sollten nach ihrem Glauben leben können. Auch ein Religionswechsel gehöre zur Religionsfreiheit. Doch auf der Arabischen Halbinsel seien ein aktives Werben für das Christentum oder gar die Konversion von Muslimen streng verboten und würden strafrechtlich verfolgt.

In Saudi-Arabien wären die Lebensbedingungen für Christen deutlich schlechter, betonte Erzbischof Schick. Dort dürfe nur der Islam, vorzugsweise in seiner rigoristischen wahhabitischen Auslegung, praktiziert werden. „Schon der Besitz christlicher Kultgegenstände ist verboten.“ Für die geschätzt 1,5 Millionen Christen in Saudi-Arabien gäbe es keine einzige Kirche und die Gläubigen seien gezwungen, sich heimlich in Privathäusern und Hotels zu treffen.

Arbeitsmigranten bilden die christlichen Kirchen
Den meisten Menschen in Deutschland sei nicht bekannt, dass Christen in nennenswerter Zahl auf der Arabischen Halbinsel lebten. Besonders in den Golfstaaten habe sich in den vergangenen Jahrzehnten eine lebendige Migrantenkirche entwickelt, informierte der Erzbischof. Schätzungen gingen davon aus, dass Christen in Oman bis zu vier Prozent, in Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten neun Prozent, in Kuwait zwölf Prozent und in Bahrain 15 Prozent der Bevölkerung ausmachten. Die Mehrheit der Christen gehöre der römisch-katholischen Kirche an. Die christlichen Kirchen auf der Arabischen Halbinsel bestünden fast ausschliesslich aus Arbeitsmigranten, die sich nur für einige Jahre in der Region aufhielten. Die Mehrheit komme aus Indien und von den Philippinen. Daneben bildeten Afrikaner, Christen aus den verschiedenen arabischen Ländern und einige wenige Europäer und Amerikaner die Ortskirchen.

Heimat auf Zeit
Die Christen seien sich darüber im Klaren, dass die Arabische Halbinsel nur „Heimat auf Zeit“ sei, welche sie nach Auslaufen der jeweiligen Arbeitsverträge wieder verlassen müssten. Wie alle Migranten lebten auch die Christen in einer Art Parallelgesellschaft, die neben den einheimischen Gesellschaften bestehe und kaum Kontakte zu Einheimischen ermögliche, so Ludwig Schick.

Trotz aller Unterschiede von Herkunft, Nationalität und Ritus bildeten die Christen in der Region aufgrund ihres Glaubens eine Gemeinschaft. Die Kirchen seien nicht nur Orte des religiösen Lebens, sie böten auch Freizeitaktivitäten und Hilfe an, den oft sehr harten Arbeitsalltag zu bestehen. „Gerade in der Fremde sind Glaube und Kirche wichtig, um den Menschen Heimat zu geben“, hob der Erzbischof hervor.

Etwa drei Millionen Christen leben auf der Arabischen Halbinsel
Der Apostolische Vikar für das südliche Arabien (Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Jemen), Bischof Paul Hinder, berichtete über die Situation vor Ort: „Schätzungen zufolge dürfte die Anzahl der ausländischen Christen auf der Arabischen Halbinsel gegenwärtig bei mindestens drei Millionen liegen. Einheimische Christen gibt es praktisch keine.“ Er erläuterte, dass die Wohnbevölkerung in den Golfstaaten zu einem grossen Prozentsatz aus Ausländern bestehe. Die staatliche Haltung gegenüber den Christen schwanke von Land zu Land. „Länder wie zum Beispiel Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate oder das Sultanat Oman sind recht tolerant.“ In den Vereinigten Arabischen Emiraten existierten acht katholische Pfarreien. 50.000 Gläubige nähmen in Dubai jedes Wochenende an den Messfeiern teil. „Wir sind auf der Arabischen Halbinsel eine Kirche aus Migranten für Migranten. Unsere Vitalität hängt vom ausserordentlichen religiösen Engagement der Gläubigen ab“, betonte Bischof Hinder.

Religionspolizei unterbindet Gottesdienste in Saudi-Arabien
Der Direktor des Missionswissenschaftlichen Instituts Missio in Aachen, Professor Dr. Harald Suermann, ging auf die Situation der Christen in Saudi-Arabien ein. Er erklärte, dass Christen nach dem Koran eine geschützte Minderheit seien, die das Recht habe, ihren Glauben zu leben und eigene Gotteshäuser zu unterhalten. Das werde in Saudi-Arabien jedoch eingeschränkt. „Liturgische Feiern sind dort verboten und können nur privat unter grosser Gefahr vollzogen werden. Regelmässig würden Gottesdienste von der saudischen Religionspolizei, der muttawa, durch Razzien und Verhaftungen unterbunden“, so Professor Suermann. Für viele Christen bleibe nur die Möglichkeit, über Streaming-Angebote im Internet an Gottesdiensten teilzunehmen. Er wies darauf hin, dass innerhalb des saudischen Königshauses um die zukünftige Ausrichtung des Landes gerungen werde. Einerseits gäbe es Strömungen, die sich für gesellschaftliche Reformen einsetzten, andererseits Versuche, die aktuellen Verhältnisse zu stabilisieren. Ob es für die Christen und andere religiöse Minderheiten im Land in absehbarer Zeit zu Veränderungen komme, sei im Moment noch nicht abzusehen.

Arbeitshilfe „Arabische Halbinsel“
In der Arbeitshilfe, die in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, finden sich zahlreiche Hintergrundinformationen zum Christentum in den verschiedenen Ländern der Arabischen Halbinsel. Neben einem Einführungsartikel des anglikanischen Pfarrers Andy Thompson aus Abu Dhabi, der einen Überblick über die Geschichte des Christentums in der Region vermittelt, gibt es einen aktuellen Bericht von Bischof Hinder über die Lage der Christen im Jemen. Die Situation der Arbeitsmigranten in Oman wird ebenso thematisiert wie die Frage der Religionsfreiheit in Saudi-Arabien. Ein Bericht über einen Besuch auf einem der „Kirchen-Compounds“ an einem Wochenende gibt einen Einblick in die unterschiedlichen christlichen Kirchen, Traditionen und Riten auf der Arabischen Halbinsel.

Die Arbeitshilfe kann im Internet unter http://www.dbk-shop.de/de/deutsche-bischofskonferenz/arbeitshilfen/solidaritaet-verfolgten-bedraengten-christen-unserer-zeit-arabische-halbinsel.html?info=25844&dl_media=25216 heruntergeladen werden.

Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen am zweiten Weihnachtstag
Am Gedenktag des ersten christlichen Märtyrers Stephanus, am 26. Dezember, erinnert die römisch-katholische Kirche in Deutschland seit 2012 besonders derjenigen Christen, die heute überall auf der Welt aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Im Mittelpunkt des diesjährigen „Gebetstags für verfolgte und bedrängte Christen“ standen besonders die Christen in Saudi-Arabien, die ihren Glauben nur im Untergrund leben können.

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Designer mitten im Paradies - Harald Glööckler präsentiert seine Schmuckschuber-Edition der Lutherbibel 2017

Berlin/Deutschland | 28.12.2016 | APD | Bibel

Der Designer Harald Glööckler hat in Berlin seine Schmuckschuber-Edition der Lutherbibel 2017 präsentiert. Sich selbst hat er auf dem Schuber in eine paradiesische Szene gesetzt. Damit und mit einem Bibelvers aus dem Matthäusevangelium will Glööckler eine frohe Botschaft vermitteln, die für ihn selbst in Erfüllung gegangen ist: Das Leben bietet Reichtum und Überfluss, wenn man es als ein Geschenk Gottes annimmt. Die Ausgabe von Harald Glööckler gehört zu einer Reihe von zeitlich limitierten Sammlereditionen für die Lutherbibel 2017, gestaltet von renommierten Künstlern und Personen des öffentlichen Lebens.

Dankbarkeit – Schlüssel für ein glückliches Leben
Harald Glööckler, der neben Mode auch Schmuck, Möbel und Tapeten kreiert, wählte für seine Schubergestaltung den Bibelvers „Du erntest, wo du nicht gesät hast, und du sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast“ (Matthäus 25,24). „Dass Gott da ist, ist für mich definitiv klar. Er ist vorhanden in Form einer grossen Liebe“, so der 51-Jährige. Die Bibel sei für ihn ein Ratgeber. „Man findet dort Weisheit, manchmal auch zwischen den Zeilen“, sagte er bei der Präsentation seiner Schmuckschuber-Edition. Man könne Gott alles sagen was einen bewege. Heilig sei die Bibel nur, wenn sie auch benutzt werde, sonst wäre sie nur eine Dekoration. Mit dem von ihm gewählten Bibelvers wolle Glööckler Menschen aus ihrem trostlosen Alltag herausholen. Bei Gott gebe es keinen Mangel. In der von ihm für den Schuber gestalteten paradiesischen Szene, in die er sich selbst hineingestellt hat, verspürten die Vögel keinen Mangel, denn Gott sorge für sie. Statt sich über Mangel zu beklagen, sollten Menschen bedenken, was sie alles haben. „Wer dankbar ist, hat mehr von dem was er hat“, so der Designer. Dankbarkeit sei der Schlüssel für ein glückliches Leben.

Weitere Schmuckschuber von Künstlern und Prominenten
Künstler und andere Prominente haben weitere exklusive Sammlereditionen im Schmuckschuber gestaltet, informierte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft Dr. Christoph Rösel. Dazu zählten der Trainer Jürgen Klopp, die Illustratoren Janosch und Peter Gaymann, die Schauspielerin Uschi Glas, Musiker und Kreative wie Klaus Meine von den „Scorpions“, Angelika und Dieter Falk, Wolfgang Dauner und Randi Bubat sowie Joe Hennig. „Wir freuen uns, dass so viele bekannte Persönlichkeiten bereit sind, sich kreativ mit der Bibel zu beschäftigen.“ Ziel sei es, dass diese Ausgaben auch Menschen zur Bibel greifen lassen, die nicht zu den klassischen Bibellesern gehören, so Rösel.

Bereits über 200.000 Exemplare der neuen Lutherbibel verkauft
Die Lutherbibel 2017 erscheint in gedruckten und digitalen Formaten, zum Beispiel als E-Book, App und Computersoftware. Darüber hinaus gibt es die Psalmen der Lutherbibel auch als Hörbuch. Die komplette Hörbibel, gelesen von Rufus Beck, ist im Frühjahr nächsten Jahres erhältlich.

Eingeführt wird die revidierte Lutherbibel gemeinsam von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bibelgesellschaft. Zehn Jahre dauerte die inhaltliche Bearbeitung von der ersten Anfrage über die Arbeit einer EKD-Kommission bis zur Drucklegung. Die Lutherbibel 2017 erscheint zum 500. Reformationsjubiläum, das seit dem 31. Oktober diesen Jahres gefeiert wird. Von der Startauflage sind inzwischen mehr als 200.000 Exemplare verkauft.

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ADRA Schweiz schickt 3.214 Weihnachtspakete nach Moldawien

Zürich/Schweiz | 28.12.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 23. November sind 3.214 Weihnachtspakete der Adventistischen Entwicklung- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz per Eisenbahn für benachteiligte Kinder nach Moldawien verschickt worden. An der Weihnachtspaketaktion „Kinder helfen Kindern“ beteiligten sich rund 50 ADRA Ortsgruppen.

Die Weihnachtsaktion „Kinder helfen Kindern“ werde schon viele Jahre durchgeführt, sagte Sibylle Schuppli, Kommunikationsverantwortliche bei ADRA Schweiz. Die Pakete aus der Schweiz würden seit 2011 von der Partnerorganisation ADRA Moldawien an Kinder in Waisenheimen, verarmte Familien sowie an behinderte Kinder im Land verteilt. Wer ein Paket wolle, müsse sich über Sozialämter, Schulen, Vereine oder das Netzwerk von ADRA Moldawien beim Hilfswerk melden, das dann die Selektion vornehme.

Moldawien ist eines der ärmsten Länder Europas und liegt zwischen Rumänien und der Ukraine. Nur ein Paket weniger sei im Rahmen der letztjährigen Weihnachtsaktion aus der Schweiz nach Moldawien verschickt worden, so ADRA Schweiz.

Rund 50 ADRA Ortsgruppen in der ganzen Schweiz beteiligen sich laut dem Hilfswerk an der Aktion. Kinder mit ihren Eltern, Schulklassen sowie Kirchengemeinden stellten Geschenkpakete für benachteiligte Kinder in Moldawien zusammen.

Da orthodoxe Christen Weihnachten am 6. und 7. Januar feiern, werden zwei Personen im Auftrag von ADRA Schweiz die Verteilung der Pakete im Januar 2017 begleiten und auf der Webseite von ADRA Schweiz darüber berichten: www.adra.ch

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ADRA Deutschland legt Jahresbericht vor

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 28.12.2016 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

In 45 Ländern hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland e. V. im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben über 2,5 Millionen Menschen direkt oder indirekt unterstützt. Zum Tätigkeitsfeld von ADRA Deutschland gehören neben humanitärer Hilfe im Katastrophenfall auch Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Bildung, Einkommen, Katastrophenvorsorge, Völkerverständigung, Wasser und Sanitärtechnik sowie Umweltschutz.

„Als Teil eines global agierenden Netzwerkes hilft ADRA Deutschland jährlich Millionen Menschen - unabhängig von der ethnischen Herkunft, dem Geschlecht, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, dem Alter oder der sexuellen Identität“, heisst es im ADRA-Jahresbericht 2015. „Nothilfe und nahtlose Übergänge zur Selbsthilfe sind in unseren Projekten stets das Ziel für eine langanhaltende Entwicklung“, schreibt der Geschäftsführer von ADRA Deutschland, Pastor Christan Molke, im Vorwort. Viele Aktivitäten seien bestimmt und herausgefordert gewesen durch die weltweite Flüchtlingskrise.

Als Beispiele der Projektarbeit für das Jahr 2015 nennt der Geschäftsbericht: Hilfe für Binnenvertriebene und Frauen im Nordosten Indiens; Umweltschutz und ein gesünderes Leben für Massai-Familien in Tansania; Katastrophenvorsorge in Vietnam; Unterstützung nach dem schweren Erdbeben in Nepal; Unterstützung einer Anlaufstelle für Asylinformationen in Belgrad; Weihnachtspaketaktion „Kinder helfen Kindern“, Freiwilligenprogramme und drei ADRA-Shops in Weiterstadt, Bergisch Gladbach und Lüdenscheid.

Rund 11,5 Millionen Euro (12,3 Millionen Franken) hat das Hilfswerk im Jahr 2015 laut Bericht für seine Aufgaben ausgegeben. Dabei schlugen die allgemeinen Verwaltungskosten mit knapp 16,2 Prozent zu Buche, während 82,3 Prozent des Budgets den Entwicklungs- und Hilfsprojekten sowie entwicklungspolitischer Bildung zugutekamen.

Zu den finanziellen Mitteln trugen 2015 im Wesentlichen bei (Zahlen gerundet): 2,8 Millionen Euro (3 Millionen Franken) aus privaten Spenden; 2 Millionen Euro (2,1 Millionen Franken) seitens der „Aktion Deutschland Hilft“; 6 Millionen Euro (6,5 Millionen Franken) seitens der Europäischen Union; 1,3 Millionen Euro von der Europäischen Kommission Humanitäre Hilfe (ECHO); 7 Millionen Euro (7,6 Millionen Franken) vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Der Jahresbericht 2015 von ADRA Deutschland e. V. kann im Internet unter www.adra.de/geschaeftsberichte heruntergeladen werden.

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„Aus der Praxis“: neue TV-Serie im Hope Channel

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 28.12.2016 | HC/APD | Medien

Der adventistische Fernsehsender „Hope Channel“ wird ab Februar 2017 die Gesundheits-Sendung „Aus der Praxis“ ausstrahlen. In der neuen Sendereihe werden Ärzte des Krankenhauses „Waldfriede“ in Berlin Entstehung, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten verschiedener Erkrankungen gut verständlich erläutern.

Das Themenspektrum der TV-Serie „Aus der Praxis“ reicht von medizinischen Inhalten bis hin zu seelsorgerlichen Fragen: „Wie lebe ich mit Krebs?“, „Schilddrüsen-Erkrankungen“ oder „Angstfreies Krankenhaus“ sind einige der Themen, die Anfang Dezember 2016 im Krankenhaus Waldfriede als Sendung aufgezeichnet und ab Februar 2017 auf dem Hope Channel ausgestrahlt werden. Damit wird ein Schwerpunkt des Fernsehsenders zu psychischer und physischer Gesundheit weiter verstärkt.

Krankenhaus Waldfriede
Das Krankenhaus Waldfriede in Berlin ist ein Akutkrankenhaus mit 170 Betten in Trägerschaft der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Es ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Charité und darüber hinaus europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken in der Koloproktologie. (Erkrankungen des End- und Dickdarmes, besonders im Zusammenhang mit Veränderungen des Beckenbodens).

Hope Channel Deutschland
Hope Channel Deutschland ist einer von mehr als 48 Sendern der gleichnamigen internationalen Senderfamilie. Er gehört zum europäischen Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Mehr Informationen unter: www.hope-channel.de

„Hope Channel Deutsch“ auch in der Schweiz
Das 24-Stunden-Fernsehprogramm von „Hope Channel Deutsch“ ist auch in Kabelnetzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (z.B. Swisscom TV plus) verfügbar. Eine Übersicht der Kabelnetzbetreiber findet sich im Internet unter www.hopechannel.de/empfang. Zugang zu den „Hope Channel“ Sendungen gibt es ausserdem über Satellitenempfang, als Livestream und Mediathek im Internet sowie durch die Online-Plattform „Zattoo“ (www.zatto.com).

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Eigentümerwechsel bei adventistischer Verlagsgruppe in Lüneburg (D)

Lüneburg/Deutschland | 28.12.2016 | AV/APD | Medien

Ab 1. Januar 2017 gehört die adventistische Saatkorn-Verlagsgruppe nicht mehr unmittelbar zur teilkontinentalen Kirchenleitung in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division) mit Sitz in Bern/Schweiz, sondern ist direkt der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland zugeordnet. Die neuen Strukturen sollen genutzt werden, um die Zusammenarbeit direkter zu gestalten, teilte die Verlagsleitung mit.

Am 14. Dezember 2016 wurde der Verkauf der Geschäftsanteile der Saatkorn-Verlag GmbH an die überregionalen Kirchenleitungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Süddeutschland (Norddeutscher und Süddeutscher Verband) zu jeweils gleichen Teilen besiegelt.

Ab 1. Januar 2017 gehört die Verlagsgruppe der Freikirche nun auch rechtlich zu dem Gebiet, in dem sie hauptsächlich tätig ist. Durch die Angliederung an die Freikirche in Deutschland ist eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Verlag und der Freikirche möglich.

Saatkorn-Verlagsgruppe Lüneburg
Zur Saatkorn-Verlagsgruppe mit Sitz in Lüneburg gehören der Advent-Verlag in Lüneburg, der Wartberg Verlag in Gudensberg (bei Kassel) und die Christa Medien GmbH. Im Jahre 1895 in Hamburg gegründet, hat der Saatkorn-Verlag eine mehr als 120-jährige Tradition. Im Jahr 1994 hat der Verlag sein historisches Domizil in Hamburg verlassen und ist nach Lüneburg gezogen. Die Verlagsgruppe hat insgesamt etwa 30 Beschäftigte.

Advent-Verlag
Der Advent-Verlag (www.advent-verlag.de) ist der Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Er gibt Bücher zu folgenden Themengebieten heraus: Orientierung und Lebenshilfe, Erzählungen, Bücher zur Bibel und Theologie. Um die kontinuierliche Herausgabe neuer Bücher zu gewährleisten, wurde 1995 der „Leserkreis Advent-Verlag“ gegründet. Ausserdem erscheint dort das Studienheft zur Bibel, die Kirchenzeitschrift Adventisten heute, die Zeitschrift Zeichen der Zeit mit christlichen Inhalten von allgemeinem Interesse und demnächst das neue christliche Magazin present.

Wartberg Verlag
Der Wartberg Verlag (www.wartberg-verlag.de) wurde 1984 gegründet als Regionalverlag mit historischen Bildbänden zu lokalen und stadtgeschichtlichen Themen. Er verkauft auch nach Frankreich und Österreich. Mit Buchreihen wie historischen Städtebildbänden, regionalen Farbbildbänden, Freizeitführern und historischen Büchern zu Regionalthemen im gesamten Bundesgebiet, gehört der Wartberg Verlag seit der Jahrtausendwende zur Saatkorn-Verlagsgruppe. Er veröffentlicht jährlich mindestens 100 Neuerscheinungen.

Christa Medien GmbH
Die Christa Medien GmbH (www.christa-medien.eu) vertreibt russischsprachige christliche Literatur in Deutschland. Zum Programm gehören neben Buchklassikern wie Bibeln, einem jährlich erscheinenden Andachtsbuch und einer breiten Palette an allgemeiner christlicher Literatur vor allem Studienhefte zur Bibel und eine missionarisch ausgerichtete Zeitung.

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Spanien: Adventistische Studentin erhält Umweltpreis

Bern/Schweiz | 28.12.2016 | EUDNews/APD | Personen

Janielle Souza Pereira, adventistische Studierende an der brasilianischen Hochschule „Universidade Federal do Vale do São Francisco“, hat 2016 den Internationalen Preis für Waldbrandforschung gewonnen und ist in Spanien geehrt worden.

Für ihre Forschung über die „Auswirkungen von kontrolliertem Verbrennen auf physikalische, chemische und mikrobiologischen Aspekte von Erdboden“ wurde Pereira in Spanien ausgezeichnet. Der Preis sei die Initiative einer internationalen Stiftung zur Erforschung von Feuerökologie und Feuermanagement, teilte die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa mit Sitz in Bern (EUDNews) mit. „Ich war überrascht und fühle mich zugleich sehr geehrt“, sagte Pereira. Jede Sekunde im Labor und in der Feldforschung habe sich gelohnt. Janielle Pereira ist Mitglied der Freikirche Siebenten-Tags-Adventisten in Santo Antônio, Brasilien.

Im Rahmen des brasilianischen Regierungsprogramms „Wissenschaft ohne Grenzen“, zeigte Pereira bei der Vorstellung ihres Projekts in Spanien auf, wie organisches Material durch Brände verloren geht. Ihre Studie weise auf die Schäden durch Brände hin, die nicht nur die Biodiversität und das Ökosystem betreffen, sondern auch die Bodenerosion erhöhen, die Luftqualität mindern, sowie andere ökologische Schäden verursachen. In Brasilien ist es laut EUDNews immer noch üblich, den Boden durch Brände für den Anbau vorzubereiten. Die Studie biete Anlass, diese Praxis zu überdenken.

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Joachim Köhler, Luther! Biographie eines Befreiten

| 28.12.2016 | APD | Buchrezensionen

Joachim Köhler, Luther! Biographie eines Befreiten
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2016, 408 Seiten, Hardcover, 22,90 Euro, ISBN 978-3-374-04420-7

Martin Luther ist und bleibt ein deutscher Mythos. Allerdings musste der Reformator unter dem kritischen Blick der modernen Forschung immer wieder neue Schandflecke offenbaren: Luther, der Judenhasser, der Wutbürger oder der derbe Hausvater. Nachdem der Luthermythos nun lange genug dekonstruiert wurde, schlägt Joachim Köhler eine andere Tonart an. Der Philosoph und Journalist will Luther rehabilitieren. Deswegen auch das Ausrufezeichen hinter dem Namen im Titel. Nicht pathetisch, aber auch nicht zögerlich stellt er Luther in seinem Buch dar. Luther wird farbenfroh und detailliert ausgestaltet und vor einem gut recherchierten geschichtlichen Hintergrund platziert. Die Psyche des Wittenbergers wird beleuchtet und die zahlreichen inneren Kämpfe mit dem Teufel, dem eigenen Gewissen oder dem selbst auferlegten Leistungsdruck werden anschaulich gemacht. Für Köhlers Luther bringt man wieder Sympathie auf, nicht aufgrund seiner Fehler, sondern aufgrund seiner Authentizität: Luther, der Mensch.

Luther als Freiheitskämpfer
Mit „Luther! Biographie eines Befreiten“ verfolgt der Autor noch ein zweites Ziel. Er stellt Luther als autonomen Menschen dar. Ein Anachronismus zur damaligen Zeit, in der jedermann in einem festzementierten System zu funktionieren hatte. Doch Köhler berichtet behutsam, wie Luther schrittweise die Unfreiheiten hinter sich lässt: Der Sohn widersetzt sich dem Vater, bricht aus dem vorgezeichneten Leben aus und wird Mönch. Der Mönch wird mündig und ein bemerkenswerter Theologe. Der Theologe durchbricht das Leistungsdenken im Glauben und erkennt die unverdiente Gnade. Der Begnadigte trotzt dem Papst. Zu guter Letzt nimmt sich Luther auch noch die Freiheit zu heiraten und das asketische Leben hinter sich zu lassen.

Darüber hinaus entwickelt der Mann aus Mansfeld auch theoretisch seinen eigenen Freiheitsbegriff: „Luthers Freiheitsglaube, wie er ihn in den drei Reformationsschriften entwickelte, hatte mit dem politisch-moralischen Begriff von Freiheit, den Humanismus und Aufklärung propagierten, nichts gemeinsam.“ (S. 242). Für Luther ist die Freiheit nur in Christus zu finden. Sie ist ein Paradox, und „bestand darin, dass es nicht eigentlich um die Freiheit des Menschen, sondern um die Freiheit Christi im Menschen ging.“ (S. 242). Dafür kämpfte Luther mit ganzer Überzeugung.

Bedrängnis, Befreiung, Bewahrung
Die Biographie ist stringent und übersichtlich in drei große Bereiche gegliedert: Bedrängnis, Befreiung, Bewahrung. Im ersten Teil wird Luther als Sohn und Mönch porträtiert. Der familiäre Hintergrund, seine Herkunft und sein beruflicher Bildungsweg - weltlich wie kirchlich - werden in drei Kapiteln behandelt. Dieser Teil endet mit dem ersten Höhepunkt in Luthers Leben: seinem Rombesuch. Der zweite Abschnitt stellt das lange Ringen mit der katholischen Kirche dar und endet mit einem zweiten Höhepunkt: der Verfassung der Streitschrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Der dritte Teil beginnt mit dem Reichstag zu Worms und widmet sich den späteren Folgen der Reformation: dem Bauernkrieg, den Schwärmern, Luthers Eheschließung und seinem Beitrag zum kulturellen Leben als Hausvater, Autor und Liederdichter. Das Buch endet mit Ausführungen zum Abendmahlstreit.

Weltverständnis des Wittenbergers
Die Nähe des Autors zur Philosophie lässt sich deutlich in den Ausführungen zur Scholastik, zum Nominalismus und auch zur Mystik erkennen. Der Leser erhält eine kleine Einführung in die Denkschulen der damaligen Zeit, wie der Augustiner sie durchlebt haben muss. Köhler löst Luther jedoch von den Zeitgeistern und gesteht ihm seinen ganz eigenen Beitrag zu. Luther stand demnach nicht nur mit je einem Bein im Mittelalter und in der Neuzeit, nein, Luther steht bei Köhler mit einem Bein in der Welt und mit dem anderen in der Bibel. Der Wittenberger ist mehr als ein Geschöpf des Humanismus, von dem er sich stark abgrenzte. Luther lehnte das Programm „Der Mensch musste verbessert werden, und er konnte dies, zumindest fast, aus eigener Kraft.“ (S. 306) entschieden ab. „Für ihn war der Humanismus ein Missverständnis.“ (S. 307).

Lebenswerk Luthers
Köhler schreibt keine klassische Biographie. Vielmehr nimmt er einzelne Aspekte aus dem Leben des Reformators heraus und erläutert zeitgeschichtliche Hintergründe: Musik, Judenfrage oder (lokal-) politische Lage. Das macht das Werk zwar kurzweilig und interessant, aber auch etwas unübersichtlich. Leben und Werk der Protagonisten verlaufen parallel und finden sich auch zum Ende des Buches nicht zu einem großen Zusammenhang. Dies macht die Biographie für den Leser ohne Vorbildung zuweilen schwer verständlich. Ton und Stil sind locker und beschwingt, wenn der Wittenberger beispielsweise mit einem „Wildschwein aus dem Walde“ verglichen wird, das den ertragreichen Garten des Papstes durchwühlt (S. 240). Das Buch kommt ohne Pathos aus, beschönigt nichts, verschweigt aber auch nichts. Es präsentiert die Fakten unaufgeregt und unterhaltsam. Köhler schließt sein Werk offen mit einem Anklang an die bekannte Lutherhymne: „Ein feste Burg ist unser Gott“.
Claudia Mohr

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