APD-INFORMATIONEN 3/2017 - MÄRZ 2017

Bund will religiöse Jugendorganisationen von J+S ausschliessen

Bern/Schweiz | 27.03.2017 | APD | Schweiz

Laut einer Medienmitteilung des Bundesrats vom 22. März übergibt der Bund die Förderung des Nachwuchsleistungssports in der Schweiz wieder an Swiss Olympic und schlägt Anpassungen bei der Kaderbildung von Jugend+Sport (J+S) vor. Damit wird aus Sicht der betroffenen Jugendverbände die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit von J+S mit religiös geprägten Jugendorganisationen in der Schweiz abgebrochen und ihnen keine Fördergelder des Bundes mehr zugesprochen. Der Bundesrat eröffnete an seiner Sitzung vom 22. März 2017 die Vernehmlassung zu den entsprechenden Verordnungsanpassungen.

In den letzten 15 Jahren hat der Bund den Nachwuchsleistungssport über das Förderprogramm Jugend+Sport unterstützt. Diese Aufgabe wird nun an Swiss Olympic, den Dachverband des Schweizer Sports, ausgelagert. Die Massnahme soll zu einer klaren Aufgabentrennung zwischen dem Bundesamt für Sport BASPO und Swiss Olympic beitragen. In Zukunft wird Swiss Olympic hauptsächlich für den Leistungssport aller Altersstufen in der Schweiz zuständig sein.

Die Anpassung gestaltet sich haushaltneutral: Für den Bund reduziert sich der Aufwand, und Swiss Olympic wird mittels Verbandssubventionierung bei der Weiterentwicklung und Durchführung der künftigen Nachwuchsförderung unterstützt.

Ausschluss religiös geprägter Jugendorganisationen von J+S
Im Weiteren will der Bundesrat sicherstellen, dass nur Jugendorganisationen mit Aufgaben der J+S-Kaderbildung betraut werden, welche die Voraussetzungen gemäss dem Kinder- und Jugendförderungsgesetz (KJFG) erfüllen. Das bedeutet, dass stark religiös geprägte Organisationen, bei denen die Glaubensvermittlung und nicht die Entwicklung des Jugendlichen im Zentrum steht, von der Unterstützung durch J+S auszuschliessen sind. Der Bundesrat folgt damit dem Bundesverwaltungsgericht, das diese Haltung letzthin mehrfach bestätigt hat.

Der Bundesrat eröffnet nun die Vernehmlassung zu den notwendigen Verordnungsanpassungen. Die Bestimmungen sollen auf 1. Januar 2018 in Kraft treten.

Sportliche Förderung und christliche Grundhaltung kein Widerspruch
In einer ersten Stellungnahme bedauert Fabian Looser Grönroos, Leiter der Adventjugend in der Deutschschweiz, dass die knapp 20-jährige gute Zusammenarbeit bei der Leiterausbildung der Adventjugend mit J+S beendet werden soll. Christen prägten das Land mit, seien Steuerzahler, würden Verantwortung übernehmen und vermittelten Kindern und Jugendlichen Werte, so Looser. Christliche Jugendarbeit sei ganzheitliche Kinder- und Jugendförderung, die alle Aspekte des Menschseins im Blick habe.

Es gäbe keinen Widerspruch zwischen einer christlichen Grundhaltung, die den Menschen als ganzheitliches Wesen verstehe und der sportlichen Förderung von Kindern und Jugendlichen, sagte Andi Bachmann-Roth, Jugendbeauftragter der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA. Die sportliche Jugendförderung sei kein Mittel zum Zweck der Glaubensvermittlung, wie dies dargestellt werde. Bachmann verwies auch auf die Charta christlicher Kinder- und Jugendverbände, welche die Ziele und Arbeitsweise christlicher Kinder- und Jugendorganisationen transparent und gut verständlich darstelle: http://cckj.ch/

Betroffene Jugendorganisationen
Laut Angaben von Fabian Looser Grönroos sind unter anderen folgende christliche Jugendorganisationen vom Abbruch der Beziehungen mit J+S betroffen:
BESJ – Jungscharen der Evangelisch-methodistischen Kirche EMK und vom Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen BESJ. BESJ-Trägerverbände sind: Chrischona Schweiz; Freie evangelische Gemeinde FEG; Vereinigung freier Missionsgemeinden der Schweiz VFMG; Evangelische Täufergemeinden ETG; Evangelisches Gemeinschaftswerk des Kantons Bern EGW. Im Weiteren gehören zum BESJ 36 landeskirchliche Gruppen, Jugendgruppen der Heilsarmee, der Mennoniten, des Bundes evangelischer Gemeinden, der Minoritätsgemeinden und weitere. Dem BESJ sind insgesamt 285 Ortsgemeinden angeschlossen mit 750 Kinder. bzw. Jugendgruppen.

In der Westschweiz sind vom Abbruch der Beziehungen mit J+S diese vier Jugendorganisationen betroffen: Ligue pour la lecture de la Bible (LLB), Jeunesse Adventiste (Eglise adventiste du sèptieme jour), Cycle formation jeunesse (Cyfoje), Grain de Blé, Association Repère. In der Deutschschweiz ist nebst dem BESJ den nachstehenden Jugendverbänden die Zusammenarbeit mit J+S gekappt worden: Adventjugend der Siebenten-Tags-Adventisten; JEMK - Jungschar der Evangelisch methodistischen Kirche; YouthPlus – Mitglied der BewegungPlus Schweiz; Youthnet - Kinder- und Jugendarbeitsverband der SPM (Schweizerische Pfingstmission).

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Adventisten in der Deutschschweiz wählten neuen Kirchenleiter

Zürich/Schweiz | 27.03.2017 | APD | Schweiz

Die Deutschschweizer Adventisten wählten am 12. März an ihrer Delegiertenversammlung im Kongresshaus in Zürich Pastor Stephan Sigg (51) zum neuen Präsidenten. Er wird die Kirchenleitung von Günther Maurer übernehmen, der diese Funktion seit 2009, während zwei Amtsperioden, bekleidete und bis zur Übernahme durch S. Sigg die Leitung weiterhin wahrnehmen wird.

Die knapp 150 Delegierten aus 32 Gemeinden und der Pastorenschaft wählten Dr. Stephan Sigg für die nächsten vier Jahre zum Leiter der Deutschschweizerischen Vereinigung (DSV) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Aufgrund von Verpflichtungen als Jugendabteilungsleiter der teilkontinentalen Kirchenleitung für West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD) wird Sigg seine neue Aufgabe erst nach der Durchführung eines internationalen Jugendkongresses in Valencia/Spanien, voraussichtlich im Herbst 2017, antreten. In der Zwischenzeit wird Pastor Günther Maurer (64) weiterhin die Kirchenleitung in der Deutschschweiz wahrnehmen. Maurer ist seit 2015 in Doppelfunktion ebenso Präsident der Schweizer Union der Freikirche, die auch das Gebiet der Romandie und das Tessin umfasst.

Als neuer Präsident der Deutschschweizer Adventisten wünscht sich Stephan Sigg eine Freikirche, deren Mitglieder sich durch Gottes Gnade befreit an der Gesinnung Jesu orientieren und auf Gottes Wort gegründet in tätiger Liebe ihren Glauben authentisch in der Gesellschaft leben. Die Botschaft der Versöhnung soll durch Gemeinschaft und Zeugnis glaubhaft in die Welt getragen werden, um Menschen einzuladen, dem Herrn des Lebens hoffnungsvoll zu begegnen.

Herkunft und Werdegang
Stephan Sigg kam 1966 in der Schweiz zur Welt und verbrachte seine Kindheit und Schulzeit im Raum Aarau. Nach der Schule absolvierte er eine Zimmermannslehre und arbeitete im Holzbau. Später wechselte er in ein Architekturbüro. 1988 begann er ein Theologiestudium am Seminar Schloss Bogenhofen/Oberösterreich, besuchte für ein weiteres Jahr das theologische Seminar im Schulzentrum Marienhöhe bei Darmstadt/Deutschland und schloss das Studium am Newbold College, Bracknell/England, mit dem Master ab. 1994 begann Sigg seinen Dienst als Pastoralassistent in Basel, im Gebiet der Deutschschweizerischen Vereinigung (DSV). Von 1997 bis 2007 arbeitete er als DSV-Jugendabteilungsleiter. 2007 wurde er als Dozent für Praktische Theologie an die adventistische theologische Hochschule in Friedensau/Deutschland berufen und lehrte im Bachelor- sowie im Masterbereich. Es folgte ein Weiterstudium an der Andrews University, Berrien Springs, Michigan/USA, welches er 2013 mit dem Doctor of Ministry (D.Min.) abschloss. Seit 2010 ist Stephan Sigg als Jugendabteilungsleiter für die Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa tätig.

Während seiner Tätigkeit als Jugendabteilungsleiter in der Deutschschweiz hat er Ausbildungskurse für Pfadfinderleiter (ADWA) etabliert, sowie die Zusammenarbeit mit Jugend & Sport (J&S). Er war Mitbegründer des Religionspädagogischen Instituts (RPI), das die Deutschschweizer Adventisten gemeinsam mit den Adventisten in Deutschland tragen. Seine Forschungstätigkeit an der Theologischen Hochschule Friedensau konzentrierte sich im Wesentlichen auf die Durchführung und Auswertung der europäischen „Valuegenesis“ Studie, die in 17 Ländern unter adventistischen Jugendlichen im Alter von 14 bis 25 Jahren durchgeführt wurde.

Stephan Sigg ist verheiratet. Das Ehepaar hat zwei erwachsene Kinder. Der neue Präsident der deutschschweizer Adventisten ist gerne aktiv und liebt die Berge.

Adventisten in der Schweiz
Ende Dezember 2016 lebten 2.576 Adventisten im Gebiet der Deutschschweiz und 2.076 in der Romandie sowie im Tessin. In der Schweiz leben demnach 4.652 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten. Die Adventisten in der Schweiz feiern in 54 Gemeinden und fünf Gruppen den Gottesdienst jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag. Mitglied wird man bei den Adventisten nicht durch die Säuglings- oder Kleinkindertaufe, sondern nach Unterweisung und auf eigenen Wunsch durch ein Bekenntnis beziehungsweise durch die Mündigentaufe. Adventistischen Jugendlichen bleibt es freigestellt durch die Glaubenstaufe der Kirche beizutreten, sofern sie dies wollten.

Schweizer Adventisten als Verein organisiert
Die Schweizer Adventisten sind nach dem Vereinsrecht organisiert und teilen sich in zwei Kirchenregionen: die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (DSV), mit Sitz in Zürich und die Fédération des Eglises Adventistes du 7e jour de la Suisse romande et du Tessin (FSRT), mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Kirchenleitung (Schweizer Union) mit Sitz in Zürich.

Institutionen und Werke in den Sprachregionen
Die Adventisten in der Schweiz führen die „Privatschule A bis Z“ in Zürich, zwei Jugendhäuser, in St. Stephan/BE und Les Diablerets/VD, drei Alters- und Pflegeheime in Krattigen/BE, Oron-la-Ville und Epalinges bei Lausanne, den Advent-Verlag in Krattigen/BE sowie eine Versandstelle für französische Bücher in Renens/VD. Im Weiteren unterhalten sie das "Hope Bibelstudien-Institut" (HBI) und das „Religionspädagogische Institut“ (RPI) in Zürich sowie das „Institut d'Etude de la Bible par Correspondance“ (IEBC) in Renens. In Gland/VD befindet sich die Klinik „La Lignière“, die auf Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen, neurologischen, orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen sowie auf Nachbehandlung bei Krebs spezialisiert ist.

Gesamtschweizerische Institutionen der Adventisten
Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die „Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich, ein ZEWO-zertifiziertes Partnerhilfswerk der Glückskette. Das Hilfswerk ist in der Schweiz mit rund 30 Ortsgruppen im sozialen Bereich tätig und im Ausland mit Katastrophen- und Entwicklungshilfeprojekten. Der „Adventistische Pressedienst“ APD Schweiz, Basel, richtet seine Dienste vor allem an säkulare und kirchliche Medien. Die Schweizerische Liga Leben und Gesundheit LLG, Zürich, bietet mit ihren Seminaren in rund 40 Ortsgruppen ganzheitliche Gesundheitsförderung an: körperlich, seelisch, spirituell und sozial.

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). In drei kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen sind sie Mitglieder und in drei weiteren arbeiten sie im Gaststatus mit.

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115. Jahreskonferenz der Deutschschweizer Adventisten: „Nur Jesus“

Zürich/Schweiz | 27.03.2017 | APD | Schweiz

Unter dem Titel „500 Jahre Reformation – was nun?“ trafen sich am 11. und 12. März die Siebenten-Tags-Adventisten der Deutschschweiz zur 115. Jahreskonferenz im Kongresshaus Zürich. Am 12. März wurde Pastor Stephan Sigg von knapp 150 Delegierten für die nächsten vier Jahre zum neuen Kirchenleiter der rund 2.500 Adventisten in der Deutschschweiz gewählt.

Der Gottesdienst an der Jahreskonferenz am Samstagmorgen stellt den geistlichen Höhepunkt im Kirchenleben der Adventisten in der Deutschschweiz dar. Nach einem Anbetungsteil mit Liedern, den zwei Jugendliche moderierten, wurden zwei Personen zur Bedeutung der Bibel in ihrem Leben, dem ersten reformatorischen Prinzip „Sola Scriptura“ / Nur die Schrift (Bibel), interviewt.

„Nur Jesus“ - Beziehung verändert nachhaltiger als Lehre
Pastor Winfried Vogel (62), Theologischer Berater, Redaktor und Moderator beim adventistischen Fernsehsender „Hope Channel“, Alsbach/Deutschland sprach in der Predigt zum reformatorischen Prinzip „’Solus Christus’ / Nur Jesus“.

„Warum sind wir heute hier“, fragte Vogel, wenn nicht ausschliesslich wegen Jesus? Jesus führe aus den Sackgassen des Lebens, löse die Schuldfrage und gebe Hoffnung. Christen bildeten eine Schicksalsgemeinschaft von Begnadeten. Zu Jesus könne man mit Enttäuschungen und Verletzungen kommen, so Pastor Vogel.

Die eigentliche Reformation habe im Herzen Luthers stattgefunden, als er, laut neusten Forschungsergebnissen, Monate nach dem Thesenanschlag (1517) das sogenannte „Turmerlebnis“ (1518) gehabt habe. Durch diese erkenntnismässige Begegnung mit Jesus habe Luther dessen Einzigartigkeit und Zuwendung zum Menschen erkannt. Er habe Zuversicht gewonnen und es sei ihm aufgegangen, wie Gott wirklich sei. Darum gehe es überhaupt im Christsein: Jesus persönlich zu kennen und eine Beziehung mit ihm zu leben, sagte Winfried Vogel. „Nur Jesus“ sei keine unzulässige Reduktion, wie dies manchmal in adventistischen Kreisen beargwöhnt werde. „In der Bibel ist Jesus und sonst nichts“, sagte Pastor Vogel. Wer Jesus habe, habe alles. Und um Jesus Christus gehe es im Christsein sowie um die Begegnung mit ihm.

Zu einer Jesusbegegnung könne es kommen, wenn sich Menschen, wie damals der Zolleinnehmer Zachäus in Jericho, verletzlich machten und Jesus sehen wollten „wer er wäre “. Diese Sehnsucht nach Verletzlichkeit treibe jeden Menschen um, denn es sei letztlich die Sehnsucht nach Heimat und Zuhause. Christen könnten anderen Menschen eine Hilfe sein, Jesus zu sehen, wie er sei, indem sie nicht über die Kirche reden, sondern über Jesus, so Winfried Vogel, denn im Christsein gehe es zentral, eigentlich und nur um Jesus Christus. Jesus wünsche, bei jedem Menschen in dessen innerstem Raum Zuhause zu sein. Diese Gegenwart Jesu verändere alles im Leben jener Menschen, die ihn dort hinein liessen, wo sie sonst niemandem Zutritt gewährten.

Nur Gnade - „Keine Einladung zu einer Zitterpartie“
Am Nachmittag beschäftigte sich Pastor Matthias Müller (64), Abteilungsleiter Kommunikation und Gemeindeaufbau der adventistischen Hansa-Kirchenleitung in Hamburg/Deutschland mit einem weiteren reformatorischen Prinzip: „’Sola Gratia’ / Nur Gnade“. Seine Ausführungen kontrastierten theologische Überzeugungen, die bei adventistischen Gläubigen teilweise präsent sind.

In den ersten 40 Jahren des Bestehens der adventistischen Kirche in den USA habe es kaum Aussagen gegeben, die das lutherische Erlösungsverständnis „allein aus Gnade“ thematisiert hätten, so Pastor Müller. Eine Ausnahme sei die Mitbegründerin der Kirche gewesen, Ellen G. White. Erst an der Generalkonferenz 1888 in Minneapolis, Minnesota, hätten zwei junge adventistische Pastoren das lutherische Verständnis der Erlösung thematisiert, wonach der Mensch nicht durch gute Taten oder Leistung, sondern allein aus Gnade gerettet werde. Wenn der Mensch etwas leisten müsste, um von Gott angenommen zu sein, könne man nie wissen, wann genug getan sei. „Wenn wir Menschen zum Glauben an Christus einladen, laden wir sie nicht zu einer Zitterpartie ein“, sagte Matthias Müller.

Beim biblischen Sündenverständnis gehe es nicht nur um einzelne Sünden, also sündige Taten, sondern primär um einen Zustand in der Sünde. (Trennung und Entfremdung von Gott). Dieser Zustand könne nicht durch gute Taten überwunden werden, so Müller. Fliegen, die unter einer Käseglocke lebten, könnten auch mit viel Anstrengung dennoch nicht aus der Käseglocke entliehen. Es brauche dafür einen Eingriff von aussen. Müller führte zum lutherischen Rechtfertigungsverständnis aus, das von den Adventisten geteilt wird, dass dieser Eingriff von aussen dem unverdienten Gerechtsprechen (Rechtfertigung) des Menschen durch Gott entspreche: Gnade.

Die Rolle guter Taten im Christsein charakterisierte Matthias Müller durch das Bild eines Apfelbaums, der Äpfel trage, weil er ein Apfelbaum sei und nicht, um ein Apfelbaum zu werden.

Die Heiligung sei wie die Rechtfertigung ebenso eine Sache eines Augenblicks und unverdiente Gnade. Im Neuen Testament bezeichne der Apostel Paulus christliche Gemeindeglieder als Heilige und damit als Menschen, die sich für Gott entschieden haben. „Heilige sind geheiligt“, so Müller. Wachstum sei der passende Ausdruck für den Lebensprozess, bei dem der Christ Gott immer näherkomme und ihm ähnlicher werde.

Der Nachmittag fand einen Abschluss mit Ausführungen von Winfried Vogel zu Reformationsliedern, unter dem Titel „Soli Deo Gloria“. Die Lieder wurden durch Einzelpersonen beziehungsweise die Gemeinde gesungen oder mit Instrumenten gespielt.

Am Abend gab die Adventjugend mit einem interaktiven Programm, das in verschiedenen Räumen des Kongresshauses durchgeführt wurde, Einblicke in die Pfadfinderarbeit der Adventwacht (ADWA).

Wahl des neuen Kirchenleiters
Am 12. März wurde der neue Kirchenleiter der Adventisten in der Deutschschweiz gewählt, Pastor Stephan Sigg. Mehr dazu: http://www.stanet.ch/apd/news/5105.html

Workshops zur Reformation
Die beiden Gastreferenten führten am 12. März im Kongresshaus Workshops zu folgenden Themen durch: „Mehr Luther, weniger Calvin“ oder „Mehr Glaube, weniger Religion“ – Winfried Vogel. Matthias Müller sprach über den Umbruch durch die Reformation bezüglich Medien und Bibel.

Reformationstour in Zürich
Am Sonntag wurden am Morgen sowie am Nachmittag je eine zweistündige Reformationstour durch Zürich angeboten. Zu Fuss wurden historische Orte der Reformation erkundet.

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Studientag «Ein Islam - verschiedene Gesichter?»

Zürich/Schweiz | 27.03.2017 | SEA/APD | Schweiz

Die Fritz Blanke Gesellschaft FBG und die Schweizerische Evangelische Allianz SEA laden am 1. April nach Rüschlikon/ZH zum Studientag «Ein Islam - verschiedene Gesichter?» ein. Neben theologischen und spirituellen Fragen sollen auch gesellschaftliche und politische Bezüge zum Thema hergestellt werden.

Die von der Fritz Blanke Gesellschaft FBG durchgeführte Tagung zum Islam will Grundsätzliches erklären und den Dialog fördern, heisst es in einer SEA-Medienmitteilung. Die SEA unterstütze den Anlass als Partnerin. Unter dem Titel «Ein Islam - verschiedene Gesichter?» soll der Islam in seinem historischen Kontext dargelegt und ein Bezug zu heute hergestellt werden. Der Studientag soll dazu dienen, das Verständnis des Islams zu verbessern und den Dialog zwischen Christen und Muslimen anzuregen. Referate des Islamwissenschaftlers, Dr. Carsten Polanz, bilden die Grundlage der Tagung. Polanz ist wissenschaftlicher Referent des Instituts für Islamfragen der Evangelischen Allianz.

Christen mit Muslimen ins Gespräch bringen
Wie der Islam in seinem historischen Kontext zu verstehen ist und welche grundlegenden Praktiken er vermittelt, darauf wird Dr. Carsten Polanz in einem ersten Teil eingehen. Der zweite Teil soll sich dem gegenwärtigen Islam widmen und Bezug auf Themen wie Menschenrechte und Demokratie sowie Gewalt und Radikalisierung nehmen. In einem dritten Teil wird Dr. Polanz den Islam dem Christentum gegenüberstellen und auf populäre Schlüsselbegriffe und ihre jeweilige Bedeutung in der Bibel sowie im Koran eingehen. Zum Schluss sollen praktische Anregungen Christen und Muslimen helfen, die geistliche Sprachlosigkeit zu überwinden und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Gemeinsames und Trennendes herausarbeiten
Jede Religion sieht sich mit bestimmten Vorurteilen konfrontiert. Gerade jene gegenüber dem Islam wurden in naher Vergangenheit eher auf- als abgebaut. Der Studientag solle helfen, Gemeinsames zu betonen und Trennendes zu erklären, betont Evelyne Müller-Schnegg, Präsidentin der Fritz Blanke Gesellschaft. Der Frage «Glauben wir alle an denselben Gott?» werde im Kontext des dritten Referatteils nachgegangen und die Antwort, die wir auf diese Frage geben, schlage sich auch im Verständnis von guten und fruchtbaren Begegnungen nieder, sagt Müller-Schnegg weiter.

Laut eigenen Angaben besteht das Ziel der Fritz Blanke Gesellschaft darin, Anliegen sowie Ergebnisse von Theologie und Gesellschaft kreativ zu verbinden.

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14 Prozent der Schweizer ernähren sich vegetarisch oder vegan

Winterthur/Schweiz | 27.03.2017 | APD | Schweiz

Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens DemoSCOPE bei 1.296 Personen ernähren sich elf Prozent der Bevölkerung in der Schweiz vegetarisch und drei Prozent vegan. 17 Prozent der Bevölkerung sind demnach Flexitarier, die nur selten Fleisch essen und 69 Prozent isst regelmässig Fleisch und/oder Fisch. Etwa ein Drittel der Bevölkerung achte demnach bewusst auf eine fleischfreie oder -arme Ernährung, heisst es in einer Medienmitteilung von Swissveg, welche die 2017 durchgeführte Umfrage in Auftrag gegeben hat. Sie ist nach eigenen Angaben die grösste und älteste Veg.-Organisation der Schweiz.

Deutschschweiz hat signifikant mehr Vegetarier als Westschweiz
In der Deutschschweiz gibt es signifikant mehr Vegetarier als in der Westschweiz, zwölf Prozent im Vergleich zu fünf Prozent. Auch die Anzahl der Fleischkonsumenten ist in der Deutschschweiz mit 67 Prozent insgesamt niedriger als in der Romandie mit 76 Prozent. Schweizweit gibt es mit 76 Prozent die meisten Fleischesser in der Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen.

Verhältnis Frauen – Männer bei Vegetariern und Veganern
Das Verhältnis Frauen – Männer liege bei Vegetariern bei 70 zu 30 Prozent. Bei den Veganern seien die Mehrheitsverhältnisse gerade umgekehrt: 40 zu 60 Prozent.

Fleischkonsum ist besonders bei Frauen unbeliebt
Der tägliche Fleischkonsum ist laut der Pressemitteilung bei Männern (24 Prozent) signifikant höher als bei Frauen (15 Prozent). Mehrmals täglich Fleisch konsumierten sechs Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen. Insgesamt haben 20 Prozent der Befragten angegeben, dass sie täglich Fleisch essen und weitere 60 Prozent, dass sie mehrmals pro Woche Fleisch essen.

Veganer: Jung, gebildet, städtisch
Der „Durchschnittsveganer“ sei zwischen 15 und 34 Jahre alt, gebildet und lebe in der Stadt, so die Medienmitteilung.

41 Prozent der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA sind Vegetarier
Die protestantische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten empfiehlt seit über 130 Jahren eine vegetarische Ernährungsweise. Wiederholte Studien verschiedener Untersuchungsteams hätten laut dem Online-Dienst der Gemeindezeitschrift „Adventisten heute" bedeutende Gesundheitsvorteile ergeben. Adventisten würden im Durchschnitt mehrere Jahre länger als andere US-Bürger leben. Interne Studien der adventistischen Kirche zeigten, dass sich 41 Prozent der US-Adventisten vegetarisch ernährten. Das sei achtmal so häufig wie in der allgemeinen US-Bevölkerung. Es sei auch unter Adventisten ein steigendes Interesse an einer veganen Ernährung festzustellen, d. h. einer ohne jegliche Tierprodukte wie Milch und Eier.

Mehr Informationen zur DemoSCOPE-Umfrage sowie druckfähige Diagramme zum Herunterladen unter: www.swissveg.ch/veg-umfrage

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Weltweit 20 Millionen Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 27.03.2017 | APD | International

Nach Angaben des Büros für Archive, Statistik und Berichte (Office for Archives, Statistics and Reports ASTR) der adventistischen Weltkirchenleitung, mit Sitz in Silver Spring, Maryland/USA, gab es am 26. Dezember 2016 weltweit 20.008.779 Adventisten und Adventistinnen. Da die Freikirche nur Gläubige tauft, sind in der Zahl nichtgetaufte Kinder und Jugendliche aus adventistischen Familien nicht enthalten.

Demnach ist die Anzahl von Menschen, die sich durch die Glaubenstaufe der Kirche angeschlossen haben, im dritten aufeinanderfolgenden Jahr gestiegen. Gesamthaft hätten sich 2016 weltweit 1.314.950 Personen den Siebenten-Tags-Adventisten angeschlossen. Davon seien 1.271.305 Personen durch die Taufe Mitglied der Kirche geworden und 43.645, die bereits früher als Mündige getauft worden waren, mittels Glaubensbekenntnis.

Diese Mitgliederzahl sei, sofern man sie mit der Einwohnerzahl von Staaten vergleiche, etwas grösser als die von Rumänien und etwas kleiner, als die von Niger oder Sri Lanka, teilte ASTR mit.

In Europa sind die Mitgliederzahlen der Adventisten eher stagnierend oder nur geringfügig steigend. In Deutschland gibt es rund 35.000 Adventisten, in der Schweiz 4.600 und in Österreich 4.200.

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Ben Carson vom US-Senat als Wohnungsbauminister bestätigt

Columbia, Maryland/USA | 27.03.2017 | APD | International

Der pensionierte Neurochirurg Ben Carson (65) wurde am 2. März vom US-Senat als neuer Wohnungsbauminister bestätigt. Carson ist damit der erste Siebenten-Tags-Adventist, der je Minister in einer amerikanischen Regierung wurde. Dies teile VISITORmagazine, Kirchenzeitschrift der überregionalen adventistischen Kirchenleitung in Columbia, Maryland/USA, mit. Laut Medienberichten ist Carson mit 58 zu 41 Stimmen bestätigt worden.

Das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung der Vereinigten Staaten (United States Department of Housing and Urban Development HUD) verfügt über ein Budget von rund 47 Milliarden US-Dollar/Franken (44,5 Milliarden Euro) und beschäftigt rund 8.300 Mitarbeitende. Das Ministerium wurde 1965 gegründet und kümmert sich um den Wohnbedarf, gerechte Wohnbaugesetze sowie darum, dass örtliche Kommunen in den USA gefördert werden.

„Dr. Carson ist ein hochgeachteter Arzt. Er und seine Familie sind langjährige Mitglieder der adventistischen Kirchgemeinde in Spencerville“ (Maryland), sagte Walter Carson, Vizepräsident der überregionalen Kirchenleitung Columbia Union in Columbia, Maryland. „Wir wünschen ihm alles Gute, denn er übernimmt Verantwortlichkeiten, die vielen Menschen in den Vereinigten Staaten helfen oder sie unterstützen werden“, so Walter Carson.

Adventisten vertreten die Trennung von Kirche/Religionsgemeinschaften und Staat
„Personen, die für politische Wahlämter kandidieren, werden von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten darin weder unterstützt, noch gehindert“, heisst es in einer Stellungnahme der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD) vom November 2015, als Dr. Ben Carson im republikanischen Vorwahlkampf für das US-Präsidentenamt kandidierte. „Das betrifft gleichermassen adventistische als auch nicht-adventistische Kandidaten. Diese Haltung entspricht unserer langjährigen Position der Trennung von Kirche/Religion und Staat. Adventisten setzen sich seit über 120 Jahren für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit aller Menschen ein.“

Persönliche oder religiöse Äusserungen von adventistischen Politikern würden seitens „der Kirche als deren Meinung eingestuft und nicht kommentiert. Derartige Äusserungen sind nicht mit den Glaubensartikeln oder Auffassungen der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gleich zu setzen“, so die Stellungnahme.

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Non-Konformismus oder Anpassung? - Tagung „Evangelische Freikirchen im Nationalsozialismus“

Neudietendorf bei Erfurt/Deutschland | 27.03.2017 | APD | International

Mit der Rolle von Freikirchen in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland (1933 bis 1945) befasste sich eine Tagung der Evangelischen Akademie Thüringen vom 2. bis 3. März in Neudietendorf bei Erfurt. Verschiedene Referenten, darunter auch zwei Historiker der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, beleuchteten das Verhalten kleinerer Kirchen gegenüber dem NS-Staat. Auch bei den Freikirchen habe es eher Anpassung als Non-Konformismus gegeben.

Deutsche Freikirchen in der Zeit des Nationalsozialismus
„Wer über die Freikirchen in der Zeit des Nationalsozialismus spricht, sollte sich in jedem Fall vor pauschalen Antworten hüten“, mahnte Dr. Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Friedensau in seinem Einführungsvortrag zum Themenbereich „Evangeliumsverkündigung um jeden Preis - deutsche Freikirchen in der Zeit des Nationalsozialismus“. „Freikirchen in Deutschland wollten die Alternative zu den Volkskirchen sein“, aber „in der Stunde der Versuchung handelten sie als Kirche nicht anders als die ehedem Geschmähten“, so Hartlapp.

Für den adventistischen Historiker waren drei Gründe für das angepasste Verhalten der Freikirchen wesentlich: eine Anfälligkeit für Autoritäten, ihr Umgang mit der Bibel und die angeblich apolitische Haltung der Freikirchen. In jeder Freikirche habe es nach Hartlapp aber auch Frauen und Männer gegeben, „die mit dem offiziellen Verhalten ihrer Kirche im Nationalsozialismus nicht einverstanden waren und auf innere Distanz gingen.“

Freikirchen und Juden im „Dritten Reich“
„Wir müssen eingestehen, dass die Freikirchen dem NS-Staat und seiner Judenpolitik mindestens genau so wenig widerstanden wie die Landeskirchen – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen“, teilte Dr. Daniel Heinz, Leiter des Historischen Archivs der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa (Friedensau bei Magdeburg) in seinem Referat mit.

Falsch verstandener Obrigkeitsgehorsam, irregeleitete nationale Begeisterung, ängstliche Anpassung, Repressionsfurcht und resignative Passivität hätten für viele verhindert, sich mit dem rassisch verfolgten Nachbarn, ja sogar mit dem judenchristlichen Bruder zu solidarisieren. Die Kirchengeschichte zeige, „dass das Anpassungsvermögen der Gemeinde an den jeweiligen Geist der Zeit immer grösser war als ihre Bereitschaft zur Busse und Umkehr“, so Heinz in seinem Resümee.

Weitere Beiträge der Tagung befassten sich mit den Mennoniten, dem Rhönbruderhof, den Siebenten-Tags-Adventisten, Baptisten- und Brüdergemeinden, den Methodisten sowie den Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus.

Organisation
Die Tagung „Evangelische Freikirchen im Nationalsozialismus“ wurde von der Evangelischen Akademie Thüringen in Zusammenarbeit mit der Theologischen Hochschule Friedensau der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Verein für Freikirchenforschung e.V. durchgeführt. Gefördert wurde die Tagung durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen wählte neue Generalsekretärin

Bern/Schweiz | 27.03.2017 | APD | Ökumene

Am 15. März hat das Präsidium der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH per 1. August Anne Durrer zur neuen Generalsekretärin gewählt. Sie folgt auf Christiane Faschon, welche das Amt zehn Jahre lang inne hatte und Ende August in Pension gehen wird.

Anne Durrer (1962) verfügt laut der AGCK.CH-Medienmitteilung über einen Bachelor in katholischer Theologie, ein Doktorat in Pharmazie sowie den Eidgenössischen Ausweis als PR-Assistentin.

In ihrer beruflichen Tätigkeit war Durrer Autorin und Mediensprecherin der Krebsliga Schweiz, leitende Sekretärin von Justitia et Pax (Kommission der Schweizer Bischofskonferenz) sowie Geschäftsleiterin der kirchlichen Kontaktstelle für Flüchtlingsfragen. Sie habe als Kommunikatorin grosse Erfahrung in den Bereichen Ökumene sowie Theologie und spreche Deutsch und Französisch.

Anne Durrer arbeite zurzeit in einer 80-Prozentstelle als Kommunikationsbeauftragte des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK. Nach der Übernahme des Generalsekretariats der AGCK.CH mit 50 Prozent, werde sie weiterhin 30 Prozent beim Kirchenbund arbeiten, schreibt Bischof Denis Theurillat, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz.

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Kardinal Koch: "Papst übt schon eine Art von ökumenischem Primat aus"

Rom/Italien | 27.03.2017 | poi/CBS KULTUR INFO/APD | Ökumene

Sollen die Päpste ihren Anspruch herunterschrauben, um kein ökumenisches Ärgernis mehr zu sein? "Jein", antwortete Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, am Abend des 16. März bei der Vorstellung des Buches "Der Papst" von Kardinal Gerhard Ludwig Müller in der österreichisch-deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima in Rom.

Kardinal Koch wörtlich: "Sicher stimmt es auf der einen Seite, was Papst Paul VI. beim Besuch des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen Ende der sechziger Jahre gesagt hat: dass er sich sehr wohl bewusst sei, dass sein Amt eines der grössten Hindernisse auf dem Weg zur Einheit ist. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass das Papstamt eine grossartige Möglichkeit für die Einheit der Christen ist! Und da hat sich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sehr viel entwickelt. Wenn ich jetzt gerade bei Papst Franziskus sehe, wie viele Repräsentanten anderer Kirchen nach Rom kommen wollen, mit dem Papst reden wollen, dem Papst begegnen möchten, und wie viel Zeit der Papst sich dafür nimmt – dann muss ich eigentlich sagen, dass der Papst schon so eine Art von ökumenischem Primat ausübt. In der Art und Weise, wie er sich Zeit für die Ökumene nimmt".

Seit dem Konzil alles ökumenische Päpste
Er sehe die Christen längst auf dem Weg vom "grössten Hindernis" zu einer "Möglichkeit der ökumenischen Einheit im Papstamt", betont der Schweizer Kurienkardinal. Das liege auch daran, "dass wir seit dem Konzil alles ökumenische Päpste gehabt haben": "Johannes XXIII. hat diese Öffnung gebracht. Paul VI. war ein grossartiger Ökumeniker, vor allem mit seinen Gästen. Wenn ich daran denke, wie er 1965 den orthodoxen Metropoliten Meliton empfangen hat, indem er sich vor ihn hinkniete und ihm die Füsse küsste. Dass er dem anglikanischen Primas 1967 den Ring geschenkt hat. Das sind alles grossartige Zeichen gewesen. Johannes Paul II. war ein grossartiger Ökumeniker, der aus der Hoffnung gelebt hat, dass das dritte Jahrtausend das Zeitalter der Einheit sein muss. Papst Benedikt XVI. hat theologisch viel für die Einheit der Christen gearbeitet, Papst Franziskus führt das weiter. Ich bin absolut zuversichtlich, dass kein Papst das rückgängig machen kann, wenn er dem Zweiten Vatikanischen Konzil treu bleiben will, dazu gehört die ökumenische Verpflichtung".

Natürlich sei die Frage, "die Johannes Paul II. in die ganze Christenheit hineingegeben hat", immer noch aktuell, so Kardinal Koch. Der Papst aus Polen hatte in seiner Enzyklika "Ut Unum Sint" eine Debatte darüber angeregt, wie das Papstamt so ausgeübt werden könne, dass es auch für die anderen christlichen Kirchen akzeptabel sei. "Da müssen die Dialoge weitergeführt werden", sagt Koch.

Lehrmässig strittige Punkte mit Lutheranern durch Konsenspapier ausräumen
Der Präsident des Rates für die Einheit der Christen äusserte sich auch zum Stand des Dialogs mit den Lutheranern – schliesslich läuft ja gerade das Reformations-Gedenkjahr. Die letzten lehrmässig strittigen Punkte zwischen beiden Seiten sollen seiner Ansicht nach in einem Konsenspapier ausgeräumt werden. Da geht es um Kirche, Eucharistie und kirchliches Amt. Rückt, wenn ein solches Dokument einmal zustande gekommen sein wird, die Einheit der Kirchen in Reichweite? Koch: "Der Vorschlag, den ich eingebracht habe, jetzt eine Gemeinsame Erklärung zu Kirche, Eucharistie und Amt zu verfassen, ist nur die logische Konsequenz, die sich aus dem Konsens über die Rechtfertigungslehre ergibt. Es wäre wirklich ein grossartiger Schritt, wenn es gelingen könnte, zu dieser Gemeinsamen Erklärung zu kommen: Das scheint mir der unabdingbare Schritt für Kirchengemeinschaft und auch Eucharistiegemeinschaft zu sein!"

Kardinal Kurt Koch: „Mein Vorbild in der Ökumene ist Mose“
Er sei auf jeden Fall dankbar, dass der Vorschlag auf offene Ohren stösst und "dass die Bereitschaft da ist, sich auf den Weg zu begeben", so Kardinal Koch: "Dann werden wir sehen, wann und wie das geht… Mein Vorbild in der Ökumene ist Mose. Der muss sein Volk in das Gelobte Land führen. Aber er ist nicht traurig, weil er das Gelobte Land nicht mehr erreicht. Das ist meine Spiritualität: Es kommt für mich nicht darauf an, was ich erreiche, sondern ich sehe meine Aufgabe darin, diesen Weg zu bereiten, das andere ist ohnehin das Departement des Heiligen Geistes".

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„Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“ - Ökumenischer Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim

Hildesheim/Deutschland | 27.03.2017 | APD | Ökumene

Zum 500. Reformationsjubiläum haben die römisch-katholische und die evangelische Kirche in Deutschland mit einem gemeinsamen Buss- und Versöhnungsgottesdienst in der Hildesheimer Kirche St. Michaelis ein Zeichen gesetzt. An dem Gottesdienst nahmen am 11. März etwa 400 Besucher aus Politik und Kirche teil. Unter ihnen waren auch der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Vosskuhle.

Dankbarkeit
Im Gottesdienst betonte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: „Wir wollen nicht vergessen, was wir einander angetan haben. Aber wir wollen Gott auch dafür danken, was wir aneinander haben.“ Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, erwiderte: „Wir danken Gott für die theologischen und die ethischen Impulse der Reformation, die wir als katholische Kirche teilen können.“

Wozu Kirche?
In ihrer gemeinsamen Dialogpredigt sagte Kardinal Marx: „Ich finde es grossartig, dass die evangelische Kirche uns als katholische Christen eingeladen hat, damit wir uns gemeinsam in diesem Jahr auf den Weg machen und sagen: Wozu sind wir überhaupt Kirche in diesem Land?“ Er antwortete darauf: „Wir sind Kirche, um das Kreuz Christi zu verkünden, in dem unser Heil ist. Wir haben einen Auftrag, diese frohe Botschaft allen Menschen kundzutun. Töricht wären wir, wenn wir das gegeneinander tun würden oder in Konkurrenz.“

Landesbischof Bedford-Strohm betonte: „Wir als Evangelische freuen uns von Herzen darüber, dass Ihr als unsere katholischen Schwestern und Brüder dieses Jahr mit uns zusammen begeht, mit uns gedenkt, mit uns feiert – und den feiert, um den allein es Martin Luther selbst gegangen ist, nämlich Christus. Deswegen feiern wir das Reformationsjahr als grosses Christus-Fest.“ Das bedeute: „Wir wollen Zeugen Jesu Christi sein in dieser Welt, in der viele Menschen vom Evangelium nichts mehr wissen. Wir wollen aus der Liebe Gottes leben und wir wollen die Liebe Gottes weitergeben an alle Menschen. Deswegen setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass Flüchtlinge menschenwürdig behandelt werden, dass Menschen Wege aus der Armut finden, dass wir die Natur als Schöpfung Gottes verstehen und sorgsam mit ihr umgehen. Deswegen setzen wir uns auch gemeinsam ein für die Überwindung von Gewalt, für Wege der Versöhnung zwischen Menschen, damit Leid, Tod und Gewalt endlich ein Ende haben. Wir wollen diesen Weg gemeinsam gehen.“

Bundespräsident Gauck: Den Blick nach vorne richten
Nach dem Gottesdienst betonte Bundespräsident Joachim Gauck in einem Grusswort: Versöhnung gebe es „nur mit dem Blick nach vorne, ohne das Vergangene zu vergessen, aber auch ohne das Vergangene übermächtig bestimmend sein zu lassen“. Gauck erinnerte an die Kriege, die aus der Feindschaft der Konfessionen erwachsen seien und das Land verwüstet hätten. In alten Zeiten habe es viel üble Nachrede, böse Vorurteile und viele Gemeinheiten zwischen den beiden Kirchen gegeben. Die Feindschaft der christlichen Konfessionen habe in der Geschichte „die Seelen verwüstet“. „Wer die Geschichte der getrennten Kirchen in den letzten 500 Jahren einigermassen im Kopf hat, kommt nicht umhin, im heutigen Ereignis zumindest ein Zusammenspiel menschlicher Anstrengung, menschlichen guten Willens auf der einen und gnädiger Hilfe andererseits zu entdecken“, so Gauck. Als Staatsoberhaupt freue er sich deshalb, dass jetzt Versöhnung, Verständigung und Frieden zwischen den Konfessionen wüchsen. „Als evangelischer Christ“ sei er allerdings der Meinung, dass das „eigentliche ökumenische Wagnis echter Gemeinsamkeit“ den Kirchen noch bevorstehe. Doch dieses Wagnis müsse eingegangen werden.

Schuld der Vergangenheit darf die Beziehungen nicht weiter vergiften
Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, informierte: „Im Jahre 2017 erinnern wir nicht nur an 500 Jahre Beginn der Reformation, sondern auch an 50 Jahre intensiven Dialog zwischen Lutheranern und Katholiken, in dem wir entdecken durften, wie viel uns gemeinsam ist.“ Die Reformation habe nicht, wie von den Reformatoren beabsichtigt, zur Erneuerung der ganzen Kirche geführt, sondern zu ihrer Spaltung. Im 16. und 17. Jahrhundert hätten grausame Konfessionskriege stattgefunden, in denen sich Christen bis aufs Blut bekämpften. Deshalb hätten katholische und evangelische Christen allen Grund, „Klage zu erheben und Busse zu tun für die Missverständnisse, Böswilligkeiten und Verletzungen, die sie einander in den vergangenen 500 Jahren angetan haben“. Doch Koch erinnerte an ein Wort von Papst Franziskus: „Wir können Geschehenes nicht auslöschen, aber wir wollen nicht zulassen, dass die Last vergangener Schuld weiter unsere Beziehungen vergiftet. Die Barmherzigkeit Gottes wird unsere Beziehungen erneuern.“

Christen bezeugen die Wahrheit von Gottes Gnade und Liebe
Pfarrer Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), sagte in seinem Grusswort: „Die Einheit der Kirche soll die Wahrheit von Gottes Gnade und Liebe bezeugen. Die Welt soll wissen, dass Gott diese Erde und alles, was lebt, liebt – so sehr, dass er seinen Sohn gesandt hat.“ Christen und Kirchen in Deutschland hätten diese Wahrheit der Liebe Gottes bezeugt, als sie mit dem „Stuttgarter Schuldbekenntnis“ die Gemeinschaft der Kirchen im ÖRK nach dem Zweiten Weltkrieg suchten. Christen und Kirchen in Deutschland hätten die Wahrheit von der einen, von Gott geschaffenen Menschheit auch bezeugt, als sie die Versöhnung Europas und den Fall der Mauer ermöglichten. Christen und Kirchen in Deutschland hätten diese Wahrheit der Liebe erneut bezeugt, als sie die historische und notwendige Öffnung Deutschlands für Flüchtlinge in unserer Zeit unterstützten. Auch jetzt in Hildesheim würden Christen und Kirchen in Deutschland diese Wahrheit der Gnade und Liebe Gottes bezeugen, „wenn sie die Versöhnung untereinander und die Zusammenarbeit im gemeinsamen Dienst für die Welt suchen“.

Heilung der Erinnerungen
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), wies darauf hin: Christen wüssten aus langer Erfahrung, welches Leid Vorurteile, gegenseitige Verächtlichmachung und Ausgrenzung hervorbringe. „Als ACK in Deutschland denken wir gerade auch an das, was manche der kleineren Kirchen und Gemeinschaften bis hin zur Verfolgung erlitten haben und gerade erleben, wie etwa die orthodoxen orientalischen Christen. Gemeinsam bemühen wir uns um die Heilung der Erinnerungen. Und wir sind solidarisch mit den vielen, die auch heute noch um ihres Glaubens willen Angst, Not und Verfolgung erleiden müssen.“ Nur versöhnt miteinander seien Christen glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen für Jesus Christus.

Michaeliskirche Hildesheim
Die Michaeliskirche in Hildesheim, ein Bau aus dem 11. Jahrhundert, wurde für den ökumenischen Buss- und Versöhnungsgottesdienst auch deshalb ausgewählt, weil das Gotteshaus sowohl von evangelischen wie auch katholischen Christen genutzt wird.

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30 Jahre Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen EmK und EKD

Frankfurt am Main und Hannover/Deutschland | 27.03.2017 | APD | Ökumene

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben eine gemeinsame „Handreichung zur Kirchengemeinschaft“ veröffentlicht. Anlass ist die Proklamation der vollen Kirchengemeinschaft im Jahr 1987.

„Das Heft soll unsere Gemeinden, Kirchenämter und unsere Geschwister aus der Ökumene über die Gemeinschaft zwischen unseren Kirchen informieren und zur vertieften Kenntnis voneinander beitragen“, erklären der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und die EmK-Bischöfin Rosemarie Wenner im Vorwort der Publikation. „Wir sind dankbar für mehr als zweieinhalb Jahrzehnte der Kirchengemeinschaft“, heben Bedford-Strohm und Wenner hervor. Die aktuelle Broschüre zeige „wie vielfältig die Kooperationen unserer Kirchen in der Praxis sind“.

Information über die Bedeutung der Kirchengemeinschaft
Im Heft wird der Weg, den beide Kirchen bis zur Proklamation der vollen Kirchengemeinschaft 1987 in einem Gottesdienst in der Nürnberger St.-Lorenz-Kirche zurücklegten, beschrieben. Es folgt eine kurze Vorstellung der beiden Kirchen. Der Hauptteil informiert über die Bedeutung der Kirchengemeinschaft für das Leben der Gemeinden in den Bereichen von Taufe, Abendmahl, Eheschliessung, Bestattung, Patenamt und pastoraler Vertretung. Drei Beispiele aktuell gelebter Kirchengemeinschaft illustrieren die Möglichkeiten des Zusammenwirkens der beiden Kirchen. Die Broschüre enthält ausserdem Informationen zum Kirchenübertritt und eine Ordnung für einen gemeinsamen Abendmahlsgottesdienst.

Die Handreichung kann beim Kirchenamt der EKD (helga.meyer@ekd.de, Tel. 0511 2796222) bestellt werden. Die Broschüre steht auch unter dem Link www.emk.de/Handreichung-EmK-EKD zum Herunterladen bereit.

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Weltgebetstag der Frauen 2017: Schwerpunktland Philippinen

Stein bei Nürnberg/Deutschland und Winterthur/Schweiz | 27.03.2017 | APD | Ökumene

Der Inselstaat der Philippinen war Schwerpunktland des diesjährigen Weltgebetstags (WGT) der Frauen am 3. März. Unter dem Motto „Was ist denn fair?“ sind weltweit Christen aller Konfessionen zusammengekommen, um mit Liedern, Gebeten und Aktionen für globale Gerechtigkeit einzutreten. In über 100 Ländern weltweit sind ökumenische Gottesdienste durchgeführt worden.

Neuer Verein in der Schweiz gegründet: „Weltgebetstag Schweiz“
Aus dem bisherigen „Schweizerischen Weltgebetstagskomitee“ ist der Verein „Weltgebetstag Schweiz“ geworden. Die Vereinsgründung erfolgte am Dienstag, 24. Januar 2017, heisst es auf der Webseite von Weltgebetstag Schweiz. Der neue Verein verstehe sich, wie das bisherige Komitee, als Teil der weltweiten christlichen, ökumenischen Frauenorganisation „World Day of Prayer International“ und sei deren Grundsätzen verpflichtet.

Projektland des Weltgebetstags 2017: Philippinen
Der Weltgebetstag 2017 führte auf die Philippinen, in ein katholisch geprägtes Land mit 7.107 Inseln. Die Philippinen seien das bevölkerungsreichste christliche Land Asiens, heisst es im Begleitmaterial der Organisatorinnen Auf dem Archipel im Pazifischen Ozean fänden sich neben Naturschönheiten und Weltkulturerbe auch zerstörerische Naturgewalten, interne Konflikte und von Menschen verantwortete Umweltkatastrophen. Trotz Ressourcenreichtums herrsche eine krasse Ungleichheit, die zurück gehe bis in die spanische Kolonialzeit. Wohlstand, Macht und Einfluss konzentrierten sich auf wenige Familienclans. Grosse Teile der Bevölkerung lebten in Armut.

Kollekte: Weltgebetstag unterstützt Frauen- und Mädchenprojekte
Der Weltgebetstag ist eine weltweite, ökumenische Basisbewegung christlicher Frauen. Glaube, Gebet und Handeln für eine gerechte Welt gehörten in ihr untrennbar zusammen. Ein sichtbares Zeichen dafür seien die Kollekten aus den Gottesdiensten in Deutschland, die vor allem Frauen- und Mädchenprojekte weltweit unterstützen. Im Jahr 2017 seien darunter acht Partnerorganisationen auf den Philippinen, die sich unter anderem für politische und gesellschaftliche Beteiligung sowie gegen Gewalt an Frauen und Kindern engagierten.

WGT-D-A-CH
Seit 2013 arbeiten die deutschsprachigen Weltgebetstags-Bewegungen der Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Dies betrifft vor allem die gemeinsame Vorbereitung – inklusive Präsentation der Projekte - und Projektfinanzierung im jeweiligen WGT-Schwerpunktland. Die drei deutschsprachigen WGT-Bewegungen schliessen dazu jährliche Kooperationsverträge.

Ökumenisches Miteinander
Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat sich der Weltgebetstag zur grössten ökumenischen Frauenbewegung weltweit entwickelt. Jedes Jahr laden christliche Frauen eines anderen Landes am ersten Freitag im März zum Weltgebetstag. In allen Weltregionen werden diese Gottesdienste vorbereitet von Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und Konfession. Damit werde ein wichtiger Beitrag für ökumenisches Miteinander und mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche geleistet.

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Orthodoxe Bischofskonferenz kann Reformationsjubiläum als „Christus-Jahr“ mitfeiern

Bonn/Deutschland | 27.03.2017 | APD | Ökumene

Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) sei „dankbar“, dass es beim Reformationsjubiläum nicht um eine Glorifizierung Martin Luthers oder anderer Personen der Reformationszeit gehe, sondern um ein „Christus-Jahr“ und das könne sie mitfeiern. Denn nach Auffassung der OBKD wäre eine Spaltung der Kirche Jesu Christi nicht etwas, das gefeiert werden könne. Doch mit dem „Christus-Jahr“ werde auf Jesus, „den Urheber und Vollender unseres Glaubens“ verwiesen. Das wäre auch im Sinne der Bischofskonferenz.

Schon vor 500 Jahren wechselseitige Beziehungen
Dies teilte die Konferenz unter Vorsitz des Metropoliten Augoustinos in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, mit. Sie erinnerte an den Kontakt, den bereits die Reformatoren mit dem Ökumenischen Patriarchen in Konstantinopel Jeremias II. (1536-1595) hatten. Philipp Melanchthon (1497-1560) übersetzte die „Confessio Augustana“ (Augsburger Bekenntnis) ins Griechische und war in einen Briefwechsel mit dem Patriarchen getreten. Schliesslich schrieb Jeremias II.: „Geht nun euren Weg! Schreibt uns nicht mehr über Dogmen, sondern allein der Freundschaft willen, wenn ihr das wollt. Lebt wohl!“

Zwar hätte der Patriarch es damals als unmöglich angesehen, die Anliegen der Reformation, wie etwa die Rechtfertigungslehre, mit der orthodoxen Theologie und Glaubenslehre in Einklang zu bringen, aber der Wunsch zu einem freundschaftlichen Kontakt habe zu weiteren Beziehungen geführt. Für die rund zwei Millionen orthodoxen Christen in Deutschland sei das Reformationsjubiläum daher ein Ereignis, das sie mit grossem Interesse und in freundschaftlicher Beziehung verfolgten. Im Sinne des damals geführten Briefwechsels in der Reformationszeit freue sich die Orthodoxe Bischofskonferenz mit der EKD und versichere sie der Freundschaft und der Begleitung der orthodoxen Christen in Deutschland.

Zusammensetzung der OBKD
Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) ist der 2010 gegründete Zusammenschluss der orthodoxen Bischöfe aller Diözesen in der Bundesrepublik. Zur OBKD gehören vom Ökumenischen Patriarchat die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland, das Exarchat der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa sowie die Ukrainische Orthodoxe Eparchie von Westeuropa. Ausserdem die Metropolie für Deutschland und Mitteleuropa der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien; die Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats; die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland – Russische Orthodoxe Diözese des orthodoxen Bischofs von Berlin und Deutschland; die Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland der Serbischen Orthodoxen Kirche; die Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa der Rumänischen Orthodoxen Kirche; die Diözese von West- und Mitteleuropa der Bulgarischen Orthodoxen Kirche; sowie die Diözese für Deutschland und Österreich der Georgischen Orthodoxen Kirche.

Vorsitzender ist ex officio (von Amts wegen) Metropolit Augoustinos Lambardakis von Deutschland, Exarch von Zentraleuropa (Ökumenisches Patriarchat). Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland vertritt die ihr angeschlossenen orthodoxen Diözesen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Im Vorstand der ACK wird die Orthodoxe Kirche durch Erzpriester Radu Constantin Miron (Brühl bei Köln), den Beauftragten der OBKD für innerchristliche Zusammenarbeit, vertreten.

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USA: Adventist für Einsatz bezüglich Religionsfreiheit geehrt

Silver Spring, Maryland/USA | 27.03.2017 | PARL/APD | Religionsfreiheit

Dr. Ganoune Diop, Leiter der Abteilung Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit (PARL) der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, erhielt im Februar den Thomas L. Kane Religious Freedom Award für 2017. Wie PARL Anfang März mitteilte, wurde Diop damit von der J. Reuben Clark Law Society in Philadelphia, Pennsylvania/USA für seinen Einsatz in Bezug auf Religionsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht geehrt.

Diop erhielt den Preis für sein jahrelanges Engagement für Religionsfreiheit bei den Vereinten Nationen sowie anderen nationalen und internationalen Organisationen, für seine Veröffentlichungen, seine Ausbildertätigkeit in diesem Bereich und für seine Rolle als Generalsekretär der Internationalen Vereinigung für Religionsfreiheit. Diop bemerkte, dass der Preis auch eine implizite Anerkennung seiner Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten darstelle, die sich für Religionsfreiheit für jeden Menschen einsetze.

Religionsfreiheit grundlegendes Menschenrecht
Bei der Übergabe des Preises führte Diop aus, dass die Religionsfreiheit kein unbedeutendes Recht sei, sondern die Grundlage biete für viele andere Grundrechte. Er wolle sich weiterhin auf der Seite des Lebens engagieren und sich einsetzen für „eine Kultur der Freiheit, die Würde der Verschiedenartigkeit und die Unantastbarkeit aller Menschen, die nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden.“

J. Reuben Clark Law Society und Thomas L. Kane
Die J. Reuben Clark Law Society ist eine weltweite Juristen-Organisation, die rund 190 Verbände auf sechs Kontinenten hat. Der Preis ist nach Thomas L. Kane benannt, der im 19. Jahrhundert als Anwalt seine Reputation aufs Spiel setzte, um den damals geächteten Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) Rechtsbeistand zu leisten.

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Russland will Totalverbot der Glaubensgemeinschaft Jehovas Zeugen

Moskau/Russland | 27.03.2017 | CBS KULTUR INFO/APD | Religion + Staat

Am 21. Februar 2017 gab das Justizministerium der Russischen Föderation für die Zentrale von Jehovas Zeugen in Russland eine neue Verfügung heraus. Das Ministerium verlangt von der Zentrale Angaben über alle 2.277 Versammlungen (Gemeinden) der Zeugen Jehovas in ganz Russland.

Das Justizministerium erliess die jüngste Verfügung während es eine Überprüfung der Zentrale durchführen liess, welche die Generalstaatsanwaltschaft angeordnet hatte. Bei jener Überprüfung konzentrierten sich die Behördenvertreter nur auf die juristischen Personen, deren sich die Zeugen bedienen. Dazu gehören die Zentrale selbst sowie örtliche religiöse Organisationen, deren sich die Versammlungen bedienen, um Gebäude für Gottesdienste besitzen zu können. Am 27. Februar 2017 schloss das Justizministerium die Überprüfung ab und gab bekannt, dass die Zentrale gegen das Gesetz verstosse. Der Hauptanklagepunkt des Justizministeriums lautet, es handele sich bei dieser Gruppe um eine „religiös extremistische Gruppierung", die „sektiererisch" und gegen die „Harmonie der russischen Gesellschaft" sei.

Jehovas Zeugen auf der ganzen Welt sind um ihre Mitbrüder in Russland ernstlich besorgt. Mit dieser zweiten Verfügung richtet das Justizministerium seine Aufmerksamkeit auf die Gemeinden der Jehovas Zeugen in Russland. Angesichts der letzten behördlichen Aktionen glauben die Zeugen, dass der Generalstaatsanwalt dazu übergehen wird, nicht nur alle juristischen Personen von Jehovas Zeugen in Russland aufzulösen, sondern auch Jehovas Zeugen in der gesamten Russischen Föderation zu verbieten.

Die Zahl der Anhänger in Russland beziffern die Jehovas Zeugen mit 175.000 Zeugen Jehovas, organisiert in 406 örtlichen Rechtskörperschaften und 2.277 Gemeinden.

Weltweit zählt die Glaubensgemeinschaft der Jehovas Zeugen 8.341.000 Mitglieder in 119.500 Gemeinden in 240 Ländern und Territorien.

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Irak: Antiker Palast mit biblischem Bezug entdeckt

Silver Spring, Maryland/USA | 27.03.2017 | AR/APD | Bibel

Archäologen aus dem Irak ordnen die neulich entdeckten Inschriften und Artefakte, die unter einem zerstörten Schrein in Mossul/Irak gefunden wurden, dem Palast eines assyrischen Königs mit Bezug zur Bibel zu. Dies teilte die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Associated Press mit.

Das unterirdische Bauwerk wird als Teil des Palastes von König Asarhaddon angesehen, der das neo-assyrische Reich im 7. Jahrhundert v. Chr. regierte, vor etwa 2.700 Jahren. Die Entdeckung wurde im östlichen Teil von Mossul/Irak gemacht, das die antike Stadt Ninive umfasst. Als irakische Truppen die Kontrolle über den östlichen Teil der Stadt im Januar wiedererlangten, fanden sie Tunnel unter einem zerstörten Schrein, die von den IS-Rebellen angelegt worden waren. Der Schrein, der Jahrhunderte lang als das Grab des biblischen Propheten Jona angesehen wurde, war 2014 von den Rebellen des IS zerstört worden, als diese die Stadt eingenommen hatten. Es wird angenommen, dass die IS-Rebellen dort Artefakte plündern wollten.

Laut Gerald Klingbeil, Mitherausgeber von AR und Forschungs-Professor für Altorientalistik und Altes Testament an der Andrews-Universität, basiert die Identifikation der Anlage mit dem bisher unentdeckten Palast des neo-assyrischen Königs Asarhaddon auf der Entdeckung von Keilschrift auf einem Stück Marmor, die ausschliesslich mit Asarhaddons Herrschaft im 7. Jahrhundert v. Chr. in Verbindung gebracht wird. „Der Zufallsfund der Überreste eines Palastes unter dem Nabi-Yunus-Schrein […] illustriert die Tatsache gut, dass wir über die Geschichte der Antike bescheiden und vorsichtig reden müssen“, so Klingbeil.

„Die planlosen Grabungen der IS-Kämpfer und ihr Fokus auf Artefakte, die momentan die illegalen Antiquitätenmärkte überschwemmen, zeigt, was Archäologie nicht ist“, so Klingbeil. „Archäologie will dokumentieren, aufdecken und verstehen, wie antike Völker gelebt haben und gestorben sind; worauf sie gehofft und was sie geglaubt haben; was sie assen und wie sie sich zu ihrer Umwelt verhalten haben“.

Biblische Erwähnung
Die Bibel erwähnt Asarhaddon drei Mal im Alten Testament. Dort wird er als Sohn des Sanherib bezeichnet, jenem assyrischen König, dem es zur Zeit des Königs Hiskia nicht gelang, Jerusalem zu erobern. Er kehrte nach Ninive zurück, wo ihn zwei seiner Söhne ermordeten. Die Bibel und andere historische Quellen bestätigen, dass Asarhaddon an seiner Stelle regierte (2. Buch der Könige, Kapitel 19, Vers 37). Weiter wird Asarhaddon im Buch Esra, Kapitel 4, Vers 2 im Zusammenhang mit dem späteren Wiederaufbau der Mauer in Jerusalem erwähnt.

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ADRA hilft nach Flut-Katastrophe in Peru

Weiterstadt/Deutschland | 27.03.2017 | ADRA/APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

In Peru haben anhaltende Regenfälle zu schweren Überflutungen geführt. Mehr als 70.000 Menschen haben ihre Häuser verloren, mindestens 72 wurden getötet. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA verteilte gemeinsam mit anderen lokalen Nichtregierungs-organisationen 84.212 Kilogramm Hilfsgüter und 31.527 Kilogramm Kleidung, die über Spendenaufrufe in den lokalen Medien gesammelt wurden.

Wie ADRA Deutschland-Mitarbeiterin Anna Lefik berichtete, entstanden durch das starke Gefälle zwischen Anden und Küsten reissende Ströme, die zu zahlreichen Erdrutschen geführt haben. Hunderttausende Menschen sind von der Katastrophe betroffen und mussten evakuiert werden. Strom- und Wasserversorgung wurden unterbrochen, was nach Medienberichten auch zu Trinkwasserknappheit führte.

ADRA verteilt Hilfsgüter und Trinkwasser
Wie Lefik mitteilte, half ADRA bei der Versorgung mit Trinkwasser: 36.150 Liter Wasser in Zisternen wurden in Media Mundo, im Distrikt José Leonardo Ortiz (Region Lambayeque) ausgegeben. Zusätzlich sind 35.736 Liter Wasser in Flaschen in acht städtischen und ländlichen Bezirken in den Regionen Lambayeque und Lima verteilt worden. Zudem versorgte ADRA 2.900 Familien mit 5.300 Lebensmittelrationen und 8.909 Kilogramm ergänzenden Lebensmitteln in den Distrikten La Tinguiña, San José de Los Molinos, Chaclacayo, Chosica Metropolitan of Lima, Santa Eulalia, Ricardo Palma, Pimentel, Jayanca, Chiclayo, La Victoria und José Leonardo Ortiz.

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ADRA Rumänien: 10 Häuser in 10 Tagen

Bern/Schweiz | 27.03.2017 | EUD News/APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Bei einem Treffen mit Kirchenleitern der Siebenten-Tags-Adventisten in Rumänien hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Rumänien aktuell im Land durchgeführte Sozialprojekte vorgestellt.

10 Häuser in 10 Tagen
Vom 13. bis 24. Februar 2017 führte ADRA Rumänien demnach in Zusammenarbeit mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten das Projekt „10 Häuser in 10 Tagen“ durch, bei dem in dieser Zeitspanne zehn Häuser übergeben wurden. Im ganzen Land wurde zehn Familien durch sozialen Wohnungsbau im Wert von 70.500 Euro / 75.500 Franken geholfen. 64 Personen bekamen ein neues Zuhause, für das sich mindestens 350 freiwillige ADRA-Mitarbeiter zusammen mit mehr als zehn Kommunen und zehn Bildungseinrichtungen einsetzten. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden geplant. Die Finanzierung stammte aus privaten und staatlichen Quellen.

Hilfe für Schulkinder
In dem Projekt „Ich möchte zur Schule“, das für das Schuljahr 2016-2017 angelegt ist, unterstützt ADRA Rumänien 460 Kinder im ganzen Land. Die Kinder bekommen auf monatlicher Basis Essen, Schulbedarf, Hygieneartikel und Kleidung.

Ebenfalls im Februar 2017 führte ADRA Rumänien in Zusammenarbeit mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten das Projekt „Kinder helfen Kindern“ durch. 7.000 Geschenk-Pakete wurden an bedürftige Familien oder Kinder ausgeteilt, die von Freiwilligen vor Ort ausgewählt worden waren. Ziel des Projektes ist es, soziale Verantwortung unter Kindern und jungen Menschen im ganzen Land zu fördern.

„Zeit der Freude"
„Der Februar kann zurecht ‚Zeit der Freude‘ in Bezug auf die Aktivitäten von ADRA genannt werden“, so Robert Georgescu, Geschäftsführer von ADRA Rumänien. „Beim Projekt ‚10 Häuser in 10 Tagen‘ haben wir Freude, Aufregung, Dankbarkeit, Hoffnung und Glauben gesehen, auf Seiten der Beschenkten und auch auf Seiten der Spender und freiwilligen Mitarbeiter.“ ADRA Rumänien ist Teil von ADRA International, einer Nicht-Regierungs-Organisation, die weltweit agiert und in 139 Ländern tätig ist.

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ADRA Kurdistan unterstützt syrische Flüchtlingskinder

Silver Spring, Maryland/USA | 27.03.2017 | AR/APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

37 Kilometer westlich von Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak, liegt das Flüchtlingslager Kawergosk. Dort wird seitens der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kurdistan Unterstützung für Flüchtlingskinder angeboten.

Wie die adventistische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) mitteilte, hat ADRA Kurdistan seit Februar 2016 monatlich durchschnittlich 420 syrische Flüchtlingskinder durch die Anlaufstelle Children Friendly Spaces (CFS) unterstützt. CFS biete Kindern im Alter von drei bis elf Jahren unterschiedliche Lernangebote: Arabisch, Englisch, Kurdisch und Mathematik. Ausserdem werden Hygiene- und Gesundheitskurse angeboten.

„Ich möchte eine noch bessere Schülerin sein als damals in Syrien“, so Dilan Mahmoud, ein zehnjähriges Mädchen aus Syrien, das im August 2013 ins Flüchtlingslager Kawergosk kam. Dilans Mutter Hamreen Mahmoud wies darauf hin, dass das Flüchtlingslager keine Parks oder Spielplätze für Kinder habe. Aber dank CFS könnten die Kinder aus ihrem Zelt gehen, mit Freunden spielen und ihre Bildung verbessern.

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Malawi: ADRA spendet medizinische Versorgungsgüter an Spitäler

Sandy, Oregon/USA | 27.03.2017 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Wie Adventist Today, ein unabhängiger adventistischer News Service in den USA, unter Berufung auf die Zeitung Nyasa Times in Malawi Anfang März berichtete, hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA medizinisch-chirurgische Versorgungsgüter im Wert von über 1,5 Millionen Euro / 1,6 Millionen Franken an Krankenhäuser in Malawi/Ostafrika gespendet. Das Budget für Medikamente der staatlichen Krankenhäuser sei erschöpft und medizinisch-chirurgische Versorgungsgüter seien knapp.

Michael Usi, Geschäftsführer von ADRA Malawi, lobte die Regierung von Malawi, dass sie es Nicht-Regierungsorganisationen ermöglichte, dem Gesundheitssektor des Landes zu helfen. „Dies ist ein klares Zeugnis dafür, dass Nicht-Regierungsorganisationen wie ADRA und die Regierung in der Entwicklungshilfe Partner sind“, so Usi. „Wir hatten eine gute Unterredung mit dem Gesundheitsministerium und sind davon überzeugt, dass diese Spende richtig verwendet wird.“ Nach Angaben von Adventist Today wurde die Spende durch die Organisationen Globus Relief und Islamic Relief USA unterstützt.

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ADRA Haiti unterstützt Hurrikanopfer

Silver Spring, Maryland/USA | 27.03.2017 | ANN/APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA unterstützt Menschen auf Haiti, die durch den Hurrikan Matthew im Oktober 2016 in Not geraten sind. Dies teilte Adventist News Network (ANN) im März mit.

Im Süden von Haiti führt ADRA Haiti ein Projekt durch, das in den nächsten Wochen über 4.700 betroffene Familien unterstützen soll. Die Aktion begann mit der Verteilung von Wasseraufbereitungsanlagen und Nahrungspaketen an 200 der bedürftigsten Familien. Damit soll auch die Choleragefahr eingeschränkt werden.

Dank von der Bürgermeisterin
Die Bürgermeisterin von Roche-à-Bateau, Luvana Beaubrun, dankte ADRA und den Freiwilligen des Hilfswerks für ihren Einsatz in ihrer Kommune. Beaubrun ist eine von drei Bürgermeistern, die Notunterkünfte von Betroffenen betreuen, um Hilfsleistungen mit ADRA in der Kommune zu koordinieren. Beaubrun selbst war auch von der Katastrophe betroffen: „Mein Haus ist komplett zerstört worden und ich musste zeitweilig in einer Notunterkunft wohnen. Deshalb fühle ich mit all unseren obdachlosen Familien hier mit“, so die Bürgermeisterin. „Wir sind so dankbar für die fortwährende Unterstützung, die ADRA für unsere Leute hier in den nächsten Wochen und Monaten leisten wird.“

Hurrikan Matthew auf Haiti
Der Hurrikan Matthew traf am 3. Oktober 2016 auf Haitis südliche Halbinsel und wütete dort fast 36 Stunden lang mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern. Der Hurrikan verursachte Schlammlawinen und Überschwemmungen, Strassen und Brücken stürzten ein. Es sei herausfordernd, noch viel mehr Menschen zu erreichen, die vom Hurrikan Matthew betroffen sind, aber ADRA arbeite hart daran, etwas zu bewegen, so der Geschäftsführer von ADRA Haiti, Fritz Bissereth.

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ADRA-Grossbritannien schliesst Paket-Aktion in Ghana ab

Watford/Grossbritannien | 27.03.2017 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Im Februar reisten 12 Freiwillige mit einem kleinen Team der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Großbritannien nach Ghana, um in der Hauptstadt Accra tausende von Geschenk-Paketen zu verteilen. Wie die überregionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Grossbritannien mit Sitz in Stanborough Park/Watford berichtete, kamen die Spenden von Mitgliedern der Freikirche.

Die Pakete enthielten Gegenstände, von denen Kinder in Ghana besonders profitierten oder die sie schätzten, wie beispielsweise Schultaschen, Schuhe, Spielzeug oder Handtücher. Die Mitarbeiter verteilten die Geschenk-Pakete in knapp 50 Schulen in Accra, die in Zusammenarbeit mit den Schulbehörden vor Ort ausgewählt wurden. „Die Kinder, die von den Geschenken profitierten, kommen aus ärmlichen Verhältnissen“, berichtete Bert Smit, Geschäftsführer von ADRA-Grossbritannien, „und die Geschenke sind mit grosser Freude entgegengenommen worden. Ein interessanter ‚Nebeneffekt‘ dieses Teils des Projektes ist, dass jetzt mehr Kinder zur Schule gehen möchten, weil sie hoffen eines Tages auch einmal ein solches Geschenk zu bekommen.“

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Harald Rückert neuer Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland

Hamburg/Deutschland | 27.03.2017 | APD | Personen

Harald Rückert wurde am 15. März von der in Hamburg tagenden Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) mit 57 der 82 Delegiertenstimmen zum neuen Bischof der EmK in Deutschland gewählt. Damit erreichte er die notwendige Zweidrittelmehrheit. Der 58-jährige ist Nachfolger von Bischöfin Rosemarie Wenner, die nach zwölf Amtsjahren in den Ruhestand geht. Die Amtsübergabe ist Mitte Mai in der Kirchenkanzlei in Frankfurt am Main vorgesehen. Die Wahl ins Bischofsamt erfolgt zunächst für vier Jahre und bei einer Wiederwahl für weitere acht Jahre. Die maximale Dienstzeit beträgt zwölf Jahre.

Vom Lebensmitteltechnologen zum Bischof
Harald Rückert ist 1958 in Nürnberg geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur nahm er zunächst das Studium der Lebensmitteltechnologie an der Technischen Universität München-Weihenstephan auf, bevor er den Weg in den pastoralen Dienst der Evangelisch-methodistischen Kirche einschlug. Nach einem einjährigen Gemeindepraktikum im Bereich der Süddeutschen Konferenz in München studierte er von 1980 bis 1984 Theologie am Theologischen Seminar der EmK in Reutlingen (heute: Theologische Hochschule Reutlingen). Als Pastor im Gemeindedienst der EmK machte Rückert von 1984 an bis 1988 seine ersten Erfahrungen im Gemeindebezirk Hof-Stammbach im Nordosten Bayerns. In dieser Zeit wurde er auch zum Pastor ordiniert (1986). Anschliessend war er von 1988 an zwölf Jahre leitender Pastor im Bezirk Schweinfurt-Würzburg, danach zehn Jahre Superintendent für den Distrikt Reutlingen und von 2010 bis 2017 leitender Pastor im Bezirk Reutlingen-Erlöserkirche.

Spezialist für Gemeindeaufbau
Mit dem Beginn seiner pastoralen Tätigkeit im Gemeindebezirk Hof-Stammbach, wo er für den Gemeindeneuaufbau der Gemeinde in Stammbach zuständig war, beschäftigte sich Rückert mit Fragen des Gemeindeaufbaus, der Gemeindeleitung und dem Entwicklungsmanagement. Mit Weiterbildungsmassnahmen im Bereich „Management sozialer Organisationen“, Zeitmanagement sowie Mitarbeiterführung und Mitarbeiterbegleitung sei er auch massgeblich an der Entwicklung und Durchführung des Kurses „Gemeindeleitung“ beteiligt gewesen. Mit diesem Kursmodul wird nach dem Theologiestudium die zweite Ausbildungsphase für Pastoren auf Probe im Gemeindedienst intensiv begleitet. In seiner Zeit als Superintendent für den Distrikt Reutlingen war er auch als Vorsitzender des „Ausschusses für Neulandmission“ (später: „Fachgruppe Gemeindegründung“) für Gemeindegründungs- und Gemeindeneuaufbauprojekte sowie für den Aufbau und die Einrichtung der Jugendkirche Karlsruhe mit zuständig. Rückert ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.

Auch ein Bischof ist ein Pastor
In einem Pressegespräch meinte Rückert, dass der Dienst eines Bischofs ebenfalls ein pastoraler Dienst wie der des Gemeindepastors sei. Die Grössenordnung wäre zwar anders, aber es gehe auch bei einem Bischof um die Begegnung mit Menschen und dem Dienst an ihnen.

Eine kleiner werdende Kirche kann viel bewirken
Bischöfin Rosemarie Wenner wies im Rückblick auf ihren zwölfjährigen Dienst in ihrer Botschaft „Christus ist unser Friede“ an die Tagung der Zentralkonferenz 2017 darauf hin, dass im Jahr 2005 die EmK in Deutschland 35.439 Kirchenmitglieder und mit den Kirchenangehörigen insgesamt 61.930 Menschen zählte. Am 1. Januar 2015 seien es 30.342 Kirchenmitglieder und zusammen mit den Kirchenangehörigen 54.630 Menschen gewesen. „Das Kleinerwerden haben wir nicht nur organisatorisch und finanziell zu verarbeiten, sondern auch geistlich und theologisch“, betonte die Bischöfin. Doch auch eine kleiner werdende Kirche könne Vieles bewirken. Aufgrund des methodistischen Selbstverständnisses genüge es nicht, sich nur um Menschen zu kümmern, „die schon zu uns gehören, auch wenn die Gemeindeglieder geistliche Nahrung und gute seelsorgerliche Begleitung brauchen“. Es gelte den Blick auf Menschen zu richten, die Christus noch nicht kennen, um mit ihnen Gottes Liebe zu teilen. „Eine kleine Gemeinde hat dann ihre Daseinsberechtigung, wenn sie auch für andere da ist.“

Es gelte die eigenen Stärken zu erkennen und mit ihnen zu arbeiten. „Als Kirche stehen wir überall dafür, dass Vielfalt erwünscht ist und dass wir ohne Scheuklappen und Denkverbote fromm und weltoffen christliche Nachfolge praktizieren und andere in die Nachfolge Christi einladen“, hob Rosemarie Wenner hervor.

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Adventistischer Dirigent Herbert Blomstedt mit fast 90 noch aktiv

Sandy, Oregon/USA | 27.03.2017 | AT/APD | Personen

Der Dirigent und Siebenten-Tags-Adventist Herbert Blomstedt wird am 11. Juli 90 Jahre alt. Dennoch will er in diesem Jahr mehr als 90 Konzerte mit weltbekannten Orchestern in Europa und Asien aufführen. In einem Interview mit der Zeitung New York Times sprach er über sein Leben und die Musik.

Im März wird der schwedische Dirigent zunächst in Amsterdam und Eindhoven aufführen und dann nach Leipzig kommen. Auch nach München, Oslo, Helsinki, Wien, Berlin, Zürich und London wird der Maestro reisen und dort dirigieren. Am 9. Juni führt Blomstedt Bruckner in Hamburg in der Elbphilharmonie auf.

Interview der New York Times
In einem Interview mit der Zeitung New York Times im Februar sprach Blomstedt über das Geheimnis, wie er in seinem Alter diese Arbeitslast bewältigt. Sein gesunder Lebensstil oder das Einhalten des wöchentlichen Ruhetags (Sabbat) sei nicht der Grund. „Es ist ein Geschenk“, betonte Blomstedt. Auf seinen wöchentlichen Ruhetag angesprochen, erklärte der Dirigent, warum er am Sabbat (Samstag) zwar nicht probe, wohl aber mit den Orchestern auftrete: „Ich dachte an meinen Vater [der Pastor war]: Er bereitete seine Predigt während der Woche sehr gründlich vor. Freitags zum Sonnenuntergang schloss er seine Bücher und verbrachte Zeit mit der Familie; aber am Sabbat hielt er die Predigt. Ich liebe es zu proben, mit dem Orchester zu arbeiten. Aber am Sabbat üben wir nicht mehr – wir spielen lediglich, was wir zusammen einstudiert haben. Und das ist ein Segen für uns alle“, so Blomstedt.

Zur Person
Herbert Blomstedt wurde in Springfield, Massachusetts/USA geboren, zog nach Angaben von Adventist Today (AT), einem unabhängigen adventistischen News Service in den USA, aber im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern nach Schweden, ihrer ursprünglichen Heimat. Blomstedt studierte unter anderem am Königlichen Konservatorium in Stockholm und an der Universität Uppsala. Gemäss AT ist Blomstedt vor allem durch seine Aufführungen deutscher und österreichischer Komponisten wie Beethoven, Mendelssohn, Brahms, Schubert, Bruckner und Strauss mit renommierten Orchestern bekannt.

Zum Interview mit Herbert Blomstedt (auf Englisch): https://www.nytimes.com/2017/02/20/arts/music/herbert-blomstedt-is-turning-90-he-is-also-conducting-over-90-concerts-this-year.html?_r=0

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