APD-INFORMATIONEN 4/2017 - APRIL 2017

Verstärkte Koordination zum Schutz besonders gefährdeter Minderheiten

Bern/Schweiz | 02.05.2017 | APD | Schweiz

Die Massnahmen zum Schutz von besonders gefährdeten Minderheiten sollen künftig besser koordiniert werden, heisst es in der am 10. April publizierten Meldung des Sicherheitsverbunds Schweiz (SVS). Der Delegierte des Sicherheitsverbunds Schweiz wird demnach in enger Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen sowie unter Einbezug der betroffenen Kreise ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Dies hat die Politische Plattform des SVS beschlossen. In diesem Mandat seien die zentralen Anliegen des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG und der Plattform der Liberalen Juden der Schweiz PLJS aufgenommen, unter anderem die Überprüfung der Sicherheitsmassnahmen sowie deren Finanzierung, schreiben SIG und PLJS in einer Medienmitteilung, „dies ist ein positives Signal“.

Eine verstärkte Koordination zum Schutz besonders gefährdeter Minderheiten entspreche laut Sicherheitsverbund Schweiz (SVS) dem Verfassungsauftrag von Bund und Kantonen, den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten. Zum Schutzkonzept gehöre unter anderem eine Gefährdungsanalyse. Zudem solle geprüft werden, welche Schutzmassnahmen bereits bestehen und wie diese heute finanziert würden. Es müssten auch die Rahmenbedingungen und Präventionsmassnahmen abgeklärt werden und wer im Einzelnen für Umsetzung und Finanzierung zuständig sei. „Tatsächlich tragen die jüdischen Gemeinden heute ihre Sicherheitskosten in Millionenhöhe weitgehend selbst“, schreiben SIG und PLJS. Der Nachrichtendienst des Bundes habe feststellt, dass auch die Schweiz ein mögliches Ziel terroristischer Anschläge sei, wobei die jüdische Gemeinschaft angesichts dieser Gefahr unbestritten ein erhöhtes Schutzbedürfnis habe so die Medienmitteilung der beiden jüdischen Verbände.

Kantone in Lösungssuche einbezogen
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz PLJS begrüssen auch die Tatsache, dass die Kantone in die Lösungssuche eingebunden werden und dass nebst der jüdischen Gemeinschaft auch andere vulnerable Minderheiten im Mandat aufgenommen wurden. „Die Freiheit und Sicherheit ist das zentrale Element des liberalen Rechtsstaates. Alle Menschen in der Schweiz haben ein Recht auf Schutz und Sicherheit, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit oder Orientierung“, schreiben SIG und PLJS. Gemäss Mandat soll der Sicherheitsverbund Schweiz bis Ende Jahr ein Konzept vorlegen, das als Grundlage für den Schutz der Minderheiten gelten soll.

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Bund schafft Koordinations- und Ansprechstelle für Religionsfragen

Bern/Schweiz | 02.05.2017 | APD | Schweiz

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) hat beschlossen, im Bundesamt für Justiz (BJ) eine Koordinations- und Ansprechstelle für Religionsfragen zu schaffen. Das BJ soll damit bei Geschäften, die einen engen Bezug zu religiösen Themen haben, zu einer besseren verwaltungsinternen Koordination beitragen. Es soll dabei insbesondere die Vernetzung und den Austausch der verschiedenen Stellen des Bundes sicherstellen, die aus unterschiedlicher Warte mit solchen Themen befasst sind. Dies teilte der Sicherheitsverbund Schweiz (SVS) am 10. April auf seiner Webseite mit.

Mit der Schaffung der Koordinations- und Ansprechstelle für Religionsfragen werde der Bundesverwaltung ein kohärenter Umgang mit Religionsfragen ermöglicht. Das Bundesamt für Justiz soll zudem Ansprechstelle für religiöse Gemeinschaften sein, die in Zusammenhang mit ihren Anliegen Kontakt mit Bundesbehörden aufnehmen wollen, heisst es in der Mitteilung.

Die Zuständigkeit bzw. Federführung bei der Bearbeitung der einzelnen Geschäfte und Anliegen, ändere sich nicht. Die Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften sowie kantonale Behörden und andere interessierte Kreise, erhielten eine klar bezeichnete Kontakt- und Anlaufstelle. Damit folge das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement einer Empfehlung des Berichtes des Sicherheitsverbunds Schweiz „Präventionsmassnahmen zur Verhinderung von Radikalisierung" vom Juli 2016.

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Methodisten empfehlen ein Ja zur Energiestrategie 2050

Zürich/Schweiz | 02.05.2017 | APD | Schweiz

Der Ausschuss „Kirche und Gesellschaft“ der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) empfiehlt ein Ja zur Energiestrategie 2050. Die Energieerzeugung und Energienutzung müsse endlich weg von der Atomwirtschaft in vernünftige und zukunftsorientierte Bahnen gelenkt werden. Damit sage man auch ja zu einer zukunftsorientierten Nutzung von Energie, heisst es in der EMK-Medienmitteilung.

„Methodisten haben es diesmal leicht“, schreibt der Ausschuss „Kirche und Gesellschaft“ in seiner Stellungnahme zur Energiestrategie 2050, die am 21. Mai 2017 zur Abstimmung gelangt. Selten klängen kirchliche Grundsätze in politischen Gesetzesvorlagen derart nach, wie dies bei der Energiestrategie 2050 in den Sozialen Grundsätzen der EMK der Fall sei. Die Energiestrategie verlange, dass das Erzeugen und Nutzen von Energie in Wirtschaft und Gesellschaft in vernünftige und zukunftsorientierte Bahnen gelenkt werde - eine Forderung, die auch „Die Sozialen Grundsätze“ der Methodisten verfolgten. „Endlich soll nicht mehr länger Atomwirtschaft subventioniert und Energieverschwendung geduldet werden“, heisst es von Seiten von „Kirche und Gesellschaft" im Blick auf die Energiestrategie.

„Die Sozialen Grundsätze“ der EMK fordern im Kapitel "Natürliche Welt" eine „vernünftige und zurückhaltende Umwandlung von Rohstoffen in Energie“ und Massnahmen, die Energieerzeugung überflüssig machen, „wenn sie die menschliche und nicht-menschliche Schöpfung gefährden“. Darüber hinaus „drängen wir auf eine kompromisslose Unterstützung des Energiesparens“, heisst es im Grundsatzpapier weiter, das 1972 von der weltweiten EMK-Generalkonferenz erstmals verabschiedet und seither regelmässig revidiert worden ist.

„Kirche und Gesellschaft“ empfiehlt auch dann ja zu stimmen, wenn einem die Energiestrategie 2050 „noch zu zaghaft“ erscheine. Mit einem Ja unterstütze man immerhin die Ziele, die darin schon jetzt festgeschrieben seien.

Zur Stellungnahme des EMK-Ausschusses „Kirche und Gesellschaft“:
https://kircheundgesellschaft.blogspot.ch/2017/03/der-ausschuss-kirche-und-gesellschaft.html
„Die sozialen Grundsätze“ der Evangelisch-methodistischen Kirche in Mittel- und Südeuropa: http://www.emk-kircheundgesellschaft.ch/de/soziale-grundsaetze.html

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Adventisten schulen in Öffentlichkeitsarbeit

Zürich/Schweiz | 02.05.2017 | APD | Schweiz

Am 9. April hat die Kommunikationsabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz im Gemeindezentrum Aarau ein Medienseminar durchgeführt. Den teilnehmenden Verantwortlichen aus Ortsgemeinden und Institutionen wurden Informationen zur Arbeit mit Medien und Medienschaffenden sowie dem Umgang mit Krisen vermittelt.

„Den ehrenamtlichen Kommunikationsverantwortlichen in unseren Ortsgemeinden wollten wir mit diesem Tagesseminar einen Einblick in die Medienarbeit geben und sie befähigen, zielgerichtet in ihrem lokalen Umfeld zu kommunizieren “, sagte Herbert Bodenmann, Mediensprecher der Freikirche.

Anhand von Präsentationen, Ausarbeitungen, Erfahrungen und Checklisten hat der Hauptreferent, Stephan Brass, Kommunikationsverantwortlicher der Adventisten in Deutschland, Einblicke in die Medienarbeit sowie praktische Tipps auch zum Umgang mit den sozialen Medien gegeben.

Bodenmann hat das Krisenkommunikationskonzept der Freikirche in der Deutschschweiz erläutert, das auch die Pfadfinderleiter und Pfadfinderleiterinnen umfasst. Sie haben vor zwei Jahren eine Notfallkarte im Kreditkartenformat erhalten.

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Weltweit 1,285 Milliarden römisch-katholische Christen

Vatikanstadt | 02.05.2017 | APD | International

Die Zahl der römisch-katholischen Christen beträgt weltweit inzwischen 1,285 Milliarden. Das geht aus statistischen Daten hervor, die der Vatikan am 6. April veröffentlichte. Demnach war im Fünfjahreszeitraum von 2010 bis 2015 (Jahr der aktuellen Zahlen) ein "kräftigerer Anstieg" von 7,4 Prozent zu verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahr 2014 wuchs die globale Katholikenzahl jedoch langsamer, um 1 Prozent, berichtet Kathpress, die Katholische Presseagentur Österreich.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch in der kontinentalen Betrachtung: Den prozentual grössten Zuwachs verzeichnete Afrika mit 19,4 Prozent mehr Katholiken seit 2010. Die Zahl der römisch-katholischen Christen in Afrika nähert sich mit 222 Millionen immer mehr Europa an, wo 286 Millionen gezählt werden.

Die Lage in Europa beschrieb der Vatikan als stabil. In den fünf Jahren bis 2015 stieg die Zahl getaufter Katholiken um 800.000, das entspricht einem Plus von weniger als 0,3 Prozent. Im Vergleich zu 2014 sank die Zahl jedoch um 1,3 Millionen. Die mittelfristige Stagnation sei auf die allgemeine demografische Entwicklung in Europa zurückzuführen, schreibt Kathpress.

Die vier grössten Schwerpunktländer der katholischen Kirche sind heute Brasilien mit 172 Millionen Katholiken, Mexiko mit 111 Millionen, die Philippinen mit 84 Millionen und die USA mit 72 Millionen.

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Adventisten in Schweden verurteilen Terrorattacke als „feige“

Stockholm/Schweden | 02.05.2017 | TED/APD | International

Die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Schweden hat den Terroranschlag vom 7. April als „feige“ bezeichnet und verurteilte den „Angriff auf unsere Freiheit“. „Wir trauern mit jenen, die heute ein Familienmitglied einen Kollegen oder Freund verloren haben“, sagte Pastor Göran Hansen, Kirchenleiter der Adventisten in Schweden. Der Täter tötete mit einem gestohlenen Lastwagen in der Fussgängerzone von Stockholm vier Menschen und verletzte 15 weitere.

Der Sitz der Kirchenleitung in Schweden befinde sich nur einen Block von der Drottninggatan, der zentralen Fussgängerstrasse in Stockholm, entfernt, heisst es in der Medienmitteilung der Kommunikationsabteilung der adventistischen Kirchenleitung in Nord- und Südosteuropa (TED).

„Das ist eine neue und tragische Erinnerung, dass wir in einer Welt leben, in der Extremisten in einem Augenblick einen angenehmen Frühlingsspaziergang in einer Fussgängerzone in Chaos und Alptraum verwandeln können. Wir trauern mit denen, die heute ein liebes Familienmitglied, einen Kollegen oder einen Freund verloren haben, und wir beten, dass sie getröstet werden“, sagte Pastor Göran Hansen, Kirchenleiter der Adventisten in Schweden.

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Adventisten kondolieren mit anderen Kirchen den Kopten in Ägypten

Beirut/Libanon | 02.05.2017 | APD | International

Am Palmsonntag, eine Woche vor Ostern, wurden bei zwei Terroranschlägen auf koptische Christen in Ägypten mindestens 45 Menschen getötet und über 120 verletzt. Pastor Rick McEdward, Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten im Mittleren Osten und Nordafrika (MENA), mit Sitz in Beirut/Libanon, kondolierte den Trauernden und bezeichnete die Anschläge als Tragödie.

„Ich wünsche unseren Brüdern und Schwestern in Ägypten den Frieden Jesu und Heilung in dieser besonders schwierigen Zeit“, schrieb McEdward. Fast täglich werde in den letzten Jahren im Mittleren Osten und Nordafrika die Aufmerksamkeit auf Konflikte und Tragödien gelenkt, die in trauriger Weise üblich geworden seien. „In dieser Woche trauern wir mit unseren ägyptischen Brüdern und Schwestern um jene, die bei den zwei Anschlägen auf Kirchen in Ägypten ihr Leben verloren haben“, so Pastor McEdward. Diese Tragödie sei besonders herausfordernd, denn sie habe auf Menschen gezielt, die an ihrer Anbetungsstätte gewesen seien, einem Ort, wo man in Frieden beten wolle“, betonte Rick McEdward.

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH)
Der Präsident der AGCH.CH, Bischof Denis Theurillat, hat laut einer Medienmitteilung „den Koptisch-orthodoxen Glaubensgeschwistern in grosser Betroffenheit“ die tiefe Anteilnahme der Christen in der Schweiz ausgesprochen. „Wir beten für Ihre Gemeinden, dass Gott sie tröste, behüte und bewahre in dieser Zeit des grossen Leides.“

Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE)
Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund (SEK)

Pfarrer Gottfried Locher, Präsident des Rates der GEKE sowie Präsident des Rates des SEK richtete ein Kondolenzschreiben an Tawadros II., den koptischen Patriarchen von Alexandrien und Papst am Stuhl des heiligen Markus. Im Namen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, die mehr als 50 Millionen Christen in mehr als 30 Ländern Europas vertritt, übermittelte Gottfried Locher sein Mitleid und verurteilte „diese Gräueltaten“. Locher schrieb: „Die Anschläge wurden verübt von Menschen, die ihre eigene Religion missbrauchen und Gläubige töten, um den Staat zu schwächen und Minderheiten zu vertreiben. Diese irregeleiteten Verbrecher bedrohen Ihre Gesellschaft, indem sie einen Keil zwischen friedlich miteinander lebende Muslime und Christen treiben wollen.“ Die unwürdige Lage vieler Christinnen und Christen gehe alle Menschen an, die sich zum christlichen Glauben bekennen würden und fordere deren Verbundenheit im Gebet sowie Solidarität im Handeln heraus, so Locher.

Römisch-katholische Kirche
Laut Radio Vatikan erreichte die Nachricht vom Anschlag in Ägypten den Papst während der Palmsonntagsmesse. Franziskus habe nach dem Angelusgebet der Opfer des Bombenanschlags gedacht und „sprach dem Kopten-Papst Tawadros II. und allen Ägyptern sein tiefes Beileid aus“. Nach Angaben von Radio Vatikan habe Franziskus gebetet: „Möge der Herr das Herz der Menschen, die Terror, Gewalt und Tod säen, bekehren und auch das Herz derer, die Waffenhandel betreiben."

Konferenz Europäischer Kirchen (KEK)
Die Konferenz Europäischer Kirchen trauere um den tragischen Verlust von Menschen und kondoliere Papst Tawadros II. sowie der Koptisch-orthodoxen Kirche. „Gemeinsam mit den Kirchen in Europa und allen Menschen guten Willens, beten wir für unsere ägyptischen Brüder und Schwestern in Christus, für die Tod und Verfolgung um ihres Glaubens willen seit Jahren Teil ihrer Erfahrung ist“, heisst es in der KEK-Medienmitteilung.

Weltkirchenrat (ÖRK)
Der Weltkirchenrat rief nach den Anschlägen dazu auf, das fundamentale Menschrecht zu schützen, die eigene Religion durch Gottesdienst und Befolgung religiöser Riten zu bekunden. Pfarrer Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Weltkirchenrats, forderte „im Angesicht dieser Brutlität“ die menschliche Familie auf, zusammenzustehen, sich gegenseitig zu achten und zu schützen, füreinander zu sorgen und solche Gewalt zu verhindern.

Schweizerischer Rat der Religionen
Der Schweizerische Rat der Religionen verurteilte die beiden Terrorakte als „inhuman und gotteswidrig“. Er richtete ein Kondolenzschreiben an Tawadros II., den koptischen Patriarchen von Alexandrien und Papst am Stuhl des heiligen Markus. Der Vorsitzende des Rates der Religionen, Pfarrer Gottfried Locher, verurteilte die Attacken und brachte sein Mitgefühl mit den Opfern der Anschläge vom Palmsonntag zum Ausdruck.

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Kongo: Neue adventistische Universität eröffnet

Silver Spring, Maryland/USA | 02.05.2017 | AR/APD | International

Wie die amerikanische Kirchen-zeitschrift Adventist Review (AR) am 22. März mitteilte, wurde die Adventistische Universität von West Kongo (Adventist University of West Congo) in Kinshasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, eröffnet. Dort sollen Pastoren ausgebildet werden, welche die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in dieser Region dringend benötigt.

Die Bildungseinrichtung war vorher als eine Erweiterung der Lukanga Adventist University im Nordosten des Landes betrieben worden und erhielt nun die staatliche Genehmigung. Als Regierungsvertreter gratulierte Bildungsminister Steve Mbikany der Kirchenleitung für den Erfolg, ermutigte aber auch zu weiteren Zielen: „Ich ermutige Sie dazu, sich für Qualität und höhere Standards einzusetzen, um schnell die staatliche Akkreditierung zu erhalten.“ Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält weltweit über 100 Institutionen für höhere Bildung.

Nach Aussage von Adrien Vyambwera, Leiter der Erziehungsabteilung der überregionalen adventistischen Kirchenleitung (Verband) in West-Kongo, bestand bereits der Plan, in diesem Gebiet eine höhere Bildungseinrichtung zu eröffnen, als die Region noch Zaire hiess. Die Regierung habe damals keine Erlaubnis dazu gegeben. Studierende der Theologie mussten deshalb in den Nordosten des Landes ausweichen, nach Ruanda oder nach Nigeria. Die Kosten für Reise und Studium hätten sich allerdings nur wenige leisten können.

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Friedensaktivist Michael Sharp im Kongo ermordet

Bammental bei Heidelberg/Deutschland | 02.05.2017 | APD | International

Mit grosser Trauer gibt das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee (DMFK) den Tod seines ehemaligen Friedensfreiwilligen, Michael J. Sharp (34), bekannt. Der US-Amerikaner wurde am 12. März im Kongo entführt und kurz danach ermordet. Sharp war eine von sechs Personen, die bei einer Friedensmission der UNO (United Nations Organization Stabilization Mission in the Democratic Republic of the Congo – MONUSCO) in der Demokratischen Republik Kongo unterwegs waren. Mit ihm starben seine schwedische Kollegin Zaida Catalan (36) und der einheimische Übersetzer Betu Tshintela. Von den drei anderen Motorradfahrern, mit denen sie unterwegs waren, lägen noch keine Nachrichten vor.

Die Waffen abgeben und nach Hause gehen
Sharp habe laut dem Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee seit 2012 zunächst im Bürgerkriegsgebiet im Ostkongo gearbeitet. Seine Aufgabe sei es gewesen, mit einem Motorrad loszufahren und das Gespräch mit Rebellengruppen in der Region um die Stadt Kivu zu suchen. Er hätte die Soldaten und Kindersoldaten darauf hingewiesen, dass es behördliche Anreize gebe, ihre Waffen abzugeben und nach Hause zu gehen. Seit 2007 sei es durch das Programm gelungen, etwa 1.600 Kämpfer zu überzeugen, sich wieder in die Zivilgesellschaft zu integrieren.

„Orte des intensiven Konflikts sind auch Orte, an denen kreative Lösungen geboren und auf die Probe gestellt werden“, habe Sharp Jahr 2013 betont. „Wenn das Beispiel Jesu der Nächstenliebe für jeden und überall gilt, wie kann das im Ostkongo aussehen, wo Krieg seit 20 Jahren die Norm ist? Ich darf an vorderster Front der kongolesischen Kreativität mitmachen und mithelfen, Antworten auf Gewalt und Entbehrung zu finden."

Seit 2015 hätte Sharp bei den Vereinten Nationen und zuletzt als Leiter eines Expertenteams des UN-Sicherheitsrates gearbeitet, das Verstösse gegen UN-Sanktionen gegenüber bewaffneten Gruppen untersuchen sollte. Ihr gegenwärtiger Auftrag wäre es gewesen, über Massaker und Massengräber in der Region Kasai zu ermitteln. Dort seien in den letzten Monaten vermehrt Menschenrechtsverletzungen dokumentiert worden.

Als Freiwilliger in Bammental tätig
Die Aufgabe, Soldaten zu helfen, ihre Waffen niederzulegen, habe viele Jahre lang sein Leben geprägt, so das Mennonitische Friedenskomitee. Sharp war von 2005 bis 2008 als Freiwilliger im DMFK-Büro in Bammental bei Heidelberg tätig. In dem von ihm mitgestalteten Military Counseling Network (MCN) habe er Kontakte mit US-Soldaten geknüpft, die nicht im Irak und in Afghanistan Krieg führen wollten. Etlichen hätte er helfen können, als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden oder auf andere Weise die Armee zu verlassen.

Er wusste, was er tat
Michael Sharp habe die Fähigkeit besessen, Menschen aus den unterschiedlichsten kulturellen und sozialen Gruppierungen für sich zu gewinnen. Daher sei die Zahl derer, die ihm nachtrauerten, sehr gross. Das Mennonitische Friedenskomitee beklage gemeinsam mit vielen Menschen in Deutschland diesen bitteren Verlust.

Michaels Vater, John Sharp, hätte zum Tod seines Sohnes geäussert: „Ich habe mehr als einmal gesagt, dass wir Friedensstifter bereit sein müssen, unser Leben zu riskieren, eben wie Soldaten das auch tun. Für uns ist das keine reine Theorie.“

Auch Wolfgang Krauss, früherer Mitarbeiter im DMFK-Büro in Heidelberg und jetziger Pastor der Mennonitengemeinde Augsburg, betonte: „Michael wusste von der Gefahr seiner Arbeit. Er hat dieses Risiko auf sich genommen.“

Gewalt keine Handlungsoption
Der mennonitische Theologe Professor Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ der Universität Hamburg, beschreibt in seinem Artikel „Der gerechte Frieden in den Friedenskirchen“ im „Handbuch Friedensethik“ (Springer VS Verlag) die Haltung der Friedenskirchen, zu denen auch die Mennoniten zählen: Diese Christen lehnten Gewaltanwendung als Handlungsoption kategorisch ab. Tödliche Gewalt könne niemals als Mittel zum Zweck gerechtfertigt werden, auch nicht zum Schutz anderen Lebens, da auf diese Weise Leben gegen Leben gestellt werde und man sich anmasse zu richten, welches Leben zu schützen und welches mit Gewalt zu bezwingen, notfalls auch zu zerstören sei. Es gelte alle Energie und Kreativität zur Entwicklung von zivilen Handlungsoptionen einzusetzen, damit eine militärische Gewaltanwendung nicht mehr in Betracht käme. „Oft genug wurde dieser gewaltfreie Weg unter Inkaufnahme des Risikos gewählt, das eigene Leben dabei zu verlieren“, gab Enns zu bedenken.

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Frieden ist möglich, aber nicht ohne Konflikt - Kann gewaltfreies Handeln in Syrien noch etwas bewirken?

Hamburg/Deutschland | 02.05.2017 | APD | International

Zum Gespräch über das neue „Handbuch Friedensethik“ lud die Evangelische Akademie nach Berlin ein. Dass Friede in dieser Welt nötig ist, dürfte unumstritten sein, doch die Meinungen gehen auseinander, wie er durchgesetzt und erhalten werden kann. Dabei wird zur Lösung von Konflikten als „ultima ratio“ (letztes Mittel) auch die Anwendung von militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen. Der mennonitische Friedensethiker Fernando Enns setzt dagegen auch bei einer humanitären Katastrophe wie im Syrien-Konflikt auf ein gewaltfreies Engagement.

„Handbuch Friedensethik“
Das „Handbuch Friedenethik“ wurde von Dr. Ines-Jacqueline Werkner, Friedens- und Konfliktforscherin an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg sowie Privatdozentin am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt/Main, und Klaus Ebeling, Projektleiter am Institut für Theologie und Frieden in Hamburg (IThF) sowie Lehrbeauftragter am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Potsdam, im Springer VS Verlag herausgegeben.

Es bietet mit 979 Seiten eine systematische Übersicht zu zentralen Aspekten der Friedensethik, einen interdisziplinären Zugang zum Stand der Forschung sowie zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatten. Es enthält einerseits zahlreiche Beiträge zur Ideengeschichte und zu den theoretischen Grundlagen der Friedensethik. Andererseits suchen Expertinnen und Experten aus den relevanten Fachgebieten eine realitäts- und problembewusste Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der konfliktbeladenen Gegenwart und nehmen dabei die Spannungen zwischen normativer und erklärender Theorie sowie zwischen Theorie und lebensweltlicher Erfahrung in den Blick.

Die Autorinnen und Autoren sind sich einig, dass Frieden nötig und möglich ist, jedoch geht es dabei nicht konfliktfrei zu. Bei Gewalt und Krieg ist neben Risikosensibilität und Korrekturbereitschaft eine konfliktbereite Problemlösungskompetenz gefragt, die im Verhältnis der beteiligten Personen Toleranz aus Respekt erfordert. Doch wie dies praktisch umgesetzt werden kann, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Es begann in Syrien mit friedlichen Protesten
Uwe Trittmann von der Evangelischen Akademie Berlin erinnerte daran, dass in dem seit sechs Jahren stattfindenden Bürgerkrieg in Syrien etwa eine halbe Million Menschen getötet wurden und rund 11,6 Millionen Syrer auf der Flucht seien, davon 7,6 Millionen innerhalb ihres eigenen Landes. Auslöser des Konflikts seien infolge des „Arabischen Frühlings“ friedliche Proteste gegen die Regierung von Bashar al-Assad gewesen. Sicherheitskräfte seien jedoch Mitte März 2011 gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Im Sommer 2011 bildeten desertierende Soldaten die „Freie Syrische Armee“, die den Schutz von Zivilisten als Ziel angab. Die Lage entwickelte sich so zu einem Bürgerkrieg. Bei einer derartigen Eskalation riefen die einen zu harten Reaktionen auf, während andere vor dem Rückfall in die „Logik der Gewalt“ warnten, so Trittmanm.

Frieden und Gerechtigkeit
Professor Dr. Friedhelm Hengsbach, Philosophisch-Theologische Hochschule Stankt Georgen in Frankfurt/Main, gab zu bedenken, dass Friedensethik mit der Gerechtigkeitsdebatte zusammenhänge, denn Gerechtigkeit schaffe Frieden. Gerechtigkeit bedeute, dass jede Person einen moralischen Anspruch darauf habe, mit der gleichen Achtung und Rücksicht behandelt zu werden wie jede andere. Das schliesse ein, dass natürliche Benachteiligungen und gesellschaftliche Diskriminierungen fortlaufend korrigiert würden.

Realpolitik auf krummeren Wegen als die Ethik
Zum Spannungsverhältnis von Friedensethik, Friedenspolitik und Friedensforschung äusserten sich Professor Dr. Thorsten Bonacker, Zentrum für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg, und Dr. Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag. Nach Bonacker sei Friedenspolitik ein Kompromiss zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren. Wenn sich die Friedensethik jedoch nur auf Gerechtigkeit und Sicherheit konzentriere, gefährde sie den Frieden.

Die Realpolitik könne einen „krummeren Weg“ gehen als die Ethik, behauptete Röttgen. Man müsse dem Anderen nur zutrauen, dass er die Atomwaffe auch einsetze, um zu verhindern, dass sie wirklich eingesetzt werde. Das habe im „Kalten Krieg“ funktioniert, funktioniere jetzt aber nicht mehr. Heute gebe es im Bewusstsein keine atomare Bedrohung, obwohl die Waffen noch vorhanden und neue Waffen, wie im Cyberbereich, hinzugekommen seien. Doch durch den Wegfall der Vernichtungsdrohung seien Kriege, auch in Europa, wieder Realität.

Das Dilemma der Realpolitik
Die Realpolitik habe das Schweigen der Waffen zum Ziel und damit das Streben nach Sicherheit. Doch Friede sei viel mehr. Es habe schon lange keinen Frieden mehr gegeben wenn der erste Schuss fällt. Und nach dem letzten Schuss gebe es nicht automatisch Frieden. Doch die Politik neige dazu möglichst lange wegzuschauen, anstatt vor dem ersten Schuss tätig zu werden und nach dem letzten Schuss dazubleiben um mitzuhelfen Frieden zu schaffen. Im Syrien-Konflikt habe die USA dem Assad-Regime mit einem militärischen Eingreifen gedroht, wenn eine „rote Linie“ überschritten werde. Als diese Linie überschritten worden sei und nichts geschah, wäre das für andere eine Einladung zum Krieg führen gewesen, kritisierte Röttgen. Hätten andererseits die USA ohne ein politisches Konzept in den Bürgerkrieg eingegriffen, wären die Folgen eventuell noch verhängnisvoller gewesen, gab er zu bedenken. So stehe die Realpolitik immer wieder vor einem Dilemma.

Gewaltfreies Engagement auch in Syrien
Professor Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ der Universität Hamburg, plädierte auch in Syrien für ein gewaltfreies Engagement. Er lehne militärische Gewalt, auch als sogenannte „ultima ratio“, ab. Stattdessen sollten sich Christen für einen aktiven Friedensdienst einsetzen, soweit es in ihrer Macht stehe. Wer militärische Gewalt als Mittel der Politik ansehe und sei es aus den besten, ethisch begründeten Motiven, und sei dies auch noch so ausdrücklich als „ultima ratio“ eingeschränkt, bleibe letztlich in den Gewaltlogiken gefangen, die unsägliche Ungerechtigkeiten in Kauf nehmen würden und neue erzeugten. Das habe weitreichende Folgen, wie die sich daraus ergebende Legitimierung zur Waffenproduktion, zum Waffenexport, bis zur Entwicklung von neuen Tötungs-Technologien. Diese „ultima ratio“-Argumentation funktioniere in der Praxis ebenso wenig wie es die „Lehre vom gerechten Krieg“ getan habe. Militärische Einsätze des Westens in den vergangenen Jahren als „Krieg gegen den Terror“ hätten keines ihrer Ziele erreicht, aber unendlich viel Leben und Vertrauen zerstört, was die Friedensbildung auf lange Zeit nahezu unmöglich gemacht habe, stellte Enns fest.

Alternativen zur Gewaltanwendung
Für Christen sei, so Fernando Enns, die Gewaltanwendung keine Handlungsoption. Tödliche Gewalt könne nicht als Mittel zum Zweck gerechtfertigt werden. Auch nicht zum Schutz des Lebens anderer, da so Leben gegen Leben gestellt werde und man sich anmasse zu richten, welches Leben zu schützen und welches notfalls zu zerstören sei. Christen wollten sich damit nicht ihrer Verantwortung entziehen, sondern suchten nach Möglichkeiten der zivilen Konfliktlösung. Dabei werde zwischen militärischer Gewalt und polizeilichen Zwangs- und Schutzmassnahmen unterschieden. Es gehe laut Enns darum, Menschen gewaltfrei zu schützen und Räume für eine Verständigung zwischen verfeindeten Parteien zu eröffnen. Durch gelebte Solidarität mit den Menschen vor Ort könne der Mut zu neuen Lösungswegen wachsen und dem Gegner deutlich signalisiert werden: Alles was hier geschieht, bleibt nicht unbeachtet. Dabei komme es darauf an, die Weisheit, Kultur und Mentalität sowie den Glauben der betroffenen Menschen zu respektieren und sie selbst Konfliktlösungswege entwickeln und gehen zu lassen. Das geschehe nicht kurzfristig, sondern gesellschaftliche Transformationen seien nur langfristig möglich. Dabei sollten möglichst viele Bevölkerungsteile vor Ort mit einbezogen werden, damit sie selbst für die Nachhaltigkeit eines gerechten Friedens sorgen könnten.

Die Kirche sollte sich nicht nur für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, sondern dies auch selbst praktizieren, gab Enns zu bedenken. Die Friedenskirchen beanspruchten nicht, Lösungen für alle Konflikte zu haben. Sie wüssten von ihrer eigenen Hilflosigkeit und Begrenztheit in vielen gewaltvollen Situationen. Sie setzten auf langfristige Einsätze im kleinen Format. In Syrien, Afghanistan und im Irak seien sie lange im Bildungsbereich und in der Nothilfe tätig gewesen. Sie hätten das Vertrauen bei Christen und Muslimen gehabt, bis das massive militärische Eingreifen des Westens diese Ansätze eines gerechten Friedens nahezu unmöglich gemacht hätten, bedauerte Professor Enns.

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Deutsche Methodisten gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Frankfurt am Main/Deutschland | 02.05.2017 | APD | International

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland wendet sich mit einer Resolution gegen die Abschiebung von afghanischen Flüchtlingen in ihre Heimat.

Politik gegenüber Flüchtlingen überdenken
Bei der Tagung der Zentralkonferenz Mitte März in Hamburg hatte das Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland die Resolution „Keine Abschiebung nach Afghanistan!“ einstimmig verabschiedet. Jetzt wandte sich Rosemarie Wenner, die noch amtierende Bischöfin der EmK in Deutschland, mit einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesinnenminister Thomas de Maizière sowie an die Regierungen verschiedener Bundesländer. Darin drückt sie die Besorgnis aus, „dass die humanitären Standards, die unser Land bis vor Kurzem vertrat, immer mehr ausgehöhlt werden“. Weiter schreibt sie, dass in der EmK als einer internationalen Kirche „der Einsatz Deutschlands für geflüchtete Menschen von evangelisch-methodistischen Christinnen und Christen in anderen Ländern als vorbildlich bezeichnet wird“. Deshalb passten Abschiebungen nach Afghanistan „nicht in das Bild einer Nation, die sich dem Schutz der Menschenrechte verpflichtet weiss“. Im Sinne der Resolution solle die „Politik gegenüber geflüchteten Menschen“ daher überdacht werden.

Es geht um Menschenwürde und Menschenrechte
In der Resolution übten die Mitglieder der Zentralkonferenz Kritik an der seit Anfang 2016 veränderten Abschiebepraxis nach Afghanistan. Aufgrund der Änderungen bekäme „nur noch höchstens jeder zweite afghanische Asylbewerber, dessen Antrag inhaltlich bearbeitet wurde, Schutz in Deutschland“. Auf Basis politischer und biblischer Feststellungen wird die Bundesregierung in der Resolution gebeten, „dringend den jetzigen Kurs zu korrigieren“ und „keine weiteren Abschiebungen nach Afghanistan vorzunehmen“. Es gehe dabei „um nicht weniger als die Werte unseres Grundgesetzes, um Menschenwürde und Menschenrechte“.

Der Text der Resolution im Internet:
http://www.emk.de/fileadmin/meldungen/2017/170331-resolution-keine-abschiebung-nach-afghanistan.pdf

Die Evangelisch-methodistische Kirche
Die Evangelisch-methodistische Kirche ist eine evangelische Freikirche, die aus einer Erweckungsbewegung in England im 18. Jahrhundert hervorging. Führende Persönlichkeiten am Anfang der Bewegung waren die Brüder John und Charles Wesley. Durch Rückwanderer aus England und den USA fasste die EmK auch in Deutschland Fuss. Zur EmK zählen sich in der Bundesrepublik über 52.000 Kirchenmitglieder und Kirchenangehörige in rund 500 Gemeinden. Die alle vier Jahre tagende Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche ist das für die Bundesrepublik Deutschland kirchenrechtlich zuständige Organ innerhalb der weltweit verfassten Gesamtkirche.

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Lutherausstellung in Bibliothek der Theologischen Hochschule Friedensau

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 02.05.2017 | APD | International

Ab Ostermontag, 17. April, ist in der Bibliothek der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg anlässlich des Reformationsjubiläums die Ausstellung „Here I Stand – Martin Luther, die Reformation und die Folgen“ zu sehen. Luther soll an diesem Datum im Jahre 1521 vor dem Wormser Reichstag seine Thesen mit den Worten: „Hier stehe ich und kann nicht anders...“ verteidigt haben. Die Ausstellung zeigt 30 verschiedene Exponate im und um das Leben Luthers.

Ausgehend von der Biografie Martin Luthers wirft die Ausstellung einen Blick in die Lebensumwelt der Menschen vor der Reformation. Infografiken veranschaulichen die wichtigsten Stationen der Reformationsgeschichte und ihren Einfluss auf unser Leben heute. Der Fokus der Ausstellung ist auf die reformatorische Dynamik gerichtet, die sich aus Luthers Veröffentlichung der 95 Thesen entwickelte. Es werden nicht nur die zentralen Aspekte der Reformationsgeschichte beleuchtet, sondern ungewöhnliche Zusammenhänge hervorgehoben.

Reformationszeit – Zeit des Umbruchs
So geht es in der Ausstellung auch um die Fragen: Was geschah in Wittenberg 1517? Was war das Neue an Luthers Theologie? Wie verbreitete sich die neue Lehre? Welche Rolle spielten Frauen in der Reformation? Die Zeit zwischen 1520 und 1530 war eine Zeit des Umbruchs, auch für die Geschlechterrollen. Ein Teil der Ausstellung behandelt die Ausbreitung des Protestantismus am Beispiel der USA. Dabei wird auch erläutert, was der Bürgerrechtler Martin Luther King mit seinem Namensvetter, dem deutschen Reformator, gemeinsam hatte.

Die Ausstellung ist vom 17. April bis zum 19. Mai in der Bibliothek der Theologischen Hochschule Friedensau während der Öffnungszeiten zu sehen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen: www.here-i-stand.com

Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – und ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 200 Studierende aus 34 Nationen sind derzeit eingeschrieben. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de

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Brasilien: Adventistischer Themenpark für Kinder eröffnet

Silver Spring, Maryland/USA | 02.05.2017 | AR/APD | International

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Brasilien eröffnete in der Nähe von São Paulo den ersten adventistischen Themenpark „Terra de Zion“ („Zionland“). Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) mitteilte, soll er Kindern nachhaltige Entwicklung, gesunde Ernährung und Umweltschutz näherbringen.

Der Themenpark hat das Ziel, Zugänge zur Natur zu schaffen. Möglichkeiten dazu gibt es unter anderem auf dem ökologischen Pfad, im Bio-Garten, in der „fantastischen Nahrungsmittelfabrik“, im Streichelzoo und in der „Mitmachküche“, wo Kinder einen Tag lang „Zion-Chefköche“ werden können. Dabei soll es nicht nur um eine naturnahe Unterhaltung gehen, sondern auch um Wertevermittlung.

„Zionland“ kann in der Startphase bis zu 200 Kinder pro Tag aufnehmen. Es wird erwartet, dass der Themenpark Familien und Schulklassen anzieht, da viele der Bewohner aus dem Umland in der Stadt wohnen und viele, darunter auch Kinder, in Vierteln leben, die eine hohe Umweltverschmutzung sowie hohe Betonbauten aufweisen. Im Ballungsraum von São Paulo leben nach Angaben von AR über 21 Millionen Menschen.

Wie AR berichtet, nahmen an der Eröffnungsfeier Repräsentanten der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Südamerika und andere regionale Kirchenleiter teil. „Wir sind dazu geschaffen worden, in der Natur zu leben, in einem Garten. Und jeder von uns trägt dieses winzige Samenkorn in sich“, so der Präsident der regionalen adventistischen Kirchenleitung von São Paulo, Sidionil Biazzi.

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Kinderschutz: Adventisten überarbeiteten Dokument zur Pastoralethik

Silver Spring, Maryland/USA | 02.05.2017 | AR/APD | International

Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) am 14. April berichtete, hat der Internationale Ausschuss für pastorale und theologische Bildung (International Board of Ministerial and Theological Education IBMTE) der adventistischen Weltkirchenleitung am 4. April in Silver Spring, Maryland, Anpassungen zugestimmt, die das Dokument zur Pastoralethik betreffen. Neben sprachlichen Anpassungen finden sich die bedeutendsten Veränderungen im Abschnitt „Ethik und Recht“. Er enthält einen neuen Unterabschnitt zum „Kinderschutz“, der auch zur Beaufsichtigung von Jugendlichen Stellung nimmt sowie Sicherheitsabklärungen für jene fordere, die in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden sollen.

Regionale Unterschiede bei pastoraler Praxis, aber einheitliche ethische Prinzipien
Die Leiterin der Erziehungsabteilung der Weltkirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Lisa Beardsley-Hardy, erklärte, dass das Ziel des IBMTE-Ausschusses darin bestanden habe, „auf die Bedürfnisse des Feldes zu hören und darauf zu reagieren." Laut AR hat sie auch daran erinnert, dass der Bearbeitungsprozess „die Überprüfung des Handbuchs Seite für Seite“ umfasst habe, um sicherzustellen, dass die Ausbildung von Mitarbeitenden im Pastorendienst den Anforderungen auf der ganzen Welt entsprechen würden.

Die vom Internationalen Ausschuss für pastorale und theologische Bildung (IBMTE) am 4. April verabschiedete Version des Dokuments zur Pastoralethik lasse zwar regionale Unterschiede in der pastoralen Praxis zu, setze sich aber für ein einheitliches, weltweites System ethischer Prinzipien ein.

Neuer Abschnitt zum Kinderschutz
Die bedeutendsten Änderungen des Textes finden sich laut AR im Abschnitt „Ethik und Recht". Dort gebe es einen neuen Unterabschnitt zum „Kinderschutz" sowie überarbeitete Unterabschnitte bezüglich „Supervision" und „Persönlicher Hintergrund des Personals“.

In einigen Ländern gebe es gesetzliche Vorschriften für jene, die mit Kindern arbeiten. Sie müssten sich vorgängig von der Polizei kontrollieren lassen oder um eine gleichwertige Freigabe für die Arbeit mit Kindern von einer Regierungsstelle nachsuchen. Adventistische Pastoren in diesen Ländern müssten sicherstellen, dass sie die entsprechende gesetzliche Bewilligung hätten, um mit Kindern arbeiten zu dürfen. Unabhängig von staatlichen Gesetzen heisst es in einem Unterabschnitt, dass Mitarbeitende im Pastorendienst sich in äusserlichem Verhalten sowie im Gespräch mit Kindern nach höchsten moralischen, beruflichen und christlichen Standards richten müssten.

„Wir brauchen klare Aussagen darüber, welches unsere Erwartungen für den Schutz von Kindern sind und was wir unter ethischem Verhalten gegenüber Kindern verstehen", sagte Lisa Beardsley-Hardy.

Ein Weg, um Probleme mit Mitarbeitern oder Freiwilligen in der Arbeit mit Kindern zu vermeiden, bestehe darin, sie einem sorgfältigen Abklärungsprozess zu unterziehen, um jene von diesen Aufgaben fern zu halten, die dafür nicht geeignet seien.

Arbeit durch Ausschüsse - nicht Verlautbarungen eines „Königs“
Zur schwierigen Arbeit im IBMTE-Ausschuss sagte Pastor Geoffrey Mbwana, Vorsitzender des IBMTE: „Wir wählen oder bestimmen nicht einen „König“, der dann all diese Änderungen verkündet. Wir arbeiten mit Ausschüssen.“ Die angenommenen Änderungen seien das Ergebnis eines ausführlichen, gründlichen Prozesses, der umfangreiche Diskussionen und Beratungen über mehrere kirchliche Abteilungen und alle Weltregionen während einigen Jahren umfasste, so AR.

Dokument zur Pastoralethik
Das Dokument zur Pastoralethik, wurde 1992 erstmals herausgegeben. 1997 wurde es überarbeitet und Teil des Predigerhandbuchs. 2009 fand die letzte Revision und Erweiterung des Dokuments statt. Jetzt sei das Dokument zur Pastoralethik ein Anhang zum ausführlichen IBMTE-Handbuch und dem darin enthaltenen Kapitel „Stellungnahme der Kirche zum Zulassungsprozess“. Dieses Kapitel sowie das gesamte IBMTE-Handbuch beschäftige sich mit dem Prozess, dem Lehrplan und den Zielsetzungen der Pastorenausbildung, so Adventist Review.

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Adventisten verabschieden Stellungnahme zu Transgender

Silver Spring, Maryland/USA | 02.05.2017 | ANN/APD | International

Auf seiner Frühjahrssitzung im April hat der Verwaltungsausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) eine Erklärung zu Transgender verabschiedet.

Das Statement beschreibt zunächst das Phänomen von Transgender (Geschlechtsdysphorie) und stellt nachfolgend diesbezüglich zehn biblische Prinzipien dar. „Das Letzte, was wir im Sinn haben, ist Menschen von Christus und der Kirche wegzujagen. Wir möchten, dass sie zum Fuss des Kreuzes kommen und zu seiner verändernden Gnade“, so der Präsident der Weltkirche, Pastor Ted Wilson.

Aus der Erklärung
In der Einleitung der Stellungnahme ist zu lesen: „Die steigende Wahrnehmung der Bedürfnisse und Herausforderungen von Transsexuellen und der Aufstieg von Transgender-Themen zu zentraler Stellung in der Gesellschaft weltweit, werfen wichtige Fragen nicht nur für Betroffene des Transgender-Phänomens, sondern auch für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten auf. Während die Kämpfe und Herausforderungen derjenigen, die sich als Transsexuelle bezeichnen, einige Gemeinsamkeiten mit den Kämpfen aller Menschen aufweisen, erkennen wir die Einzigartigkeit ihrer Situation und die Begrenztheit unseres Wissens in spezifischen Fällen an. Dennoch glauben wir, dass in der Bibel Prinzipien zu Führung und Beratung für Transsexuelle und für die Kirche zu finden sind, die menschliche Konventionen und Kultur übersteigen.“

Das Statement der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zum Transgender-Phänomen, sei aufgrund Konsultationen mit Fachleuten von innerhalb und ausserhalb der Kirche entstanden, so Artur A. Stele, Vizepräsident der Weltkirche.

Kritik an Stellungnahme
Obwohl die Stellungnahme vom Verwaltungsausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung offensichtlich einstimmig angenommen wurde, wie SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF) berichtete, gab es bei deren Präsentation auch Kritik. Randy Roberts, Pastor der Kirche an der Loma Linda Universität, Kalifornien/USA, habe den selektiven Gebrauch von Bibelstellen in der Stellungnahme moniert. Er regte auch an, dass die laufenden Forschungen an der Loma Linda Universität bezüglich Transgender in Betracht gezogen werden sollten.

Dr. med. Allan Handysides, Gynäkologe, leitete bis zu seiner Pensionierung 2013 während 15 Jahren die Gesundheitsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung. Er brachte laut SPECTRUM mehrere Bedenken hinsichtlich des Wortlauts des Dokuments vor. Er habe sich speziell an der Verwendung des Ausdrucks „Transgenderphänomen" gestört, weil es eine Herabsetzung der Transgender-Personen auf ein „Phänomen" impliziere.

Originalwortlaut des Statements (auf Englisch) unter:
https://executivecommittee.adventist.org/wp-content/uploads/2017/04/111G-Statement-on-Transgenderism.pdf

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Adventisten schaffen globales visuelles Imagekonzept für die Kirche

Silver Spring, Maryland/USA | 02.05.2017 | ANN/APD | International

Am 11. April, anlässlich der Frühjahrssitzung des Verwaltungsausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), wurde das neue weltweit gültige Imagekonzept der Kirche vorgestellt. Die anwesenden Delegierten nahmen das vorgelegte Konzept an. Sie vertreten mehr als 200 Länder und Territorien sowie mehr als 900 Sprachen.

Williams Costa Jr, Direktor der Kommunikationsabteilung der Weltkirche, erläuterte den Delegierten in Silver Spring, Maryland/USA, dass die Weltkirchenleitung der 20 Millionen Siebenten-Tags-Adventisten mit dem neuen Imagekonzept und der neuen Schrift „Advent Sans“ eine zusammenhängende, visuelle Erkennbarkeit anstrebe.

„In der Vergangenheit haben die Adventisten keine einheitliche Strategie gehabt, um ihre Botschaft in den tausenden von visuellen Materialien, die wir jede Woche herstellen, zu präsentieren“, sagte Pastor Ted N.C. Wilson, Weltkirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten. Adventistische Produkte seien nicht leicht als solche erkennbar gewesen.

Kirchenname mit neuer Schrift „Advent Sans" bereits in 91 Sprachen
Laut Adventist News Network (ANN) soll mit der neuen Schrift „Advent Sans" die neue visuelle Identität und das Image der Kirche in jeder Sprache, in der gearbeitet wird, anwendbar sein und einheitlich wirken. Mit "Advent Sans" könne der Kirchenname in 91 Sprachen geschrieben werden. Die Projektleiter aus Australien hofften, dass die Anwendung der neuen Schrift im Jahr 2020 bis auf 200 Sprachen gewachsen sein wird.
(Schriftbeispiele: https://identity.adventist.org/global-elements/advent-sans/)

Farbgebung
Eine weitere Änderung betrifft laut ANN die Farbgebung für das Logo. Es sei angesichts der Vielzahl von Kulturen und Designstilen im weltweiten Wirkungsgebiet der Kirche ineffektiv und teuer, ein universelles Farbsystem oder gar eine grosse Anzahl von regional geeigneten Farbsystemen zu empfehlen. Man gehe davon aus, dass lokale Designer und Kirchenführer in der Lage sein werden, das auszuwählen, was in ihrer Region am besten geeignet sei. Die Richtlinien zur Farbgebung des global gültigen Kirchenlogos würden die anfänglichen Farbtöne beinhalten. Zudem sei die Kommunikationsabteilung der Weltkirche bereit, das Farbschema je nach Bedarf der verschiedenen Regionen, zu erweitern.
(Beispiele für die Farbgebung: https://identity.adventist.org/global-elements/color/)

Spalten-Design mit sieben Elementen
Das neue Spalten-Design mit sieben Elementen, auch als „Schöpfungs-Raster“ bezeichnet, soll „Ausdruck unserer Überzeugungen“ sein, sagte Williams Costa Jr. Dieses neue Design-Merkmal spiegle die Wichtigkeit der Schöpfung sowie die spezielle Bedeutung des siebenten Wochentags, des Sabbats (Samstag), für die Siebenten-Tags-Adventisten, so Costa. Adventistische Christen verstehen und halten den Samstag (Sabbat) als biblischen Ruhetag. Das siebenspaltige Designraster ermögliche es den Grafikern, auf sechs Spalten nach Belieben in ihrem jeweiligen Kontext zu gestalten. Die siebte Spalte werde als „Sabbat-Spalte“ bezeichnet und solle sich vom Rest des Entwurfs unterscheiden, so ANN. Meist soll sie leer sein und nur das Kirchenlogo enthalten.
(Beispiele für das Spalten-Design: https://identity.adventist.org/global-elements/the-creation-grid/)

Mit dem Beschluss der Delegierten, das neue Imagekonzept anzunehmen, soll sich die Weltkirche dynamisch an neue Entwicklungen und Technologien anpassen können. Der Prozess soll laut ANN unter Aufsicht der Kommunikationsabteilung der Weltkirchenleitung fortschreiten und sich an den Richtlinien orientieren, die ebenfalls publiziert wurden: https://identity.adventist.org/

7-Min.-Video zur Einführung des neuen Imagekonzepts der Adventisten (auf Englisch):
https://vimeo.com/212748878

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Beschlüsse des Verwaltungsausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung

Silver Spring, Maryland/USA | 02.05.2017 | AR/APD | International

An der Frühjahrssitzung vom 11. bis 12. April, in Silver Spring, Maryland/USA, hat der Verwaltungsausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) den Finanzbericht 2016 abgenommen. Demnach ist die Kirche wieder in den schwarzen Zahlen. Laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) verabschiedeten die Delegierten eine Stellungnahme zu Transgender, stimmten einem neuen Imagekonzept der Kirche zu und besetzten zwei vakante Abteilungsleitungen.

Kirchenfinanzen wieder in den schwarzen Zahlen
Juan Prestol-Puesán, Finanzvorstand der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, bezeichnete am 11. April die Entwicklung der Kirchenfinanzen bei der Präsentation des Finanzberichts 2016 als Turnaround. Die Weltkirchenleitung sei aus den roten Zahlen – Defizit von 20 Millionen US-Dollar im 2015 - und habe 2016 mit einer Million US-Dollar Überschuss abgeschlossen. Prestol-Puesán führte dies auf unerwartete positive Entwicklungen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet zurück. In den USA breche die Wirtschaft üblicherweise nach einem langen Wahlkampf etwas ein, was jetzt nicht der Fall gewesen sei. So hätten die Zehntengelder der Nordamerikanischen Adventisten (NAD) im Jahr 2016 zum ersten Mal mehr als eine Milliarde US-Dollar betragen. Als weitere positive Einflüsse nannte Prestol-Puesán die teilweise Erholung der brasilianischen Währung als auch die Ausgabendisziplin der Weltkirchenleitung.

Als Herausforderung für die nächsten vier Jahre beschrieb Juan Prestol-Puesán den geplanten, stetigen Rückgang der Überweisungen von Zehntengeldern der teilkontinentalen Kirchenleitung in Nordamerika (NAD) an das Budget der Weltkirchenleitung. Demnach werden diese Überweisungen seitens der Nordamerikanischen Kirchenleitung im 2017 von 6,6 Prozent auf 5.85 Prozent bis 2020 reduziert. Damit bleiben laut Adventist Review der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD) mehr Finanzen für die Erfüllung ihrer Mission.

Er interpretiere die tendenziell positive Entwicklung der Finanzen so, dass Gott Gebete erhöre, so Prestol-Puesán. Er danke aber auch seinen Mitarbeitenden sowie den Kirchenmitgliedern auf der ganzen Welt für ihre Treue.

Neues, globales Imagekonzept der Adventisten
Das angenommene Imagekonzept umfasst die neue Schrift „Advent Sans“, die bereits für 91 Sprachen im Schriftzug der Kirche angewendet werden kann, Farbvarianten für das Logo sowie ein Designraster mit sieben Spalten, das zukünftig Flyer, Buchcover, Plakate, Webauftritte der Adventisten weltweit prägen soll.
APD-Meldung: http://www.stanet.ch/apd/news/5147.html

Erklärung zu Transgender
Der Verwaltungsausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung hat auch eine Erklärung zu Transgender verabschiedet.
APD-Meldung: http://www.stanet.ch/apd/news/5150.html

Wahlen
Neuer Jugendabteilungsleiter

Pastor Gary Blanchard, bisher Jugendabteilungsleiter der regionalen Kirchenleitung (Vereinigung) in Texas/USA, wurde zum Jugendabteilungsleiter der Weltkirchenleitung gewählt. Blanchard ersetzt Gilbert Cangy, der im 2016 darum gebeten hat, in seiner Herkunftsregion, im Südpazifischen Raum, zu arbeiten.

Neuer Abteilungsleiter Bibelgespräche (Sabbatschule) und Persönliche Dienste
Pastor Ramon Canals, der bereits als stellvertretender Direktor in der Abteilung Bibelgespräche (Sabbatschule) und Persönliche Dienste der Weltkirchenleitung gearbeitet hatte, wurde von den Delegierten des Verwaltungsausschusses zum neuen Leiter gewählt. Canals ersetzt Duane McKey, der kürzlich als Präsident von Adventist World Radio (AWR) gewählt wurde.

Die Sabbatschulabteilung ist verantwortlich für die Thematik und Aufbereitung der weltweit vierteljährlich erscheinenden Bibelstudienanleitungen, die in Wochenthemen aufgeteilt sind. Im ersten Teil des adventistischen Gottesdienstes wird das jeweilige Wochenthema in Bibelgesprächskreisen diskutiert.

Die Abteilung Persönliche Dienste stellt Unterlagen zur Verfügung, um den Glauben individuell mit anderen Menschen zu teilen.

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Masterthese über Megatrends - Zur Relevanz der Adventisten

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 02.05.2017 | APD | International

Die aktuelle Ausgabe der Hochschulzeitschrift „Dialog“ der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau hat unter anderem eine der akademischen Abschlussarbeiten vorgestellt. Die Masterthese „Megatrends. Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und ihre Relevanz in der Gesellschaft“ von Nils Podziemski versucht ein alternatives Modell für die Frage nach der Relevanz von Kirche in der Postmoderne zu entwickeln.

Die Beobachtung, dass die Relevanz der christlichen Botschaft für und der Einfluss der christlichen Kirchen auf die westliche Gesellschaft stark nachgelassen habe, ist Grundlage dieser Abschlussarbeit. Das betreffe auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Der Autor stellt die Frage, wie die Freikirche die Entwicklung der gegenwärtigen Zeit verstehen könne, um an Möglichkeiten zu arbeiten, die Gesellschaft aktiv ohne eigenen Identitätsverlust mitzugestalten.

Als Forschungsgrundlage wählte Podziemski, der 1990 in Lübeck geboren wurde und seit Herbst 2016 in Dresden als Pastor tätig ist, dafür das Modell der sogenannten Megatrends. Nach Darstellung von Geschichte, Definition und Methodik, stellt der Autor gegenwärtige und zukünftige Megatrends vor, wie Wissensgesellschaft, soziale (Un-) Gerechtigkeit, Gesundheit und Spiritualität. Nach der Bearbeitung von biblisch-theologischen, kirchengeschichtlichen und ökonomischen Grundlagen, überträgt der Autor die Darstellungen auf den adventistischen Kontext. Dabei geht der Autor davon aus, dass sich die Bedürfnisse der Gesellschaft und Megatrends gegenseitig beeinflussen und bedingen.

Fazit
Podziemski überträgt die Bedürfnisse auf vier pastorale Handlungsfelder: Mission, Seelsorge, Kybernetik und Theologie und schlägt daraufhin mögliche Handlungsalternativen für die Adventgemeinde vor. Nach einer kritischen Reflexion kommt der Autor zu dem Schluss: „dass der christliche und besonders der adventistische Lebenskontext eine Vielzahl an Verbindungen zu den Bedürfnissen der temporären Gesellschaft besitzt und in der Lage wäre, auf jene einzugehen und sie zu stillen. Doch muss ebenso festgestellt werden, dass sie in der Realität nur in äusserst geringem Masse Anwendung finden.“ Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de/dialog

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Gemeinsam Türöffner für Gottes Wirklichkeit sein - Mitgliederversammlung der ACK Deutschland erinnerte an 10 Jahre Taufanerkennung

Magdeburg/Deutschland | 02.05.2017 | ACK/APD | Ökumene

Die Basis der Taufe sei Ansporn, als Christen gemeinsam Türöffner für Gottes Wirklichkeit zu sein. Dies sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), im Gottesdienst anlässlich der Erinnerung an 10 Jahre Taufanerkennung im Dom zu Magdeburg, den die ACK am 29. März feierte. 2007 hatten elf Mitgliedskirchen der ACK die Taufanerkennung unterzeichnet. Ausserdem diskutieren die 50 Delegierten der ACK-Mitgliederversammlung mit den Beauftragten der Kirchen bei der Bundesregierung über die Rolle der Religion im öffentlichen Raum.

In einer Zeit, in der die christliche Religion zunehmend an Bedeutung im öffentlichen Raum verliere, fordere die gemeinsame Taufe die Christen heraus, wie sie gemeinsam in der Welt Zeugnis für ihren Glauben geben können. Die vor zehn Jahren unterschriebene Taufanerkennung habe für alle Mitgliedskirchen die Taufe wieder in die Mitte gerückt, auch für die Kirchen, die die Anerkennung nicht unterzeichneten. „Wir ringen zwar immer noch um ein alle Mitgliedskirchen umfassendes, gemeinsames Verständnis in der Deutung der konkreten Praxis der Taufe, aber diese Gemeinsamkeiten sind grösser als unsere Differenzen“, so Wiesemann weiter. Diese Gemeinsamkeiten müssten als Auftrag wahrgenommen werden, auch für diejenigen Türöffner für Gottes Wirklichkeit zu sein, die Gott vergessen haben.

Taufverständnis
In einem anschliessenden Festakt beleuchteten die katholische Professorin Dorothea Sattler (Universität Münster) und der freikirchliche Theologe Markus Iff (Theologische Hochschule Ewersbach) verschiedene Aspekte zum Thema „Taufe“ aus dem Blickwinkel unterschiedlicher kirchlicher Traditionen. Im Blick auf das Taufverständnis der Kirchen, die keine Säuglinge, sondern mündig Glaubende taufen, sei es aber für alle Kirchen wichtig, den unaufgebbaren Zusammenhang von Glaube und Taufe stärker zu betonen und in der eigenen Taufpraxis aufzunehmen. In dem Festakt gaben auch Professor Hacik Gazer von der Armenisch-apostolischen Orthodoxen Kirche, Erzpriester Radu Constantin Miron von der Orthodoxen Kirche und Birgit Foth von der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden ein Zeugnis ihres eigenen Verständnisses der Taufe in ihrem eigenen Leben und in der Praxis ihrer Kirche.

Multilaterale Ökumene stärker im politischen Geschehen berücksichtigen
Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt setzten die Delegierten in einem Gespräch mit den Beauftragten der Kirchen beim Bundestag und der Bundesregierung. In dem Gespräch, an dem neben Vertretern der beiden grossen Kirchen auch die Beauftragten der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, der alt-katholischen Kirche und der Orthodoxen Bischofskonferenz teilnahmen, wurde deutlich, dass die Kirchen wichtige Gesprächspartner der politisch Verantwortlichen in vielen Bereichen seien. Dies zeige beispielsweise die Frage nach der Expertise der Kirchen bei dem Problem religiös motivierter Gewalt sowie auch der Rolle von Religion in Friedensbildungsprozessen.

Die Delegierten machten sich im Gespräch mit den Beauftragten dafür stark, im politischen Diskurs und anstehenden aktuellen politischen Fragestellungen nicht nur die beiden grossen Kirchen, sondern die Breite der Kirchen in der ACK stärker einzubeziehen. Ausserdem ermutigten sie ihre Mitgliedskirchen, für die Beauftragten und auch die Politiker zu beten sowie die Interessen und Fragen der eigenen Kirchen vorzubringen.

Neuapostolische Kirche
Ein weiteres Gespräch führten die Delegierten mit Vertretern der Neuapostolischen Kirche (NAK). Mit der NAK befindet sich die ACK schon seit längerem in einem Prozess der Kommunikation und Reflexion, an dessen Ende eine Gastmitgliedschaft der NAK in der ACK stehen soll. Der Austausch diente dem weiteren Kennenlernen und der Beantwortung offener Fragen.

Mitgliederversammlung der ACK Deutschland
Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung der ACK tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst. Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de

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Neuapostolische Kirche Gastmitglied in ACK Baden-Württemberg

Stuttgart/Deutschland | 02.05.2017 | APD | Ökumene

Bei ihrer 89. Delegiertenversammlung auf der Insel Reichenau hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg (ACK) am 30. März die Neuapostolische Kirche Süddeutschland (NAK) als Gastmitglied in „beratender Mitwirkung“ aufgenommen. Nach einem langen Vorbereitungsprozess hatte die NAK-Süddeutschland Ende 2016 einen Antrag auf Gastmitgliedschaft gestellt.

Erste Kontakte 2001
Die Kontakte und Gespräche zwischen der NAK und der ACK in Baden-Württemberg reichen bis 2001 zurück. In den vergangenen Jahren habe sich laut einer ACK-Pressemitteilung in der NAK ein bemerkenswerter Wandlungs- und Öffnungsprozess vollzogen. Er hätte nicht nur die NAK selbst, sondern auch ihre Beziehung zu den anderen christlichen Kirchen und zur Ökumene betroffen. Seither gebe es auf lokaler Ebene zunehmend Berührungen zwischen neuapostolischen Gemeinden und Gemeinden der ACK-Mitgliedskirchen. Im Jahr 2001 nahm die NAK Süddeutschland Gespräche mit der ACK in Baden-Württemberg auf. Ab 2008 folgten offizielle Kontaktgespräche der NAK International mit der ACK in Deutschland. Diese führten ab Frühjahr 2013 zu einer Phase der bundesweiten Kommunikation und Reflexion mit der NAK, an dessen Ende ebenfalls eine Gastmitgliedschaft der NAK in der ACK Deutschland stehen soll.

Weiterentwickelte Orientierungshilfe
Dabei sei die im Jahr 2008 veröffentlichte Orientierungshilfe der ACK Baden-Württemberg auf Bundesebene weiterentwickelt und, dem gegenwärtigen Gesprächsstand angepasst, neu herausgegeben (2015) worden. Grundlage ist der im Jahr 2012 veröffentlichte Katechismus der Neuapostolischen Kirche. Er stelle erstmals systematisch und umfassend den neuapostolischen Glauben verbindlich dar. In wichtigen Fragen gehe er über das hinaus, was bisher als neuapostolische Lehre galt. Zu den ökumenisch relevanten Punkten, an denen sich der Wandel des neuapostolischen Selbstverständnisses zeige, gehörten das Bekenntnis zur Autorität der Bibel für alle kirchlichen Ordnungen und Ämter sowie die ausdrückliche Anerkennung der altkirchlichen Glaubensbekenntnisse. Damit sei die Überzeugung verbunden, dass Gottes Geist auch vor und ausserhalb der Neuapostolischen Kirche gewirkt habe und weiterhin wirke.

Apostel Volker Kühnle (Nürtingen), Vorsitzender der vom Stammapostel eingesetzten Arbeitsgruppe „Kontakte zu Kirchen und Religionen“ der NAK, welcher an allen Gesprächen und Kontakten seit 2001 federführend beteiligt gewesen sei, dankte dem ACK-Vorsitzenden, Domkapitular Dr. Peter Birkhofer (Freiburg), und brachte seine Freude über die Aufnahme zum Ausdruck. Beide Seiten wären dankbar für das in den letzten Jahren gewachsene Vertrauen und freuten sich nun auf die noch engere Zusammenarbeit.

Die ACK Baden-Württemberg
Die ACK Baden-Württemberg wurde 1973 gegründet. Mitgliedskirchen sind die Armenisch-Apostolische Orthodoxe Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden Landesverband Baden-Württemberg, die Anglikanische Arbeitsgemeinschaft in Deutschland, die Heilsarmee, die Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine, die Evangelische Landeskirche in Baden, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland, das Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, der Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden in Baden-Württemberg, die Römisch-Katholische Kirche Erzdiözese Freiburg,die Römisch-Katholische Kirche Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), die Serbisch-Orthodoxe Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien in Deutschland, der Verband der Mennonitengemeinden in Baden-Württemberg und die Volksmission entschiedener Christen.

Beratend wirken neben der Neuapostolischen Kirche als Gastmitglieder der Bund Freier evangelischer Gemeinden Baden-Württemberg und der Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden Region Baden-Württemberg mit. Einen „Beobachterstatus“ hat unter anderem die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg.

Erste regionale Gastmitgliedschaft in Mecklenburg-Vorpommern
Bereits im Juni 2015 hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern (ACK MV) die Neuapostolische Kirche als Gastmitglied aufgenommen. Die ACK MV ist die erste regionale ACK in Deutschland, die der NAK die Gastmitgliedschaft ermöglichte.

Die Neuapostolische Kirche in anderen Ländern
In die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) wurde die Neuapostolische Kirche im April 2014 als Gastmitglied aufgenommen. In Österreich ist die NAK seit 2014 Vollmitglied des Ökumenischen Jugendrates (ÖJRiÖ), nachdem sie dort einen zweijährigen Beobachterstatus hatte. In Holland gehört die NAK als Mitgliedskirche dem Rat der Kirchen in den Niederlanden an.

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Deutsche Evang. Allianz: Messianische Juden und Christen gehören zusammen

Bad Blankenburg, Thüringen/Deutschland | 02.05.2017 | APD | Ökumene

Der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) hat sich bei seiner Frühjahrssitzung einstimmig hinter die Erklärung der württembergischen ChristusBewegung Lebendige Gemeinde zu Israel und zu messianischen Juden gestellt. Sie trägt den Titel „…die Wurzel trägt dich“.

Ausgrenzung messianischer Juden ein Skandal
Zur Begründung erklärte der Vorsitzende der DEA, Ekkehart Vetter, dass eine Ausgrenzung messianischer Juden, wie sie in weiten Teilen der evangelischen Landeskirchen geschehe, und die Nichtzulassung zum Deutschen Evangelischen Kirchentag nicht länger still hingenommen werden dürfe. In der Erklärung selbst heisse es zu recht, dass die „Ausgrenzung messianischer Juden, ihrer Gemeinden und Organisationen“ eine „tiefe Verletzung ökumenischer Verbundenheit“ sei und „ein nicht hinnehmbarer Skandal“.

Schon anlässlich der Verabschiedung der Erklärung durch die ChristusBewegung am 6. März hatte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, die Stellungnahme begrüsst: „Ich freue mich über die Erklärung der ChristusBewegung die mitten in mancherlei Verirrungen und Verwirrungen deutlich macht: Christen achten die Geschichte Gottes mit den Juden in ihrer Einzigartigkeit. Christen stehen an der Seite Israels. Christen freuen sich über die Juden, die Jesus Christus als ihren Messias erkennen. Messianische Juden sind deshalb unsere Schwestern und Brüder.“

Erklärung „…die Wurzel trägt dich“
Die ChristusBewegung Lebendige Gemeinde mit Sitz in Korntal-Münchingen bei Stuttgart, bis 2011 Ludwig-Hofacker-Vereinigung genannt, ist ein Zusammenschluss evangelikaler Christen mit pietistischem Hintergrund innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. In ihrer Erklärung zum Verhältnis von Christen und Juden vom 6. März betont sie die „einzigartige Verbundenheit“ zwischen Juden und Christen. Auch die „bleibende Erwählung Israels“ durch Gott wird hervorgehoben.

Dennoch gebe es bleibende Unterschiede. Christen sehen in Jesus Christus den Sohn Gottes und Retter der Welt. Er ist der erwartete Messias, heisst es in der Erklärung. „Wir bekennen seinen Tod am Kreuz für uns und seine Auferstehung. Wir sind im Vertrauen auf ihn gerechtfertigt allein durch seine Gnade und sein Erbarmen. In Jesus Christus erkennen und bezeugen wir Gottes Heilsweg für alle Menschen.“

Christen stünden an der Seite der Juden und achteten sie mit Respekt als von Gott erwähltes Volk. „Jeder Form des Antijudaismus oder Antisemitismus widersprechen und widerstehen wir in Solidarität mit den Juden.“ Es wird „mit tiefer Beschämung“ eine Mitverantwortung und Mitschuld an den Verbrechen gegenüber dem jüdischen Volk durch die Jahrhunderte und ein Versagen der Kirche in der Schoah des 20. Jahrhunderts anerkannt. Die ChristusBewegung trete entschieden gegen die Abwertung des Judentums auf und setze sich für ein versöhntes Miteinander ein.

Die Wahrheit von Jesus Christus als Retter der Welt dürfe allerdings niemandem vorenthalten und müsse auch Israel gegenüber angezeigt werden. Wenn Christen Juden den Messias Jesus bezeugten, so würden sie das auf der Basis einer gemeinsamen Verheissung tun. Sie stellten damit die jüdische Identität nicht in Frage. Ein solches Zeugnis wahre den Respekt gegenüber dem Anderen, achte dessen Freiheit und diene dem Lob Gottes.

In der Erklärung wird die „Wertschätzung für messianische Juden“ hervorgehoben. Es gehöre zur Tragik der Geschichte, dass Juden, die Jesus als Christus bekennen, nahezu gänzlich aus dem Blick geraten seien. Doch es gebe auch heute Menschen jüdischer Herkunft, die sich als Juden verstünden und zugleich Jesus als Messias erkennen und bekennen würden. „Juden, die an Jesus glauben, sind nicht vom Judentum zum Christentum konvertiert“, wird betont. Sie lebten in der jüdischen Glaubenstradition und würden diese mit dem Glauben an Jesus Christus verbinden. Ihre Selbstbestimmung müsse ohne Einschränkung geachtet werden. Die Ausgrenzung messianischer Juden, ihrer Gemeinden und Organisationen sei eine tiefe Verletzung ökumenischer Verbundenheit und ein nicht hinnehmbarer Skandal, der überwunden werden müsse, heisst es in der Erklärung.

Der Text der Erklärung kann im Internet heruntergeladen werden unter: http://www.lebendige-gemeinde.de/fileadmin/download/2017-03-07_Christen_und_Juden_-_Erklaerung.pdf

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Russland: Oberstes Gericht verbietet Jehovas Zeugen und zieht Vermögen ein

Oslo/Norwegen | 02.05.2017 | Forum 18/APD | Religionsfreiheit

Wie Forum 18 (www.forum18.org), norwegische Menschenrechtsorganisation, berichtete, hat der Oberste Gerichtshof in Russland am Abend des 20. April die Religionsgemeinschaft der Jehovas Zeugen als „extremistisch“ erklärt. Die Gemeinschaft mit rund 170.000 Mitgliedern wurde verboten und das Vermögen vom Staat eingezogen. Das Hauptquartier bei St. Petersburg sowie die landesweit 395 Versammlungsorte müssen geschlossen werden. Wenn sich die Mitglieder weiterhin zu Gebet und Bibelstudium treffen würden, riskierten sie wegen „extremistischer Aktivitäten“ strafrechtliche Verfolgung, so Forum 18. Jehovas Zeugen beabsichtigen die Frist von 30 Tagen zu nutzen, um gegen das Urteil zu appellieren.

Das russische Justizministerium legte am 15. März eine Klage beim Obersten Gerichtshof ein, wonach das Verwaltungszentrum der Jehovas Zeugen als extremistische Organisation erklärt und aufgelöst werden soll. Alle Aktivitäten sollen verboten und das gesamte Eigentum durch den Staat beschlagnahmt werden.

Demnach ist dies der erste Fall, in dem das Gericht eine registrierte, landesweit zentralisierte Religionsgemeinschaft als „extremistisch“ verboten hat. Richter Yury Ivanenko habe nur etwas mehr als zwei Minuten gebraucht, um das Urteil zu verlesen, das nach sechs Tagen und 30 Stunden Verhandlungen gefällt worden war.

Ein schwarzer Tag für Menschenrechte in Russland
Die Jehovas Zeugen kündigten an, dass sie die Frist von 30 Tagen nutzen werden, um gegen das Urteil zu appellieren. Gegebenenfalls seien sie auch gewillt, den Fall an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg weiterzuziehen.

In einem Bericht über das Urteil beschreiben die Jehovas Zeugen auf ihrer Website jw-russia.org, das Urteil als „ein schwarzer Tag für grundlegende menschliche Freiheiten in Russland". Sie hielten fest, dass „diese Entscheidung schlimmste Konsequenzen für Gläubige verschiedener Glaubensrichtungen haben könne, sowie für Russlands Ansehen in der Welt."

Konsequenzen des Urteils ungewiss
Weitere Konsequenzen des Urteils bleiben ungewiss, schreibt die norwegische Menschenrechtsorganisation, einschliesslich der Auswirkungen auf "Extremismus"-Fälle, die derzeit individuell gegen einzelnen Jehovas Zeugen am Laufen sind. Ebenso unklar sei, was mit jungen Männern der Jehovas Zeugen geschehe, die aufgrund ihrer religiös-pazifistischen Überzeugung den Antrag stellten, alternativ zum Militärdienst den Zivildienst zu leisten

Finanztransaktionen bereits blockiert
Der Bundesfinanzüberwachungsdienst (Rosfinmonitoring) hatte bereits am 15. März verfügt, dass das Verwaltungszentrum der Jehovas Zeugen in Russland einer Liste von Organisationen hinzugefügt wird, „gegen die es Beweise für eine Beteiligung an extremistischen Aktivitäten oder Terrorismus gibt“. Die Finanztransaktionen der Zentrale der Jehovas Zeugen seien seit dem 15. März bereits blockiert, so Forum 18.

Menschenrecht der Religionsfreiheit ist gefährdet
Drei Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, (David Kaye, Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit; Maina Kiai, Sonderberichterstatter für Versammlungs- und Organisationsfreiheit; Ahmed Shaheed, Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit) warnten am 4. April, vor Beginn der Verhandlungen am Obersten Gerichtshofs, dass ein Verbot der Jehovas Zeugen „eine Bedrohung nicht nur für die Zeugen Jehovas sein würde, sondern für die individuelle Freiheit im Allgemeinen in der Russischen Föderation". Auch russische Menschenrechtsverteidiger hätten sich für die Jehovas Zeugen eingesetzt, schreibt die Menschenrechtsorganisation.

Maksim Schewtschenko, Mitglied des Präsidialrates für Menschenrechte, bezeichnete das angestrebte Verbot als „verfassungswidrig". Es „verletzt die Grundprinzipien der Gewissensfreiheit". Er fügte hinzu:" Wenn es auf diese Weise möglich ist, eine Organisation mit Hunderttausenden Mitgliedern zu verbieten, dann ist es leicht möglich, auch andere religiöse oder Interessensgruppen zu unterdrücken."

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Schweden: Nationaler Studierfähigkeitstest samstags und neu auch sonntags

Stockholm/Schweden und Silver Spring, Maryland/USA | 02.05.2017 | AR/APD | Religionsfreiheit

Ab Januar 2018 soll der Studierfähigkeitstest in Schweden (Swedish Scholastic Aptitude Test, SweSAT), der pro Jahr landesweit im Frühling und Herbst jeweils an einem Samstag durchgeführt wurde, an einem der beiden Termine nun auch am Sonntag absolviert werden können. Dieser Studierfähigkeitstest ist der einzige Zugang zum Hochschulstudium für jene, die zu wenig gute Noten für die angestrebte Studienrichtung haben. Laut schwedischen Medienberichten stamme die Initiative zu diesem alternativen Prüfungstag von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die sich beim nationalen Rat für Hochschulbildung in Schweden dafür eingesetzt habe, wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) am 23. März berichtete.

Adventisten und Juden speziell betroffen
Demnach werden sowohl jugendliche Mitglieder der protestantischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die den Samstag (Sabbat), den biblischen Ruhetag halten, als auch Juden, von der neuen Regelung profitieren.

Seit der Einführung des Studierfähigkeitstests in den späten 1970er Jahren sei er landesweit nur am Samstag durchgeführt worden. Mit der Verabschiedung des Gleichbehandlungsgesetzes 2001 habe es laut AR für adventistische Studenten in Schweden erstmals eine rechtliche Möglichkeit gegeben, einen alternativen Prüfungstermin zu verlangen. An diesem alternativen Prüfungstermin mussten adventistische oder jüdische Jugendliche einen speziellen Test schreiben, der nur alle fünf Jahre neu erarbeitet wurde. Bei Nichtbestehen mussten Adventisten und Juden längstens fünf Jahre warten, bis sie einen neuen Studierfähigkeitstest absolvieren konnten, während andere bei Testversagen in einem halben Jahr, am Samstagstermin im Frühjahr oder Herbst, wieder antreten konnten. Adventisten sei deshalb nur die Alternative geblieben entweder eine andere Studienrichtung zu wählen, falls sie für die bevorzugte zu schlechte Noten gehabt hätten oder gegen ihr Gewissen zu handeln und die Prüfung am Samstag zu schreiben, so Rainer Refsbäck, Abteilungsleiter der schwedischen Kirchenleitung der Adventisten.

Adventisten lobbyierten bei nationalem Rat für Hochschulbildung
Pastor Göran Hansen, Präsident der rund 2.800 Adventisten in Schweden und Bernard Osei-Fofie, Mitglied des Exekutivausschusses der Kirchenleitung, sind seit geraumer Zeit mit dem nationalen Rat für Hochschulbildung in Schweden in Kontakt gestanden und haben den Vorschlag eingebracht, die beiden Termine pro Jahr zur Durchführung des Studierfähigkeitstests einmal auf einen Samstag und einmal auf einen Sonntag festzulegen.

Kritische Medienberichte
In der Medienberichterstattung über diese neue Lösung sei kritisch gefragt worden, weshalb eine kleine Kirche wie die Adventisten mit 2.800 Mitgliedern den nationalen Rat für Hochschulbildung in Schweden aus religiösen Gründen zu dieser Änderung der Regeln habe beeinflussen können. Es seien höchstens zehn Personen pro Jahr, die einen alternativen Prüfungstag nachfragten und 80.000, die jährlich an den zwei Samstagterminen den Studierfähigkeitstest absolvierten.

Pastor Hansen habe in den Interviews geantwortet, dass es keine Frage der Zahlenverhältnisse sei, „es geht um Gleichbehandlung“, so Hansen. Unter der alten Regelung hätten Adventisten und Juden den Studierfähigkeitstest nur einmal absolvieren können. Alle anderen hätten aber nach einem schlechten Test sechs Monate später wieder antreten können.

Nationalen Rat für Hochschulbildung: Neue Lösung bringt vielen Vorteile
Åke Lernefalk, Sprecher des nationalen Rats für Hochschulbildung in Schweden, sagte laut AR in einem Radiointerview, dass es teuer sei, alle fünf Jahre einen Sondertest für jene zu erstellen, die versagt hätten. Der Rat habe deshalb den Vorschlag der Siebenten-Tags-Adventisten sehr gut nachvollziehen können und ihn als eine bessere Lösung eingestuft. Den Studierfähigkeitstest an Samstagen und Sonntagen durchzuführen, sei eine sinnvolle Alternative, sagte Åke Lernefalk. „Ich glaube, dass diese Vereinbarung für viele, unabhängig von religiösen Überzeugungen, von Vorteil sein wird."

Adventisten in Schweden
In Schweden, mit knapp 10 Millionen Einwohnern, feiern rund 2.800 Adventisten, jeweils samstags, den Gottesdienst in 33 Kirchgemeinden. Sie unterhalten ein Gymnasium und einen kleinen Verlag.

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Die vollständige Bibel ist in 648 Sprachen übersetzt

Biel/Schweiz | 02.05.2017 | APD | Bibel

Der neue weltweite Bericht über den Zugang zu Bibel („Global Scripture Access Report“) des Weltbundes der Bibelgesellschaften ist erschienen: Die komplette Bibel ist demnach in 648 Sprachen übersetzt. Das Neue Testament ist laut einer Medienmitteilung der Schweizerischen Bibelgesellschaft in weiteren 1.432 Sprachen übersetzt, zumindest einzelne biblische Schriften sind in 1.145 Sprachen erschienen.

Der Weltbund der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) setzt sich dafür ein, möglichst vielen Menschen die Bibel in ihrer Muttersprache zugänglich zu machen. Seit Anfang Januar 2017 gibt es nun in 3.225 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel. Sprachforscher gehen von weltweit rund 6.900 lebenden Sprachen aus.

61 Übersetzungen fertiggestellt
Bibelgesellschaften in aller Welt waren im vergangenen Jahr an der Fertigstellung von Übersetzungen in 61 Sprachen beteiligt. Diese Sprachen werden von mehr als 428 Millionen Menschen genutzt. Bei 17 dieser Übersetzungsprojekte entstand erstmals eine vollständige Bibel in der jeweiligen Sprache, bei 6 ein Neues Testament und bei 7 weiteren wurde ein einzelnes biblisches Buch oder ein Abschnitt der Bibel übersetzt.

Stichtag der Statistik ist der 1. Januar 2017
Zu den Sprachen mit einer erstmals vollständigen Bibel mit dem Alten und dem Neuen Testament gehört zum Beispiel Tartarisch, eine Turksprache mit etwa 5,2 Millionen Sprechern vor allem in Russland. Vollständige Bibeln für Minderheiten-Sprachen der Lisu und Yi in China sind ebenfalls zum ersten Mal erschienen. Gefördert wurden die Projekte in China auch durch die Schweizerische Bibelgesellschaft.

Revidierte Lutherbibel 2017
Zugleich erschienen in 28 Sprachen revidierte Ausgaben oder Neuübersetzungen der Bibel. Sie sind nötig, weil sich Sprachen ständig weiterentwickeln. Zu den revidierten Ausgaben gehört auch die Lutherbibel 2017. Sie wird von der Deutschen Bibelgesellschaft im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland herausgegeben. Mit geschätzten 98 Millionen Sprecherinnen und Sprechern erreicht Deutsch die grösste Sprecherzahl unter diesen Projekten.

Bibeln für sehbehinderte und gehörlose Menschen
Ein weiterer Schwerpunkt der bibelgesellschaftlichen Arbeit waren Ausgaben für sehbehinderte und gehörlose Menschen. Eine Bibelausgabe in der Blindenschrift Braille umfasst rund 40 Bände. Inzwischen gibt es 44 Sprachen mit einer vollständigen Ausgabe in der Punktschrift. Bibelabschnitte in Zeichensprachen wurden 2016 unter anderem auf Spanisch, Japanisch und Thai erstellt. Das Neue Testament gibt es bisher nur in der amerikanischen Zeichensprache für gehörlose Männer und Frauen.

Mehr als 400 Übersetzungsprojekte
Die aktuelle Statistik zur Bibelübersetzung des Weltbundes der Bibelgesellschaften wurde mit Unterstützung anderer Übersetzungsagenturen erstellt. Bibelgesellschaften arbeiten zurzeit weltweit in mehr als 400 Übersetzungsprojekten.

Weltbund der Bibelgesellschaften
Der Weltbund der Bibelgesellschaften zählt 148 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. Zu den Mitgliedern gehört auch die Schweizerische, die Deutsche und die Österreichische Bibelgesellschaft. Aufgaben sind die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Bibel.

Mehr Informationen:
www.die-bibel.ch/mainpages/bibel/bibeluebersetzung/uebersetzung-weltweit-2016/

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ADRA Schweiz setzt sich seit 30 Jahren für Benachteiligte ein

Zürich/Schweiz | 02.05.2017 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Das Hilfswerk ADRA Schweiz blickt 2017 auf 30 Jahre Dienst für Benachteiligte zurück. Im Jahr 1942 gründet die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unter dem Eindruck des 2. Weltkrieges das Schweizerische Adventwohlfahrtswerk. Die damalige Haupttätigkeit für Benachteiligte innerhalb der Schweiz wurde 1987 durch die Gründung der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz weitergeführt sowie durch Projekte der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ergänzt. Die Hilfsorganisation ist ein Partnerhilfswerk der Glückskette und ZEWO zertifiziert.

Was 1987 vor 30 Jahren in einer Garage an der Regensbergstraße in Zürich-Oerlikon mit einfachsten Mitteln begann, hat sich zu einem Hilfswerk mit einem Projektvolumen von knapp 3,9 Millionen Franken (rund 3,6 Mio. Euro) im Jahr 2016 entwickelt. Die Schwerpunkte der Projekte von ADRA Schweiz liegen in den Bereichen Katastrophenhilfe und Prävention, Existenzsicherung und Bildung.

ZEWO-Gütesiegel
2002 erhielt ADRA Schweiz das ZEWO-Gütesiegel und wurde seither regelmäßig zertifiziert. Das ZEWO-Gütesiegel steht für den zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden.

Partnerhilfswerk der Glückskette
2005 wurde ADRA Schweiz als Partnerhilfswerk der Glückskette anerkannt. Die Glückskette ist eine Stiftung, die in der Schweiz Spenden für humanitäre Hilfsprojekte sammelt.

27 ADRA-Ortsgruppen in der Schweiz
In der Schweiz leisten die 27 ADRA-Ortsgruppen Hilfe vor Ort. In Lausanne und Zürich verteilen Kleiderkammern gut erhaltene oder neue Kleider sowie Lebensmittel an Menschen mit kleinem Budget.

ADRA
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. ADRA unterhält weltweit ein Netzwerk mit knapp 140 regionalen und nationalen Landesbüros. Die Hilfe wird unabhängig der politischen und religiösen Anschauung oder ethnischen Herkunft geleistet.

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ADRA hilft nach Überschwemmung in Kolumbien

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 02.05.2017 | ADRA/APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA unterstützt Familien in Mocoa/Kolumbien, die von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen sind.

Wie ADRA Deutschland-Mitarbeiterin Anna Lefik berichtete, sind bei schweren Überschwemmungen und folgenden Erdrutschen in Mocoa, im Südwesten Kolumbiens, nach bisherigen Angaben mindestens 254 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Mindestens 1.200 Menschen sind direkt durch das Unglück betroffen, so Lefik. Wasserleitungen seien zerstört worden und der Zugang zu sauberem Trinkwasser sei nur eingeschränkt möglich.

ADRA hilft betroffenen Familien
Fast 80 Prozent der Strassen in Mocoa seien nur schwer passierbar. Hilfskräfte erreichten das Einsatzgebiet per Boot. ADRA sei vor Ort und verteile an 275 betroffene Familie Matratzen, Bettlaken und Hygienepakete, bestehend aus Zahnpasta, Zahnbürsten, Kämmen, Seife, Deo, Damenbinden und Windeln. Ausserdem wurde das Gelände der lokalen Kirchengemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten den Regierungsbehörden als Lager zur Verfügung gestellt. Juan Manuel Santos, Präsident von Kolumbien, bedankte sich für die humanitäre Hilfe von ADRA Kolumbien und seitens der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

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Adventist Review Ministries mit neuem Leiter für Kommunikation

Silver Spring, Maryland/USA | 02.05.2017 | AR/APD | Personen

Costin Jordache wurde zum neuen Leiter Kommunikation und Redaktion der Adventist Review Ministries (ARMies) gewählt. Jordache plane den Ausbau der 168-jährigen Kirchenzeitschrift Adventist Review zu einem plattformübergreifenden Mediendienstleister. Er wolle die Zusammenarbeit mit grossen externern Nachrichtenagenturen ausbauen sowie ein globales Korrespondentennetz mit freischaffenden Journalisten und adventistischen Kommunikationsverantwortlichen aufbauen, schreibt die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR).

Costin Jordache wurde zum neuen Leiter für Kommunikation und Redaktion der Adventist Review Ministries (ARMies) gewählt. Jordache ersetzt Andrew McChesney, der seit November 2016 als Redaktor bei Adventist Mission arbeitet. Adventist Mission produziert Videos und Berichte über die globale missionarische Tätigkeit der Kirche.

Der Aufgabenbereich von Jordache als Kommunikationsverantwortlicher der 168-jährigen Kirchenzeitschrift Adventist Review wurden wesentlich erweitert. Er soll daraus einen Kommunikations- und Mediendienstleister für das 21. Jahrhundert machen und verschiedenste Plattformen integrieren. Jordache wolle laut AR Kontakte mit adventistischen und externen Medien aufnehmen sowie mit grossen Nachrichtenagenturen kooperieren. Er beabsichtige in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) ein globales Nachrichtennetz freiberuflicher Journalisten aufbauen. Damit soll eine rasche und erweiterte Berichterstattung der für die adventistische Kirche bedeutsamen Ereignisse gewährleistetet werden.

Vor seiner Ernennung arbeitete Costin Jordache als Vizepräsident der Kommunikationsabteilung der regionalen Kirchenleitung (Vereinigung) in Zentralkalifornien. Er hat ein B.A. in Theologie von der Southwestern Adventist University, Keene/Texas, einen M.A. in Radio, Fernsehen und Film der University of Texas, Austin sowie einen MBA der California State University.

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Wohin führt der Weg der adventistischen Kirche nach San Antonio?

| 02.05.2017 | APD | Buchrezensionen

William G. Johnsson, “Where are we headed? Adventism after San Antonio”, Oak & Acorn Publishing, März/April 2017, Taschenbuch, 178 Seiten, ISBN 978-1521040676, Amazon € 12.95, Kindle E-Book, 310 KB, ASIN B06XMXSYTH, € 9.80; Titel der spanischen Ausgabe: “¿Hacia dónde vamos?: El adventismo después de San Antonio”, Paperback, Amazon $ 12.95

In San Antonio, Texas/USA, fand im Sommer 2015 die 60. Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten statt. „San Antonio markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Siebenten-Tags-Adventisten. Aus historischer Sicht könnte die Generalkonferenz-Vollversammlung von 2015 einst ein ähnliches Gewicht erhalten, wie jene von 1888, als sich extrem gegensätzliche Auffassungen in der Kirche gegenüberstanden. Im Buch ‚Where Are We Headed‘ [Wohin führt unser Weg?] blickt William Johnsson auf die adventistische Kirche nach jenem schicksalshaften Sommer 2015 und stellt sich dabei zwei Fragen: ‚Was bewegt die adventistische Kirche heute?‘ und ‚Wie können wir darauf antworten?‘“ Mit diesen Worten wird das soeben erschienene Buch von William G. Johnsson der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Autor (Jg. 1934) ist ein weltweit anerkannter adventistischer Theologe, und langjähriger Chefredaktor der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist-Review“. Herausgeber des Titels ist der kürzlich gegründete Oak & Acorn Verlag, der zum Materialdienst der überregionalen Kirchenleitung Pacific Union Conference PUC (Union/Verband) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Kalifornien/USA gehört. Das Buch wird auf der Plattform amazon.com als Kindle-E-Buch oder als Taschenbuch, auch in spanischer Sprache angeboten.

Johnsson war zutiefst betroffen vom Entscheid der Weltsynode 2015 in San Antonio, wonach es den weltweit dreizehn Kirchenregionen auch in Zukunft nicht individuell erlaubt wird, Frauen, die wie ihre männlichen Kollegen im Pastorenamt dienen, zu ordinieren. Mit dieser Entscheidung wurde der Riss, der nicht nur entlang dieser Frage durch die weltweite Denomination geht, deutlich sichtbar. Johnsson spricht in seinem Buch deshalb auch andere, verwandte Polarisationsfelder an. Der heute 82-jährige Theologe lässt seine Leserinnen und Leser in den zehn kurzen Kapiteln Einblick nehmen in seine Beobachtungen, Sorgen, Hoffnungen und in seine Vision der adventistischen Kirche.

Wenn Johnsson über die Frauenordination (Kap.1) spricht, gibt er sich überzeugt, dass sie sich in der Praxis trotz San Antonio weltweit unaufhaltsam durchsetzen wird. Dies deshalb, weil hier ein kirchenrechtlicher Mehrheitsbeschluss über das Gewissen einer beachtlichen Minderheit gestellt werde. Die menschenrechtliche und ethische Dimension sei in der gesamten Diskussion viel zu wenig beachtet worden. Da es aber weder um eine Frage der fundamentalen Glaubensüberzeugungen gehe und im Vorfeld auch kein genügend breit abgestützter bibeltheologischer Konsens habe gefunden werden können, dürfe diese Frage unmöglich weltweit uniformistisch geregelt werden.

Ausgehend von dieser Einschätzung ist Johnsson auch fest davon überzeugt, dass dieser Beschluss zur Frauenordination gravierende Schwachstellen der heutigen Kirchenorganisation offenbare. Im letzten Kapitel des Buches (Kap.10) argumentiert er deshalb nachdrücklich für eine tiefgreifende Strukturreform. Er plädiert dabei auf der Basis seines Verständnisses des Evangeliums für eine „Einheit von unten nach oben“ und warnt vor einer von ihm beobachteten Tendenz, diese „von oben nach unten“ organisieren und durchsetzen zu wollen.

Johnsson zitiert im Folgenden eine offizielle Stellungnahme der adventistischen Kirchenleitung in Norwegen zum aktuellen Kurs der Weltkirchenleitung gegenüber jenen Kirchenleitungen, die in der Frage der Frauenordination dem Beschluss der Weltsynode nicht folgen. Damit wird er für die einen wohl zum unliebsamen Systemkritiker werden, für die anderen aber zum weitsichtigen Mahner, der in dieser Entwicklung eine Spaltungsdynamik erkennt, die es unbedingt zu entschärfen gilt.

In den übrigen Kapiteln behandelt Johnsson acht weitere Polarisationsfelder. So beobachtet er eine zu Abgrenzung und Arroganz neigende Auslegung der „Theologie der Übrigen“ (Kap.2), die seiner Meinung nach zur Selbstüberforderung führt und die globale Mission behindert.

Auf der Basis der neutestamentlichen Wiederkunftshoffnung warnt Johnsson vor einem „Warten auf Jesus“ (Kap. 3) das sich am Zeitfaktor orientiert und einer damit verbundenen „Eschatologie der Werke“.

Mit dem Motto „Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt“ (Kap. 4) begründet der Theologe auf der Basis des von ihm kurz ausgelegten biblischen Befundes, wo die Mitte seines Denkens und Glaubens liegt: bei Jesus Christus, der für unsere Sünden starb. Die Rechtfertigung allein durch den Glauben an Christus betont er als die unverrückbare Hauptsache in der Botschaft der adventistischen Kirche.

Dann fordert Johnsson, dass die Organisation sich bereitmachen müsse, „das Undenkbare zu denken“ (Kap. 5) und ihre im Laufe der Zeit gewachsenen Strukturen konsequent am Evangelium neu auszurichten. Es sei höchste Zeit für eine organisatorische Reform auf allen Ebenen. Eine rigorose Schlankheitskur für die aus seiner Sicht viel zu gross, hierarchisch, träge und teuer gewordene Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) sei unumgänglich, wolle man nicht früher oder später durch die Umstände dazu gezwungen werden.

Im Beitrag „Adventisten und die Schöpfung“ (Kap. 6) setzt sich Johnsson mit dem Spannungsfeld Bibel und Naturwissenschaft auseinander und stellt ernstzunehmende Fragen an den Text des in San Antonio revidierten Glaubensartikels Nr. 6 über die Schöpfung. Dazu wirft er auch die Frage auf, inwieweit die adventistischen Glaubensartikel von der Organisation heute mehr als „beschreibend“ oder zunehmend auch als „vorschreibend“ aufgefasst würden.

Wenn es um die „Mission der Gemeinde geht“ (Kap. 7) erläutert Johnsson, weshalb er glaube, dass die stark an Taufzahlen ausgerichtete Evangelisation einem ganzheitlicheren Missionsverständnis, wie es Jesus gelebt habe, im Wege stehe.

In seinem Beitrag über die „Bibelauslegung“ (Kap. 8) zeigt sich Johnsson besorgt darüber, dass die adventistische Kirche wieder zunehmend in eine „flache“ Beweistext-Interpretationsweise der Heiligen Schrift rutsche. Demgegenüber plädiert er für einen „nuancierten Zugang“ zur Heiligen Schrift, der die Suche nach den darin enthaltenen zeitlos gültigen Leitprinzipien Gottes hervorhebe. Der informierte Bibeltheologe legt in diesem Zusammenhang auch sein Verständnis eines gesunden Umgangs mit dem Schrifttum von Ellen G. White, der Mitbegründerin der Kirche, dar und formuliert dazu seine prinzipiellen Leitlinien.

Schliesslich versäumt es Johnsson nicht, eine leidenschaftliche Vision der Adventgemeinde „in ihrer besten Form“ (Kap. 9) zu entwerfen. Er beschreibt dabei auch sein prinzipielles Kirchenverständnis. „In seiner Gnade hat Gott die Adventisten auserwählt, in seinem Plan eine bestimmte Rolle zu spielen. Obwohl wir uns wie Israel, manchmal engherzig, ausgrenzend und narzisstisch verhielten, waren die Ergebnisse immer dann grossartig, wenn wir Gott in unserer Mitte Gott sein liessen“.

Johnssons Buch fordert in jedem Kapitel zu gründlichem Nachdenken heraus. Er mag da und dort überzeichnen und zu hohe Erwartungen äussern. Mit seiner schonungslosen Offenheit wird er gewiss auch heftig anecken. Aber er macht überzeugend deutlich, dass er mit dieser Publikation seinem Gewissen folgt und einen konstruktiven Beitrag zur Lösung der anstehenden Probleme liefern will. Damit wird dieses Buch zu einem anregenden Diskussionsbeitrag eines erfahrenen Theologen, Evangelisten und Kirchenadministrators, der es verdient, von allen gehört zu werden, die sich dafür interessieren, wohin sich die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten nach San Antonio bewegen wird.
Christian Alt

Aktuelle Bücher von William G. Johnsson auf Deutsch:
«Der Unvergleichliche, Jesus von Nazareth – sein Leben» (Band 1) und «- seine Lehre, sein Leidensweg» (Band 2), Lüneburg, Advent-Verlag, 2016; «Das Beste kommt noch! Warum ich an ein ewiges Leben Glaube», Lüneburg, Advent-Verlag, 2015. Erhältlich bei: www.adventist-media.de; www.av-buchshop.ch; www.toplifecenter.at

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