APD-INFORMATIONEN 5/2017 - MAI 2017

Neue Webseite der Adventisten in der Deutschschweiz

Zürich/Schweiz | 31.05.2017 | APD | Schweiz

Der Onlineauftritt der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz wurde mithilfe des technischen Supports des europäischen Medienzentrums der Stimme der Hoffnung in Alsbach/Deutschland überarbeitet. Die neue Website ist auch auf mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones abrufbar und ermöglicht die Interaktion mit der Kirche.

Die neue Webseite enthält eine Eingabemöglichkeit, um eine adventistische Kirchgemeinde oder Pastoren in der ganzen Schweiz zu suchen und dann auf die Webseite der entsprechenden Ortsgemeinde zu wechseln. Sie bietet aber auch für Reisen und Ferien einen weltweiten Kirchensucher.

Unter dem Menupunkt „Engagement“ sind alle Abteilungen, Dienste und Institutionen der Adventisten in der Deutschschweiz und teils auch die gesamtschweizerischen aufgelistet, mit Links zu den entsprechenden Websites.

Ein Klick auf „Adventisten“ bietet eine umfassende Information über die Freikirche, die seit 1883 in der Schweiz tätig ist: „Über Gott & Glauben“, „Geschichte“, „Organisation“, „Finanzen“, „Dokumente“, „Zwischenkirchliches“ etc.
Neue Webseite: www.adventisten.ch

Adventisten in der Schweiz
Ende Dezember 2016 lebten 2.576 Adventisten im Gebiet der Deutschschweiz und 2.076 in der Romandie sowie im Tessin. In der Schweiz leben demnach 4.652 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten. Die Adventisten in der Schweiz feiern in 54 Gemeinden und fünf Gruppen den Gottesdienst jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag. Mitglied wird man bei den Adventisten nicht durch die Säuglings- oder Kleinkindertaufe, sondern nach Unterweisung und auf eigenen Wunsch durch ein Bekenntnis beziehungsweise durch die Mündigentaufe. Adventistischen Jugendlichen bleibt es freigestellt durch die Glaubenstaufe der Kirche beizutreten, sofern sie dies wollten.

Schweizer Adventisten als Verein organisiert
Die Schweizer Adventisten sind nach dem Vereinsrecht organisiert und teilen sich in zwei Kirchenregionen: die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (DSV), mit Sitz in Zürich und die Fédération des Eglises Adventistes du 7e jour de la Suisse romande et du Tessin (FSRT), mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Kirchenleitung (Schweizer Union) mit Sitz in Zürich.

Institutionen und Werke in den Sprachregionen
Die Adventisten in der Schweiz führen die „Privatschule A bis Z“ in Zürich, zwei Jugendhäuser, in St. Stephan/BE und Les Diablerets/VD, drei Alters- und Pflegeheime in Krattigen/BE, Oron-la-Ville und Epalinges bei Lausanne, den Advent-Verlag in Krattigen/BE sowie eine Versandstelle für französische Bücher in Renens/VD. Im Weiteren unterhalten sie das "Hope Bibelstudien-Institut" (HBI) und das „Religionspädagogische Institut“ (RPI) in Zürich sowie das „Institut d'Etude de la Bible par Correspondance“ (IEBC) in Renens. In Gland/VD befindet sich die Klinik „La Lignière“, die auf Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen, neurologischen, orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen sowie auf Nachbehandlung bei Krebs spezialisiert ist.

Gesamtschweizerische Institutionen der Adventisten
Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die „Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich, ein ZEWO-zertifiziertes Partnerhilfswerk der Glückskette. Das Hilfswerk ist in der Schweiz mit rund 30 Ortsgruppen im sozialen Bereich tätig und im Ausland mit Katastrophen- und Entwicklungshilfeprojekten. Der „Adventistische Pressedienst“ APD Schweiz, Basel, richtet seine Dienste vor allem an säkulare und kirchliche Medien. Die Schweizerische Liga Leben und Gesundheit LLG, Zürich, bietet mit ihren Seminaren in rund 40 Ortsgruppen ganzheitliche Gesundheitsförderung an: körperlich, seelisch, spirituell und sozial.

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). In drei kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen sind sie Mitglieder und in drei weiteren arbeiten sie im Gaststatus mit.

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18 adventistische Jugendliche sterben bei Busunglück in Mexiko

Motozintla, Chiapas/Mexico | 31.05.2017 | IAD/APD | International

Auf dem Rückweg von einem dreitägigen Jugendkongress der Siebenten-Tags-Adventisten an der Pazifikküste Costa del Sol, Distrikt Pijijiapan/Chiapas, im Südosten von Mexiko, verunfallte am 21. Mai ein Autobus mit 46 Insassen und fiel in eine 90 Meter tiefe Schlucht. Dabei starben 18 Menschen, meist Jugendliche. 26 wurden teils schwer verletzt in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert. Die Behörden suchen laut einem Medienbericht der adventistischen Kommunikationsabteilung der Kirchenleitung für Mittelamerika IAD nach den Ursachen es Unfalls in der Bergregion in Motozintla.

Die Unfallursache werde von den Behörden noch ermittelt. Nach Angaben von Mexico News Daily stehe ein mechanischer Defekt im Verdacht, der Auslöser dafür gewesen zu sein, dass der Fahrer auf der Motozintla-Huixtla-Schnellstraße die Kontrolle über das Fahrzeug verlor. Die Schnellstrasse sei für ihre Bodenwellen und gefährlichen Kurven bekannt, so Mexico News Daily unter Berufung auf die Zeitung El Universal. Per Twitter sandte der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto eine Beileidsbekundung.

Unterstützung vor Ort
„Das ist eine schreckliche Tragödie", sagte Pastor Ignacio Navarro, Präsident der 223.000 Siebenten-Tags-Adventisten in Chiapas, Mexiko, der mit anderen Kirchenleitern und Pastoren den Verletzten und Opferfamilien Beistand leiste. „Es bricht uns fast das Herz vor Traurigkeit“, so Navarro.

„Ein junger Mann hat seine kleine Schwester verloren, seinen Bruder und seine Mutter, ein anderer hat seine Frau, seine Tochter und seine Mutter verloren – es hat uns die Sprache verschlagen“, sagte Pastor Navarro. Wir können nicht mehr tun, als sie zu umarmen und sie wissen zu lassen, dass wir für sie das sind“. „Es tut unendlich weh, so viele Särge mit jungen Leute sehen zu müssen", sagte Jose Luis Bouchot, Exekutivsekretär der Kirche in Chiapas.

Während des ganzen Abends arbeiteten Verantwortliche der adventistischen Freikirche mit den lokalen Behörden und den Angehörigen der Verstorbenen zusammen, um Transporte zu organisieren. Viele Pastoren aus dem Umfeld blieben bei den betroffenen Familien in Kliniken und Kirchengebäuden, um Hoffnung zu spenden und zu beten.

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Adventisten in England verurteilen Anschlag in Manchester

Watford/England | 31.05.2017 | BUC/APD | International

„Es gibt keine politischen noch religiösen Gründe, die einen solch sinnlosen und brutalen Anschlag rechtfertigen würden, - nirgendwo und zu keiner Zeit“, sagte Pastor Raafat Kamal zur Terrorattacke am 22. Mai auf die Zuschauer eines Konzerts der US-Popsängerin Ariana Grande in Manchester. Laut Medienangaben sind dabei 22 Menschen, darunter auch Jugendliche und Kinder, getötet und Dutzende verletzt worden.

„In meinen Gedanken und Gebeten bin ich bei den Opfern und mein Mitgefühl gilt den Opferfamilien“, so Raafat Kamal, Kirchenleiter der Adventisten in Nord- und Südosteuropa (Trans-European Division TED). „Es ist ein furchtbarer Anschlag, der vorwiegend Kinder und Jugendliche betroffen hat. Ich weiss, dass die adventistischen Kirchgemeinden in Manchester, aber auch im ganzen Land für jene beten werden, die in Trauer diesen schweren Schmerzensweg gehen müssen“, so Kamal

„Es ist unsere Überzeugung als Glaubensgemeinschaft, dass das Leben eines jeden Menschen von unschätzbarem Wert ist. Darum trauern wir über die tragischen Verluste“, sagte Pastor Ian Sweeney, Kirchenleiter der Adventisten in England, Schottland, Wales und Irland (British Union Conference BUC). Wir fühlen uns verpflichtet, alles in unseren Mitteln Stehende zu tun, um jene zu unterstützen und zu ermutigen, die schwer getroffen worden sind“, so Sweeney.

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Kirchen: der lange Weg zur Frauenordination - Perspektiven aus Sambia, Indien und Deutschland

Berlin/Deutschland | 31.05.2017 | APD | International

Die Ordination von Frauen zum Dienst als Pfarrerinnen war Thema eines Podiums auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag, der vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Wittenberg stattfindet. Pfarrerinnen aus Sambia, Indien und Deutschland brachten ihre teils biographischen Perspektiven zu einem Spannungsfeld ein, das auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten betrifft.

Pfarrerin Peggy Mulambya Kabonde, Generalsekretärin der United Church of Zambia, der grössten protestantischen Kirche Sambias mit drei Millionen Mitgliedern, erzählte von ihrem schwierigen Weg als ordinierte Pfarrerin bis zu ihrer jetzigen Position, die sie seit 2010 innehat. Das Beispiel ihrer Mutter, die sowohl ihren Söhnen als auch ihren Töchtern eine gute Bildung ermöglichen wollte, sei für Kabonde eine Ermutigung gewesen. Sie sprach auch über die Herausforderungen für Frauen, in Sambia eine theologische Ausbildung zu erhalten. Seit 2010 hätten sich aber Dinge geändert. Gott könne jeden gebrauchen. Es käme auf den gemeinsamen Dienst für ihn an, so Kabonde.

Nach Pfarrerin Idan Topno-Nitschke, Dozentin am Gossner Theological College in Ranchi/Indien, sei die Situation für Frauen in Indien ebenfalls nicht einfach, da sowohl das Land als auch die Kirche patriarchalisch geprägt seien. Obwohl die lutherische Kirche in Indien die Ordination für Frauen bereits vor 25 Jahren eingeführt habe, gebe es immer noch Ungleichbehandlung in der Kirche. Topno-Nitschke nannte als Beispiele die Kopfbedeckung bei Frauen und die „Diskriminierung am Tisch des Herrn“: Männer würden zuerst das Abendmahl erhalten, erst danach würde es den Frauen gewährt. Sie hoffe aber, dass in der Kirche alle Geschlechter Gerechtigkeit und gleichwerte Akzeptanz erfahren: „Bei Gott gibt es keine Geschlechter-Mauer“, so die indische Theologin.

Friederike Schulze, Pfarrerin in Berlin, wurde 1967 ordiniert. Das sei damals in der DDR die normale Praxis gewesen. Sie selbst habe nicht um die Ordination kämpfen müssen, dennoch war der Weg zur Gleichberechtigung von Pfarrerinnen historisch ein langer Kampf. So wurde erst 1974 die „Zölibatsklausel“ aufgehoben: bis dahin musste eine Pfarrerin ihren Dienst unverheiratet ausüben oder aus dem Amt ausscheiden.

Adventisten: keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastoren und Pastorinnen
Auch innerhalb der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastorinnen und Pastoren. Im Juni 2015 stimmte die Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) in San Antonio/USA als oberstes Organ der Freikirche erneut mehrheitlich gegen einen Antrag, die Entscheidung zur Ordination von Frauen den einzelnen Divisionen zu überlassen. Sie sprach sich damit, wie schon 1990 und 1995, gegen die Ordination von Frauen als Pastorinnen aus.

Adventistische Frauen können nach der Entscheidung der Weltsynode in San Antonio zwar weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in das kirchenleitende Amt eines Präsidenten einer Vereinigung oder eines Verbandes berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

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„Traue niemandem!“ - Reiz und Risiko von Verschwörungstheorien

Berlin/Deutschland | 31.05.2017 | APD | International

Die aktuell zu beobachtende Zunahme von Verschwörungstheorien sei der Preis für das Mehr an Wissen in unserer Gesellschaft. So der Historiker und Soziologe Dr. Christian Ruch bei einem Vortrag am 25. Mai im Zentrum Weltanschauungen im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin. Als Gegenmittel empfahl Ruch, mit Verschwörungstheoretikern nicht zu diskutieren, sondern Fragen nach ihrer dahinterliegenden Motivation zu stellen.

Zunahme von Verschwörungstheorien
„Die Zahl der Verschwörungstheorien nimmt in letzter Zeit wahnsinnig zu“, so der in Chur/Schweiz lebende Ruch. Neu sei das Phänomen allerdings nicht, neu sei die Verbreitungsgeschwindigkeit von Verschwörungstheorien vor allem durch das Internet. Als historische Beispiele nannte der Historiker und Soziologe die Behauptung im Mittelalter, die Juden hätten Brunnen vergiftet und seien deshalb schuld an der Pest, den Hexenwahn der frühen Neuzeit und aktuell die Theorie der sogenannten Chemtrails: Die Kondensstreifen der Flugzeuge seien absichtlich mit Chemikalien angereichert, um die Bevölkerung zu reduzieren.

Reduktion von Komplexität
Die Antwort darauf, warum Menschen heute diversen Verschwörungstheorien Glauben schenken, sieht Ruch in unserer zunehmend komplexeren Gesellschaft, die man als Einzelner immer weniger verstehe. Gesellschaftliche Vorgänge könnten nicht mehr auf einzelne Akteure zurückgeführt werden, wie das Beispiel der Bankenkrise zeige. Hier setze die Verschwörungstheorie an: sie gebe eine Erklärung, in der in einem schwer zu durchschauendem Geschehen Schuldige gefunden werden. „Man redet sich die komplexen Verhältnisse einfach, in dem man sich einen Sündenbock sucht“, so Ruch. Ausserdem werde es durch die von den Medien produzierte „Simulation“ immer schwerer, Wahrheit von Fiktion zu unterscheiden.

Was tun gegen Verschwörungstheorien?
Auf die Frage, was man gegen Verschwörungstheorien machen könne, verwies Christian Ruch auf die Schwierigkeit, argumentativ dagegen vorzugehen. Fragen zu stellen führe dagegen weiter. Durch die Frage, warum ihm das so wichtig sei, solle die Motivation des Verschwörungstheoretikers offengelegt werden: als Ausdruck seiner Reaktion auf die komplexe Sozialwelt. Der Historiker und Soziologe betonte aber auch, dass Defizite, die eine Person hat, sich in einer immer komplexer werdenden Gesellschaft zurecht zu finden, ernst genommen werden müssten.

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Mit Einsatz für die Menschenwürde dem Rechtspopulismus entgegentreten

Berlin/Deutschland | 31.05.2017 | APD | International

Christen müssen dem zunehmenden Rechtspopulismus entgegentreten, indem sie sich, dem biblischen Menschenbild entsprechend, für die Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen einsetzen. Dazu haben der Präsident und der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland, Michael Noss und Christoph Stiba, aufgerufen. In ihrem schriftlichen Bericht an die Delegierten der Bundesratstagung, die am 26. Mai in Berlin stattfand, betonten sie zudem die Bedeutung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs).

Den Rechtspopulisten widersprechen
„2.500 Straftaten gegen Geflüchtete“ und „knapp 1.000 Angriffe gegen Unterkünfte von Asylbewerbern“ im Jahr 2016 seien Zeichen für ein „gesellschaftliches Problem“, hoben Noss und Stiba hervor. Sie wären in „Sorge um die Grundwerte in unserer Gesellschaft, um das Bekenntnis zu Demokratie und Menschenrechten, zum Schutz von Minderheiten, auch von Flüchtlingen“. Den Rechtspopulisten, die Menschenrechte missachteten und Freiheitsrechte und Demokratie gefährdeten, müsse „klar widersprochen werden“. Auch angesichts einer sinkenden Bereitschaft, „sich für das Gemeinwohl zu engagieren und Werte wie Wahrheit und Gerechtigkeit zu schützen“, müssten Christen ein Zeichen setzen, so der Präsident und der Generalsekretär: „Nicht akzeptieren wollen wir die Verbreitung von Lügen in der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung, etwa durch Fake News.“ All diese Entwicklungen seien nicht mit dem Evangelium von der Liebe Gottes vereinbar, „die sich uns in Jesus Christus gezeigt hat“.

Vorbild Dr. Martin Luther King Jr.
Für Christen sei „die Menschenwürde ein von Gott jedem einzelnen Menschen zugesprochener Wert“, so Michael Noss und Christoph Stiba. Das gelte „für Deutsche und andere Europäer ebenso wie für alle, die in der EU um Asyl nachfragen“. An dem Baptistenpastor Dr. Martin Luther King Jr. sollte man sich ein Vorbild nehmen: „Wie er wollen wir heute für die Rechte und Würde von Menschen eintreten, die in unserem Land Schutz vor Hunger, politischer Willkür, Verfolgung und Bürgerkrieg suchen.“ In diesem Sinne hätten viele geflüchtete Menschen „in unseren Gemeinden ein neues Zuhause gefunden“. Das sei „gerade auch im Blick auf manche fremdenfeindlichen Äusserungen und Übergriffe ein echtes Ermutigungszeichen“.

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung aktiv unterstützen
Im Zusammenhang mit Menschenrechten sei auch der Einsatz für die von den Vereinten Nationen formulierten Ziele für nachhaltige Entwicklung von Bedeutung, so Noss und Stiba. Zum Teil verstärke Europa Armut durch sein wirtschaftliches Handeln in den Staaten Afrikas, Lateinamerikas und Asiens: „Wir fordern konkrete Ziele zur Förderung eines freien und gerechten Handels, wie sie in den SDGs formuliert sind. Auch die Verabschiedung und Einhaltung von Klimaschutzabkommen, wozu wir als Christen uns in der Verantwortung vor dem Schöpfergott verpflichtet wissen, ist eine Konkretisierung der Verantwortung im weltweiten Zusammenhang.“

Der entsprechende Auszug aus dem schriftlichen Bericht des Präsidiums und der Bundesgeschäftsführung, verfasst von Michael Noss und Christoph Stiba, ist im Internet zu finden unter:
www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/menschenwuerde-von-gott-jedem-einzelnen-menschen-zugesprochen/

Die Bundesratstagung findet einmal im Jahr statt. Sie ist als Kirchenparlament das höchste Entscheidungsgremium des BEFG, zu dem 797 Baptisten- und Brüdergemeinden mit insgesamt 82.330 Mitgliedern gehören.

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Kuba: Adventisten weihen neue Kirche ein

Silver Spring, Maryland/USA | 31.05.2017 | ANN/APD | International

Am 22. April haben 1.200 Personen das neue Kirchengebäude der Siebenten-Tags-Adventisten in Cardenas, Provinz Matanzas auf Kuba, eingeweiht. Cardenas liegt an der Nordküste der Insel, knapp 100 Kilometer östlich von Havanna. Anwesend waren laut Adventist News Network ANN Behördenvertreter der nationalen, regionalen und lokalen Ebene, adventistische Kirchenleiter sowie viele Gäste aus ganz Kuba.

„Die Türen meines Büros stehen ihnen offen“, sagte Sonia García García, Generalsekretärin für Religionsangelegenheiten in Kuba, bei der Einweihung. „Sie können sich auf unsere Unterstützung ihrer Vorhaben verlassen“, so García.

„Dieses neue Gebäude ist ein Ausdruck der Religionsfreiheit, die wir in Kuba geniessen“, sagte Pastor Aldo Pérez, Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Kuba. Adventisten wollten zum Wohlergehen und der Einheit der kubanischen Gesellschaft beitragen, so Pérez.

Kirchengebäude, soll auch anderen christlichen Kirchen zur Verfügung stehen
Laut ANN hatten die 200 Kirchenmitglieder in Cardenas ihre Gottesdienste am Samstag jeweils in einer heruntergekommenen Garage gefeiert. Das neue Gebäude biete 500 Personen Platz. In den Nebenräumen im Obergeschoss könne man eine Veranstaltung im Hauptsaal mittels Fernsehübertragung mitverfolgen.

Das Gebäude soll laut dem Kirchenleiter Aldo Pérez auch für spezielle Versammlungen der Kirchenleitung in Kuba, Pastorentagungen und Schulungen für Kirchenmitglieder dienen. „Dieses Gebäude muss auch anderen zur Verfügung stehen“, so Aldo Pérez. „Wir wollen es mit anderen christlichen Kirchen teilen, mit der Kommune und mit unseren Brüdern und Schwestern auf der ganzen Insel.“

Das Projekt sei von der privaten adventistischen Organisation Maranatha Volunteers International finanziert und verwirklicht worden, wie deren Präsident Don Noble, sagte. Maranatha habe seit 1994 rund 200 Bau- und Renovationsprojekte für kirchliche Versammlungsräume auf Kuba realisiert, darunter auch das Adventistische Theologische Seminar in Kuba, in der Nähe der Hauptstadt Havanna.

Adventisten in Kuba
In Kuba, mit 11,2 Millionen Einwohnern, feiern die mehr als 33.000 Siebenten-Tags-Adventisten jeweils samstags in 325 Kirchen den Gottesdienst. Sie unterhalten das adventistische theologische Seminar (Seminario Teologico Adventista de Cuba) in Santiago de las Vegas, am Stadtrand von Havanna.

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Litauen: Adventisten feiern 90-jähriges Jubiläum

St. Albans/England | 31.05.2017 | /TEDNews/APD | International

Am 29. April feierte die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Litauen ihr 90-jähriges Bestehen in Kaunas, der zweitgrössten Stadt des Landes. Verschiedene Vertreter der Freikirche und anderer Denominationen nahmen an der Jubiläumsfeier teil, wie die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Nord- und Südosteuropa (TEDNews) berichtete.

Der Präsident der Adventisten in Litauen, Pastor Bertold Hibner, erinnerte die Anwesenden in seinem Grusswort an die schweren Zeiten der Freikirche während des zweiten Weltkrieges und der sowjetischen Besatzung. „Heute gedenken wir unserer Pioniere, drücken all unseren Brüdern und Schwestern unsere Dankbarkeit aus und bleiben dem Auftrag des Herrn treu“, so Hibner.

Der Präsident der überregionalen adventistischen Kirchenleitung im Baltikum, David Nõmmik, überbrachte herzliche Grüsse und überreichte einen Videoprojektor als nützliches Präsent für Mission und Bildung.

Grussworte von Vertretern anderer Kirchen
Auch Vertreter der römisch-katholischen Kirche, der Lutheraner, der Baptisten, der Methodisten und der litauischen Bibelgesellschaft überbrachten Grüsse an die Festgemeinde. Der Repräsentant des römisch-katholischen Erzbischofs von Kaunas, Professor Artūras Jagelavičius, dankte der Freikirche für ihren Einsatz im Bereich humanitäre Hilfe.

Adventisten in Litauen
Die Anwesenden hatten auch Gelegenheit, sich über die aktuellen Aktivitäten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Litauen zu informieren. So werden der lokalen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Litauischen Universität für Gesundheitswissenschaften Bildungsangebote in den Bereichen Lifestyle-Medizin und ganzheitliche Gesundheit, sowie Raucherentwöhnungsprogramme unterbreitet. Auch Angebote der Kinder- und Jugendpädagogik wurden vorgestellt, sowie die christliche Zeitschrift „Quelle der Hoffnung“.

Das Land Litauen und damit auch die Freikirche hatten in den vergangenen Jahren mit Auswanderung zu kämpfen. Ende 2016 konnten in Litauen bei einer Gesamtbevölkerung von 2,8 Millionen 765 erwachsen getaufte Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten verzeichnet werden.

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EKD-Friedensbeauftragter würdigt Arbeit der historischen Friedenskirchen

Hamburg/Deutschland | 31.05.2017 | APD | International

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die friedensethische und theologische Arbeit der historischen Friedenskirchen gewürdigt. Anlass war am 6. Mai die Präsentation aktueller Forschungsfragen zum Weiterbestehen der „Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen“ an der Universität Hamburg in der Mennonitenkirche Hamburg-Altona.

Wichtige Impulse durch historische Friedenskirchen
„Die historischen Friedenskirchen geben uns wichtige Impulse auf unserem Weg, eine Kirche des gerechten Friedens zu werden“, betonte Renke Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Evangelischen Bremischen Kirche ist. Während der Reformation sei die Täuferbewegung, aus der die historischen Friedenskirchen hervorgegangen wären, vor allem in den lutherischen Bekenntnisschriften noch verdammt worden. „Dies ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Wir sind heute, gerade in Fragen der Friedensethik, der ganzen Breite der Reformation verpflichtet, die den Vorrang der Gewaltfreiheit Jesu betont“, so der EKD-Friedensbeauftragte. Darum wäre der Pazifismus der Täuferbewegung eine notwendige kritische Anfrage an alle Argumentationen für die Anwendung von Gewalt. Deshalb sei es gut und wichtig, dass es die „Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen“ gebe und dass sie Bestand habe. „Denn auch die evangelische Kirche braucht die Anregungen und Forschungsarbeiten dieser Einrichtung“, betonte Brahms.

Finanzierung der Arbeitsstelle gesichert
Die „Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen“ (AFT) ist eine seit dem Sommersemester 2006 bestehende Einrichtung der Universität Hamburg im Fachbereich Evangelische Theologie. Ihre Aufgabe ist die systematisch-theologische Erforschung und Weiterentwicklung einer Theologie der Friedenskirchen im ökumenischen Kontext. In ihrer interdisziplinären Ausrichtung sucht die AFT auch den Austausch mit nicht-theologischen Fachdisziplinen und anderen Instituten, insbesondere dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, dem katholischen Institut für Theologie und Frieden in Hamburg sowie dem Mennonitischen Friedenszentrum Berlin. Leiter der Arbeitsstelle ist Dr. Fernando Enns, Professor für Theologie und Ethik an der Freien Universität Amsterdam. Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin ist Julia Freund für die ATF tätig.

Seit 2011 finanziert die Förderstiftung der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) die „Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen“ an der Universität Hamburg. Diese Finanzierung konnte nun auf weitere Jahre hinaus gesichert werden.

Begriff Friedenskirche
Als Friedenskirche gilt eine Kirchengemeinschaft, die sich in besonderer Weise der Förderung des Friedens verpflichtet weiss. Der Begriff „Friedenskirche“ entstand 1935, als nordamerikanische Vertreter der ihr angehörenden Glaubensgemeinschaften erstmals gemeinsam ihre „Principles of Christian Peace and Patriotism“ (Grundsätze des christlichen Friedens und Patriotismus) formulierten. Dabei ging es um weltweite Hilfstätigkeit für die Opfer von Kriegen und Förderung der internationalen Verständigung, Betonung der Völker verbindenden Qualität christlicher Gemeinschaft sowie Festhalten an der traditionellen Auffassung, dass Christen sich nicht an Kriegen beteiligen sollten, auch wenn das von Regierungen verlangt werde.

Als „historische Friedenskirchen“ gelten jene protestantischen Freikirchen, welche die Gewaltfreiheit als ein Merkmal ihrer Identität betrachten. Als historisch werden sie deshalb bezeichnet, weil es sich hierbei um kirchliche Traditionen handelt, deren Wurzeln weit in die Kirchengeschichte zurückreichen. Die Mennoniten gelten als älteste evangelische Freikirche. Sie entstanden im 16. Jahrhundert und setzen sich für Gewaltlosigkeit und Pazifismus ein. Viele leisten anstelle des Wehrdienstes einen zivilen Friedensdienst und beteiligen sich unter anderem an Hilfeleistungen in politischen Krisengebieten. Die Quäker, auch „Religiöse Gesellschaft der Freunde“ genannt, wurden im 17. Jahrhundert gegründet. Sie lehnen den Kriegsdienst ab und setzen sich engagiert für den Frieden ein. Die Quäker-Hilfe unterstützt vor allem Friedens-, Versöhnungs- und Entwicklungsprojekte. Im Jahre 1947 wurden die Quäker für ihre Hilfstätigkeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Church of the Brethren (Kirche der Brüder) kam im 18. Jahrhundert in England auf und gehört neben den Mennoniten und den Quäkern zu den drei historischen Friedenskirchen. Auch die im 19. Jahrhundert entstandenen Siebenten-Tags-Adventisten setzten sich bei Konflikten für Gewaltfreiheit ein und wollen „Friedensstifter“ sein.

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Adventisten in Kuwait

Sandy, Oregon/USA | 31.05.2017 | AT/APD | International

Die Zeitung Kuwait Times berichtete im Rahmen eines Artikels über Christen in Kuwait auch über die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Freikirche sei dort zwar nicht staatlich anerkannt, habe aber bisher keine Probleme mit der Regierung gehabt. Darauf machte die unabhängige nordamerikanische Zeitschrift Adventist Today (AT) aufmerksam.

Die Zeitung Kuwait Times publizierte im März einen Artikel mit der Überschrift: „Die Christen in Kuwait kennen lernen“. Darin wird auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten genannt und als eine internationale Gemeinschaft beschrieben. Die Adventgemeinde existiere seit 45 Jahren in Kuwait und bestehe momentan aus rund 250 aktiven Mitgliedern, die meisten davon Gastarbeiter. Sie reisten nach einiger Zeit wieder weiter oder kehrten in ihre Heimatländer zurück.

Fehlende staatliche Anerkennung
Die Adventisten in Kuwait gehören nicht zu den sieben Denominationen, die offiziell von der Regierung anerkannt sind. Diese umfassen die nationale evangelische Kirche, die römisch-katholische Kirche, die griechisch-katholische Kirche, die koptisch-orthodoxe Kirche, die armenisch-orthodoxe Kirche, die griechisch-orthodoxe Kirche und die anglikanische Kirche. Weitere Kirchen, die keine staatliche Anerkennung haben, sind die indisch-orthodoxe Kirche, die Mar-Thoma-Kirche und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen). Kirchen ohne staatliche Anerkennung hätten die Möglichkeit, in gemieteten Sälen, Privathäusern oder zur Untermiete bei anerkannten Kirchen Gottesdienste zu feiern.

Christen in Kuwait
Obwohl der Islam die offizielle Religion in Kuwait mit knapp 3,9 Millionen Einwohnern ist, gewähre die Verfassung Glaubensfreiheit. Die grosse Mehrheit der über 822.000 Christen in Kuwait seien keine Landesbürger. Dennoch gebe es rund 200 Kuwaiter, die sich selbst als Christen bezeichneten.

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Gesundheitsnetzwerk „Waldfriede“ nun auch mit Seniorenhaus

Berlin/Deutschland | 31.05.2017 | APD | International

Das Gesundheitsnetzwerk „Waldfriede“, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, hat das Seniorenhaus „Arche“ in der Adolfstrasse in Berlin-Zehlendorf übernommen. Die im Jahr 2007 gegründete Einrichtung verfügt über ein 5.300 Quadratmeter grosses Grundstück und beschäftigt 60 Mitarbeitende, die sich um 84 Bewohner in 70 Einzel- und sieben Doppelzimmern kümmern. Das von Gabriele Jänike geleitete Altenheim, das jetzt unter dem Namen „Seniorenhaus Waldfriede“ geführt wird, ergänzt das vielfältige Medizin- und Pflegenetzwerk „Waldfriede“ um einen weiteren Baustein im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Wie „Waldfriede“ mitteilte, festige das Netzwerk damit seinen Platz als einer der grössten Arbeitgeber im Bezirk.

Das Gesundheitsnetzwerk „Waldfriede“, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, hat das Seniorenhaus „Arche“ in der Adolfstrasse in Berlin-Zehlendorf übernommen. Die im Jahr 2007 gegründete Einrichtung verfügt über ein 5.300 Quadratmeter grosses Grundstück und beschäftigt 60 Mitarbeitende, die sich um 84 Bewohner in 70 Einzel- und sieben Doppelzimmern kümmern. Das von Gabriele Jänike geleitete Altenheim, das jetzt unter dem Namen „Seniorenhaus Waldfriede“ geführt wird, ergänzt das vielfältige Medizin- und Pflegenetzwerk „Waldfriede“ um einen weiteren Baustein im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Wie „Waldfriede“ mitteilte, festige das Netzwerk damit seinen Platz als einer der grössten Arbeitgeber im Bezirk.

Ganzheitliche Pflege mit Therapie-Tieren
Durch die Übernahme des Seniorenhauses erweitert das Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf sein Netzwerk im Bereich der Altenpflege. Es handele sich dabei um einen Baustein für eine Personengruppe, für die im Netzwerk „Waldfriede“ bisher noch kein spezielles Angebot existiere, so der Vorstand des Netzwerkes, Bernd Quoss. Zudem passe die Prägung des Seniorenhauses optimal zur christlichen Ausrichtung und dem Pflegeleitbild des Krankenhauses „Waldfriede“. Durch die entstehenden Synergien integriere sich das Seniorenhaus sehr gut in das bestehende Netzwerk. „Es ist schön, dass wir nun auch im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, mit seinem relativ hohen Altersdurchschnitt, einen gesellschaftspolitischen Beitrag für die ältere Generation leisten und eine hervorragende Unterbringungs- und Pflegemöglichkeit nachhaltig sichern können“, erläuterte Quoss.

Grundlage der qualitativen Pflege und Betreuung im „Seniorenhaus Waldfriede“ sei das Modell der ganzheitlich-fördernden Prozesspflege nach Professorin Monika Krohwinkel. Dabei stehe das pflegerische Prinzip im Vordergrund, Fähigkeiten zu erhalten, Selbstständigkeit und Selbstbestimmung zu fördern und für eine Umgebung zu sorgen, die Wohlbefinden, Geborgenheit und Stabilität biete. Eine Besonderheit wären dabei spezielle Therapie-Tiere, die im Rahmen der Bewohnerbetreuung eingesetzt würden.

Einer der grössten Arbeitgeber im Bezirk
Das freigemeinnützige Akutkrankenhaus „Waldfriede“ ist mit seinen 160 Betten und elf Fachabteilungen akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Pro Jahr würden hier etwa 13.500 Patienten stationär und 58.000 Patienten ambulant behandelt. Seit seiner Gründung im Jahr 1920 orientiere sich laut Bernd Quoss das medizinische Handeln „an ganzheitlichen Präventions- und Therapiekonzepten zum Wohl des gesamten Menschen“.

Neben dem Krankenhaus sei in den letzten Jahren ein umfangreiches Gesundheitsnetzwerk etabliert worden, das sich stetig weiterentwickle. Damit wäre das Netzwerk „Waldfriede“ mittlerweile der vielfältigste Medizin- und Pflegeanbieter im Berliner Südwesten und mit rund 950 Beschäftigten einer der grössten Arbeitgeber im Bezirk. Nach Quoss bestand bis 1989 das Krankenhaus „Waldfriede“, gemeinsam mit der heutigen „Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege“, als solitäres Akutkrankenhaus ohne ein angeschlossenes Netzwerk.

Aufbau eines Gesundheitsnetzwerkes
1989 wurde die Sozialstation „Waldfriede“ auf dem Gelände des Krankenhauses gegründet. Sie ist bis heute in der ambulanten häuslichen Krankenpflege im Bezirk Steglitz-Zehlendorf aktiv und versorgt 180 Patienten. Das 1993 ebenfalls auf dem Gelände des Krankenhauses ins Leben gerufene Gesundheitszentrum „PrimaVita“ verfügt seit dem Jahr 2008 zusätzlich zu den Sporträumen über ein Schwimmbad am Teltower Damm in Berlin-Zehlendorf. Insgesamt nehmen pro Jahr 5.000 Interessenten an den Kursen und Dauergruppen des „PrimaVita“ teil. Das Zentrum bietet seit 2010 auch einen „Medical Check Up“ an. Im Jahr 1999 folgte die Gründung der „Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede“. Sie ist seitdem für die Reinigung innerhalb des Krankenhauses und für den Betrieb der Küche sowie die Essensversorgung zuständig. Dann folgte die Übernahme der „Privatklinik Nikolassee“ in der Von-Luck-Strasse. Seit Januar 2012 gehört sie mit ihrer Villa und Platz für 16 Patienten mit internistischen, psychosomatischen und psychischen Erkrankungen zum Gesundheitsnetzwerk. Am 11. September 2013 wurde das überregional beachtete „Desert-Flower-Center Waldfriede“ gegründet. Hier finden Frauen, die von Genitalverstümmelung betroffen sind, medizinische Hilfe und psychosoziale Betreuung.

Zudem eröffnete 2007 „Waldfriede“ in Zusammenarbeit mit dem Advent-Wohlfahrts-Werk eine Tagesstätte mit 65 Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren und ein Mehrgenerationenhaus. Bereits seit 2000 bietet das Krankenhaus „Waldfriede“ mit der „Babywiege“ (Babyklappe) ein umfangreiches Beratungs- und Betreuungskonzept für Mütter in Not an.

Demnächst eine Tagesklinik
Nach dem „Seniorenhaus Waldfriede“, dem jüngsten Neuzugang des Netzwerks, soll bereits im Juni 2017 die nächste Einrichtung ihre Arbeit aufnehmen, informierte Bernd Quoss. Auf dem Gelände der ehemaligen Kurzzeitpflege am Botanischen Garten, diese bestand als Teil des Netzwerks bis Ende 2016, entstehe eine neue Tagesklinik mit der Spezialisierung auf Psychosomatik, Suchterkrankungen, Depression und Burnout.

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Adventisten in Norddeutschland bestätigen Kirchenleitung

Darmstadt/Deutschland | 31.05.2017 | APD | International

Pastor Johannes Naether (56) ist in seinem Amt als Präsident des Norddeutschen Verbandes (NDV) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Hannover bestätigt worden. Die vom 30. April bis 1. Mai in Darmstadt tagenden 206 Abgeordneten der vier regionalen Freikirchenleitungen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, Hansa (Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern) sowie Berlin-Mitteldeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) wählten ihn mit 172 Ja- und 24 Nein-Stimmen für weitere fünf Jahre. Zum Norddeutschen Verband gehören 19.404 erwachsen getaufte Mitglieder in 337 Kirchengemeinden. Naether leitet den Norddeutschen Verband seit 2012.

Die Botschaft vom Kreuz neu dolmetschen
Der erneut gewählte Präsident dankte den Abgeordneten für ihr Vertrauen. Er sei vor fünf Jahren mit der Betonung der Wichtigkeit von Gebet und Gemeinschaft, Fürbitte und Begleitung als Kennzeichen der Freikirche angetreten. Obwohl diese auf Verbandsebene viel mit Verwaltung zu tun habe, gelte es den Blick zu schärfen auf deren sozial-diakonischen und missionarisch-evangelistischen Auftrag, um sie dafür als Organisation effizient zu gestalten und zu lenken. Im Mittelpunkt der Arbeit stünden die Person Jesus Christus und das Wort des Evangeliums als Gute Nachricht. „In diesem Sinne dürfen wir den Mut haben, unser Verhältnis zu Lehre und Tradition unserer Kirche liebevoll neu auszurichten, eine neue Tuchfühlung zuzulassen, die uns noch sensibler die Möglichkeiten ausloten lässt, wie wir in unsere Gesellschaft hineinwirken können“, so Naether. Er sei davon überzeugt, „dass wir ‚die Botschaft vom Kreuz‘ als das ‚Zeichen der Zeit‘ schlechthin, in unsere Zeit neu dolmetschen müssen“.

Vizepräsident und Finanzvorstand bestätigt
Pastor Friedbert Hartmann (58) wurde in seinem Amt als Vizepräsident des Norddeutschen Verbandes für weitere fünf Jahre mit 174 Ja- und 22 Nein-Stimmen bestätigt; ebenso Finanzvorstand Dieter Neef (56) mit 188 Ja- und sechs Nein-Stimmen. Neef ist auch Finanzvorstand des Süddeutschen Verbandes der Adventisten in Ostfildern bei Stuttgart. Wiedergewählt wurden als Abteilungsleiter Angelika Pfaller (Frauen), Pastor Bernhard Bleil (Missionarischer Gemeindeaufbau) und Pastor Bert Seefeldt (Jugend/Pfadfinder/Kinder). Angelika Pfaller und Bernhard Bleil üben ihr Amt auch für den Süddeutschen Verband aus, Bert Seefeldt arbeitet eng mit dem Jugendabteilungsleiter des Süddeutschen Verbandes, Pastor Ruben Grieco, zusammen. Gewählt wurde ausserdem der aus 31 Personen bestehende Verbandsausschuss als oberstes Gremium zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Abgeordnetenversammlungen.

Engere Zusammenarbeit zwischen Nord- und Süddeutschem Verband
Die Siebenten-Tags-Adventisten gehören zu einer weltweit organisierten Kirche. Deren örtliche Adventgemeinden in einem oder mehreren Bundesländern sind zu einer regionalen Freikirchenleitung zusammengeschlossen, „Vereinigungen“ genannt. Mehrere Vereinigungen bilden als überregionale Kirchenleitung einen „Verband“. Die Verbände unterstehen global der „Generalkonferenz“ als weltweite Kirchenleitung. Die Generalkonferenz unterhält als Abteilungen („Divisionen“) insgesamt 13 teilkontinentale Kirchenleitungen. Für die deutschen Adventisten ist die Intereuropäische Division mit Sitz in Bern/Schweiz zuständig. Ursprünglich gab es in Deutschland den Ostdeutschen, Westdeutschen und Süddeutschen Verband. Schon Mitte der 1980er Jahre habe es erste Empfehlungen gegeben den West- und Süddeutschen Verband, und nach der Wiedervereinigung Deutschlands auch den Ostdeutschen Verband, zu einem Verband zusammenzulegen, erinnerte Johannes Naether in seinem Rechenschaftsbericht. Doch 1992 hätten sich lediglich der Ost- und Westdeutsche Verband zum Norddeutschen Verband zusammengeschlossen.

Vermehrt bundesweite Einrichtungen
Zwar gebe es immer noch den Nord- und Süddeutschen Verband, doch käme es inzwischen zu einer verstärkten bundesweiten Zusammenarbeit aller Abteilungen und Verwaltungsebenen. Neben einer deutschlandweiten gemeinsamen Finanzverwaltung für die Freikirche existierten schon seit längerem bundesweite Einrichtungen, wie das Religionspädagogische Institut (RPI), das Institut für Weiterbildung (IfW), der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG), das Advent-Wohlfahrtswerk, die Presse- und Informationsstelle, das Referat für zwischenkirchliche Beziehungen, die Zentralstelle für Weltanschauungsfragen und das Referat Kriegsdienstverweigerung. Seit 2014 gebe es nur noch ein Zentrallager in Deutschland für den Materialbedarf der Ortsgemeinden. 2016 sei für beide Verbände ein gemeinsamer Finanzvorstand gewählt worden.

Adventisten im Norden stimmen mittelfristiger Fusion mit Adventisten im Süden zu
Die Abgeordneten des Norddeutschen Verbandes sprachen sich mit 180 Ja- und zwölf Nein-Stimmen dafür aus, dass die beiden deutschen Verbände mittelfristig fusionieren. Der Präsident der Intereuropäischen Division, Pastor Mario Brito (Bern/Schweiz), äusserte, dass auch die teilkontinentale Freikirchenleitung eine Fusion für wünschenswert halte und gern dazu Hilfestellung geben werde. Doch das Zusammengehen der beiden deutschen Verbände sei mit einer Ehe vergleichbar. Zwischen beiden Partnern müsse ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis herrschen, sodass sie die „Heirat“ auch wollen.

Weniger Mitglieder, mehr Finanzen
Vizepräsident Friedbert Hartmann teilte mit, dass 2012 der Mitgliederstand im Norddeutschen Verband 19.715 getaufte Adventisten betragen habe. Ende 2016 wären es 19.404 gewesen, sodass von einer „Rückwärtsentwicklung“ gesprochen werden müsse. Auch die Zahl der örtlichen Adventgemeinden habe sich in dieser Zeit von 343 auf 337 verringert.

Finanzvorstand Dieter Neef informierte, dass die Spenden der Adventisten im Norddeutschen Verband für den Unterhalt ihrer Freikirche von 24,3 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 25,14 Millionen Euro im Jahr 2016 gestiegen seien. Im Durchschnitt habe jedes Mitglied im letzten Jahr 1.295 Euro gespendet. Die Abgeordneten entlasteten den Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Finanzvorstand als Vorstandsmitglieder mit 189 Ja- und drei Nein-Stimmen für ihre in den letzten fünf Jahren geleistete Arbeit.

Gleichstellung von Pastoren und Pastorinnen
Die Abgeordnetenversammlung des Norddeutschen Verbandes hatte bereits 2012 mit grosser Mehrheit (160 Ja- und 47 Nein-Stimmen) beschlossen, Männer und Frauen in der Ordination zum Predigtamt gleichzustellen, erinnerte Johannes Naether. Das sei eine bemerkenswerte Entscheidung gewesen, da sie sich gegen die weltweit gültigen Richtlinien der Freikirche stelle. Der Süddeutsche Verband hatte keinen derartigen Beschluss gefasst.

Im Juni 2015 stimmte die Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) in San Antonio/USA als oberstes Organ der Adventisten erneut mehrheitlich gegen einen Antrag, die Entscheidung zur Ordination von Frauen den einzelnen Divisionen zu überlassen. Sie sprach sich damit, wie schon 1990 und 1995, gegen die Ordination von Frauen als Pastorinnen aus.

Adventistische Frauen können nach der Entscheidung der Weltsynode in San Antonio zwar weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in das kirchenleitende Amt eines Präsidenten einer Vereinigung oder eines Verbandes berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

In einer Stellungnahme vom Juni 2016 zur Entscheidung der Weltsynode in San Antonio beschloss der Ausschuss des Norddeutschen Verbandes künftig auch Männer nicht mehr als Pastoren zu ordinieren, sondern sie wie die Frauen ohne Unterschied zu segnen. Nur bei der Wahl des Präsidenten des Norddeutschen Verbandes soll eine Ordination erfolgen, ungeachtet, ob es sich um einen Mann oder um eine Frau handelt. Nur so könne eine Gleichstellung von Pastorinnen und Pastoren in die Praxis umgesetzt werden, gab Naether zu bedenken.

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Adventisten in Süddeutschland bestätigen Kirchenleitung

Darmstadt/Deutschland | 31.05.2017 | APD | International

Pastor Werner Dullinger (54) ist in seinem Amt als Präsident des Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Ostfildern (bei Stuttgart) bestätigt worden. Die vom 30. April bis 1. Mai in Darmstadt tagenden rund 300 Abgeordneten der drei regionalen Freikirchenleitungen Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) wählten ihn mit 214 Ja- und 65 Nein-Stimmen für weitere fünf Jahre. Zum Süddeutschen Verband gehören 15.564 erwachsen getaufte Mitglieder in 221 Kirchengemeinden. Dullinger leitet den Süddeutschen Verband seit Ende 2015.

Pastor Jochen Streit (51) wurde in seinem Amt als Vizepräsident des Süddeutschen Verbandes für weitere fünf Jahre mit 220 Ja- und 66 Nein-Stimmen bestätigt; ebenso Finanzvorstand Dieter Neef (56) mit 253 Ja- und 33 Nein-Stimmen. Neef ist auch Finanzvorstand des Norddeutschen Verbandes der Adventisten in Hannover. Wiedergewählt wurden als Abteilungsleiter Angelika Pfaller (Frauen), Pastor Bernhard Bleil (Missionarischer Gemeindeaufbau) und Pastor Ruben Grieco (Jugend/Pfadfinder/Kinder). Angelika Pfaller und Bernhard Bleil üben ihr Amt auch für den Norddeutschen Verband aus, Ruben Grieco arbeitet eng mit dem Jugendabteilungsleiter des Norddeutschen Verbandes, Pastor Bert Seefeldt, zusammen.

Adventistische Kirchenstruktur
Die Siebenten-Tags-Adventisten gehören zu einer weltweit organisierten Kirche. Deren örtliche Adventgemeinden in einem oder mehreren Bundesländern sind zu einer regionalen Freikirchenleitung zusammengeschlossen, „Vereinigungen“ genannt. Mehrere Vereinigungen bilden als überregionale Kirchenleitung einen „Verband“. Die Verbände unterstehen global der „Generalkonferenz“ als weltweite Kirchenleitung. Die Generalkonferenz unterhält als Abteilungen („Divisionen“) insgesamt 13 teilkontinentale Kirchenleitungen. Für die deutschen Adventisten ist die Intereuropäische Division mit Sitz in Bern/Schweiz zuständig.

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Orthodoxer Theologe stellt seine Kirche adventistischen Theologen vor

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 31.05.2017 | APD | Ökumene

Der griechisch-orthodoxe Theologe Georgios Vlantis (München) hielt am 27. April vor Studenten und Dozenten der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg/Deutschland den Vortrag „Die Orthodoxe Kirche – Einblicke in ihre Geschichte und Theologie; Herausforderungen für ihre Zukunft“. Vlantis ist Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bayern.

Der Begriff „orthodox“
In der Orthodoxen Kirche würden verschiedene Begriffe gebraucht, um die orthodoxe Identität und das orthodoxe Selbstbewusstsein auszudrücken, so Vlantis. Der Begriff „orthodox“ sei griechischer Herkunft und bedeute, „richtig“ (orthos) „glauben“ (dokeo). „Doxa“ heisst aber nicht nur Glaube, sondern auch Lobpreis. Im Verständnis der Orthodoxen Kirche sei der Glaube keine lediglich abstrakte theoretische Lehre, sondern zugleich Lobpreis des dreieinigen Gottes. Dieser Lobpreis manifestiere sich in der Theologie sowie im liturgischen, sakramentalen und kirchlichen Leben überhaupt.

Eine Gemeinschaft von Kirchen
Die Orthodoxe Kirche bestehe aus einer Gemeinschaft von 14 autokephalen (eigenständigen) Kirchen: das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel, die Patriarchate von Alexandrien, Antiochien, Jerusalem sowie die Kirchen von Zypern, Russland, Griechenland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Georgien, Polen, Albanien, Tschechien und der Slowakei. Jede dieser Kirchen sei in ihrem eigenen Bereich selbständig, regle in eigener Verantwortung das kirchliche Leben und wähle ihr Oberhaupt ohne Einmischung anderer Kirchen. Alle orthodoxen Kirchen wären, ungeachtet ihrer Grösse, untereinander gleich, wobei dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel als „primus inter pares“ (Erster unter Gleichen) ein Ehrenprimat zukomme. Das orthodoxe Kirchenverständnis habe zur Folge, dass Geistliche der einzelnen orthodoxen Kirchen problemlos Gottesdienste gemeinsam feiern könnten und dass die von ihnen gespendeten Sakramente und die ordinierten Ämter gegenseitig anerkannt würden. Deshalb könnten auch orthodoxe Christen der einen orthodoxen Kirche problemlos die Gottesdienste der anderen orthodoxen Kirche mitfeiern.

Gottesdienst, Ikonen, Mönchtum
Das gottesdienstliche Leben spiele in der Orthodoxie eine zentrale Rolle. Die Liturgie werde als Vorgeschmack des eschatologischen Reiches Gottes wahrgenommen, daher auch ihre Pracht und anspruchsvolle Symbolik. Die Ikonen sind ein unverzichtbarer Teil der ostkirchlichen Spiritualität. Dabei gehe es um keine pagane (heidnische) Anbetung der Materie, sondern um ein Bekenntnis der Menschwerdung Gottes, der die Materie selber aufgenommen und gesegnet hat, indem er Mensch wurde. Wichtig in der Orthodoxie sei auch die Rolle des Mönchtums, das spirituelle Orientierung anbiete.

Auseinandersetzung mit der modernen Zeit
Während es früher orthodoxe Christen hauptsächlich auf dem Balkan, in Russland und dem Nahen Osten gab, seien sie erst seit dem 20. Jahrhundert durch Mission, Auswanderung oder Flucht auf allen Kontinenten vertreten. Vlantis bezifferte die Zahl der orthodoxen Christenheit weltweit auf etwa 300 Millionen.

„Die Orthodoxie hatte lange Zeit nicht den Luxus der intellektuellen Auseinandersetzung mit der Moderne gehabt“, betonte Vlantis. Das zweite Jahrtausend sei für diese Kirche eine Zeit des Leides gewesen. „Das christliche Leben war im osmanischen Reich alles andere als einfach. Noch im 20. Jahrhundert wurden mehrere orthodoxen Kirchen von den kommunistischen Regimes stark unterdrückt.“ Ihr gottesdienstliches Leben schenke ihren Gläubigen Sicherheit, Orientierung und Inspiration. „Allerdings war unter diesen Umständen die Entstehung eines Traditionalismus nicht zu vermeiden.“ Heute versuchten orthodoxe Theologen sich mit den Herausforderungen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Es finde auch eine ökumenische Öffnung statt, trotz des Widerstands fundamentalistischer Kreise. Dadurch, dass es heute orthodoxe Gemeinden auch in anderen Kulturkreisen gibt, etwa in Afrika, Asien oder in den USA, begännen in diesen Ländern orthodoxe Theologen nach Wegen zu suchen, sich den dortigen Gegebenheiten zu stellen. Sie würden beispielsweise über den Sinn der Liturgie nachdenken und in welcher Weise man diese den Menschen vermitteln könne.

Als Christ authentisch sein
Georgios Vlantis sieht Christen in der gegenwärtigen Zeit mit zwei Extremen konfrontiert: Das strikte Festhalten an Traditionen, um die eigene Identität zu bewahren und sich von Andersgläubigen abzugrenzen. Das habe zur Folge, dass das eigene Anliegen und Handeln nicht von anderen Teilen der Gesellschaft verstanden wird. Das andere Extrem: Man greife die Themen unserer Zeit auf, verwende aber eine theologisch sehr dürftige Sprache, da man Angst habe, der Mensch von heute könne mit anspruchsvollen Glaubensinhalten nichts mehr anfangen. Diese „theologische Unterfütterung“ spiegele eine Unterschätzung der intellektuellen Kapazitäten und der Tiefe der Sinnsuche des heutigen Menschen. Statt sich anzupassen und das zu sagen, was alle anderen auch sagen, gelte es als Christ den eigenen Glauben authentisch und sozial zu leben.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – und ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 200 Studierende aus 34 Nationen sind derzeit eingeschrieben. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de

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ADRA Schweiz gibt 70 Flüchtlingskindern in Serbien eine Perspektive

Zürich/Schweiz | 31.05.2017 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

70 Kindern und Jugendlichen, welche ohne Begleitung auf der Flucht in Asylzentren am Stadtrand von Belgrad/Serbien platziert wurden, ermöglicht das Hilfswerk ADRA Schweiz den Besuch einer Grundschule oder eines Berufskurses. Damit sollen ihre Berufschancen erhöht sowie die soziale Integration gefördert werden. Das Projekt dauert bis Jahresende und wird vom Partnerhilfswerk ADRA Serbien durchgeführt. Die Kosten von 244.000 Franken werden durch die Glückskette sowie die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz finanziert.

Flüchtlingssituation in Serbien
Laut ADRA Schweiz gelangen seit der Schliessung der Grenzen entlang der Balkanroute nur noch wenige Flüchtlinge nach Serbien. Demnach sind gegenwärtig 7.860 Flüchtlinge in Serbien, davon rund 900 Kinder und Jugendliche, welche alleine auf der Flucht sind. Einige sind Waisen, andere haben die Eltern auf der Flucht aus den Augen verloren.

ADRA Gemeinschaftszentrum in Belgrad
ADRA Serbien hat 2016 ein Gemeinschaftszentrum am Stadtrand von Belgrad eröffnet. Zu dem Gelände zählen Innenräume mit einer Fläche von 660 m2 und im Aussenbereich mit 1.300 m2. Jugendliche, Kinder und Familien finden im Gemeinschaftszentrum von ADRA ein breites Angebot von Sportmöglichkeiten, psychologischer Unterstützung und Nachhilfeunterricht, was rege genutzt werde, so das Hilfswerk.

Schul- und Berufsförderungsprojekt
Seit Dezember 2016 nehmen in Belgrad sechs Schulen unbegleitete Flüchtlingskinder auf. ADRA Serbien stellt den Lehrern Übersetzer und Mediatoren zur Verfügung. Im Gemeinschaftszentrum von ADRA erhalten die Flüchtlingskinder dann Nachhilfeunterricht in Serbisch, Englisch und anderen Fächern. Gleichzeitig gibt es dort ein breites Sportangebot, um ihre Motivation und ihr Interesse aufrecht zu erhalten. ADRA Serbien wolle die Anzahl der Kinder in der Schule konstant halten oder erhöhen. Regelmässige Informationsanlässe in den Asylzentren garantierten, dass neuankommende Kinder und Erwachsene davon erfahren, so ADRA.

Berufskurs
Jugendliche ab 15 Jahren können sich für einen dreimonatigen Berufskurs bewerben, der ihren Interessen entspricht. Der Kurs vermittelt ihnen theoretische Schulungen. Durch Praktika in Betrieben lernen sie spezifische Handgriffe und Vorgehensweisen des Berufes. Zum Abschluss erhalten sie ein Diplom, welches in ganz Europa anerkannt sei, schreibt ADRA. Diese berufliche Qualifikation solle ihnen den Berufseinstieg erleichtern. In begleitenden Kursen lernten sie im Gemeinschaftszentrum ausserdem, wie man Jobs sucht, einen Lebenslauf schreibt und sich bewirbt.

Das Partnerhilfswerk ADRA Serbien habe in der Vergangenheit Erfahrungen bei der Integration von Roma Jugendlichen gesammelt und könne diese nun auch bei den Flüchtlingskindern anwenden, schreibt ADRA Schweiz.

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Griechenland: ADRA eröffnet neues Camp für Geflüchtete

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 31.05.2017 | ADRA/APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Ende April eröffnete die für Griechenland zuständige Abteilung „ADRA Greece Response“ der adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland in Kato Milia, nahe der nordgriechischen Stadt Katerini, ein modernes Containercamp für Geflüchtete. Vertreter der griechischen Regierung, der deutschen Botschaft, der orthodoxen Kirche, des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sowie ranghohe Militärs erschienen zur Eröffnung.

In seiner Ansprache zur Eröffnung des Flüchtlingscamps Kato Milia lobte der Geschäftsführer von ADRA Deutschland, Christian Molke, die Gastfreundschaft der griechischen Bevölkerung und hob die Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden hervor. „Dieses Camp ist ein weiterer Beweis für die Solidarität in Zeiten globaler Krisen.“ Im Namen der Diözese von Kitros überbrachte Vater Georgius von der griechisch-orthodoxen Kirche ein Grusswort zur Eröffnung: „Im Herzen eines jeden Menschen findet sich viel Liebe und niemand hat das Recht, für sich selbst zu leben und für sich allein glücklich zu sein.“

Ausstattung des Camps
Seit Anfang des Jahres wurden mit Mitteln des Auswärtigen Amtes in Berlin sowie Spenden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und ADRA Deutschland e.V. 85 gebrauchte Wohncontainer aufwendig renoviert. Die durchschnittlich 25 Quadratmeter grossen Container sind beheizbar, jeweils mit einem eigenen Stromanschluss versehen, verfügen über Dusche, WC, einen Wohnbereich mit Küchenzeile sowie über einen abgetrennten Schlafraum. Für rund 500 Personen bietet das Camp eine Bleibe.

Integration in die Gesellschaft
Bereits seit Beginn der Flüchtlingskrise ist ADRA in Griechenland aktiv und leistet humanitäre Hilfe. Doch die Flüchtenden nur mit dem Nötigsten zu versorgen, reiche nicht aus: „Mit der adäquaten Unterbringung der Geflüchteten ist es nicht getan“, so Tihomir Lipohar, verantwortlicher ADRA-Mitarbeiter in Griechenland. „Ziel ist es, diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen ein neues Zuhause zu geben“. Die ersten Schritte hierfür seien getan. Ein Teil der von ADRA unterstützten Flüchtlingskinder besuche bereits die örtliche Schule und lerne Griechisch.

ADRA Deutschland
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-organisation. ADRA Deutschland e.V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland gegründet und ist Mitglied eines weltweiten Netzwerks mit rund 140 regionalen und nationalen Büros.

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Bilderbücher für traumatisierte Kinder im Libanon

Silver Spring, Maryland/USA | 31.05.2017 | AR/APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

An der adventistischen Universität des Mittleren Ostens (Middle East University, MEU) in Beirut/Libanon, wurden Bilderbücher zur Traumabewältigung für syrische Flüchtlingskinder entwickelt. Dies teilte die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) mit.

Sara Saunders, Koordinatorin von Lernen durch Engagement an der Middle East University, bemerkte bei ihrer Arbeit in verschiedenen gemeinnützigen Projekten, dass es einen Mangel an kontextualisierten Bilderbüchern für syrische Flüchtlingskinder gibt: „Wenn Kinder sich selbst nicht in den Büchern, die sie lesen, wiederfinden können, setzten sie sich nicht in gleichem Masse zu den Geschichten in Beziehung,“ so Saunders.

In Zusammenarbeit mit Eliane Ibrahim, Bildungsbeauftagte von World Vision Lebanon (WVL) und Lina Issa, Dozentin für Bildung an der MEU, organisierte Saunders einen Workshop auf dem Campus der Universität. Studierende, Mitarbeitende des WVL, Künstler und Grafikdesigner nahmen daran teil. Nach theoretischen Inhalten über „Geschichtenerzählen zur Traumabewältigung“, „Kennzeichen von guten Kinderbüchern im frühen Lesealter“ und „Meilensteine der Kindesentwicklung“, entwickelten die Teilnehmer fünf Werke, die speziell für Flüchtlingskinder aus Syrien im Kindergartenalter ausgelegt waren.

Diese Bücher wurden in der Schule für Flüchtlinge der adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Libanon mit syrischen Kindern getestet. „Die Kinder, die diese Bilderbücher anschauen, können damit ihre Lesefähigkeiten aufbauen“, so Saunders. Die Bücher unterstützen die Kinder darin, ihre Trauer und ihre Ängste auf sichere und altersangemessene Weise zu bewältigen.

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Haiti: neues Waisenhaus für Erdbebenopfer

Silver Spring, Maryland/USA | 31.05.2017 | AR/APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Haiti hat nach sieben Jahren der Planung, Mittelbeschaffung und logistischen Bemühungen ein Waisenhaus für Kinder, die ihre Eltern aufgrund des Erdbebens von 2010 verloren haben, eröffnet. Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) am 15. Mai berichtete, wurde das Heim am 25. April in Diquini, nahe der Hauptstadt Port-au-Prince, eingeweiht.

„Heute ist ein Tag des Sieges“, so José Alberto Rodríguez, Präsident der Adventisten in Puerto Rico und Direktor der adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Puerto Rico bei der Einweihungsfeier. Rodríguez hatte durch Mittelbeschaffung und Koordinierungsarbeit massgeblich zur Realisierung des Waisenheims beigetragen. Er dankte anderen christlichen Organisationen und den freiwilligen Mitarbeitern von ADRA, die das Projekt unterstützten.

Haus mit Modellcharakter
Der Bau des neuen Waisenheims dauerte weniger als ein Jahr. 15 Kinder können dort untergebracht werden. Das Haus besteht aus vier Wohnräumen, zwei Badezimmern, einem Wohnzimmer, einem Esszimmer, einer Küche und einem Büro. Momentan wird das Heim von zwölf Kindern bewohnt. „Das sind die übrigen zwölf Kinder, die noch nicht adoptiert worden sind, von den 84 in diesem Gebiet, die ihre Eltern verloren haben“, so Rodríguez. Die Kinder erhielten ausserdem Kleidung, Schuhe, Schuluniformen und Schulbedarf. „Wir möchten, dass dies ein Modellprojekt für die haitianische Bevölkerung wird“, so Rodríguez weiter. Das Heim wird von Evanose Francois geleitet, einer Krankenschwester und Universitäts-Dozentin.

Adventisten in Haiti
In Haiti, dem westlichen Teil der Karibikinsel Hispaniola, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt, leben rund elf Millionen Menschen. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat dort rund 443.000 getaufte Mitglieder, die in 573 Kirchengemeinden am Samstag (Sabbat) Gottesdienst feiern.

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ADRA Deutschland und Theologische Hochschule Friedensau unterzeichnen Grundsatzvereinbarung

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 31.05.2017 | ADRA/APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland e. V. und die Theologische Hochschule Friedensau (ThHF, bei Magdeburg) haben in einer Grundsatzvereinbarung den Rahmen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Sozialwissenschaften beschrieben.

Laut ADRA Deutschland wurde die fünfseitige Grundsatzvereinbarung von ADRA Deutschland-Geschäftsführer Christian Molke, dem Rektor der ThHF, Professor Dr. Roland Fischer, und von Professor Dr. Horst Rolly (Fachbereich Christliches Sozialwesen der ThHF) unterzeichnet. Sie sieht unter anderem eine Kooperation bezüglich der Leitung von Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe im Rahmen des ADRA-Netzwerks auf der Grundlage international anerkannter Richtlinien und Standards vor. Studierende des Master-Studiengangs „International Social Sciences“ der ThHF sollen so die Möglichkeit bekommen, in den verschiedenen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe praktische Erfahrung in Projekten von ADRA zu sammeln, um Theorie und wissenschaftliche Forschung anzupassen und weiterzuentwickeln.

Weiterbildung von Mitarbeitenden bei ADRA
Zudem soll auch die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden bei ADRA Deutschland gemeinsam erfolgen. Hierfür stellt ADRA Deutschland e.V. jährlich Praktikumsplätze für Studierende des Studiengangs „International Social Sciences“, die ihnen Einblick in die Arbeit der humanitären Hilfe vermitteln sollen. Auch die Vergabe von Stipendien für Studierende wird gemeinsam organisiert. Vorgesehen ist ausserdem, innerhalb des weltweiten ADRA-Netzwerkes sowie anderen adventistischen Institutionen den Studierenden den Weg für eine berufliche Karriere zu ebnen.

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Podcast „Radikale Reformation“

Bremen/Deutschland | 31.05.2017 | APD | Medien

In seinem Podcast „Radikale Reformation“ erläutert Jens Stangenberg, warum insbesondere der sogenannte „Linke Flügel der Reformation“ von besonderem Interesse ist. Der Pastor ist davon überzeugt, dass sich aus dem Studium der historischen Kontroversen eine Fülle von Anregungen ergeben, die für die heutige Gestalt von christlichen Gemeinschaften in einer säkular-multireligiösen Gesellschaft von Bedeutung sind.

Jens Stangenberg ist seit 1991 Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Seit 2005 arbeitet er in der Zellgemeinde Bremen. Das Jubiläum 500 Jahre Reformation sei ein guter Anlass, um sich die Ereignisse, Themen und Personen aus der Reformationszeit in Erinnerung zu rufen, so Stangenberg. Häufig wären nur die Namen der grossen Reformatoren bekannt: Martin Luther, Johannes Calvin oder Huldrich Zwingli. Weniger bekannt sei der sogenannte „Linke Flügel der Reformation“ oder die „Radikale Reformation“. Was sich hinter diesen Bezeichnungen verberge und was das für heute bedeuten könnte, darum soll es in dem Podcast gehen.

Kann man von „Ketzern“ lernen?
Die bisher 17 Folgen des Podcast behandeln unter anderem meist nicht so bekannte Personen wie Andreas Bodenstein von Karlstadt, Thomas Müntzer, Melchior Hoffmann, Kaspar Schwenckfeld und Sebastian Frank. In Folge 17 wird eine „Zwischenbilanz“ gezogen. Die Auseinandersetzungen mit den verschiedenen „Ketzerbewegungen“ könnten helfen, die Gestalt von Kirche neu zu durchdenken. Nachdem es bisher um die Anfragen und Kritikpunkte von Schwärmern, Spiritualisten und Antitrinitariern gegangen sei, wäre es laut Pastor Stangenberg Zeit für eine Zwischenbilanz mit der Frage: „Was kann man von ‚Ketzern‘ lernen?“ Die weiteren Folgen des Podcast „Radikale Reformation“ sollen sich mit der Tradition der Täufer befassen.

Link zu den Podcast-Folgen: www.radikale-reformation.de/podcast/
Bei iTunes: itunes.apple.com/us/podcast/radikale-reformation/id1202553188?mt=2

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Hope Channel-Sendungen zum Reformationsjubiläum

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 31.05.2017 | APD | Medien

Der adventistische Fernsehsender Hope Channel hat im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 unterschiedliche neue Formate rund um das Thema „Reformation“ im Jahresprogramm. Bereits ausgestrahlte Sendungen können über die Hope Channel-Mediathek im Internet abgerufen werden.

Tischreden
In der Sendereihe Tischreden, die ab März 2017 in vier Episoden ausgestrahlt wurde, diskutieren vier Theologen frei über die Glaubenspfeiler der Reformation: Christus allein, allein die Schrift, allein aus Glauben, allein durch Gnade. Die Sendungen plus Zusatzmaterial können im Internet abgerufen werden unter:
www.hopechannel.de/tv/mediathek/episoden/ml/tischreden

Lutherspaziergang
Die Sendereihe Lutherspaziergang zeigt die wichtigsten Originalstätten der Reformation. Zwei Theologen tauschen sich an diesen Schauplätzen über geschichtliche und religiöse Details aus. Sendestart der neun Sendungen war im April 2017. Weitere Informationen:
www.hopechannel.de/tv/mediathek/episoden/ml/lutherspaziergang/

Laut gedacht
Im Format Laut gedacht – Reformation steht die persönliche Reflexion zu der Frage „Was heisst Reformation für mich heute?“ im Vordergrund. Das Weiterdenken reformatorischer Ansätze und Prinzipien wird in zehn Sendungen ab Mai 2017 ausgestrahlt. Weitere Infos: www.hopechannel.de/tv/mediathek/episoden/ml/laut-gedacht

Reformations-Sommer
Ab Juni 2017 bietet der Hope Channel zwei Mal monatlich Fernseh-Gottesdienste zum Thema Reformation an. Ebenfalls ab Juni stellen sich im Talkformat in fünf Live-Sendungen verschiedene Verantwortliche der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten aktuellen Themen, darunter auch dem Thema Reformation.

Im Sommer startet die zehnteilige Sendereihe Auf dem Weg des Buches. Die Dokumentarserie berichtet darüber, wie die Bibel das Leben von Reformatoren und anderen Gläubigen geprägt hat. Deren Spuren folgen zwei Pilgerinnen von Passau bis in die österreichischen Alpen. Dazu wird ein Bibelfernkurs erhältlich sein.

Ungeschminkt
Vier Frauen sprechen in der Sendereihe Ungeschminkt – vier Frauen mitten im Leben über die Werte der Reformation in der heutigen Zeit. Die Reihe startet im Oktober 2017 und ist auf fünf Episoden ausgelegt.

Fribos Dachboden – Reformationsgeschichte für Kinder
Für Kinder zeigt die Sendereihe Fribos Dachboden – Reformationsgeschichte mit Fribo erleben ab Februar die Bedeutung der Reformation bis heute auf. Vorgestellt werden unter anderem die Waldenser, Johann Hus, John Wyclif, Martin Luther und Jean Calvin. Weitere Infos: www.fribos-dachboden.de/meine-reformation

Hope Channel Deutschland
Zusätzlich soll vom 20. bis 27. Oktober 2017 eine Themenwoche zur Reformation im Hope Channel angeboten werden. Hope Channel Deutschland ist einer von mehr als 48 Sendern der gleichnamigen internationalen Senderfamilie. Der Hope Channel Deutschland, mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt/Deutschland, gehört zum europäischen Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“, einer Einrichtung der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Weitere Informationen: www.hopechannel.de

„Hope Channel Deutsch“ auch in der Schweiz
Das 24-Stunden-Fernsehprogramm von „Hope Channel Deutsch“ ist auch in Kabelnetzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (z.B. Swisscom TV plus) verfügbar. Eine Übersicht der Kabelnetzbetreiber findet sich im Internet unter www.hopechannel.de/empfang. Zugang zu den „Hope Channel“ Sendungen gibt es ausserdem über Satellitenempfang, als Livestream und Mediathek im Internet sowie durch die Online-Plattform „Zattoo“ (www.zatto.com).

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Neuer Jugendabteilungsleiter der Adventisten für West- und Südeuropa

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 31.05.2017 | CD-EUDNews/APD | Personen

An der Frühjahrssitzung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD), wurde Jonatán Tejel zum neuen Jugendabteilungsleiter gewählt. Dies teilte die EUD-Kommunikationsabteilung vom Sitzungsort an der Theologischen Hochschule Friedensau/Deutschland mit, an der die Sitzung vom 21. bis 23. Mai stattfand.

Der Spanier Jonatán Tejel ersetzt den Schweizer Stephan Sigg als Jugendabteilungsleiter der Adventisten in West- und Südeuropa. Stephan Sigg wurde im März zum Präsidenten der Adventisten in der Deutschschweiz gewählt: www.apd.media/news/archiv/11627.html.

„Wir haben einen wirklich guten Jugendleiter verloren“, sagte Corrado Cozzi, Kommunikationsabteilungsleiter der EUD, „aber wir haben einen ebenso fähigen Nachfolger gefunden“. Pastor Mario Brito, Kirchenleiter der Intereuropäischen Division, verdankte Siggs grossen Einsatz und das in den sieben Jahren Erreichte.

Werdegang
Jonatán Tejel studierte Theologie an den adventistischen Seminaren in Sagunto/Spanien und Collonges/Frankreich von 1990 bis 1995. Er arbeitete in Spanien als Pastor in den Städten Barcelona, von 1996 bis 2000, und Valencia, von 2000 bis 2002. 2002 wurde er zum nationalen Jugendabteilungsleiter gewählt und 2005 zum stellvertretenden Jugendabteilungsleiter der adventistischen Weltkirchenleitung mit Sitz in Silver Spring, Maryland/USA. Er betreute während zwölf Jahren auf globaler Ebene die Pfadfinderabteilung. Tejel spricht vier Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch.

Die Jahre seines Aufenthalts in den USA seien von Tränen und Freuden geprägt gewesen, so Tejel. Er habe seine Kinder während seinen langen Abwesenheitszeiten von zu Hause sehr vermisst, andererseits habe er viele aussergewöhliche Jugendliche auf den ausgedehnten Reisen kennen und schätzen gelernt.

„Ich kehre glücklich und in aller Bescheidenheit zurück nach Europa, um hier zu dienen. Ich will mit anderen Jugendleitern zusammenarbeiten und mein Bestes geben, um meine tiefe Leidenschaft für Gott und sein Wort mit anderen zu teilen“, sagte Tejel.

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Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?

| 31.05.2017 | APD | Buchrezensionen

Heiner Geissler, Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss? Fragen zum Lutherjahr, Ullstein Verlag, 2017, 80 Seiten, Hardcover, € 7, ISBN-13 9783550050060

Der frühere Generalsekretär der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands und ehemalige Bundesfamilienminister Heiner Geissler lässt im Alter von 87 Jahren nichts von seiner gedanklichen Prägnanz und seinem ethischen Scharfsinn missen. Davon zeugt seine jüngste Veröffentlichung mit dem Titel „Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?“, mit der er auf 80 Seiten „Fragen zum Lutherjahr“ stellt, wie es der Untertitel präzisiert.

Der Bezug zum Reformationsjubiläum ist in Geisslers Buch durchgehend präsent. Nichtsdestotrotz reibt sich Geissler an grundlegenden Fragen des menschlichen Miteinanders, die unabhängig vom Lutherjahr nach einer Klärung verlangen. Sein mahnendes Wort richtet Geissler an diejenigen, die in der Gefahr stehen, sich in einer selbstbezüglichen Kirche zu verlieren, ohne die akuten Probleme der Welt in den Blick zu nehmen. Auf jeder Seite des Buches ist die brennende Leidenschaft des Autors wahrnehmbar, sich nicht mit dem Ist-Zustand der Wirklichkeit zufrieden zu geben, sondern auf dem Weg der Gerechtigkeit voranzugehen.

Als ehemaliger Jesuit nimmt Geissler die christliche Theologie in die Pflicht. Er spitzt die alte Theodizee-Frage zu und verlangt nach einer Antwort: Wie kann man von einem gnädigen, barmherzigen und allmächtigen Gott sprechen angesichts des unfassbaren Ausmasses von Gewalt, Leid und Ungerechtigkeit in der Welt? Zugespitzt gefragt: Lässt die Realität der Welt zu, dass es einen solchen Gott gibt, oder muss der Zweifel überwiegen?

Geissler bleibt nicht bei dieser Frage stehen, als würde sie erstmals gestellt werden. Stattdessen setzt sich der Autor mit klassischen Antworten auseinander, die denkende Christinnen und Christen auf diese Frage gegeben haben. Dabei tritt Geissler acht möglichen Antwortversuchen entschieden entgegen:

1. Leiden ist eine Strafe für die Sünden
Für manche Mitglieder der Tea-Party seien „Tsunamis nicht die Folge von tektonischen Plattenverschiebungen, sondern … Folgen vom Feiern, Zechen und Tanzen in Kneipen und Bars bis hin zu Übertretungen irgendwelcher alberner Sabbatvorschriften.“ Doch was für ein Gottesbild komme damit zum Ausdruck? Es würde bedeuten, dass Gott selbst in die Gestalt des Ko-Piloten der German Wings Maschine getreten sei, um die Maschine in den Alpen zerschellen zu lassen. An einen solchen Gott möchte man nicht glauben.

2. Die Leiden sind von Gott geschickt
Für diese Sichtweise nimmt Geissler auch Luther in Mithaftung. Der Reformator habe bei der Pest in Wittenberg 1527 seinen Mitmenschen gepredigt, die Seuche als „Gottes Geschick“, als Strafe und Prüfung anzunehmen. Zu Recht weist Geissler auf die Begegnung von Jesus und dem Blinden hin. Als Jesus gefragt wurde, aufgrund wessen Sünde der Mann blind geboren sei, habe Jesus schlicht und ergreifend geantwortet: Niemand sei schuld. Stattdessen habe Jesus den Blinden geheilt, „zum grossen Ärger der Pharisäer sogar am Sabbat.“ Unheil aufgrund von Sünden von irgendjemand zurückzuführen, sei deshalb eine Art Gotteslästerung. Demgegenüber werde es Geissler „warm uns Herz, wenn man an Jesus denkt.“

3. Gott nach dem Leid zu fragen (Rechtfertigung Gottes), ist eine Anmassung des Menschen
Auch bei dieser Antwort bringt Geissler Luther ins Spiel. Der Reformator habe es als Blasphemie bezeichnet, Gott nach dem Grund von Leid zu fragen. Geissler übt daran Grundsatzkritik: „Luthers Gott solidarisiert sich nicht wie Jesus mit dem Leid der Menschen, sondern lässt sie darin allein.“ Das sei nur ein illegitimer Versuch, dass man „die Klappe halten“ und „keine dummen Fragen stellen“ solle. Diese Antwort wäre eine Entmündigung des Menschen.

4. Gott will geliebt werden, dies setzt aber den freien Willen des Menschen voraus, auch das Böse zu tun. Ohne das Böse gibt es keinen freien Willen
Hier erkennt Geissler die „raffinierteste Erfindung der Theologie“: Gott wolle geliebt werden. Aber was solle man von dieser erwünschten Liebe Gottes halten, wenn dafür Ungeheuerlichkeiten wie Auschwitz oder „Terrorakte mit schweren Lkws in Nizza und auf einem Berliner Weihnachtsmarkt“ in Kauf genommen würden? Wenn das so ist, würde Geissler gern seine „‚Eintrittskarte‘ in die Schöpfung zurückgeben“.

5. Nicht Gott verursacht das Leid, sondern Hitler, Pol Pot, Assad, Psychopathen und Sadisten
Wenn man die Schuld beim Menschen verortet, würde Gott entlastet. Doch Geissler fragt zurück: „Woher kommt das, wer hat es ermöglicht, dass Menschen so veranlagt sind“? Geissler bedient sich des Verursacherprinzips und nimmt Gott in Mithaftung. Denn schliesslich habe niemand anderes als Gott es ermöglicht, dass es solche Menschen gibt, die zu Gewalt fähig sind.

6. Leid wird verursacht durch den Teufel, Hexen, Zauberei
Erneut legt Geissler den Zeigefinger auf eine dunkle Stelle der Reformation. Denn auch Luther habe „Hexen“ für schlechtes Wetter verantwortlich gemacht. Doch Menschen mit dem Bösen schlechthin zu assoziieren, könne eine gefährliche Gewaltorgie auslösen und schüre zudem gewaltige Ängste. Geissler halte es lieber mit Origenes. Der Kirchenvater sei deshalb nie heiliggesprochen worden, weil in seinem Glaubensbild für Teufel und Hölle kein Platz gewesen sei.

7. Gott handelt, wie er will
Wenn Gott alles so mache, wie er es eben haben wolle, dann sei das Willkür. Die Gerechtigkeit Gottes bliebe auf der Strecke, weil Gott unberechenbar wäre.

8. Gott sei Lob und Preis
„…während auf der Welt ununterbrochen gefoltert und gemordet wird, [wird] Gott in den höchsten Tönen [von den Liedern der Christen] gepriesen. […] Egal ob Krieg, Folter, Krebs oder Erdbeben mit Tsunamis – die Christenheit betet, singt, lobt und preist und ‚dankt dem Herrn; denn er ist gut und seine Güte währet ewiglich‘ (Ps 118).“ Eine immer nur lobsingende Christenheit würde den Bezug zur Wirklichkeit verlieren. Geissler lässt hier leider unerwähnt, dass die biblische Tradition nicht nur das Gotteslob, sondern auch die Klage kennt, sogar die Anklage Gottes.

Mit dem Zweifel leben
Weil die Welt so ist, wie sie ist, kann man an Gott zweifeln. Geissler zweifelt an Gott, weil er mit den leidenden Menschen empathisch ist. Im Mitgefühl mit den leidenden Menschen findet Geissler einen starken Verbündeten: Jesus von Nazareth. „Er hat der Nächstenliebe, das heisst der Solidarität unter den Menschen, denselben Rang gegeben wie die Gottesliebe.“ Hier erblickt Geissler den Sinn des menschlichen Lebens: Dasein für den Nächsten, wenn er in Not ist, selbst wenn es sich um den Feind handelt. Geissler bekräftigt das mit dezenter Ironie: „Nächstenliebe ist eine Pflicht. Neoliberale und die selige Maggie Thatcher, die im letzten Fünftel ihres Lebens gefüttert werden musste, nannten sie Gefühlsduselei und Gutmenschentum. Aber erst Nächstenliebe und solidarisches Handeln geben dem menschlichen Leben einen Sinn.“ Wenn wir uns für ein besseres Leben einsetzten, sei der Zweifel auszuhalten, ob es wirklich ein „zweites Leben“ gebe. Geissler appelliert, „all das zu tun, was Gott offensichtlich nicht tut, aber tun müsste, wenn es ihn gäbe“. Als Beispiele benennt er „Schmerzen lindern, Diktatoren bekämpfen, Folterer bestrafen“.

Mit Verweis auf die Endzeitrede Jesu reklamiert Geissler, dass das Zentrum des Glaubens nicht Liturgie und Kirchenmusik bildeten, sondern die Gottesliebe, die sich in der Nächstenliebe zeige. Den Hunger bekämpfen, allen Menschen Trinkwasser verschaffen, Obdachlosen eine Wohnung geben, Flüchtlinge aufnehmen, den Frierenden Kleidung geben, Kranke pflegen und Gefangene betreuen – das seien die Forderungen Jesu an diejenigen, die zum Reich Gottes gehören wollten.
In Anlehnung an Jesus von Nazareth formuliert Geissler einen Aufruf zur Busse und zur Umkehr. In dieser Perspektive sind für Geissler die grundlegenden Zweifel an Gott zwar nicht widerlegt, aber aufgehoben und auszuhalten. Jesus von Nazareth stelle „heute wie damals die herrschenden Werte und Massstäbe auf den Kopf. Ihm und seiner Botschaft können wir glauben.“

„Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?“ Bei der Lektüre des Buches vernimmt der Leser eine Antwort: Man kann, indem man versucht, sich selbst so zu verhalten, wie man es von Gott erwarten würde. So, wie es Jesus von Nazareth tat. Und zweifeln bleibt erlaubt.
Dietmar Päschel, Berlin

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Homosexualität: Biblische Leitlinien, ethische Überzeugungen, seelsorgerliche Perspektiven

| 31.05.2017 | APD | Buchrezensionen

Andrew Goddard/Don Horrocks (Hrsg.), Homosexualität: Biblische Leitlinien, ethische Überzeugungen, seelsorgerliche Perspektiven, Giessen: Brunnen 2016, 168 Seiten, Paperback, € 15, ISBN 978-3-7655-2060-0

Das Buch „Homosexualität“ greift mutig ein schwieriges Thema auf, an dem sich die Geister scheiden. Die Britische Evangelische Allianz (BEA) hat in einem mehrjährigen, aufwändigen und von Fachleuten begleiteten Entstehungsprozess ein Grundsatzpapier zum Thema Umgang mit Homosexualität erarbeitet. Der Präsident der Europäischen Evangelischen Allianz, Dr. Frank Hinkelmann, gab dem Buch ein Geleitwort, während der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, Professor Dr. Christoph Raedel, für die deutsche Auflage ein Vorwort verfasste.

Deutlich wird, dass sich das gesellschaftliche Klima, in dem sich die Debatte bewegt, in den letzten Jahren drastisch geändert hat. In Politik und manchen Kirchen ist eine klare Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften festzustellen. Raedel konstatiert: „Die Preisgabe bislang vom kirchlichen und gesellschaftlichen Konsens getragener Positionen korreliert nicht mit theologischen oder humanwissenschaftlichen Entdeckungen, die diese Entwicklung zu plausibilisieren vermögen“ (S. 10). Auch unter den Evangelikalen existieren konträre Auffassungen darüber, wie denn der biblische Befund zum Thema Homosexualität zu interpretieren sei. Die Autoren wollen Orientierung für die Praxis geben, nicht in die immer wieder vorwurfsvoll geäusserte „Homophobie“ abgleiten, aber auch nicht zu einer relativistischen Haltung zum Thema Homosexualität ermutigen.

Zum Inhalt
Das Buch ist in fünf Kapitel gegliedert, die verschiedene Schwerpunkte beleuchten. Die Kapitel widmen sich einzelnen Leitsätzen, die die BEA bereits in einem früheren Werk erarbeitet hat und die jeweils vorangestellt werden. Im ersten Kapitel „Homosexualität und das Evangelium: ein evangelikaler Ansatz“ werden Grundsätzlichkeiten vorgestellt. Das zweite Kapitel „Wahrheiten, die es zu leben gilt“ geht knapp auf den biblischen Befund ein. Im dritten Kapitel werden „Perspektiven für die seelsorgerliche Reflexion und Praxis“ vorgestellt, wobei zwischen Orientierung und Handlung unterschieden wird. Kapitel vier geht auf die „Seelsorgerliche Praxis für eine Gemeinschaft der Gnade und Wahrheit“ ein und beleuchtet speziell die Themen „Sexuelle Anziehung, Orientierung und Identität“, wobei im fünften Kapitel das sexuelle Verhalten und die Beziehungen genauer dargestellt werden. Der Schluss besteht aus einem ausführlichen Literaturverzeichnis und Hinweisen zu weiterführender Lektüre.

Die im Buch genannten Daten und Fakten sind klar dem britischen Kontext zuzuordnen, und die erwähnten Hilfsorganisationen und Beratungsangebote sind zumeist im anglo-amerikanischen Raum anzutreffen. Dies macht die direkte Übertragung in den deutschen Sprachraum etwas schwierig – allerdings gibt es kein vergleichbares Dokument seitens der Deutschen Evangelischen Allianz zum Thema Homosexualität.

Schwerpunkt Seelsorge
Auch wenn der Standpunkt der Autoren im Sinne einer konservativen Sexualethik deutlich wird, liegt der Beitrag des Buches zur Debatte schwerpunktmässig auf der seelsorgerlichen Praxis. Über die Wahrheit, wie sie die Bibel vermittelt, mag unter Wissenschaftlern und Gemeindegliedern diskutiert werden, doch Gnade sollte jeder in einer Kirchengemeinde erleben dürfen, so der Tenor des Buches. Homosexuell empfindende Menschen dürfen in den Gemeinden nicht ausgegrenzt werden. Betroffene brauchen einen Platz in der Gemeinschaft der Gläubigen und müssen grundsätzlich Zugehörigkeit erleben dürfen. Jedoch steht die Gemeinde auch in der Verantwortung zur biblischen Sexualethik aufzurufen. „Evangelikale Gemeinden müssen deshalb Orte sein, an denen in Reaktion auf die Homosexualität […] Menschen der einladenden, vergebenden und verändernden Kraft Christi begegnen“, so die Autoren (S. 147).

Einzelfall-Lösungen erforderlich
Die Autoren rufen zu Treue auf – in Wort und Tat. Jedoch liegt die Herausforderung darin im Umgang mit der Thematik Fingerspitzengefühl zu zeigen. Auch eine konservative evangelikale Sexualethik muss liebevoll gelebt werden und darf nicht kategorisch in Ausgrenzung bestehen. In der seelsorgerlichen Praxis gibt es keine Pauschallösungen, sondern es muss stets der Einzelfall betrachtet werden. Situationen können sich voneinander unterscheiden, da verschiedene Personen auch unterschiedlich mit ihren Neigungen umgehen. Dabei muss es durchweg „das Ziel sein, den Menschen Antworten zu geben, die die biblische Wahrheit freundlich zur Wirklichkeit des Lebens in Beziehung setzen und treu das Evangelium der Erlösung von der Sünde und der verwandelnden Kraft des Geistes Christi im Leben der Kirche bezeugen“ (S. 145). Dass dieses Postulat freilich nicht immer einfach zu leben ist, wird an keiner Stelle des Buches bestritten.
Claudia Mohr

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