APD-INFORMATIONEN 6/2017 - JUNI 2017

„Abend der Apostasie“ am Welthumanistentag

Zürich/Schweiz | 28.06.2017 | APD | Schweiz

Am Abend des 21. Juni, Welthumanistentag, einem Feiertag für Konfessionslose, versammelten sich rund 50 Personen im Cabaret Cornichon in Zürich zum „Abend der Apostasie“. Wikipedia beschreibt Apostasie als Abwendung von einer Religionszugehörigkeit, die in die Konfessionslosigkeit oder in eine andere Konfession führen kann. Raphael Dorigo (24), ehemaliges Mitglied der evangelisch-reformierten Kirche in Riehen/BS schilderte in einem Referat seinen Weg im reformierten Glauben sowie seine Zweifel, die ihn zum Kirchenaustritt geführt haben. Im anschliessenden Podiumsgespräch mit einem ehemaligen Muslim, einer Ex-Mormonin, einem orthodoxen Juden, der seinen Unglauben aus familiären Gründen nur verdeckt leben kann, wurden sehr persönliche Einblicke in ihren je individuellen, meist auch emotional schwierigen Prozess gegeben, der mit dem Abschied von einem religiösen Glauben verbunden sein kann.

In der Ankündigung des Abends steht, dass Apostaten Menschen seien, die sich aus einer „stark religiösen Gemeinschaft“ verabschiedet haben. Der Referent Raphael Dorigo (24) war Mitglied der evangelisch-reformierten Kirche, die das 500jährige Reformationsjubiläum unter das Motto gestellt hat «quer denken – frei handeln – neu glauben». Dass es auch in landeskirchlichen und nicht nur in freikirchlichen Settings, wie dies meist kritisiert wird, zu problematischen Glaubenserfahrungen kommen kann, je nach persönlicher Disposition und entsprechendem Umfeld, zeigte Dorigos Referat.

Der Referent hatte einen längeren Prozess des Zweifelns an Bibelaussagen, theologischen Konzepten und kirchlichen Lehren wie Erbsünde, Theodizeefrage, „freier Wille“ auf denkerischer Ebene hinter sich, bis er sich vom christlichen Glauben verabschiedete. Dass es aber auch emotionale Anteile in dieser Entwicklung gibt, zeigte seine Aussage vom „Schweiss gebadet“ aus einem Angsttraum über den Antichristen aufzuwachen. Seine Schilderung einer „Höllenerfahrung“ im evangelikalen „Praise Camp 2012“, bei der die Jugendlichen in einem dunklen Raum geführt wurden und mit metallenen Kettengeräuschen und Schreien „aus der Hölle“ per Lautsprecher beschallt wurden, machte nachvollziehbar, dass eine fragliche biblische Lehre über die Hölle sowie religiöser Missbrauch individuell einiges auslösen und einen Ablöseprozess vom Glauben befördern kann.

Der Referent ist zum Schluss gekommen, dass es keinen Sinn mache, weiterhin an ein für ihn erloschenes Feuer zu glauben. Heute ist Dorigo, der in der evang. ref. Kirche aufgewachsen ist, aktiv in der Jugendarbeit war sowie sich mit einem Vollzeitjahr für die Kirche engagierte, seit eineinhalb Jahren Atheist, der in seinen Blogs mit „ungeschminkter Bibelkritik“ vom Atheismus überzeugen will.

Erfahrungsaustausch von Personen, die ihren religiösen Glauben aufgegeben haben
Das ans Referat anschliessende Podiumsgespräch wurde von Hansjörg Honegger, Journalist, moderiert und von Hugo Stamm, Sekten- und Religionsexperte, begleitet. Die Podiumsteilnehmenden schilderten ganz offen, wie sie mit dem Verlassen ihres ehemaligen Glaubens umgehen und mit welchen Problemen sie konfrontiert sind.

Religiöse Herkunft
Er sei als orthodoxer Jude aufgewachsen und habe seinen Glauben aufgegeben, sagte C., ein „heimlicher jüdisch-orthodoxer Ungläubiger“, wie er auf der Webseite der Veranstalter bezeichnet wurde. Er habe vier Jahre gebraucht, um seinen Unglauben gegenüber seiner jüdisch-orthodox glaubenden Frau zu outen. Er könne seinen Unglauben aber nicht öffentlich leben, da er mit seiner Frau zusammenlebe und diese mit den Kindern weiterhin orthodox glaube.

Carol Hamer, Ex-Mormonin aus den USA, sagte, dass sie sich früher selbst die Schuld gegeben habe für das, was sie nicht habe glauben können. Sie sei der Meinung gewesen, zur einzig wahren Kirche zu gehören. Trotz des Austritts habe sie immer noch Kontakt zu ihrer Familie.

Kacem El Ghazzali, Ex-Muslim, kam 2011 aus Marokko in die Schweiz. Er hielt fest, dass das Verlassen einer Religion bzw. eines Glaubens ein Prozess sei, der nicht über Nacht geschehe. Religion sei vor allem in muslimischen Kreisen auch Teil der eigenen Identität. Als publik geworden sei, dass er nicht mehr glaube, habe er Todesdrohungen erhalten. Mit der Familie habe er aber weiterhin guten Kontakt. Die Familie sei mehr unter Druck geraten, als er selbst, so Ghazzali.

Diese Schilderungen seien untypisch, kommentierte Hugo Stamm, Sekten- und Religionsexperte. Meist finde ein Kontaktabbruch zwischen Apostat und dessen Familie statt, speziell bei Jehovas Zeugen. Die Eltern fühlten sich schuldig für ihr Kind gegenüber der Glaubensgemeinschaft als auch gegenüber Gott.

Alltag als Apostat
Er halte sich auch an die Sabbatgesetze, sagte C. So dürfe er am Sabbat nicht Autofahren, da er sonst aus der kleinen jüdisch-orthodoxen Gemeinde ausgeschlossen würde. Er führte mit einem Lächeln an, dass andere Juden, die in der gleichen Situation wie er seien, wegen der strengen Sabbatgesetze jeweils am Sabbat auf dem WC per Handy miteinander chatten würden. Kacem El Ghazzali, Ex-Muslim, sagte dazu, dass Heuchelei ein Zeichen dafür sei, dass die Freiheit in einer Religion fehle, Transparenz im Denken und Reden aber Kennzeichen einer gesunden Gesellschaft sei. Mit Widersprüchen leben zu lernen, sei für Apostaten ehrenhaft und nicht heuchlerisch, kommentierte Hugo Stamm.

Austausch mit anderen Apostaten
Der Austausch mit anderen, die ihren Glauben aufgegeben hätten, sei sehr wichtig, sagte C., dies habe Ventilfunktion. Kacem El Ghazzali, der zum Thema bloggt, sprach von einem grossen emanzipatorischen Effekt, der das Internet in dieser Frage im Islam habe. Es gäbe in Marokko, seinem Herkunftsland, mehr Atheisten, als man früher angenommen habe. Die Gemeinsamkeiten der Apostaten beschränke sich aber meist auf diesen Themenbereich. Man sei sonst zu unterschiedlich.

Carol Hamer, Ex-Mormonin, die ebenfalls bloggt, ergänzte, dass der Austausch bei Ex-Mormonen wichtig sei, da sie oft auch eine Wut bezüglich ihrer Vergangenheit hätten. Dies betreffe vor allem jene Apostaten vom Mormonentum, die früher zwei Jahre ihres Lebens unter strengen, einschränkenden Bedingungen in Missionseinsätzen persönlich viel für jene Kirche gearbeitet und sich eingesetzt hätten, deren Glauben sie nun aber nicht mehr teilten.

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Christlicher Glaube ist Garant, nicht Gefahr für die Mündigkeit

Bern/Schweiz | 28.06.2017 | SEK/APD | Schweiz

Nach dem Willen des Bundesrates sollen kirchliche Jugendorganisationen nur noch beschränkt zu öffentlich geförderten Jugend- und Sport-Programmen zugelassen werden. Jugendorganisationen dürfen keinen religiösen Einfluss ausüben. Der Kirchenbund kritisiert diese Pauschalisierung und stellt in seiner Vernehmlassung an den Bundesrat fest: Reformierte stehen für Fairness, Teamgeist und Gemeinschaft.

Der Bund möchte die Sportförderungsverordnung ändern. Jugendorganisationen, die Programme von J+S anbieten wollen, müssen gewährleisten, dass sie die Entwicklung und Entfaltung von Kindern und Jugendlichen fördern. Reformierte tun dies, schreibt der SEK in einer Medienmitteilung: Sie stehen für Fairness, Teamgeist, faires Zusammenspiel und Gemeinschaft.

„Der christliche Glaube ist Garant, nicht Gefahr für die Mündigkeit“, so Kirchenbundspräsident Gottfried Locher. „Jedes Kind, jeder Jugendliche stellt religiöse Fragen. Sie sind unablässig für eine aufgeklärte Entfaltung und Entwicklung.“

In seiner Vernehmlassungsantwort weist der Kirchenbund die pauschale Auffassung zurück, dass Jugendorganisationen mit starker religiöser Ausprägung eine Gefahr für die Entwicklung der Jugendlichen darstellen. Jugendliche lassen sich nicht derart einfach zu Objekten der Missionierung machen. Wer mit Jugendlichen zu tun hat, muss eher selten befürchten, dass sie völlig kritiklos religiösen oder auch anderen Überzeugungen verfallen.

Wenn Jugendliche, die sich zum Glauben bekennen, von J+S-Angeboten ausgeschlossen werden, werden auch sie in ihrer Religionsfreiheit verletzt. Wenn den Jugendlichen J+S-Angebote aus religiöser oder weltanschaulicher Überzeugung verweigert werden, missachtet der Staat seine Neutralitätspflicht, da er in unzulässiger Weise Partei ergreift.

Die Vernehmlassungsantwort des Kirchenbundes steht zum Herunterladen bereit:
www.tinyurl.com/yd7gr96h

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J+S-Förderung der christlichen Jugendarbeit: Lösung liegt auf dem Tisch

Bern und Zürich/Schweiz | 28.06.2017 | SEA/EVP/APD | Schweiz

Im Streit um den Ausschluss mehrerer christlicher Jugendorganisationen aus der Jugend und Sport-Förderung (J+S) zeichne sich eine Lösung ab, schreiben die Evangelische Volkspartei (EVP) sowie die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) je in einer Medienmitteilung. Ein Runder Tisch unter Leitung von Marianne Streiff, EVP und Philipp Hadorn, SP mit Andreas Bachmann-Roth, SEA sowie Vertretern der beteiligten Bundesämter - für Sport (BASPO) und für Sozialversicherungen (BSV) - hat Ende Mai in Bern einen Lösungsweg skizziert: Betroffene Jugendorganisationen sollen sich künftig in einem Verein zusammenschliessen, der sich zur Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit bekennt. Im Weiteren sollen die betroffenen Jugendverbände auch einen nationalen Dachverband gründen, der als Partner mit der Aus- und Weiterbildung von J+S-Leiter/innen betraut werden kann. Unter diesen Bedingungen bestehe die „berechtigte Hoffnung, dass über 200 Jungscharen doch nicht vom Programm „Jugend + Sport“ (J+S) ausgeschlossen werden“, schreibt die SEA.

In den vergangenen Wochen fanden mehrere Gespräche am „Runden Tisch“ sowohl mit Bundesrat Guy Parmelin als auch mit Vertretern der zuständigen Bundesämter für Sport (BASPO) und Sozialversicherungen (BSV) statt. Der SEA-Jugendbeauftragte Andi Bachmann-Roth konnte dabei auf die Unterstützung der Nationalräte Marianne Streiff, EVP und Philipp Hadorn, SP zählen, welche die Gespräche initiiert und geleitet haben. Dieser Runde Tisch hat nun erste Lösungswege skizziert. Nach der aus Sicht der SEA voreiligen Kündigung der Partnerschaftsverträge mit Schreiben an 223 Jungscharen durch das BASPO begrüsse die SEA, dass in einer Arbeitsgruppe eine Lösung erarbeitet werden soll, welche zum Ziel habe, die Bundesförderung ohne Unterbruch weiterzuführen.

Lösungsvorschlag mit zwei Eckpunkten:
1. Vereinsform für Organisationen von Jugendlagern

Ab 2018 sollen Jugendorganisationen formal ein Verein sein, um weiterhin bei J+S teilnehmen zu können. Die Zweckbestimmung der Vereinsstatuten soll so formuliert sein, dass die Ziele von Jugend und Sport erreicht werden können – und der Verein muss sich darin zur Einhaltung und Umsetzung der Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit (cckj.ch/) bekennen. Die Charta war 2016 von elf christlichen Kinder- und Jugendverbänden erarbeitet worden war. Vor diesem Hintergrund wird das Bundesamt für Sport (BASPO) keine Verfügungen zum Ausschluss erlassen. Die SEA begrüsst diese Möglichkeit und lädt die betroffenen Jugendorganisationen ein, diesen Vorschlag zu prüfen.

2. Nationaler Dachverband als Partner für die Aus- und Weiterbildung der Kader
Zusätzlich sind die betroffenen Jugendverbände aufgerufen, einen nationalen Dachverband zu gründen, den das BASPO über eine Partnerschaftsvereinbarung anschliessend mit der Aus- und Weiterbildung von J+S-Leiterinnen und Leitern (Kaderbildung) betrauen will. Auch diese Dachorganisation soll sich dazu verpflichten, die Ziele von Jugend und Sport unter der Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit umzusetzen.

Die vom Ausschluss betroffenen christlichen Jungscharen könnten dann als Vereine diesem Dachverband beitreten. Eine solche Dachorganisation könne auf die Unterstützung des BASPO als Partner in der J+S-Kaderbildung und auf Finanzhilfen zählen.

SEA: Zweckdienlicher Rahmen, um eine Lösung zu erarbeiten
In der Medienmitteilung schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz, dass sie das Ergebnis als einen zweckdienlichen Rahmen erachte, um eine Lösung zu erarbeiten. Sie nehme auch zufrieden zur Kenntnis, dass der in Aussicht gestellte Ausschluss von J+S unter den obgenannten Bedingungen nicht umgesetzt werde. Ob nun eine Arbeitsgruppe mit Unterstützung des BASPO und des BSV die Arbeit aufnehmen werde, hänge davon ab, wie die Jugendverbände sich zu diesen Vorschlägen stellen würden.

Die SEA sei bereit, weitere Schritte zu koordinieren. Sie wolle sich aber gleichzeitig „stark dafür einsetzen“, realistische und gute Übergangslösungen zu finden, so dass Jungscharlager möglichst lückenlos unter J+S durchgeführt werden könnten.

Adventjugend will an Lösungsvorschlägen mitarbeiten
„Ich bin gerne bereit mit anderen Jugendverbänden über die Lösungsvorschläge des Runden Tisches sowie über Verwirklichungsmöglichkeiten zu diskutieren“, sagte Fabian Looser Grönroos, Leiter der Adventjugend in der Schweiz. „Wichtig ist mir dabei, dass kein grosser zusätzlicher administrativer Aufwand mit Vereinsgründung, Statuten, Jahresversammlung etc. entsteht.“ Er wolle seine Zeit und Energie für direkte Arbeit an und mit Jugendlichen einsetzen und nicht primär in Sitzungen und Besprechungen von neu zu gründenden Vereinen und Organisationen, zumal die Adventjugend auch bisher die Bestimmungen der Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit umgesetzt habe.

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Flüchtlingstag - Eine Flucht ist keine Ferienreise

Bern und Zürich/Schweiz | 28.06.2017 | SEA/APD | Schweiz

Christen und Juden gedachten am Flüchtlingssabbat oder Flüchtlingssonntag, 17./18. Juni, an jene Menschen, welche rund um die Welt in Not sind und bedroht oder verfolgt werden. Über 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, so viele wie nie zuvor, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA in einer Medienmitteilung.

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK), die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), die Christkatholische Kirche der Schweiz (CKS) sowie der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) riefen Ende Mai die Gläubigen zu einem Perspektivenwechsel bezüglich der Flüchtlingsproblematik auf: Es gehe darum, die Problematik wahrzunehmen und nicht wegzuschauen. Die Spannung auszuhalten und nicht schnelle Lösungen anzustreben, sondern mit kleinen Schritten mitmenschlichen Handelns auf fremde Personen zuzugehen. Damit komme man Gott ein Stück näher, schreiben Dr. Gottfried Locher (SEK), Bischof Dr. Charles Morerod (SBK), Bischof Dr. Harald Rein (CKS) und Dr. Herbert Winter (SIG).

Schweizerische Evangelische Allianz engagiert sich in unterschiedlichen Projekten
Die mehr als 60 Millionen Flüchtlinge auf der Welt teilten alle den Wunsch nach Schutz und einer Zukunftsperspektive, schreibt die SEA in einer Medienmitteilung zum Flüchtlingssonntag. Nicht selten würden Flüchtlinge im Gastland ausgegrenzt oder ignoriert. Das Motto der Schweizerischen Flüchtlingshilfe für 2017 „Last minute - Eine Flucht ist keine Ferienreise“ beschreibe die Situation der Flüchtenden gut, so die SEA. Die Allianz und die mit ihr verbundenen Kirchen und Werke laden am Flüchtlingssonntag ein, sich mit Menschen auf der Flucht zu solidarisieren.

Grosses kirchliches Engagement
Am Flüchtlingssonntag, 18. Juni, wurden neben dem Gebet auch Möglichkeiten für das persönliche Engagement unter Flüchtlingen aufgezeigt. „Es ist sehr ermutigend zu sehen wie gross die Vielfalt kirchlichen Engagements für Flüchtlinge in der Schweiz ist“, sagte Marc Jost, Generalsekretär der SEA. Der Flüchtlingssonntag könne auch dazu dienen, dieses Engagement mit vielen Freiwilligen im Rahmen eines Gottesdienstes zu würdigen. Vor allem könne er dazu anregen, Brücken zwischen Schweizern und Flüchtlingen zu bauen, schreibt die SEA.

Handeln statt wegschauen
Für die Kollekte in Gottesdiensten hat die Schweizerische Evangelische Allianz zwei Projekte in der Schweiz empfohlen:
1. Die Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen (BIR) wolle vor allem die durch das religiöse Bekenntnis entstandene Bedrohungssituation von Flüchtlingen erfassen und ihnen helfen. Die BIR helfe, dass Migrantinnen und Migranten in der Schweiz bestmöglich integriert werden könnten.
2. Die „Love Europe App“ solle den Geflüchteten in der Schweiz die Orientierung und Kommunikation erleichtern, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz. Sie sollen sich mit Menschen in Europa vernetzen können, die ihnen helfen und mit Liebe und Respekt begegnen wollen. Webseite: www.love-europe.org

Flüchtlingsabbat bei Adventisten weltweit in Kirchenkalender integriert
Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz hat den Flüchtlingssabbat 2012 in den Kirchenkalender aufgenommen und die Weltkirchenleitung 2016. Die adventistischen Kirchgemeinden sind aufgerufen worden in den Gottesdiensten der Geflüchteten zu gedenken, für sie zu beten und für die Thematik zu sensibilisieren. Dazu bieten die Weltkirchenleitung oder regionale Kirchenleitungen auf ihrer Webseite mehrsprachiges Material in Form von Videos, Grafiken und Predigtentwürfen an: www.adventisten.ch/. Die Adventgemeinde Bern gestaltete am 17. Juni einen ganzen Tag zur Thematik: „Einblicke – Ausblicke: Kaleidoskop der Flüchtlingsrealität“.

Aufruf der christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinschaft zum Flüchtlingssonntag und Flüchtlingssabbat:
www.kirchenbund.ch/sites/default/files/media/pdf/themen/sonntag/fluechtlingssonntag_d_2017_aufruf.pdf

Mehr Informationen zum Flüchtlingssonntag der Schweizerischen Evangelischen Allianz: www.each.ch/veranstaltung/fluechtlingssonntag/

Informationen zur Arbeit mit Geflüchteten:
www.xn--flchtlingen-helfen-n6b.ch/

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"inforel" Basel: 30 Jahre Internet-Plattform für Information über Religionen

Basel/Schweiz | 28.06.2017 | CBS KULTUR INFO/APD | Schweiz

Der Basler Verein "inforel Information Religion" hat laut CBS KULTUR INFO kürzlich den Jahresbericht 2016 veröffentlicht. Seit 2003 ist inforel eine virtuelle Informationsstelle, die auf ihrer neugestalteten Webseite www.inforel.ch Basisauskünfte über die meisten der rund 470 religiösen Gruppierungen und Kirchgemeinden in den beiden Basel anbietet. Die Webseite verzeichnete 2016 mit rund 554‘000 Seitenaufrufen eine konstante Zugriffshäufigkeit.

Wie in den vergangenen Jahren führen die Info-Seiten mit Inhalten über den Islam auch 2016 die Liste der Top Ten an. Die Textseite "Frauen im Islam" knackte 2016 sogar erstmals die 10‘000er Zugriffs-Marke. Nach Angaben von inforel hält die Nachfrage nach fundierter und ausgewogener Information über den Islam unvermindert an. Hingegen sind die Abfragen nach anderen monotheistischen Religionen wie Christentum und Judentum rückläufig. Dafür wird ein gesteigertes Interesse am Alevitentum, dem Buddhismus und der Sikh-Religion verzeichnet.

Grosse Beachtung findet - als praktische Orientierungshilfe im multikulturellen Umfeld - nach wie vor der jährlich publizierte inforel-Religionskalender. Dieser bietet eine Übersicht der aktuellen religiösen Feste und Feiertage der in der Deutschschweiz vertretenen Religionsgemeinschaften. Er ist auch wieder als App für iPhone, iPad und iPod touch abrufbar.

Der Jahresbericht 2016 enthält neben einer aktuellen Grafik über die Religionszugehörigkeit in Basel-Stadt und Basel-Landschaft auch einen Kurzbeitrag über die Veränderungen in der religiösen Landschaft der Schweiz, von einem weitgehend christlich geprägten in ein religiös pluralistisches Land.

Seit 30 Jahren Internet-Plattform für fundierte Informationen über Religionen
Der politisch und konfessionell neutrale Verein wurde 1987 vom Religionswissenschaftler Christoph Peter Baumann gegründet und aufgebaut. Zu den Zielen des nunmehr 30 Jahre alten Vereins zählen: das Wissen über Religionen und religiöse Bewegungen in der Öffentlichkeit zu erweitern und vertiefen und weisungsunabhängige Auskünfte über Religionen und Weltanschauungen in der Region Basel zu vermitteln. Die Informationsstelle wird seit 2015 von der Kulturanthropologin Karima Zehnder geleitet.

Die Arbeit des Vereins wird aus Mitgliedsbeiträgen, Spendengeldern und Förderungszuschüssen finanziert. Spenden an inforel sind im Kanton Basel-Stadt steuerabzugsfähig. Eine Vereinsmitgliedschaft ist für Privatpersonen und Religionsgemeinschaften möglich. Kontakt für Mitgliedschaft, Spenden und Jahresbericht 2016: info@inforel.ch

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34.968 Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

Ostfildern/Deutschland | 28.06.2017 | APD | International

Der Mitgliederstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland stagniert anhaltend. Zum 31. Dezember 2016 gab es in der Bundesrepublik 34.968 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten. Das sind 122 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der örtlichen Adventgemeinden blieb konstant auf 558.

Krankenhäuser, Schulen und Medien
Die Freikirche in Deutschland betreute im Jahr 2016 durch ihren Jugendverband rund 5.000 Pfadfinder, Teenager und Jugendliche. Sie ist in jedem Bundesland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat sieben regionale Kirchenleitungen (Vereinigungen), die zum Nord- und Süddeutschen Verband als überregionale Zusammenschlüsse gehören. Sie unterhält die Berliner Krankenhäuser und Tageskliniken „Waldfriede“ und „Nikolassee“, die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg, das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt, sowie weitere Grundschulen und Kindergärten. Auch das Medienzentrum Stimme der Hoffnung, Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, mit dem „Hope Channel“ TV- und Radiosender, der „Hope-Hörbücherei“ und dem „Hope Bibelstudien-Institut“ sowie der Advent-Verlag, Lüneburg, stehen unter adventistischer Leitung.

Weitere Sozialeinrichtungen
Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist ein gemeinnütziger Verein und bildet mit einer Reihe von sozialen Einrichtungen und verschiedenen Tochter-Gesellschaften das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Zum AWW gehören unter anderem vier Kindertagesstätten und eine Heilpädagogische Tagesstätte, eine Schule, vier Altenpflegeheime, zwei Einrichtungen für „Betreutes Wohnen“, zwei stationäre Hospize und ein ambulanter Hospizdienst, ein Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen, ein Tagestreff für Obdachlose und sozial Benachteiligte, die „Schutzhütte“ Schwedt mit verschiedenen Angeboten für Langzeitarbeitslose sowie eine Kontaktstelle für Suchtabhängige, eine Fachklinik für Abhängigkeitskranke, zwei Wohnheime für Suchtkranke, eine Suchtberatungs- und Behandlungsstelle, sowie mehrere Suppenküchen und psychosoziale Beratungsstellen. Durch ehrenamtliche Helferkreise, in verschiedenen Selbsthilfegruppen und in sozialen Projekten werden bedürftige Menschen unabhängig von ihrem religiösen, kulturellen oder sozialen Hintergrund betreut.

Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) verfügt über 34 Regionalgruppen, Vereine und Clubs, die sich für Gesundheitsförderung einsetzen. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland führt humanitäre Maßnahmen in verschiedenen Ländern durch.

Zwischenkirchliche Beziehungen
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland und in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG).

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Tagesklinik für psychiatrisch-psychosomatische Krankheiten in Berlin eröffnet

Berlin/Deutschland | 28.06.2017 | APD | International

Zum 1. Juni eröffnete das Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf mit der „Tagesklinik Waldfriede“ eine neue Einrichtung seines Gesundheitsnetzwerks im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Dafür wurden die Räumlichkeiten der ehemaligen Kurzzeitpflege am Botanischen Garten in der Schmidt-Ott-Strasse 9 in Berlin-Steglitz vollständig saniert und umgebaut. Die Einrichtung wendet sich mit ihrem teilstationären Angebot an Menschen mit psychiatrisch-psychosomatischen Erkrankungen, wie Depressionen, Ängsten, Zwängen und Suchtfolgestörungen. Anfangs sollen hier 15, später bis zu 25 Patienten behandelt werden.

Seit 2012 betreibt das Netzwerk „Waldfriede“, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, bereits die „Privatklinik Nikolassee“ in Berlin, die sich mit einem stationären Angebot ebenfalls an Menschen mit psychiatrisch-psychosomatischen Erkrankungen wendet. Durch die Tagesklinik werde nun eine weitere Möglichkeit für diesen Personenkreis bereitgestellt. „Wir wollten ein ergänzendes Angebot ohne stationäre Aufnahme für Patientinnen und Patienten mit psychischen oder psychiatrischen Problemen schaffen. Somit fügen wir unserem breiten Gesundheitsnetzwerk im Bezirk einen weiteren Baustein der medizinischen und pflegerischen Versorgung hinzu“, teilte Krankenhausvorstand Bernd Quoss mit.

Der Chefarzt
Die „Tagesklinik Waldfriede“ wird von Chefarzt Dr. med. Herald Hopf (56), Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, geleitet, informierte Quoss. Hopf sei von Anfang an in die Planung und Umsetzung des Vorhabens eingebunden worden. Bis zu seinem Wechsel in das Netzwerk „Waldfriede“ war er als Chefarzt der Tagesklinik Preetz (südöstlich von Kiel im Landkreis Plön) in der „Brücke Schleswig-Holstein“ tätig. Hopf ist zudem Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft der Tageskliniken e.V. (DATPPP). Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.

Intensive Therapie ohne Übernachtung
In der „Tagesklinik Waldfriede“ sollen laut Dr. Herald Hopf die Patienten in ruhiger und angenehmer Umgebung behandelt werden. So könne in entspannter und familiärer Atmosphäre mit dem nötigen Abstand den Alltagsproblemen verändert entgegengetreten und neue Kraft geschöpft werden. Die Tagesklinik biete eine deutlich intensivere Therapie als bei ambulanter Behandlung und komme doch ohne Übernachtung aus. Das Potential eines Patienten solle aber nicht nur im geschützten Raum einer Klinik, sondern besonders im Alltag erlebbar sein. Veränderungen könnten zunächst in der Tagesklinik getestet und anschliessend weiter selbst geübt werden.

Aufnahmegründe seien neben Depressionen, Ängsten, Zwängen und Persönlichkeitsstörungen auch Trauma-, Suchtfolge- sowie Somatisierungsstörungen, Schizophrenie, Autismus und Hyperaktivität. Doch auch psychischen Problemen im Umfeld von Schwangerschaft und Geburt möchte sich die Einrichtung in besonderer Weise zuwenden. Das interdisziplinäre Team der Tagesklinik bestehe neben dem Chefarzt aus Fachärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Krankenpflegern und Seelsorgern. Sie würden gemeinsam die verschiedenen Therapieangebote wie multimodale Psychotherapie in der Gruppe oder einzeln, Kreativtherapien mit Gestaltung, Musik und Literatur oder Entspannungs- und Bewegungstherapien durchführen, so Hopf.

Die „Tagesklinik Waldfriede“ werde bis zur Aufnahme in den Krankenhausplan nur privat versicherte Patienten sowie Selbstzahler behandeln, gab Bernd Quoss bekannt. Eine entsprechende Zulassung für gesetzlich versicherte Patienten und Patientinnen sei beantragt.

Das Gesundheitsnetzwerk „Waldfriede“
Das freigemeinnützige Akutkrankenhaus „Waldfriede“ ist mit seinen 160 Betten und elf Fachabteilungen akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Pro Jahr würden hier laut Bernd Quoss etwa 13.500 Patienten stationär und 58.000 Patienten ambulant behandelt. Seit seiner Gründung im Jahr 1920 orientiere sich das medizinische Handeln „an ganzheitlichen Präventions- und Therapiekonzepten zum Wohl des gesamten Menschen“. Neben dem Krankenhaus sei in den letzten Jahren ein umfangreiches Gesundheitsnetzwerk etabliert worden, das sich stetig weiterentwickele. Damit wäre das Netzwerk „Waldfriede“ mittlerweile der vielfältigste Medizin- und Pflegeanbieter im Berliner Südwesten und mit rund 950 Beschäftigten einer der grössten Arbeitgeber im Bezirk.

Nach Quoss bestand bis 1989 das Krankenhaus „Waldfriede“, gemeinsam mit der heutigen „Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege“, als solitäres Akutkrankenhaus ohne ein angeschlossenes Netzwerk. 1989 wurde die Sozialstation „Waldfriede“ auf dem Gelände des Krankenhauses gegründet. Sie ist bis heute in der ambulanten häuslichen Krankenpflege im Bezirk Steglitz-Zehlendorf aktiv und versorgt 180 Patienten.

Das 1993 ebenfalls auf dem Gelände des Krankenhauses ins Leben gerufene Gesundheitszentrum „PrimaVita“ verfügt seit dem Jahr 2008 zusätzlich zu den Sporträumen über ein Schwimmbad am Teltower Damm in Berlin-Zehlendorf. Insgesamt würden pro Jahr 5.000 Interessenten an den Kursen und Dauergruppen des „PrimaVita“ teilnehmen. Das Zentrum bietet seit 2010 auch einen „Medical Check Up“ an.

Im Jahr 1999 folgte die Gründung der „Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede“. Sie ist seitdem für die Reinigung innerhalb des Krankenhauses und für den Betrieb der Küche sowie die Essensversorgung zuständig.

Im Januar 2012 folgte die Übernahme der „Privatklinik Nikolassee“ in der Von-Luck-Strasse. Die Villa hat Platz für 16 Patienten mit internistischen, psychosomatischen und psychischen Erkrankungen.

Am 11. September 2013 wurde das „Desert-Flower-Center Waldfriede“ gegründet. Hier finden Frauen, die von Genitalverstümmelung betroffen sind, medizinische Hilfe und psychosoziale Betreuung.

Im Mai 2017 übernahm das Gesundheitsnetzwerk „Waldfriede“ das Seniorenhaus „Arche“ in der Adolfstrasse in Berlin-Zehlendorf. Die im Jahr 2007 gegründete Einrichtung verfügt über ein 5.300 Quadratmeter grosses Grundstück und beschäftigt 60 Mitarbeitende, die sich um 84 Bewohner in 70 Einzel- und sieben Doppelzimmern kümmern. Die jetzt unter dem Namen „Seniorenhaus Waldfriede“ geführte Einrichtung, ergänze das vielfältige Medizin- und Pflegenetzwerk „Waldfriede“, so Quoss.

Zudem eröffnete 2007 „Waldfriede“ in Zusammenarbeit mit dem Advent-Wohlfahrts-Werk, dem Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Tagesstätte mit 65 Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren und ein Mehrgenerationenhaus. Bereits seit 2000 bietet das Krankenhaus „Waldfriede“ mit der „Babywiege“ (Babyklappe) ein umfangreiches Beratungs- und Betreuungskonzept für Mütter in Not an.
Weitere Informationen unter: www.krankenhaus-waldfriede.de

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Deutschland: Zahl minderjähriger Soldaten und Soldatinnen steigt

Bonn/Deutschland | 28.06.2017 | APD | International

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in Deutschland hat die hohe Zahl von Minderjährigen in der Bundeswehr kritisiert. „Es ist erschreckend, dass die Zahl minderjähriger Soldaten ihren höchsten Stand seit Aussetzung der Wehrpflicht erreicht hat“, betonte die EAK-Referentin für Kriegsdienstverweigerung Jasmin Schwarz.

Über 1.900 Soldaten und Soldatinnen in der Bundeswehr unter 18 Jahren
Die EAK bezieht sich mit ihrer Kritik auf die Antwort der Bundesregierung bezüglich einer Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag. Danach waren 2016 insgesamt 1.907 Minderjährige bei der Bundeswehr, 698 als Soldaten auf Zeit und 1.209 als Freiwillig Dienstleistende. 89 waren sogar nach Ablauf ihrer Probezeit noch nicht volljährig. Ebenfalls einen Höchststand erreichte die Anzahl weiblicher Minderjähriger in der Truppe. Laut Bundesregierung waren dies im vergangenen Jahr 357 Mädchen.

Bei Aussetzung der Wehrpflicht 2011 gab es in der Bundeswehr 689 Minderjährige und ein Jahr später bereits 1.202. Mit nun 1.907 Minderjährigen ist deren Zahl in der Truppe innerhalb eines Jahres um über 20 Prozent gestiegen.

Die Armee kein grosser Abenteuerspielplatz
„Diese Entwicklung ist schon erschreckend“, meinte dazu Jasmin Schwarz. Viele Jugendliche seien noch nicht in der Lage, wirklich die Konsequenzen eines freiwilligen Dienstes in der Bundeswehr zu erkennen. Auch die Werbekampagne der Bundeswehr würde die gefährlichen Einsätze ausblenden und die Armee als eine Art grossen Abenteuerspielplatz darstellen. „Das verharmlost den Soldatenberuf, um möglichst viele junge Menschen für den Dienst zu gewinnen“, kritisierte die EAK-Referentin.

Die EAK verweist auf die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, welche die Rekrutierung Minderjähriger verbiete. „Es wäre gut, wenn sich die Bundesregierung an diese Konvention hält und die Werbung für den Soldatenberuf in Schulen und Jugendeinrichtungen endlich einstellen würde“, so Jasmin Schwarz. Es reiche nicht aus, dass die Bundesregierung darauf hinweise, dass Jugendliche nur mit Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter in die Streitkräfte eintreten dürften. „Wenn wir in Europa den Einsatz von Kindersoldaten in Asien oder Afrika kritisieren, dann dürfen wir das in Deutschland nicht einfach so hinnehmen“, betonte die EAK-Referentin.

Arbeitszeitvorschriften gelten nicht für minderjährige Soldaten
Auf Kritik stosse bei der EAK auch die Aussage der Bundesregierung, wonach die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes bezüglich der zulässigen Wochenarbeitszeit auf minderjährige Soldatinnen und Soldaten keine Anwendung fänden. „Das zeigt deutlich, dass der Soldatenberuf nicht mit anderen Berufen vergleichbar und die Armee keine normale Arbeitgeberin ist. Aber ich glaube kaum, dass die Werber in den Schulen die Jugendlichen darauf hinweisen. Hier muss es dringend Veränderungen geben“, gab Jasmin Schwarz zu bedenken.

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung (KDV) und Friedensarbeit zuständig sind. Bundesvorsitzender der EAK ist Oberlandeskirchenrat i.R. Dr. Christoph Münchow.

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Bern: „500 Jahre Reformation“ mit nationalem Festgottesdienst gefeiert

Bern/Schweiz | 28.06.2017 | APD | Ökumene

Mit einem nationalen Festgottesdienst feierten am 18. Juni in Bern mehr als 700 Gäste aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft das 500. Jubiläum der Reformation. Mit dabei waren Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Kirchenbundspräsident Gottfried Locher, Kurienkardinal Kurt Koch, die deutsche Reformationsbeauftragte Margot Kässmann, der Erzbischof von Canterbury Justin Welby, Jerry Pillay, Präsident der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen sowie Olav Fyske Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen.

"Wo dein Schatz ist, ist dein Herz“ (Matthäusevangelium), so das Motto des nationalen Festgottesdienstes „500 Jahre Reformation“, zu dem der Schweizerische Evangelische Kirchenbund nach Bern geladen hatte.

Der Synodalratspräsident der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn Andreas Zeller begrüsste im Berner Münster die Delegierten der Abgeordnetenversammlung, Synodale und Kirchenleitungen der Mitgliedkirchen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Vertretungen der Hilfs- und Missionswerke und Ausbildungsstätten sowie Gäste aus Südafrika, China, den USA, Frankreich, Österreich, Ungarn, Italien, Deutschland und dem Vereinigten Königreich.

Gottfried Locher: Es gibt materielle und immaterielle Schätze
„500 Jahre Evangelium für alle in Wort und Tat: Das feiern wir heute. Generationen von Christinnen und Christen fanden und finden in der evangelisch-reformierten Kirche Trost, Kraft und Orientierung", so Kirchenbundspräsident Gottfried Locher in der Predigt. "500 Jahre Inspiration und Seelsorge für alle, die vom Leben mehr erwarten als Materielles. 500 Jahre auf den Spuren Jesu Christi, gemeinsam, persönlich, verlässlich, verbindlich."

Das Motto des Tages: „Wo dein Schatz ist, ist dein Herz“, könne abgeschwächt gelesen und interpretiert werden. Matthäus, der diese Aussage Jesu überliefert habe, sei aber radikaler gewesen als viele seiner Ausleger und meine es so, wie er es geschrieben habe. Es gäbe materielle und immaterielle Schätze auf dieser Welt, an die man sein Herz hängen könne. Bei den einen sei es glänzend polierter, schneller Stahl, bei anderen könnten es Produkte aus dem Hause Dior oder Vuitton sein und noch anderen gehe es um ihren guten Ruf, Macht, Einfluss und Ansehen.

Jean Calvin habe ein schönes Bild geprägt, sagte Locher: Menschen, die umziehen, würden ihre Güter im Voraus dorthin schicken, wo sie zukünftig wohnen wollten. Es stimme, so Locher, dass dort wo unser Herz sei, auch unser Schatz sei. Dieser Aussage müsse sich sowohl der einzelne Christ als auch die Kirche immer wieder stellen.

Botschaften internationaler ökumenischer Gäste
Jerry Pillay, Präsident der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, hielt fest, dass die Reformatoren vor 500 Jahren über den Zustand der alten Kirche besorgt gewesen seien. Heute „verspüren wir einen noch grösseren Bedarf an Erneuerung und Wandel“. Er führte anschliessend jene fünf Bereiche an, welche die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen mutig angehen und erneuern müsse: Dazu gehöre unter anderem die Erneuerung folgender Verpflichtungen: für Gottes Mission, für Gerechtigkeit und Frieden, für theologischen Wandel und das ökumenische Engagement.

Justin Welby, Erzbischof von Canterbury, sagte, dass es im Christsein um eine zentrale Wahrheit gehe, dass Jesus auferstanden sei. Man könne überspitzt sagen, dass die Kirche existiere, um Gottesdienste zu feiern und Zeugnis von dieser Wahrheit abzulegen, der Rest sei Verzierung. Christen seien Zeugen der Auferstehung. Es gehe demnach darum, als Christen Zeugnis vom Sieg Gottes über die Sünde, den Tod und das Böse zu bezeugen. Wer dies bezeuge und nicht stumm bleibe, finde eine Welt vor, die danach hungere, zuzuhören.

Kurt Koch, Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche, bezog sich in seiner Botschaft auf das Motto der Reformationsfeier: „Wo dein Schatz ist, ist dein Herz“. In unserem Herzen entscheide sich demnach, ob wir Gottesdienst oder Götzendienst betreiben würden. Die fundamentale Aufgabe der Christen bestehe darin, Gott anzuerkennen und ihm mit Freude zu dienen. In einer überwiegend säkularisierten Gesellschaft gehe es darum, den lebendigen Gott zu bezeugen. Christen glaubten nicht an irgendeinen Gott, sondern an jenen Gott, der konkret sein Gesicht in Jesus von Nazareth den Menschen gezeigt habe und der sich durch dessen Worte geoffenbart habe. Dies könnten Reformierte und Katholiken gemeinsam bezeugen.

Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Weltkirchenrates ÖRK, stellte seinen Beitrag unter das Wort von Apostel Paulus im Römerbrief, 14,17: „Denn das Reich Gottes ist... Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geist.“ Die Wiederentdeckung des Evangeliums Christi als eine Frohbotschaft der Hoffnung und Transformation sei ein Herzensanliegen der Reformation mit ihrer befreienden Botschaft an die Welt gewesen. Er kenne viele Menschen, so Tveit, die angesichts der besorgniserregenden Krisenzeichen die Hoffnung verlören, Angst hätten und Schlimmeres befürchteten. Andere sähen in der frohen Botschaft des Evangeliums einen Schatz, dem sie vertrauten und der sie nicht aufgeben liesse.

Grussworte zum Auftakt der anschliessenden Feierlichkeiten auf dem Münsterplatz richteten Margot Kässmann, Reformationsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der gleichzeitig Co-Präsident des Patronatskomitees des Reformationsjubiläums in der Schweiz ist. „Die Reformation hat in ihrer 500-jährigen Geschichte, die wir dieses Jahr zusammen feiern dürfen, viel dazu beigetragen, dass der christliche Geist – Opferbereitschaft und Engagement für die Schwächeren in unserer Gesellschaft – aktiv gelebt wird“, so Bundesrat Schneider-Ammann. „Zwinglis Einsatz für Bildung und Eigenverantwortung hat zur Mündigkeit des Bürgers massgebend beigetragen. Reformiert ist, wer in Freiheit Verantwortung übernimmt.“

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Justin Welby: „Ohne Evangelisation ist die Kirche nur eine NGO"

Fribourg/Schweiz | 28.06.2017 | APD | Ökumene

Unter dem Gebet „Come, Holy Spirit!“ kamen an die 600 Teilnehmer/innen zu den vierten Studientagen des Studienzentrums für Glaube und Gesellschaft an der Universität Fribourg vom 19. bis 21. Juni zusammen. Darunter war auch eine grosse Anzahl namhafter Professoren und Professorinnen der Theologie aus dem In- und Ausland, viele Studierende aus den Theologischen Fakultäten der Universitäten Fribourg, Bern und Zürich sowie Pfarrpersonen aus dem In- und Ausland.

„Der Heilige Geist ist der Reformer, der Kirche und Gesellschaft erneuert und transformiert.“ Mit diesen Worten von Walter Dürr, Direktor des Studienzentrums für Glaube und Gesellschaft, wurden die vierten Studientage eröffnet. Würdenträger aus zahlreichen kirchlichen Traditionen waren anwesend: der Erzbischof von Canterbury Justin Welby, Kardinal Christoph Schönborn OP, Metropolit Serafim Joanta, die Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentages Christina aus der Au sowie der Bischof von Kensington Graham Tomlin. Zudem war eine grosse Anzahl namhafter Professor/innen der Theologie aus dem In- und Ausland vor Ort, heisst es in der Medienmitteilung der Organisatoren.

Das Wirken des Geistes durch den Menschen für die Welt
Die Studientage begannen mit einem Vortrag des Neutestamentlers aus St. Andrews (Schottland), Prof. N.T. Wright. Er betonte das Wirken des Heiligen Geistes bei der Schöpfung, bei der Neuschöpfung in Jesus Christus sowie bei der Vollendung der Welt. Der das Ebenbild Gottes tragende Mensch sei ein vom Heiligen Geist befähigter Akteur, der an der Erneuerung der Schöpfung mitwirke, so N.T. Wright.

Der Erzbischof von Canterbury Justin Welby identifizierte drei Prioritäten für die heutige Kirche: die Wiederbelebung des Gebets, die Versöhnung untereinander und das Zeugnis des Glaubens für die Welt, das sich im Dienst in der Liebe zum Nächsten äussere. Laut idea betonte Justin Welby: "Die Kirche existiert aus zwei Gründen: Erstens, um Gott in Jesus Christus anzubeten und zweitens, um die Auferstehung und das Heil durch Christus zu bezeugen.» Wenn das nicht geschehe, sei die Kirche eine gute NGO, aber eben nur eine NGO.

Christoph Kardinal Schönborn betonte aus eigener Erfahrung die Wichtigkeit der verschiedenen vom Heiligen Geist inspirierten Aufbruchsbewegungen, die in Geschichte und Gegenwart belebend für die Kirche wirkten. In einem Gespräch zwischen Welby und Schönborn wurde das christliche Zeugnis als das Verbindende zur Sprache gebracht. Es sei wie bei den Speichen eines Rads, man komme sich umso näher, je näher man sich zur Nabe, Jesus Christus, hinbewege.

Raumgeben für den Heiligen Geist
Am Dienstag und Mittwoch fanden Vorträge zum Heiligen Geist aus den verschiedenen konfessionellen Perspektiven statt: die Professorin für Dogmatik in Fribourg, Barbara Hallensleben, aus katholischer Perspektive, Amos Yong aus dem nordamerikanischen Fuller Theological Seminary aus einer pentekostalen Perspektive, die Zürcher Theologin Christina aus der Au und der Berner Kirchenhistoriker Martin Sallmann aus der Perspektive der reformierten Theologie, der Präsident des St. Mellitus College in London, Bischof Graham Tomlin aus anglikanischer Perspektive und der Metropolit Serafim Joanta aus orthodoxer Perspektive.

Kirchenfenster als Bild für das Wirken des Heiligen Geistes
Graham Tomlin betonte, dass eine strukturelle Erneuerung der Kirche ohne eine Sehnsucht nach dem Heiligen Geist fruchtlos sei. Er gäbe auch keine neuen Offenbarungen zusätzlich zu dem, was bereits in der Bibel geoffenbart worden sei. Der Heilige Geist öffne vielmehr die Augen, um zu sehen und zu erleben, was Sache sei und verglich sein Wirken mit einem Kirchenfenster. Dieses bestehe bereits in Form, Gestaltung und Farbe. Der Heilige Geist nehme die Gläubigen in die Kirche hinein, sodass das, was bereits beim Kirchenfenster vorhanden ist an Darstellung und Farbe, zum eigenen Erleben werde. Tomlin zitierte zum Schluss seines Referats den orthodoxen Patriarchen von Antiochien, Ignatius IV.: "Ohne den Geist, ist Gott weit weg, Christus ist Teil der Vergangenheit, das Evangelium ist toter Buchstabe, die Kirche ist bloss eine Organisation und Mission verwandelt sich in Propaganda. Aber im Geist, ist Gott nahe, der auferstandene Christus ist gegenwärtig bei uns - hier und jetzt - das Evangelium ist Lebenskraft, die Kirche bedeutet trinitarische Gemeinschaft und Mission ist Ausdruck von Pfingsten."

Evangelium für „fromme Konsumenten“
Metropolit Serafim beklagte, dass die Kirche häufig den Geist um der Strukturen willen ersticke, statt Raum für seine Entfaltung zu geben. Ohne Kreuz werde das Evangelium etwas für „fromme Konsumenten“.

Der päpstliche Hofprediger Raniero Cantalamessa schickte eine Grussbotschaft aus Rom: „Erst in der Gemeinschaft und Einheit der Gläubigen ist der Leib Christi ganz. In der Uneinigkeit ist auch der Leib gebrochen.“

Der Pastor der Pfingstgemeinde in Caserta bei Neapel, Giovanni Traettino, sprach von seinen Begegnungen mit Papst Franziskus: „Der Weg zur Einheit läuft über Brüderlichkeit und Freundschaft.“

Auch Matthias Zeindler aus der Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn und der Pfingsttheologe Jean-Daniel Plüss sprachen über geistliche Bewegungen in den eigenen Kirchen. An den Nachmittagen gab es Vertiefungsseminare mit den Referierenden.

Gemeinsam betend in die Zukunft
Als einen der Höhepunkte der Fribourger Studientage bezeichnen die Organisatoren den Ökumenischen Gebetsgottesdienst in der St. Nikolaus Kathedrale. Es wurde nicht nur über den Heiligen Geist gesprochen, sondern gemeinsam um das Kommen des Heiligen Geistes gebetet. Mit mehr als 800 Gottesdienstteilnehmenden war die Kirche übervoll. Zu den genannten Würdenträgern kamen viele weitere leitende Persönlichkeiten aus Kirche und Akademie dazu, wie etwa der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes Gottfried Locher, Abt Urban Federer aus Einsiedeln, die Vize-Präsidenten der Freikirchen in der Schweiz Claudia Haslebacher, Präsident der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH) Weihbischof Denis Theurillat und der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Matthias Spiess.

Die Vielfalt der liturgischen Formen sowie die Möglichkeit, über die Konfessionsgrenzen hinweg gemeinsam zu beten und einander wahrzunehmen, sei von den Teilnehmenden am Gottesdienst als grosse Bereicherung wahrgenommen worden, schreiben die Organisatoren der Konferenz in einer Medienmitteilung.

Weitere Informationen unter www.glaubeundgesellschaft.ch

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Russland: Adventist Mitglied in staatlichem Beratungsgremium

Silver Spring, Maryland/USA | 28.06.2017 | AR/APD | Religion + Staat

Pastor Oleg Goncharov, zuständig für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung (Euro-Asia Division) mit Sitz in Moskau, wurde für die Periode 2017 bis 2020 in die Gesellschaftskammer Russlands gewählt. Die Gesellschaftskammer ist ein beratendes Gremium für die Regierung.

„Zum ersten Mal ist ein Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten für solch ein wichtiges Feld des sozialen und bürgerlichen Austauschs in Russland gewählt worden“, zitiert sie nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) Kirchenleiter der Adventisten in dieser Region, welche die Russische Föderation und andere ehemalige Sowjet-Staaten umfasst. Ihrer Meinung nach sei dies eine Bestätigung der Arbeit und des Status der Freikirche in Russland. „Es zeigt auf jeden Fall, dass die Gesellschaft und Regierungschefs in Russland die adventistische Freikirche sehr schätzen.“

Laut AR wurden die Wahlergebnisse am 6. Juni bekannt gegeben. Die Kandidatur von Oleg Goncharov wurde dabei von der russischen Vereinigung für die Sicherung von Religionsfreiheit (RARF) und anderen nationalen und regionalen Organisationen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, unterstützt. In seiner Erklärung zur Kandidatur habe Goncharov offen angegeben, dass er adventistischer Pastor sei und auch sein bisheriges Engagement für Religionsfreiheit erwähnt.

Gesellschaftskammer in Russland
Laut eigenen Angaben wurde die Gesellschaftskammer 2005 gegründet und hat die Aufgabe, Bürger bei der Interaktion mit Regierungsbeamten sowie örtlichen Behörden zu unterstützen. Dabei sollen besonders die Rechte und Freiheiten von Bürgern bei der Gestaltung und Umsetzung von staatlicher Politik berücksichtigt werden. Weitere Informationen: www.oprf.ru

Die Gesellschaftskammer setzt sich aus 166 Mitgliedern zusammen, von denen der Präsident der Russischen Föderation 40 ernennt, weitere 43 Mitglieder werden von dazu Berechtigten gewählt. Es gibt 14 Beratungsbereiche, wobei Oleg Goncharov für den Bereich Nr. 8 nominiert wurde: „Koordination von zwischen-ethnischen und interreligiösen Beziehungen, Unterstützung von bürgerlichem Frieden und Einvernehmen“. Dort standen drei Plätze für 27 Kandidaten zur Verfügung. Goncharov belegte mit 57 Stimmen den dritten Platz.

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Papua-Neuguinea: veränderter Wahlablauf wegen Adventisten

Wahroonga, NSW/Australien | 28.06.2017 | AR/APD | Religion + Staat

Wie die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record (AR) berichtete, hat die Wahlkommission in Papua-Neuguinea auf Anregung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Veränderungen im Ablauf der anstehenden Parlamentswahlen vorgenommen. Damit solle sichergestellt werden, dass Christen nicht an ihrem Ruhetag wählen gehen müssten.

Nach der Veröffentlichung der Wahltermine für den Zeitraum vom 24. Juni bis 8. Juli 2017 habe sich der Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Papua-Neuguinea, Pastor Kepsie Elodo, an den obersten Wahlkommissar gewandt. Der Wahlzeitraum umfasse auch drei Samstage. Adventisten feiern ihre Gottesdienste am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag. Pastor Elodo wies darauf hin, dass Adventisten vor Ort nicht wählen gehen würden, wenn die Wahlbeamten ihren Besuch in einer speziellen Kommune auf einen Samstag legen sollten.

Elodo habe auch eine Verlautbarung an die 294.000 Siebenten-Tags-Adventisten im Land herausgegeben, in der er sie ermutigte, sich für einen friedlichen Wahlkampf einzusetzen und dafür zu beten. „Vermeidet es, am Sabbat zu wählen“, ergänzte der Kirchenpräsident, „Während wir die Autorität [unserer Regierung] respektieren, steht das Gesetz Gottes höher. „Wir waren auch um die Christen besorgt, die den Sonntag halten“, so Pastor Cameron Wari, Leiter der Kommunikationsabteilung der überregionalen adventistischen Kirchenleitung in Papua-Neuguinea, „Sie wären in der gleichen Situation, wenn sie aufgefordert würden, sonntags wählen zu gehen.“

Reaktion der Wahlkommission
Leiter und Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten seien sehr dankbar gewesen, als die Wahlkommission positiv auf ihr Anliegen reagierte, so Adventist Record. Obwohl die Wahltermine nicht verändert worden seien, habe die Wahlkommission durch die Medien verlautbaren lassen, dass die Wahlbeamten nicht an Wochenenden arbeiten würden. Es werde allgemein erwartet, dass die Regierung den 27. Juni als nationalen Feiertag festlege, damit auch Arbeitnehmer in den Städten Zeit zum Wählen hätten.

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Patriarch Bartholomeos I. fordert Eintreten der Religionen für Menschenrechte

Berlin/Deutschland | 28.06.2017 | APD | Religion + Staat

Die Menschenrechte böten sich als Grundlage für eine gemeinsame Werteorientierung an, um den globalen Herausforderungen zu begegnen. Das bekräftigte Bartholomeos I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, in einer Rede bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin während eines fünftägigen Aufenthalts in Deutschland.

Bartholomeos räumte ein, dass die christlichen Kirchen der Forderung nach allgemeingültigen Menschenrechten zunächst anlehnend gegenüber gestanden hätten. Erst aufgrund der geschichtlichen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts hätten die Kirchen die Menschenrechte zu ihrem Anliegen gemacht.

Skepsis gegenüber Menschenrechten
Gegenwärtig seien die Menschenrechte erneut mit religiöser Skepsis konfrontiert, jedoch diesmal vorrangig in der Begegnung mit nichtchristlichen Religionen. Den Menschenrechten werde vorgehalten, dass sie ein Kulturgut des Westens seien und keine allgemeine Gültigkeit beanspruchen könnten. Die Skepsis werde damit begründet, dass die Menschenrechte als trojanisches Pferd eine sublime Form christlicher Mission darstellen, gewachsene Gemeinschaftskulturen sprengen und mehr Probleme provozieren als lösen würden. Bartholomeos bedauerte, dass auch einzelne orthodoxe Theologen die ablehnende Haltung gegenüber der Allgemeingültigkeit der Menschenrechte teilten.

Der Mensch lebt nicht für sich selbst
Die Grundprinzipien der Aufklärung, Freiheit und Vernunft, die in den allgemeinen Menschenrechten zum Ausdruck kämen, würden jedoch von der Orthodoxie geteilt, so Bartholomeos. Nach theologischem Verständnis sei der Mensch eine Person, weil er als Ebenbild Gottes geschaffen sei. Der Mensch könne deshalb nie für sich allein betrachtet werden, sondern sei immer ein Mitmensch. Ein Mensch sei nur dann eine Person, wenn er in Gemeinschaft mit anderen verbunden sei. Deshalb könne niemand nur auf sein eigenes Recht bestehen, sondern müsse zugleich auch immer das Recht des Anderen mit einfordern und ihm zugestehen. Das finde seinen höchsten Ausdruck in der selbstlosen Liebe.

Nach den Worten des Patriarchen sei die christliche Nächstenliebe eine zusätzliche Motivation, sich für die Menschenrechte einzusetzen. Wenn Europa in der Ethik der Aufklärung gegründet sei, könne es kein zulässiges Mittel sein, an den EU-Außengrenzen andere Menschen mit Tränengas und Wasserwerfern abzuwehren, gab Bartholomeos zu bedenken. Die Religionen sehe Bartholomeos in der Pflicht, die Menschenrechte als ihre eigenen Werte anzuerkennen und ihr Handeln an ihnen auszurichten. Das schütze den Zusammenhalt einer Gesellschaft ebenso wie es der radikalen Überhöhung einer einzelnen Gesellschaft entgegenwirke.

Patriarchat von Konstantinopel
Als Patriarch von Konstantinopel gilt Bartholomeos I. als der 270. Nachfolger des Apostels Andreas. Gegenüber anderen Patriarchen autokephaler orthodoxer Kirchen ist er der „Erste unter Gleichen“. Angesichts erschwerter Rahmenbedingungen seines Patriarchats auf dem Gebiet der Türkei sicherte ihm der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Hans-Gert Pöttering, die „uneingeschränkte Solidarität“ der Stiftung zu.

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Kasachstan: Adventistischer Gewissensgefangener im Oktober frei

Oslo/Norwegen | 28.06.2017 | Forum 18/APD | Religionsfreiheit

Wie Forum 18 (www.forum18.org), norwegische Menschenrechtsorganisation, berichtete, soll Yklas Kabduakasov (55), der nach Artikel 174 des Strafgesetzbuchs von Kasachstan verurteile adventistische Gewissensgefangene, im Oktober entlassen werden. Er ist wegen „Förderung religiösen Hasses“ und „Beleidigung des Propheten Mohammed“ verurteilt worden.

Laut der Menschenrechtsorganisation ist Yklas Kabduakasov (55) am 28. Dezember 2015 nach Artikel 174, erster Teil, wegen „Förderung religiösen Hasses“ und „Beleidigung des Propheten Mohammed“ zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er hat in einer von der Geheimpolizei KNB gemieteten Wohnung mit vom KNB angeheuerten Studenten über seinen Glauben gesprochen und ihnen christliche Literatur angeboten. Seine Bemühungen um eine frühzeitige Entlassung aus dem Arbeitslager im nordkasachischen Pawlodar seien nicht erfolgreich gewesen, so Forum 18.

Andrei Teteryuk, der adventistische Pastor von Kabduakasov, sagte gegenüber der norwegischen Menschenrechtsorganisation am 15. Juni in der Hauptstadt Astana: „Es sind Versuche unternommen worden, Zwischenfälle zu provozieren, um diese gegen ihn verwenden zu können, aber Gott sei Dank ist nichts daraus geworden.“ Eine starke moralische Unterstützung seien für Yklas die Briefe, welche ihm Mitchristen jeden Tag aus der ganzen Welt ins Gefängnis schickten, sagte der adventistische Pastor Teteryuk. „Dies ist ein starkes Zeugnis für die Verwaltung des Arbeitslagers.“

Religionen in Kasachstan
Von den 17,7 Millionen Einwohnern in Kasachstan sind 70 Prozent Muslime, die meisten davon Sunniten. 26 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Den grössten Anteil bildet die Russische Orthodoxe Kirche. Neben rund 300.000 Katholiken gibt es in Kasachstan unter anderem auch lutherische, mennonitische und baptistische Kirchgemeinden. Die Adventisten zählen 2.750 erwachsen getaufte Mitglieder in 42 Gemeinden.

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Pastoren generieren bei Sponsorenevent über Fr. 21’000 für Hilfsprojekte in der Schweiz

Zürich/Schweiz | 28.06.2017 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 25. Juni haben rund 30 adventistische Pastoren aus der ganzen Schweiz bei einem Sponsorenevent der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz in Lyss/BE mit schwimmen oder laufen mehr als 21'000 Franken bei Sponsoren für Projekte in der Schweiz generiert. Am gleichen Tag erbrachte ein Sponsorenlauf in der Spiezerbucht mit 42 Teilnehmenden über Fr. 29'200.- für die Freiwilligenwoche von ADRA Schweiz.

Rund 30 adventistische Pastoren der Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin seien beim Sponsorenevent in Lyss bei Biel hochmotiviert ihre Runden gelaufen oder geschwommen, sagte Mike Perekrestenko, Geschäftsführer von ADRA Schweiz. „Ich bin stolz auf unsere Pastoren, die sich sozial engagieren und dies durch öffentliche sportliche Betätigung bezeugen“, so Perekrestenko.

Die dadurch eingehenden Spenden der Sponsoren und Sponsorinnen der Pastoren werden für soziale Projekte in der Schweiz verwendet. „Auch wenn die Schweiz zu den reichsten Ländern der Welt gehört, gibt es auch Armut. Gemäss dem Statistikamt leben ca. sechs Prozent der Schweizer Bevölkerung unter der Armutsgrenze“, so der Geschäftsführer. Hauptsächlich betroffen seien Alleinerziehende, Arbeitslose und Menschen mit fehlender Qualifizierung. Einem Teil dieser Menschen helfe ADRA über ihre Ortsgruppen unter anderem in Lausanne, Neuenburg, Lugano, Bürglen und Zürich. Die ADRA Ortsgruppen verteilten mit ihren freiwilligen Helfern Kleider, Nahrungsmittel und Hygieneartikel. Darüber hinaus hätten die Freiwilligen vor Ort für die Sorgen und Nöte der Betroffenen ein offenes Ohr, sagte Mike Perekrestenko.

Sponsorenlauf in Spiez ergab über Fr. 29'200 für die ADRA-Freiwilligenwoche
Der am gleichen Tag in der Spiezerbucht durchgeführte Sponsorenlauf der ADRA-Ortsgruppe Berner Oberland erbrachte mehr als Fr. 29'200.- an Spenden für die Freiwilligenwoche. Das Hilfswerk führt jedes Jahr bei bedürftigen Bergbauern in der Schweiz eine Freiwilligenwoche durch. Wegen des grossen Interesses bei Freiwilligen müsse eine Warteliste geführt werden, so ADRA Schweiz.

Laut der Organisatorin des Sponsorenevents in Spiez, Evelyne Studer, hätten sich 42 Aktive, im Alter von 8 bis 81 Jahren, „mit viel Elan“ engagiert. Es hätten in der Rogglischeune, die von der Stadt Spiez zur Verfügung gestellt wurde, auch Passanten mit dem Kauf von Getränken und Gebäck die ADRA-Freiwilligenwoche unterstützt.

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ADRA Schweiz Jahresbericht 2016 – 4 Mio. Franken Gesamtertrag

Zürich/Schweiz | 28.06.2017 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat laut Jahresbericht 2016 weltweit für 32 Projekte direkte Aufwendungen im Rahmen von 3,88 Millionen Franken (2,65 Millionen Euro) geleistet.

Der Projektschwerpunkt lag mit knapp der Hälfte der Projekte in Afrika und zu einem Drittel in Europa. Der Gesamtertrag des Hilfswerks lag bei 4,02 Millionen Franken (3,7 Millionen Euro). Insgesamt wurden 11,8 Prozent der Mittel für Administration und Marketing verwendet. Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass private Spenden knapp 57 Prozent zu den Einnahmen beitrugen, institutionelle Geldgeber - wie die Glückskette - 35 Prozent, andere ADRA-Landesbüros zwei Prozent und die Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz fünf Prozent.

Veränderungen beim Personal
Im Jahr 2016 ergänzte Johannes Baumgartner das ADRA Team und hat die Projekte in Afrika übernommen. Er hat bei der Humanitären Hilfe der DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) gearbeitet. Im Berichtsjahr hat zudem Gabriel Maurer den Bereich Spenderbetreuung übernommen und Emanuela Schilling begann die kaufmännische Ausbildung. Sieben Personen teilen sich bei ADRA Schweiz 600 Arbeitsprozente, hinzu kommt ein Praktikant mit 100 Prozent sowie ein Freiwilliger und eine Auszubildende.

ADRA Schweiz ist Mitglied bei Swiss NGO DRR Platform
Seit 2016 ist ADRA Schweiz Mitglied bei der Plattform von Schweizer Nichtregierungsorganisationen, die sich in der Risikoverminderung, Prävention und Reduktion der Reaktionszeit im Katastrophenfall engagieren „Swiss NGO DRR Platform“ (Disaster Risk Reduction DRR). Diese Plattform wurde gegründet, damit Schweizer NGOs Wissen und Erfahrungen in diesem Bereich austauschen können. Weitere Mitglieder sind einige Partnerorganisationen der Glückskette, wie Helvetas, Medair oder HEKS.

Wirkungsstudie zu einem Landwirtschaftsprojekt in der Mongolei
Die Wirkungsstudie bezüglich des ADRA Projekts in der Mongolei zum Aufbau einer Existenz auf dem Land wurde nach Kriterien der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) von der Fakultät für Evaluation von Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe der Theologischen Hochschule Friedensau/Deutschland durchgeführt. Die OECD-Kriterien umfassen folgende Bereiche: Relevanz, Effektivität, Effizienz, Nachhaltigkeit, Wirkung, Gerechtigkeit und Teilnahme. Das untersuchte Projekt von Bauern-Kooperativen in der Provinz Bayankhongor, im Süden der Mongolei, hat nicht alle angestrebten Ziele, unter anderem der Einkommenssteigerung, erreicht. Dennoch bestehe seitens der Teilnehmenden eine hohe Zufriedenheit mit den Ausbildungen in den Bereichen Landwirtschaft und Buchhaltung.

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz (www.adra.ch) wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde 2013 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre rezertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch. Das ADRA Netzwerk besteht aus rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

Der Jahresbericht 2016 von ADRA Schweiz kann im Internet heruntergeladen werden:
www.adra.ch/fileadmin/content_data/Ueber_ADRA/Jahresbericht/2016/Jahresbericht2016.pdf

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Rumänien: ADRA erhält ersten Preis für Flüchtlingsarbeit

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Rumänien hat am 12. Juni auf der 15. „Gala der Zivilgesellschaft“ in Bukarest/Rumänien den ersten Preis für das Projekt „Hoffnung für Flüchtlinge“ im Bereich „Projekte und ehrenamtliche Initiativen“ gewonnen. Dies teilte die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (EUD News) mit.

„Das ist ein historischer Moment für uns“, so Robert Georgescu, Geschäftsführer von ADRA Rumänien. „Wir sind überzeugt, dass ADRA-Einsätze im Land und ausserhalb auch weiterhin den Unterschied ausmachen werden“. Über 700 Repräsentanten aus dem Verbandswesen, Akademiker, Journalisten, Forscher und Meinungsmacher nahmen unter dem Slogan „Danke!“ im Nationaltheater in Bukarest an der Gala teil. Verschiedene Aktivitäten aus dem Non-Profit-Bereich in Rumänien werden dort beworben und ausgezeichnet. Die Gewinner der Gala wurden von einer Jury aus 166 registrierten Projekten und Programmen gewählt.

Staatspräsident Klaus Johannis
Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis stellte in einer Botschaft an die Teilnehmer der „Gala der Zivilgesellschaft“ den grossen Beitrag engagierter Verbände heraus: „Es gibt eine enorme Menge an Menschen und Mitarbeitern, die meine Anerkennung verdienen, weil sie sich dafür einsetzen, Familien zu helfen, Frauen, Kindern, Personen mit speziellen Bedürfnissen und solchen mit weniger begünstigtem Hintergrund.“ Johannis versicherte, dass er für Anregungen und Projekte seitens Nichtregierungs-Organisation offen sei und sich für den Dialog zwischen Staat und Gesellschaft einsetzen werde.

ADRA Rumänien
ADRA Rumänien wurde 1990 gegründet und ist Teil des Netzwerks der internationalen Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe. ADRA International ist als Nichtregierungs-Organisation in mehr als 130 Ländern tätig. ADRA Rumänien setzt sich nach Angaben von EUD News dafür ein, die Lebensqualität bedürftiger Menschen zu verbessern. Fünf Bereiche stünden dabei im Fokus: wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und Gesundheit, Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt und Naturkatastrophen, sowie Unterstützung von unterprivilegierten Gesellschaftsgruppen.

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Zehn Jahre Bibellexikon „WiBiLex“

Stuttgart/Deutschland | 28.06.2017 | DGB/APD | Bibel

Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet „WiBiLex“ blickt auf zehn Jahre Online-Präsenz zurück. Das Lexikon startete im Jahr 2007 als Projekt der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) mit rund 230 Artikeln. Zum Jubiläum 2017 bietet es bereits mehr als 1.700 Beiträge mit 3.100 Bildern und Grafiken zu Themen des Alten und Neuen Testaments. Seit dem Start zählte WiBiLex rund zwölf Millionen Seitenaufrufe.

„Es ist grossartig, wie dieses Projekt gewachsen ist und welches Wissen im Lexikon inzwischen verfügbar ist“, so der Kaufmännische und Verlegerische Leiter der Deutschen Bibelgesellschaft, Reiner Hellwig. Das Lexikon zeige, was bei einer engagierten und kompetenten Arbeit vieler Beteiligter im Internet entstehen kann. Das Bibellexikon wird herausgegeben von Professorin Dr. Michaela Bauks (Koblenz) und Professor Dr. Klaus Koenen (Köln) für das Alte Testament sowie Professor Dr. Stefan Alkier (Frankfurt) für das Neue Testament. Zusätzlich beteiligen sich mehr als 20 Fachherausgeber sowie über 500 Autorinnen und Autoren am Onlineprojekt.

Standardwerk in der Bibelwissenschaft
„WiBiLex ist in der Bibelwissenschaft inzwischen als Standardwerk etabliert und kann durch das Themenregister und die Suchfunktion leicht erschlossen werden“, erklären die Herausgeber für das Alte Testament, Michaela Bauks und Klaus Koenen. Die Artikel zu den biblischen Büchern oder Nachbarkulturen lägen fast vollständig vor. Zugleich betonen die Wissenschaftler, dass es noch viel zu tun gibt. So fehle noch eine Reihe von Artikeln zu kleineren Ortslagen in der Bibel, zur Wissenschaftsgeschichte und auch zu theologischen Begriffen. „Es fallen uns auch immer noch weitere Begriffe ein und dabei nehmen wir gerne Anregungen von Leserinnen und Lesern auf“, so Bauks und Koenen.

Portal „bibelwissenschaft.de“
Das Lexikon ist eingebunden in das Portal www.bibelwissenschaft.de, das von der Deutschen Bibelgesellschaft, mit Sitz in Stuttgart, verantwortet wird. Dazu gehören auch die Bibeltexte in den Grundsprachen, eine Bibelkunde, ein Online-Bibelkommentar und das Wissenschaftlich-Religionspädagogische Lexikon (WiReLex) im Internet. Weitere Informationen unter www.bibelwissenschaft.de/wibilex

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Jugendportal Handysektor informiert über „Sexting“

Stuttgart/Deutschland | 28.06.2017 | APD | Medien

Sexting, das Versenden von eigenen Nacktbildern, ist für viele Jugendliche nichts Ungewöhnliches. Ein Viertel der Jugendlichen in Deutschland hat laut der JIM-Studie 2015 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest im Bekanntenkreis schon einmal mitbekommen, wie jemand erotisch-aufreizende Fotos oder Filme von sich selbst per Handy oder übers Internet verschickt hat. Um Teenager über Sexting und mögliche Risiken, die daraus entstehen können, zu informieren, veröffentlicht www.handysektor.de ein Themen-Spezial einschliesslich eines Erklärvideos.

Sexting setzt sich aus den Wörtern „Sex“ und „texting“ (englisch „Nachrichten verschicken“) zusammen. Dabei erstellen Nutzer erotische Fotos oder Videoclips von sich – teilweise in Unterwäsche oder auch komplett nackt. Anschliessend werden die intimen Bilder ohne grossen Aufwand mit dem Mobiltelefon über Dienste wie WhatsApp, Snapchat oder Skype verschickt.

Gründe für Sexting sind vielseitig
In der Regel handele es sich bei Sexting nicht um die Verbreitung heimlich aufgenommener Fotos. Meist würden die Bilder bewusst beispielsweise an den festen Freund oder die Freundin versendet. Die Gründe hierfür seien vielfältig: Vom Wunsch nach Selbstbestätigung und Feedback zum eigenen Körper, sich online sexuell auszuprobieren, das Erzeugen von Interesse beim Flirten bis hin zum Liebesbeweis an den Beziehungspartner.

Problematisch dabei wären: Der Empfänger könne die Bilder ganz einfach speichern und weiterschicken. Der Absender verliere somit schnell die Kontrolle über die Verbreitung der persönlichen Aufnahmen. Sind die Bilder erst einmal in der Öffentlichkeit, könne das für die betroffene Person sehr belastend sein.

Auch wenn Jugendliche meinen, Sexting gehöre zu einer selbstbestimmten Sexualität dazu - ein sicheres Sexting gebe es nicht. Um Teenager für mögliche Risiken zu sensibilisieren berichtet das Jugendportal Handysektor im Juni in einem Themen-Spezial über Sexting. Neben Tipps zur Selbstdarstellung werden auch rechtliche Aspekte und der richtige Umgang mit speziellen Bilder-Apps (etwa Snapchat) aufgegriffen.

Die Webseite www.handysektor.de ist ein gemeinschaftliches Projekt der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs).

Projekt „Girls4Christ“ der Siebenten-Tags-Adventisten
„Aus Scham getrauen sich viele der Jugendlichen nicht darüber zu sprechen, wenn Nacktfotos von ihnen verlangt und in den Sozialen Medien verbreitet werden“, teilte Angelika Pfaller, Leiterin der Abteilung Frauen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, mit. Deshalb sei es wichtig sie stark gegenüber Fragen nach erotischen Fotos zu machen, ihnen auch ganz klar zu sagen „du darfst den Mut haben und ‚Nein’ sagen“. Die Abteilung Frauen habe dieses Problem erkannt: das Thema Sexting werde mit Mädchen im Rahmen des Projektes Girls4Christ diskutiert und sie würden über die daraus resultierenden Probleme aufgeklärt, so Pfaller.

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Fribos Reformationsgeschichte jetzt auch auf Bibel TV

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 28.06.2017 | SDH/APD | Medien

Ab Juli wird die bekannte Hope Channel Fernseh-Serie für Kinder „Fribos Dachboden“ mit insgesamt 15 Sendungen zum Thema „Reformation“ jeden Sonntag um 13:00 Uhr auch auf dem Fernsehsender BibelTV zu sehen sein.

Nach Angaben von Hope Channel lernen Kinder in der Serie auf einer Reise durch die Reformationsgeschichte unter anderem Martin Luther, die Waldenser, Jan Hus und Huldrych Zwingli kennen. Sie würden dabei zum Beispiel auch erfahren, dass man im Mittelalter nicht einfach in ein Geschäft gehen konnte, um Kleidung, Brot, Mehl oder Schuhe zu kaufen, oder dass Kinder früher nicht so viele Spielsachen hatten und sich vieles selbst basteln mussten. Alle Sendungen stehen auch in der Hope Channel Mediathek (www.fribos-dachboden.de) und über die Hope Channel App zur Verfügung. Weitere Informationen: www.hope-channel.de

Bibel TV und Hope Channel
Der christlich ausgerichtete Free-TV-Sender Bibel TV strahlt ein 24-stündiges Vollprogramm aus, das das gesamte Spektrum journalistischer und unterhaltender Sendeformate abbildet. Der deutsche Fernsehsender Hope Channel ist einer von mehr als 48 Sendern der internationalen Senderfamilie Hope Channel. Er gehört zum europäischen Medienzentrum Stimme der Hoffnung e.V. der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Weitere Informationen: www.stimme-der-hoffnung.de

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Brahms-Preis für schwedischen Dirigenten Herbert Blomstedt

Hamburg/Deutschland | 28.06.2017 | APD | Personen

Der mit 10.000 Euro dotierte Brahms-Preis 2017 wurde am 10. Juni in der St. Bartholomäus-Kirche in Wesselburen (Kreis Dithmarschen/Schleswig-Holstein) an den schwedischen Dirigenten Herbert Blomstedt verliehen. Die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein würdigte damit einen Künstler, der sich um die Pflege der Musik und des künstlerischen Erbes von Johannes Brahms verdient gemacht hat.

Der Brahms-Preis wird seit dem Jahr 1988 verliehen. Blomstedt, der am 11. Juli seinen 90. Geburtstag feiert und in diesem Jahr immer noch über 90 Konzerte mit bekannten Orchestern in Europa und Asien aufführt, folgt anderen Preisträgern wie Leonard Bernstein, Sir Yehudi Menuhin und Anne-Sophie Mutter. Der schwedische Dirigent ist vor allem durch seine Aufführungen deutscher und österreichischer Komponisten wie Beethoven, Mendelssohn, Brahms, Schubert, Bruckner und Strauss mit renommierten Orchestern bekannt.

Dirigent zahlreicher Orchester
Blomstedt wurde am 11. Juli 1927 in den USA als Sohn eines adventistischen Pastorenehepaars geboren. Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung am Königlichen Konservatorium in Stockholm und an der Universität Uppsala. Später studierte er Dirigieren an der Juilliard School of Music in New York, zeitgenössische Musik in Darmstadt sowie Renaissance- und Barockmusik an der Schola Cantorum in Basel und arbeitete unter Igor Markevitch in Salzburg sowie Leonard Bernstein in Tanglewood/USA.

Im Februar 1954 debütierte Blomstedt als Dirigent mit dem Stockholmer Philharmonischen Orchester. Später leitete er als Chefdirigent bedeutende skandinavische Orchester wie das Oslo Philharmonic Orchestra sowie das Dänische und Schwedische Radio-Sinfonieorchester, letzteres bis 1983. Von 1975 bis 1985 war er Chefdirigent der Staatskapelle Dresden. Die darauffolgenden zehn Jahre wirkte er als Music Director beim San Francisco Symphony Orchestra. Von 1996 bis 1998 war er Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters in Hamburg. Von 1998 bis 2005 leitete er das Gewandhausorchester Leipzig.

Herbert Blomstedt ist gewähltes Mitglied der königlich-schwedischen Musikakademie und mehrfacher Ehrendoktor. Im Herbst 2003 erhielt er das Grosse Bundesverdienstkreuz. Dem Gewandhausorchester Leipzig, dessen 18. Kapellmeister er war, bleibt er als Ehrendirigent weiterhin verbunden. Diese Auszeichnung verliehen ihm auch sechs weitere Orchester: das San Francisco Symphony Orchestra, das NHK Symphony Orchestra in Japan, das Dänische und das Schwedische Radio-Sinfonieorchester sowie die Bamberger Symphoniker und die Staatskapelle Dresden, die ihn bereits 2007 mit der Goldenen Ehrennadel gewürdigt hatte.

Blomstedt-Preis für Studenten der Hochschule Friedensau
Herbert Blomstedt, Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, hat auch selbst einen Preis gestiftet. Im Gedenken an seine im Jahr 2003 verstorbene Ehefrau Waltraud verleiht seit 2008 die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg den mit 500 Euro dotierten „Waltraud-und-Herbert-Blomstedt-Preis“. Damit werden Friedensauer Studenten und Studentinnen aufgrund exzellenter Bachelor- oder Masterthesen in den Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen oder einer besonders zu würdigende künstlerischen Leistung im Bereich des Instituts für Kirchenmusik ausgezeichnet.

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Die Taufe im Wandel der Jahrhunderte

Buchrezension | 28.06.2017 | APD | Buchrezensionen

Jacques Th. Frei: Die Taufe im Wandel der Jahrhunderte. 198 Seiten, 130 Abbildungen, Hardcover; ISBN 978-3-92637-91-8; Erschienen im Eigenverlag; €/CHF 16.90. Zu beziehen bei Amazon sowie beim Verfasser: Jacques Th. Frei, Hurdackerstrasse 15, 8600 Dübendorf. E-Mail: jacques.frei@gmx.ch

Über die frühchristliche Tauftheologie und deren zahlreichen Abweichungen von der urchristlichen Taufpraxis im Laufe der Kirchengeschichte wurden schon viele Werke geschrieben. Die Taufe gehört heute zu den klassischen kirchlichen Symbolhandlungen, die jedoch unterschiedlich gestaltet und vollzogen werden. Der Schweizer Kirchengeschichtler Jacques Th. Frei geht in seinem jüngsten Buch "Die Taufe im Wandel der Jahrtausende" den Fragen nach Ursprung, Grundlagen und Geschichte der Taufe nach.

Schon das vorchristliche Judentum kannte rituelle Reinigungsbäder. Allerdings brachte Johannes der Täufer einschneidende Änderungen, was die Bedeutung und Theologie der Taufe angeht. Im weiteren Verlauf der Kirchengeschichte kam es zu zahlreichen Abweichungen von der urchristlichen Taufpraxis. Ausserdem wurde der Taufakt zu einem Sakrament. Die ursprünglich stark mit dem Glauben des Getauften verbundene Glaubenstaufe wandelte sich in eine Handlung, die ohne den Glauben des Getauften vollzogen wurde.

Im ersten Teil des Buches beleuchtet der Autor in spannender Erzählform anhand einer fiktiven Geschichte von "Ben Hanan und Ben Jusef", wie die Botschaft von Johannes dem Täufer von seinen Zeitgenossen wahrgenommen wurde. Er versteht es dabei ausgezeichnet, den Leser in die damalige Zeit mitzunehmen.

Im zweiten Teil "Die Taufe im Neuen Testament" kommen die Taufarten, die Taufvorbereitung, deren sieben Bedeutungen zur Sprache. Der dritte Buchteil schildert und dokumentiert die Veränderungen der Taufe durch die Jahrhunderte, von der apostolischen Kirchengründung über die Reformation bis in unsere heutige Zeit. Eine sorgfältige Auswahl von Abbildungen mit Taufhäusern, Baptisterien und Taufbecken macht es dem Leser leicht, die historische Entwicklung der Taufstellen nachzuzeichnen. Ein besonderes Kapitel (14) widmet der Religionshistoriker den Taufbecken in der Schweiz und in den Voralpen. Zwanzig Farbbilder und eine Übersichtskarte führen den Leser zu den ältesten Taufgebäuden in der Schweiz. Im 15. Kapitel beschreibt der Wiener Neurologe Gerhard Svrcek-Seiler in einem Gastbeitrag die frühchristlichen Taufstätten in Österreich und dokumentiert sie mit 14 Abbildungen.

Kritisch und aufklärend setzt sich Frei auch mit den Grenzfragen der Taufe als Sakrament ('Sancramentum Tantum'; Limbus; 'Auferweckung' ungetauft verstorbener Kinder am Beispiel von Oberbüren; Nottaufe vor der Geburt; Taufspritzen usw.) auseinander.

Der letzte Buchteil geht auf den "blutigen Weg zur biblischen Taufe in der Schweiz" (Formation – Deformation – Reformation) sowie auf die "Reformation und Wiedertäufer in Deutschland" ein. Im Anhang befinden sich Worterklärungen, eine interessante Bibliographie sowie ein Verzeichnis der 230 Abbildungen.

Mit der etwas ungewohnten Kombination einer in spannender Erzählform gehaltenen Geschichte von Ben Hanan und Ben Jusef zur Zeit Johannes des Täufers und der sehr sorgfältig erforschten Geschichte der Taufe sowie der wichtigsten Taufplätze in mehreren Ländern ist dem Autor eine informative und wertvolle Publikation gelungen. Sie stellt gerade auch unter ökumenischen Aspekten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der christlichen Glaubens- und Taufgeschichte dar.

Copyright © Christian B. Schäffler (CBS KULTUR INFO) 2017

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