APD-INFORMATIONEN 9/2017 - SEPTEMBER 2017

ADRA-Freiwillige helfen Bauernfamilie in Mittelhäusern/BE

Zürich/Schweiz | 25.09.2017 | APD | Schweiz

Das Hilfswerk ADRA Schweiz (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe) hat im August zwei Freiwilligenwochen durchgeführt. Einer Bauernfamilie in Mittelhäusern bei Köniz/BE wurde beim Ausbau des Dachbodens zu Schlafzimmern geholfen. Die Kinder, im Alter zwischen drei und 20 Jahren, teilten sich bis anhin zwei Kinderzimmer.

Ausbau nach den Plänen des verstorbenen Ehemannes
2008 wurde beim Bauern zum ersten Mal Krebs diagnostiziert. Nach erfolgreichen Therapien konnte er 2011 wieder zur Familie zurückkehren. Nach erneuter Krebsdiagnose verzichtete er auf eine aggressive Chemotherapie, da er die verbleibende Zeit noch mit seiner Familie geniessen wollte. „Wir hatten so noch fünf wunderbare Jahre zusammen“, sagte die Frau. Vor rund 18 Monaten verlor der Ehemann und Vater den Kampf gegen den Krebs. Die Idee, den Dachboden zu Zimmern für die Kinder auszubauen, habe er schon lange gehabt, so die Witwe, aber leider habe es nicht mehr gereicht.

Kontakt über Ortsgruppenleiterin
Der Kontakt zu ADRA Schweiz kam für diesen Einsatz über eine ADRA-Ortsgruppenleiterin zustande, sagte Monika Stirnimann, Verantwortliche beim Hilfswerk für die Freiwilligenwoche. „Ich stand schon immer hinter ADRA, aber jetzt bin ich begeistert“, sagte die Ortsgruppenleitern im Kanton Bern zum Einsatz.

Das Schicksal der Familie bewirkte, dass sich viele anmeldeten, sagte Sibylle Schuppli, Verantwortliche Kommunikation bei ADRA Schweiz. Bereits im Juni sei eine Warteliste angelegt worden. Schlussendlich habe man knapp zehn Personen absagen müssen, weil die beiden Gruppen für die zwei Freiwilligenwochen schon besetzt gewesen seien.

Berufsgruppen der Freiwilligen
In der ersten Woche vom 6. bis 11. August seien vor allem Schreiner und Zimmermänner zum Einsatz gekommen, so Schuppli. Der Dachboden habe zuerst für den Einbau der Zimmer vorbereitet werden müssen. Mit dreizehn Personen auf dem Bau, sei dies die kleinere Gruppe gewesen. In der zweiten Woche, vom 13. bis 18. August, seien Fachleute der verschiedensten Richtungen im Einsatz gewesen, aber auch „Handlanger“ hätten genügend Beschäftigung gefunden. Laut der Kommunikationsverantwortlichen sind die Hilfeleistenden im Alter von 25 bis 70 Jahren und in ihrem Berufsleben Zimmermann, Elektriker, Fachperson Pflegeberufe, Sportlehrerin, Schneiderin, Hausfrau, Dachdecker, Elektronik Ingenieur, IT-Fachmann, Förster, Schreiner, Lehrerin und pensionierte Allrounder.

Unterkunft und Verpflegung
Die Freiwilligen des Einsatzes waren im Pfadiheim in Köniz untergebracht. Pro Woche standen zwei Freiwillige im Einsatz, um für das leibliche Wohl zu sorgen. Da die Distanz zum Einsatzort relativ kurz war, wurde das Essen im Speisesaal des Pfadiheims eingenommen. „Die Bäuerin verwöhnte uns aber ständig mit Kuchen, Glacé und Zopf. So waren wir ständig am Essen“, sagte eine Teilnehmerin.

Freiwilligenwoche bei ADRA Schweiz
Das Hilfswerk führe die Freiwilligenwoche seit 24 Jahren durch und müsse rund 5.000 Franken pro Einsatzwoche aufwenden, vorwiegend für Verpflegung, Reise und Unterkunft der Freiwilligen, so Monika Stirnimann. Die Freiwilligenwochen seien deshalb so kostengünstig, weil die Freiwilligen ihre Zeit zur Verfügung stellten und die Bauern die meisten Arbeitsgeräte sowie die Baumaterialien. ADRA versichere die Freiwilligen während dem Einsatz. Einige Freiwillige verzichteten auch auf die Spesenentschädigung und spendeten sie dem Hilfswerk.

Normalerweise arbeitet ADRA Schweiz mit „bergversetzer“ zusammen. Diese Organisation prüft, dass sich die wirtschaftliche oder die Wohnsituation der Bauernfamilie mittels baulicher Massnahmen während der Freiwilligenwoche massiv verbessert. „Dieses Jahr hat ADRA den Vorrang der Familie in Mittelhäusern gegeben, weil das Schicksal das ganze Team von ADRA Schweiz berührt hat“, sagt Monika Stirnimann. Ohne diesen Freiwilligeneinsatz hätte die Familie keine Chance auf den Ausbau. „Da der älteste Sohn den Hof übernehmen will, ist die Nachhaltigkeit des Einsatzes gewährleistet“, erläuterte sie.

Weitere Infos zur Freiwilligenarbeit von ADRA Schweiz:
https://www.adra.ch/de/freiwilligenarbeit/

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Glaubensfreiheit der Kinder nicht einschränken

Zürich/Schweiz | 25.09.2017 | APD | Schweiz

Glaubens- und Gewissensfreiheit seien hohe Güter des Schweizerischen Demokratieverständnisses, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) in einer Resolution zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag vom 17. September 2017. „Die Religionsfreiheit, wie wir sie heute in unserem Land kennen, hat sich in einem jahrhundertelangen Kampf mutiger Frauen und Männer entwickelt“, schreibt die SEA. Glaubens- und Gewissensfreiheit basierten auf der Grundlage gegenseitiger Toleranz und dem Respekt gegenüber anderen Meinungen. Zehn christliche Jugendverbände in der Schweiz sähen sich in ihrer Glaubensfreiheit eingeschränkt. Sie sollen in Zukunft keine J+S-Gelder mehr vom Bundesamt für Sport (BASPO) erhalten, da laut BASPO die Vermittlung von Glaubensinhalten im Zentrum der Arbeit dieser christlichen Jugendorganisationen stehe. Die grossen christlichen Jugendorganisationen sind nicht vom BASPO-Entscheid betroffen.

„In der Schweiz hat jede und jeder das Recht, zu seinem Glauben zu stehen und ihn frei auszuleben. Ein Recht, das längst nicht alle Bürger dieser Welt haben. Nicht zuletzt deswegen sollten wir alles dafür tun, dieses Recht hochzuhalten und dafür einzustehen“, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz. In Vergangenheit hätten viele Schweizer Einschränkungen der Religionsfreiheit von Minderheiten vor allem im Ausland verortet. 2017 seien auch christliche Jugendverbände in der Schweiz direkt damit konfrontiert worden. Sie sollen laut BASPO-Entscheid ab 2018 keine Bundesgelder mehr für ihre Lager erhalten. Dies weil das Vermitteln von Glaubensinhalte der zentrale Faktor dieser Jugendlager sei. Aufgrund des Engagements der SEA, soll im Herbst gemeinsam mit Vertretern der betroffenen Jugendverbände und Vertretern aus der Politik über den Entscheid beraten werden.

Religionsfreiheit – ein Menschenrecht
Ein friedliches Nebeneinander der Religionen sei geschichtlich gesehen eher selten eine Realität gewesen, so die SEA. Gemäss einer Studie des Pew Research Centers aus dem Jahr 2015 würden Christen in 128 Ländern der Erde von den Regierungen oder sozialen Gruppen aufgrund ihrer Religion diskriminiert oder bedroht. Keine andere Religion sehe sich in so vielen Ländern aufgrund des Glaubens Einschränkungen gegenüber.

Die SEA setze sich für ein friedliches Miteinander der Religionen ein. Seinen Glauben mit anderen zu teilen, in Freiheit über die eigenen Überzeugungen zu sprechen und ohne Diskriminierung durch andere Religionen, das solle in der Schweiz weiterhin möglich sein, auch in J+S-Jungscharlagern, so die SEA.

Respekt und Toleranz gegenüber Andersgläubigen
„Anlässlich des Eidgenössischen Bettags 2017 laden wir Mitglieder und Freunde der Schweizerischen Evangelischen Allianz ein, vor Gott zu treten. Überzeugt von Gottes Liebe und Fürsorge für unser Land wollen wir diese Zuwendung Gottes öffentlich verkünden und unsere Mitmenschen darauf hinweisen. Dabei wollen wir darauf achten, dies stets mit grossem Respekt und Toleranz gegenüber Andersgläubigen und Andersdenkenden zu tun. Denn das Recht unsere Meinung frei zu äussern und über unseren Glauben zu sprechen, was wir Christen einfordern, steht genauso den Mitmenschen in unserem Land zu. Es macht betroffen und traurig, mitansehen zu müssen, welche Konsequenzen die Diskriminierung von Menschen und die Missachtung deren Grundrechte haben kann“, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz.

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Andachten per Telefon

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 25.09.2017 | APD | International

Den Tag mit einem kleinen Andachtstext zu starten ist für viele Menschen eine gute Gewohnheit. Mancher hat dazu ein Andachtsbuch oder einen Andachtskalender. Andere finden es schöner, am Morgen einen Bibeltext und einen kurzen Gedankenanstoss zu hören. Das ist auch über das sogenannte Bibeltelefon möglich.

An über 30 Orten in Deutschland bieten deutschsprachige Bibeltelefone adventistischer Kirchengemeinden diesen Dienst an. So etwa in Berlin (Telefon-Nummer +49 30 12 08 82 14) oder in Freiburg (+49 761 4 76 48 92). Jeder Anrufer, dem rund um die Uhr eine täglich neue Andacht geboten wird, kann auch eine Nachricht hinterlassen, wie zum Beispiel den Wusch nach einer Bibel, die Zusendung von Bibelstudienbriefen oder die Bitte um einen Rückruf.

Die Adventgemeinden können dabei auch die bei der Hope Hörbücherei für blinde und sehbehinderte Menschen erstellten täglichen Andachten nutzen. Die Hope Hörbücherei gehört zum Medienzentrum Stimme der Hoffnung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt.

Zudem unterhalten zehn Adventgemeinden russischsprachige Bibeltelefone, die ebenfalls zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufbar sind, beispielsweise in Salzgitter (+49 5341-2 42 90 71) oder Karlsruhe (+49 721-75 40 29 87). Eine Liste von Bibeltelefonen der Siebenten-Tags-Adventisten ist zu finden unter http://tinyurl.com/y8q5rfjb.

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Tagung zur Theologie des Koran

Bad Überkingen/Deutschland | 25.09.2017 | APD | International

Vom 14. bis 17. September fand in Michelsberg (Bad Überkingen bei Göppingen) eine Fachtagung zur Theologie und Auslegung des Koran statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Abteilung für adventistisch-muslimische Beziehungen der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg. Referenten aus dem In- und Ausland beleuchteten verschiedene Themen im Koran und der islamischen Theologie.

Jesus im Koran
Dr. Guillaume Dye, Professor für Islamwissenschaften an der Freien Universität Brüssel, stellte in seinem Vortrag „Jesus und die Christen im Koran“ das Bild vor, welches der Koran von Jesus zeichnet. Seine These: Jesus ist im Koran eine paradoxe Figur. Es werden widersprüchliche Angaben über ihn gemacht. So werde Jesus im Koran einerseits als besonders privilegierter Prophet dargestellt, andererseits fehlten Hinweise auf ihn an Stellen, in denen sein Name eigentlich zu erwarten ist. Auch werde die endzeitliche Rolle Jesu nur nebenbei erwähnt, während frühislamische Traditionen sehr viel dazu zu sagen hätten. Dye gab ausserdem einen Ausblick, wie diese Spannungen erklärt werden könnten.

Weltanschauliche Analyse nötig
Unter der Überschrift „Biblisch über den Koran denken” betonte Dr. Larry Lichtenwalter, Dekan der Fakultät für Philosophie und Theologie an der Middle East University in Beirut/Libanon, die Wichtigkeit einer weltanschaulichen Analyse des Koran. Bei der Begegnung von Christen mit Muslimen sei es wichtig, den Koran zu kennen. Die existenzielle Kraft des Koran, seine Wirkung auf die Weltsicht des einzelnen Muslims sei zu reflektieren.

Offenbarung und Inspiration
Dr. Udo Worschech, Professor für Altes Testament und Biblische Archäologie an der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, ging in seinen Referaten auf Offenbarung und Inspiration des Koran ein. Die islamische Theologie habe keine kohärente Theorie der Offenbarung entwickelt. Nach eigener Auffassung läge der Koran als Wort Gottes bereits seit Ewigkeit komplett vor. Er sei dann Stück für Stück in verschiedenen Situationen herabgesandt worden. Der Koran selbst biete keine einfache Antwort auf die Frage der präzisen Beziehung zwischen seinem Text und dem ewigen Wort Gottes.

Die Kreuzigung Jesu im Koran
Mit der Bedeutung einer Stelle im Koran (Sure 4, Verse 157 und 158), welche vermeintlich die Kreuzigung Jesu thematisiert, befassten sich sowohl Udo Worschech als auch Pastor Ebrard Da Costa, zurzeit Leiter der Abteilung für adventistisch-muslimische Beziehungen der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg. Die Stelle ist in ihrer Auslegung umstritten. Da Costa zeigte anhand seiner Untersuchungen auf, dass die Interpretation, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben sei, der Grammatik dieses Textes am besten gerecht würde.

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USA: Adventistische Universität in Uni-Gruppe mit grösster ethnischer Vielfalt

Berrien Springs, Michigan/USA | 25.09.2017 | APD | International

U.S News & World Report, amerikanisches Nachrichtenmagazin, publiziert jedes Jahr eine Rangliste der besten Universitäten in den USA mit knapp 50 Kategorien. Diese Auflistung soll den Studenten bei der Auswahl des Studienplatzes eine Hilfe geben. In der Rangliste 2018 wurde die adventistische Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan mit den Universitäten von Nevada in Las Vegas und der Rutgers Universität in Newark/New Jersey im ersten Rang der nationalen Universitäten mit der grössten ethnischen Vielfalt gelistet.

In den vergangenen Jahren sei die adventistische Andrews University in der Kategorie der ethnischen Vielfalt jeweils auf dem zweiten Rang und vor zehn Jahren im Rang dreizehn aufgelistet worden, schreibt die Universität.

In ihrer Reaktion auf die Rangliste 2018 sagte Andrea Luxton, Präsidentin der Andrews-Universität: „In einer globalen und vielfältigen Umgebung bietet die Zusammensetzung der Studenten an einer Universität, welche diese Realitäten widerspiegelt, den Studenten eine einmalige Gelegenheit, sich darauf vorzubereiten in der Welt Einfluss zu nehmen.“ Dies sei ein wichtiger Aspekt des Leitbildes der adventistischen Andrews Universität: „Wissen aneignen. Glauben bejahen. Die Welt verändern“.

Laut der Präsidentin stamme jeder fünfte Student bzw. jede fünfte Studentin von einem Land ausserhalb der USA. Bezüglich der Anzahl von Studierenden mit internationaler Herkunft belege ihre Institution unter den nationalen Universitäten den elften Rang, so Luxton.

Im Gesamtranking der besten nationalen Universitäten in den USA, gemäss der Rangliste von U.S News & World Report, liegt die Andrews Universität auf Rang 191 von 311 aufgelisteten nationalen Universitäten.

Andrews University
Die adventistische Andrews Universität wurde 1874 in Battle Creek, Michigan/USA gegründet und später nach John Nevin Andrews (1829–1883), dem ersten Missionar der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa, benannt. Laut eigenen Angaben sind über 3.300 Studierende an den acht Fakultäten eingeschrieben, die rund 200 Studiengänge anbieten: Kunst und Wissenschaft, Luftfahrt, Architektur, Business Administration, Fernstudium, Pädagogik, Gesundheitswesen und Theologisches Seminar. Weitere Infos: www.andrews.edu

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Mexiko: Vier Adventisten bei Erdbeben getötet

Miami, Florida/USA | 25.09.2017 | APD | International

Wie die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Mittelamerika (Inter-American Division, IAD) berichtet, ist die Freikirche schwer von der starken Zerstörung des Erdbebens, das Mexiko und Guatemala am 7. September erschüttert hatte, betroffen. In Mexiko seien vier Kirchenmitglieder getötet und viele weitere in Krankenhäuser eingeliefert worden. Dutzende Kirchengebäude seien zerstört oder beschädigt.

Region Chiapas/Mexiko
„Es ist schockierend so viel Zerstörung überall zu sehen“, sagte Pastor Ignacio Navarro, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in der betroffenen Region, „So viele Menschen sind obdachlos und in Not.“ Darunter seien auch rund 7.000 Kirchenmitglieder, deren Heime durch das Erdbeben zerstört oder schwer beschädigt worden sind. „Unsere Kirchengemeinden quer durch Chiapas haben Nahrungsmittel und Kleidung für betroffene Familien in den am schlimmsten zerstörten Gebieten gesammelt“, so Navarro. Unter den Kirchenmitgliedern in der Region seien zwei Todesopfer zu beklagen. 50 Kirchengebäude seien zerstört worden.

Region Oaxaca/Mexiko
In der Region Oaxaca seien ebenfalls zwei Kirchenmitglieder getötet worden. Die Heime von 127 Familien der Kirchenmitglieder seien zerstört oder beschädigt worden. „Viele schlafen draussen, andere sind in Notunterkünften“, so Pastor Moisés Reyna, Präsident der überregionalen adventistischen Kirchenleitung, die auch den mexikanischen Bundesstaat Oaxaca umfasst. Ein Kirchengebäude sei zerstört, 14 weitere erlitten Schäden. Die Kirche habe vier Essensausgaben in betroffenen Bezirken eingerichtet, die täglich warme Mahlzeiten für Kirchenmitglieder und ihre Nachbarn ausgeben.

Guatemala
Im Westen von Guatemala seien acht Kirchengebäude beschädigt und die Heime von mehr als 114 Kirchenmitgliedern zerstört oder beschädigt worden. Die dortige Kirchenleitung sei bemüht, Lebensmittelkörbe an die betroffenen Familien auszugeben.

ADRA Mexiko
Die adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Mexiko arbeite mit örtlichen und staatlichen Organisationen zusammen, um 4.250 Haushalte in den am meisten betroffenen Gebieten in Chiapas und Oaxaca zu unterstützen. Durch Mittel, die ADRA International, ADRA Inter-Amerika und ADRA Mexiko zur Verfügung gestellt hätten, könnten mehr als 20.000 Personen in Chiapas und Oaxaca in den nächsten Wochen Hilfe erhalten.

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Texas: Adventisten leisten Hilfe nach Hurrikan „Harvey“

Silver Spring, Maryland/USA | 25.09.2017 | APD | International

Im August 2017 traf Hurrikan „Harvey“ die Südküste des US-Bundesstaates Texas/USA und hinterliess eine Spur der Verwüstung. Wie die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Nordamerika (North American Division, NAD) berichtet, arbeiten adventistische Hilfsorganisationen und Freiwillige bei der Versorgung von Betroffenen und der Beseitigung von Schäden mit.

„Es wird eine langfristige Wiederherstellung werden“, so W. Derrick Lea, Leiter der nordamerikanischen Adventist Community Services Disaster Response (ACS-Katastrophenhilfe). Die ACS-Katastrophenhilfe ist Teil von Adventist Community Services (ACS) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika. ACS will die Gesellschaft mit verschiedenen sozialen Diensten unterstützen.

Bereits im Vorfeld der Verwüstungen in Texas hatte die nordamerikanische ACS-Katastrophenhilfe eine Zusammenkunft mit dem Personal von 25 lokalen ACS-Katastrophenhilfezentren in der Region. Dort wurden Informationen von einem nationalen Katastrophenschutz-Treffen verschiedener Hilfsorganisationen zur Vorbereitung auf den nahenden Sturm weitergegeben.

„ACS wird in Zusammenarbeit mit lokalen und staatlichen Stellen weiter daran arbeiten, die grössten Nöte zu erkennen und effektiv zu lindern“, so Lea. „Wir werden weiter mit ADRA, der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, dem Roten Kreuz und anderen Organisationen zusammenarbeiten, um unsere Kräfte zu bündeln für das Wohlergehen der Bewohner in der betroffenen Region.“

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Hurrikan „Irma“: Adventisten beklagen Verwüstungen in der Karibik

Miami, Florida/USA | 25.09.2017 | APD | International

Hurrikan Irma ist mit der höchsten Einstufung (Kategorie 5) über die Karibik Richtung US-Bundesstaat Florida gezogen. Der Rekord-Atlantiksturm hinterliess schwerste Verwüstungen und tausende Obdachlose mit steigenden Todeszahlen. Auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat schwere Schäden an ihren Gebäuden zu beklagen. Wie die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Mittelamerika (Inter-American Division, IAD), mit Sitz in Miami, Florida/USA, mitteilte, sind bisher jedoch keine Todesopfer unter Kirchenmitgliedern bekannt.

„Mehrere adventistische Kirchengebäude und Schulen sind beschädigt oder zerstört worden“, berichtete Pastor Israel Leito, Präsident der IAD. Er stehe in Kontakt zu den Kirchenleitern vor Ort, so IAD News. „Wir wissen von Schäden auf den Inseln Antigua, Anguilla, Barbuda, St. Maarten, St. Thomas, Tortola und vielen mehr, aber die Information ist lückenhaft, da momentan das Kommunikationssystem ausgefallen ist.“

Die Gebäude auf der Insel Barbuda seien laut Regierungsangaben zu 95 Prozent zerstört. In Puerto Rico, Haiti und der Dominikanischen Republik hätte es zwar kräftig geregnet, dort sei jedoch kein grösserer Schaden verzeichnet worden, teilte Leito mit. „Unsere Hauptsorge gilt jetzt der persönlichen Sicherheit unserer Kirchenmitglieder und nicht so sehr der Infrastruktur“, so Leito. Sobald es möglich sei, würde besondere Hilfe für Gemeindeglieder und Kirchen von der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Mittelamerika (IAD) geleistet.

Das Krisenkoordinations-Komitee der IAD hatte sich bereits vor dem Sturm mit Mitarbeitern der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA getroffen, um die Reaktion zu überwachen und die Verteilung von Hilfsgütern über die ADRA-Büros vor Ort zu koordinieren. Auch seien Freiwillige, Pastoren und Kirchenmitglieder, geschult worden, wo es möglich sei, Hilfe zu leisten.

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Mexiko: Jahrhundertbeben beschädigt adventistische Schulen

Miami, Florida/USA | 25.09.2017 | APD | International

In der Nacht zum 8. September wurde Mexiko von einem Erdbeben mit einer Magnitude von 8,1 erschüttert. Mindestens 90 Menschen starben, zahlreiche Gebäude sind zum Teil schwer beschädigt worden, darunter das Verwaltungsgebäude der Siebenten-Tags-Adventisten im mexikanischen Bundesstaat Chiapas und zwei adventistische Schulen. Dies teilte die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Mittelamerika (Inter-American Division, IAD), mit Sitz in Miami, Florida/USA, mit.

Der Präsident der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ted Wilson, drückte sein Mitgefühl aus: „Wir sind mit unserem Herzen bei unseren Mitgliedern und der Bevölkerung in Mexiko, die von den verheerenden Folgen des starken Erdbebens betroffen sind, das die Bundesländer Oaxaca, Chiapas, Tabasco betraf und sogar in Mexico City zu spüren war.“ Nach Medienberichten rief Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto eine dreitägige Staatstrauer aus. Das Erdbeben zählt zu den schwersten Beben der letzten hundert Jahre. Über eine Million Menschen blieb ohne Strom, viele Gebäude wurden zerstört.

Adventisten in Mexiko
„Wir sind dankbar für die Führung Gottes und können seiner Unterstützung, seines Segens und seines Schutzes in schweren Momenten sicher sein“, so Pastor Israel Leito, Präsident der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Mittelamerika. Kirchenleiter in Chiapas teilten mit, dass bisher keine Kirchenmitglieder verletzt gemeldet worden seien. Die Ermittlungen zu weiteren Schäden dauerten noch an. In Mexiko leben über 730.000 getaufte Siebenten-Tags-Adventisten, die sich in knapp 4.000 Kirchengemeinden versammeln.

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Kenia: Adventistischer Richter annulliert Präsidentschaftswahlen

Nairobi/Kenia | 25.09.2017 | APD | International

Am 1. September sprach der Oberste Gerichtshof in Kenia ein Urteil gegen die im August durchgeführte Präsidentschaftswahl. Aufgrund von Unregelmässigkeiten und Rechtsverstössen wurde die Wahl von Präsident Uhuru Kenyatta annulliert. Eine Neuwahl soll innerhalb von 60 Tagen stattfinden.

Wie die Tageszeitung neues deutschland berichtet, sei die kenianische Bevölkerung über das Urteil des Obersten Gerichtshofs positiv überrascht. Bisher sei die Justiz als abhängig von der jeweiligen Regierung gesehen worden. Mit dem Urteil setzte der Oberste Gerichtshof ein Signal für die Unabhängigkeit öffentlicher Institutionen vom Zugriff des Staates. Mit diesem Urteil wurde auch ein historischer Präzedenzfall geschaffen. Bisher waren die Präsidentschaftswahlen in Kenia noch nie aufgrund von Wahlbetrug annulliert worden.

Klage wegen Wahlbetrug
Am 8. August hatte die Wahlkommission den bisherigen Amtsinhaber, Präsident Uhuru Kenyatta, mit 54 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Sieger erklärt, während der Oppositionsführer Raila Odinga nur 44 Prozent der Stimmen erhielt, so neues deutschland. Odinga warf der Wahlkommission daraufhin Fälschung vor und wandte sich an den Obersten Gerichtshof in Kenia. Bereits nach den Präsidentschaftswahlen von 2013 war Odinga vor das oberste Gericht gezogen, seine Klage wurde damals jedoch abgewiesen. Um dem Mangel an Professionalität seitens der diesjährigen Wahlkommission auf die Spur zu kommen, mussten die sieben Richter des Obersten Gerichtshofs laut dem unabhängigen journalistischen Dienst Adventist Today rund 70.000 Aktenseiten durcharbeiten. Die ausführliche Urteilsbegründung muss innerhalb von 21 Tagen erfolgen.

Unmut und Drohungen des Präsidenten
Der amtierende Präsident Kenyatta konnte laut neues deutschland seine Frustration über das Urteil nur schwer verbergen: Er habe die Richter des Obersten Gerichtshofs als Diebe und Gauner beschimpft und versprochen mit dem Gericht „aufzuräumen“. Laut Adventist Today drohte Kenyatta dem Vorsitzenden Richter David Maraga: „Maraga sollte wissen, dass er es nun mit dem amtierenden Präsidenten zu tun hat.“ Der Präsident hat allerdings kein Recht, den obersten Richter abzusetzen. Bereits 2010 hatte sich das Land eine neue Verfassung gegeben. Die Mitglieder des Obersten Gerichtshofs werden nun nicht mehr vom amtierenden Präsidenten direkt ernannt, sondern durch ein aufwendiges und öffentliches Auswahlverfahren von einer juristischen Kommission bestimmt.

Verschiedene Kenianische Zeitungen bezeichneten Maraga als Mann von Integrität und erwähnten seine Konfessionszugehörigkeit. David Maraga ist Mitglied in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In einem Interview betonte der Richter, niemals ein Urteil am Samstag zu sprechen, da er diesen als Feiertag halte. Dies führte zu der Annahme, dass deswegen die erste Sitzung des Obersten Gerichtshofs zur Urteilsfindung wegen Wahlbetrugsvorwürfen erst an einem Samstagabend nach Sonnenuntergang abgehalten wurde.

Zur Person von David Maraga
David Maraga, 66, ist Jurist und Absolvent der Universität von Nairobi. Zunächst arbeitete er in einer privaten Kanzlei, bis er 2003 als Richter berufen wurde. Seit 2012 gehört er dem Obersten Gerichtshof in Kenia an. Im Zuge des Bewerbungsverfahrens schwor Maraga vor laufender Kamera über einer Bibel, niemals Bestechungsgelder angenommen zu haben. Seit 2016 löste er den Obersten Richter und Menschenrechtsanwalt Willy Mutanga ab, der frühzeitig in den Ruhestand ging. Er wurde aus zehn anderen prominenten Richtern für dieses Amt ausgewählt. Maraga ist verheiratet und hat drei Kinder.

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So weit Himmel und Erde ist“ - Ökumenischer Tag der Schöpfung in Lübeck/Deutschland

Lüneburg/Deutschland | 25.09.2017 | APD | Ökumene

Unter dem Motto „So weit Himmel und Erde ist“, einem Bibelwort aus Psalm 148, fand am 1. September die zentrale Feier zum ökumenischen Tag der Schöpfung im Dom zu Lübeck statt. Die Kirchen hätten eine gemeinsame Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und müssten sich für sie stark machen, betonte dabei Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), in seiner Predigt.

Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung mit Leben füllen
„Am ökumenischen Tag der Schöpfung üben wir uns in Verbundenheit im gemeinsamen Hören auf das Lob Gottes. Und wir tun dies im Bewusstsein um unsere gemeinsame Verantwortung für die Bewahrung dieser Lebensvielfalt, die vielerorts bedroht ist“, sagte Bischof Magaard. Vor der Ausbeutung der Schöpfung verschliesse die Bibel nicht die Augen. „Im Buch der Psalmen wird dem Lob ebenso Raum gegeben wie der Klage. Wir hören den Zorn im Angesicht himmelschreiender Ungerechtigkeit – und wir hören die Stimmen, die Vertrauen zum Ausdruck bringen, die dennoch an Gott festhalten.“ Der christliche Schöpfungsglaube bekenne, dass alle Lebewesen Geschöpfe Gottes sind. „Durch diesen gemeinsamen Ursprung sind wir in besonderer Weise miteinander verbunden.“ Es gelte deshalb, „bereit zu sein zum streitbaren Dialog, wo Schweigen leichter wäre. Bereit, die Worte Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung mit Leben zu füllen“.

Lebensräume von Tieren, Pflanzen und Menschen nicht weiter degradieren
In dem sich an den Gottesdienst anschliessenden Festakt in der Lübecker Propsteikirche Herz Jesu kritisierte Professorin Nicole C. Karafyllis vom Seminar für Philosophie an der Technischen Universität Braunschweig eine rein technisch-naturwissenschaftliche Sicht der Schöpfung. „Die Schöpfung Gottes bewirkt Einheit in der Vielfalt. Die Welt ist nicht zählfähig, sie ist nicht absolut berechenbar“, sagte die Biologin und Philosophin in ihrem Festvortrag. Der Mensch befinde sich nicht ausserhalb der Schöpfung, sondern müsse sich wieder mehr als Teil von ihr verstehen. Das bringe auch eine besondere Verantwortung mit sich und könne sich nicht nur darin auswirken, „Biobanken“ mit Saatgut bedrohter Arten anzulegen. „Ausserhalb der Biobank werden die Lebensräume von Tieren, Pflanzen und auch Menschen immer weiter degradiert und zerstört“, warnte Karafyllis. Statt selten gewordene Pflanzen und Tiere zu konservieren, sollte der Mensch besser alles daransetzen, ihnen wieder einen natürlichen Lebensraum zu schaffen.

Schöpfungstag an jedem ersten Freitag im September
Seit dem Jahr 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland jährlich am ersten Freitag im September einen ökumenischen Tag der Schöpfung. Er geht auf eine Anregung des damaligen Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I., dem Ehrenoberhaupt der orthodoxen Weltkirche, zurück, einmal im Jahr „gemeinsam zum Schöpfer zu beten“. Dieser Tag wird bundesweit begangen und regt dazu an, das Lob des Schöpfers als Christen gemeinsam anzustimmen und gleichzeitig die eigenen Aufgaben für die Bewahrung der Schöpfung in den Blick zu nehmen.

Der Vorsitzende der ACK Deutschland, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), erläuterte: „In einer mehr und mehr globalisierten Welt, die von Terror und Angst heimgesucht wird, vergessen wir manchmal den dankbaren Blick auf Gottes gute Schöpfung. Für diese Schöpfung müssen wir eine generationenübergreifende Verantwortung übernehmen. Wer heute nicht an morgen denkt, versündigt sich an den kommenden Generationen.“ Deshalb bräuchten wir ein Bewusstsein, das Schöpfung und Ökologie nicht als Themen von gestern abtue, sondern ihnen höchste Aktualität einräume. Neben dem Schöpfungstag finden in der Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober weitere regionale und lokale Veranstaltungen statt.

Zeit der Schöpfung europaweit
Auch die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) sowie das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (ECEN) laden dazu ein, vom 1. September bis 4. Oktober eine „Zeit der Schöpfung“ zu begehen. Dazu heisst es in einer gemeinsamen Erklärung: „Neuste Entwicklungen machen uns auf die zunehmende Dringlichkeit des fortschreitenden Klimawandels, des Verlustes der Biodiversität, der wachsenden Abfallberge sowie vieler anderer Herausforderungen aufmerksam. Auch wenn wir wissen, dass es verschiedene Ursachen dafür gibt, können wir nicht vergessen, dass ein Teil des Problems auf unseren Egoismus, auf die fehlende Sorge und Pflege sowie auf eine weitverbreitete Verkennung der Erde als Profitquelle zurückzuführen ist.“ Im christlichen Glauben und den damit einhergehenden Traditionen werde die Bewahrung der Schöpfung als Teil der christlichen Weltsicht und als Teil des Glaubens verstanden.

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Mitgliederversammlung der ACK Deutschland in Trier

Trier/Deutschland | 25.09.2017 | APD | Ökumene

Das Kreuz verbinde alle Konfessionen und könne sie näher zusammenbringen, so ein Resümee der Mitgliedversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) auf ihrer Herbstsitzung vom 13. bis 14. September in Trier. Als Zeichen dieser Gemeinsamkeit nahmen Delegierte zum Ende der ACK-Tagung am Gottesdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland zum „Kreuzerhöhungsfest“ in der Konstantinsbasilika in Trier teil.

Bedeutung des Kreuzes
Es sei eine tiefere Weisheit, das Kreuzerhöhungsfest in diesem Jubiläumsjahr der Reformation ökumenisch zu feiern, sagte der evangelische Theologieprofessor Bernd Oberdorfer (Augsburg) vor der Mitgliederversammlung der ACK. Ursprung und Anlass des Festes seien zwar für „reliquienabstinente Lutheraner kein Grund zu feiern, die theologische Ausdeutung ist über jeden Zweifel erhaben“, so Oberdorfer. Denn theologisch würden alle Konfessionen der Bedeutung des Kreuzes zustimmen können: „Von Gott kann man nicht sprechen ohne das Kreuz“, sagte der Theologieprofessor. „Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden und hat sich selbst im Kreuz den Leiden bis zum Tod hingegeben.“ Damit habe sich Gott dem Menschen an die Seite gestellt und durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung den Tod und die Sünde überwunden. Die Konzentration auf diese Bedeutung des Kreuzes bringe die Konfessionen weiter zusammen.

500 Jahre Reformation
Eine insgesamt positive Bilanz zogen die Delegierten in einem ersten Rückblick auf die Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation. An zahlreichen Orten hätten ökumenische Veranstaltungen stattgefunden und zu neuen Impulsen geführt. Aus Sicht der ACK hätte allerdings die multilaterale Beteiligung mehrerer Kirchen, vor allem bei den grösseren Feierlichkeiten, noch stärker sein können.

Kirche des Nazareners
Vor der Mitgliederversammlung hat sich die „Kirche des Nazareners“ vorgestellt. Die Freikirche stammt aus der methodistischen Tradition und hat einen Antrag auf Gastmitgliedschaft in der ACK gestellt. In Deutschland hat die Kirche nach eigenen Angaben rund 2.300 Mitglieder in 20 Gemeinden. Als nächster Schritt werden nun die Mitgliedskirchen der ACK befragt, ob sie dem Antrag auf Gastmitgliedschaft zustimmen können. Für die Aufnahme als Gastmitglied ist eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich.

Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder (darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten) sowie ständigen Beobachter, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung der ACK tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst.

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Dachverband Freikirchen Schweiz arbeitet in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen mit

Delsberg/Schweiz | 25.09.2017 | APD | Ökumene

Am 12. September wurde in Delsberg (JU), an der Plenarversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH), dem Antrag des Dachverbands Freikirchen Schweiz (VFG), im Gaststatus mitzuarbeiten, entsprochen.

Peter Schneeberger, Vorsitzender der Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz (FEG), hat als designierter Präsident des VFG - Freikirchen Schweiz den Dachverband vorgestellt. Der Freikirchenverband VFG wolle mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz im Gaststatus zusammenarbeiten, um in einem zunehmend säkularen Umfeld der christlichen Stimme mehr Gewicht zu geben. Zudem gehe es auch darum, sich gemeinsam für die Anliegen der Religionsfreiheit in der Schweiz einzusetzen, sagte Schneeberger. Kirchen im Gaststatus der AGCK.CH haben Rede-, aber kein Stimmrecht.

Laut Denis Theurillat, Präsident der AGCK.CH, wurden erste Gespräche mit Vertretern der VFG - Freikirchen Schweiz im Mai 2016 geführt. Der Antrag des VFG – Freikirchen Schweiz in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen im Gaststatus mitzuarbeiten, wurde seitens der AGCK-Mitgliedskirchen einstimmig gewährt. Denis Theurillat überreichte anschliessend Peter Schneeberger die Urkunde der Aufnahme des VFG – Freikirchen Schweiz in den Gaststatus der AGCK.CH.

VFG - Freikirchen Schweiz ist ein nationaler Kirchenverband, der 1919 gegründet wurde mit aktuell 16 freikirchlichen Bewegungen aus der Deutschschweiz, zu denen über 700 Kirchgemeinden mit ihren diakonischen Werken gehören. Der VFG versteht sich neben der Schweizer Bischofskonferenz und dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund als dritte Kraft der christlichen Kirchen in der Schweiz und als Sprachrohr für die gemeinsamen Anliegen der Freikirchen.

12 Mitgliedskirchen in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz
Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund; Römisch-katholische Kirche der Schweiz; Christkatholische Kirche der Schweiz; Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz; Bund Schweizer Baptistengemeinden; Heilsarmee; Bund Evangelisch-lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein; Orthodoxe Diözese der Schweiz des ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel; Vertretung der syrisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz; Vertretung der serbisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz; Vertretung der rumänisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz; Anglikanische Kirche in der Schweiz.
Drei Kirchen im Gaststatus
Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz; Neuapostolische Kirche; VFG – Freikirchen Schweiz.
Mehr zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz: www.agck.ch

16 Mitgliedskirchen des VFG - Freikirchen Schweiz
Bewegung Plus; Bund Evangelischer Gemeinden (BEG) / New Life International (NLI); Bund Schweizer Baptistengemeinden; Bund der Evangelischen Täufergemeinden (ETG); Chrischona-Gemeinden Schweiz; Evangelisches Gemeinschaftswerk (EGW); Evangelisch-methodistische Kirche (EMK); Federazione delle Chiese Evangeliche Libere del Ticino (FECLT); Freie Charismatische Gemeinden der Schweiz (FCSG); Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz (FEG); GvC Bewegung; Heilsarmee; Konferenz der Mennoniten der Schweiz (Alttäufer); Schweizerische Pfingstmission (SPM); Vereinigung Freier Missionsgemeinden (VFMG); Vineyard Bewegung Deutschland, Österreich, Schweiz.
Kirche im Beobachterstatus Gemeinde für Christus
Mehr zu VFG - Freikirchen Schweiz: https://freikirchen.ch/

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ADRA Schweiz schenkt seit 30 Jahren benachteiligten Menschen wieder Hoffnung

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat am 21. September in Bern mit über 100 Spendern und Spenderinnen sowie Gästen des Hilfswerks das 30-jährige Bestehen gefeiert. Toni Burgener, Chef der Glückskette, Cécile Terraz, Logistikverantwortliche bei Medair, Igor Mitrovic, Geschäftsleiter ADRA Serbien sowie Mike Perekrestenko, Geschäftsleiter ADRA Schweiz, diskutierten in einem Podiumsgespräch über Innovationen in den Bereichen Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Um Innovationen erfolgreich implementieren zu können, brauche es Kreativität, Risikobereitschaft und Sensibilität für kulturelle Gegebenheiten sowie die Bereitschaft, die Begünstigten in den Entwicklungs- und Umsetzungsprozess einzubeziehen.

Der Festakt, der in der Musikschule des Konservatoriums Bern stattfand und laut Christiane Theiss, Moderatorin, als eine Reise in die Vergangenheit und in die Zukunft konzipiert sei, wurde durch ein Klavierkonzert von Richard Kogima in Form einer musikalischen Weltreise, mit Musikstücken aus der ganzen Welt, eingeleitet.

Podiumsdiskussion zu Innovation in der Arbeit der Hilfswerke
Toni Burgener, Chef der Glückskette, zeigte sich in der Podiumsdiskussion beeindruckt, wie schnell ADRA nach Katastrophen vor Ort sei und effizient Hilfe leiste. Aus der Sicht der Glückskette, als Spenden sammelnde Organisation, sei es wichtig, dass die Schweizer Hilfswerke zusammenarbeiten und voneinander lernen würden, damit effizient Hilfe geleistet werde, so Burgener.

Bessere Logistik durch Vorbereitung und Zusammenarbeit
Um in Katastrophengebieten innert 24 bis 48 Stunden Hilfe bringen zu können, sei es wichtig, sich auf Katastrophen vorzubereiten, sagte Cécile Terraz, Verantwortliche für Logistik bei Medair. Man müsse Lagerhäuser mit Nothilfegütern unterhalten, Kontakte zu lokalen Hilfswerken pflegen und mit grossen Transportfirmen zusammenarbeiten. Sie führte das Beispiel eines Hilfswerks an, das Kontakte mit Airbus pflege. Dies sei für die Logistik im Katastrophenfall von unschätzbarem Vorteil, um schnelle Hilfe vor Ort leisten zu können.

Krisen fordern Innovationen heraus
ADRA Serbien habe auf der Balkanroute auf die Bedürfnisse der Geflüchteten im 2015 sehr anpassungsfähig reagieren müssen, sagte Igor Mitrovic, Geschäftsleiter ADRA Serbien. Unbekannte Krisen forderten Innovationen geradezu heraus. Sein Hilfswerk lehre die Kinder in Sprachschulen Serbisch, damit sie dem Unterricht an den öffentlichen Schulen besser folgen könnten. ADRA Serbien hole die Kinder in den Camps ab, um sie in Bussen zu den öffentlichen Schulen zu fahren. Vor allem Kinder aus Afghanistan seien sehr wissbegierig. Sie warteten teil eine Stunde vor Abfahrt der Busse bereits am Lagerzaun. Junge Männer würden in Berufe und andere Tätigkeiten durch Praktika eingeführt. Was die Kinder und Jugendlichen an Wissen in den Köpfen hätten und gegebenenfalls auch an Fertigkeiten in den Händen, könnten sie überall auf der Welt nutzen, so der Geschäftsleiter von ADRA Serbien.

Neue technische Möglichkeiten für Innovationen nutzen
Bei Innovationen gehe es auch darum, neue technische Möglichkeiten zu nutzen. Drohnen seien in Nepal nach Erdrutschen benutzt worden, um Karten der Landschaft herzustellen und sichere Bauplätze zu finden, führte Cécile Terraz, Medair, aus.

Glückskette mit Risikofonds für Innovationen
Bei Innovationen müsse immer die Bevölkerung vor Ort miteinbezogen werden. Es gebe in Afrika eine grosse Anzahl lokaler Start-ups, die Hilfswerke in die Problemlösung einbeziehen könnten, so Toni Burgener. Der Glückskette sei klar, dass sie manchmal auch eine Art von Risikokapital zur Verfügung stellen müsse. Sie habe deshalb einen Risikofonds geschaffen.

Finanzielle Unterstützung von Hilfsempfängern
Neu sei die direkte finanzielle Unterstützung von Hilfsempfängern, erläuterte der Chef der Glückskette. So könnten im Norden von Somalia die Empfänger selbst entscheiden, was sie benötigten und würden damit auch einen Teil ihrer Würde zurückgewinnen. Geldtransfer werde neuerdings auch über Mobiltelefone getätigt, völlig bargeldlos.

3-D-Technik beim Prothesenbau
Die 3-D-Technik werde beim Gestalten und Anpassen von Prothesen verwendet, sagte Burgener. Dies erlaube es, die Arbeit genauer zu machen, mit weniger Komplikationen und Schmerzen für die Patienten und ermögliche es, das Produkt billiger zu produzieren.

„Wasserkiosk“ von ADRA
In Zusammenarbeit mit Grundfos, grösster Pumpenhersteller der Welt, testet ADRA in drei Ländern sogenannte Wasserkioske, sagte Mike Perekrestenko. Sie bestehen aus einem 20-Fuss Container neben dem aus einem tiefen Bohrloch Wasser heraufgepumpt wird, das für zwei US-Cent pro Liter an die Verbraucher verkauft wird. Diese können am Wasserkiosk an sieben Tagen während 24 Stunden Trinkwasser mit einer „Kreditkarte“ beziehen. Wer kein Geld hat, bekommt die Karte von ADRA kostenlos zur Verfügung gestellt. Betrieben wird der Wasserkiosk durch Dorfbewohner, die damit Einkommen generieren. Der Gewinn wird an ADRA überwiesen, um den Unterhalt zu gewährleisten und um neue Wasserkioske zu bauen.

Kreativität und Innovation
Innovation funktioniere nur, so Mike Perekrestenko, wenn man auf vorhandene Bildung aufbauen könne. Deshalb sei Braindrain, die Abwanderung gut gebildeter Einwohner, ein grosses Problem für die Entwicklung dieser Staaten. Es gäbe oft zu wenig kreative Köpfe in den Hilfswerken und auch ausserhalb, so der Geschäftsleiter von ADRA Schweiz. Hilfswerke sollten auch bereit sein, mit profitorientierten Unternehmen zusammen zu arbeiten. Kreativität und Risikobereitschaft könne zu Innovationen führen.

Rückblick auf 30 Jahre ADRA Schweiz
Spotlichtartig gab die Moderatorin, Christiane Theiss, einen Rückblick auf die Entwicklung des Hilfswerks.
1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, gründete die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten das „Schweizerische Adventwohlfahrtswerk“ das vorwiegend in der Schweiz tätig war.
1987 wurde ADRA Schweiz gegründet. Das Hilfswerk führte die begonnene Arbeit weiter und ergänzte sie mit Projekten der Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit im Ausland.
1993 wurde der erste Freiwilligeneinsatz bei den Überschwemmungen in Brig geleistet. Daraus entwickelte sich die jährlichen Freiwilligenwochen bei benachteiligten Bauernfamilien in der Schweiz.
1994 bezog ADRA Büroräumlichkeiten in Lentigny/FR, wo auch ein grosses Lager zur Verfügung stand.
1999: Eröffnung des ADRA-Zweigbüros in Pyongyang, Nordkorea.
2002: Zertifizierung von ADRA durch die Stiftung ZEWO, für zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden.
2002: Start der Weihnachtspaketaktion „Kinder helfen Kindern“.
2003: ADRA Schweiz beendet die Sammlung und den Versand von gebrauchten Kleidern ins Ausland.
2003 besucht Bundesrätin Micheline Calmy-Rey die grosse ADRA-Bäckerei in Pyongyang, Nordkorea.
2005: ADRA Schweiz wird eines der 25 Partnerhilfswerke der Glückskette.
2005: Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen durch die Regierung in Nordkorea zieht sich ADRA Schweiz mit den meisten anderen Hilfswerken aus dem Land zurück.
2009: Umzug des ADRA Büros an den jetzigen Standort: Gubelstrasse 23, 8050 Zürich.

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz (www.adra.ch) wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde 2013 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre rezertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch.

Das ADRA Netzwerk besteht aus rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

Der Jahresbericht 2016 von ADRA Schweiz kann im Internet heruntergeladen werden: https://www.adra.ch/fileadmin/content_data/Ueber_ADRA/Jahresbericht/2016/Jahresbericht2016.pdf

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Brasilien: Neues medizinisches Einsatzboot für Amazonas-Gebiet

Silver Spring, Maryland/USA | 25.09.2017 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Brasilien hat im August im Amazonasgebiet in Brasilien ein neues medizinisches Einsatzboot eingeweiht. Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) Anfang September mitteilte, wird das 30. Boot, die Luzeiro XXX, unterversorgten Bevölkerungsgruppen entlang des Amazonas im Norden Brasiliens medizinische Versorgung anbieten.

Die Luzeiro XXX, ein 21 Meter langes Schiff aus Holz, sei mit drei Appartements ausgestattet. Sie verfüge über eine Küche und ein zweites Deck, wo bis zu 20 Hängematten aufgehängt werden können. Das Boot soll nach Angaben von Brad Mills, der für das Amazonas-Gebiet bei ADRA Brasilien zuständig ist, in einer Region eingesetzt werden, die nur nach einer fast zweiwöchigen Bootsreise zu erreichen ist. Ein Kapitän, ein Arzt, ein Zahnarzt und eine Krankenschwester gehörten zur Crew. Zusätzlich könnten Freiwillige aus dem Gesundheitssektor das Team begleiten, um die Dienste für Einwohner von Duzenden isolierter Dörfer zu unterstützen.

Lange Tradition der Luzeiro-Boote
Die Luzeiro-Einsatzboote haben im Amazonas-Gebiet eine lange Tradition: Die erste Luzeiro sei am 4. Juli 1931 von den amerikanischen Missionaren Leo und Jessie Halliwell eingeweiht worden, so Mills. Der Name bedeute auf Portugiesisch „Leuchtturm“. In den späten 1990er Jahren sei ihr Einsatz jedoch reduziert und schliesslich ganz aufgegeben worden. Vor zehn Jahren sei das Projekt unter immensen Anstrengungen wiederaufgenommen worden.

„Das Luzeiro-Projekt ist nicht nur ein Vorläufer der ADRA-Präsenz [in der Region], sondern auch grundlegend dafür, die junge Generation zu inspirieren, den Wert von Opfer und Dienst zu verstehen“, so Jefferson Kern, Geschäftsführer von ADRA Brasilien.

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Deutschland: Wechsel in der Redaktion der methodistischen Kirchenzeitung „unterwegs“

Kassel/Deutschland | 25.09.2017 | APD | Medien

In einem Gottesdienst am 21. September in Kassel hat der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland (EmK), Harald Rückert, Pastor Michael Putzke als leitenden Redakteur und Iris Hahn als stellvertretende Redakteurin der EmK-Kirchenzeitschrift „unterwegs“ in ihre neuen Aufgaben eingeführt.

Die Freiheit des Wortes auch innerhalb der Kirche schätzen
In seiner Predigt würdigte Putzke „die Freiheit des Wortes“ in der Bundesrepublik Deutschland. Er erinnerte an das diesjährige Documenta-Kunstwerk „Parthenon der Bücher“ in Kassel. Beim Anblick der Installation aus 67.000 Büchern, die „irgendwo auf der Welt einmal verboten waren oder noch verboten sind“, sei ihm klargeworden, „welche Freiheit wir geniessen dürfen“. Es stehe uns gut an, die Freiheit des Wortes zu schätzen und zu bewahren, betonte Putzke. Deshalb solle auch die Kirchenzeitung „die verschiedenen Glaubensfarben unserer Kirche abbilden“. Es gebe in der EmK zwar eine herausfordernde Vielfalt, „aber von der Freiheit her, die Christus uns gibt, wollen wir diese Vielfalt wertschätzen“. Dafür stehe „unterwegs“ auch in Zukunft.

Bischof Rückert dankte Volker Kiemle, der die EmK-Zeitschriftenredaktion fast neun Jahre geleitet hatte. „Ideenreich und kreativ“ habe Kiemle die Kirchenzeitung vorangebracht und damit viel bewegt. Er wünschte ihm für seine neue Aufgabe als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Diakoniewerk Martha-Maria in Nürnberg den Segen Gottes.

„unterwegs“ als Magazin für die Reise durch unsere Zeit
Rückert erinnerte daran, dass Michael Putzke 2008 den Ökumenischen Predigtpreis, gestiftet vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft, für die „beste Predigt“ des Jahres erhalten hatte. Der Theologe wisse mit dem Wort umzugehen. Der Bischof wünschte ihm und der Grafikerin Iris Hahn, dass sie mit „leidenschaftlicher Textarbeit“ sowie „Kreativität und Fachkompetenz“ wie auch „gutem Gespür für die Themen, die die Menschen in unseren Gemeinden bewegen“ die Kirchenzeitung weiterentwickeln.

Holger Teubert, langjähriger Chefredakteur der Deutschlandredaktion des Adventistischen Pressedienstes (APD), bezeichnete in einem Grusswort „unterwegs“ als ein „Reisemagazin“, das die Mitglieder und Freunde der EmK „gut durch unsere Zeit“ führen könne. Dazu gehöre ein Gespür für die Themen die aufgegriffen werden müssen sowie Autorinnen und Autoren, „deren Artikel hilfreich sind und Orientierung vermitteln“.

Ohne kirchliche Zuschüsse
Die Zeitung „unterwegs“ der Evangelisch-methodistischen Kirche ist ein zweiwöchentlich erscheinendes Magazin mit einem Umfang von 24 Seiten. Die Auflage beträgt 5.000 Exemplare. Laut Klaus Ulrich Ruof, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der EmK in Deutschland, werde die Zeitung im Wesentlichen durch die Abonnenten und nur durch einen geringen Teil durch Werbeeinnahmen finanziert und komme ohne kirchliche Zuschüsse aus.

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USA: Studentin der Andrews Universität erhielt Nominierung für Nachwuchs-Oscar

Berrien Springs, Michigan/USA | 25.09.2017 | APD | Medien

Der Dokumentarfilm „Sisterly“ von Nina Vallado wurde für den Student Academy Award 2017, auch „Studenten-Oscar“ genannt, nominiert. Als eines von zehn in der Kategorie „Dokumentarfilm“ gelangte das Werk von Vallado bis ins Finale, schied dann allerdings aus. Vallado hatte im Mai 2017 an der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan mit einem ausgezeichneten Bachelor-Abschluss in Fine Arts graduiert, teilte Andrews University Campus News mit.

Der Film „Sisterly“ thematisiert die Beziehung Vallados zu ihrer autistischen Schwester Lisa. Lisa habe sich bis zu ihrem 16. Lebensjahr nicht wirklich mit Worten ausdrücken können. „Unsere Geschichte im Film zu erzählen hat mich gelehrt, was Schwesternschaft bedeutet“, teilte Nina Vallado mit. „Schwesternschaft ist ein einzigartiges Band, das du mit deinen eigenen Schwestern knüpfst.“ „Schwesternschaft kann kompliziert, chaotisch oder gebrochen sein, aber es ist immer noch Schwesternschaft“, so Vallado weiter. „Mein Film hat mir nur einen Ansatzpunkt gegeben, und ich bin noch nicht fertig.“ Zunächst sei „Sisterly“ von einigen lokalen Filmfestivals abgelehnt worden, bevor Vallado sich an die Academy of Motion Picture Arts and Sciences wandte.

Student Academy Award
Seit 1973 verleiht die Akademie den Student Academy Award an filmschaffende Studierende in einem internationalen Wettbewerb, an dem jährlich etwa 1.700 Studierende weltweit teilnehmen. Die Preisverleihung findet im Samuel Goldwyn Theater der Akademie statt.

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Das Lukas-Evangelium auf Deutsch und Dari

Stuttgart/Deutschland | 25.09.2017 | APD | Bibel

Das Lukas-Evangelium in einer zweisprachigen Ausgabe auf Deutsch und Dari ist jetzt bei der Deutschen Bibelgesellschaft erschienen. Die Bibeltexte sind der deutschsprachigen „BasisBibel“ und der revidierten „Today’s Dari Version“ entnommen. Zum gemeinsamen Lesen sind die Texte jeweils parallel angeordnet, einem deutschen Bibelvers steht direkt der entsprechende Vers in Dari gegenüber. Dari ist eine der beiden Amtssprachen in Afghanistan.

Wie die Deutsche Bibelgesellschaft mitteilte, richtet sich die Publikation an Flüchtlinge sowie andere Migrantinnen und Migranten mit der Muttersprache Dari, gemischtsprachige Bibelkreise und Mitarbeitende in der kirchlichen Flüchtlingsarbeit. Der Ausgabe liegt die Erfahrung zugrunde, dass zweisprachige Bibelausgaben helfen können, eine fremde Sprache zu erlernen.

Die „Today’s Dari Version“ ist eine moderne und texttreue Bibelübersetzung. Es geht dabei um eine sogenannte kommunikative Übersetzung, die beim Lesen keine Kenntnis traditioneller christlicher Begriffe voraussetzt und grossen Wert auf Verständlichkeit legt. Es handelt sich um die erste vollständige Bibelübersetzung auf Dari. Herausgeber ist der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies, UBS). Dari gehört zu den iranischen Sprachen und wird von etwa neun Millionen Menschen in Afghanistan und anderen zentralasiatischen Ländern gesprochen.

Die „BasisBibel“ wendet sich an Leserinnen und Lesern, denen die klassische Kirchen- und Bibelsprache nicht mehr vertraut ist. Sie ist die erste crossmediale Bibelübersetzung, die das durch Computer und Internet veränderte Medienverhalten berücksichtigt. Die Darstellung jeweils einer Sinneinheit in einer Zeile sowie Sacherklärungen am Seitenrand und Hintergrundinformationen im Internet sollen beim Verständnis des Textes helfen.

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Australien: Schüler auf adventistischen Schulen sind seltener übergewichtig

Wahroonga, NSW/Australien | 25.09.2017 | APD | Gesundheit & Ethik

Wie die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record berichtet, zeigt eine erste Studie, dass in Australien Schüler adventistischer Bildungseinrichtungen weniger Körpergewicht als andere Heranwachsende dieser Altersgruppe haben. Der Studie lagen die Daten einer Umfrage zu Gesundheit und Lebensstil zugrunde, welche die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Südpazifik in den Jahren 2001 und 2012 durchgeführt hatte.

Die Studie wurde in der Augustausgabe der Zeitschrift Journal of School Health veröffentlicht. Demnach sei die Übergewichts- und Fettleibigkeitsrate bei Schülern, die eine adventistische Schule besuchen, zwischen fünf und 18 Prozent niedriger als bei anderen Jugendlichen und denjenigen in anderen australischen Schulen. Im Gegensatz zur Erhöhung von Übergewichtigkeit bei australischen Heranwachsenden in den vergangenen Jahren sei keine Steigerung in adventistischen Schulen zu beobachten. Erhoben wurde der Body-Mass-Index von über 3.000 Schülern an 21 adventistischen Bildungseinrichtungen in Australien.

Mögliche Gründe
Im Vergleich mit Jugendlichen anderer Studien assen die untersuchten Schüler mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Drei Viertel der Schüler hatte zumindest ein Elternteil, das Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten war. Da die Freikirche generell Wert auf eine ganzheitliche Gesundheit lege, könnte hier eine Vorbildwirkung auf die Schüler vorliegen. Auch die Schulen selbst könnten einen Einfluss auf die Ergebnisse haben, denn in den Schulkantinen würden ausschliesslich vegetarische Lebensmittel angeboten. Massgebende Faktoren zur Gewichtskontrolle seien laut Studie: regelmässiges Frühstück und Bewegung sowie eingeschränkter Zuckerkonsum - stattdessen mehr Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte.

Augustausgabe der Zeitschrift Journal of School Health (Englisch):
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/josh.12535/full

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