APD-INFORMATIONEN 10/2017 - OKTOBER 2017

Schweiz: Siebenten-Tags-Adventisten mit neuer Kirchenleitung

Zürich/Schweiz | 30.10.2017 | APD | Schweiz

Am 1. Oktober hat Pastor Stephan Sigg (1966) die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten für die ganze Schweiz als auch die Kirchenleitung in der Deutschschweiz übernommen. Die Adventisten haben eine Gesamtleitung für die Schweiz und teilen sich in zwei Kirchenregionen auf: Deutschschweiz sowie Romandie/Tessin. Stephan Sigg löst Pastor Günther Maurer (1953) ab, der die letzten Monate vor seiner Pensionierung ganzzeitlich die Adventgemeinde Zürich I leiten wird. Pastor René Pieper (1983) löst als Exekutivsekretär der Deutschschweizer Adventisten Pastor Christian Stroeck (1976) ab, der auf der Insel Mindoro, Philippinen, in einem Projekt für Ureinwohner mitarbeiten wird.

Die knapp 150 Frauen und Männer der adventistischen Ortsgemeinden haben als Delegierte an den Generalversammlungen der Deutschschweizerischen Vereinigung der Freikirche der Siebenenten-Tags-Adventisten im März Stephan Sigg und im Juni René Pieper für die neuen Aufgabenbereiche gewählt.

Pastor Sigg lehrte Zimmermann und studierte Theologie in Österreich, Deutschland, England und schloss in den USA mit einem Doctor of Ministry (D.Min.) ab. Der Schweizer arbeitete als Pastoralassistent in Basel, leitete zehn Jahre die Jugendarbeit in der Deutschschweiz, war Dozent für Praktische Theologie an der adventistischen theologischen Hochschule in Friedensau/Deutschland und leitete seit 2010 die Jugendarbeit der Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD).

Günther Maurer, leitete die Kirche in der Deutschschweiz von 2009 bis 2017 und übernahm 2015 die Kirchenleitung in der ganzen Schweiz. Der Österreicher wird bis zu seiner Pensionierung im Sommer 2018 weiterhin die Adventgemeinde Zürich I leiten, die er bereits neben der Aufgabe als Kirchenleiter seit Herbst 2016 betreute.

René Pieper studierte Theologie in Österreich und Psychosoziale Beratung in Deutschland. Er begann 2007 als Pastoralassistent in Zürich, leitete ab 2009 die Adventgemeinden im Bezirk Biel und ab 2016 in der Innerschweiz.

Pieper übernimmt die Aufgabe als Exekutivsekretär von Pastor Stroeck, der gleichzeitig auch zuständig war für die Abteilung Gemeindeentwicklung und Evangelisation. Christian Stroeck arbeitete 2004 als Pastoralassistent in der Ostschweiz und betreute in den Folgejahren einige Adventgemeinden im Kanton Bern bevor er 2015 als Exekutivsekretär gewählt wurde. Er wird ab 2018 bei einer privaten Organisation auf der Insel Mindoro, Philippinen, in einem Projekt für Ureinwohner im Bildungs- und Gesundheitsbereich mitarbeiten.

Kirchenleitungen der Adventisten in der Schweiz
Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Schweizer Union:
Präsident: Stephan Sigg
Exekutivsekretär: David Jennah
Finanzverwalter: Jean-Luc Waber

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Deutschschweizerische Vereinigung:
Präsident: Stephan Sigg
Exekutivsekretär: René Pieper
Finanzverwalter: Jean-Luc Waber

Fédération des Eglises adventistes du septième jour de la Suisse romande et du Tessin:
Präsident: David Jennah
Exekutivsekretär: Rickson Nobre
Finanzverwalterin: Nathalie Wagnon
(Siehe dazu: www.adventisten.ch/adventisten/kirchenleitungen/)

Adventisten in der Schweiz
Ende Dezember 2016 lebten 2.576 Adventisten im Gebiet der Deutschschweiz und 2.076 in der Romandie sowie im Tessin. In der Schweiz leben demnach 4.652 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten. Die Adventisten in der Schweiz feiern in 54 Gemeinden und fünf Gruppen den Gottesdienst jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag. Mitglied wird man bei den Adventisten nicht durch die Säuglings- oder Kleinkindertaufe, sondern nach Unterweisung und auf eigenen Wunsch durch ein Bekenntnis beziehungsweise durch die Mündigentaufe. Adventistische Kinder und Jugendliche werden demnach nicht als Mitglieder gezählt.

Schweizer Adventisten als Verein organisiert
Die Schweizer Adventisten sind nach dem Vereinsrecht organisiert und teilen sich in zwei Kirchenregionen: die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (DSV), mit Sitz in Zürich und die Fédération des Eglises Adventistes du 7e jour de la Suisse romande et du Tessin (FSRT), mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Kirchenleitung (Schweizer Union) mit Sitz in Zürich.

Institutionen und Werke in den Sprachregionen
Die Adventisten in der Schweiz führen die „Privatschule A bis Z“ in Zürich, zwei Jugendhäuser, in St. Stephan/BE und Les Diablerets/VD, drei Alters- und Pflegeheime in Krattigen/BE, Oron-la-Ville und Epalinges bei Lausanne, den Advent-Verlag in Krattigen/BE sowie eine Versandstelle für französische Bücher in Renens/VD. Im Weiteren unterhalten sie das "Hope Bibelstudien-Institut" (HBI) und das „Religionspädagogische Institut“ (RPI) in Zürich sowie das „Institut d'Etude de la Bible par Correspondance“ (IEBC) in Renens. In Gland/VD befindet sich die Klinik „La Lignière“, die auf Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen, neurologischen, orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen sowie auf Nachbehandlung bei Krebs spezialisiert ist.

Gesamtschweizerische Institutionen der Adventisten
Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die „Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich, ein ZEWO-zertifiziertes Partnerhilfswerk der Glückskette. Das Hilfswerk ist in der Schweiz mit rund 30 Ortsgruppen im sozialen Bereich tätig und im Ausland mit Katastrophen- und Entwicklungshilfeprojekten. Der „Adventistische Pressedienst“ APD Schweiz, Basel, richtet seine Dienste vor allem an säkulare und kirchliche Medien. Die Schweizerische Liga Leben und Gesundheit LLG, Zürich, bietet mit ihren Seminaren in rund 40 Ortsgruppen ganzheitliche Gesundheitsförderung an: körperlich, seelisch, spirituell und sozial.

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). In drei kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen sind sie Mitglieder und in drei weiteren arbeiten sie im Gaststatus mit.

Ausführliche Informationen zu den Siebenten-Tags-Adventisten:
www.adventisten.ch/adventisten/

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Schulterschluss in der Schweizer Zivilgesellschaft für UNO-Agenda 2030

Bern/Schweiz | 30.10.2017 | APD | Schweiz

Schweizer NGOs engagieren sich gemeinsam für die Umsetzung der UNO-Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Laut einer Medienmitteilung von Alliance Sud wurde von rund 40 Organisationen in Bern am 25. September die Zivilgesellschaftliche Plattform Agenda 2030 gegründet, die dafür sorgen will, dass echte Nachhaltigkeit auf allen Ebenen zur obersten Handlungsmaxime des Bundes und anderer Entscheidungsträger wird. Zur Präsidentin der Plattform wurde Eva Schmassmann von Alliance Sud gewählt.

Die Schweiz habe sich bei der Formulierung der ehrgeizigen Ziele der Weltgemeinschaft stark engagiert. Vor exakt zwei Jahren, am 25. September 2015, seien in New York fast alle Staats- und Regierungschefs zusammengekommen, um die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu unterzeichnen, so Alliance Sud.

Die Gründung der Plattform, an der sich rund 40 Organisationen der Schweizer Zivilgesellschaft beteiligen, wolle sicherstellen, dass „die Schweiz den Worten auch Taten folgen lässt“. Sie wolle ihren Forderungen zur Implementierung der Agenda 2030 in der und durch die Schweiz Nachdruck verleihen.

Der Sonderbeauftragte des Bundes für nachhaltige Entwicklung, Botschafter Michael Gerber, begrüsste die Anwesenden von Entwicklungs-, Menschenrechts-, Friedens-, Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und zeigte sich erfreut über diesen Schulterschluss: „Ohne die aktive Beteiligung und den Druck der Zivilgesellschaft werden wir die ambitionierten Ziele der Agenda 2030 nicht erreichen können.“

Unterstützung erfuhr die Plattform an ihrer Gründungsversammlung auch aus der Wissenschaft, schreibt Alliance Sud. Peter Messerli, Professor am Center for Development and Environment (cde) der Universität Bern und Co-Vorsitzender des wissenschaftlichen Expertengremiums, das im UNO-Auftrag den globalen Nachhaltigkeitsbericht verfasst, sagte: „Das grösste Transformationspotential der Agenda 2030 liegt in der engen Verflechtung der 17 Ziele. Dazu braucht es die universelle Verantwortung für die Umsetzung und den Einbezug dezentraler Netzwerke von Akteuren. Staatliche, zivilgesellschaftliche und private Entwicklungspartner müssen ihre Strategien überdenken und erneuern“.

Der erstmals gewählte Vorstand der Zivilgesellschaftlichen Plattform Agenda 2030 „weiss mit den Forderungen nach echter Nachhaltigkeit in der Schweizer Politik einen grossen Teil der Schweizer Bevölkerung hinter sich“, so Alliance Sud. Entsprechend genau werde die Plattform verfolgen, wie konsequent der Bund die Umsetzung der Agenda 2030 vorantreibe. „Schon Mitte nächstes Jahr wird die Schweiz vor der UNO über ihre Fortschritte bei der Umsetzung dieser Agenda berichten müssen. Bisher sind die eidgenössischen Fortschritte leider sehr überblickbar geblieben“, sagte Eva Schmassmann von Alliance Sud, die zur Präsidentin der Plattform gewählt wurde.

Laut Medienmitteilung wird die Plattform in den nächsten Monaten, Handlungsempfehlungen zur Umsetzung der Agenda 2030 zuhanden der Schweizer Politik und der Verwaltungen sowie weiterer Entscheidungsträger erarbeiten und die Öffentlichkeit über die Agenda 2030 sensibilisieren und informieren.

Zur Zivilgesellschaftlichen Plattform Agenda 2030 gehören Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Frieden, Gender, Menschenrechte, Entwicklungszusammenarbeit sowie dem Bereich Menschen mit Behinderung und Gewerkschaften an. Einige der Mitgliedsorganisationen sind: CBM Schweiz, HEKS, NGO-Koordination Post-Beijing, Schweizerische Friedensrat, FriedensFrauen Weltweit, Stiftung Zukunftsrat, Terre des Femmes.

Zentral mitorganisiert wurde die Plattform von der Umweltallianz/pro natura, dem Schweizerische Gewerkschaftsbund (SBG), KOFF, der schweizerischen Plattform für Friedensförderung und von Alliance Sud, der entwicklungspolitischen Arbeitsgemeinschaft von sechs Schweizer Hilfswerken.

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Weltmissionsfokus an der Jahressitzung der adventistischen Weltkirche

Silver Spring, Maryland/USA | 30.10.2017 | APD | International

Vom 5. bis 11. Oktober fand in Silver Spring, Maryland/USA, die Jahressitzung des Exekutivausschusses der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten statt (Annual Council of the General Conference Executive Committee). Die mehr als 450 Delegierten, Kirchenleiter sowie Laienmitglieder und Gäste aus der ganzen Welt, nahmen zuerst vom 5. bis 7. Oktober an der LEAD-Konferenz (Leadership Education and Development) teil, berichtete die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR).

In der dreitägigen LEAD-Konferenz, die jeweils vor den Sitzungen des Exekutivausschusses stattfindet, geht es darum, die Kirchenleiter aus der ganzen Welt in Bezug auf ein spezifisches Thema zu informieren, auszubilden und Fähigkeiten zu vermitteln. Dieses Jahr ging es um Freuden und Herausforderungen der weltweiten Mission, bzw. um die Frage, wie man am besten die gute Nachricht von Gott mit den unterschiedlichsten Menschengruppen teilen kann. Es gehe darum, Brücken zu bauen, Verständnis zu schaffen und Beziehungen aufzubauen, so der Tenor der Beiträge, schreibt AR.

„Unser Ziel besteht darin, die gute Nachricht in einer Weise zu vermitteln, dass sie für jene Menschen, die ganz anders sind als wir, bedeutsam und ansprechend ist“, sagte Pastor Gary Krause, Leiter des Büros für Adventistische Mission der Weltkirchenleitung.

Die Teilnehmenden erhielten ein „Toolkit“, eine Box mit kurzen, schriftlichen Unterlagen zu jeder Religionsgemeinschaft oder Weltanschauungsgruppe. Darin sind Informationen über die entsprechende Gruppe enthalten bezüglich ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung, was für sie wichtig ist sowie Tipps, wie man am besten mit dieser Gruppe in Kontakt kommt.

„Wir müssen uns den Menschen anpassen, die wir erreichen wollen“
Die Leiter der weltweit sechs Zentren erläuterten den Teilnehmenden der LEAD-Konferenz ihre Erkenntnisse. Jede grössere religiöse Gruppe sei einzigartig und besonders. Man habe es nicht nur mit Religion zu tun, sondern auch mit einer entsprechend geprägten Kultur und Weltsicht. Ein Religionswechsel könne bei gewissen Religionen massiv die Familie durcheinanderbringen.

„Buddhisten glauben nicht an einen höchsten Gott oder an eine verdorbene menschliche Natur“, sagte Gregory Whitsett, Leiter des Zentrums für ostasiatische Religionen. Das mache religiöse Gespräche sehr herausfordernd. Man müsse sich zuerst in Gesprächen der Denkart und Mentalität der Buddhisten annähern, um zu versuchen, sie zu verstehen, so Whitsett.

„Wir müssen uns den Menschen anpassen, die wir erreichen wollen“, sagte auch Richard Elofer, Leiter des „Weltweiten jüdisch-adventistischen Freundschaftszentrums“.

Religionslose weltweit drittgrösste Gruppe
Die Gruppe der Religionslosen sei mit 1,2 Milliarden Menschen nach den Christen und Muslimen die drittgrösste Gruppe, sagte Kleber Gonçalves, Leiter des „Zentrums für säkulare und postmoderne Studien“. Mit Menschen in Kontakt zu kommen, die schlicht an Religion nicht interessiert seien, stelle nicht nur in den westlichen Ländern eine grosse Herausforderung dar, sondern auf der ganzen Welt, so Gonçalves. Dies gelinge nur über Beziehungen und den Aufbau von Vertrauen.

Sechs globale Missionszentren der Adventisten
Es gibt ein „Zentrum für adventistisch-muslimische Beziehungen“, ein „Zentrum für säkulare und postmoderne Studien“, ein „Weltweites jüdisch-adventistischen Freundschaftszentrum“, ein „Zentrum für Stadtgebiete“, ein „Zentrum für ostasiatischen Religionen“ (Hinduismus) sowie ein „Zentrum für südasiatische Religionen (Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus und Shintoismus).

Link zur Webseite der „Global Mission Centers“: www.globalmissioncenters.org/home

Die Sitzungen des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung konnten weltweit live, auf Englisch, mitverfolgt werden.

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Trotz Herausforderungen - weltweites Mitgliederwachstum bei den Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 30.10.2017 | APD | International

An der Jahressitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (General Conference Executive Committee), die vom 5. bis 11. Oktober in Silver Spring, Maryland/USA, stattfand, wurde am 8. Oktober der statistische Jahresbericht 2016 vorgelegt. Laut Dr. David Trim, Direktor des Büros für Archive, Statistik und Forschung der adventistischen Weltkirchenleitung, zählte die protestantische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten am 30. Juni 2017 weltweit 20,3 Millionen getaufte Mitglieder. Die Verlustrate sei zwar leicht auf 39 Prozent der neugetauften Mitglieder zurückgegangen, was bedeute, dass von fünf neuen Mitgliedern zwei die Kirche im Laufe der Jahre wieder verlassen würden.

David Trim sagte zum statistischen Bericht 2016 den mehr als 450 Delegierten, Kirchenleitern sowie Laienmitgliedern und Gästen aus der ganzen Welt, dass das Audit der Mitgliederzahlen weltweit weitergeführt werde, um sicherzustellen, dass die Mitgliederzahlen realistisch seien. Er erinnerte auch daran, dass üblicherweise Mitglieder „nicht wegen theologischer Differenzen die Kirche verlassen, sondern weil sie durch eine Lebenskrise gehen oder wegen einem Konflikt innerhalb der Kirchgemeinde“. Sie fühlten sich möglicherweise unbetreut, unwichtig und nach einigen Jahren würden sie lautos verschwinden.

Eine grosse Herausforderung, so Trim, sei die Weltgegend im sogenannten 10/40 Fenster. Zwischen dem 10. und 40. Breitengrad, gibt es 69 Länder. Dort leben rund 40 Prozent der Weltbevölkerung, die mehrheitlich nicht christlich ist und „nur drei Millionen Adventisten“, sagte Trim.

Weltmission
Der Aufgabenbereich „Adventistische Weltmission“ (Adventist Mission) ist Teil des Sekretariats der Weltkirchenleitung. Der Leiter von Adventist Mission, Pastor Gary Krause, berichtete, dass zurzeit 814 Missionare mit ihren Familien im Einsatz stünden sowie 62 Ärzte und Zahnärzte. 31 weitere stünden in der Vorbereitungsphase.

Zu Adventist Mission gehörten laut Krause noch weitere Bereiche:
• Das „Institut für Weltmission“ (Institute of World Mission IWM), das eine interkulturelle Ausbildung für Missionare im Ausland anbietet als auch ein Wiedereinstiegstraining für Missionare, die in ihre Heimatländer zurückkehren.
• Der „Adventistische Freiwilligendienst“ (Adventist Volunteer Services), der meist Jugendlichen eine Einsatzmöglichkeit in einer kirchlichen Institution, oft in Kindergärten, Waisenheimen oder Schulen der Kirche, vorwiegend in Ländern des Südens, vermittelt. Gegenwärtig stünden weltweit 1.200 Freiwillige im Einsatz.
• Die „Weltweiten Missionsfreiwilligen“ (Global Mission Pioneers). Im Moment sind, laut Krause, 2.000 Personen in 130 Ländern im Einsatz. Es handelt sich oft um Personen aus demselben Land, die Kultur und Gewohnheiten kennen. Sie reisen meist in isolierte Gebiete, in denen es keine adventistische Präsenz gibt, um mit den Einheimischen zu leben, das Evangelium in Tat und Wort weiterzugeben und um neue Kirchgemeinden zu gründen.

Adventismus 9/11 – Bericht des Exekutivsekretärs mit Nebentönen
Pastor G. T. Ng präsentierte den Anwesenden in seinem Bericht mit dem Titel „Adventism 911“ einen Rückblick in die Adventgeschichte und erwähnte dabei sieben verschiedene Krisen, welche die Kirche überwunden habe. So habe man 1888 über theologische Fragen Auseinandersetzungen gehabt und 1907, beim Austritt von Dr. Harvey Kellogg, dem Miterfinder der Cornflakes und Erfinder der Erdnussbutter, habe die Kirche die anschliessende Krise auch gemeistert. Aus den Krisenerfahrungen der Vergangenheit könne die Kirche auch Krisen in der Gegenwart zuversichtlich auf Gottes Führung angehen.

Pastor Thomas Mueller, Präsident der Adventisten in Dänemark, bemerkte vor der Abstimmung über den Bericht des Exekutivsekretärs, dass die Ausführungen von G. T. Ng wie eine Einleitung zur umstrittenen Thematik vom 9. Oktober sei. Der Titel des Berichts „Adventismus 9/11“, vermittle eine sehr starke Begrifflichkeit, so Mueller, und einige der gewählten Vergleiche empfinde er als unangebracht, heisst es in einem Bericht von SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF).

Pastor Ricardo Graham, Präsident der Pacific Union Conference, Kalifornien/USA, meinte laut SPECTRUM, dass es sich um eine Predigt und nicht um einen Bericht gehandelt habe und dass man nicht über einen Bericht, sondern über eine Präsentation abstimmen solle.

Pastor Ted Wilson, Weltkirchenleiter, habe daraufhin geantwortet, dass der Exekutivsekretär alles sagen dürfe, was er wolle. Der Bericht wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen und einer guten Anzahl Gegenstimmen.

An der Sitzung vom Montagnachmittag ging es um das weitere Vorgehen bezüglich jener überregionalen Kirchenleitungen (Unionen/Verbände), die sich nicht an die Beschlüsse der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) von San Antonio/Texas 2015 halten bezüglich der Ordination von Pastorinnen zum Pastorendienst.
Information und Kommentar dazu: www.apd.media/news/archiv/11846.html

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Adventisten: Dokument zum Schlichtungsverfahren wird überarbeitet

Silver Spring, Maryland/USA | 30.10.2017 | APD | International

Die Mitglieder der Jahressitzung (Annual Council) des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (General Conference Executive Committee), haben am 9. Oktober das vorgelegte Dokument zum Schlichtungsverfahren kirchlicher Angelegenheiten, Phase II, nach sechsstündiger Sitzung mit einem Stimmenverhältnis von 184 zu 114 in geheimer Abstimmung an den vorbereitenden Ausschuss zur Überarbeitung zurückgewiesen. Eine redigierte Version wird laut Ted Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, wahrscheinlich an der Jahressitzung 2018 wieder zur Abstimmung vorgelegt. Die Jahressitzung 2017 (Annual Council) fand vom 5. bis 11. Oktober in Silver Spring, Maryland/USA statt.

Das 14-seitige Dokument wurde den Mitgliedern des Exekutivausschusses erst in der Sitzung ausgeteilt, um Leaks zu verhindern, und während 50 Minuten vorgelesen. Das Dokument zum Schlichtungsverfahren kirchlicher Angelegenheiten, mit dem Titel „Verfahren zur Versöhnung und Einhaltung der Kirchenrichtlinien, Phase II“ („Procedures for Reconciliation and Adherence in Church Governance: Phase II”), wurde nach ausführlicher und in sachlichem Ton geführter Diskussion zurück an den „Ausschuss zur Überprüfung der Einheit in der Mission“ („Unity in Mission Oversight Committee“) verwiesen, der es erarbeitet hatte. Alle Sitzungen der Jahreskonferenz können per Livestream übers Internet mitverfolgt werden.

„Das Gremium hat gesprochen, ", sagte Ted N. C. Wilson, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, nach der Abstimmung und drückte seine Hoffnung aus, einen Weg zu finden, das Dokument zu überarbeiten und wieder vorlegen zu können.

Zweistufiges Schlichtungsverfahren
An der Jahressitzung 2016 wurde ein zweistufiges Vorgehen zum Umgang mit Kirchenleitungen beschlossen, die Beschlüsse der Weltkirche nicht umsetzen, um sie wieder in Übereinstimmung zu bringen.

Demnach sollen in einem ersten Schritt unter Gebet, während einem Jahr, verschiedene Konsultationen und Dialoge auf unterschiedlichen Ebenen der Kirche geführt und auch mittels eines Pastoralbriefs diese Kirchenleitungen dringend gebeten werden, die Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltkirche wiederherzustellen.

Sofern die Angelegenheit damit nicht geklärt werden kann und die Differenzen Glaubensüberzeugungen (Fundamental Beliefs) oder Beschlüsse bzw. Richtlinien der Weltkirche (Working Policy) betreffen, soll die zweite Stufe mit verfahrensrechtlichen Schritten eingeleitet werden. Das nun zurückgewiesene Dokument beschrieb diese zweite Phase inklusive der anzuwendenden Schritte.

Das Dokument „Verfahren zur Versöhnung und Einhaltung der Kirchenrichtlinien, Phase II“, anerkennt, dass „nicht konforme Praktiken sehr komplexe Ausdrücke kultureller, ethnischer, theologischer, kommunikativer und ökonomischer Werte, Überzeugungen und Praktiken sein können".

Es unterscheidet drei Kategorien, in denen es zu Differenzen kommen kann: Kategorie 1 betrifft die 28 Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten. Kategorie 2 befasst sich mit den vom Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) verabschiedeten Massnahmen, die „auf die globale Umsetzung ausgerichtet sind“ und die, wenn sie nicht umgesetzt werden, „sich negativ auf die Einheit der Kirche auswirken". Kategorie 3 umfasst „Richtlinien, Initiativen und Praktiken auf lokaler Ebene“, die nicht gegen Beschlüsse, der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) oder des Exekutivausschusses der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) stehen und die Einheit der Kirche nicht beeinträchtigen.

Beratungen und Anträge
Das Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten sei durch die Diskussion um die Ordination von Frauen zum Pastorendienst ausgelöst worden, anerkannte G. T. Ng, Exekutivsekretär der Weltkirchenleitung zu Beginn der Beratungen. Es gibt überregionale Kirchenleitungen (Unionen/Verbände), die Pastorinnen ordiniert haben und die damit nicht in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) sind. Dennoch gehe es beim Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten um weit mehr, als um die Regelung der Frage der Frauenordination.

In der Morgensitzung hatte der Auditing Dienst der Weltkirchenleitung (General Conference Auditing Service GCAS) festgehalten, dass bei 81 Prozent der Audits die Vorgaben bezüglich der finanziellen Richtlinien nicht eingehalten würden.

In der Nachmittagssitzung konnten sich die rund 300 stimmberechtigten Mitglieder des Exekutivausschusses der Weltkirchenleitung bei den Beratungen an drei Mikrophonen an der Diskussion beteiligen. Vorgängig wurde der Strichcode auf dem Badge gescannt sowie Name und Weltregion der Person auf der Leinwand eingeblendet.

Antrag auf Rückweisung
Dave Weigley, Präsident der Columbia Union Conference, USA, stellte den Antrag, das Dokument an den vorberatenden Ausschuss zur Überarbeitung zurück zu verweisen. Ein weiterer Antrag zur Verwendung eines anderen Begriffs im Dokument wurde angenommen.

Dem Antrag von Dave Weigley, auf Rückweisung an den „Ausschuss zur Überprüfung der Einheit in der Mission“ („Unity in Mission Oversight Committee“), der das Dokument vorbereitet hatte, wurde in geheimer Abstimmung mit 184 zu 114 zugestimmt.

Loyalitätsforderung
Vertrauen sei entscheidend, um Einheit zu erhalten, sagte Robert Folkenberg, der in China die Kirche leitet und darauf hinwies, dass sie 2.000 Pastorinnen im Einsatz hätten. Er lehne die Loyalitäts-Unterschrift ab, die laut dem Dokument jedes Mitglied der Jahressitzung in Zukunft abgeben müsste, um zu bestätigen, in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltkirchenleitung zu stehen. Laut Dokument soll jenen, die nicht unterschreiben, das Stimm- und Rederecht entzogen werden und die betroffene Person dürfe auch nicht in Unterausschüssen mitarbeiten.

Stellungnahmen europäischer Mitglieder des Exekutivausschusses
In der Diskussion äusserste Norbert Zens, Finanzvorstand der teilkontinentalen Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD) konkrete Bedenken, dass das vorliegende Dokument nicht in Übereinstimmung mit den Statuten der Weltkirche sei und dass ihm die vorgesehenen Massnahmen zu weit gingen.

Werner Dullinger, Präsident der Adventisten in Süddeutschland (SDV), forderte ein überlegteres Vorgehen und führte an, dass Loyalitätsforderungen früher in Osteuropa im politischen Bereich üblich gewesen seien.

Thomas Mueller, Präsident der Adventisten in Dänemark, monierte, dass das 14-seitige Dokument nicht wirklich studiert werden konnte und dass die Weltkirchenleitung die 2016 gefassten Beschlüsse bezüglich des Schlichtungsverfahrens selbst nicht eingehalten habe.

Stellungnahmen von leitenden oder ehemals leitenden Personen
Abteilungsleiter der Weltkirchenleitung, David Trim, Office of Archives, Statistics and Research sowie Bill Knott, Chefredaktor und Herausgeber der adventistischen Kirchenzeitschrift Adventist Review, plädierten wegen diverser Mängel und wegen mangelnder Zeit, sich mit dem Dokument zu beschäftigen, für Rückweisung. „Ich sehe die Hand Gottes nicht in diesem Dokument“, sagte der ehemalige Weltkirchenleiter, Jan Paulsen. Er habe 50 Jahre in der Kirche gedient, so Paulsen, seine Unterschrift sei in seinem Herzen. Der ehemalige Vizepräsident der Weltkirchenleitung, Lowell Cooper, zeigte in den zwei Minuten Redezeit präzis die Schwachstellen des Dokuments auf und empfahl die Rückweisung.

Generell wurde bemängelt, dass das 14-seitige Dokument erst während der Sitzung ausgehändigt worden sei und die rund 300 Ausschussmitglieder nicht wirklich Zeit gehabt hätten, sich mit diesem umfangreichen Dokument und allen Implikationen zu befassen. "Haste has made waste”, sagte Justin Lyons, aus der Nordamerikanischen Kirchenregion (NAD), im Rückblick auf manchen überhasteten Beschluss in einer Sitzung.

Gegner der Rückweisung
Gegner und Gegnerinnen der Rückweisung, darunter Doug Batchelor, Evangelist, und Jay Gallimore, Präsident der regionalen Kirchenleitung in Michigan/USA, argumentierten, dass lange genug über das Thema diskutiert worden sei und es sich um ein relativ einfaches Dokument handle. Man könne mit der Annahme des Dokuments die Einheit in der Kirche schnell wiederherstellen.

Das Dokument „Verfahren zur Versöhnung und Einhaltung der Kirchenrichtlinien, Phase II“ („Procedures for Reconciliation and Adherence in Church Governance: Phase II”) kann heruntergeladen werden (Englisch):
www.adventistreview.org/assets/public/Procedures-for-Reconciliation-and-Adherence-in-Church-Governance-Phase-II.pdf pdf Document - Church Governance

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Starker US-Dollar und Projektspenden beeinflussen Finanzlage der Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA | 30.10.2017 | APD | International

An der Jahressitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (General Conference Executive Committee), die vom 5. bis 11. Oktober in Silver Spring, Maryland/USA, stattfand, legte Juan Prestol-Puesán, Finanzvorstand der Weltkirchenleitung, am 10. Oktober den Finanzbericht für 2016 und das Budget 2018 vor. Der Starke US-Dollar gegenüber dem Euro und dem Brasilianischen Real beeinflussten die Finanzen der Weltkirchenleitung ebenso wie das projektbezogen Spenden, das gegenüber dem systematischen Spenden zugenommen habe.

Projektbezogene Spenden – systematisches Geben
Das projektbezogene Spenden habe seit 1980 zugenommen, so Prestol-Puesán. „Die Kirche hängt nicht von grossen Projektspendern ab", sagte der Finanzvorstand, sondern von Herrn Hinz und Frau Kunz, die in der Kirchenbank sitzen und ihren Zehnten sowie ihre Gaben treu geben würden. „Sie sind es, welche die Reise der Kirche erst möglich machen. Das sind wir", so Prestol-Puesán. Das systematische, treue Geben sei es, was es der Kirche ermögliche, ihren Auftrag zu erfüllen. Er unterstütze das projektbezogene Spenden dann, wenn das systematische Geben auf einem guten Niveau sei.

Wirtschaftliche Trends
Eine der grössten Herausforderungen, die der Kirche in den letzten Jahren zu schaffen mache, sei die Stärke des US-Dollars gegenüber anderen Währungen wie dem Euro oder dem Brasilianischen Real. Mehr als die Hälfte des Einkommens der Weltkirchenleitung komme von ausserhalb der Vereinigten Staaten. Prestol wies darauf hin, dass der Dollar gegenüber einigen dieser Währungen zwar kürzlich schwächer geworden sei, dies könne sich aber schnell wieder ändern. „Es braucht nur ein oder zwei Ereignisse in der Welt und sofort ist das Gleichgewicht wieder verändert", sagte Prestol.

Budget 2018
Das Budget 2018 der adventistischen Weltkirchenleitung ist laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift Adventist Review AR um 3,4 Prozent reduziert worden, was 5.75 Millionen US-Dollar entspreche. Diese Kürzung werde aber teilweise wieder ausgeglichen, weil die finanziellen Zuweisungen der Weltkirchenleitung um 3,85 Millionen US-Dollar reduziert würden. Aufgrund dieser Angaben kann von einem Budget der adventistischen Weltkirchenleitung für 2018 von rund 169 Millionen US-Dollar ausgegangen werden.

Er erwarte für das Ende des Geschäftsjahres, dass der Haushalt der Kirche ausgeglichen sei, sagte Juan Prestol-Puesán. Seine Finanzverwaltungsphilosophie als Finanzvorstand der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) beschrieb er laut AR folgendermassen: „Wir sehen uns als Verwalter der finanziellen Mittel, die dieser Ebene der Kirche anvertraut sind. Wir werden uns bemühen, ihr Betriebskapital und Liquiditätsniveau aufrechtzuerhalten, um den Auftrag der Kirche weltweit zu ermöglichen."

An der Jahressitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung vom 5. bis 11. Oktober haben rund 300 Mitglieder aus allen Kirchenregionen der Welt teilgenommen. Die Einnahmen der Weltkirchenleitung stammen aus diesen Kirchenregionen. Der Finanzvorstand schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis, dass „eine schwache und mit weniger Kapital ausgestattete“ Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Kirche nicht dienlich sei.

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Flucht, Migration, christlicher Dienst - Handreichung der Adventisten

Ostfildern und Hannover/Deutschland | 30.10.2017 | APD | International

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland hat eine neue, sechs Seiten umfassende, theologische Handreichung zur Orientierung herausgegeben. Darin wird aus Sicht der Freikirche zum Thema „Flucht, Migration und christlicher Dienst“ Stellung genommen.

In einer Welt mit 65 Millionen Geflüchteten lasse sich die Bedeutung von Flucht und Migration nur schwer ignorieren, so das Statement in der Einführung zur Handreichung. Auch Christen seien aufgefordert, die Phänomene von Migration und ihren Folgen ernst und wahrzunehmen. Nach einer allgemeinen Einleitung werden in der Handreichung zuerst „Biblische Grundlagen“ zum Thema dargestellt. Daraus werden anschliessend „Theologische Einsichten“ abgeleitet, die wiederum „Folgen für Gemeinde und Dienst“ haben.

Biblische Grundlagen
In der Bibel seien für die konkrete Ausgestaltung von Staatsangehörigkeit, Auswanderung oder Beheimatung nur allgemeine ethische Leitlinien auszumachen. Christen seien sich daher in gesellschaftspolitischen Fragen häufig nicht einig, heisst es in der Handreichung. Am Beispiel des Handelns und der Lehre Jesu Christi könne das Prinzip der unterschiedslosen Annahme anderer Menschen festgemacht werden. Das Gebot der Feindes- und Nächstenliebe impliziere auch die Fremden- und Übernächstenliebe. In der frühesten Kirchengeschichte seien Migrationserfahrungen Teil einer Normalität gewesen, die später abhandengekommen wäre.

Theologische Einsichten
Christen seien aufgerufen, Zuschreibungen und Festlegungen, mit denen Menschen aufgrund ihrer Herkunft versehen werden, zu hinterfragen und zu relativieren. Stattdessen sei als allgemeine Reaktion Gastfreundschaft und gelebte Fremdenfreundschaft angebracht. Man wolle „unserer Gäste“ allerdings auch nicht idealisieren – ihre Kulturen, Religionen und Perspektiven dürften kritisch betrachtet werden. Da das Aufnehmen von Fremden ein Beurteilungsmassstab im Weltgericht sei, seien die Kirchengemeinden aufgerufen, Vorbilder der Inklusion, der Vielfalt und des selbstlosen Dienens zu sein.

Folgen für Kirche und Dienst
Die Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten werden in der Handreichung aufgerufen, ihren Dienst an Menschen mit Migrationshintergrund an den Werten des Evangeliums auszurichten. Grundlage dafür seien freundschaftliche Beziehungen, Einladungen und respektvolle Kommunikation. Auch die praktische Unterstützung, beispielsweise in Form von Sprachkursen, sozialen Diensten, rechtlicher Unterstützung und Übersetzungsangeboten, wird in der Handreichung betont. So könnten Adventgemeinden eine Brücke für Migranten in die Gesellschaft schlagen.

Download der Handreichung „Flucht, Migration und christlicher Dienst“ unter:
www.adventisten.de/ueber-uns/dokumente-und-stellungnahmen/

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Evangelische Allianz beschliesst Leitgedanken zu Ehe und Homosexualität

Bad Blankenburg/Deutschland | 30.10.2017 | APD | International

Unter der Überschrift „Ehe als gute Stiftung Gottes“ beschloss der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) bei seiner Herbstsitzung in Bad Blankenburg am 28. September eine Stellungnahme zu Ehe und Homosexualität. In drei „Kernpunkten“ äussert sich der Hauptvorstand unter biblischen Gesichtspunkten zur Ehe, zur Homosexualität und zum Umgang mit Vertretern anderer Überzeugungen.

DEA will Dialog mit Andersdenkenden weiterführen
Nach biblischem Zeugnis seien Mann und Frau nach dem Bild Gottes geschaffen. Dem entspreche „die Ehe als eine gute Stiftung Gottes, in der Mann und Frau einander ganzheitlich – inklusive der geschlechtlichen Gemeinschaft – zugeordnet sind“. Dabei werde „die eheliche Gemeinschaft“ konkret als „zwischen einem Mann und einer Frau“ beschrieben, die „lebenslang, exklusiv und offen für Kinder“ sei. Hinsichtlich der Homosexualität betont die Erklärung, dass die in der Bibel beschriebene homosexuelle Praxis „mit dem Willen Gottes und damit dem biblischen Ethos unvereinbar“ sei. Deshalb könnten „homosexuelle Partnerschaften der Ehe nicht gleichgestellt werden“. Wegen der „Brisanz des Themas“ und „bei allem Dissens in Einzelfragen“ gelte nach dem Evangelium von Jesus Christus für den Umgang miteinander „die vorbehaltlose Annahme aller Menschen“. Daher werde der Dialog „mit denjenigen, die in Bezug auf Homosexualität anders denken“ weitergeführt.

Zudem weist der Hauptvorstand in der Erklärung darauf hin, „dass auch christliche Gemeinden vielfach durch Hartherzigkeit, Arroganz und verurteilendes Verhalten Homosexuellen gegenüber schuldig geworden sind“. Das dürfe nicht verschwiegen werden „und wird als Schuld bekannt“. Der Hauptvorstand betont in seiner Stellungnahme die Entschlossenheit, auch „angesichts schwieriger Fragestellungen an dem Bekenntnis zu Jesus, dem Sohn Gottes festzuhalten und die Einheit in Christus zu bewahren“.

Intensive und sachliche Auseinandersetzung
Die Stellungnahme sei das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz mit verschiedenen Aspekten von Homosexualität. In mehreren Foren seien dabei unterschiedliche Überzeugungen zum biblischen und humanwissenschaftlichen Befund vorgetragen und diskutiert worden. Diese Foren hätten in einer von „Wertschätzung, Sachlichkeit und Differenzierung“ geprägten Atmosphäre stattgefunden. Ekkehart Vetter, der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, äusserte sich überzeugt, „dass die jetzt beschlossene Erklärung trotz bestehender Unterschiede Leitgedanken formuliert, die zu einem positiven Umgang mit diesen Fragen in den Gemeinden beitragen können“.

Die Stellungnahme ist im Internet abrufbar unter:
www.ead.de/uploads/media/Ehe_als_gute_Stiftung_Gottes.pdf

Allianz evangelisch gesinnter Christen
Die Evangelische Allianz hat sich 1846 als weltweiter Verbund in London konstituiert.
Damit ist sie der am längsten bestehende Zusammenschluss evangelisch gesinnter Christen verschiedener Gruppen- und Gemeindezugehörigkeiten. Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören.

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Evangelische Freikirchen als weltweite Friedensstifter

Bonn/Deutschland | 30.10.2017 | APD | International

Im Wirken als Friedensstifter sieht die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten eine wesentliche Aufgabe ihrer kirchlichen Arbeit. Sie versteht sich, wie die anderen evangelischen Freikirchen in der reformatorischen Tradition Luthers, Zwinglis und Calvins, aber auch des täuferischen Flügels, als Erneuerungsbewegung. Das betont Pastor Holger Teubert (Ostfildern/Deutschland), Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, in einem Impuls der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) zum Reformationsjubiläum.

„Weltweit verstehen sich heute die Adventisten als Friedensstifter“, betont Teubert. Er verweist auf die Ausbildung von Pastoren und Laienmitgliedern seiner Kirche in Ruanda zu Leitern von Versöhnungsseminaren nach dem Genozid im Land. Ebenso 1998 auf die Mitwirkung von Adventisten am Zustandekommen eines Friedensabkommens nach jahrelangem Bürgerkrieg auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Bougainville. Bei den Unruhen im Jahr 2000 auf den Salomonen habe der adventistischen Pastor Lawrence Tanabose zwischen den verfeindeten Milizen vermittelt.

„Seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert setzt sich die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten für die Förderung und den Erhalt der Religionsfreiheit ein. Es geht dabei um gegenseitigen Respekt und Frieden zwischen den Konfessionen und Religionen“, unterstreicht Holger Teubert. Zum Frieden stiften gehörten aber auch Armutsbekämpfung, Förderung von Bildung und Gesundheitsvorsorge.

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Augsburger Friedenspreis an Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes

Augsburg/Deutschland | 30.10.2017 | APD | International

Bei einem Festakt im Goldenen Saal des Rathauses wurde am 21. Oktober der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfarrer Martin Junge, mit dem Augsburger Friedenspreis 2017 ausgezeichnet. Oberbürgermeister Kurt Gribl überreichte vor über 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und Gesellschaft die von einem Augsburger Goldschmied gefertigte Skulptur „Paxibile“. Der mit 12.500 Euro dotierte Preis wird seit 1985 von der Stadt Augsburg gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern alle drei Jahre an Persönlichkeiten vergeben, die sich um ein tolerantes und friedfertiges Miteinander der Kulturen und Religionen verdient gemacht haben.

Mennonit würdigt Lutheraner
Die Laudatio hielt César Carcía, Generalsekretär der Mennonitischen Weltkonferenz. Er würdigte Junge als Persönlichkeit, die „nicht auf Distanz geht, sondern zur Versöhnung auffordert“. Seine unermüdliche Arbeit für die Aussöhnung zwischen den Konfessionen und für das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden verdiene diese Auszeichnung. García wies auf die Besonderheit hin, dass er als Mennonit diese Rede halten könne: „Vor Jahrhunderten wäre es unvorstellbar gewesen, dass eine täuferisch-mennonitische Führungsperson zu Ehren einer lutherischen Führungsperson in dieser Stadt spricht. Die Jahre der religiösen Gewalt, des Märtyrertums und der Verfolgung sind vorbei – durch das Wunder der Versöhnung, bei dem Martin Junge eine tragende Rolle gespielt hat.“ In einer historischen Versöhnungsbitte hatte der Lutherische Weltbund die Mennoniten bei der Elften LWB-Vollversammlung 2010 in Stuttgart um Vergebung für die Verfolgungen ihrer Konfession durch die Lutheraner gebeten.

Augsburg galt als ein Zentrum der Täuferbewegung in der Reformationszeit bis die Stadtwache 1528 deren Ostergottesdienst auflöste und der Mennonitenprediger Hans Leupold als Ketzer „aus Gnaden“ mit dem Schwert hingerichtet wurde, um ihm den grausameren Feuertod zu ersparen. Erst seit 1926 gibt es wieder eine Mennonitengemeinde in der Fuggerstadt.

Friedensstiftende Grundausrichtung der Religionsgemeinschaften bewahren
In seiner Ansprache sagte der Preisträger: „Religionsgemeinschaften, auch die christliche, müssen wachsam bleiben und erkennen, wenn statt ihrer friedensstiftenden Grundausrichtung ihr Konfliktpotential mobilisiert wird. Ich betrachte es als eine der vorrangigsten gegenwärtigen Aufgaben für uns Religionsvertreter, dafür Verantwortung zu übernehmen, dass die negativen Potentiale von Religionen weder zur Entfaltung kommen, noch politisch instrumentalisiert werden.“ Die Stadt Augsburg stehe mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 für die Friedensbemühungen zwischen Katholiken und Lutheranern, führte der LWB-Generalsekretär aus. Gleichzeitig erinnere das Datum jedoch auch an die Konflikte zwischen den Konfessionen und das Gewaltpotential des Christentums.

Der chilenische Theologe appellierte, Kirche nicht als Selbstzweck zu sehen: „Gottesdienst und Weltdienst gehören zusammen“, sagte Junge, der mit dem Lutherischen Weltbund auch eine der grössten protestantischen Organisationen der Not- und Entwicklungshilfe leite. Mit Blick auf die weltweiten Flüchtlingsbewegungen sagte er, dass die Zuwendung zum leidenden Nächsten unveräusserlich zur christlichen Identität gehöre. Wer behaupte, Europa müsse seine Grenzen dichtmachen, um dadurch seine christliche Identität zu schützen, habe nichts vom christlichen Glauben verstanden.

Der Lutherische Weltbund
Der Lutherische Weltbund ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund/Schweden gegründet, zählt er inzwischen 145 Mitgliedskirchen, denen rund 74 Millionen Lutheraner in 98 Ländern weltweit angehören. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, wie ökumenische und interreligiöse Beziehungen, Theologie, humanitäre Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit. Das Büro der Kirchengemeinschaft befindet sich in Genf/Schweiz.

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Brüssel: Adventistischer Kirchenleiter spricht im EU-Parlament

St. Albans/England | 30.10.2017 | APD | International

Wie die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Südosteuropa (tedNews) berichtete, hatte TED-Kirchenleiter Raafat Kamal am 17. Oktober anlässlich des Reformationsjubiläums die Gelegenheit im Europaparlament in Brüssel zu sprechen. Kamal referierte zusammen mit anderen Theologen und Parlamentsmitgliedern über die Bedeutung der Reformation für Europa im 21. Jahrhundert.

Der stellvertretende Vorsitzende der parlamentarischen Arbeitsgruppe für Religionsfreiheit, Hannu Takkula, organisierte die Veranstaltung. Ziel war es Lehren aus der Reformation zu untersuchen, welche die zukünftige Entwicklung Europas positiv gestalten können. Als Sprecher traten unter anderem Bischof Simo Peura von der evangelisch-lutherischen Kirche Finnlands auf, die Mitglieder des Europaparlaments Peter van Dalen und Arne Lietz, der ungarische Theologe und Historiker Dezsö Buzogάny, sowie die Juristin und Theologin Katrin Hatzinger.

Signifikanz der Reformation
Wie tedNews berichtet, haben die Vorträge das Konzept der „Gnade“ betont. Auch die Übersetzung der Bibel in die jeweilige Landessprache wurde von einigen Rednern als signifikant gewertet. So sei den Menschen die Nutzung der Heiligen Schrift im Alltag ermöglicht worden. Dies habe die Etablierung der Sprache gefördert und zu nationaler Identität geführt. Der Bildungsaspekt sei durch das Bibellesen gestärkt worden, auch für Mädchen. Viele reformatorische Themen wie Toleranz seien heute noch aktuell.

Pastor Rafaat Kamal bezog sich in seinem Referat auf einen Bibeltext aus dem alttestamentlichen Buch des Propheten Micha, Kapitel 6, Vers 8: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Echte Erfahrung der Gnade Jesu Christi motiviere Menschen, Gemeinschaften und Nationen biblische Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in dieser Welt zur Geltung zu bringen. Zusammenfassend betonte Kamal: „Die protestantische Reformation ist kein geschichtliches Ereignis, das im 16. Jahrhundert eingefroren wurde. Im Gegenteil: Geist und Botschaft der Reformation müssen heute wiederentdeckt und wieder erlebt werden, wenn wir das Beste aus ihren Kernprinzipien machen sollen.“

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USA: Andrews Universität feiert 50 Jahre Ausgrabungen in Jordanien

Berrien Springs, Michigan/USA | 30.10.2017 | APD | International

Wie die adventistische Andrews Universität in Berrien Springs mitteilte, markiert die Saison 2017-18 den 50. Jahrestag des Beginns der archäologischen „Hesbon-Expedition“ nach Jordanien. Dieses Ausgrabungsprojekt ist das längste andauernde archäologische Kooperationsprojekt in Jordanien. Die Andrews Universität war von Anfang an daran beteiligt.

Die „Hesbon-Expedition“ war der Vorläufer des heutigen „Projekts der Madaba-Ebene“ (Madaba Plains Project, MPP). Das MPP führt an drei Orten in Jordanien archäologische Ausgrabungen durch: in „Tall Hisban“, „Tall al-Umairy“ und „Tall Jalul“. Zu den Leitern des ersten Ausgrabungsteams gehörte unter anderem Siegfried Horn, Professor am Theologischen Seminar der Andrews Universität. Das Team hatte seine Reise im Sommer des Jahres 1968 beendet. Die Forschungs-Ergebnisse dieses Kooperationsprojekts seien umfangreich und gut angenommen worden. Die Herausforderung bestünde nun darin, die Grabungsstellen für die Zukunft zu erhalten, so die Universität.

Zukunft der Grabungsstätten
„Archäologie ist in Wirklichkeit ein sehr zerstörerisches Unternehmen. Denn wenn wir graben, legen wir solche architektonischen Elemente und Anlagen frei, sodass die Elemente, Menschen und ihre Tiere Schaden verursachen können“, sagte Øystein LaBianca, Direktor des Hesbon-Kulturerbe-Projekts und Professor für Anthropologie an der Andrews Universität. „Ist es da ein Wunder, dass sie jedes Mal, wenn wir nach einem Jahr oder länger wieder zu unseren Grabungsstellen zurückkommen, überhaupt nicht mehr so aussehen, wie wir sie zurückgelassen haben?“. LaBianca will deshalb eine Stiftung gründen, deren Erlöse dem Erhalt und der Präsentation der archäologischen Tell-Grabungsstellen in ganz Jordanien zugutekommen sollen. „Das Ziel ist bis Dezember 2017 100.000 US-Dollar aufzubringen. Vielleicht wächst der Fond in den nächsten fünf Jahren auf eine Million US-Dollar“, so LaBianca.

Weitere Informationen unter: andrews.edu/archaeology

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Brasilien: 55 Häftlinge treten im Gefängnis den Adventisten bei

Silver Spring, Maryland/USA | 30.10.2017 | APD | International

Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) berichtet, traten Mitte September 55 Inhaftierte des Gefängnisses Itajaí Correctional Facility in Itajaí, Santa Catarina, im Süden von Brasilien, durch Taufe der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten bei. Seit fünf Jahren hatten sich adventistische Kirchenmitglieder ehrenamtlich bemüht, regelmässige Gottesdienste für interessierte Häftlinge im Gefängnis anzubieten.

Die Taufzeremonie wurde von den Pastoren João Nicolau und Homero Bubna in einem der Innenhöfe des Gefängnisses vollzogen. Laut AR äusserten einige Häftlinge, dass Gott ihnen eine Chance zum Neuanfang gegeben hätte. „Ich möchte ein neues Leben für mich, meine Familie und die Leute um mich herum“, so Francisco Albuquerque, einer der getauften Insassen. Cleber Iguape dos Santos, ein Häftling, der die letzten 13 Jahre im Gefängnis verbracht hat, bemerkte: „Ich habe meine Frau verloren und ich habe meine Tochter verloren, aber ich habe die Liebe Jesu nie verloren. Ich danke ihm für diese Möglichkeit.“

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Vereinbarung zwischen Theologischer Hochschule und Religionspädagogischem Institut der Adventisten

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 30.10.2017 | APD | International

Die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau/Deutschland und das Religionspädagogische Institut (RPI) der Freikirche haben eine Vereinbarung zur Weiterbildung getroffen.

Der Rektor der Hochschule, Professor Dr. Roland E. Fischer, und der Leiter des Religionspädagogischen Instituts (RPI), Pastor Jochen Härdter, unterzeichneten ein Abkommen zur Zertifizierung der beiden RPI-Kurse „Kirchlicher Religionsunterricht“ und „Kirchliche Kinderpädagogik“. In dieser Vereinbarung wird geregelt, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer beider Kurse Bachelor-Credits erwerben, die sie für ein B.A.-Studium an der Friedensauer Hochschule sammeln und einsetzen können.

RPI
Das Religionspädagogische Institut (RPI) ist eine gemeinsame Einrichtung der Deutschschweizerischen Vereinigung sowie des Norddeutschen und Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Es wurde eingerichtet, um ehrenamtliche Mitarbeitende für den Kindergottesdienst und kirchlichen Religionsunterricht zu qualifizieren sowie Familiendiakoninnen und -diakone für den Dienst in den Ortsgemeinden vorzubereiten. Dafür bietet das RPI drei modulare Ausbildungsgänge an, die nebenberuflich absolviert werden: 1. Kirchliche Kinderpädagogik, 2. Kirchlicher Religionsunterricht, 3. Familiendiakonie. Nach Erbringung der Leistungsnachweise und erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat der Hochschule.
Weitere Informationen unter: www.sta-rpi.net

Theologische Hochschule Friedensau
Zur Theologischen Hochschule Friedensau gehören die beiden Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Informationen zur Hochschule unter: www.thh-friedensau.de

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Frauenkongress der Adventisten: „Begegnung wird Begeisterung“

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 30.10.2017 | APD | International

Vom 21. bis 24. September fand auf dem Gelände der Theologischen Hochschule Friedensau der 4. deutschsprachige Frauenkongress der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten statt. 250 Frauen aus den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz trafen sich zum Austausch über das Tagungsmotto: „Begegnung wird Begeisterung“.

In ihrem Grusswort zu Beginn des Kongresses adventistischer Frauen sagten die beiden Präsidenten der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland, Pastor Johannes Naether, sowie Süddeutschland, Pastor Werner Dullinger, den teilnehmenden Frauen ihre Unterstützung zu. In Anspielung an die innerkirchliche Debatte um die Frauenordination in der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten meinte Präsident Werner Dullinger: „Vielleicht sind Frauen doch mehr in der Lage zu integrieren, Kompromisse zu finden und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, als wir Männer. Kompetenzen, die unsere Kirche mehr als dringend nötig hat.“

Programm
Nach Darmstadt/Deutschland (2001), Bogenhofen/Österreich (2006) und Bad Kissingen/Deutschland (2011) erwarteten die Teilnehmerinnen dieses Jahr in Friedensau reichhaltige Gelegenheiten der Inspiration, Schulung, Begegnung und Herausforderung. Der Freitag war knapp 20 Workshops gewidmet, zu Themen wie: „Meine Beziehung zu Jesus – in der Nachfolge bleiben“, „Wie geschieht Integration?“, „Solo leben – und zwar glücklich“, „Meine Grenzen – Deine Grenzen“, „Gemeinde als Schutzraum – Wunschtraum gegen Realität“ und „Männer sind Frauensache“. Ein Agapemahl unter freiem Himmel rundete diesen Ausbildungstag ab.

Stimmen zum Kongress
Die Abteilung Frauen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat „drei b’s“ zum Ziel: bereichern, befähigen und begegnen. Hannele Ottschoffski aus Tübingen dazu: „Das ist mein Wochenende, hier kann ich mich füllen lassen und geniessen.“ Eine andere Teilnehmerin aus Bayern brachte es für sich auf den Punkt: „Der Austausch mit anderen Frauen tut so gut!“

Das mache die Arbeit an und mit Frauen aus, so Denise Hochstrasser, Leiterin der Abteilung Frauen in der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung von West- und Südeuropa. Frauen arbeiten nicht besser als Männer, sondern eben anders. Die Bedürfnisse und Herangehensweisen seien unterschiedlich. Selbst in der Sprache sei das deutlich. Männer und Frauen setzen dieselben Worte unterschiedlich ein. Wo Männer mehr technische Ausdrücke nutzen und Dinge beschreiben, erzählen Frauen eher Geschichten, Lebensgeschichten. So sei dieser Kongress auch ein „sicherer Raum“ für die Frauen. Es sei aber auch gut, dass gerade beim Thema Missbrauch und Homosexualität ein Mann in diesem Workshop gesprochen habe.

Referentinnen
Mit Sonja Kalmbach, gebürtige Deutsche, jetzt Pastorin und Frauenbeauftragte der Adventisten in Schweden und Raquel Arrais, ursprünglich aus Brasilien und seit 2001 stellvertretende Leiterin der Abteilung Frauen in der Weltkirchenleitung der Adventisten, waren zwei erfahrene Hauptreferentinnen gekommen.

Pastorin Kalmbach führte am Beispiel der Bibelerzählung aus Johannes 4, der Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen, hin zum Höhepunkt jeder Begegnung und rief den Hörerinnen zu: „Das ist der wichtigste Moment des Kongresses! Jesus bietet uns seinen Geist an. Er will uns erfüllen.“ Die wichtigste Frage dabei sei allerdings, ob es angenommen wird.

Raquel Arrais stellte in ihrer Predigt im Samstagvormittagsgottesdienst den freien Zugang zu Gott in den Mittelpunkt und lud die Teilnehmerinnen ein, sich reichlich von Jesus beschenken zu lassen.

Ausstellung in „Alter Scheune“
Mit zum Kongressgeschehen gehörte eine Ausstellung der verschiedensten Initiativen und Einrichtungen der Freikirche in der „Alten Scheune“, darunter auch die Theologische Hochschule Friedensau mit der Werbekampagne für Pastorennachwuchs „berufen.me“, die Initiativen für Frauen „girl4christ“, „orangeday“ und „enditnow“, der Fernsehsender „Hope Channel“ und das „Hope Bibelstudien-Institut“, der „Deutsche Verein für Gesundheitspflege“ und der kircheneigene Advent-Verlag. Hier erhielten die Teilnehmerinnen ein kostenloses Exemplar einer neu erschienenen Bibel für Frauen. Dieses Geschenk mit einer besonderen Haptik wurde durch grosszügige private Spenden sowie durch einen finanziellen Zuschuss der deutschen und der Deutschschweizer Kirchenleitung ermöglicht. Über 300 Seiten an Kommentaren und Erklärungen adventistischer Autorinnen ergänzen die „Neues Leben“-Übersetzung dieser Bibelausgabe.

Weiterbildung
Wer nach dem Unterschied dieser Tagung zu den vorangegangenen fragt, bekommt schnell zur Antwort, dass sich das Altersspektrum der Teilnehmer zusehends verjüngt hat. Ausserdem würden die Angebote der Abteilung Frauen in der Kirchengemeinde immer stärker als ein wichtiger Dienst wahrgenommen. Das hänge wohl auch mit dem vierteiligen Weiterbildungsprogramm zusammen, das im deutschsprachigen Raum grenzübergreifend als Wochenend-Seminar angeboten wird und Leitungskompetenzen vermittelt. Nach Abschluss kann ein Zertifikat der Andrews Universität/USA beantragt werden.

Am Abend gab es Tagesausklänge in der „Alten Scheune“ mit freiem Getränk und reichlich Gelegenheit zur Interaktion und Vernetzung. Der Kongress ist am Sonntagmittag mit dem Aufsteigen von 30 weissen Tauben zu Ende gegangen. So sollte jeder Teilnehmer die Begeisterung weitertragen, die er von dieser Tagung mit nach Hause nimmt. Der nächste Kongress soll in fünf Jahren stattfinden, der Ort für die Zusammenkunft steht allerdings noch nicht fest.

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Ukraine: Reformationsjubel in Kiew

Kiew/Ukraine | 30.10.2017 | APD | International

Rund 200.000 evangelische Christen haben am 17. September auf den Strassen der ukrainischen Hauptstadt Kiew das 500. Reformationsjubiläum gefeiert. Unter den Teilnehmer waren laut idea, evangelische Nachrichtenagentur, neben Lutheranern auch Reformierte, Methodisten, Mennoniten, Baptisten, Adventisten und Anglikaner.

Ein Höhepunkt sei laut idea der Auftritt des als „Mann ohne Gliedmassen“ bekannten christlichen „Motivationsredners“ Nick Vujicic. Laut Mission News Network dankte Sergey Rakhuba, Mitarbeiter des christlichen Missionswerks „Mission Eurasia“ (Wheaton, US-Bundesstaat Illinois), Gott für die Freiheit, Gottesdienste feiern zu dürfen und das Evangelium im Land frei verkünden zu dürfen. Es sei derselbe Ort, an dem die Ukrainer vor wenigen Jahren für ihre Freiheit gekämpft hätten und an dem „vor vielen Jahren die Kommunisten die Menschen gezwungen haben, für Sozialismus, Atheismus und Kommunismus in ihrem Land zu demonstrieren“, so Rakhuba.

Von den 45,2 Millionen Einwohnern der Ukraine gehören rund 70 Prozent drei verschiedenen orthodoxen Kirchen an: Ukrainisch-Orthodoxe Kirche (Moskauer Patriarchat); Ukrainisch-Orthodoxe Kirche (Kiewer Patriarchat); Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche. Zwölf Prozent sind griechisch-katholisch, jeweils zwei Prozent muslimisch und protestantisch sowie ein Prozent römisch-katholisch.

Adventisten in der Ukraine
Die rund 48.000 Siebenten-Tags-Adventisten in der Ukraine feiern in 826 Kirchgemeinden jeweils samstags den Gottesdienst. Sie unterhalten ein medizinisches Zentrum, eine Fachhochschule, ein Medienzentrum mit dem Radio- und Fernsehsender Hope Channel Ukraine sowie einen Verlag.

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40 Jahre Arbeitskreis für evangelikale Theologie

Herborn/Deutschland | 30.10.2017 | APD | International

Der Arbeitskreis für evangelikale Theologie in Deutschland (AfeT) hat am 1. Oktober sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert. Zum Festakt in Herborn berichteten die ehemaligen Vorsitzenden Helmut Burkhardt und Rolf Hille aus der Geschichte des Arbeitskreises. Christoph Raedel, aktueller Vorsitzender, widmete sich in seinem Festvortrag der Frage „Wohin geht die evangelikale Theologie in Deutschland?“.

Zur Geschichte des AfeT
Der Ausschlag für die Gründung des AfeT im Jahr 1977 sei der Lausanner Kongress für Weltevangelisation gewesen, teilte der Vorsitzende von 1977 bis 1993, Dr. Helmut Burkhard, im Interview während der Feierstunde mit. „Wir wollten etwas Neues. Es sollte etwas geboren werden, das die Theologie verändert, und Mission und Evangelisation eine Grundlage gibt“, so Burkhardt. Ziele seien bei der Gründung die Zusammenarbeit von evangelikalen Theologen gewesen, die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Förderung von evangelikaler theologischer Literatur.

In Bezug auf die Herausforderungen des AfeT während seiner Amtszeit, erwähnte Professor Dr. Rolf Hille, AfeT-Vorsitzender von 1993 bis 2013, dass gerade im weltweiten evangelikalen Bereich die Skepsis gegenüber der deutschen Theologie zunehmend grösser wurde. Eine Aufgabe bestand darin, „auf der Plattform des AfeT möglichst viele Stimmen zusammen zu tragen“. Grenzen der ökumenischen Zusammenarbeit gebe es allerdings „überall dort, wo rote Linien, die die Heilige Schrift vorgibt, überschritten werden“, so Hille in Bezug auf die Beispiele von Trauungen homosexueller Paare oder die „Ehe für alle“.

Evangelikale Theologie in Deutschland – quo vadis?
Professor Dr. Christoph Raedel, Vorsitzender des AfeT seit 2013, ging in seinem Festvortrag der Frage nach „Wohin geht die evangelikale Theologie in Deutschland?“. Um evangelikale Theologie in Deutschland zu verorten, seien theologische Kategorien allein nicht hilfreich. Es ginge auch um soziologische und sozialpsychologische Dynamiken.

Mit Blick in die Vergangenheit stellte Raedel zunächst fest, dass evangelikale Theologie in Deutschland keine vergleichbare Anerkennung wie im angelsächsischen Bereich gefunden hat. In der Gegenwart sei sie von Pluralisierung gekennzeichnet. Diese Vielfältigkeit sei beispielsweise an der Ausdifferenzierung der theologischen Ausbildungslandschaft zu erkennen. Sie sei auch daran erkennbar, dass für einige evangelikale Theologen eher die Moderne, für andere mehr die Postmoderne der Gesprächszusammenhang ihrer Theologie ist. Ferner ginge mit der Pluralisierung der Bedeutungsverlust der Theologie einher, auch der evangelikalen.

Zur Beantwortung seiner Leitfrage beschrieb Raedel drei „Visionen“, die seiner Meinung nach bestimmend für den Weg der evangelikalen Theologie in der Zukunft sind: Zunächst müsse Exzellenz in Lehre und Forschung angestrebt werden. Ohne „Eliten-Dünkel“, sondern zur Ehre Gottes und zur Qualifikation des eigenen akademischen Nachwuchses. Zweitens müssten die legitime Vielfalt der Perspektiven und Lebenswege auf eine Einheit bezogen werden: „Evangelikale werden sich in einer mehrheitlich nichtchristlichen Gesellschaft unterscheiden, weil Gottes Reich nicht von dieser Welt ist“, so Raedel.

Exzellenz für evangelikale Theologie heisse letztlich auch, sie in Verantwortung für Kirche und Gemeinde zu betreiben: „die Theologie hilft der Gemeinde, die Landkarte von Gottes Weg mit den Menschen richtig zu lesen, die Gemeinde hilft der Theologie dazu, die Karte richtig herum zu halten: nur gemeinsam bleiben sie in der Spur Christi und im Horizont von Gottes Reich“.

Weitere Informationen unter: www.afet.de

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Massaker in Las Vegas: Adventisten trauern und beten

Columbia und Silver Spring, Maryland und Westlake Village, Kalifornien/USA | 30.10.2017 | APD | International

Laut Neue Zürcher Zeitung hat am Sonntagabend, 1. Oktober, um 22 Uhr Ortszeit, in Las Vegas, Nevada/USA, der mutmassliche Täter Stephen Paddock auf Besucher eines Musikfestivals geschossen und dabei mindestens 59 Personen getötet sowie 527 verletzt und sich anschliessend selbst umgebracht. „Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei den Familien jener, die getötet wurden und den hunderten Konzertbesuchern, die bei dieser sinnlosen Schiesserei verletzt worden sind“, heisst es in einer Erklärung der adventistischen Kirchenleitung in Nordamerika (NAD).

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten lehne Gewalt ab, sagte Pastor Ricardo Graham, Leiter der überregionalen Kirchenleitung (Pacific Union Conference), zu der 226.000 Adventist gehören und die Staaten Arizona, Hawaii, Kalifornien Nevada und Utah umfasst. „Wir sind entsetzt über den tragischen Verlust so vieler Leben“, sagte Graham. „Wir stellen uns jenen entgegen, die Tod und Verletzungen verursachen und trauern mit jenen, die solche Leiden und Schmerzen ertragen müssen.“

Weltkirchenleiter der Adventisten: „Sinnlose Gewalt“
„Als Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten spreche ich den Familien, die von diesem schrecklichen Akt betroffen sind, mein tiefes Beileid aus. Ich möchte sie wissen lassen, dass inmitten dieses Chaos die weltweite Familie der Siebenten-Tags-Adventisten für die Opfer und deren Familien betet“, sagte Pastor Ted Wilson, Weltkirchenleiter der Adventisten. Er bezeichnete diese Tat als einen Akt sinnloser Gewalt.

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Dominica: Hurrikan zerstörte 29 adventistische Kirchen und vier Schulen

Miami, Florida/USA | 30.10.2017 | APD | International

Auf der kleinen Antilleninsel Dominica, in der östlichen Karibik, mit rund 74.000 Bewohnern, hat am 18. September der Hurrikan Maria (Kategorie 5) Dutzende Menschen getötet. Er hat Überschwemmungen verursacht, Brücken, Häuser und Stromleitungen zerstört, Strassen sowie Bäume in einem heillosen Durcheinander zurückgelassen und die Bevölkerung ohne Wasser, Kommunikationsmöglichkeiten und Strom. Adventistische Kirchenleiter haben laut dem News-Dienst der teilkontinentalen Kirchenleitung (Inter-American Division IAD) eine Bestandsaufnahme der Bedürfnisse ihrer entmutigten Kirchenmitglieder gemacht und ihnen ihre Solidarität angeboten. Demnach sind 29 der 34 adventistischen Kirchengebäude und vier Schulen komplett zerstört worden. Es könne nur noch in fünf Gebäuden, die auch beschädigt

Die Zerstörung sei umfassend, sagte Pastor Samuel Telemaque, IAD-Abteilungsleiter, als er am 23. September sein Herkunftsland besuchte. „Es gibt keine Bäume, keine Kokosnussbäume, keine Bananenbäume mehr. Man kann von einem Ende der Insel zum anderen sehen.“

Laut IAD-News wurden alle der mehr als 7.000 Adventisten auf Dominica vom Hurrikan betroffen. „Es besteht ein enormes Bedürfnis nach Nahrung, Wasser, Toilettenartikel, Einrichtungsgegenständen und psychologischer Hilfe", sagte Felix Jack, Pastor eines adventistischen Kirchenbezirks auf Dominica. Einige Kirchenmitglieder seien in Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung versunken, so Pastor Jack. Es gehe nun darum, den Adventisten und ihren mitbetroffenen Nachbarn durch die Hilfe wieder Hoffnung zu vermitteln.

ADRA hat Hilfsgüter geliefert
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Östliche Karibik habe am zweiten Tag nach dem Hurrikan, von Barbados aus, 300 Kilometer südöstlich, einen Container mit Nahrungsmitteln, Wasser, Blachen, Toilettenartikeln, Bettzeug und Hygienekits nach Dominica geschickt, sagte Colin Thorne, ADRA Direktor.

Ein weiterer Container werde mit dem Nötigsten gefüllt, so Telemaque. Anschliessend gehe es darum, Versammlungsmöglichkeiten für die Kirchenmitglieder zu eruieren, damit sie weiterhin Gottesdienst feiern könnten.

Es werde in Absprache mit den örtlichen Behörden unter Mithilfe von Freiwilligen aufgeräumt und ausgebildete Freiwillige würden Beratungen und Begleitungen anbieten. Die Behörden wollten mit ADRA Dominica zusammenarbeiten, weil die Häuser, die das Hilfswerk nach dem Hurrikan Erika (1997) gebaut habe, den Hurrikan Maria überstanden hätten, sagte die Koordinatorin von ADRA Dominica, Priscilla Prevost.

Schulgebäude wurden geplündert
Die schwer beschädigten Schulgebäude der adventistischen Primarschule in der Hauptstadt Roseau seien geplündert worden. Computer, Laptops und gar Schulbücher seien gestohlen worden, sagte Ursula Edwin, Schulleiterin.

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Kalifornien: Waldbrände zerstören adventistische Schule

Silver Spring, Maryland/USA | 30.10.2017 | APD | International

Seit 8. Oktober wüten Waldbrände in Nordkalifornien/USA. Wie WELT und N24 berichtet, gab es bisher über 40 Tote, 5.700 zerstörte Häuser und 100.000 evakuierte Menschen. Auch verschiedene adventistische Bildungseinrichtungen sind von den Bränden betroffen.

Redwood Adventist Academy
Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review berichtete, wurde die Redwood Adventist Academy, eine Schule für den primären und sekundären Bildungsbereich in Santa Rosa, Kalifornien, komplett vom Feuer zerstört. Es befanden sich aber keine Schüler, Lehrpersonal oder Angestellte auf dem Gelände. „Es ist ein großer Verlust“, so die Rektorin der Schule, Angie Weems. „Jeder wird auf seine eigene Weise durch den Trauerprozess gehen müssen.“ Für die 128 Schüler soll der Unterricht aber so schnell wie möglich anderenorts weitergehen. Die Redwood Adventist Academy wurde 1931 gegründet und spielte eine bedeutende Rolle für die Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in dieser Region. Einige Familien besuchten die Schule über Generationen hinweg.

Pacific Union College und Rio Lindo Academy
Das Pacific Union College, eine höhere Bildungseinrichtung der Siebenten-Tags-Adventisten in Napa County, Kalifornien, musste aufgrund von Rauchschäden und der schlechten Luftqualität für mindestens eine Woche den Schulbetrieb einstellen. Dies berichtete der unabhängige journalistische Dienst Adventist Today. Der Campus des Pacific Union College werde derzeit als Basislager für die Waldbrandbekämpfung in Napa County genutzt, teilte die unabhängige Zeitschrift Spectrum mit. Von dort würden Einsätze mit dem Hubschrauber geflogen. Die Schüler der Rio Lindo Academy, einer adventistischen Privatschule in Healdsburg, Kalifornien, seien am 10. und 11. Oktober nach Hause geschickt worden. Eine Wiederaufnahme des Unterrichts dort wurde noch nicht angekündigt.

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Vanuatu: Vulkan zwingt zur Evakuierung

Wahroonga, NSW/Australien | 30.10.2017 | APD | International

Wie die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record berichtet, ist der Vulkan „Manaro Voui“ auf der Insel Ambae/Vanuatu im Pazifischen Ozean seit Tagen vermehrt aktiv. Premierminister Charlot Salwai hatte die vollständige Evakuierung der etwa 10.000 Bewohner von Ambae angeordnet. Auch die dortige Schule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, das Penama Adventist College, musste komplett geräumt werden.

„Asche ist auf unsere Wasserquelle, die Gärten und den Schulcampus gefallen“, so Freddie Kasso, stellvertretender Schulleiter des Penama Adventist College. Die 78 Bediensteten und Schüler samt ihren Familien seien bereits Ende September in Sicherheit gebracht worden, so Adventist Record. Alle Wohnheime, Klassenzimmer und Häuser der Angestellten seien verriegelt und persönliche Gegenstände mitgenommen worden.

Vulkan Manaro Voui
Wie der Österreichische Rundfunk unter Berufung auf die australische Aussenministerin Julie Bishop berichtet, sei die Evakuierungsaktion für die Insel am 5. Oktober abgeschlossen worden. Die Bedrohungslage habe sich zwar leicht entspannt, es könne jedoch noch Monate dauern, bis die Bewohner nach Ambae zurückkehren könnten, so ORF. Der Vulkan Manaro Voui war zuletzt im Jahr 2005 ausgebrochen und gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt.

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Neuer Präsident für Adventisten in Nordasien-Pazifik-Region

Goyang/Südkorea | 30.10.2017 | APD | International

Am 19. September wurde Pastor Si Young Kim vom Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten zum neuen Präsidenten der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in der Nordasien-Pazifik-Region (Northern Asia-Pacific Division, NSD) gewählt. Die NSD umfasst die Mongolei, China, Korea, Japan und Taiwan.

„Ich glaube, dass Gott mit mir und mit unseren Mitgliedern in der NSD sein wird“, so Kim nach seiner Nominierung. „Diese schwere Verantwortung ist eine von Gott gegebene Aufgabe.“ Pastor Ted Wilson, Präsident der adventistischen Weltkirche, gratulierte Si Young Kim zur Wahl und verabschiedete den zuvor amtierenden Präsidenten Pastor Jairyong Lee in den Ruhestand.

Zur Person
Si Young Kim wurde 1954 in Boryeong City/Südkorea, geboren. Er schloss sein Theologie-Studium an der Sahmyook Universität (Seoul) ab und arbeitete anschließend als Pastor in Südkorea. Dort diente er als Jugendabteilungsleiter, Krankenhaus-Seelsorger und Geschäftsführer verschiedener kirchlicher Einrichtungen. Kim promovierte am Adventist International Institute of Advanced Studies auf den Philippinen. Seit 2012 arbeitete er in der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung NSD in unterschiedlichen Verantwortungsbereichen. Kim ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.

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„Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit als Herz unserer Demokratie“

Bonn/Deutschland | 30.10.2017 | APD | Religionsfreiheit

„Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit sind keine Randwerte, sondern zentrale Elemente im Konzert der Menschenrechte, ohne die es auch keine Demokratie geben kann“, sagte Thomas Schirrmacher, Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in einem Vortrag im Horst-Weizmann-Hörsaal im Hauptgebäude der Universität Freiburg/Deutschland.

Laut einer IGFM-Medienmitteilung vom 27. September belegte Schirrmacher seine Aussage anhand zahlreicher Beispiele aus seiner weltweiten Reisetätigkeit in über 100 Ländern: Ohne Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit könne kein Land frei sein.

Schirrmacher sei speziell auf die Frage eingegangen, ob man in Deutschland zugleich die Religionsfreiheit aller beschützen und Feinde der Religionsfreiheit bekämpfen könne, so IGFM. Seiner Meinung nach „kann“ man das nicht nur, sondern „muss“ es. Jedes Menschenrecht erfordere den Schutz vor solchen, die es beseitigen wollten, und eine wehrhafte Demokratie müsse sowohl dafür sorgen, dass alle in den Genuss eines Menschenrechtes kommen, als auch, dass sie vor denen geschützt werden müssten, die es brechen oder seine Abschaffung fordern oder fördern würden. Deswegen müsse es auch in Deutschland gelingen, allen Menschen aller Religionen und Weltanschauungen ein freies zu Hause zu bieten und gleichzeitig die Feinde der Religionsfreiheit in die Schranken zu weisen. Religionsfreiheit gebe es nur dort, wo sie auch vom Gewaltmonopol des Staates geschützt werde, so Schirrmacher. Das beinhalte dann auch, dass man freiheitsliebende Muslime vor gewaltbereiten Muslimen schützen müsse.

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Frankreich: Festival für Religionsfreiheit der Adventisten

Bern/Schweiz | 30.10.2017 | APD | Religionsfreiheit

Am 14. Oktober fand in Neuilly-sur-Seine, einem Vorort von Paris, das erste Festival für Religionsfreiheit in Frankreich statt. Das damit verbundene Symposium zog 250 Besucher in der dortigen Adventgemeinde an. Wie die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (EUD News) berichtete, hatte die Veranstaltung das Ziel, Bewusstsein für das Thema zu schaffen und darauf hinzuweisen, dass Religionsfreiheit vielen Bevölkerungsgruppen versagt bleibt.

Pastor John Graz, Vorstandsmitglied der Internationalen Vereinigung für Religionsfreiheit, war der Hauptredner dieses Tages. Heute intensivierten sich Intoleranz und Brutalität gegenüber religiösen Minderheiten, so EUD News. Auch Europa sei von diesem Phänomen nicht ausgenommen. Wenn die Religionsfreiheit in Gefahr sei, dann wären auch andere Grundrechte bedroht, zum Beispiel die Versammlungs- und Meinungsfreiheit, schreibt EUD News. Daher sei es wichtig, Religionsfreiheit für jeden und überall zu verteidigen.

In einem Symposium am Nachmittag des Festivals thematisierten verschiedene Sprecher die weltweite Christenverfolgung, Religionsfreiheit im Nahen und Mittleren Osten, in Europa und Afrika, sowie den Zusammenhang von Laizität und Religionsfreiheit. Es gab ferner die Möglichkeit eine Ausstellung zum 500. Reformationsjubiläum zu besuchen. Der Tag wurde mit einem Konzert zum Thema „Ich rühme deinen Namen, Freiheit“ beendet.

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Lutherbibel 2017 weiter kostenlos als App

Frankfurt am Main/Deutschland | 30.10.2017 | APD | Bibel

Die Lutherbibel 2017 wird es auch weiterhin als kostenlose App für Smartphones und Tablets geben. Das erklärten die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. Irmgard Schwaetzer, und der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG), Dr. Christoph Rösel, nach Mitteilung der DBG während der Frankfurter Buchmesse. Ausserdem ist es künftig möglich, die Texte der „Gute Nachricht Bibel“ und der Lutherbibel 1984 ebenfalls in die App einzubinden.

„Wir freuen uns, dass die bewährte Zusammenarbeit zwischen der EKD und der Deutschen Bibelgesellschaft fortgesetzt wird“, sagte Rösel. Für die Woche ab dem 16. Oktober kündigte er ein Update zur App an. Neben der Lutherbibel 2017 könne man dann auch die vorhergehende Lutherbibel 1984 und die „Gute-Nachricht-Bibel“ kostenlos in der App lesen. Die App sei ausserdem so angelegt, dass das Angebot weiter ausgebaut werden könne.

Die App wird für Geräte mit den Betriebssystemen Android und iOS im jeweiligen Store angeboten. Zur Installation der beiden neuen Übersetzungen ist eine Registrierung nötig. Über das Benutzerkonto werden dann auch Markierungen, Lesezeichen und Notizen gesichert. Sie können zwischen verschiedenen Geräten ausgetauscht werden. Wer weiter nur die Lutherbibel 2017 nutzen will, kann dies wie bisher tun. Mit den anderen Übersetzungen ändert sich der Name der App. Er lautet dann in den App-Stores „Die-Bibel.de“ und auf dem Handy selbst einfach „Bibel“.

Bereits 175.000 Nutzer
Die EKD-Synode hatte sich bereits zur Einführung der neuen Lutherbibel im Oktober vergangenen Jahres für ein kostenfreies digitales Angebot ausgesprochen. Mit Unterstützung der EKD wurde der kostenlose Download der Lutherbibel-App aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums für zunächst ein Jahr ermöglicht. Seitdem haben 175.000 Nutzerinnen und Nutzer die App heruntergeladen.

Die Lutherbibel 2017 ist zum 500. Reformationsjubiläum erschienen. Sie wurde auf Anregung der Deutschen Bibelgesellschaft durch eine EKD-Kommission überarbeitet. Ausser in den klassischen Druckausgaben erscheint die Lutherbibel auch als E-Book, Hörbuch, App und Computersoftware. Im Internet steht der Text frei zugänglich unter www.die-bibel.de zur Verfügung.

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Honduras: mit der Bibel gegen Gewalt

Stuttgart/Deutschland | 30.10.2017 | APD | Bibel

Die Situation in Honduras und Initiativen der dortigen Bibelgesellschaft stehen im Zentrum der aktuellen Ausgabe von „Bibelreport“, einer Zeitschrift mit Berichten und Hintergrundinformationen zur Arbeit der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) und der Weltbibelhilfe. Um der Gewalt in dem zentralamerikanischen Staat entgegenzuwirken, verbreitet die Bibelgesellschaft in Honduras Bibeln und andere Materialien an Polizisten, Soldaten, Gefangene, Kinder und Jugendliche.

„Die Bibelgesellschaft in Honduras will der alltäglichen Gewalt in ihrem Land entgegenwirken – mit der Bibel. Auf Wunsch der Regierung verteilt sie biblische Schriften, organisiert Präventionsveranstaltungen an Schulen und ist sogar im Ethikunterricht an Polizeischulen aktiv. Dahinter steht die feste Überzeugung, dass biblische Geschichten nicht nur das Leben von Einzelnen, sondern eine ganze Gesellschaft verändern können. Biblische Werte ermöglichen ein gutes Zusammenleben“, so der Generalsekretär der DBG, Dr. Christoph Rösel, im Vorwort des aktuellen „Bibelreports“.

Für Gefängnisinsassen habe die Bibelgesellschaft in Honduras das Programm „Der Weg des Gefangenen“ entwickelt. Die Inhaftierten beschäftigten sich darin mit dem Markus-Evangelium und lernten so die Botschaft Jesu kennen. Mehr als tausend Gefangene haben im Jahr 2016 daran teilgenommen. In den Gefängnissen, in denen es umgesetzt wurde, habe sich die Situation deutlich verbessert, so die Zeitschrift. Ein Präventionsprojekt für Kinder, Jugendliche und Studierende soll junge Leute davon abhalten, sich kriminellen Gruppen wie den gefürchteten Jugendbanden anzuschliessen. Zum Projekt gehört die jährliche Verteilung von 21.000 Ausgaben der Broschüre „Geschichten mit Wert“ mit biblischen Texten.

Weitere Themen
In der Jahresserie des „Bibelreports“ zu besonderen Bibelausgaben der Reformation geht es dieses Mal um die Erstausgabe der vollständigen Lutherbibel von 1534. Vorgestellt wird sie von Dr. Christian Herrmann, Leiter der Abteilung Historische Sammlungen in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. Weitere Themen im „Bibelreport“ sind unter anderem bibelgesellschaftliche Aktionen und Publikationen in Ghana, Georgien und Syrien sowie die weltweiten Bibelverbreitungszahlen für 2016.

Zeitschrift „Bibelreport“
Der „Bibelreport“ wird von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegeben und berichtet fünfmal im Jahr über Themen rund um das „Buch der Bücher“. Ein Schwerpunkt der Zeitschrift ist die weltweite Arbeit der Bibelgesellschaften für die Verbreitung und Übersetzung der Heiligen Schrift. Im Internet gibt es unter folgendem Link kostenlos die digitale Ausgabe: www.die-bibel.de/bibelreport

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30 Jahre ADRA Deutschland

Darmstadt/Deutschland | 30.10.2017 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Mit einem Festakt feierte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland am 1. Oktober ihr 30-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung in Darmstadt wurde die Arbeit der Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten von unterschiedlicher Seite gewürdigt. ADRA Deutschland setzt sich dafür ein, zu einer nachhaltigen Entwicklung der Menschheit beizutragen.

Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland, wies in seiner Begrüssung darauf hin, dass der Festakt nicht nur eine Feier sein, sondern auch zur Selbstreflektion führen wolle. Grussworte anlässlich des 30-jährigen Jubiläums überbrachten der Schulleiter des Schulzentrums Marienhöhe in Darmstadt, Dr. Christian Noack, die Darmstädter Stadträtin Doris Fröhlich, der Erste Stadtrat von Weiterstadt, Werner Thalmeier, der Direktor von ADRA Europa, João Martins, sowie die Geschäftsführerin der Aktion Deutschland Hilft, Manuela Rossbach.

Partner und Vorbild
João Martins hob dabei die Stärke von ADRA als internationaler Organisation hervor. ADRA Deutschland sei eines der grössten Länderbüros im Netzwerk von mehr als 130 Partnerbüros weltweit. Da ADRA Deutschland in der Vergangenheit „immer einen Schritt voraus“ gewesen sei, eine Struktur aufgebaut habe, die beispielhaft sei und das Wohl der Begünstigten in den Vordergrund stelle, habe ADRA Deutschland auch eine Vorbildfunktion für anderen Länderbüros, betonte Martins.

Aktion Deutschland Hilft
ADRA Deutschland habe wesentlich zur Gründung und zum Gelingen des Aktionsbündnisses Aktion Deutschland Hilft beigetragen, so Manuela Rossbach. Das Bündnis sei für die Vernetzung von Hilfsorganisation nach innen und nach aussen wichtig. Rossbach dankte ADRA für die „positive Grundstimmung“.

Glaube an Gott führt zur Mitmenschlichkeit
In seiner Festansprache stellte der Vorsitzende der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Johannes Naether, die geistliche Grundlage der Arbeit von ADRA heraus. Glaube an Gott, beziehungsweise Gottesfurcht, sei nicht Gottesbeziehung am Menschen vorbei, sondern „sie ist auf Menschen angewandte Gottesbeziehung“, so Naether unter Bezug auf einen Text der Bibel im Buch Hiob, Kapitel 6, Vers 14: „Wer Barmherzigkeit verweigert, der gibt die Furcht vor dem Allmächtigen auf“.

Der Kirchenpräsident zog anhand der biblischen Geschichte von Hiob Parallelen zur heutigen Zeit. Hiob sei damals zu dem gemacht worden, „wozu man in unserem Land die Flüchtenden machen will, zum Objekt der Angst und Macht, zum Opfer von Theorien“. „Verpasste Menschlichkeit schlägt um in Unmenschlichkeit“, aber ADRA helfe dort, „wo sich sonst nur Abgründe auftun“. Naether dankte ADRA Deutschland für den geleisteten Dienst und wies zum Schluss auf die endgültige Erfüllung christlicher Hoffnung hin: „A steht für Adventist: Wir sind immer noch Wartende. Wenn Christus kommt, wird der Verein abgewickelt.“

ADRA Deutschland
ADRA Deutschland, mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt, ist Teil des Netzwerkes von ADRA International, das mehr als 130 Länderbüros miteinander verbindet und sich gemeinsam für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und der Nothilfe einsetzt. ADRA Deutschland wurde 1987 von Pastor Erich Lischek gegründet. Unter den ersten Projekten waren die Erdbebenhilfe für Armenien sowie der Neuaufbau der Lepra-Kolonie in Nepal. Weitere Informationen unter: www.adra.de

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ADRA Deutschland legt Jahresbericht 2016 vor

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland | 30.10.2017 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

In 40 Ländern hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland e. V. im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben über 3,3 Millionen Menschen direkt oder indirekt unterstützt. Zum Tätigkeitsfeld von ADRA Deutschland gehören neben humanitärer Hilfe im Katastrophenfall auch Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen Nahrung, Gesundheit, Bildung, Einkommen, Katastrophenvorsorge, Völkerverständigung, Wasser und Umweltschutz.

„Jeder Mensch auf diesem Globus hat das unveräusserliche Recht auf ein würdiges Leben in allen Dimensionen seiner Existenz. Darin findet sich der ganzheitliche Ansatz wieder, den wir bei ADRA im Blickfeld behalten.“, schreibt der Geschäftsführer von ADRA Deutschland, Pastor Christan Molke, im Vorwort. „Im Berichtszeitraum des Jahres 2016 konnten wir noch umfangreicher auf die Folgen des Klimawandels und die daraus entstandenen Migrationsströme reagieren.“

Projekte im Volumen von fast 12 Millionen Euro
Als Beispiele der Projektarbeit für das Jahr 2016 nennt der Geschäftsbericht: Hilfe gegen die Auswirklungen des Klimawandels in Kenia und Madagaskar; Nothilfe nach verheerenden Wirbelstürmen auf Fidschi und Haiti; Flüchtlingshilfe in Ländern der Balkanroute; die Weihnachtspaketaktion „Kinder helfen Kindern“, Freiwilligenprogramme sowie ADRA-Shops in Weiterstadt, Bergisch Gladbach, Lüdenscheid, Stendal, Nürnberg und Köthen. Rund 11,9 Millionen Euro (13,6 Millionen Franken) hat das Hilfswerk im Jahr 2016 laut Bericht in insgesamt 124 Projekten weltweit ausgegeben.

Der Jahresbericht 2016 von ADRA Deutschland e. V. kann im Internet unter adra.de/geschaeftsberichte/ heruntergeladen werden.

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Rentenalter: ein Wendepunkt – auch in Sachen Alkohol

Lausanne/Schweiz | 30.10.2017 | APD | Gesundheit & Ethik

Der Internationale Tag der älteren Menschen der Vereinten Nationen, vom 1. Oktober, biete Anlass, daran zu erinnern, „dass das Rentenalter eine Herausforderung in Sachen Alkohol darstellt“, schreibt Sucht Schweiz in einer Medienmitteilung. Demnach weisen sieben Prozent der 65- bis 74-Jährigen in der Schweiz einen chronisch risikoreichen Alkoholkonsum auf. Schätzungen zufolge hat sich bei einem Drittel der alkoholabhängigen älteren Menschen die Sucht erst nach der Pensionierung entwickelt.

Die Pensionierung: ein Wendepunkt
Die Pensionierung, mit der das Arbeitsleben zu Ende geht, stelle eine grundlegende Veränderung dar, die eine ganze Reihe an Fragestellungen und eine gewisse Destabilisierung mit sich bringe. Mitunter gehe sie mit einem Verlust an sozialen Kontakten und einer Sinnkrise einher. Hinzu würden womöglich Gesundheitsprobleme oder der Tod von nahestehenden Personen kommen, so Sucht Schweiz. Für manche Menschen werde der Alkohol zur Zuflucht, die sich in eine Falle verwandele. Ab 55 Jahren wirke der Alkohol stärker, da sich der Organismus verändere und der Wasseranteil des Körpers abnehme. Der Alkohol verteile sich in weniger Flüssigkeit und wirke stärker, so die Stiftung.

„Ein Glas in seinem Alter, das darf man ihm doch nicht verwehren!“
Ein Glas Alkohol zum Essen gelte de facto als Ausdruck von Wohlergehen und Lebensfreude. Mitunter gehe der Alkoholkonsum jedoch weit über die empfohlene Menge von einem Standardglas pro Tag hinaus, schreibt Sucht Schweiz. Bei den 65- bis 74-Jährigen in der Schweiz würden sieben Prozent einen problematischen Alkoholkonsum aufweisen, auf den selten jemand reagiere. Ältere Menschen lebten teils isoliert und Suchtsymptome könnten leicht mit normalen Symptomen des Älterwerdens verwechselt werden: „Stürze, Gleichgewichts-, Sprach-, Gedächtnis- und Schlafstörungen oder auch Depressionen sind gängige Alterserscheinungen, können aber auch mit Alkoholmissbrauch im Zusammenhang stehen“, schreibt die Stiftung. Da ältere Menschen oft auch mehr Medikamente einnehmen würden, könne deren Wirkung durch Alkohol verstärkt, vermindert oder verändert werden.

Effiziente Behandlungsmöglichkeiten
Wenn Alkoholprobleme erkannt und mit altersgerechten Therapieansätzen behandelt würden, können sie vollkommen behoben und damit die Lebensqualität für die ältere Person gesteigert werden.

Ressourcen
Etliche Unternehmen würden Vorbereitungskurse auf den Ruhestand anbieten. Durch die Teilnahme an Seniorengruppen (AVIVO, Pro Senectute) könne man soziale Kontakte aufrechterhalten.

Die Broschüren von Sucht Schweiz:
- Faltblatt «Alkohol beim Älterwerden», erhältlich in 9 Sprachen:
shop.addictionsuisse.ch/de/alkohol/216-alkohol-beim-alterwerden.html
- Faltblatt «Medikamente beim Älterwerden», ebenfalls erhältlich in 9 Sprachen:
shop.addictionsuisse.ch/de/medikamente/234-medikamente-beim-alterwerden.html
- Broschüre: «Alkohol und Medikamente beim Älterwerden»
shop.addictionsuisse.ch/de/substanzen-und-verhalten/219-alkohol-und-medikamente-beim-alterwerden.html

Sucht Schweiz ist ein nationales Kompetenzzentrum im Suchtbereich. Die NGO betreibt Forschung, konzipiert Präventionsprojekte und engagiert sich in der Gesundheitspolitik. Das Ziel besteht darin, Probleme zu verhüten oder zu vermindern, die aus dem Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen hervorgehen oder durch Glücksspiel und Internetnutzung entstehen. Mehr als 200.000 Personen unterstützen Sucht Schweiz.

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USA: 1,4 Millionen Dollar für Forschung zur Tabakregulierung in Ostasien

Loma Linda, Kalifornien/USA | 30.10.2017 | APD | Gesundheit & Ethik

Das National Institutes of Health (NIH), die wichtigste Behörde für biomedizinische Forschung in den USA, hat eine Forschergruppe an der Fakultät für Gesundheitswesen der adventistischen Loma Linda Universität in Loma Linda, Kalifornien finanziell gefördert. Wie die Universität berichtet, beträgt der Forschungs-Zuschuss 1,4 Millionen US-Dollar (1,37 Millionen Franken). Damit sollen neue Untersuchungsmethoden entwickelt werden, um die Effektivität von Programmen zur Eindämmung des Tabakkonsums in Kambodscha, Laos und der Mongolei zu verbessern. In den drei ostasiatischen Ländern rauche fast die Hälfte der männlichen Bevölkerung.

Rahmenübereinkommen der WHO
Mit speziellen, zu entwickelnden Anwendungen sollen Daten zu Tabakverkauf und Tabakkonsum erhoben werden. Diese Daten sollen dann wiederum den Regierungen von Kambodscha, Laos und der Mongolei helfen, ihren Verpflichtungen zur Einschränkung des Tabakkonsums nachzukommen. Diese Länder hatten das Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Eindämmung des Tabakkonsums bereits unterzeichnet.

Eindämmung von Vertrieb und Werbung
Dr. Pramil Singh ist Hauptuntersuchungsleiter des insgesamt fünfköpfigen Forscherteams und Direktor des Zentrums für Gesundheitsforschung an der Fakultät für Gesundheitswesen der Loma Linda Universität. Er hofft darauf, dass seine Forschungsarbeit den Regierungen der drei ostasiatischen Länder helfe, streng gegen illegalen Tabakvertrieb und widergesetzliche Tabakwerbung vorzugehen. Ausserdem sollen Raucher und mögliche zukünftige Tabakkonsumenten davon überzeugt werden, dieses Gesundheitsrisiko nicht einzugehen.

Regulierung über Tabaksteuer
Allerdings sei eine Regulierung über die Steuer effektiver als Gesundheitsaufklärung: „Es hat nur einen geringen Effekt, die ärmsten Menschen der Welt dazu zu bringen, mit dem Rauchen aufzuhören, indem man sie versucht zu überzeugen, dass Rauchen schlecht für sie ist. Sie versuchen nur durch den Tag zu kommen“, so Singh. Die Erhöhung des Tabakpreises sei der effektivste Weg, um den Konsum einzuschränken. Allerdings dürfe die Preiserhöhung nicht den Schwarzmarkt fördern.

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Brahms-Requiem mit Herbert Blomstedt - Neue TV-Reihe auf Hope Channel

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 30.10.2017 | APD | Medien

Ab dem 11. November strahlt der adventistische Fernsehsender Hope Channel „Ein deutsches Requiem op. 45“ von Johannes Brahms aus, teilte das Medienzentrum Stimme der Hoffnung (SDH) mit. Erklärt wird das Werk von Maestro Herbert Blomstedt. Die neue Sendereihe in acht Folgen wird jeden Samstag um 20.15 Uhr in der Erstausstrahlung und am folgenden Mittwoch um 21 Uhr in der Wiederholung zu sehen sein.

Die Musikaufnahmen stammen von der Liveaufnahme des Dänischen Fernsehens (DR) unter Leitung von Herbert Blomstedt mit dem Dänischen Radio-Sinfonieorchester und Konzertchor unter Mitwirkung der weltweit bekannten schwedischen Solisten Peter Mattei, Bariton, und Camilla Tilling, Sopran.

Zur Person: Herbert Blomstedt
Der in Amerika geborene Schwede Herbert Blomstedt, der im Juli dieses Jahres seinen 90. Geburtstag feierte, gilt als der älteste aktive Dirigent. Seine Liebe zur Musik, seine Vitalität und Lebensenergie führen ihn im Jahr 2017 zu 90 Konzerten rund um den Globus. Der Ehrendirigent von sieben Weltklasseorchestern werde bewundert für seine Partitur-Treue. Seine Art, Musik zu vermitteln und davon zu erzählen sei fesselnd und einzigartig, so SDH.

Herbert Blomstedt erklärt nach Angaben von SDH in jeder Folge vor dem Requiem-Satz die musik-historischen Zusammenhänge, Melodieführung, symbolische Bedeutungen sowie theologische Fragen. In der letzten Folge wird das Gesamtwerk „Ein deutsches Requiem“ präsentiert.

Johannes Brahms: ein deutsches Requiem
Johannes Brahms sei kein „Kirchenchrist“ gewesen, hätte sich laut SDH aber sehr gut in der Bibel ausgekannt und täglich darin gelesen. Die Texte seines Deutschen Requiems habe Brahms selbst aus dem Alten und Neuen Testament sowie aus den Apokryphen zusammengestellt. Zentrales Anliegen von Johannes Brahms war es, Trost und Hoffnung im Hinblick auf die Auferstehung der Toten zu vermitteln.

Hope Channel
Der deutsche Fernsehsender Hope Channel ist einer von mehr als 50 Sendern der internationalen Senderfamilie Hope Channel. Er gehört zum europäischen Medienzentrum Stimme der Hoffnung e.V. der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt/Deutschland. Weitere Informationen unter: www.hopechannel.de

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Adventistika weltweit recherchierbar

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 30.10.2017 | APD | Medien

Der Bibliotheksbestand der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, ist jetzt in der weltgrössten bibliografischen Datenbank WorldCat vertreten. Damit sind die Bücher, Zeitschriften und anderen Medien auch über Google und Amazon zu finden.

Der Katalog WorldCat verzeichnet die Bestände tausender Online-Computer-Library-Center-Mitgliederbibliotheken (OCLC). Es handelt sich dabei um eine weltweit tätige Non-Profit-Organisation und einen Dienstleister für Bibliotheken aller Art. Laut Leiter der Hochschulbibliothek Friedensau, Raimar Oestreich, ist OCLC die grösste Bibliotheksorganisation. WorldCat enthält einen gemeinsamen Katalog, in dem über 10.000 Bibliotheken ihre bibliografischen Daten einpflegen. In dem Katalog lassen sich mehr als 390 Millionen Medien finden.

Weltweit präsent
Jetzt seien die Bücher aus der Friedensauer Bibliothek ebenfalls im WorldCat verfügbar, so Oestreich. „Vor allem mit dem einzigartigen Bestand an deutschsprachiger Literatur der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten bereichert unsere Bibliothek den WorldCat-Katalog.“ Die Hochschulbibliothek Friedensau zeige damit weltweit Präsenz – und das nicht nur auf www.worldcat.org. Auch über Google Books erreichten Interessenten nun mit einem Klick die Bibliothek.

Friedensauer Bibliothek mit über 150.000 Medien
Die Hochschulbibliothek Friedensau, zu der auch eine Musikalienbibliothek und die Freikirchenbibliothek des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) gehören, umfasst über 150.000 Medien. Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind unter den Studierenden vertreten.

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„Ich weiss, dass mein Erlöser lebt“ - Trauerfeier für adventistischen Theologen und Altrektor Johann Gerhardt

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland | 30.10.2017 | APD | Personen

Die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg, Deutschland, trauert um ihren ehemaligen Rektor, Professor Johann Gerhardt. Im Alter von 73 Jahren verstarb er plötzlich und unerwartet am 2. Oktober. „Authentizität und Herzlichkeit zeichneten ihn aus“, wurde in der Trauerfeier am 16. Oktober in Friedensau betont. Die Botschaft vom angstfreien Glauben sei seine Mission gewesen.

Leitmotiv: Die Nähe Gottes
„Die Nähe Gottes war das Leitmotiv von Johann Gerhardt“, sagte Pastor Johannes Naether (Hannover), Präsident des Norddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, in seiner Traueransprache. „Doch wie tragfähig ist der Glauben an Gott, wenn ein geliebter Mensch unvorbereitet aus dem Leben gerissen wird?“, fragte Naether. Er erinnerte an den alttestamentlich Patriarchen Hiob, der ebenfalls schreckliches Leid erlebte und Gott deswegen anklagte. Doch Hiob habe erfahren, dass Gott niemand abweist, sondern mit dem Menschen fühlt, sodass der Leidende bekannte: „Ich weiss, dass mein Erlöser lebt“ (Hiob 19,25). Gerhardt sei es nicht darum gegangen, eine trockene Lebenstheorie zu vermitteln, sondern eine Brücke zu schlagen, um die Liebe Gottes den Menschen zu vermitteln. Im Zentrum habe für ihn ein „angstfreies Evangelium“ gestanden. „Er war ein gütiger Mensch, der Jesus vertraute und mit der Auferstehung zum ewigen Leben rechnete“, so Naether. Seine kurzen Rundfunkandachten hätten viele Menschen angesprochen. Er habe ihnen Mut zu einem Leben mit Gott machen wollen. Gerhardt hätte sich nicht verbiegen lassen und auch unkonventionell gehandelt. Als innerhalb der Freikirche Fälle von sexuellem Missbrauch bekannt wurden, habe er sich für die Enttabuisierung der Ereignisse eingesetzt und sich seelsorgerlich der Opfer angenommen.

Generationen von Pastoren geprägt
In einem Gedenkwort wies der Dekan des Fachbereichs Theologie der Friedensauer Hochschule, Dr. Stephan Höschele, darauf hin, dass ein Mensch andere nur dann prägen kann, wenn er selbst geprägt ist. Über die Hälfte seines Lebens sei Johann Gerhardt als Lehrer tätig gewesen. Die Nähe zu seinen Studierenden habe seiner Autorität nicht geschadet. Er hätte ihnen vertraut. „Als Meister der Redekunst wies er auf den menschenfreundlichen Gott hin.“ Er wäre auch bei unterschiedlichen Positionen authentisch geblieben und hätte Spannungen im „Geist des Evangeliums“ ausgehalten. Durch sein Verhalten habe er Generationen von Pastoren geprägt.

„Johann Gerhardt zu begegnen schaffte eine Vertrautheit“, betonte der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland), Norbert Dorotik (Darmstadt), als Vertreter der deutschen Freikirche. Gerhardt sei in der Lage gewesen „in die Breite“ zu denken. Seine väterliche Art habe geholfen, bei festgefahrenen Diskussionen mit Deutlichkeit und Respekt vor anderen Meinungen einen Ausweg zu finden. Der frühere Leiter des Advent-Verlags in Lüneburg, Pastor Elí Diez-Prida, unterstrich, dass Gerhardt nicht nur redegewandt gewesen sei, sondern es auch verstanden habe, mit dem gedruckten Wort umzugehen. Das zeige sein 2004 erschienenes Buch „Angstfrei glauben“. Dieses habe vielen Lesern geholfen zu einem „freien und befreienden Glauben“ zu finden.

Statt Medizinstudium Pastorenausbildung
Johann Gerhardt wurde am 23. März 1944 in Neusandez im ehemaligen Galizien, historische Landschaft in der Westukraine und in Südpolen, geboren. Nach der Flucht seiner Familie in den Westen wuchs er in Bayreuth auf und besuchte dort die Schule, wo er 1963 das Abitur ablegte. Das Angebot zur Finanzierung eines Medizinstudiums in den USA schlug er aus, nachdem er während einer Evangelisation den Entschluss gefasst hatte, Pastor zu werden. Die theologische Ausbildung absolvierte er am adventistischen Seminar Marienhöhe in Darmstadt und erhielt 1967 das Predigerdiplom. Im selben Jahr heiratete er Christa Zimmermann. Nach vierjährigem Predigtdienst in Mannheim (1967–1971) und der Ordination zum Pastor wurde er nach Pforzheim versetzt, wo er bis 1976 tätig war. Die Kirchenleitung sandte ihn anschliessend zur adventistischen Andrews University in Berrien Springs, Michigan/USA, wo er 1979 sein Studium mit dem „Doctor of Ministry“ abschloss. Inzwischen waren dem Ehepaar Gerhardt die Kinder Torsten, Holger und Heike geboren worden.

Johann Gerhardt folgte 1979 einer Berufung als Dozent für Praktische Theologie an das adventistische Theologische Seminar Marienhöhe in Darmstadt. Von 1990 bis Frühjahr 1993 war er Gesamtschulleiter des Theologischen Seminars und des Gymnasiums Marienhöhe. Danach wechselte er 1993 an die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg. 2004 wurde Johann Gerhardt zum Professor für Praktische Theologie berufen. Bis zur Pensionierung im Jahre 2011 war er als Dozent, Dekan und seit 2007 als Rektor tätig.

Auch nach seiner Emeritierung arbeitete er weiter in verschiedenen Aufgabenbereichen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland mit. So war er Rundfunkbeauftragter beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und bekannt durch Andachten im MDR-Hörfunk und zahlreichen Sendungen des adventistischen TV-Senders „Hope Channel“. Er gehörte auch dem Fachbeirat der Freikirche „Sexueller Gewalt begegnen“ als Vorsitzender an.

Deeskalierend gewirkt
Bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Jahr 2011 würdigte die damalige Kultusministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Professorin Dr. Birgitta Wolff, die Verdienste des Altrektors. Insbesondere sein offensiver Kurs zur Qualitätssicherung verdiene hohen Respekt. „Ich spreche Rektor Gerhardt meinen tiefsten Dank aus“, erklärte die Ministerin. „Er hat nicht nur für die Hochschule, sondern für das Land Sachsen-Anhalt Grosses geleistet.“ Die internationale Ausrichtung der Hochschule, die sich in einem sehr hohen Anteil von ausländischen Studierenden niederschlage, sei ein Kompliment für das Land. Professor Dr. Armin Willingmann, Präsident der Landesrektorenkonferenz Sachsen-Anhalts, betonte die beruhigende Funktion, die Gerhardt in zugespitzten Diskussionen eingenommen habe. „Oftmals hat er einen Wechsel der Perspektive ermöglicht und deeskalierend gewirkt.“

Hochschule Friedensau
Zur staatlich anerkannten Theologischen Hochschule Friedensau gehören die beiden Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.

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Johannes Oeldemann (Hg.), Konfessionskunde - Handbuch der Ökumene und Konfessionskunde, Band 1

| 30.10.2017 | APD | Buchrezensionen

Johannes Oeldemann (Hg.), Konfessionskunde, (Handbuch der Ökumene und Konfessionskunde, Band 1), Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt/Paderborn: Bonifatius, 2015, 433 Seiten, Paperback, 26,90 Euro, ISBN 978-3-374-03803-9

Die zu besprechende Konfessionskunde bildet nach eigenen Angaben den ersten Band eines auf vier Bände angelegten „Handbuchs der Ökumene und Konfessionskunde“, das vom römisch-katholischen Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik (JAMI) in Paderborn herausgegeben wird. Für die Herausgabe dieses ersten Bandes zeichnet Dr. Johannes Oeldemann, Direktor am JAMI, verantwortlich.

Zielsetzung
Der Band hat den Anspruch, das Selbstverständnis verschiedener Kirchen und Glaubensgemeinschaften bezüglich ihres Glaubens, ihrer Identität und ihrer Lebensweise darzustellen. Dies geschieht zumeist aus einer Innenperspektive – und das ist der bemerkenswerte Neuansatz des Buches: „Der Neuansatz zeigt sich hier an der Tatsache, dass nicht mehr aus katholischer Perspektive über die Kirchen und Konfessionen informiert wird, […] sondern dass Autoren aus den anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften diese in Selbstdarstellungen beschreiben“ (S. 11). Dadurch will der Band einen Beitrag zur Ökumene leisten. Er will „einen authentischen Einblick in die Vielfalt der christlichen Kirchen“ ermöglichen, der nicht nur die „klassischen“ Konfessionsfamilien (Katholiken, Orthodoxe, Anglikaner, Lutheraner, Reformierte), sondern auch christliche Gemeinschaften mit einer kürzeren Geschichte (vor allem aus dem freikirchlichen und charismatischen Bereich) in den Blick nimmt. In der Zusammenschau der verschiedenen Perspektiven soll dabei deutlich werden, „vor welchen Herausforderungen der Dialog zwischen den Konfessionen in den nächsten Jahren steht, aber auch, welche Chancen darin für das gemeinsame Zeugnis der Christen liegen“ (S. 12).

Gliederung
Die Konfessionskunde beinhaltet sieben Kapitel, Vor- und Nachwort, sowie ein Autorenverzeichnis. Die Darstellung der einzelnen Kirchen beginnt grundsätzlich mit einem Blick auf die gegenwärtige Situation der zu beschreibenden Kirchen. Anschliessend werden ihre geschichtliche Entwicklung, Besonderheiten der Glaubenslehre sowie Momente des kirchlichen Lebens erklärt. Das Engagement der jeweiligen Kirchen für die Ökumene kommt ebenfalls zur Sprache. Zum Abschluss wird Literatur zur Vertiefung und Weblinks geboten.

Zum Inhalt
Das erste Kapitel stellt die römisch-katholische Kirche als grösste christliche Konfessionsfamilie dar. Autor Johannes Oeldemann, Direktor am Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn, zeichnet auf den Seiten 13 bis 71 ein übersichtliches und kompaktes Bild seiner Kirche, wobei er auch die mit Rom unierten Ostkirchen erwähnt, welche „beinahe jeder orthodoxen oder orientalisch-orthodoxen Kirche“ gegenüberstehen (S. 18). Aus der Sicht des Rezensenten bemerkenswert ist das Prinzip des „et – et“ (sowohl – als auch): Es bringt zum Ausdruck, „dass sich das katholische Glaubensverständnis darum bemüht, unterschiedliche Zugänge zum christlichen Glauben, verschiedene Denkansätze der Theologie und unterschiedliche Ausdrucksformen des Glaubens miteinander zu verbinden.“ (S. 29). Wobei die logische Problematik dieses Prinzips im Hinblick auf den Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch, wonach zwei einander widersprechende Aussagen nicht zugleich zutreffen können, seitens des Autors nicht behandelt wird.

Der orthodoxe Theologe und Priester Ioan Moga beschreibt im zweiten Kapitel sowohl die Orthodoxe Kirche als auch die Orientalisch-Orthodoxen Kirchen. Dies geschieht ziemlich ausführlich (S. 72-157), sodass der Rezensent die Darstellung ob der gebotenen Detailfülle als recht komplex empfand.

Sehr sympathisch dagegen ist die relativ kurze Beschreibung (S. 158-187) der anglikanischen Kirchen in Kapitel 3 geraten. Der engagiert geschriebene Beitrag des anglikanischen Theologen und Priesters Paul Avis wurde aus dem Englischen übersetzt, was sich in teilweise etwas holprig formulierten Sätzen niederschlägt.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit den evangelischen Landeskirchen. Der evangelischlutherische Theologe und Oberkirchenrat Oliver Schuegraf versteht es meisterhaft, das Profil unterschiedlicher Landeskirchen evangelischer Tradition überblicksartig in relevanter Auswahl darzustellen (S. 188-246).

Unter der Überschrift „Die altkonfessionellen Kirchen“ werden in Kapitel 5 zunächst die altkatholischen Kirchen vorgestellt (S. 247-274). Der altkatholische Theologe und Pfarrer Adrian Suter benötigt für seine ausgesprochen kluge Darstellung fast 30 Seiten. Es folgen die altlutherischen Kirchen (S. 274-285) durch Werner Klän, Professor an der Theologischen Hochschule der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oberursel, sowie die altreformierten Kirchen (S. 285-295) durch Pastor Gerrit Jan Beuker.

Markus Iff, Professor an der Theologischen Hochschule des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Dietzhölztal-Ewersbach, hat die sicherlich nicht ganz leichte Aufgabe übernommen, die evangelischen Freikirchen in Kapitel 6 (S. 296-390) vorzustellen. In diesem längsten Kapitel des Bandes werden verschiedene Freikirchen betrachtet: Mennoniten, Baptisten, Freie Evangelische Gemeinden, Herrnhuter Brüdergemeine, Methodisten, Heilsarmee, Quäker, Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden, Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Siebenten-Tags-Adventisten sowie Apostolische Gemeinschaften.

Die Darstellung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) soll hier exemplarisch noch etwas stärker beleuchtet werden: Dem Autor gelingt es, auf wenigen Seiten Gegenwart, Geschichte, Glaube, kirchliches Leben und Ökumene in Bezug auf die STA zu skizzieren. Er grenzt sich auch von einer früheren Verortung der STA innerhalb von „Sekten“ oder „Sondergemeinschaften“ ab: „Doch erkennt die konfessionskundliche Forschung immer deutlicher, dass die Adventisten keine ausserbiblischen Sonderlehren vertreten oder dem christlichen Bekenntnis zum dreieinen Gott und zur Erlösung durch Jesus Christus widersprechen“ (S. 376).

Leider haben sich im Beitrag einige (kleinere) Fehler eingeschlichen, die sich durch Rücksprache leicht hätten vermeiden lassen: Bei der Darstellung der Generalkonferenz als höchster Verwaltungseinheit fehlt die Ebene der „Divisionen“ als teilkontinentale Kirchenleitungen, in welche die Verbände eingegliedert sind (S. 377). Auch war es nicht William Miller, der den Tag der Wiederkunft Jesu Christi auf den 22. Oktober 1844 berechnete (S. 378), sondern Samuel Snow. Zu den Gründerfiguren gehört neben den beiden genannten (S. 378) unbedingt noch James White (1821-1881), der Mann von Ellen White. Dieser kann auch nicht das Gebot „Du sollst den Sabbat heiligen“ (S. 378) gezeigt worden sein, da es sich nicht in dieser Formulierung auf den Gesetzestafeln findet (vgl. 2. Mose 20,8).

Dass der Autor selbst kein Mitglied der Freikirche ist, die er beschreibt (hier stösst das Prinzip der Selbstdarstellung aus der Innensicht an seine Grenzen), wird auch an manchen Formulierungen deutlich, die der Rezensent für problematisch hält. Es bleibt zu hoffen, dass diese Punkte in einer zweiten Auflage korrigiert werden.

Kapitel 7 beschliesst den Reigen der Konfessionskunde mit einer Darstellung der Charismatischen Bewegung durch den römisch-katholischen Theologen Hans Gasper (S. 391-426). Die Charismatische Bewegung ist nach Aussage des Herausgebers der Konfessionskunde in sich so vielfältig und schwer zu überblicken, „sodass hier ein katholischer Autor, der diesen Bereich seit langem intensiv beobachtet, die Darstellung übernommen hat“ (S. 427). Abweichend von den anderen Kapiteln wird dieses mit dem Punkt „Häufig gestellte Fragen: Fundamentalismus – Ökumene“ abgeschlossen. Der Rezensent war zunächst etwas befremdet von der Verwendung einer solch polemischen Bezeichnung wie „Fundamentalismus“, nahm aber wohlwollend zur Kenntnis, dass Gasper damit einen unberechtigten „Standardvorwurf an die Adresse der Charismatischen Bewegung“ abwehren möchte: „Nun ist Fundamentalismus längst ein Containerbegriff, in den man wirft, was einem passt oder besser nicht passt“ (S. 423). Auch „dass die Bibel von Gottes Geist inspiriert ist und dass sie ‚unfehlbare Richtschnur unseres Lebens, Denkens und Handelns‘, ist noch kein Fundamentalismus im eigentlichen Sinn“ (S. 424). Leider hat sich diese zutreffende Erkenntnis noch nicht überall durchgesetzt.

Fazit
Grundsätzlich erfüllt die vorliegende Konfessionskunde nach Ansicht des Rezensenten ihre eingangs formulierte Zielsetzung, das Selbstverständnis verschiedener Kirchen und Glaubensgemeinschaften im Überblick darzustellen. Damit leistet sie auch ihren Beitrag zur zwischenkirchlichen Verständigung. Dass dabei gewisse Defizite (s.o.) zutage treten ist unvermeidlich. So erscheint dem Rezensenten beispielsweise der zugestandene Umfang der Darstellung einzelner Kirchen etwas willkürlich. Zum Vergleich: die Orthodoxen Kirchen erhalten mit 86 Seiten mehr Raum als die römisch-katholische Kirche (59 Seiten), die anglikanischen Kirchen ebenso viel (Kap. 3) wie die altkatholischen Kirchen (Kap. 5.1). Zu erklären ist dies möglicherweise mit der Freiheit, die den jeweiligen Autoren beim Verfassen ihrer Beiträge gewährt wurde. Diese Freiheit führt dann allerdings auch zu stilistisch unterschiedlichen Ausarbeitungen. Nichtsdestotrotz kann den Herausgebern nicht hoch genug angerechnet werden, dass sie möglichst umfassend Autoren aus den zu beschreibenden Konfessionsfamilien selbst haben zu Wort kommen lassen.

Der Band bietet eine moderne Konfessionskunde, die auf relativ knappem Raum eine erstaunlich kompakte Darstellung einer grossen Anzahl christlicher Denominationen präsentiert. So erweist sich dieses Handbuch als unverzichtbares Nachschlagewerk für alle Interessierten - sowohl für Fachleute als auch für Laien -, die einen Blick über den eigenen konfessionellen Tellerrand werfen wollen.
Jens-Oliver Mohr

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