APD-INFORMATIONEN 4/2018 - APRIL 2018

Adventgemeinde Basel solidarisch mit den Juden in der Stadt

Basel/Schweiz | 26.04.2018 | APD | Schweiz

Am 25. April haben Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Basel einen Solidaritätsbeitrag von 5.000 Franken der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) für deren Sicherheitsaufwendungen übergeben. Die Gemeindeleiterin Elsbeth Schwyn und Kirchenmitglied Christian B. Schäffler der Adventgemeinde Basel überreichten den Beitrag persönlich an Rabbiner Moshe Baumel und IGB-Präsident Guy Rueff.

Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Basel hat sich schon in den 1950er-Jahren gemeinsam mit der IGB für den Schuldispens von jüdischen und adventistischen Schulkindern am Samstag (Sabbat) eingesetzt. Das Menschenrecht der Religionsfreiheit schützt verschiedene Aspekte der Religionsausübung, so auch die Versammlungsfreiheit, die durch die hohen Kosten der IGB für die Sicherheit gefährdet ist.

Angeregt durch die Aktion von Peter von Sury, Abt des Klosters Mariastein, Mitte April, hat ein Kirchenmitglied der Adventgemeinde Basel beantragt, der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) ebenfalls einen Solidaritätsbeitrag von Fr. 5.000.- an die hohen Sicherheitskosten zu sprechen. Der Kirchenvorstand der Adventgemeinde Basel hat dem Antrag am 3. April 2018 zugestimmt und der Mitgliederversammlung am 10. April vorgelegt, die diesen einstimmig angenommen hat.

Mit diesem kleinen Zeichen wollen die Basler Adventisten der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) ihre Solidarität ausdrücken. Gleichzeitig hoffen sie, dass bald eine Gesetzesgrundlage geschaffen wird, welche die Unterstützung des Staates für Schutzmassnahmen gefährdeter Einrichtungen ermöglicht.

Diese Solidaritätsgeste steht für die Siebenten-Tags-Adventisten im Rahmen des weltweiten Einsatzes der Freikirche für Religionsfreiheit, heisst es im Begleitschreiben an die IGB. Die älteren Mitglieder der Basler Freikirche erinnerten sich in Dankbarkeit an die gemeinsamen Bemühungen der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) und der Adventgemeinde Basel im Jahr 1954, als es um die Erlangung des Dispenses an Samstagen für adventistische und jüdische Schulkinder ging, der auch erreicht wurde.

Solidaritätsbekundung der Evangelisch-reformierten Kirchen der Region
Am 24. April haben die Kirchenräte der Evangelisch-reformierten Kirchen der Kantone Basel-Landschaft (ERK BL) und Basel-Stadt (ERK BS) in einer Medienmitteilung ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern der Region zum Ausdruck gebracht und die politischen Vertreterinnen und Vertreter gebeten, entsprechend zu handeln und ihre Verantwortung wahrzunehmen. Der Kirchenrat der ERK BL leistet seinerseits einen Solidaritätsbeitrag von CHF 5000.- an die IGB; der Kirchenrat der ERK BS hat eine kantonale Kollekte zu Gunsten der IGB in der zweiten Jahreshälfte 2018 beschlossen. (2'837 Zeichen)

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«Stiftung Blindendienst der Adventmission» nach 55 Jahren aufgelöst

Zürich/Schweiz | 26.04.2018 | APD | Schweiz

Am 22. April hat der Stiftungsträger, die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die Liquidationsrechnung zur Auflösung der «Stiftung Blindendienst der Adventmission» Basel, zur Kenntnis genommen. Damit ist der Auflösungsbeschluss vom 13. November 2017 rechtswirksam vollzogen. Der «Stiftung Blindendienst» fehlten in den letzten Jahren Druckprojekte, die sie im Sinne des Stiftungszwecks hätte finanzieren können. Das restliche Stiftungskapital von rund 90.000 Franken wurden an die «HopeHörbücherei» der STIMME DER HOFFNUNG, in Alsbach-Hähnlein/Deutschland, überwiesen.

Die «Stiftung Blindendienst der Adventmission» Basel wurde 1963 von Werner Schenk gegründet und massgeblich von Mitgliedern der Siebenten-Tags-Adventisten sowie der Freikirche selbst unterstützt. Die Stiftung stellte an verschiedenen Örtlichkeiten in der Stadt Basel, anfangs mit Freiwilligen, Produkte mit und für Sehbehinderte und Blinde her. Es waren dies vorwiegend Zeitschriften, Bücher sowie weitere Druckerzeugnisse aus den Bereichen Gesundheit, Lebensstil und christliche Spiritualität, die auf Deutsch und Französisch hergestellt wurden. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) zahlte an die Löhne der sehbehinderten Mitarbeitenden im Blindendienst, der Rest wurde durch Gönner und Spender getragen.

1988 wurden 638.000 Seiten Druckerzeugnisse vorwiegend in Punktschrift für Blinde und einige Produkte in Grossschrift für Sehbehinderte durch die «Stiftung Blindendienst» hergestellt.

1989 stellte die Stiftung vom maschinellen Braille-Punktschrift-Druckverfahren auf computergesteuertes Druckverfahren in Brailleschrift um. Diese betriebliche Umstellung auf EDV wurde mit fachlicher Hilfe der Schweizerischen Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte (SBS) in Zürich realisiert. Im November 1989 wurde auch die erste Freizeit für Sehbehinderte und Blinde durchgeführt. Im gleichen Jahr lieferte die Stiftung Produkte in 28 Länder an 2.172 Bezüger, 80 Prozent in deutschsprachige und 20 Prozent in französischsprachige Länder.

1991 wurde eine neue Punziermaschine, eine Vorstufe für die Herstellung der Alumatrizen, angeschafft.

1992 konnten entsprechend ausgerüstet Blinde und Sehbehinderte Zeitschriften und andere Druckerzeugnisse in französischer Sprache in Form von Computerdisketten beziehen und diese mittels einer abtastbaren Braillezeile an ihrem Computer lesen.

1995 lag die Zahl der Punktschriftlesenden bei 1.289 Personen. Gedruckt wurde mit der Rotationsdruckmaschine und einem Brailledrucker.

1999 wurden 11.873 verschiedene Schriften und Bücher hergestellt. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Zahl der Länder, in die Produkte verschickt wurden auf 46. Dank der Portobefreiung der Druckerzeugnisse für Blinde, konnten diese weltweit verschickt werden.

2000 strich das Bundesamtes für Sozialversicherungen aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen die Beiträge der Invalidenversicherung für die Löhne der Sehbehinderten und Blinden, die für die «Stiftung Blindendienst» arbeiteten. Weil die Einnahmen aus den Spenden zu gering waren, mussten die Sehbehinderten und Blinden entlassen und die Produktion von Druckerzeugnissen für Blinde eingestellt werden. Geschäftsleiter der «Stiftung Blindendienst» waren: Werner Schenk, Georges Lutz, Paul Clerc, Jean Fiscalini.

«Verein Blindendienst» wird gegründet
Am 23. Mai 2000 haben engagierte Personen den «Verein Blindendienst» gegründet. Ab dem 1. Oktober 2000 wurde die Produktion der Druckerzeugnisse, die bisher durch die «Stiftung Blindendienst» hergestellt wurden, mit ehrenamtlichen Helfern in reduziertem Umfang bis heute weiterführt. Die «Stiftung Blindendienst» hat dem «Verein Blindendienst» seit dessen Gründung Produktionsaufträge erteilt und diese finanziell abgegolten.

In den letzten Jahren nahm die Produktion des «Vereins Blindendienst» massiv ab, da der Ersatz der defekten Punziermaschine die finanziellen Möglichkeiten des Vereins überschritten hätten. Damit entfielen für die «Stiftung Blindendienst» Projekte, die sie im Sinne des Stiftungszwecks hätte finanzieren können, da der «Verein Blindendienst» für die verbleibende Produktion genügend Spenden von Privaten erhält. Gemäss den Angaben auf der Webseite des «Vereins Blindendienst», werden heute die Druckerzeugnisse in 46 Ländern an 1.381 Bezüger geliefert. Mehr Informationen zum Verein Blindendienst: www.blindendienst.ch/doku.html

Das restliche Stiftungskapital der «Stiftung Blindendienst» von rund 90.000 Franken wurden an die «HopeHörbücherei» der STIMME DER HOFFNUNG in Alsbach-Hähnlein/Deutschland überwiesen. www.blindenhoer-buecherei.de/

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Ausbildungsverband «AF+» mit eigener Webseite

Zürich/Schweiz | 26.04.2018 | APD | Schweiz

Am 30. Januar 2018 wurde in Bern der neue Ausbildungsverband «AF+» gegründet. AF+ steht für «Ausbildung» und «Formation» (französisch). Vor kurzem konnte AF+ eine Partnerschaftsvereinbarung mit Jugend+Sport (J+S), dem grössten Sportförderungsprogramm des Bundesamts für Sport (BASPO) unterzeichnen, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz in einer Medienmitteilung. Dank dem neuen Verband können die 2017 aus dem Programm J+S ausgeschlossenen Jungscharen und Jugendorganisationen wieder vom Sportförderprogramm profitieren. Dazu müssen diese laut BASPO «stark glaubensbasierten» Jungscharen einen Verein gründen und sich in ihren Statuten an den Zielen von J+S orientieren. Sie müssen auch die Grundsätze der Ethik-Charta des Schweizer Sports und der Charta Christlicher Kinder- und Jugendarbeit respektieren, wie das BASPO auf seiner Webseite schreibt.

Über die neue Webseite (www.af-plus.ch) des Ende Januar 2018 gegründeten Ausbildungsverbands «AF+» für J+S-Kaderbildung können sich Jungscharen und Jugendorganisationen informieren, wie ihre mehrtägigen Lager weiterhin durch J+S unterstützt werden. Mittels Bezahlung eines jährlichen Beitrags von 100 Franken können Jungscharen und Jugendorganisationen, die sich als Verein konstituiert haben dem Ausbildungsverband AF+ beitreten.

Sportförderung und christliche Jugendarbeit gehen Hand in Hand
Wie bisher wollen Jungscharen die gesunde Entwicklung des ganzen Menschen fördern. Abenteuer und Sport in der freien Natur bleiben zentrale Elemente der Jungschararbeit. Ein besonderer Fokus liegt bei der neu ausgehandelten Lösung auf der Mitbestimmung der Basis. Für AF+ gehört die Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben ganz natürlich zur ganzheitlichen Entwicklung junger Menschen dazu. Der neue Verband zeigt, dass sich Sportförderung und christliche Jugendarbeit nicht ausschliessen müssen und das auch für kirchlich geprägte Jungscharen der Slogan #wirsindauchJugendundSport gilt.

Folgende Vereine sind Mitglieder von AF+:
youthnet SPM; YouthPlus; FJSSR (Formation J+S SC/T Suisse Romande); CYFOJE (Cycle formation jeunesse); CROIS+BOUGE; LLB (Ligue pour la lecture de la bible); youthnet events.

Die Adventjugend, Jugendorganisation der Adventisten in der Deutschschweiz, plant auch einen Verein zu gründen und Mitglied von AF+ zu werden.

Ethik-Charta im Sport: www.jugendundsport.ch/de/ethik/ethik-charta.html
Charta Christlicher Kinder- und Jugendarbeit: www.cckj.ch/

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Verfassungsrevision des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds

Bern/Schweiz | 26.04.2018 | APD | Schweiz

An einer ausserordentlichen Versammlung am 23. und 24. April in Bern haben die 66 Abgeordneten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) die erste Lesung der neuen Verfassung abgeschlossen. Wichtige Weichenstellungen für die Zukunft wurden von den Delegierten bestätigt: Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS wird neu eine nationale Synode haben, eine dreigliedrige Leitung, die Konferenz der Kirchenpräsidien wird institutionalisiert und Handlungsfelder werden geschaffen.

Nationale Synode
Laut SEK-Medienmitteilung soll mit der neuen Verfassung die heutige Abgeordnetenversammlung in eine nationale Synode umgewandelt werden, was den kirchlichen Charakter des Gremiums unterstreiche. Damit werde die kirchliche Gemeinschaft unter den 26 Mitgliedern des heutigen Kirchenbundes gestärkt.

Dreigliedrige Leitung
Neu soll die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS eine dreigliedrige Leitung haben: synodale, kollegial und personal. Die nationale Synode bilde das oberste Organ, der Rat ein kollegiales Gremium und die Präsidentin bzw. der Präsident des Rates vertrete diesen als Person.

Konferenz der Kirchenpräsidien
Mit der neuen Verfassung werde die Konferenz der Kirchenpräsidien (KKP), Gremium mit allen Präsidentinnen und Präsidenten der Mitgliedkirchen, institutionalisiert. Die KKP erhalte eine beratende Funktion und pflege enge Beziehungen zum Rat, so die SEK-Mitteilung.

Handlungsfelder
In vielen Bereichen arbeiteten Kantonalkirchen bereits zusammen. Um Synergien zu schaffen und die Mitgliedkirchen zu unterstützen, könne zukünftig die Synode bei Themen, die für alle von Interesse seien, Handlungsfelder schaffen.

Wie geht es weiter?
Die neue Verfassung soll in 2. Lesung an der Sommerabgeordnetenversammlung vom 17. bis 19. Juni in Schaffhausen beraten werden. Die Schlussabstimmung werde im Dezember an einer ausserordentlichen Versammlung durchgeführt. Die neue Verfassung soll am 1.1.2019 in Kraft treten.

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Indonesien: Adventistischer Missionar getötet

Silang, Cavite/Philippinen | 26.04.2018 | APD | International

Berni Fallery Kunu, ein 24-jähriger Missionar im Gesundheitsdienst, wurde am 29. März 2018 in Papua (Provinz Westneuguinea, indonesischer Teil der Insel Neuguinea) getötet. Der Indonesier arbeitete als Teil eines Zwei-Mann-Teams in einem abgelegenen Gebiet der Star Mountain-Region, berichtete die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten für den Bereich Südasien-Pazifik (Southern Asia Pacific Division, SSD) am 4. April.

Der Vorfall sorgte auch in Regierungskreisen für Aufsehen: „Wir bedauern zutiefst den Tod unseres Kindes Berni Fallery Kunu“, sagte die indonesische Gesundheitsministerin Nila Moeloek in einer schriftlichen Erklärung in Jakarta. Kunu war als Missionar im Gesundheitsdienst bei Adventist Aviation Indonesia (AAI), einem Dienst der SSD, tätig. Demnach wollte er sein Leben für Menschen einsetzen, die in entlegenen Gebieten ohne medizinische Versorgung leben.

Berichten zufolge sei Kunu am Donnerstag, den 29. März 2018 von einer Gruppe von Menschen getötet worden, die aus einer Gegend stammen sollen, die drei Tagesmärsche entfernt sei. Die Polizei untersuche den Vorfall derzeit. Laut SSD scheint ein Fall von Verwechslung vorzuliegen.

Kunus Leiche wurde am nächsten Tag in einem flachen Grab in der Nähe des Flusses gefunden, wo er vermutlich badete, als er angegriffen wurde. Sein Kollege blieb unverletzt und begleitete Kunus Leiche zum AAI-Hauptquartier. Die Beerdigung von Berni Fallery Kunu fand am Sonntag, dem 1. April statt. Andere adventistische medizinische Missionare und Lehrer in der Region seien evakuiert worden. Die Arbeit in der Region ruhe zunächst. Aufgrund der derzeitigen Unruhen in der Region sei ungewiss, wann adventistische Mitarbeiter dorthin zurückkehren werden.

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Pakistan: Terroranschlag vor Kirche der Adventisten

Silang, Cavite/Philippinen und Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2018 | APD | International

Am Abend des 15. April eröffneten mutmassliche Terroristen auf Motorrädern das Feuer vor der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Quetta/Pakistan. Dabei wurden zwei Menschen getötet und acht verletzt. Einer der Toten war der 18-jährige Sohn eines adventistischen Kirchenmitglieds. Die Führer der grossen politischen Parteien haben diesen brutalen Angriff verurteilt, für den der sogenannte «Islamische Staat» (ISIS) zwischenzeitlich die Verantwortung übernommen hat. Quetta liegt nördlich von Karachi und westlich von Lahore, nahe der Grenze zu Afghanistan.

Laut der «Union of Catholic Asian News» (UCAN), einer unabhängigen, katholischen Nachrichtenagentur in Asien, kam es nach dem Anschlag zu stundenlangen Demonstrationen in Quetta, der Hauptstadt der Provinz Belutschistan. Diese hätten erst aufgehört, als sich die Regierung von Belutschistan bereit erklärt habe, einen Ausschuss von Spitzenbeamten einzusetzen, um einen umfassenden Sicherheitsplan zum Schutz der christlichen Gemeinschaft auszuarbeiten.

«Als Siebenten-Tags-Adventisten sind wir sehr traurig über diesen sinnlosen Angriff. Wir verurteilen Gewalt in all ihren Formen», heisst es in einer Stellungnahme der teilkontinentalen Kirchenleitung im südasiatisch-pazifischen Raum (Southern Asia-Pacific Division SSD) in Silang/Philippinen, zu der die Adventisten in Pakistan gehören. Die Kirche versuche vielmehr durch ihre sozialen und humanitären Hilfsprogramme am Ergehen der Nachbarn und Bedürftigen Anteil zu nehmen und den Frieden zu fördern.

«In dieser schwierigen Zeit fühlen wir uns durch die Fürsorge und Unterstützung unserer christlichen und muslimischen Freunde sehr getröstet. Wir bitten um Gebete und Unterstützung für die Familien derer, die ihre Angehörigen verloren haben, während wir um diese Tragödie trauern», heisst es weiter in der Stellungnahme, die von Adventist Review (AR), nordamerikanischen Kirchenzeitschrift, verbreitet wurde. Das Statement schliesst mit dem Wunsch, dass «wir gemeinsam Gottes Mitgefühl und Frieden suchen, damit Gewalt und Hass überwunden werden».

Die Stadt Quetta, mit einer Million Einwohnern, liegt nördlich von Karachi und westlich von Lahore, nahe der Grenze zu Afghanistan. In Pakistan, mit rund 200 Millionen Einwohnern, leben 12.000 Mitglieder der protestantischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

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Symposium zur Geschichte der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa

Friedensau/Deutschland | 26.04.2018 | APD | International

Vom 23. bis 26. April fand an der Theologischen Hochschule Friedensau ein Symposium zur Geschichte der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa statt. Die Tagung wurde vom Institut für adventistische Geschichte und Theologie veranstaltet. Mehr als 20 Fachleute aus Europa und Nordamerika stellten ihre Einsichten in unterschiedliche Zeitepochen seit der Entstehung der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Mitte des 19. Jahrhunderts sowie verschiedene Perspektiven auf Vergangenheit und Gegenwart vor.

Beitrag europäischer Adventisten
Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung legte Dr. Denis Fortin, Professor für Historische Theologie an der Andrews Universität (Michigan/USA), seine Gedanken über den Beitrag der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa zur weltweiten Kirche dar. Europäischer Adventismus habe gelernt, dass sich Siebenten-Tags-Adventisten nicht in Konkurrenz mit anderen christlichen Organisationen befinden, sondern gemeinsam mit ihnen eine säkulare Bevölkerung mit der christlichen Botschaft bekanntmachen sollten. Ebenso habe die Freikirche in Europa Erfahrung darin, eine religiöse Minderheit in einer säkularen und oft anti-religiösen Gesellschaft zu sein. Ferner könnten Siebenten-Tags-Adventisten in Europa ihre Erkenntnisse in Bezug auf eigene kirchliche Institutionen beisteuern.

Adventisten und die Europäische Union
Dr. Reinder Bruinsma, pensionierter Pastor und Administrator der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten aus den Niederlanden, beleuchtete das Verhältnis von Siebenten-Tags-Adventisten in Europa zur Europäischen Union. Aufgrund ihrer Beschäftigung mit biblischen Zukunftsvisionen seien Adventisten seit jeher kritisch gegenüber allen politischen Versuchen, ein vereintes Europa zu schaffen. Dennoch hätten sich die Freikirche und ihre Medien bisher nicht gross zu den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte bezüglich der EU und des Brexit geäussert.

Verwurzelung in Europa
Um die Verbindung der spirituellen Identität einer Person mit ihrem geographischen Ort ging es im Beitrag von Dr. Michael Pearson, pensionierter Dozent am Newbold College of Higher Education/England. Pearson rief dazu auf, Ort und Verwurzelung der Mitglieder ernster zu nehmen, als dies bisher im Rahmen der Weltkirche geschehe. Sein Referat schloss Pearson mit sieben Punkten, die dazu beitragen könnten, Problemen wie Entwurzelung und dem Verlust adventistischer Identität entgegenzuwirken.

Die weiteren Veranstaltungen des Symposiums beschäftigen sich mit Themen wie „Adventistische Märtyrer in Europa“, „Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der UdSSR während des Zweiten Weltkriegs“ und „Europäischer Adventismus, Migration und ethnische Diversität“, sowie mit weiteren Themenbereichen. Diskussionsrunden ergänzen die wissenschaftliche Tagung.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – und ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de

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Österreich: Adventisten verkaufen Pflegeheim am Semmering

Wien/Österreich | 26.04.2018 | APD | International

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich stellt nach fast 50 Jahren per 30. Juni 2018 den Betrieb des Alters- und Pflegeheims der Kirche, das «Haus Stefanie», am Semmering/Niederösterreich, ein. Die Liegenschaft werde an Gerhard Hermann, Geschäftsmann aus Bayern, verkauft, der den Betrieb mit einer GmbH weiterführen und sowohl das Personal als auch die Bewohner übernehmen wolle, heisst es in einer Mitteilung der Kirche vom 18. April. Der Ort Semmering ist ein Höhenluftkur- und Fremdenverkehrsort und liegt knapp hundert Kilometer südwestlich des Zentrums von Wien.

Im Januar 2016 wurde ein Umbau des Hauses beschlossen, um damit die Grundlage für eine Bettenförderung durch das Land Niederösterreich zu schaffen. Die adventistische Kirche in Österreich hat in Vergangenheit aufgrund behördlicher Auflagen immer höhere finanzielle Zuschüsse zum Betrieb des Pflegeheims «Haus Stefanie» bewilligt. Trotz des Umbaus hat das Land Niederösterreich keine Zusage für eine Bettenförderung gegeben, was eine wirtschaftlich sinnvolle Weiterführung des Betriebs verunmögliche, wie die Kirchenleitung mitteilte.

Eine Subventionierung des Betriebs mit jährlich «mehreren hunderttausend Euro» könne sich die Kirche sinnvollerweise nicht leisten. Es habe sich auch gezeigt, dass trotz des Umbaus das Interesse von potentiellen neuen Bewohnern aus adventistischen Kirchgemeinden in Österreich am «Haus Stefanie» nicht ausreichend gross sei, um von einem echten Bedarf einer solchen Einrichtung sprechen zu können.

Nachdem die Schliessung der Institution entschieden war, sei das Übernahmeangebot von Gerhard Hermann, Geschäftsmann aus Bayern, unterbreitet worden, sagte Oliver Fichtberger, Mediensprecher der Kirche. Hermann gründe eine GmbH und werde den Betrieb des Alters- und Pflegeheimes ab 1. Juli 2018 weiterführen und sowohl das Personal als auch die Bewohner übernehmen.

«Haus Stefanie»
1970 wurde ein ehemaliges Hotel von der Kirchenleitung der Adventisten in Österreich (Österreichische Union) erworben und als Altersheim für Kirchenmitglieder vor allem aus dem Osten Österreichs umgebaut. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben mussten im Laufe der Jahre einige Anpassungen am Gebäude vorgenommen werden. 2012 wurde im Gebäude ein zweiter Lift eingebaut. Im Jahr 2016 wurde es notwendig, zwei Ebenen des Hauptgebäudes zu renovieren, um den behördlichen Anforderungen des neuesten medizinischen Versorgungsstandards gerecht zu werden. Heute gibt es Platz für rund 38 Personen in Einzel- oder Doppelzimmern. Ein Teil des Gebäudes mit 24 Betten wurde als Pflegeheim umgebaut und mit Pflegeeinrichtungen ausgestattet.

Zusätzlich bietet das Haus 30 Betten für Gäste, welche die Region besuchen möchten. Die Region Semmering ist bekannt als Luftkurort in 1000 Metern Höhe. Berühmt ist sie auch durch die Ritter von Ghega-Bahn, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört.

Geschäftsführer des Hauses Stefanie waren: Josef Stöger, 1970 bis1973; Engelbert Hatzinger, 1973 bis 1983; Karl Lana, 1983 bis 1995. Christian Gerer, 1995 bis 2018.

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Adventistische Weltkirchenleitung verfeinert Investitionspraktiken

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2018 | APD | International

Die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten hat ihr langjähriges Engagement bekräftigt, Investitionen mit ihren ethischen und treuhänderischen Verpflichtungen in Einklang zu bringen. Vorausgegangen war ein Appell der norwegischen Kirchenleitung und ein offener Brief der unabhängigen Nichtregierungsorganisation «Adventist Peace Fellowship» an Pastor Ted Wilson, Weltkirchenleiter. Sie forderten die Kirchenleitung auf, Investitionen in Unternehmen auszuschliessen, deren Einnahmen hauptsächlich oder im Wesentlichen aus der Herstellung und dem Verkauf von Waffen, Kampffahrzeugen, Munition oder anderen Techniken zur Kriegsführung stammen.

Der Vorstand der Generalkonferenz Corporation, Eigentümerorgan der adventistischen Weltkirchenleitung, traf sich am 20. März, um die aktuellen Investitionspraktiken der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) zu überprüfen und anzupassen. Das Investment Managementkomitee der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) wird über deren Investmentbüro und die verschiedenen konfessionellen Treuhänder der Fonds durch die Generalkonferenz Corporation mit der Vermögensverwaltung beauftragt. Das Mandat umfasst die Verwaltung der von kirchlichen Organisationen, Pensionskassen und Institutionen der Weltkirchenleitung anvertrauten Gelder.

Das Investment Managementkomitee ist laut Adventist News Network (ANN) bestrebt, «diese Fonds professionell, treuhänderisch, umsichtig und konsequent anzulegen». Laut dem Komitee folgt die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) «in der Regel der ‘Prudent Investor Rule’ (umsichtigen Investorenregel), d.h. der Beibehaltung eines stark diversifizierten Anlageportfolios mit unterschiedlichen Anlagestrategien auf der Grundlage der kompetentesten professionellen Beratung, die wir uns sichern können».

Im Rahmen einer Überprüfung der Anlagepraktiken überarbeitete der Vorstand die Kriterien für diese. In seiner Sitzung vom 20. März hat der Vorstand die folgenden Kriterien für das Investment-Screening bestätigt: «Wir bekräftigen unsere derzeitigen Investitionsbeschränkungen für Unternehmen, die in den folgenden Branchen tätig sind: Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Pornografie, Fleischprodukte und koffeinhaltige Getränke. Wir weisen das Investmentkomitee der Generalkonferenz an, sicherzustellen, dass alle Anlageausschlüsse mit der Verwendung von Produkten und Dienstleistungen im Einklang stehen, die unserem vorgeschriebenen Standard und den Werten der Siebenten-Tags-Adventisten im Alltag entsprechen».

Der Verwaltungsrat stimmte laut ANN zudem dafür, «dass wir das Investment Managementkomitee der Generalkonferenz anweisen, alle gegenwärtigen und potenziellen Investitionen zu überprüfen, um jene Unternehmen auszuschliessen, deren Einnahmen hauptsächlich oder im Wesentlichen aus der Herstellung und dem Verkauf von Waffen, Kampffahrzeugen, Munition oder anderen Kriegsführungssystemen stammen. Darüber hinaus weisen wir das Investment Managementkomitee der Generalkonferenz an, Investitionen in Unternehmen, die in der Herstellung von Streumunition, Landminen oder Atomwaffen tätig sind, zu unterlassen und diese auszuschliessen, unabhängig davon, welchen Anteil diese Produkte an den Unternehmenserlösen oder -umsätzen haben».

«Als religiöse Organisation sind wir dafür verantwortlich, dass unsere Finanzstrategien und Investitionen mit unseren etablierten Werten und Verpflichtungen übereinstimmen», sagte Tim Aka, stellvertretender Finanzvorstand der Weltkirchenleitung und verantwortlich für das Management deren Investitionen. «Dieser Prozess dauert an und ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung für das Investmentbüro.»

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten erklärte in einer offiziellen Erklärung mit dem Titel «Aufruf zum Frieden» (Call for Peace), der 2002 veröffentlicht wurde: «Kirchen sollten nicht nur für geistliche Beiträge zuständig sein – obwohl diese grundlegend sind – sondern auch für ihre Unterstützung von Lebensqualität und in diesem Zusammenhang ist der Einsatz für Frieden unerlässlich».

«Im Geiste dieser Erklärung und als fortlaufender Prozess», so Aka, «hat die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) versucht, solche unangemessenen Investitionen einzudämmen und gleichzeitig ihre treuhänderische Verantwortung zu wahren».

Norwegische Adventisten fordern Ausstieg aus unethischen Investitionen
Pastor Victor Marley, Kirchenleiter in Norwegen, rief die Weltkirchenleitung auf, alle Investitionen in Unternehmen, welche Waffen herstellen, zu beenden. Sein Aufruf wurde am 23. Februar auf der Kirchenwebseite in Norwegen publiziert. Der Appell war die Folge einer kürzlich gemachten Entdeckung, dass die adventistische Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) seit Jahren kleine Anteile an einer Reihe von Waffenherstellern besitzt.

Victor Marley hat laut CBS KULTUR INFO in seinem Appell an die Weltkirchenleitung festgehalten, dass es völlig inakzeptabel sei, dass sie Aktien von Unternehmen besitze, die direkt oder indirekt mit der Waffenindustrie verbunden seien. Dies sei der Grund gewesen, weshalb die norwegischen Adventisten von der Weltkirchenleitung volle Transparenz in der Investitionsfrage verlangt und diese aufgefordert habe, sich aus Investitionen zurückzuziehen, die nicht mit den Überzeugungen, Lehren und Werten der Adventisten übereinstimmten.

Unabhängige adventistische Institutionen pushen
Der Appell aus Norwegen wurde von nicht-kirchlichen adventistischen Publikationsorganen auf Englisch veröffentlicht. Die unabhängige NGO «Adventist Peace Fellowship» publizierte am 30. März einen offenen Brief an Ted Wilson, Weltkirchenleiter. Darin forderte die Nichtregierungsorganisation, dass die adventistische Kirchenleitung nicht mehr in Unternehmen investiert, die sich mit der Herstellung von Waffen beschäftigen. Gleichzeitig forderte die NGO mehr Transparenz bezüglich laufender Investitionen, strengere ethische Richtlinien für Investitionen und den Ausstieg aus bestehenden Investitionen in der Waffenindustrie.

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Positive Jahresrechnung 2017 der adventistischen Weltkirchenleitung

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2018 | APD | International

Die Jahresrechnung 2017 der adventistischen Weltkirchenleitung hat mit einem Überschuss von 1,6 Millionen US-Dollar (1,3 Millionen Euro / 1,5 Millionen Franken) geschlossen. Dies sagte Juan R. Prestol-Puesán, Finanzvorstand der Weltkirchenleitung, an der Frühjahrssitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), die vom 10. bis 11. April in Silver Spring, Maryland/USA, stattfand. Die Kirche habe aufgrund der Treue ihrer Mitglieder das Finanzjahr 2017 erfolgreich abgeschlossen, obwohl sie an vielen Fronten mit Herausforderungen konfrontiert gewesen sei.

Er habe im 2017 darauf hingewiesen, dass fünf Elemente für einen erfolgreichen finanziellen Abschluss wichtig seien, so Prestol-Puesán: ein positiver US-Markt, ein Zehntenanstieg in der Kirchenregion der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD Division) und stabile Wechselkurse bei wichtigen Fremdwährungen. Dazu gehöre auch eine bewusste Fokussierung auf die Haushaltsdisziplin, wie die Senkung der Ausgaben und die Aufrechterhaltung eines angemessenen Liquiditätsniveaus. Viele der weltweit über 20 Millionen Kirchenmitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens, dem „biblischen Zehnten“, weitere Spenden für besondere Projekte.

Nordamerikanische Adventisten tragen viel zur Finanzierung der Weltkirche bei
Die Zehnteneingänge der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD) seien im 2017 um 18 Millionen US-Dollar (14,5 Millionen Euro / 17,3 Millionen Franken) auf 1,02 Milliarden US-Dollar gestiegen (825 Millionen Euro / 980 Millionen Franken), was entscheidend zum positiven Abschluss der Jahresrechnung der Weltkirchenleitung beigetragen habe, so der Finanzvorstand. Die Nordamerikanische Kirchenleitung (NAD) leitet 6,35 Prozent ihrer Zehnteneinnahmen an die Weltkirchenleitung weiter. Alle anderen zwölf teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) lediglich zwei Prozent.

2016 habe die Rechnung der Weltkirchenleitung mit einem Überschuss von einer Million US-Dollar abgeschlossen und 2015 mit einem Defizit von 19 Millionen US-Dollar (15,3 Millionen Euro / 18,2 Millionen Franken), schreibt Adventist Review (AR), nordamerikanische Kirchenzeitschrift.

Die adventistische Weltkirchenleitung habe für ihre Tätigkeit einen Budgetrahmen von zwei Prozent des Weltzehntens, der im Berichtsjahr 2,44 Milliarden US-Dollar (1,97 Milliarden Euro / 2,34 Milliarden Franken) betragen habe, sagte Ray Wahlen, Stellvertretender Finanzvorstand. Diese zwei Prozent stellten die operative Obergrenze der Geschäftstätigkeit der Weltkirchenleitung dar. Die Ausgaben im Jahr 2017 hätten aber 6,1 Millionen US-Dollar (4,9 Millionen Euro / 5,8 Millionen Franken) unter diesem Betrag gelegen. Dies sei durch Einsparungen bei den Reisekosten und Minderausgaben für das Verwaltungsgebäude der Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA, zustande gekommen, so Wahlen

«Der Herr hilft uns, ein Jahr nach dem anderen», sagte Prestol-Puesán. «Ich weiss, dass der diesjährige Bericht langweilig ist, aber in diesem Fall ist langweilig besser», witzelte Prestol-Puesán in seinem Schlusswort.

Die Traktandenliste, Video-Präsentationen, Berichte und weiteres Material zur Frühjahrssitzung 2018 des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung sind auf Englisch zu finden unter:
http://executivecommittee.adventist.org/2018/04/10/18smarchive/

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Indien: adventistisches Ärzteteam behandelt Blinde in Hindu-Tempel

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2018 | APD | International

Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) Anfang April berichtete, führte ein adventistisches Ärzteteam im abgelegenen Walddorf Hardiakol, im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh in Indien gelegen, vom 3. bis 17. Januar 2018 Augenoperationen an Blinden durch. Insgesamt konnte 1.672 Menschen, die an Linsentrübungen beziehungsweise Grauem Star litten, unentgeltlich geholfen werden.

Unter der Leitung von Dr. Jacob Prabhakar will das humanitäre Projekt Eyes for India die Sehkraft von 15 Millionen blinden Menschen, die in Indien leben, durch eine einfache Kataraktoperation und intraokulare Linsenimplantationen wiederherstellen. „Diese Initiative wird so vielen wie möglich helfen und ihre Hoffnung und Sehkraft wiederherstellen“, sagte Prabhakar. „Tausende von Leben wurden in wenigen Tagen durch eine einfache Augenoperation verändert“. Eyes for India ist ein Zweig des 1956 gegründeten TV-Programms It Is Written, das mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten verbunden ist und mittlerweile in über 140 Länder ausstrahlt.

Operationen im Hindu-Tempel
Mehr als 2.500 blinde Menschen hätten sich zunächst zur Behandlung angemeldet, 60 Prozent davon seien auf beiden Augen blind gewesen, so AR. Nach Beginn der Behandlungen in einem hinduistischen Tempel wurden täglich 250 Patienten operiert. Witterungsbedingt konnten etliche bereits angemeldete Patienten nicht zur Operation kommen. Von den schliesslich 1.672 durchgeführten Kataraktoperationen wurden viele an Kindern und jungen Frauen durchgeführt. Die operierten Patienten blieben in einer provisorischen Halle für Pflege, postoperative Verbände und Augentropfen. Am zweiten postoperativen Tag konnten sie mit speziellen Medikamenten und dunkler Schutzbrille entlassen werden.

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Adventisten in Mittelamerika wählen neue Kirchenleiter

Miami, Florida/USA | 26.04.2018 | APD | International

Die teilkontinentale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Mittelamerika (Inter-American Division, IAD) hat Ende März die Pastoren Elie Henry zum neuen Präsidenten und Leonard Johnson zum neuen Vizepräsidenten nominiert. Die Nominierung wurde durch den vom 10. bis 11. April tagenden Exekutivausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung bestätigt. Der bisherige IAD-Präsident, Pastor Israel Leito, tritt zum 1. August 2018 in den Ruhestand.

Neuer Präsident ab 1. August 2018
„Es wird sehr schwierig sein, hinter einem solchen Giganten wie Pastor Leito zu gehen, aber wir dienen einem grossen Gott, und wir vertrauen seiner Führung“, sagte Henry nach seiner Nominierung. Dr. Elie Henry ist seit 2010 als Vizepräsident (Generalsekretär) für die IAD tätig. Der ordinierte Pastor hat einen Masterabschluss und einen Doktortitel in Theologie von der Universität Strassburg/Frankreich. Der gebürtige Haitianer begann seinen Dienst für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Bezirkspastor in Haiti. Er war ausserdem als Professor, Vizepräsident und Präsident der regionalen sowie überregionalen adventistischen Kirchenleitung tätig. Henry und seine Frau Ketlie haben drei erwachsene Töchter.

Neuer Vizepräsident ab 1. August 2018
Leonard Johnson, stellvertretender Predigtamtssekretär der IAD und Präsident der überregionalen adventistischen Kirchenleitung in der Nordost-Karibik (Atlantic Caribbean Union), wurde als neuer Vizepräsident der IAD gewählt. Dr. Johnson hat einen Masterabschluss in Religion von der Northern Caribbean University und einen Doctor of Minstry. Er begann seinen Dienst für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastor, wurde dann Abteilungsleiter, Vizepräsident und schliesslich Präsident der regionalen sowie überregionalen adventistischen Kirchenleitung. Johnson und seine Frau Denise haben zwei erwachsene Kinder und einen Enkel.

Inter-American Division
Die teilkontinentale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Mittelamerika (IAD) umfasst verschiedene Länder von Mexiko über Kuba bis Kolumbien. Zum Verwaltungsgebiet der IAD gehören rund 3,7 Millionen Siebenten-Tags-Adventisten, die in über 13.500 Kirchengemeinden jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, Gottesdienst feiern.

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„Miteinander für die Freiheit aufstehen“ - Gedenken an den 50. Todestag von Martin Luther King Jr.

Berlin/Deutschland | 26.04.2018 | APD | International

Zum 50. Todestag des Bürgerrechtlers und Baptistenpastor Martin Luther King fand in der Sophienkirche Berlin-Mitte eine Gedenkveranstaltung statt. Veranstalter waren die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Evangelische Akademie Berlin und die evangelische Sophienkirchengemeinde.

Die Pfarrerin der Sophienkirche, Dr. Christine Schlund, wies darauf hin, dass am 13. September 1964 Martin Luther King in ihrer Kirche gepredigt habe. Am 12. September, einem Samstag, landete Dr. King auf dem Flughafen Tempelhof im Westteil der Stadt. Das war wenige Wochen bevor ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde. Eingeladen hatte ihn der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt. Martin Luther King sprach vor 20.000 Zuhörern zum „Tag der Kirche“ in der Waldbühne und erinnerte bei einer Zeremonie im Rathaus Schöneberg an den Besuch des im Jahr zuvor ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy.

Ohne Pass nach Ostberlin
King liess es sich nicht nehmen, auch seine „lieben christlichen Freunde in Ostberlin“ zu besuchen. Das geschah abseits des Programms. Ohne öffentliche Einladung der Kirche und ohne offizielle Einladung des DDR-Staates fuhr Dr. King am Sonntagabend in den Ostteil Berlins, um in der Marienkirche am Alexanderplatz einen Gottesdienst zu feiern. Es war das einzige Mal überhaupt, dass er sich hinter den „eisernen Vorhang“ begab. Fast wäre dem Baptistenpastor die Einreise verwehrt worden, da er keinen Pass mit sich führte. Erst, als ihn ein Grenzsoldat zufällig erkannte, konnte er den sogenannten „Checkpoint Charlie“ passieren. Seine vorgezeigte Kreditkarte genügte für den Grenzübergang.

Die Marienkirche hatte man bereits um 19 Uhr, eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes, schliessen müssen, da sie mit gut 1.500 Besuchern vollkommen überfüllt war. Die vielen vor der Tür Ausharrenden zogen schliesslich in die benachbarte Sophienkirche, wo sie warteten und Dr. King später am Abend seine Predigt wiederholte. Auch die Sophienkirche war bis zum letzten Platz besetzt, so Pfarrerin Schlund.

Michael Markus Schulz, der als Jugendlicher Martin Luther King in der Sophienkirche hörte, berichtete, dass die Predigt des Pastors für ihn ermutigend gewesen sei. In der Schule sei er wegen seines christlichen Glaubens verspottet und ausgegrenzt worden. In der DDR habe es Mauern und keine Freiheit gegeben, doch der Bürgerrechtler sei vom „Geist der Freiheit“ erfüllt gewesen. Seine Botschaft habe den Hörern in der überfüllten Kirche Mut gemacht. Unter anderem sagte King: „Hier sind von beiden Seiten der Mauer Gottes Kinder. Und keine durch Menschenhand gemachte Grenze kann diese Tatsache auslöschen. Ohne Rücksicht auf die Schranke der Rasse, des Bekenntnisses, der Ideologie oder Nationalität gibt es eine untrennbare Bestimmung: Es gibt eine gemeinsame Menschlichkeit, die uns für die Leiden untereinander empfindlich macht. In diesem Glauben können wir aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung schlagen. In diesem Glauben werden wir miteinander arbeiten, miteinander beten, miteinander kämpfen, miteinander leiden, miteinander für die Freiheit aufstehen in der Gewissheit, dass wir eines Tages frei sein werden. … Halleluja!“

Es ging dem Baptistenpastor nicht nur um die Gleichstellung der Schwarzen
In seinem anschliessenden Vortrag befasste sich Professor Dr. Michael Haspel vom Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt mit dem Thema „Gerechtigkeit und Feindesliebe. Das Vermächtnis Martin Luther Kings als Zumutung“. Der Bürgerrechtler habe sich immer radikal an den christlichen Werten Frieden und Gerechtigkeit orientiert. Die Armut aller Menschen weltweit, so Haspel, sei für King die Herausforderung gewesen, sein Engagement habe sich nicht auf die Gleichstellung der Schwarzen in den Vereinigten Staaten beschränkt. Vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges hätte sich Martin Luther King konsequent für Frieden und Gerechtigkeit eingesetzt. Schon sehr viel früher als die meisten seiner Zeitgenossen habe er vorausgesehen, dass die Kosten des Krieges so immens seien, dass die Kriegführung die Ressourcen verbrauchen würde, die für die Begrenzung der Armut notwendig wären. Widerstand sei für Martin Luther King nur als ziviler und gewaltfreier Widerstand denkbar und sinnvoll gewesen. Er sei überzeugt gewesen, dass Gewalt nicht mit Gewalt bekämpft werden könne.

Sein unbedingtes Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden habe King jedoch keineswegs zum Helden gemacht. Die weisse Mittelschicht in den USA habe ihn gehasst, denn sie hätte von der Ausbeutung der Schwarzen durch unterschiedliche Löhne profitiert. Die Forderung gleicher Lohn für gleiche Arbeit habe sie gegen den Bürgerrechtler aufgebracht. Seine Washingtoner Rede von 1963 mit dem „I have a Dream“-Zitat sei der Höhepunkt von Kings Erfolg gewesen. Doch King wäre nicht nur ein „Friedensapostel“ gewesen, sondern habe zeitlebens für die Theologie der Menschenwürde gestanden, die auf globale Gerechtigkeit zielt. So sei er spätestens 1966/67 an einem Tiefpunkt angekommen, sodass es auch ihm nicht gelang, die weisse Friedensbewegung und die schwarze Bürgerrechtsbewegung zusammenzubringen.

Von der Liebe Gottes bewegen lassen
Laut Professor Haspel hatte Martin Luther King mit dem Glauben an einen allmächtigen Gott seine Schwierigkeiten, denn dann wäre nach seinem Verständnis Gott ein weisser Rassist, der die Unterdrückung der Schwarzen zuliesse. Deshalb verstand King Gott als einen wohlwollenden, lieben Gott, der nur über eine hinreichende Macht verfügt damit das Gute gewinnt. Nur in Kooperation zwischen Gott und dem Menschen könne das Gute über das Böse siegen. Gottes Wirken in der Welt sei davon abhängig, dass sich Menschen von der Liebe Gottes bewegen liessen und sich gemeinsam für Gerechtigkeit einsetzten. Deshalb gelte es, so Haspel sich zu bewegen und „aufstehen für Freiheit und Gerechtigkeit“. Denn Ausgrenzung und Polarisierung, wachsende Spaltungen zwischen arm und reich, schwarz und weiss, würden auch westliche Demokratien prägen.

Abendgebet
Das Gedenken an den 50. Todestag von Martin Luther King Jr. fand in der Sophienkirche seinen Abschluss mit einem Abendgebet. An der Liturgie wirkten Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Union Evangelischer Kirchen (UEK), des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) in Deutschland (BEFG), der United Church of Christ (UCC) und der Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) mit.

Bischöfin Petra Bosse-Huber, Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der EKD, erinnerte beim Abendgebet daran, dass im Dezember 1955 sich Rosa Parks weigerte, im Bus ihren Sitzplatz zu verlassen und einen für Schwarze vorgesehenen Platz einzunehmen. Ein Busboykott folgte. Es war der Beginn einer breiten afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den Südstaaten der USA, um die Rassentrennung zu beenden. Der baptistische Pastor Martin Luther King war das bekannteste Gesicht dieser Bewegung. Vor 50 Jahren, am 4. April 1968, wurde er in Memphis/Tennessee erschossen.

Die Geschichte Martin Luther Kings mache deutlich, dass christlicher Glaube nicht gelebt werden könne, ohne sich auf friedliche und aufrechte Weise für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte einzusetzen. Sie mache Mut, immer wieder neu aufzudecken, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden. Sie inspiriere dazu, friedlicher Konfliktbewältigung den Vorrang vor Gewaltanwendung zu geben, so Bosse-Huber.

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Deutschland: Adventistischer Jugendkongress in Offenburg

Offenburg/Deutschland | 26.04.2018 | APD | International

Bereits zum 12. Mal veranstaltete die regionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg den jährlichen „Youth in Mission Congress“ (YIMC). Der adventistische Jugendkongress fand wiederholt auf dem Messegelände in Offenburg statt. Rund 1.700 junge Menschen aus dem In- und Ausland kamen über die Osterfeiertage vom 29. März bis 2. April zu Vorträgen, Workshops und gemeinsamen Aktionen zusammen.

„Schön, dass Sie sich entschlossen haben, Ostern, das Fest der Hoffnung, hier in Offenburg zu feiern“, begrüsste Offenburgs Bürgermeister Hans-Peter Kopp die Teilnehmenden zu Beginn des Kongresses. Er sprach unter anderem dem Organisationsteam seinen Dank aus und verknüpfte die im Namen der Freikirche mit „Advent“ zum Ausdruck kommende Erwartung der Ankunft Jesu mit den Tagen vor Ostern.

Ermutigung und Ausbildung
Ziel des Kongresses, der unter dem Motto „Remember… es sei denn, wir vergessen!“ stattfand, war es, Jugendliche zu ermutigen, ihren Glauben auch im täglichen Leben auszuleben und damit gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Daher wurden neben Vorträgen in der Baden-Arena auch über 40 Workshops zu unterschiedlichen Themen (von „Adventgeschichte“ bis „Verliebt-verlobt-verheiratet“) sowie Aktionen ausserhalb des Messegeländes angeboten. So zum Beispiel Singen im Seniorenheim oder eine Osterrallye. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 25,7 Jahren.

Pastor Markus Jenkner, Jugendabteilungsleiter der regionalen Kirchenleitung, sagte nach dem Kongress: „Wir haben jede Minute genossen hier, auch wenn es manchmal sehr intensiv war. Aber es hat alles gut geklappt.“ Weitere Informationen: www.youthinmission.info

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Neuseeland: adventistischer Pastor sprayt Graffitis mit Jugendlichen

Wahroonga, NSW/Australien | 26.04.2018 | APD | International

In der Stadt Christchurch/Neuseeland engagiert sich der adventistische Pastor Tulaga Aiolupotea in Graffiti-Projekten mit Jugendlichen. Wie die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record Ende März berichtete, nutzt Aiolupotea die von ihm gegründete Bewegung „Graphoticz Art Worx“ um jungen Menschen durch Graffiti-Kunst die Botschaft der Bibel näher zu bringen.

„Ich habe eine Bewegung namens ‚Graphoticz Art Worx‘ ins Leben gerufen, um eine neue Generation durch städtische Missionsarbeit zu befähigen, wo Menschen, insbesondere junge Menschen, kreativ biblische Konzepte, Worte und einen Lebensstil ausdrücken, die auf das Evangelium ausgerichtet sind. Auf diese Weise können sie sich mit anderen Graffitikünstlern und Menschen auf der ganzen Welt, die Strassenkunst lieben, verbinden“, so Pastor Aiolupotea.

Idee und Hintergrund von „Graphoticz Art Worx“
Tulaga Aiolupotea zufolge sei die Strassenkunstkultur in Christchurch sehr lebendig. Nach den durch Erdbeben verursachten Schäden hätten Künstler ihre Talente genutzt, um mit Schriftzügen zu „taggen“, Wände zu bemalen und die Stadt aufzuhellen. „Ich konnte nicht anders, als mich an meine alte Leidenschaft zu erinnern“, so Aiolupotea, der als Jugendlicher in der Hip-Hop-Szene aktiv war und selbst gesprüht hat: „Meine Graffiti-Tags wurden in Neuseeland sehr bekannt“, sagte er im Rückblick. Später kehrte er dieser Szene den Rücken, studierte Theologie und arbeitet nun als Pastor der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Neuseeland.

Allerdings kamen Aiolupotea anfänglich Zweifel, ob Graffiti-Kunst die richtige Methode sei, um Menschen mit dem Reich Gottes in Verbindung zu bringen: „eine unorthodoxe Methode wie diese hat ihre Vor- und Nachteile. Graffiti hat ein Stigma von Vandalismus und Illegalität“. Schliesslich wurde Aiolupotea zum Mitgründer einer Gruppe von Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren mit dem Namen „WORDwriterz“ (etwa: Graffi-Schreiber der Wortes Gottes).

„Ich studiere das Wort mit diesen Jugendlichen und … trainiere sie“, so der Pastor. „Sie lernen kreatives Denken und wie sie durch ihre eigene Kreativität innovativ sein können, wenn es darum geht, das Evangelium an andere in ihrem Alter weiterzugeben, die oft in Schwierigkeiten mit der Polizei sind oder die beim Taggen oder illegalen Graffiti erwischt wurden. Sie schliessen sich dieser Gruppe an, um ihre Fähigkeiten auf eine positivere Art und Weise einzusetzen“.

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Konfessionskundliches Institut in Bdensheim führt neue Fachreferenten ein

Bensheim/Deutschland | 26.04.2018 | APD | Ökumene

Das Konfessionskundliche Institut (KI) des Evangelischen Bundes hat am 13. April drei neuen Fachreferenten im Rahmen eines speziellen Gottesdienstes in der Michaelskirche in Bensheim eingeführt. Die Theologen Dagmar Heller, Daniel Lenski und Lothar Triebel arbeiten als Referenten für die Bereiche „Orthodoxie“, „Anglikanismus“, „Weltökumene“ und „Freikirchen“ am Bensheimer Institut.

„Wir … wollen alles dransetzen, damit die Verständigung unter den Konfessionen wächst“, beschrieb der Vizepräsident des Evangelischen Bundes, Militärbischof Dr. Sigurd Rink, unter anderem die Aufgabe der Mitarbeitenden des Konfessionskundlichen Instituts während seiner Ansprache im Gottesdienst. Rink nahm Bezug auf das Leitwort der Ökumene „ut unum sint“ („damit sie eins seien“), das aus dem Johannesevangelium, Kapitel 17, Vers 11 stammt.

Zu den Personen
Dr. Dagmar Heller ist wissenschaftliche Referentin für Orthodoxie am KI. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Bethel, Göttingen und Heidelberg wurde sie im Fachbereich Kirchengeschichte an der Universität Heidelberg promoviert. Sie kann auf Lehrerfahrung zurückblicken und war unter anderem als Referentin für Glauben und Kirchenverfassung beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf sowie als Referentin für Ökumene und Orthodoxie bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) tätig.

Daniel Lenski ist wissenschaftlicher Referent für Anglikanismus und Weltökumene. Er hat Evangelische Theologie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Leipzig, Santiago de Chile, Oberursel und München studiert. Lenski ist Pfarrer im Ehrenamt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und hat ein Promotionsprojekt zur Geschichte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile abgeschlossen.

Dr. Lothar Triebel ist Referent für freikirchliche Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene am KI. Der gebürtige Frankfurter (Main) hat Evangelische Theologie und Judaistik in Berlin, Heidelberg, Jerusalem und Tübingen studiert. Er ist Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und wurde an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Judaistik promoviert.

Konfessionskundliches Institut Bensheim
Träger des Konfessionskundlichen Instituts ist der Evangelische Bund e.V. Das Institut beobachtet und bewertet unter anderem die aktuellen Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen. Die Arbeit des Instituts wird zudem von der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Kirche der Pfalz finanziell getragen. Weitere Informationen: www.konfessionskundliches-institut.de.

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Glaubensbasis der Deutschen Evangelischen Allianz überarbeitet

Bad Blankenburg/Deutschland | 26.04.2018 | APD | Ökumene

Der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) hat nach 46 Jahren den Wortlaut der Glaubensbasis der DEA überarbeitet. Der 1846 bei der Gründungskonferenz der internationalen Allianz in London verabschiedete Basistext erhielt bereits 1972 eine neue deutsche Fassung. Bei der Allianz handelt es sich um einen Zusammenschluss evangelisch gesinnter Christen verschiedener Gruppen- und Kirchenzugehörigkeiten.

Keine inhaltliche Veränderung
Wie der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Pastor Ekkehart Vetter, in einem Rundbrief an die etwa 1.000 örtlichen Allianzen in der Bundesrepublik und rund 350 mit der DEA in einem Netzwerk verbundenen eigenständigen Werke, Kirchengemeinschaften und Verbände schrieb, habe die Allianz in Deutschland die Notwendigkeit gesehen, die Glaubensbasis zu überarbeiten. Ziel sei es gewesen, den theologischen Grundlagentext so zu formulieren, dass er dem heutigen Sprachempfinden entspräche und auch von Jugendlichen sowie von säkularen Menschen besser verstanden werden könne, betonte der Generalsekretär der DEA, Hartmut Steeb. Eine inhaltliche Veränderung sei dies aber nicht. Weiterhin sei „die Glaubensbasis die Beschreibung des theologischen Konsens im Allianznetzwerk“.

Die Bibel höchste Autorität in Fragen des Glaubens und der Lebensführung
Die Glaubensbasis der Evangelischen Allianz beinhalte im Wesentlichen die auch im Apostolischen Glaubensbekenntnis aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. formulierten Grundüberzeugungen der Christen, das heisst, den Glauben an den dreieinen Gott, Vater, Sohn und Heiligen Geist, so Steeb. Sie betone darüber hinaus das biblische Menschenbild, nämlich Wert und Würde des von Gott als Mann und Frau geschaffenen Menschen. Sie lege sich darauf fest, dass die Bibel als Gottes Wort „von Gottes Geist eingegeben, zuverlässig und höchste Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung“ sei. Sie hebe hervor, dass Christi Opfertod „allein“ die Grundlage für die Vergebung von Schuld und der Glaube an Jesus „der einzige Weg zu Gott“ ist. Es finde sich darin auch die Erwartung, dass Jesus Christus „für alle sichtbar in Macht und Herrlichkeit wiederkommen“, die Lebenden und die Toten richten sowie einen „neuen Himmel und eine neue Erde“ schaffen werde.

Der Text der überarbeiteten Glaubensbasis ist im Internet zu finden unter www.ead.de/die-allianz/basis-des-glaubens.html

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Kommentar: „Schuss vor den Bug“ der evangelischen Kirche in Deutschland

Friedensau/Deutschland | 26.04.2018 | APD | Religion + Staat

Ein Kommentar von Dr. Harald Mueller zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Kirchenmitgliedschaft als Einstellungsvoraussetzung für eine berufliche Tätigkeit in Kirche und Diakonie vom 17. April 2018:

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ist sicher kommentierungswürdig und wird in den nächsten Tagen noch vielfach kommentiert werden, insbesondere von der evangelischen Kirche, der es gewissermassen einen deutlichen Schuss vor den Bug versetzt hat. Es ging im vorliegenden Fall um eine konfessionslose Bewerberin, die sich auf eine von der evangelischen Diakonie ausgeschriebene Referentenstelle beworben hatte, aber nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden war. Sie klagte wegen religiöser Diskriminierung auf Schadensersatz.

Staatlich Gerichte dürfen kirchliche Eignungsanforderungen überprüfen
Der Fall ging bis vor das Bundesarbeitsgericht, der den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg zur Auslegung von EU-Recht angerufen hatte. Mit Urteil vom 17.04.2018 hat der Europäischen Gerichtshof (EuGH) bestimmt, dass staatliche Gerichte befugt sind, nach objektiven Kriterien die kirchlichen Eignungsanforderungen von Mitarbeitern auf Vereinbarkeit mit dem europäischen Antidiskriminierungsrecht und der europäischen Grundrechtecharta zu überprüfen. Der Fall ist zur endgültigen Entscheidung an das Bundesarbeitsgericht zurückverwiesen worden.

Es sind beim jetzigen Urteil des EuGH folgende Aspekte zu berücksichtigen: Die deutsche Umsetzung der europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien hat in Art. 9 des deutschen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes den Kirchen das Recht zur Ungleichbehandlung eingeräumt, wenn eine bestimmte Religionszugehörigkeit nach dem Selbstverständnis der betreffenden Kirche eine gerechtfertigte berufliche Anforderung darstellte. Die evangelische Kirche hat hier grundsätzlich eine Mitgliedschaft in einer evangelischen Landeskirche verlangt, es sei denn, es handelte sich um Aufgaben, die nicht der Verkündigung, Seelsorge, Unterweisung oder Leitung zuzuordnen waren. Für Letztere genügte die Mitgliedschaft in einer Mitgliedskirche der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) oder der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Ab 2017 gelten Regelungen, die etwas offener sind.

Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts reichte es aus, dass das kirchliche Selbstverständnis und die sich daraus ableitenden beruflichen Voraussetzungen lediglich plausibel gemacht wurden, um rechtmässig zu sein. Den Kirchen wurde damit trotz der mittlerweile vorhandenen europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien eine weitgehende Autonomie zugestanden, wie sie das deutsche Religionsverfassungsrecht historisch bedingt vorsieht.

Dahinein zielt nun das aktuelle Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Es sagt klipp und klar, dass zwar das Ethos der Religionsgemeinschaften frei von gerichtlicher Kontrolle ist, nicht aber mehr die Frage, ob die Religionszugehörigkeit angesichts des Ethos eine wesentliche, rechtmässige und gerechtfertigte berufliche Anforderung darstellt. Dieses unterliegt der gerichtlichen Kontrolle nach objektiven Kriterien, d. h. staatliche Gerichte haben das Recht, darüber zu befinden, ob die kirchlichen Anforderungen den europäischen Antidiskriminierungsmassstäben entsprechen, unter Umständen haben sie nationale Vorschriften sogar ausser Acht zu lassen, wenn sie insoweit nicht mit dem Europarecht übereinstimmen.

Keine rechtsfreien Räume bei Diskriminierung
Die Bürgerinnen und Bürger der EU haben einen unmittelbaren Rechtsanspruch aus der EU-Grundrechtecharta auf diskriminierungsfreie Behandlung. Es gibt damit keine rechtsfreien Räume, was Diskriminierung anbelangt. Dieses ist grundsätzlich positiv, allerdings muss man Folgendes beachten: Die nun gefällte Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zeigt eine Entwicklung auf, die mit der Geltung der Antidiskriminierungsrichtlinien in Gang gesetzt wurde. Da es um die Auslegung von EU-Recht geht, können bzw. müssen nationale Gericht den EuGH zur Klärung anrufen und dieser Gerichtshof erhält dadurch Gelegenheit, sich zu religionsrechtlichen Themen zu äussern, wie er es erst jüngst mit zwei Entscheidung zur Frage der Zulässigkeit von Kopftüchern am Arbeitsplatz getan hat. Dieses ist neu. Früher hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) zu Fragen der Religion so gut wie keine Stellung nehmen müssen.

Der Europäische Gerichtshof legt religionsrechtliche Fragen für ganz Europa aus
Noch etwas anderes fällt auf: Der EuGH legt religionsrechtliche Fragen für ganz Europa aus und zwar ohne Rücksicht auf die bisherige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. In Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht der Religionsfreiheit bislang einen grossen Freiheitsraum gewährt. Davon haben sowohl einzelne Personen profitiert als auch Kirchen und Religionsgemeinschaften. Man konnte sich auf den Schutzbereich der Religionsfreiheit berufen, wenn man die religiöse Begründung eines bestimmten Verhaltens plausibel machen konnte.

Einschränkbarkeit der Religionsfreiheit?
Der EuGH geht hingegen nach anderen Kriterien vor, die eine Einschränkbarkeit der Religionsfreiheit eher wahrscheinlich machen. Es bleibt daher mit einer gewissen Sorge abzuwarten, wohin die Entwicklung zukünftig tendiert und inwieweit der hohe Schutzstandard, den das Bundesverfassungsgericht bezüglich der Religionsfreiheit aufgebaut hat, durch die europarechtliche Rechtsprechung verändert und möglicherweise verringert wird.

[Hinweis der Redaktion: Der Jurist Dr. Harald Mueller leitet das Institut für Religionsfreiheit der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.]

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Russland: Adventisten arbeiten in Gremium für religiöse Bildung mit

Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2018 | APD | Religion + Staat

Am 28. März 2018 beteiligte sich die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Moskau aktiv an einem Runden Tisch zum Thema „Aktuelle Probleme bei der Entwicklung von religiöser Bildung und Wissenschaft in der Russischen Föderation“. Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) berichtete, nahmen an der Veranstaltung, die von der Russischen Vereinigung zum Schutz der Religionsfreiheit organisiert wurde, Vertreter öffentlicher und religiöser Organisationen teil, darunter auch das Ministerium für Wissenschaft und Bildung.

Beiträge von Regierungsvertretern
„Eine Entwicklung des Systems religiöser Bildung ist für unsere Gesellschaft von grosser Bedeutung", sagte Alexander Kudryavtsev, stellvertretender Leiter der Abteilung für humanitäre Politik und Öffentlichkeitsarbeit. „So ist die russische Regierung daran interessiert, religiöse Organisationen bei der Lösung dringender Probleme im Zusammenhang mit der Arbeit religiöser Bildungseinrichtungen zu unterstützen.“

Konstantin Blazhenov, stellvertretender Leiter der Abteilung für nationale Angelegenheiten und interregionale Beziehungen von Moskau, fügte hinzu, dass der Respekt zwischen den verschiedenen Religionen in einer modernen Gesellschaft, insbesondere in kosmopolitischen Städten wie Moskau, unerlässlich ist. „Moskau ist eine multinationale und multikonfessionelle Stadt", sagte er. „Alle Konfessionen haben ihre Bildungseinrichtungen.“ Die Moskauer Stadtverwaltung halte dies für einen sehr wichtigen Faktor für die Aufrechterhaltung des interethnischen, interkulturellen und interreligiösen Respekts, da Konflikte am häufigsten dort entstünden, wo es nicht genügend Informationen gebe.

Beiträge von Adventisten
„Heute braucht die Gesellschaft spirituelle Menschen, die von moralischen Werten getragen werden", so Pastor Oleg Goncharov, Abteilungsleiter für Religionsfreiheit und Öffentlichkeitsarbeit der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Moskau (Euro-Asia Division). „Gegenwärtig finden auf legislativer Ebene positive Veränderungen statt, da unsere momentane Gesetzgebung es religiösen Organisationen erlaubt, religiöse Bildungseinrichtungen auf allen Ebenen zu gründen.“

Ivan Ryapolov, stellvertretender Leiter der Abteilung Bildung und Erziehung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Region, berichtete von aktuellen Entwicklungen im adventistischen Bildungssystem. „In den letzten fünf Jahren hat [die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten] 36 [Schulen] in Russland und den ehemaligen UdSSR-Ländern eröffnet“, so Ryapolov. Die Freikirche unterhalte derzeit 52 Schulen, in denen 1.989 Schülerinnen und Schülern eine christliche Bildung angeboten werde.

Beiträge anderer Teilnehmer
„In unserem Land muss Religion dringend Teil des Bildungsprozesses der jüngeren Generation werden“, sagte Erzpriester Lev Semenov, Dekan der Fakultät für Weiterbildung an der Orthodoxen St. Tichon Humanitären Universität.

Igor Kovalevsky, Generalsekretär der römisch-katholischen Bischofskonferenz Russlands, betonte die Bedeutung der Rolle von Theologie in der Bildung. „Theologie lehrt Toleranz, gegenseitiges Verständnis gegenüber Menschen, die unterschiedliche Ansichten haben“, sagte er. „Religiöse Bildung regt die Schüler zu einem breiteren Verständnis der Wirklichkeit an und erweitert den Wissenshorizont.“

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Präsident Putin telefonierte mit dem Ökumenischen Patriarchen

Istanbul/Türkei | 26.04.2018 | APD | Religion + Staat

Wie CBS KULTUR INFO, Basel, berichtete, hat der russische Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin zum Auftakt seines Türkei-Besuches am 3. April ein ausführliches Telefonat mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. geführt. Der russische Staatschef übermittelte Bartholomaios I. die «brüderlichen Grüsse» des Moskauer Patriarchen Kyrill, der bereit sei, «das Band zwischen den Kirchen von Konstantinopel und Moskau zu stärken».

Wie es in einem Kommuniqué der Pressestelle des Ökumenischen Patriarchats heisst, dankte der Präsident dem Patriarchen für «all dessen Bemühungen zur Förderung der orthodoxen Einheit». In dem Telefongespräch unterstrich Putin «den grossen Respekt des russischen Volkes für die Mutterkirche von Konstantinopel» seit den Zeiten, als der Heilige Fürst Wladimir und sein Volk aus Konstantinopel die Taufe empfingen, «ein Ereignis von grösster historischer Bedeutung». Der russische Präsident übermittelte die «brüderlichen Grüsse» des Moskauer Patriarchen Kyrill I., der bereit sei, «das Band zwischen den Kirchen von Konstantinopel und Moskau zu verstärken».

Putin dankte dem Ökumenischen Patriarchen auch für die «kirchenrechtliche Erlaubnis» zur Erbauung einer Andreas-Kapelle auf dem Gelände der russischen Botschaft in Ankara und für die «herzliche Aufnahme» bei seinen beiden Besuchen auf dem Berg Athos.

Patriarch Bartholomaios I. gratulierte dem russischen Präsidenten zu dessen jüngsten Wahlerfolg und dankte Putin für dessen Unterstützung der orthodoxen Kirche. Zugleich unterstrich er den Dienst des Ökumenischen Patriarchats als «Koordinationszentrum der panorthodoxen Einheit». Er versicherte dem russischen Präsidenten, dass sich die Kirche von Konstantinopel auch um die spirituellen und religiösen Bedürfnisse der orthodoxen Russen in der Türkei annehme. In der Türkei leben viele Arbeitsmigranten, aber auch Zweitwohnungsbesitzer aus der Russischen Föderation, aus der Ukraine und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Nach Mitteilung der Pressestelle des Ökumenischen Patriarchats bekundete Putin auch den Wunsch, bei einem neuerlichen Türkei-Besuch den Sitz des Ökumenischen Patriarchats im Phanar zu besuchen.

Die Georgskathedrale im Phanar in Istanbul ist Sitz des Patriarchen. Bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 war über Jahrhunderte die Hagia Sophia die Kathedrale des Patriarchats. Der Patriarch ist als «Primus inter pares» (Erster unter Gleichen) Oberhaupt von weltweit etwa 350 Millionen orthodoxen Christen. Zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel gehören heute sechs Erzdiözesen, 18 weitere Metropolien und acht Teilkirchen auf allen Kontinenten.

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Mexiko: Adventisten stehen Opfern religiöser Intoleranz bei

Miami, Florida und Silver Spring, Maryland/USA | 26.04.2018 | APD | Religionsfreiheit

Vier Familien in San Miguel Chiptip, im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas, wurden nach dem Besuch evangelistischer Versammlungen der Adventisten in einem Nachbarort von Anwohnern in Chiptip aus ihren Häusern vertrieben und ihre Anwesen zerstört. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Chiapas hat Mittel bereitgestellt, um den den Opfern religiöser Intoleranz beizustehen und hilft ihnen bei der Wiederherstellung ihrer Existenz.

Agustin Alvarez, Mitglied der Siebenten-Tags-Adventisten, und drei weitere Männer wurden am 15. März 2018 aus ihren Kommunen vertrieben, nachdem sie eine evangelistische Veranstaltungsreihe der Adventisten in einem Nachbarort besucht hatten. Ihre Frauen und Kinder seien gezwungen worden, in Chiptip zu bleiben, so Pastor Ignacio Navarro, Präsident der Adventisten in Chiapas.

«Diese Familien haben etwas über die biblischen Wahrheiten gelernt, was einige verärgert hat», sagte Navarro. Laut Adventist Review (AR), nordamerikanische Kirchenzeitschrift, wurden nach neun Tagen des Appells an die Einheimischen die Männer mit ihren Familien wiedervereinigt und wohnen derzeit bei Familienmitgliedern anderswo.

«Wir haben mit kommunalen Führern und staatlichen Regierungsbeamten zusammengearbeitet, um die Durchsetzung der Religionsfreiheitsgesetze zu fordern», sagte Navarro. «Die Häuser dieser Familien wurden zerstört. Sie haben nichts, zu dem sie zurückkehren können.»

Die regionale und überregionale Kirchenleitung der Adventisten haben die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um diese Familien bei der Wiederherstellung ihres Lebens zu unterstützen. Es sei nicht klar, ob ihre Häuser wieder aufgebaut würden, oder ob die Familien umziehen müssten, sagte Pastor Navarro, aber die adventistischen Gemeindeleiter achteten auf sie und sorgten für sie.

Adventisten in Mexiko
Ende 2015 lebten in Mexiko, mit 123 Millionen Einwohnern, rund 719.000 Siebenten-Tags-Adventisten. Sie feiern jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag in 4.862 Kirchgemeinden und 4.263 Gruppen den Gottesdienst. Adventisten unterhalten in Mexiko zwei Krankenhäuser, ein medizinisches Zentrum, zwei Universitäten sowie eine Nahrungsmittelfabrik.

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Jamaika: Arbeitgeberorganisation nimmt Stellung für Sabbathalter

Mandeville/Jamaika und Miami, Florida/USA | 26.04.2018 | APD | Religionsfreiheit

Die protestantische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Jamaika begrüsst die Stellungnahme des Präsidenten der privatwirtschaftlichen Organisationen von Jamaika (Private Sector Organization of Jamaica, PSOJ) von Mitte April in der Hauptstadt Kingston. PSOJ-Präsident Howard Mitchell sagte, dass gegen Mitgliedsunternehmen Massnahmen ergriffen würden, wenn festgestellt werde, dass sie Mitgliedern der Siebenten-Tags-Adventisten Jobs nur aufgrund ihres Glaubens verweigerten. Adventisten halten den Samstag (Sabbat), den biblischen Ruhetag, von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Sonnenuntergang am Samstag.

Howard Mitchell, Präsident der privatwirtschaftlichen Organisationen in Jamaika, machte diese Stellungnahme auf dem Hintergrund des Berichts der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (United States Commission on International Religious Freedom, USCIRF) des US-Aussenministeriums. Darin wurde festgestellt, dass Sabbathalter in Jamaika Schwierigkeiten haben, einen Job zu bekommen oder zu behalten.

«Wir begrüssen diese Stellungnahme des PSOJ-Präsidenten von ganzem Herzen», sagte Nigel Coke, Abteilungsleiter für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Kirche in Jamaika. Einige Adventisten seien in Vergangenheit von solchen Entscheiden betroffen gewesen, andere seien es immer noch, sagte Coke. Er glaube, dass es nun der richtige Moment sei, die Mitglieder der privatwirtschaftlichen Organisationen in Jamaika über die Verfassung und die entsprechenden Erfordernisse aufzuklären. «Wir sind bereit, uns mit den Mitgliedern des Vereins zu treffen, um einige der Themen zu besprechen und wie sie behandelt werden können, damit alle Beteiligten davon profitieren können», so Cook.

Diskriminierung nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in Schulen
Coke merkte an, dass die Diskriminierung am Arbeitsplatz auch in tertiäre Einrichtungen wie Schulen und Universitäten hineinreiche, wo Kursarbeit und Prüfungen während des Ruhetages der Siebenten-Tags-Adventisten angesetzt würden.

«Ich bin sehr ermutigt von der Haltung des PSOJ-Präsidenten, der keine Mitglieder seiner Organisation unterstützt, die das verfassungsmässige Recht der Arbeiter verletzten, am Tag ihrer Wahl anzubeten", sagte Pastor Everett Brown, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Jamaika. «Wir ermutigen andere führende Persönlichkeiten des privaten und öffentlichen Sektors, unser Eintreten für die Wahrung der Rechte aller Arbeiter und Studenten zu unterstützen, den Ruhetag frei zu wählen, wie es die Verfassung von Jamaika jedem gewährt», so Brown.

Die adventistische Kirche werde weiterhin ihre Stimme für adventistische Kirchenmitglieder als auch für andere gläubige Personen erheben, deren Recht verletzt werde, den Tag der Anbetung frei zu wählen. «Wir werden weiterhin mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass wir Diskriminierungen am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen aufgrund der Religion beseitigen», so Pastor Brown.

Adventisten in Jamaika
Die protestantische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Jamaika hat mehr als 307.000 Kirchenmitglieder, die in 738 Kirchgemeinden und Gruppen am Samstag den Gottesdienst feiern. Damit kommt ein adventistisches Kirchenmitglied auf 12 Einwohner. Diese Frage betreffe demnach viele der adventistischen Kirchenmitglieder auf der Insel, heisst es im Bericht von Adventist Review (AR), nordamerikanische Kirchenzeitschrift. Die Kirche betreut in Jamaika 29 Grund- und Mittelschulen, eine Universität und ein Krankenhaus.

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ADRA-Freiwilligenwoche bei Bauernfamilie in Biembach/BE

Zürich/Schweiz | 26.04.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Vom 9. – 13. April erneuerten rund zehn Freiwillige der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz die Südwand des Stalls einer Bauernfamilie in Biembach, im Emmental bei Burgdorf.

Die Stallmauer habe aus statischen Gründen dringend ersetzt werden müssen, schreibt das Hilfswerk ADRA auf seiner Webseite. Die Freiwilligen hätten ebenso Betonelemente abgerissen. Da auch das Haus der Bauernfamilie dringend renoviert werden muss, führt ADRA vom 5. bis 10. sowie vom 12. bis 17. August je eine Freiwilligenwoche durch.

Im August steht eine komplette Dachsanierung am Bauernhaus an inklusive Ziegel decken, Spenglerarbeiten, erneuern der Fassade, Sanierung der Schlafzimmer mit Dämmung und Täfer, Malerarbeiten und elektrische Leitungen verlegen.

Mitmachen könnten alle, die tatkräftig anpacken und Humor mitbringen, so das Hilfswerk. Anmeldeschluss ist der 4. Juli 2018

Mehr Infos zu den Freiwilligenwochen von ADRA Schweiz:
https://adra.ch/de/freiwilligenarbeit/freiwilligenwoche/freiwilligenwoche-2018/

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Papua-Neuguinea: Australische Aussenministerin eröffnet ADRA-Projekt

Wahroonga, NSW/Australien | 26.04.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die australische Aussenministerin Julie Bishop hat am 21. März 2018 ein Projekt zur Stärkung der Eigenständigkeit von Kommunen im Bezirk Kavieng, Provinz New Ireland/Papua-Neuguinea, eröffnet. Das von der Adventstischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Papua-Neuguinea durchgeführte „Inclusive Community Empowerment Project“ (ICEMP) soll eine saubere Wasserversorgung, grössere Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel und eine verbesserte Alphabetisierung für mehr als 12.000 Menschen in der Region ermöglichen, berichtete die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record (AR) Anfang April.

ICEMP ist ein auf 30 Monate ausgelegtes Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der lokalen Kommune entwickelt wurde. Aussenministerin Bishop traf sich mit den Empfängern des Projekts. Sie würdigte die Arbeit von ADRA Papua-Neuguinea, dem humanitären Dienst der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Ministerin brachte ihre Freude zum Ausdruck, mehr Frauen und Mädchen in den Kommunen im Bezirk Kavieng mit verbesserten Bildungschancen und nachhaltigen Lebensgrundlagen unterstützt zu sehen.

Zum ersten Mal wurde ein Projekt des „Papua New Guinea Incentive Fund“ von einem australischen Bundesminister in Papua-Neuguinea offiziell ins Leben gerufen. Der „Incentive Fund“ vergibt Zuschüsse an leistungsstarke Organisationen, um die Erbringung von Dienstleistungen zu verbessern und den Menschen von Papua-Neuguinea wirtschaftliche Möglichkeiten zu bieten. Er wird von der australischen Regierung finanziert. Sie stellte dem „Inclusive Community Empowerment Project“ (ICEMP) einen Zuschuss von umgerechnet rund 920.000 Euro / 1.1 Millionen Franken zur Verfügung.

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Australien: Premierminister dankt ADRA-Freiwilligen

Wahroonga, NSW/Australien | 26.04.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Der australische Premierminister Malcolm Turnbull und die Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, haben sich bei einem Team von Freiwilligen der Adventistischen Katastrophen- und Entwicklungshilfe ADRA persönlich für deren Bemühungen bei den verheerenden Buschbränden im Südosten des australischen Bundesstaats New South Wales (NSW) bedankt. Dies berichtete die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record.

Medienberichten zufolge haben heftige Buschbrände in Australien etwa 100 Häuser zerstört, während Dutzende andere teilweise beschädigt wurden. Hunderte von Menschen wurden in die Städte Bega und Bermagui evakuiert, nachdem sich das Buschfeuer vom Küstenort Thatra am 18. März rasch ausgebreitet hatte. Einige Bewohner waren gezwungen, kurzfristig aus ihren Häusern zu fliehen und am Strand Schutz zu suchen, als die Brände wüteten. ADRA-Freiwillige im Evakuierungszentrum Bega Showground halfen bei der Unterbringung von 160 Personen und leisteten dem Evakuierungszentrum Bermagui Fernhilfe. Die ADRA-Freiwilligen arbeiteten zusammen mit Freiwilligen anderer Organisationen und Gemeindeverbände.

Hoher Besuch im Evakuierungszentrum in Bega
Die australischen Spitzenpolitiker Malcom Turnbull und Gladys Berejiklian bedankten sich persönlich bei ADRA und anderen Freiwilligen, als sie das Evakuierungszentrum in Bega besuchten. „Diese Freiwilligen haben grosszügig ihre Zeit geopfert, um den durch die Brände vertriebenen Menschen zu helfen“, sagte ADRA-NSW Notfallkoordinatorin Janice Frey. „Es ging alles so schnell und die Leute mussten dringend weg. Die ADRA-Freiwilligen haben hervorragende Arbeit geleistet, indem sie reagierten und sofortige Unterstützung angeboten haben.“

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Berlin: Medizinischer Fachkongress zu pflanzenbasierter Ernährung

Berlin/Deutschland | 26.04.2018 | APD | Gesundheit & Ethik

Vom 20. bis 22. April fand in Berlin im Henry-Ford-Bau der Freien Universität der fünfte „VegMed-Kongress“ statt. „Pflanzenbasierte Ernährung als Medizin – Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen“ lautete das diesjährige Motto. Die wissenschaftliche Evaluierung pflanzenbetonter Ernährung und die Förderung ihres Einsatzes als therapeutische Massnahme waren die Hauptanliegen des Kongresses. Ergebnisse aus Grundlagenforschung, klinischen Studien sowie Forschungen zu Lebensführung und Prävention bildeten die Schwerpunkte der 50 Referenten aus sieben Ländern und vier Kontinenten. Die Teilnehmerzahl 2018 betrug fast 1.200, beim ersten Kongress 2012 waren es noch 250.

Forscher, Ärzte und Ökotrophologen
Unter den Referenten waren weltweit führende Forscher, wie Claus Leitzmann, Hans Diehl, Hana Kahleová und Joan Sabaté, aber auch renommierte Ärzte und Ökotrophologen, welche die praktische Anwendung pflanzenbetonter Ernährung als Therapieform global etablieren, etwa Neal Barnard und Brenda Davis.

Professor Dr. Claus Leitzmann, Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Giessen, sprach über die Deckung des Proteinbedarfs mit pflanzlicher Ernährung. Er stellte fest: Die Proteinzufuhr aus pflanzlichen Lebensmitteln bringe gegenüber tierischen Nahrungsmitteln eine geringere Aufnahme einer Reihe von weniger wünschenswerten Begleitstoffen mit sich, wie gesättigte Fettsäuren, Cholesterin und Purine.

Dr. Hana Kahleová informierte über die Kalibrierung der „inneren Uhr“ mit pflanzlicher Ernährung. Sie untersucht schwerpunktmässig Diabetes Typ 2. Nach Forschungsarbeiten an der Loma Linda Universität der Siebenten-Tags-Adventisten in Kalifornien/USA ist sie jetzt Direktorin der Klinischen Forschung im Ärztekomitee für nachhaltige Medizin (Clinical Research at Physicians Committee for Responsible Medicine) in Washington D. C. Sie empfiehlt zur Synchronisierung der inneren Uhr pro Tag nur zwei bis drei Mahlzeiten zu essen. Dabei sollte die grösste Mahlzeit das Frühstück und die leichteste das Abendessen sein.

Professor Dr. Hans Diehl, Gründer des Lifestyle Medicine Institute an der kalifornischen Loma Linda Universität, stellte die provozierende Frage: „Messer und Gabel − Massenvernichtungswaffen oder Instrumente für Gesundheit und Heilung?“ In den letzten 40 Jahren habe sich die Ernährungsweise in der westlichen Gesellschaft sehr stark verändert. Ein hoher Verbrauch an Fetten und Zucker sei feststellbar und pflanzliches Eiweiss werde weitgehend durch tierisches ersetzt. Die Folge wäre eine drastische Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit und bestimmten Krebserkrankungen. Der Mensch entscheide selbst, ob sein Gebrauch von Messer und Gabel zu lebensstilbedingten chronischen Krankheitsepidemien führe oder der Gesunderhaltung diene. Gesundheit hänge aber weitgehend davon ab, wie Menschen Verantwortung für sich selbst übernehmen.

Professor Dr. Joan Sabaté, Direktor des Zentrums für Nutrition, Healthy Lifestyle and Disease Prevention (Ernährung, gesunde Lebensweise und Prävention) der adventistischen Loma Linda Universität, befasste sich mit den gesundheitlichen Vorteilen des regelmässigen Nusskonsums. Er verwies auf verschiedene Studien nach denen der Verzehr von Nüssen den Cholesterinspiegel senken würde, ebenso das Risiko einer koronaren Herzkrankheit, für Diabetes und einige Krebserkrankungen. So seien Nüsse „natürliche Kapseln“, die leicht in jede Ernährung übernommen werden könnten, um die Gesundheit zu fördern.

Dr. Neal Barnard, Professor für Medizin an der George Washington University in Washington DC. und Präsident des Ärztekomitees für nachhaltige Medizin (Physicians Committee for Responsible Medicine), hielt die beiden Referate „Alles Käse?“ und „Wann und wie kommt pflanzliche Ernährung in unsere Krankenhäuser?“. Beim Genuss von Käse gelte es zu bedenken, dass darin Milchproteine konzentriert seien, die zu einer Reihe von Erkrankungen beizutragen scheinen. Im zweiten Vortrag plädierte er dafür, dass ein gut geplantes Ernährungsprogramm Teil jeder medizinischen Grundversorgung sein und in den Pflegeplan eines jeden Patienten aufgenommen werden sollte.

Brenda Davis ist Leitende Ernährungsberaterin des Forschungsprojekts Diabetes Wellness der Canvasback Missions, in Majuro auf den Marshall Inseln. Sie ging der Frage nach, ob pflanzenbasierte Ernährung eine Lösung für Diabetes sein könne.

Workshops
Beim Kongress gab es auch wieder eine Reihe von Workshops. Dr. Dr. Gerd Ludescher, Ärztlicher Leiter des Gesundheitszentrums „PrimaVita“ am Krankenhaus „Waldfriede“, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Zehlendorf, befasste sich mit der Problematik „Möglichkeit und Grenzen einer veganen Kost als Therapie bei krankheitsbedingter Mangelernährung“. Laut Ludescher werde eine vegane Ernährung allgemein als defizitäre Ernährungsform angesehen und gelte daher als gesundheitlich bedenklich. Dieses Etikett einer Mangelernährung werde die vegane Kost erst verlieren, wenn der Nachweis erbracht werde, dass mit veganer Kost Mangelernährung therapiert werden könne. Solange dies nicht der Fall sei, gebe es keine medizinische Empfehlung für vegane Kost bei Unterernährung.

An einem Fallbeispiel erläuterte die Assistenzärztin am Krankenhaus „Waldfriede“, Anne Herholz, vor welchen Herausforderungen eine Klinik bei einem untergewichtigen Patienten mit chronisch entzündlicher Dickdarmerkrankung stehe, der ausschliesslich vegan leben möchte. Die Ernährungsberaterin in „Waldfriede“, Amelie Kahl, wies darauf hin, dass ein untergewichtiger Patient, der krankheitsbedingt nicht viel essen könne, eine hochkalorische Zusatznahrung benötige. Doch keine auf dem deutschen Markt erhältliche Trink- oder Sondernahrung wäre vollständig vegan. Es gebe in ihnen Zutaten für Makronährstoffe, etwa Milcheiweiss und Fischöle. Dasselbe gelte für parenterale Nährlösungen. René Rössger, Küchenleiter des Krankenhauses „Waldfriede“, versuchte solch eine trinkbare Zusatznahrung in zwei Geschmacksrichtungen herzustellen. Nach dem Workshop konnten die Teilnehmer einen Vegan-Blueberry-Power- und Vegan-Citrus-Power-Drink verkosten.

Weitere Workshops gab es unter anderem zu den Themen „Vorteile und Risiken der pflanzlichen Ernährung während Schwangerschaft, Stillzeit und im Kindesalter“, „Nahrung für die Seele“, „Essbare Kräuter und ihre gesundheitlichen Vorteile“ sowie „Pflanzenbasierte Ernährung und Gesundheit aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten“.

Publikumstag
Der letzte Tag des Kongresses, Sonntag, den 22. April, war als Publikumstag wieder für die Öffentlichkeit bestimmt, damit Besucher sich über Nutzen und Risiken einer vegetarischen oder veganen Ernährung informieren konnten. Hierbei ging es um sehr praktische Themen, etwa „Fleischlos essen, aber wie?“ „Bock auf Brokkoli? Jugendliche für pflanzenbasierte Ernährung begeistern“ oder „Von jetzt an vegan - so mache ich es richtig“.

Ausstellung und Teilnehmer
Zum Kongress gehörte eine Ausstellung. Informiert wurde an Ständen über Reformhausartikel, vegetarische Brotaufstriche und Nahrungsergänzungsmittel. Präsent waren auch der Vegetarierbund „proveg international“ und die „Ärzte gegen Tierversuche“. Die Catering-Station des Berliner Immanuel Krankenhauses bot vegetarische Snacks zum Kennenlernen an.

Laut Veranstalter waren unter den fast 1.200 Teilnehmern nicht nur Ärzte, Ökotrophologen, Wissenschaftler und Personen aus anderen Gesundheitsberufen, sondern auch etwa 350 Studierende der Medizin und Ernährungswissenschaften.

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London: neuer adventistischer Radiosender

St. Albans/England | 26.04.2018 | APD | Medien

Nach monatelanger Planung und Vorbereitung startete am 8. April der Sender Adventist Radio London (ARL) live auf Digital Audio Broadcasting (DAB). Die neue Radiostation möchte vor allem die Generation der „Millennials“ (Geburtszeitraum von etwa 1980 bis 2000) mit dem Evangelium erreichen. Dies berichtete die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Südosteuropa (tedNEWS).

Vor Inbetriebnahme des Senders veranstaltete die örtliche Kirchengemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in Brixton, London, einen besonderen Widmungs-gottesdienst. ARL-Direktor Michael Hamilton betonte, dass der Zweck des Radiosenders darin besteht, „das ewige Evangelium, das dieser Kirche als Auftrag gegeben wurde, mit der multikulturellen Bevölkerung Londons zu teilen“.

Sendelizenz bereits 2017
Ofcom, der britische Dachverband für die Erteilung von Rundfunklizenzen, hatte ARL bereits im August 2017 die Sendelizenz erteilt. Dies sei viel früher als erwartet und zu einer Zeit geschehen, als die Vorbereitungen für den Bau eines Studios noch im Gange waren, so tedNEWS. Anschliessend wurde ein Kernteam von sieben Personen rekrutiert, die das Programm produzieren, präsentieren und verwalten sollen. Ausserdem würden auch viele Freiwillige ihre Talente und Zeit in die Produktion hochwertiger Programme einbringen.

Unterstützung durch die Freikirche
Adventist Radio London (ARL) wurde mit Unterstützung durch die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten sowie des Adventistischen Weltrundfunks (Adventist World Radio, AWR) gegründet. Die Zusammenarbeit mit AWR ermöglichte auch die Bereitstellung von Equipment, um das Studio sende- und produktionsreif zu machen. Wie tedNEWS berichtet, befindet sich die Station noch im Aufbau. Trotzdem ist der Sender auf DAB im Grossraum London oder über verschiedene Radio-Apps zu hören. ARL beabsichtigt alle wichtigen Social-Media Plattformen zu nutzen, um mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten.

Weitere Informationen unter: www.adventistradio.london

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