APD-INFORMATIONEN 5/2018 - MAI 2018

Pfarrer Ernst Sieber (2007) © Foto: Evangelische Volkspartei, Schweiz

Pfarrer Ernst Sieber ist gestorben - seine Werke leben weiter

Zürich/Schweiz | 24.05.2018 | APD | Schweiz

«Wir haben die schmerzliche Pflicht, Ihnen den Tod von Pfarrer Ernst Sieber mitzuteilen. Unser Stiftungsgründer ist in der Nacht auf Pfingstsonntag 91-jährig im Kreis seiner Familie verstorben», schreiben die Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) auf ihrer Webseite. «Wir alle, besonders aber die Schwächsten unserer Gesellschaft, verlieren mit ihm einen grossen Fürsprech und Freund. Wir von seiner Stiftung werden für Menschen am Rande der Gesellschaft weiterhin und in seinem Sinn da sein. Mit Herz und Hand».

Mit dem Hinschied von Ernst Sieber verlieren sozial desintegrierte Menschen in unserem Land einen aussergewöhnlichen Freund und herausragenden Fürsprech, schreibt die Stiftung. Die Verdienste Pfarrer Siebers gingen jedoch weit über die Armenfürsorge hinaus. «Sein selbstloser Einsatz für Menschen am Rande der Gesellschaft hat das Verständnis breiter Gesellschaftsschichten für die Botschaft christlicher Nächstenliebe erneuert», betont SWS-Gesamtleiter Christoph Zingg. «Mit seiner Familie trauern seine Freunde von der Gasse und wir von seiner Stiftung, die der umtriebige Pfarrer angesichts des Elends der offenen Drogenszene Zürichs 1988 gegründet hat.»

Die Not ist ungebrochen
Laut der SWS-Stiftung leben immer mehr Menschen in prekären wirtschaftlichen, medizinischen oder sozialen Verhältnissen, auch in der Schweiz – trotz gut ausgebautem Sozialstaat. Die Not sei oft nicht augenfällig, daher nehme sie die Öffentlichkeit kaum wahr. Sie sei mehr als wirtschaftliche Mittelknappheit. Menschliche Not entstehe ebenso aus Vereinsamung, psychischer und physischer Instabilität oder beruflichem sowie sozialem Scheitern und damit einhergehendem Identitätsverlust.

Einer, der diese Not früh erkannt habe, sei Pfarrer Sieber gewesen. «Während mehr als 60 Jahren setzte er sich ein für die Schwächsten und gab ihnen eine Stimme», so die Stiftung. Dabei sei er stets von Menschen unterstützt worden, welche die Not ebenfalls wahrgenommen und in ihm jenen Mann gefunden hätten, «der als beherzter Initiator und unerschrockener Kämpfer vorausging».

Wir führen sein Werk fort
Im Laufe seines Lebens schuf Ernst Sieber zahlreiche Einrichtungen für Menschen in Not. Am 24. Mai 1988 gründete er die Stiftung Sozialwerke Pfarrer Ernst Sieber, unter deren Dach ein Teil dieser Einrichtungen zusammengefasst wurde. Die Stiftung mit ihren 180 Mitarbeitenden und derzeit 16 Einrichtungen und Angeboten betreut seither im Sinne ihres Gründers sozial desintegrierte Menschen. Sie wird das auch weiterhin tun. Die Stiftung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem professionellen, zugleich aber weiterhin mit viel Herzblut geführten Sozialwerk entwickelt.

Im Sinn und Geist des Pfarrers
«Der Tod von Pfarrer Ernst Sieber ist für Bedürftige und für uns eine Tragödie», sagt Christoph Zingg. Obdachlose, drogenabhängige, vereinsamte und von Armut betroffene Menschen verlieren mit ihm einen grossen Freund. Zu verzweifeln bräuchten sie jedoch nicht. Denn neben dem engagierten Pfarrer setzten sich unter dem Dach der Stiftung Sozialwerke Pfarrer Ernst Sieber schon seit Jahren auch viele andere Menschen für sie ein. «Diese Arbeit werden wir im Sinn und Geist Ernst Siebers weiterführen», so Zingg, «mit grossem Herzen und professionellem Arbeiten.»

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«Reformationszeit» an der SB-Mitgliederversammlung: M. Landgraf, Reformationsbotschafter und E. Reichen als Wibrandis Rosenblatt © Herbert Bodenmann/APD Schweiz

Schweizerische Bibelgesellschaft mit neuer Strategie

Biel/Schweiz | 24.05.2018 | APD | Schweiz

Am 22. Mai fand mit rund 55 Delegierten von kantonalen Kirchen und Bibelgesellschaften, Freikirchen und Werken im reformierten Kirchgemeindehaus der Pauluskirche in Biel die Mitgliederversammlung statt. Der Bund Evangelisch-Lutherischer Kirchen (BELK) wurde als Kollektivmitglied aufgenommen. Die Bibelgesellschaft informierte über das neue Leitbild und Logo, die Zertifizierung durch das „Gütesiegel Ehrenkodex“ und die Strategie 2017 bis 2022.

Bund Evangelisch-Lutherischer Kirchen (BELK) als Kollektivmitglied aufgenommen
Der Bund Evangelisch-Lutherischer Kirchen (BELK) in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein wurde als Kollektivmitglied in die Schweizerische Bibelgesellschaft aufgenommen. Der BELK hat in Basel, Bern, Genf, Zürich und Vaduz Gemeinden.

Jahresbericht 2017
Neues Leitbild und Logo
Die Schweizerische Bibelgesellschaft hat 2017 ein neues Leitbild und ein neues Logo angenommen. Das Logo soll bald eingeführt werden.

«Gütesiegel Ehrenkodex SEA»
Die SB wurde am 24. August 2017 mit dem „Gütesiegel Ehrenkodex SEA», der Schweizerischen Evangelischen Allianz, zertifiziert. Das Gütesiegel verpflichtet die entsprechende Organisation zu Transparenz in der Öffentlichkeit, zu Lauterkeit in der Rechnungslegung und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Spenden. 2017 wurde die «Stiftung Ehrenkodex» gegründet, um die Unabhängigkeit der Zertifizierung zu stärken, welche die Organisation «Gütesiegel Ehrenkodex SEA» ersetzen wird.

Rückgang beim Bibelverkauf
Die Bibelgesellschaft hat einen Rückgang beim Bibelverkauf in deutscher und französischer Sprache zu verzeichnen. Dies betrifft auch die Verkaufszahlen bei Kinderbibeln. Der Bibelleseplan ist als App auf Deutsch und Französisch erhältlich.

Evangelienübersetzung des Byzantinischen Textes Deutsch
Die Evangelienübersetzung des Byzantinischen Textes Deutsch (BTD) liegt in der vorläufigen Endfassung vor. Bis die Druckfassung steht, müssen noch alle Namen, Masse und Währungen überprüft werden.

Neue Rechnungslegung gemäss «Swiss GAAP FER 21»
Die Bibelgesellschaft hat die Fachempfehlungen zur Rechnungslegung «Swiss GAAP FER 21» angenommen. Es sind dies laut Swiss GAAP FER «die Schweizer Rechnungslegungsstandards, die ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (True and Fair View) vermitteln.» Diese Rechnungslegung nach «Swiss GAAP FER 21» ist eine der Voraussetzungen für Non-Profit-Organisationen von der «Zewo» oder der «Stiftung Ehrenkodex» zertifiziert zu werden.

Bibelgesellschaft gibt sich für 2017 – 2022 eine Dachstrategie
Die SB hat sich mit einer externen Begleitung eine Dachstrategie gegeben und für die entsprechenden strategischen Geschäftsfelder, Produktionen (Zeitschriften, Bibelleseplan etc.), Verkauf, Inland und Internationale Kooperationen, Ziele definiert:. Im Geschäftsfeld Internationale Kooperationen sind Länder und Sprachregionen für die Zusammenarbeit festgelegt worden: Armenien, Libanon, Palästina, Sibirien, Südsudan, Peru, Tschad, Kamerun und Namibia.

«Bibel im Faktencheck» – Text und Kontext in zwei Spalten
Irene Gysel, Präsidentin der Stiftung der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Zürich, befürchtet, dass das Bibelwissen in der Öffentlichkeit schwindet. Das Wissen der Universitäten über die Bibel sowie der damit zusammenhängenden archäologischen, geschichtlichen, soziologischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnisse gelange nicht mehr an die Öffentlichkeit. Irene Gysel stellte das Projekt «Bibel im Faktencheck» der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Zürich vor. Demnach soll eines der Evangelien in zwei Spalten verfasst werden: Links der Bibeltext, rechts die Fakten dazu bzw. was man über den Textabschnitt weiss. Infos zum Projekt:
http://www.stiftung-eg.ch/fileadmin/user_upload/Dokumente/STA_F-flyer_Bibelfaktencheck_gzD_small.pdf

«Reformationszeit – ein Blick in den damaligen Alltag»
Am Nachmittag gab Michael Landgraf, Reformationsbotschafter, in der Rolle eines Druckermeisters über Zünfte, Bauernkrieger und Reformatoren einen Einblick in den Alltag der Reformationszeit. Der Reformationsbotschafter stellte dabei auch das Buch «Der Protestant» vor.

Elisabeth Reichen führte auf Französisch als Wibrandis Rosenblatt, die nacheinander die Frau der drei bedeutenden Reformatoren Johannes Oekolampad, Wolfgang Capito und Martin Bucer gewesen war, ins Leben der Reformatorenfrau ein. Sie schilderte auch die Begegnung mit Sébastien Castellion (1515-1563), protestantischer Theologe, der die Religionsfreiheit gegenüber Johannes Calvin mit den Worten verteidigte: "Tuer un homme ce n'est pas défendre une doctrine, c'est tuer un homme." («Einen Menschen töten ist nicht eine Lehre verteidigen, sondern einen Menschen töten»).

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Begünstigte eines ADRA Projekts für hungernde Familien in Somalia, das von der Glückskette mitfinanziert wurde. © Foto: ADRA Somalia

Glückskette 2017: 50 Millionen Franken für 143 Projekte im Ausland

Genf/Schweiz | 24.05.2018 | APD | Schweiz

Laut dem Jahresbericht 2017 der Glückskette, Spenden sammelnde Stiftung, wurden im Berichtsjahr über 50 Millionen Franken für insgesamt 143 Projekte im Ausland, meist über eines der 25 Partnerhilfswerke, eingesetzt. Dazu kommen 5,8 Millionen Franken für die Hilfe in der Schweiz. Insgesamt finanzierte die Stiftung Projekte auf der ganzen Welt im Wert von über 62 Millionen Franken. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, ADRA Schweiz, Partnerhilfswerk der Glückskette, erhielt 2017 Projektbeiträge in der Höhe von 760.000 Franken für Projekte in Haiti, Nepal, Ostafrika, Philippinen und Serbien.

Im Jahr 2017 wurden der Glückskette 38,1 Millionen Franken Spenden anvertraut. Damit konnten rund 70 Hilfswerke in 38 Ländern, darunter auch die Schweiz, Projekte umsetzen. 2016 sammelte die Stiftung rund 18 Millionen Franken. 2017 wurden 161 neue Projekte im Wert von 54,7 Millionen Franken bewilligt.

Solidarität in der Schweiz, aber keine Einzelfallbetreuung mehr
Die Schäden der Schlammlawine in Bondo, Bergell/GR, habe in der Schweiz grosse Solidarität ausgelöst, schreibt die Glückskette. 5,9 Millionen Franken seien an Spenden eingegangen, die in den kommenden Monaten zur Unterstützung der Betroffenen eingesetzt würden.

Nebst 3.307 Personen, die einen Notbatzen erhalten haben, unterstützte die Stiftung im 2017 aber auch rund 4'000 Jugendliche, die Mühe haben beruflich Fuss zu fassen und die eine zweite Chance erhalten haben. Diese Sozialhilfe in der Schweiz belief sich auf 5,8 Millionen Franken. Im Berichtsjahr stellte die Glückskette die Einzelfallbetreuung in der Schweiz ein und «wird sich in Zukunft auf die Unterstützung von vielversprechenden Projekten konzentrieren», heisst es im Jahresbericht.

Zum Jahresbericht 2017 der Glückskette: https://jb.glueckskette.ch/

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Haupteingang des adventistischen Krankenhauses in Mugonero © Foto: www.mugonero.org

Ruanda: Adventisten wollen eine Genozid-Gedenkstätte errichten

Milton Freewater, Oregon/USA | 24.05.2018 | APD | International

Die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Ruanda hat angekündigt, eine Genozid-Gedenkstätte auf dem kircheneigenen Campus in Mugonero, Karongi Distrikt, zu planen. Dies berichtete «The New Times», führende Tageszeitung in Ruanda und am 23. April auch der unabhängige journalistische Dienst «Adventist Today».

Mehr als 2.000 Angehörige der Tutsi-Minderheit wurden am 16. April 1994 in der Kirche und rund 1.000 auf dem Campus der Siebenten-Tags-Adventisten in Mugonero, 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Kigali, von Angehörigen der Hutu-Mehrheit getötet. Auf dem Gelände befindet sich ebenfalls das Krankenhaus und die Universität der Kirche. Beim Abschlachten von Menschen in Mugonero soll es sich um das grösste Einzelereignis eines Massakers während des ruandischen Völkermords gehandelt haben, schreibt SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF) in den USA. Demnach sind 99 Prozent aller adventistischen Angestellten in der Mugonero-Region umgebracht worden, Pastoren, Spitalpersonal und weitere Mitarbeitende. Es werde geschätzt, dass während dem Völkermord rund 10.000 Adventisten ermordet wurden, so SPECTRUM.

Laut UNO-Angaben sind zwischen April und Juli 1994 im ostafrikanischen Ruanda rund 800.000 Menschen, vorwiegend Tutsis, aber auch gemässigte Hutus umgebracht worden.

Pastor Jerome Habimana, Finanzvorstand der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung für Ost-Zentralafrika (East-Central Africa Division), mit Sitz in Nairobi/Kenia, sagte, dass die Denomination «die zerstörte Kirche wiederaufbauen und daraus eine Genozid-Gedenkstätte machen wird». Damit solle den Opfern Tribut gezollt werden, deren Überreste sich derzeit in einer provisorischen Gedenkstätte befänden.

«In der ganzen Welt ist dies der einzige Ort, an dem adventistische Kirchenleiter auf dem Gelände der Kirche andere Gläubige getötet haben», wurde Habimana zitiert. «Deshalb werden wir auch ein Granit-Denkmal mit allen Namen der Opfer, die in der Kirche getötet wurden, errichten», sagte der Pastor. Die Kirchenleitung habe dafür 87.000 Franken / 73.000 Euro bereitgestellt. Die lokale Regierung werde laut Francois Ndayisaba, Bürgermeister des Karongi Distrikts, mit der Kirche zusammenzuarbeiten.

Das Massacker in Mugonero
Am 15. April 1994, dem Tag vor dem Massaker in der adventistischen Kirche von Mugonero, schrieben sechs Pastoren der Gemeinde an Pastor Elizaphan Ntakirutimana, ein Hutu und damals Präsident der regionalen adventistischen Kirchenleitung (Vereinigung) der Kibuye Region. Sie baten ihn, einzuschreiten. «Wir möchten ihnen mitteilen, dass wir vernommen haben, dass wir morgen mit unseren Familien getötet werden», schrieben sie. «Wir bitten Sie daher, in unserem Namen zu intervenieren und mit dem Bürgermeister zu sprechen. Ihr Eingreifen wird sehr geschätzt werden, so wie damals, als die Juden durch Esther gerettet wurden.» Pastor Elizaphan Ntakirutimana war ein politischer Verbündeter des lokalen Regierungschefs Clement Kayishema, so die Zeitung «The New Times». Pastor Ntakirutimana habe auf den Brief geantwortet: «Es gibt nichts, was ich für euch tun kann. Alles, was ihr machen könnt, ist, euch auf den Tod vorzubereiten, denn eure Zeit ist gekommen.»

Im Jahr 2003 wurden Pastor Elizaphan Ntakirutimana und sein Sohn, der Arzt im «Mugonero Adventist Hospital» war, vom Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda wegen ihrer Beteiligung am Mugonero-Massacker wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Pastor Elizaphan Ntakirutimana wurde zu zehn Jahren Gefängnis und sein Sohn zu 25 Jahren verurteilt. Pastor Elizaphan Ntakirutimana starb 2007 im Alter von 82 Jahren.

Furchtloser Einsatz von Carl Wilkens rettete Hunderten das Leben
Das adventistische Hilfswerk ADRA Ruanda steht seit 1978 im Einsatz für die Bevölkerung, so auch während der Zeit des Völkermords. Nach Ausbruch der Gräueltaten 1994 entschied der damals 30-jährige Carl Wilkens, Leiter von ADRA Ruanda, als einziger US-Amerikaner, das Land nicht zu verlassen. Er setzte sich für rund 400 Kinder im Waisenhaus Gisimba und verfolgte Erwachsene ein. Es wird davon ausgegangen, dass seine mutige Präsenz als Weisser in den bedrohten Institutionen Hunderten das Leben gerettet habe. Zudem versorgte er durch seinen furchtlosen Einsatz mit einem ADRA-Fahrzeug Verfolgte und Bedrohte über die Kampflinien hinweg mit Wasser und Nahrungsmitteln.

Fragen an die adventistische Theologie nach dem Völkermord in Ruanda
Laut «Adventist Today» löste das Massaker von Mugonero unter Adventisten weltweit grosse Diskussionen über das Verhältnis zwischen adventistischem Glauben und Gewalt und den damit zusammenhängenden sozialen Fragen, wie ethnischen Konflikten, aus. Es bleibe eine offene Frage, so ein pensionierter kirchlicher Mitarbeiter in den USA gegenüber «Adventist Today», wie die Fokussierung auf die biblische Lehre, unter Missachtung der Sozialethik, zu einem so grundlegend deformierten Glauben führen könne.

«Die Ntakirutimanas waren nicht die einzigen Adventisten, die sich auf die Seite der Mörder stellten. In Regionen mit vielen Siebenten-Tags-Adventisten waren die Morde genauso schlimm wie im Rest des Landes», schreibt Ron Osborn in SPECTRUM. Es seien Kirchgänger in den Mobs gesehen worden, die jenen zugejubelt hätten, die die Morde begangen hätten. Im Jahr 2010 seien in den Gefängnissen Ruandas zahlreiche Adventisten gesessen, die in den Völkermord verwickelt gewesen seien. Während des Völkermords, seien einige Adventisten ihrem Adventismus treu geblieben, indem sie am Sabbat geruht und das Töten unterbrochen hätten, schreibt Osborn.

«Das sind unbequeme Tatsachen, denen die meisten von uns lieber ausweichen würden», so Ron Osborn. Aber Ruanda werfe Fragen auf, denen man nicht leichtfertig ausweichen dürfe. «Sind wir in keiner Weise daran beteiligt, was in Mugonero passiert ist? War unsere Reaktion dem Verbrechen angemessen? Was haben wir damit zu tun, dass der Völkermord von unseren Brüdern und Schwestern im Glauben begangen wurde - von Einzelpersonen, die sich in ihren religiösen Überzeugungen und Praktiken nicht von Millionen anderer Adventisten in Afrika und der ganzen Welt unterscheiden? Und haben wir aufgehört, darüber nachzudenken, was Ruanda für den Adventismus als Ganzes bedeuten könnte - für die Art und Weise, wie wir das Evangelium verkünden und für das Evangelium, das wir verkünden?», fragt Osborn.
Mehr dazu: https://spectrummagazine.org/node/2716

Adventisten in Ruanda
In Ruanda, mit 13 Millionen Einwohnern, feiern 802.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1.786 Kirchen und 699 Gruppen jeweils am Samstag den Gottesdienst. Die Adventisten unterhalten im Land 46 Primarschulen, 13 Sekundarschulen, eine Universität, ein Krankenhaus, sechs Ambulatorien und eine Radio- und TV-Station.

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Reinhard Schwab (40), Präsident, Oliver Fichtberger (49), Exekutivsekretär, Stefan Giuliani (27), Finanzvorstand (v.l.) © Foto: Adventisten Österreich

Österreich: Adventisten wählen neue Mitglieder in die Kirchenleitung

Wien/Österreich | 24.05.2018 | APD | International

An der 19. Delegiertenversammlung der Österreichischen Union der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten vom 10. bis 13. Mai in Wien wählten die 154 Delegierten zwei neue Mitglieder in die dreiköpfige Kirchenleitung. Pastor Christian Grassl (51), Präsident der Österreichischen Union von 2013 bis 2018, stand nicht zur Wiederwahl zu Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Pastor Reinhard Schwab (40) gewählt, der bisher die Jugendabteilung der Kirche in Österreich geleitet hatte. Auf Christian Gerer (54), Finanzvorstand von 1995 bis 2018, wird im Herbst Stefan Giuliani (27) folgen, der ein Masterstudium in Betriebswirtschaft abgeschlossen hat und derzeit für eine Bank tätig ist. Pastor Oliver Fichtberger (49) ist seit 2009 Exekutivsekretär (Generalsekretär) der Kirche und wurde wiedergewählt.

Werdegang von Reinhard Schwab
Pastor Reinhard Schwab, der neugewählte Präsident der Adventisten in Österreich, hat eine Tischlerlehre und von 1997 bis 2002 die theologische Ausbildung am Seminar Schloss Bogenhofen abgeschlossen. Die zweijährige Zeit als Pastoralassistent verbrachte er bei den Adventisten in der Schweiz. Seit 2005 war Schwab für die adventistische Kirche in Österreich als Pastor und Abteilungsleiter für Kinder und Jugendliche tätig.

Delegiertenversammlung und «Unionskonferenz»
Die Delegiertenversammlung fand im Zeitraum von Donnerstag, 10. Mai bis Sonntag, 13. Mai statt. Eine öffentliche Filmvorführung am Freitagabend gab den Auftakt zum Höhepunkt der sogenannten «Unionskonferenz» am Samstag, 12. Mai, zu der rund 2.300 Teilnehmende ins Austria Center Vienna kamen. Der Tag war geprägt vom Gottesdienst am Morgen sowie vielfältigen musikalischen Beiträgen, einer Podiumsdiskussion zu aktuellen Herausforderungen im Bereich Erziehung. Die Unionskonferenz endete mit einem geistlichen Konzert, das vom Chor und Orchester des Seminars Schloss Bogenhofen, der grössten Bildungseinrichtung der Kirche in Österreich, vorgetragen wurde.

«Intensive und fordernde Zeit»
Die alle fünf Jahre stattfindende Delegiertenversammlung sei dieses Mal für die Mitglieder des Nominierungsausschusses «eine besonders intensive und fordernde Zeit» gewesen, die von Veränderungen geprägt gewesen sei, heisst es im Informationsschreiben der österreichischen Kirchenleitung der Adventisten an die Kirchgemeinden. Zeiten der Veränderung seien Zeiten der Umorientierung und würden auch neue Chancen in sich bergen, so das Informationsschreiben. Es sei nun wichtig, gemeinsam «für alle von Veränderungen betroffenen Personen und Gemeinden zu beten».

Neben der Wahl der Verantwortungsträger wurde an der Delegiertenversammlung eine ausführliche Diskussion zum Thema «Bildung und Erziehung» geführt. Im Weiteren wurden fünf neue Kirchgemeinden anerkannt, die seit der letzten Delegiertenversammlung 2013 gegründet worden waren sowie eine aktualisierte Verfassung der Kirche angenommen.

«Miteinander» sei das Motto für die nächsten fünf Jahre, in der die Kirchenleitung das Ziel habe, im engen Dialog mit den örtlichen Gemeinden diese in der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen und bei der Bewältigung von Herausforderungen zu begleiten, sagte Oliver Fichtberger, Exekutivsekretär (Generalsekretär) der Adventisten in Österreich. Dies habe Vorrang vor überregionalen Projekten der Abteilungen, deren zukünftiger Arbeitsschwerpunkt ebenso auf der individuellen regionalen Unterstützung der Ortsgemeinden liege.

Adventisten in Österreich
Die protestantische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich zählt über 4.200 Mitglieder. Sie feiern jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag, in 55 Gemeinden und 9 Gruppen Gottesdienst. Die Kirche in Österreich unterhält einen Verlag, das Hilfswerk ADRA Österreich, ein eng mit dem europäischen Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ verbundene Medienzentrum „Hope-Media“, dazu ein Bildungsnetzwerk bestehend aus fünf Privatschulen sowie dem Bildungszentrum Seminar Schloss Bogenhofen mit den Bereichen: Oberstufenrealgymnasium, Theologische Fakultät, Deutsch als Fremdsprache und Pädagogik, mit einem Lehramtsstudium Primarstufe.

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Dr. Frank Meier-Hamidi, Prof. Dr. Ulrich Lüke und Prof. Dr. Stefan Sorgner (v.l.) © Foto: Jens Mohr/APD

Noch Mensch oder schon Maschine? - Wie der Transhumanismus die Gesellschaft verändert

Münster/Deutschland | 24.05.2018 | APD | International

Wie die Verbindung von Mensch und Maschine unsere Gesellschaft verändert, war das Thema einer Diskussion im Rahmen des 101. Deutschen Katholikentags, der vom 9. bis 13. Mai in Münster stattfindet. Die Theologen und Philosophen Frank Meier-Hamidi, Ulrich Lüke und Stefan Sorgner beleuchteten Chancen und Risiken des Transhumanismus in einer engagierten Debatte.

„Sind wir bereits auf dem Weg vom homo sapiens zum techno sapiens?“, fragte Dr. Frank Meier-Hamidi, Dozent für Theologie und Philosophie an der Katholisch-sozialen Akademie Franz Hitze Haus des Bistums Münster, in seinem Impuls zur Einführung. Transhumanisten gingen davon aus, dass die nächste Stufe der Entwicklung des Menschen in der Kombination des menschlichen Körpers mit Technik bestehe. Neu sei die rapide Entwicklung, die immer tiefer in unser Menschsein eingreift: „Der Mensch wird zum Cyborg“ (Mischwesen aus Organismus und Maschine), so Maier-Hamidi.

Transhumanismus als Weiterentwicklung der Menschheit?
„Wir wollen nicht zur Maschine werden. Wir sind immer schon Cyborgs gewesen“, erwiderte Dr. Stefan Lorenz Sorgner, Professor für Philosophie an der John Cabot University in Rom/Italien. Ein Cyborg sei ein technisch gesteuerter Organismus: „Sobald wir Sprache lernen werden wir technisch geformt. Jede Form von Erziehung ist eine Form der Steuerung“, so Sorgner. Die Menschheit stehe in einer langen Tradition von Hilfsmitteln, die uns helfen, ein erfülltes Leben zu führen. Sorgner nannte die Genforschung, die Verschmelzung von Computertechnik und menschlichem Körper, sowie die Auslagerung von menschlichem Bewusstsein als grosse Techniken, welche den Menschen über bisherige Grenzen hinauswachsen lassen könne. Skeptisch äusserte sich der Philosoph allerdings über die letztgenannte Idee („mind uploading“) – das sei keine realistische Einschätzung und auch nicht notwendigerweise mit dem Transhumanismus verbunden. Angst bräuchte man vor dem Transhumanismus nicht haben, sofern er in kontrollierten Bahnen verläuft, und die Freiheit des Individuums nicht beeinträchtigt wird.

Transhumanismus ohne klare Zielvorstellung?
Dr. Ulrich Lüke, bis 2017 Professor für systematische Theologie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, kritisierte die Position Sorgners scharf. Das Menschenbild des Transhumanismus sei von Friedrich Nietzsches Entwurf des „Übermenschen“ inspiriert – ein Konzept das auch dem Nationalsozialismus zugrunde lag. Lüke bemängelte ausserdem das Fehlen einer klaren Begrifflichkeit: „Ich bin kein Cyborg, sondern ein Mensch.“ Auch seien die Zielvorgaben in Bezug auf gewünschte genetische Veränderungen am Menschen nicht eindeutig: „Was ist der genetisch richtige Mensch der Zukunft? Wir wissen es schlicht nicht“, so Lüke. Der Theologe und Biologe plädierte für eine ethische Fundierung bei der Anwendung von Wissen. Aus dem naturwissenschaftlichen Fortschritt allein entstünden keine Normen. Die Würde des Menschen sei ein Zentralbegriff: „Wie schütze ich diese Würde auch vor einer technologischen Innovationsfreude?“

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Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Erzbischöfin Antje Jackelén © Foto: Holger Teubert/APD

„Wo Intoleranz zum Programm gemacht wird, hört die Toleranz auf“

Berlin/Deutschland | 24.05.2018 | APD | International

„Weltoffen und standhaft. Kirche in Zeiten des Populismus“ war das Thema des Abendforums am 2. Mai in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und die Erzbischöfin der lutherischen Kirche von Schweden, Antje Jackelén, sprachen darüber, wie sich die Kirchen angesichts der wachsenden Beliebtheit populistischer Bewegungen verhalten sollten. Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen der Evangelischen Akademie Berlin, dem Lutherischen Weltbund, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst und der Kirche von Schweden.

„Das Mass der Unterstützung für eine junge rechtspopulistische Partei ist ein Weckruf für alle, denen das friedliche und solidarische Miteinander in einem weltoffenen Deutschland am Herzen liegt“, betonte der EKD-Ratsvorsitzende. Rechtspopulistische Bewegungen spalteten die Gesellschaft und grenzten Menschen aus, in Deutschland und auch in anderen Ländern. Wie sich die Kirchen dazu verhalten sollten, sei eine kontroverse Frage. Manche riefen nach einem entschiedenen politischen Eintreten der Kirchen. Andere warnten davor, dass die Kirchen keine Parteipolitik betreiben sollten.

Politische Forderungen müssen auch funktionieren
Bedford-Strohm plädierte dafür, den Populismus nicht an den drei Buchstaben der Alternative für Deutschland (AfD) festzumachen. Nicht jeder, der diese Partei wählt sei ein Populist. Da gebe es die Protestwähler, welche unzufrieden über die Nichtlösung der Probleme unserer Zeit wären. Mit ihnen gelte es ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren, welche Probleme sie bewegten. Auch konservative Menschen, die früher die CDU/CSU gewählt hätten, sollten ernstgenommen werden. Sie enttäusche, dass ihre Partei „in die Mitte gerückt“ sei, sodass sie sich bei ihr nicht mehr beheimatet fühlten. Ihre Fragen sollten vorurteilsfrei gehört und aufgegriffen werden. Doch es gebe auch die Rechtsextremen, welche die AfD nutzten, um altes, rechtsextremes Gedankengut wieder salonfähig zu machen. Sie provozierten, beschuldigten und hätten scheinbar einfache Lösungen. Doch dort, wo Intoleranz zum Programm gemacht werde, höre die Toleranz auf. Von Politikern müsse erwartet werden, dass ihre Vorschläge auch funktionierten. Deshalb müssten die Auswirkungen politischer Forderungen aufgrund von konkreten Zahlen und Fakten hinterfragt werden.

Der Sinn des Kreuzes
Laut dem Landesbischof schüre der Populismus Angst, das Christentum beruhe dagegen auf Zuversicht und auf klaren ethischen Prinzipien. Wenn der Hinweis auf die „christlich-abendländische Tradition“ zu einem Kampfbegriff werde, sollten die Kirchen sich nicht die Deutungshoheit des Begriffs „christlich“ nehmen lassen. Es gehe dabei nicht nur um ein Kreuz, sondern auch um die Frage: Was bedeutet das Kreuz Christi? Es bringe nicht nur den Tod des Erlösers der Menschheit zum Ausdruck, sondern stehe auch für die Auferstehung Jesu und damit für Hoffnung. Es zeige Gottes Liebe, die global sei. Sie gelte jedem Menschen gleichermassen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Nationalität und Religion. „Diesen Weg der radikalen Liebe als Christ ebenfalls zu gehen, ist der Sinn, wenn wir ein Kreuz sehen“, so Heinrich Bedford-Strohm. Christen setzten sich für eine Ethik ein, die nicht national, sondern global ausgerichtet sei. Kooperation und Freundschaft wären viele effektiver als Abgrenzung. Die Beziehung zu Gott und zum Mitmenschen werde gestört, „wenn es nur um mich selbst geht“. Christen müssten daher durch ihr Verhalten Zeichen setzen gegen Nationalismus, Misstrauen und Angst.

Weltoffen und standhaft
Ähnlich äusserte sich auch Erzbischöfin Antje Jackelén. „Polarisierung, Populismus, Protektionismus und ‚post-truth‘ haben zurzeit spürbaren Einfluss in unseren Ländern. Wir müssen uns diesen vier ‚P‘ entgegenstellen. Das heisst aber auch, dass wir uns dem Schmerz unserer eigenen Wunden stellen müssen, und dass wir uns dem Schmerz der Wunden der anderen stellen müssen.“

Polarisierung sei laut Jackelén eine Folge der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Menschen, die über viel Wohlstand, Bildung, Gesundheit und Macht verfügten oder eben nicht. Das Gefühl, zu den Benachteiligten zu gehören, verstärke den Hang zum Protektionismus, der sich oft als Nationalismus zu erkennen gebe. Die alte Weisheit „Lügen haben kurze Beine“ gelte scheinbar nicht mehr. Dass Lügen plötzlich „lange Beine“ hätten und der ertappte Lügner statt Scham zu zeigen, mit Schamlosigkeit stolziere, sei im Grunde ein Angriff auf das gesamte menschliche Beziehungsgeflecht. Denn ohne grundlegendes Wahrheitsgefühl könne eine Demokratie auf die Dauer nicht funktionieren.

In Schweden sei die Kirche ebenfalls von Polarisation und „fake news“ betroffen. Sie stehe daher in der Gefahr, nicht zu fragen, was sollen wir zu einem Problem sagen, sondern zu überlegen, welche negativen Reaktionen bringt es hervor, sodass es besser ist, nichts zu sagen. Doch die Kirche dürfe in solch einer Situation nicht dazu gebracht werden, „nur auf sich selbst aufzupassen“. Es sei wichtig, die Rolle der Kirche in der Öffentlichkeit mutig und konsequent zu durchdenken. Die Demokratie brauche Demokraten. Doch diese „fallen nicht einfach vom Himmel, sondern wachsen durch Bildungsprozesse heran“. Wenn Demokratie überleben solle, müsse sie ständig mit Werten gefüttert werden. Dabei gelte es klug mit den Quellen kultureller Werte umzugehen. Die öffentliche Stimme der Kirche sollte im Einklang mit dem Evangelium und der Liebe Gottes zur Welt stehen. Es gelte „weltoffen und standhaft“ zu sein.

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„Wiedertäufer-Käfige“ am Turm der St. Lamberti-Kirche © Foto: Jens Mohr/APD Deutschland

Münster: Interkonfessionelles Gespräch und Gebet „unter den Täuferkäfigen“ - Heilung der Erinnerung eines Traumas

Münster/Deutschland | 24.05.2018 | APD | International

Im Rahmen des 101. Deutschen Katholikentages wurde auch die Gewaltherrschaft der Täufer in den Jahren 1534 und 1535 in Münster, Westfalen, thematisiert. Römisch-katholische wie evangelisch-lutherische Obrigkeiten hatten im Zeitalter der Reformation die blutige Verfolgung aller Täufer, Anhänger des sogenannten linken Flügels der Reformation, die sich durch die (Wieder-)Taufe von Erwachsenen auszeichneten und die Kindertaufe ablehnten, mit den „Greueln von Münster“ gerechtfertigt. In einem interkonfessionellen Gespräch sowie einem Mittagsgebet „unter den Täuferkäfigen“ in der St. Lamberti-Kirche trugen Vertreter der evangelisch-lutherischen, der römisch-katholischen und der mennonitischen Kirche am 11. Mai zur „Heilung der Erinnerung“ bei.

Umkehr und Versöhnung unter den Täuferkäfigen
Das als kurzer Schuldbekenntnis- und Versöhnungs-Gottesdienst gestaltete Mittagsgebet in der St. Lamberti-Kirche thematisierte die Verfolgung der Täufer durch die grossen Kirchen im Zeitalter der Reformation, die ungerechtfertigte Gleichsetzung auch der friedlich gesinnten Anhänger der Täuferbewegung mit gewaltbereiten Extremen in Münster, sowie die Behandlung der drei in „Wiedertäufer-Käfigen“ aufgehängten Führer der Bewegung. Die Liturgie schöpfte aus Dialogdokumenten, die durch gemeinsame Arbeitsgruppen der beteiligten Kirchen in den letzten Jahren entstanden sind.

Zum historischen Hintergrund
Dem Mittagsgebet vorausgegangen war ein Podium unweit der St. Lamberti-Kirche, das eine historische Einführung in die Geschehnisse in Münster der 1530er Jahre bot. Das Podium war ebenfalls interkonfessionell (römisch-katholisch, evangelisch-lutherisch, mennonitisch) besetzt. Dabei wurde betont, dass es sich bei der Täuferbewegung, der „radikalen Reformation“, um ein mitteleuropäisches Phänomen handelte. „Münster war eine kleine Spitze eines grossen Eisbergs“, so der Historiker Dr. Ralf Klötzer.

Das sogenannte „Täuferreich von Münster“ war in den 1530er Jahren eine Hochburg der radikalen Reformation geworden. Unter dem Eindruck der militärischen Einkesselung und des Aushungerns durch katholische Truppen radikalisierte sich die Bewegung weiter. Das „Täuferreich von Münster“ endete im Juni 1535 mit der Rückeroberung der Stadt durch den Fürstbischof Franz von Waldeck. Die Täuferführer Bernhard Krechting, Bernd Knipperdolling und Jan van Leiden wurden gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Nach Vollstreckung des Urteils am 22. Januar 1536 wurden ihre Leichname in eigens gefertigte eiserne Körbe gesteckt und an der Südseite des Turms von St. Lamberti aufgehängt. Die Eisenkörbe, die dort bis heute im Original angebracht sind, bekamen bald die Bezeichnung „Wiedertäufer-Käfige“.

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Bundesratsplenum des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland © Foto: David Vogt

Deutschland: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden gegen Waffenexporte in Krisenregionen

Kassel/Deutschland | 24.05.2018 | APD | International

Der Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland hat am 12. Mai in Kassel mit überwältigender Mehrheit eine Resolution verabschiedet, die sich gegen Waffenexporte in Krisengebiete sowie für zivile Konfliktlösungen und eine verstärkte Bekämpfung von Fluchtursachen ausspricht. Die Initiative für die Resolution war von Delegierten des Kirchenparlaments ausgegangen, als Reaktion auf eine Rede von BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba. Diese hatten, anlässlich des 50. Todestags des Baptistenpastors Martin Luther King, die Bürgerrechtlerin Rosa Parks als Vorbild bezeichnet.

Konflikte gewaltfrei lösen
Die Resolution beginnt mit dem Nein der Afroamerikanerin Rosa Parks vom 1. Dezember 1955 in einem Bus in Montgomery/Alabama, ihren Platz für einen Weissen zu räumen. Dadurch habe sie andere ermutigt, „aufzustehen und sich gegen Unrecht auszusprechen“. Heute sei es wieder an der Zeit aufzustehen: „Als Christinnen und Christen sehen wir den Menschen als Ebenbild Gottes an und setzen uns ein für die Würde aller Menschen. Darum sagen wir Nein zu Krieg und Gewalt. Wir sagen Nein zu Rüstungsexporten in Krisengebiete. Wir sagen Nein zum Export sogenannter Kleinwaffen.“ Der BEFG-Bundesrat fordert, „Konflikte gewaltfrei zu lösen.“ Waffenlieferungen trügen dazu bei, die Spirale der Gewalt weiter zu beschleunigen. „Wir fordern, politische und finanzielle Ressourcen vorrangig in die friedliche und zivile Konfliktbearbeitung zu investieren“, so der Resolutionstext.

Fluchtursachen bekämpfen
Die Resolution weist darauf hin, dass sich die BEFG-Gemeinden „in hohem Masse in der Flüchtlingshilfe“ engagierten. „Dabei begegnen wir Menschen, die am eigenen Leib Krieg, Angst und Terror erfahren haben. Wir leiden mit ihnen.“ Mit einem Zitat Martin Luther Kings solle deutlich gemacht werden, dass es nicht ausreiche, der „barmherzige Samariter zu sein für alle die, die am Wege liegen geblieben sind“. Vielmehr gelte es zu „begreifen, dass die ganze Strasse nach Jericho anders gebaut werden muss, damit nicht fortwährend Männer und Frauen geschlagen und ausgeraubt werden“. In diesem Sinne sei es, so die Resolution, „dringend erforderlich, verstärkt Fluchtursachen zu bekämpfen, damit nicht noch mehr Menschen diese leidvollen Erfahrungen machen müssen“. Besonders besorgt sei man über die aktuelle Eskalation der Gewalt im Nahen Osten.

Ein einzelnes Nein kann eine Bewegung auslösen
In seiner gemeinsamen Rede mit Generalsekretär Christoph Stiba hatte BEFG-Präsident Michael Noss hervorgehoben, man dürfe sich von gesellschaftlichen Fehlentwicklungen nicht entmutigen lassen, sondern müsse wie damals Rosa Parks aufstehen. „Heute fordern uns manche Entwicklungen wie etwa der zunehmende Antisemitismus gigantisch heraus, aber Rosa Parks hat gezeigt, dass ein einzelnes Nein eine Bewegung auslösen kann.“

Resolutionstext
Der Text der Resolution ist im Internet zu finden unter: https://www.baptisten.de/fileadmin/befg/media/dokumente/2018-12-05-BEFG-Resolution-der-Bundesratstagung-2018.pdf

Statistik
Die Bundesratstagung findet einmal im Jahr statt. Sie ist als Kirchenparlament das höchste Entscheidungsgremium des BEFG. Laut der in Kassel während der Bundesratstagung vom 9. bis 12. Mai vorgestellten Statistik ist 2017 die Mitgliederzahl der Freikirche stabil geblieben. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr leicht um 27 auf 82.357. Sie Zahl der Baptisten- und Brüdergemeinden stieg um fünf auf 802.

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Kindertagesstätte und Gemeindezentrum der Adventisten in Bad Aibling, Deutschland © Foto: Jens Mohr/APD Deutschland

Deutschland: Adventisten weihen Kindertagesstätte und Gemeindezentrum ein

Bad Aibling/Deutschland | 24.05.2018 | APD | International

Mit einem Festgottesdienst und anschliessendem Tag der offenen Tür hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland am 5. Mai eine neue Kindertagesstätte und ihr erneuertes Kirchengemeindezentrum in Bad Aibling, Oberbayern, eingeweiht. Auf dem Gelände befindet sich auch das Seniorenheim „Haus Wittelsbach“ mit 194 Plätzen für ältere und pflegebedürftige Menschen. Die Kombination von Kirchengemeinde, Kindertagesstätte und Seniorenheim macht das Anwesen zu einem generationsübergreifenden Campus.

„Kirche verbindet diese Generationen“, betonte Felix Schwaller, Erster Bürgermeister der Stadt Bad Aibling, in seinem Grusswort im Rahmen des Festgottesdienstes. Er wünschte der Einrichtung, „dass Alt und Jung gut zusammenleben und gegenseitigen Respekt aufbringen.“

Advent-Kinderhaus Bad Aibling
Das Kirchengemeindezentrum ist baulich mit dem Advent-Kinderhaus verbunden, dessen Betrieb bereits im Dezember vergangenen Jahres aufgenommen werden konnte. Konzeptionell orientiert sich das christliche Kinderhaus an den Leitlinien des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes. Neben einem generationsübergreifenden Ansatz in der Konzeption wird besonderer Wert auf die ganzheitliche Erziehung der Kinder (Gesundheit, Bewegung und Ernährung), die Förderung ihrer Kreativität, sowie auf eine christliche Wertevermittlung gelegt. Die Kindertagesstätte ist für eine Krippengruppe mit zwölf Kindern und eine Kindergartengruppe von bis zu 25 Kindern ausgelegt.

Weitere Einrichtungen für Kinder
Das Advent-Kinderhaus Bad Aibling steht in der Trägerschaft des Advent-Wohlfahrtswerks e.V. (AWW), dem Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland mit einer 120-jährigen Tradition. Zu den Einrichtungen des AWW für Kinder zählen weitere Kindertagesstätten in Berlin, Fürth, München, eine Heilpädagogische Tagesstätte (Neuburg/Donau) sowie ein Familienzentrum (Penzberg/Bayern). Insgesamt werden dort rund 200 Kinder im Vorschulalter betreut.

Adventgemeinde Bad Aibling
Das in den 1960er-Jahren entstandene Kirchengebäude der Adventgemeinde Bad Aibling sollte bereits seit längerem renoviert werden. Erst im Jahr 2016 waren jedoch die endgültigen Pläne gelegt, die nötigen Finanzmittel aufgebracht sowie entsprechende Anträge genehmigt. In 18 Monaten Bauzeit wurde der vorhandene Saal vollständig saniert sowie weitere Räumlichkeiten und die Kindertagesstätte neu gebaut. Bauträger ist der Süddeutsche Bauverein der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (SDBV). Mit 4,2 Millionen Euro Baukosten und fast 1.500 Quadratmetern bebauter sowie renovierter Fläche sei das neue Gemeindezentrum das grösste Bauprojekt des SDBV in den letzten Jahren, teilte Alexander Bauer, Geschäftsführer des SDBV, mit. „Es soll ein Treffpunkt für alle Generationen werden“, sagte Peter Zaiser, Pastor der Adventgemeinde Bad Aibling.

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Rumäniens Gesundheitsministerin Sorina Pintea (Mitte) auf dem Kongress © Foto: Corrado Cozzi/CD-EUDNews

Europäische Gesundheitskonferenz der Adventisten in Bukarest

Bern/Schweiz und St. Albans/England | 24.05.2018 | APD | International

Vom 17. bis 21. April trafen sich mehr als 640 medizinische Fachleute, Gesundheitspädagogen und Interessierte zur zweiten europäischen Gesundheitskonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten in Bukarest/Rumänien. Das Konferenzthema „Krankheiten mit Lifestyle-Medizin bekämpfen“ („Reversing diseases with Lifestyle Medicine“) thematisierte eine grosse Herausforderung bei der Behandlung von Krankheiten, berichteten die Kommunikationsabteilungen der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitungen in Europa (CD-EUDNews und tedNEWS).

„Konferenzen wie diese sind wichtig, um neue Dinge zu lernen und an Dinge erinnert zu werden, die wir einmal wussten, aber was vielleicht noch wichtiger ist: sie sind Orte der Vernetzung und Inspiration“, sagte Dr. Torben Bergland, Direktor der Gesundheitsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Südosteuropa (TED).

Hilfe durch Änderungen im Lebensstil
Akademische Vorträge und Workshops, die von Experten aus der ganzen Welt gehalten wurden, zeigten mögliche Massnahmen für Menschen, die an chronischen, nicht übertragbaren Krankheiten leiden. Die Referenten präsentierten praktische, evidenzbasierte Studien, die zeigten, wie diese Krankheiten in vielen Fällen erfolgreich behandelt und deren Symptome durch Lebensstiländerungen rückgängig gemacht werden könnten.

Rumäniens Gesundheitsministerin: „Ich bin beeindruckt“
Die Konferenz fand in Bukarest im Rin Grand Hotel in der Nähe des historischen Stadtzentrums statt. Ein Grossteil der Teilnehmenden kam aus Europa, andere jedoch aus den USA, Australien, Marokko, Thailand, Chile, Peru, Brasilien, Russland und anderen Ländern. Auch die rumänische Gesundheitsministerin, Sorina Pintea, war anwesend. Sie zeigte sich beeindruckt und äusserte sich positiv zum Thema der Konferenz.

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Die Dorfbevölkerung von Wetap, Papua Neuguinea, begrüsst den adventistischen Flugdienst © Foto: Adventist Record

Papua-Neuguinea: «Adventist Aviation» fliegt abgelegenes Dorf an

Wahroonga, NSW/Australien | 24.05.2018 | APD | International

Am 1. Mai landete das erste Mal ein Flugzeug auf einer neu erstellten Buschlandepiste im abgelegenen Dorf Wetap, in der Sandaun Provinz, im Nordwesten von Papua-Neuguinea. «Adventist Aviation Services» (AAS), der Flugdienst der Siebenten-Tags-Adventisten in Papua-Neuguinea, hat den Bau der Landepiste initiiert.

Laut Adventist Record (AR), Kirchenzeitschrift in Australien, gibt es keine Strassen in das abgelegene Gebiet, weshalb es dort auch keine Schule oder medizinische Versorgung gebe.

Die Dorfbewohner hätten während eineinhalb Jahren mit manuellen, traditionellen und modernen Werkzeugen die Landebahn gebaut. Bis zur Abnahme im Juni müssten noch einige bauliche Details erledigt werden. Osera Tairen von der Behörde für Naturlandebahnen (Rural Airstrips Agency, RAA) aus Goroka, der die Landebahn vermessen hat, sei beim ersten Flug zur neuen Landebahn dabei gewesen, so AR.

Die Dorfbevölkerung von Wetap habe sich bei Gott bedankte, dass sie wie andere Bürger von Papua-Neuguinea in den Genuss der Grundversorgung kommen können.

Adventist Aviation Services (AAS)
Der adventistische Flugdienst ist in Goroka/Papua-Neuguinea stationiert und spiele für die adventistische Kirche im Land eine zentrale Rolle, schreibt AAS. Die Adventisten betreiben 600 Ambulatorien, Schulen und Missionsstationen in Papua-Neuguinea. Die Piloten beförderten Kranke in Spitäler, sowie medizinisches Personal, Hilfswerksmitarbeiter, Mechaniker, Pastoren, Lehrpersonen und Baumaterial ins abgelegene und hüglige Hochland zu mehr als 500 Buschlandepisten. Der adventistische Flugdienst bietet auch Flüge gegen Bezahlung an, um damit den Flugdienst mitzufinanzieren.

Adventist Aviation Services (AAS) wurde 1964 gegründet und ist damit seit 54 Jahren in Papua-Neuguinea tätig. Es würden qualifizierte Mitarbeitende in verschiedensten Funktionen gesucht, schreibt AAS. Interessenten sollten Larn Harvey, AAS-Chefpilot, kontaktieren: fom@aas.org.pg

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Galapagosinseln © Grafik: Eric Gaba, NordNordWest/Wikimedia Commons

Galapagosinseln: Adventistisches Forschungszentrum geplant

Silver Spring, Maryland/USA | 24.05.2018 | APD | International

Im Galapagos-Archipel, das rund 1.000 Kilometer westlich der Küste Ecuadors im Pazifik liegt, soll ein adventistisches Zentrum zur naturwissenschaftlichen Erforschung der Erdentstehung sowie der Artenvielfalt errichtet werden. Wie die Kommunikationsabteilung der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten (Adventist News Network, ANN) mitteilte, ist der Baubeginn für August 2018 geplant. Das Projekt wird finanziell unterstützt von der adventistischen Weltkirchenleitung sowie den Kirchenleitungen in Südamerika und Ecuador und durch private Spenden.

Das 741 Quadratmeter grosse Grundstück befindet sich auf Santa Cruz, der bevölkerungsreichsten Insel des Archipels. Das zu errichtende Gebäude soll das Zentrum, einige Verwaltungsräume für das Loma Linda Adventist College und den neuen Hauptsitz der örtlichen adventistischen Kirchgemeinde enthalten.

Verzögerungen durch Umweltauflagen
Flora und Fauna der Inseln gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO. Daher unterliegen die vier bewohnten Inseln Santa Cruz, San Cristóbal, Isabela und Floreana strengen Umweltauflagen und Kontrollen. Für den Bau von Gebäuden gelten strenge Richtlinien. Pastor Geovanny Izquierdo, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Ecuador, erklärte, dass deshalb erst jetzt - zwei Jahre nach Bekanntgabe des Projekts im Juli 2016 – mit dem Bau begonnen werde. „Wir stehen immer noch vor der Herausforderung, alle Baumaterialien zusammenzubringen und die Bauzeit auf wenige Monate zu optimieren“, sagte er.

Touristen und Forscher
Laut ANN kommen täglich durchschnittlich 900 Touristen auf die Insel Santa Cruz, mindestens 15 Prozent davon zu wissenschaftlichen Forschungen in der Region. Das sei auch die Zielgruppe, die mit dem neu zu errichtenden Forschungszentrum angesprochen werden soll, so ANN. Die adventistische Präsenz auf den Galapagos-Inseln geht auf die Ankunft ausländischer Missionare im Jahr 1981 zurück.

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Paul Lee © Foto: HopeTV-UK

Windsor: Adventist singt auf königlicher Hochzeit

Milton Freewater, Oregon/USA | 24.05.2018 | APD | International

Am Samstag, den 19. Mai, sang der Adventist Paul Lee als Solist auf der königlichen Hochzeit von Meghan Markle und Prinz Harry in der St. George's Chapel von Schloss Windsor in Grossbritannien. Wie der unabhängige journalistische Dienst Adventist Today (AT) berichtete, trat Lee vor etwa 600 Gästen als Teil des Kingdom Choirs auf und trug den Solopart des Liedes „Stand by Me“ vor. Lee ist Musikdirektor und Assistent des Präsidenten der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Südengland.

Wie AT unter Berufung auf das Nachrichtenmagazin Time und die Musiklizenzfirma BMI berichtete, sei die weltbekannte Bluesballade „Stand by Me“ ursprünglich 1961 von dem US-amerikanischen Sänger und Songschreiber Ben E. King aufgeführt worden und der vierthäufigst aufgenommene Song des 20. Jahrhunderts.

Politische Botschaft
Obwohl das Lied bei Hochzeiten sehr beliebt ist, habe „Stand by Me“ auch eine politische Botschaft, die eng mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung verbunden ist, so AT. Dort wurde sie laut Time „als Aufruf zur Solidarität unter farbigen Menschen benutzt“. Meghan Markle selbst hat eine farbige Mutter und einen weissen Vater. Ihre Heirat mit Prinz Harry werde nach Angaben von AT weithin als Zeichen einer inklusiveren Zukunft für die britische Königsfamilie angesehen.

Adventisten in Grossbritannien
In Grossbritannien, mit rund 65 Millionen Einwohnern, feiern 37.519 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 288 Kirchen jeweils am Samstag den Gottesdienst.

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Ganoune Diop, Abteilungsleiter der adventistischen Weltkirchenleitung für Aussenbeziehungen am GCF in Bogota © Foto: Albin Hillert/ÖRK

ÖRK-Generalsekretär: Globales Christliches Forum stärkt Vertrauen zwischen christlichen Traditionen

Genf/Schweiz | 24.05.2018 | APD | Ökumene

Laut einer Mitteilung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) sagte deren Generalsekretär, Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, den Teilnehmenden der dritten Versammlung des «Globalen Christlichen Forums» (GCF) in einer Grussbotschaft, dass das GCF Erstaunliches für die Stärkung des gegenseitigen Vertrauens und das Finden neuer Arten der Zusammenarbeit leiste. Mehr als 250 Kirchenleitende haben sich vom 24. bis 28. April in Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens, getroffen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen, wie es Dr. Billy Wilson, Mitglied des Exekutivkomitees des Welt-Pfingst-Forums (Pentecostal World Fellowship), ausdrückte.

Das «Globale Christliche Forum» (GCF) wurde in den späten 1990er Jahren im Anschluss an einen Aufruf der 8. ÖRK-Vollversammlung in Harare (1998) gegründet, um einen Raum zu schaffen, in dem nicht zur Struktur des ÖRK gehörende Kirchen und Organisationen mit jenen zusammenkommen können, die Kirchenräten angehören.

Der Direktor der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, Pastor Dr. Odair Pedroso Mateus, überbrachte Tveits Grussbotschaft am 24. April, dem Eröffnungstag des Forums, das unter dem Motto stand: «Bleibt fest in der brüderlichen Liebe» (Heb 13,1).

In seiner Botschaft umriss Tveit die Entwicklung des ÖRK im Rahmen des GCF und wies darauf hin, dass durch das gestiegene Vertrauen der GCF-Teilnehmenden untereinander neue Formen der Zusammenarbeit möglich geworden seien. Das Vertrauen habe sich «deutlich verbessert» und es gebe nun weitreichendere Beziehungen und Kooperationen zwischen Partnern, die «zuvor nur wenige oder eher schwierige Beziehungen zueinander hatten», so Tveit in der Grussbotschaft. Geschwisterliche Liebe könne sich nicht nur auf die jeweils eigene Gemeinschaft, Glaubenstradition oder Nation beschränken.

Pastor Tveit wies darauf hin, dass die Absicht des GCF darin bestünde, den Kreis der Beteiligten über bestehende Strukturen hinaus zu erweitern, jedoch nicht, eine neue Bewegung zu gründen.

Laut Tveit erklärten die am GCF teilnehmenden Gruppen: „Die Teilnahme basiert auf dem Bekenntnis zum Herrn Jesus Christus gemäss der Heiligen Schrift als Gott und Heiland und dem Wunsch, gemeinsam zu erfüllen, wozu wir berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.” Es sei falsch, dieses Forum als eine Organisation oder Gruppe anzusehen, die autorisiert sei, eine alternative Form der Ökumene zu betreiben oder Erklärungen im Namen der Partner abzugeben, sagte Tveit.

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Logo Mittelöstlicher Kirchenrat (MECC), Beirut © Logo: http://mecc.org/news/

Christliche Kirchen im Nahen Osten brauchen Einheit

Beirut/Libanon | 24.05.2018 | APD | Ökumene

"Im Orient werden die Kirchen geeint sein oder sie werden nicht mehr sein." Laut CBS KULTUR INFO stellte Prof. Souraya Bechealany, Generalsekretärin des "Mittelöstlichen Kirchenrats" (MECC), diese dramatische Formulierung der christlichen Patriarchen des Nahen Ostens vom Anfang der 1990er Jahre in den Mittelpunkt ihrer Eröffnungsansprache der Jahresversammlung des Rates, die vom 8. bis 10. Mai im Kloster von Bqennaya im Libanon stattfand. Sie stand unter dem Motto «Vereint in Mission und Vision».

Der MECC hatte jahrelang keine Versammlungen abgehalten, in Bqennaya wurde ein Neuanfang gesetzt, wie die katholische Nachrichtenagentur "AsiaNews" berichtet. Der Ökumenismus sei von entscheidender Bedeutung für die Wirksamkeit des interreligiösen Dialogs und des christlichen Zeugnisses im Nahen Osten, unterstrich Prof. Bechealany, die an der römisch-katholischen " Sankt-Joseph-Universität " in Beirut lehrt.

Prof. George Sabra, der Präsident der kleinen kirchlichen Hochschule evangelischer Prägung "Near East School of Theology", erinnerte daran, dass die Zahl der Christen im Nahen Osten in den letzten hundert Jahren drastisch zurückgegangen sei, vor allem auf Grund der Emigrationsbewegung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts seien 30 Prozent der Bewohner des Nahen Ostens Christen gewesen, heute seien es fünf Prozent. Sabra zitierte das 1994 erschienene Buch des französischen Historikers und Diplomaten Jean-Pierre Valognes "Vie et mort des Chretiens d’Orient" (Leben und Tod der Christen des Orients). Valognes hatte den Christen des Orients trotz ihrer ungeheuren Leistungen – zunächst der Übermittlung des antiken Kulturerbes an die islamische Zivilisation, dann ab dem 19. Jahrhundert der Transfer der Errungenschaften der Moderne in den Nahen Osten – keine Zukunftschancen eingeräumt, weil Islamismus und arabischer Nationalismus keine Eigenständigkeit der orientalischen Christen akzeptieren wollten. Prof. Sabra hielt aber fest, dass es nicht so sehr auf die Zahlen ankomme, als vielmehr auf das entschlossene Zeugnis für das Evangelium.

Prof. P. Gaby Hachem, der an der Theologischen Fakultät der Maronitisch-Katholischen Heilig-Geist-Universität Kaslik lehrt, unterstrich seine Hoffnung auf den MECC als "Inkarnation des Prinzips der Synodalität und Inbegriff des ökumenischen Dialogs mit dem Islam". Leider hätten in den letzten Jahren "Oberflächlichkeit und Verantwortungslosigkeit" vorübergehend dazu geführt, dass sich der MECC in eine x-beliebige NGO gewandelt habe. Das dürfe der MECC aber nicht sein, es gehe vielmehr darum, gemeinsam darauf zu hören, "was der Heilige Geist den Kirchen sagt". Der MECC brauche eine umfassende Vision, die über Fragen wie das gemeinsame Osterdatum hinausgehe.

Der (orthodoxe) frühere libanesische Kulturminister Tarek Mitri, Direktor des Fares-Instituts an der American University in Beirut, verwies darauf, dass man trotz der Präsenz von Muslim-Brüdern und rückwärtsgewandten Salafisten die "ungeheure Mehrheit" der "normalen Muslime" nicht übersehen dürfe, die sich von der Gewalttätigkeit der Islamisten distanzieren und für die aus der jahrhundertealten Tradition des Miteinanders mit den christlichen Nachbarn die "Annahme des Anderen" kein Problem ist. Umso notwendiger sei es, dass die Mitgliedskirchen des "Mittelöstlichen Kirchenrates" die Rolle der orientalischen Christen seit dem Aufkommen des Islam fortsetzen, Vermittler von Kultur und Zivilisation zu sein. Zugleich müssten die Kirchen immer wieder auf den Aufbau moderner Staaten auf der Grundlage des gleichen Bürgerrechts für alle dringen. Keinesfalls sollten sich die Christen auf das "Spiel der Angst" einlassen und diktatorische Regime als einzige Alternative zum Islamismus ansehen.

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Zentrale der Jehovas Zeugen in Solnechnoye, 40 Kilometer nordwestlich von St. Petersburg © Foto: jw.org

Russland: Staat konfisziert Hauptquartier der Jehovas Zeugen

Hannover/Deutschland | 24.05.2018 | APD | Religion + Staat

Laut einer Meldung von russland.news hat das Stadtgericht von St. Petersburg die Entscheidung einer unteren Instanz bestätigt, wonach das Eigentum der «Wachtturm-Bibel- und Traktat-Gesellschaft von Pennsylvania in New York» (Jehovas Zeugen), das diese in der Gemeinde Solnechnoye, bei St. Petersburg besass, zu konfiszieren und es in Staatseigentum zu überführen. Dies habe der Pressedienst des Gerichts am 3. Mai erklärt, so www.russland.news.

Zuvor habe besagtes Gericht der unteren Instanz festgestellt, dass das Verwaltungszentrum der Zeugen Jehovas in Russland im Jahr 2000 den Immobilienkomplex in der Gemeinde Solnechnoye, bei St. Petersburg, der «Wachtturm-Bibel- und Traktat-Gesellschaft von Pennsylvania», die auf US-Territorium registriert ist, gespendet habe. Nach Angaben des Pressedienstes des Gerichts habe das Verwaltungszentrum jedoch die Einrichtungen weiterhin wie zuvor genutzt, was der Grund dafür gewesen sei, die Transaktion für fiktiv und nichtig zu erklären. Das Anwesen sei vom Staat übernommen worden.

Der Immobilienkomplex besteht aus sechzehn Teilen – Grundstücke, Häuser und Gebäude mit einem Wert von mehr als 880 Millionen Rubel (14 Millionen Franken / 11,7 Millionen Euro).

Zuvor hatten die Beklagten dem Urteil der Vorinstanz widersprochen und beim Stadtgericht St. Petersburg Rechtsmittel eingelegt, so russland.news. Die Jehovas Zeugen hätten insbesondere argumentiert, dass gegen das materielle Recht verstossen worden sei und dass gegen die Religionsgemeinschaft anti-extremistische Gesetze ohne Grund angewendet worden seien.

Jehovas Zeugen in Russland
Der Oberste Gerichtshof in Russland hat am 20. April 2017 die Religionsgemeinschaft der Jehovas Zeugen mit rund 175.000 Mitgliedern als extremistische Organisation erklärt, ihre Aktivitäten in Russland verboten und das Vermögen eingezogen. Jehovas, Zeugen waren in Russland in 406 örtlichen Rechtskörperschaften und 2.277 Gemeinden organisiert. Wenn sich die Mitglieder weiterhin zu Gebet und Bibelstudium treffen würden, riskierten sie wegen „extremistischer Aktivitäten“ strafrechtliche Verfolgung, so Forum 18, norwegische Menschenrechtsorganisation.

Jehovas Zeugen weltweit
Weltweit zählt die Glaubensgemeinschaft der Jehovas Zeugen 8.341.000 Mitglieder in 119.500 Gemeinden in 240 Ländern und Territorien.

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Prof. Dr. Thomas Schirrmacher © Foto: www.thomasschirrmacher.info

Deutschland verweigert oft Konvertiten vom Islam zum Christentum das Asyl

Bonn/Deutschland | 24.05.2018 | APD | Religion + Staat

„Es ist ein Skandal, dass derzeit fast allen Konvertiten vom Islam zum Christentum das Asyl verweigert wird“, beklagt der Theologe und Menschenrechtsexperte Professor Dr. Thomas Schirrmacher in der aktuellen Ausgabe der Presseinformationen Bonner Querschnitte (BQ). Selbst in Deutschland würden Christen, aber auch Atheisten, die zuvor Muslime waren, von ihren Landsleuten bedroht. Das hindere aber das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nicht daran, derzeit in grosser Zahl Konvertiten vom Islam zum Christentum das Asyl zu verweigern und schnell abzuschieben, so BQ.

Dolmetscher besser überprüfen
Schirrmacher, der auch Stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz ist, forderte, dass das Bundesamt unparteiische Übersetzer in Anspruch nehmen müsse. Das BAMF baue seine Urteile oft auf den ungenügenden Übersetzungen von muslimischen Dolmetschern auf, wenn es prüfe, ob die Bekehrung echt gemeint sei oder nicht. Auch der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hätten in ihrer Stellungnahme zu Übergriffen gegen Christen in Flüchtlingsunterkünften unter anderem angemahnt, die Dolmetscher besser zu überprüfen, die oft zu Lasten der Christen oder Konvertiten zum Christentum falsch übersetzen würden.

Der Schaden, den die Übersetzer gerade auch für christliche Asylsuchende anrichten könnten, sei laut Schirrmacher schwer abschätzbar. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Dolmetscher Aussagen von Christen aus mangelndem Wissen falsch übersetzten oder weil ihre eigene religiöse Sozialisation sie gegenüber christlichen Aussagen ablehnend gemacht habe oder direkt aus der Absicht heraus, Christen zu schaden.

Wie den wahren Glauben beurteilen?
Wie wollen Entscheider des BAMF die hochkomplizierte und hochsensible Frage, ob die Bekehrung zum Christentum vorgetäuscht ist oder nicht, mit schlechten und parteiischen Übersetzern beantworten, fragt Thomas Schirrmacher. Sie sei doch schon in bestem Deutsch beider beteiligter Seiten schwer genug zu ermitteln. Neben den Übersetzern sei auch zu beklagen, dass sich bei den Entscheidern religiös meist völlig „unmusikalische“ Menschen anmassten, den wahren Glauben eines Menschen anderer Sprache zu beurteilen, der äusserlich gesehen getauft ist, sich in einer Kirchengemeinde integriert hat und ein gutes Zeugnis seines Pfarrers ausgestellt bekam.

Natürlich dürfe und müsse das Bundesamt prüfen, ob die Asylgründe vorgeschoben seien. Aber letztlich sei es egal, ob ein Iraner oder ein Afghane den Islam nur zum Schein verlassen habe oder tatsächlich. „Einmal in den Iran heimgekehrt, gilt er so oder so als Apostat, der entweder offiziell verhaftet wird oder noch häufiger einfach verschwindet“, so der Menschenrechtsexperte.

Professur für Religionsfreiheit und Erforschung der Christenverfolgung
Die Freie Theologische Hochschule Giessen (FTH) hat einen „Stiftungslehrstuhl für Religionsfreiheit und die Erforschung der Christenverfolgung“ eingerichtet. Dazu wurde bereits im November letzten Jahres der württembergische evangelische Pfarrer sowie Religions- und Missionswissenschaftler Christof Sauer als Professor berufen. Es handelt sich um den ersten Lehrstuhl dieser Art an einer deutschen Hochschule. Sauer war zuvor Forschungsdirektor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (IIRF). Er habilitierte sich 2013 mit einer Arbeit über „Martyrium und Mission“ an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. Ziel des ausschliesslich durch Spenden finanzierten Lehrstuhls ist laut FTH der Aufbau eines wissenschaftlichen Kompetenzzentrums zur Erforschung der Religionsfreiheit und der Christenverfolgung. Im Mittelpunkt stehe dabei die Erarbeitung von Studien zur Situation verfolgter Christen weltweit und über die Bedeutung von Religionsfreiheit als Grundrecht aller Menschen. Zum offiziellen Start des neuen Lehrstuhls reisten zu einem Festakt am 18. Mai Vertreter verschiedener Konfessionen und der Politik nach Giessen an.

Institut für Religionsfreiheit in Friedensau
Seit den 1990er Jahren gibt es an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg ein Institut für Religionsfreiheit. Dessen gegenwärtiger Leiter, der Jurist Dr. Harald Mueller, nahm zuletzt Stellung zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 17. April 2018 zur Kirchenmitgliedschaft als Einstellungsvoraussetzung für eine berufliche Tätigkeit in Kirche und Diakonie.

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Ablösung der Menschenrechte vom Gottesbegriff "endet in einem nihilistischen 'Recht' des Menschen sich selbst zu verneinen © Foto: Wiki-Commons (Torvindus) - CC

Bisher unveröffentlichter Text Benedikts XVI. zu Menschenrechten

Vatikanstadt | 24.05.2018 | APD | Menschenrechte

Aus Sicht des früheren Papstes Benedikt XVI. ist der Glaube an Gott die beste Begründung für das Konzept der Menschenrechte. Gleichzeitig begrenze er diese aber auch so, dass der Mensch sie nicht ins Gegenteil verkehren könne und dürfe. Das sind laut Kathpress, katholische Presseagentur Österreich, die wesentlichen Aussagen eines bisher unveröffentlichten Textes von Benedikt XVI., der in diesen Tagen in einem neuen Buch mit ausgewählten Beiträgen und Reden des emeritierten Papstes zum Thema Glaube und Politik erscheint.

Den Aufsatz "Die Multiplikation der Rechte und die Zerstörung des Rechtsbegriffs" hatte Benedikt XVI. (2005-2013) im Herbst 2014 in Reaktion auf ein Buch des italienischen Philosophen und Politikers Marcello Pera verfasst. In dessen Buch "Kirche, Menschenrechte und die Abkehr von Gott" gehe es darum, was geschieht, wenn "der Begriff der Menschenrechte vom Gottesbegriff abgelöst wird", so Benedikt XVI.

Dieser fasst die von ihm geteilte Analyse Peras so zusammen: "Die Multiplikation der Rechte ... endet in einem nihilistischen 'Recht' des Menschen sich selbst zu verneinen". Abtreibung, Suizid und die "Produktion eines Menschen als Sache" würden dann als Rechte des Menschen angesehen, "die ihn zugleich verneinen".

Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. hatte laut Kathpress bereits 2005 und 2009 Beiträge zu Büchern Peras verfasst. Die nun veröffentlichte Stellungnahme ist in Form eines Briefes an den Philosophen und langjährigen Forza-Italia-Politiker gehalten. Darin befasst sich der emeritierte Papst zunächst mit dem Thema Menschenrechte in päpstlichen Lehraussagen. Nach der Verurteilung im 19. Jahrhundert habe es mit der Enzyklika "Pacem in terris" von Johannes XXIII. (1958-1963) eine Wende gegeben.

Besonders wichtig sei das Thema Menschenrechte aber im Denken Johannes Pauls II. (1978-2005) geworden. Im Gottesgehorsam der ersten Christen als Widerstand gegen den Absolutheitsanspruch des Römischen Kaisers habe der Papst aus Polen eine urchristliche Begründung der Allgemeinen Menschenrechtserklärung von 1948 gesehen. Diese wiederum seien für ihn ein geeignetes Instrument im Kampf gegen die Ideologien des Nationalsozialismus und Kommunismus gewesen, so Kathpress.

Der neue Band "Die Freiheit befreien - Glaube und Politik im dritten Jahrtausend" mit politischen Texten und Reden des Theologen Joseph Ratzinger und späteren Papstes Benedikt XVI. erscheint weltweit am 14. Mai. In Italien ist er seit 10. Mai im Handel. Die deutsche Fassung soll gemäss Kathpress im Herder Verlag erscheinen. Das Vorwort verfasste Papst Franziskus.

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Bibelverbreitung in Ruanda © Foto: United Bible Societies

Weltverband der Bibelgesellschaften verbreitet erstmals über 38 Millionen Bibeln

Stuttgart/Deutschland und Biel/Schweiz | 24.05.2018 | APD | Bibel

Der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies, UBS) hat im vergangenen Jahr 38,6 Millionen gedruckte und digitale Bibeln verbreitet. Das geht aus dem „Global Scripture Distribution Report 2017“ hervor. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Steigerung um 4,3 Millionen Bibeln. Insgesamt verbreiteten die Bibelgesellschaften 354,9 Millionen biblische Schriften (2016: 401,4 Millionen), einschliesslich Bibeln, Neue Testamente, Evangelien und Auswahlschriften.

Die meisten gedruckten Bibeln seien weiterhin in Brasilien verbreitet worden. 5,27 Millionen waren es 2017. In der aktuellen Statistik folgen China mit 3,93 Millionen und die USA mit 2,41 Millionen Ausgaben. Die Bibelgesellschaft in Indien verkaufte und verteilte 2,05 Millionen Bibeln. Auf den Philippinen waren es 1,37 Millionen. Rund 70 Prozent aller Bibeln weltweit kämen nach Schätzungen des Weltverbandes von den Bibelgesellschaften. Jede fünfte Bibel sei inzwischen ein digitaler Download. Die Gesamtzahl der verbreiteten Evangelien und Auswahlschriften variiere häufig, da viele dieser Publikationen zu speziellen Anlässen wie den Olympischen Spielen oder zu Fussball-Weltmeisterschaften erscheinen würden.

Besonders stark hätten sich die Bibelgesellschaften in Krisen- und Kriegsgebieten engagiert. So habe die Bibelgesellschaft im Südsudan seit Beginn der dortigen Konflikte im Dezember 2013 mehr als 250.000 Bibeln verteilt. Die Ukrainische Bibelgesellschaft gab laut Report 2017 rund 190 000.Bibeln, Neue Testamente und biblische Auswahlschriften an Flüchtlinge, Soldaten und Verwundete weiter. In Syrien, Jordanien, im Libanon und Irak seien seit 2011 mehr als 350.000 vollständige Bibeln verbreitet worden.

Mit der Bibel lesen lernen
Bibelgesellschaften hätten 2017 darüber hinaus in 57 Staaten biblische Materialien für Leselernprogramme publiziert. Die Materialien gebe es in mehr als 50 Sprachen. Dadurch habe sich für über 100.000 Menschen die Chance ergeben, mit der Bibel lesen zu lernen. Dafür seien 4,6 Millionen Hefte und Bücher gedruckt worden.

Der „Global Scripture Distribution Report“ berücksichtigt ausschliesslich die Zahlen von Verlagen und Organisationen, die dem Weltverband angehören. Der Weltverband der Bibelgesellschaften ist der internationale Zusammenschluss von 148 nationalen Bibelgesellschaften, zu denen auch die Schweizerische, die Deutsche und die Österreichische Bibelgesellschaft gehören. Die Bibelgesellschaften sind in rund 200 Ländern aktiv.

Die Schweizerische Bibelgesellschaft bietet kostenlos eine eigene Bibelleseplan-App auf Deutsch („Bibellese“) und auf Französisch („Perles“) an.

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Impfaktion von ADRA im Südsudan © Foto: ADRA-UK

Südsudan: Impfmitarbeiter von ADRA in Hinterhalt getötet

Watford/England | 24.05.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Das nicht gekennzeichnete Auto von Robert Agoyo, Impfmitarbeiter des Hilfswerks ADRA Südsudan, geriet bei Lwoki am 24. April in einen Hinterhalt und unter Beschuss. Auf der Flucht wurde Robert Agoyo von Kugeln getroffen und starb. Zwei seiner Mitreisenden wurden verletzt. Er war auf der Rückreise von einem Besuch im Spital bei seiner Frau, die wegen Komplikationen bei der Geburt hospitalisiert war. Die Leitung der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Südsudan nehme an, dass der Angriff von bewaffneten Räubern ausging, schreibt die Kommunikationsabteilung der Siebenten-Tags-Adventisten für Grossbritannien und Irland (BUC).

Demnach arbeitete Robert Agoyo als Impfmitarbeiter von ADRA Südsudan in einem Gesundheitsprojekt, das von ADRA Grossbritannien finanziert wird. «Unser Beileid, unsere Gedanken und Gebete sind bei seiner Frau und Familie in dieser schwierigen Zeit», so ADRA.

Die Arbeit des Gesundheitsprojekts werde durch einen Konflikt zwischen zwei Clans im Norden Terekekas, 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Juba, weiter erschwert. Eine Konfrontation zwischen diesen bewaffneten Clans in Tombek und Muni habe am 24. April sieben Verletzte und fünf Toten zur Folge gehabt, so ADRA. Aufgrund des Konflikts musste das Hilfswerk die Gesundheitsdienste in der Region bis auf weiteres einstellen.

Für das medizinische Personal im Bürgerkrieg im Südsudan sei die Arbeit extrem herausfordernd und gefährlich. In Ermangelung eines funktionierenden Staates seien es die NGOs, wie ADRA, die den grössten Teil der Bevölkerung des Südsudans medizinisch versorgen müssten, auch mit medizinischer Grundversorgung. Sie würden ständig mit grossen Hindernissen konfrontiert, um Menschenleben in einem vom Bürgerkrieg heimgesuchten Land zu retten, schreibt das Hilfswerk.

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Projektbegünstigte mit je einer Ziege und Gartenutensilien © Foto: ADRA Haiti

Haiti: ADRA schliesst von Glückskette unterstütztes Projekt erfolgreich ab

Zürich/Schweiz | 24.05.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat ein auf vier Monate angelegtes Projekt, das die Verbesserung der Nahrungsmittelsicherheit und die wirtschaftliche Erholung von 2.500 Menschen in Grand'Anse, Departement im Süden Haitis, zum Ziel hatte, erfolgreich abgeschlossen. Die Betroffenen lebten nach dem Erbeben 2010 und den Hurrikans 2012 und 2016 in bitterer Armut. Das Projekt wurde von der Glückskette mitfinanziert.

Der Hurrikan Matthew habe 2016 im Departement Grand'Anse auf Haiti schwere Schäden hinterlassen. Die landwirtschaftliche Fläche sowie ein Teil der Ernte, Werkzeuge sowie Häuser seien zerstört worden und Tiere umgekommen. In verschiedenen Orten sei auch die Cholera ausgebrochen, was die Widerstandskraft der bereits geschwächten Bevölkerung zusätzlich reduziert habe, schreibt ADRA Schweiz.

Den begünstigten Familien sind laut dem Hilfswerk Nahrungsmittelpakete übergeben worden, die das Überleben bis zur nächsten Ernte sicherten. Ausserdem erhielten die Menschen Samen für Bohnen, Bananen, Kürbis und anderes lokales Gemüse, um ihre Gärten bewirtschaften zu können, sowie Gartenwerkzeuge. Jede Familie erhielt für die Milch und Fleischproduktion auch eine Ziege und jede zehnte Familie zusätzlich einen Ziegenbock. Die Ziegenböcke standen nicht nur den begünstigten Familien sondern der ganzen Bevölkerung, die Ziegen hält, zur Verfügung. Die Zeit bis zur ersten Ernte im Januar 2018 habe mit dem Projekt überbrückt werden können, schreibt das Hilfswerk.

Das Projekt hatte einen Umfang von 243.000 Franken. Es wurde von ADRA Schweiz sowie der Glückskette finanziert und von ADRA Haiti implementiert.

ADRA Schweiz
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz (www.adra.ch) wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde 2013 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre rezertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch. Das ADRA Netzwerk besteht aus 126 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

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Notbehausung für venezolanische Migranten in Brasilien © Foto: ADRA International

500.000 Franken Nothilfe für venezolanische Migranten in Brasilien

Silver Spring, Maryland/USA | 24.05.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA International hat vom US-Büro für internationale Katastrophenhilfe (Office of U.S. Foreign Disaster Assistance OFDA) der staatlichen Entwicklungshilfebehörde (United States Agency for International Development USAID) 500.000 US-Dollar/Schweizer Franken erhalten. Damit kann ADRA den 4.650 Migranten aus Venezuela, die das Hilfswerk in den brasilianischen Städten Pacaraima und Boa Vista, im nördlichen Bundesstaat Roraima, an der Grenze zu Venezuela betreut, zusätzliche Nothilfe zukommen lassen.

«ADRA ist dankbar für die Unterstützung von USAID/OFDA. Diese finanzielle Zuwendung ist ein starker Beweis für unsere langjährige Partnerschaft mit USAID/OFDA und die lebensrettende Nothilfe von ADRA, um den dringenden Bedürfnissen der am stärksten gefährdeten Menschen gerecht zu werden», sagte Imad Madanat, Vizepräsident für Programme von ADRA International. «Es ist unsere Hoffnung, dass wir die Unterstützung für das Wohlergehen der venezolanischen Bevölkerung erhöhen und die Belastung der Gastgemeinden verringern können», so Madanat in einer Medienmitteilung von ADRA International.

Zur Bewältigung der Migrantenkrise werde ADRA eng mit der brasilianischen Regierung zusammenarbeiten, um die Verteilungspunkte für die Nothilfegüter festzulegen, so das Hilfswerk. Um die Ausbreitung von Krankheiten zu minimieren, werde das Hilfswerk Hygieneförderungs- und Sensibilisierungsaktivitäten auf Spanisch durchführen. Dabei liege der Schwerpunkt auf grundlegenden Hygienepraktiken wie Händewaschen mit Seife und Latrinengebrauch. Trinkwasser und Bettwäsche werde ebenfalls von ADRA bereitgestellt.

Die brasilianische Stadt Boa Vista, mit 332.000 Einwohnern, hat laut ADRA mehr als 40.000 Migranten aus Venezuela aufgenommen. Gemäss einem Bericht des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) hätten bis Anfang Mai mehr als 52.000 Personen aus Venezuela, in Brasilien Zuflucht gesucht. Täglich kämen 800 Personen dazu.

Seit 2015 belasteten wirtschaftliche und politische Schwierigkeiten die venezolanische Bevölkerung mit grosser Nahrungsmittelknappheit, Preisschwankungen sowie zunehmender Kriminalität und Armut.

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Bei Stress, Angst oder Überforderung greifen manche Menschen zu Alkohol © Foto : Jarmoluk/pixabay

«Dreimal täglich – wenn Alkohol zum Medikament wird» Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme vom 24. Mai

Lausanne/Schweiz | 24.05.2018 | APD | Gesundheit & Ethik

Manche Menschen greifen zu Alkohol, um psychische oder körperliche Leiden zu lindern. Damit steigt das Suchtrisiko. Zudem können Symptome der Grunderkrankung stärker werden. Dies schreibt die Stiftung «Sucht Schweiz» zum Nationalen Aktionstag Alkoholprobleme vom 24. Mai. Stand- und Plakataktionen, Theater oder Kinoabende sollen das Thema der Öffentlichkeit näherbringen und auf Hilfsangebote von Organisationen der Suchtberatung aufmerksam machen.

«Dreimal täglich – wenn Alkohol zum Medikament wird», lautet das Motto des diesjährigen Nationalen Aktionstages Alkoholprobleme. Menschen mit bestimmten Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Alkoholprobleme, schreibt Sucht Schweiz. Eine mögliche Erklärung sei die «Selbstmedikation»: Manche Patienten und Patientinnen mit einer psychischen Problematik versuchten mit einem Suchtmittelkonsum, Symptome zu lindern. Studien belegten, dass Menschen mit bestimmten psychiatrischen Erkrankungen stärker gefährdet seien, einen problematischen Alkoholkonsum zu entwickeln als psychisch Gesunde. Bei Depressionen sei das Risiko zwei Mal so hoch und bei bipolaren Störungen (Extremschwankungen der Stimmungen und des Antriebs) gar sechs Mal.

«Ohne Alkohol nicht zu ertragen»
Aussagen von Betroffenen zeugen laut der Stiftung davon, wie gross der Leidensdruck sein kann: «Wenn ich abends alleine zu Hause sitze und etwas trinke, kann ich das besser ertragen».

«Ich war nicht imstande, meine Wohnung zu verlassen, um an die frische Luft zu gehen. Ich dachte, das einzige, was mir guttun könnte, sei das Trinken».

«Sobald ich schwierige Aufgaben am Arbeitsplatz zu erwarten habe, muss ich vorher etwas trinken, sonst könnte ich das gar nicht durchstehen».

Alkohol – kein Mittel gegen Ängste
«Ich brauche den Alkohol, weil ich meine Ängste sonst nicht ertragen könnte». Der Alkoholkonsum könne kurzfristig gewisse Symptome wie Stress oder Angstzustände verringern und so die positive Erwartung an den Alkohol verstärken. Dies könne auch einen langfristigen Konsum begünstigen, der wiederum neue Angststörungen hervorrufen oder bestehende verstärken könne. Sowohl die Angststörung als auch die Alkoholkrankheit beeinflussten den Verlauf und die Behandlung der jeweils anderen Erkrankung negativ, so Sucht Schweiz.

Alkohol – kein Mittel gegen Schlafstörungen
Auch bei weiteren Beschwerden wie chronischen Schmerzen, Stress und Schlafstörungen würden manche Menschen zu Alkohol greifen, um ihr Leiden zu lindern. Dass Alkohol die Schlafqualität nicht verbessere, sondern verschlechtere, sei vielfach belegt, heisst es in der Medienmitteilung. Ältere Personen bildeten eine Risikogruppe, da sie altersbedingt vermehrt von solchen Beschwerden betroffen seien.

Alkohol - kein Mittel gegen Beschwerden
Das Fazit von Fachleuten fällt laut der Stiftung nüchtern aus: Alkohol ist kein geeignetes Mittel, um Beschwerden zu lindern. Dies gelte für alle Personen und insbesondere für Menschen mit einer psychiatrischen Erkrankung oder Schmerzen. Das Risiko, eine Konsumstörung zu entwickeln oder das Grundleiden zu verschlimmern, sei bei einem solchen Konsummotiv erhöht.

Aktionen in der ganzen Schweiz am Nationalen Aktionstag Alkoholprobleme
Aktivitätenliste für die Regionen am Nationalen Aktionstag vom 24. Mai:
https://www.aktionstag-alkoholprobleme.ch/index.php?lg=D&pg=5

Der Nationale Aktionstag Alkoholprobleme wird von den drei sprachregionalen Fachverbänden Fachverband Sucht, Groupement Romand d’Etudes des Addictions, INGRADO – Servizi per le dipendenze sowie vom Blauen Kreuz, von den Anonymen Alkoholikern (AA), von der Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin (SSAM) und von Sucht Schweiz getragen. Der Aktionstag wird durch den Nationalen Alkoholpräventionsfonds finanziert.

Mehr Informationen zum Aktionstag: www.aktionstag-alkoholprobleme.ch

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Neue Webseite von APD-Schweiz © Screenshot: www.apd.media

Adventistischer Pressedienst APD Schweiz mit neuer Webseite

Basel/Schweiz | 24.05.2018 | APD | Medien

Am 29. April hat der Adventistische Pressedienst APD Schweiz die neue Webseite online geschaltet. Neben erneuertem Layout und anderer Struktur der Webseite wurde sie auch für Social Media tauglich gemacht.

Der Adventistische Pressedienst APD Schweiz (www.apd.media) wurde 1974 gegründet und ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz (Schweizer Union). Er pflegt eine enge redaktionelle Zusammenarbeit mit dem APD Deutschland, der 1984 gegründet wurde (www.apd.info). APD Schweiz und Deutschland arbeiten journalistisch unabhängig.

Der Adventistische Pressedienst berichtet über die Bereiche Theologie, Kirche/Religion & Staat, Ökumene, Menschenrechte/Religionsfreiheit, Gesundheit, ADRA, Bibel, Medien, Buchrezensionen usw. Sämtliche APD-Meldungen können mit Quellenangabe «APD» kostenlos genutzt werden.

APD Schweiz publiziert pro Tag eine bis zwei Meldungen, die säkularen und kirchlichen Medien jeweils per Emailverteiler zugestellt werden. Seit 1997 werden die Meldungen auch auf der Webseite veröffentlich, die alle über eine Volltext-Suchmaschine zugänglich sind. APD-Meldungen können auf der Webseite auch als RSS-Feed abonniert werden.

APD-Meldungen auf Twitter und Facebook
Seit 2015 werden die APD-Meldungen auch über Twitter (https://twitter.com/apd_ch) und Facebook (https://www.facebook.com/AdventistenSchweiz/) publiziert.

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Jared Martin, adventistischer Pastor, hat eine App zum Bibelstudienheft entwickelt © Foto: Adventist Record

Bibelstudienheft der Adventisten per App kostenlos in 29 Sprachen zugänglich

Wahroonga, NSW/Australien | 24.05.2018 | APD | Medien

Pastor Jared Martin, der zwei Adventgemeinden in Brisbane, an der Ostküste Australiens betreut, hat eine App zum adventistischen Bibelstudienheft entwickelt. Laut Adventist Record (AR) ist das vierteljährlich erscheinende Bibelstudienheft der Siebenten-Tags-Adventisten damit überall und jederzeit in 29 Sprachen auf Smartphones, Tablets aber auch in einer Webversion kostenlos zugänglich.

Im ersten Teil des adventistischen Gottesdienstes, der «Sabbatschule», wird weltweit über ein biblisches Thema in Gruppen diskutiert, auf das sich die Gesprächsteilnehmenden während der Woche mithilfe des entsprechenden Abschnitts im Bibelstudienheft vorbereiten können.

Als er 2016 in Skandinavien an einer adventistischen Schule tätig gewesen sei, habe er keinen Zugang zu einer gedruckten Ausgabe eines Bibelstudienhefts auf Englisch gehabt, so Jared Martin. Und mit den damals bestehenden Apps zum Bibelstudienheft habe es Probleme gegeben. Dieses Erlebnis und der Kontakt mit Vitaliy Lim, einem Softwareentwickler aus Kanada und Chefentwickler einer neuen, quelloffenen «Sabbath School-App» für Apple und Android, sei ausschlaggebend für die Entwicklung der App gewesen, sagte der Pastor. «Es ist nun 2018 und wir glauben, dass die Bibelstudienhefte überall, jederzeit und in so vielen Sprachen wie möglich verfügbar sein sollten», sagte Jared Martin. Der Vorteil einer App bestehe auch darin, dass sie kostenlos sei und nie verloren gehen könne.

App für Bibelstudienheft von Freiwilligen entwickelt
Mitwirkenden an Entwicklung und Unterhalt der App seien zehn Freiwillige aus der ganzen Welt im Alter zwischen 25 bis 30 Jahren. «Wir stellen unsere Zeit zur Verfügung, weil wir überzeugt sind, dass das Bibelstudienheft ein fantastischer Weg ist, um die Bibel zu studieren und mehr über unseren wunderbaren Gott zu erfahren", sagte Jared Martin.

Das Bibelstudienheft sei derzeit in 29 Sprachen verfügbar, darunter Chinesisch, Deutsch, Indonesisch, Koreanisch, Malaiisch, Russisch und Spanisch. Er hoffe, bald neben Fidschi weitere südpazifische Sprachen in die App aufnehmen zu können, so Martin.

Das Bibelstudienheft von Adventech ist als «Sabbath School App» über Google Play und den Apple App Store erhältlich. Eine Web-Version der App ist ebenfalls verfügbar: http://sabbath-school.adventech.io und die Version auf Deutsch unter: http://sabbath-school.adventech.io/de/

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Screenshot www.apd.info © Foto: Herbert Bodenmann /APD

Adventistischer Pressedienst APD Deutschland mit neuer Webseite

Ostfildern/Deutschland | 24.05.2018 | APD | Medien

Die Deutschlandredaktion des Adventistischen Pressedienstes APD in Ostfildern bei Stuttgart hat eine neue Webseite online geschaltet. Neben erneuertem Layout und leicht veränderter Struktur der Webseite wurde sie auch für Social Media tauglich gemacht.

Den Adventistischen Pressedienst APD Deutschland (www.apd.info) gibt es seit 1984. Er ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Er pflegt eine enge redaktionelle Zusammenarbeit mit dem APD Schweiz in Basel, der 1974 entstand (www.apd.media). APD Schweiz und Deutschland arbeiten journalistisch unabhängig.

Der Adventistische Pressedienst berichtet über die Bereiche Theologie, Kirche/Religion & Staat, Ökumene, Menschenrechte/Religionsfreiheit, Gesundheit, ADRA/Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, Bibel, Medien, Buchrezensionen usw. Sämtliche APD-Meldungen können mit Quellenangabe „APD“ kostenlos genutzt werden.

APD Deutschland publiziert mehrere Meldungen pro Woche, die säkularen und kirchlichen Medien zugestellt werden. Sie sind auch über life PR erhältlich. Seit 2007 werden die Meldungen ausserdem auf der Webseite www.apd.info veröffentlicht und sind über eine Volltext-Suchmaschine zugänglich. APD-Meldungen können auf der Webseite auch als RSS-Feed abonniert werden.

APD-Meldungen auf Twitter und Facebook
Seit 2013 gibt es die APD-Meldungen zudem über Twitter (https://twitter.com/apd.info) und Facebook (https://www.facebook.com/AdventistischerPressedienstDeutschland).

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Studio von Radio Atventista Boneiru 91.1 FM © Foto: AWR Facebook/Inter-American Division

Erster adventistischer Radiosender in den Niederländischen Antillen

Miami, Florida/USA | 24.05.2018 | APD | Medien

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten auf dem Gebiet der ehemaligen Niederländischen Antillen eröffnete Anfang Mai ihren ersten Radiosender auf der Insel Bonaire. Leiter der Freikirche, Kirchenmitglieder und Regierungsbeamte feierten das historische Ereignis am neuen Standort in Kralendijk, der Hauptstadt von Bonaire, berichtete die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Mittelamerika (IAD-News).

„Die Kirche ist unverzichtbar im Leben vieler Menschen hier in Bonaire“, sagte der Regierungschef von Bonaire, Edison Rijna. Er gratulierte der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu ihrem Beitrag für die Inselgemeinschaft. „Die geistlichen Botschaften, die von nun an über das adventistische Radioprogramm verbreitet werden sollen, werden einen positiven Einfluss speziell auf die christliche Gemeinschaft in Bonaire haben“, so Rijna.

Der neue Radiosender werde bald 24 Stunden am Tag lokale Programme senden, sagte Pastor Shurman Kook, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten auf dem Gebiet der Niederländischen Antillen. Spenden dafür kamen von Kirchenmitgliedern, und Adventist World Radio (AWR) spendete die Sendetechnik für das neue Studio des Senders „Radio Atventista Boneiru 91.1 FM“. Es befindet sich auf dem Gelände der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Kralendijk und wird von Pastoren und ehrenamtlichen Mitgliedern der Kirche betrieben.

Programm in der Landesprache
Radio Atventista Boneiru 91.1 FM sende in Papiamento, der Hauptsprache von Bonaire. Musik werde auch in Englisch, Spanisch und Niederländisch gespielt, so IAD-News. Sobald die Genehmigung des entsprechenden Aufsichtsgremiums vorliege, soll täglich 12 Stunden lang gesendet und das Programm am Abend wiederholt werden. Der Sender im Internet: http://radio.garden/live/bonaire/radio-atventista-boneiru-91-1-fm/

Vorgeschichte des Senders
Laut Präsident Shurman Kook habe die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten schon länger geplant, einen eigenen Radiosender zu betreiben. Der Erwerb einer Sendelizenz hätte jedoch ein Vermögen gekostet und die Sende-Frequenzen seien bereits belegt gewesen. Im Jahr 2016 habe sich jedoch unerwartet die Möglichkeit aufgetan, die Lizenz eines in Konkurs gegangenen Radiosenders in Bonaire zu erhalten. Bonaire hat eine Einwohnerzahl von rund 19.000 Menschen. Davon sind 414 getaufte Siebenten-Tags-Adventisten, die in drei Kirchengemeinden und einer Gruppe jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, ihren Gottesdienst feiern.

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