APD-INFORMATIONEN 8/2018 - AUGUST 2018

ADRA-Freiwilliger beim Dachdecken in Biembach, bei Burgdorf/BE © Foto: Herbert Bodenmann/APD Schweiz

«Ein sensationeller Einsatz von ADRA» - Freiwillige helfen Bauernfamilie

Biembach/Schweiz | 17.08.2018 | APD | Schweiz

Das Hilfswerk ADRA Schweiz (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe) hat im April eine und im August zwei Freiwilligenwochen durchgeführt. Die Freiwilligen deckten am Bauernhaus mit Scheune in Biembach bei Burgdorf/BE das Dach neu ein, betonierten ein Stall- und Stützmauer sowie einen Abstellplatz, bauten zwei Zimmer sowie ein Büro im Obergeschoss aus und überholten die Landmaschinen. Die Genossenschaft für Leistungsorientiertes Bauen (GLB), eine Bauernorganisation mit Sitz in Langnau, war für die Planung und Bauführung zuständig. Die Finanzierung der Sanierung wurde über die Berghilfe, die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB und ADRA sichergestellt und koordiniert.

Die Genossenschaft für Leistungsorientiertes Bauen (GLB) stellte einen Dachdecker, der das Entfernen der alten sowie das Eindecken mit neuen Ziegeln leitete und einen Zimmermann, der die Freiwilligen beim Innenausbau führte. Die Arbeit sei sehr gut vorangegangen, sagte Monika Stirnimann, Verantwortliche bei ADRA Schweiz für die Freiwilligenwochen, gestört hätten einzig die vielen Wespennester im Dachstock.

Nach anfänglicher Skepsis der GLB-Fachleute, wie die Zusammenarbeit mit den Freiwilligen klappen würde, seien sie erstaunt gewesen, sagte Michael Gerber, der für Planung und Bauleitung zuständig ist, beim Pressetermin auf der Baustelle: «Das war ein hervorragender Einsatz».

«Es imponiert mir sehr, was ich bei der Führung durch die Baustelle gesehen habe», sagte Margaretha Leuenberger, Gemeinderätin in Hasle bei Burgdorf, die zuständig für Soziales, Kultur und Sport ist. Sie dankte den Freiwilligen im Namen der Bauernfamilie für ihr Engagement.

Heinz Aebersold, technischer Leiter bei «bergversetzer», einem Gemeinschaftsprojekt der Berghilfe und dem SAB, sagte, dass es das breite Spektrum beruflicher Qualifikationen der Freiwilligen und deren Einsatzwille erlaube, vielfältigste Projekte anzugehen. Nach mehr als 20 Jahren der Zusammenarbeit mit ADRA Schweiz könne er nur festhalten: «Ein sensationeller Einsatz von ADRA».

Berufsgruppen der Freiwilligen
In der ersten Woche im April hätten 12 Freiwillige gearbeitet, so Monika Stirnimann, in der zweiten Woche im August seien es 13 gewesen und in der dritten Woche 16 Personen. Laut Stirnimann sind die Hilfeleistenden im Alter von 18 bis 80 Jahren und in ihrem Berufsleben Zimmermann, Elektriker, Fachperson Pflegeberufe, Schneiderin, Hausfrau, Dachdecker, Elektronik Ingenieur, IT-Fachmann, Förster, Schreiner, Lehrerin, Bauer, Pastor, Ärztin und Spengler sowie pensionierte Allrounder.

Unterkunft, Verpflegung und Finanzierung
Die Freiwilligen des Einsatzes waren in einem Pfadiheim in der Nähe untergebracht. Pro Woche standen zwei Freiwillige im Einsatz, um für das leibliche Wohl zu sorgen. Das Hilfswerk führe die Freiwilligenwoche seit 1993 durch und müsse rund 5.000 Franken pro Einsatzwoche aufwenden, vorwiegend für Verpflegung, Reise und Unterkunft der Freiwilligen, so Monika Stirnimann. ADRA versichere die Freiwilligen während dem Einsatz. Einige Freiwillige verzichteten auch auf die Spesenentschädigung und spendeten sie dem Hilfswerk.

Die Freiwilligenwochen seien deshalb so kostengünstig, weil die Freiwilligen ihre Zeit und die Bauern die meisten Arbeitsgeräte sowie die Baumaterialien zur Verfügung stellten. Dieses Jahr habe ADRA noch 12.000 Franken von zwei Sponsorenläufen im 2017 für den Kauf von Isolationsmaterial für die Zimmer im Obergeschoss einsetzen können. Eine Frau habe zudem ADRA 2.000 Franken gespendet, damit das Hilfswerk der Bauernfamilie einige Möbel kaufen könne, so Stirnimann.

Normalerweise arbeitet ADRA Schweiz mit „bergversetzer“ zusammen. Diese Organisation prüft, dass sich die wirtschaftliche oder die Wohnsituation der Bauernfamilie mittels baulicher Massnahmen während der Freiwilligenwoche massiv verbessert. Ohne diese Freiwilligeneinsätze hätten viele der Bauernfamilien keine Chance auf eine Renovation oder einen Ausbau, so Stirnimann.

Weitere Infos zur Freiwilligenarbeit von ADRA Schweiz:
https://www.adra.ch/de/freiwilligenarbeit/

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Cover des neuen Basler Gebetsbuchs: «Du weisst, wer wir sind» © Foto: Informationsstelle Evangelisch–reformierte Kirche Basel–Stadt/TVZ

Evangelisch-reformierte Kirche in Basel mit neuem Gebetsbuch

Basel/Schweiz | 21.08.2018 | APD | Schweiz

Über 150 Gebete von 84 Autorinnen und Autoren versammelt das neue Basler Gebetbuch «Du weisst, wer wir sind». Aussergewöhnlich daran sei, dass ein Teil der Gebete von Mitgliedern der Basler Migrations- und Auslandkirchen stamme, schreibt die evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt in einer Medienmitteilung.

200 Jahre lang seien von Basel aus Menschen im Namen der Balser Mission in fremde Länder gereist, um den Menschen dort ihren Glauben zu vermitteln. Jetzt habe sich dies umgekehrt: Menschen aus fernen Ländern würden ihre Form des christlichen Glaubens nach Basel bringen und lebendige Migrationsgemeinden bilden. Die neue Auflage des Basler Gebetsbuchs trage dieser Entwicklung Rechnung, indem auch Mitglieder von Basler Migrationsgemeinen zur Mitarbeit am neuen Basler Gebetbuch gewonnen werden konnten, so die Medienmitteilung.

Weil reformierte Pfarrer in den Gottesdiensten vorformulierte, schriftliche Gebete benutzten, in Migrationsgemeinden hingen frei gebetet werde, hätten sich die Christen und Christinnen aus Migrationsgemeinden bei der Mitarbeit auf etwas Neues einlassen und ihre Gebete schriftlich abfassen müssen.

Viel gelacht und manchmal auch geweint
Bei der Redaktion der Gebete sei gelacht, aber auch geweint worden, heisste es in der Mitteilung. Dies besonders dann, wenn durch die Gebete die Schicksale der Verfasserinnen und Verfasser spürbar geworden seien.

Das neue Basler Gebetbuch sei ein vielseitiges Buch für den Alltag mit klassischen Gebeten von Karl Barth und neuen Gebeten von Basler Pfarrpersonen und Migranten aus Europa, Afrika und Asien. «Das Buch vereint Gebete der protestantischen Ökumene mit Reformierten, Lutheranern, Anglikanern, Methodisten und Pfingstlern mit orthodoxen und katholischen Stimmen und ist in seiner Vielseitigkeit in jeder Beziehung ein Basler Gebetbuch für den Alltag», heisst es in der Medienmitteilung.

Vernissage des neuen Basler Gebetbuchs
Die Vernissage des neuen Basler Gebetbuchs findet am Sonntag, 26. August 2018 um 11.15 Uhr im Anschluss an den Gottesdienst im Basler Münster statt.

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Giuseppe Carbone übergibt den Absolventinnen der Berufsausbildung die elektrischen Öfen © Foto: Fabricio Rivera

Schweizer Stiftung fördert Start von Kleinunternehmen in El Salvador

Renens/Schweiz | 23.07.2018 | APD | Schweiz

Die Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der «Advent-Stiftung» in der Schweiz, dem salvadorianischen Berufsbildungsinstitut (Instituto Salvadoreño de Formación INSAFORP) und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in El Salvador hat in den letzten drei Jahren rund 1.000 Personen den Abschluss diverser Berufsausbildungen und den Start von Kleinunternehmen ermöglicht. Am 3. Juni haben laut «Adventiste Magazine», Kirchenzeitschrift der Adventisten in der französischsprachigen Schweiz, 290 Personen ein Zertifikat zum Abschluss einer Schulung für Kleinunternehmer, inklusive kaufmännischer Ausbildung, erhalten.

Die jährlich angebotenen Kurse «Viva Mejor» (Besser leben) stehen Männern und Frauen in El Salvador kostenlos offen, die arbeitslos sind oder keine Berufsausbildung haben. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten organisiert die Ausbildung, sorgt für die Kinderbetreuung und stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung. Der Staat bezahlt die Berufsschullehrer und übergibt die Abschlusszertifikate. Die «Advent-Stiftung» hat die Oberaufsicht und stellt die Ausrüstung, Werkzeuge und Maschinen für die Ausbildung bzw. übergibt diese nach Abschluss des Kurses an jene, die sich selbständig machen wollen. Bei der Abschlussfeier im Juni stellte das Projekt «Viva Mejor» den Absolventen Tortilla-Platten, Schweisssets, Schreinerwerkzeuge, Nähmaschinen, Kosmetiksets, elektrische Öfen, Eiswagen und mehr zur Verfügung.

In den letzten drei Jahren haben fast 1.000 Familien von dieser Initiative profitiert. Die Kosten für Schulung und Material betragen 250 bis 400 Franken pro Person.

«Ihr Leben wird sich ändern und dies wird unserer Gesellschaft in El Salvador helfen, produktivere Menschen zu haben», sagte Pastor Abel Pacheco, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in El Salvador, als er den Kursabsolventen gratulierte.

«Es ist eine wunderbare Partnerschaft, bei der engagierte Mitarbeiter die Menschen, die von diesem Projekt profitiert haben, begleiten», sagte Giuseppe Carbone, Direktor der «Advent-Stiftung» in Lateinamerika.

Die schweizerische «Advent-Stiftung», mit Sitz in Basel, hat seit 26 Jahren Tausende Menschen in Mittel- und Südamerika, der Karibik und Indien unterstützt und gefördert.

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Symbolbild © Foto: Photo by Ali Yahya on Unsplash

Krebsliga befürchtet Rückschritte beim Tabakproduktegesetz

Bern/Schweiz | 14.08.2018 | APD | Schweiz

Vertreter aus der Wirtschaft nutzen laut Krebsliga Schweiz die Vernehmlassung zum neuen Tabakproduktegesetz, um Druck auf bestehende Massnahmen zum Schutz vor Tabakwerbung auszuüben. Das zeige die Auswertung der Vernehmlassungsantworten durch die Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz.

Das Rad soll zurückgedreht werden
Laut Medienmitteilung der Krebsliga Schweiz werden sich voraussichtlich ab Frühjahr 2019 National- und Ständerat wieder mit dem geplanten neuen Tabakproduktegesetz befassen. Die Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz komme bei der Auswertung der Vernehmlassungsantworten zum zweiten Entwurf für das Gesetz zu einem beunruhigenden Fazit: Grosse Teile von Gewerbe, Handel und der Werbebranche wehrten sich nicht nur gegen jegliche neuen Schutzmassnahmen vor Tabakwerbung, sondern auch gegen bestehende, kantonale Massnahmen, schreibt die Krebsliga.

Werbe- und Sponsoringverbote
Demnach haben die Vernehmlassungsantworten folgendes ergeben: Die Verbände aus den Bereichen Gesundheit, Sucht, Jugend und Sport, sowie die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen fordern ein vollständiges Werbe- und Sponsoringverbot für Rauchwaren.

Dagegen folgen die Verbände des Detailhandels, der Medien und der Werbebranche (u.a. IG Detailhandel, Handel Schweiz, Verband Schweizer Medien, Kommunikation Schweiz) in ihren Antworten den Vorschlägen des Tabakhandels und der Zigarettenproduzenten; sie lehnen jegliche zeitgemässe Verschärfung der Werbe- und Sponsoringverbote für Rauchwaren ab. Die Verbände des Detailhandels, der Medien und der Werbebranche gehen sogar noch weiter und lehnen die von einigen Kantonen erlassenen kantonalen Werbe- und Sponsoringverbote ab.

«Erfreulich» dagegen sind laut Krebsliga die Signale aus den Kantonen: Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) bedauert, dass der Bundesrat kein gesamtschweizerisches Werbeverbot für Tabakprodukte vorschlägt. 17 Kantone (AI, AR, BL, BS, FR, GE, GR, OW, SG, SH, SO, TG, TI, UR, VD, VS, ZG) fordern ausdrücklich griffigere Massnahmen gegen die Tabakwerbung. Lediglich die beiden Standortkantone von Zigarettenproduzenten, Neuenburg und Jura, sowie der Kanton Zürich wollen den «mangelhaften bundesrätlichen Vorschlag» noch zusätzlich abschwächen, heisst es in der Medienmitteilung.

FDP und SVP stützen Forderungen von Tabakwarenhandel und Zigarettenindustrie
Unter den Parteien decken sich die Vernehmlassungsantworten der FDP und der SVP mit jenen des Tabakwarenhandels und der Zigarettenproduzenten. SP, Grüne, EVP und GLP hingegen fordern neue und zusätzliche Werbeverbote für Rauchwaren.

Regeln für nikotinlose E-Zigaretten
Weiter fällt die von den Gesundheitsorganisationen scharf kritisierte bundesrätliche Idee, E-Zigaretten ohne Nikotin nicht dem Tabakproduktegesetz unterstellen zu wollen, bei den Kantonen durch: Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) und 22 Kantone sprechen sich gegen diesen Vorschlag aus. Lediglich die beiden Standortkantone Neuenburg und Jura, sowie Glarus und Schwyz schliessen sich dem bundesrätlichen Vorschlag an. Dies tun auch der Detailhandel und die bürgerlichen Parteien CVP, FDP und SVP. SP, Grüne, EVP und GLP dagegen sehen die Gefahr, dass der Gebrauch nikotinloser E-Zigaretten die Schwelle zum Einstieg in den Tabak- und Nikotinkonsum von Kindern und Jugendlichen senkt und fordern deshalb gleiche Regeln für E-Zigaretten mit und ohne Nikotin.

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Kollektensammlung © Foto: Matthias Mueller/churchphoto.de

Adventisten in Deutschland spenden 2017 über 56 Millionen Euro

Ostfildern/Deutschland | 19.08.2018 | APD | International

Rund 56,4 Millionen Euro (62,1 Millionen Franken) spendeten die knapp 35.000 Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland im Jahr 2017 für den Unterhalt ihrer Freikirche. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das erfasste Spendenaufkommen um rund 2,3 Millionen Euro (2,6 Millionen Franken) erhöht. Jeder Adventist in Deutschland gab durchschnittlich 1.643 Euro (1.870 Franken).

Die Steigerung hänge mit der wirtschaftlichen Lage in Deutschland zusammen, teilte der Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Dieter Neef, mit. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige: während ein Adventist in Nord- und Ostdeutschland durchschnittlich 1.364 Euro (1.552 Franken) gab, waren es in Süddeutschland 1.922 Euro (2.267 Franken) pro Mitglied. Erfreulich sei dabei, dass auch in allen Kirchenkörperschaften in Ostdeutschland durchgehend eine Steigerungsrate von durchschnittlich 1,1 Prozent zu verzeichnen war, so Neef.

Von den 56,4 Millionen Euro (62,1 Millionen Franken) gingen rund 3,2 Millionen Euro (3,6 Millionen Franken) in die Aussenmission, knapp 11 Millionen Euro (12,5 Millionen Franken) verblieben bei den Ortsgemeinden.

Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Spenden und Gaben, zu denen auch der biblische „Zehnte“ gehört. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte.

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Gottesdienst © Foto: Matthias Mueller/churchphoto.de

Noch 57 Prozent der Bevölkerung in Deutschland gehören zu einer Kirche

Bonn/Deutschland | 23.07.2018 | APD | International

Nur noch 57,2 Prozent der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland gehört einer Kirche oder christlichen Gemeinschaft an. Das sind bei 82,522 Millionen Einwohnern 47,249 Millionen Christen und damit 1,1 Prozent weniger als im Jahr 2016.

Wie aus der Veröffentlichung „Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben 2018“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hervorgeht, verloren die beiden grossen Kirchen in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr zusammen 657.000 Mitglieder. Die meisten Gläubigen (23,311 Millionen oder 28,2 Prozent der Bevölkerung) gehörten am 31.12.2017 zur römisch-katholischen Kirche, gefolgt von der EKD mit 21,536 Millionen beziehungsweise 26,1 Prozent. Die Mitglieds- und Gastkirchen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) verzeichnen 295.000 Angehörige, 1,539 Millionen Menschen bekennen sich zu den orthodoxen Kirchen, weitere christliche Kirchen haben 67.000 und die christlichen Gemeinschaften 498.000 Mitglieder. Zudem gibt es in der Bundesrepublik zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime und rund 99.000 Mitglieder der jüdischen Gemeinden.

Kaum noch Interesse am evangelischen Sonntagsgottesdienst
Zum Stichtag 31.12.2017 gehörten insgesamt 21.535.858 Menschen einer der 20 evangelischen Gliedkirchen der EKD in Deutschland an. Das sind rund 386.000 Mitglieder weniger als 2016. Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche blieb im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr mit 190.284 konstant. Im letzten Jahr wurden 183.579 Menschen getauft und 16.126 wieder aufgenommen. Zudem wechselten 9.863 Gläubige aus anderen christlichen Kirchen in eine der Landeskirchen. Diese Zahlen entsprechen etwa denen des Vorjahres. Die gegenüber 2016 rückläufige Mitgliederzahl sei wesentlich auf den demographischen Wandel in Deutschland zurückzuführen, so die EKD. Im Jahr 2017 verstarben rund 350.000 Angehörige der evangelischen Kirche. Den Sonntagsgottesdienst besuchen nur noch 3,3 Prozent der Kirchenmitglieder regelmässig. Am Karfreitag sind es 4,2 Prozent, am Erntedankfest 7,3 Prozent und an Heiligabend 37,8 Prozent.

Die Broschüre „Gezählt 2018 – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“ ist im Internet zu finden unter: https://archiv.ekd.de/download/broschuere_2018_internet.pdf

Auch weniger Katholiken
Die Zahl der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche stieg 2017 leicht an. 167.504 Menschen verliessen die Kirche, 2016 waren es 162.093. Die 27 Diözesen der Deutschen Bischofskonferenz verzeichnen in ihrer aktuellen Kirchenstatistik für das Jahr 2017 jetzt 23.311.321 Kirchenmitglieder. Den Austritten und 243.824 Bestattungen standen im letzten Jahr 178.045 Taufen, 2.647 Eintritte (wovon 2.274 Protestanten waren) und 6.685 Wiederaufnahmen in die katholische Kirche gegenüber. Nur noch 9,8 Prozent der Katholiken besuchen regelmässig den Sonntagsgottesdienst.

Der Flyer „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 2017“ kann ebenfalls im Internet heruntergeladen werden:
https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2018/2018-116a-Flyer-Eckdaten-Kirchenstatistik-2017.pdf

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Pastor Ty Gibson, am Global Youth Leaders Congress in Kassel, Deutschland © Foto: Adventist Review/ #GYLC18

Was, wenn Gott ein Atheist ist?

Kassel/Deutschland | 05.08.2018 | APD | International

Vom 31. Juli bis 4. August fand in Kassel ein weltweiter Jugendleiterkongress (Global Youth Leaders Congress) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten („Impact Europe 2018 Germany“) statt. In den Referaten und Podiumsgesprächen wurde der Charakter Gottes sowie das Wesen der Kirche diskutiert. In den Workshops und Seminaren am Nachmittag sei es um Themen wie das Erreichen der Generation Z, Apologetik, das Navigieren in Sexualitätsfragen und das Lösen von Konflikten gegangen, berichtet Adventist Review (AR), nordamerikanische Kirchenzeitschrift.

Rund 1.600 Teilnehmende aus 120 Ländern trafen sich unter dem Motto „Pass it on - Equip, Engage, Empower“ („Gib es weiter – ausrüsten, motivieren, befähigen) zu Weiterbildung, Motivation und Austausch. Ziel sei es, die Jugendleiter und Jugendleiterinnen zu befähigen, Jugendliche darin zu unterstützen, sich mit ihrem jeweiligen Gemeinwesen zu verbinden und sich dort positiv einzubringen, sagte Pastor Stephan Brass, Mediensprecher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Schlechte Religion bringt einen weit verbreiteten Atheismus hervor
Mit der Frage: Was ist, wenn Gott ein Atheist ist?, leitete Ty Gibson, Pastor und Co-Direktor des «Light Bearers Ministry», private adventistische Organisation in den USA, seine Ausführungen über das Gottesbild ein. Dabei nutzte er zahlreiche kulturelle Referenzen - von Prominenten bis zu Richard Dawkins -, um die Idee zu entwickeln, dass viele nicht an Gott glaubten, weil Gott ihnen von anderen in einem verzerrten Bild dargestellt worden seien.

Gibson bezeichnete jene als «Gerechtigkeitsgeneration», die die «gemeinen Taten satt haben, die im Namen Gottes begangen werden». Darunter gehöre Gewalt, Frauenfeindlichkeit, Ungleichheit, Rassismus, Homophobie, Fremdenfeindlichkeit und Korruption in der Politik.

Gibson kontrastierte seine frühere Frage «ist Gott ein Atheist» mit einer neuen: «Was ist, wenn Gott selbst sich nicht so sieht, wie er dargestellt wird?»

Dieses Missverständnis des Charakters Gottes und eine verzerrte Darstellung seiner Werte durch die Menschen, so Gibson, sei eine der Hauptursachen dafür, dass Menschen die Kirche und letztlich Gott verlassen würden. «Wir leben an einem wichtigen Übergangspunkt in der Geschichte, wo schlechte Religion einen weit verbreiteten Atheismus hervorbringt», sagte er. «Der Atheismus ist das missbrauchte Kind des Christentums.»

An dieser Stelle komme die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ins Spiel, so Gibson. «Der Adventismus wurde auf der Geschichtsbühne geboren, um ein alternatives Bild von Gott zu malen», behauptete er. Er verwies dabei auf verschiedene adventistische Überzeugungen wie Annihilationismus, - dass Adventisten nicht an ein ewig brennendes Höllenfeuer glauben -, und damit «nicht glauben, was viele Ungläubige ebenfalls unglaubwürdig finden».

Es gelte auch zu bedenken, so Gibson, dass die Streitigkeiten innerhalb der Kirche, über Fragen, die er als «unwesentlich» bezeichnete, die Mission der Kirche behinderten. «Wenn wir unwesentliche Fragen auf die Ebene der Lehre heben, töten wir unsere prophetische Berufung», so Ty Gibson.

«Wir sind berufen, der Welt die schönste und beispielloseste Liebe im Universum in der Person Jesu Christi weiterzugeben», schloss Gibson. «Die Sammlung der lehrmässigen Wahrheiten, die Gott uns gegeben hat, dient ihrem Zweck nur in dem Masse, wie wir sie nutzen, um dieses Bild von Gottes Charakter zu malen.»

Das Wesen der Kirche
Pastor David Asschericks (Australien) Ansprache konzentrierte sich auf die Natur und das Wesen der Kirche. Er wies darauf hin, dass sich die frühchristliche Kirche und ein Grossteil der biblischen Schriften weniger auf eine einzelne oder persönliche Beziehung zu Gott als vielmehr auf die gemeinsame Beziehung des «Leibes» der Gläubigen und seine Beziehung zu Gott konzentriert. «Das Mass unserer vertikalen Verbindung mit Gott», argumentierte er, «ist meine horizontale Verbindung mit anderen».

Asscherick thematisierte als nächstes die Herausforderung, welche die jüdische Gemeinde des Neuen Testaments bei der Integration der Heiden in ihren Glauben hatte. «Im jüdischen Denken gab es Juden und dann gab es alle anderen in einer einzigen Kategorie», sagte Asscherick. Die Sünde habe sowohl die vertikale - Gott - Menschbeziehung als auch die horizontalen Beziehungen unter den Menschen zerbrochen. Das Ereignis an «Pfingsten ist eine Umkehrung des Geschehens beim Turm zu Babel», so Asscherick. Pfingsten war «das Versprechen, dass Gott die Menschheitsfamilie wieder zusammenbringt».

Die jüdischen Führer des ersten Jahrhunderts hätten aber dagegen gekämpft und sich gegen die Integration der «Heiden» gewehrt, so Asscherick. Dann zog er Parallelen zur heutigen Kirche. Die Kirche sei nicht berufen, in der Vorstellung von «wir» und «sie» zu leben, sagte er. «Wir müssen aus dem Geschäft des Mauerbauens aussteigen und ins Geschäft des Brückenbauens einsteigen.» In Apostelgeschichte 15,19, werde der Apostel Jakobus zitiert, der gesagt habe, dass man es den Heiden, die sich Gott zuwenden wollten, nicht schwer machen solle. Asscherick formulierte diesen Gedanken positiv: «Wir sollten es den Menschen so einfach wie möglich machen, zu Jesus zu kommen.»

Pastor Asscherik schloss mit der Aussage: «Haben wir Brücken oder Mauern gebaut? Das Evangelium ist für die Welt und wir müssen aufhören vorzugeben, dass das Evangelium nur für uns ist.»

Jugendbibel
Im Rahmen des Eröffnungsabends wurde auch ein neues Bibelprojekt des spanischen Verlags der Siebenten-Tags-Adventisten, Editorial Safeliz, in Kooperation mit der Jugendabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung vorgestellt: die „Youth Bible“ (Jugendbibel). Dabei handelt es sich um eine Bibelausgabe, die in Spanisch, Französisch oder Englisch vorliegt und neben dem Bibeltext auch über 350 Themenartikel, Einführungen und Grafiken speziell für Jugendliche aufweist. Als aussergewöhnliche Zugabe enthält die Youth Bible auch QR-Codes, die beim Lesen mit dem Smartphone gescannt werden können und zu weiteren Informationen führen. Alle Teilnehmenden des Kongresses erhielten aufgrund eines Sponsorings der adventistischen Weltkirchenleitung ein Exemplar der Jugendbibel ausgehändigt.

Internationaler Kongress
Die rund 1.600 teilnehmenden Adventisten kamen aus 120 Ländern. Die Ansprachen wurden in sechs verschiedene Sprachen übersetzt. Eigentlich seien noch mehr Teilnehmer angemeldet gewesen, aber die entsprechenden Botschaften Deutschlands in deren Herkunftsländern hätten sich in rund 120 Fällen geweigert, trotz vorliegender Einladung, ein Visum für die internationalen Besucher auszustellen, teilte Stephan Brass mit.

Infos zum Weltjugendleiterkongress in Kassel über:
Instagram: Instagram/GCYTHMIN
Twitter: Twitter.com/GCYTHMIN
Facebook: https://www.facebook.com/GCYouthMinistries/
Event-App: https://attendify.com/app/4p6a4s/
Hashtag: #GLYLC18

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Symbolbild © Foto: Creative Commons CC0/pixabay.com

Adventisten bekräftigen Position zum Kriegsdienst: «Leben retten, statt töten»

Silver Spring, Maryland/USA | 27.07.2018 | APD | International

„Leben retten statt töten“, lautet die langjährige Position der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zum Kriegsdienst. Darauf weist der Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), Pastor Ted N. C. Wilson, in der August-Ausgabe der Zeitschrift „Adventist World“ hin.

Bereits im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) habe die Regierung der Vereinigten Staaten 1864 den wehrpflichtigen Mitgliedern der noch jungen adventistischen Kirche den Status eines „Nichtkämpfers“ (Kriegsdienstverweigerers) zuerkannt. „Diese Position hat unsere Kirche seither konsequent eingenommen“, betonte Wilson.

Trotz guter Staatsbürgerschaft Gott an die erste Stelle setzen
Die Verweigerung des Kriegsdienstes sei unter anderem 1954 von der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung), dem höchsten Organ der weltweiten Kirche, durch die Erklärung „Das Verhältnis der Siebenten-Tags-Adventisten zu Zivilregierungen und zum Krieg“ bestätigt worden. Darin heisst es: „Echtes Christentum bekundet sich in guter Staatsbürgerschaft und Loyalität gegenüber der Zivilregierung. Der Ausbruch eines Krieges unter den Menschen ändert nichts daran, dass der Christ seine höchste Loyalität und Verantwortung gegenüber Gott hat, noch ändert sich dadurch seine Verpflichtung, seinen Glauben zu leben und Gott an die erste Stelle zu setzen. Diese Partnerschaft mit Gott durch Jesus Christus, der in diese Welt kam, nicht um das Leben der Menschen zu zerstören, sondern um sie zu retten, veranlasst die Siebenten-Tags-Adventisten, für die Position des Nichtkämpfers einzutreten. Sie folgen damit ihrem göttlichen Meister, indem sie Menschen nicht töten, sondern ihren Dienst in jeder möglichen Weise einsetzen, um Menschenleben zu retten.“

Sich nicht dem Militär anschliessen
„Nichtkämpfer“ bedeute unbewaffneten Dienst in Streitkräften, Dienst in der medizinischen Abteilung einer Streitkraft sowie jede andere Aufgabe, die nicht den Einsatz von Waffen im Kampf erfordere und auch nicht die Ausbildung an Waffen. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten vertrete nicht nur die Position des Nicht-Kämpfens, sondern ermutige ihre Mitglieder darüber hinaus auch, sich nicht dem Militär anzuschliessen, informierte Ted Wilson. Dennoch versuche die Kirche nicht, die Rolle des Gewissens eines Mitglieds zu übernehmen, sondern dessen Gewissen und Verhalten zu bilden, damit Entscheidungen möglichst durchdacht getroffen werden könnten.

Die weitweite Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten sei sich bewusst, so der Kirchenpräsident, dass es in einigen Ländern keine Möglichkeiten gebe, den Kriegsdienst zu verweigern und Adventisten verpflichtet seien, im Militär ihres Landes zu dienen. Selbst dann würden diese jungen Gläubigen ermutigt, Wege zu finden, Gott treu zu sein, während sie ihrem Land dienten. Die Kirche bemühe sich, Mitglieder, die beim Militär dienen – sei es aus persönlicher Entscheidung oder aufgrund der Wehrpflicht – durch den „Adventistischen Seelsorgedienst“ und andere Möglichkeiten geistlich zu betreuen. Siebenten-Tags-Adventisten hätten in den 155 Jahren ihres Bestehens ihr historisches Zeugnis für Frieden und Kriegsdienstverweigerung aufrechterhalten. Diese Position sei nicht verborgen geblieben. So offen wie möglich hätten adventistische Kirchenleiter immer wieder führende Politiker der Welt aufgerufen, Konflikte zu vermeiden und den Friedefürst Jesus Christus zu suchen, der gekommen sei, damit wir „Leben haben und es in Überfluss haben“ (Johannesevangelium 10,10).

Auch in Deutschland „Mut zum Frieden“
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland hat zum einhundertsten Jahrestag der Beendigung des Ersten Weltkriegs die Erklärung „Mut zum Frieden“ beschlossen. Sie wurde in der Februar-Ausgabe 2018 der Kirchenzeitschrift „Adventisten heute“ veröffentlicht. Die Freikirchenleitung empfiehlt in der Erklärung ihren Mitgliedern sowie den Mitgliedern der Adventjugend, „sich weder direkt an einem Krieg im Rahmen des freiwilligen Dienstes in der Bundeswehr noch indirekt bei der Vorbereitung eines Kriegs durch Mitwirkung an der Waffen- und Zubehörproduktion sowie an der Informationstechnik zu beteiligen.“ Die Erklärung „Mut zum Frieden“ kann im Internet heruntergeladen werden unter:

https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/2017-12-04_Mut_zum_Frieden.pdf

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Loma Linda University Medical Center in Kalifornien/USA © Foto: Loma Linda University Health News

USA: Adventistische Klinik als Top-Krankenhaus eingestuft

Loma Linda, Kalifornien/USA | 20.08.2018 | APD | International

Das amerikanische Nachrichtenmagazin U.S. News & World Report hat Mitte August eine Rangliste medizinischer Einrichtungen in den USA für 2018/2019 veröffentlicht. Die adventistische Klinik Loma Linda University Medical Center (LLUMC) erhielt darin den ersten Rang im Fachbereich „Erwachsenenbehandlung“ („Adult Specialty“).

Ferner wurde LLUMC als das Krankenhaus Nr. 1 in den kalifornischen Landkreisen Riverside und San Bernardino eingestuft. Wie Loma Linda University Health News (LLUHN) mitteilte, wurden weitere Fachgebiete der Klinik als leistungsstark („High Performing“) ausgezeichnet, darunter die Gastroenterologie, die Neurologie, die Orthopädie und die Urologie.

U.S. News & World Report-Rangliste
Die vom genannten Nachrichtenmagazin veröffentlichten Rankings sollen laut LLUHN Ärzten und Patienten dabei helfen, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wo sie bei schwierigem Gesundheitszustand oder auch bei allgemeinen medizinischen Anliegen versorgt werden wollen. Für das Ranking 2018/2019 bewertete U.S. News & World Report landesweit mehr als 4.500 medizinische Zentren in 25 Fachgebieten, Verfahren und Bedingungen. Die Vorgehensweise basiere dabei weitgehend oder vollständig auf objektiven Massstäben, so LLUHN.

Loma Linda University Health
Die 1905 gegründete Loma Linda University Health, eine Organisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, umfasst die acht Fakultäten der Loma Linda Universität, die sechs Krankenhäuser des LLUMC sowie mehr als 1.000 Fakultätsärzte in Südkalifornien. Loma Linda University Health bietet nach eigenen Angaben über 100 akademische Programme an und versorgt jährlich über 40.000 Patienten stationär und 1,5 Millionen ambulant.

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Operationsroboter am adventistischen «Florida Hospital», Orlando, Florida/USA © Foto: Florida Hospital News

Erste Operation in den USA mit augengesteuertem Operationsroboter

Silver Spring, Maryland/USA | 15.08.2018 | APD | International

Die Darmchirurgin Teresa DeBeche-Adams führte in Orlando, am adventistischen «Florida Hospital», kürzlich die ersten chirurgischen Eingriffe in den USA mit einem neuen augengesteuerten Operationsroboter durch. Der «Senhance»-Operationsroboter bietet haptisches Feedback und ermöglicht es dem Arzt, durch optische Sensoren die Befehle für das Gerät mit den Augen anzusteuern. Zum Spitalnetzwerk «Florida Hospital» gehören 25 Krankenhäuser in Zentralflorida.

Der «Senhance»-Operationsroboter der Firma «TransEnterix» ist laut Adventist Review (AR), nordamerikanische Kirchenzeitschrift, das erste neue chirurgische Robotersystem, das seit 2000 die Zulassung der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten (U. S. Food and Drug Administration) erhalten hat.

Die Instrumente des «Senhance»-Operationsroboters haben einen Durchmesser von fünf Millimetern. Das System erkenne und minimiere die Kräfte mittels kleiner Hautschnitte am Patienten. Dadurch könne die minimalinvasive Chirurgie verstärkt angewendet werden, was für den Patienten eine schnelle und einfache Genesung mit wenig bis gar keiner Narbenbildung bedeute, schreibt AR.

Demnach sitze der Chirurg bei der Anwendung des «Senhance»-Operationsroboters in einer ergonomisch bequemen Position und könne mit einer 3D-Visualisierung in den Körper sehen. Optische Sensoren ermöglichten es den Chirurgen, die Kamera zu bewegen und Befehle durch einfaches Bewegen der Augen auszuwählen. Gemäss AR sei «Senhance» auch das erste Robotersystem, das haptisches Feedback biete, das also das Gefühl von Kraftrückkopplung für Chirurgen wiederherstelle, so dass sie die über die Roboterarme des Systems auftretenden Kräfte «fühlen» könnten.

Derzeit sei der Operationsroboter in den USA nur für laparoskopische (Bauchhöhle), gynäkologische und kolorektale Eingriffe (Dünn- und Enddarm) sowie für die Gallenblasenentfernung und einige Hernienreparaturen zugelassen, sagte DeBeche-Adams. Sie sei aber überzeugt, dass der «Senhance»-Operationsroboter auch für die allgemeine Chirurgie eine beliebte Option sein werde.

Florida Hospital
Mit 25 verschiedenen Krankenhäusern von der Ostküste bis zur Westküste Zentralfloridas ist «Florida Hospital» das grösste Gesundheits-Netzwerk in Florida. Es beschäftigt über 7.400 Ärzte, ist im Besitz des «Adventist Health» Systems und gehört der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA. Das Spitalnetzwerk hat zwei Hauptbereiche: medizinische Notfälle und stationäre Versorgung.

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Pastor Ted Wilson testet ein Fitnessgerät im Ramses Kultur- und Gemeinschaftszentrum in Kairo © Foto: Ana Paula Lima/Egypt-Sudan Field

Kairo: Adventisten eröffnen ein Gemeinschafts- und Kulturzentrum

Kairo/Ägypten | 01.08.2018 | APD | International

Am 31. Juli hat die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die seit knapp 120 Jahren in Ägypten tätig ist, am Ramsesplatz, im Zentrum von Kairo, das Ramses Kulturzentrum (Ramses Cultural Center RCC) eingeweiht. Das Gebäude, in dem das Gemeinschafts- und Kulturzentrum sowie die Citykirche der Adventisten in Kairo untergebracht sind, war vor 65 Jahren gekauft worden. Das Zentrum stehe nach der zweijährigen Totalsanierung der Öffentlichkeit für soziale Dienste und Bildungsangebote zur Verfügung, schreibt Adventist News Network (ANN).

Demnach will die Kirche Alphabetisierungskurse, ein Sprachzentrum mit Schwerpunkt Englisch, Programme zur Förderung eines gesunden Lebensstils sowie eine Kindertagesstätte anbieten. An der Eröffnungsfeier wurde die Teilnehmenden durch das Gemeinschafts- und Kulturzentrum geführt und die geplanten Aktivitäten vorgestellt. Die vorgesehenen Programme seien den zuständigen Behörden vorgelegt worden, damit diese alle notwendigen Genehmigungen für den vollen Betrieb ausstellen könnten, so ANN.

An der Einweihung nahmen lokale Behörden- sowie Regierungsvertreter teil und auch Ahmad Mohammad al-Tayyeb, Islamgelehrter an der Al-Azhar Universität. Pastor Rick McEdward, Präsident der Adventisten im Nahen Osten und Nordafrika (MENA), sagte, dass die Adventisten ein «Segen für die Gemeinschaft» sein wollten und mit dem Zentrum ihre Werte weitergeben sowie sich für die Würde aller Menschen einsetzen wollten.

Pastor Ted Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, sagte in seiner Ansprache, dass er überzeugt sei, dass das Zentrum die Herzen vieler Menschen durch die Gesundheitskurse, Physiotherapieangebote und körperlichen Aktivitäten erreichen werde sowie das Leben vieler Familien, die ihre Kinder in die Kindertagesstätte bringen würden.

Die Citykirche am Ramsesplatz wurde 1962 offiziell eröffnet. Das Grundstück wurde 1953 unter der Leitung von Pastor Neil C. Wilson, dem ehemaligen adventistischen Weltkirchenleiter, erworben, der 14 Jahre lang in Ägypten wirkte. Ted Wilson, der Sohn von Neil C. Wilson, verbrachte einen Teil seiner Kindheit mit seiner Familie in Ägypten. Jahre später wurde er auch Pastor und ist der derzeitige Präsident der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten.

Adventisten in Ägypten
Die rund 700 adventistischen Kirchenmitglieder in Ägypten versammeln sich in 16 Kirchgemeinden. Sie unterhalten nebst der «Nile Union Academy» auch die «Zeitoun Adventist School», eine Grundschule mit 800 Schülern sowie die «Adventist Health Education Foundation» (AHEF), ein Gesundkostwerk in Kairo.

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Pastor Ted Wilson, (2.v.re) im Gespräch mit einem stellvertretenden Aussenminister Ägyptens © Foto: Myron Iseminger/Egypt-Sudan Field

Ägyptischer Premierminister empfängt adventistische Kirchenleiter

Kairo/Ägypten | 02.08.2018 | APD | International

Am 31. Juli empfing der ägyptische Premierminister, Mostafa Madbouly, gemeinsam mit vier Regierungsbeamten, eine sechsköpfige Delegation adventistischer Kirchenleiter, darunter auch Pastor Ted Wilson, Weltkirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten. Das Treffen in einem Regierungspalast in Kairo war auf Initiative des Premiers zustande gekommen, und zwar auf ausdrückliche Bitte des ägyptischen Präsidenten Abdel Fatah al-Sisi, wie der Premier seinen Gästen mitteilte. Das Staatsfernsehen habe das Gespräch zweimal in den Abendnachrichten erwähnt, schreibt «AdventistMission.org»

Wilson dankte beim knapp 40 Minuten dauernden Empfang dem ägyptischen Premierminister für die den Adventisten gewährte Religionsfreiheit. Er informierte ihn über das am gleichen Tag von den Adventisten am Ramsesplatz, im Zentrum von Kairo, eröffnete Kultur und Gemeinschaftszentrum (Ramses Cultural Center) mit dem die Kirche im Stadtviertel Gesundheits- und Bildungsangebote machen will. Es umfasst eine Kindertagesstätte, eine Zahnklinik, ein Alphabetisierungsprogramm sowie Klassenräume für Gesundheitsseminare und Englischsprachkurse.

Mostafa Madbouly seinerseits sprach laut «Adventist Mission» über die religiöse und kulturelle Geschichte des ägyptischen Volkes und betonte die Toleranz der Regierung gegenüber verschiedenen Religionen und Kulturen.

«Wir teilten mit der Regierung die Wertschätzung für die Religionsfreiheit, die sie ihren Bürgern gewährt und deren Nutzniesser wir sind», sagte Wilson. «Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist bereit, auf jede erdenkliche Weise zum Aufbau der Gesellschaft beizutragen, indem sie die Methoden Christi anwendet, um den Menschen körperlich, geistig, sozial und spirituell zu helfen», so der adventistische Weltkirchenleiter.

Wilson habe auf Zustimmung des Premiers einen Bibeltext aus dem Propheten Micha 6,8 vorgelesen und dann für den Präsidenten, den Premierminister, die Regierung und das Volk von Ägypten gebetet, schreibt «Adventist Mission».

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“Pine Springs Ranch” mit dem Cranston Feuer im Hintergrund © Foto: Pine Springs Ranch Facebookseite

USA: Adventisten evakuieren Kinder wegen Waldbränden aus Camps

Milton Freewater, Oregon/USA | 03.08.2018 | APD | International

Zwei Sommerlager für Kinder der Siebenten-Tags-Adventisten sowie eine Kirche mussten wegen der ausgedehnten Waldbrände in Kalifornien geschlossen und die Kinder aus den Camps evakuiert werden, berichtet der unabhängige journalistische Dienst «Adventist Today».

Das Cranston-Feuer in Südkalifornien sei bis auf eine Meile an den Lagerplatz auf der «Pine Springs Ranch» vorgestossen, dem Erholungszentrum und Jugendcamp der regionalen Kirchenleitung (Vereinigung) in Südostkalifornien.

Das «Camp Wawona», das von der regionalen Kirchenleitung in Zentralkalifornien betrieben wird, sei ebenfalls evakuiert worden. Es liegt in der Nähe des international bekannten Yosemite Nationalparks, auf den das Ferguson-Feuer zwischenzeitlich auch übergegriffen habe, so «Adventist Today».

Das Carr-Feuer habe letzte Woche bis auf eine halbe Meile vor der Adventistischen Kirche in Redding gebrannt, sodass alle Aktivitäten am Samstag (Sabbat), dem Ruhetag der Adventisten, abgesagt wurden. Im Umkreis von fünf bis sieben Meilen der 400-köpfigen Kirchgemeinde in Redding befinden sich drei weitere Adventgemeinden, die alle zur regionalen Kirchenleitung in Nordkalifornien gehören. Am 4. August soll die Kirche in Redding wieder geöffnet sein.

Es ist unklar, wie bald die beiden Jugendcamps und das Erholungszentrum wieder geöffnet werden. Die Feuer scheinen wenigstens teilweise einigermassen unter Kontrolle zu sein, aber die elektrischen Verteileranlagen, die auch die «Pine Springs Ranch» mit Strom versorgen, sind beschädigt worden, berichtete Pastorin Sandy Roberts, Präsidentin der regionalen Kirchenleitung in Südostkalifornien Es sei nicht bekannt, wie schnell Reparaturen durchgeführt werden könnten.

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Mitarbeiterinnen des Florida Hospital Memorial Medical Center in Daytona Beach, Florida/USA © Foto: Florida Hospital News

USA: Adventistisches Krankenhaus erhält Auszeichnung für Babyfreundlichkeit

Silver Spring, Maryland/USA | 31.07.2018 | APD | International

Das adventistische Krankenhaus Florida Hospital Memorial Medical Center in Daytona Beach, Florida/USA, hat die Auszeichnung „Baby-freundlich“ (Baby-Friendly®) erhalten. Dabei handelt es sich um ein globales Programm, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) unterstützt wird. Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review berichtet, sei das Krankenhaus das einzige in der Region mit diesem Gütesiegel.

„Unser Team von Ärzten, Krankenschwestern und Mitarbeitern hat hart gearbeitet, um diese prestigeträchtige internationale Auszeichnung zu erhalten, und wir sind sehr stolz darauf, offiziell von Baby-Friendly USA anerkannt zu werden“, sagte Becky Vernon, Direktorin für Frauen und Kinderdienste des Florida Hospital Memorial Medical Center. Das Krankenhaus erhielt die Auszeichnung nach mehrjährigen Bemühungen. Das Personal wurde weitergebildet, Behandlungspraktiken wurden geändert und Richtlinien überarbeitet, um optimale Ergebnisse bei der Säuglingsernährung und der Mutter-Kind-Bindung zu erzielen. Ausserdem bieten zertifizierte Stillberaterinnen fachkundige Beratung an.

Baby-Friendly USA, Inc.
Baby-Friendly USA, Inc. ist die Akkreditierungsorganisation in den USA für ein weltweites Programm, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) unterstützt wird. Die Akkreditierung bescheinigt, dass das Florida Hospital Memorial Medical Center eine Reihe von evidenzbasierten Methoden zur Unterstützung stillender Mütter und ihrer Babys anwendet. Stillenden Müttern sollen in zehn Schritten Informationen, Selbstvertrauen und Fähigkeiten vermittelt werden, um ihre Babys erfolgreich zu stillen. Baby-Friendly®-Krankenhäuser zwingen Mütter aber nicht zum Stillen, wenn dies nicht ihre Absicht ist. Weltweit gibt es mehr als 20.000 ausgewiesene Baby-Friendly®-Kliniken und -Geburtshäuser, darunter 524 in den USA.

Florida Hospital Memorial Medical Center
Florida Hospital Memorial Medical Center gehört zum Adventist Health System, einem adventistischen Dachverband mit 46 Krankenhäusern, die jährlich mehr als 5 Millionen Patienten versorgen. Das Florida Hospital Memorial Medical Center in Daytona Beach verfügt über 327 Betten.

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Logo der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCRIF) © Logo: USCIRF/gemeinfrei

US-Kommission: Bedingungen für Religionsfreiheit verschlechtern sich

Washington D.C./USA | 12.08.2018 | APD | Religionsfreiheit

Die Bedingungen für die Religionsfreiheit haben sich im Jahr 2017 global weiter verschlechtert, heisst es im Jahresbericht 2018 der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (United States Commission on International Religious Freedom USCIRF) an das US-Aussenministerium. Die Kommission schlägt für 2018 dem US-Aussenministerium 16 Länder für die Kategorie der «besonders besorgniserregenden Staaten» vor, was für diese gravierende wirtschaftspolitische Konsequenzen haben kann.

Diese anhaltende und zunehmende Einschränkung bezüglich der Gewährung der Religionsfreiheit überschneide sich oft mit autoritären Praktiken, die von Feindseligkeit geprägt seien gegenüber Andersdenkenden, unabhängigen Medien oder einer aktiven Zivilgesellschaft. Dieser Prozess finde oft unter dem Deckmantel zum Schutz der nationalen Sicherheit oder der Terrorismusbekämpfung statt, so USCIRF.

«Unter den universellen, voneinander abhängigen Menschenrechten, ist jenes, das die Gewissensfreiheit in Fragen der Religion oder Weltanschauung gewährleistet, entscheidend für die Menschenwürde und das menschliche Gedeihen», heisst es im Bericht.

Religionsfreiheit wird mit schwersten Missbräuchen eingeschränkt oder verweigert
Der Jahresbericht 2018 führt 28 Länder auf, in denen Regierungen und nicht-staatliche Akteure gegenüber religiösen Minderheiten, Mitgliedern von nicht zu Mehrheitsgemeinschaften gehörenden Gruppen und nichtreligiösen Personen das Menschenrecht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit einschränken oder ganz verweigern.

Zu den schwersten Missbräuchen gehörten laut USCIRF-Bericht: Völkermord und andere Gräueltaten an grossen Menschengruppen, Tötungen, Versklavung, Vergewaltigung, Inhaftierung, Zwangsumsiedlung, forcierte Bekehrungen, Einschüchterung, Belästigung, Zerstörung von Eigentum. Hinzu komme die Ausgrenzung von Frauen und das Verbot gegenüber Kindern, an religiösen Aktivitäten oder Bildungsangeboten teilzunehmen.

Burma (Myanmar): Ethnische Säuberungen
2017 hätten im burmesischen Rakhaing-Staat, einer der 15 Verwaltungseinheiten von Myanmar, Militär- und Sicherheitskräfte sowie nichtstaatliche Akteure, gegenüber den Rohingya-Muslimen das begangen, was die Vereinigten Staaten und die Vereinten Nationen als «ethnische Säuberung» bezeichnet hätten.

China: Verfolgung von Muslimen und Buddhisten
In China habe die Regierung Polizeistaaten in Xinjiang und Tibet geschaffen, um uigurische Muslime sowie tibetische Buddhisten zu verfolgen und um die brutale Behandlung der Falun-Gong-Praktizierenden fortzusetzen.

Kuba: Verhaftung religiöser Führer
In Kuba hätten im Berichtsjahr Regierungsbeamte religiöse Führer und Aktivisten, die sich für Religionsfreiheit einsetzten, verhaftet.

Irak und Syrien: Völkermord
Im Irak und Syrien, habe der sogenannte islamische Staat im Irak und in Syrien (IS) seine völkermörderische Kampagne gegen Christen, Jesiden und schiitische Muslime im Jahr 2017 fortgesetzt, obwohl der IS viele Territorien verloren habe. Gleichzeitig habe das Assad-Regime und vom Iran unterstütze Milizen in Syrien vermehrt religiös motivierte Übergriffe gegen sunnitische Muslime begangen.

Nigeria: Zunehmende Gewalt gegenüber Andersgläubigen
In Nigeria habe es die Regierung versäumt, die zunehmende Gewalt auf Angehörige anderer Religionen zu verhindern oder zu stoppen bzw. die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Pakistan: Blasphemie-Gesetze und extremistische Aktivitäten
In Pakistan bedrohten die strengen Blasphemie-Gesetze zusammen mit verstärkten extremistischen Aktivitäten die bereits marginalisierte Minderheitengemeinschaften, einschliesslich Ahmadis, Christen, Hindus, Sikhs und Schiiten weiter.

Russland: Unter «Extremismus»-Gesetzen wurden Zeugen Jehovas verboten
In Russland habe die Regierung die Zeugen Jehovas verboten und verfolge unter dem Titel «Extremismus» friedliche Muslime sowie «nicht-traditionelle» Gruppen, einschliesslich der Scientologen.

Liste der «besonders besorgniserregenden Staaten»
Die Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) empfiehlt dem US-Aussenministerium und dem US-Kongress, dass 2018 folgende zehn Länder wiederum in der Kategorie von «besonders besorgniserregenden Staaten» eingestuft werden: Burma, China, Eritrea, Iran, Nordkorea, Saudi-Arabien, Sudan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Folgende sechs Staaten sollten demnach neu in diese Gruppe aufgenommen werden: Nigeria, Pakistan, Russland, Syrien, Vietnam und die Zentralafrikanische Republik.

In der Kategorie der «besonders besorgniserregenden Staaten», werden Länder aufgeführt, deren Regierungen besonders schwere Verstösse gegen die Religionsfreiheit begehen oder diese tolerieren und die systematisch, kontinuierlich und grausam sind. Wenn seitens der USA die nicht-wirtschaftspolitischen Optionen gegenüber «besonders besorgniserregenden Staaten» zur Beendigung der schweren Verletzungen der Religionsfreiheit ausgeschöpft sind, müssen grundsätzlich wirtschaftspolitische Massnahmen gegen das entsprechende Land ergriffen werden.

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Teilnehmende am Ministertreffen zur Förderung der Religionsfreiheit im US-Aussenministerium in Washington D.C., 24. Juli 2018 © Foto: US-State Department photo/Public Domain

Adventisten beim Gipfeltreffen zur Religionsfreiheit der US-Regierung

Silver Spring, Maryland/USA | 03.08.2018 | APD | Religionsfreiheit

Vom 24. bis 27. Juli fand auf Einladung des US-Aussenministeriums in Washington, D.C. das erste Gipfeltreffen dieser Art zur Religionsfreiheit statt. Es brachte Regierungsbeamte aus rund 80 Staaten sowie eine internationale Gruppe von religiösen Führern und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Eingeladen waren auch zwei Adventisten. Während den drei Tagen hörten die Teilnehmenden aus erster Hand Berichte über religiöse Verfolgung und suchten nach Wegen zur Förderung der Religionsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht, wie Adventist News Network (ANN) schreibt.

Die Veranstaltung wurde von Mike Pompeo, US-Aussenminister, moderiert. «Millionen von Menschen aller Glaubensrichtungen leiden jeden Tag unter religiöser Verfolgung», sagte Mike Pompeo, und dies, obwohl die Religionsfreiheit - wie sie in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zum Ausdruck komme - im Völkerrecht verankert sei. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Mike Pence, wandte sich ebenfalls an die Konferenz und sagte, dass «tragischerweise 83 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern leben, in denen die Religionsfreiheit entweder bedroht oder sogar verboten ist».

Sam Brownback, US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit, erklärte am Eröffnungstag des Ministertreffens warum die Vereinigten Staaten der Religionsfreiheit Priorität einräumen: «Der Mangel an Religionsfreiheit ist überall eine Bedrohung für Frieden, Wohlstand und Stabilität», sagte er. «Das Recht auf Religionsfreiheit und die Möglichkeit, dem eigenen Gewissen zu folgen, ist in der Welt bedroht. Das muss sich ändern.»

Dr. Ganoune Diop, Direktor der Abteilung für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (Public Affairs and Religious Liberty PARL) der adventistischen Weltkirche, und Dwayne Leslie, stellvertretender PARL-Direktor für legislative Angelegenheiten, nahmen im Namen der Kirche die Einladung des US-Aussenministeriums zur Teilnahme an. Sie versuchten, die adventistische Perspektive auf die aktuellen Herausforderungen zur Religionsfreiheit einzubringen.

«Adventisten glauben, dass die Gewissensfreiheit - das Recht zu glauben oder nicht zu glauben - ein Geschenk Gottes an jeden Menschen ist, und es ist ein Recht, das über nationale oder politische Interessen hinausgeht», erklärte Diop. Die Kirche begrüsse jede Initiative, die das Bewusstsein für die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Religionsfreiheit schärfe und die Menschen rund um das Thema zusammenbringe, so Diop.

Brennpunkte der Verfolgung und persönliche Schicksale
Die Redner der Veranstaltung hoben Brennpunkte der Verfolgung in der ganzen Welt hervor: die tödliche Verfolgung von Christen in Nigeria, die harte Vorgehensweise von Rohingya-Muslimen in Myanmar, die Gewalt gegen Jesiden im Irak.

Andere Redner gaben persönliche Zeugnisse über die verheerenden Auswirkungen religiöser Verfolgung. Jacqueline Furnari, Tochter des in der Türkei inhaftierten christlichen Pastors Andrew Brunson, sprach laut ANN «bewegend über die Notlage ihres Vaters und seinen unerschütterlichen Glauben». Pastor Brunson ist seit Oktober 2016 in Haft und wird wegen Beihilfe zu einem Staatsstreich angeklagt, eine Anschuldigung, die er bestreitet.

Jamie Powell, die Frau des inhaftierten chinesischen Missionars John Cao beschrieb die nachlassende Gesundheit ihres Mannes seit seiner Verhaftung im Jahr 2017. Cao verbüsst eine siebenjährige Haftstrafe in China, nachdem er im Grenzgebiet zwischen Myanmar und China festgehalten wurde, wo er beim Bau christlicher Schulen half.

Laut Dwayne Leslie, einem der beiden adventistischen Vertreter, zielte das Ministertreffen zur Förderung der Religionsfreiheit darauf ab, die Teilnehmenden zu motivieren, sich den Herausforderungen der Religionsfreiheit wirksamer zu stellen. Die Breakout-Sitzungen während der dreitägigen Veranstaltung hätten die Möglichkeit geboten, Ideen und Erfahrungen auszutauschen und wertvolle Beziehungen aufzubauen.

«Dieses Ministertreffen war bemerkenswert, nicht nur, weil es ein breites Spektrum von Menschen, Regierungen und Organisationen zusammenbrachte, um sich mit der Religionsfreiheit zu beschäftigen», sagte Leslie, «es war wichtig, weil es die Absicht der Vereinigten Staaten signalisiert, sich langfristig mit diesem Thema zu befassen und mit anderen zusammenzuarbeiten, um weltweit zu handeln.»

Erklärung und Aktionsplan
Ein am letzten Tag der Veranstaltung herausgegebenes Dokument - die «Potomac-Erklärung» - umfasst eine Reihe von Erklärungen, darunter die Aussage, dass «jede Person das Recht hat, irgendeinen Glauben oder gar keinen Glauben zu haben sowie die Freiheit hat, den Glauben zu ändern».

Ausserdem wurde ein Aktionsplan veröffentlicht, in dem konkrete Massnahmen beschrieben werden, welche Staaten zum Schutz von Minderheiten gefährdeter Religionen und als Reaktion auf Verletzungen der Religionsfreiheit ergreifen können.

Seit mehr als 100 Jahren arbeiten die Siebenten-Tags-Adventisten mit verschiedenen Organisationen und Regierungen zusammen, um die Religionsfreiheit zu verteidigen und zu fördern. «Wir arbeiten mit anderen zusammen, soweit unsere Werte und Ziele übereinstimmen. Dieser Ansatz ist ausschlaggebend für unsere Teilnahme an diesem Gipfel der Religionsfreiheit und anderen Foren», sagte Diop.

Die «Potomac-Erklärung» («Potomac Declaration» - auf Englisch):
https://www.state.gov/j/drl/irf/religiousfreedom/284554.htm

Der «Potomac-Aktionsplan» («Potomac Plan of Action” – auf Englisch):
https://www.state.gov/documents/organization/284812.pdf

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Pastor Youcef Nadarkhani (2010) © Foto: IGFM

Iran: Pfarrer Youcef Nadarkhani verhaftet und in Teheran inhaftiert

Frankfurt am Main/Deutschland | 23.07.2018 | APD | Religionsfreiheit

Pfarrer Youcef Nadarkhani ist am 22. Juli in seiner Heimatstadt Rascht verhaftet und in das berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran verschleppt worden. Er sei der «wohl bekannteste Pfarrer der Islamischen Republik Iran», schreibt die «Internationale Gesellschaft für Menschenrechte» (IGFM). Demnach hätten die Behörden ein grosses Polizeiaufgebot und erhebliche körperliche Gewalt eingesetzt.

Nach Auffassung von IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin fehlt für die Verhaftung eine rechtliche Grundlage. Nadarkhani und drei weitere christliche Gemeindeleiter waren im Juni 2017 zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil der Berufungsverhandlung vom 13. Dezember 2017 stehe jedoch noch aus. Hintergrund für die Verfolgung Nadarkhanis und der übrigen Christen sei deren erfolgreiche Gemeindearbeit, so IGFM. Nadarkhani und die drei mit ihm Verhafteten sowie die Mehrheit «ihrer Gemeindemitglieder sind ehemalige Muslime, die Christen geworden sind», schreibt die Menschenrechtsorganisation.

Verfolgung von Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertierten
Die IGFM unterstreicht, dass Pastor Nadarkhani lediglich von seinem Recht auf Religionsfreiheit Gebrauch gemacht und als Pastor gearbeitet habe. Der Iran ignoriere dieses und andere Menschenrechte, obwohl er sich in völkerrechtlich bindenden Verträgen selbst dazu verpflichtet habe, diese Rechte zu gewährleisten. Für das Verlassen des Islams sowie für Mission unter Muslimen kann nach dem Islamischen Recht im Iran die Todesstrafe vollstreckt werden, während gleichzeitig islamische Mission stark gefördert wird.

Pastor Youcef Nadarkhani ist international bekannt geworden, nachdem ihn ein islamisches Revolutionsgericht im Jahr 2010 ganz offen wegen «Abfall vom Islam» zum Tode durch den Strang verurteilte. «In der Regel verschleiern die Behörden der Islamischen Republik die eigentlichen Gründe», so IGFM, «und fällen Urteile wegen angeblicher Gefährdung der ‘nationalen Sicherheit’».

Alleine die hohe internationale Aufmerksamkeit habe damals Pastor Nadarkhani das Leben gerettet und zu seiner Freilassung im Jahr 2012 geführt. Im Rahmen des IGFM-Programms für politische Patenschaften haben sich damals namhafte Politiker für ihn eingesetzt, darunter der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hermann Gröhe und CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer,“ erklärt die IGFM.

Hintergrund
Zum Hintergrund schreibt die Menschenrechtsorganisation: Youcef Nadarkhani wurde 1977 geboren. Er lebt in Rascht, der Hauptstadt der iranischen Provinz Gilan, im Norden des Irans, am Kaspischen Meer. Zusammen mit seiner Frau Fatemeh Pasandideh hat er zwei Kinder: Daniel (*2003) und Yoel (*2005). Im Alter von 19 Jahren konvertierte Nadarkhani vom Islam zum Christentum. Bereits seit 2001 ist er Pastor in einem Netzwerk von Hauskirchen, zu der auch die Freikirche «Church of Iran» gehört, eine der grössten Hauskirchen des Landes. Bei seiner Verhaftung im Jahr 2009 war er Leiter einer Gemeinde mit 400 Mitgliedern.

Nadarkhani arbeitete auch nach seiner Freilassung im Jahr 2012 weiter am Aufbau christlicher Hauskreise, in denen sich ehemalige Muslime privat treffen. Die iranische Staatssicherheit verhaftete ihn daher am 13. Mai 2016 gemeinsam mit drei Gemeindemitgliedern in seinem Haus. Alle vier wurden zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt; Youcef Nadarkhani und Mohammad Reza Omidi anschliessend zu weiteren zwei Jahren Verbannung in Nikshahr im äussersten Süden der Islamischen Republik. Dieser Ort ist rund 2.000 Strassenkilometer von seiner Familie und seiner Gemeinde entfernt. Mohammad Reza Omidi wurde ausserdem zusammen mit Saheb Fadaei und Yasser Mossayebzadeh zu 80 Peitschenhieben wegen des Trinkens von Wein beim Abendmahl verurteilt.

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Chrystina Freeland, kanadische Aussenministerin © Foto: www.kmu.gov.ua, CC-BY 4.0

Menschenrechtler fordern Unterstützung Kanadas

Frankfurt am Main/Deutschland | 10.08.2018 | APD | Menschenrechte

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert an die deutsche Bundesregierung und an die Regierungen der Europäischen Union, deutliche Zeichen zur Unterstützung Kanadas zu setzen. «Wir sind Zeuge davon, wie ein demokratischer Rechtsstaat wie Kanada von Saudi-Arabien, einem die Menschenrechte verachtenden Folterstaat, vorgeführt und diszipliniert wird», erklärt IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Die Gemeinschaft demokratischer Staaten dürfe dabei nicht passiv bleiben.

Saudi-Arabien verhält sich nach Überzeugung der IGFM in vielerlei Hinsicht nicht anders als die Islamische Republik Iran. Beides seien demokratie- und freiheitsfeindliche Staaten, die systematisch Folter einsetzten und willkürlich Andersdenkende verhafteten. Saudi-Arabien unterstütze genau wie der Iran direkt und indirekt gewalttätige extremistische Gruppen – nur sunnitische statt schiitischer Extremisten. «Die Regierungen beider Staaten verletzen offen Völkerrecht und unterdrücken ihre eigenen Bürger. Beide müssen dafür Konsequenzen spüren – auch Saudi-Arabien», fordert die IGFM.

Saudi-Arabien hat eine Äusserung der kanadischen Aussenministerin Chrystina Freeland mit bisher nicht dagewesenen Vergeltungsmassnahmen belegt. Das kanadische Aussenministerium hatte das Königreich aufgefordert, die saudische Frauenrechtlerin Samar Badawi umgehend freizulassen. Sie ist die Schwester des seit 2012 inhaftierten saudischen Bürgerrechtlers Raif Badawi, der u.a. zu 1.000 Peitschenhieben und zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Er hatte sich öffentlich dazu bekannt, dass alle Menschen, ob Muslime, Christen, Juden oder Atheisten, gleich viel wert seien. Raif Badawis Frau und zwei Kinder konnten nach Kanada fliehen, erhielten dort Asyl und sind inzwischen kanadische Staatsbürger.

Quellenangaben zum Bild:
https://www.kmu.gov.ua/ua/mediagallery/premyer-ministr-ukrayini-volodimir-grojsman-zustrivsya-z-ministrom-zakordonnih-sprav-kanadi-hristeyu-friland

Autor:
https://www.kmu.gov.ua/ua/mediagallery/premyer-ministr-ukrayini-volodimir-grojsman-zustrivsya-z-ministrom-zakordonnih-sprav-kanadi-hristeyu-friland

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Nathalie Beck, Verantwortliche bei ADRA Schweiz für Kommunikation und Spenderbetreuung © Foto: privat

Neue Verantwortliche für Kommunikation und Spenderbetreuung bei ADRA Schweiz

Zürich/Schweiz | 27.07.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Der Vorstand der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat eine Reorganisation beschlossen und die Bereiche Kommunikation und Spenderbetreuung per 1. Juli zusammengelegt. Neu werden diese Bereiche in einem Teilzeitpensum von Nathalie Beck als freie Mitarbeiterin übernommen.

Nathalie Beck wird per 1. August 2018 die beiden Bereiche übernehmen, nachdem sie seit dem 1. Juli von den bisherigen Verantwortlichen eingeführt worden ist. Beide werden das Hilfswerk per 31. Juli verlassen. Sibylle Schuppli hat die Kommunikationsabteilung seit 2013 betreut, Gabriel Maurer den Bereich Fundraising seit 2016. «Wir danken den beiden Mitarbeitenden für ihr grosses Engagement und ihren Einsatz», schreibt ADRA Schweiz in einer Mitteilung.

Werdegang
Nathalie Beck verfügt als PR-Managerin über langjährige Erfahrung in den Bereichen Kommunikation, Marketing und Medienarbeit. Sie ist in Olten aufgewachsen und absolvierte nach der Matura in Deutschland eine Ausbildung zur Fremdsprachen-Assistentin. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit in der Schweiz studierte sie Public Relations an einem Institut der Universität Münster, Deutschland. Sie arbeitete während 25 Jahren als Kommunikationsverantwortliche, Pressesprecherin, Leiterin Marketing und PR in den Bereichen Luftfahrt, Industrie und im Gesundheitswesen und absolvierte Weiterbildungen in den Bereichen Webdesign, digitales Marketing und Journalismus.

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde 2013 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre rezertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch.

Das ADRA Netzwerk besteht weltweit aus rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Mehr zum Hilfswerk: www.adra.ch

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Sicht vom Jugendcampingplatz der Adventjugend in Kalamos auf den Waldbrand 2017 © Foto: tedNews

ADRA unterstützt Betroffene der verheerenden Waldbrände in Griechenland

St. Albans/England | 27.07.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 23. Juli sind in Griechenland grossflächige Waldbrände in der Nähe von Athen ausgebrochen. Medienberichten zufolge kamen dadurch so viele Menschen wie bei keinem anderen Feuer im 21. Jahrhundert in Europa ums Leben. Die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Südosteuropa (tedNEWS) spricht von mehr als 85 Toten, Hunderten von Verletzten und mehr als 1.200 zerstörten Häusern. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA arbeite bereits an der Unterstützung für Betroffene.

Laut tedNEWS habe Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras drei Tage Staatstrauer und den Ausnahmezustand für die betroffene Region Attika ausgerufen. Alle Rettungsdienste seien mobilisiert worden. Weitere Hilfe in Form von Feuerwehrleuten und Ausrüstung sei aus Frankreich, Deutschland, Italien und Polen eingetroffen. In enger Zusammenarbeit mit den Behörden sei die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA dabei, Nothilfegüter in den betroffenen Gebieten zu verteilen.

Adventisten nicht betroffen
Der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Griechenland, Pastor Claudiu Gulyas, berichtete, dass seines Wissens bei den jüngsten Bränden keine Kirchenmitglieder verletzt oder ihr Eigentum beschädigt worden sei. Im vergangenen Jahr hatten sich Waldbrände dem adventistischen Jugendcampingplatz in Kalamos, 50 km nordöstlich von Athen, bis auf wenige Meter genähert. Die Anlage war damals vorsichtshalber evakuiert worden, der Brand konnte gelöscht werden.

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Symbolbild © Foto: Tama66/pixabay.com

ADRA bekämpft in Afrika den Hunger mit Wasser

Weiterstadt/Deutschland | 09.08.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die derzeitige Hitzewelle macht in Europa Mensch und Natur zu schaffen. In anderen Teilen der Welt sind diese Temperaturen normal und die Menschen haben sich angepasst. Doch immer häufigere und ausgeprägtere Dürrephasen stellen dort neue Herausforderungen dar. Deshalb unterstützt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Betroffene in Äthiopien und Madagaskar mit verschiedenen Massnahmen gegen die Dürre.

Äthiopische Nomaden gegen die Dürre stärken
In der Afar-Region im Nordosten Äthiopiens gibt es vor allem Hirtennomaden, die ihren Lebensunterhalt mit der Viehhaltung bestreiten. Damit sind die Tiere eine unerlässliche Nahrungs- und Einkommensquelle, so die Mitarbeiterin von ADRA Deutschland, Claudia Linke. Die Gesundheit der Tiere sei für die Besitzer von zentraler Bedeutung. Durch die in dieser Region immer häufiger ausgedehnt stattfindenden Dürren der letzten Jahre komme es zu extremer Wasserknappheit und damit zu einem Mangel an Weideflächen für die Tiere. In Kombination mit vorhandenen und neu entstehenden Viehseuchen schrumpfe der Viehbestand dramatisch. Das habe Folgen: Die verlässliche Nahrungsmittelversorgung breche zusammen und die Menschen leiden Hunger.

Mit Hilfe von Kleinbewässerungsanlagen, verbesserten landwirtschaftlichen Techniken und der Nutzung anderer Futtersorten unterstütze ADRA die Produktionssteigerung in der Landwirtschaft und der Viehhaltung. Neu angelegte Wasserstellen und Wasserspeicher wirkten der Wasserknappheit entgegen. Verödetes Weideland werde durch das Einsäen verbesserter Saatgutsorten wieder nutzbar gemacht. Darüber hinaus stärkten weitere ADRA-Massnahmen die lokale Katastrophenvorsorge durch Schulungen, Frühwarnsysteme, Aufstockung der Viehbestände und verbesserte Zugänge zu Veterinärdiensten, informierte Claudia Linke.

Ernährung sichern durch Wasserversorgung in Madagaskar
Im Südwesten Madagaskars sei laut ADRA-Mitarbeiterin Anja Kromrei die Landwirtschaftssaison 2016/2017 sehr schlecht gewesen. Als Gründe nannte sie mangelnde Niederschläge in Kombination mit einem hohen Insektenbefall, wie zum Bespiel durch Wanderheuschrecken. Die Ernteeinbussen gefährdeten die Ernährungsgrundlage der kleinbäuerlichen Familien. Um der Nahrungsmittelknappheit dauerhaft entgegenzuwirken, sei eine kontinuierliche Verfügbarkeit von Wasser lebensnotwendig. ADRA setze sich deshalb für die Bildung von Komitees zur lokalen Katastrophenvorsorge ein. Eine solche Initiative gelinge nur gemeinsam mit der Bevölkerung, so Kromrei.

In 80 Dörfern des Ampanihy Distriktes im Südwesten Madagaskars seien solche Komitees entstanden, um die Ernährungssicherheit und Widerstandskraft gegenüber Naturkatastrophen in dieser Region zu verbessern. Nur zwei Prozent der Bevölkerung hätten die Möglichkeit, einen eigenen Brunnen zu bauen. „Bereits 23 Brunnen konnten neu angelegt oder wieder funktionsfähig gemacht werden. Aber auch natürliche Teiche konnten vertieft und Wasserauffangbecken sowie sieben Latrinen gebaut werden“, berichtete Anja Kromrei. Die geschulten Wasserkomitees stellten jetzt die Wartung sicher, um eine langfristige Wassernutzung zu gewährleisten. Bis zu 335 Personen profitierten von einem funktionierenden Brunnen. Insgesamt komme dieses Projekt 22.500 Menschen zugute.

Beide Projekte werden vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell gefördert.

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DVG-Ausbildung „Berater/in für ganzheitliche Gesundheit“ © Screenshot: Deutscher Verein für Gesundheitspflege

Ausbildung zur Beratungsperson für „Ganzheitliche Gesundheit“

Ostfildern/Deutschland | 23.08.2018 | APD | Gesundheit & Ethik

Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG), eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, bietet wieder eine nebenberufliche Ausbildung als „Berater/Beraterin für ganzheitliche Gesundheit“ an. Die einjährige Basisausbildung mit Abschlussarbeit findet zum grossen Teil im Fernstudium statt und vermittelt den Teilnehmenden Grundwissen zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung.

Die Ausbildung basiert auf der Grundlage eines ganzheitlichen (bio-psycho-sozial-spirituellen) Menschenbildes. Inhalte der Basisausbildung sind biologische Grundlagen (Anatomie und Physiologie), ganzheitliche Gesundheitsförderung, psychosoziale Gesundheit (Seelsorge und Beratung), Kommunikation und Konfliktlösung, visualisieren, präsentieren und moderieren sowie Praxisanwendung und Selbsterfahrung. In den drei Aufbaukursen mit Prüfungsabschluss, welche sich aus Fern- und Präsenzstudium zusammensetzen, spezialisieren sich die Teilnehmenden für jeweils ein bestimmtes Themengebiet. Ausserdem gibt es zwei Tage Supervision. Kursbeginn ist der 28. Oktober 2018.

Nach erfolgreichem Abschluss des Aufbaukurses ist der/die Studierende berechtigt, das von der DVG-Zentralstelle herausgegebene Vortrags-und Kursmaterial in eigenen Seminarangeboten einzusetzen. Anmeldefrist für den Ausbildungsbeginn 2018 ist der 27. September. Der 1899 gegründete DVG verfüge im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung über fast 120 Jahre Erfahrung, teilte DVG-Mitarbeiterin Gerlinde Alscher mit.

Weitere Informationen unter: https://www.dvg-online.de/aus-und-weiterbildung/gesundheitsberater/

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Logo der Veranstaltung © Foto: Corrado Cozzi

GAiN 2018 - Weltkongress adventistischer Medienschaffender

Goyang/Südkorea | 10.08.2018 | APD | Medien

Vom 7. bis 8. August fand im Kintex Convention Center in Goyang, bei Seoul/Südkorea, ein «News Summit» (News Gipfel) mit rund 250 adventistischen Medienschaffenden und IT-Spezialisten aus weltweit 40 Staaten statt. Daran schloss sich vom 8. bis 12. August die jährliche GAiN-Konferenz an, die mit einem Missionkongress mit rund 4.000 missionsinteressierten Kirchenmitgliedern aus Korea, China, Hong Kong, Japan, Macao, der Mongolei und Taiwan zusammengelegt wurde. Der Event stand unter dem Motto «Mission first» (Mission zuerst), berichtet SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF) in den USA. GAiN steht für Global Adventist Internet Networking und dient dem Austausch, Netzwerken und der Weiterbildung adventistischer Fachleute aus den Bereichen Kommunikation, Medien, Film, TV, Radio, Internet, Social Media und Technik.

«News Summit»
Am «News Summit» referierten Mitglieder der Kommunikationsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), die den Kongress organisierten, sowie externe Fachleute. Zuerst ging es um Internet-Evangelisation. Pastor Williams Costa, Jr., Leiter der Kommunikationsabteilung der Weltkirchenleitung sprach zum Thema: «Wie man Menschen findet, Beziehungen aufbaut und sie zur Taufe führt».

Die Präsentationen im Plenum waren von grossen Schlagworten geprägt: Markenpflege (Branding), Suchmaschinenoptimierung, Marketing-Trichter (Marketing Funnel), Handlungsaufforderung (Call to Action) und Digitales Marketing.

Das Versprechen der Marke «Adventisten» einlösen
«Es war noch nie so einfach, seine Meinung zu sagen. Es war noch nie so schwer, gehört zu werden», sagte Pastor Sam Neves, stellvertretender Direktor der Kommunikationsabteilung für Internet und Social Media der adventistischen Weltkirchenleitung.

Laut SPECTRUM betonte Neves die Wichtigkeit, dass auch eine Kirche ihre «Markenversprechen» einhält. Wer zweimal von der gleichen Handy-Marke enttäuscht worden sei, kaufe sich beim dritten Mal das Handy einer anderen Marke. Die sei auch mit Menschen so, «die von unserer Kirche enttäuscht worden sind. Sie gehen einfach».

Die Weltkirchenleitung plane in den nächsten Monaten eine neue Website zu lancieren. Dort soll die Bibel als Weg zu Freiheit, Heilung und Hoffnung vorgestellt werden, so Neves. Es entspreche nicht der «adventistische Marke», Freiheit, Heilung und Hoffnung zu versprechen. Adventisten wollten vielmehr Hilfe beim Verständnis der Bibel versprechen, sagte Neves. Dann sei es Jesus, der Freiheit, Heilung und Hoffnung bringe. Man könne dann nicht sagen, dass das «adventistische Markenversprechen» gescheitert sei.

In den Plenumsveranstaltungen wurden Informationen zu fachübergreifenden Neuerungen und neuen Projekten ausgetauscht. So stellte Brent Hardinge, Web-Manager der Kommunikationsabteilung der Weltkirchenleitung, Updates bei der «Adventist Identity» vor, hinsichtlich Logos, Kirchenschilder und E-Mail-Signaturen.

«Pastor Google»
David Sharpe vom Zentrum für Online-Evangelisation, sprach über Suchmaschinenoptimierung und die Wichtigkeit, online sichtbar zu sein. «Pastor Google» sei weltweit der populärste Pastor, so Sharpe. Ihm werde vor allen anderen geglaubt. «Pastor Google» verwende aber auch nicht-adventistische Quellen, um den adventistischen Glauben zu beschreiben, was problematisch sei. Deshalb sei es wichtig, die Kontrolle über die eigene Geschichte und Darstellung im Internet zu bekommen.

Die an GAiN-Konferenzen üblichen IT-Meetings und Software-Konferenz fanden in Goyang nicht statt. Sie werden bei #GAIN19 im Februar 2019 in Jordanien durchgeführt.

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Ben Bornowski, Pastor der Adventgemeinden Reinach und Hunzenschwil © Foto: Privat

Ben Bornowski, neuer Pastor der Adventgemeinde Reinach/AG

Zürich/Schweiz | 14.08.2018 | APD | Personen

Ben Bornowski (30) hat nach Abschluss des zweijährigen Praxisteils der theologischen Ausbildung in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten am 1. Januar die Begleitung der Adventgemeinde Hunzenschwil übernommen und per 1. August auch jene der Gemeinde Reinach/AG. Damit endet ebenfalls seine Mitarbeit in der Adventgemeinde Zürich-Affoltern.

Ben Bornowski arbeitet im Kanton Aargau mit dem Bezirkspastor Paul Wright zusammen, der für die vier Adventgemeinden im Kanton Aargau die Hauptverantwortung trägt und nun etwas entlastet wird. Die Adventgemeinde Aarau, hat 69 Mitglieder, Hunzenschwil 48 Mitglieder, Mellingen 42 Mitglieder und Reinach 59 Mitglieder.

„Ich verstehe mich als Mensch auf Augenhöhe. Im Miteinander möchte ich Lebensraum gestalten, nicht im Alleingang“, sagte Bornowski gegenüber APD. „Als Pastor bin ich kein Eventmanager oder Hausmeister – ich bin Teil der Familie Gottes und damit zusammen mit meinen Gemeindegliedern bemüht, Menschen den Glauben zu präsentieren, der mich trägt und mir Halt gibt.“ Eine christliche Gemeinde müsse für die Menschen in ihrer Umgebung relevant sein, sonst verliere sie ihre Daseinsberechtigung, so Bornowski. „Als Pastor möchte ich nahbar und erreichbar sein - ein Gegenüber im Gespräch, in der Seelsorge oder beim Sport.“

Werdegang
Der amerikanisch-deutsche Doppelbürger schloss eine dreijährige Ausbildung zum Kinderpfleger in Bayern/Deutschland und zum Heilerziehungspfleger in Köln/Deutschland ab. Anschliessend arbeitete Bornowski drei Jahre als Heilerziehungspfleger in einer Tagesstätte für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Das vierjährige Theologiestudium absolvierte er am adventistischen Seminar Schloss Bogenhofen in Oberösterreich. 2015 bis 2017 war er als Pastoralassistent in den Adventgemeinden Zürich II und Schaffhausen tätig.

Er spiele gerne Baseball und Squash, so Bornowski, zudem geniesse er das Lesen und Musikhören. Er ist mit Katharina verheiratet. Seit 2016 sind sie Eltern eines Kindes.

Adventgemeinde Reinach - Familien- und Gemeinschaftszentrum (FGZ)
Adventisten und Gäste versammeln sich in Reinach/AG am Samstag zum Gottesdienst im Familien- und Gemeinschaftszentrum (FGZ) an der Gigerstrasse. Die Gemeinde bietet unter der Woche Deutschkurse an, (Basiskurse A1 und A2), sowie gleichzeitig einen Kinderhütedienst. Im Weiteren gibt es jeweils am Dienstagmorgen eine Spielgruppe «Arche Noah» sowie jeden Donnerstagnachmittag eine «Chrabbelgruppe». Der wöchentliche «FGZ-Treff» richtet sich an Familien und Alleinstehende wie der monatliche «Treff Atempause». Punktuell werden auch Seminare zu gesundheitlichen, psychologischen, erziehungs- und beziehungsfördernden Themen angeboten.

Ben Bornowski sagte, dass er neben den üblichen pastoralen Tätigkeiten in der Seelsorge und beim Predigen auch individuellen Religions- oder Bibelunterricht erteilen und sich im Familien und Gemeinschaftszentrum engagieren werde. Im Weiteren werde er sich auch in der lokalen Jugendarbeit sowie in jener der Deutschschweiz bei Lagern und Events einbringen.
Webseite der Adventgemeinde Reinach: http://www.fgzentrum.ch/

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). In sechs kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (BL/BS, GE, SH, TI, VD, ZH) sind sie Mitglieder oder haben den Gaststatus.

Adventisten in der Schweiz
Eine Vorläufergemeinde der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten entsteht 1867 in Tramelan/Jura. 1883 wurden in Basel und Tramelan die ersten Gemeinden gegründet. Im Jahre 1901 wurden die Kirchengemeinden in der Schweiz entsprechend der Sprachzugehörigkeit in zwei „Vereinigungen" aufgeteilt: in die "Deutschschweizerische Vereinigung" mit Sitz in Zürich und in die „Fédération de la Suisse Romande et du Tessin" mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die nationale Kirchenleitung „Schweizer Union“.

Ende Dezember 2017 lebten 4.762 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz. Einige Hundert Kinder und Jugendliche sind in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die protestantische Freikirche keine Kinder tauft, sondern ihnen den Entscheid zum Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, wenn sie sich selbst entscheiden können. Die Adventisten feiern den Gottesdienst am biblischen Ruhetag, dem Samstag (Sabbat), in 54 Kirchgemeinden und sechs Gruppen. Weltweit sind mehr als 20 Millionen Personen durch die Glaubenstaufe Mitglieder der Kirche geworden.

Mehr Informationen über die Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz:
https://www.adventisten.ch/adventisten/

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Daniela Baumann (34), Kommunikationsleiterin bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) © Foto: SEA

Daniela Baumann übernimmt die SEA-Kommunikationsleitung

Zürich/Schweiz | 22.08.2018 | APD | Personen

Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) hat Daniela Baumann zur neuen Kommunikationsleiterin ernannt. Die 34-Jährige tritt die Stelle am 1. November an. Sie übernimmt den Bereich Medien und Kommunikation von Simon Bucher, der Ende September eine neue Herausforderung antritt, heisst es in der SEA-Medienmitteilung.

Demnach hat die neue Stelleninhaberin ein Studium in Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Fribourg abgeschlossen. Nach Praktika unter anderem beim Tages Anzeiger und an der Universität Bern arbeitete Baumann während sieben Jahren für den Schweizerischen Arbeitgeberverband in Zürich, wo sie in der Verbandskommunikation vielfältige Erfahrungen sammelte. Daneben engagiert sie sich im Kirchgemeinderat der reformierten Kirchgemeinde Ittigen. Sie freue sich, ihr berufliches Fachwissen neu auch mit ihrem Glauben und den Zielen der SEA verbinden zu können, schreibt die SEA.

Der bisherige Leiter Kommunikation und Medien, Simon Bucher, wird die SEA per Ende September verlassen. Nach zwei Jahren bei der SEA wechselt er zu einer Agentur für visuelle Kommunikation.

«Ein Wechsel ist einerseits ein Verlust, andererseits aber auch eine Chance für Veränderung und Weiterentwicklung», sagt SEA Generalsekretär Matthias Spiess. «Dem bisherigen Stelleninhaber Simon Bucher danken wir von Herzen für seine Arbeit. Das ganze SEA-Team wünscht ihm einen guten Start in der neuen Aufgabe und Gottes Segen.» Die Geschäftsleitung der SEA sei dankbar über die kompetente Neubesetzung der Kommunikationsabteilung, so Spiess.

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Dr. John Eibner, neuer Geschäftsführer von CSI-Schweiz © Foto: CSI-Schweiz

John Eibner ist neuer Geschäftsführer von CSI-Schweiz

Binz/Schweiz | 09.08.2018 | APD | Personen

Der Stiftungsrat von «Christian Solidarity International Schweiz» (CSI-Schweiz) hat Dr. John Eibner zum neuen Geschäftsführer der christlichen Menschenrechtsorganisation für Religionsfreiheit und Menschenwürde ernannt. Eibner arbeitet seit 1990 bei CSI und wurde durch seinen Einsatz in Konfliktgebieten wie Syrien und Sudan international bekannt, schreibt die Menschenrechtsorganisation in einer Medienmitteilung.

Der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger habe die neue Funktion bereits aufgenommen und habe die Nachfolge von Benjamin Doberstein angetreten, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Dobersteins «wertvoller Einsatz für Bedrängte und Diskriminierte in aller Welt» sei vom Stiftungsrat sehr geschätzt und verdankt worden, so CSI-Schweiz.

Demnach arbeite Eibner seit 1990 bei CSI-Schweiz und leite die Arbeit von CSI in verschiedenen Konfliktzonen, wie Syrien und Irak, die er auch regelmässig bereise. «Zusammen mit allen Mitarbeitenden will ich auf der Tradition von CSI aufbauen: Unterstützung mobilisieren für gefährdete Christen und andere Bedrängte, die Umsetzung der UNO-Menschenrechtserklärung fördern und die Unabhängigkeit von CSI von einflussreichen Interessengruppen sicherstellen», sagte Eibner.

Werdegang
John Eibner promovierte in Geschichte an der University of London und ist seit vielen Jahren publizistisch tätig. Seine Artikel wurden laut CSI-Schweiz in der «New York Times”, «The Independent», «The Wall Street Journal sowie in Schweizer Medien publiziert.

In den letzten Jahren organisierte Eibner die CSI-Vortragsreihe «Die Zukunft der religiösen Minderheiten im Nahen Osten» mit Referaten ausgewiesener Expertinnen und Experten in Zürich, Bern, Genf und Boston. Die Referate wurden Anfang dieses Jahres publiziert (The Future of Religious Minorities in the Middle East, Lexington Books, 2018). Mehr dazu auf: www.middle-east-minorities.com.

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Stephan Baier, Die Seele Europas: Von Sinn und Sendung des Abendlands

| 23.08.2018 | APD | Buchrezensionen

Stephan Baier, Die Seele Europas: Von Sinn und Sendung des Abendlands Kissleg: fe-Verlag 2017, 195 Seiten, Paperback, 8,95 Euro, ISBN 978-3-86357-194-8

Der Journalist und Publizist Stephan Baier ist politisch engagiert und hat bereits viel über Europa geschrieben. Sein neustes Buch hat es sich zum Ziel gesetzt, die „Seele Europas“ zu suchen und wiederzuentdecken. Dazu zieht der Autor große Linien und liefert einen kleinen Einblick in europäische Geschichte und Gegenwart. Er geht von der einstigen Bedeutsamkeit Europas aus und will ihren Niedergang aufzeigen. Baier argumentiert dabei auf mehreren Ebenen: geistesgeschichtlich, politisch und religiös.

Geistesgeschichtliche Ebene
Für Baier steht fest: Europa ist das größte Friedensprojekt der Geschichte und hat die Aufgabe, nicht nur Waren zu exportieren, sondern auch Werte wie das politische Ethos der Menschenwürde, die Herrschaft des Rechts, der Toleranz, des Respektes und der Koexistenz.

Doch stattdessen, so stellt der Autor fest, befinde sich Europa im freien Fall, kulturell wie intellektuell. Das Rechtsbewusstsein schwinde, die Moral werde verdreht, Gehirnwäsche und weltanschaulicher Konformitätsdruck tarnten sich als Toleranz (S. 176) und alte Tabus würden gebrochen. Insgesamt lasse sich sagen, dass totalitäre und dekonstruktivistische Ideologien eine Gefahr für Europas Identität darstellen.

Politische Ebene
Auch politisch äußert sich Baier, der selbst jahrelang als Assistent von Otto von Habsburg im Europäischen Parlament in Straßburg tätig war. Er ist der Meinung, dass die Europäische Union angesichts der Globalisierung das einzige Modell ist, welches die richtige Betriebsgröße hat, um international agieren zu können. Die EU habe die Aufgabe, Europas Ideale und Interessen gegenüber der Welt zu vertreten und zu verteidigen. Dazu brauche Europa eine innere Ordnung, einen Wertekonsens und eine verbindliche Rechtsordnung. Doch die alleinige Addition von Nationalstaaten ergebe noch keine Europäische Union. Tatsache sei vielmehr: die Europäische Union steckt in der Krise (und das nicht erst in Zeiten des Brexit).

Religiöse Gründe
Baier, der selbst katholische Theologie studiert und als Pressesprecher für die Diözese Augsburg gearbeitet hat, argumentiert ferner religiös. Europa könne nicht voraussetzungslos konstruiert werden. Europas Geistesgeschichte sei ohne das Christentum nicht zu denken. Das Christentum sei altes europäisches Erbe und wurde einst von Aposteln, Märtyrern und Missionaren gestiftet. Heute, so stellt der Autor fest, werde Religion jedoch in Reservate verwiesen und durch säkulare Ideologien ersetzt. Der Autor bemängelt zudem den fehlenden Gottesbezug in der heutigen (Europa-)Politik.

Zum Inhalt
Baier gliedert seine Ausführungen in sechs Kapitel: In Kapitel eins thematisiert der Autor das Sterben der Staaten. Die Aufgabe des Staates sei grundsätzlich die Dienstfunktion am Gemeinwesen. Der Mensch solle dabei immer im Vordergrund stehen. Eine Nation könne sich als Sprach-, Kultur- oder Blutsgemeinschaft definieren (S. 17). Doch „Staaten kommen und gehen“ (S. 14), so die These. Dazu folgen Beispiele aus der Geschichte. Auch das Projekt Europa sei im Auflösungsprozess begriffen. Europa werde von nationalistischen Zentrifugalkräften zerrissen und verliere seine Strahlkraft (S. 39). Das Grundproblem sieht Baier in der „nationalstaatlichen Verkeilung der Europäer“ (S. 10) und im „EU-Bashing“ als Volkssport (S. 35).

Kapitel zwei spricht von der Häresie des Nationalismus. Der erste Weltkrieg stelle eine Zäsur in der europäischen Geschichte dar. Durch die Modewelle des Nationalismus getrieben, seien vier Kaiserreiche zusammengekracht: das deutsche, das österreichische, das russische und das osmanische (S. 56). Als Ideologie des Hasses speise sich der Nationalismus von einem Feindbild (S. 60) und überhöhe die Nation in pseudoreligiöser Weise. Die Ideologie, die hinter dem Nationalismus stehe, sei das Dogma der Blutsgemeinschaft einer Nation. Dieses Denken führe in die Rassenlehre. Stattdessen müsse sich eine Nation als Geistesgemeinschaft verstehen und Nationalität als Privatsache ansehen. Nicht Homogenität mache die Größe einer Nation aus, sondern gelungene Vielfalt.

Der Entdeckung Europas wird im dritten Kapitel nachgegangen. In Zeiten der globalen europäischen Dominanz fehlte das Gegenüber zur Identitätsklärung. Doch heute sei die Aufgabe der Identitätsfindung der Europäer zentral. Das Menschenbild biete dazu eine geeignete Grundlage. Europa allein als Friedensprojekt zu sehen, das gemeinsame wirtschaftliche Interessen verfolgt, greife zu kurz und mache Europa schwach und leicht erpressbar (S. 94). Des Weiteren sollten Prinzipien der christlichen Soziallehre und der Solidaritätsgedanke Europa vor den vielfältigen Gefahren der Globalisierung einen.

Der Untergang des Abendlandes steht im Zentrum des vierten Kapitels. Europa werde von den Problemen der Nachbarländer mitbetroffen. In vielen dieser Länder ändere sich die Situation zum Negativen und ein Leben als Christ in friedlicher Koexistenz mit den Muslimen sei nicht mehr möglich. Beim Projekt der EU-Erweiterung stoße die EU an Kulturgrenzen. Die Türkei habe beispielsweise nicht die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen für eine Europäisierung (S. 134).

Das fünfte Kapitel widmet sich dem kinderlosen Kontinent. Der Kindermangel werde zum gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Problem. Europa sterbe langsam aus: aus Zukunftsangst oder Bequemlichkeit (S. 136). Einen weiteren Grund sieht Baier in der Säkularisierung der Europäer, denn Religion und Kinderreichtum hingen zusammen. „Die demographische Schwäche Europas wird den Bedeutungsverlust unseres Kontinentes dramatisch beschleunigen“ (S. 140), da beispielsweise der Islam eine „geburtenstarke Religion“ sei. Die europäische Gesellschaftspolitik müsse erneuert werden, damit eine demographische Wende eingeleitet werden kann.

Das letzte Kapitel trägt die Überschrift: „Die Renaissance der Religion“. Der Islam sei in Europa auf dem Vormarsch. Dies erzeuge bei manchen Menschen Ängste, die Baier historisch, demographisch, kulturell und geistesgeschichtlich erklärt. Die Lösung wäre ein offener, respektvoller und tabufreier Dialog (S. 163) sowie gemeinsam getragene Verantwortung. Das Ziel sollte darin liegen tragfähige Koexistenzregeln zu erarbeiten, die auf Toleranz gründen, nicht auf Dominanz. Dies bedeute jedoch nicht ein Verzicht auf Mission.

Als Lösung nennt der Autor gemeinsame Interessen und Ideale. Europas Identität liege in der Synthese, dem Miteinander verschiedener Völker und Volksgruppen. Jedoch schließe dies eine geopraphische Grenze mit endgültigen Außengrenzen nicht aus (S. 187). Nur Abgrenzungsfähigkeit schaffe Integrationsfähigkeit.

Am Ende des Buches skizziert der Autor seinen Traum: eine christliche Leitkultur in Europa, die die Menschenwürde achtet, Recht schafft, für soziale Gerechtigkeit eintritt, das Gemeinwohlprinzip beachtet und Gewissensfreiheit gewährt. Baier stellt zum Abschluss die Frage: „Kann das Christentum nicht nur Wurzel, sondern auch Blüte europäischer Lebensform sein?“ (S. 191).

Für den Leser
Baiers Buch ist eine kleine Liebeserklärung an das sterbende Europa und ein flammender Appell für die Reanimation der europäischen Idee. So edel dieses Vorhaben auch sein mag, so aussichtslos erscheint es. Schon die Verschiedenartigkeit der Begrifflichkeiten zeigt die Schwere der Aufgabe, die sich Baier gestellt hat. Europa als eher geographisch und geschichtlich genutzter Begriff soll eine Seele bekommen und so bestenfalls unsterblich werden. Die Argumente des Autors sind dabei etwas durchmischt und nicht immer klar zu unterschieden, wie schon in der Gliederung deutlich wird.

Nicht ohne Pathos wird die europäische Idee dargestellt. Dabei wirft der zugrunde gelegte europäische Selbstanspruch Fragen auf, ebenso wie die selbstauferlegte Aufgabe, der Welt Heilsbringer zu sein. Der katholische Hintergrund ist dem Autor abzuspüren. So gibt es beispielsweise kurze Ausführungen zur katholischen Kirchengeschichte, der Papst wird als Autorität zitiert und Verhütungsmethoden werden skeptisch gesehen. Es werden klassische konservative Positionen vertreten, wie das Errichten einer Leitkultur, die Ablehnung der Homo-Ehe, die Aufwertung der Hausfrauenrolle und der Segen des Kinderreichtums. Auch seine Nähe zu Österreich wird in den ausführlichen Erörterungen der Geschichte Österreich-Ungarns und dem Balkan deutlich.

„I have a dream!“
Die Lösungsvorschläge Baiers für ein welkes Europa sind diskussionswürdig, klingen jedoch fast utopisch. Seine Idee einer christlich-europäischen Leitkultur erinnert entfernt an die berühmte Rede Martin Luther Kings vom 28. August 1963 in Washington, D.C. King beschwor damals ebenfalls den Traum von einer besseren Welt. Der große Appell von Baier: Politik benötigt wieder mehr Religion, das Land braucht eine Seele! So leidenschaftlich und kurzweilig dargebracht, holt Baier die Realität schlussendlich wieder ein. Dem Autor selbst ist die Aussichtslosigkeit der Lage wohl letztlich ebenfalls bewusst, wenn er das Buch mit dem Satz enden lässt: „Die traurige Alternative dazu ist, den Zug der Lemminge Richtung Klippe fortzusetzen“ (S. 193).
Claudia Mohr

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