APD-INFORMATIONEN 12/2018 - DEZEMBER 2018

Pfarrer Gottfried Locher, SEK-Kirchenbundpräsident © Foto: SEK/Röthlisberger

Vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund zur Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz

Bern/Schweiz | 24.12.2018 | APD | Schweiz

Die Abgeordneten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) haben am 18. Dezember 2018 im Rahmen einer ausserordentlichen Versammlung in Bern die neue Verfassung angenommen. Damit ist der Weg vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund, einem Dachverband, zur Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) geebnet. Laut SEK-Medienmitteilung wurde als Datum der Inkraftsetzung der neuen Verfassung der 1. Januar 2020 festgelegt.

«Die neue Verfassung der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz transportiert die reformierte DNA», betonte Kirchenbundpräsident Gottfried Locher. Der Auftrag der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz ist das Herzstück der neuen Verfassung: die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus durch Wort und Sakrament, Diakonie und Seelsorge, Erziehung und Bildung.

Wie eine Bergroute
Die Präsidentin der Abgeordnetenversammlung, Pfarrerin Claudia Haslebacher, leitete die Beratungen zum Verfassungsentwurf an zwei ordentlichen und einer ausserordentlichen Abgeordnetenversammlung. «Der Weg bis zur Annahme der neuen Verfassung ist vergleichbar mit einer Bergroute mit vielen nicht markierten Wegabschnitten. Unterwegs wurden sich alle bewusst, dass die angestrebte Einheit nicht durch Einzelinteressen gefährdet werden soll», erläuterte Claudia Haslebacher.

Ein starkes Zeugnis der Einheit
«Krisen im Prozess waren wichtig», so Pfarrerin Haslebacher. Sie hätten die Beteiligten gezwungen, Differenzen zu diskutieren, gemeinsam Wege zu suchen und zugunsten der Einheit eigene Anliegen zurück zu stecken. «Die neue Verfassung, die jetzt vorliegt, ist ein starkes Zeugnis dafür, was im Blick auf die Einheit der Kirchen möglich ist», sagte die Pfarrerin.

2020: Erste Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, im Wallis
Im Juni 2020 wird die erste Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz im Wallis stattfinden. «Der Erfolg der neuen Kirchengemeinschaft hängt nun wesentlich davon ab», so Ratspräsident Gottfried Locher, «dass alle drei Ebenen zusammenrücken: lokal, kantonal und national».

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Human rights / Menschenrechte © Foto: typographyimages/pixabay

Schweizer Landes- und Freikirchen zum Menschenrechtstag

Bern/Schweiz | 24.12.2018 | APD | Schweiz

Am 10. Dezember 1948, vor 70 Jahren, unterzeichnete die UN-Vollversammlung in Genf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UN-Menschenrechtscharta). Die Menschenrechte schützen die Freiheit der Person. Diese Rechte gelten für alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer Nationalität. «Inzwischen nehmen wir sie oft als selbstverständlich wahr, und doch geraten die Menschenrechte immer wieder unter Druck», schreiben die drei Landeskirchen gemeinsam mit den Freikirchen der Schweiz in einer Medienmitteilung. Sie haben anlässlich des 70-Jahr-Jubiläums am 10. Dezember ein fiktives Gespräch zu den Menschenrechten zwischen der jüdischen Philosophin Hannah Arendt, dem reformierten Theologen Karl Barth und Papst Johannes XXIII. (Angelo Giuseppe Roncalli) publiziert.

Die drei Gesprächspartner hatten die historischen Ereignisse vor 70 Jahren hautnah miterlebt und waren auf verschiedene Weise daran beteiligt, heisst es in der Einleitung zum Gespräch. Gleichzeitig hätten sie das Menschenbild und die politischen Voraussetzungen der Menschenrechte kritisch hinterfragt. Die katholische Kirche «hatte keine Probleme mit den Anliegen und Zielsetzungen der Menschenrechte, aber dem Weg dahin konnte sie auf keinen Fall zustimmen. Die Idee, den freien Menschen selbst zum Mass aller Dinge zu machen und menschliche Rechte zum obersten Prinzip zu erheben, bedeutete für sie eine Vergötterung der menschlichen Freiheit und eine Verkehrung von Schöpfer und Geschöpf», sagt Angelo Giuseppe Roncalli im ersten Redebeitrag. Dabei hätten die drei Gesprächspartner auch bereits den Relativismus vorausgesehen, «dem die Menschenrechte heute – aus nationalstaatlichen, ökonomischen oder persönlichen Interessen – ausgesetzt sind», so die Einleitung.

Wenn jeder nur einseitig auf seinem Menschenrecht besteht, gibt es kein friedliches Miteinander, sondern „eine Prügelei“, bemerkt Karl Barth. Hannah Arendt stimmt zu: Die Menschenrechte könne man nicht wie ein Schild vor sich hertragen. Das schafft Abstand statt Begegnung. Und für Papst Johannes XXIII. wird mit den Menschenrechten die Würde der Person für alle Menschen anerkannt, Gerechtigkeit damit zu einem anderen Wort für Frieden.

Schweizer Landes- und Freikirchen
Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK; Justitia et Pax, im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz SBK; Christkatholische Kirche der Schweiz CKS; Freikirchen Schweiz (VFG); Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES

Ergänzt wird der Menschenrechtstag durch eine Petition von ACAT zur Problematik der Kinder von Inhaftierten in der Schweiz.

Text des fiktiven Gesprächs von Karl Barth, Hannah Arendt und Papst Johannes XXIII.
Gesprächstext: http://ow.ly/cmef30mS4VD

Dossier und Petition ACAT: http://ow.ly/Uxaf30mS4Z7

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Symbolbild © Foto: schuldnerhilfe/pixabay.com

CARITAS: Keine Reduktion der Armut in der Schweiz in Sicht

Zürich/Schweiz | 24.12.2018 | APD | Schweiz

Obwohl sich die Wirtschaft in einer ausgezeichneten Verfassung zeigt, gelingt es der Schweiz nicht einmal ansatzweise, die Armut zu reduzieren. Dies hält Caritas Schweiz in ihrem zum Jahreswechsel erscheinenden Sozialalmanach fest. Die am 18. Dezember publizierte Sozialhilfestatistik bestätigt diese Einschätzung: die Quote der Sozialhilfebeziehenden bleibt konstant, die Fallzahlen steigen.

Die Sozialhilfestatistik des Bundesamtes für Statistik BFS weist aus, dass seit dem Jahr 2010 kontinuierlich mehr Menschen Sozialhilfe beziehen. Die Zahl der Fälle lag 2017 bei 278.345. Das sind 5.000 mehr als im Vorjahr. Das grösste Risiko, in die Sozialhilfe zu fallen, tragen weiterhin Kinder und Jugendliche. In der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen ist das Risiko überdurchschnittlich stark angestiegen. In dieser Altersgruppe gibt es viele Menschen, die mit den Anforderungen der Gesellschaft nicht mehr Schritt halten können und dauerhaft auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Weiterer Anstieg der Armut
Aus Sicht der Caritas Schweiz sind die Ergebnisse der Sozialhilfestatistik besorgniserregend. Sie bestätigen den Trend, den auch der neue Sozialalmanach 2019 von Caritas Schweiz aufzeichnet. Während die Wirtschaftslage und die Wachstumsprognosen gut sind, musste im vergangenen Jahr ein weiterer Anstieg der Armut zur Kenntnis genommen werden. 615.000 Menschen in der Schweiz sind von Armut betroffen, weitere 600.000 leben in prekären Verhältnissen und sind damit armutsgefährdet.

Armut halbieren wäre das Ziel
Mit der Unterzeichnung der globalen Agenda 2030 hat sich die Schweiz zum Ziel bekannt, die Armut im eigenen Land zu halbieren – eine Forderung, welche auch Caritas Schweiz schon seit längerer Zeit stellt. «Die Statistiken zeigen, dass es der Schweiz derzeit nicht gelingt, die Armut zu reduzieren, von einer Halbierung ganz zu schweigen», schreibt Bettina Fredrich in ihrem Bericht über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz 2018 im Sozialalmanach. Umso stossender ist es, dass sich der Bund im laufenden Jahr dafür entschieden hat, das Nationale Programm zur Bekämpfung der Armut nur noch auf Sparflamme weiterzuführen und die Armutspolitik damit faktisch den Kantonen und Gemeinden überlässt.

Anstieg prekärer Arbeitsverhältnisse – auch wegen der Digitalisierung
Dass nicht alle Menschen von der guten Wirtschaftslage profitieren, zeigt der Anstieg der prekären Arbeitsverhältnisse, die eine Existenzsicherung aus eigener Kraft kaum mehr zulassen. 2017 waren 8 Prozent der Bevölkerung von befristeten Anstellungen betroffen, 2010 waren es noch 6,7 Prozent. Auch Mehrfacherwerbstätigkeit und Unterbeschäftigung haben jüngst zugenommen.

Digitale Transformation ist gestaltbar
Mit dem Schwerpunktthema zur «Digitalisierung – und wo bleibt der Mensch?» nimmt Caritas Schweiz im Sozialalmanach 2019 eine wesentliche Ursache solcher Entwicklungen auf. Expertinnen und Experten äussern sich darin aus verschiedenen Blickwinkeln zu den sozialen Folgen der digitalen Transformation. Mit der Wahl des Themas weist Caritas darauf hin, dass die Digitalisierung aus sozialpolitischer Sicht nicht einfach wie ein Naturgesetz verstanden werden darf, sondern gestaltbar ist und gestaltet werden muss. Dazu zählt nicht zuletzt, dass die konsequente Anwendung bestehender Gesetze hinsichtlich Arbeitnehmerschutz und sozialer Absicherung auch in Zeiten der Digitalisierung gelten müssen.

Caritas-Jahrbuch zur sozialen Lage der Schweiz online beziehen.
Schwerpunkt: «Digitalisierung – und wo bleibt der Mensch?»
http://ow.ly/NDCT30n1XgO

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Teilnehmende am PraiseCamp16 lesen morgens in Kleingruppen die Bibel und diskutieren darüber © Foto: Elias Schweizer/PraiseCamp18

5.800 am PraiseCamp18, dem grössten Jugendcamp der Schweiz

Basel/Schweiz | 24.12.2018 | APD | Schweiz

Mit 5.800 Teenagern und jungen Erwachsenen findet vom 27. Dezember 2018 bis am 1. Januar 2019 in der Messe Basel das grösste christliche Jugendcamp der Schweiz statt. Unter dem Motto «PRAY – Wie im Himmel so auf Erden» werden die jungen Menschen dazu ermutigt und dabei unterstützt, ihren persönlichen und individuellen Zugang zu Gott zu finden, ihre Beziehung mit Gott aktiv zu gestalten und mit ihrem positiven Lebensstil einen Unterschied im Alltag zu machen.

Sechs Tage Ermutigung, Gemeinschaft und Fun
Laut den Organisatoren bietet das PraiseCamp18 den Teilnehmenden, die meist mit ihren lokalen Gruppen anreisen, während sechs Tagen ein «reichhaltiges Angebot: Inspirierende Inputs von bekannten und beliebten Referenten aus dem In- und Ausland, Konzerte von angesagten Künstlern, abwechslungsreiche Worship- und Gebetszeiten, alltagsnahe Seminare, Zeiten in den Kleingruppen sowie coole Freizeit- und Sportangebote». Insgesamt die Hälfte aller Teilnehmenden seien über 18 Jahre alt. Rund 900 Freiwillige stünden als Leiter von Kleingruppen oder als Helfer im Einsatz.

«PRAY – Wie im Himmel so auf Erden»
Mit dem Thema «PRAY – Wie im Himmel so auf Erden» werde im PraiseCamp18, ein im christlichen Glauben sehr zentraler Fokus gesetzt. Es gehe um das Gebet, die persönliche Kommunikation zwischen Mensch und Gott. «Wir glauben, dass das Gebet ein Schlüsselelement in jeder Gottesbeziehung ist. Wir wollen die jungen Menschen deshalb dazu ermutigen und dabei unterstützen, ihren persönlichen und individuellen Zugang zu Gott zu finden und ihre Beziehung mit Gott aktiv zu gestalten», sagte Peter Reusser, Hauptverantwortlicher des PraiseCamp18, zum diesjährigen Thema.

Organisatoren und Trägerschaft
Das PraiseCamp wird wie in den vergangenen Jahren von den vier Organisationen Bibellesebund, Campus für Christus, King’s Kids und SEA Jugendallianz veranstaltet.
Insgesamt 62 Organisationen unterstützen das PraiseCamp18 als Medienpartner, Eventpartner bzw. in einem Trägerkreis oder Freundeskreis.

Mehr Infos zum PraiseCamp18: https://praisecamp.ch/

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„Adventhaus“, Gemeindezentrum der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, in Basel © Foto: DSV

Basel hat ein «Weihnachtshaus» und ein «Adventhaus»

Basel/Schweiz | 24.12.2018 | APD | Schweiz

Basel geniesst seit einigen Jahren den Ruf als traditionsreichste Weihnachtsstadt der Schweiz, schreibt CBS KULTUR INFO, Basel. Dazu würden neben dem Weihnachtsmarkt auch die «wunderschöne Weihnachtsbeleuchtung, spektakuläre Sonderausstellungen in den Museen und das öffentliche Wunschbuch im Innenhof des Basler Rathauses» beitragen. Nicht nur während der Advents- und Weihnachtszeit, sondern ganzjährig gibt es in der Rheinstadt seit 49 Jahren ein «Weihnachtshaus» am Spalenberg 14 und seit 87 Jahren ein «Adventhaus» am Rümelinbachweg 60.

Weihnachtshaus
Im international bekannten Johann Wanner Weihnachtshaus, «dem Paradies für Weihnachtsfreunde aus aller Welt», verkauft Wanner seit einem halben Jahrhundert traditionellen und modernen Weihnachtsschmuck, so CBS KULTUR INFO. Dieser Bereich umfasst alle dekorativen Elemente mit denen der Weihnachtsbaum geschmückt wird. Bei Wanner findet man aber auch Fabergé-Schmuck, Souvenirartikel und Bücher.

«Heute gilt Johann Wanner als Marktführer im Bereich des Mundgeblasenen und handbemalten Christbaumschmuckes» heisst es in der Medienmitteilung. Demnach zeichne er auch verantwortlich für den grossen Weihnachtsbaum auf dem Münsterplatz anlässlich des Basler Weihnachtsmarkts und zähle auch diverse Königshäuser zu seinen Stammkunden. Nächstes Jahr feiert das Weihnachtshaus sein 50jähriges Jubiläum.

Adventhaus
Beim eher unentdeckten Adventhaus Basel handelt es sich um das Gemeindezentrum der seit 1883 in Basel ansässigen protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Das Adventhaus wurde 1931 als Kapelle nach den Plänen der Basler Architekten Baumgartner & Bühler gebaut, 1963 erweitert und bis in die jüngste Zeit in weiteren Umbauetappen den gewachsenen Bedürfnissen der Kirchengemeinde angepasst.

Das Adventhaus enthält einen Gottesdienstraum mit 400 Sitzplätzen, eine Orgel und ein im Podium eingelassenes Taufbecken. Im Obergeschoss ist eine Zweizimmerwohnung, die heute für Gruppenzusammenkünfte verwendet wird. Ein weiterer Versammlungsraum sowie eine grosse Küche und Nebenräume befinden sich im Untergeschoss. Die Gottesdienste beginnen jeweils samstags um 09.30 Uhr mit einem Bibelgespräch, gefolgt um 10.30 Uhr von einer Predigt. Im Adventhaus feiern auch die spanisch, portugiesisch und italienisch sprechenden Gemeindegruppen ihre Gottesdienste. Die Freikirche ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen beider Basel (AGCK).

Seit 2005 geniesst die Anglican Church Basel (ACB) Gastrecht im Adventhaus und feiert dort jeweils um 10.30 Uhr ihre Sonntagsgottesdienste.

Der Name Siebenten-Tags-Adventisten beinhaltet zwei wichtige Glaubenspunkte der Freikirche. Im Wort «Adventist» spiegelt sich die feste Überzeugung der baldigen Wiederkunft Christi (Advent) wider, während «Siebenten-Tag» auf den biblischen Ruhetag hinweist, der seit der Schöpfung bis heute der siebte Tag der Woche, also der Samstag, ist. Von dieser christlichen Wiederkunftshoffnung wurde der Name Adventhaus für die Basler Kapelle abgeleitet.

Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist weltweit in 213 Ländern tätig und zählt über 21 Millionen erwachsen getaufte Mitglieder. In der Schweiz gibt es über 4.700 Mitglieder.

Mehr Infos zum Weihnachtshaus und Adventhaus:
https://www.johannwanner.ch/
https://www.adventisten.ch/kirchgemeinden/adventgemeinde/lo/basel/gottesdienst/

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Pastor Ruben de Abreu, Präsident der überregionalen Kirchenleitung der Adventisten für Frankreich, Belgien und Luxemburg © Foto: FBU

Strassburg: Adventisten trauern und verurteilen Anschlag

Dammarie-les-Lys/Frankreich | 24.12.2018 | APD | International

Pastor Ruben de Abreu, Präsident der überregionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten für Frankreich, Belgien und Luxemburg (Union de Fédérations d’Églises déclarée en associations: cultuelle UFA et culturelle UFACSA) verurteilte den Anschlag auf Besucher des Weihnachtsmarkts in Strassburg aufs Schärfste. Laut Medienberichten hatte der 29-jährige Attentäter, der am 13. Dezember bei einer Schiesserei von der Polizei getötet worden war, am 11. Dezember drei Personen erschossen, eine Person sei für hirntot erklärt worden und zwölf seien schwer verletzt.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten verurteile «alle Formen von Gewalt» und insbesondere jene, die «im Zusammenhang mit religiöser Intoleranz stehe oder die der Durchsetzung einer Religion diene», sagte Pastor Ruben de Abreu, Präsident der überregionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten für Frankreich, Belgien und Luxemburg.

«Die mörderische Gewalttat, die gestern Abend in Strassburg begangen wurde, ist abscheulich und unerträglich. Ich verurteile sie aufs Schärfste», sagte de Abreu am 12. Dezember. Es wäre nicht richtig, die Ablehnung und Verurteilung auf das zu beschränken, was in Strassburg geschehen sei. Man dürfe nicht vergessen, was jeden Tag in anderen Teilen der Welt im Namen der «Religion» geschehe, die nichts mit Gläubigen und Menschen des Friedens zu tun habe. «Unsere Solidarität und unsere Gebete richten sich auch an die Betroffenen, die Opfer und ihre Familien», so Pastor Ruben de Abreu.

«Wir sind mit den Familien der Opfer und den von dieser Barbarei Betroffenen. Wir wünschen den Überlebenden und den Verletzten eine rasche Genesung», fuhr er laut EUDNews, Kommunikationsabteilung der Adventisten in West- und Südeuropa, fort. «Die Trauer jeder Familie wird von den Adventisten und all jenen geteilt, die auf die eine oder andere Weise für die Verteidigung der Menschenrechte und Freiheiten und die Sicherheit der Bürger kämpfen», so de Abreu.

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Symbolbild © Foto: blickpixel/pixabay.com

Deutsche Evangelische Allianz gegen Fremdbestimmung bei Organspende

Bad Blankenburg/Deutschland | 24.12.2018 | APD | International

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) hat zur Debatte im Deutschen Bundestag zum Thema Organspende Stellung genommen. Ausgangspunkt war ein Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn, eine sogenannte doppelte Widerspruchslösung einzuführen. Bei dieser wäre jeder Bürger zur Organspende verpflichtet, wenn er selbst oder seine Angehörigen nicht ausdrücklich widersprechen.

Die Organspende berühre ein sehr sensibles Thema, denn es gehe um nicht weniger als um Leben und Tod, so die DEA. Der Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz sei gegen eine Pflicht zur Organspende. Sie sei ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht und damit die Würde des Menschen.

Vertrauensvolle Regelung, um Menschen zur Spende zu motivieren
Der Generalsekretär der DEA, Hartmut Steeb, erklärte: „Eine Fremdbestimmung über den eigenen Körper lehnen wir ab. Deshalb darf es auch keine Pflicht zur Organspende geben.“ Ebenfalls strittig sei die Definition des Hirntods. Zudem sei es ethisch bedenklich, die Argumentation umzukehren: Der Tod gehöre zum Leben, das dürfe eine Gesellschaft nicht verdrängen. „Menschen sterben, weil sie krank sind, nicht, weil ihnen ein Dritter seine Organe vorenthält.“ Sie könnten andererseits durch Organspenden gerettet werden. Deswegen sei die Politik gefordert, eine vertrauensvolle Regelung zu finden, die viele Menschen zur Spende motiviere.

Dazu gehöre vor allem, Menschen frühzeitig über das Thema zu informieren. Zudem benötige es eine bessere Datenerfassung und nicht nur einen zufällig bei sich getragenen Spenderausweis sowie mehr qualifiziertes Personal in den Krankenhäusern. Auch müsse sich Deutschland für eine Eindämmung des internationalen Menschenhandels zur Entnahme von Organen engagieren, „denn dies ist ein grausames, menschenverachtendes Geschäft“, so Steeb.

Evangelische Allianz
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Die Evangelische Allianz hat sich 1846 als weltweiter Verbund in London konstituiert. Damit sei sie der am längsten bestehende Zusammenschluss evangelisch gesinnter Christen verschiedener Gruppen- und Gemeindezugehörigkeiten. Weitere Informationen unter: www.ead.de

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Adventistische Kirchenverantwortliche bei der Eröffnung des Dusch-Lastwagendienstes © Foto: Atlantic Union Gleaner

New York: Adventisten starten Duschlastwagen für Obdachlose

Lancaster, Maryland/USA | 24.12.2018 | APD | International

Die regionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in New York (Greater New York Conference, GNYC) und die Adventistischen Sozialdienste (Adventist Community Services, ACS) stellen Menschen ohne festen Wohnsitz in New York einen Lastwagen mit Duschen, Handtüchern, Waschlappen und neuer Unterwäsche zur Verfügung, wie die adventistische Kirchenzeitschrift Atlantic Union Gleaner berichtete. Das Projekt steht unter dem Titel «Segensdusche» (Showers of Blessings).

Laut Luis Biazotto, ACS-Direktor für die Metropolregion New York, ist der Lastwagen eine Antwort auf das wachsende Problem der Obdachlosigkeit der Stadt, das aktuell auf dem höchsten Niveau seit der Weltwirtschaftskrise sei. «Diese humanitäre Hilfe ist für unsere Kirche nicht optional, nein - wir sind dazu verpflichtet», so Biazotto. Die Kirche sei gehalten, den Obdachlosen Dienstleistungen anzubieten, um ihr Leiden zu lindern, sagte Biazotto.

Laut Biazotto werden die die Adventistischen Sozialdienste (ACS) gemeinsam mit den adventistischen Kirchgemeinden in den fünf Bezirken (Boroughs) von New York zusammenarbeiten, damit der Lastwagen wöchentlich Obdachlose versorgen könne. Der ganzheitliche Ansatz umfasse auch Kleidung, Nahrung sowie spirituelle und psychologische Betreuung.

Die Adventistischen Sozialdienste hätten den Lastwagen gemeinsam mit der Delancey Seventh-day Adventist Church in Lower Manhattan eingesetzt und positive Rückmeldungen erhalten, heisst es im Gleaner. «Man sieht die Ergebnisse schon nach zehn Minuten. Wenn sie gehen, sagen die meisten Obdachlosen: ‘Du hast mein Leben verändert’. Sie spüren, dass es Hoffnung gibt. Das ist es, was wir mit der ‘Segensdusche’ meinen», sagte Biazotto.

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Festprogramm zum 30-jährigen Bestehen der Zaoksky Adventist University (ZAU) in Russland © Foto: ZAU Information Service

Russland: Adventistische Universität feiert 30-jähriges Bestehen

Moskau/Russland | 24.12.2018 | APD | International

Am 30. November und 1. Dezember 2018 feierte die Zaoksky Adventist University (ZAU) ihr 30-jähriges Bestehen, wie die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung (Euro-Asia Division, EAD) mitteilte, die mehrheitlich für die Siebenten-Tags-Adventisten in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zuständig ist. Das Motto der Universität lautet «Lernen, Dienen, Inspirieren». Die Universität liegt in Zaoksky, im Verwaltungsbezirk (Oblast) Tula, rund 200 Kilometer südlich von Moskau.

Am 2. Dezember 1988 sei der Traum der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland wahr geworden, in Russland ein eigenes College zu betreiben und sie würden dies «der Vorsehung Gottes» zuschreiben, sagten die Kirchenleiter. Demnach sei die Universität in Zaoksky, Oblast Tula, seit 30 Jahren ein Symbol adventistischer Bildung im postsowjetischen Russland. Viele Kirchenmitarbeiter, die derzeit in ganz Russland und in anderen ehemaligen Sowjetstaaten arbeiten würden, seien an dieser Institution ausgebildet worden.

Eine Geschichte von Mut und Visionen
Im Januar 1987 erhielt die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland nach zahlreichen Petitionen und Briefen an die sowjetischen Behörden die Erlaubnis, einen dreijährigen Korrespondenzkurs für die Ausbildung von Geistlichen anzubieten. Im selben Monat erhielt die Kirche auch ein Grundstück in Zaoksky. Als das Bildungsinstitut in Zaoksky im Dezember 1988 eröffnet wurde, sei es laut der Institution das erste protestantische Seminar in der russischen Geschichte gewesen.

Das erste Bildungsangebot war ein Abschluss in Religion zur Vorbereitung zukünftiger Amtsträger auf die Pastoralarbeit. Bald darauf folgte eine Landwirtschaftsschule. 1990 wurde Zaoksky vom Komitee für religiöse Angelegenheiten der Sowjetunion offiziell als Vollzeithochschule registriert.

Später kamen weitere Abschlüsse hinzu, darunter ein Master in Musik (2000), ein Bachelor in Wirtschaftswissenschaften (2003) und ein Master in Public Health (2005). Absolventen staatlich anerkannter Studiengänge an der Universität erhalten zusätzlich zu ihren Diplomen der Kirche auch ein staatliches Diplom, das ihnen hilft, einen Arbeitsplatz ausserhalb der adventistischen Kirchenorganisation zu finden.

Vertreter der russischen Regierung bei den Feierlichkeiten
Zu den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Bildungsinstitution in Zaoksky gehörten Vertreter der adventistischen Weltkirchenleitung sowie der Regierung der Russischen Föderation. Unter ihnen war ein Vertreter der Abteilung für religiöse Vereinigungen des Büros des Präsidenten der Russischen Föderation für Innenpolitik, Mitglieder der Bürgerkammer der Russischen Föderation und ein Vertreter des Büros für Beziehungen zu religiösen Organisationen der Abteilung für nationale Politik und interregionale Beziehungen der Stadt Moskau.

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Vertreter von Loma Linda University Health nehmen die Leapfrog Top Hospital Awards entgegen. © Foto: Loma Linda University Health

USA: Adventistische Krankenhäuser für Top-Qualität ausgezeichnet

Loma Linda, Kalifornien/USA | 24.12.2018 | APD | International

Das Kinderkrankenhaus der Loma Linda Universität (LLU) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde zum zweiten Mal in Folge als Top-Kinderkrankenhaus ausgezeichnet. Auch das Loma Linda University Medical Center - East Campus erhielt seine erste Auszeichnung als Top-Lehrkrankenhaus von der Leapfrog Group, einer unabhängigen Rating-Organisation für das amerikanische Gesundheitswesen. Nach Angaben von Loma Linda University Health (LLUH) gelten die „Leapfrog Top Hospital Awards“ als eine der wettbewerbsstärksten Auszeichnungen, die US-amerikanische Krankenhäuser erhalten können.

Die Preisverleihungsfeier fand am Dienstag, 4. Dezember in Washington, D.C. statt. Um sich für eine Auszeichnung zu qualifizieren, müssen Krankenhäuser eine spezielle Leapfrog-Krankenhaus-Umfrage einreichen und die höchste Leistung in ihrer Kategorie erzielen, so LLUH. Die Auswahl der Top-Krankenhäuser für 2018 basiere auf Umfragen unter fast 1.900 Krankenhäusern. Bei der Festlegung der Qualifikationen für die Vergabe der Auszeichnungen werde die Leistung in vielen Bereichen der Krankenhausversorgung berücksichtigt, einschliesslich der Infektionsraten, der Geburtshilfe und der Kompetenzen des Krankenhauses, Medikationsfehler zu vermeiden.

LLU-Kinderkrankenhaus
„Diese Auszeichnung als Top-Kinderkrankenhaus unterstreicht unser beständiges Engagement für Patientensicherheit und Qualität“, so Scott Perryman, Vizepräsident des LLU-Kinderkrankenhauses. Nach Angaben der Kirchenzeitschrift Adventist Review befindet sich das LLU-Kinderkrankenhaus unter den lediglich 13 Kinderkrankenhäusern in den USA, die von der Leapfrog Group ausgezeichnet worden sind.

LLU Medical Center - East Campus
„Neben der qualitativ hochwertigen Versorgung sind wir stolz darauf, die nächste Generation von Medizinern auszubilden", sagte Jonathan Jean-Marie, Vizepräsident des LLU Medical Center - East Campus, das mehrere medizinische Fachbereiche wie Rehabilitation, Orthopädie, Neurologie, Neurochirurgie und Familienmedizin umfasst. Es ist eines von 53 Top-Lehrkrankenhäusern, welche die Auszeichnung der Leapfrog Group erhielten.

Loma Linda University Health (LLUH)
Die 1905 gegründete Loma Linda University Health, eine Organisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, umfasst die acht Fakultäten der Loma Linda Universität, die sechs Krankenhäuser des LLU Medical Center sowie mehr als 1.000 Fakultätsärzte in Südkalifornien. Loma Linda University Health bietet nach eigenen Angaben über 100 akademische Programme an und versorgt jährlich über 40.000 Patienten stationär und 1,5 Millionen ambulant.

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Eugen Hartwich (li.), neuer Kirchenleiter der Adventisten in Baden-Württemberg und Erhard Biró, sein Vorgänger © Foto: Stephan G. Brass/STA

Adventisten in Baden-Württemberg wählen neuen Kirchenleiter

Heilbronn/Deutschland | 24.12.2018 | APD | International

Die Landessynode (Abgeordnetenversammlung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg hat auf einer Sondertagung am 9. Dezember in Heilbronn einen neuen Kirchenpräsidenten gewählt. Die Freikirche hat im Bundesland 6.362 mündig getaufte Mitglieder und betreibt sechs Privatschulen, ein Tagungszentrum sowie ein Seniorenhaus für betreutes Wohnen.

Pastor Eugen Hartwich (35) ist neuer Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg (Baden-Württembergische Vereinigung, BWV). Die 150 Abgeordneten aus den örtlichen Kirchengemeinden und der Pastorenschaft wählten ihn mit 113 Ja- zu 30 Nein-Stimmen. Hartwich hat in Freiburg, Österreich, England und in Rumänien Theologie studiert. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und war in den Jahren 2010 bis 2014 Seelsorger in Mannheim, Weinheim, Tübingen und Albstadt. Im Juli 2014 war er ausserhalb des regulären Turnus in das Amt des Sekretärs (Geschäftsführers) eingesetzt, im Mai 2017 zusätzlich zum Vizepräsidenten gewählt worden.

Hartwich löst Pastor Erhard Biró als regionalen Kirchenpräsidenten ab. Biró war über 40 Jahre lang als Pastor tätig, davon seit 1996 als Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg. „Es ist eine Freude und Ehre, Gott zu dienen“, sagte Erhard Biró bei seiner Verabschiedung - er tritt zum Jahresende in den Ruhestand. Ebenfalls in den Ruhestand verabschiedet wurde der Landeskantor der Siebenten-Tags-Adventisten, Dr. Günter Preuss. Pastor Thomas Knirr, Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau und Mission, wurde zusätzlich in das Amt des Vizepräsidenten berufen.

Adventisten in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten 6.362 mündig getaufte Mitglieder, die in 85 Kirchengemeinden am Sabbat (Samstag), dem biblischen Ruhetag, Gottesdienst feiern (Stand 31.12.2017). Die Freikirche ist dort Trägerin der adventistischen Bekenntnisschulen in Murrhardt („Daniel-Schule"/Grund- und Realschule), Herbolzheim-Tutschfelden („Elisa-Schule"/Grund- und Realschule), Isny/Allgäu („Josia-Schule"/Grund- und Gemeinschaftsschule), Rastatt („Salomo-Schule“/Grund- und Realschule), Heilbronn („Advent-Schule“/Grundschule) sowie Mannheim (Grundschule). Zur regionalen Kirchenleitung gehören auch das „Haus Lichtblick“ (betreutes Wohnen) in Gaildorf und das Tagungszentrum „Haus

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VEF-Delegierte mit Vorstandsmitglied Harald Rückert (r.) © Foto: Michael Gruber/VEF

Evangelium weitergeben, Orientierung in Lebensfragen - Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Elstal

Wustermark/Deutschland | 24.12.2018 | APD | Ökumene

„Die Zukunft der Kirche hängt entscheidend von unserer Bereitschaft und Fähigkeit ab, den Glauben weiterzugeben.“ Mit diesem Appell hat der Theologe, Autor und Bibelübersetzer Professor Dr. Dr. Roland Werner in der Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) dafür geworben, in den Kirchen ganz neu eine „Theologie und Praxis der Evangelisation“ umzusetzen. Bei der Tagung im brandenburgischen Elstal vom 27. bis 28. November befassten sich die Delegierten aus den VEF-Kirchen zudem mit dem Lebensschutz, mit Asylverfahren von Konvertiten und mit den Vorbereitungen auf einen historischen Jahrestag, berichtete VEF-Pressesprecher Dr. Michael Gruber.

„Hierzulande haben wir den Glauben privatisiert und sind deshalb als Christen in der Öffentlichkeit und im Alltag nicht sichtbar“, so die Analyse von Roland Werner. Darum sei die Evangelisation in einer Krise: „Bevor wir wieder stärker evangelistisch aktiv werden, müssen wir mit unserem Glauben aus der Privatsphäre heraustreten. Denn der Glaube ist zwar persönlich, aber nicht privat!“ Wenn man dann über den Glauben ins Gespräch komme, sei es wichtig, Evangelisation nicht isoliert zu sehen: „Soziale Verantwortung und Evangelisation gehören zusammen. Wenn wir sie gegeneinander ausspielen, lähmen und schwächen wir uns selbst.“ Die Delegierten waren sich einig in dem Anliegen, die Evangelisation auf VEF-Ebene weiter zu stärken. „Dafür wollen wir zunächst vorhandene Netzwerke nutzen, denn nicht jeder muss das Rad neu erfinden“, so VEF-Präsident Christoph Stiba. Deshalb werde man künftig enger mit der von Roland Werner geleiteten „Koalition für Evangelisation“ zusammenarbeiten.

Lebensschutz
„Das Leben und die einzigartige Würde des Menschen als unantastbare Gabe Gottes sind von Anfang an und bis zu dessen Ende zu schützen und zu respektieren.“ Mit diesem Motto gibt die Stiftung ProVita Orientierungshilfe in medizinethischen Fragen, die den Anfang und das Ende des Lebens betreffen – von vorgeburtlicher Diagnostik über Schwangerschaftskonfliktberatung bis hin zu Sterbebegleitung und Palliativmedizin. Dr. Detlev Katzwinkel und Dr. Heike Fischer vom ProVita-Vorstand stellten der Mitgliederversammlung die Arbeit der „Stiftung für Lebensethik“ vor. „Es ist uns wichtig, keine einfachen Antworten zu geben, sondern differenziert hinzuschauen“, betonte Heike Fischer. Denn, so Katzwinkel, man wolle mit Menschen ins Gespräch über Lebensthemen kommen: „Wir suchen den Diskurs und begegnen anderen Meinungen nicht mit Verurteilung.“

Ablehnung christlicher Asylbewerber
Asylanträge christlicher Konvertiten werden oftmals dann abgelehnt, wenn es den Bewerbern in den Verfahren nicht gelingt, über die persönliche Dimension ihres Glaubens Auskunft zu geben. Diese Beobachtung und seine Vorschläge, wie damit umzugehen ist, erläuterte der VEF-Kirchenasylbeauftragte, Rechtsanwalt Andreas Hantschel aus Frankfurt. Hantschel führte in der Mitgliederversammlung aus, dass Bewerber, die aufgrund ihrer Konversion zum christlichen Glauben Asyl in Deutschland beantragen, laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nachweisen müssen, dass sich bei ihnen eine feste religiöse Überzeugung gebildet hat und eine Prägung der religiösen Identität erfolgt ist. Um dies darzulegen, sei es unerlässlich, vom inneren Glaubensprozess zu berichten und die Entscheider so ins eigene Herz blicken zu lassen. „Wo Glaubensgeschwister dies tun und die Tiefe ihres persönlichen Glaubens nachvollziehbar beschreiben, stehen die Chancen für ihr Asylverfahren gut.“

500 Jahre Täuferbewegung
Mit fünf Themenjahren ab 2020 und einem grossen Abschluss zu Himmelfahrt 2025 will eine überkonfessionelle Initiative an 500 Jahre Täuferbewegung erinnern. Reinhard Assmann vom Trägerverein nahm die VEF-Mitgliederversammlung mit hinein in die Geschichte und stellte den aktuellen Stand der Planungen vor. Der 21. Januar 1525 gilt als Beginn der Täuferbewegung. Nach einer „heftigen öffentlichen Diskussion über die Kindertaufe fand an diesem Tag die erste sogenannte Gläubigentaufe statt“, so Assmann. „Die Täufer verstanden sich stets als Teil der Reformation, wollten weiterführen, was sie in den frühen Jahren Luthers und Zwinglis verstanden hatten.“ Die Mennoniten verstünden sich als direkte Nachfahren der Täufer, doch „auch einige andere heutige Freikirchen sehen sich theologisch in der Tradition der Täuferbewegung.“

Theologischer Grund- und Aufbaukurs
Dr. Oliver Pilnei vom BEFG und Jürgen Stolze von der Evangelisch-methodistischen Kirche stellten den Delegierten den Theologischen Grund- und Aufbaukurs der VEF vor. Seit über 40 Jahren bietet der Kurs eine theologische Fortbildung. Allein in den letzten zehn Jahren gab es über 400 Absolventinnen und Absolventen. VEF-Präsident Christoph Stiba würdigte den Kurs als „fundierte theologische Grundlegung für Laienprediger und alle an Theologie Interessierten.“ Er ermutigte dazu, das Angebot in den Freikirchen bekannt zu machen.

Weitere Informationen unter: www.vef.de

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Symbolbild © Foto: Suffix/pixabay.com

Hilfswerk: Hunderte Christen in Indien von Wahllisten gestrichen

Burgdorf/Schweiz | 24.12.2018 | APD | Religion + Staat

Laut dem christlichen Hilfswerk Open Doors Schweiz wurden im indischen 73-Millionen-Bundesstaat Madhya Pradesh Hunderte Christen beim Urnengang überrascht. Ihre Namen waren von den Wahllisten gestrichen und ihnen damit das Stimmrecht entzogen worden.

Indien ist ein Bundesland mit 29 Staaten und sieben Unions-Gebieten. Die jüngsten Wahlen im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh dürften ein Nachspiel haben, so Open Doors Schweiz. Denn am 28. November seien dort Christen systematisch ausgegrenzt worden. Da ihre Namen nicht auf den Wählerlisten standen, sei ihnen die Stimmabgabe verweigert worden. Auch Leo Cornelio, römisch-katholischer Erzbischof von Bhopal, der Hauptstadt des Bundesstaates, sei trotz Wahlkarte in seinem Wahllokal die Abstimmung verwehrt worden. Er betonte: „Das ist eine Ungerechtigkeit und kein gutes Zeichen für die Demokratie. Es ist ein deutlicher Beleg für die christliche Gemeinschaft, dass sie nicht einmal berücksichtigt wird.“ Empörte Christen würden nun erwägen, die Einleitung einer offiziellen Untersuchung zu beantragen.

Die Leiter der christlichen Gemeinschaft seien sich laut Open Doors einig, dass die „Bharatiya Janata Party“ (BJP), die hinduistische nationalistische Partei von Premierminister Narendra Modi, für die Entfernung der Namen verantwortlich sei. Modi soll versucht haben, den Sieg der Kongresspartei seines Rivalen zu verhindern, den die Christen bevorzugen würden.

Christen mit hinduistischen Vornamen konnten wählen
Das zentralindische Madhya Pradesh wird seit 2003 von der BJP regiert. Ähnliche Ereignisse seien bereits an anderen Orten in Indien aufgetreten, wie beispielsweise in Bangalore oder Mangalore im südlichen Bundesstaat Karnataka, berichtet Open Doors Schweiz. Im Mai verlor die BJP die Parlamentswahlen in diesem Bundesland an die Kongresspartei. Bei den Wahlen am 28. November hätten Christen mit hinduistischen Vornamen wählen können, aber jene mit christlichen Vornamen wären von den Listen gestrichen worden.

Im Jahr 2019 werden in Indien nationale Wahlen abgehalten. Das Ergebnis dieser Wahlen sei laut Hilfswerk Open Doors entscheidend für die Religionsfreiheit im Land. Anlass zur Hoffnung gebe, dass in den indischen Bundesstaaten Chhattisgarh, Madhya Pradesh und Rajasthan die BJP-Partei bei den jüngsten Regionalwahlen ihre Regierungsmehrheit verloren habe. Aus diesen Staaten seien in der Vergangenheit zahlreiche Übergriffe gegen Christen gemeldet worden. In Chhattisgarh und Madhya Pradesh seien sogenannte „Antibekehrungsgesetze“ in Kraft.

Derzeit belegt Indien im „Verfolgungsindex“ von Open Doors den 11. Platz. Laut der letzten, im Jahr 2011 erfolgten indischen Volkszählung gab es im Land 79,8 Prozent Hindus, 14,2 Prozent Muslime, 2,3 Prozent Christen, 1,7 Prozent Sikhs, 0, 7 Prozent Buddhisten, 0,4 Prozent Jainas und 0,7 Prozent Anhänger anderer Religionen.

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Symbolbild: Human rights - Menschenrechte © Foto: geralt/pixabay.com

„Menschenrecht und Christenpflicht“ - Deutsche Freikirchen zum 70. Jahrestag der Menschenrechtserklärung

Wustermark/Deutschland | 24.12.2018 | APD | Menschenrechte

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Deutschland (VEF) hat in einer am 7. Dezember veröffentlichten Stellungnahme die Bedeutung der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, die vor 70 Jahren am 10. Dezember 1948 verabschiedet wurde, gewürdigt. Die Menschenrechtsidee sei einer der stärksten und wirkungsvollsten Gedanken der Gegenwart, den es zu schützen gelte.

„Wir halten an der Überzeugung fest, dass die Menschenrechte unteilbar, unveräusserlich und universell sind. Wir erkennen an, dass sich die Menschenrechte aus unterschiedlichen Wertesystemen ableiten lassen – nicht nur, aber gerade auch aus dem christlichen Menschenbild, aus biblischen Werten und Vorstellungen von Gerechtigkeit und von der schöpfungsgemässen Würde eines jeden Menschen“, heisst es in der Stellungnahme. „Unsere Solidarität, unser Einsatz und unsere Fürbitten gelten allen Menschen, denen grundlegende Menschenrechte, Würde und Freiheit vorenthalten werden.“

Ihre Aufgabe sehe die VEF darin, das Evangelium von der Liebe Gottes in Wort und Tat zu den Menschen zu bringen: „Dazu gehören die Einladung zum Glauben an Jesus Christus und die Sorge um unsere Welt, in der wir leben. Das Wohlergehen der Menschen ganzheitlich im Blick zu haben, ist unser Anliegen.“ Deshalb sei die VEF nicht nur dankbar für die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, sondern unterstütze auch die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals/SDGs).

Die Stellungnahme ist abrufbar unter:
https://www.vef.de/meldungen/menschenrecht-und-christenpflicht/

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Arbeitshilfe Kuba und Venezuela © Cover: Deutsche Bischofskonferenz

Arbeitshilfe zur Situation der Christen in Kuba und Venezuela

Berlin/Deutschland | 24.12.2018 | APD | Religionsfreiheit

Die römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz hat in Berlin eine Arbeitshilfe zur Situation der Christen in Kuba und Venezuela vorgestellt. Die Veröffentlichung ist Teil der kirchlichen Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“.

Laut Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, sei die prekäre Menschenrechtslage in Kuba und Venezuela zwar bekannt, die Einschränkung der Religionsfreiheit auf diesem doch sehr katholisch geprägten Kontinent werde jedoch weniger vermutet. In beiden Länder herrschten autoritäre Regime, die sich durch Freiheitsrechte und deshalb auch durch die Religionsfreiheit bedroht fühlten. „Denn je autoritärer eine Regierung ist, desto grösser ist ihr Kontrollanspruch“, so Schick. Unter den Einschränkungen der Freiheitsrechte litten vor allem jene, die sich politisch und gesellschaftlich engagieren wollten. Dazu zählen auch die Christen, die sich im Sinne der katholischen Soziallehre für gerechte und demokratische Strukturen und für das Gemeinwohl einsetzten.

Im Fadenkreuz des Partei- und Staatsapparats
In dem Einparteienstaat Kuba sei die Überwachung des privaten und öffentlichen Lebens besonders ausgeprägt. Alle privaten oder gesellschaftlichen Initiativen, die im Verdacht stünden, das Gestaltungsmonopol der Staatspartei infrage stellen zu können, würden rabiat eingeschränkt oder ganz verhindert. Religiöse Akteure, deren pastorales oder caritatives Engagement politische Züge annehme – was sich im Einsatz für arme, diskriminierte und marginalisierte Menschen kaum vermeiden lasse – gerieten schnell ins Fadenkreuz des Partei- und Staatsapparats. Administrative Schikanen und systematische Benachteiligung bis hin zu Gefängnisstrafen wären an der Tagesordnung. Eine Verfolgung von Christen allein aufgrund ihrer religiösen Grundüberzeugungen gebe es in Kuba nicht, betonte Erzbischof Ludwig Schick. Doch wenn Gläubige von ihrem christlichen Menschenbild ausgehend öffentlich Meinungsfreiheit einforderten, drohten ihnen sofort Sanktionen.

Viele Menschen suchen im Müll nach Essen
Auch in Venezuela wäre die Lage dramatisch, informierte Schick. Dort werde die römisch-katholische Kirche als „einzige verbliebene Opposition im Land“ bezeichnet. Sie mache die Regierung von Präsident Maduro mit deutlichen Worten für die vielen Krisen im Land verantwortlich. Diese politische Einmischung und Anwaltschaft für die in Not geratenen und in Not gebrachten Menschen bringe die aktiven Christen und Bischöfe in Gefahr. Der Vorsitzende der Venezolanischen Bischofskonferenz, Erzbischof José Luis Azuaje Ayala (Maracaibo), schilderte die dramatische humanitäre Situation in seinem Heimatland: „Es gibt inzwischen viele Menschen, die im Müll nach Essen suchen. Das widerspricht der Menschenwürde.“ Medikamente und Grundnahrungsmittel seien im ehemals reichsten Land Lateinamerikas knapp geworden, täglich emigrierten tausende Venezolaner ins Ausland. Wer die politischen Ursachen dieser Misere benenne, werde bedroht. So würden unter Präsident Maduro auch die Polemik und die Aggression gegenüber der römisch-katholischen Kirche massiv zunehmen. Erzbischof Azuaje Ayala beklagte die Untergrabung der Demokratie in Venezuela und mahnte den Einsatz für Freiheit, Menschenwürde und Menschenrechte an. Für seine Kirche in Venezuela erklärte er: „Sie steht an der Seite der Notleidenden, auch wenn dies viele Unannehmlichkeiten und Bedrängungen mit sich bringt.“

Arbeitshilfe
Die Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit – Kuba und Venezuela“ gibt einen Überblick über die Situation des Christentums in Kuba und Venezuela, erläutert aktuelle Konfliktlinien, analysiert die Hintergründe und lässt Mitglieder der katholischen Ortskirche zu Wort kommen. Sie kann im Internet heruntergeladen werden unter:
https://www.dbk-shop.de/index.php?page=product&info=28261&dl_media=29214

Die Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“ wurde von den deutschen Bischöfen 2003 ins Leben gerufen, um für die Lage bedrohter Katholiken zu sensibilisieren.

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Pfr. Winfrid Krause, Vorsitzender Luth. Konvent, Thomas Schirrmacher, Pfr. Dirk Bangert, Beisitzer Luth. Konvent (v.l.) © Foto: BQ/Warnecke

Christen werden leicht zu Opfern von Diskriminierung

Bonn/Deutschland | 24.12.2018 | APD | Religionsfreiheit

Laut IDEA Pressemitteilung vom 26. November sprach Thomas Schirrmacher (Bonn), stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen (WEA) Allianz, am 1. November auf der Herbsttagung des Lutherischen Konvents im Rheinland in Wuppertal/Deutschland zum Thema «Christenverfolgung und Christendiskriminierung». Die Religionsfreiheit sei ein zentrales Menschenrecht. Wo sie verletzt werde, sei es auch um die anderen Menschenrechte schlecht bestellt, so Schirrmacher.

Es gebe kein Land auf der Welt, in dem religiöse Minderheiten unterdrückt würden, die Menschenrechtslage aber «ansonsten in Ordnung» sei, sagte der WEA-Generalsekretär. Christen seien weltweit derzeit öfter von gewaltsamer Unterdrückung betroffen als Angehörige anderer Religionen. Ein Grund dafür sei, dass sich die meisten ehemals «christlichen» Länder zu säkularen Demokratien entwickelt hätten. «Gerade weil Christen keinen «christlichen» Staat mehr auf ihrer Seite haben, werden sie zu leichten Opfern von gewaltbereiten religiösen Strömungen und von Menschenrechten verachtenden Staaten», so Schirrmacher. Die demokratischen Länder seien deshalb aufgefordert, sich auch für den Schutz verfolgter Christen einzusetzen, «denn sonst tut es am Ende niemand», erläuterte Schirrmacher.

Der Lutherische Konvent im Rheinland wurde 1936 als Opposition gegen die nationalsozialistischen «Deutschen Christen» gegründet. Sein Anliegen ist heute, das lutherische Bekenntnis innerhalb der rheinischen Kirche zu vertreten.

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ADRA-Freiwillige helfen beim Verladen der Weihnachtspakete in Krattigen, Berner Oberland © Foto: ADRA Schweiz

ADRA Schweiz schickt 3.048 Weihnachtspakete nach Moldawien

Zürich/Schweiz | 24.12.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Ende November sind 3.048 Weihnachtspakete der Adventistischen Entwicklung- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz per Eisenbahn für benachteiligte Kinder nach Moldawien verschickt worden. An der Weihnachtspaketaktion „Kinder helfen Kindern“ beteiligten sich rund 50 ADRA Ortsgruppen in der Schweiz. Gesamthaft wurden seit Ende November durch ADRA Deutschland, ADRA Österreich und ADRA Schweiz seit Ende November 44.500 Weihnachtspakete für benachteiligte Kinder nach Osteuropa gesandt.

Die Weihnachtsaktion „Kinder helfen Kindern“ werde schon viele Jahre durchgeführt, sagte Nathalie Beck, Kommunikationsverantwortliche bei ADRA Schweiz. Die Aktion spreche sich herum, sodass beim Hilfswerk Anrufe von Personen eingegangen seien, die sich auch beteiligen wollten. Die Pakete aus der Schweiz werden laut ADRA seit 2009 von der Partnerorganisation ADRA Moldawien an Kinder in Waisenheimen, verarmte Familien sowie an behinderte Kinder im Land verteilt. Wer ein Paket wolle, müsse sich über Sozialämter, Schulen, Vereine oder das Netzwerk von ADRA Moldawien beim Hilfswerk melden, das dann die Selektion vornehme. Moldawien ist eines der ärmsten Länder Europas und liegt zwischen Rumänien und der Ukraine.

Rund 50 ADRA Ortsgruppen in der ganzen Schweiz beteiligen sich laut dem Hilfswerk an der Aktion. So seien Standaktionen durchgeführt und in Schulen Werbung gemacht worden. Schulklassen sowie Kirchengemeinden stellten Geschenkpakete für benachteiligte Kinder in Moldawien zusammen.

Orthodoxe Christen feiern Weihnachten am 6. und 7. Januar. Zwei Personen von ADRA Schweiz werden die Verteilung der Pakete begleiten und später auf der Webseite sowie auf der Facebookseite von ADRA Schweiz darüber berichten: www.adra.ch

Sponsoren
Sowohl «SBB Cargo» als auch die Firma «TTS Transport & Terminal Services AG» in Buchs/SG, die den Transport organisiert hat, finanzieren einen Teil der Frachtkosten. Auch die «Rail Cargo Austria» und die «Ungarn GYSEV Cargo» beteiligen sich an den Transportkosten.

ADRA Deutschland
Etwa 410 ehrenamtliche Gruppen im gesamten Bundesgebiet waren laut ADRA Deutschland im Herbst unterwegs, um bei Schulen, Kindergärten, Firmen und Privatpersonen für die Aktion „Kinder helfen Kindern“ zu werben. In die Weihnachtspakete wurden Spielzeug, Schulartikel, Süssigkeiten, Hygieneartikel und Wärmespender wie Schals und Mützen gepackt.

Insgesamt wurden 34.901 Geschenkpakete in acht europäische Länder gesandt. Wie in den Vorjahren wurden auch die Pakete aus den Niederlanden, Belgien und Luxemburg nach Deutschland gebracht und tragen zur Gesamtsumme bei. Vom 3. bis 12. Dezember fuhren 13 LKW nach Bosnien-Herzegowina (mit 5.437 Weihnachtspaketen), Serbien (7.448), Albanien (2.285), Mazedonien (4.559), Montenegro (3.184), Bulgarien (6.147), Litauen (2.616) und in die Ukraine (3.225).

ADRA Österreich
Am 25. November begann das Einsammeln der 6.551 Pakete in Österreich. Vom ADRA Lager in Wien wurden die Pakete in die Ukraine und nach Lettland geliefert. Ab dem 18. Dezember begann die Verteilung der Pakete in Lettland. Das Datum der Ausgabe in der Ukraine hänge laut ADRA Österreich davon ab, wie schnell der Zoll die Pakete frei gibt, die bis dahin im abgeschlossenen Zolllager von ADRA Ukraine sicher aufbewahrt werden.

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ADRA-Vertreter vor dem Parlamentsgebäude in Canberra, Australien © Foto: Adventist Record

ADRA setzt sich im australischen Parlament für Benachteiligte ein

Wahroonga, NSW/Australien | 24.12.2018 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Unterstützer und Vertreter der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien nahmen Anfang Dezember an einer Konferenz im australischen Parlamentsgebäude in Canberra teil, um im Rahmen der Micha-Koalition Lobbyarbeit für arme und marginalisierte Menschen weltweit zu leisten.

Wie die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record berichtete, kamen im Rahmen der „Voices for Justice“-Konferenz vom 1. bis 4. Dezember 2018, die von der australischen Micha-Koaltion organsiert wurde, mehr als 200 Christen aus ganz Australien zusammen, darunter Vertreter christlicher Hilfsorganisationen. „Micha-Lobbygruppen trafen sich mit mehr als 90 der gewählten Politiker Australiens während des diesjährigen „Voices for Justice“, sagte Matt Darvas, Kampagnenleiter von Micha-Australien. „Dies ist eine mächtige - und glaubwürdige - kollektive Stimme für die Armen, Unterdrückten und Vertriebenen der Welt.“

Micha-Australien feiert Gesetzgebung gegen moderne Sklaverei
Die australische Micha-Koalition, die sich aus Kirchen und den grössten christlichen Hilfsorganisationen in Australien zusammensetzt, feierte auch die Verabschiedung des „Modern Slavery Act 2018“, der in Anlehnung an die entsprechende Gesetzgebung in Grossbritannien am 29. November vom australischen Parlament verabschiedet wurde und im Januar 2019 in Kraft tritt. Damit soll moderner Sklaverei und Ausbeutung in Form von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, Menschenhandel und Kinderarbeit entgegengewirkt werden.

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Übersetzungsarbeit für «Byzantinischer Text Deutsch» (BTD) © Foto: Schweizerische Bibelgesellschaft

Schweizerische Bibelgesellschaft gibt «Byzantinischer Text Deutsch» heraus

Biel/Schweiz | 24.12.2018 | APD | Bibel

«Die Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) freut sich, mit Byzantinischer Text Deutsch (BTD) die erste deutschsprachige Übersetzung der Evangelien aus dem Text des Oekumenischen Patriarchats von 1904/12 vorzulegen», heisst es in der SB-Medienmittteilung. Die Vernissage findet am 9. Januar 2019, um 18 Uhr, in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche in Zürich statt.

Demnach unterscheide sich diese Übersetzung von anderen Bibelübersetzungen, weil sie auf dem in den orthodoxen Kirchen anerkannten griechischen Evangelientext gründe und die Auslegungen der grossen Theologen der Orthodoxie berücksichtige.

1904 erstellte Prof. Antoniades für das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel einen griechischen Bibeltext, basierend auf Lektionarshandschriften von Jerusalem und vom Berg Athos, laut Wikipedia eine «orthodoxe Mönchsrepublik mit autonomem Status unter griechischer Souveränität in Griechenland». Dieser Text wurde während Jahrhunderten gelesen. Er gehört zur Textfamilie des Mehrheitstextes oder Byzantinischen Textes.

Während die liturgischen Texte weitgehend auf Deutsch übersetzt wurden, fehlte es an einer deutschsprachigen Bibelübersetzung nach den hermeneutischen Regeln der orthodoxen Kirche, schreibt die Bibelgesellschaft. Die neue Ausgabe Byzantinischer Text Deutsch (BTD) berücksichtige in ihrer Konkordanz nicht nur den Wortschatz des Neuen Testaments, sondern auch den der Psalmen und der liturgisch bedeutenden Texte des Alten Testaments. Im Anhang finden sich die Unterschiede zum verbindlichen slawischen Text. So eignet sich diese Ausgabe für Christen byzantinischer wie auch kirchenslawischer Tradition.

Erzbischof Mark von Berlin und Deutschland sagt dazu: «Mit den bislang im deutschsprachigen Raum etablierten Übersetzungen konnten orthodoxe Gläubige nie richtig glücklich sein, sind diese doch leider nicht frei von je eigenen theologischen Tendenzen und nehmen es mit der Treue zum Originaltext nicht immer allzu genau. Gerade hier liegt die Chance einer neuen, weitestgehend Wort-konkordanten und nur dem kirchlichen Original und seinem original-kirchlichen Verständnis verpflichteten Übersetzung.»

Damit entspricht die Schweizerische Bibelgesellschaft dem Wunsch vieler orthodoxer Christinnen und Christen nach einem deutschen Bibeltext in ihrer eigenen kirchlichen Tradition. Die vorliegende Evangelien-Übersetzung ermöglicht, den Zusammenhang von Bibel und Liturgie nachzuvollziehen. So kann der Byzantinischer Text Deutsch (BTD) auch nicht-orthodoxen Lesern und Leserinnen einen neuen Blick auf vielleicht wohlbekannte Texte eröffnen, schreibt die Schweizerische Bibelgesellschaft.

Vasileios Antoniades schliesst das Vorwort der Ausgabe seines griechischen Patriarchatstexts 1904/1912 mit den Worten: «In den Händen der Menschen, und besonders, weil es ein erster Versuch ist, wird diese Ausgabe ihr eigenes Schicksal erleiden. Aber das Wort Gottes ist nicht an menschliche Unvollkommenheiten gebunden, denn es ist die Kraft Gottes zur Errettung für jeden, der glaubt.»

«Mit Byzantinischer Text Deutsch wird die Vision der Schweizerischen Bibelgesellschaft weiter Realität: Menschen finden leichten Zugang zur Bibel und können diese in der Sprache des Herzens lesen; der Dienst an den Kirchen erfährt Erweiterung», so die SB-Medienmitteilung.

Die Schweizerische Bibelgesellschaft
Die Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) ist als Verein organisiert. Ihre Mitglieder sind Kirchen, christliche Gemeinschaften und Werke sowie Einzelpersonen in der Schweiz.
Die Schweizerische Bibelgesellschaft unterstützt und fördert wissenschaftlich fundierte Übersetzungen und Revisionen der biblischen Texte. Sie beteiligt sich auch an der Herstellung und Verbreitung der Bibel in von Kirchen gewünschten Sprachen und Ausgaben in der Schweiz und im Ausland. Sie engagiert sich für einen offenen Dialog über die Bibel in der heutigen Gesellschaft. Sie finanziert ihre Arbeit durch Mitglieder-beiträge, Spendengelder, Kollekten, institutionelle Beiträge und den Verkauf ihrer Produkte.

Mehr Informationen: www.die-bibel.ch

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Symbolbild © Foto: mohamed_hassan/pixabay.com

Deutschland: JIM-Studie 2018 belegt Siegeszug von Netflix und Co. bei Jugendlichen

Stuttgart/Deutschland | 24.12.2018 | APD | Medien

Der Siegeszug von Netflix und Co. bei den Jugendlichen hält an. Die Hälfte der Zwölf- bis 19-Jährigen schaut regelmässig Sendungen, Serien und Filme bei Netflix (47 Prozent), jeder Fünfte nutzt Amazon Prime Video (22 Prozent). Damit hat sich der Anteil regelmässiger Netflix-Nutzer im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt (2017: 26 Prozent). Weiterer Gewinner bei den Jugendlichen ist Spotify. Erstmals verzeichnet die Musiknutzung über Spotify einen höheren Anteil regelmässiger Nutzer als die Musiknutzung live im Radio. Das sind Ergebnisse der aktuellen JIM-Studie 2018. Seit 20 Jahren untersucht der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) mit der JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) den Medienumgang von Jugendlichen in Deutschland.

Tagesschau und Tageszeitungen mit hohem Vertrauensbonus bei Jugendlichen
Auch das Vertrauen in Nachrichtenangebote wurde im Rahmen der JIM-Studie 2018 untersucht. Hierbei konnten die Jugendlichen verschiedenen Nachrichtenangeboten Schulnoten in Bezug auf ihre Vertrauenswürdigkeit geben. Die „Tagesschau“ beziehungsweise die „Tagesthemen“ der ARD geniessen bei Jugendlichen das höchste Vertrauen. 84 Prozent der Jugendlichen haben die Note 1 oder 2 vergeben. An zweiter Stelle folgen mit 77 Prozent das Angebot regionaler Print-Tageszeitungen und öffentlich-rechtliche Radiosender (75 Prozent).

Der tagesaktuellen Berichterstattung des ZDF („Heute“ und „Heute Journal“) schenken 71 Prozent der Befragten ihr Vertrauen. „Focus online“ und „Spiegel online“ bewegen sich bei dieser Beurteilung im Mittelfeld. Jeweils die Hälfte der Jugendlichen bewertet diese Angebote mit der Note 1 oder 2. Private Radiosender werden von knapp der Hälfte der Jugendlichen als vertrauenswürdig eingestuft. Mit deutlichem Abstand folgen „ProSieben Newstime“, das Nachrichtenangebot des E-Mail-Providers Web.de und „RTL Aktuell“, denen jeweils ein Viertel der Jugendlichen vertraut. Das Angebot der Bild-Zeitung bildet mit jeweils 15 Prozent sowohl für das Print- als auch das Online-Angebot das Schlusslicht.

JIM-Studie
Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2018 telefonisch befragt. Alle Ausgaben der JIM-Studie von 1998 bis 2018 sind unter www.mpfs.de abrufbar.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).

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Start der Ausstrahlung des Radiosenders „Faith FM“ über VAST (re. aussen Michael Engelbrecht) © Foto: Adventist Record

Australien: Adventistischer Radiosender für das Hinterland

Wahroonga, NSW/Australien | 24.12.2018 | APD | Medien

Wie die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record (AR) berichtete, war am 27. November der Start der Ausstrahlungen des adventistischen Radiosenders „Faith FM“ ins australische Hinterland. Ermöglicht werde dies durch „Viewer Access Satellite Television“ (VAST), eine Initiative der australischen Regierung, die frei zugängliche Radio- und Fernsehdienste für Australier anbietet, die in abgelegenen Gebieten ausserhalb der normalen Senderreichweite leben.

„Mit einem Knopfdruck erreichen wir heute weitere 350.000 Haushalte in ganz Australien; das bedeutet, dass Faith FM jetzt ein potenzielles Publikum von 6 Millionen Menschen hat“, sagte der Koordinator von Faith FM, Michael Engelbrecht. Der im Jahr 2008 gegründete Sender ist nun auf dem VAST-Kanal 688 verfügbar. VAST ist eine Initiative der australischen Regierung, die frei zugängliche Radio- und Fernsehdienste für Australier anbietet, die in abgelegenen Gebieten ausserhalb der normalen Senderreichweite leben.

Gut auffindbar
Abgeschiedene Gemeinden, Viehzuchtstationen und reisende Rentner verlassen sich laut AR auf diesen Service, um sich mit dem Rest Australiens zu verbinden. Mit einem VAST-Empfänger sind die entsprechenden Programme überall in Australien zugänglich, nicht nur im Hinterland. „Der Erfolg der Free-to-Air-Radio-Dienste beruht auf der Tatsache, dass Sendungen in einer Handvoll von Kanälen sehr gut auffindbar sind - sie gehen nicht im Meer der digitalen Wahl verloren. Faith FM führt die Menschen in unserer Nation zu Christus“, so Engelbrecht.

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Gesundheitsportal „Quiero Vida y Salud“ © Screenshot: Jens Mohr/APD

Südamerika: Adventisten starten integrative Gesundheits-Webseite

Silver Spring, Maryland/USA | 24.12.2018 | APD | Medien

Um den Zugang zu verlässlichen Informationen über Gesundheit zu erleichtern, hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Südamerika das integrative Online-Gesundheitsportal „Quiero Vida y Salud“ („Ich will Leben und Gesundheit“) auf Spanisch und Portugiesisch ins Leben gerufen. Wie die Kommunikationsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung Adventist News Network (ANN) mitteilte, sind auf dem Internetportal Artikel und audiovisuelle Ressourcen zu bestimmten Themen abrufbar, insbesondere im Zusammenhang mit der Prävention von Krankheiten.

Laut einer Umfrage einer Forschungseinrichtung im Pharmabereich führten über 40 Prozent der Brasilianer im Krankheitsfall eine Selbstdiagnose durch, die lediglich auf dem basiere, was sie in Online-Suchmaschinen fänden, so ANN. Das führe am Ende zu riskantem Verhalten. Der Internetauftritt „Quiero Vida y Salud“ konzentriere sich deshalb auf Gesundheitsförderung, nicht aber auf Erklärungen zur Behandlung von Krankheiten.

So würden Daten von adventistischen Institutionen wie Krankenhäusern und Ambulanzen in ganz Südamerika präsentiert. Man könne sich über gesunde Produkte informieren, die von adventistischen Lebensmittelherstellern in mehreren südamerikanischen Ländern entwickelt und verkauft werden. Tipps und praktische Hinweise zu gesundheitsbewusster Ernährung, Bewegung, Naturheilmitteln sowie ein Rezeptindex runden das Angebot ab.

Weitere Informationen unter: www.quierovidaysalud.com

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Landesbischof Frank Otfried July, Neuer Vorsitzender des DNK/LWB © Foto: EMH Gottfried Stoppel

Neuer Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes

Hannover/Deutschland | 24.12.2018 | APD | Personen

Der Württemberger Landesbischof Frank Otfried July ist neuer Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). Die Versammlung des DNK/LWB wählte am 3. Dezember in Hannover den bisherigen Stellvertretenden Vorsitzenden mit 18 von 19 abgegebenen Stimmen in das Amt. Damit steht July ab sofort dem Zusammenschluss der elf deutschen Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) vor. Neue Stellvertretende Vorsitzende ist Pröpstin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Die Delegierten der Mitgliedskirchen wählten die Thüringer Regionalbischöfin, die am 1. April 2019 das Amt der Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland antreten wird, einstimmig. Verabschiedet wurde der bisherige Vorsitzende des DNK/LWB, Landesbischof Gerhard Ulrich, dessen Amtszeit als leitender Geistlicher der Nordkirche mit Vollendung des 68. Lebensjahres am 31. März 2019 endet.

Frank Otfried July ist seit 2005 Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Bei der LWB-Vollversammlung 2010 in Stuttgart wurde er in den Rat des Lutherischen Weltbundes gewählt und bekleidete zudem bis 2017 das Amt des Vizepräsidenten für die Region Mittel- und Westeuropa. Auf der LWB-Vollversammlung 2017 in Windhoek wurde er erneut in den LWB-Rat gewählt. Er ist Vorsitzender des Kuratoriums des Strassburger Instituts für Ökumenische Forschung und als Vorsitzender des DNK/LWB einer der beiden Co-Vorsitzenden des Beirats des LWB-Zentrums Wittenberg.

Der Lutherische Weltbund
Das Deutsche Nationalkomitee des LWB vertritt die elf deutschen Mitgliedskirchen im Lutherischen Weltbund, die über elf Millionen Gemeindemitglieder umfassen. Aufgabe des DNK/LWB ist es, die Beziehungen der deutschen Mitgliedskirchen zum LWB zu koordinieren und dessen Arbeit zu begleiten und zu fördern. Die Geschäftsstelle des DNK/LWB in Hannover leitet Oberkirchenrat Norbert Denecke.

Der LWB ist die grösste lutherische Kirchengemeinschaft weltweit. Er umfasst über 75 Millionen Gläubige in 148 Mitgliedskirchen aus 99 Ländern. Aus Deutschland sind elf Kirchen Mitglied im LWB: die Landeskirchen Bayern, Braunschweig, Hannover, Mitteldeutschland, Norddeutschland, Oldenburg, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Württemberg sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden und die Lutherische Klasse der Lippischen Landeskirche.

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Buchrezension: «Demokratie in unruhigen Zeiten» © Foto: pexels/pixabay.com

Buchrezension: «Demokratie in unruhigen Zeiten»

Ostfildern/Deutschland | 24.12.2018 | APD | Buchrezensionen

Sebastian Liebold/Tom Mannewitz/Madeleine Petschke/Tom Thieme (Hrsg.), Demokratie in unruhigen Zeiten, Festschrift für Eckhard Jesse, Baden-Baden: Nomos 2018, 474 Seiten, gebunden, 98 Euro, ISBN 978-3-8487-4194-6

Bei dem zu besprechenden Werk handelt es sich um eine Festschrift, die anlässlich des 70. Geburtstags von Professor Dr. Eckhard Jesse erschienen ist. Der Jubilar gilt als führender Extremismusforscher in Deutschland und war von 1993 bis 2014 Inhaber des Lehrstuhls „Politische Systeme, Politische Institutionen“ an der Technischen Universität Chemnitz. Herausgeber und Beitragende stammen aus dem Kreis der akademischen Schüler Jesses, der bis dato 92 Dissertationen und 5 Habilitationsschriften (auch als Zweitgutachter) betreut hat.

Aufbau und Inhalt
Zur umfassenden Festschrift „Demokratie in unruhigen Zeiten“ (insgesamt nahezu 500 Seiten!) haben neben den vier Herausgebenden weitere 36 Schüler Jesses beigetragen. Allein diese Tatsache zeigt, dass sich der Inhalt des Bandes nicht auf einen einzigen Nenner bringen lässt, zu unterschiedlich sind die behandelten Themen. Dennoch haben die Herausgebenden versucht, sie in fünf grosse Abschnitte zu gliedern: „Zeit- und Ideengeschichte“ (S. 33-128), „Extremismus in Deutschland“ (S. 129-250), „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (S. 251-329), „Repräsentation und Partizipation“ (S. 331-396) sowie „Deutschland und Europa“ (S. 397-464). Der Band wird eingeleitet durch „Einführende Überlegungen“ seitens der Herausgebenden. Ein „Verzeichnis der abgeschlossenen Habilitationen und Promotionen bei Eckhard Jesse“ sowie ein „Autorenverzeichnis“ schliessen die Festschrift ab.

In ihren einführenden Überlegungen (S. 9-32) gehen Sebastian Liebold, Tom Mannewitz, Madeleine Petschke und Tom Thieme unter anderem der Frage nach, ob man von einer durch den Jubilar gegründeten „Chemnitzer Schule der Politikwissenschaft“ sprechen kann. Die Autoren der Festschrift waren aufgefordert, einen Aufsatz „beizusteuern, der Anknüpfungspunkte zu den ‚Steckenpferden‘ von Eckhard Jesse ermöglicht“ (S. 28).

1. Zeit- und Ideengeschichte
In seinem Beitrag „Als die Totalitarismustheorie das Laufen lernte“ zeichnet Helmut Müller-Enbergs die Etablierung der Totalitarismustheorie in den Vereinigten Staaten der 1950er Jahre nach. Gerahmt durch Wirken und Person von Henry Kissinger (geb. 1923) wird der Zusammenhang von DDR und Totalitarismus untersucht. Alexander Gallus beschreibt „Drei Lebenswege zwischen intellektueller ‚Hochbegabung‘, politischer Radikalität und terroristischer Gewalt - Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Horst Mahler und die ‚Studienstiftung des deutschen Volkes‘“. Michael Ploenus befasst sich mit dem Publizisten und Vordenker der deutschen „Neuen Rechten“, Armin Mohler (1920-2003). Isabelle-Christine Panreck schreibt über die Studentenunruhen an der Universität Tübingen Ende der 1960er Jahre. Noch weiter zurück schaut Andreas Morgenstern in seinem regionalhistorischen Text über die Zerwürfnisse der Jahre 1917-1919 im Städtchen Schiltach mitten im Schwarzwald. Tobias Wunschik beschreibt das zwiespältige Verhältnis der Staatssicherheit der DDR zum venezolanischen PLO-Terroristen Carlos (Illich Ramirez Sánchez). Steffi Lehmann widmet sich der Frage, welche Ursachen den Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern begünstigt haben. Katja Eddel wirft in ihrem Beitrag „Japan und der Linksterrorismus der Roten Armee“ einen Blick über den deutschen Tellerrand hinaus. Der erste Teil der Festschrift wird abgeschlossen durch zehn Thesen, die Hans-Georg Golz zur politischen Bildung nach der deutschen Wiedervereinigung aufstellt.

2. Extremismus in Deutschland
Julia Gerlach ergründet in ihrem Beitrag „Neue Herausforderungen und streitbare Demokratie“ das Spannungsverhältnis von Freiheit und Sicherheit im Rahmen des Demokratieschutzes. Dieser ist nach Meinung der Autorin „ein kontinuierlicher und responsiver, wenn gleich nicht gradueller politischer Aushandlungsprozess“ (S. 131). Um das „Sicherheitsempfinden in unsicheren Zeiten“ geht es Tom Thieme in seinem Text zum Verhältnis von objektiver und subjektiver Sicherheit. Auf den Beitrag von Ralf Grünke wird weiter unten näher eingegangen. Im Aufsatz „Auf Messers Schneide“ beschreibt Birgit Rätsch die gescheiterten Versuche, die NPD im Rahmen eines Verbotsverfahrens loszuwerden. Florian Hartleb untersucht in seiner Analyse „Der Fall Anis Amri“ sowohl den Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz 2016 als auch das entsprechende Behördenversagen. Jürgen P. Lang beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung von Verschwörungsideologien, Fabian Fischer in „Identität, Gemeinschaft und dunkle Mächte“ mit der Rolle und Funktion von Feindbildern im politischen Extremismus. Auf den Beitrag von Evelyn Bokler-Völkel wird ebenfalls am Ende der Rezension näher eingegangen. Sebastian Gräfe geht den Kommunikationsstrategien im Bereich des Rechtsterrorismus anhand eines „Vergleichs von sechs Gruppen aus fünf Jahrzehnten“ nach. Am Ende des zweiten Abschnitts stehen die Texte von Andreas Schulze „Rechtsextremismus in sozialen Netzwerken“ sowie von Andreas M. Vollmer „Reichsbürger und Selbstverwalter - funkelnde Sterne am Extremismus-Himmel“.

3. Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Gunter Gerick wirft in seinem Beitrag „Stürmische Zeiten“ einen „Blick auf die politische Grosswetterlage“ (S. 253). Die Notwendigkeit einer offenen Auseinandersetzung betont Alexander Löcher unter dem Titel „Pegida: Eine vertane Chance für unsere Demokratie“: „Insbesondere kritische, national-konservative Meinungen und Sichtweisen finden sich kaum in den redaktionellen Print-Medien, im Rundfunk oder Fernsehen, dafür umso mehr im Internet. Und hier liegt das Problem“ (S. 272). Tom Mannewitz stellt den „Wettbewerbsstrategien gegenüber Rechtsextremisten und –populisten“ (Ignorieren, Kopieren, Zusammenarbeiten, Ausgrenzen und Entgegnen) eine Alternative zur Seite: „die offensive und fortwährende Dekonstruktion der Forderungen von Rechtsaussenparteien“ (S. 284). Ulrike Klötzing-Madest nimmt sich unter der Fragestellung „Wieviel Gefühl braucht Demokratie?“ des Stellenwerts von Emotionen in der Politik an. Um Psychologie beziehungsweise „Psychopathen“ geht es im Beitrag von Farah Dustdar: „Je mehr die Wähler Erkenntnisse über menschliche Verhaltensweisen gewinnen, desto besser können sie sich und ihren zukünftigen Repräsentanten, d. h. politische Kandidaten, verstehen und erkennbarem Fehlverhalten im Rahmen ihrer Möglichkeiten konstruktiv entgegenwirken“ (S. 307). Die beiden letzten Beiträge des Abschnitts behandeln Aspekte der deutschen Erinnerungskultur: Andreas H. Apelt beschreibt Idee und Umsetzung des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin, Sebastian Prinz die Geschichte des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag.

4. Repräsentation und Partizipation
Für Bastian Scholz wäre die „Jamaika“-Koalition nach der letzten Bundestagswahl ein „Befreiungsschlag eines erstarrten Regierungssystems“ gewesen. Scholz wagt aufgrund dessen „eine Prognose der deutschen Koalitionsdemokratie 2021“. „Mehr Frauen braucht das Land“ – davon ist Christian Steg überzeugt und plädiert für ein Paritätsgesetz zur gleichberechtigten Beteiligung beider Geschlechter an der Politik. Für mehr Bürgerbeteiligung spricht sich Peter Patze-Diordiychuk aus. Dazu könnten beispielsweise „Bürgeranträge, Bürgerversammlungen, Bauleitplanungs- und Planfeststellungsverfahren“ verhelfen. Viola Neu befasst sich in ihrem Beitrag mit „Prognosen und Meinungsforschung“. Sebastian Hadamitzky setzt sich kritisch mit der Online-Wahlhilfe „Wahl-O-Mat“ auseinander. Abgeschlossen wird der vierte Abschnitt mit einem Beitrag von Andreas Wagener, der sich mit Chancen und Risiken einer „Digitalisierung der Politik“ am Beispiel der „libertären Technologie der Blockchain“ befasst.

5. Deutschland und Europa
Udo Baron beschäftigt sich mit dem „Spannungsverhältnis zwischen liberaler Demokratie und Populismus“ in Europa. Julia Heydemann entwirft eine Zukunftsvision für die EU, die sie allerdings pessimistisch ausklingen lässt: „Die wunderliche Innsul EUtopia erscheint heute weiter entfernt denn je“ (S. 414). Auf den Beitrag folgt eine Überlegung von Sebastian Liebold zur Stellung des Bundesrats als Länderkammer im Gefüge der Europäischen Union. Einen Vergleich „europäischer Wohlfahrtsstaaten am Beispiel der deutschen Familien- und Rentenpolitik“ unternimmt Sandra Fischer. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Tschechien nimmt Lukáš Novotný in den Blick, während sich Adriaan Ph. V. Kühn zu guter Letzt zum „Stand von Demokratie, Populismus und Extremismus in Spanien“ äussert.

Ausgewählte Beiträge
An dieser Stelle sollen zwei ausgewählte Aufsätze etwas näher vorgestellt werden, da diese, dem Charakter des Rezensionsorgans entsprechend, einen direkten Bezug zum Themengebiet „Religion“ aufweisen.

Kampf gegen Extremismus und Sektenabwehr
Der Politikwissenschaftler Ralf Grünke vergleicht in seinem Beitrag (S. 151-160) die Tätigkeiten der deutschen Verfassungsschutzbehörden mit denen der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin, wobei der Schwerpunkt auf letzterer liegt. Die EZW ist nach eigenen Angaben „die zentrale wissenschaftliche Studien-, Dokumentations-, Auskunfts- und Beratungsstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die religiösen und weltanschaulichen Strömungen und Gemeinschaften der Gegenwart. Sie hat den Auftrag, diese wahrzunehmen, zu verstehen und aus evangelischer Sicht einzuordnen.“ Grünke problematisiert den Sektenbegriff, spricht den Mitgliederschwund der Volkskirchen an und beschreibt den Stil einer „dialogischen Apologetik“ (S. 156) seitens der EZW. Er betont: „Die Sektenabwehr zum Schutz der Interessen der Volkskirchen kann selbstredend unmöglich zum gesamtgesellschaftlichen oder gar staatlichen Ziel werden“ (S. 156). Der Schlusssatz des Beitrags, „aber beide sind Obst“ (S. 160), schliesst zwar literarisch konkludent an die im Titel aufgeworfene Frage eines Vergleichs von „Äpfel und Birnen“ an, droht aber allzu leicht die ebenfalls von Grünke herausgearbeiteten, bei allen Parallelen doch erheblichen Unterschiede beider Institutionen wieder zu relativieren. Nach Meinung des Rezensenten regt der Beitrag dazu an, die Herausforderungen einer noch deutlicheren Selbstbeschränkung der EZW auf den eigenen kirchlichen Bereich und die Inanspruchnahme dieser Einrichtung durch säkulare Institutionen weiter zu problematisieren.

Die Apokalypse des Dschihadismus
Der Frage, wo die dschihadistische Ideologie ideengeschichtlich zu verorten und ob sie eine neue Form von Totalitarismus ist, geht Evelyn Bokler-Völkel nach (S. 207-216). Die Autorin ist Lehrbeauftragte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und Habilitandin im Fach Politikwissenschaft. Nach der Definition einschlägiger Begriffe wird der Dschihadismus als „extrem gewaltsame Unterform des Islamismus, der den Dschihad, d.h. den Heiligen Krieg, in den Mittelpunkt seiner Lehre rückt“ (S. 208), eingehend analysiert. Bokler-Völkel kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Dschihadismus trotz vieler Gemeinsamkeiten von einer totalitären Ideologie absetzt (S. 216). Die Ausführungen zum „Islamischen Staat“ (IS) aus religionsphänomenologischer Perspektive enthalten treffende und kluge Beschreibungen. Weniger überzeugt hat den Rezensenten Bokler-Völkels Sichtweise auf den religionsgeschichtlichen Hintergrund des Dschihadismus: die Autorin sieht in den drei abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) ein gemeinsames „dualistisches, lineares Weltverständnis“, „das die Geschichte zu einem Kampf zwischen Gut und Böse existentiell steigert“ (S. 208). Bokler-Völkels stellt die These auf: „Der heutige Islamismus bzw. Dschihadismus bewegen sich in dieser eschatologischen Denktradition, welche der Geschichte einen Kampf zwischen dem Guten, Allah, und dem Bösen, dem Teufel, zugrunde legt und so eine eschatologische Teleologie definiert“ (S. 208). Abgesehen von der Unvollständigkeit und Brüchigkeit ihrer diesbezüglichen Ausführungen zu Juden- und Christentum stellt sich die Frage, welche Belege die Autorin für diese These beibringt. Der Dualismus bzw. der Teufel spielt im Islam aufgrund der absoluten Herrschaft und Souveränität Allahs längst nicht die Rolle, welche Bokler-Völkel ihm hier zuordnet.

Fazit
Durch die Kürze der Beiträge und die Breite der abgedeckten Inhalte vermag die Festschrift dem geneigten Leser bei allem Ernst des Themas auch „in unruhigen Zeiten“ eine angenehme „Brise frischen Windes“ zu verleihen. Je nach persönlichem Interesse wird man bei manchen Aufsätzen stärker „hängenbleiben“ als bei anderen. Insgesamt zeichnet sich das Werk durch umfassende politikwissenschaftliche Gelehrsamkeit und deutlichen Gegenwartsbezug aus: die Stabilität unserer Demokratie und ihre Gefährdungen gehen schliesslich jeden Bürger etwas an. Es wäre zu wünschen, dass die Beiträge dieses Bandes auch von politisch Verantwortlichen jeder Couleur rezipiert werden. Der relativ hohe Preis wird vermutlich manchen Interessenten leider davon abhalten, sich diese vielseitige und aktuelle Festschrift für seine Privatbibliothek anzuschaffen.
Jens-Oliver Mohr

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