APD-INFORMATIONEN 4/2019 - APRIL 2019

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Begegnung und Versöhnung zwischen Mennoniten und Kanton Bern

Tavannes/Schweiz | 24.04.2019 | APD | Schweiz

An einer Versöhnungsfeier am 20. April zwischen den Mennoniten der Schweiz und der Regierung des Kantons Bern in Tavannes, haben die Mennoniten der Berner Kantonsregierung Vergebung ausgesprochen für das Leid, das ihren Vorfahren, den Täufern und Täuferinnnen, vom 16. bis 18. Jahrhundert zugefügt worden war. Die historische Friedenskirche antwortete damit auf eine Bitte um Verzeihung, die der damalige Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus und Kirchendirektor am 11. November 2017 stellvertretend ausgesprochen hatte. Der Versöhnungsschritt reiht sich ein in die offiziellen Versöhnungsschritte, die bisher zwischen der reformierten Kirche und den Mennoniten gemacht wurden, heisst es in einer Medienmitteilung der Mennoniten.

Bitte um Verzeihung sorgfältig gewürdigt
«Wir haben uns sehr über die Bitte um Verzeihung gefreut. Sie zu würdigen und einzuordnen hat etwas Zeit gebraucht, die wir uns auch genommen haben», sagte Jürg Bräker, Generalsekretär der Konferenz der Mennoniten der Schweiz. Seit November 2017 habe es verschiedene Gespräche innerhalb der Gemeinschaft der Schweizer Mennoniten gegeben sowie mit der Regierung des Kantons Bern. Diese hätten in die Versöhnungsfeier vom 20. April gemündet.

Die Konferenz der Mennoniten der Schweiz (KMS) hält in einer Erklärung an den Regierungsrat des Kantons Bern anlässlich der Versöhnungskonferenz fest, dass sich auch Mennoniten schuldig gemacht hätten, weil «die Suche nach Lebens- und Gemeinschaftsformen, die sich am Leben Jesu orientieren, in manchen Fällen auch zu selbstgefälliger Besserwisserei und ungerechtfertigten Ansprüchen moralischer Überlegenheit geführt haben». Mit dem Zuspruch der Vergebung verpflichteten sie sich, die Auswirkungen einer nonkonformistischen Haltung kritisch zu hinterfragen und bei «der Darstellung vergangener Konflikte problematische Aspekte der eigenen Haltung nicht zu verdecken», und Absichten der damaligen Handlungsträger möglichst wahrheitsgetreu darzustellen.

Unrecht, das bis heute Spuren hinterlässt
An der Feier nahmen unter anderen der Berner Regierungspräsident Christoph Neuhaus, Beauftragter für kirchliche Angelegenheiten in der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion, Martin Koelbing, Vorstand der Konferenz der Mennoniten der Schweiz sowie Vertreterinnen und Vertreter aus den dreizehn Mennonitengemeinden in der Schweiz teil.

In seiner Rede benannte Regierungspräsident Christoph Neuhaus die damalige Verfolgung als Unrecht, das bis heute Spuren bei den Nachkommen der Betroffenen hinterlässt und betonte die Wichtigkeit des Erinnerns. Er wiederholte die Bitte um Verzeihung gegenüber den anwesenden Mennonitengemeinden, worauf diese in ihrer Erklärung antworteten: «Ja, wir vergeben.»

Wegen Kritik an Allianz zwischen Kirche und Staat verfolgt
Die Mennoniten sind aus der Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts entstanden. Die Täufer waren Teil der Reformationsbewegung und vertraten damals ganz ähnliche Anliegen wie die Reformatoren. Sie hatten aber eine andere Meinung, wie und wie schnell die Neuerungen umgesetzt werden sollten. Zudem schwebte den Täufern im Gegensatz zu den Reformatoren eine Kirche vor, die unabhängig vom Staat ist und auf freiwilliger Mitgliedschaft basiert. Auf die Ausbreitung der Täuferbewegung reagierten die staatlichen und kirchlichen Obrigkeiten auch im Kanton Bern mit Repression und Verfolgung.

Einer von vielen Versöhnungsschritten
Der Versöhnungsschritt zwischen Mennoniten und Berner Regierung reiht sich ein in die offiziellen Versöhnungsschritte, die bereits zwischen den Mennoniten und der reformierten Kirche unternommen wurden. Hanspeter Jecker, Historiker und Spezialist für Täufergeschichte, ordnete diese in seiner Ansprache in die grösseren Zusammenhänge ein. «Die Mennonitinnen und Mennoniten in der Schweiz hoffen, dass diese Schritte der Versöhnung kooperative Kräfte des Friedens und der Gerechtigkeit freisetzen, die unserem Lande zugutekommen und über seine Grenzen hinauswirken werden», sagte Jürg Bräker, Generalsekretär der Konferenz der Mennoniten der Schweiz.

Mennoniten der Schweiz
Die KMS schreib auf ihrer Webseite: «Zur Konferenz der Mennoniten der Schweiz gehören dreizehn Gemeinden, verteilt auf die Regionen Jura, Bern, Emmental und Basel. Sie zählen zusammen rund 2.300 Mitglieder. Die Gemeinden sind in Organisation und Lehre unabhängig.

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Symbolbild © Foto: Gaertringen auf Pixabay

«Letzte-Hilfe-Kurse» der reformierten Kirche boomen

Baar/Schweiz | 24.04.2019 | APD | Schweiz

Mit Ostern und der Passionszeit wird das Leiden und Sterben von Jesus Christus vermehrt öffentlich thematisiert und damit auch das Tabuthema Sterben. Es sei interessant, schreibt Markus Baumgartner im «dienstags Mail», dass das Angebot von eintägigen «Letzte-Hilfe-Kursen» der reformierten Kirche des Kantons Zürich boome. «Letzte Hilfe» sei im Gegensatz zur «Ersten Hilfe» ein relativ neues Phänomen. Es werden Grundkenntnissen zu Sterben, Tod und Trauer vermittelt, so die Kursausschreibung der Kirche bzw. das Umsorgen von schwer erkrankten und sterbenden Menschen am Lebensende. Die Kurse sollen in der ganzen Schweiz angeboten werden.

Die eintägigen Kurse sind kostenlos und werden vor allem von Frauen besucht. Sie seien in der Regel sofort ausgebucht, schreibt «palliative zh+sh» auf ihrer Webseite und würden nun in der ganzen Schweiz angeboten. «In diesen Letzte-Hilfe-Kursen lernen interessierte Bürgerinnen und Bürger, was sie für die ihnen Nahestehenden am Ende des Lebens tun können», heisst es in der Kursausschreibung. Dieses niederschwellige Angebot führe Menschen behutsam an die Themen Lebensende, Sterben und Tod heran, so «palliative zh+sh».

Auseinandersetzung mit dem Sterben vor dem Sterben scheine ein neuer Trend zu sein, so Baumgartner. «Im Kern geht es darum, Menschen zu ermutigen, sich Schwerkranken und Sterbenden zuzuwenden, und ihnen zu versichern, dass sie bereits viele Ressourcen mitbringen», sagte Pfarrer Matthias Fischer, Abteilung Spezialseelsorge der reformierten Kirche Kanton Zürich. Gleichzeitig solle auch die Selbstsorge im Zentrum stehen. Man könne jemanden nur unterstützen, wenn man dabei die eigenen Grenzen kenne, schreibt «palliative zh+sh».

Laut Baumgartner werde das Angebot sowohl von Menschen, die eng mit der Kirche verbundenen seien, als auch von Kirchendistanzierten besucht. Eva Niedermann, Fachmitarbeiterin Alter und Generationen der Reformierten Kirche Kanton Zürich, zieht daraus den Schluss: «Man traut uns als Kirche zu, dass wir zum Umgang mit dem letzten Lebensabschnitt etwas zu sagen haben.»

Mehr zum «Letzte-Hilfe-Kurs» der reformierten Kirche Kanton Zürich:
https://www.zhref.ch/intern/kurse/kurse-2018/letzte-hilfe-kurs

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Basler Münster © Foto: Hans Braxmeier auf Pixabay

Jubiläumsjahr «1000 Jahre Basler Münster» mit ökumenischer Feier eröffnet

Basel/Schweiz | 24.04.2019 | APD | Schweiz

Am 14. April haben im Basler Münster Kirchenratspräsident Pfr. Lukas Kundert, Bischof Felix Gmür und Münsterpfarrerin Caroline Schröder Field mit einem ökumenischen Festgottesdienst das 1000-Jahr-Jubiläum des Basler Münsters eröffnet. Im Rahmen des Gottesdienstes haben Pfr. Lukas Kundert und Bischof Felix Gmür eine Absichtserklärung zur ökumenischen Zusammenarbeit und zum gottesdienstlichen Miteinander unterzeichnet, heisst es in einer Medienmitteilung der Evangelisch–reformierten Kirche Basel–Stadt.

Mit einem ökumenischen Festgottesdienst unter Mitwirkung der Basler Münsterkantorei und des Capriccio Barockorchesters haben Bischof Felix Gmür, Münsterpfarrerin Caroline Schröder Field und Kirchenratspräsident Pfarrer Lukas Kundert das 1000-Jahr-Jubiläum des Basler Münsters feierlich eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Kirche, Kultur, Politik und Gesellschaft haben sich im festlich beflaggten Münster eingefunden, um «ihr» Münster zu feiern.

Das Münster sei für Basel «nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch identitätsstiftend. Denn das Münster verkörpert das, was Basel ausmacht», erklärte Elisabeth Ackermann, die Regierungspräsidentin des Kantons Basel-Stadt, in ihrem Grusswort namens des Kantons. Auch nach 1000 Jahren blieben die Münstertürme «in ihrer stoischen Ruhe und Erhabenheit das Zeichen für das humanistische, das Gelehrten- und Wissenschaftliche Basel.» Deshalb sei «das Balser Münster jenseits von Religionen und Konfessionen wirklich unser aller Münster».

Absichtserklärung zur Annäherung des Kirchenverständnisses unterzeichnet
Im Rahmen des Gottesdienstes unterzeichneten Kirchenratspräsident Pfr. Lukas Kundert und Bischof Felix Gmür feierlich eine Absichtserklärung, in der sie sich versprechen, dass sie «zur Annäherung der jeweiligen Kirchenverständnisse beitragen und das Ziel der sichtbaren Kirchengemeinschaft im Blick behalten» wollen. Mit ihrer Unterschrift haben sie die Absicht bestätigt, der Erklärung zwischen Kurt Kardinal Koch, Präsident des Rates zur Einheit der Christen, und Pfarrer Gottfried Locher, Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, vom 16. September 2018 in Basel auch auf lokaler Ebene nachzuleben. Im Wissen darum, dass dies ein Projekt sei, das «keinen eindeutigen zeitlichen Horizont nennen kann, und an dem auch die uns nachfolgenden Generationen immer wieder neu arbeiten müssen», haben Bischof Felix Gmür und Lukas Kundert erklärt, vor Ort die Ökumene zu erhalten und auszubauen. Bereiche die namentlich in der Absichtserklärung erwähnt werden, sind:
• Religionsunterricht an den Schulen
• Spital-, Gefängnis- und Altersheimseelsorge
• offene Kirchenarbeit
• Seelsorgedienst für Asylsuchende
• spirituelle Bildung
• Gebet für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung

Weitere Informationen zum Münsterjubiläum:
https://www.1000jahrebaslermuenster.ch/

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Ulrich Zwingli, Denkmal vor der Wasserkirche, Zürich © Foto: Matthias Müller/churchphoto.de

Was den Schweizer Reformator Zwingli mit Wien verbindet

Wien/Österreich | 24.04.2019 | APD | Schweiz

So wie der Thesenanschlag Martin Luthers 1517 die Reformation in Deutschland ins Rollen brachte, so leitete der Ruf von Ulrich Zwingli 1519 an das Grossmünster in Zürich die Schweizer Reformation ein, schreibt Kathpress, katholische Presseagentur Österreich. Das Wirken Ulrich Zwinglis (1484-1531) werde gemeinhin mit Zürich bzw. der Schweiz in Verbindung gebracht. Es gebe aber auch einige Bezüge zu Österreich: Zwingli habe als Teenager einige Zeit in Wien verbracht und studierte um 1500 an der dortigen Universität, «als diese als fortschrittlich galt und sich für den Humanismus öffnete», so Kathpress. Eine Gedenktafel an der Alten Universität in der Sonnenfelsgasse erinnert daran.

In der Hauptmatrikel der Universität Wien findet sich laut Kathpress ein Eintrag mit dem Namen Zwinglis. Er habe damals als 15-Jähriger an der Artistenfakultät studiert, an der er eine Grundausbildung in den sieben freien Künsten erhalten habe. Merkwürdig an der Eintragung sei, dass diese durchgestrichen sei und von anderer Hand dazugeschrieben wurde: "exclusus". Das könne entweder darauf hindeuten, dass der Ausschluss als Strafe verhängt wurde oder aber - und das scheine wahrscheinlicher - dass dieser Zusatz wesentlich später eingefügt worden sei, als Zwingli bereits als Reformator bekannt war, wie der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld bemerkt. Das wäre auch durchaus schlüssig, denn in der Zeit der Gegenreformation zu wissen, dass die Universität einen Ketzer beherbergt hatte, wäre eine besondere Schmach gewesen, so Hennefeld in einem Beitrag für die Ausgabe 2019 des Jahrbuchs der evangelischen Kirchen in Österreich ("Glaube und Heimat").

Zwingli ist laut Hennefeld nicht zufällig in Wien gewesen. Denn die Wiener Universität öffnete sich zu dieser Zeit unter Kaiser Maximilian I. dem Humanismus. Namhafte Humanisten lehrten in Wien, wie Conrad Celtes oder Cuspinian. Hennefeld: "Bei Zwingli muss die relativ kurze Zeit in Wien um 1500 einen starken Eindruck hinterlassen haben, denn auf seine Empfehlung hin kamen später mehrere Schweizer Studenten ebenfalls nach Wien." Unter anderem habe auch ein jüngerer Bruder Ulrich Zwinglis in Wien studiert und sei hier - aus ungeklärten Gründen - verstorben.

Das Wirken Zwinglis in Wien war mit ein Grund, weshalb die 1936 gebaute reformierte Kirche im Westen Wiens den Namen "Zwinglikirche" bekam. Die hinter dem Pfarrhaus gelegene Gasse heisst "Zwingligasse".

Männerfreundschaft mit Bauernführer Gaismair
Wie Hennefeld weiter ausführt, gibt es aber auch noch eine zweite direkte Verbindung von Zwingli zu Österreich, und zwar durch den Anführer der Tiroler Bauern Michael Gaismair (1490-1532). Gaismair wurde als Rebell verhaftet und gefangengenommen. Es gelang ihm die Flucht und er setzte sich in die Schweiz ab, wo er Kontakt mit Zwingli aufnahm. Hennefeld: "Gaismair wusste, dass Zwingli Verständnis für die Anliegen der Bauern hatte. Dadurch konnte er möglicherweise einen grösseren Aufstand und Krieg wie in Deutschland vermeiden." In der Folge habe sich eine dauerhafte Freundschaft zwischen den beiden Männern entwickelt. Gaismair beriet Zwingli in politischen und militärischen Fragen.

Zurück in Österreich unterstützte Gaismair die Bauern in Salzburg und Tirol im Kampf gegen die Habsburger und arbeitete unter dem Einfluss Zwinglis eine Landesordnung aus, die eine demokratisch-republikanische Neuordnung Salzburgs und Tirols vorsah.

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Ein Zivi unterstützt im Seniorenzentrum Wohnen im Alter Sonnmatt in Thun betagte Menschen. © Foto: Yushiko Kusano/ZIVI

Quartalszahlen Zivildienst: Zulassungen um 1,7 Prozent gestiegen

Thun/Schweiz | 24.04.2019 | APD | Schweiz

Die Zahl der Zulassungen zum Zivildienst ist im ersten Quartal 2019 gegenüber dem ersten Quartal 2018 von 1771 auf 1801 gestiegen. Das entspreche einer Zunahme um 1,7 Prozent, berichtete am 9. April das Bundesamt für Zivildienst (ZIVI). 50,3 Prozent der neu Zugelassenen stellten ihr Gesuch vor Beginn der Rekrutenschule (RS), 16,8 Prozent nach Beginn der RS und 32,9 Prozent nach bestandener RS.

Für die Gründe des Anstiegs lägen keine Analysen vor, schreibt das Bundesamt für Zivildienst. «Da die Zulassungen erfahrungsgemäss Schwankungen unterliegen, sind Tendenzen der Zu- oder Abnahme erst über einen längerfristigen Betrachtungszeitraum erkennbar.» Gründe für solche Tendenzen müssten Entwicklungen des gesamten Dienstpflichtsystems berücksichtigen.

Jahresstatistik 2018
Zeitgleich mit den Quartalszahlen legte das Bundesamt auch die Jahresstatistik 2018 des Zivildienstes vor. Sie enthält die Jahreskennzahlen zu Einsätzen, Zulassungen, Ausbildung und Einsatzbetrieben: Erstmals seit 2011 sanken die Zulassungen gegenüber dem Vorjahr um 8.5 Prozent. Die Zahl der anerkannten Einsatzbetriebe nahm um 64 Betriebe ab und lag per Jahresende bei 5.072 Betrieben. Die Anzahl geleisteter Diensttage war ebenfalls leicht rückläufig und lag bei 1.668.248 Diensttagen. Zivis leisteten über 70 Prozent der Diensttage im Gesundheits- und Sozialwesen, so das Bundesamt.

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Ted N. C. Wilson © Foto: James Bokovoy/NAD

Adventisten verurteilen Anschläge in Sri Lanka

Silver Spring, Maryland/USA | 24.04.2019 | APD | International

«Unsere Gedanken sind bei den trauernden Familien» und jenen, die bei der «schrecklichen, sinnlosen Tragödie heute Morgen getötet wurden», schrieb Pastor Ted Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, am 21. April auf seiner Facebookseite. Wilson forderte die Siebenten-Tags-Adventisten auf, für die trauernden Familien zu beten.

Die adventistische Kirchenleitung im Südasien-Pazifik-Raum sprach am 22. April den Familien und Freunden der Opfer ihr Beileid aus. "Wir sind alle Kinder Gottes. In diesen Momenten ist unsere Einheit und unser Mitgefühl wichtiger denn je. Wir sind eins mit denen, die trauern. Als Kirche lehnen wir jede Form von Gewalt ab", heisst es im Statement. "Als Söhne und Töchter Christi ist es unser Auftrag, ein Zufluchtsort der Hoffnung und Liebe für alle inmitten der Vielfalt zu sein, besonders in Momenten der Tragödie."

Am Ostersonntagmorgen wurden bei verschiedenen Bombenanschlägen auf drei Kirchen und drei Hotels in Sri Lanka knapp 300 Menschen getötet und fast 550 verletzt, schreibt die NZZ. Laut einem Forensiker des Verteidigungsministeriums Sri Lankas seien die Anschläge von Selbstmordattentätern ausgeführt worden. Zu zwei weiteren Anschlägen, die später stattgefunden haben, gebe es noch keine weiteren Angaben, so die Zeitung.

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Logo und Wortmarke der Siebenten-Tags-Adventisten in Tschechien und in der Slowakei © Logo: Adventisten in Tschechien und der Slowakei

Adventisten in Tschechien und der Slowakei beschliessen Frauenordination

Brünn (Brno) und Prag/Tschechien | 24.04.2019 | APD | International

Vom 21. bis 24. März 2019 fand in Brno (Brünn)/Tschechien die Delegiertenversammlung der Siebenten-Tags-Adventisten (Cirkev Adventtstu sedmeho dne) Tschechiens und der Slowakei statt, die gemeinsam eine Kirchenleitung bilden (Tschechisch-Slowakische Union). Die 214 Delegierten der Ortsgemeinden bestätigten, dass in ihrer Kirchenregion Pastorinnen zum Pastorendienst ordiniert werden dürfen. Dies widerspricht dem Beschluss der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) von San Antonio, Texas/USA, 2015, der die Kompetenz zur Ordination von Pastorinnen nicht an teilkontinentale (Divisionen) bzw. überregionale Kirchenleitungen (Unionen/Verbände) abgeben hat. Die Delegierten lehnten zudem das Dokument zum Umgang mit Regelverstössen ab, das an der Jahressitzung 2018 des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (GC-EXCOM) beschlossen worden war.

Ordination adventistischer Pastorinnen in Tschechien und in der Slowakei möglich
Laut SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF) in den USA, hat die Tschechisch-Slowakische Kirchenleitung bereits in der Vergangenheit zustimmende Erklärungen zur Frauenordination abgegeben. Im Mai 2014 erklärte sie, dass in ihrem Kirchengebiet tätige Pastorinnen «zum pastoralen Dienst ordiniert werden können». Nach der Abstimmung der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) von San Antonio, Texas/USA, 2015, bei der die Kompetenz zur Ordination von Frauen nicht den teilkontinentalen (Divisionen) bzw. überregionalen Kirchenleitungen übertragen wurde, hätten die Adventisten in Tschechien und der Slowakei ihre Enttäuschung darüber geäussert und erklärt, dass dieser Beschluss den biblischen Aussagen widerspreche. Neben dem Vorstand hat nun auch die Delegiertenversammlung der Adventisten in Tschechien und der Slowakei die Ordination von Frauen zum «pastoralen Dienst» in ihrem Kirchengebiet beschlossen.

Dokument der Weltkirchenleitung zum Umgang mit Regelverstössen abgelehnt
Laut der Webseite der Tschechisch-Slowakischen adventistischen Kirchenleitung nahmen die Delegierten den Vorschlag an, dass das vom Exekutivausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung (GC-EXCOM) am 14. Oktober 2018 gebilligte Dokument ("Regard for and Practice of General Conference Session and General Conference Executive Committee Actions" - «Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der Generalkonferenz») und das darin beschriebene Verfahren im Gebiet der Tschechisch-Slowakischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten nicht angewendet werden soll. Die Richtlinien zum Umgang mit Regelverstössen, die vor dem GC-EXCOM-Beschlusses vom 14. Oktober 2018 bestanden hätten, seien genügend. Gleichzeitig nahmen die Delegierten laut SPECTRUM einen Antrag an, der die Aufhebung des GC-EXCOM-Beschlusses vom 14. Oktober 2018 anstreben soll.

Mehr zum beschlossenen Verfahren des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (GC-EXCOM) bei Regelverstössen:
https://www.apd.media/news/archiv/12717.html

Im Weiteren stimmten die Delegierten auch der Stellungnahme des Vorstands der Tschechisch-Slowakischen Kirchenleitung vom 23. September 2018 zu diesem Dokument zu. Darin hielt der Vorstand fest, dass die Adventisten in Tschechien und der Slowakei nicht mit der Durchsetzung der Einheit in der Kirche durch ein «höheres Organ» übereinstimmen. Die Einheit der Kirche entstehe nicht durch administrativ-organisatorische Massnahmen, vielmehr durch das Wirken des Heiligen Geistes auf jeden Einzelnen. Sie lehnten das Dokument ab, weil es im Gegensatz dazu stehe, «wie wir das biblische Modell der Gemeindeverwaltung und -leitung verstehen».

Der ausführliche Text auf Englisch und Tschechisch ist einsehbar unter:
https://spectrummagazine.org/news/2018/czech-slovak-union-votes-declaration-against-gc-compliance-document

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Diskussion beim Exekutivausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung 2018 zur Einführung der Richtlinie zu Regelverstössen © Foto: Brent Hardinge/Adventist News Network

Norddeutscher Verband der Adventisten: Einheit schliesst Vielfalt ein

Hannover/Deutschland | 24.04.2019 | APD | International

An seiner ordentlichen Sitzung vom 14. April hat der Verwaltungsausschuss des Norddeutschen Verbandes (NDV) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Hannover einstimmig eine „Stellungnahme zum Verständnis von Einheit“ beschlossen. Gleichzeitig beantragt der Ausschuss bei der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) die Rücknahme des Dokumentes „Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der Generalkonferenz“.

Disziplinarmassnahmen sind bereits mit bestehender Regelung möglich
Der Ausschuss des Norddeutschen Verbandes nahm damit Stellung zum Beschluss des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz, GC-ExCom) vom 14. Oktober 2018, wie mit Regelverstössen von adventistischen Kirchenleitungen verfahren werden soll, die nicht in Übereinstimmung mit Beschlüssen der Weltkirchenleitung sind. Mit 185 zu 124 Stimmen sowie zwei Enthaltungen hatte der GC-ExCom das Dokument mit dem Titel „Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Generalkonferenz-Vollversammlung [Weltsynode] und des Exekutivkomitees der Generalkonferenz [Weltkirchenleitung]“ angenommen. Aufgrund des beschlossenen Dokuments kann der Verwaltungsausschuss eines Verbandes oder einer Vereinigung (überregionale und regionale Kirchenleitung) Regelverstösse offiziell ermitteln und der jeweils nächsthöheren Dienststelle berichten. Werde keine Lösung auf der nächstgelegenen Verwaltungsebene gefunden, könne der Verwaltungsausschuss der Generalkonferenz (GC-AdCom) die Angelegenheit an einen von fünf Beratungsausschüssen, die als „Ausschüsse zur Aufsicht der Einheit“ bezeichnet werden, zur Prüfung verweisen. Sollten abweichende Beschlüsse nicht rückgängig gemacht beziehungsweise keine Lösungsvorschläge unterbreitet werden, könne der Einheits-Ausschuss Empfehlungen für Disziplinarmassnahmen gegen den Präsidenten der abweichenden Verwaltungseinheit abgeben.

Dieses Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten war durch die Diskussion um die Ordination von Frauen zum Pastorendienst ausgelöst worden. Obwohl sich die adventistischen Weltsynoden von 1995, 2000 und 2015 mehrheitlich gegen die Frauenordination entschieden haben, gibt es inzwischen regionale und überregionale Kirchenleitungen (Vereinigungen und Verbände), die Pastorinnen ordiniert haben und die damit nicht in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Generalkonferenz-Vollversammlungen sind.

Mit menschlichen Regelungen und Richtlinien zurückhalten
In der Stellungnahme des Norddeutschen Verbandes zum Verständnis von Einheit wird betont, dass die Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland Teil der weltweiten adventistischen Kirche und mit ihr im Glauben an Jesus Christus und in der Lehre verbunden seien. Doch werde die Einheit der Kirche allein durch Jesus Christus gewirkt und garantiert. Diese Einheit wäre nicht das Ergebnis menschlicher Anstrengung, sondern werde von Gott geschenkt. Einheit realisiere der Glaubende unmittelbar und lebensnah in der örtlichen Kirchengemeinde. Betont wird: „Einheit schliesst die Vielfalt ausdrücklich ein und grenzt sich somit gegen Einförmigkeit ab.“ Dabei stehe Einheit immer in einer fruchtbaren, lebendigen Spannung mit der Vielfalt.

„Diese Vielfalt begegnet uns in der weltweiten Adventgemeinde. Wir erleben sie als herausfordernd durch kulturelle Prägungen, andere theologische Schwerpunkte, Liturgien, rechtliche Fragestellungen. Dennoch wird in dieser Verschiedenheit Reich Gottes gebaut, indem Menschen in die Nachfolge Jesu gerufen werden. Deshalb dürfen wir uns mit menschlichen Regelungen oder Richtlinien zurückhalten, da in ihnen immer Beschränkung mitgegeben ist“, heisst es in der Stellungnahme. Einheit setze voraus, dass es Verschiedenheit gibt. Daher gehöre zur Einheit zwingend das Gespräch über Unterschiede. Eine Argumentation in den Kategorien von „richtig“ und „falsch“ polarisiere dabei mehr, als sie zum Verstehen von Vielfalt beitrage.

Es wird darauf hingewiesen, dass es in der Geschichte der Freikirche Beispiele von Dominanz und Bevormundung gegenüber anderen Frömmigkeitsstilen und individuell gelebter Glaubenspraxis „gab und gibt“. Ohne Rücksicht auf kulturelle Unterschiede seien dadurch Verletzungen entstanden, „die wir bedauern und Gott um Heilung bitten“.

Generalkonferenz-Ausschuss soll Dokument über Regelverstösse zurücknehmen
Aufgrund seines Verständnisses von Einheit fordert der Verwaltungsausschuss des Norddeutschen Verbandes den Exekutivausschuss der Generalkonferenz (GC-ExCom) auf, das umstrittene Dokument während seiner Jahressitzung im Oktober 2019 zurückzunehmen. Begründung: Die „Working Policy“ (Arbeitsrichtlinien der Generalkonferenz) und andere Richtlinien seien ausreichend, damit die verantwortlichen Stellen bei Problemen oder Kontroversen intervenieren könnten. Zudem löse das Dokument Konflikte auf Gemeindeebene aus, indem es den Geist des Misstrauens, des Kritisierens und Bewertens fördere sowie die Identifikation vieler Gemeindeglieder mit der weltweiten Kirche schwäche.

Gleichzeitig stellte der Norddeutsche Verband einen Antrag an die Generalkonferenz auf mehr Selbstbestimmung der Verbände.

Die Anträge des Norddeutschen Verbandes sind im Internet zu finden unter: http://bit.ly/2GilaVm

Die Präsidenten der Vereinigungen der Siebenten-Tags-Adventisten im Nord- und Süddeutschen Verband hatten bereits anlässlich ihrer Beratungen vom 12. bis 14. November 2018 in Friedensau bei Magdeburg einstimmig bekräftigt, dass die Grundlage der nationalen und internationalen Zusammenarbeit auch weiterhin „das gegenseitige Vertrauen und die Verbundenheit in Jesus Christus sein soll“. Sie befassten sich dabei ebenfalls mit dem umstrittenen Dokument des GC-ExCom. Auch sie waren der Ansicht, dass Vielfalt keine Bedrohung der Einheit sei, sondern deren Voraussetzung. Dazu gehöre ein sensibler Umgang mit Gewissensfragen in den adventistischen Kirchengemeinden. Einigkeit herrsche in der Überzeugung, „dass wir weiterhin auf die volle Gleichstellung von männlichen und weiblichen Geistlichen hinarbeiten wollen und werden.“

Adventisten in Tschechien und der Slowakei für Frauenordination
Die Siebenten-Tags-Adventisten in Tschechien und der Slowakei beschlossen auf ihrer gemeinsamen Delegiertenversammlung (Synode) im März 2019 die Möglichkeit der Ordination von Frauen als Pastorinnen in ihren Ländern. Auch sie forderten die Aufhebung des Dokuments des GC-ExCom zum Umgang mit Regelverstössen.

Siebenten-Tags-Adventisten eine weltweite Freikirche
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist eine weltweit organisierte Freikirche mit über 21 Millionen mündig getauften Mitgliedern in 213 Ländern. In Deutschland gibt es knapp 35.000 Adventisten, in der Schweiz leben rund 4.750 und in Österreich 4.200 Adventisten.

Die Freikirche ist wie folgt organisiert: Die örtlichen Kirchengemeinden in einem bestimmten Gebiet gehören zu einer regionalen Kirchenleitung (Vereinigung), mehrere Vereinigung bilden als überregionale Kirchenleitung einen Verband bzw. eine Union, die Verbände/Unionen gehören zur Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), die 13 teilkontinentale Kirchenleitungen (Divisionen) unterhält. Die deutschsprachigen Länder in Europa sowie der französisch- und italienischsprachige Teil der Schweiz sind der Intereuropäischen Division (EUD) mit Sitz in Bern/Schweiz angeschlossen.

In Deutschland gibt es den Norddeutschen Verband mit den Vereinigungen Berlin-Mitteldeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), Hansa (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern), Niedersachsen-Bremen sowie Nordrhein-Westfalen. Der Süddeutsche Verband umfasst die Vereinigungen Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland).

In der Schweiz gibt es Vereinigungen, die „Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“ und die „Fédération des Eglises adventistes du septième jour de la Suisse romande et du Tessin», die gemeinsam eine Union bzw. einen Verband bilden.

Die österreichischen Adventgemeinden sind in einer Union bzw. einem Verband zusammengeschlossen: «Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich»

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Juan Prestol-Puesán, Finanzvorstand der adventistischen Weltkirchenleitung © Foto: Brent Hardinge/Adventist News Network ANN

Dankbarkeit und Zuversicht – Finanzbericht der adventistischen Weltkirchenleitung

Silver Spring, Maryland/USA | 24.04.2019 | APD | International

Der Finanzbericht 2018 der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten stehe im Zeichen von Dankbarkeit und Zuversicht, sagte Juan Prestol-Puesán, Finanzvorstand der adventistischen Weltkirchenleitung. Prestol legte seinen Bericht am 9. April vor den Delegierten des Exekutivausschusses der Weltkirchenleitung ab. Die Frühjahrssitzung (Spring Meeting), mit Delegierten aus aller Welt, fand vom 9. bis 10. April am Hauptsitz der Weltkirche in Silver Spring, Maryland/USA, statt, wie Adventist Review AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift, berichtete.

«Der geprüfte Jahresabschluss zeigt die Segnungen, die wir empfangen haben, und die Führung durch den Herrn», sagte der Finanzvorstand. Das Berichtsjahr 2018 sei von Volatilität an den Finanzmärkten und der Schwäche einiger wichtiger Fremdwährungen geprägt gewesen, so Prestol-Puesán. Dank der weltweiten Erhöhung der Zehnteneingänge um 3,6 Prozent auf 2,5 Milliarden US-Dollar/Franken, gepaart mit einer konsequenten Ausgabenkontrolle, sei das gute Ergebnis möglich geworden. Adventisten geben in der Regel den biblischen «Zehnten» von ihrem Einkommen. Die Weltkirchenleitung habe ihre Kosten das zweite Jahr in Folge reduziert unter anderem durch Einsparung von 1,1 Millionen US-Dollar/Franken an Reisekosten.

Er werde mit seinem Team das Bestes geben, um die «negativen Auswirkungen von Währungsschwankungen zu antizipieren und zu minimieren», sagte Prestol-Puesán. Auch die Ausgaben und Zuweisungen für Projekte würden sorgfältig überwacht. Er empfinde ein «tiefes Gefühl der Dankbarkeit» für die Treue der Kirchenmitglieder und die Führung Gottes, so der Finanzvorstand.

Prestol-Puesán erwähnte laut SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF) in den USA, nichts von den laufenden Verhandlungen zwischen den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen), die Aussenstellen der Weltkirchenleitung sind. Es geht dabei um Parität bei deren Beiträge an die Weltkirchenleitung zu erreichen. Zwölf der dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen überwiesen zwei Prozent ihres Spendenaufkommens („Zehnteneinnahmen“) an die Weltkirchenleitung. Die Adventisten in Nordamerika werden im 2020 jedoch laut Vereinbarung 5,85 Prozent überweisen und streben mittelfristig prozentual gleich hohe Überweisungen wie die anderen teilkontinentalen Kirchenleitungen an.

Diskussion über administrative Neuzuteilung von China abgebrochen
Laut SPECTRUM wurde die Diskussion über die vorgesehene Gebietsaufteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung im Nordasien-Pazifik Raum (Northern Asia-Pacific Division) abgebrochen. Die Kirchenleitung der Adventisten in China (Chinese Union Mission) sollte direkt an die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) angebunden und aus der teilkontinentalen Kirchenleitung im Nordasien-Pazifik Raum herausgelöst werden. Eine solche territoriale Neuzuteilung könne laut der Arbeitsrichtlinie (Working Policy) der Kirche aber nur von der Jahressitzung (Annual Council) des Exekutivausschusses (GC-ExCom) der adventistischen Weltkirchenleitung beschlossen werden. Eine Empfehlung für die vorgeschlagene Änderung wurde angenommen, die der Jahressitzung (Annual Council) vom 10. bis 16. Oktober 2019 vorgelegt werden soll.

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Soldat der Schweizer Armee © Foto: jan abellan on Unsplash

Adventisten diskutieren über Militärdienst, Nichtkämpferstatus und Kriegsdienstverweigerung

Milton Freewater, Oregon/USA | 24.04.2019 | APD | International

Vom 10. bis 11. April fand am Hauptsitz der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, eine Konferenz zum Thema Adventisten und Militärdienst, statt. Dabei wurde über die Stellung der Adventisten zum Militärdienst, zum Nichtkämpferstatus sowie zur Kriegsdienstverweigerung diskutiert.

Laut dem unabhängigen journalistischen Dienst Adventist Today (AT), wurde die Konferenz von der Abteilung «Dienste für Adventistische Seelsorger» (Adventist Chaplaincy Ministries ACM) organisiert, die adventistische Seelsorger bei externen Organisationen, wie der Armee, der Polizei, in Gefängnissen oder Spitälern begleitet. Die Konferenz richtete sich an adventistische Seelsorger sowie Kirchenleiter. Die Referenten und Diskussionsteilnehmer, so auch Pastor Ted Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, bekräftigten die offizielle Position der Kirche zum Militärdienst, die den Nichtkämpferstatus vertritt, aber dennoch die individuelle Gewissensfreiheit wahrt.

Kaplan Mario E. Ceballos, Direktor der Adventist Chaplaincy Ministries bei der Weltkirchenleitung betonte, dass ACM den Militärdienst nicht verherrliche, sondern versuche, den Adventisten in den Armeen der ganzen Welt zu dienen. «Wir sind kein Kriegsvolk», sagte Ceballos. «Wir sind ein Volk des Friedens.»

Nähe von Kirche und Staat machte den Militärdienst für Christen akzeptabler
Dr. John Reeve, Historiker an der adventistischen Andrews University, Berrien Springs, Michigan/USA, erläuterte, wie sich das Verständnis der Christen in den ersten Jahrhunderten in Beziehung zum Staat entwickelte. Obwohl sich die Christen bei Lehrpunkten nie völlig hätten einigen können, habe eine allgemein übereinstimmende Auffassung bestanden, dass Christen nicht Teil des Militärs sein sollten. Mit zunehmender Bedeutung des Christentums im Römischen Reich sei der Militärdienst jedoch immer akzeptabler geworden, so Reeve. Der Kirchenlehrer Augustinus von Hippo habe einen prinzipiellen Einstellungswandel mit dem Konzept des «gerechten Kriegs» bewirkt. Es habe ihm ermöglicht, die Entsendung einer Armee zu rechtfertigen, um die Donatisten, eine aus seiner Sicht «ketzerische» Gruppe von Christen, zu töten.

Spektrum adventistischer Positionen zum Krieg
Pastor Barna Magyarosi, Exekutivsekretär der teilkontinentalen Kirchenleitung in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD) referierte über Krieg und Völkermord im Alten Testament und Dr. Cedric Vine, Bibelwissenschaftler an der Andrews University, sprach über die neutestamentlichen Aussagen zu Krieg und Nichtkämpferstatus.

Dr. David Trim, Historiker und Direktor für Archive und Statistik der Weltkirchenleitung, stellte einen Überblick der Geschichte adventistischer Positionen zum Krieg vor. Diese Geschichte sei komplexer als sie oft dargestellt werde, sagte Trim. Er betonte, dass Adventisten ein Spektrum von Auffassungen zum Krieg vertreten haben. Diese reichten vom Konzept des «gerechten Krieges» über Kriegsdienstverweigerung bis hin zu radikalem Pazifismus. In jüngerer Zeit bewege sich der innerkirchliche Konsens Richtung Nichtkämpferstatus.

Gewaltlosigkeit meint auch, Hassreden zu unterlassen
Dr. Ganoune Diop, Direktor für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung, betonte, dass Jesus eine Botschaft der Gewaltlosigkeit verkündet habe. Christus habe eine Reformations- und Wiederherstellungsagenda gehabt, welche die Adventisten weiterführen sollten. Die Förderung der Gewaltlosigkeit gehe über den Bereich des Krieges hinaus und beziehe auch Aspekte des täglichen Lebens mit ein, unter anderem die Vermeidung von Hassreden.

«Nicht töten» oder «nicht morden»?
Dr. Jiři Moskala, Dekan des Theologischen Seminars der Andrews University, und Dr. James North, Professor für Pastoralseelsorge, legten das sechste Gebot unterschiedlich aus. Laut Moskala ist «morden» keine geeignete Übersetzung für das hebräische »ratsach» im sechsten Gebot. Das Verb vermittle den weiteren Sinn von «töten». Deshalb sei das Gebot ein absolutes Verbot des Tötens in universellem Sinn. North widersprach und argumentierte, dass übersetzt werden sollte: «Du sollst nicht morden.» Im sechstenGebot sei das illegale, ungerechtfertigte Töten von Menschenleben verboten. Es beinhalte aber kein Verbot der Selbstverteidigung, der Todesstrafe oder von Kriegen.

Adventistische Bildung subventionieren, um Eintritt ins Militär zu verhindern
In Paneldiskussionen wurde die Wichtigkeit der Information adventistischer Jugendlicher über das Verständnis ihrer Kirche hinsichtlich des Militärs erwähnt. Dieses entspreche laut Barna Magyarosi einer Mittelposition zwischen radikalem Pazifismus und kämpfender Truppe.

Adventisten, die freiwillig Militärdienst leisten würden, solle nicht die Mitgliedschaft entzogen werden, waren sich die Teilnehmenden an der Podiumsdiskussion einig. Es sollte adventistischen Jugendlichen aber abgeraten werden, sich freiwillig zum Militärdienst zu melden. Frank Hasel, stellvertretender Direktor des Biblischen Forschungsinstituts (BRI) der adventistischen Weltkirchenleitung, wies auf die Notwendigkeit hin, Mittel für adventistische Jugendliche, insbesondere aus einkommensschwachen Familien, bereitzustellen, damit sie schuldenfrei eine adventistische Bildung erhalten könnten. Dies würde die Versuchung für viele beseitigen, - wie dies bei einkommensschwachen Adventisten in den USA der Fall ist - sich freiwillig einzuschreiben und sich die Ausbildung vom Militär bezahlen zu lassen.

Frank Hasel, stellte das neu erschienene Buch vor, das er mit anderen Herausgebern publiziert hatte: «Adventists and Military Service: Biblical, Historical, and Ethical Perspectives» (Adventisten und Militärdienst: Biblische, historische und ethische Perspektiven).

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Wiedereröffnungsfeier in der Taksim Kirche, Istanbul © Foto: Middle East and North African Union News/Adventist World

Nach 54 Jahren: Wiedereröffnung der adventistischen Taksim Kirche in Istanbul

Beirut/Libanon | 24.04.2019 | APD | International

In der adventistischen Taksim Kirche im Istanbuler Stadtteil Beyoğlu finden nach 54 Jahren wieder Gottesdienste statt. In dem Gebäude mit Panoramablick auf den Bosporus nahmen laut Adventist News Network (ANN) etwa 300 Besucher an der Wiedereröffnung teil. Wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse war die Kirche von den Behörden geschlossen worden.

Laut Karnik Doukmetzian, Leiter der Rechtsabteilung der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, hätten die Adventisten das Anwesen mit einem vierstöckigen Mehrzweckgebäude bereits 1927 gekauft. 1958 entstand auf dem Gelände eine Kirche ohne Turm, die von der Stadt Istanbul als Gebetshaus anerkannt worden sei. Da Kirchen und Religionsgemeinschaften nicht vom Staat anerkannt seien, existierten sie juristisch nicht. Sie könnten deshalb auch keinen Besitz haben. Ihre Gottes- und Wohnhäuser dürften nur über private Stiftungen ins Grundbuch eingetragen werden.

Erben beanspruchen Immobilie
Das Eigentum sei deshalb unter dem Namen eines ausländischen kirchlichen Mitarbeiters registriert worden. Dieser kehrte wegen Krankheit in seine Heimat zurück, wo er verstarb ohne den Besitz auf seinen Nachfolger übertragen zu können. Mit dem Tod des Mitarbeiters hätten die Auseinandersetzung um das Eigentum zwischen der Familie und der Kirche begonnen, da die Familie behauptete, das Eigentum habe eher ihrem Vater als der Kirche gehört, obwohl es seit 1927 nur von Adventisten genutzt worden sei, so Doukmetzian.

2015 hätten die verbliebenen Familienmitglieder des kirchlichen Mitarbeiters entschieden, das Eigentumsrecht nicht wie vereinbart auf die Kirche zu übertragen, sondern es in Istanbul zu verkaufen. Am selben Tag, als es der adventistischen Regionalleitung in Westasien gelungen war, eine Stiftung als Rechtsgrundlage in der Türkei zu gründen, sei ein Besucher im Regionalbüro erschienen und habe erklärt, dass er als Käufer die Immobilie von den Erben erworben habe.

Da der Käufer einen Rechtsstreit mit den Adventisten vermeiden wollte, bot er die Immobilie auf dem freien Markt an. Makler seien gekommen, um das Anwesen anzusehen und zu fotografieren. Sie hätten auch bei der benachbarten römisch-katholischen Kirche wegen der Immobilie nachgefragt. Doch deren Antwort habe immer wieder gelautet, dass das Grundstück mit den Gebäuden den Adventisten gehöre und niemand anderem. „Wir schulden unserem Nachbarn Dank, der die Makler entmutigte“, sagte Denny Rumambi, Finanzvorstand der Westasien-Regionalleitung.

Der Rechtsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung sei es durch schnelles Handeln gelungen, das Problem zu lösen, sodass am 9. Oktober 2018 eine adventistische Stiftung als rechtmässiger Eigentümer der Immobilie ins Grundbuch eingetragen wurde. Nach einer Renovierung konnte die Taksim Kirche wiedereröffnet werden.

Seit 1889 Adventisten in Istanbul
1889 kam mit Theodore Anthony der erste adventistische Missionar nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Er gründete 1893 eine kleine Gemeinde in Alexandretta (Iskenderun). Unter den ersten Gläubigen war auch der Armenier Zadour G. Baharian. Er wurde 1894 als erster einheimischer Pastor ordiniert. 1893 entstanden weitere adventistische Gemeinden in Konstantinopel (20 Mitglieder) sowie in Ovajuk und Bardizag (je 30 Mitglieder). 1904 gründete der aus den USA stammende Arzt Dr. A. W. George eine kleine Klinik in Istanbul. 1909 entstand in Bardizag ein theologisches Seminar. Eine Zahnklinik unter Leitung des Franzosen Dr. Girou kam 1912 in Smyrna (Izmir) hinzu. Bereits im Jahre 1909 schufen die Adventisten in Konstantinopel eine eigene Kirchenleitung, die 1910 von den osmanischen Behörden registriert wurde. Direktor des „Champ Missionaire Ottoman des Adventistes du Septième Jour“ war der aus Hamburg entsandte Schweizer Missionar Emil Eduard Frauchiger.

Adventisten – Opfer des armenischen Völkermords
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges gab es auf dem Gebiet der heutigen Türkei rund 350 Adventisten, die hauptsächlich armenischer Herkunft waren. Von ihnen verloren in den nachfolgenden Jahren 167 ihr Leben. Einige traten zum Islam über, um sich zu retten. Eines der ersten Opfer war der als „adventistische Vater“ bekannt gewordene Pastor Zadour G. Baharian. Er wurde 1915 während einer Missionsreise bei Sivas von türkischen Soldaten getötet. Der Geistliche sollte seinem christlichen Glauben abschwören und auf der Stelle zum Islam konvertieren. Als er sich weigerte und die Hände zum Gebet faltete, wurde er erschossen. Ihm folgten sieben weitere adventistische Pastoren, zum Teil mit ihren Familien. Zuletzt auch Diran Tcherakian.

Wer nicht gleich umgebracht wurde, starb auf Todesmärschen. Der bekannte armenische Lyriker und Hochschullehrer Tcherakian wurde 1915 Adventist. Als Wanderprediger durchzog er 1921 Anatolien, um die bedrohten und verängstigten adventistischen Gemeindemitglieder zu trösten. In Konya wurde er festgenommen und vor Gericht gestellt, da er nicht zum Widerruf seines Glaubens bereit war. Seine mitangeklagten beiden Brüder wurden gleich erschossen. Tcherakian musste monatelang zu Fuss und in Ketten, von türkischen Milizionären geschlagen und gefoltert, durch das karge Bergland Anatoliens ziehen. Nach etwa eintausend Kilometern kamen die Gefangenen Anfang Juni 1921 in der Stadt Diyarbakir am Ufer des Tigris an. Die todbringende syrische Wüste lag nun vor ihnen. Dort starb Tcherakian an Erschöpfung.

1923 hatten die meisten überlebenden Adventisten die Türkei verlassen. Die Kirchenleitung wurde bereits 1916 aufgelöst, die Kliniken und das Seminar bestanden schon seit dem Ersten Weltkrieg nicht mehr. 1948 hatten die Adventisten in Istanbul wieder 70 Mitglieder, hauptsächlich armenischer Herkunft. Für sie wurde 1958 die Taksim Kirche gebaut. Von 1964 bis 1973 gab es in Istanbul auch wieder eine kleine Klinik. 1993 existierte auch eine englische Sprachschule. Doch immer mehr armenische Adventisten wanderten aus, sodass sich ab 1994 nur noch rund 15 Gläubige in Istanbul zum Gottesdienst versammelten. Laut dem „Annual Statistical Report 2018“ der Generalkonferenz der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es in der Türkei 284 erwachsen getaufte Mitglieder.

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St. Katharinenkloster im Sinai, Ägypten © Foto: Andreas Ruediger/churchphoto.de

Manuskripte des Katharinenklosters im Sinai werden digital erfasst

Kairo/Ägypten | 24.04.2019 | APD | International

Eine griechische Equipe erfasst derzeit digital tausende kostbare Handschriften, darunter einige der ältesten Evangelien-Handschriften, die im Katharinenkloster auf der Halbinsel Sinai aufbewahrt werden, berichtet CBS KULTUR INFO. Demnach werde die Arbeit mehr als zehn Jahre dauern.

In einem komplexen Prozess werden Rotlicht-, Grünlicht- und Blaulicht-Aufnahmen erstellt und dann mithilfe digitaler Methoden überblendet, sodass Abbilder der Manuskripte von ausserordentlicher Leuchtkraft entstehen. Ohne dass es ausgesprochen werde, habe die schwierige Sicherheitslage auf dem Sinai, wo sich islamistische Gruppierungen eingenistet haben, die rasche Durchführung des aufwändigen Verfahrens beflügelt, schreibt CBS KULTUR INFO.

Das Katharinenkloster befindet sich zwar im Süden der Halbinsel, wo die Sicherheitslage besser ist als im Norden, aber auch hier kam es im Jahr 2017 zu einem Überfall von IS-Terroristen auf einen Kontrollposten der ägyptischen Polizei, wobei ein Offizier getötet wurde. "Die Unwägbarkeiten unserer Zeit verlangen eine rasche Fertigstellung des Projekts der digitalen Erfassung der im Kloster aufbewahrten Handschriften", sagte Erzbischof Damianos (Samartsis), der als Erzbischof von Sinai, Pharan und Raitho die autonome orthodoxe Kirche des Sinai leitet, die zum Patriarchat von Jerusalem gehört, und zugleich Abt des Katharinenklosters ist. Seit 2002 gehört das Kloster zum UNESCO-Welterbe.

Erstellung eines digitalen Archivs
Ziel ist es, ein digitales Archiv der rund 4.500 Manuskripte der Bibliothek des Katharinenklosters zu erstellen. 1.100 dieser Manuskripte sind auf altsyrisch oder arabisch verfasst, viele andere auf Griechisch oder Latein, aber auch in verschiedenen orientalischen Sprachen von äthiopisch bis mittelpersisch. Erzbischof Damianos und die Fachleute rechnen damit, dass die Arbeit mehr als zehn Jahre dauern wird. Begonnen wurde im Vorjahr. Trägerorganisation ist die "Early Manuscripts Electronic Library" (EMEL) in Zusammenarbeit mit dem Katharinenkloster und mit der Bibliothek der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA). Die UCLA-Bibliothek möchte ab dem Herbst 2019 die ersten digital erfassten Manuskripte ins Internet stellen. Unter den Schätzen des Katharinenklosters sind einige der ältesten Evangelien-Handschriften, aber auch viele Hauptwerke der spätantik-frühchristlichen theologischen, philosophischen und historischen Literatur.

Das Katharinenkloster und der Schutzbrief des Propheten Mohammed
Das Katharinenkloster wurde zwischen 548 und 565 gegründet und ist eines der ältesten immer noch bewohnten Klöster des Christentums. Es liegt am Fusse des Berges Sinai (Mosesberg). Dort befand sich nach der Überlieferung der brennende Dornbusch, in dem sich Gott Mose offenbarte. Es gibt einen Schutzbrief des Propheten Mohammed an das Kloster. In dem aus dem 7. Jahrhundert stammenden Schriftstück stellte Mohammed die Mönche – und darüber hinaus die Christen im Allgemeinen – unter seinen Schutz. Als Motiv des Schutzbriefes bekundete Mohammed, dass er vor seiner Berufung zum Propheten im Kloster bei einem Aufenthalt gut behandelt worden sei. Das Kloster verfügt heute nur über eine Kopie des Briefes, das Original befindet sich in Istanbul.

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Reinhard Hempelmann (vorne) wird von Präses Annette Kurschus gesegnet © Foto: Jens Mohr/APD Deutschland

Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: Jahresempfang und Verabschiedung des langjährigen Leiters

Berlin/Deutschland | 24.04.2019 | APD | International

Im Rahmen des Jahresempfangs der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Deutschland wurde ihr langjähriger Leiter, Pfarrer Dr. Reinhard Hempelmann, am 4. April in der Berliner St. Elisabeth-Kirche in den Ruhestand verabschiedet. In Zeiten zunehmender Pluralisierung sei religiöse Aufklärung auch weiterhin ein bleibender Auftrag und ein wichtiges kirchliches Handlungsfeld.

Reinhard Hempelmann (65) hatte seit 1992 bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) gearbeitet, seit 1999 als deren Leiter. Der promovierte Theologe ist zudem westfälischer Pfarrer. Seiner Ansprache zur Verabschiedung legte er eine im Neuen Testament überlieferte Predigt des Apostels Paulus in Athen zugrunde (Apostelgeschichte Kapitel 17, Verse 16-34). In dieser Predigt des Paulus seien drei Zugänge zur öffentlichen Rede von Gott und zum religiösen Pluralismus zu erkennen: ein dialogischer, ein kritischer sowie ein profilierter Zugang. Diese Zugänge seien auch für die heutige Rede der Kirche von Gott in der Öffentlichkeit von Bedeutung. Hempelmann tritt zum 1. Mai in den Ruhestand, seine Nachfolge ist bisher noch nicht geklärt.

Religiöse Aufklärung im weltanschaulichen Pluralismus
Der Jahresempfang der EZW stand unter dem Motto „Religiöse Aufklärung im weltanschaulichen Pluralismus – Perspektiven“. Dr. Thies Gundlach, einer der drei theologischen Vizepräsidenten des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche Deutschlands, interviewte dazu den neuen Vorsitzenden des EZW-Kuratoriums, Professor Dr. Arnulf von Scheliha. Die spezifische Dienstleistung der EZW sei durch Solidarität der Wahrheitssuchenden, Toleranz und dem Bewusstsein getragen, dass Wahrheit ein Geschenk ist, das in die Pflicht nimmt, so Scheliha.

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Teilausschnitt des Covers des Studienhefts zur Bibel 2/2019 © Foto: rasani design, Leipzig

Adventisten diskutieren in Bibelstudienkreisen über Ehe und Familie

Zürich/Schweiz | 24.04.2019 | APD | International

Im ersten Teil des adventistischen Gottesdienstes, den Bibelgesprächskreisen („Sabbatschule“), wird weltweit jeweils während einem Vierteljahr über ein biblisches Thema in Gruppen diskutiert. Die Gesprächsteilnehmenden können sich während der Woche mithilfe des entsprechenden Wochenabschnitts im Bibelstudienheft darauf vorbereiten. Im zweiten Viertel 2019 lautet der Titel «Familien.leben!»

Familien seien etwas Dynamisches und Lebendiges, heisst es in der Einleitung zum Bibelstudienheft, jede Lebensphase bringe Gutes, aber auch Herausforderndes mit sich. Manch Wünsche und Träume im Zusammenhang mit Familie erfüllten sich, andere blieben unerfüllt oder zerplatzten. Dennoch bleibe die Hoffnung und der Glaube, dass Gott über allem und jedem Einzelnen im Familienleben «seine liebende Hand hält».

Ehe- und Familienphasen mit unterschiedlichen Freuden und Herausforderungen
Ehe und Familien durchlebten verschiedene Phasen: «die erste Liebe, das Glück der Zweisamkeit, die frühe und spätere Elternzeit, das leere Nest, die Enkelkinder, eine späte Liebe», heisst es in der Einleitung. Doch nicht alles sei Friede, Freude, Ehe- und Familienglück. Frustrationen und Enttäuschungen blieben nicht aus – «in und ohne Ehe bzw. Familie». Vor besondere Herausforderungen werde man gestellt durch Entfremdung, Trennung, Scheidung und Tod, aber auch durch das gewollte oder unfreiwillige Alleinsein.

Verschiedene Formen von Partnerschaft und Familie
Es sei wichtig, heisst es in der Einleitung, sich von Neuem bewusst zu machen, «wie Ehe und Familie von Gott gedacht waren und sind, und das nicht zuletzt angesichts sich verändernder gesellschaftlicher Vorstellungen und Lebensformen». Jeder Mensch, jede Ehe und jede Familie sei einzigartig. «Es geht also nicht darum, nur eine Form der ehelichen Partnerschaft und des Familienlebens gelten zu lassen», die Bibel enthalte aber Einsichten und Erfahrungen, Werte und Prinzipien, die auch heute für das Gelingen von Ehe und Familie unverzichtbar seien.

Einige Titel der Wochenthemen: «Allein sein»; «Alte Weisheiten für moderne Familien»; «Liebe und Leidenschaft»; «Herausforderungen der Elternschaft»; «Verlusterfahrungen»; Konflikte fordern uns heraus»; Generationenkonflikte bewältigen».

Das «Studienheft zur Bibel» kann bezogen werden:
• Schweiz:
Advent-Verlag Zürich | Tel.: +41 33 511 11 99 (morgens); info@advent-verlag.ch
• Deutschland:
Advent-Verlag Lüneburg | 0800 2383680 (Nummer kostenfrei innerhalb Deutschlands); bestellen@advent-verlag.de
• Österreich:
Top Life Center – Wegweiser Verlag | +43 1 2294000; info@wegweiser-verlag.at

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Lastwagen mit Moskitonetzen © Foto: East-Central Africa Division News

Südsudan: Adventisten helfen bei Vorbereitung auf Malaria-Saison

Nairobi/Kenia | 24.04.2019 | APD | International

Ein Team von Siebenten-Tags-Adventisten aus verschiedenen Gesundheitsberufen hat der Bevölkerung in der Hauptstadt Juba/Südsudan geholfen, sich auf die Malaria-Saison vorzubereiten. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium des Landes verteilten sie 5.400 Moskitonetze und boten in verschiedenen Einrichtungen einen Monat lang kostenlos medizinische Behandlung an, berichtete die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Ost-Zentralafrika.

„Nach der Feststellung von Bedürfnissen in den Einrichtungen haben wir schwangere und stillende Mütter identifiziert, die Kinder unter fünf Jahren hatten. Das sind die ersten Begünstigten, weil sie die Schwächsten sind.“, sagte der Leiter des medizinischen Hilfsteams, Dr. Daniel Machuor. Malaria sei heute eine der häufigsten Todesursachen im Südsudan. Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lebten dort 2017 mehr als 12 Millionen Menschen. Davon waren 1,3 Millionen mit Malaria infiziert. Die durch Moskitos übertragene Krankheit mache 65 Prozent aller in Gesundheitseinrichtungen im ganzen Land gemeldeten Krankheiten aus. Unter den Todesopfern seien vor allem Kinder unter fünf Jahren.

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Übernachtungshaus für Frauen des Advent-Wohlfahrtswerks (AWW) in Leipzig © Foto: Übernachtungshaus Leipzig

25 Jahre Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen in Leipzig

Leipzig/Deutschland | 24.04.2019 | APD | International

Vor 25 Jahren, am 1. Mai 1994, öffneten sich zum ersten Mal die Türen des „Übernachtungshauses für wohnungslose Frauen“ in Leipzig für vier Frauen. Da es in der DDR offiziell keine Wohnungslosen gab und darum auch keine Erfahrungen in diesem Bereich, konnte die Obdachlosenarbeit erst nach 1990 aufgebaut werden, so das Team des Übernachtungshauses laut Mai-Ausgabe 2019 der Zeitschrift Adventisten heute (AH). Träger der Einrichtung ist das Advent-Wohlfahrtswerk, das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Das Pastorenehepaar Andreas und Blanka Schuchardt hätte viele Ideen und den Mut gehabt, um auf eine Ausschreibung der Stadt Leipzig zu antworten und ein überzeugendes Konzept einzureichen, so AH. Dadurch wurde das Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen in die Trägerschaft des Advent- Wohlfahrtswerk e. V. (AWW) übergeben. So besteht seit 25 Jahren in Leipzig ein Angebot zur Notübernachtung mit 24 Betten, das bislang etwa 2.000 Frauen in Anspruch nahmen.

Dramatische Lebensgeschichten
Bedrückend sei laut Team der Anteil der sehr jungen Frauen, aber auch die Tatsache, dass Frauen im Rentenalter auf solch eine Einrichtung angewiesen seien. Es wären oft erschütternde Schicksale und dramatische Lebensgeschichten, welche die Mitarbeiterinnen zu hören bekämen. Nachdem die Ursachen für einen Verlust der Wohnung in den 1990er-Jahren oft Mietschulden und Alkoholabhängigkeit gewesen seien, erlebe das Team in den letzten Jahren zunehmend, dass Frauen durch unbehandelte, chronisch psychische Erkrankungen ihre Wohnung verlieren. Bei den jüngeren Frauen führe häufig Drogenabhängigkeit zur Wohnungslosigkeit. Neben den Zwangsräumungen gehörten auch Überschuldung und eine Trennung vom Partner oder Konflikte mit der Familie oder Freunden und Bekannten zu den häufigsten Ursachen der Wohnungslosigkeit. In den vergangenen Jahren habe das Team auch vermehrt ausländischen Frauen und Frauen mit Migrationshintergrund eine Notunterkunft zur Verfügung gestellt.

Manche schaffen es, andere nicht
Für diese wohnungslosen Frauen über 18 Jahren biete die Einrichtung als Soforthilfe eine menschenwürdige Unterkunft an. Dazu gehörten die Bereitstellung eines Schlafplatzes sowie die Sicherung der Grundversorgung mit Essen, Kleidung und Hygiene. Bei den Aufnahme- und Beratungsgesprächen werde versucht den Frauen Mut zu machen, Vertrauen aufzubauen und ihnen zu helfen, eigene Ressourcen zu aktivieren und zu stärken. Gerade nach einer Zwangsräumung der Wohnung seien viele verzweifelt und mit der neuen Situation überfordert. Die Sozialarbeiterinnen der Einrichtung erstellten für jede Frau einen individuellen Hilfeplan und erarbeiteten gemeinsam mit ihr Ziele und Handlungsstrategien für die Bewältigung der Probleme. Oft müssten die Betroffenen aber auch zu einfachsten Tätigkeiten, wie zum Beispiel dem Beantragen eines Personalausweises, einen Termin beim zuständigen Fallmanager des Jobcenter oder einem Arztbesuch, motiviert oder auch begleitet werden.

Das vorrangige Ziel sei, den Betroffenen wieder in eine Wohnung zu vermitteln. Dazu gehöre manchmal auch, eine gesetzliche Betreuung anzuregen oder bei Alkoholkranken und Drogenabhängigen zu einer stationären Entgiftung zu ermutigen. Immer wieder stellten die Mitarbeiterinnen in den letzten Jahren jedoch fest, dass es den wenigsten Frauen gelinge, tatsächlich wieder in eine eigene Wohnung mit einem eigenen Mietvertrag zu ziehen. „Und wenn wir ehrlich sind, ist dies oft auch nicht die beste Lösung. Wir stellen fest, dass die Problemlagen immer komplexer werden“, berichtet das Team. Das fange bei der ganz normalen Haushaltsführung an – wie regelmässig den Müll zu entsorgen, die Post zu öffnen und auf Anschreiben zu reagieren – und reiche bis zur Einsicht in ihre psychischen Probleme oder die Suchterkrankung.

Die Bewohnerinnen seien in der Regel einige Tage, gelegentlich aber auch mehrere Wochen und Monate, mitunter auch Jahre im Leipziger Übernachtungshaus. Besonders freuten sich die Mitarbeiterinnen mit den Frauen, die es trotz aller Widrigkeiten geschafft haben, zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu finden. Einige von ihnen kämen tatsächlich wieder dauerhaft in einer Wohnung unter und zeigten sich noch nach Jahren dankbar. Andere hingegen müssten im Laufe der Zeit wiederholt aufgenommen werden, da sie die Anforderungen des Alltags, trotz eines guten Netzes staatlicher Hilfsangebote, nicht bewältigen könnten.

In all den Jahren hätten die Mitarbeiterinnen auch gefährliche Situationen erlebt, meist verursacht durch psychisch erkrankte, unter Drogen stehende oder alkoholkranke Frauen. In diesen Ausnahmesituationen seien sie froh, schnelle Hilfe von der Polizei und Notärzten zu erhalten. „Und wir sind als Team unendlich dankbar, dass Gott die ganze Zeit seine schützenden Hände über uns gehalten hat.“

Auch künftig Hilfe und Zuflucht für Frauen
Seit vier Jahren ist Stefanie Nemczak, eine diplomierte Sozialwissenschaftlerin, Leiterin des Übernachtungshauses. Mit viel Elan und Engagement stelle sie sich gemeinsam mit ihrem Team den vielfältigen Aufgaben in der Arbeit mit den wohnungslosen Frauen, die es in Leipzig zu bewältigen gebe. Gemäss den Worten Jesu „ich bin wohnungslos gewesen und ihr habt mir ein sauberes Bett und zu essen gegeben“ (nach Matthäus 25,35.36) sei das Haus auch weiterhin für Frauen da, die Hilfe und Zuflucht suchen, damit sie möglichst schnell wieder den Weg zurück in ein geordnetes und der Menschenwürde entsprechendes Leben finden.

Weitere Informationen unter: www.obdachlosenhaus.de

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Checkübergabe zur Förderung des Zeltplatzes in Friedensau © Foto: Andrea Cramer/ThHF

Deutschland: Lotto fördert Zeltplatz der Adventisten in Friedensau

Friedensau/Deutschland | 24.04.2019 | APD | International

Am 15. April überreichte die Geschäftsführerin von Lotto Sachsen-Anhalt, Maren Sieb, der Leiterin des Zeltplatzes Friedensau bei Magdeburg, Sabine Schorcht, einen Förderscheck in Höhe von 75.000 Euro (85.000 Franken). Damit sollen die Bedingungen auf dem Zeltplatz verbessert werden. Geplant seien unter anderem die Erneuerung der über 25 Jahre alten Heizanlage und der Umbau der Duschen in den Sanitärbereichen.

„Durch die Unterstützung von Lotto können wir künftig mit den vier neu eingerichteten Küchen sowie Kühl- und Waschmöglichkeiten vor allem Gruppen, die nicht als Pfadfinder kommen, eine bedarfsgerechte Infrastruktur im naturnahen Raum bieten“, bedankte sich Tobias Koch, Kanzler und Geschäftsführer der Anstalten in Friedensau. Besonders freue er sich über die Modernisierung des Sanitärbereichs, berichtete die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Theologischen Hochschule Friedensau. An der Scheckübergabe nahm stellvertretend für die künftigen Nutzer auch eine Gruppe von Pfadfindern teil, die sich gerade in Vorbereitung des Osterlagers in Friedensau aufhielt, sowie Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Träger der Zeltplatz gGmbH.

Hochseilgarten, Ökohaus und Blockhütten
Mit einer Gesamtfläche von vier Hektaren eignet sich der Zeltplatz Friedensau besonders für Aktivitäten von Pfadfindern sowie anderen Kinder- und Jugendgruppen. Es können auch Grossveranstaltungen durchgeführt werden. Zum Zeltplatz gehört ein Abenteuer-Hochseilgarten. Die Arena mit 1.500 Sitzplätzen wird gerade mit einer festen Überdachung versehen, damit sie ganzjährig benutzt werden kann. Übernachtungen sind auch in rustikalen Blockhütten möglich. Das Ökohaus verfügt über einen voll ausgestatteten Seminarraum. Weitere Informationen zum Zeltplatz finden sich unter: www.zeltplatz-friedensau.de

In Friedensau unterhält die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ausser dem Zeltplatz eine Theologische Hochschule mit den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Seniorenheim des Advent-Wohlfahrtswerkes für 122 pflegebedürftige Menschen.

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Logo der Neuapostolischen Kirche auf der Aussenwand der NAK-Kirche in Dülmen, Deutschland © Foto: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Neuapostolische Kirche wird Gastmitglied der AGCK im Kanton Zürich

Zürich/Schweiz | 24.04.2019 | APD | Ökumene

An der Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Zürich - AGCK Zürich, vom 9. April wurde die Neuapostolische Kirche (NAK) als drittes Gastmitglied aufgenommen, schreibt AGCK.ZH in einer Medienmitteilung.

In der AGCK Schweiz, in anderen Kantonen und auch in Deutschland ist die Neuapostolische Kirche bereits Gastmitglied der entsprechenden kirchlichen Gremien. Die AGCK Zürich ist die grösste ökumenische Plattform im Kanton Zürich und hat derzeit 21 Mitgliedskirchen.

Laut CBS KULTUR INFO, Basel, sind nun drei Kirchen im Gaststatus der AGCK Zürich: Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, das Christliche Zentrum Buchegg (Pfingstgemeinde) und neu die Neuapostolische Kirche. Die AGCK Zürich fördert das Gespräch unter den Mitgliedskirchen, prüft Möglichkeiten gemeinsamer Aktionen und leistet Vernetzungsarbeit.

Der Antrag der Neuapostolischen Kirche für eine Gastmitgliedschaft erfolgte im Rahmen einer weitreichenden Öffnung der Kirche in den letzten Jahren. Sie pflegt Kontakte zu anderen christlichen Kirchen, steht der ökumenischen Bewegung offen gegenüber und beteiligt sich am öffentlichen Leben. So zeigte sich der neuapostolische Bischof Rudolf Fässler erfreut und dankbar über die Aufnahme in die AGCK Zürich: «Wir freuen uns sehr über diese Wertschätzung und sehen dies als weiteren Meilenstein auf unserem Weg zur Öffnung in die Ökumene. Wir befürworten eine gemeinsame Interessenvertretung der Christen in der Gesellschaft und sind dankbar für die Möglichkeit der Vernetzung, des Dialogs und der Verständigung auf dieser einzigartigen ökumenischen Plattform.»

Weitere Informationen zur AGCK Zürich: www.agck-zh.ch

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Neuer ACK-Vorstand: Martin Hein, Harald Rückert, Radu Constantin Miron, Christopher Easthill, Nikolaus Schwerdtfeger (v.l.) © Foto: Gabriele Riffert/ACK

Deutschland: Veränderungen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

Hofgeismar, bei Kassel/Deutschland | 24.04.2019 | APD | Ökumene

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland hat bei den turnusgemäss anstehenden Neuwahlen am 4. April einen neuen Vorsitzenden bestimmt. Auf den römisch-katholischen Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer, der laut Satzung nicht noch einmal kandidieren durfte, folgt nun zum ersten Mal in der Geschichte der ACK ein orthodoxer Christ: der griechisch-orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron. Die Neuapostolische Kirche wurde als Gastmitglied aufgenommen.

Bei der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im hessischen Hofgeismar vom 3. bis 4. April wurde der bisherige Vorstand verabschiedet. Als stellvertrete ACK-Vorsitzende wurden Reverend Christopher Easthill von der Arbeitsgemeinschaft anglikanischer Gemeinden und Bischof Harald Rückert von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, Bistum Hildesheim, und Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Zur Person des neuen Vorsitzenden
Erzpriester Miron ist Ökumenereferent der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Seit 2016 ist er Pfarrer der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Köln sowie Bischöflicher Vikar der Griechisch-Orthodoxen Metropolie für Nordrhein-Westfalen. Miron ist verheiratet, hat fünf Kinder und ein Enkelkind.

Neue ACK-Geschäftsführung
Auch die bisherige ACK-Geschäftsführerin Dr. Elisabeth Dieckmann wurde in Hofgeismar verabschiedet. Die 59-jährige römisch-katholische Theologin kehrt nun in die Erzdiözese München und Freising zurück, die sie für ihre Tätigkeit bei der ACK freigestellt hatte. Dieckmann wird dort als Fachreferentin für theologische Bildung tätig sein. Als ihre Nachfolgerin wurde Dr. Verena Hammes begrüsst. Die 28-Jährige ist ebenfalls Katholikin und stammt aus Koblenz. Hammes war von 2014 bis 2017 Projektreferentin „Ökumene vor dem Reformationsgedenken 2017“ im Bereich Glaube und Bildung im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn.

Neuapostolische Kirche Gastmitglied der ACK Deutschland
Bei ihrer Mitgliederversammlung hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes die Neuapostolische Kirche als neues Gastmitglied aufgenommen. Der Aufnahme war ein seit 2001 andauernder Kommunikationsprozess zwischen der ACK und der Neuapostolischen Kirche vorangegangen. 2006 war in Memmingen erstmals eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche in eine örtliche ACK aufgenommen worden. Die ökumenische Zusammenarbeit wird nun durch die Gastmitgliedschaft in der ACK auf einer strukturellen Ebene weitergeführt.

ACK Deutschland
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen sind Gastmitglieder, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert damit rund 50 Millionen Christen in Deutschland.

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Holger Teubert mit Horst Sebastian (v.l.) © Foto: Dieter Junker/APD

Deutschland: Horst Sebastian neuer Vertreter der Freikirchen im EAK-Vorstand

Bonn/Deutschland | 24.04.2019 | APD | Ökumene

Dr. Horst Sebastian aus Hamburg ist neuer Vertreter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) im Vorstand der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Der Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde während der EAK-Frühjahrstagung in Bonn zum Nachfolger von Pastor Holger Teubert gewählt, der seit 2001 dem EAK-Vorstand angehörte.

Horst Sebastian ist seit Januar 2019 Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er stammt aus Whyalla in Australien, schloss 1998 sein Studium an der adventistischen Theologischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg ab und war bis 2015 Pastor verschiedener adventistischer Kirchengemeinden in Hamburg und Lübeck. 2011 promovierte er als Theologe an der Universität von Südafrika (UNISA). Sebastian war Lehrbeauftragter des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg sowie an der Theologischen Hochschule Friedensau im Fachbereich Christliches Sozialwesen.

Langjähriges Engagement für Kriegsdienstverweigerer
Sein Vorgänger Holger Teubert engagierte sich seit Jahrzehnten in der Beratung von Kriegsdienstverweigerern. Von 1991 bis 2018 leitete er das Referat Kriegsdienst-verweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Seit 1997 arbeitete er als Vertreter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen in der EAK mit, zunächst in der Mitgliederversammlung, dann 17 Jahre im Vorstand.

EAK-Vorstandsmitglied Pfarrerin Sabine Müller-Lengsdorf vom Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau und der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck dankte Holger Teubert für seine langjährige Mitarbeit im evangelischen Friedensverband. „Seine Stimme war uns sehr wichtig und seine Meinung wurde gehört und geachtet“, betonte sie bei der Frühjahrstagung. Und sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen EAK-Vorstandsmitglied Horst Sebastian, fügte sie hinzu.

EAK und VEF
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Weitere Informationen: www.eak-online.de

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angebote für Kinder und Jugendliche oder theologische Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen unter www.vef.de.

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Plenum der VEF-Mitgliederversammlung in Kassel, Deutschland © Foto: Michael Gruber/VEF

Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Deutschland wählt neues Vorstandsmitglied

| 24.04.2019 | APD | Ökumene

Wustermark/Deutschland │ 14.04.2019 │ APD │ Am 9. April tagte in Kassel die Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland. Die Delegierten wählten ein neues Vorstandsmitglied, berieten über Grundlagen ganzheitlicher Mission und lernten zwei Bankhäuser kennen, deren Geschäftsziel in der Förderung freikirchlicher Gemeindearbeit besteht.

Die Mitgliederversammlung der VEF hat Pastor Stefan Kraft von der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) für ein Jahr in den Vorstand der VEF gewählt. Der 54-jährige Theologe ist Superintendent im Distrikt Essen. Kraft tritt an die Stelle von EmK-Bischof Harald Rückert, der aus persönlichen Gründen vorzeitig aus dem Gremium ausscheidet. VEF-Präsident Christoph Stiba dankte Rückert für „starke, richtungsweisende Impulse in der gemeinsamen Vorstandsarbeit“. Im März 2020 stehen die nächsten turnusgemässen Wahlen an.

Evangelisation und christliche Bankhäuser
Inhaltlicher Schwerpunkt war die Weiterarbeit am Thema der letzten Mitgliederversammlung: Evangelisation. Die Delegierten tauschten sich in Kleingruppen über fünf Thesen aus und zogen daraus Schlüsse für die Arbeit der VEF. Zu Gast in der Mitgliederversammlung waren leitende Vertreter zweier Bankhäuser, die in den 1920er-Jahren von freikirchlichen Christen zur Unterstützung von freikirchlichen Gemeinden gegründet wurden und dies mit ihren Spareinlagen bis heute tun. Vorstandsvorsitzende Elke Müller stellte den Delegierten die Spar- und Kreditbank Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden eG (SKB Bad Homburg) vor, Vorstandssprecher Volkmar Birx die Spar- und Kreditbank des Bundes Freier evangelischer Gemeinden eG (SKB Witten).

Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Deutschland
Evangelische Freikirchen und freikirchliche Gemeindeverbände haben sich bereits 1926 zur Förderung gemeinsamer Aufgaben, der Vertiefung zwischenkirchlicher Beziehungen sowie der Vertretung gemeinsamer Belange nach außen zusammengeschlossen. Aktuell gehören der VEF zwölf Mitgliedskirchen und drei Kirchen mit Gaststatus, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an. Weitere Informationen: www.vef.de

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Symbolbild - Screenshot von Facebookseite © Foto: Karachi Adventist Secondary School

Pakistan: Christen fordern Verschiebung der Schulprüfungen in der Karwoche

Karachi/Pakistan | 24.04.2019 | APD | Religion + Staat

«Das Bildungsministerium der Provinz Sindh ist verpflichtet, bei der Planung und Durchführung der Schulprüfungen die Daten der religiösen Feste zu berücksichtigen. Das ist bekannt. Wir fordern deshalb die Verschiebung von Prüfungen während der Osterzeit», so der römisch-katholische Bischof Samson Shukardin OFM von Hyderabad in der pakistanischen Provinz Sindh. Dies berichtete Fides, Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke.

«Auch im letzten Jahr wurden die Prüfungen der Klassen 9 und 10 verschoben», so der Bischof, «die ursprünglich an Tagen vorgesehen waren, an denen Christen Ostern feiern. Wir fordern das Bildungsministerium der Regierung von Sindh auf, entsprechende Massnahmen zu ergreifen und unsere Rechte zu respektieren».

Im Rahmen einer Kampagne in den sozialen Medien forderten die Christen nun für die Klassen 11 und 12 eine Verschiebung der Prüfungen während der Karwoche, die für den 18., 19. und 20. April geplant waren, so Fides.

Der Menschenrechtsaktivist Sabir Michael, der sich für die Rechte von Minderheiten einsetzt, weist darauf hin, dass es sehr wichtig sei, «dass jede Religionsgemeinschaft ihre religiösen Feiertage ohne jeglichen Druck feiern kann. Es wäre ein positiver Schritt, wenn die Regierung in Sindh die Prüfungen neu festlegen würde und christlichen Studenten die Möglichkeit haben, an religiösen Feiern teilzunehmen».

Sabir Michael bittet Bilawal Zardari, Präsident der pakistanischen Volkspartei, und Anthony Naveed, einziger christlicher Parlamentarier in der der Regierung der Provinz Sindh, «dem Premierminister von Sindh unsere Bitte vorzulegen».

«Die Karwoche ist wichtig für die Kirche, nicht nur für die Priester, sondern für jeden Christen», sagte auch Pastor Adeel Patras Chaudhry, Vizepräsident der «Jesus Life» –Bewegung, «Sie ist das Herz des ganzen Kirchenjahres. Die Gläubigen beteiligen sich mit grosser Hingabe an den Feierlichkeiten. Wir bitten die zuständigen Behörden der Regierung in Sindh, die Prüfungen zu verschieben», so Pastor Chaudhry.

(Namensnennung 4.0 International - CC BY 4.0)

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Bulletin 1/2019 des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (IIRF) © Cover: Internationales Institut für Religionsfreiheit

Eingeschränkte Religionsfreiheit für Christen in der Türkei

Bonn/Deutschland | 24.04.2019 | APD | Religionsfreiheit

Die Situation der Christen in der Türkei war auch im Jahr 2018 in verschiedener Hinsicht schwierig, teilte das Internationale Institut für Religionsfreiheit (IIRF) in seinem Bulletin 1/2019 mit. Darin berichtet die Vereinigung Protestantischer Kirchen der Türkei über Menschenrechtsverletzungen im Land. Einerseits habe es im Jahr 2018 eine „klare Abnahme von Hassdelikten gegen evangelische Christen in Form von tätlichen Angriffen auf evangelische Christen und Kirchen“ gegeben. Zugleich sei aber eine „signifikante Zunahme von öffentlicher Hassrede“ gegen Protestanten, und das „einzig wegen ihres Glaubens“, verzeichnet worden. Das IIRF arbeitet unter der Aufsicht der Weltweiten Evangelischen Allianz.

Ausweisungen von ausländischen Mitarbeitern
Nicht selten würden Christen oder Gemeinden in einem Atemzug mit terroristischen Organisationen genannt, häufiger auch mit Namensnennung und Fotos, obgleich es auch in der Türkei ein Gesetz zum Schutz persönlicher Daten gibt. Im Jahr 2018 hätten sich nahtlos die Schwierigkeiten für ausländische Mitarbeiter oder Gemeindemitglieder fortgesetzt. Etliche seien ausgewiesen worden oder hätten nicht mehr einreisen dürfen, weil ihre Aufenthaltsgenehmigungen nicht mehr verlängert wurden. Der schwierigste Fall sei die monatelange Haft und das Verfahren gegen Pastor Andrew Brunson gewesen, der über 20 Jahre lang in der Türkei gelebt und als geistlicher Leiter einer Gemeinde in Izmir gearbeitet hatte. Auch die Ausweisung von David Byle nach fast 20-jährigem Dienst in der Türkei sei nicht nachvollziehbar. Er habe sich all die Jahre immer penibel an Recht und Gesetz gehalten. Er wurde zwar im Laufe der Jahre häufiger angeklagt, sei aber immer freigesprochen worden. Zuletzt hätte man ihm unter anderem vorgeworfen, er würde seinen Glauben „besonders intensiv“ leben, was auch nach türkischem Recht kein Vergehen darstelle.

Langjährige Probleme
Laut der Vereinigung Protestantischer Kirchen hätten auch 2018 einige langjährige Themen unverändert auf der Tagesordnung gestanden. Es gebe im Land nach wie vor keine offizielle Möglichkeit für die Ausbildung geistlicher Leiter. Die protestantischen Ortsgemeinden lebten immer noch in einer „juristischen Grauzone“. Die meisten Gebäude und Räumlichkeiten der Gemeinden seien juristisch häufig nur „Vereinslokale“ und kein „Ort der Anbetung“, was eigentlich Voraussetzung wäre, um Gottesdienste abhalten zu können. Gemeinden könnten sich als „Verein“ oder „Stiftung“ registrieren lassen, aber es gebe immer noch keine Möglichkeit, direkt als „Kirche“ juristische Person zu werden. Immerhin stehe die Religionszugehörigkeit in neu ausgegebenen Personalausweisen nicht mehr sichtbar auf der Karte, sei aber elektronisch auf dem Chip gespeichert. Dadurch verringere sich vermutlich die Gefahr der Diskriminierung. Trotzdem plädierten die Christen seit längerem dafür, diesen Eintrag im Ausweis gänzlich zu streichen. In Bezug auf den Religionsunterricht blieben nach wie vor Fragen offen, vor allem die, wie man sich ohne Probleme als Christ vom islamischen Religionsunterricht abmelden kann.

Trotz der genannten Probleme hätten die meisten der etwa 150 evangelischen Gemeinden in der Türkei ihre Gottesdienste und sonstigen gemeindlichen Versammlungen im Jahr 2018 vergleichsweise ungestört abhalten können.

Jahresberichte der Vereinigung Protestantischer Kirchen
Die Vereinigung Protestantischer Kirchen der Türkei gibt seit längerem einen Bericht über Menschenrechtsverletzungen des abgelaufenen Jahres heraus. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den evangelischen Christen und Kirchen – nicht, weil orthodoxe oder katholische Christen keine Probleme hätten, sondern nur deshalb, weil man mit den begrenzt zur Verfügung stehenden Mitteln nur die Situation der eigenen Gemeinden seriös und detailliert beurteilen könne. Der Jahresbericht erscheint immer in türkischer und englischer Sprache. Das Internationale Institut für Religionsfreiheit (IIRF) übernimmt den englischen Bericht und erstellt auf dieser Basis eine deutsche Übersetzung.

Downloads und Links:
Jahresbericht für 2018 deutsch: https://iirf.eu/journal-books/iirf-bulletin-german/iirf-bulletin-2019-1/
Jahresbericht für 2018 englisch: https://iirf.eu/journal-books/iirf-reports-english/iirf-reports-2019-1/

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ADRA Freiwillige beim Abbruch des „Stöckli“ in Gempenach/FR © Foto: Erich Stirnimann/ADRA Schweiz

ADRA Freiwilligenwoche in Gempenach: «Hochmotivierte Helfer»

Gempenach/Schweiz | 24.04.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Das Hilfswerk ADRA Schweiz, Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, hat vom 8. bis 12. April in Gempenach/FR eine Freiwilligenwoche durchgeführt.

Die zehn Freiwilligen, darunter eine Frau, haben in dieser Zeit ein «Stöckli» bis auf die Bodenplatte abgebrochen, die Ziegel zur Wiederverwendung auf Palette gestapelt, das Holz abtransportiert, einen 50-Meter-Kanalisationsgraben für die Zu- und Abwasserleitungen ausgebaggert, diese verlegt und wieder mit Erde aufgefüllt. Die Freiwilligen haben auch lange Hecken zurechtgeschnitten. Für Monika Stirnimann, Verantwortliche für ADRA-Projekte in der Schweiz, sei es eine Fügung gewesen, dass ein Bauführer für Tief- und Strassenbau mit im Team gewesen sei, weil seine Kenntnisse beim Bau der Kanalisation sehr hilfreich gewesen seien.

Ein Gartenbauunternehmer aus der Umgebung habe ADRA kostenlos einen Bagger für die Freiwilligenwoche zur Verfügung gestellt und einen Dumper hätten sie von einem Baugeschäft ausleihen können, so Monika Stirnimann. Die Werkzeuge und das Arbeitsmaterial habe eine Schreinerei bereitgestellt bzw. habe sie über die Gesellschaft leistungsorientiertes Bauen GLB, Lyss, beziehen können, so die Eigentümerin.

«Sie sind hochmotiviert»
Sie sei sehr dankbar für den Einsatz der Freiwilligen, sagte die Begünstigte: «Sie sind hochmotiviert, haben Know-how und machen es aus Freude sowie mit Passion, - aus dem Innersten.»

Am selben Ort soll ein neues Stöckli mit zweieinhalb Zimmern gebaut werden, in dem der geistig behinderte Sohn der alleinerziehenden Eigentümerin selbständiger leben kann.

Nachdem eine Zimmerei das Ständerwerk des Neubaus erstellt habe, werde ADRA während zwei Freiwilligenwochen im August die Isolation anbringen und den Innenausbau vornehmen, so Monika Stirnimann.

Berufsgruppen der Freiwilligen
Laut Monika Stirnimann sind die Hilfeleistenden im Alter von 30 bis über 70 Jahren und in ihrem Berufsleben Aussendienst Mitarbeiter, Bauer, Bauführer Tief- und Strassenbau, Elektronik Ingenieur, Flugbegleiterin, Gärtner, Lastwagenchauffeur, Pastor, Plattenleger sowie eine Sportlehrerin.

Unterkunft, Verpflegung und Finanzierung
Die Freiwilligen des Einsatzes waren im Pfadiheim in Bösigen/FR, im Massenlager, untergebracht. Eine Freiwillige sorgte für das leibliche Wohl. Das Hilfswerk führe die Freiwilligenwoche seit 1993 durch und müsse rund 5.000 Franken pro Einsatzwoche aufwenden, vorwiegend für Verpflegung, Reise und Unterkunft der Freiwilligen, so Monika Stirnimann. ADRA versichere die Freiwilligen während dem Einsatz. Einige Freiwillige verzichteten auch auf die Spesenentschädigung für die An- und Rückreise und spendeten sie dem Hilfswerk.

Die Freiwilligenwochen seien deshalb so kostengünstig, weil die Freiwilligen ihre Zeit und die Begünstigten die meisten Arbeitsgeräte sowie die Baumaterialien zur Verfügung stellten.

Weitere Infos zur Freiwilligenarbeit von ADRA Schweiz:
https://www.adra.ch/de/freiwilligenarbeit/freiwilligenwoche/freiwilligenwoche/

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Schäden in Ostindonesien © Foto: ADRA Indonesien

Indonesien: ADRA reagiert auf Sturzfluten und Schlammlawinen

Silver Spring, Maryland/USA | 24.04.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 16. März haben Sturzfluten und Schlammlawinen in der ostindonesischen Provinz Papua verheerende Schäden verursacht. Die Adventistische Entwicklungs- und Hilfsorganisation ADRA sei vor Ort, um den Bedarf der Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten zu ermitteln, berichtete ADRA.

Die Überschwemmungen hätten mindestens 104 Tote, 60 Vermisste und 74 Verletzte gefordert. Mehr als 4.000 Menschen wurden laut ADRA vertrieben sowie über 350 Häuser und zwei Hauptbrücken beschädigt. ADRA vermutet, dass der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, Unterkünften und Lebensmitteln der dringendste Bedarf im ganzen Land sei. Die weit verbreiteten Überschwemmungen könnten auch in den kommenden Monaten noch zu Nahrungsmittelknappheit führen.

„Die Sturzfluten ereigneten sich nachts, als die meisten Einwohner schliefen“, sagte Ralfie Maringka, Koordinator für Nothilfemassnahmen bei ADRA Indonesien. „Wir prüfen derzeit, welche Bedürfnisse die Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten von Sentani, Jayapura, der Hauptstadt der Provinz Papua, haben.“ Es wurden bereits ADRA-Mitarbeiter und Freiwillige in den Gebieten mobilisiert, um eine Untersuchung über verfügbare Waren und Preise durchzuführen. Überflutete Strassen behindern allerdings den Weg zu den betroffenen Gemeinden.

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Projekt-Übergabe mit Landesdirektor von ADRA Fidschi, Iliapi Tuwai (2. von rechts) © Foto: ADRA Fidschi

Fidschi: ADRA gemeinsam mit Europäischer Union gegen Dürre

Wahroonga, NSW/Australien | 24.04.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Fidschi ist mit der Europäischen Union eine Partnerschaft eingegangen, um zur Bekämpfung von Dürrekrisen auf dem Inselstaat Fidschi im Südpazifik beizutragen. Wie die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record (AR) berichtete, sollen Kommunen in ländlichen Gebieten widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen El Niño-Phänomenen gemacht werden.

Am 19. und 20. März besuchten Vertreter der Europäischen Union zusammen mit Mitarbeitern von ADRA Fidschi die Standorte des Fidschi-Pro-Resilienzprojekts. Im Fokus standen dabei die Fortschritte, die das Projekt in den Kommunen erzielt hat. Der Besuch beinhaltete auch die Übergabe von landwirtschaftlichen Geräten, einem Bewässerungssystem und Wassertanks an Gemeinden in Macuata und im westlichen Teil von Viti Levu, der Hauptinsel von Fidschi. Die Initiative wurde entwickelt, um die Auswirkungen von Dürre auf ländliche Kommunen in Fidschi zu bekämpfen.

„Kleinbauern in ländlichen Gebieten sind von extremen Wetterereignissen betroffen“, sagte Kamni Narayan, Projektmanager von Pro-Resilienz. „Deshalb investiert die Europäische Union in den Aufbau von Widerstandsfähigkeit, damit die Kommunen besser vorbereitet sind“. Die EU habe das Projekt finanziert, ADRA führe es durch und nun liege die Verantwortung bei den Einzelnen mitzuhelfen, sagte der Bezirksbeauftragte von Seaqaqaqa. „Die Regierung freut sich, eng mit der EU und ADRA zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung von Macuata gut gerüstet für die Trockenzeit ist.“

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Symbolbild © Foto: Pexels auf Pixabay

«Lachen ist die beste Medizin» - Forschung bestätigt das Sprichwort

Loma Linda, Kalifornien/USA | 24.04.2019 | APD | Gesundheit & Ethik

Lee S. Berk, stellvertretender Dekan für Forschungsangelegenheiten der adventistischen Loma Linda University School of Allied Health Professions, in Loma Linda, Kalifornien/USA, meint es ernst mit dem Lachen. Berk hat die Wirkung von Lachen auf den Körper seit 1988 untersucht. Er bzw. seine Artikel sind in den US-Medien TIME, USA Today, Forbes und NBC erschienen. Berk ermutigt die Menschen, jeden Tag zu lachen. Lachen könne dazu führen, dass man sich in der Gegenwart wohler fühle, für die Zukunft eine gute Gesundheit aufbaue und gegen schädliche Folgen von Krankheiten aus der Vergangenheit angehe.

Lachen habe einen erheblichen Einfluss auf die geistige und körperliche Gesundheit und sei möglicherweise die billigste verfügbare Medizin, abgesehen von frischer Luft, Sonnenschein oder Bewegung, schreibt Adventist Review (AR), nordamerikanische Kirchenzeitschrift.

Das Lachen zu studieren, sei auch von der Bibel inspiriert worden, sagt Lee S. Berk. In Sprüche 17,22 steht: «Ein frohes Herz ist die beste Medizin, aber ein niedergeschlagener Geist lässt die Glieder verdorren.» (Zürcher Bibel). Dies sei die biblische Ausdrucksweise für die Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie, einem «interdisziplinären Forschungsgebiet, das sich mit der Wechselwirkung der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems beschäftigt» (Wikipedia).

Erforschung von Lachen als Medizin
Menschen mit Depressionen hätten eine höhere Neigung, ein geschwächtes Immunsystem zu haben. Er sei durch seine Forschungen zum Schluss gekommen, dass Menschen, die ein fröhliches Lachen erlebten, biologische Veränderungen erfahren würden und positive Reaktionen des Immunsystems beeinflussen könnten, so Berk.

Seine Untersuchungen hätten gezeigt, dass Lachen positiven Stress (Eustress) erzeuge und damit negativen Stress (Distress) verringere. Jeder Körperprozess habe biologische Folgen, - ob im Guten oder im Schlechten. «So wie Stress das Immunsystem unterdrücken und zu Krankheiten führen kann, kann Lachen den gegenteiligen Effekt haben, indem es die Komponenten des Immunsystems und den Blutfluss verbessert und optimiert, so dass sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten sind», sagte Berk.

Die Auswirkungen des Lachens auf die körperliche und geistige Gesundheit
Lachen bewirke die Freisetzung von Endorphinen, dem natürlichen Schmerzmittel unseres Körpers, von Serotonin, unserem natürlichen Antidepressivum, und von guten Neuropeptiden, chemische Kommunikationsmittel. Das Lachen verringere auch Cortisol, das in der Folge Stress reduziere, den Blutdruck senke, die Sauerstoffaufnahme erhöhe, das Immunsystem stärke und das Risiko von Herzerkrankungen oder Schlaganfällen reduzierte, erläuterte Berk.

Lachen hat beruhigende, angstlösende Wirkung
Lachen löse auch die Produktion von wichtigen Neurochemikalien wie Dopamin aus, was beruhigende, angstlösende und lindernde Wirkungen habe und Freude sowie Zufriedenheit bewirke. Es erhöht auch die EEG-Gamma Wellen Frequenz im Gehirn, welches die Gehirnneuronen synchronisiere, um das Gedächtnis und die kognitive Verarbeitung zu verbessern. Die Gamma-Frequenz ist die höchste Frequenz und ist verantwortlich für die Bewältigung der Informationsverarbeitung, des verbesserten Speicherns und des Stressabbaus. «Wir wissen heute in der Neurowissenschaft, dass die Gamma-Frequenz das kognitive Niveau des Gehirns erhöhe», so Berk. Lachen habe ähnliche Vorteile wie mässige Bewegung.

Lachen ist eine Art Antidepressiva fürs Gehirn
Neben der Funktion als eine Art Antidepressiva im Gehirn, kann Lachen einen Ansturm von Hormonen verursachen, die ähnlich positive Effekte wie jene eines Betäubungsmittels spüren lassen können, so Berk, und: «Im Gegensatz zu Opioid Präparaten machen die Endorphine des Lachens nicht süchtig und wirken auch nicht gesundheitsschädigend».

Entscheidend ist der Grund zum Lachen
Die Dauer des Lachens sei nicht so wichtig als der Grund dafür. Das heitere Lachen fördere im Gegensatz zu nervösem oder verlegenem Lachen das gute HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein - Lipoprotein hoher Dichte) und bewirke eine Kaskade von positiven physiologischen Veränderungen, die dem Glück förderlich seien. «Freude ist Dopamin, Serotonin, Endorphine», sagte Berk.

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Symbolbild © Foto: Tumisu/Pixabay

USA: Studie zeigt Verbindung von ungesunder Ernährung und psychischen Erkrankungen auf

Loma Linda, Kalifornien/USA | 24.04.2019 | APD | Gesundheit & Ethik

Eine kürzlich erschienene Studie der Fakultät für Gesundheitswesen an der Loma Linda Universität hat ergeben, dass beeinträchtigte psychische Gesundheit bei kalifornischen Erwachsenen mit schlechter Ernährungsqualität verbunden ist. Wie Loma Linda University Health News (LLUHN) berichtet, seien die Ergebnisse unabhängig von persönlichen Merkmalen wie Geschlecht, Bildung, Alter, Familienstand oder Einkommen.

Die Studie wurde am 16. Februar im International Journal of Food Sciences and Nutrition veröffentlicht. Hauptautor ist Dr. Jim E. Banta, Assistenzprofessor an der Fakultät für Gesundheitswesen der adventistischen Loma Linda Universität. Banta und sein Team haben Daten von mehr als 240.000 Telefonumfragen ausgewertet, die zwischen 2005 und 2015 im Rahmen der mehrjährigen California Health Interview Survey (CHIS) durchgeführt wurden. Der CHIS-Datensatz enthalte umfangreiche Informationen über Soziodemographie, Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten, so LLUHN.

Psychische Belastung bei fast 17 Prozent
Die Studie ergab, dass 13,2 Prozent der kalifornischen Erwachsenen voraussichtlich an mässiger psychischer Belastung und 3,7 Prozent an schwerer psychischer Belastung leiden werden. Diejenigen, die ungesündere Lebensmittel konsumierten, berichteten auch häufiger über Symptome einer mittelschweren oder schweren psychischen Belastung als ihre Altersgenossen mit gesünderer Ernährung.

Ansätze für verhaltensmedizinische Behandlung
Die Ergebnisse der Studie aus Kalifornien ähneln denen, die in anderen Ländern durchgeführt wurden und ebenfalls einen Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und ungesunder Ernährung gefunden haben. Die Studie nennt als mögliche Ansätze, dass öffentliche Ordnung und klinische Praxis die Ernährungsqualität bei Menschen mit psychischen Belastungen zu verbessern suchen sollten. Ernährungsmassnahmen für Betroffene sollten vor allem auf junge Erwachsene, Menschen mit einer Ausbildung von weniger als 12 Jahren und fettleibige Personen abzielen.

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Broschüre „Glauben begleiten“ – Grundwerte für die Arbeit mit Kindern in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten © Cover: Simon Eitzenberger/desim.de

Kindern mit Wertschätzung und Respekt begegnen - Impulse für adventistische Kirchengemeinden

Ostfildern/Deutschland | 24.04.2019 | APD | Medien

Unter dem Titel „Glauben begleiten: Grundwerte für die Arbeit mit Kindern“ hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Adventjugend Deutschland, dem Religionspädagogischen Institut (RPI) und dem Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“ Denkanstösse, biblische Impulse und konkrete Handlungsideen zusammengestellt, um die vielfältige Arbeit mit Kindern in adventistischen Kirchengemeinden zu unterstützen.

Die 24-seitige Broschüre richtet sich an Mitarbeitende in den Bereichen Kindergottesdienst, Pfadfinder, Teenager, Jugend sowie an Lehrkräfte in Kitas und Schulen, aber auch an interessierte Eltern. Die Präsidenten des Süd- und Norddeutsche Verbandes der Freikirche, Werner Dullinger und Johannes Naether, regen darüber hinaus an, die Grundwerte im erweiterten Gemeinderat der örtlichen Adventgemeinde zu besprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie sie im Gemeindealltag verankert werden können. Dabei sollten die Gemeinden zur Überzeugung gelangen: „In dieser Kirche sind Kinder herzlich willkommen, haben ihren festen Platz und es ist schon heute ihre Kirche!“

Kinder sind willkommen
„Kinder sind Gemeinde, sie gehören mit ihren Familien hierher“, betonen auch Ruben Grieco, der gemeinsam mit Bert Seefeldt die Adventjugend in Deutschland leitet, und Jochen Härdter vom RPI. Dabei gehe es nicht so sehr darum, etwas für die Kinder zu tun, sondern mit ihnen gemeinsam. Jesus habe Kindern gedient, indem er sie heilte, mit ihnen sprach und sie segnete. „Auch wir wollen die Kinder mit den Augen Gottes sehen und ihnen dienen. Als Kirchengemeinden heissen wir deshalb Kinder mit ihren Familien herzlich willkommen.“

Die Grundwerte für die Arbeit mit Kindern beruhten laut Grieco und Härdter auf der Überzeugung, dass Gott in jeden Menschen viel Potenzial hineingelegt hat – unabhängig von Alter, Kultur, Geschlecht und Religionszugehörigkeit. Man könne die Broschüre zwar auch alleine zu Hause durchlesen und über die Grundwerte für die Arbeit mit Kindern nachdenken, doch viel effektiver sei die Durchführung eines Praxistages mit den entsprechenden Teams in der Ortsgemeinde. Methodische Vorschläge hierzu fänden sich ebenfalls in der Broschüre.

Hilfreich für die Erarbeitung der Broschüre sei die vom „Arbeitszweig Kinder“ im Bund Freier evangelischer Gemeinden vorhandene Veröffentlichung „Grundwerte in der Arbeit mit Kindern“ gewesen, so Jochen Härdter.

Die Broschüre „Glauben begleiten“ ist auch als PDF-Datei im Internet zu finden unter: https://www.adventjugend.de/unsere-arbeit/kinder/grundwerte/

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Buchrezension: „Das therapeutische Kalifat: Meinungsdiktatur im Namen des Fortschritts“ © Foto: pexels/pixabay.com

Buchrezension: „Das therapeutische Kalifat: Meinungsdiktatur im Namen des Fortschritts“

Ostfildern/Deutschland | 24.04.2019 | APD | Buchrezensionen

Giuseppe Gracia, Das therapeutische Kalifat: Meinungsdiktatur im Namen des Fortschritts; Basel: Fontis 2018, 64 Seiten, Klappenbroschur, 9,20 Franken, ISBN 9783038481591

Knapp aber vielschichtig und mit feiner Ironie informiert der Schriftsteller und Medienbeauftragte des Bistums Chur/Schweiz, Giuseppe Gracia, den Leser über ein komplexes Thema. Seine These lautet: Nicht ein Gottesreich oder die klassische Diktatur werden uns aufgeklärten Bewohnern des Abendlandes mehr aufgezwungen, sondern eine Meinungsdiktatur als sanfte Gesellschaftstherapie - medial verstärkt, versteht sich. Die selbsternannten Therapeuten gehören einer politisch-kulturellen Elite an, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, scheinbar veraltete religiöse, nationale und geschlechtliche Identitäten aufzulösen. Mithilfe von „Narrativen“ und der „politischen Korrektheit“ sollen „Sexismus, Rassismus und Fundamentalismus“ beseitigt werden. Es gehe dabei nicht mehr um rationale Argumente, sondern um ein moralisches Credo. Auf lange Sicht sei durch das unreflektierte Nachbeten die Demokratie gefährdet.

Gracia zeigt schafssinnig auf, wie politisches Mandat mit moralischer Autorität verwechselt wird. Moderne Ideologien wie der „Multikulturalismus“, der „Diversity“-Gedanke und der aufgeklärte Atheismus werden zur Hypermoral erhoben und untergraben langfristig die persönliche Mündigkeit der Bürger. Durch moralischen Konformitätsdruck in Sachen Weltanschauungsfragen entstehe so eine „geistige Monokultur“ (S. 34), die freiheitliches Denken gravierend einschränke.

Im Klartext
Diese kleine Gesellschaftsskizze zielt auf eine Art zivilen Ungehorsams und den Mut zum Widerspruch. Giuseppe Gracia ruft dazu auf, den gesunden Menschenverstand einzusetzen und dem Zwang zu gewissen Werten und Moralvorstellungen zu widerstehen. Das Buch enthält einen kurzen Anhang mit praktischen Tipps, einem Glossar und verschiedenen Narrativen, die beispielhaft anhand von sechs Themen umrissen werden. Der Autor spricht dabei Klartext und hält sich ganz und gar nicht an das Diktat der politischen Korrektheit. Ein unbequemes Buch: praktisch, nachdenklich stimmend, sogar ein wenig verstörend. Gracia scheint dem sogenannten Fortschritt einen Schritt voraus zu sein.
Claudia Mohr

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