APD-INFORMATIONEN 6/2019 - JUNI 2019

Die Gründungsdelegation (v.l.): P. Schneeberger, L. Pfister, C. Sasaki-Wallimann, M. Mutzner, P. Mori, C. Volet, M. Jost © Foto: SEA

Verein «Christian Public Affairs» gegründet

Zürich/Schweiz | 24.06.2019 | APD | Schweiz

Am 20. Mai haben christliche Verbände und Organisationen in der Schweiz den Verein «Christian Public Affairs» (CPA) gegründet, um ihren Interessen in der Bundespolitik und in der Gesellschaft mehr Gehör zu verschaffen, wie die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES berichtet.

«Christian Public Affairs» will den Gesetzgebungsprozess auf der Basis christlicher Werte konstruktiv mitprägen und versteht sein Engagement als Dienst an der Gesellschaft. Die Vereinsmitglieder nehmen soziale und politische Verantwortung wahr, indem sie sich prominent für folgende Themen einsetzen: Bewahrung der Schöpfung, Schutz der persönlichen Würde, Menschenrechte, Gerechtigkeit und Schutz der Religions-, Glaubens- und Gewissensfreiheit. CPA agiert jeweils im Auftrag der Mitglieder für ausgewählte politische Anliegen.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Heilsarmee, die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES, Freikirchen Schweiz VFG, ERF Medien, HMK Hilfe für Mensch und Kirche sowie ethik22 Institut für Sozialethik. Drei weitere Institutionen prüfen einen Beitritt.

Der Verein wird geleitet von Christine Volet (Heilsarmee, Präsidentin) und Marc Jost (SEA, Vizepräsident) und hat zwei Mitarbeiter mit Teilpensen mandatiert: Paul Mori (Sonderbotschafter Heilsarmee) und Michael Mutzner (Mediensprecher Réseau évangélique suisse RES).

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Symbolbild © Foto: Joseph Pearson on Unsplash

«Ehe für alle» widerspricht dem Kindeswohl

Zürich/Schweiz | 24.06.2019 | APD | Schweiz

Mit einer Gesetzesänderung will die Rechtskommission des Nationalrats die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare öffnen. Diese könnten künftig ebenso Kinder adoptieren und möglicherweise Verfahren der Fortpflanzungsmedizin in Anspruch nehmen. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA.RES spricht sich in der Vernehmlassung primär aus Gründen des Kindeswohls gegen die «Ehe für alle» aus und weist beide Varianten – mit oder ohne Zugang zur Fortpflanzungsmedizin – zurück.

Neudefinition von Ehe
Die Schweizer Politik diskutiert aktuell über die Öffnung des Rechtsinstituts der Ehe für Personen gleichen Geschlechts. Damit würden alle rechtlichen Bestimmungen, die für eine Ehe gelten, künftig sowohl auf verschieden- als auch auf gleichgeschlechtliche Paare Anwendung finden.

«Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA.RES erachtet diese absolute Gleichbehandlung und somit eine Neudefinition von Ehe als nicht angebracht», heisst es in einer Medienmitteilung vom 19. Juni. Der entscheidende Unterschied zwischen hetero- und homosexuellen Partnerschaften bestehe darin, dass nur aus ersteren Nachkommen hervorgehen könnten. Damit sei diese Beziehungsform nicht bloss langfristig für die Fortpflanzung des Menschengeschlechts, sondern auch mittelfristig für die finanzielle, soziale und medizinische Altersvorsorge der Generationen unerlässlich, so SEA.RES. Vor dem Hintergrund dieses essenziellen Unterschieds stelle die Ungleichbehandlung keine ungerechtfertigte Diskriminierung dar, argumentiert die Evangelische Allianz.

Die vom Parlament bereits vorgesehene Gleichstellung von Ehe und eingetragener Partnerschaft beim Einbürgerungsverfahren könne unabhängig von einer Neudefinition der Ehe vollzogen werden. «Sie lässt sich deshalb nicht als Argument für die «Ehe für alle» heranziehen», schreibt SEA.RES.

Kindeswohl hat Priorität
Demnach seien mit der Vorlage auch Fragen des Zugangs gleichgeschlechtlicher Paare zur gemeinschaftlichen Adoption sowie zu fortpflanzungsmedizinischen Verfahren verknüpft, der ihnen bisher nicht offenstehe, heisst es in der Medienmitteilung. «Beide Aspekte sind für die SEA.RES primär aus Sicht des Kindes einzuschätzen.» Sowohl die Adoption für gleichgeschlechtliche Paare als auch die Samenspende für miteinander verheiratete Frauen würden bedeuten, dass Kinder entweder ohne Vater oder ohne Mutter aufwachsen. «Es gibt jedoch keinen Grund, vom entwicklungspsychologisch und pädagogisch begründeten Ideal eines weiblichen und eines männlichen Elternteils abzuweichen. Im Gegenteil steht ein Kind mit zwei Müttern in der Gefahr, stigmatisiert zu werden», schreibt SEA.RES.

Neue Ungleichheit bei Fortpflanzungsmedizin absehbar
Schliesslich würde eine Öffnung der Fortpflanzungsmedizin für weibliche Paare neue Ungleichheiten schaffen. Dies wiederum dürfte früher oder später in die Forderung nach einer Leihmutterschaft für männliche Paare und damit in eine Instrumentalisierung des menschlichen Körpers münden.

SEA.RES-Vernehmlassungsantwort als Download:
http://www.each.ch/wp-content/uploads/2019/06/190619_Vernehmlassungsantwort_Ehe_f%C3%BCr_alle_SEA_RES.pdf

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Poster zum schweizweiten Frauenstreiktag vom 14. Juni 2019 © Poster: Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB

Über den Frauenstreik hinaus: «Lohn. Zeit. Respekt.»

Bern/Schweiz | 12.06.2019 | APD | Schweiz

Am 14. Juni wurden erstmals seit 28 Jahren wieder alle Frauen schweizweit zum Streik aufgerufen. Sie setzten sich dafür ein, dass die seit 1981 in der Schweizer Verfassung verankerte Gleichberechtigung im Alltag ankommt. Einige Beweggründe für den nationalen Frauenstreik 2019, die von den Organisatorinnen angeführt wurden: Er richte sich gegen Lohnungleichheit, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und ungleiche Verteilung von Care-Arbeit. «Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK unterstützt verschiedene Anliegen der Initiantinnen», heisst es in einer SEK-Medienmitteilung.

Der SEK schliesse sich dem Motto des nationalen Frauenstreiks «Lohn. Zeit. Respekt» an und rufe dazu folgende Anliegen über den Streik hinaus in Erinnerung.

Lohn: Die Gleichstellung von Frau und Mann reduziere Armut, die mehrheitlich Frauen betreffe. «Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund will, dass alle menschenwürdige Lebensbedingungen erhalten». Er engagiere sich für Lohngleichheit und für eine gendergerechte Ausgestaltung des Arbeitsmarktes und der Altersvorsorge.

Zeit: «Care-Arbeit ist für das Bestehen unserer Gesellschaft unverzichtbar. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund will, dass die unbezahlt geleistete Haus- und Pflegearbeit sichtbarer und aufgewertet wird». Er engagiere sich dafür, dass die Freiwilligenarbeit, die grösstenteils von Frauen geleistet werde, in seinen Mitgliedkirchen ausgewiesen wwerde.

Respekt: «Sexuelle Gewalt ist nicht zu tolerieren. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund will eine Kirche ohne Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe». Er unterstütze die Umsetzung von entsprechenden Präventions- und Interventionsmassnahmen in seinen Mitgliedkirchen.

SEK-Ratspräsident Gottfried Locher steht hinter den Forderungen und sagt: «Lohn, Zeit, Respekt: Dazu steht die evangelisch-reformierte Kirche. Wir sagen es über den Streik hinaus, bis es für alle gilt, für alle Frauen und alle Männer: Lohn, Zeit, Respekt.»

Laut der SEK-Medienmitteilung haben auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung auch am Arbeitsplatz viele Mitgliedkirchen des Kirchenbundes und die Geschäftsstelle das Prädikat der Fachstelle UND erhalten. Die Fachstelle bringe zusammen, was scheinbar getrennt sei und wisse, wie sich Berufs-, Haus-, Familien- und Freiwilligenarbeit kombinieren liessen, heisst es auf der Homepage von UND. Sie berät und zertifiziert familienfreundliche Arbeitgeber, die die Chancengleichheit der Geschlechter durch verschiedenste Massnahmen verbessern (z.B. flexible Arbeitszeitmodelle).

Informationen zum Frauenstreik
Auf der Plattform «Frauen*KirchenStreik» mit dem Motto «Gleichberechtigung. Punkt. Amen.» koordinieren der Schweizerische Katholische Frauenbund SKF, die Evangelischen Frauen Schweiz EFS mit Unterstützung durch den Ausschuss der Frauenkonferenz SEK, die Zeitschrift FAMA und die IG feministische Theologinnen Aktionen, Gebete und Widerstandstexte. Viele Kirchen haben zum Zeichen der Gleichberechtigung am 14. Juni um 15.30 Uhr die Glocken läuten lassen. Da Frauen ca. 20 Prozent weniger verdienen als Männer, arbeiten sie im übertragenen Sinnen täglich ab dieser Uhrzeit gratis.

Infos zum Frauenstreik: www.14juni.ch
Infos zum Frauen*KirchenStreik: efs.ch

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Olivier Rigaud, Präsident; Raphaël Grin, Generalsekretär; Nathalie Wagnon, Finanzvorsteherin (v.l.) © Foto: ADVENTISTEMAGAZINE

Adventisten in der Romandie und im Tessin wählen neue Kirchenleitung

Lausanne/Schweiz | 24.06.2019 | APD | Schweiz

An der 64. Delegiertenversammlung der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Romandie und im Tessin (Fédération Adventiste de la Suisse romande et du Tessin FSRT) wählten die 120 delegierten Frauen und Männer aus den adventistischen Kirchgemeinden am 30. und 31. Mai in Lausanne die neue Kirchenleitung. Für die Amtszeit von 2019 bis 2023 wurde Pastor Olivier Rigaud (45) zum Präsidenten gewählt, Pastor Raphaël Grin (41) zum Generalsekretär und Nathalie Wagnon als Finanzvorsteherin bestätigt. Sie bilden gemeinsam die neue FSRT-Geschäftsleitung.

Der bisherige Präsident, Pastor David Jennah, wird bis zur bevorstehenden Pensionierung weiterhin der Kirche zur Verfügung stehen. Laut ADVENTISTEMAGAZINE, Kirchenzeitschrift der FSRT, wird Pastor Rickson Nobre, ehemaliger Generalsekretär, mit anderen Aufgaben betraut werden. Dies werde der neue Vorstand, der ebenfalls gewählt wurde, bestimmen, ebenso wie die Besetzung aller Abteilungsleitungen der Kirche.

Werdegang
Olivier Rigaud (45) wurde in Savoyen/Frankreich geboren und wuchs in einer atheistischen Familie auf. Mit 20 Jahren wurde er Christ. Nach seinem Studium an der theologischen Fakultät am Campus Adventiste du Salève in Collonges-sous-Salève/Frankreich, arbeitete er als Pastor in den französischen Städten in Pau und in Roanne/Saint-Etienne. 2007 promovierte er an der Andrews University (Michigan/USA) in Leadership. Nach weiteren fünf Jahren als Pastor im Norden Frankreichs führte er während einem Jahr ein Missionsprojekt durch und begann 2016 seine Arbeit als Pastor in Genf. Olivier Rigaud hat mit seiner Frau Tantely drei erwachsene Kinder.

Raphaël Grin (41) wuchs auf dem Campus der Clinique La Lignière in Gland/VD auf, einer Institution der Siebenten-Tags-Adventisten. Nach seinem Studium an der theologischen Fakultät am Campus Adventiste du Salève in Collonges-sous-Salève/Frankreich, arbeitete er als Pastor in den Adventgemeinden von Genf, Lausanne und Freiburg. Gleichzeitig arbeitete er auch in der Jugendabteilung der FSRT-Kirchenleitung mit, zuerst als Stellvertreter und dann als Leiter. Raphaël Grin hat mit seiner Frau Ana einen 16 Monate alten Jungen.

Nathalie Wagnon wurde in der Normandie/Frankreich geboren, wo sie in der Adventgemeindevon Rouen aufwuchs. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete sie von 1989 bis 1996 und dann von 2001 bis 2015 in der Buchhaltung des Campus Adventiste du Salève in Collonges-sous-Salève/Frankreich und seit 2015 als FSRT-Finanzvorsteherin. Nathalie Wagnon hat mit ihrem Mann Damien zwei erwachsene Söhne.

Interview auf Französisch mit dem neuen FSRT-Präsidenten von ADVENTISTEMAGAZINE TV: https://www.youtube.com/watch?time_continue=218&v=D3xDuVCc-iA

Schweizer Adventisten sind als Verein organisiert
Die Schweizer Adventisten sind nach dem Vereinsrecht organisiert und teilen sich in zwei Kirchenregionen: die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (DSV), mit Sitz in Zürich und die Fédération des Eglises Adventistes du 7e jour de la Suisse romande et du Tessin (FSRT), mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Kirchenleitung (Schweizer Union) mit Sitz in Zürich. Ende 2018 lebten 4.757 Adventisten und Adventistinnen in der Schweiz.

Adventistische Institutionen und Werke in den Sprachregionen
Die Adventisten in der Schweiz führen die „Privatschule A bis Z“ in Zürich, zwei Jugendhäuser, in St. Stephan/BE und Les Diablerets/VD, drei Alters- und Pflegeheime in Krattigen/BE, Oron-la-Ville und Epalinges bei Lausanne, den Advent-Verlag in Krattigen/BE sowie eine Versandstelle für französische Bücher in Renens/VD. Im Weiteren unterhalten sie das "Hope Bibelstudien-Institut" (HBI) und das „Religionspädagogische Institut“ (RPI) in Zürich sowie das „Institut d'Etude de la Bible par Correspondance“ (IEBC) in Renens. In Gland/VD befindet sich die Klinik „La Lignière“, die auf Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen, neurologischen, orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen sowie auf Nachbehandlung bei Krebs spezialisiert ist.

Gesamtschweizerische Institutionen der Adventisten
Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die „Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich, ein ZEWO-zertifiziertes Partnerhilfswerk der Glückskette. Das Hilfswerk ist in der Schweiz mit rund 30 Ortsgruppen im sozialen Bereich tätig und im Ausland mit Katastrophen- und Entwicklungshilfeprojekten. Der „Adventistische Pressedienst“ APD Schweiz, Basel, richtet seine Dienste vor allem an säkulare und kirchliche Medien. Die Schweizerische Liga Leben und Gesundheit LLG, Zürich, bietet mit ihren Seminaren in rund 40 Ortsgruppen ganzheitliche Gesundheitsförderung an: körperlich, seelisch, spirituell und sozial.

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). In drei kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen sind sie Mitglieder (BS/BL; GE; VD) und in drei weiteren haben sie den Gaststatus (SH; TI; ZH).

Webseite der Adventisten in der Romandie und im Tessin: http://adventiste.ch/
Webseite der Adventisten in der Deutschschweiz: https://www.adventisten.ch/

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Reto Mayer, abtretender Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft © Foto: privat

Reto Mayer, Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft, tritt zurück

Basel/Schweiz | 24.06.2019 | Basel | Schweiz

Reto Mayer, Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB), ist am 21. Mai, anlässlich der SB-Mitgliederversammlung in der Zwinglikirche in Schaffhausen zurückgetreten. Martin Vogler, SB-Vizepräsident, und Eva Thomi, SB-Geschäftsleiterin, haben Mayers langjährigen Einsatz verdankt. Reto Mayer, adventistischer Pastor und Finanzfachmann arbeitet in der europäischen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (Intereuropäische Division EUD) in Bern. Mayer wurde 2003 in den Vorstand der Schweizerischen Bibelgesellschaft gewählt und 2013 zu deren Präsident. Regula Tanner, SB-Vizepräsidentin übernimmt das Präsidium ad interim für ein Jahr.

2003 hat die Schweizerische Bibelgesellschaft einen Rundbrief an alle Mitgliedsinstitutionen mit der Anfrage verschickt, ob sich jemand zur Mitarbeit im Vorstand der Schweizerischen Bibelgesellschaft zur Verfügung stelle. Dieser Brief gelangte auch an die Schweizer Union der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die seit 1994 Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft ist. Reto Mayer, adventistischer Pastor und Finanzfachmann, der in der europäischen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (Intereuropäische Division EUD) in Bern arbeitet, hat daraufhin seinen Lebenslauf eingereicht und wurde 2003 in den Vorstand der Schweizerischen Bibelgesellschaft gewählt.

Nach 16 Jahren der Mitarbeit im Vorstand wollte ich aufhören“, sagte Mayer gegenüber dem Adventistischen Pressedienst APD Schweiz.

Gute zwischenkirchliche Zusammenarbeit - «Der Adventist und die Reformierte»
Der Vorstand der Schweizerischen Bibelgesellschaft bestehe vor allem aus Mitgliedern der Reformierten Landeskirche und einem Mitglied der Christkatholischen Kirche. Als Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sei er der einzige Vertreter einer Freikirche im Vorstand der Schweizerischen Bibelgesellschaft gewesen. Bei seiner Wahl zum Präsidenten hätten die Vertreter zweier grossen reformierter Kantonalkirchen noch Fragen klären wollen, so Mayer. Seine Antworten hätten die Bedenken offensichtlich ausgeräumt.

«Der Adventist und die Reformierte, das war in unserem Fall eine gelungene Version», sagte Eva Thomi bei der Verabschiedung und dankte Mayer für seinen langjährigen, engagierten Einsatz.

«Ich habe im Vorstand neue Bekannte und Freunde aus einer mir bis anhin ‘anderen Welt’ kennen gelernt, was mich sehr bereichert hat. Diese Zusammenarbeit mit Christen anderer Kirchen zur Bibelverbreitung hat meine persönliche Identität als Siebenten-Tags-Adventist gestärkt», sagte Mayer in einem Resumee. «Wir sind respektvoll miteinander umgegangen», so Mayer, und: «Ich freue mich sehr, dass durch meine Anwesenheit im Vorstand und als Präsident, die Leute ein anderes Verständnis von den Adventisten und der Freikirche bekommen haben».

Zusammenarbeit mit nationalen Bibelgesellschaften und dem Weltbund
Als Präsident habe er die Vorstandssitzungen und die Mitgliederversammlungen geleitet und sei im Kontakt mit der Geschäftsleiterin gestanden. Er habe die Ziele der Bibelgesellschaft, die Bibel oder Bibelteile den Menschen in der «Sprache ihres Herzens» zugänglich zu machen, gefördert. Die Schweizerische Bibelgesellschaft habe deshalb auch die Bibelverbreitungsprojekte des Weltbunds der Bibelgesellschaften (United Bible Societies, UBS) unterstützt. Aufgrund der drei Hauptsprachen in der Schweiz, habe die SB-Geschäftsleiterin die Zusammenarbeit mit den Bibelgesellschaften in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien gesucht, sagte Mayer.

Rückblick und Ausblick
In den Jahren, die er überblicken könne, sei der Verkauf von Bibeln in der Schweiz stark zurückgegangen, so Mayer. Das habe auch mit der Zunahme der sozialen Medien zu tun und dem geänderten Leseverhalten. Dennoch sei es der SB-Geschäftsleiterin nicht nur marketingmässig darum gegangen, das Produkt «Bibel» zu verkaufen, sondern die Bibel als Wort Gottes bekannt zu machen, was ihn sehr gefreut habe. Die negativen Zahlen hätten den Vorstand stark beschäftigt. Die ergriffenen Massnahmen hätten aber nur teilweise die gewünschte Wirkung gezeigt.

Die Schweizerische Bibelgesellschaft stehe vor Herausforderungen, da die Spender immer älter würden und es schwierig sei, neue Spender zu finden, so Mayer. Das neue Spendentool ermögliche nun auch online zu spenden. Es gehe aber auch darum, die Bibel als Buch für die neuen Medien tauglich und den Menschen zugänglich zu machen und vor allem, dass die Bibel weiterhin als Gottes Wort an die Menschen verstanden und gelesen werde.

Die Schweizerische Bibelgesellschaft
„Die Schweizerische Bibelgesellschaft unterstützt und fördert die Übersetzung, Verbreitung und Herstellung von Bibeln, Bibelteilen und biblischer Literatur im In- und Ausland. Sie engagiert sich dafür, die Bibel in verständlichen, modernen und den Bedürfnissen angepassten Formen zu den Menschen zu bringen.“
Mehr Infos: https://www.die-bibel.ch

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Nicolas Walther © Foto: ADVENTISTEMAGAZINE

Nicolas Walther verlässt die Clinique La Lignière

Gland/Schweiz | 24.06.2019 | APD | Schweiz

Laut einer Medienmitteilung der Clinique La Lignière in Gland/VD hat sich Nicolas Walther (48), Direktor, entschieden, für eine berufliche Neuorientierung die Klinik zu verlassen. Die 95-Betten-Kilinik am Genfersee ist eine Institution der Siebenten-Tags-Adventisten.

Der Verwaltungsrat habe mit Bedauern die Entscheidung von Nicola Walther zur Kenntnis genommen und danke ihm für seinen wichtigen Beitrag während den vergangenen zehn Jahren sowie für die rechtliche und organisatorische Umstrukturierung der Clinique La Lignière und ihrer Institutionen. Sie seien alle finanziell gesund und würden «im regionalen Gesundheitsnetz einen ausgezeichneten Ruf geniessen», heisst es in der Mitteilung. «Wir sind ihm dankbar, dass er den Ernennungsprozess seines Nachfolgers begleitet», sagte Mario Brito, Präsident des Verwaltungsrats. Walther sei als Mitglied der Ernennungskommission eingeladen worden und wolle einen reibungslosen Übergang mit dem neuen Generaldirektor, ob Frau oder Mann, gewährleisten, so Brito. Walther bleibe bis zum Amtsantritt seines Nachfolgers Direktor.

Nicolas Walther (48) hat einen Master-Abschluss in Literatur der Universität Genf und begann seine Karriere im Personalwesen bei der Freiburger Kantonalbank. Anschliessend wurde er zum Direktor des Alters- und Pflegeheims Le Flon in Oron-la-Ville ernannt. Nach vier Jahren verliess er diese Position und wurde Direktor der Clinique La Lignière in Gland (VD).

Clinique La Lignière
Die Clinique La Lignière der Siebenten-Tags-Adventisten in Gland, am Genfer See, wurde 1905 gegründet. Sie verfügt über 95 Betten und ist spezialisiert auf kardiovaskuläre, neurologische, orthopädische und rheumatologische Rehabilitation, Innere Medizin und Psychiatrie. Die Klinik ist laut eigenen Angaben ein wichtiger Akteur im regionalen Gesundheitsnetz und hat unter der Leitung von Nicolas Walther eine organisatorische und rechtliche Umstrukturierung durchlaufen. Diese hat zur Gründung neuer juristischer Personen für ein besseres Funktionieren und zu einer grösseren Transparenz ihrer verschiedenen Aktivitäten geführt. Es sind dies: Clinique La Lignière SA, Centre Médical & Thérapeutique La Lignière SA - ein Ambulatorium, das 2017 eröffnet wurde und seit Mai 2018 aktiv ist - und das kürzlich gegründete Centre de Santé La Lignière SA.

Mehr Informationen zur Clinique La Lignière: https://www.la-ligniere.ch/

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Teilnehmende am internationalen Kongress adventistischer Pastorinnen © Foto: Andrea Cramer/ThHF

Europäische Tagung adventistischer Pastorinnen

Friedensau/Deutschland | 24.06.2019 | APD | International

Vom 2. bis 6. Juni fand ein internationaler Kongress adventistischer Pastorinnen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal, Tschechien und der Schweiz auf dem Campus der adventistischen Theologischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg statt. Eingeladen hatten die Abteilungen Predigtamt und Familiendienste sowie Pastorenfrauen der Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD) mit Sitz in Bern/Schweiz. An der Tagung zum Thema „Ich bin nicht allein“ nahmen auch EUD-Präsident Mario Brito und der Vizepräsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Johannes Naether, teil.

Esther Knott, Leiterin der Predigtamtsabteilung der Adventisten in Nordamerika, berichtete über ihre Erfahrungen und ihren Weg als Pastorin. Die ursprünglich aus Ungarn stammende Leiterin der adventistischen Abteilung Frauen und Familie in Westaustralien, Piroska Vranyakne-Feith, präsentierte das Thema „Geistliche Disziplin in Führungspositionen“ und illustrierte humorvoll die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Führungsmodellen. Über die Themen Menschenwürde, Gleichberechtigung, Frauenrechte, sexueller Missbrauch und Frauendiskriminierung referierte Simone Emmert, Juristin und Dozentin für Sozialrecht an der Theologischen Hochschule Friedensau. Claudia Sokolis-Bochmann, verheiratet mit einem adventistischen Pastor und selbst baptistische Pastorin, berichtete von dem langen, hindernisreichen Weg, bis sie von ihrer Kirche endlich als Gemeindepredigerin anerkannt wurde. Eine Tagesexkursion führte nach Berlin ins Pergamon-Museum und auf den Spuren des Reformators in die Lutherstadt Wittenberg.

Seelische Verletzungen durch Diskriminierung
„Immer wieder erleben Pastorinnen, dass ihre Überzeugung, von Gott zum Predigtdienst berufen zu sein, von Menschen ihres eigenen Glaubens unterdrückt, abgelehnt und bezweifelt wird“, so Heidemarie Klingeberg, adventistische Pastorin in München. Die seelischen Verletzungen durch diese Art von Diskriminierung seien während der Tagung spürbar und sichtbar gewesen. Die Teilnehmerinnen hätten von ihren persönlichen Erfahrungen erzählt. Der Austausch zum Thema „Ich bin nicht allein“ sei laut Klingeberg für die Teilnehmerinnen ermutigend gewesen und mit der Hoffnung verbunden, dass eines Tages der Traum von Martin Luther King wahr werde und es keine Diskriminierung mehr gebe.

Keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastoren und Pastorinnen
Innerhalb der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es keine uneingeschränkte Gleichstellung von Pastorinnen und Pastoren. Im Juni 2015 stimmte die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio/USA als oberstes Organ der Freikirche mehrheitlich gegen einen Antrag, die Entscheidung zur Ordination von Frauen den weltweit 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) zu überlassen. Diese Frage war bereits auf den Weltsynoden 1990 und 1995 negativ entschieden worden. Die Beschlüsse der Weltsynode stossen vor allem in westlich orientierten Ländern auf Widerspruch.

Adventistische Frauen können nach der Entscheidung der Weltsynode in San Antonio zwar weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in das kirchenleitende Amt eines Präsidenten einer regionalen (Vereinigung) und überregionalen Kirchenleitung (Verband/Union) berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

Weltkirchenleitung erkennt die Ordination von Pastorinnen nicht an
Bereits in den Jahren vor der Weltsynode 2015 in San Antonio sind sowohl in den USA als auch in wenigen europäischen Ländern insgesamt knapp 40 Frauen zum Pastorendienst ordiniert worden. Pastorin Sandra Roberts wurde zudem im Oktober 2013 offiziell von der dafür zuständigen Delegiertenversammlung mit 72 Prozent Zustimmung zur Präsidentin einer Vereinigung, nämlich der Südostkalifornischen Kirchenleitung (SECC), gewählt. Voraussetzung für eine derartige Leitungsfunktion ist die Ordination. Da die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) die Ordination von Pastorinnen nicht anerkennt, betrachtet sie auch die Wahl von Sandra Roberts als ungültig. Sie wird daher als SECC-Präsidentin im offiziellen Verzeichnis der Weltkirchenleitung nicht aufgeführt.

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Mitarbeitende von ADRA Deutschland auf dem DEKT 2019 in Dortmund © Foto: Jens Mohr/APD

Adventistische Institutionen auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund

Dortmund/Deutschland | 24.06.2019 | APD | International

Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 19. bis 23. Juni in Dortmund informieren auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und mit ihr verbundene Institutionen über ihre Arbeit: die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, Hope Channel Deutsch, sowie die Theologische Hochschule Friedensau.

Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Hilfsorganisation, die gemäss dem Motto „Damit Menschen wieder hoffen können“ in unterschiedlichen Bereichen für Bedürftige arbeitet. Besonderes Augenmerk erfährt zurzeit die weltweite Kampagne „Every Child. Everywhere. In School.“, die sich für den Bau von Bildungseinrichtungen und für die Verbesserung von Bildungssystemen einsetzt. ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und gehört zu einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros.
Weitere Informationen: Westfalenhalle 4, Stand D34, sowie unter www.adra.de.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind nach Angaben der Hochschule unter den rund 200 Studierenden vertreten.
Weitere Informationen: Westfalenhalle 4, Stand F14, sowie unter www.thh-friedensau.de.

Hope Channel Deutsch
Zum Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein gehört auch der christliche TV-Sender Hope Channel Deutsch. Er ist Teil der internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Die Sendungen von Hope Channel TV Deutsch sind zu empfangen über den Satelliten ASTRA, Kabel Unitymedia sowie einige regionale Kabelnetze und im Internet.
In der Schweiz können die Sendungen von Hope Channel auf Swisscom TV plus oder über den Satelliten ASTRA empfangen werden. Siehe dazu: www.hope-channel.de
Weitere Informationen: Westfalenhalle 8, Stand I17, sowie unter www.stimme-der-hoffnung.de.

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie über 21 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 25 Millionen Gottesdienstbesucher in 210 Ländern der Erde. In Deutschland sind knapp 35.000 Mitglieder in 555 Gemeinden und in der Schweiz mehr als 4.700 Mitglieder in 54 Gemeinden organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel. Am Informationsstand auf dem Kirchentag kann das Kirchentagsmotto „Vertrauen“ mit einer VR-Brille samt PlayStation spielerisch eingeübt werden.
Weitere Informationen: Westfalenhalle 5, Stand B07, sowie unter www.adventisten.de. und https://www.adventisten.ch/

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Dr. Marc Erdl auf dem Kirchentag in Dortmund © Foto: Klaus Ulrich Ruof/EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Evangelischer Kirchentag: Podium zur politischen Korrektheit

Dortmund/Deutschland | 24.06.2019 | APD | International

Um den Streit um Tugendterror in Bezug auf gendergerechte Sprache ging es auf dem Podium „Das ist jetzt aber nicht politisch korrekt!“ im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dortmund. Verschiedene Experten diskutierten über politische Korrektheit, Verwendung von gendergerechter Sprache und politische Streitkultur.

Die Bewegung einer politischen Korrektheit gibt es so gar nicht. Diese These vertrat der Wirtschaftswissenschaftler und Germanist Dr. Marc Erdl in seinem Eröffnungsvortrag. Erdl führte aus, wie das Phänomen „political correctness“ als importierter Mythos aus den USA in Deutschland aufgenommen wurde. Politische Korrektheit sei im Gebrauch, nicht zuletzt durch mediale Berichterstattung, zu einer Sache geworden, die es so gar nicht gebe. Als Narrativ legitimiere sie aber alles – bis hin zum politischen Mord.

Soll man Sprache gendern?
Auf die ideologischen Voraussetzungen bei der Verwendung von Sprache wies die WeltN24-Redakteurin Hannah Lühmann hin. Man sollte die Ordnung der Grammatik nicht der Ordnung der Ideologie unterordnen, so Lühmann. Dr. Bettina Hannover, Professorin für Schul- und Unterrichtsforschung an der Freien Universität Berlin, erwähnte ihre Studien zu den Auswirkungen von gendersensibler Sprache. Ihre Einübung zeige sich auch in einem sensibleren Umgang mit anderen Menschen. Man darf in unserem Land alles sagen – man muss nur mit den Folgen leben, dass einem nicht alle zustimmen. Diese Überzeugung vertrat der Chefredakteur von „Zeitzeichen“, Reinhard Mawick. Sprache sei auch eine Frage der Moral, so der Publizist und Autor Dr. Dr. Rainer Erlinger. Respekt und Anstand seien klare moralische Gebote. „Die Sprache ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Sprache“, so Erlinger.

Wie politisch miteinander streiten?
Der Philosoph Dr. Daniel-Pascal Zorn wies auf die Wichtigkeit des gegenseitigen Verstehens in der gegenwärtigen Debattenkultur hin. Politische Korrektheit könne eingesetzt werden, um Streit, der eigentlich nötig wäre, zu verhindern, was zur Lagerbildung beitrage. Zorn rief dazu auf, nachzuvollziehen, was der andere sagt und möglichst sachlich zu argumentieren und zu differenzieren.

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Dr. Heidi Schulz, Wissenschaftlerin am Institut für Humangenetik der Universität Regensburg, Deutschland © Foto: Herbert Bodenmann/APD Schweiz

3. Adventistischer Gesundheitskongress: «Leben in Fülle»

Schwäbisch Gmünd/Deutschland | 24.06.2019 | APD | International

Vom 29. Mai bis 2. Juni 2019 führte der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG) in Schwäbisch Gmünd/Deutschland den 3. Gesundheitskongress durch. Unter dem Motto «Leben in Fülle – erfahren und teilen» beschäftigten sich rund 200 Teilnehmende aus Deutschland und der Schweiz in Fachvorträgen sowie Workshops mit ganzheitlicher Gesundheit. Aspekte mentaler, emotionaler, spiritueller und physischer Gesundheit wurden thematisiert sowie deren Auswirkungen in Alltag, Beruf und Kirche. Am Kongress feierte der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG) das 120jährige Bestehen des adventistischen Gesundheitswerks in Deutschland.

Ein ganzheitliches Menschenbild ist wichtiger als neue Medizintechnik
Bei der Gesundheitsförderung fehle es oft an Ganzheitlichkeit, sagte Dr. med. Ruedi Brodbeck, Alchenflüh/Schweiz. 80 Prozent der Gesundheitskosten in der Schweiz würden durch vermeidbare Krankheiten generiert. Es sei deshalb wichtiger über das Menschenbild nachzudenken, als neue Medizintechnik zu entwickeln, so Brodbeck. Ein ganzheitliches Menschenbild umfasse die wesentlichen Dimensionen des Menschen. Diesem werde im «NEWSTARTPlus®» Konzept entsprochen, das nicht nur Symptome von Krankheiten bekämpfe, sondern die Ursachen angehe, und die beeinflussbaren Gesundheitsprinzipien und Glücksfaktoren umfasse, die eine breite Wirkung entwickle. Wichtig sei auch, ein richtiges, von der Bibel geprägtes Gottesbild zu haben, das sich ebenfalls auf das Menschenbild auswirke.

Für die Gesundheit sind Lebensstil sowie soziale Faktoren wichtiger als Genetik
Die Steuerung in unserem Körper läuft über die Genetik, die «Hardware» und über die Epigenetik, die als «Software» bezeichnet werden kann, erläuterte Dr. Heidi Schulz, Wissenschaftlerin am Institut für Humangenetik an der Universität Regensburg/Deutschland. Gesunde Ernährung, Bewegung und soziale Faktoren, wie Kontakte und Zuwendung, hätten einen grossen Einfluss auf die Entstehung oder Verhinderung von Krankheiten. Die geerbten genetischen Informationen seien nicht, wie man das früher gedacht habe, zu 35 Prozent für unsere Lebenserwartung zuständig, sondern laut neusten Forschungen wahrscheinlich zu weniger als 10 Prozent. «Vieles hängt von unseren kleinen, alltäglichen Entscheidungen ab. Die Ergebnisse werden in den meisten Fällen nicht gleich sichtbar sein, aber ein gesunder Lebensstil, nach den «NEWSTARTPlus®»-Prinzipien, wird sich ganz bestimmt positiv auswirken», so Dr. Heidi Schulz.

Erkenntnisse der Epigenetik: Krebsauslösende Faktoren liegen im Lebensstil
Nur in 5 bis 10 Prozent der Fälle seien geerbte Mutationen massgeblich für die Entstehung von Krebs. Entscheidende krebsauslösende Faktoren seien vielmehr der Lebensstil und Umwelteinflüsse: Rauchen zu 30 Prozent; nicht ausgewogene Ernährung zu 30 Prozent; Übergewicht zu 15 Prozent. UV-Strahlen seien hingegen nur für zwei Prozent der Krebsfälle verantwortlich, so die Biochemikerin.

«Lass deine Nahrung deine Medizin sein», empfahl die Referentin den Teilnehmenden und wies auf den äusserst positiven Einfluss von pflanzenbasierter Nahrung auf die Gesundheit hin.

Der Lebensstil hat Auswirkungen auf nachfolgende Generationen
«Die Epigenetik hat einen solchen Einfluss auf das «Programm» der Zellen, dass sogar das, was man erlebt, einen Einfluss auf die eigene Gesundheit und auch die Nachkommen haben kann», sagte Schulz. Das genetische Programm der übernächsten Generation werde kurz nach der Zeugung der nachkommenden Generation festgelegt. Das entspreche der Aussage in der Bibel (1. bzw. 2. Gebot), wonach Gott die «Missetat der Väter» bis ins dritte oder vierte Glied derer heimsuche, die ihn ablehnten. Dies beschreibt den Zusammenhang von Ursache und Wirkung, wie er heute nachgewiesen werden kann und nicht um eine Vergeltung seitens Gottes.

Ist Gott glücklich?
Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Schweiz, leitete seien Ausführungen mit der Frage ein: «Ist Gott glücklich?» Als Antwort zitierte er zwei Aussagen des Apostel Paulus im ersten Brief an Timotheus, die in der Schlachterübersetzung vom «glückseligen Gott» und vom «Glückseligen» sprechen. Der Mensch habe die Beziehung zu diesem Gott verloren, damit auch sich selbst und folglich auch das Glück, so Sigg und zitierte Blaise Pascal (Pensées): «Was schreit aus dieser Gier..., wenn nicht das, dass ehemals der Mensch wirklich im Glück war, wovon uns nichts blieb als die Narbe und die völlig leere Spur, die der Mensch nutzlos mit allem, was ihn umgibt, zu erfüllen trachtet». Der Mensch habe eine «Erinnerung» an das Paradies, an Eden, was auf hebräisch «Vergnügen» heisse. Der Mensch sei in seiner Glücksuche unbewusst auf der Suche nach Gott, so Sigg.

Bei der Auswertung des Kongresses zitierten die DVG-Verantwortlichen Ernst Ferstl: «Arm sind jene, die ein Leben im Überfluss mit einem Leben in Fülle verwechseln».

120 Jahre Deutscher Verein für Gesundheitspflege e.V.
Am Freitagabend gab es einen kurzen Rückblick auf einige Initiativen, die in den letzten 30 Jahren von Personen im Fürstentum Liechtenstein und in Deutschland durchgeführt wurden, die beim DVG die Gesundheitsberaterausbildung abgeschlossen hatten. Am Samstagnachmittag wurde das Jubiläum mit den Kongressteilnehmenden gefeiert.

Fachreferate, Referenten und Referentinnen
Unter dem Titel «Mediatoren der Gesundheit» wurden drei Fachreferate gehalten: «Das Mikrobiom – Klein aber mächtig! Wie Mikroorganismen unsere Gesundheit beeinflussen“, Dr. H. Schulz; «Wirkung von Gen- und Umwelt-Interaktionen auf die geistige Gesundheit und Plastizität des Gehirns», Dr. J. H. Cabungcal; «Schlaf-Wach-Rhythmus», Dr. med. A. Binus.

Nachstehend eine Liste weiterer Fachvorträge: «Wie alles begann: das adventistische Gesundheitsverständnis», Dr. J. Hartlapp; «Die adventistische Gesundheitsreform – Abklatsch oder Aufbruch?», Dr. med. M. Klemenz; «Ellen Whites ›Fussspuren‹ - Brücken in die Vergangenheit und Inspiration für die Zukunft», Dr. A. Erben; «Neuer Wein aus alten Schläuchen? Ganzheitlichkeit – die Grundlage von «NEWSTARTPlus®», Dr. med. R. Brodbeck; «Fasten – Aus Verzicht wird Gewinn», S. Salazar Winter; «Die heilsame Gemeinde – vom Krankenhaus lernen», Dr. G. Menn; «Unser Streben nach Glück», S. Sigg; «Nachhaltigkeit in gesundheitsbezogenen Verhaltensveränderungen – Eine unvollendete Herausforderung», Prof. Dr. med. E. Voltmer; «Gemeinde als heilsamer Ort«, G. Alscher.

Workshops - Themen und Workshopleitende
«Ein erfülltes Leben mit und ohne Demenz», Dr. med. Karl Heinz Müller; «Wie alles begann: Das adventistische Gesundheitsverständnis», Dr. Johannes Hartlapp; «Lebensschule: Arbeit unter schwierigen Umständen», Pastor Dr. Andreas Erben; «Faszinierende Faszien», Bettina Werner; «Heilsame Gemeinde: Glaube und Gottesbeziehung als Ressource in Umgang mit Trauma», Ursula Roderus; «Ich sterbe und ihr habt mich besucht – Begleitung Sterbender», Dr. Gerhard Menn; «Dreh- und Angelpunkte zwischen Lebensstil und Gesundheit - das Mikrobiom; «Fasten - Wie die einzige bewiesene Methode zur Lebensverlängerung sogar bei schwer zu behandelnden Krankheiten hilft», Dr. Heidi Schulz; «Vegane Ernährung» - Dr. Dr. med. univ. Gerd Ludescher; «Wie kannst du dein Geschäft/Ministry im Gesundheitsbereich gründen?» Jesse Zwiker; «Glück ist kein Zufall! - Was wir von positiver Psychologie lernen können», Stephan Sigg; «Die Bedeutung von Sprache und Kommunikation in nachhaltigen gesundheitsbezogenen Verhaltensänderungen», Prof. Dr. Edgar Voltmer; «Seelische Gesundheit in einer abstrusen Welt: die Rolle der frühen Entwicklung, Mid-Life-Krise, Plastizität und Änderungsprozesse», Dr. Jan-Harry Cabungcal; «Dreh- und Angelpunkte zwischen Lebensstil und Gesundheit - die Epigenetik», Dr. Heidi Schulz; «Glaube, Glück und Wohlbefinden? Wie praktizierter Glaube unsere Gesundheit beeinflusst», Dr. med. Ruedi Brodbeck.

Weitere Infos zum Gesundheitskongress:
https://www.dvg-online.de/veranstaltungen/gesundheitskongress/

Mehr Infos zu einem pflanzenbasierten Lebensstil und den Erkenntnissen der Epigenetik sind in der Zeitschrift «(ein) Blick» enthalten: «Gesundheit – mehr als ein Hype», Advent-Verlag Krattigen: info@advent-verlag.ch, +41 33 511 11 99

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Ken Weslake beim Vortrag © Foto: Claudia Mohr/APD Deutschland

«Glauben und Lehren» - 2. Bildungskongress der Adventisten

Darmstadt/Deutschland | 24.06.2019 | APD | International

Vom 30. Mai bis zum 2. Juni nahmen mehr als 100 Lehrende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am zweiten adventistischen Bildungskongress auf dem Campus des Schulzentrums Marienhöhe der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt/Deutschland teil. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Glauben und Lehren“ und wurde vom Verbund adventistischer Schulen in Deutschland (VaSiD) durchgeführt.

Neben Grundsatzreferaten von Pastor Ken Weslake, ehemaliger Abteilungsleiter für Erziehung und Bildung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung im Süd-Pazifik-Raum, wurden über zehn Workshops zum Kongressthema angeboten. In ihnen ging es unter anderem um: „Glauben und Lehren in der Grundschule“, „Ehevorbereitung fängt früher an – Bildungspolitische Auseinandersetzungen mit dem Thema Partnerschaft und Familie in der Schule“, „Glaube – Fiktion – Literatur“, „Wertevermittlung im Mathematikunterricht“ oder „Evolution und Schöpfung – Konflikte, Chancen und Anregungen“. Kulturell wurde der Kongress durch Musikbeiträge der Teilnehmenden und einen abendlichen Auftritt der spanischen Mimen Carlos Martinez bereichert.

Persönlichkeit und persönlicher Glaube
„Wir sind ganz nah an der Persönlichkeit des Lehrers dran“, so Heinz Schlumpberger, Abteilungsleiter für Bildung und Erziehung der überregionalen adventistischen Kirchenleitung in Süddeutschland, bei der Übermittlung des Grusswortes an die Teilnehmer. Er wies damit auf das Kongressthema „Glauben und Lehren“ hin und betonte die enge Verbindung dieser zwei Komponenten. „Wir spannen in diesem Kongress einen grossen und anspruchsvollen Bogen“, führte Schlumpberger aus, denn es stelle sich grundsätzlich die Frage, wie persönlicher Glaube und die neutrale Haltung, die der Staat fordere, verbunden werden könne. Er dankte der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa, die durch ihren Abteilungsleiter für Bildung und Erziehung, Marius Munteanu, vertreten wurde, für ihre Schirmherrschaft.

„Weil wir Bildung können“
An das Ziel des Kongresses, nämlich der Bildung und Erziehung innerhalb der adventistischen Bildungslandschaft neue Impulse zu geben, erinnerte Pastor Johannes Naether, Präsident der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland, in seinem Grusswort. Als Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten betonte er die Wichtigkeit von Bildung für die Freikirche in Deutschland. Er beantwortete die Frage nach dem Sinn eines Bildungskongress mit einem klaren: „Weil wir Bildung können!“. Mit Blick auf das Motto führte Naether aus: „Wir sind ein kirchlicher Bildungsträger, das heisst, das Thema Glaube steht immer irgendwie im Raum“. Glaube wirke sich auf die Gesamtpersönlichkeit des Lehrenden aus. Naether schloss mit dem Appell: „Wir sind Lehrer, aber wir sind auch Lernende“.

Weitere Informationen unter: www.bildungskongress.org

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James Marape © Foto: Adventist Record

Papua-Neuguinea: Siebenten-Tags-Adventist zum Premierminister gewählt

Silver Spring, Maryland/USA | 24.06.2019 | APD | International

Der 48-jährige Adventist James Marape wurde am 30. Mai in der Hauptstadt Port Moresby mit 101 zu 8 Stimmen zum achten Premierminister von Papua-Neuguinea gewählt. Wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) berichtete, erfolgte seine Nominierung nach wochenlangen Turbulenzen, welche die Regierung Papua-Neuguineas erschüttert und schliesslich zum Rücktritt des ehemaligen Premierministers Peter O'Neill geführt hatten.

„Wir werden darauf hinarbeiten, den grösstmöglichen Nutzen aus dem zu ziehen, was Gott diesem Land aus unseren natürlichen Ressourcen gegeben hat“, zitierte AR James Marape in seiner Rede nach der Wahl unter Berufung auf The Guardian. „Dieser Regierung geht es darum, unser Land an den richtigen Platz zu bringen“. Er werde daran arbeiten, die angeschlagene Wirtschaft zu sanieren. In einem Facebook-Post nach seiner Wahl schrieb Marape: „Ich verspreche nicht, dass ich die Antwort auf alle Probleme unserer Nation sein werde, aber ich verspreche, dass ich mein Bestes geben werde, um etwas zu bewirken!“.

Zur Vita von James Marape
Marape besuchte die Kabiufa Adventist Secondary School. Er erwarb 1993 einen Bachelor of Arts-Abschluss an der University of Papua New Guinea und 2000 einen Master-Abschluss in Umweltwissenschaften an derselben Universität. Er ist bisher Finanzminister des Landes gewesen und vertritt als Parlamentsabgeordneter den Wahlkreis Tari-Pori der Provinz Hela. Zudem ist Marape Ältester der Korobosea Seventh-day Adventist Church.

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Teilnehmende am Kongress für Gehörlosenarbeit an der Zaoksky Adventist University, Russland © Foto: Euro-Asia Division

Russland: Adventisten führen Kongress für Arbeit mit Gehörlosen durch

Zaoksky/Russland | 24.06.2019 | APD | International

Die überregionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland (Westrussische Union) führte vom 2. bis 5. Mai an der Zaoksky Adventist University mit knapp 90 Teilnehmenden aus Russland und weiteren Ländern einen Kongress für Gehörlose durch, wie Adventist News Network ANN am 3. Juni berichtete. Vertreter und Vertreterinnen von Abteilungen für Menschen mit Behinderungen, für Minderheiten, sowie gehörlose Adventisten und Dolmetscher für Gebärdensprache hätten sich ausgetauscht, wie der Dienst an Gehörlosen in den Städten besser entwickelt werden könne, so ANN.

«Es ist eine Freude, Fortschritte in diesem Dienst zu sehen», sagt Sergey Grigorash, der die Abteilung für Menschen mit Behinderungen der Westrussischen Kirchenleitung führt. «Es ist erfreulich, dass es in den Adventgemeinden Russlands immer mehr Gehörlose gibt», so Grigorash. Man lerne sich besser zu verstehen und in den Gemeinden kämen Dolmetscher für Gebärdensprache zum Einsatz. Laut ANN wurde am Kongress auch über die Eröffnung einer Dolmetscherschule für Gebärdensprache diskutiert. Zwölf Delegierte hätten sich bereiterklärt, bei christlichen Fernsehsendungen als Dolmetscher bzw. Dolmetscherin mitzuwirken.

Die Kongressteilnehmenden tauschten ihre Erfahrungen aus, wie man Gehörlosen die biblische Wahrheit vermittelt, Gehörlosenclubs gründet, Kochkurse durchführt und unterrichtet, christliche Sommerlager für Gehörlose plant oder Gesundheitsgruppen aufbaut.

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Carsten Köhler, Jens Fabich, Michael Götz, Marc Gunnar Dillner, Gunnar Scholz, Martin Hartlapp (v.l.) © Foto: Jens Mohr/APD Deutschland

Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland wählen Freikirchenleitung

Leipzig/Deutschland | 24.06.2019 | APD | International

Pastor Gunnar Scholz (55) ist weiterhin Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Berlin-Mitteldeutsche Vereinigung (BMV). Die in Leipzig tagenden 221 Delegierten aus den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wählten ihn mit 192 zu 23 Stimmen für die nächsten vier Jahre in dieses Amt. Ferner wurde mehrheitlich befürwortet, in den entsprechenden Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen der genannten Bundesländer Anträge auf Vollmitgliedschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu stellen.

Zum neuen stellvertretenden Präsidenten wählten die Delegierten Pastor Jens Fabich mit 171 zu 39 Stimmen. Fabich übt seinen pastoralen Dienst seit 2013 im Seelsorgebezirk Chemnitz aus. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Zum Vorstand der BMV gehört weiterhin Pastor Carsten Köhler, der mit 198 zu 11 Stimmen als Finanzvorstand wiedergewählt wurde.

Köhler wies in seinem vorgelegten Finanzbericht darauf hin, dass sich die Zehnteneinnahmen - freiwillige Spenden der Mitglieder, aus denen sich die Freikirche finanziert - in der Konferenzperiode (2015-2018) sehr erfreulich entwickelt haben: eine Steigerung von 400.000 Euro / 450.00 Franken gegenüber dem Beginn. „Dies stimmt überaus dankbar, schafft es doch die finanzielle Grundlage für einen ausgeglichenen Haushalt und eine umfangreiche inhaltliche Arbeit“, so Köhler.

Pastor Marc Gunnar Dillner wurde als Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau bestätigt. Ebenso Pastor Michael Götz als Abteilungsleiter für das Advent-Wohlfahrtswerk (Sozialwerk) auf dem Gebiet der BMV. Neu gewählt wurde Pastor Martin Hartlapp als Abteilungsleiter für Jugend, Pfadfinder und Kinder. Hartlapp übt seinen pastoralen Dienst seit 2017 in Leipzig und Muldental aus.

Anträge auf Vollmitgliedschaft in der ACK
Die Delegierten sprachen sich mehrheitlich dafür aus, die bestehende Gastmitgliedschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in den entsprechenden regionalen Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in eine reguläre Mitgliedschaft umzuwandeln. Entsprechende Anträge an die jeweiligen ACKs beziehungsweise an den Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg sollen gestellt werden.

Umgang mit Regelverstössen
Ferner wurde ein Antrag angenommen, das von der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten (Generalkonferenz, GK) am 14.10.2018 beschlossene Verfahren zur „Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der GK“ nicht als Modell zur Bearbeitung von Regelverstössen auf dem Gebiet der BMV anzuwenden.

Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland
In den zum Gebiet der BMV gehörenden Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es zum Ende der Konferenzperiode (31.12.2018) 6.902 mündig getaufte Siebenten-Tags-Adventisten, die in 146 Kirchengemeinden am Sabbat (Samstag) Gottesdienst feiern.

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Friedensmarsch gegen Waffenkriminalität in London © Foto: Ashley Bloom/TED News Network

London: Friedensmarsch der Adventisten gegen Waffenkriminalität

St Albans/England | 24.06.2019 | APD | International

Am 27. Mai fand in London/England ein adventistischer Friedensmarsch gegen die Zunahme von Schuss- und Stichwaffenkriminalität in Grossbritannien statt. Dabei führten Pfadfinder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten den Marsch an. Wie die Kommunikationsabteilung der adventistischen teilkontinentalen Kirchenleitung in Nord- und Südosteuropa (TED News Network) berichtete, wurde das Ereignis durch ITV News London, Hackney Gazette und Adventist Radio London sowohl lokal als auch national bekannt gemacht.

Der britische Innenminister Sajid Javid hatte die Eskalation der Stichwaffenkriminalität als „nationalen Notstand“ bezeichnet. Laut TED News Network habe es im vergangenen Jahr 130 Morde in London gegeben und weitere 47 in diesem Jahr. Die Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten in Grossbritannien und Irland rief als Reaktion auf das Problem an den Samstagen des 18. und 25. Mai zum stillen Gebet, insbesondere in den lokalen Kommunen auf, die von Schuss- und Stichwaffenkriminalität betroffen sind.

Friedensmarsch in London
Am 27. Mai folgte ein Friedensmarsch im Londoner Stadtbezirk Hackney. Unter der Leitung von Mitgliedern der adventistischen Kirchgemeinde in Hackney versammelten sich Verantwortliche aus der Freikirche und der Öffentlichkeit, einschliesslich des Bürgermeisters von Hackney, Philip Glanville. Adventistische Pfadfinder aus London führten den Marsch mit Trommeln an. „Wir haben genug vom Sterben, wir haben genug von Schusswaffengewalt und wir haben genug von Messermorden. Wir müssen uns als Gemeinschaft zusammenschliessen und gegen dieses Problem, das unsere Kommunen belastet, Stellung beziehen“, so der Pastor der Adventgemeinde in Hackney, Joojo Bonnie, am Zielpunkt des Friedensmarsches.

Rolle der Kirche bei der Gewaltprävention
Bürgermeister Philip Glanville dankte der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten öffentlich für ihre Rolle, die Gesellschaft solidarisch im Kampf gegen ein Problem zusammenzuführen, das inzwischen zu einer nationalen Epidemie geworden sei, berichtete TED News Network. „Es ist ganz klar, dass sich die Kommunen von Hackney um unsere jungen Leute kümmern. Der Stadtrat und ich als Bürgermeister glauben an unsere jungen Leute, und solche Märsche sind wichtig, um zu zeigen, dass die Gesellschaft im Geiste des Friedens und der Harmonie zusammenkommen kann“, so Glanville.

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Die Feuertaube, das Signet der Ökumenischen Versammlung von Basel 1989 © Grafik: Zur Verfügung gestellt vom Institut für Ökumenische Studien, Universität Freiburg

Pfingsten 1989: 30 Jahre Erste Europäische Ökumenische Versammlung in Basel

Bern/Schweiz | 24.06.2019 | APD | Ökumene

«Ein doppeltes Wunder wird an Pfingsten lebendig. In einer Welt, die auseinanderstrebt, gehen wir aufeinander zu. Und in Gemeinden, die sich nur mit sich selbst beschäftigen könnten, werden wir hinausgeschickt in die Welt», schreibt Pfarrer Otto Schäfer. Der kurze Text des ehemaligen Beauftragten für Theologie und Ethik beim Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK wurde zum Gedenken an die Erste Europäische Ökumenische Versammlung, vor 30 Jahren in Basel, auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AKCH.CH veröffentlicht. Die Versammlung wurde in der Pfingstwoche 1989 unter dem Titel „Frieden in Gerechtigkeit“ durchgeführt.

«Die ökumenische Versammlung wurde von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE) getragen und führte erstmals seit der Reformation alle Kirchen Europas zusammen. Es waren etwa 700 Teilnehmende aus fast allen Nationen Europas vertreten», heisst es dazu auf der Webseite des Basler Münsters. Hellsichtig habe die ökumenische Versammlung 1989 in Basel den menschengemachten Klimawandel zu einem Hauptthema gemacht, schreibt Schäfer.

Kirchliches Wunder
Schäfer beschreibt mit dem «doppelten Wunder» das «kirchliche Wunder» an Pfingsten 1989, als in Basel die «Kirche europaweit und weltoffen über Grenzen hinweg vom Geist bewegt und geeint» war. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, das gemeinsame Beten, Singen, Feiern und Hören auf das Wort Gottes bleibe ihm ein Leben lang in Erinnerung.

Poltisches Wunder
Mit dem zweiten, dem «politischen Wunder», beschreibt er «die weitgehend friedliche politische und gesellschaftliche Wende in Europa», die sich ein halbes Jahr später in einer «friedlichen Revolution» vollzogen und sich bereits an Pfingsten 1989 abgezeichnet habe. «Das Gleichgewicht des Schreckens mit Massenvernichtungswaffen auf beiden Seiten schien sich nicht auflösen zu können ohne Opfer und Zerstörung. Dass es anders kam, war nicht abgemacht. Es war und ist ein Wunder», so Schäfer.

In der Zwischenzeit sei Ernüchterung und Enttäuschung eingetreten. «Europa geht es nicht gut, und den Kirchen geht es nicht gut in Europa. Die Ökumene hat ihre weiten Schwingen wieder eingefaltet, sie scheint auf steinigen Pfaden zu pilgern, mit wunden Füssen.»

Anstösse von damals würden zwar im Alltag umgesetzt, so Schäfer, doch der Teufel stecke im Detail. «Aber zählt nicht eher der Geist, der Teufel austreibt und Teufelskreise aufbricht?», fragt Otto Schäfer im Text der AGCK.CH zu Pfingsten 2019.

Der Text von Pfarrer Dr. sc. Otto Schäfer kann als PDF-Datei heruntergeladen werden:
http://ow.ly/bpZV30oTXzC

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Symbolbild © Foto: by kilarov zaneit on Unsplash

Deutschland: IGFM fordert Abschiebung christlicher Konvertiten in den Iran auszusetzen

Frankfurt am Main/Deutschland | 24.06.2019 | APD | Menschenrechte

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte IGFM fordert Horst Seehofer, Bundesinnenminister der deutschen Regierung, auf, die Abschiebung von christlichen Konvertiten in den Iran auszusetzen. Die jüngsten Abschiebefälle in die Islamische Republik Iran zeigten, dass dort Neuchristen, die den Islam verlassen haben, mit dem Tod bedroht werden und mit Anklagen vor Gericht wegen Apostasie rechnen müssten, heisst es in einer IGFM-Medienmitteilung.

Staatliche Stellen können nicht beurteilen, ob jemand «glaubhaft» Christ geworden ist
Staatliche Stellen können nach Auffassung der IGFM nicht als «Experten» feststellen, ob ein ehemaliger Muslim «glaubhaft» Christ geworden ist. «Wer Christ geworden ist und einer Gemeinde angehört, entscheiden noch immer die Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften selbst. Es kann kein staatliches Glaubensprüfungsverfahren oder Glaubensprüfungsamt geben», erklärt der IGFM-Vorstandssprecher, Martin Lessenthin.

Anlass für die Forderung der IGFM ist der Fall einer 58-jährigen iranischen Christin, die am 8. Mai aus Deutschland in die Islamische Republik abgeschoben wurde. Die iranische Justiz hat gegen sie ein Gerichtsverfahren eröffnet, wie die Flüchtlingsbeauftragte des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, Christine Deutscher (Greifswald) berichtete. Die drei erwachsenen Söhne der Frau, die in Deutschland leben, hätten mehrfach mit ihr telefoniert. Sie sei äusserlich unversehrt, jedoch nach ihrer Ankunft im Iran mehrere Tage inhaftiert worden. Gegen die Hinterlegung einer Hauskaufurkunde durch eine Verwandte als Kaution sei sie momentan auf freiem Fuss, dürfe aber Teheran nicht verlassen.

Todesstrafe für das Verlassen des Islams
Die IGFM weist darauf hin, dass nach dem im Iran geltenden islamischen Recht der „Abfall vom Islam“ mit dem Tod bestraft werden kann. Häufig würden aber die eigentlichen Haft- oder Hinrichtungsgründe von der iranischen Justiz verschleiert. Entweder, indem Anklagen nicht veröffentlich oder Akteneinsicht verweigert würde, so die IGFM weiter. Ausserdem ergingen viele Urteile unter vorgeschobenen und völlig diffusen Anklagen wie «Vergehen gegen die nationale Sicherheit».

Auswärtiges Amt soll Prozessbeobachter stellen
Die IGFM fordert ausserdem Bundesaussenminister Heiko Maas auf, über die deutsche Botschaft im Iran Prozessbeobachter für das Verfahren gegen die abgeschobene iranische Christin zu stellen. Nach Einschätzung der IGFM könne das Auswärtige Amt «durch offen demonstriertes Interesse» das Leben der Frau retten.

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Plenum des BEFG-Bundesrats 2019 © Foto: David Vogt/BEFG

Der Religionsfreiheit und dem Recht auf Asyl verpflichtet

Kassel/Deutschland | 24.06.2019 | APD | Religionsfreiheit

„Die deutsche Geschichte ist für uns Verpflichtung, denen Schutz durch Asyl zu gewähren, die wegen ihrer religiösen Überzeugungen bedroht werden.“ Mit diesen Worten hat der Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in einer am 1. Juni in Kassel verabschiedeten Resolution daran erinnert, dass „Religionsfreiheit und das Recht auf Asyl Grundrechte sind, die zusammengehören“.

Die Resolution erinnert „dankbar“ daran, dass die Weimarer Reichsverfassung vor 100 Jahren und das Grundgesetz vor 70 Jahren Religionsfreiheit festschrieben. Zudem gebe es seit dem Fall der Mauer vor 30 Jahren „in ganz Deutschland eine umfassende Religionsfreiheit“. Gleichzeitig erinnert das Dokument daran, dass „die Nationalsozialisten die demokratischen Grundstrukturen zerstörten und elementare Grundrechte wie das auf Leben und den Schutz von Minderheiten missachteten. Wer – wie die Juden – verfolgt wurde und im Ausland kein Asyl fand, war der brutalen Verfolgung durch die Nationalsozialisten hilflos ausgeliefert.“

Religiöse Fachkompetenz bei Entscheidung über Asylanträge gefordert
Die Verpflichtung zum Schutz für religiös Verfolgte ergebe sich aus der deutschen Geschichte. Menschen, denen aufgrund eines Religionswechsels Verfolgung drohe, bräuchten den staatlichen Schutz „in besonderer Weise – ob sie nun bereits in ihrem Herkunftsland konvertiert sind oder erst in Deutschland die Religion gewechselt haben.“

Bei der Entscheidung über Asylanträge aus religiösen Gründen sei „religiöse Fachkompetenz“ unerlässlich. Die Folgen dieser Beschlüsse wären für die Betroffenen weitreichend, ja möglicherweise existentiell. „Es darf nicht passieren, dass das Grundrecht auf Religionsfreiheit ausgehöhlt wird. Doch genau dies geschieht, wo Menschen, denen es wegen drohender Verfolgung aus religiösen Gründen zusteht, das Grundrecht auf Asyl nicht gewährt wird.“

Am Schluss würdigt die Resolution das Engagement der Kirchengemeinden für Geflüchtete und ermutigt sie, hierin nicht nachzulassen: „Wir wünschen uns, dass Gemeinden Konvertiten in Fragen des Glaubens und der christlichen Lebensgestaltung eine Stütze sind und ihnen auch in juristischen Fragen beistehen.“

Die Resolution findet sich im Internet unter: https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-religionsfreiheit-und-dem-recht-auf-asyl-verpflichtet/

Altgediente Konzepte und mutige Schritte
Altgediente Konzepte auch einmal über Bord werfen und mutige Schritte gehen, um die Liebe Gottes weiterzugeben, dazu hat Michael Noss nach seiner Wiederwahl als Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ermutigt. Er wurde am 31. Mai in Kassel bei der jährlichen Bundesratstagung der Freikirche mit 91 Prozent der Delegiertenstimmen in dem Amt bestätigt, das er bereits seit vier Jahren bekleidet. Corinna Zeschky wurde durch das Präsidium als Stellvertreterin des Präsidenten bestätigt.

Gerechter Frieden als Lebenshaltung
Gerechter Frieden sollte eine Lebenshaltung von Christinnen und Christen sein. Dafür plädierte der Mennonit und Friedenstheologe Fernando Enns bei seinem Vortrag „Gefährdeter Frieden – tragfähige Perspektiven: Inspiriert leben als Friedensstifter“ am 30. Mai auf der Bundesratstagung in Kassel.

Zum Auftakt der Bundesratstagung 2019 hielt Ansgar Hörsting, der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (BFeG), am 29. Mai einen Impuls zum Thema „INSPIRIERT LEBEN in Krisenzeiten“.

BEFG
Die Bundesratstagung findet einmal im Jahr statt. Sie ist als Kirchenparlament das höchste Entscheidungsgremium des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, zu dem in Deutschland 801 Baptisten- und Brüdergemeinden mit über 81.000 Mitgliedern gehören. Informationen unter: www.baptisten.de

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„ADRAshop light“ in Diepholz, Niedersachsen/Deutschland © Foto: Tihomir Lipohar/ADRA Deutschland

ADRA Deutschland eröffnet auch in Diepholz einen ADRAshop

Weiterstadt/Deutschland | 24.06.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklung- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland hat am 26. Mai den ersten ADRAshop Light in Diepholz in Niedersachsen eröffnet. Weitere ADRAshops gibt es in Bergisch Gladbach, Köthen, Lüdenscheid, Nürnberg, Stendal und Weiterstadt.

Das ADRAshop Light-Konzept ist speziell für kleinere, ehrenamtliche Initiativgruppen von vier bis sechs Mitarbeitern gedacht. Es werden hierbei, wie in den anderen ADRAshops, gespendete, gut erhaltene Gebrauchtwaren zum Kauf angeboten und zusätzlich ein Onlinehandel für Bücher betrieben. Der Gewinn fliesst in soziale Projekte vor Ort sowie in die Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit von ADRA, so Fanny Weller, Koordinatorin der ADRA-Shops Deutschland.

Die ADRAshops würden überwiegend durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer betrieben. „Wir erfahren viel Zuspruch für unsere Freiwilligenarbeit in den ADRAshops. Weitere ehrenamtliche Gruppen sind bereits interessiert. Die ADRA GmbH managt im Hintergrund die administrativen Abläufe, damit sich die Ehrenamtlichen um Spendenakquise und Verkauf kümmern können“, sagte Fanny Weller. Die Shops stünden allen Menschen offen, unabhängig von Herkunft oder sozialer Stellung.

Weitere ADRA-Shops gibt es in Bergisch Gladbach, Köthen, Lüdenscheid, Nürnberg, Stendal und Weiterstadt bei Darmstadt. Informationen unter: www.adrashop.de

ADRA
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation. ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland gegründet und gehört zu einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros.

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Barry C. Black © Foto: Becket Fund for Religious Liberty

USA: Adventistischer Senatskaplan mit Canterbury-Medaille gewürdigt

Columbia, Maryland/USA | 24.06.2019 | APD | Personen

Der adventistische Kaplan des Senats der USA, Dr. Barry C. Black, wurde kürzlich vom Becket Fund for Religious Liberty, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für Religionsfreiheit einsetzt, geehrt. Wie die Kommunikationsabteilung der Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika (NAD News) mitteilte, erhielt Black die Becket Canterbury-Medaille 2019 für seine Verteidigung der Religionsfreiheit für Menschen jeden Glaubens.

Senatskaplan Barry Black wurde am 23. Mai bei der jährlichen Becket Fund-Gala in New York mit der Canterbury-Medaille 2019 ausgezeichnet. Diese höchste Auszeichnung des Becket Fund würdigt eine Person für ihr Engagement zur Verteidigung der Religionsfreiheit in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt. Die Canterbury-Medaille verdankt ihren Namen den Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbischof von Canterbury, Thomas Becket (1118-1170), und König Heinrich II. von England (1133-1189) über die Rechte der Kirche.

Erster adventistischer Senatskaplan
„Nur wenige geistliche Führer sind so begabt wie Kaplan Black, einen fürsorglich, mutigen Dienst in einem religiös-pluralistischen Umfeld zu leisten, sagte Mark Rienzi, Präsident von Becket. „Seit fast zwei Jahrzehnten profitiert unsere Nation von seiner Kaplanschaft, und in diesem Jahr danken wir ihm aufrichtig für seinen Einsatz zur Wahrung der Religionsfreiheit.“ Barry C. Black ist seit 2003 als Senatskaplan tätig. Er ist der erste Siebenten-Tags-Adventist und Afroamerikaner, der in dieser Funktion als geistlicher Berater für die Mitglieder des US-Senats und ihrer Angestellten samt Familien arbeitet. Davor hatte Black mehr als 27 Jahre lang in der U.S. Marine gedient.

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Neue Sendereihe „wertvoll“ auf HopeTV mit Gabi Pratz © Foto: Gerald Förster/Stimme der Hoffnung

„wertvoll“: neuer wöchentlicher Talk auf HopeTV

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 24.06.2019 | APD | Medien

Ab 13. Juni strahlt der christliche Fernsehsender Hope Channel die neue Talksendung „wertvoll“ aus.

Die Mut machende Sendung kann jeden Donnerstag um 20:15 Uhr auf dem Hope Channel verfolgt werden. Persönlichen Geschichten und Erfahrungen aus dem Leben stehen im Vordergrund: Was macht einen Menschen wertvoll? Ist es das, was ein Mensch hat oder kann? Um diese Fragen geht es Gabi Pratz im Gespräch mit ihren Gästen.

Hope Channel Deutsch
Hope Channel ist ein TV-Sender der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er wird vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Die Sendungen von Hope Channel TV Deutsch sind zu empfangen über den Satelliten ASTRA, Kabel Unitymedia sowie einige regionale Kabelnetze und im Internet.

Schweiz
In der Schweiz können die Sendungen von Hope Channel auf Swisscom TV plus oder über den Satelliten ASTRA empfangen werden.
Weitere Informationen: www.hope-channel.de

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Symbolbild © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: «Nicht mehr schweigen»

Basel/Schweiz | 24.06.2019 | APD | Buchrezensionen

Timo Platte, Nicht mehr schweigen: Der lange Weg queerer Christinnen und Christen zu einem authentischen Leben; Berlin: Pro Business, 2018, 288 Seiten, Klappenbroschur, 29,90 Franken, ISBN 9783964090751, E-Book, 16.00 Franken, EAN 9783964098115; www.nicht-mehr-schweigen.de

«Der erste Dienst, den einer dem anderen in der Gemeinschaft schuldet, besteht darin, dass er ihn anhört. Wie die Liebe zu Gott damit beginnt, dass wir sein Wort hören, so ist es der Anfang der Liebe zum Bruder, dass wir lernen, auf ihn zu hören». Mit diesem mahnenden Wort von Dietrich Bonhoeffer beginnt ein Buch, das es möglich macht, auf 270 Seiten Mitmenschen anzuhören, die aus Angst ihre innere Not bisher verschwiegen haben. Die Publikation gibt Einblick in die Lebensrealität von 25 homosexuellen und transidenten Menschen. Das Besondere dabei ist, dass sie alle aus einem christlich-konservativen Umfeld stammen. Aus persönlichen Gründen bleiben sie anonym. Es werden ausschliesslich Vornamen oder Pseudonyme genannt. Die Organisation «Zwischenraum» (www.zwischenraum-schweiz.ch) bietet Gläubigen mit einer homosexuellen Orientierung oder transsexuellen Identität einen geschützten Ort der Begegnung. Ihm verdankt dieses Buch seine Existenz.

In kurzen Kapiteln berichten Christinnen und Christen, wie es ihnen erging, als sie in jungen Jahren realisierten, dass sie anders waren, als die Mehrheit. Sie schildern ihren jahrelangen und häufig äusserst schmerzhaften und einsamen Weg, auf dem sie sich hinsichtlich ihrer sexuellen Orientierung oder Identität innigst wünschten, anders zu sein und anders zu werden. Schliesslich jedoch mussten sie sich alle eingestehen, dass dieser Kampf aussichtslos war.

Der Herausgeber Timo Platte schreibt: «Sie haben lange ein Doppelleben geführt. Aus Angst, abgelehnt und ausgegrenzt zu werden. Nach aussen haben sie sich angepasst. Aber in ihrem Inneren tobte ein Kampf: zwischen Angst und Sehnsucht, zwischen christlicher Norm und ihren wahren Gefühlen.» Stellvertretend für viele andere offenbart er: «Jahrelang rang ich im Gebet um Hilfe und Veränderung. Doch die ständige Angst, nicht zu wissen, was passieren würde, wenn ich meinen inneren Konflikt jemandem anvertraute, und die Panik, dass mir mein Leben dann um die Ohren fliegt, hielten mich regelrecht gefangen».

Einige wurden zunächst durch christliche Seelsorge- und Therapieangebote ermutigt. Sie schöpften Hoffnung auf die ersehnte Veränderung. Die Möglichkeit, ihre geheime Not mit jemandem zu teilen, brachte eine erste Erleichterung. Doch am Ende kamen sie alle enttäuscht und seelisch noch stärker verwundet zur Erkenntnis, dass die homosexuelle Orientierung ein fester und unveränderbarer Bestandteil ihrer Identität war. Einige fühlten sich von den Therapieangeboten betrogen und inkompetent behandelt. Nach fast zwanzig Jahren Gesprächs- und Psychotherapie (!) zieht ein Autor den knappen Schluss: «Übrig bleibt der schwule Matthias. Die meisten sogenannten Ex-Gay Bewegungen haben ihre Dienste mittlerweile eingestellt».

Manche bewerten die Zeit ihres Kämpfens als vergeudete Jahre, weil sie vergeblich und krampfhaft versucht hatten, etwas zu verändern, das es aus ihrer heutigen Sicht hinzunehmen gilt. Erst, als sie sich das voll eingestehen konnten und aufhörten, ihre sexuelle Wirklichkeit zu verleugnen oder zu verdrängen, begannen die bisweilen heftigen psychischen und körperlichen Krankheitserscheinungen, die im Laufe des zermürbenden Kampfes gegen sich selbst aufgetreten waren, abzuklingen und zu heilen. Die eigene sexuelle Orientierung in ihr Selbstbild zu integrieren, erlebten alle als einen befreienden Durchbruch. Ihre Erfahrungen könnte man so zusammenfassen, dass sie Heilung und Befreiung gerade nicht in der Überwindung, sondern in der Annahme ihrer sexuellen Orientierung fanden.

Das Coming-out führte bei den meisten jedoch dazu, in einen unlösbaren Konflikt mit ihrem kirchlichen Umfeld zu geraten, das sie im Falle einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft nicht mehr länger als vollwertige Mitglieder akzeptieren konnte. Das Buch berichtet auch von der Entscheidung für ein zölibatäres Leben, doch das scheint die seltene Ausnahme zu sein. In der schmerzlichen Auseinandersetzung mit ihren Kirchen verloren einzelne ihren Glauben an einen liebenden Gott, andere verliessen ihre bisherigen Gemeinden und lebten ihren Glauben fortan privat. Einige fanden Heimat in kirchlichen Gemeinschaften, die sie in ihrem Anderssein liebevoll aufnahmen.

Wo dieses Buch über homosexuelle Beziehungen berichtet, wird deutlich, dass sie dem tiefen Verlangen nach einer dauerhaften Partnerschaft entsprangen. Am Anfang steht, offenbar genauso wie bei Heterosexuellen, die Sehnsucht nach der ganzheitlichen Zuneigung und Annahme eines anderen Menschen und nicht, wie bis heute von vielen irrtümlich angenommen, eine pervertierte Lust nach sexueller Befriedigung. Demgegenüber machen die Berichte über sogenannte «Fassadenehen», in denen Homosexuelle eine heterosexuelle Lebensbeziehung eingingen, äusserst betroffen. Sie kommen alle zum Schluss, dass sie ihre PartnerInnen und gemeinsamen Kinder im Grunde betrogen haben, weil die ganzheitliche Erfüllung ihrer Zweisamkeit für beide in dieser Konstellation gar nicht möglich war.

Zwei Autoren werfen in ihren Berichten Fragen auf, die besonders bewegen und zur Reflexion drängen: Mit wieviel Liebe und seelsorgerlichem Verständnis begegne ich homosexuellen und transidenten Menschen in meiner Gemeinde? Matthias, ein schwuler Arzt und Therapeut fragt sich: «Wie kann es uns [Christen] gelingen, Lebensumstände stehen zu lassen, die ganz offensichtlich nicht wählbar sind oder sich nicht verändern lassen?» Elena wendet sich mit selbstkritischem Blick an konservative christliche Gemeinden: «Ich wünsche mir sehr, dass die sogenannten fundamentalistischen Christen aufhören, ihre homosexuellen Glaubensgeschwister so zu behandeln, als wären sie Aussätzige. Bei Jesus gibt es keine Ausgestossenen».

Pastoren, Seelsorger und überhaupt alle Christen, die sich dem Evangelium und damit der Barmherzigkeit und der Wahrheit verpflichtet fühlen, tun gut daran die Stimmen der «Brüder» in diesem Buch aufmerksam anzuhören. Sie machen betroffen, erweitern den Horizont und richten ernsthafte Fragen an traditionelle Einschätzungen und Denkmuster. «Nicht mehr schweigen» ist ein Buch, das unter die Haut geht und zum Nachdenken und Diskutieren anregt. Es leuchtet in eine dunkle kirchliche Tabuzone hinein und wirft am Beispiel homosexueller und transidenter Christen die grundsätzliche Frage auf, wie gut die Lehre der Gemeinde zu diesem Thema im Sinn und Geist Jesu seelsorgerlich abgestützt werden kann.
Christian Alt

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