APD-INFORMATIONEN 8/2019 - AUGUST 2019

Symbole für gleichgeschlechtliche Beziehungen © Grafik: anjawbk/pixabay

Rat des Kirchenbundes befürwortet Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare

Bern/Schweiz | 30.08.2019 | APD | Schweiz

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK hat in seiner Sitzung vom 29. August 2019 beschlossen, die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf zivilrechtlicher Ebene zu befürworten. Laut der SEK-Medienmitteilung beschliesst die Abgeordnetenversammlung im November über Empfehlungen. Der Rat hat zudem entschieden, den Mitgliedkirchen des Kirchenbundes zu empfehlen, einen allfällig erweiterten zivilrechtlichen Ehebegriff als Voraussetzung für die kirchliche Trauung zu übernehmen.

Gewissensfreiheit für Pfarrpersonen
Die Gewissensfreiheit für Pfarrerinnen und Pfarrer bezüglich der kirchlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare sollten in den Reglementen der Mitgliedkirchen gewahrt bleiben, so der Vorschlag des Rates an die Mitgliedkirchen. Er empfehle, die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare in die Trauregister einzutragen und sie liturgisch gleich zu gestalten wie die Trauung heterosexueller Paare, heisst es in der Mitteilung.

Sexuelle Orientierung als Ausdruck geschöpflicher Fülle
Die Abgeordnetenversammlung hat im Juni 2019 als Position festgehalten, dass sich in der Vielfalt der sexuellen Orientierung die Fülle des göttlichen Schöpfungshandelns widerspiegelt: «Wir sind von Gott gewollt, so wie wir geschaffen sind. Unsere sexuelle Orientierung können wir uns nicht aussuchen. Wir nehmen sie als Ausdruck geschöpflicher Fülle wahr.»

Laut der Medienmitteilung habe der Rat auf dieser Grundlage entschieden, die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu befürworten und die Trauung für alle zu empfehlen. Zu Fragen der Adoption und Reproduktionsmedizin werde der Kirchenbund zu einem anderen Zeitpunkt Stellung beziehen.

Im Zentrum der Kirche stehe das Bekenntnis zu Jesus Christus. «Die Frage des Eheverständnisses hat nach Ansicht des Rats keinen Bekenntnischarakter. Das christliche Bekenntnis ist die starke Grundlage, die innerhalb der evangelisch-reformierten Kirche unterschiedliche Positionen und Ehebilder zulässt», steht in der Mitteilung.

Entscheide zur kirchlichen Trauung liegen in der Kompetenz der Kantonalkirchen
Aufgrund dieser Überlegungen unterbreite der Rat der Abgeordnetenversammlung anlässlich ihrer Sitzung Anfang November 2019 eine Vorlage zur Ehe für alle mit Empfehlungen an die Kantonalkirchen für die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Entscheide zur kirchlichen Trauung lägen in der Kompetenz der Kantonalkirchen. Die Abgeordnetenversammlung werde als Legislative am 4. November 2019 über Empfehlungen entscheiden.

Einheit in Vielfalt ist Teil des reformierten Selbstverständnisses
Laut der Mitteilung ist die Einheit in Vielfalt Teil des reformierten Selbstverständnisses. «Zur reformierten Kirche gehören unterschiedliche theologische Strömungen. Diese verschiedenen Stimmen sind wichtig für das Ringen um Wahrhaftigkeit», sagte Gottfried Locher, Ratspräsident des Kirchenbundes. Es sei dem Rat ein Anliegen, auch nach dem demokratischen Entscheid der Abgeordnetenversammlung den Weg als Kirche gemeinsam weiterzugehen.

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Dr. Matthias Inniger; Marianne Streiff; Marc Jost; Andrea Heger (v.l.) © Foto: EVP Schweiz

EVP Schweiz lanciert Charta der Religionsgemeinschaften

Bern/Schweiz | 30.08.2019 | APD | Schweiz

Am 22. August hat die Evangelische Volkspartei der Schweiz EVP bei einem Mediengespräch in Bern die Charta für Religionsgemeinschaften vorgestellt. Die Charta enthält 22 Leitsätze für ein friedliches Zusammenleben der Religionsgemeinschaften in der Schweiz, die von der EVP zur Diskussion gestellt werden. Sie basiert auf den Menschenrechten und soll eine Antwort auf die religionspolitischen Herausforderungen durch die zunehmende Religionsvielfalt sowie ein Instrument des Dialogs und der Zusammenarbeit sein.

Der Einfluss der Landeskirchen schwinde, manche Freikirchen erlebten dagegen ein deutliches Wachstum und gleichzeitig nehme migrationsbedingt die Anzahl nicht-christlicher Religionsgemeinschaften in der Schweiz zu, sagte Marianne Streiff, EVP-Parteipräsidentin. Dies führe zu Verunsicherung, Skepsis und Ängsten in der Bevölkerung. «Damit in einer pluralistischen Gesellschaft ein Dialog auf Augenhöhe und ein friedliches Neben- und Miteinander möglich ist, braucht es Leitlinien für das Zusammenleben unterschiedlicher religiöser Gruppen», begründet die EVP-Parteipräsidentin die Entwicklung der Charta.

Werte-Bekenntnis schafft Akzeptanz
«Die Charta kann für Religionsgemeinschaften eine Möglichkeit sein, sich öffentlich zu den Werten unserer Gesellschaft und zu unserem Rechtssystem zu bekennen und damit Akzeptanz und Vertrauen zu schaffen», das sei laut Marianne Streiff eine wichtige Intention der Charta. Mit ihrer Unterschrift könnten Religionsgemeinschaften somit ihre aktive Bereitschaft zur gesellschaftlichen Integration bezeugen.

Menschenwürde, Prävention, Professionalität und Transparenz
Ausgangspunkt der Charta ist die Menschenwürde. Sie legt den Fokus auf die Rechte und Pflichten, die mit der Religionsfreiheit verbunden sind. «Alle Rechte gehen einher mit der Pflicht, sie auch für andere zu akzeptieren. So entfaltet die Charta auch präventive Wirkung, in dem sich die Religionsgemeinschaften verpflichten, sich gegen Hassaufrufe zu stellen oder Dialog als Konfliktlösungsansatz zu priorisieren», erläuterte der Berner EVP-Grossrat Marc Jost.

Die Charta erlaubt und anerkennt im Gegensatz zu vielen anderen Dokumenten ihrer Art die Vielfalt der Gemeinschaften – auch innerhalb einer Konfession. Sie legt damit Wert auf den intra-religiösen und nicht nur den interreligiösen Dialog. Einziges Kriterium zur Unterzeichnung der Charta ist die Bereitschaft der Religionsgemeinschaften, sich im Sinne einer Selbstdeklaration zu deren Leitsätzen zu verpflichten. Es sind keine Kriterien wie Grösse oder rechtliche Anerkennung der Religionsgemeinschaft definiert. Die Charta thematisiert unter anderem Machtfragen, die Förderung demokratischer Strukturen in der Religionsgemeinschaft, die Beteiligung von Frauen und Männern bei der Entscheidungsfindung, den professionellen Umgang mit Menschen in Not (Seelsorge) sowie Transparenz in der Führung und bei den Finanzen.

«Politische Pionierleistung»
«Ich erachte die Charta als eine politische Pionierleistung. Sie fördert einen pragmatischen und unverkrampften Umgang mit der Religionsfrage in unserem Land», so Religionsexperte Matthias Inniger. «Sie lässt sich dynamisch und gemeinsam weiterentwickeln. Diese Charta leistet damit einen wichtigen Beitrag dazu, als Staat und Gesellschaft sinnvoll mit der heutigen Religionsdiversität umzugehen.»

Charta soll gemeinsam im Dialog weiterentwickelt werden
Als nächsten Schritt will die EVP den heute vorgelegten Entwurf der Charta einem Verein oder einer noch zu berufenden Expertengruppe aus Vertretern und Vertreterinnen unterschiedlicher Religionen und Religionsgemeinschaften übergeben. Diese soll die Charta diskutieren, weiterentwickeln und künftig «hüten» sowie fortan Religionsgemeinschaften in der Schweiz dazu einladen, diese zu unterschreiben. Obwohl der Umgang mit den Religionen kantonal geregelt ist, soll vermieden werden, dass sich kantonale Versionen der Charta entwickeln, sagte Marc Jost. Zur Charta könnten sich Religionsgemeinschaften bereits jetzt bekennen, so der Grossrat.

Zur Charta: http://ow.ly/ubjT30poLBr

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ADRA-Freiwillige beim Einsatz in Gempenach/FR, 2019 © Foto: Herbert Bodenmann/APD Schweiz

«Unendlich wertvoll» - ADRA Freiwilligenwochen 2019 in Gempenach

Gempenach/Schweiz | 30.08.2019 | APD | Schweiz

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz, hat im Frühjahr in Gempenach/FR in einer Freiwilligenwoche ein altes «Stöckli» rückgebaut. Vom 12. bis 23. August haben weitere Freiwillige während zwei Wochen beim Dachdecken, Isolieren und Innenausbau des neu erstellten «Stöcklis» mitgearbeitet. Sie haben damit beigetragen, dass der geistig behinderte Sohn der alleinerziehenden Eigentümerin selbständiger leben kann.

Sie und ihr Sohn würden die Unterstützung der ADRA-Helfer und -Helferinnen «unendlich wertvoll» empfinden, sagte die begünstigte Mutter. «Die Motivation unter den Freiwilligen und die grosse Portion Herzlichkeit ist sehr spürbar» und verleihe ihr und ihrem Sohn viel Freude für die weiteren Schritte, so die begünstigte Mutter.

In den drei Freiwilligenwochen im 2019 haben total 37 Frauen und Männer im Alter von 20 bis 70 Jahren mitgearbeitet, sagte Nathalie Beck, Kommunikationsverantwortliche des Hilfswerks. Die Verständigung der Romands mit den Deutschschweizern klappe bestens. Es gebe Freiwillige, die jedes Jahr eine Woche Ferien für die Freiwilligenwoche einsetzten, um bedürftigen Menschen, meist Bergbauern, zu helfen. Sie bildeten jeweils ein kleines Kernteam, so Beck.

Die fachliche Leitung der Projekte werde von Fachpersonen und Firmen sichergestellt. 2019 haben laut der Kommunikationsverantwortlichen Schreiner, Zimmerleute, Elektriker, Elektronik Ingenieure, Lehrer, Pastoren, Bauern, Gärtner, Flugbegleiterin, Hausfrauen, Sanitärinstallateure, Lastwagenchauffeure, Sportlehrerin und Plattenleger mitgearbeitet.

Familien, die Hilfe bräuchten, sei es häufig peinlich, sich zu melden. Schweizer hätten oft Mühe, ihre Bedürftigkeit zuzugestehen, sagte Nathalie Beck. Angemeldete Projekte würden mit verschiedenen Fachstellen gut abgeklärt, um jene zu begünstigen, die Hilfe bräuchten.

Unterkunft, Verpflegung und Finanzierung
Die Freiwilligen des Einsatzes waren im Pfadiheim in Bösigen/FR, im Massenlager, untergebracht. Zwei Freiwillige sorgten für das leibliche Wohl. Das Hilfswerk führe die Freiwilligenwoche seit 1993 durch und müsse rund 5.000 Franken pro Einsatzwoche aufwenden, vorwiegend für Verpflegung, Reise und Unterkunft der Freiwilligen, so Monika Stirnimann, Verantwortliche für ADRA-Projekte in der Schweiz. ADRA versichere die Freiwilligen während dem Einsatz. Einige Freiwillige verzichteten auch auf die Spesenentschädigung für die An- und Rückreise und spendeten sie dem Hilfswerk.

Die Freiwilligenwochen seien deshalb so kostengünstig, weil die Freiwilligen ihre Zeit und die begünstigten Personen bzw. Familien die meisten Arbeitsgeräte sowie die Baumaterialien zur Verfügung stellten.

Weitere Infos zur Freiwilligenarbeit von ADRA Schweiz:
https://www.adra.ch/de/freiwilligenarbeit/freiwilligenwoche/freiwilligenwoche/

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde 2017 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre rezertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch. Das ADRA Netzwerk besteht aus rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Das Handeln von ADRA ist ganzheitlich ausgerichtet und von christlichen Werten bestimmt.
Mehr zum Hilfswerk: www.adra.ch

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Die Volksmusik «rägebögeler» umrahmte das Sommerfest musikalisch © Foto: Herbert Bodenmann/APD Schweiz

Spiel & Spass beim Sommerfest im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt

Krattigen/Schweiz | 30.08.2019 | APD | Schweiz

Am 25. August hat die Stiftung Alters- und Pflegeheim Oertlimatt, in Krattigen/BE, zum jährlich stattfindenden Sommerfest eingeladen, an dem knapp 300 Personen teilgenommen haben. Es stand unter dem Thema «Spiel & Spass» und bot den Besuchenden an diversen Stationen auf dem Gelände die Möglichkeit, miteinander zu spielen. Die Institution wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz getragen.

Wie der Spieleparcours verschiedene Posten habe, so gebe es auch im Leben verschiedene Stationen, sagte Pastor Stephan Sigg, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz, in seinem Grusswort. In einer grafischen Darstellung, die er gesehen habe, seien die 50-Jährigen auf dem Zenit ihres Lebens dargestellt. Nachher gehe es nur noch «bergab». Das sei eine pessimistische Sicht des Lebens. Gottes Absicht mit dem menschlichen Leben sei hingegen Wachstum, Reifung und Erfüllung in jedem Lebensabschnitt, so Sigg. Menschen brauchten von Kindheit an in allen Lebensphasen ein unterstützendes Umfeld, in dem sie Urvertrauen lernen könnten. Diese Unterstützung sei es auch, was das Alters- und Pflegeheim Oertlimatt seinen Bewohnerinnen und Bewohnern bieten wolle. Laut Stephan Sigg, der auch Präsident des Stiftungsrates ist, schreibe der Apostel Paulus in seinem letzten Brief an den jungen Mitarbeiter Timotheus: «Ich habe Glauben gehalten». Glaube sei Im Neuen Testament ein Vertrauens- und Beziehungsbegriff. Wer das mit Paulus von sich sagen könne, schaue auf seine Lebensstationen ohne Hadern zurück und könne sagen: «Das Leben war schön!»

Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen (ADWA) der Adventgemeinden Thun und Krattigen hatten im Garten der Institution verschiedene Spielstationen eingerichtet bei denen Jung und Alt, von 5 bis 99 Jahren, generationenübergreifend gespielt werden konnte. So konnten Bälle in ein Brett mit verschieden wertigen Löchern geworfen werden oder je nach körperlicher Verfassung ein Rollatorrennen absolviert werden. Der Anlass im Garten der Stiftung bot viele Begegnungsmöglichkeiten und wurde von dem Volksmusikquartett «rägebögeler» aus dem Raum Thun umrahmt.

Stiftung Alters- und Pflegeheim Oertlimatt
Die Stiftung oberhalb des Thunersees bietet drei Angebote: Alters- und Pflegeheim, drei Häuser mit Alterswohnungen sowie Ferien und Erholung.
Weitere Informationen unter: http://oertlimatt.ch/

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EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm, Genf 2016 © Foto: Christoph Knoch

„Hoffnungszeichen in einer aufgewühlten Welt“

Lindau/Deutschland | 30.08.2019 | APD | International

«Diese Versammlung ist ein Hoffnungszeichen in einer aufgewühlten Welt», sagte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bei der Eröffnung der 10. Weltversammlung „Religions for Peace”. Bei der interreligiösen Begegnung, die bis zum 23. August in Lindau am Bodensee stattfindet, sind rund 900 Vertreter von Weltreligionen anwesend und sprechen über ihre gesellschaftspolitische Verantwortung.

«Diese Versammlung ist ein Hoffnungszeichen in einer aufgewühlten Welt.» Mit dieser Friedensbotschaft hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, laut EKD-Pressmitteilung am 20. August die Teilnehmer der 10. Weltversammlung von „Religions for Peace“ willkommen geheissen. Die interreligiöse Begegnung, bei der Delegierte von 17 Religionen aus rund 100 Ländern vertreten sind, wurde in Lindau eröffnet. Sie findet erstmals in Deutschland statt. Rund 900 Vertreter von Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Judentum und andere Religionen sprechen bei dem Treffen über ihre gesellschaftspolitische Verantwortung.

Religionen verbinde das klare Bekenntnis, dass Gott der Schöpfer von Himmel und Erde sei und jeden Menschen mit der gleichen Würde versehen habe, so Bedford-Strohm in seinem Grusswort. «Mit diesem Treffen wollen wir ein weltweites Zeichen setzen gegen alles Trennende, was zu Hass und Gewalt führt.» Bedford-Strohm erinnerte in diesem Zusammenhang an das ökumenische Signal, das vom 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 ausging. Das Gedenken hatten Katholiken, Orthodoxe und Protestanten nach einer Geschichte von Feindschaft und Kriegen erstmals gemeinsam begangen, um damit ein Zeichen der Versöhnung zu setzen. «Die geistliche Verbundenheit, die ich bei den gemeinsamen Gottesdiensten gespürt habe, begleitet mich auch heute noch und wird mich weiterhin beflügeln», so der EKD-Ratsvorsitzende.

Für die EKD nimmt ausser dem Ratsvorsitzenden unter anderem auch Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber an der Konferenz teil. Die Versammlung endet am 23. August. Der Beitrag der Kirche für Gerechtigkeit und Frieden wird auch Thema der diesjährigen Synodentagung der EKD im November in Dresden sein.

Weitere Infos unter de.ringforpeace.org.

Ein Stream der Eröffnungsfeier mit dem Grusswort des EKD-Ratsvorsitzenden ist abrufbar auf facebook.ekd.de.

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Möbiusband als Holzskulptur von Gisbert Baarmann am Ufer des Bodensees in Lindau © Foto: Christian Flemming/ringforpeace

10. Weltkonferenz „Religions for Peace“ – für gemeinsame Zukunft

Lindau/Deutschland | 30.08.2019 | APD | International

„Religion darf niemals Rechtfertigung von Hass und Gewalt sein. Kein Krieg darf geführt werden im Namen der Religion!“ Mit diesen Worten begrüsste Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 10. Weltkonferenz Religions for Peace (Religionen für den Frieden) in Lindau. Rund 900 Delegierte aus 100 Ländern nehmen an der Tagung des weltweit grössten Bündnisses von Religionsgemeinschaften vom 20. bis 23. August in der Inselhalle am Bodensee teil.

Etwa 900 hochrangige religiöse Führer, Jugendliche und gläubige Frauen der grossen Weltreligionen wie Bahá’í, Buddhisten, Christen, Hindus, indigene Religionen, Jain, Juden, Islam, Sikh, Zoroastri werden von 100 Vertretern von Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützt, um in den vier Konferenztagen, nach Aussagen der Veranstalter, weitreichende Partnerschaften zum Wohle der Allgemeinheit aufzubauen. Das Motto der Tagung lautet: „Sorge für unsere gemeinsame Zukunft - durch Förderung des positiven Friedens“.

Die Versammlung selbst sei eine Zeit multireligiösen Handelns. Religionsführer aus Konfliktzonen würden an Konfliktmediationssitzungen unter weiteren Religionsführern und anderen wichtigen Interessengruppen teilnehmen. Diese privaten Friedensgespräche hätten bei früheren Konferenzen zu sehr positiven Ergebnissen auf dem Balkan, in Westafrika, im Nahen Osten, in Sri Lanka und Indonesien geführt. Nationale interreligiöse Räte (IRCs) und Gruppen würden bewährte Praktiken austauschen, um besser gerüstet zu sein, konkrete Massnahmen vor Ort in ihren eigenen Ländern zu ergreifen.

Die 1970 in Kyoto/Japan gegründete Versammlung Religions for Peace ist seit 1973 als Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen akkreditiert und hat ihren Sitz in New York/USA. Alle fünf bis sieben Jahre organisiert die Organisation eine Weltversammlung. Bei dem diesjährigen Treffen stehen zwei konkrete Ziele auf der Agenda: Nach den Anschlägen auf Kirchen in Sri Lanka und eine Moschee in Christchurch sollen mit Hilfe einer globalen Bewegung sogenannte „Schutzringe“ um religiöse Stätten errichtet werden. Zweitens sollen die Rechte afrikanischer Frauen gestärkt und sie besser vor sexueller Gewalt geschützt werden.

Weiter will die Konferenz Friedensprozesse vorantreiben und sich für Zusammenarbeit, Menschenrechte, Klimawandel und Umweltschutz einsetzen. Am Rande der Tagung finden ausserdem Gespräche zwischen Konfliktparteien aus Myanmar, Bangladesch, Nord- und Südkorea und Süd-Sudan statt.

Friedensring
Der Künstler Gisbert Baarmann hat aus Anlass der Weltkonferenz die 7,5 Meter hohe Skulptur „Ring of Peace“ (Friedensring) aus Lärchenholz im Luitpoldpark am Ufer des Bodensees geschaffen. 36 Hölzer aus aller Welt sind darin verarbeitet. Der sogenannte „Möbiusring“ steht als Symbol für den Frieden unter den Religionen, ohne oben und unten, innen und aussen.

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Prof. Dr. Azza Karam, neue Generalsekretärin von Religions for Peace © Foto: Religion for Peace

Muslimin zur Generalsekretärin von «Religions for Peace» gewählt

Lindau/Deutschland | 30.08.2019 | APD | International

Prof. Dr. Azza Karam wird neue Generalsekretärin der grössten interreligiösen Nichtregierungsorganisation Religions for Peace (RfP - Religionen für den Frieden). Die mehr als 700 Delegierten der 10. Weltversammlung wählten in Lindau/Deutschland die 50-jährige am 22. August zur ersten weiblichen Generalsekretärin an die Spitze der weltweit grössten Allianz religiöser Gemeinschaften. Sie folgt auf den US-Amerikaner Dr. William F. Vendley, der das Amt seit 1994 innehat.

Laut einer Medienmitteilung von Religions for Peace wurde Azza Karam 1968 in Kairo/Ägypten geboren. Die Muslimin ist Staatsbürgerin der Niederlande und Professorin für Religion und Entwicklung an der Vrije Universität in Amsterdam. Zudem arbeitet sie aktuell für die Vereinten Nationen zu Fragen rund um Religion, Entwicklung und Demokratie. Die gebürtige Ägypterin arbeitete unter anderem als Senior Advisor für Kultur beim Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und als Koordinatorin der Inter-Agency Task Force on Religion and Development der Vereinten Nationen, wo sie das Global Interfaith Network for Population and Development mit über 600 religiösen Organisationen aus aller Welt koordinierte. Seit den 1990er Jahren hat sie in verschiedenen Funktionen für eine Reihe von internationalen Organisationen gearbeitet.

Margot Kässmann ins Leitungsgremium von „Religions for Peace“ gewählt
Laut Evangelischem Pressedienst Deutschland (epd) wurde die deutsche Theologin Margot Kässmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017 in das Leitungsgremium von „Religions for Peace“ gewählt.

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Renke Brahms, Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland © Foto: Matthias Ulrichs/Bremische Evangelische Kirche

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland: «Frieden wieder in Gefahr»

Bonn und Hannover/Deutschland | 30.08.2019 | APD | International

80 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs hat die Evangelische Friedensarbeit vor einer neuen Kriegsgefahr gewarnt und betont, dass der 1. September 1939 bis heute eine Mahnung für Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit sei. „Durch unser Land ist vor 80 Jahren unendlich viel Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Darum stehen wir Deutsche in einer besonderen Verantwortung, unsere Stimme zu erheben, wenn übersteigerter Nationalismus, Menschenverachtung und Rassismus wieder laut werden, wenn durch Militarismus, Rüstung und Rüstungsexporte die Kriegsgefahr wächst“, heisst es in einem Aufruf der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen.

„Frieden wieder in Gefahr“
„80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs ist der Frieden wieder in Gefahr“, mahnt Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Derzeit gebe es zahlreiche gewaltsam ausgetragene Konflikte und Kriege. Menschen würden aus Furcht vor Gewalt und Verfolgung ihre Heimat verlassen und Rüstungsexporte dazu beitragen, dass Konflikte nicht friedlich gelöst werden könnten, kritisiert auch Lutz Krügener, einer der Sprecher der EAK und Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. „Deutschland ist eine der grössten Rüstungsexportnationen und hat an dieser Entwicklung einen wesentlichen Anteil“, so Krügener.

Mehr finanzielle Mittel für zivile Konfliktbearbeitung
Eine deutsche Verantwortung für den Frieden in der Welt sollte nach Ansicht der Evangelischen Friedensarbeit aber eher darin bestehen, sich für Versöhnung und Gerechtigkeit einzusetzen, betont Renke Brahms. „Dazu gehört, dass finanzielle Mittel für eine zivile Konfliktbearbeitung auszubauen und die Friedens- und Freiwilligendienste national wie international stärker zu unterstützen sind.“ Ebenso gelte es, den Klimaschutz massiv auszubauen, um eine weitere Ursache für Krieg und Flucht einzugrenzen.

Eine atomwaffenfreie Welt
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg verlange auch die Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt, betont die Evangelische Friedensarbeit. „Der Zweite Weltkrieg endete durch den Abwurf zweier Atombomben auf Japan, die Hundertausenden den Tod brachten, mit Folgen bis heute für die Opfer. 80 Jahre später wollen die Atommächte ihre Arsenale modernisieren und aufrüsten, gleichzeitig werden Abrüstungsverträge gekündigt. Damit steigt die Gefahr eines nuklearen Konflikts. Dem muss sich entgegengestellt werden“, so der EKD-Friedensbeauftragte.

„Die Opfer des Zweiten Weltkriegs sind auch 80 Jahre nach dessen Beginn eine laute und andauernde Mahnung für den Frieden“, stellte Renke Brahms fest. Direkt nach dem Krieg hätten die Kirchen der Welt betont, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein solle. „Dem sind Christinnen und Christen bis heute verpflichtet.“

Zum Wortlaut des EAK-Aufrufs:
https://static.evangelisch.de/get/?daid=y82zK2PrZ9qUs9ypa_mCjbHI00237231&dfid=download

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sprecher im Bundesvorstand der EAK sind Wolfgang Buff, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird im EAK-Vorstand und in der Mitgliederversammlung von Dr. Horst Sebastian vertreten, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Informationen: www.eak-online.de

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George und Nawal aus Syrien auf Plakat für neue Serie beim Hope TV „Gesichter der Verfolgung“ © Foto: Open Doors

UN-Gedenktag für Opfer religiöser oder weltanschaulicher Gewalt

Rom/Italien und Burgdorf/Schweiz | 30.08.2019 | APD | International

Der 22. August 2019 wurde von der 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen im Mai 2019 zum «Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten auf der Grundlage von Religion oder Weltanschauung» bestimmt. Die UN-Mitgliedstaaten, internationale Organisationen, die Zivilgesellschaft und NGOs werden aufgefordert, den Tag gebührend zu begehen, wie Fides, Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke, berichtete.

Der Entwurf zur Resolution war vom polnischen Aussenminister Jacek Czaputowicz eingebracht und von acht weiteren Staaten unterstützt worden. Die Resolution verurteilt jede Art von Gewalt gegen Personen auf der Grundlage ihrer Religion oder Weltanschauung sowie jeden direkten Angriff gegen deren Häuser, Geschäfte, Unternehmen, Schulen, Kulturzentren und Gebetsstätten, sowie Anschläge auf Personen, religiöse Stätte und Heiligtümer. Dies verstosse gegen das Völkerrecht, heisst es im Dokument. Es sei eine der Hauptaufgaben von Staaten, die Menschenrechte zu schützen und zu fördern. Das beinhalte auch den Schutz von Personen, die zu religiösen Minderheiten gehörten, einschliesslich ihres Rechts, ihre Religion oder Weltanschauung frei auszuüben.

Demnach sei es auch wichtig, dass die bestehenden Vorschriften besser in den Rechtssystemen umgesetzt und durchgesetzt werden, damit Individuen vor Diskriminierung und Hassverbrechen geschützt seien.

Christen stark von Diskriminierung und Gewalt betroffen
Die Christen sind weltweit am stärksten von religiöser motivierter Gewalt betroffen, wie der jüngste unabhängige Bericht im Auftrag des britischen Aussenministers Jeremy Hunt zeigt, schreibt Open Doors Schweiz, christliches Hilfswerk, das sich für verfolgte Christen einsetzt.

Das Independent Research Centre in Washington/USA erstellte eine Liste von Ländern, in denen die Regierungen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrer Überzeugungen «sehr starken Druck» auf bestimmte Bevölkerungsgruppen ausüben. An der Spitze der Liste steht China, gefolgt vom Iran, Indonesien, Malaysia und den Malediven.

Philippe Fonjallaz, Direktor von Open Doors Schweiz, begrüsst die Entscheidung der UNO, den 22. August zum Gedenktag zu erklären, um an diejenigen zu erinnern, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen unter Gewalt zu leiden haben. «Wir stehen zu denen, deren Leben auf dramatische Art und Weise von Gewalt geprägt ist, nur weil sie der «falschen» Religion angehören oder sich weigern, ihren Glauben zu leugnen», erklärt er. «Auch wenn diese Erklärung nicht alle Aspekte der religiösen Verfolgung, sondern nur Fälle von Gewalt anprangert, gibt sie der Hoffnung Ausdruck, dass die internationale Gemeinschaft ihre Augen für ein Phänomen öffnet, das sich Jahr für Jahr weltweit verschlimmert.»

Angriffe auf Christen und Kirchen
Open Doors veröffentlicht jährlich den Weltverfolgungsindex, der die 50 Länder auflistet, in denen die Situation für Christen am schwierigsten ist. Aus der Ausgabe 2019 geht hervor, dass zwischen November 2017 und Oktober 2018 in den 50 untersuchten Ländern mehr als 4100 Christen aus religiösen Gründen getötet wurden, darunter 3700 allein in Nord- und Zentralnigeria.

An Ostern 2019 starben bei Angriffen auf drei Kirchen in Sri Lanka mehr als 250 Menschen; 176 Kinder verloren Mutter oder Vater oder beide Elternteile; einige Familien verloren alle ihre Kinder. Anfang dieses Jahres kamen bei einem Angriff in einer Kirche auf den Südphilippinen 20 Menschen ums Leben. In Indonesien griffen Selbstmordattentäter 2018 an einem einzigen Tag drei Kirchen an.

Zum Weltverfolgungsindex von Open Doors: https://www.opendoors.ch/index

Zur TV-Serie «Gesichter der Verfolgung»:
https://www.hopechannel.de/tv/mediathek/serie/ml/gesichter-der-verfolgung/

Der Fides Artikel wurde redaktionell bearbeitet gemäss CC BY 4.0 / Creative Commons Namensnennung 4.0

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Pastor Mario Brito, Präsident der Adventisten in Süd- und Westeuropa © Foto: Corrado Cozzi/EUD

Adventisten: Grussworte an Präsidenten von EU-Kommission und Parlament

Bern/Schweiz | 30.08.2019 | APD | International

Pastor Mario Brito, der Präsident der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (Inter-Europäische Division, EUD) mit Sitz in Bern/Schweiz, hat beiden neu gewählten Präsidenten der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments Gratulationen und gute Wünsche zu deren Amtsantritt übermittelt.

Mario Brito wandte sich mit folgenden Zeilen an die neu gewählte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: „Es ist mir eine Ehre, Ihnen als Präsident der Inter-Europäischen Division der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten zu Ihrer jüngsten Ernennung und Wahl zur Präsidentin der Europäischen Kommission zu gratulieren. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist eine weltweite christliche Glaubensgemeinschaft, die in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union präsent und aktiv ist. Wir leben unseren Glauben verankert in der Perspektive der Hoffnung, dem Prinzip der Würde, der Pflicht zum Respekt und dem Willen zur Empathie“, so Brito weiter. Das seien Werte, die Adventisten bewegten, sich in der Gesellschaft zu engagieren.

„Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team Erfolg für die anspruchsvolle Aufgabe, die Ihnen übertragen wurde. Damit die Europäische Union während Ihrer Amtszeit ein noch stärkerer Akteur bei der Förderung des Friedens, der Verteidigung der Menschenwürde, der Achtung der Gewissens- und Religionsfreiheit sowie der Sorge für die Gesellschaft und die Umwelt sein kann“, schloss Brito. Er richtete ein weiteres Schreiben auch an den neuen Präsidenten des europäischen Parlaments, David-Maria Sassoli.

Inter-Europäische Division (EUD)
Die EUD umfasst als teilkontinentale Kirchenleitung in West- und Südeuropa Siebenten-Tags-Adventisten in folgenden 20 Ländern und Gebieten: Andorra, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Gibraltar, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Österreich, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweiz, Slowakei, Tschechien, Spanien, Vatikanstadt.

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Stephan G. Brass und Jens-Oliver Mohr (v.l.) © Foto: Jochen Streit/APD

Adventisten in Süddeutschland: Wechsel im Vorstand und Pressedienst

Ostfildern/Deutschland | 30.08.2019 | APD | International

Die überregionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Süddeutschland (Süddeutscher Verband, SDV) hat Pastor Jens-Oliver Mohr ab 1. August zum Vizepräsidenten des SDV gewählt. Er tritt die Nachfolge von Pastor Jochen Streit an, der an die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg wechselt. Mohrs Nachfolger in der Chefredaktion des Adventistischen Pressedienstes (APD Deutschland) wird Stephan G. Brass, der derzeitige Beauftragte für Kommunikation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Jens-Oliver Mohr (43) hat in Bogenhofen (Österreich), Passau und Friedensau Theologie studiert und war seit 2006 als Pastor in Baden-Württemberg tätig. Im Jahr 2015 wurde er zum Chefredakteur des Adventistischen Pressedienstes (APD Deutschland) berufen. Gleichzeitig leitet er die Presse- und Informationsstelle, das Referat für zwischenkirchliche Beziehungen und die Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Apologetik) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mohr wechselt in der Mitte der Wahlperiode als Vizepräsident in den Vorstand des SDV. Bis auf die APD-Chefredaktion nimmt er seine bisherigen Aufgaben weiterhin wahr. Jens Mohr ist verheiratet und hat eine Tochter.

Stephan G. Brass (65) studierte in Deutschland, England und den USA Theologie, Publizistik sowie Radio- und TV-Kommunikation. Er gehört zu den ersten Nutzern des Internets in Deutschland, angefangen mit den Feldversuchen unter dem damaligen Bildschirmtext (BTX). Über 35 Jahre lang betreute er als Pastor verschiedene Kirchenbezirke der Adventisten in Nord- und Süddeutschland. In den jeweiligen Bundesländern beriet er die regionalen Kirchenleitungen als Pressesprecher oder als Beauftragter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit 2017 ist Brass als Beauftragter für Kommunikation für die beiden deutschen überregionalen Kirchenleitungen mit dem Aufbau dieser Abteilung betraut. Ab 1. August übernimmt er zusätzlich die Chefredaktion des Adventistischen Pressedienstes in Deutschland.

Jochen Streit (53) ist ausgebildeter Theologe und war zwölf Jahre lang in der überregionalen Verwaltung der Freikirche in Süddeutschland tätig; von 2007 bis 2012 als Jugendabteilungsleiter, von 2012 bis 2019 als Vizepräsident und Generalsekretär. Davor leitete er als Vorstandsmitglied und Jugendabteilungsleiter die Geschicke der Adventisten in Bayern. Streit wird an der Theologischen Hochschule Friedensau die Aufgabe des Abteilungsleiters für akademische und studentische Angelegenheiten übernehmen.

Süddeutscher Verband
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland besteht aus den überregionalen Kirchenleitungen in Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband, NDV) mit Sitz in Hannover, sowie in Süddeutschland (Süddeutscher Verband, SDV), mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart. Zum SDV gehören die regionalen adventistischen Kirchenleitungen in Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland). Weitere Infos unter:
www.adventisten.de/organisation/sueddeutscher-verband

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Symbolbild © Foto: Matthias Müller / churchphoto.de

Kirchen trauern und reagieren auf die Gewalt in den USA

El Paso, Texas und Dayton, Ohio/USA und Genf/Schweiz | 30.08.2019 | APD | International

Bei zwei Anschlägen in El Paso, Texas, am 3. August und am 4. August in Dayton, Ohio sind in den USA über 30 Personen ums Leben gekommen und mindestens 46 verletzt worden. Der Schütze in El Paso wurde verhaftet, jener in Dayton wurde von der Polizei erschossen. Siebenten-Tags-Adventisten, der Nationale Kirchenrat der USA sowie der Weltkirchenrat verurteilen die Gewalt und fordern gesetzliche Massnahmen, die den Zugang zu Schusswaffen einschränken.

Adventisten: «Schockiert und traurig über die unsägliche Tragödie»
Die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West Texas und im Bundesstaat New Mexico (Texico-Conference) mit Sitz in Corrales, New Mexico, ist «schockiert und traurig über die unsägliche Tragödie», die sich in El Paso ereignet hat. Es gebe «keine rationale Erklärung für einen so abscheulichen Akt der Gewalt und Zerstörung». Gemeinsam mit den vielen anderen würden sie um Trost, Kraft und Heilung für Verletzte und die Opferfamilien beten.

Die adventistische Kirchenleitung in Dayton (Ohio-Conference) hielt fest, dass es sich um die 250. Massenerschiessung in den USA im laufen Jahr handle. «Wir trauern um den Verlust unschuldiger Leben», so die Kirchenleitung. Sie sprach den Verletzten sowie den Angehörigen und Freunden der Opfer «unser tief empfundenes Beileid» aus. «Eine Welt voller Hass muss die Liebe Jesu in seinem Volk wie nie zuvor sehen», sagte Pastor Ron Halvorsen Jr., Präsident der Kirchenleitung in Ohio-Konferenz.

Gleichzeitig wurde auf die Erklärung der adventistischen Weltkirchenleitung von 1990 zur «Ächtung des Verkaufs von Handfeuerwaffen an Zivilisten» hingewiesen:
https://www.adventisten.ch/fileadmin/adventisten.ch/files/dateien_pdf/dokumente_und_stellungnahmen/01_stellungnahmen_erklaerungen/1990_A%CC%88chtung_des_Verkaufs_von_Handfeuerwaffen_an_Zivilisten_ERAD.pdf

Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK) fordert Massnahmen gegen Waffengewalt
«Wir sind mit unseren Schwestern und Brüdern in den USA in diesen Stunden der Trauer und Verwirrung», sagte ÖRK-Generalsekretär Dr. Olav Fykse Tveit, «und zusammen mit unserem Beileid schliessen wir uns den dringenden Aufrufen von Kirchen und Kirchenleuten nach echten Abhilfemassnahmen gegen die Waffengewalt an».

«Wir wissen», sagte Tveit, «dass die Frage der Waffen in den USA mit grösseren Themen wie Gewalt, Rasse und politische Polarisierung zu tun hat». Es handle sich nicht nur um eine gesetzgeberische Frage, sei dies aber auch. Gesetzgeberische Lösungen in den USA würden oft von Lobbygruppen behindert, die sich auf die durch den zweiten Verfassungszusatz (Second Amendment) der US-Verfassung, bezüglich der garantierten Rechte zum Besitz und Tragen von Waffen berufen, heisst es in der Mitteilung des Weltkirchenrats.

Nationaler Kirchenrat der USA: Gewählte Politiker haben Angst vor der Waffenlobby
Jim Winkler, Präsident und Generalsekretär des Nationalen Kirchenrats der USA (National Council of Churches) in den USA, kommentierte die Schiesserei mit den Worten: «Es gibt keinen Grund für jemanden, Angriffswaffen zu besitzen, die für den Einsatz im Krieg geschaffen wurden. Es gibt eine breite öffentliche Unterstützung für die Forderung nach Bewilligungen zum Besitz persönlicher Waffen, für ein Verbot von Angriffswaffen sowie für Hintergrundüberprüfungen. Der einzige Grund, warum sich gewählte Amtsträger weigern, Massnahmen im Sinne der Wünsche der Wähler zu ergreifen, besteht darin, dass sie die Macht der Waffenlobby fürchten», so Winkler. Der Nationale Kirchenrat der USA ist der Zusammenschluss von 37 protestantischen, orthodoxen und anderen christlichen Konfessionen.

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Symbolbild © Foto Gerd Altmann/pixabay

USA: Massenerschiessungen – Adventisten stellen Care Teams

Columbia, Maryland/USA | 30.08.2019 | APD | International

Bei den zwei Massenerschiessungen in El Paso, Texas, am 3. August und am 4. August in Dayton, Ohio sind in den USA 31 Personen ums Leben gekommen und mindestens 46 verletzt worden. Der Adventistische Sozialdienst (Adventist Community Services Disaster Response, ACS DR) stellte im Familienbetreuungszentrum in El Paso den Angehörigen und Freunden der von der Schiesserei Betroffenen ein Care Team mit ausgebildeten Fachpersonen für emotionale, psychologische und spirituelle Hilfe zur Verfügung. Siebenten-Tags-Adventisten, der Nationale Kirchenrat der USA sowie der Weltkirchenrat verurteilten die Gewalt und forderten gesetzliche Massnahmen, die den Zugang zu Schusswaffen einschränken.

Nach der Kontaktaufnahme von W. Derrick Lea, Direktor des Adventistischen Sozialdienstes (ACS) der Nordamerikanischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten (NAD), mit dem Amerikanischen Roten Kreuz, stellte ACS ein Care Team von Englisch und Spanisch sprechenden, approbierten Fachpersonen im Familienbetreuungszentrum von El Paso zur Verfügung. Am 7. August habe das Familienbetreuungszentrum rund 200 Personen helfen können, schreibt der Adventistische Sozialdienst auf seiner Webseite.

ACS hat ebenso mit den Behörden in Mexiko Kontakt aufgenommen, um auch betroffenen Mexikanern eine Hilfestellung anzubieten, die aufgrund eines ungeklärten Aufenthaltsstatus in den USA die Angebote des Familienbetreuungszentrums von El Paso nicht in Anspruch nehmen wollen.

Besuch von Präsident Trump in El Paso motivierte Betroffene zum Protest
Am 8. August, als Präsident Trump El Paso besuchte, hätten sich viele Betroffene am Protest gegen dessen Besuch in El Paso beteiligt. Deshalb sei die Zahl der Hilfesuchenden im Familienbetreuungszentrum an diesem Tag massiv eingebrochen, schreibt ACS. Am 11. August hat laut ACS ein zweites Care Team das erste abgelöst.

Care Team auch in Dayton
Andrew Mobley, Leiter des Adventistischen Sozialdienstes der regionalen Kirchenleitung in Columbus, Ohio, informierte die Behörden in Dayton, Ohio, dass ein Care Team zur psychologischen Begleitung von Angehörigen bereitstehe.

Der Adventistische Sozialdienst forderte die Besucher der Webseite auf, «für die ACS-Teams und die Familien, die unter dieser Tragödie leiden», zu beten.

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Logo der Kampagne „enditnow“ - Sag Nein zur Gewalt gegen Frauen © Logo: sta-frauen.de

Adventisten: Schwerpunkttag gegen häusliche und sexuelle Gewalt

Hannover/Ostfildern/Wien/Zürich | 30.08.2019 | APD | International

„Das Gefühl von HOFFNUNG und LEBENSSINN ist für uns Menschen lebensnotwendig“ heisst in dem Materialpaket der Abteilung Frauen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zum weltweiten Schwerpunkttag gegen häusliche und sexuelle Gewalt am 24. August. Jeder vierte Samstag im August bietet Gelegenheit, in den Gottesdiensten der Freikirche offen diese Thematik anzusprechen.

Resilienz
Bei Resilienz geht es um die Eigenschaft, Belastungen stand zu halten und auch unter schwierigen Bedingungen gesund und leistungsfähig zu bleiben. Nach Dr. Julian M. Melgosa, assoziierter Leiter der Erziehungsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung, geht es um „die Fähigkeit, sich von Unglücksfällen [zu] erholen oder sich Veränderungen anpassen zu können.“ Diese Art von Resilienz sei die Fähigkeit, sich gut anzupassen, wenn man mit einem verstörenden Ereignis wie Unglücksfällen, Verletzungen, tragischen Ereignissen, Bedrohungen und anderen Stressauslösern konfrontiert wird. Dazu gehöre auch häusliche und sexuelle Gewalt.

Schwerpunkttag am vierten Samstag im August
Im Jahre 2001 hat die Weltkirchenleitung der Adventisten erstmalig einen Aktionstag zur Prävention von Missbrauch ausgerufen. 2014 wurde er in „enditnow (jetzt beenden) Schwerpunkttag“ umbenannt. Beim „enditnow“-Tag gestalten adventistische Frauen auf der ganzen Welt Gottesdienste und Seminare, in denen sie darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass die Kirche das Problem von Missbrauch und Gewalt nicht verschweigt.

Materialpakete
Von der Webseite adventistischer Frauen im deutschsprachigen Raum können Materialien auf Deutsch, Französisch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Russisch, Rumänisch/Ungarisch zu diesem Tag heruntergeladen werden Dazu gehören formulierte Referate, Power-Point-Präsentationen sowie ausgearbeitete Seminare zu den Themen „Heilsames Denken“ und „Vergebung“. Es heisst dort zu den Beweggründen: „Obwohl für viele Menschen ein unbequemes Thema, ist es immer deutlicher geworden, dass Missbrauch ein ernsthaftes Problem für Christen, [auch] Siebenten-Tags-Adventisten ist.“ Missbrauch in jeglicher Form entstelle den Leib Christi - das gelte sowohl für Opfer und Täter als auch für die Kirchengemeinde, die mit den verletzten Mitgliedern zurückbleibe.

Material zum Schwerpunkttag 2019:
https://sta-frauen.de/material/themensabbate/enditnow-schwerpunkttag/

enditnow
Bei einem „enditnow-Schwerpunkttag“ sagen Siebenten-Tags-Adventisten ein deutlichen NEIN zu jeglicher Form von Gewalt. An diesem Tag bieten sich Möglichkeiten für örtliche Kirchengemeinden, das Thema anzusprechen und damit zu enttabuisieren, das Schweigen zu brechen, Kirchenmitglieder und Kirchenleiter für diese Problematik zu sensibilisieren, die Gesellschaft zu informieren und den Opfern Hilfsangebote zu eröffnen.

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Euro Banknoten © Foto: martaposemukel/pixabay

Deutschland: Spendenbereitschaft der Adventisten weiterhin hoch

Ostfildern/Deutschland | 30.08.2019 | APD | International

Über 58 Millionen Euro / 63 Millionen Franken spendeten die 34.792 deutschen Siebenten-Tags-Adventisten im Jahr 2018 für den Unterhalt ihrer Freikirche. Um knapp 2 Millionen Euro / 2,18 Millionen Franken hat sich das Spendenaufkommen gegenüber dem Vorjahr erhöht. Jeder Adventist in Deutschland gab durchschnittlich 1.690 Euro / 1.845 Franken.

„2018 war in finanzieller Hinsicht ein sehr segensreiches Jahr“, kommentierte der Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Dieter Neef, das vorgelegte Zahlenwerk. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige: während 19.200 Adventisten in Nord- und Ostdeutschland durchschnittlich 1.426 Euro / 1.557 Franken pro Mitglied gaben, waren es in Süddeutschland bei 15.592 Mitgliedern 1.856 Euro / 2.026 Franken pro Adventist.

Die Spenden für die Aussenmission in Höhe von 2,8 Millionen Euro / 3,05 Millionen Franken sind gegenüber dem Vorjahr etwas rückläufig, wogegen die Haushaltsbeiträge für die lokalen Kirchengemeinden mit insgesamt 11,4 Millionen Euro / 12.4 Millionen Franken um knapp 2 Millionen Euro / 2,18 Millionen Franken gestiegen sind. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische „Zehnte“ gehört. Die Zehntensteigerung betrug in Nord- und Ostdeutschland 3,8 Prozent, in Süddeutschland sogar 5,8 Prozent. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte.

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Broschüre „Gezählt 2019“ © Cover: gobasil GmbH/EKD

Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 56 Prozent

Bonn und Hannover/Deutschland | 30.07.2019 | APD | International

Nur noch 56,1 Prozent der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland gehört einer Kirche oder christlichen Gemeinschaft an. Das sind bei 82,972 Millionen Einwohnern 46,581 Millionen Christen und damit 1,1 Prozent weniger als im Jahr 2017. Wie aus der Veröffentlichung „Gezählt 2019 − Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hervorgeht, verloren die beiden grossen Kirchen in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr zusammen 704.000 Mitglieder.

Die meisten Gläubigen (23 Millionen oder 27,7 Prozent der Bevölkerung) gehörten am 31.12.2018 zur römisch-katholischen Kirche, gefolgt von der EKD mit 21,141 Millionen beziehungsweise 25,5 Prozent. Die Mitglieds- und Gastkirchen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) verzeichnen 294.000 Angehörige, 1,543 Millionen Menschen bekennen sich zu den orthodoxen Kirchen, weitere christliche Kirchen haben 401.000 und die christlichen Gemeinschaften 200.000 Mitglieder.

Kaum noch Interesse am evangelischen Sonntagsgottesdienst
Zum Stichtag 31.12.2018 gehörten insgesamt 21.140.599 Menschen einer der 20 evangelischen Gliedkirchen der EKD in Deutschland an. Das sind rund 395.000 Mitglieder weniger als 2017. Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche erhöhte sich im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr von 190.284 auf 197.207. Im letzten Jahr wurden 176.239 Menschen getauft, 7.340 weniger als 2017. Die Zahl der Wiederaufnahmen erhöhte sich leicht um 216 Personen auf 16.342. Zudem wechselten 9.887 Gläubige aus anderen christlichen Kirchen in eine der Landeskirchen; 2017 waren es 9.863 gewesen. Die gegenüber 2017 rückläufige Mitgliederzahl sei wesentlich auf den demographischen Wandel in Deutschland zurückzuführen, so die EKD. Im Jahr 2018 verstarben rund 257.000 Angehörige der evangelischen Kirche. Den Sonntagsgottesdienst besuchen nur noch 3,3 Prozent der Kirchenmitglieder regelmässig. Am Karfreitag sind es 4,2 Prozent, am Erntedankfest 7,1 Prozent und an Heiligabend 39,1 Prozent.

Die Broschüre „Gezählt 2019 – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“ ist im Internet zu finden unter:
https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/Gezaehlt_zahlen_und_fakten_2019.pdf

Auch weniger Katholiken
Die Zahl der Austritte aus der römisch-katholischen Kirche stieg 2018 erheblich an. 216.078 Menschen verliessen die Kirche, 2017 waren es 167.504. Die 27 Diözesen der Deutschen Bischofskonferenz verzeichnen in ihrer aktuellen Kirchenstatistik für das Jahr 2018 jetzt 23.002.128 Kirchenmitglieder. Den Austritten und 243.705 Bestattungen standen im letzten Jahr 167.787 Taufen, 2.442 Eintritte (wovon 2.134 Protestanten waren) und 6.303 Wiederaufnahmen in die katholische Kirche gegenüber. Nur noch 9,3 Prozent der Katholiken besuchen regelmässig den Sonntagsgottesdienst.

Der Flyer „Katholische Kirche in Deutschland – Statistische Daten 2018“ kann ebenfalls im Internet heruntergeladen werden:
https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2019/2019-118a-Flyer-Statistische-Daten-2018.pdf

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Teilnehmer einer Gehörlosen-Bibelfreizeit © Foto: Gerd Wildemann

Deutschland: 100 Jahre Gehörlosengemeinschaft der Adventisten

Hamburg/Deutschland | 30.08.2019 | APD | International

Am 3. August hat die Gehörlosengemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Der Gehörlosentag im Adventhaus Grindelberg in Hamburg stand unter dem Motto „Heute noch mit Jesus leben?“ Als Gäste haben die gehörlosen Pastoren Douglas da Silva aus Brasilien und Jeff Jordan aus den USA teilgenommen. Am 11. April 1919 schloss sich Margarete Heine durch die Erwachsenentaufe in Bremen der Freikirche an. Mit ihr begann 1919 die adventistische Gehörlosenmission in Deutschland.

Anfänge in Bremen
Margarete Heine wurde 1894 als hörendes Kind gehörloser Eltern geboren. Sehr früh erlernte sie als die Älteste von sechs Kindern der Eheleute Heine die Handzeichensprache, um sich mit den Eltern verständigen zu können. Mit 24 Jahren lernte sie durch die Adventistin Giesecke den Glauben an Jesus Christus kennen. Als Kinderfräulein betreute Margarete Heine nach ihrer Taufe die gehörlosen Kinder Else und Hilda bei der gehörlosen Familie Pohl und erzählte ihnen auch von ihrem Glauben.

Im Januar 1920 wurde Frau Pohl, die Mutter von Else und Hilda, als erste Gehörlose getauft und in die Adventgemeinde Bremen aufgenommen. Mit 26 Jahren lernte Margarete den gehörlosen Berliner Carl Puich kennen. Er war Sozialist und glaubte nicht an Gott. Das änderte sich jedoch und er liess sich am 20. Dezember 1920 taufen. Vier Tage später fand die Hochzeit mit Margarete statt. Die Trauung wurde von dem adventistischen Pastor Müller aus Magdeburg in Zeichensprache durchgeführt.

Carl Puich war der erste gehörlose adventistische Evangelist in Deutschland. Er begann 1921 die Bibel mit Gehörlosen zu studieren. Seine Frau Margarete dolmetschte jeden Sabbat (Samstag) im Gottesdienst das Bibelgespräch und die Predigt. Mit 35 Jahren wurde Margarete Puich auch als Gebärdensprachdolmetscherin an den Gerichten vereidigt. Ihre Dolmetschertätigkeiten waren nicht nur auf Bremen beschränkt. Auch zu Ärzten und Behörden wurde sie gerufen. Über 50 Jahre wirkte Margarete unermüdlich im Dienst an gehörlosen Mitmenschen. Carl Puich verstarb 1966, seine Frau 1982.

Ausbau der adventistischen Gehörlosengemeinschaft
Nach dem Tod von Carl Puich wurde der gehörlose Horst-Dieter Meyer evangelistisch tätig. Er hielt 1973 seine ersten Bibelvorträge unter Gehörlosen in Hannover. Horst-Dieter Meyer wurde neben seinem Beruf als Optikermeister in Stadthagen nach Carl Puich der zweite gehörlose Evangelist der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Durch sein Engagement wuchs die adventistische Gehörlosengemeinschaft. Er starb 2015.

1974 fand die erste Gehörlosen-Bibelfreizeit im Bergheim Mühlenrahmede im Sauerland mit Horst-Dieter Meyer und Gastreferent Pastor Heinz Hopf statt. Es war der Start eines jährlich stattfindenden Gehörlosentreffens der adventistischen Gehörlosengemeinschaft auf Bundesebene.

1976 wurde Georg Pietruska Beauftragter, Dolmetscher und Koordinator für die adventistischen Dolmetscher. Er organisierte in den Adventgemeinden von 1976 bis 1996 Dolmetscherkurse. Pastor Gerhard Freitag, wurde von1987 bis 1990 offizieller Beauftragter der Freikirche für die adventistischen Gehörlosen. 1992 wurde Pastor Gerd Wildemann der zweite offizielle Bundesbeauftragte für die Gehörlosen. 2013 fand der erste internationale Gehörlosenkongress der Siebenten-Tags-Adventisten in Cologne/Frankreich statt. 2015 gab es den ersten internationalen Gebärdendolmetscher-Lehrgang für die Gebärdensprache International Sign Language (ISL) in Sevilla/Spanien.

Globaler Dienst für Gehörlose
Laut Gerd Wildemann, gibt es weltweit 250 bis 300 Millionen Gehörlose, von denen nur zwei bis vier Prozent Christen seien. Deshalb habe die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten erstmals mit Jeff Jordan, Collegedale, Tennessee/USA, einen gehörlosen Pastor zum Koordinator des Dienstes an Gehörlosen ernannt. Er soll als globaler Berater, Trainer und Evangelist tätig sein, um die rasch wachsende weltweite Arbeit der Adventisten unter Gehörlosen zu unterstützen. Pastor Jordan hat ein Theologiestudium absolviert und ist aktiv in gehörlosen Kirchengemeinden tätig.

Spezielle Dienste der Adventisten für Gehörlose gebe es gegenwärtig in Argentinien, Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada, Kenia, Mexiko, den Philippinen, Russland, der Ukraine und den USA, so Pastor Wildemann.

Jubiläumsfeier in Hamburg
Bei der Jubiläumsfeier am 3. August in Hamburg hat Jordan im Gottesdienst die Predigt in der Internationale Gebärden Sprache gebärdet. Dolmetscher haben in die Deutsche Gebärdensprache und in die Lautsprache Englisch / Deutsch übersetzt.

Am Samstag-Nachmittag gab es unter anderem einen Einblick in den weltweiten Gehörlosendienst der Siebenten-Tags-Adventisten mit Berichten aus Deutschland, den USA und Brasilien. Aus Brasilien berichtete Douglas da Silva, São Paulo. Er sei der erste gehörlose adventistische Pastor in Brasilien für den Dienst an Hörgeschädigten in seinem Land, informierte Wildemann.

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Rund 4.000 adventistische Pfadis beim Camporee 2019 in Ardingly, WestSussex/England © Foto: Victor Hulbert/TED News

Adventisten: Fünf grosse, internationale Pfadfindertreffen im 2019

Sesimbra/Portugal, Ardingly/England, Oshkosh/USA | 30.08.2019 | APD | International

Fast parallel zum Pfadfindertreffen (Camporee) in Portugal mit knapp 2.600 Teilnehmern aus West- und Südeuropa versammelten sich vom 30. Juli bis 4. August rund 4.000 adventistische Pfadis, deren Leiter, Betreuer und Helferinnen auf dem Ardingly Showground in Sussex, einem der grössten Campingplätze in Südengland. Vom 12. Bis 17. August versammelten sich rund 55.000 Teilnehmende beim internationalen Camporee in OshKosh, Wisconsin/USA. Beim Treffen in Portugal lautete das Lagerthema „Gottes Zusage“ (God’s Promise), in Südengland „Auszug“ (Exodus) und in den USA „Erwählt“ (Chosen). Mit Anspielen und Videosequenzen untermauerten die jeweiligen Hauptredner das der Bibel zugrunde liegende Lagerthema bei den geistlichen Zusammenkünften.

Camporees haben adventistische Pfadfindertradition
Camporees entsprechen den Jamborees des Weltpfadfinderverbandes. In Deutschland haben Zeltlager der adventistischen Pfadfinder eine lange Tradition. 1957 wurde die erste „Jungfreundefreizeit“ in Freudenstadt durchgeführt. Später nannten sie sich die „Christlichen Pfadfinder der Adventjugend“ (CPA), die Pfadfinderorganisation innerhalb der Jugendabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Zu den Feiertagswochenenden wie Ostern, Auffahrt und Pfingsten finden in Deutschland regelmässig Freizeiten und Zeltlager in den Bundesländern statt. Manche Bundesländer führen gemeinsame Treffen durch. Ein Pfadfinderlager mit deutschlandweitem Charakter ist das Osterlager Friedensau (OLaF) auf dem grossen Zeltplatz beim Hochschulgelände Friedensau/Sachsen-Anhalt.

1977 nahmen die deutschen adventistischen Pfadfinder und Pfadfinderinnen am ersten internationalen Camporee der teilkontinentalen Kirchenleitung für West- und Südeuropa (Euro-Africa-Division/EUD) in Malcesine/Italien teil. Sowohl das Treffen in Portugal als auch das Event in Südengland entsprechen dieser Tradition.

Riesige Pfadfindertreffen in Brasilien und in den USA
Im Januar dieses Jahres fanden auf dem südamerikanischen Kontinent in Barretos, nördlich von São Paulo/Brasilien, zwei aufeinanderfolgende Camporées mit jeweils über 50.000 Teilnehmern statt. Das alle fünf Jahre stattfindende Ereignis brachte Jugendliche aus den acht Ländern Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Ecuador, Paraguay, Peru und Uruguay zusammen.

Vom 12. Bis 17. August haben sich rund 55.000 Teilnehmende beim internationalen Camporee in OshKosh, Wisconsin/USA getroffen. Unter dem Motto: „Chosen“ (Erwählt) ging es um die biblische Figur des David. Wie bei allen solchen Lagern konnten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Gradabzeichen erwerben, handwerkliche Fähigkeiten erlernen und einsetzen, Anstecknadeln austauschen, Freundschaften schliessen und erneuern, ihren Glauben stärken und beeindruckende Ereignisse erleben. Das internationale Camporee in OshKosh ist der Mega-Event der weltweiten adventistischen Pfadfinderbewegung.

Adventistische Pfadfinder und Pfadfinderinnen weltweit
Nach Angaben der Jugendabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung sind weltweit etwa 2,6 Millionen Pfadfinderinnen und Pfadfinder in über 90.000 lokalen Gruppen zusammengeschlossen. Deutschlandweit sind etwa 3.500 CPA’s in 180 Gruppen aktiv. Sie sind in den meisten Fällen an lokale Kirchengemeinden angebunden. In der Deutschschweiz gibt es rund 200 Pfadfinder und Pfadfinderinnen in 13 Ortsgruppen. Mehr Infos: https://www.adventjugend.ch/adwa/

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Adventistische Frauen übergeben Bettwäsche an das Personal des Krankenhauses von Chiquimula © Foto: Bladimir Pineda/IAD News

Guatemala: Adventisten verteilen Bettwäsche an Krankenhäuser

Miami, Florida/USA | 30.08.2019 | APD | International

Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten aus der östlichen Region Guatemalas verteilten Anfang Juli Bettwäsche an vier öffentliche Krankenhäuser in den Städten Chiquimula, Zacapa, Jalapa und Jutiapa. Mit dieser Initiative unterstützte die Frauenabteilung der Freikirche die Krankenhäuser, die mit der Versorgung ihrer Patienten zu kämpfen haben, berichtet die Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Mittelamerika (IAD News).

Spenden für Bettlaken
Die Frauen hatten in 202 Kirchengemeinden etwa 5.000 US-Dollar gesammelt. Damit hatten sie 561 Bettlaken massanfertigen und mit dem Logo der Freikirche und einem Bibeltext bedrucken lassen. Die Aktion zeige die hohen Wertmassstäbe der Freikirche, so Dr. Danilo Mart, ein Vertreter des Krankenhauses in Chiquimula. Das sei beispielhaft.

Dr. Helen Ramos, eine der Leiterinnen des Krankenhauses in Jutiapa, erklärte, über 30 Prozent der Patienten seien Frauen. Das nationale Krankenhausnetzwerk in Guatemala verfüge über mehr als 45 Krankenhäuser und 1.600 Gesundheitszentren, um den Bedürfnissen von über 17 Millionen Menschen zu begegnen. Ein Bettlaken müsse nach etwa drei Monaten erneuert werden.

In jeder Kirchengemeinde vor Ort waren die Leiterinnen der Abteilung Frauen aufgerufen, ein Bettlaken im Wert von 10 US-Dollar zu kaufen. Andere Frauen sollten ebenfalls dazu ermutigt werden. So wollte man das Ziel von 561 Bettlaken erreichen, die vorrangig Frauen in den Krankenhäusern zukommen sollten.

Unterversorgung in Krankenhäusern
„Wir wollten die Bedingungen für die Patienten verbessern helfen“, so Brenda de Solis, Leiterin der Abteilung Frauen der Freikirche in Ostguatemala. Viele der Krankenhäuser seien nicht ausreichend versorgt, und die Bettwäsche sei eine Möglichkeit, gezielt den Bedürfnissen der Patienten zu helfen. Weitere Initiativen und Projekte seien geplant, so de Solis.

Adventisten in Guatemala
In dem mittelamerikanischen Land zwischen Karibik und Pazifik, das im Norden an Mexiko und im Süden an Honduras und El Salvador grenzt, leben nach Angaben aus dem Jahr 2018 knapp 250.000 mündig getaufte adventistische Kirchenmitglieder in 971 Kirchengemeinden und 255 Kleingruppen.

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Ein «Zehntenhaus» auf Vanuatu © Foto: Adventist Record

«Zehntenhäuser» für adventistische Selbstversorger im Südpazifik

Wahroonga, NSW/Australien | 30.08.2019 | APD | International

Kleine gedeckte Gestelle neben der Kirche, sogenannte «Zehntenhäuser», seien in den Dörfern des Südpazifiks weit verbreitet, um den «Zehnten» der Kirche in Form von Naturalien zu spenden, berichtet Pastor Glenn Townend, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Adventist Record, australische Kirchenzeitschrift. Die meisten Adventisten in ländlichen Gebieten sind Subsistenzbauern, also Selbstversorger und haben kein Geld. Ihre Währung sind Tiere und deren Produkte sowie Feld- und Gartenprodukte.

So wie die israelitischen Hirten jedes zehnte Tier Gott als Zehnten gegeben hätten (3 Mose 27:30,32), so werde jede zehnte Süsskartoffel, Jamwurzel, Wasserbrotwurzel, oder Banane in das «Zehntenhaus» gelegt. Die «Zehntenhäuser» im Südpazifik und die darin gelagerten «Zehnten» in Form von Naturalien, seien Ausdruck der Treue jener Menschen, die erkannt hätten, dass Gott es sei, der ihnen alles gebe, so Townend. Der Bezirkspfarrer sammle jeweils diese Zehnten, trage sie auf den Markt, verkaufe sie und übergebe das gelöste Bargeld dem örtlichen Büro der adventistischen Kirchenleitung.

Bargeldloses «egiving»
In australischen Kirchen der Adventisten könne es passieren, dass kaum jemand etwas in die Kollektentäschchen lege, die im Gottesdienst in den Reihen der Besucher zirkulierten. Dennoch seien Spenden und Zehnten an die Kirche gewachsen so Townend. Da viele Leute ohne Bargeld unterwegs seien, habe die Kirche eine «egiving»-Möglichkeit eingerichtet, über die man den Zehnten und die Gaben bargeldlos überweisen könne.

Mehr dazu: egiving.org.au.

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Brände bei Monreale, Sizilien/Italien © Foto: ADRA Italien

Drei adventistische Familien nach Bränden in Sizilien obdachlos

Monreale, Sizilien/Italien | 30.08.2019 | APD | International

In den letzten Wochen gab es laut HopeMedia Italia verschiedene Waldbrände auf Sizilien. Förster der Insel vermuten Brandstiftung. Am 2. August brannte der Bergrücken bei Monreale, einer Stadt in der Nähe von Palermo, der Hauptstadt Siziliens. Dabei seien auch die Häuser von drei adventistischen Familien teilweise oder ganz ausgebrannt, sodass die Familien obdachlos geworden seien, sagte Pastor Constantin Dinca, Kirchenleiter der Adventisten in Sizilien.

Dinca sagte, es sei ein bitterer Moment. Alles, wofür die Familien ihr ganzes Leben lang gearbeitet hätten, sei in "einen Albtraum einer Flammennacht, in der sich Tränen mit Staub und Rauch vermischten", verschwunden.

Die Flammen vernichteten in drei Tagen 356 Hektar mediterranes Gestrüpp auf Sizilien. Am 2. August, bei den Bränden um Monreale, seien sechzig Hektar Wald, drei Häuser und eine unbestimmte Anzahl von Autos vom Feuer zerstört worden. Beamte hätten berichtet, dass einige der 70 Evakuierten bereits in ihre Häuser zurückgekehrt seien, so HopeMedia Italia.

"Wir danken Gott, dass die Adventistenfamilien und alle Bewohner der Stadt sicher sind", sagte Pastor Dinca. "Wir danken Gott auch für die Feuerwehrleute und die Freiwilligen, die die ganze Nacht unermüdlich gearbeitet haben." Er rief die Kirchenmitglieder auf, für die Adventistenfamilien zu beten und ihnen sowie weiteren Betroffenen beim Wiederaufbau zu helfen.

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Loma Linda Universitätsklinikum in Kalifornien/USA © Foto: LLUHN

USA: Adventistische Loma Linda Universitätsklinik ausgezeichnet

Loma Linda, Kalifornien/USA | 30.08.2019 | APD | International

Das amerikanische Nachrichtenmagazin U.S. News & World Report hat das Loma Linda University Medical Center (LLUMC) kürzlich als eines der besten regionalen Krankenhäuser in der Metropole Riverside und San Bernardino in Kalifornien ausgezeichnet. Das Magazin stuft es in mehreren Bereichen für den Zeitraum 2019-2020 als „leistungsstark“ ein, berichten die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review und die Loma Linda University Health News (LLUHN).

Die am 30. Juli 2019 veröffentlichte jährliche Einstufung sieht die Versorgung im LLUMC deutlich besser als der nationale Durchschnitt. Wie Loma Linda University Health News (LLUHN) mitteilte, wurden acht Fachgebiete der Klinik als leistungsstark („High Performing“) ausgezeichnet, darunter die Gynäkologie, die Gastroenterologie und gastrointestinale Chirurgie. Sechs gängige Verfahren in der Behandlung von Erkrankungen wurden ebenfalls als „hochleistungsfähig“ eingestuft, darunter Aortenklappenoperationen, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Darmkrebsoperationen, Herz-Bypass-Operationen, Herzinsuffizienz und Knieersatz.

U.S. News & World Report-Rangliste
Die Bewertungen (Rankings) sollen laut LLUHN Ärzten und Patienten helfen, bei schwierigem Gesundheitszustand oder auch bei allgemeinen medizinischen Anliegen fundierte Entscheidungen zu treffen, wo sie versorgt werden wollen. Für das Ranking 2019-2020 bewertete das wöchentlich erscheinende Nachrichtenmagazin U.S. News & World Report über 4.500 medizinische Zentren landesweit in 25 Fachgebieten. Es wurden 165 Krankenhäuser in mindestens einer Fachrichtung eingestuft. Dabei würden grösstenteils objektive Massstäbe wie Überlebens- und Entlassungsraten, Volumen und Qualität der Krankenpflege sowie weitere pflegebezogene Indikatoren berücksichtigt, so LLUHN.

Loma Linda Universität
Die 1905 gegründete Loma Linda Universität ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und liegt in Kalifornien/USA im Süden von Los Angeles in der Grafschaft San Bernardino. Sie umfasst acht Fakultäten der Loma Linda Universität, sechs Krankenhäuser des LLUMC sowie über 1.000 Fakultätsärzte aus Südkalifornien. Loma Linda University Health bietet nach eigenen Angaben über 100 akademische Programme an und versorgt jährlich über 40.000 Patienten stationär und 1,5 Millionen ambulant. Die international angesehenen Wissenschaftler von Loma Linda veröffentlichen jedes Jahr über 500 Fachartikel mit neuen Forschungsergebnissen in den Bereichen Ernährung, Krebsbehandlung, Herzkrankheiten, neonatale Entwicklung, Schlaganfall und Hirntrauma.

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2018: Übergabe des Halal-Zertifikats von Dr. Ir. Lukmanul Hakim, Indonesien, (Mitte) an Präsident des Taiwan Adventist Hospital © Foto Taiwan Adventist Hospital, Taipeh

Taiwan: Taipehs Krankenhäuser sollen muslimfreundlich werden

Taipeh/Taiwan | 30.08.2019 | APD | International

CBS KULTUR INFO, Basel, berichtete, dass gemäss Angaben des Informationsdienstes "China heute" der Abteilungsleiter des Gesundheitsministeriums von Taiwan, Chi Yu-chiu, kürzlich mitgeteilt habe, dass die 16 Krankenhäuser und Kliniken in der Hauptstadt Taipeh als "halal" und muslimfreundlich zertifiziert werden sollen.

Adventistisches Spital in Vorreiterrolle bei "halal"-Anerkennung
Das Taiwan Adventist Hospital wurde 1955 gegründet, hat 380 Betten und bekam als erstes Spital bereits 2018 die offizielle "halal"-Anerkennung. Die Zertifizierung erfolgte durch den indonesischen Ulema-Rat (Majelis Ulama Indonesia). Halal ist ein arabisches Wort und kann mit "erlaubt" und "zulässig" übersetzt werden. Es bezeichnet alle Dinge und Handlungen, die nach islamischem Recht zulässig sind, schreibt CBS KULTUR INFO.

Die Mahlzeiten des Krankenhauses sowie die Medikamente und auch die Pflegeprodukte entsprechen der strengen Norm. Das Untersuchungszentrum des Spitals verfügt über einen muslimischen Gebetsraum samt Gebetsteppichen, Exemplaren des Koran und Waschgelegenheiten. Die Speisekarte offeriert über 200 verschiedene "halal"-zertifizierte Speisen und Snacks.

Der Prozess, das "halal"-Zertifikat zu erhalten, war sehr kompliziert, gestand der Präsident des Taiwan Adventist Hospital, Huang Hui-ting. Das betreffende Personal musste auswärts eine Schulung absolvieren und ein Team für die "halal"-Absicherung musste gebildet werden, so Willi Boehi (Taipeh) in "China heute".

Nun sei das Krankenhaus aber in der Lage, auch anderen Spitälern zu helfen, eine muslimfreundliche Umgebung zu schaffen und die "halal"-Zertifikation zu erreichen.

Der Global Muslim Travel Index aus Singapur stufte 2018 Taiwan als fünftes der muslimfreundlichen Länder unter den Reiseländern ein, die nicht der Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) angehören.

Gemäss Chi Yu-chin, vom Gesundheitsministerium, suchten zwischen 2014 und 2018 um die 8.000 Personen, in der Mehrheit Muslime, aus Malaysia, Indonesien, Bangladesch und aus den Staaten des Nahen Ostens Taipeh für eine medizinische Behandlung auf. Ausserdem leben derzeit schätzungsweise um die 300.000 Muslime in Taiwan. Ende März 2019 waren 270.680 Wanderarbeiter und Wanderarbeiterinnen aus Indonesien in Taiwan.

Adventisten in Taiwan
In Taiwan, mit 23,5 Millionen Einwohnern, feiern 6.714 Mitglieder der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in 58 Kirchgemeinden am Samstag, dem biblischen Ruhetag, den Gottesdienst. Sie unterhalten ausser dem Krankenhaus mit 380 Betten in Taipeh auch ein College mit rund 320 Schülern.

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Eröffnungszeremonie des Schutzhauses „House of Care“ für Betroffene häuslicher und sexueller Gewalt in Papua-Neuguinea © Foto: Adventist Record

Papua-Neuguinea: Schutzhaus gegen häusliche Gewalt eröffnet

Wahroonga/Australien | 30.08.2019 | APD | International

Die Silva Memorial Seventh-day Adventist Church, eine Ortsgemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in der Hauptstadt Port Moresby, Papua-Neuguinea (PNG), eröffnete kürzlich auf ihrem Grundstück eine Zufluchtsstätte für Betroffene häuslicher Gewalt. Das sogenannte „House of Care“ (Haus der Fürsorge) wird eine vorübergehende Unterkunft für von häuslicher oder sexueller Gewalt Betroffene bieten. Gleichzeitig soll es nach Angaben der australischen Kirchenzeitschrift „Adventist Record“ eine erste Anlaufstelle sein und durch Aufklärung und Beratung Schutzsuchende unterstützen.

Gemeinschaftsprojekt
Das „House of Care“ wurde durch die Partnerschaft der örtlichen Kirchgemeinde mit den Hilfswerken ADRA Australien und ADRA Papua-Neuguinea sowie dem adventistischen Avondale College, Australien, ermöglicht. Sowohl Kirchen- als auch Regierungsvertreter äusserten die Hoffnung, dass das Haus zu einem Modell für andere Kirchengemeinden im Land werde und bei der Bekämpfung von familiärer und sexueller Gewalt in ganz Papua-Neuguinea eine Vorreiterrolle übernehme. In Anwesenheit von Führungspersönlichkeiten aus Kirche und Politik sowie Hunderten von Kirchenmitgliedern der Freikirche wurde das Gebäude eingeweiht.

Optimistisches Projekt
"Es ist grossartig, heute hier zu sein und die Hoffnung und den Optimismus zu sehen. Es ist ein fantastisches Projekt, vor allem weil es wirklich ernste Problem angeht und der Gesellschaft dient“, so Ed Wilkinson, ökonomischer Berater beim australischen Hochkommissariat in Port Moresby. Es sei ein Anfang, aber es ginge nicht nur darum, direkt auf die Bedürfnisse von Frauen einzugehen, die von familiärer und sexueller Gewalt betroffen sind, sondern auch darum, die Vorstellungen und Wahrnehmungen von Männern und der papua-neuguineischen Gesellschaft zu verändern.

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Logo der ACK Bayern © Logo: ACK Bayern

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der ACK Bayern

München/Deutschland | 30.08.2019 | APD | Ökumene

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Zustimmungsverfahrens durch die Kirchenleitungen der Mitgliedskirchen wird die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) in Bayern als Gastmitglied in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Bayern aufgenommen. Die Freikirche hatte um Aufnahme in die ACK Bayern als Gastmitglied gebeten.

Zustimmung aller ACK-Mitgliedskirchen
Der Vorstand und der Ständige Ausschuss der ACK Bayern hätten mehrfach und ausführlich über den Antrag auf Gastmitgliedschaft beraten, so der Geschäftsführer der ACK Bayern, der griechisch-orthodoxe Theologe Georgios Vlantis. In der Sitzung des Ständigen Ausschusses am 13. Oktober 2018 sei einstimmig bei zwei Enthaltungen beschlossen worden, den Kirchenleitungen die Zustimmung zu dem Aufnahmeantrag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern als Gastmitglied zu empfehlen. Der Beschlussfassung seien Gespräche des Vorstandes und des Ständigen Ausschusses mit der Leitung der Freikirche vorausgegangen. Für die Aufnahme eines Gastmitglieds in die ACK Bayern ist die Zustimmung aller Mitgliedskirchen nötig. Die Kirchenleitungen der ACK-Mitgliedskirchen hätten einstimmig der Gastmitgliedschaft der Siebenten-Tags-Adventisten zugestimmt. Der Prozess sei Ende Juli abgeschlossen worden.

Kontakt und Austausch mit unseren „Nachbarn“
Prälat Dr. Bertram Meier, Vorsitzender der ACK Bayern, freue sich über das neue Gastmitglied: „Ich heisse die Adventisten ganz herzlich in unserem Kreis willkommen. Das Vertrauen zueinander ist in letzter Zeit stetig gewachsen, so dass alle Mitgliedskirchen der ACK Bayern der künftigen noch engeren Zusammenarbeit mit den Adventisten gespannt und freudig entgegenschauen.“

Der Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern, Pastor Wolfgang Dorn, sagte: „Als Adventisten in Bayern freuen wir uns darüber, als Gastmitglied in der ACK Bayern mitwirken zu können. Damit wird ein Beschluss der Adventgemeinden in Bayern von 2013 umgesetzt. Entsprechend dem Verständnis unserer Weltkirche teilen wir das Anliegen mit allen Kirchen durch einen konstruktiven Dialog zum gegenseitigen Verständnis beizutragen. Dies geschieht durch das Gespräch über Fragen des Glaubensverständnisses, Gottesdienst und des geistlichen Lebens. Ausserdem ist es uns auch ein Anliegen, in einem säkularisierten Umfeld die christliche Botschaft und den Glauben an Jesus Christus weiterzugeben. Auf diesem Weg sind wir als Freikirche nicht alleine unterwegs und suchen den bewussten Kontakt und Austausch mit unseren ‚Nachbarn‘, das heisst den anderen christlichen Kirchen in Bayern.“

ACK Bayern und bayerische Adventisten
Die ACK Bayern hat jetzt 19 Mitgliedskirchen, drei Gastmitglieder und vier mitwirkende Organisationen. Die Delegierten der Gastmitglieder haben beratende Stimme. Weitere Informationen: https://www.ack-bayern.de/

Zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören in Bayern 70 Kirchengemeinden und rund 4.500 mündig getaufte Mitglieder. Die Freikirche ist in dem Bundesland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Informationen: https://bayern.adventisten.de/

Seit 1993 Gastmitglied in der ACK Deutschland
Bereits seit 1993 ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland Gastmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. In den folgenden regionalen ACKs hat die Freikirche ebenfalls einen Gaststatus: Ökumenischer Rat Berlin, beziehungsweise Ökumenischer Rat Berlin-Brandenburg (seit 1971), ACK Hamburg (1990), ACK Bremen (1992), ACK in Sachsen (1992), ACK in Mecklenburg-Vorpommern (1993), ACK in Sachsen-Anhalt (1993), ACK in Schleswig-Holstein (1993), ACK in Thüringen (1995), ACK in Nordrhein-Westfalen (2003) und ACK in Niedersachsen (2007). In der ACK in Baden-Württemberg hat die Freikirche seit 1992 einen Beobachterstatus. Nicht vertreten sind die Adventisten bisher in den ACKs in Hessen und Rheinhessen sowie in der Region Südwest (Rheinland-Pfalz und Saarland).

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Jonathan Duffy, Präsident von ADRA International, beim Ministerialgipfel des US-Aussenministeriums © Foto: ADRA International

ADRA-Präsident: «Armut ist oft ein Vorläufer religiöser Verfolgung»

Silver Spring, Maryland/USA | 30.08.2019 | APD | Religionsfreiheit

«Wenn es unser Ziel ist, Verletzungen der Religionsfreiheit zu bekämpfen, geht es zuerst um die Bekämpfung der Armut», sagte Jonathan Duffy, Präsident der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA International, in einem Referat am zweiten Ministerialgipfel des US-Aussenministeriums zur Förderung der Religionsfreiheit. Laut US-Aussenministerium war der Gipfel weltweit der grösste Event zur Religionsfreiheit dieser Art, an dem in Washington vom 16. bis 18. Juli mehr als 1.000 geladenen Vertreter der Zivilgesellschaft und der Religionsgemeinschaften sowie mehr als 100 ausländische Delegationen teilnahmen.

Duffy referierte zum Thema «Religionsfreiheit in Konflikt- und Krisengebieten: Verletzliche Minderheiten schützen». Er wies laut Adventist News Network ANN auf den Zusammenhang zwischen Armut und religiös motivierter Gewalt hin. Armut sei häufig ein Vorläufer religiöser Verfolgung, da sich die Mehrheit in Zeiten extremen sozialen und wirtschaftlichen Drucks gegen Minderheiten als Sündenböcke wende.

Als Beispiel führte Duffy den Bundesstaat Rakhaing in Myanmar an, die Heimat der Rohingyas. Laut Weltbank sei dies der ärmste Bundesstaat des Landes, in dem die Armutsquote doppelt so hoch wie sonst in Myanmar sei und 80 Prozent der Bevölkerung in Armut lebe. Durch die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen könne das Aufflammen extremer religiöser Gewalt verhindert werden, so Duffy.

Am Ministerialgipfel nahmen auch US-Aussenminister Mike Pompeo, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, der US-Gesundheitsminister Alex Azar, sowie Lord David Alton, ehemaliger Parlamentarier des Vereinigten Königreichs und Menschenrechtsaktivist teil.

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Gohardasht-Gefängnis in Karaj, Iran. Eine Haftanstalt, in der auch christliche Konvertiten einsitzen. © Foto: Ensie & Matthias [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)]

Iran verschärft Verfolgung von Menschen, die vom Islam abfallen

Frankfurt am Main/Deutschland | 30.08.2019 | APD | Religionsfreiheit

Die Führung der Islamischen Republik Iran hat die Verfolgung von Iranern, die sich vom Islam abgewendet haben, weiter verschärft. Darauf weist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte IGFM hin. Nach Beobachtungen der IGFM verstärken der iranische Geheimdienst und die islamischen Revolutionsgarden die Bedrohung von christlichen Konvertiten, Baha’is und Sufis. Nach dem im Iran geltenden islamischen Recht, gilt das Verlassen des Islams als todeswürdiges Verbrechen.

«Nur die Aufmerksamkeit der Welt hält diese Menschen am Leben»
Nichtmuslime werden laut IGFM im Iran seit der islamischen Revolution systematisch diskriminiert. Angehörigen «geschützter Religionen» – Christen, Juden und Zoroastrier – wird lediglich ein Existenzrecht «gewährt». Andersgläubige, Atheisten und Christen, die früher Muslime waren, sind praktisch rechtlos. «Die iranischen Behörden missachten systematisch bindende Verträge des Völkerrechtes und sogar das eigene iranische Recht», kritisiert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin, «nur die Aufmerksamkeit der Welt hält diese Menschen am Leben». Der Iran sei der bedeutendste unter den wenigen Staaten, die sich weigern, die UN-Antifolterkonvention zu ratifizieren, schreibt die Menschenrechtsorganisation.

Beispielhaft nennt die IGFM den iranischen Konvertiten Ebrahim Firoozi. Wie viele frühere Muslime ist er seit Jahren im Visier des iranischen Geheimdienstes – vor allem, weil er nicht aufhört, über seinen neuen Glauben zu sprechen. Nach mehreren Verhaftungen ist der inzwischen 34-jährige Iraner im Jahr 2015 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wollte christliche Hauskreise gründen. Die iranische Justiz sah darin den Versuch «eine Gruppe mit der Absicht zu gründen, die nationale Sicherheit zu stören». Ob er nach den fünf Jahren Gefangenschaft tatsächlich aus dem Rajaee Shahr-Gefängnis im nordiranischen Karaj freigelassen wird, ist nach den Erfahrungen der IGFM völlig offen. Politische Gefangene würden vielfach nicht nur völlig willkürlich verhaftet, sondern auch ebenso willkürlich weiter gefangen gehalten.

Willkür und Folter, damit Konvertiten wieder Muslime werden
Ein anderer christlicher Konvertit berichtete der IGFM, dass er in einer mit 80 Häftlingen vollgestopften, fensterlosen und unterirdischen Zelle eingesperrt gewesen sei, die für 20 Personen angelegt war. Der Iraner sei allein wegen seiner christlichen Gemeindearbeit willkürlich verhaftet, misshandelt und gefoltert worden – obwohl er in keiner Weise gegen iranisches Recht verstossen habe. Durch die Tritte bei «Verhören» habe er innere Verletzungen erlitten. Ärzte des Gefängnisses und eines Zivilkrankenhauses hätten über ein Jahr lang gefordert, dass er wegen der Misshandlungen operiert werden müsse – doch die Behördenhätten ihm die dringend notwendige Hilfe verweigert. Der Konvertit habe monatelang kein Sonnenlicht gesehen. In der Einzelhaft habe das Kunstlicht in seiner winzigen Zelle Tag und Nacht gebrannt. Eine Matratze habe er nur kurz gehabt, nachdem er nach einem «Verhör» in ein Krankenhaus eingeliefert worden sei. Als die Wärter ihn wieder abholten, hätten sie ihn vor dem schockierten Krankenhauspersonal geschlagen und gedemütigt. Seine Peiniger hätten ihm immer wieder deutlich gemacht, dass es nur einen einzigen Weg in die Freiheit gäbe: Er müsse wieder Muslim werden. Letztlich sei er dennoch entlassen worden, so IGFM. Westliche Politiker hatten sich mehrfach direkt für seine Freilassung eingesetzt und damit die iranische Führung unter Druck gesetzt.

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Teilnehmer des Pressegesprächs mit Volker Kauder (2.v.r.) © Foto: Holger Teubert/APD

Keine Abschiebung von christlichen Konvertiten und Baha’i in den Iran

Berlin/Deutschland | 30.08.2019 | APD | Religionsfreiheit

„Wenn wir in Deutschland die Religionsfreiheit ernst nehmen, dann kann ein christlicher Konvertit nicht in ein Land abgeschoben werden, das die Religionsfreiheit nicht akzeptiert“, betonte der Bundestagsabgeordnete Volker Kauder (CDU) in einem Pressegespräch der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am 30. Juli in Berlin. Wer sich im Iran vom Islam abwende oder ihn anders lebe als die religiöse und politische Führung des Landes es verlange, müsse oftmals mit massiven Menschenrechtsverletzungen rechnen. „Menschen, die diesen Opfergruppen angehören und hier Schutz suchen, wie konvertierte Christen sowie Baha’is und Sufis, dürfen wir nicht in den Iran abschieben“, forderte Kauder.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bestreite nicht, dass christlichen Konvertiten willkürlich Gefängnis, Folter und Tod im Iran drohten, halte jedoch eine Abschiebung in das Land für möglich, da man sich als Christ nicht zu erkennen geben müsse. Doch gerade Konvertiten, die ihren Glauben besonders ernst nähmen, möchten ihn auch praktizieren und darüber sprechen können, so Kauder.

Taufbescheinigung genügt
Ausserdem stellten die Entscheider im BAMF oft die Ernsthaftigkeit des Übertritts zum Christentum in Abrede. Zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein Muslim zum Christentum übertritt, um nicht abgeschoben zu werden, räumte der Bundestagsabgeordnete ein. Doch wenn ein Muslim Christ werde, habe er viel grössere Probleme mit seiner Verwandtschaft als beispielsweise ein Katholik, der in Deutschland in eine protestantische Kirche übertrete. Wie ernst es einem Konvertiten mit seinem Glauben sei, könne nicht objektiv überprüft werden. Das habe schon die jahrelang in der Bundesrepublik praktizierte Gewissensprüfung von Kriegsdienstverweigerern gezeigt. Deshalb sollte eine Taufbescheinigung ausreichen, um als Christ zu gelten. Das sei inzwischen auch die Meinung des Bundesinnenministeriums (BMI).

Rechtlose iranische Staatsbürger
Auch IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin appellierte an die deutschen Innenminister, „keine christlichen Konvertiten und keine Baha’i in den Iran abzuschieben“. Schon jetzt versuche die islamische Republik sogar solche Iraner zum Schweigen zu bringen, die nur die Einhaltung von iranischem Recht und internationalen Mindeststandards forderten. Nichtmuslime würden im Iran seit der islamischen Revolution systematisch diskriminiert. Angehörigen „geschützter Religionen“, wie Christen, Juden und Zoroastrier, werde lediglich ein Existenzrecht „gewährt“. Andersgläubige, Atheisten und Christen, die früher Muslime waren, seien praktisch rechtlos. „Die iranischen Behörden missachten systematisch bindende Verträge des Völkerrechts und sogar das eigene iranische Recht“, kritisierte Lessenthin. Deshalb fordere die IGFM ebenfalls einen Abschiebeschutz für solche getauften Konvertiten aus islamisch geprägten Ländern, denen durch ihre Konversion eine Gefahr für Leib und Leben drohe. Eine aussagekräftige pfarramtliche Bescheinigung der zuständigen Seelsorger ihrer Kirchengemeinde über die Ernsthaftigkeit ihrer Konversion sollte dabei ausreichend sein.

Sich gründlicher mit dem christlichen Glauben auseinandersetzen
Auch Uwe Heimowski, Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Bundestages und der Bundesregierung in Berlin, vertrat die Ansicht, dass in ein Land in dem ein Christ nicht frei über seinen Glauben sprechen könne, nicht abgeschoben werden dürfe. Ausserdem sollten die Betreffenden eine Arbeitserlaubnis erhalten, um für sich selbst sorgen und sich besser in die Gesellschaft integrieren zu können. Dem BAMF empfahl Heimowski, sich gründlicher mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen und Länderberichte über die Missachtung der Religionsfreiheit zur Kenntnis zu nehmen.

Keine verfassungsmässigen Rechte für Baha‘i
Jascha Noltenius, Referent für Menschenrechtsfragen im Büro für Aussenbeziehungen der Baha’i-Gemeinde in Deutschland, informierte dass es im Iran etwa 300.000 Anhänger der Religionsgemeinschaft gebe. Seit der islamischen Revolution von 1979 seien die Baha’i im Iran das Ziel einer staatlich-klerikal betriebenen systematischen Verfolgung und Unterdrückung. Zwar würde kein Baha’i mehr im Iran wegen seines Glaubens hingerichtet, doch die Verfolgung beinhalte eine gesellschaftliche Isolierung. Dazu gehörten die Verweigerung des Bildungszugangs, die wirtschaftliche Unterdrückung, willkürliche Inhaftierung und Haftstrafen, öffentliche Hassreden sowie Friedhofsschändungen. Baha’i könnten keine verfassungsmässigen Rechte in Anspruch nehmen. Auch Noltenius forderte, dass Baha’is nicht in den Iran abgeschoben werden dürften.

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Seenotrettungsschiff Ocean Viking © Foto: Anthony Jean/SOS MEDITERRANEE

ADRA bei Seenotrettung vor libyscher Küste mit im Boot

Weiterstadt/Deutschland | 30.08.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Das neue Schiff Ocean Viking der europäischen Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE ist im Einsatzgebiet in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste. Damit hat sie unter schwierigen Umständen die Rettung von Schiffsbrüchigen im zentralen Mittelmeer vor Ort wieder aufgenommen. Die Organisation erhält dabei kräftigen Rückenwind aus der Zivilgesellschaft. Mit mehreren Mitgliedern des Nothilfebündnisses „Aktion Deutschland Hilft“ fördert die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland e.V. laut einer Pressemeldung auch in diesem Jahr wieder den Einsatz von SOS MEDITERRANEE.

Gemeinsam mit ADRA stellen sich die Hilfsorganisationen AWO International e.V., die Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care, Islamic Relief Deutschland e.V. sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) öffentlich hinter die Arbeit der zivilen Seenotretterinnen und -retter, die sie bereits im Jahr 2018 unterstützten. „Wir freuen uns, dass fünf unserer Bündnisorganisationen die zivile Seenotrettung erneut unterstützen und sich aktiv an der Rettung von Schiffbrüchigen im Mittelmeer beteiligen. Denn humanitäre Hilfe zu leisten, bedeutet für unser Bündnis auch die Rettung von Menschen, die im offenen Meer in Not geraten“, sagt Manuela Rossbach, geschäftsführender Vorstand von Aktion Deutschland Hilft.

„Wir begrüssen die breite Unterstützung aus der Zivilgesellschaft von Aktion Deutschland Hilft. Sie zeigt, dass sich unterschiedliche Organisationen in einem einig sind: Leben retten steht an oberster Stelle“, so David Starke, Geschäftsführer von SOS MEDITERRANEE in Berlin. „Allein dieses Jahr sind mindestens 840 Kinder, Frauen und Männer auf der Flucht aus Libyen im Mittelmeer umgekommen. Das ist erschütternd und für uns nicht hinnehmbar. Es ist unsere Pflicht, das Sterben im Mittelmeer zu beenden“.

Die Ocean Viking ist eines der wenigen Schiffe, die sich aktuell im Mittelmeer um die Rettung von Menschen in Seenot kümmern kann. SOS MEDITERRANEE betreibt das Schiff gemeinsam mit der Organisation Ärzte ohne Grenzen, die an Bord die medizinische Versorgung der geretteten Menschen übernimmt. Die Ocean Viking – Baujahr 1986, 69 Meter lang, 15 Meter breit – fährt unter norwegischer Flagge und wurde früher als Rettungs- und Notfallschiff für Öl-Förderanlagen in der Nordsee eingesetzt. Sie ist demnach für die Rettung und Versorgung einer grossen Anzahl von Menschen ausgelegt. Für den Einsatz im Mittelmeer installierte das Team von SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen auf dem Hinterdeck des Schiffs spezielle Unterbringungsmöglichkeiten mit Schutzräumen für gerettete Frauen, Kinder und Männer sowie eine Klinik.

Von Mai 2016 bis Dezember 2018 hatten die Hilfsorganisationen im Mittelmeer gemeinsam das Rettungsschiff Aquarius betrieben. In der Zeit von Februar 2016 bis September 2018 konnte die Aquarius insgesamt 29.523 gerettete Menschen an Bord aufnehmen. Nach politisch motivierten Angriffen auf ihre Arbeit mussten die Organisationen den Einsatz mit der Aquarius im Dezember 2018 einstellen und gaben das Schiff an den Reeder zurück.

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Pressekonferenz in Berlin am 23.08.19 mit SOS MEDITERRANÉE und Ärzte ohne Grenzen © Foto: SOS MEDITERRANEE

Verlässliches Ausschiffungssystem für Gerettete gefordert

Berlin/Deutschland | 30.08.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Nach vier Rettungsaktionen und insgesamt 356 Schiffbrüchigen an Bord konnte die Ocean Viking in einem Hafen von Malta anlegen. Nach Gesprächen mit der EU-Kommission sowie mit Deutschland und Frankreich erklärten sich die Länder Deutschland, Frankreich, Irland, Luxemburg, Portugal und Rumänien bereit, die Geretteten aufzunehmen, twitterte Maltas Regierungschef Joseph Muscat.

Pressekonferenz
Am 23. August hatten die Organisationen SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen zu einem Pressegespräch nach Berlin geladen. Dort schilderten beide Hilfsorganisationen die Lage auf dem Rettungsschiff Ocean Viking und forderten einen sicheren Hafen für die 356 Geretteten sowie ein verlässliches Ausschiffungssystem. „Die europäischen Staaten müssen dafür Sorge tragen, dass sich die Blockade von Rettungsschiffen auf See nicht wiederholt!“.
In der Zeit vom 9. bis 12. August nahm Ocean Viking insgesamt 356 Schiffbrüchige an Bord und versorgte sie 13 Tage. „Das Schiff kann 200 Personen für einige Tage gut versorgen, wir brauchen jetzt eine kurzfristige Lösung für die Ocean Viking,“ so Jana Ciernoch, Politische Referentin von SOS MEDITERRANEE.

Der Konferenz zugeschaltete Crewmitglieder berichteten über die angespannten Zustände an Bord und Schicksale der Geretteten. Über 90 unbegleitete Minderjährige seien unter den Geflüchteten. Die Geretteten seien traumatisiert, berichten von dramatischen Erlebnissen in libyschen Flüchtlingslagern sowie von körperlichen und sexuellen Gewalttaten, auch gegenüber Minderjährigen. „Einige Gerettete trieben über 40 Stunden auf dem Wasser, bis wir sie gefunden haben. Sie sind dehydriert, hungrig und geschwächt, benötigen medizinische und psychologische Hilfe,“ ergänzte Max Avis, Rettungskoordinator von SOS MEDITERRANEE aus Marseille.

Appell an EU-Staaten
Beide Hilfsorganisationen appellierten an die Staaten der Europäischen Union, endlich einen sicheren Hafen für die Geretteten zu öffnen. „Und es braucht ein verlässliches Ausschiffungssystem für Gerettete, statt jedes Mal wieder neu diskutieren zu müssen. Das ist wie bei anderen Rettungseinsätzen, es bleibt keine Zeit, lange zu klären, in welches Krankenhaus Gerettete gebracht werden dürfen,“ appellierte Florian Westphal, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen. „Solange es keine menschenwürdige Lösung gibt, werden wir weiter Menschenleben retten. Niemand darf auf See sterben,“ fügte Jana Ciernoch abschliessend hinzu.

Die Organisationen verwiesen auf das geltende Seerecht, wonach Staaten schnellstmöglich einen sicheren Hafen für aus Seenot Gerettete zur Verfügung stellen müssen. Die Ocean Viking ist derzeit das einzige Rettungsboot, welches im Mittelmeer unterwegs ist.

Nach der nun gefundenen europäischen Lösung zeigte sich SOS MEDITERRANEE erleichtert. Bevor die Ocean Vking so schnell wie möglich in den Rettungseinsatz im zentralen Mittelmeer zurückkehren kann, muss die Crew gewechselt sowie Treibstoff und weitere Vorräte an Bord gebracht werden.

Der Einsatz von SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen wird durch ein Bündnis von Hilfsorganisationen, darunter ADRA Deutschland e.V., unterstützt.

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ADRA-Personal desinfiziert Krankenwagen sowie Haushaltsgegenstände von Ebola-Patienten © Foto: Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014-2015 / ADRA

Mitten im Ebola-Gebiet gibt ADRA unterernährten Kinder zu essen

Silver Spring, Maryland/USA | 30.08.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Im August 2018 ist laut der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA zum zehnten Mal das Ebolavirus in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) ausgebrochen. Es sei der längste und zweitgrösste Ausbruch. ADRA arbeitet seit 1984 im Land und unterstützt die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, wie Kinder und Frauen. Das Hilfswerk stellt sauberes Wasser sowie sanitäre Einrichtungen zur Verfügung, weist die Bevölkerung in bewährte Hygieneverfahren ein und führt mit Hilfe von UNICEF (Kinderhilfswerk der UNO) ein Kinderernährungsprogramm durch.

Krisenübersicht
Seit Beginn des aktuellen Ausbruchs im Jahr 2018 wurden mehr als 1.700 Todesfälle bestätigt, mehr als 2.500 Menschen infiziert und bei 17.000 Menschen wird angenommen, dass sie möglicherweise mit dem Virus in Berührung gekommen sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte, dass der Ausbruch von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo, zu einer globalen Gesundheitskrise geworden sei und dass zusätzliche humanitäre Hilfe zur Eindämmung des Virus erforderlich sei.

Impfungen tragen laut WHO dazu bei, die Ausbreitung oder Gefährdung durch die Krankheit zu minimieren. In der gesamten DRK sind mehr als 163.000 Menschen geimpft worden. Aufgrund des anhaltenden Konflikts, der Gewalt, der 4,5 Millionen Binnenflüchtlinge sowie des Widerstands der Bevölkerung gegenüber Hilfsmassnahmen, der zum Teil auf Armut, Fehlinformationen, kulturelle Praktiken und Ausgrenzung zurückzuführen ist, stellt die Seuche eine Herausforderung für die Hilfswerksmitarbeitenden dar. Personen, die unter Quarantäne gestellt worden seien könnten nicht überwacht werden. Zudem gebe es laut ADRA auch Berichte über Zusammenstösse zwischen bewaffneten Rebellenkräften und lokalen Behörden und Gesundheitsdiensten, die versuchten, Bedürftigen zu helfen.

ADRAs Antwort auf Ebola
ADRA unterhält in der DRK Zweigstellen in 17 Provinzen, sechs davon in Nord-Kivu und Ituri. Das Hilfswerk arbeitet derzeit mit anderen humanitären Organisationen und lokalen Behörden zusammen, um das Programm «Nahrungsmittel gegen Arbeit» (Food-for-Work-Program) zur Unterstützung der am stärksten von der Epidemie betroffenen Kommunen durchzuführen.

Derzeit hat ADRA mit Hilfe von UNICEF ein Kinderernährungsprogramm in Katwa, Butembo, Beni, Mabalako und Oicha in der Provinz Nord-Kivu entwickelt. «Das Hauptziel dieser Nothilfemassnahme besteht darin, das Risiko der Unterernährung bei Kindern im Alter bis zu 26 Monaten sowie schwangeren und stillenden Frauen, zu verringern», sagte Mario Oliveira, Direktor für Nothilfe bei ADRA International.

ADRA teilte mit, dass die Massnahme auch den Kauf von notwendigen Artikeln zum Stillen von Säuglingen, die Ausbildung von psychosozialen und Ernährungsassistenten, einschliesslich des ADRA-Personals, zur Notfallversorgung von Säuglingen und Kleinkindern umfasse. Ausserdem würden registrierte Krankenschwestern zur Weitergabe von Kommunikations- und Präventionsmethoden zur Infektionskontrolle ausgebildet. ADRA habe bis heute mehr als 170.000 Begünstigte durch Präventions-, und Mobilisierungsmassnahmen erreicht, so Oliveira.

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Nepalesin mit Hilfsgütern von ADRA © Foto: ADRA Nepal

Südasien: ADRA unterstützt vom Monsun Betroffene

Silver Spring, Maryland/USA | 30.08.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA ist in Südasien unterwegs, um Tausenden von Menschen zu helfen, die von extremen Regenfällen in der diesjährigen Monsunzeit betroffen sind. ADRA arbeitet nach eigenen Angaben eng mit lokalen Behörden und Partnern in Indien, Nepal und Bangladesch zusammen, um die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung zu ermitteln.

Infolge des Monsuns haben Überschwemmungen und Erdrutsche in Indien, Nepal und Bangladesch grosse Schäden verursacht und viele Menschenleben gekostet. Mehr als 44 Millionen Menschen seien laut ADRA betroffen.

In Indien wurden laut ADRA Unterkünfte für mehr als 45.000 Menschen eingerichtet, die ihr Zuhause verloren hatten. Gemeinschaftsküchen wurden eröffnet, um Familien, die am stärksten von den Überschwemmungen betroffen sind, mit Lebensmitteln zu versorgen.

In Nepal wurden rund 90.000 Menschen stark von Überschwemmungen und Erdrutschen getroffen, so die adventistische Hilfsorganisation. Es wurden Schäden an Häusern und Grundstücken gemeldet. Lebensmittel und Medikamente und Nothilfessets werden in die betroffenen Gebiete gebracht.

In Bangladesch hat die Regierung laut ADRA den Ausnahmezustand im Norden und Südosten des Landes ausgerufen. Die lokalen Behörden verteilten dort Lebensmittel, wo mehr als 900.000 Menschen stark betroffen waren. ADRA in Bangladesch nimmt sich der am stärksten betroffenen Gebiete an und ermittelt den Bedarfsumfang.

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Symbolbild © Foto Gerd Altmann/pixabay

ADRA Kanada unterstützt durch Waldbrände Vertriebene

Ontario/Kanada | 30.08.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kanada und freiwillige Helfer der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ontario/Kanada unterstützten Anfang Juni die indigene (einheimische) Bevölkerung in Nordontario. Aufgrund der Waldbrände mussten die dortigen Bewohner ihre Häuser verlassen und wurden in Notunterkünfte gebracht, berichtete ADRA-Kanada und die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review am 2. August.

Waldbrände im Nordwesten von Toronto
In der ersten Juniwoche dieses Jahres zwangen Waldbrände in Nordontario/Kanada, die dort im Indianerreservat lebenden Pikangikum First Nation Einwohner aus ihren Häusern zu fliehen. Mit „First Nation“ werden die meisten indigenen Völker in Kanada bezeichnet. Die Vertriebenen mussten in Notunterkünfte in Sioux Lookout und Thunder Bay evakuiert werden. ADRA Kanada half mit Unterstützung der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Ontario den Menschen, die mit sehr wenig Hab und Gut aus ihren Häusern fliehen mussten,

Viele geflüchtete Kinder
Ein Team von Freiwilligen, darunter zwei Krankenschwestern, flog von Toronto nordwestlich nach Thunder Bay am Oberen See und fuhren dann vier Stunden weiter zum Ort Sioux Lookout. Dort wurden die Evakuierten aufgenommen und versorgt. Die ADRA-Freiwilligen arbeiteten rund um die Uhr. Etwa die Hälfte der Vertriebenen seien Kinder, berichteten die Einsatzkräfte. Die freiwilligen Helfer spielten mit den Kindern, um sie zu beschäftigen. Erst nach mehreren Tagen tauten die Kinder langsam auf und Helfer und Kinder erlebten bewegende Momente.

Neben der Betreuung der Kinder und Jugendlichen gehörten Transport- und Hilfsdienste zu den Aufgaben der Helfer. Nach drei Tagen in Sioux Lookout wurde das Team gebeten, im zweiten Notlager zu helfen, das ADRA in Thunder Bay unterstützte. Nach fünf Tagen ging es wieder zurück nach Toronto.

Krisenvorbereitung erforderlich
In Kommentaren zu ihrem Einsatz äusserten die Freiwilligen, es sei notwendig, dass Kirchengemeinden frühzeitig auf solche Hilfseinsätze vorbereitet würden, um dann schnell reagieren zu können, besonders bei einem Notfall direkt vor Ort. Nach Angaben der kanadischen Regierung sind bereits 2.405 Waldbrände in diesem Jahr gezählt worden. Fast jede Provinz kämpfe mit den Flammen.

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ADRA Kolumbien hilft venezolanischen Migranten © Foto: ADRA Colombia/AdventistWorld.org

Kolumbien: Venezolanische Migranten erhalten Hilfe für Start-ups

Lüneburg/Deutschland | 30.08.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Seit September 2018 unterstützt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in Kolumbien tausende Venezolaner, welche die Grenze nach Ostkolumbien überquert haben, um der wirtschaftlichen und politischen Instabilität in ihrer Heimat zu entkommen. Die bereitgestellte Hilfe entspreche ADRA Kolumbien zufolge einem Wert von über 2,5 Millionen US-Dollar und stelle das grösste Projekt dar, das die adventistische Hilfsorganisation im Land je durchgeführt habe.

Jüngste Statistiken der Regierung gingen davon aus, dass in der letzten Zeit mehr als 1,1 Millionen Venezolaner nach Kolumbien ausgewandert seien. Sie bildeten inzwischen 30 Prozent der Bevölkerung in den an Venezuela angrenzenden Regionen. Etwa 23 Prozent dieser Migranten hätten sich in der Hauptstadt Bogotá niedergelassen, 41 Prozent lebten unter inakzeptablen, unsicheren Bedingungen, wie Gabriel Villarreal, Geschäftsführer von ADRA Kolumbien, in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Adventist World erklärte.

Kostenlose medizinische Untersuchungen
„Uns fiel der Zustrom von Menschen auf, und wir bemerkten, dass viele ohne entsprechende Unterlagen ins Land kamen und für einen bestimmten Zeitraum keinen Zugang zu medizinischer Versorgung in Kolumbien hatten. Also haben wir ein Projekt entwickelt, um tausenden Venezolanern kostenlose Gesundheitshilfe anzubieten“, sagte Villarreal.

Die Hilfe umfasse kostenlose medizinische Untersuchungen, gegebenenfalls Labortests und Medikamente für Tausende von Familien in Bucaramanga und Medellín, der zweitgrössten Stadt Kolumbiens. Die Untersuchungen würden vom Personal der beiden dortigen adventistischen Krankenhäuser durchgeführt. Bisher hätten schätzungsweise 10.200 Personen von dem Angebot Gebrauch gemacht, 5.000 in Medellín und 5.200 in Bucaramanga. In Bucaramanga und Medellín würden dank der Organisation durch ADRA-Mitarbeiter jeweils etwa 500 bis 600 Personen pro Monat von den jeweiligen Teams aus medizinischen Fachkräften untersucht. Die Hilfe sei mit den Behörden vor Ort abgestimmt, die venezolanischen Migranten ermittelten, welche die medizinische Versorgung benötigten, informierte Villarreal.

Hygiene, kochen und wohnen
ADRA habe ausserdem bereits 2.500 Sets mit Hygieneartikeln, 2.500 Kochausrüstungen mit Töpfen, Tellern und Geschirr sowie 2.500 Wohnausstattungen, die Matratzen und Bettwäsche einschliessen, verteilt. ADRA Kolumbien könne durch Spenden im ganzen Land auch andere Projekte unterstützen, um Venezolanern bei der Migration nach Kolumbien zu helfen.

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Professor Dr. Winfried Noack © Foto: Theologische Hochschule Friedensau

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Professor Dr. Winfried Noack

Friedensau/Deutschland | 30.08.2019 | APD | Personen

Die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg trauert um Professor Dr. Winfried Noack. Er verstarb am 27. Juli im Alter von 91 Jahren im Kreise seiner Familie. Noack war 1992 Mitbegründer des Fachbereichs Christliches Sozialwesen und lehrte bis 2009 an der Theologischen Hochschule Friedensau als Professor für Sozialwesen und Angewandte Theologie.

Winfried Noack, 1928 in Breslau geboren, studierte am adventistischen Theologischen Seminar Marienhöhe Darmstadt Theologie und an der Ludwig-Maximilians-Universität München Germanistik, Geschichte, Geographie und Philosophie. Während seiner Tätigkeit als Lehrer von 1954 bis 1992 am Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt wurde er 1962 zum Pastor der Siebenten-Tags-Adventisten ordiniert und 1966 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz promoviert.

Gemeinsam mit seiner Frau Renate entwickelte Noack in Friedensau ab 1992 das Studienprogramm am Fachbereich Christliches Sozialwesen. Er war Gründungsmitglied des Instituts für theologische und sozialwissenschaftliche Erforschung von Gemeindeentwicklung und Mission sowie des Instituts für integrative Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit der Hochschule, zu dessen Leiter er berufen wurde. 1995 erfolgte die Ernennung zum Professor. Im Jahr 2000 wählte die Theologische Hochschule Friedensau ihn für sieben Jahre zum Prorektor.

„Winfried Noack verband sein umfangreiches wissenschaftliches Wirken mit praktischer Projektarbeit in der Umgebung von Friedensau, später in Darmstadt, wo er mit seiner Frau den Ruhestand verlebte. Ihrer beider Herzlichkeit vermittelte stets ein Gefühl der Verbindlichkeit und des Angenommenseins“, betonte der Rektor der Hochschule, Professor Dr. Roland E. Fischer.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de

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Symbolbild © Grafik: OpenClipart-Vectors/pixabay

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland trauert um Pfarrer Ulrich Finckh

Bonn/Deutschland | 30.08.2019 | APD | Personen

Die evangelische Friedensarbeit in Deutschland trauert um den Bremer Pfarrer Ulrich Finckh, der im Alter von 91 Jahren verstorben ist. „Der überzeugte Pazifist gehörte seit Jahrzehnten zu den oft auch unbequemen Motoren der kirchlichen Friedensarbeit. Unermüdlich setzte er sich immer wieder für den Frieden und die Ächtung des Krieges sowie für eine gewaltfreie Welt ein, auch in Zeiten, in denen dazu Mut gehörte“, würdigte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, den Verstorbenen. Im Zweiten Weltkrieg habe er hautnah als Soldat die Schrecken des Krieges erlebt. „Dies hat ihn sein Leben lang geprägt“, so Brahms.

„Ulrich Finckh hat sich über Jahrzehnte hinweg mit Nachdruck, Beharrlichkeit und grossem Engagement für ein Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung eingesetzt“, betonte Detlev Besier von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Er war viele Jahre ehrenamtlicher Geschäftsführer der EAK und habe deren Arbeit geprägt. Dabei sei es ihm stets wichtig gewesen, dass Menschen, die aus Gewissensgründen den Dienst mit der Waffe verweigerten, eine öffentliche Anerkennung für ihre Entscheidung erhielten, stellte Besier fest, der auch Friedensbeauftragter der Protestantischen Kirche der Pfalz ist.

Ein unbequemer, wichtiger Mahner
Gerade in einer Zeit, in der Kriegsdienstverweigerer in der Gesellschaft stigmatisiert worden seien, habe sich Pfarrer Ulrich Finckh, der bis 2003 Vorsitzender der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen war, mit Fachwissen und unermüdlichem Einsatz für deren Rechte eingesetzt. „Ulrich Finckh stand den Betroffenen in Prüfungsverfahren zur Seite, er stritt aber auch beharrlich gegenüber den politischen Verantwortlichen für deren Rechte“, so Detlev Besier.

Die evangelische Friedensarbeit habe Ulrich Finckh viel zu verdanken, betonte Renke Brahms. „Er war ein unbequemer, aber wichtiger Mahner für eine friedliche Welt. Seine Stimme wird fehlen“, so der EKD-Friedensbeauftragte, der im Trauergottesdienst für Ulrich Finckh auch die Predigt hielt.

Soldat, Pfarrer, Pazifist
Ulrich Finckh wurde am 4. September 1927 in Heilbronn geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Soldat miterlebte, studierte er in Marburg, Mainz und Göttingen evangelische Theologie und wurde zunächst Pfarrer in Mettenheim (Rheinhessen), ab 1962 Studentenpfarrer in Hamburg, bevor er 1970 in Horn in Bremen Gemeindepfarrer wurde und dies bis zu seinem Ruhestand 1991 blieb. Er war 1971 bis 2012 Mitglied im Vorstand des Sozialen Friedensdienstes Bremen, von 1971 bis 2003 Vorsitzender der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, von 1974 bis 2004 Mitglied des Beirates für den Zivildienst und Mitbegründer der Gustav-Heinemann-Initiative. Finckh war auch lange Jahre ehrenamtlicher Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Er starb am 25. Juli in Bremen. Seine Autobiografie „Pimpf, Pfarrer, Pazifist. Ein kritischer Rückblick (1927-2017)“ erschien 2018 als Band 42 der Schriftenreihe „Geschichte & Frieden“ im Donat-Verlag, Bremen.

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sprecher im Bundesvorstand der EAK sind Wolfgang Buff, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird im EAK-Vorstand und in der Mitgliederversammlung von Dr. Horst Sebastian vertreten, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Informationen: www.eak-online.de

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WEA-Generalsekretär, Bischof Efraim Tendero (2016) © Foto: Facebook Efraim Tendero

Weltweite Evangelische Allianz ruft 2020 zum globalen Jahr der Bibel aus

Bern/Schweiz | 30.08.2019 | APD | Bibel

Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) hat das Jahr 2020 zum Jahr der Bibel erklärt, das im September 2019 beginnen soll. Laut Livenet.ch, Webportal von Schweizer Christen, wünscht WEA-Generalsekretär Bischof Efraim Tendero, dass weltweit evangelische Christen häufiger in der Bibel lesen und mehr in deren Übersetzung und Veröffentlichung investieren.

In seiner Ansprache an die Tausenden, die beim «Jesus Global Youth Day» (Globaler Jesus Jugendtag) vom 8. bis 10. August in der philippinischen Hauptstadt Manila versammelt waren, hob Bischof Efraim Tendero, die beispiellose Rolle der Bibel in über tausend Jahren Weltgeschichte hervor. «Weist auf die Bibel und den Schöpfer hin, dessen Wort wahr, rechtschaffen und für immer gültig ist», appellierte Tendero an die jungen Christen.

Einjährige Initiative startet im September 2019
«Wir werden die Bedeutung der Bibel als dauerhafte Grundlage für die Förderung von Einheit, Freiheit, Entwicklung und Lebensqualität heute und in den kommenden Jahren hervorheben», so der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA).

Die einjährige Initiative wird am 15. und 16. September offiziell im neu errichteten «Museum of the Bible» in Washington, DC, gestartet. Sie wird von Werken wie «Wycliffe», «Jugend mit einer Mission» oder «Call2All» unterstützt. Anschliessend wird damit gerechnet, dass Allianzen in den Mitgliedsländern nationale Initiativen starten.

Beispiellose Rolle der Bibel
«Das globale Jahr der Bibel 2020 wird ein Jahr lang einen Schwerpunkt setzen; es zielt jedoch darauf ab, die Grundlage für eine lebenslange Verpflichtung zu stärken, nach dem wahren und dauerhaften Wort Gottes zu leben», schreibt die WEA dazu.

In einem Rundschreiben listet die WEA die Ziele dieses Bibeljahres auf:
• zunehmendes und reflektierendes Lesen der Bibel durch Einzelpersonen und Gemeinschaften auf der ganzen Welt;
• Übersetzung, Veröffentlichung und Verbreitung der Bibel in so vielen Sprachen, wie sie benötigt wird;
• Menschen, insbesondere der jüngeren Generation, sollen in allen Lebensbereichen Ressourcen bereitgestellt werden, die eine bessere Auseinandersetzung mit der Bibel ermöglichen.

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Jamaikas Technologieministerin Fayval Williams © Foto: JAMAICA INFORMATION SERVICE

Jamaika: Technologieministerin spricht auf Internetkonferenz der Adventisten

Milton Freewater, Oregon/USA | 30.08.2019 | APD | Medien

Jamaikas Ministerin für Wissenschaft, Energie und Technologie, Fayval Williams, war Hauptrednerin der Global Adventist Internet Network (GAiN)-Konferenz, die vom 4. bis 6. Juli mit Kommunikationsexperten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Montego Bay/Jamaika stattfand. Dies teilte der unabhängige journalistische Dienst Adventist Today mit.

Williams eröffnete eine Ausstellung über die Entwicklung der Kommunikationsmedien in den letzten Jahrzehnten. In ihrer Ansprache spannte die Ministerin einen Bogen von der Entwicklung des Radios bis zu neueren Errungenschaften in der Kommunikationstechnologie. Den Organisatoren dieser Konferenz ginge es hauptsächlich um die Förderung und Unterstützung von Technologien, Medien und des Internets für den Auftrag und die Mission der Freikirche, so Nigel Coke, Abteilungsleiter für Kommunikation der überregionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Jamaika. Er führte weiter aus, dass Technologie Gegenwart und Zukunft bestimme und überall im Alltag zu finden sei und deswegen auch als Auftrag für die Kirche verstanden werden muss.

GAiN-Konferenz
Laut eigener Aussage sollen die Teilnehmer der GAiN-Konferenz „verbinden und teilen“, also untereinander Beziehungen knüpfen und das vermittelte Know-how weitergeben. Als nationaler Ableger der jährlich stattfindenden internationalen GAIN-Konferenz ermöglichte die Veranstaltung in Jamaika eine stärkere Fokussierung auf den Einsatz von Technologie in der praktischen Arbeit vor Ort. In Europa findet die nächste kontinentale GAiN-Konferenz vom 24. bis 27. April 2020 im rumänischen Bukarest statt. Weitere Infos unter: www.gain.adventist.org

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Adventistische Medienschaffende am crossmedialen Projekt «Uncertainty» © Keila Trejo/IAD

Adventistische Medien kooperieren bei crossmedialem Projekt

Miami, Florida/USA | 30.08.2019 | APD | Medien

Medienfachleute der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten aus der ganzen Welt trafen sich Anfang Juli, um an einem internationalen cross-medialen Projekt mit dem Titel „Unsicherheit (Uncertainty)“zu arbeiten. Die etwa ein Dutzend Vertreter der adventistischen Medienzentren verbrachten zwei Tage mit Brainstorming, Gebet und Gestaltung des Kreativprojekts am Hauptsitz der teilkontinentalen Kirchenleitung für Mittelamerika in Miami, Florida/USA, berichtete Adventist Review, nordamerikanische Kirchenzeitschrift, am 24. Juli.

„Uncertainty“ - ein Projekt der Hoffnung
"Wir wollen Hoffnung vermitteln. Unsicherheit ist ein existentielles Thema, das heute im Leben eines jeden Menschen präsent ist, ungeachtet der Gründe oder religiösen Überzeugungen. Wir denken, wir haben die Möglichkeit, dem Publikum zu helfen, es zu führen, zu inspirieren und ihm die Bedeutung der Botschaft der Hoffnung zu zeigen, mit der wir leben", sagte Adrian Dure, Gesamtkoordinator des crossmedialen Projekts. Er ist Dokumentarfilmregisseur beim Europäischen „Medienzentrum Stimme der Hoffnung“ der Freikirche in Alsbach-Hähnlein/Deutschland.

Ein crossmediales Vorhaben
Das internationale Projekt will darlegen, wie Unsicherheit im Leben verschiedener Menschen eine Rolle spielt. Es will auch zeigen, wie man mit Unsicherheit umgeht und welche positive Entwicklung daraus entstehen kann, so Dure. Dazu gehören verschiedene Medienprojekte wie z. B. ein interkultureller Dokumentarfilm mit Geschichten aus verschiedenen Regionen dieser Welt, ein Buch, eine Kurzfilmkampagne für Soziale Medien sowie zwei spezielle und exklusive Produktionen aus Nord- und Südamerika. Alle diese Projekte werden mit biblischen Prinzipien verknüpft sein, sagte Dure. Zu wissen, dass wir „nicht alleine sind in dieser Welt“, sei ebenso ein biblisches Prinzip, das in dem Projekt hervorgehoben werde.

Ein weiterer Projektbeteiligter, Abel Márquez aus Mexiko, meint: "Wir sind gespannt, wie die technische und kreative Seite in diesem Projekt zusammenkommen wird. Wichtiger jedoch ist, dass die Botschaft des Films für viele unterschiedliche Menschen zugänglich wird.“

Präsentation im Frühjahr 2020 geplant
Bei dem achtmonatigen internationalen Crossmedia-Vorhaben produzieren mehrere Medienzentren Geschichten, die den Film bereichern, so Dure. Das Projekt wird voraussichtlich im März 2020 abgeschlossen sein, rechtzeitig vor der nächsten Konferenz europäischer, adventistischer Medienschaffender (GAiN) im April 2020 in Bukarest/Rumänien.

Bilder des Treffens:
https://www.flickr.com/photos/interamerica/albums/72157709662972086/with/48292550896/

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Symbolbild © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: «Geht der Kirche der Glaube aus?»

Ostfildern/Deutschland | 30.08.2019 | APD | Buchrezensionen

Klaus-Rüdiger Mai, Geht der Kirche der Glaube aus? Eine Streitschrift, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2018, 192 Seiten, broschiert, 15,00 EUR, ISBN 978-3-374-05305-6

Geht der Kirche der Glaube aus?
Diese provokative Frage stellt der Schriftsteller Dr. Klaus-Rüdiger Mai in seinem neusten Buch. In acht Kapiteln widmet sich der Historiker verschiedenen Themen rund um die Kirche. Glaube, Kirche und Mission stehen dabei im Hauptfokus. Mai schreibt als lutherischer Christ und engagiertes Kirchenmitglied, das betroffen ist von den sich mehrenden Austritten sowie der Kraftlosigkeit seiner Kirche. Er kommt zum Schluss: Im heutigen Deutschland ist es schlecht bestellt um die evangelische Kirche. Dabei bleibt der Autor nicht abstrakt, sondern wird mitunter sehr konkret in seiner Kritik. Er spart nicht mit Zitaten und Beispielen aus dem aktuellen Kirchenalltag.

Mai schreibt sachlich und doch leidenschaftlich. Er möchte einen Disput über den Zustand der Kirche eröffnen und dazu auffordern, sich als freier Bürger daran zu beteiligen, statt heimlich zu leiden. Es werden politische Geschehnisse, die momentane Weltlage und aktuelle Kirchenpolitik anschaulich verbunden. Unerschrocken spricht er dabei umstrittene Themen an, wie das „Scheitern des Multikulturalismus“ (S. 30), den „Rückzug des Rechtsstaates“ (S. 30), „Kontrollverlust“ (S.30), „Neofeudalisierung“ (S.101) sowie die „Modernisierung Deutschlands“ (s. 139).

Politische Kirche
Mais Postulat: Die Theologie wird weltlich und ersetzt ihre eschatologische Perspektive durch Parteipolitik. Der Kirchentag avanciert in Folge dessen zum rot-grünen Parteitag. So verliert die Kirche aber ihre politischen Möglichkeiten, und die Nähe zur Politik schafft Raum für pagane Ersatzreligionen. Als Historiker sieht Mai, dass die Kirche immer dann, wenn sie der politischen Versuchung erlag, auf Abwege geriet. Er verdeutlicht dies mit Beispielen aus der Geschichte.

Ziel des Autors ist es „der Tendenz zur Selbstvergottung des Menschen und der damit einhergehenden Gefahr der Selbstsäkularisierung der Kirche zu wehren“ (S.10). Mai ist überzeugt: Echter Glaube darf nicht verwechselt werden mit ideologischer Gesinnung, ethischer Haltung, Seelenwellness und Wohlfühlprotestantismus. Glaube darf nicht weichgespült werden durch Anspruchslosigkeit. Glaube kann nicht durch Ideologie ersetzt werden, und Kirche ist keine moderne Moralanstalt. Die Rettung der Kirche liegt auch nicht in der Nähe zum Kanzleramt.

Prophetische Kirche
Stattdessen soll Kirche wieder die Aufgabe des Propheten wahrnehmen und nicht des Propagandisten. Prophetisches Reden erfolge immer exklusiv, niemals inklusiv. Der Prophet wiederspreche den Eliten und macht sich nicht zu dessen Diener, wie der Propagandist. Kirche muss daher parteilos bleiben und darf nicht selbst zum Establishment gehören (wollen).

Mit Vollmacht streitet der Autor für die Zukunft der Kirche. Seine Lösung: „Die evangelischen Kirchen müssen zum Glauben auf der Grundlage des Evangeliums und ihrer Bekenntnisse zurückfinden“ (S.14). Weg von der Macht, Distanz zu den Eliten, hin zum Evangelium und zu Paulus! So könne die Kirche wieder Halt und Orientierung geben. Zum Schluss wird Mai selbst zum Propheten, indem er voraussagt: „Die Stunde der Kirchen wird anbrechen“ (S. 147). Der geneigte Leser wird diese Hoffnung sicherlich teilen.

Claudia Mohr

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