APD-INFORMATIONEN 10/2019 - OKTOBER 2019

Dr. Reinhard Bodenmann, Reformationshistoriker am Institut für Reformationsgeschichte UZH, Zürich © Foto: Herbert Bodenmann/APD Schweiz

«Der Mythos von einer einheitlichen und frommen Reformation»

Zürich/Schweiz | 27.10.2019 | APD | Schweiz

Reinhard Bodenmann, Reformationshistoriker am Institut für Reformationsgeschichte an der Universität Zürich, hat am 30. September im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Siebenten-Tags-Adventisten in Zürich zum Jubiläum «500 JAHRE REFORMATION» gesprochen. Das Referat stand unter dem Titel «Der Mythos von einer einheitlichen und frommen Reformation». Er wies auf die gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Faktoren hin, die massgeblich neben den religiösen Aspekten das Reformationsphänomen mit ausgelöst hätten und die Vorstellung einer vorwiegend «frommen» Reformation erweiterten. Zudem sei die Reformation in ihrer religiösen als auch in ihrer politischen Komponente längst nicht einheitlich gewesen, sodass man besser von «Reformationen» sprechen würde.

Faktoren, welche die sogenannte «Reformation» auslösten
Luthers 95 Thesen seien nicht so genial und neu gewesen, dass die Reformation und die Kirchenspaltung allein durch sie ausgelöst worden sei. Es sei vielmehr die Kritik und das verbreitete Unbehagen - einschliesslich Antiklerikalismus - an einer bereits bestehenden Religion gewesen, die den Menschen und seine Bedürfnisse zugunsten bestimmter religiöser Auffassungen vernachlässigt habe. So sei damals in der christlichen Welt alles käuflich gewesen: Die Taufzeremonie, die dem Kind die Möglichkeit zu einem ewigen Leben eröffnete; Gebete und Bitten für ein gutes Leben, die man von gottgeweihten Menschen, wie Mönchen und Priestern, vorbringen liess; Messen, die nach dem Tod von Geistlichen gegen Bezahlung gelesen wurden; Ablassbriefe, die gekauft wurden um die Aufenthaltsdauer im Fegefeuern zu verkürzen.

Weitere Faktoren, die zur Auslösung der Reformation führten, waren gesellschaftliche Schichten, die durch die Kritik an der damaligen Religion eine Möglichkeit sahen, Macht, Einfluss und Reichtum zu mehren. Weltliche Behörden hatten genug vom Staat im Staat und wie das Geld der Untertanen die Kirche immer reicher machten und dass das Geld der Kirche oft nach Rom übermittelt wurde. Fürsten und Landesherren sahen die Möglichkeit, sich die Kirchengüter anzueignen und damit ihre Kassen zu füllen. Die religiöse Komponente der Reformation sei nicht ohne die politische Rückendeckung möglich gewesen, so Bodenmann.

Keine einheitliche Reformation
Die reformatorischen Prinzipien wie «sola scriptura» (allein die Schrift) oder «sola fide» (Erlösung allein durch den Glauben) seien von den Reformatoren unterschiedlich verstanden und interpretiert worden. «Allein die Schrift» hätten Zwingli und Calvin wortwörtlich verstanden, sodass die Kirche auf jede religiöse Praktik und Lehre, die nicht in der Schrift bezeugt ist, zu verzichten hätten. Deshalb mussten die Bilder, Skulpturen, Fenster mit Glasmalereien und manchmal auch die Orgeln aus den Kirchgebäuden weichen. Luther sei aber nicht bereit gewesen religiöse Lehrsätze oder Praktiken nur deshalb abzuschaffen, weil sie nicht in der Schrift aufzufinden waren. Zwingli und Calvin seien aber in ihrem wortwörtlichen Verständnis der Schrift inkonsequent geblieben, so der Reformationshistoriker. Sie hätten anhand der Schrift allein weder die Dreieinigkeit beweisen können noch die Rechtmässigkeit der Kindertaufe oder des sonntäglichen Ruhetages. Es sei demnach falsch, zu behaupten, dass der grösste Lehrunterschied in den Reformationsbewegungen im Abendmahlsverständnis bestehe, sagte Bodenmann.

Die Reformation sei im 16. Jahrhundert entstanden, weil die Diskrepanzen zwischen der ausgeübten Religion mit deren Diskurs einerseits und den gesellschaftlichen Bedürfnissen, Ansprüchen und den neuerworbenen Erkenntnissen anderseits, zu gross und unerträglich wurden. Das Gleiche treffe auch heute zu, so Bodenmann.

«Die menschlichen Gesellschaften arbeiten eine zu ihnen passende Religion aus und nicht umgekehrt», sagte der der Reformationshistoriker und fügte an, dass es an der Zeit wäre mit Hilfe der im Christentum gesammelten Erfahrungen und der neu gewonnenen Erkenntnisse der Wissenschaft eine erneuerte Religion und Religiosität auszuarbeiten, «wenn wir nicht gedankenlos unser eigenes Ende heraufbeschwören wollen».

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Cover des Jahresberichts 2018 von ADRA Schweiz © Foto: ADRA Schweiz

ADRA Schweiz Jahresbericht 2018 – 4,9 Mio. Franken Gesamtertrag

Zürich/Schweiz | 27.10.2019 | APD | Schweiz

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat laut Jahresbericht 2018 weltweit für 33 Projekte ausserhalb und fünf Projekte in der Schweiz gesamthaft Aufwendungen im Rahmen von 5,07 Millionen Franken (4,66 Millionen Euro) geleistet.

Gemäss dem Jahresbericht 2018, unter dem Titel „Perspektiven“, führte das Hilfswerk acht Projekte in Osteuropa sowie fünf in der Schweiz, je zehn in Asien und Afrika durch sowie drei in Zentralamerika und Haiti sowie zwei im Nahen bzw. Mittleren Osten. Der Gesamtertrag des Hilfswerks lag bei 4,94 Millionen Franken (4,54 Millionen Euro), was im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von 25 Prozent entspreche, der vor allem auf vermehrte Einnahmen aus öffentlichen Mitteln zurückzuführen sei, so ADRA. Insgesamt wurden 14 Prozent der Mittel für Administration sowie drei Prozent für Marketing verwendet.

Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass private Spenden 34 Prozent zu den Einnahmen beitrugen, ein „signifikanter Rückgang“, dessen Ursachen nur „aufwändig erhoben werden“ könnte. Institutionelle Geldgeber - wie die Glückskette oder die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) - haben 55 Prozent, Legate fünf Prozent, andere ADRA-Landesbüros zwei Prozent und die Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz drei Prozent zu den Einnahmen beigetragen. Die Jahresrechnung 2018 von ADRA Schweiz entspricht den Vorgaben Swiss GAAP FER 21 und der ZEWO-Stiftung.

Veränderungen beim Personal
Im Jahr 2018 verliessen Sibylle Schuppli (Kommunikation), Gabriel Maurer (Fundraising) und Andreas Jaggi (Leiter Finanzen) das Hilfswerk und wurden von Nathalie Beck (Kommunikation und Fundraising) sowie Catherine Schmid (Finanzen), beide in einem Teilzeitpensum, ersetzt. Im laufenden Jahr teilen sich bei ADRA Schweiz neun Personen 500 Arbeitsprozente, hinzu kommt ein Freiwilliger.

Wirkungsstudie zu Bildungsprojekt für Pflegekinder in Haiti
Es wurde eine Wirkungsstudie bezüglich des „GIVE THEM A CHANCE PROJEKT“ (Gebt ihnen eine Chance) in Petit-Goâve, im Westen Haitis, durchgeführt. Das Projekt, das sich um Kinder kümmert, die von ihren Eltern, mangels finanzieller Ressourcen um sie grosszuziehen, an andere Familien als Haushaltshilfen abgetreten werden, geniesse auf der Insel einen guten Ruf, heisst es im Jahresbericht 2018. Diese Kinder würden als «Restavek»-Kinder, vom vom französischen «rester avec» - «bei jemandem bleiben», bezeichnet. «In ihren Pflegefamilien müssen diese Kinder hart arbeiten und werden oftmals misshandelt. Sie sind häufig unterernährt und werden nicht gefördert, gehen nicht zur Schule. Der Missbrauch dieser Kinder in ihren Pflegefamilien, das Ausbleiben einer Schuldbildung, ihre Isolation und Unterernährung führen dazu, dass Restavek-Kinder zu den äusserst Verwundbaren und Schutzlosen zählen. Sie sind moderne Sklaven», so der Jahresbericht. Die Kinder könnten vormittags eine adventistische Schule besuchen, erhielten ein warmes Mittagessen und würden auch psychologisch betreut. Ein Teil des Erfolgs bestehe darin, dass auch die Pflegeeltern ins Projekt einbezogen würden und Kurse besuchen könnten.

Der Jahresbericht 2018 von ADRA Schweiz kann im Internet heruntergeladen werden:
https://adra.ch/fileadmin/user_upload/DE_JB_2018_de_RS.pdf

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz (www.adra.ch) wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde 2017 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre rezertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch.

Das ADRA Netzwerk besteht aus rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

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Neue Webseite von ADRA Schweiz für die Weihnachtspaket-Aktion «Kinder helfen Kindern» © Screenshot: ADRA Schweiz

Kinder helfen Kindern! – ADRA Weihnachtsaktion 2019 gestartet

Zürich/Schweiz | 27.10.2019 | APD | Schweiz

Die Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat die Weihnachtspaket-Aktion 2019 «Kinder helfen Kindern» gestartet. Zielland ist sei 2011 Moldawien. Es wurden in den vergangenen Jahren jeweils rund 3.000 Pakete an Kinder aus unterprivilegierten Familien oder in Heimen bzw. an Strassenkinder abgegeben. Pakete können bis am 17. November bei einer der ADRA-Ortsgruppen in der Schweiz abgegeben werden.

Neue Webseite für Weihnachtsaktion «Kinder helfen Kindern»
ADRA Schweiz hat zur diesjährigen Weihnachtsaktion eine neue Webseite lanciert, auf der alle Angaben zur Aktion enthalten sind: Was man einpacken darf und was nicht, wo man die Kartons beziehen kann und bis wann man sie wo abgeben muss: https://www.pack-es-paeckli.ch/

Damit die Pakete rechtzeitig bis Weihnachten die Kinder in Moldawien erreichen, endet die Abgabefrist für selbst gepackte Pakete der Weihnachtsaktion „Kinder helfen Kindern“ am 17. November. Kartonschachteln können bei einer der ADRA-Ortsgruppen bezogen werden, die sich laut Hilfswerk an der Aktion beteiligen. Demnach stellten Kinder mit ihren Eltern, Schulklassen sowie Kirchgemeinden Geschenkpakete für benachteiligte Kinder in Moldawien zusammen.

Die Pakete werden seit 2011 von der Partnerorganisation ADRA Moldawien an Kinder in Waisenheimen, in verarmten Familien, behinderte Kinder sowie an Strassenkinder verteilt. Moldawien ist eines der ärmsten Länder Europas. Es liegt zwischen Rumänien und der Ukraine. Im Rahmen der letztjährigen Weihnachtsaktion sind von ADRA Schweiz 3.048 Pakete per Eisenbahn nach Moldawien transportiert worden.

Der Bericht über die Weihnachtspaket-Aktion 2018 kann hier eingesehen werden:
http://www.adra.ch/fileadmin/user_upload/01_ADRA-FLASH_DE_01-2019_LR.pdf

ADRA Schweiz
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit.

ADRA unterhält ein globales Netzwerk mit rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt die Hilfe unabhängig von politischer und religiöser Anschauung, ethnischer Herkunft oder sexueller Orientierung.

ADRA Schweiz (www.adra.ch) ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Das Hilfswerk wurde von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) 2017 rezertifiziert. Das ZEWO-Gütesiegel steht für den zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch

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Mattia Benini © Foto: EUDNews

Mattia Benini, neuer Direktor der «Clinique La Lignière» in Gland/VD

Gland/Schweiz | 27.10.2019 | APD | Schweiz

Der Verwaltungsrat der «La Lignière Holding SA» hat Ende September Mattia Benini per 1. Februar 2020 zum neuen Direktor der «Clinique La Lignière» in Gland/VD und ihrer Schwestergesellschaften ernannt. Er folgt auf Nicolas Walther, der bis zum 31. Januar 2020 im Amt bleibt. Die 95-Betten-Kilinik am Genfersee ist eine Institution der Siebenten-Tags-Adventisten.

Mattia Benini, hat einen Bachelor of Science in Prozessmanagementtechnik und ist Theologe. Er wurde im März 2017 zum Head of Operations der «Clinique La Lignière SA», des «Centre Médical & Thérapeutique La Lignière SA» und des «Centre de Santé La Lignière SA» ernannt. Er verwaltete alle funktionsübergreifenden Dienstleistungen wie Verwaltung, Hotellerie und Empfang, Wartung und Instandhaltung, Logistik und Sicherheit, IT und Patientenaufnahme. Als Mitglied der Geschäftsleitung arbeitete Benini bei allen Querschnittsprojekten sehr eng mit der Geschäftsleitung zusammen und ist gleichzeitig an den strategischen Projekten von Lignière beteiligt.

Die vorgesehene Übergangsphase zwischen Nicolas Walther und Mattia Benini bis Ende Januar 2020 soll laut Medienmitteilung des Verwaltungsrats die Kontinuität der Strategie der «La Lignière Holding SA» und den Ausbau regionaler, nationaler und internationaler Partnerschaften gewährleisten.

Der vom Verwaltungsrat der «La Lignière Holding SA» eigens eingerichtete Auswahlausschuss favorisierte eine Bewerbung mit einem partizipativen, bereichsübergreifenden und interdisziplinären Ansatz. Der Verwaltungsrat hebt in der Mitteilung auch das technische und praktische Wissen hervor, das Benini seit seiner Amtsübernahme in der der «Clinique La Lignière» entwickelt und genutzt habe. Der neue Direktor habe durch seine menschlichen und sozialen Fähigkeiten sowie sein tiefes Gespür für Werte und Engagement überzeugt.

«Clinique La Lignière»
Die Clinique La Lignière der Siebenten-Tags-Adventisten in Gland, am Genfer See, wurde 1905 gegründet. Sie verfügt über 95 Betten und ist spezialisiert auf kardiovaskuläre, neurologische, orthopädische und rheumatologische Rehabilitation, Innere Medizin und Psychiatrie. Die Klinik ist laut eigenen Angaben ein wichtiger Akteur im regionalen Gesundheitsnetz und hat unter der Leitung von Nicolas Walther eine organisatorische und rechtliche Umstrukturierung durchlaufen. Diese hat zur Gründung neuer juristischer Personen für ein besseres Funktionieren und zu einer grösseren Transparenz ihrer verschiedenen Aktivitäten geführt. Es sind dies: «Clinique La Lignière SA», «Centre Médical & Thérapeutique La Lignière SA» - ein Ambulatorium, das 2017 eröffnet wurde und seit Mai 2018 aktiv ist - und das kürzlich gegründete «Centre de Santé La Lignière SA».

Mehr Informationen zur «Clinique La Lignière»: https://www.la-ligniere.ch/

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Symbolbild © Foto: Matthias Müller/churchphoto.de

Adventisten in Deutschland entsetzt über Terrorangriff in Halle

Hannover/Deutschland | 27.10.2019 | APD | International

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland hat mit Entsetzen den Terrorangriff auf die jüdische Gemeinde in Halle/Saale verurteilt.

„Der versuchte Terrorangriff auf die zum Versöhnungstag Jom Kippur versammelte jüdische Gemeinde in Halle/Saale am 9. Oktober macht uns fassungslos. Wir sind entsetzt über diese Gräueltat. Unsere Gedanken sind bei unseren jüdischen Glaubensgeschwistern in Halle, denen dieses Attentat galt. Als adventistische Christinnen und Christen stehen wir an ihrer Seite“, teilte der Bundesbeauftragte für Flüchtlings- und Integrationshilfe des Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), Michael Götz, in einer Erklärung mit. Das AWW ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Adventisten verurteilten jede Form von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, betonte Götz. Das abscheuliche Verbrechen von Halle sei ein Angriff auf uns alle, auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, auf Religionsfreiheit und die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen. „Unsere Gedanken sind auch bei den Menschen, die Opfer dieses Verbrechens geworden sind. Wir trauern mit den Angehörigen und bitten um Genesung für die durch diese Tat an Leib und Seele verletzten Menschen“, so der Bundesbeauftragte für Flüchtlings- und Integrationshilfe des AWW.

Die Erklärung zum Terrorangriff auf die jüdische Gemeinde in Halle/Saale ist im Internet zu finden unter aww.info.

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Redebeitrag von Johannes Naether vor der Abstimmung über die Verwarnung © Foto: Jens-Oliver Mohr/APD

Adventisten: Weltkirchenleitung verwarnt Norddeutschen Verband

Silver Spring, Maryland/USA | 27.10.2019 | APD | International

Anlässlich der Jahressitzung (Annual Council) des Exekutivausschusses (GC-ExCom) der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten vom 9. bis 16. Oktober in Silver Spring, Maryland/USA, haben die rund 300 Delegierten neben anderen Verwaltungseinheiten auch die überregionale adventistische Kirchenleitung für Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband, NDV) verwarnt. Grundlage für die Verwarnung ist das umstrittene Verfahren bei Regelverstössen, das 2018 eingeführt wurde.

Der überregionalen adventistischen Kirchenleitung für Nord- und Ostdeutschland (NDV) wird vorgeworfen, Massnahmen ergriffen zu haben, die nicht in Übereinstimmung mit dem Regelwerk der Weltkirche (Working Policy) stünden: Der NDV ordiniert seit 2016 keine Pastoren mehr für den weltweiten Dienst, sondern „segnet“ lediglich seine Angestellten für den pastoralen Dienst unabhängig von ihrem Geschlecht. Diese „Segnung“ entspricht einem Verfahren, das in den Richtlinien der Weltkirchenleitung (Working Policy) aufgeführt wird. Während die Ordination weltweit gilt, bleiben die mit der Segnung verbundenen Vollmachten auf diejenigen Gebiete beschränkt, die diese ebenfalls praktizieren. In der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist die Ordination lediglich männlichen Geistlichen vorbehalten.

Weitere Verwarnungen aufgrund der Ordinationsfrage
Neben dem NDV wurden auch die adventistischen Kirchenleitungen in Dänemark, Norwegen und Schweden mit 164 Ja- zu 124 Nein-Stimmen verwarnt („Warned“). Die Adventisten in Schweden ordinieren keine Pastoren mehr. Die Adventisten in Dänemark verwenden ausschliesslisch die Bezeichnung «Pastor» oder «Pastorin» für Personen im Pastorendienst ohne «ordiniert» oder «gesegnet» zu verwenden. Die Adventisten in Norwegen ordinieren keine Pastoren sondern führen Frauen oder Männer in den vollen Pastorendienst mit einem Fürbittegebet ein. Verwarnt wurden ebenso die US-amerikanischen überregionalen Kirchenleitungen „Columbia Union Conference“ und „Pacific Union Conference“, auf deren Gebiet auch Frauen entgegen der Beschlusslage der adventistischen Weltsynode ordiniert werden (190 Ja- zu 94 Nein-Stimmen). Grundlage dieser Vorgehensweise ist das umstrittene Verfahren bei Regelverstössen, das 2018 vom GC-ExCom verabschiedet wurde (siehe APD-Meldung vom 15.10.2018:
https://www.apd.media/news/archiv/12717.html)

Stellungnahme deutscher Kirchenleiter
Johannes Naether, Präsident des NDV, teilte mit, er halte die Verwarnung für nicht gerechtfertigt. Der NDV hätte vielmehr eine Regelung gefunden, die versuche, in Konformität mit den Beschlüssen der Weltkirche auch dem Anliegen der Gleichberechtigung von Mann und Frau Rechnung zu tragen. „Ich kann nicht verstehen, dass wir dafür nun verwarnt werden“, so Naether.

Der Präsident der Adventisten in Süddeutschland (Süddeutscher Verband, SDV), Werner Dullinger, äusserte sich ebenfalls kritisch: die Verwarnung sei nicht gerechtfertigt, da es in der Working Policy keinen Zwang zur Ordination gebe. Ferner sei das Verfahren für die Verwarnung nicht den 2018 abgestimmten Regularien entsprechend gewesen. Zusammen mit den zuständigen Gremien werde man prüfen wie damit umzugehen sei und ob und in welcher Form dagegen Einspruch erhoben werden kann. „Besonders bedauerlich empfinde ich, dass dieser Beschluss keinen hilfreichen Beitrag zur Einheit der Kirche und zum Fokus auf die Mission der Kirche darstellt“, so Dullinger.

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Symbolbild © Foto: Nikos Apelaths/Pixabay

Adventisten: Stellungnahme zur Abtreibung verabschiedet

Silver Spring, Maryland/USA | 27.10.2019 | APD | International

Während der jährlichen Herbstsitzung des Exekutivausschusses (GC-ExCom) der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), vom 9. bis 16. Oktober in Silver Spring, Maryland/USA, beschlossen die Mitglieder mit überwältigender Mehrheit eine „Stellungnahme zur biblischen Sichtweise über das ungeborene Leben und seine Auswirkungen auf die Abtreibung“. Dem Dokument ging eine längere Diskussions- und Studienphase von adventistischen Theologen, medizinischen Experten, Gesundheitsfachleuten, Ethikern und Leitern aus verschiedenen Ebenen der Kirchenverwaltung voraus.

Eine Arbeitsgruppe von 26 Personen, darunter sieben Frauen, wurde im September vom Verwaltungsausschuss (ADCOM) der Weltkirchenleitung (General Conference/GC) beauftragt, „einen Entwurf einer einheitlichen Stellungnahme vorzubereiten, die eindeutig auf biblischen Prinzipien basiert, die Unantastbarkeit des Lebens unterstreicht und die aussergewöhnlich schwierige Fälle/Anomalien anerkennt, mit denen Frauen konfrontiert sind", so die Formulierung, über die abgestimmt wurde.

Richtlinie – Stellungnahme
Die Kirchenleiter betonten, das Dokument sei eine Stellungnahme (statement) und keine Richtlinie (guideline). Sie richte sich an Einzelpersonen und kirchliche Einrichtungen. In der kirchlichen Praxis formuliere eine beschlossene Stellungnahme die offizielle Position der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu einem bestimmten Thema. Richtlinien dagegen böten Orientierungshilfen für die praktische Umsetzung eines bestimmten Themas.

Vor der Verabschiedung dieses Dokuments war noch keine Stellungnahme zur Unantastbarkeit des ungeborenen Lebens erstellt worden. Zuletzt hatte die Kirche 1992 „Richtlinien zur Abtreibung“ herausgegeben. Nach Ted N. C. Wilson, dem Weltkirchenleiter der Adventisten, waren diese Richtlinien aus dem Jahre 1992 jedoch „weitaus enger gefasst bezüglich einer umfassenden Sicht des biblischen Ansatzes zu diesem besonderen Anliegen".

Wilson erläuterte die Bedeutung einer solchen Stellungnahme für die 21 Millionen Mitglieder umfassende Weltkirche. Es handle sich um eine offizielle Erklärung. Sie sei nicht Teil der „Gemeindeordnung“. Diese Stellungnahme sei auch nicht für Kirchenvorstände und Mitglieder gedacht, um andere Menschen zu verurteilen. Wilson wandte sich direkt an die leitenden Kirchenvertreter und fügte hinzu: „Bitte informiert und ermutigt unsere Gemeindemitglieder, das zu unterlassen. Es ist eine biblisch begründete Stellungnahme, um nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch uns selbst zu informieren, was uns die Bibel über das Leben sagt."

Das Dokument
Das Dokument selbst ist eine „Stellungnahme der biblischen Sicht auf das ungeborene Leben und ihre Bedeutung für die [Praxis] der Abtreibung“. Es ist in sechs Abschnitte unterteilt. Diese zitieren grösstenteils Texte der Heiligen Schrift zum Wert und zur Unantastbarkeit menschlichen Lebens, Gottes Sichtweise auf das ungeborene Kind als menschliches Lebewesen, der biblischen Lehre, sich um die Schwachen und Verletzlichen zu kümmern und dass Gottes Gnade dem Leben trotz einer durch Sünde und Tod verdunkelten Welt den Vorrang gibt. Abschliessend wird festgestellt, dass Abtreibung für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit dem Plan Gottes für das Leben unvereinbar, aber gleichzeitig eine grosse Herausforderung sei.

Diskussionsbeiträge
Doug Batchelor, Sprecher und Direktor von „Amazing Facts Ministries“, einem privaten Missionswerk in Nordamerika, war der erste, der sich für die Erklärung aussprach. "Ich lobe Gott, weil die Kirche sich mit diesem Thema beschäftigt. Ich wünschte, wir hätten es früher getan. Die Bibel lehrt, dass das menschliche Leben ein Wunder ist, ein Geschenk der Schöpfung Gottes, das bei der Empfängnis beginnt." Batchelor schloss mit den Worten: "Eine klare biblische Aussage über Abtreibung bedeutet nicht, dass wir Menschen verurteilen werden, die anderer Meinung sind."

Richard Hart, Präsident von Loma Linda University Health (LLUH), einem medizinischen adventistischen Krankenhausverbund, schätze das Dokument, weil es den Wert des Lebens herausstelle. Der Arzt stellte klar, dass Loma Linda keine Abtreibungen auf Wunsch anbiete, beschrieb aber mehrere kritische medizinische Befunde, bei denen ein Schwangerschaftsabbruch notwendig sein könne. Er betonte die Bedeutung von Formulierungen, die es „dem Arzt und der Mutter ermöglichen, unter diesen schwierigen Umständen die weisesten Entscheidungen zu treffen".

Andere Delegierte äusserten Bedenken, dass Hinweise auf Erfahrungen mit Vergewaltigung und Inzest fehlten, auf die in den Richtlinien von 1992 Bezug genommen wurde.

Jiri Moskala, Dekan des Theologischen Seminars der Siebenten-Tags-Adventisten an der Andrews Universität, Berrien Springs, Michigan/USA, begrüsste das Dokument zwar für seinen Respekt vor dem Leben und den biblischen Prinzipien, machte aber auch Verbesserungsvorschläge. "Diese Erklärung schweigt seltsamerweise über das schmerzhafteste Thema im Zusammenhang mit der Abtreibung, nämlich die Vergewaltigung. Ich hoffe, dass wir kein falsches Signal in unsere Kirchen senden, wenn wir in diesem Dokument das Problem der Gewalt und Vergewaltigung auslassen. Ich denke, Vergewaltigung sollte berücksichtigt werden."

Die Abstimmung
Nach der Diskussion am 14. Oktober entschieden sich die Delegierten für eine Fortsetzung am 16. Oktober. Das gab dem Ausschuss die Möglichkeit, Kommentare und beantragte redaktionelle Änderungen in die Erklärung aufzunehmen. Kurz vor Mittag wurden die Änderungen am Dokument auf Grundlage der Beiträge und Vorschläge noch einmal vorgelesen. Die „Erklärung zur biblischen Sichtweise des ungeborenen Lebens und seiner Auswirkungen auf die Abtreibung“ wurde mit überwältigender Mehrheit der Delegierten angenommen. Das verabschiedete Dokument kann im Original auf Englisch hier eingesehen werden: http://ow.ly/3HhF30pMfjU.

Die Übersetzung auf Deutsch:
https://www.adventisten.ch/fileadmin/adventisten.ch/files/dateien_pdf/dokumente_und_stellungnahmen/01_stellungnahmen_erklaerungen/2020_Stellungnahme_ungeborenes_Leben_und_Abtreibung_deutsch__16.10.2019__Kopie.pdf

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Juan Prestol-Puesán präsentiert den Finanzbericht 2018 der adventistischen Weltkirchenleitung © Foto: Adventist Review

Neuer Finanzierungsmodus für adventistische Weltkirchenleitung

Silver Spring, Maryland/USA | 27.10.2019 | APD | International

Während der jährlichen Herbstsitzung des Exekutivausschusses (GC-ExCom) der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), vom 9. bis 16. Oktober in Silver Spring, Maryland/USA, beschlossen die Delegierten aus allen Kirchenregionen der Welt am 14. Oktober den Finanzierungsmodus für die Weltkirchenleitung bis 2030 paritätisch zu gestalten. Damit sollen 12 teilkontinentale Kirchenleitungen den Basisprozentsatz ihrer Beiträge an die Weltkirchenleitung bis 2030 von zwei auf drei Prozent ihrer Zehnteneinnahmen erhöhen. Die finanzstarke Nordamerikanische Kirchenleitung (NAD) entrichtet im laufenden Jahr 5,85 Prozent ihrer Zehnteneinnahmen an die Weltkirchenleitung und wird diese demnach bis 2030 auf drei Prozent reduzieren können.

Finanzstruktur der Siebenten-Tags-Adventisten
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten erhebt keine Kirchensteuer. Sie unterhält ihre Pastoren, Institutionen und Aufgaben durch den biblischen „Zehnten“ sowie weitere freiwillige Gaben. Adventistische Kirchenmitglieder überweisen zehn Prozent ihres Einkommens, den Zehnten, an die Ortsgemeinde. Die Ortsgemeinde schickt den Zehnten zur regionalen Kirchenleitung (Vereinigung), bei der ein Grossteil der Zehntengelder bleibt, um ihre Aufgaben, Gehälter der Mitarbeitenden, Missionsprojekte und soziale Leistungen für Pensionierte sowie Beiträge an theologische Ausbildungsstätten zu bezahlen. Der Rest der Zehntengelder wird an die überregionale (Union/Verband) sowie an die teilkontinentale Kirchenleitung (Division) weitergeleitet. Die teilkontinentale Kirchenleitung (Division) leitet von ihren Zehnteneinnahmen im Moment zwei, im Jahr 2030 drei Prozent an die Weltkirchenleitung für deren Aufgaben und Betrieb weiter. Diese Erhöhung der Beiträge an die Weltkirchenleitung für zwölf der dreizehn Kirchenregionen sei nicht unumstritten gewesen, berichtet Adventist Review AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift.

Finanzbericht 2018 der Weltkirchenleitung
Trotz Unsicherheit sei die Finanzlage der adventistischen Weltkirchenleitung im Bereich des Erwarteten, sagte Juan Prestol-Puesán, Finanzchef der Kirche, bei der Präsentation des Finanzberichts 2018. Er danke «in erster Linie» Gott für seine Segnungen, so Prestol. Die Zehnteneinnahmen der Kirche seien 2018 weltweit um 3,6 Prozent oder knapp 90 Millionen US-Dollar/Franken, - davon stammten allein 56 Millionen US-Dollar/Franken von den nordamerikanischen Adventisten -, auf 2,47 Milliarden US-Dollar/Franken gestiegen.

Er erwarte per Ende 2019 ein ausgeglichenes Ergebnis, sofern keine grossen zusätzlichen Schwankungen bei den Schlüsselwährungen auftreten und die Haushaltsdisziplin bei den Ausgaben und Mittelzuweisungen an Kirchenregionen beibehalten werde, sagte der Finanzchef bezüglich der aktuellen Finanzlage. Die Ausgaben der Weltkirchenleitung für ihren Betrieb seien zwar um 1,6 Millionen US-Dollar/Franken gestiegen, lägen aber immer noch unterhalb der durch die Arbeitsrichtlinien (Working Policy) für ihren Betrieb bewilligten zwei Prozent der Weltzehnteneinnahmen.

Die Liquiditätssituation sei gut. Das Nettovermögen der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) sei bis zum 30. September 2019 um 1,2 Millionen US-Dollar/Franken gestiegen, was auf Kapitalerträge zurückzuführen sei. Prestol-Puesán schloss den Finanzbericht mit einem Dank an Gott und für die «Grosszügigkeit der Mitglieder».

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Symbolbild © Foto: Gordon Johnson/pixabay

Gerechtigkeit und Liebe sind die besten Waffen gegen Gewalt

Bonn/Deutschland | 27.10.2019 | APD | International

Gerechtigkeit und Liebe sind die besten Mittel gegen Gewalt. Das betonte am 30. September der Kriminologe Professor Dr. Christian Pfeiffer bei einem Impulstag zu Friedensbildung in Schule und Gemeinde in Nürnberg/Deutschland. Eine wichtige Rolle spielten seiner Auffassung nach dabei auch Lehrerinnen und Lehrer, die bei den Schülerinnen und Schülern Leidenschaften und damit die Lust auf das Leben wecken sollten, so der frühere niedersächsische Justizminister.

„Gut miteinander auskommen“, lautete das Motto des Impulstages in Nürnberg, zu dem die Nürnberger Arbeitsstelle „kokon“ für konstruktive Konfliktbearbeitung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in Kooperation mit dem Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) auch Lehrerinnen und Lehrer eingeladen hatte. In Workshops konnten die fast 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkret erleben, wie Gewaltfreiheit gelernt und vermittelt werden könne. Dabei ging es unter anderem um Cybermobbing, Friedensbildung mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, Friedenskultur in der Schule, die Ausstellung „Frieden geht anders“ des Zentrums Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau und das W-I-R-Projekt des Fränkischen Bildungswerkes in Nürnberg.

Liebe und Gerechtigkeit zahlen sich aus
„Liebe zahlt sich aus“, behauptete Christian Pfeiffer. Alle Untersuchungen hätten gezeigt, dass in Familien oder in Schulen, wo geprügelt werde, auch die Gewaltraten steigen würden. „Hier finden sich mehr Alkoholprobleme, mehr Kriminalität, aber auch weniger Vertrauen“, unterstrich der Jurist und ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens. „Wir produzieren damit Gewalt. Aber wo gewaltfrei und liebevoll umgegangen wird, wird dies spürbar.“ Das gleiche gelte für Gerechtigkeit. „Diese ist wie die Liebe von zentraler Bedeutung. Gerechtigkeit zahlt sich aus, Ungerechtigkeit führt zu Gewalt.“ Das hätten zahlreiche Umfragen in Schulen, aber auch in Justizvollzugsanstalten bewiesen. Eine gute Schul- oder Gefängniskultur wirke sich im Verhalten gegenüber anderen aus, meinte der Kriminologe in Nürnberg.

Gewalt und schwere Kriminalität rückläufig
Der Professor verwies darauf, dass alle Statistiken belegen würden, dass die Gewalt und die schwere Kriminalität in Deutschland rückläufig seien. „Je schwerer die Straftat, umso mehr geht sie seit Jahren zurück“, betonte er. Auch in Schulen sei dies nachweisbar. „Wir haben mittlerweile in Schulen eine Kultur des Hin- statt des Wegsehens bei Gewalt.“ Steigende Schulerfolge bedeuteten auch weniger Schulverlierer. Aber auch die Missbilligung von Gewalt sei deutlich angestiegen. „Das alles führt zu einem Rückgang von Gewalt“, erläuterte der Jurist. Nur werde das leider in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen.

Die Jungs - ein Problem
Ein Problem seien allerdings die Jungs, gab Christian Pfeiffer zu bedenken. Hier wären gegenüber gleichaltrigen Mädchen deutliche Unterschiede, was Gewalt und Kriminalität angehe, festzustellen. Dabei würden Computerspiele sicher eine Rolle spielen, die von Jungs mehr als von Mädchen genutzt würden. Aber: „Ein wichtiger Grund dafür ist oft gerade die fehlende Liebe der Väter, das die Jungs verunsichert.“ Hier fehle nicht selten ein in den Arm nehmen und eine tröstende Geste. Dieses Väterdefizit sei eine ganz wichtige Ursache für die Unterschiede zwischen Jungs und Mädels.

Lust auf das Leben wecken
Eine wichtige Aufgabe neben den Eltern nehme bei der Frage nach Liebe und Gerechtigkeit aber auch die Schule ein. Sie müsse die Jugendlichen mitnehmen, bei ihnen Leidenschaften und Interessen wecken, wo junge Menschen Erfüllung finden würden, Selbstbewusstsein lernten und Erfolgserlebnisse hätten. Der Jurist betonte: „Leidenschaft und die Lust aufs Leben wecken, das wäre die Rettung.“

„Christian Pfeiffer hat mit seinen Zahlen und Fakten uns heute bewusst gemacht, wieviel gewaltfreies Potenzial in unseren Jugendlichen steckt. Aber heute wurde auch deutlich, wieviel Potenzial genauso in unseren Schulen und in den Lehrerinnen und Lehrern steckt. Das macht sehr viel Mut“, äusserte Lutz Krügener, einer der beiden Sprecher der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) und Friedensbeauftragter der Evangelisch-lutherischen Kirche Hannovers.

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Nahrungsmittelnothilfe für bedürftige Binnenvertriebene und Rückkehrer in Nigeria © Foto: ADRA Deutschland e.V.

Die Zahl der Hungernden steigt wieder

Weiterstadt/Deutschland | 27.10.2019 | APD | International

Rund 820 Millionen Menschen hatten 2018 nicht genug zu essen. Das sind laut der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mehr Menschen als im Vorjahr. 2017 gab es 811 Millionen Hungernde. Die Zahl liege damit beim Niveau von 2010. Nach einer Verbesserung steige die Zahl der Hungernden wieder an.

Am stärksten von Hunger gefährdet seien Kinder bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres. Das Entwicklungsdefizit durch Fehl- und Unterernährung belaste die Kinder ein Leben lang. Laut Feststellung der FAO wären 2018 knapp 200 Millionen Kinder unter fünf Jahren unterernährt oder unterentwickelt gewesen. Dazu kämen noch einmal 20 Millionen Babys mit zu geringem Geburtsgewicht.

Den insgesamt 821,6 Millionen Menschen, die an Hunger leiden, stünden zwei Milliarden übergewichtige Menschen gegenüber. „Während wir in Deutschland Lebensmittelverschwendung bekämpfen, leiden weite Teile von Afrika und Asien unter Mangel- oder Unterernährung. Ursachen für Hunger sind Naturkatastrophen, Krieg und wirtschaftliche Unsicherheit. Die Ressourcen auf der Welt sind ungleich verteilt“, so Christian Molke, Geschäftsführer der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Am dramatischsten sei die Lage in Ostafrika. Dort wäre bis zu einem Drittel der Bevölkerung unterernährt. Die zahlenmässig meisten unterernährten Menschen lebten in Asien.

Hunger trifft die Armen, egal wo
„Hunger, Mangel- und Unterernährung sind bei weitem kein Phänomen, das nur den globalen Süden trifft. Immerhin acht Prozent der Bevölkerung in Nordamerika und auch in Europa hat keinen Zugang zu ausreichender Nahrung“, betonte Christian Molke anlässlich des Welternährungs-/Welthungertags am 16. Oktober.

ADRA Deutschland unterstütze Menschen bei der Versorgung mit Lebensmitteln in Kambodscha, Laos, Äthiopien, Burundi, Burkina Faso, Kenia, Mali, Somalia und Peru. Die Hilfe sei dabei sehr unterschiedlich. So helfe ADRA in Peru durch marktwirtschaftliche Anreize, in Kambodscha würden Familien mit Hausgärten unterstützt und in Burkina Faso, eine der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen der Erde, gelte es die Bauern in angepassten landwirtschaftlichen Techniken, Wasser- und Bodenkonservierung, Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, Vermarktungstechniken sowie in Ernährungspraktiken zu schulen.

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Kirchenhistoriker Johannes Hartlapp erzählt Geschichten aus der Gründerzeit von Friedensau © Foto: Stephan G. Brass/APD

Deutschland: 120 Jahre Ortschaft und Ausbildungsstätte Friedensau

Friedensau/Deutschland | 27.10.2019 | APD | International

Am 29. September wurde der Ortsgründung und bewegten Geschichte des Ortes Friedensau, Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt, mit einem abwechslungsreichen Programm während des ganzen Tages gedacht. Gleichzeitig wurde die neue überdachte Arena auf dem Zeltplatz feierlich eingeweiht. Fast auf den Tag genau vor 120 Jahren unterzeichneten der Mühlenbesitzer Otto Knochenmuss und der adventistische Missionsdirektor Ludwig Conradi den Kaufvertrag der Klappermühle an der Ihle mit dem dazugehörigen Landbesitz von 34 Hektaren. Heute beherbergt das Gelände die Theologische Hochschule Friedensau in der Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, ein Seniorenheim sowie einen Pfadfinder-Zeltplatz.

Die Veranstaltung „120 Jahre Friedensau“ fand in Kooperation des Kultur- und Heimatvereins Friedensau e.V. mit dem Zeltplatz Friedensau und unter Förderung der Stadt Möckern statt. Einwohner des Ortes und umliegender Orte sowie Vertreter aus Politik und Kirche nahmen an dem umfangreichen Festprogramm teil. Bereits am Vormittag war die in 15 Monaten neu erbaute Arena auf dem Zeltplatz mit einer Andacht eines Gesellschaftervertreters eröffnet worden. Daran schloss sich ein Rundgang durch das Gebäude an, bei dem die beiden Architekten Meyer-Winderlich und Edmondo Martinez Moreno aus Potsdam die Eigenarten des Rundbaus erläuterten. Weitere Führungen über das Hochschulgelände folgten am Vormittag.

Festakt
Der Festakt am Nachmittag auf dem „Alten Dorfplatz“ mit angrenzender Scheune begann mit dem schwungvollen Gospelsound „Sing out“ von Ron Kenoli durch den Hochschulchor. In seiner Begrüssung an die Gäste betonte der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, Roland Fischer, dass Friedensau manchmal auf wundersame Weise überlebt habe. Für ihn sei darin Gottes Führung zu sehen.

Grussworte des Möckerner Bürgermeisters und des Präsidenten der überregionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland folgten.

Kirchengeschichtliches
Kirchenhistoriker Johannes Hartlapp schmückte seinen geschichtlichen Rückblick humorvoll mit Anekdoten aus dem Schulleben. Eine alte Klingeluhr im Arbeitszimmer des Seminarleiters habe damals mit ihren Klingelzeichen den Tagesablauf in Friedensau geregelt, so Hartlapp. Die streng durchgetaktete Tageseinteilung mit Wecken um 5:00 Uhr bis „Licht aus“ um 21 Uhr am Abend, brachte so manchen Zuhörer zum Schmunzeln.

Nach dem Kauf der Klappermühle an der Ihle gaben die Gründerväter dem bereits 1306 urkundlich erwähnten Ort seinen Namen „Friedensau“. Zwei Monate nach Kauf des Geländes im Jahr 1899, startete der Unterricht mit sieben Schülern unter einfachsten Bedingungen in den vorhandenen Gebäuden. Geplant war eine Ausbildungsstätte für Pastoren und Krankenschwestern. Innerhalb der nächsten zehn Jahre entstand laut Chronik ein Ensemble von grossen Lehr- und Wohngebäuden, die bis heute das Erscheinungsbild des Campus prägen. Allesamt im wilhelminischen Baustil errichtet, die heute unter Denkmalschutz stehen. Ausgehend von einem ganzheitlichen Pädagogikmodell wurden zusätzlich ein Sanatorium, Werkstätten und eine Nährmittelfabrik erbaut, die auch einen praktischen Unterricht und gleichzeitig Verdienstmöglichkeiten boten. Vor dem Ersten Weltkrieg nutzten jedes Jahr bis zu 250 Personen die Ausbildungsmöglichkeiten.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen wurde ein einziges Gebäude neu gebaut, das sogenannte „Holzhaus“, das aber heute nicht mehr existiert. In der DDR-Zeit seien das jetzige Gästehaus und die Reihenhäuser entstanden, so Hartlapp. Nach 1990 wären alle Gebäude nördlich der Zufahrtsstraße hinzugekommen.

Ausblick
Kanzler Tobias Koch verwies auf die Perspektive, Bildung im Umgang mit der Schöpfung zu vermitteln. Unterstützend wirke dabei auch das Projekt „ausserschulischer Lernort“ zum Thema Natur, das unter Anleitung einer Naturpädagogin Kindergartengruppen, Schulklassen und Studiengruppen Erlebnistage in umliegenden Wäldern und Wiesen und damit die Auseinandersetzung mit der Schöpfung ermögliche.

Neuer Pastor für Friedensau
Bei dieser Gelegenheit stellte Koch auch gleich den neuen Pastor für die Hochschulgemeinde vor. Im Gegensatz zu 120 Jahren Friedensau sei er gerade mal 120 Stunden in Deutschland, erwiderte Stefan Burton-Schnüll den herzlichen Willkommensgruss. Mit seiner Frau Barbara hat der ursprünglich aus Niedersachsen stammende Pastor die letzten sechs Jahre adventistische Kirchgemeinden in New Jersey/USA betreut.

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Baumpflanzaktion von Schülern in Brasilien © Foto: South American Division of Seventh-day Adventists

Brasilien: 36 adventistische Schulen wollen 30.000 Bäume pflanzen

Goiás/Brasilien | 27.10.2019 | APD | International

Im mittleren Westen Brasiliens planen Schüler von 36 Schulen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, 30.000 Ipê-Baumsetzlinge zu pflanzen und damit über 4.700 Tonnen schädlicher Kohlendioxidemissionen effektiv zu beseitigen. Das Projekt ist Teil der Initiative des adventistischen Bildungsnetzwerks „nachhaltige Schule“.

Schüler der adventistischen Posse Schule in Goiás, Brasilien, haben kürzlich im Rahmen des Projekts "nachhaltige Schule", einer Initiative des adventistischen Bildungsnetzwerks im Mittleren Westen Brasiliens, über 300 Ipê-Baumsamen auf dem Schulgelände gepflanzt. Diese besondere Initiative legt den Schwerpunkt auf den Umweltschutz.

Daten des nationalen Instituts für Weltraumforschung (INPE) zeigen, dass von August 2018 bis Juli dieses Jahres 6.798 Quadratkilometer des Amazonas abgeholzt wurden. Eine weitere Statistik, die auf der Website der GreenInitiatives vorgestellt wurde, zeigt mit Hilfe eines CO2-Rechners, dass die Kohlendioxidemissionen in Brasilien derzeit 7,85 Tonnen pro Jahr und Einwohner entsprechen.

Der Ipê-Baum wurde gewählt, weil er effektiv CO2 eliminiert und leicht zu pflanzen ist. Neben der Posse Schule beteiligen sich 36 weitere Schulen der Freikirche in der Region an dem Programm „nachhaltige Schule". Ihr Ziel ist es, 30.000 Setzlinge zu pflanzen.

Der Umweltminister der Stadt Goiás, Cesar de Abreu, genehmigte die Initiative und besuchte die Schule. Der städtische Forstingenieur Tamiles Rodrigues half den Schülern, die Samen zu pflanzen.

Anreiz zur Pflege
Daniel Pereira, der Leiter der Posse Schule, betont, dass hier praktische Ausbildung geboten und das Umweltbewusstsein geschärft würde. "Die Schüler sind begeistert und es war sehr schön, wie sie sich gefreut haben, die Setzlinge in den Boden zu pflanzen", sagte er. "Sie haben mich gefragt, ob auch sie dazu beitragen würden, die Welt zu verbessern. Von nun an werden wir einen Zeitplan für alle Klassen erstellen, um die Bewässerung und das Wachstum der Samen zu verfolgen, bis sie die ideale Grösse haben, um schliesslich in die Erde verpflanzt zu werden."

Ipê-Setzlinge wurden entsprechend der Anzahl der Schüler und Mitarbeiter an jeder Schule verteilt und in der Woche vor dem Baumtag, der am 21. September gefeiert wurde, gepflanzt. Mit der Aussaat von 30.000 Samen wird geschätzt, dass 4.750 Tonnen Kohlendioxidemissionen aus der Umwelt eliminiert werden.

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Eingangsbereich der Walla Walla Universität im Bundesstaat Washington/USA © Foto: spectrummagazine

Adventistische US-Universität bei ersten 10 Prozent bezüglich Vielfalt

College Place, Washington/USA | 27.10.2019 | APD | International

Die Walla Walla Universität (WWU) im Bundesstaat Washington/USA wurde kürzlich als die Nummer 135 von 2.238 Colleges und Universitäten in den Vereinigten Staaten im Bereich „Vielfalt“ ausgezeichnet. Damit rangiert die von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten geführte Universität unter den ersten 10 Prozent aller Universitäten des Landes bezüglich Vielfalt, wie die Bildungseinrichtung auf ihrer Webseite berichtet.

In Bezug auf Rasse, Alter, Geschlecht und geografischer Herkunft haben die Studenten der WWU in den USA die grösste Vielfalt. Das erklärt auch, dass sie in diesem Bereich an dritter Stelle von 42 Hochschulen im Bundesstaat Washington steht. So gehört die WWU zu den Top 5 Prozent aller Hochschulen im Bundesstaat und verbesserte ihre Rangliste um 26 Plätze gegenüber dem Vorjahr. Die WWU befindet sich in einem Vorort von College Place, im Bundesstaat Washington, im Nordwesten der USA. Rund 1.700 Studenten aus der ganzen Welt sind dort eingeschrieben.

Respektvolles Miteinander
"Unsere Universitätsfamilie hat sich verpflichtet, ein respektvolles und nachhaltiges Muster an Vielfalt zu fördern, das jeden Einzelnen bereichern, die Walla-Walla-University stärken und die Welt, der wir dienen, segnen wird", meinte Pedrito Maynard-Reid, WWU-Assistent des Präsidenten für Vielfalt seit 2008. "Wir freuen uns, in diesen Rankings anerkannt zu werden, aber wir sind immer daran interessiert … wie wir die Vielfalt unserer Hochschulfamilie und der Welt um uns herum besser erkennen und nutzen können."

College Factual
College Factual ist das führende Unternehmen für Datenanalysen über amerikanische Colleges und Universitäten, die akkreditierte Hochschulabschlüsse anbieten. Es untersucht Daten von über 2.850 Einrichtungen. Die Erkenntnisse stehen Studierenden aus über 200 Ländern zur Verfügung. College Factual verwendet nach Eigenauskunft das Wort "Vielfalt", um eine "Mischung aus Menschen, Traditionen, Ideen und Kulturen" zu beschreiben. Um Einrichtungen auf der Grundlage von Vielfalt zu bewerten, werden Alter, Geschlecht, Rasse und Herkunftsort der Studierenden jeder Institution analysiert.

Vielfalt als Kriterium, bei der Wahl der Uni
Wenn Studenten auf einem Campus nach „Vielfalt“ suchen, suchen sie nach Möglichkeiten der Selbstbestimmung und nach Gemeinschaft mit anderen. Sie halten Ausschau nach Studierenden, die auf die gleiche Weise glauben, sowie nach Möglichkeiten, von Menschen aus verschiedenen Hintergründen und Kulturen zu lernen". College Factual stellt ihnen dazu die notwendigen Informationen zur Verfügung.

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Festakt zu 50 Jahre «Maranatha Volunteers International» in Sacramento, Kalifornien/USA © Foto: Tom Lloyd, Maranatha Volunteers International

50 Jahre Hilfswerk „Maranatha Volunteers International“

Sacramento, Kalifornien/USA | 27.10.2019 | APD | International

Über 2.000 freiwillige Helfer und Unterstützer trafen sich vom 19. bis 21. September in Sacramento, Kalifornien/USA zum 50-jährigen Bestehen des Hilfswerks Maranatha Volunteers International. Kirchen- und Schulbauprojekte sowie Wasserbrunnenbohrungen gehören zu den Aktivitäten, die das von Mitgliedern der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterstützte Hilfswerk koordiniert. Es nutzte die Jahrestagung, um an die Geschichte des Hilfswerks zu erinnern, welche die Leiter als „Gottes Führung durch die Jahre“ bezeichneten.

«Eines hat sich in fünf Jahrzehnten nicht geändert», sagte Maranatha-Präsident Don Noble. «Gott ist treu, und er ist Maranatha treu geblieben. Wir haben seine Hand immer wieder gespürt.»

Beeindruckende Zahlen
Die Maranatha-Initiativen seien vielfältig. In den fünf Jahrzehnten, seit John Freeman die erste Missionsreise für Familie und Freunde auf die Bahamas organisiert hat, habe Maranatha seine Vision immer wieder verwirklichen können, so Leiter und Freiwillige. Ursprünglich als Initiative von Privatpiloten mit ihren Familien gestartet, ist daraus bis heute ein weltumspannendes Hilfswerk geworden.

Die Anzahl der Aktivitäten sei beeindruckend. Seit 1969 habe Maranatha 2.170 Missionsteams mit über 85.000 Freiwilligen in 88 Ländern eingesetzt. In diesen Projekten habe die Organisation 11.229 neue Gebäude errichtet und über 1.000 Wasserbrunnen gebohrt. Insgesamt wären 9.079 Kirchen und 3.110 Unterrichtsräume mit einer Gesamtfläche von rund 1.219.235 Quadratmetern gebaut worden.

Nicht nur Zahlen
Aber Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte, denn bei Maranatha geht es nicht nur um Gebäude, sondern um die Unterstützung von Personen sowie der gesamten Kirchgemeinde. «Es hat sich immer wieder gezeigt», sagte Noble, «dass, wenn Maranatha anfängt, in einem Land zu arbeiten, die dortige Kirchengemeinde als Ganzes wächst.»

«Ich habe gesehen, dass Einzelpersonen und Ortsgemeinden dank Maranatha aus ihren Komfortzonen aufbrechen und in ländlichen Gebieten Hilfe leisten.» Maranathas Dienst sei eine Motivation für die Mitglieder", so Samuel Makori, Präsident der regionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ost-Kenia

Zukünftige Herausforderungen
Die Bedürfnisse seien vielfältig, und jeder könne sich einbringen, sagte MVI-Vizepräsident Kenneth Weiss. «Was Maranatha betrifft, so ist das Management sehr transparent; man kann die Ergebnisse sehen und sieht sie schnell. Durch sorgfältig koordinierte Bemühungen fliegen die Freiwilligen von Maranatha in der Regel an einen Ort und bauen in wenigen Tagen ein Kirchengebäude oder Schulräume.»

Auf der anderen Seite würden die «Pioniere» von Maranatha oder diejenigen, die dem Hilfswerk im ersten Jahrzehnt geholfen haben, immer weniger, bestätigten die Verantwortungsträger. Maranatha müsse die nächste Generation erreichen, um den Pool seiner Helfer gesund und aktiv halten zu können.

"In den nächsten Jahrzehnten wird die Herausforderung darin bestehen, die Millennials mit der Unterstützung eines solchen Dienstes zu beauftragen", räumte Weiss ein. "Als Maranatha begann, wurde es hauptsächlich von jungen Menschen und Ruheständlern unterstützt", erklärte er. "Jetzt ist die Altersstruktur ausgeglichener, da sich viele Familien mittleren Alters engagieren und in diesen Dienst investieren."

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Die neue Arena des Zeltplatzes Friedensau © Foto: Stephan G. Brass/APD

Deutschland: Arena beim Zeltplatz Friedensau eröffnet

Friedensau/Deutschland | 27.10.2019 | APD | International

Am 29. September wurde die neu gestaltete und überdachte Arena auf dem Gelände des Zeltplatzes Friedensau in einer feierlichen Zeremonie eröffnet und mit einem Konzert seiner Bestimmung übergeben. Die Eröffnung war Teil der Feierlichkeiten zum 120-jährigen Bestehen der heutigen Hochschule Friedensau.

Arena 2.0 eröffnet
Nach fünfzehn Monaten Bauzeit konnte die Arena 2.0 eingeweiht werden. Die Entscheidung zu diesem Bau fiel, nachdem das Bauordnungsamt des Landkreises Jerichower Land das bis dahin genutzte Riesenzelt aus bautechnischen Gründen nicht mehr genehmigte. Auf dem Areal der bisherigen Arena erdachte das Architektenteam Meyer-Winderlich und Edmondo Martinez Moreno aus Potsdam einen festen Rundbau mit einer hölzernen Deckenbalkenkonstruktion, über die sich eine weisse Zeltplane spannt. Der zwei Millionen-Euro-Bau, so Johannes Naether, Präsident der überregionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, bei seiner Eröffnungsansprache, sei ein Raum der Begegnung, der allen Menschen offenstehe. In Gegenwart von Landrat Steffen Burchard lud er die Menschen der Region ein, die neue Veranstaltungshalle intensiv zu nutzen und den Ort zu einer „Erfolgs- und Segensgeschichte“ werden zu lassen. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Gesellschafter bei der Zeltplatz gGmbH.

Spendenziel erreicht
Bauleiter Günther Sachse berichtet, dass das Spendenziel von 32.000 Euro für die Holzbänke in der Arena erreicht sei. In einer besonderen Aktion über die Webseite www.kauf-ne-bank.de konnten Spender den Bau der Sitzgelegenheiten unterstützen. So konnten Beträge für eine oder auch mehrere Sitzbänke für jeweils zwei Personen oder auch eine ganze Sitzreihe für 12 bis 22 Personen gespendet werden. Die Namen der Menschen, Gruppen, Kirchengemeinden und auch Firmen wurden auf Wunsch auf der Webseite veröffentlicht.

Erstes Konzert
Die Arena bietet Platz für 1544 Besucher. Die Betriebserlaubnis kam rechtzeitig am Freitag (27.09.) zuvor. So eröffneten gleich zwei Gruppen am 30. September die Halle mit einem Konzert. Samuel Rösch, der Vorjahressieger von „The Voice of Germany“ mit seiner Band PaperClip und die Band „Könige und Priester“ liessen ihre christlichen Texte und den stimmgewaltigen Sound in dem nicht ganz ausverkauften Rundbau erschallen.

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Indische Rupie Banknote mit dem Portrait von Mahatma Gandhi © Foto: Ishant Mishra on Unsplash

USCIRF-Erklärung zum 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi

Washington D.C./USA | 27.10.2019 | APD | Religionsfreiheit

Am 2. Oktober feierte die Welt den 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi. Zu Ehren von Gandhis Leben und Prinzipien gaben die Kommissare der Kommission des US-Aussenministeriums für Internationale Religionsfreiheit (United States Commission on International Religious Freedom USCIRF), Tony Perkins (Vorsitzender) und Anurima Bhargava, folgende Erklärung ab:

"Wir feiern gemeinsam mit unzähligen Indern und vielen anderen auf der ganzen Welt das Leben von Mahatma Gandhi, einem engagierten Verfechter der Gewaltlosigkeit und religiösen Toleranz, einschließlich der Religionsfreiheit für alle. Durch sein Beispiel der Annahme des grundlegenden Menschenrechts der Religionsfreiheit förderte er ein Umfeld der Religionsfreiheit und Religionsvielfalt. Gandhis 150. Geburtstag ist eine Gelegenheit, über diese zeitlosen und universellen Prinzipien nachzudenken", sagte Perkins.

"Mahatma Gandhi hat den Lauf der Weltgeschichte verändert. Er führte Millionen auf den Weg der Wahrheit und Gerechtigkeit, der auf dem Prinzip der Gewaltlosigkeit und der Würde und Menschlichkeit der Menschen jeder Religion oder Weltanschauung basiert. Er lehrte uns, dass wir Kinder mit einem anderen religiösen Hintergrund nicht als anders oder verschieden behandeln dürfen, sondern sie wie unsere eigenen annehmen müssen. Er erinnerte uns daran, dass die Kultivierung der Toleranz gegenüber anderen Religionen uns ein tiefergehendes Verständnis für den eigenen Glauben vermitteln wird. Wenn wir Gandhis 150. Geburtstag feiern, müssen wir uns in Indien und in vielen Gesellschaften, in denen religiöse Minderheiten derzeit vertrieben und nicht aufgenommen werden, erneut den gandhischen Prinzipien verpflichten", sagte Bhargava.

Die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit schreibt zu Mohandas Gandhi, bekannt als die Mahatma (Grosse Seele): Er wurde am 2. Oktober 1869 in Porbandar, Gujarat/Indien, geboren. Er diente als moralischer und geistiger Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, als mächtiger Befürworter eines gewaltfreien Widerstands und als Verfechter von Verständnis und Toleranz gegenüber Religionen. Er schrieb einmal: "Ich erwarte nicht, dass Indien eine einzige Religion entwickelt, d.h., dass es ganz hinduistisch oder ganz christlich oder ganz muslimisch ist, aber ich möchte, dass es gänzlich tolerant ist, wobei die Religionen Seite an Seite miteinander wirken". Das schreckliche Attentat am 30. Januar 1948 erinnert uns alle daran, vermehrt für interreligiöses Verständnis und Toleranz auf der ganzen Welt zu kämpfen.

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Logo des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) © Grafik: BFP

Konvertiten in Deutschland - Pfingstgemeinden nehmen Stellung

Erzhausen/Deutschland | 27.10.2019 | APD | Religion + Staat

In einer Erklärung hat sich die 124. Bundeskonferenz des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) am 24. September zur Situation der Konvertiten in Deutschland geäussert. Die Synode des Pfingstbundes gibt darin ihrer Sorge Ausdruck, dass Konvertiten aus Ländern, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden, wieder in wachsendem Masse aus Deutschland in ihre Heimatländer abgeschoben würden oder davon bedroht seien.

Das geschehe, obwohl die Konvertiten durch den Dienst von Gemeinden des BFP und anderer Kirchen in Deutschland tiefgehende und lebensverändernde Christuserfahrungen gemacht und sich in das Leben von Gemeinden und in der Gesellschaft konstruktiv integriert hätten, heisst es in der Erklärung. „Nicht wenige Berichte von Pastoren und Pastorinnen des BFPs über den Verlauf der Befragungen von Konvertiten stimmen uns nachdenklich“, berichtete Reinhard Leistner der Leiter der Arbeitsgruppe „Migration und Integration“ im BFP.

Unvoreingenommene Übersetzer gefordert
Die Konferenz setze sich in ihrer Erklärung nachdrücklich dafür ein, dass die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen staatlichen Stellen und der (frei-) kirchlichen Seite grundlegend verbessert werde und die Übersetzer neben ihrer sprachlichen Kompetenz und der Kenntnis gängiger christlicher Begriffe auch auf ihre unvoreingenommene Haltung gegenüber Menschen, die sich zu Jesus Christus bekennen, ausgewählt würden.

Die Erklärung kann heruntergeladen werden bei: http://ow.ly/ROJu30pDsyo

BFP
Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) zählt in Deutschland 63.393 Mitglieder in 843 Kirchengemeinden. 327 davon (39 Prozent) seien Migrationsgemeinden. Einschliesslich Kinder, Jugendliche und regelmässige Gästen gehörten nach eigenen Angaben mehr als 181.000 Personen dem BFP an (Stand 24.09.2019). Weitere Infos unter www.bfp.de.

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Jonathan Duffy, abtretender Leiter von ADRA International (li.), Michael Kruger, ADRA-Interimspräsident © Fotos: ADRA International

Leiter des Hilfswerks ADRA International ist zurückgetreten

Silver Spring, Maryland/USA | 27.10.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Jonathan Duffy, Präsident der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe International (Adventist Development and Relief Agency ADRA), hat sein Amt mit sofortiger Wirkung aus persönlichen Gründen niedergelegt, wie das Hilfswerk am 3. Oktober mitteilte.

«Der ADRA-Vorstand hat Jonathans Rücktritt akzeptiert und drückt seine Wertschätzung für seinen Dienst aus», sagte Ella Simmons, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und eine der sechs allgemeinen Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten.

«Jonathan war seit seiner Wahl im Jahr 2013 Präsident von ADRA International», sagte Ella Simmons. Er hat das Netzwerk von mehr als 130 unabhängigen Landesbüros geleitet, «um einen neuen strategischen Rahmen zu schaffen, der es ADRA ermöglicht, sich an die sich ändernden Trends in der Entwicklungszusammenarbeit sowie im humanitären Sektor anzupassen».

Der Australier Jonathan Duffy war zuvor Leiter von ADRA Australien und des Warburton Adventist Hospital sowie in der Gesundheitsabteilung der Kirche (Adventist Health Department) im südpazifischen Raum tätig.

Interimsweise übernimmt Michael Kruger die Leitung, bis anhin Vizepräsident der Finanzabteilung des Hilfswerks. Kruger hat mehr als 30 Jahre Erfahrung im oberen Management sowohl im kaufmännischen als auch im gemeinnützigen Bereich.

ADRA International
ADRA International ist hautsächlich in neun Kernbereichen tätig: Soziale Gerechtigkeit, Katastrophenhilfe, wirtschaftliches Wachstum, Kinder, Geschlechtergerechtigkeit, Volksgesundheit, Wasser, Abwasser & Hygiene, Hunger & Ernährung, Existenzsicherung & Landwirtschaft. Das weltweite ADRA Netzwerk der 130 Landesbüros hatte 2017 ein Projektvolumen von 219 Millionen US-Dollar / Franken.
Der Jahresbericht 2017 von ADRA International im Internet:
https://adra.org/wp-content/uploads/2018/11/ADRA-2017-Annual-Report.pdf

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz (www.adra.ch) wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde 2017 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre rezertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch.

Das ADRA Netzwerk besteht aus rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

Der Jahresbericht 2018 von ADRA Schweiz kann im Internet heruntergeladen werden:
https://adra.ch/fileadmin/user_upload/DE_JB_2018_de_RS.pdf

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Symbolbild © Foto: Rudolf Langer from Pixabay

Sucht im Alter – vom Umgang mit einem Tabuthema

Chemnitz/Deutschland | 27.10.2019 | APD | Gesundheit & Ethik

Alkoholismus im Alter sei zwar kein Randproblem, liege aber dennoch weithin ausserhalb der öffentlichen Wahrnehmung, auch weil älteren Menschen kein Verlust des Arbeitsplatzes mehr drohe, so Kerstin Knorr, Suchttherapeutin und Leiterin der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle (SBB) des Advent-Wohlfahrtswerkes in Chemnitz. Als Konsument seien Rentner jedoch immer noch interessant und das nicht nur für Anbieter von Kreuzfahrten. Allerdings hätten die Familienangehörigen in der Regel unter dem Alkoholproblem besonders zu leiden. Nicht umsonst gehöre es zu den gut gehüteten Geheimnissen in vielen Familien. Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Gründe für Alkoholprobleme im Alter
Als Gründe, warum Alkohol im Alter zu einem Problem werden könne, nennt die Suchttherapeutin alterstypische Übergänge und kritische Lebensereignisse, wie Pensionierung, Umzug, Partnerverlust, chronische Schmerzen oder psychosomatische Erkrankungen. Zudem könnten verordnete Medikamente mit Suchtpotential vor allem bei Schmerzpatienten in eine Abhängigkeit führen.

Andere Konzepte bei Suchterkrankung im Alter erforderlich
Es gebe allerdings einen Unterschied zwischen einer Suchterkrankung im Alter und in jüngeren Jahren, betont Kerstin Knorr. Wenngleich die Symptome einer Suchterkrankung aller Betroffenen Übereinstimmungen zeigten, gebe es im fortgeschrittenen Alter gravierende Unterschiede. Physiologisch gesehen führe die verminderte Suchtmitteltoleranz aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels bei älteren Menschen zu signifikant höherem Blutalkohol, was wiederum die Lebenszeit deutlich verkürzen könne.

Die üblichen Hilfesysteme wie Suchtberatungsstellen wären mit ihren Konzepten und Angeboten eher auf die jüngere Bevölkerung orientiert, berichtet die Leiterin der SBB in Chemnitz. Wie die Suchterkrankung selbst unterscheide sich im Alter auch die Beratung und Behandlung von denen jüngerer Menschen. In der zweiten und dritten Lebenshälfte gehe es auch nicht mehr um Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Vielmehr gehe es um spezifische Risiken im Alter, die auch andere Anknüpfungspunkte für Prävention und Therapie notwendig machten.

Im Unterschied zu Jüngeren sei das Ziel bei älteren Menschen nicht unbedingt die radikale Verhaltensänderung im Sinne absoluter Abstinenz, meint Kerstin Knorr. Abstinenz wäre bei Hochbetagten und Pflegebedürftigen unter Umständen sogar mit starkem Schmerzgeschehen verbunden. Es müssten auch nicht immer Diagnosen gestellt oder langwierige Therapien verordnet werden. Vielmehr gehe es um die Senkung gesundheitlicher Risiken durch eine Verminderung des Alkoholkonsums und eine Verbesserung der Lebensqualität, wenngleich mitunter nur bedingt oder auf verhältnismässig niedrigerem Niveau. Dabei sei individuell zu klären, ob und wie sich das Suchtverhalten des Betroffenen auf seine Gesundheit und Lebensqualität auswirke. Das erfordere Einfühlungsvermögen und Wertschätzung gegenüber den Betroffenen.

Hilfe für ältere Menschen mit Alkoholproblemen
Die Hilfe geschehe in der Regel in Kooperation mit dem Seniorensozialdienst des Sozialamtes, den gesetzlichen Betreuern und begleitenden Diensten, sowie in Zusammenarbeit mit Angehörigen oder Pflegepersonen, das Einverständnis des Betroffenen vorausgesetzt, informierte die Suchttherapeutin.

In der Beratung würden zunächst die psychosoziale Situation und die Kontextfaktoren geklärt. In einem zweiten Schritt werde versucht die verbliebenen Ressourcen zu aktivieren, um einen Zugewinn an Lebensqualität zu erreichen. Ein dritter Schritt sei die Rückfallprophylaxe.

Die Beratung erfolge überwiegend im Hausbesuch und werde kombiniert mit offenen Angeboten wie beispielsweise der Besuch von Tagestreffs, was zudem die soziale Kontaktaufnahme anrege.

Suchtberatung- und Behandlungsstelle Chemnitz
Die Suchtberatungs- und Behandlungsstelle (SBB) des Advent-Wohlfahrtswerkes in Chemnitz, Hans-Sachs-Str. 9 (www.suchtberatung-chemnitz.de), sei solch ein Anlaufpunkt für ältere Menschen mit einem Suchtproblem. Dort habe man sich mit der Teilnahme am Bundesmodell „Sucht im Alter“ dieser besonderen Aufgabe gewidmet und biete, laut Kerstin Knorr, gezielt Beratung für ältere Menschen an.

Die Suchttherapeuten wären ausgebildet und auch erfahren im Umgang mit suchtkranken älteren Menschen. Man könne sich telefonisch oder in einem Erstgespräch für eine fachliche Suchtberatung anmelden. Alles Weitere ergebe sich dann daraus.

Nicht nur Suchtabhängige, auch Fachkräfte in der Sozialarbeit oder aus der Pflege sowie aus anderen sozialen Berufen könnten sich jederzeit im konkreten Einzelfall zu Suchtproblemen im Alter an die SBB in Chemnitz wenden. Die SBB biete Informationen, fachliche Beratung und die Möglichkeit der konkreten Einzelfallhilfe an.

Beratung bei Alkoholproblemen in der Schweiz
Die Stiftung Sucht Schweiz bietet Broschüren und Faltblätter für ältere Personen und ihr soziales Umfeld zum Download:
• Broschüre Alkohol und Medikamente beim Älterwerden:
http://ow.ly/MPMK30pBtfp
• Faltblatt: Alkohol beim Älterwerden (in 9 Sprachen): http://ow.ly/S6is30pBtiy
• Faltblatt: Medikamente beim Älterwerden (in 9 Sprachen):
http://ow.ly/4zxm30pBtka

Kontakt und Anfragen: Telefon: 021 321 29 76 / praevention@suchtschweiz.ch

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Hannele Ottschofski geehrt © Foto: WM GC

Adventisten ehren Hannele Ottschofski als «Frau des Jahres 2019»

Silver Spring, Maryland/USA | 27.10.2019 | APD | Personen

Während der Tagung des Exekutivkomitees der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) vom 9. bis 16. Oktober in Silver Spring, Maryland/USA, ehrte die Abteilung Frauen in einer kleinen Zeremonie fünf Frauen für ihren aussergewöhnlichen Einsatz. Zu ihnen gehörte auch die in Finnland geborene Autorin und Referentin Hannele Ottschofski aus Hechingen im Zollern-Albkreis/Deutschland.

Ehrung
Mit Ottschofski wurden vier weitere Frauen für ihr Engagement geehrt: Andrea Luxton, Präsidentin der Andrews Universität in Michigan/USA, Carla Baker und Helen Gulfan, beide Abteilungsleiterinnen in überregionalen Kirchenleitungen für den Bereich Frauen und die Autorin Iris Kitching aus der Metro-Region Washington, D.C./USA.

In ihrer Laudatio bezeichnete Denise Hochstrasser, die ehemaligen Abteilungsleiterin für Frauen in der teilkontinentalen Kirchenleitung für West und Südeuropa (EUD), Ottschofski als eine Frau aus der zweiten Reihe, die immer im Hintergrund arbeitete, ausser zu der Zeit, als sie in der Abteilung mithalf. Sie sei eine echte Dienerin, immer bereit, dort einzuspringen, wo es nötig ist, sei es für einen Rat, für Informationen - sie sei immer auf dem Laufenden -, für einen Sprecher einzuspringen, zu ermutigen und zu unterstützen, am Klavier zu begleiten oder einen Chor zu organisieren - sie sei eine grossartige Musikerin, so Hochstrasser.

Ottschofski diente als Lehrerin, Referentin bei Seminaren und war als Pastorin und Übersetzerin für die Freikirche tätig. Neben ihrer Tätigkeit als Herausgeberin von vier Andachtsbüchern schrieb die ausgebildete Realschullehrerin Artikel, Andachten, Predigten, Schulungsseminare und Bücher. Viele Jahre war sie in den deutschsprachigen Ländern und in der teilkontinentalen Kirchenleitung von West und Südeuropa (Intereuropäische Division/EUD) für die Frauenabteilung tätig. Sie ist mit einem ehemaligen Pastor verheiratet mit dem sie gemeinsam vier Töchter hat und seit fünfzig Jahren in Deutschland lebt.

Viele Jahre lang war sie auch in der Abteilung Frauen in Deutschland und in den «DACH» organisierten Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz aktiv. Was auch immer sie tat, es sei immer ein Dienst für andere, besonders für Frauen, einschliesslich ihrer eigenen vier Töchter gewesen, so die Laudatorin.

Autorin mit Vision
In ihrer Biographie «Das Hemd meines Vaters» beschreibt sie sich als Helferin an der Seite ihres Pastoren-Ehemannes. Gemeinsam arbeiteten sie für die Gemeinden, denen sie beide in der Mission und später in Europa auf verschiedenen Ebenen der kirchlichen Organisation dienten. In ihrem neusten Buch «Mit am Tisch» behandelt sie das umstrittene Thema «Frauen in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten» aus geschichtlicher und geistlicher Sicht. Ihr Wunsch ist klar: Frauen sollten am selben Tisch sitzen wie Männer, Seite an Seite handeln, jede mit ihren eigenen Gaben, aber mit demselben Wert und Respekt und auch mit demselben Verantwortungsauftrag.

Frau des Jahres 2019
Hannele Ottschofski sei eine sehr starke Frau, immer unterstützend, immer ermutigend. Viele Frauen wären nicht das, was sie heute sind, wenn es Hannele Ottschofski nicht gegeben hätte, sagte Denise Hochstrasser. Mit Hannele Ottschofski erhielt eine Frau aus der zweiten am 14. Oktober 2019 einen Platz in der ersten Reihe und wurde von der Weltkirchenleitung als «Frau des Jahres 2019» geehrt.

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Logo des Advent-Verlag Lüneburg © Grafik: Advent-Verlag GmbH

Deutschland: Advent-Verlag Lüneburg jetzt auch bei Amazon

Lüneburg/Deutschland | 27.10.2019 | APD | Medien

Der Advent-Verlag Lüneburg, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, ist ab sofort mit einer Auswahl an Büchern beim weltweit grössten Onlinehändler Amazon vertreten. Der Verlag möchte mit diesem Schritt seinen Kunden einen neuen Service anbieten, neue Kundengruppen erreichen und seine Präsenz im Buchmarkt ausbauen.

Advent-Verlag über Onlinehandel
Der Advent-Verlag Lüneburg geht mit dem Schritt, seine Literatur nun auch über Amazon zu vertreiben, einen neuen Weg. „Neue Bücher werden oftmals zuerst im Internet entdeckt. Amazon ist als weltweit grösster Onlinehändler für viele Literaturinteressierte die erste Anlaufstelle, um sich über ein Buch zu informieren und deshalb auch für uns relevant“, so Jessica Schultka, Verlagsleiterin des Advent-Verlags Lüneburg. Nach ihren Angaben möchte der Advent-Verlag durch den neuen Vertriebsweg zum einen seine Präsenz auch ausserhalb der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten stärken und zum anderen seinen Kunden einen noch besseren Service bieten.

Literatur für ein Leben mit Zukunft
Der adventistische Traditionsverlag, der im nächsten Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiert, geht vorerst mit zehn Buchtiteln in den Verkauf bei Amazon. Hierfür seien Bücher ausgewählt, die einen christlich-adventistischen Hintergrund haben und auch ansprechend für ein christlich interessiertes Publikum sind. Unter dem Motto: „Literatur für ein Leben mit Zukunft“ seien deshalb im Portfolio die beliebten Bücher von Hans-Otto Reling, PsalmBerührungen Band 1 und 2 sowie das Trostbuch zu finden. Aber auch spannende Biografien, wie Eva Pauls Weder Tod noch Leben oder Traumberuf Popstar von Naomi Striemer seien dabei. Natürlich würden auch Klassiker, wie Unfassbar! oder Wachsen in der Liebe nicht fehlen. Für den Bereich Kinder- und Jugendliteratur habe der Verlag zudem die kunterbunten Kinderbücher von Katrin Grieco Wenn Frösche Feste feiern und Von Fröschen und Pharaonen sowie den spannenden Jugendroman Summer Fades der australischen Autorin Amanda Brews ausgewählt.
Mit der Präsenz bei Amazon stehe dem Verlag nicht nur ein neuer Vertriebskanal zur Verfügung, sondern auch ein neuer Weg, um ein breiteres Publikum mit christlich-adventistischer Literatur anzusprechen.

Traditionsverlag seit 125 Jahren
Seit 1895 ist der Advent-Verlag Lüneburg der offizielle Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mit den Publikationen bietet er den Lesern Orientierung in Sinn- und Lebensfragen und spricht sie ganzheitlich und generationsübergreifend an. Der Verlag will dazu anregen, über Gott nachzudenken und den biblischen Glauben authentisch im Alltag zu leben. Indem die Redakteurinnen und Redakteure Worte schaffen, die bleiben, so eine Pressemitteilung, wollen sie Glauben nachhaltig fördern, vertiefen und begleiten.

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Symbolbild © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: «Säkularer Staat - viele Religionen: Religionspolitische Herausforderungen der Gegenwart»

Ostfildern/Deutschland | 27.10.2019 | APD | Buchrezensionen

Hans Michael Heinig, Säkularer Staat - viele Religionen: Religionspolitische Herausforderungen der Gegenwart, Hamburg: Kreuz Verlag 2018, 144 Seiten, gebunden, 14,00 EUR, ISBN: 978-3-946905-53-0

Der Band des Rechtswissenschaftlers Professor Dr. Hans Michael Heinig vereint unterschiedliche Beiträge zu aktuellen religionspolitischen Herausforderungen in der Bundesrepublik, die als Vorfassungen bereits in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht und teilweise überarbeitet, aktualisiert und erweitert wurden. Das bringt es mit sich, dass sich hier und da auch Redundanzen ergeben. Heinig ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, insbesondere Kirchenrecht und Staatskirchenrecht an der Georg-August-Universität Göttingen sowie Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland. So erstaunt es nicht, dass die Perspektive des Autors von einer evangelisch-landeskirchlichen Warte aus erfolgt.

Die Beiträge zeichnen sich durch eine dem Autor eigene Sprachkraft aus: Heinig gelingt es, rechtlich abstrakte Sachverhalte kompakt darzustellen und sie beispielhaft auf praktische religionspolitische Herausforderungen anzuwenden. Diese hohe Verdichtung mag manche Leser abschrecken; das Buch richtet sich jedoch nach eigenen Angaben „an allgemein interessierte Leserinnen und Leser“ (S. 9). Die 15 Kapitel sind den Teilüberschriften „Religionspolitische Ordnung“, „Toleranz und Religionskritik“, „Protestantismus“ sowie „Islam im freiheitlich-demokratischen Verfassungsstaat“ untergeordnet.

Religionspolitische Ordnung
Dem Leser wird bei der Lektüre dieses ersten und umfassenden Abschnitts (Kap. 1-6) schnell deutlich, dass das religionspolitische Modell der Bundesrepublik dafür ausgelegt ist, einen Mittelweg zwischen Staatskirchentum und Laizismus zu gehen. Die Bevorzugung und Privilegierung einer Religion soll ebenso vermieden werden wie die Zurückdrängung des Religiösen in die Privatsphäre. Der Staat soll als weltanschaulich neutraler Akteur den Rahmen vorgeben und Handlungsspielräume eröffnen, welche die unterschiedlichen Religionsgemeinschaften dann im Rahmen der Gesetze ausfüllen können.

Heinig führt seine Leser zunächst in die „vieldeutige Ordnungsidee der religiös-weltanschaulichen Neutralität“ (Kap. 1) ein, beleuchtet Konsequenzen für die Kirchen (Kap. 2) und widmet sich der Zukunft des Religionsunterrichts an staatlichen Schulen (Kap. 3). Neben der Frage, wie Hochschulen mit religiöser Diversität umgehen sollen (Kap. 4), legt der Autor eine gut begründete Kritik des Grundsatzpapiers zur Religionspolitik von Bündnis 90/Die Grünen (Kap. 5) sowie von religionspolitischen Positionen der AfD (Kap. 6) vor.

Toleranz und Religionskritik
Der nächste Abschnitt umfasst lediglich zwei Kapitel. Heinig zeigt in Kapitel 7 den Zusammenhang von Toleranz und Religionsfreiheit auf. Während letztere ein grundgesetzlich verankertes Recht ist, bezeichnet erstere „ein verfassungsrechtlich anerkanntes soziales Gut, als Teil eines bürgerschaftlichen Ethos, das es staatlicherseits zu fördern und zu schützen gilt“ (S. 76). Inwieweit gläubige Menschen „Religionsbeschimpfungen“ erdulden müssen, ist das Thema von Kapitel 8. Heinig legt dar, dass es unserer Freiheitsordnung widersprechen würde, „wenn Religionsangehörige es in der Hand hätten, mittels Steigerung ihres Empörungsgrades bis hin zur Gewaltbereitschaft ihre Kritiker einer strafrechtlichen Verfolgung auszusetzen“ (S. 80). Daher hat § 166 Strafgesetzbuch für Heinig eher symbolische Bedeutung.

Protestantismus
Der evangelisch-landeskirchlichen Verwurzelung des Autors ist die eingeschränkte Perspektive von Kapitel 9 geschuldet, das eine Verhältnisbestimmung des Protestantismus in der deutschen Demokratie vornimmt. Dass der Begriff „Protestantismus“ nicht nur die Konfessionsfamilien der Lutheraner und Reformierten umfasst, kommt leider überhaupt nicht in den Blick. Kapitel 10 lässt sich als Plädoyer für den sogenannten „Dritten Weg“ lesen, es geht um die spannungsreiche Frage nach Arbeitnehmerrechten in kirchlichen Einrichtungen. Bewusst als „Polemik“ ausgewiesen ist die nach Meinung des Rezensenten sachgemässe Kritik am Evangelischen Kirchentag (Kapitel 11).

Islam im freiheitlich-demokratischen Verfassungsstaat
Den in der Öffentlichkeit wohl am intensivsten diskutierten religionspolitischen Herausforderungen widmet Heinig im letzten Abschnitt des Buches insgesamt vier Kapitel. In Kapitel 12 geht es um die Frage der religiösen Symbole und Kleidung in der Öffentlichkeit. Heinig bringt eigene Anfragen in die Debatte ein, bezieht aber nach Einschätzung des Rezensenten selbst keine klare Position. Die Frage, ob der Staat vertragliche Vereinbarungen mit muslimischen Verbänden schliessen soll, wird von ihm dagegen positiv beantwortet (Kap. 13).

Ein „Islamgesetz nach österreichischem Vorbild“ lehnt der Autor vehement ab (Kap. 14). Die bisher vorhandenen rechtlichen Grundlagen, um gegen religiös-militanten Extremismus vorzugehen, reichten aus, es fehle „häufiger am Willen und den Mitteln, diese effektiv zu vollziehen“ (S. 125). Bei der Frage, ob ein islamischer Feiertag in der Bundesrepublik eingeführt werden soll (Kap. 15), plädiert Heinig dafür, nicht das singulär religiöse, sondern „das Allgemeine“ in den Vordergrund zu stellen: „Feiertage sind Gegenstand der Identitätspolitik einer politischen Gemeinschaft“ (S. 132).

Offen blieb für den Rezensenten unter anderem die wichtige Frage nach einem angemessenen Umgang mit dem politischen Islam (Stichwort „Scharia“). Der juristisch zwar richtige, doch lapidar dahingeworfene Satz „Weder Scharia noch Kirchenasyl gehen dem staatlichen Recht vor“ (S. 124) wird der Komplexität aktueller Herausforderungen weder theoretisch noch praktisch gerecht.

Fazit
Seinem Ziel, religionspolitische Orientierung angesichts von „Herausforderungen der Gegenwart“ in der Bundesrepublik Deutschland bereitzustellen, kommt das Buch von Hans Michael Heinig in knapper Form nach. Natürlich können in einem schmalen Band nicht alle aktuellen Problemstellungen abgehandelt werden. Hier könnten die „Hinweise auf weiterführende Literatur“ (S. 136) wertvolle Anregungen geben. Als Einstieg für Leser, die sich bisher wenig mit deutscher Religionspolitik und deutschem Religionsrecht beschäftigt haben, sei das Buch allerdings empfohlen.

Jens-Oliver Mohr

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