APD-INFORMATIONEN 11/2019 - NOVEMBER 2019

Symbolbild © Foto: Joseph Pearson on Unsplash

Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund befürwortet «Ehe für alle»

Bern/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Schweiz

Die Abgeordnetenversammlung AV des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK hat am 5. November in Bern die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf zivilrechtlicher Ebene befürwortet. In ihrer Schlussabstimmung stellten sich die Delegierten mit 49 zu 11 Stimmen deutlich hinter die vorgängig behandelten Anträge zum Thema «Ehe für alle», heisst es in einer SEK-Medienmitteilung.

Mit diesem Beschluss empfehlen die Abgeordneten den 26 Mitgliedkirchen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf zivilrechtlicher Ebene, wie auch den allfällig neuen zivilrechtlichen Ehebegriff für die kirchliche Trauung vorauszusetzen. Die Abgeordnetenversammlung stimmte auch dafür, ihren Mitgliedkirchen zu empfehlen, dass bei der kirchlichen Trauung in Zukunft die Gewissensfreiheit der Pfarrerinnen und Pfarrer gleich wie für alle anderen Kasualien gewahrt bleibt.

Mit dem Abstimmungsergebnis vom 5. November gehe die AV den Weg weiter, den sie mit der letzten Versammlung in Winterthur im Juni 2019 begonnen habe, schreibt der SEK. Damals hätten sie der Position des Rates zugestimmt: «Wir sind von Gott gewollt, so wie wir geschaffen sind. Unsere sexuelle Orientierung können wir uns nicht aussuchen. Wir nehmen sie als Ausdruck geschöpflicher Fülle wahr.» Auf Basis dieser Position hatte der Rat des SEK im August 2019 beschlossen, die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf zivilrechtlicher Ebene zu unterstützen.

Die Medienmitteilung endet mit dem Hinweis, dass es der Abgeordnetenversammlung wichtig war, zu betonen, «dass auch nach dem heutigen Entscheid verschiedene Eheverständnisse in der reformierte Kirche Platz haben».

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Symbolbild © Foto: Bhakti Kulmala from Pixabay

SEA bedauert das Ja der Reformierten zur Öffnung der Ehe für alle

Zürich/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Schweiz

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA bedauert das Ja der Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds SEK vom 5. November in Bern zur Öffnung der Ehe auf zivilrechtlicher Ebene und bezeichnet es als einen Schritt in die falsche Richtung. Zwar liege der Entscheid über die Einführung der kirchlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare nun bei den 26 Kantonalkirchen. Der SEA-Vorstand habe aber insbesondere Bedenken in Bezug auf die Meinungs- und Gewissensfreiheit der Pfarrpersonen.

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA, der auch reformierte Kirchgemeinden angehören, hat sich bereits in der Vernehmlassung differenziert, aber kritisch zur «Ehe für alle» geäussert. Sie hielt damals fest, dass mit der vom Parlament vorgesehenen Änderung im Einbürgerungsverfahren von gleichgeschlechtlichen Partnern und Partnerinnen de facto die rechtliche Gleichstellung von Ehe und eingetragener Partnerschaft bereits vollzogen werde. Dafür brauche es keine Neudefinition des Ehebegriffs. Die beiden Partnerschaftsformen würden sich grundlegend darin unterscheiden, dass die Ehe zwischen Mann und Frau das Potenzial der Kinderzeugung miteinschliesse. Daher rechtfertige sich ihr biblisch begründeter Status, so die SEA.

«Der Staat hat dafür zu sorgen, dass auch gleichgeschlechtlichen Paaren Schutz und Rechte zugestanden werden. Die christliche Kirche hat den Auftrag, sich am Gesamtzeugnis der Bibel zu orientieren und gesellschaftliche Entwicklungen auf dieser Grundlage zu betrachten», schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz in einer Medienmitteilung. Dabei sei klar, dass auch in der theologischen Diskussion verschiedene Ansichten möglich seien. Diese Dialog- und Lernbereitschaft unterstreiche die SEA mit der Durchführung von Workshops und der Teilnahme an Foren, an denen um einen sorgsamen und seelsorgerlichen Umgang mit Theologie und Praxis gerungen werde.

Bedenken zum Ja zur «Ehe für alle» und zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare habe der Vorstand der SEA vor allem in Bezug auf die Meinungs- und Gewissensfreiheit von Pfarrpersonen, die solche Trauungen nicht vollziehen möchten. Auch wenn aktuell betont werde, dass die Gewissensfreiheit gewahrt werden soll, behaupteten auf den sozialen Medien bereits jetzt namhafte Personen aus der Kirche, dass «die Anzahl der andersdenkenden Pfarrpersonen nicht repräsentativ genug für eine Kann-Regelung ist, die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare aus Gewissensgründen ablehnen zu dürfen».

Im Weiteren gibt der Vorstand der Schweizerische Evangelische Allianz zu bedenken, dass die Gegner einer Neudefinition der Ehe durch die Kirche im weltweiten und ökumenischen Kontext die Mehrheit darstellten. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund vertrete somit innerhalb der Weltkirche eine Minderheitenposition.

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Michael Müller, Verena Mühlethaler, Stefan Jütte (Moderator), Hans-Peter Portmann, Beatrice Acklin Zimmermann (v. li.) © Foto: Herbert Bodenmann/APD

Tagung: «Kirche ohne Politik?»

Zürich/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Schweiz

Wie kann die Kirche, wie können ihre Amtsträger Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens in ihren politischen Konsequenzen artikulieren? Dieser Fragestellung war die Tagung «Kirche ohne Politik?» am 25. November in der Citykirche Offener St. Jakob in Zürich gewidmet. Diese Debatte wurde vom Thinktank «Politik und Kirche» neu entfacht und an der Tagung von rund 40 Personen, unter anderem am Beispiel der Konzernverantwortungsinitiative, diskutiert.

Beatrice Acklin Zimmermann, Leiterin Fachbereich Religion, Theologie und Philosophie an der Paulus-Akademie und FDP-Mitglied im Generalrat der Stadt Freiburg und Mit-Gründerin des Thinktanks, sagte in ihrem Referat, dass die Einmischung der Kirchen in politische Diskussionen für die eine oder andere politische Seite ärgerlich sein und Irritationen hervorrufen könne. Kirchenvertreter mischten sich ein, ohne sich demokratischen Wahlen zu stellen, würden fordern, ohne dafür die Verantwortung übernehmen zu müssen. Die Kirche müsste Gesinnungs- mit Verantwortungsethik verbinden.

"Politisch" und "parteipolitisch" sind zwei Paar Schuhe
Acklin präsentierte 15 Thesen zur Rolle der Kirche im öffentlichen Diskurs: «Der Verkündigungsauftrag der Kirche ist unauflöslich mit einem Öffentlichkeitsauftrag verbunden und von daher hochpolitisch.» Der christliche Glaube habe immer auch mit dem hier und jetzt zu tun, womit die Kirche auch politisch sei, auch dann, wenn sie vorgebe, nicht politisch zu sein. In der zweiten These unterschied sie zwischen «politisch» und «parteipolitisch» und dass die Kirche sich nicht vor einen parteipolitischen Karren spannen lassen solle. Die Geschichte lehre, dass Allianzen von Kirchen und politischen Parteien «stets zu fatalen Verklumpungen» geführt hätten. Es gäbe auch keine christliche Politik oder Parteien, hingegen Christen in allen Parteien. Die Kirche müsse sich an öffentlichen politischen Debatten beteiligen, so Acklin. Es sei keine Frage des «ob» sondern des «wie». Dabei gelte es zu berücksichtigen, dass die Kirchenmitglieder nicht durch politische Überzeugungen zusammengehalten würden, sondern durch den gemeinsamen Glauben.

Kirche als «Wertereservoir», nicht aber «Moralagentur»
Die Kirche solle demnach eigene Themen setzen und sich nicht mit der Verstärkerrolle politischer Positionen zufriedengeben. Sie sei auch nur eine Stimme in der politischen Debatte und könne nicht mit einem Wahrheitsanspruch auftreten. Der Bekenntnisfall (status confessionis), wo die Kirche Stellung beziehen müsse, sei für die Kirchen dann gegeben, wenn von Christen ein menschenverachtendes Verhalten eingefordert würde, sagte die Theologin. Sie rät der Kirche, nicht Parolen bzw. bei Abstimmungen ein Ja oder Nein zu empfehlen, sondern mit ihrer ethischen Kompetenz und einer differenzierten Güterabwägung zur Meinungsbildung beizutragen. Die Kirche sei ein «Wertereservoir», nicht aber eine «Moralagentur» und spiele deshalb bei der Vermittlung von Werten eine wichtige Rolle. Deshalb dürfe sie sich auch nicht scheuen, sich gegen Mehrheiten zu stellen, so Acklin. Sie beendete das Referat mit einem Zitat von Sören Kierkegaard: «Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, findet sich schnell als Witwer vor.»

Co-Referent PD Dr. Stefan Grotefeld, Leiter Abteilung Lebenswelten, Landeskirche Zürich, antwortete Acklin aus sozialethischer Sicht und ergänzte, dass «Kirche» besser im Plural verwendet werden solle, da es viele kirchliche Akteure gebe und dass es in der Öffentlichkeit keine grosse Nachfrage nach kirchlichen Stellungnahmen zu politischen Fragen gebe. Grotefeld riet nicht zu politischer Abstinenz der Kirchen, sondern zu Zurückhaltung und innerkirchlicher Toleranz bei politischen Themen.

Gesprächsrunde
Hans-Peter Portmann, Nationalrat FDP/ZH, sagte in der Podiumsdiskussion, dass die Medien und die Kirchen staatsrechtlich beide die gleiche Position hätten, sie seien zu Neutralität verpflichtet. Ob die Kirchen immer noch ein «prophetisches Wächteramt» hätten, wurde kontrovers diskutiert. Beatrice Acklin meinte, dass die Kirche diese kritische Funktion gegenüber der Politik in der heutigen demokratischen, pluralistischen Gesellschaft grösstenteils eingebüsst habe. Michael Müller, Zürcher Kirchenratspräsident, sprach von einem «seelsorgerlichen Wächteramt» der Kirchen, das einen Fokus auf den Anliegen der Armen haben müsse.

Organisatoren
Die Nachmittagstagung wurde angeboten von Aus- und Weiterbildung der reformierten Pfarrerinnen und Pfarrer (A+W) und dem Bildungsportal für kirchliche Mitarbeitende. Geleitet wurde sie von Pfarrer Dr. Jacques-Antoine von Allmen, Beauftragter für die Weiterbildung, A+W und Dr. Stefan Jütte, Hochschulforum Zürich.

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Symbolbild zu Solidarität © Foto: Stefano Ferrario from Pixabay

«Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.»

Bern/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Schweiz

Viele Kirchgemeinden und Kirchenmitglieder unterstützen Menschen in Not und gewähren ihnen Schutz, unabhängig von deren Aufenthaltsstatus in der Schweiz. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK ist besorgt über die zunehmende, strafrechtliche Verfolgung dieses Engagements. Deshalb fordert er Staat und Justiz auf, mitmenschliche Solidarität nicht zu kriminalisieren!

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund schreibt in seiner Medienmitteilung: Immer mehr Asylsuchende und Flüchtlinge werden aufgrund einer verschärften Asylpraxis in die staatliche Nothilfe abgedrängt. Von Ausbildungs- und Integrationsangeboten ausgeschlossen, ohne Arbeitsbewilligung und teilweise in unterirdischen oder weit abgelegenen Zentren untergebracht, wird ihnen oft jahrelang eine zermürbende und perspektivlose Lebenssituation zugemutet. In dieser Not ist die Kirche eine wichtige Anlaufstelle für die Betroffenen.

Personen, die sich für Menschen in Not engagieren, riskieren mit ihrem Handeln – häufig unwissentlich – eine strafrechtliche Verfolgung und Verurteilung. Nach Artikel 116 des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG) macht sich strafbar, wer den rechtswidrigen Aufenthalt einer Ausländerin oder eines Ausländers fördert. Dazu können bereits regelmässige Hilfeleistungen zählen. Auch Kirchenmitglieder und Pfarrpersonen werden verurteilt, weil sie abgewiesene Asylsuchende unterstützen.

Der Kirchenbund verwahrt sich dagegen, dass mitmenschliche Solidarität – Hilfe aus achtenswerten Gründen – unter Strafe gestellt wird. Seit Jahrzehnten bieten Kirchen und ihre Mitglieder eine Vielfalt an Begleitungsformen und Unterstützungsleistungen für Schutzsuchenden an, ohne aufenthaltsrechtliche Bedingungen zu stellen. Ob die Unterstützten als anerkannte Flüchtlinge in der Schweiz leben, nur vorläufig aufgenommen wurden oder das Land verlassen müssen, spielt keine Rolle.

Die kirchliche Solidarität mit Flüchtlingen und Asylsuchenden, gegen die der Staat aktuell rechtlich vorgeht, gründet in einer bereits biblisch bezeugten Asylpraxis. Diese zieht sich als Kirchenasyl durch die gesamte Kirchengeschichte. «Kirchliches Handeln orientiert sich ausschliesslich an der Notsituation, in der sich die Betroffenen wiederfinden, nicht an ihrem rechtlichen Status oder der Farbe des Aufenthaltspapiers», so Esther Gaillard, Vize-Ratspräsidentin des Kirchenbundes. Biblische Solidarität macht nicht an den Grenzen staatlichen Rechts halt.

Der Kirchenbund appelliert an die politischen Verantwortungsträgerinnen und -träger, das solidarische Handeln der Kirchen für Menschen in Not nicht zu erschweren, sondern rechtlich zu schützen und zu stützen.

Biblisch-theologische Einsichten zum Kirchenasyl
In den kurzen, vertieften Erläuterungen zur Medienmitteilung begründet der SEK unter dem Titel «Die konkrete Notlage unterbricht die Automatik des Rechts», dass die kirchliche Solidarität mit Asylsuchenden und Flüchtlingen in einer «biblisch bezeugten Asylpraxis» gründe: «Das Kirchenasyl zieht sich durch die gesamte Kirchengeschichte. Dahinter stehen unterschiedliche, sich wechselseitig ergänzende biblisch-theologische Einsichten: 1. der Vorrang der Gewissensorientierung an Gottes Gebot gegenüber staatlichem Recht; 2. die seelsorgerliche Einladung zur Begegnung mit der Person unabhängig von der Beurteilung ihres Status, ihrer Taten oder ihrer Herkunft; 3. die Barmherzigkeit mit den Schwachen, Notleidenden und Hoffnungslosen; 4. der inklusive Charakter des biblischen Missionsauftrags; 5. die Solidarität des wandernden Gottesvolkes Kirche (Calvin) mit allen Wandernden und Flüchtenden dieser Welt; 6. die Pflicht zur Nothilfe im Anschluss an die mittelalterliche Lehre vom gerechten Krieg: «Wer nicht gegen Unrecht, das seinem Nächsten droht, soweit er kann, kämpft, ist ebenso schuldig wie der, der es diesem antut» (Ambrosius); 7. die symbolische Form bürgerlichen Ungehorsams, die in der Bibel und kirchlichen Tradition als ultima ratio gefordert wird.»

PDF zum Thema: «Vertiefte Erläuterung aus kirchlicher Sicht»
https://www.kirchenbund.ch/sites/default/files/erlaeuterungen_kriminalisierung_der_solidaritaet_d.pdf

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Tabea Freitag, Psychologin, Hauptreferentin an der Tagung © Foto: Martin Schlorke

«Pornografie ist ein gesellschaftlicher Flächenbrand»

Aarau/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Schweiz

Am 23. November fand in Aarau die erste «Porno-frei»-Konferenz statt. Mit mehr als 300 Besuchern wurden die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. Die Psychologin Tabea Freitag aus Hannover/Deutschland warnte auf der Fachtagung vor den Auswirkungen und Langzeitfolgen von Pornografie auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dabei kritisierte sie auch die deutsche Politik, schreibt Livenet.ch, evangelikaler Mediendienstleister, in einer Mitteilung.

Mit erschreckenden Zahlen hat die Psychologin Tabea Freitag in ihrem Vortrag die 300 Teilnehmenden der «Porno-frei»-Konferenz auf die Gefahr von Pornografie hingewiesen. Dabei sei der Konsum von pornografischen Inhalten keineswegs nur ein Problem von Teenagern oder Erwachsenen, erklärte sie. Immer mehr habe sie auch mit Fällen zu tun, bei denen Betroffene acht, neun oder zehn Jahre alt seien. Mittlerweile würden mindestens 50 Prozent aller 11 bis 13-Jährigen pornografische Filme schauen. Diese Entwicklung fördere sexuellen Missbrauch. Kinder bekämen ein gestörtes Bild von Sexualität und wollten das Gesehene nachspielen. Pornografie stelle daher für die Psychologin einen der grössten Risikofaktoren für Missbrauch dar.

Pornosucht wird verharmlost
Ein Problem sei, dass Pornosucht in der Gesellschaft nicht ernst genommen werde. Würde man diese Zahlen beim Alkoholkonsum feststellen, wäre der Aufschrei gross, so Freitag, und Massnahmen jeglicher Art würden sofort ergriffen. Dies sei auch bei Pornografie notwendig. Sexualität habe wie Feuer eine starke Brennkraft, zum Guten - wie ein Kaminfeuer, oder bei Pornografie zerstörerisch, wie bei einem Flächenbrand, der alles verzehrt. Man lasse Kinder mit dem Feuer spielen. Daher müsse der Sexualität ein Rahmen gegeben werden. Bei Prostitution und Pornografie werde aber jeder Rahmen überschritten.

«Staat bricht eigene Gesetze»
Entsetzt zeigte sich die deutsche Fachfrau über die Politik ihres Landes, die dem Votum führender Sexualpädagogen folge. Diese würden seit Jahren gebetsmühlenartig die Position vertreten, Pornos seien «harmlos» oder sogar «nützlich» da Minderjährige damit «kompetent» umgehen könnten. Schlussendlich breche der Staat seine eigenen Gesetze, erklärte die Psychologin. In Deutschland ist das Zugänglichmachen von Pornografie an unter 18-Jährige strafbar (Schweiz: bis 16 Jahre) und es ist eine Form von sexuellem Missbrauch, Kinder mit Pornografie zu konfrontieren. Solange der Staat dagegen nichts unternehme, erfülle er seine eigenen Gesetze nicht.

Nicht mehr kollektiv wegschauen
Weiter warf sie Vertretern der «Digitalisierung first»-Politik und der «Ethik einer pluralistischen Beliebigkeit» vor, den Schutz vor verstörenden, traumatisierenden Inhalten den «kleinen Schultern von Kindern» aufzuerlegen. Sie forderte die Gesellschaft auf, nicht mehr kollektiv wegzuschauen. Vielmehr müsse die Devise lauten: «Das Wohl der Kinder first, Digitalisierung second». Es gehöre nicht zur gesunden Entwicklung von Kindern, sich vorzeitig und allein mit Sexualität durch Pornografie auseinanderzusetzen.

Prävention an Schulen
In ihrer Arbeit mit der Fachstelle Mediensucht «return» in Hannover/Deutschland bieten Tabea Freitag und ihre Kollegen nicht nur Hilfe für Betroffene an, sondern führen mit ihrem Präventionsprogramm «Fit for Love?» auch Schulstunden und diverse Präventionsprojekte mit Jugendlichen durch. Dabei gehe es vor allem auch um die Vermittlung eines ganzheitlichen Verständnisses von Sexualität. «Viele Mädchen schauen beispielsweise Pornos, um herauszufinden, was von ihnen erwartet wird – unabhängig von ihren eigenen Wünschen. Die Erwartungen der Jungs werden im Umkehrschluss ebenfalls von vornehmlich harter und gewaltsamer Pornografie gefüttert». Die Auswirkungen dieses Selbststudiums seien fatal, denn Sex sei viel mehr als nur ein körperlicher Trieb. Deswegen zerstöre sexueller Missbrauch das Gefühl für die eigene Würde, die Grenzen und die Sicherheit der Opfer.

Mediensuchtprävention
Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zeigten, dass sie erleichtert und dankbar seien, wenn sie mit ihren ambivalenten Gefühlen bezüglich Pornografie nicht mehr allein gelassen würden. Leider räumten Schulen der Porno-Prävention nur wenig Zeit ein. «Häufig bekommen wir nur 90 Minuten Zeit, um in einer Klasse den gesamten Bereich der Mediensuchtprävention zu unterrichten. Das ist viel zu wenig Zeit für diese Thematik!»

Zur Initiative «Porno-frei»
Neben diversen Fachvorträgen bot die Tagung auch Raum für Seminare und Erfahrungsaustausch. Dies entspricht der Gesamtvision der Initiative Porno-frei.ch: Diese ist ein Kooperationsprojekt verschiedener Organisationen im deutschsprachigen Raum, die gemeinsam das Ziel verfolgt, Menschen in eine Beziehungssexualität zu führen, die befriedigend ist und die ein Paar «in guten wie in schlechten Zeiten» zueinander hinzieht. Die Initiative richtet sich an Pornokonsumenten sowie deren Angehörige, Pastoren und Seelsorger.

Mehr Infos zur Initiative: https://porno-frei.ch/

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Symbolbild © Foto: Benjamin Nelan from Pixabay

Römisch-katholische Kirche Schweiz: viele Mitglieder, fragile Zugehörigkeit

St. Gallen/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Schweiz

Die römisch-katholische Kirche in der Schweiz «erreicht eine historisch hohe Mitgliederzahl», heisst es in einer Medienmitteilung des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts SPI. Grund dafür sei die Migration. Mit dem Abflauen der Einwanderungszahl in den letzten Jahren sei auch die Zahl der Katholikinnen und Katholiken leicht gesunken. Es fehle der Kirche aber keineswegs an Mitgliedern. Laut den Ergebnissen der Kirchenstatistik 2018 wurden 2.524.414 Kirchenmitglieder ab 15 Jahren in der Schweiz gezählt, ca. 60.000 weniger als im Rekordjahr 2014. Mit den Kindern unter 15 Jahren zählten rund 2.9 Millionen Personen zur römisch-katholischen Kirche in der Schweiz. Die Statistik zeige erhöhte Austrittszahlen und lasse auf eine zunehmende Fragilität der Kirchenbindung schliessen.

Austritte gestiegen, Eintritte auch
Mit 25.366 Kirchenaustritten zeigte sich 2018 ein deutlicher Anstieg der Abwendung von der Kirche gegenüber dem Vorjahr mit 20.014 Austritten. Der Grund liege vor allem in häufigen Nachrichten über Missbrauch und Vertuschung in der römisch-katholischen Kirche weltweit, schreibt das SPI. Diese Berichte seien meist der konkrete Anlass, um eine ohnehin schwach gewordene Kirchenbindung, die sich oft über Generationen entwickeln könne, endgültig zu beenden.

Die Brüchigkeit der Verbindung mit der Kirche zeige sich vor allem an zwei neuralgischen Punkten: kirchliche Eheschliessung und Taufe. So heirate kaum mehr als ein gutes Drittel der katholischen Ehepaare kirchlich und ein gutes Drittel der Kinder mit katholischer Familienherkunft werde nicht mehr getauft. Besonders stark sei der Abbruch der Kirchenbindung durch Ausfall der Taufe in der Westschweiz verbreitet.

Die Zahl der Kircheneintritte sei laut SPI gegenüber früheren Jahren vorsichtig gestiegen. Die 1.121 Kircheneintritte kompensierten aber in keiner Weise die 25.366 Kirchenaustritte. Auf einen Kircheneintritt kämen mehr als 20 Kirchenaustritte.

Pastorale Herausforderung
Die römisch-katholische Kirche ist «durch diese Befunde herausgefordert», schreibt SPI. Sie müsse pastorale Antworten auf die fragil gewordene Bindung ihrer Gläubigen geben. Insbesondere die Paar- und Familienpastoral verdiene dabei mehr Augenmerk und Sorgfalt.

Mehr Informationen: https://kirchenstatistik.spi-sg.ch

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Bundeshaus, Bern © Foto: Herbert Bodenmann/APD Schweiz

Ökumenischer Gottesdienst zur Legislatureröffnung des Parlaments

Bern/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Schweiz

Am 2. Dezember führt die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH zur Eröffnung der neuen Legislatur der eidgenössischen Räte eine ökumenische Feier für Parlamentarierinnen und Parlamentarier und ihre Angehörigen im Berner Münster durch. Der Gottesdienst beginnt um 12:30 Uhr, ist öffentlich und wird von Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedkirchen der AGCK.CH gestaltet.

«Sie sind herzlich eingeladen, mit uns für die Frauen und Männer zu beten, die sich darauf vorbereiten, Verantwortung für die Schweiz zu übernehmen», schreibt die AGCK.CH in einer Medienmitteilung. Lisa Mazzone (Die Grünen, GE) und Alex Kuprecht (SVP, SZ) richten bei dieser Feier einige Worte an ihre Kolleginnen und Kollegen. Die Theologieprofessorinnen Barbara Hallensleben (Universität Freiburg) und Angela Berlis (Universität Bern) halten eine Predigt zur Aussage des Apostels Petrus: "Wir erwarten gemäss seiner Verheissung einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt“ (2. Petrusbrief 3,13). Das sei ein «anspruchsvolles Arbeitsprogramm in Zeiten des Klimawandels», so die AGCK.CH in der Mitteilung.

Demnach beanspruchten die Sessionen in Bern nicht nur die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, sondern hätten durch die zeitliche Abwesenheit und die Belastungen Auswirkungen auf deren Kinder, Partner und Familien. Deshalb würden auch Familien, Freundinnen und Freunde ins Gebet einbezogen, schreibt die AGCK.CH. Während den Sessionen lädt die überkonfessionelle Gruppe der Bundesversammlung die Volksvertreterinnen und -vertreter jeweils am Mittwochmorgen zu einer Morgenbesinnung ein.

Musikalisch wird der Anlass vom Münsterorganisten Daniel Glaus und einem Ensemble der serbisch-orthodoxen Kirche begleitet.

Zum Flyer mit der Einladung: http://ow.ly/7XeD30pR9nm

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Gemeindeleiterin, Dr. Linda Becker, bittet farbige Adventisten um Vergebung © Foto: College View Church

Adventistische Kirche in Nebraska bittet Farbige um Vergebung

Lincoln, Nebraska/USA | 27.11.2019 | APD | International

Anlässlich der 125-Jahr-Feier der adventistischen College View Church in Lincoln, Nebraska/USA, wurde ein vertiefter Rückblick in die Geschichte dieser Adventgemeinde präsentiert. Im Anschluss daran bat die Gemeindeleiterin, Dr. Linda Becker, im Namen der College View Church, farbige Adventisten um Vergebung für die Art und Weise, wie sie früher behandelt worden seien.

Gemäss Adventist Review AR, nordamerikanische Gemeindezeitschrift, sagte Dr. Linda Becker, Gemeindeleiterin: «In Vergangenheit hat die College View Church Farbige nicht so behandelt, wie wir es hätten tun sollen. Sie wurden gebeten, auf der Galerie zu sitzen oder wurden sogar an der Eingangstüre wieder weggeschickt. Sie wurden nicht so aufgenommen wie die Weissen. Heute bitten wir unsere farbigen Freunde um Vergebung für das, was euch die vorherigen Generationen angetan haben. Es tut uns leid, dass wir euch nicht ebenso als Gottes Kinder gesehen haben, wie uns selbst. Wir bitten euch und Gott, uns zu vergeben. Möge Gottes Liebe alle Menschen erreichen, die in Zukunft in diese Kirche eintreten - unabhängig von Hautfarbe, Status oder Lebensumständen.»

Anschliessend wurden die Teilnehmenden an der Feier eingeladen, im Wechsel mit der Gottesdienstleitung an einem speziell für diesen Anlass formulierten Gebet teilzunehmen. Dabei wurde das eigene Zukurzkommen bekannt, um Vergebung gebeten und das Versprechen gegeben, «Gottes Güte für alle Zeiten gemeinsam mit allen Brüdern und Schwestern anzubeten und zu feiern».

Erklärung der adventistischen Weltkirchenleitung zu Rassismus (1985):
Auf Deutsch: http://ow.ly/IAfZ30pUMLt
Englische Originalfassung:
https://www.adventist.org/en/information/official-statements/statements/article/go/-/racism/

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Cover der Lesung zur Gebetswoche 2019 der deutschsprachigen Adventisten © Gestaltung: Ingo Engel, München

Gebetswoche 2019 der Siebenten-Tags-Adventisten

Zürich/Schweiz und Ostfildern/Deutschland | 27.11.2019 | APD | International

Die jährliche, weltweite Gebetswoche der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten findet in der Deutschschweiz vom 2. bis 9. und in Deutschland vom 16. bis 23. November statt. Sie steht in diesem Jahr unter dem Thema «Wir sind gerufen, Gottes Propheten treu zu sein». In den 32 Kirchgemeinden in der Deutschschweiz und über 500 Kirchgemeinden der Adventisten in Deutschland sind Mitglieder und Gäste zu besonderen Gebetsversammlungen eingeladen.

In seinem Vorwort zur diesjährigen Gebetswoche hält Pastor Mario Brito, Kirchenleiter der Adventisten in West- und Südeuropa, fest, dass Gott Personen – Propheten - erwählt habe, die ihnen offenbarte Botschaften an ihre Mitmenschen weitergeben sollten. Es sei zutreffend, «wenn wir sagen, dass das Endprodukt Gottes Wort ist, wenn auch in menschlicher Sprache übermittelt», so Brito. Er ermutigt die Lesenden, sich Zeit für Gott zu nehmen.

Die Lesung zur Gebetswoche 2019 besteht aus acht Themen, die vom adventistischen Weltkirchenleiter, Pastor Ted N. C. Wilson (1. Thema) und dem in Argentinien wohnenden Ehepaar Marcos und Claudia Blanco geschrieben wurden (2. bis 7. Thema). Marcos ist Pastor und arbeitet als Redaktor im adventistischen Verlag in Buenos Aires/Argentinien, seine Frau Claudia arbeitet freiberuflich als Übersetzerin. Das letzte Thema wurde aus den Schriften der Mitbegründerin der Freikirche, Ellen G. White (1827-1915), entnommen.

Einige der Themen: «Warum sandte Gott Propheten?»; «Liest du die Bibel richtig?»; «Wahre und falsche Propheten, gestern und heute» und «Ein grösseres und ein kleineres Licht».

In einem Zusatzteil in der Heftmitte sind acht weitere Artikel enthalten. Sie wurden von vier Frauen und vier Männern verfasst, die mehrheitlich in Deutschland wohnen. Dieser Zusatzteil ist zum persönlichen Weiterstudium gedacht und behandelt Themen wie: «Auch Propheten wachsen in ihrem Verständnis»; «Die Inspiration der biblischen Schreiber»; «Warum der Prophet Hosea eine Prostituierte heiraten musste».

Kindergebetslesung 2019
Für Kinder gibt es ein Extraheft mit dem Titel „Was Propheten zu sagen haben“. Es wurde von Randy Fishell, ehemaliger Chefredakteur des amerikanischen Magazins «Guide», für ca. 10 bis 14-Jährige, verfasst.

Zum Abschlussgottesdienst der Gebetswoche am 9. bzw. 23. November gehört auch die traditionelle Opfersammlung, die sogenannte „Gebetstagsgabe“, welche für die weltweite Mission der Freikirche verwendet wird.

Videos mit Einführungen zu den einzelnen Tagesthemen sowie zusätzliches Material, wie Programmvorschläge und Fragestellungen fürs Gespräch bei den Events, kann hier heruntergeladen werden: https://www.gebetswoche.online/

Das Lesungsheft für die Erwachsenen kann kostenlos heruntergeladen werden (PDF):
https://www.advent-verlag.de/media/pdf/cb/3a/78/Gebetswoche_2019_final.pdf

Auch die Lesung für die Kinder steht als Download (PDF) bereit:
https://www.advent-verlag.de/media/pdf/55/5c/57/Kindergebetslesung_2019_final.pdf

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Mitarbeiter von ADRA Mauretanien schult Dorfbewohner im Umgang mit Latrinen © Foto: ADRA Mauretanien

„Darüber spricht man doch nicht“ – Welttoilettentag 2019

Weiterstadt/Deutschland | 27.11.2019 | APD | International

Eine Tabuisierung des stillen Örtchens sei falsch, schreibt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, zum Welttoilettentag vom 19. November. Die Tabuisierung könne Menschenleben kosten. Ein Drittel der Weltbevölkerung, rund 2,5 Milliarden Menschen, habe keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen, was zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Cholera oder sonstigen Durchfallerkrankungen beitrage, schreibt ADRA.

Demnach sind Erkrankungen, die auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind, die häufigste Todesursache bei Kleinkindern. Im Jemen, wo der anhaltende Bürgerkrieg die zivile Infrastruktur zerstört, unterstützt ADRA Deutschland Menschen durch Aufklärung und materielle Hilfe. Eine Cholera-Epidemie habe dort bisher mehr als 2.700 Menschen das Leben gekostet und es seien mehr als 1,3 Millionen Verdachtsfälle gemeldet worden.

UNO-Nachhaltigkeitsziele
Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen erkennen Wasser- und Sanitärversorgung als Menschenrecht an. Ausserdem sei die "Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle" das sechste der 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der UNO in ihrer Agenda 2030.

Laut ADRA soll der Welttoilettentag am 19. November daran erinnern, dass noch viel Arbeit geleistet werden muss, bis alle Menschen auf dem Planeten Zugang zu ordentlichen Sanitäranlagen haben.

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Pastor Stephan Sigg, Kirchenleiter der Adventisten in der Schweiz, beim Grusswort © Foto: Joas Fickenscher

70 Jahre adventistisches Seminar Schloss Bogenhofen

Bogenhofen/Österreich | 27.11.2019 | APD | International

Vom 15. bis 17. November hat das Seminar Schloss Bogenhofen in Oberösterreich Behördenmitglieder, ehemalige Studenten und Studentinnen, Nachbarn sowie Interessierte zu einem Festwochenende anlässlich seines 70-jährigen Bestehens eingeladen. Das Seminar wurde 1949 gegründet und ist eine Bildungseinrichtung in Trägerschaft der Siebenten-Tags-Adventisten der Deutschschweiz sowie der Adventisten in Österreich.

Laut einer Medienmitteilung des Seminars eröffnete am 15. November Pastor Stephan Sigg, Kirchenleiter der Adventisten in der Schweiz sowie Pastor Reinhard Schwab, Kirchenleiter der Adventisten in Österreich, gemeinsam mit Robert Wimmer, Bürgermeister von St. Peter am Hart, mit einem Grusswort die Feierstunde. In der Festansprache beschrieb Dr. Hans Heinz, Student des ersten Schuljahrs, langjähriger Theologiedozent und Schulleiter der Jahre 1963 bis 1970, eindrücklich, unter welch schwierigen Bedingungen die ersten Jahre des Schulbetriebs nach dem Krieg aufgenommen wurden und wie sich die Schule in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickelte und vergrösserte.

Im ersten Teil des Gottesdienstes am 16. November diskutierten in einer Podiumsdiskussion sechs ehemalige und aktuelle Verantwortungsträger über die christliche Kultur des Erinnerns und über Stärken, Schwächen und das Potential der Schule Bogenhofen. In der Predigt zeigte Dr. Gerhard Pfandl, 1977 bis 1989 Dekan des Theologischen Seminars in Bogenhofen, anhand biblischer und historischer Beispiele sowie aktueller Statistiken zum Schulwerk der Kirche auf, welche Bedeutung christlich-adventistischer Bildung in der Gegenwart zukommt.

Im Nachmittags- und Abendprogramm kamen der Gründer der Schulindustrie (heute «Optimo» – Schlafsysteme), Adolf Kinder, sowie alle noch lebenden ehemaligen Schulleiter mit persönlichen Resümees zu Wort: Horst Herrnstein, Dr. Klaus Zachhuber, Mag. Franz Nusime, Dr. Winfried Vogel und Dr. Christoph Berger.

Am Sonntagvormittag klang das Festwochenende mit Erfahrungen weiterer Jubiläumsgäste sowie mit einem Rück- und Ausblick «Bogenhofen früher und heute» durch Dr. Dr. René Gehring, Schulleiter, und MMag. Heinz Schaidinger, Theologiedozent, aus. Eine Fotoausstellung auf dem Gelände, diverse Musikbeiträge und ein Campusrundgang mit Mag. Hans Matschek rundeten das Programm ab. Es wurde auch eine 24-seitige Festbroschüre herausgegeben.

Seminar Schloss Bogenhofen
Das Seminar Schloss Bogenhofen ist eine Bildungseinrichtung in Trägerschaft der Deutschschweizerischen Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisgten in der Deutschschweiz sowie der Österreichischen Union der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Auf dem Campus in der Nähe der deutschen Grenze studieren derzeit 154 Schüler und Studenten in vier Abteilungen: Oberstufenrealgymnasium (92 Schüler), Theologisches Seminar (34 Studenten), School of Education (17 Studenten) und Sprachinstitut (11 Studenten).

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Logo "entitnow" © Logo: Abteilung Frauen der Siebenten-Tags-Adventisten

25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Zürich/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Menschenrechte

Dagmar Latuski, Leiterin der Abteilung Frauen der adventistischen Kirchenleitung in der Deutschschweiz, verwies im Zusammenhang mit dem «Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen» vom 25. November auf den weltweiten jährlichen Schwerpunkttag „enditnow» (jetzt beenden) jeweils am vierten Samstag im August. Adventistische Frauen auf der ganzen Welt gestalten an diesem Schwerpunkttag Gottesdienste und Seminare, in denen sie darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass die Kirche das Problem von Missbrauch und Gewalt nicht verschweigt.

Die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten hat im Jahr 2001 erstmalig einen jährlichen Aktionstag zur Prävention von Missbrauch ausgerufen. 2014 wurde er weltweit in „enditnow (jetzt beenden) Schwerpunkttag“ umbenannt, bei dem es thematisch gegen häusliche und sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen geht.

Materialpakete
Von der Webseite adventistischer Frauen im deutschsprachigen Raum können Materialien auf Deutsch, Französisch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Russisch, Rumänisch/Ungarisch zu diesem Tag heruntergeladen werden Dazu gehören formulierte Referate, Power-Point-Präsentationen sowie ausgearbeitete Seminare zu den Themen „Heilsames Denken“ und „Vergebung“. Es heisst dort zu den Beweggründen: „Obwohl für viele Menschen ein unbequemes Thema, ist es immer deutlicher geworden, dass Missbrauch ein ernsthaftes Problem für Christen, [auch] Siebenten-Tags-Adventisten ist.“ Missbrauch in jeglicher Form entstelle den Leib Christi - das gelte sowohl für Opfer und Täter als auch für die Kirchengemeinde, die mit den verletzten Mitgliedern zurückbleibe.

Material zum Schwerpunkttag 2019:
https://sta-frauen.de/material/themensabbate/enditnow-schwerpunkttag/

enditnow
Bei einem „enditnow-Schwerpunkttag“ sagen Siebenten-Tags-Adventisten ein deutlichen NEIN zu jeglicher Form von Gewalt. An diesem Tag bieten sich Möglichkeiten für örtliche Kirchengemeinden, das Thema anzusprechen und damit zu enttabuisieren, das Schweigen zu brechen, Kirchenmitglieder und Kirchenleiter für diese Problematik zu sensibilisieren, die Gesellschaft zu informieren und den Opfern Hilfsangebote zu eröffnen.

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Logo für «Sonntag der verfolgten Kirche» © Grafik: SEA

Gewalt gegen Christen verdient mehr Aufmerksamkeit

Zürich/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Religionsfreiheit

Es sei ein Drama, was sich in zahlreichen Weltgegenden und doch weitgehend abseits der breiten öffentlichen Wahrnehmung abspiele, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA.RES zum Sonntag der Verfolgten Kirche vom 10. und 17. November 2019. Die Religionsfreiheit werde zunehmend verletzt, wobei Christen besonders betroffen seien. Am Sonntag der Verfolgten Kirche seien die Kirchen in der Schweiz eingeladen, für Religionsfreiheit insbesondere in China, Nigeria und der Ostukraine zu beten.

Laut SEA widerfährt der Zivilbevölkerung in Syrien in diesen Tagen einmal mehr unermessliches Leid. Unter anderem würden auch Wohngebiete und Kirchen der christlichen Minderheit gezielt angegriffen, um diese aus der Region zu vertreiben. Verschiedene, in der Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit (AGR) der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA-RES zusammengeschlossene Hilfswerke leisteten Soforthilfe vor Ort.

«Diese Aktualität ist nur eines von zahlreichen Beispielen für Einschränkungen der Glaubensfreiheit, Verfolgung und Gewalt, die weltweit immer mehr Menschen aufgrund ihrer Religion erleiden. Am stärksten betroffen sind Angehörige des christlichen Glaubens» so die SEA. Erneut würden sich deshalb im November an einem speziellen Gebetssonntag für verfolgte Christen in über 100 Ländern Menschen versammeln, um dieser traurigen Realität zu gedenken und für die Verfolgten, aber ebenso für die Verfolger zu beten. Die in der Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit (AGR) tätigen Organisationen rufen mit dem Sonntag der Verfolgten Kirche – am zweiten und dritten Novembersonntag – auch die Kirchen in der Schweiz dazu auf und führen zahlreiche Veranstaltungen durch. In diesem Jahr stehen dabei China, Nigeria und die Ostukraine im Mittelpunkt:

Ostukraine
In den Gebieten Donezk und Lugansk in der Ostukraine sind seit diesem Jahr alle protestantischen Kirchen per Gesetz entweder verboten oder die von ihnen geforderten Neuregistrierungen noch unbeantwortet. Im Bezirk Lugansk stürmen diesen Sommer bewaffnete Soldaten in den Gottesdienst einer lokalen Kirche, da die Versammlung illegal sei.

Nigeria
Aus Nigeria überschlagen sich in den letzten Wochen die Meldungen von getöteten und entführten Christen. So werden Anfang Oktober sechs Teenager und zwei Lehrer aus einer christlich geführten Schule entführt. Eine knappe Woche später stirbt das Mitglied einer Kirche bei einem Angriff auf ein Dorf, vier weitere werden entführt. Das Land mit 47 Prozent Christen belegt Platz 12 im Weltverfolgungs-Index 2019 der Organisation Open Doors.

China
In China ist das Bild regional unterschiedlich, doch die Einschränkungen für die rund 5 Prozent Christen im Land nehmen infolge der seit 2018 geltenden «Bestimmungen für Religionsangelegenheiten» zu: Kirchen werden geschlossen, Bibeln und Kreuze zerstört, christliche Leiter verhaftet, Sonntagsschule und Jugendarbeit verboten. China hat sich im Weltverfolgungs-Index 2019 dementsprechend von Platz 43 auf 27 verschlechtert.

Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit (AGR), Linus Pfister, betont, dass der Blick aufgrund aktueller Ereignisse über diese drei Weltgegenden hinausgehen muss: «Angesichts der vielen Horrormeldungen von Gewaltverbrechen an Christen, wie beispielsweise in Syrien, wollen wir auch an Christen in anderen Ländern denken. Unser Beten und Handeln soll ihnen Hoffnung vermitteln.» Weitere Informationen zum Sonntag der Verfolgten Kirche und den Fokusländern sind unter www.verfolgung.ch zu finden, insbesondere im aktuellen Dossier zum Gedenktag 2019.

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Missionar Kenneth Bae (re.) berichtet über seine Zeit im Arbeitslager in Nordkorea – mit Übersetzer Manfred Müller © Foto: Stephan G. Brass/APD

Verfolgten Christen eine Stimme geben

Schwäbisch Gmünd/Deutschland | 27.11.2019 | APD | Religionsfreiheit

Zu einem verstärkten Einsatz für bedrängte Christen haben mehrere Referenten auf dem 6. Ökumenischen Kongress „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd/Deutschland vor rund 450 Teilnehmern aufgerufen. Der Kongress wurde veranstaltet vom Christlichen Gästezentrum Schönblick (Schwäbisch Gmünd) und der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit über 30 evangelischen, katholischen und freikirchlichen Hilfswerken sowie Menschenrechtsorganisationen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Grossbritannien.

Internationale Begegnung – christliche Verantwortung
Die ausländischen Gäste dieser Tagung vom 10. bis 13. November kamen neben Deutschland aus China, Costa Rica, England, Finnland, Indien, Irak, Iran, Pakistan, Syrien und der Türkei. Insgesamt sieben Sprachen waren zu übersetzen. Weltweit, so Professor Christof Sauer von der Freien Theologischen Hochschule Giessen/Deutschland, würden mindestens 245 Millionen Christen laut der neuesten Ausgabe des Weltverfolgungsindexes ihres Glaubens wegen verfolgt. Der Wissenschaftler für Religionsfreiheit und Christenverfolgung ist massgeblich an der Erstellung der von Open Doors, christliches Hilfswerk, herausgegebenen Übersicht beteiligt.

Volker Kauder: Einsatz verfolgte Christen eine „geschwisterliche Pflicht“
Für Volker Kauder, Schirmherr des Kongresses und früherer Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist daher auch der Einsatz für Religionsfreiheit und verfolgte Christen eine „geschwisterliche Pflicht“. Christen in Deutschland trügen die Verantwortung, dass Glaubensfreiheit auch in Zukunft bestehen könne: „Wenn es die Religionsfreiheit nicht gibt, gibt es auch keinen Schutz für Christen.“

Der Präsident der Internationalen Konferenz bekennender Gemeinschaften (IKGB), Ulrich Rüss, meinte bei einem Treffen der Kooperationspartner des Kongresses: „An der Notwendigkeit dieses Kongresses sollte niemand zweifeln.“

„Durch Gebet kann Nordkoreas Mauer fallen“
Der koreanisch-amerikanische Missionar Kenneth Bae berichtete auf Einladung der Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK) von seinem zweijährigen Aufenthalt in einem nordkoreanischen Arbeitslager. Er schilderte die beschwerlichen Bedingungen und von Schmerzen geprägte Zeit. Dabei habe er sich oft gefragt, wie lange denn das Leiden andauern würde. In dieser Zeit habe er gelernt, den Blick noch stärker auf Gott zu richten und ihm zu vertrauen.

Mit einer Bitte wandte sich Bae an die Christen in Deutschland. Vor dem Fall der Mauer hätten Christen rund um den Globus für eine Wiedervereinigung gebetet. Durch die Kraft des Gebets sei dies Wirklichkeit geworden. So könnten Gebete auch ein Wunder auf der koreanischen Halbinsel bewirken. Diesen Gedanken bekräftigte auch Professor Sauer beim Abschlussgottesdienst des Kongresses. In seiner Homilie über das „Vaterunser“ rief er auf, für Verfolgte zu beten. „Wir machen uns schuldig, wenn wir die Christen vergessen, die für ihren Glauben unter Druck stehen.“

„Eine Art Völkermord an Christen“ in Nigeria
Der Kirchenpräsident der „Evangelical Church Winning all“ (ECWA) im nigerianischen Jos, Stephan Panya Baba, informierte, dass sich in manchen Regionen Nigerias die Situation von Christen so sehr verschlechtert habe, dass man von „einer Art Völkermord an Christen“ sprechen könne. Es gebe in seinem Heimatland nicht nur die islamische Terrormiliz „Boko Haram“, sondern auch extremistische Fulani-Milizen. Häufig sei auch in Medienberichten in Europa zu lesen, dass die schweren Auseinandersetzungen im Süden des Landes zwischen christlichen Bauern und muslimischen Fulani-Nomaden keine religiösen Gründe hätten, sondern ein Streit um Land sei. Doch die muslimischen Angreifer richteten sich gezielt gegen Christen. Muslime würden zumeist gewarnt und verliessen dann „ganz still“ am Abend vor der Attacke das Dorf.

Ohne Sicherheitsgarantien keine Rückkehr von Christen in den Irak
In einer anderen Veranstaltung berichteten laut idea Kirchenvertreter, dass die meisten irakischen Christen ohne Sicherheitsgarantien nicht in ihre Heimat zurückkehren würden. Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) habe viele christliche Dörfer verwüstet und Tausende Kirchenmitglieder ermordet. Betroffen sei vor allem die nordirakische Ninive-Ebene mit der Hauptstadt Mossul gewesen. Etwa 40 Prozent der Häuser wären zerstört worden, sagte der dortige katholische Priester Georges Jahola. Am Wiederaufbau beteiligten sich Hilfsorganisationen aus aller Welt. Etwa 40.000 der mehr als 500.000 aus der Ninive-Ebene Vertriebenen seien inzwischen zurückgekehrt, die Übrigen lebten in anderen Landesteilen oder in den Nachbarländern Türkei, Libanon und Jordanien sowie im westlichen Ausland. Am wichtigsten wäre das Gefühl, ohne Angst vor neuen Angriffen planen zu können. Ausserdem brauche man Arbeitsplätze in Fabriken, Handwerksbetrieben und der Landwirtschaft. Die irakische Regierung unterstütze den Wiederaufbau nur zögerlich. Der Geistliche forderte mehr internationalen Druck, um die Korruption im Land wirkungsvoll zu bekämpfen.

Probleme, aber keine Christenverfolgung in der Türkei
Der Generalsekretär der Türkischen Evangelischen Allianz, Umit Sahin (Izmir), betonte, in der Türkei könne man nicht von Verfolgung sprechen. Er gebe aber Druck und Probleme. So könne es passieren, dass die Polizei, nachdem beispielsweise ein Student Christ geworden sei, die Familie anrufe, sie darüber informiere und vor einer möglichen „Gehirnwäsche“ durch Missionare warne. Andere Christen hätten nach ihrem Übertritt ihren Arbeitsplatz verloren.

Resolution gegen Abschiebung von Konvertiten
Wie schon vor zwei Jahren, so wurde auch während dieser Kongresstage den Teilnehmern eine Resolution vorgelegt, die sich gegen die Abschiebung von in Deutschland lebenden Flüchtlingen aus islamisch geprägten Ländern wendet, die Christen geworden sind. Die Resolution ist an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und alle Bundestagsabgeordneten gerichtet. Sie sollen sich dafür einsetzen, dass zum Christentum konvertierte Flüchtlinge nicht in Länder abgeschoben werden, in denen ihnen Tod oder Verfolgung wegen ihres Glaubens droht.

Kongress begann 2009 mit zehn Kooperationspartnern
Ziel des Kongresses „Christenverfolgung heute“ sei, bedrängten Christen eine Stimme zu geben, die Netzwerke zwischen ihnen und den Christen in der „freien Welt“ auszubauen und Initiativen zum Handeln aufzuzeigen. Der alle zwei Jahre stattfindende Kongress begann 2009 mit zehn Kooperationspartnern und 250 Teilnehmern. Der jetzige viertägige Kongress wollte nach den Worten von Kuno Kallnbach von der Kongressleitung den Christen in der Verfolgung „eine Stimme geben“. Das nächste Treffen ist vom 14. bis17. November 2021 geplant.
Weitere Informationen unter https://www.schoenblick.de/christenverfolgung/

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Reichstagsgebäude und Sitz des Deutschen Bundestages in Berlin © Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Köhler/photothek

Deutsche Evangelische Allianz fordert besseren Gesetzesentwurf

Bad Blankenburg/Deutschland | 27.11.2019 | APD | Religion + Staat

Deutliche Verbesserungen hat die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) beim Entwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zum „Sexuelle-Orientierung-und-geschlechtliche-Identität-Schutz-Gesetz“ (SOGISchutzG) gefordert.

Uwe Heimowski, DEA-Beauftragter am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, und Konstantin Mascher, Mitglied im DEA-Hauptvorstand, sagten bei der Verbände-Anhörung im Bundesgesundheitsministerium, die Deutsche Evangelische Allianz begrüsse das Anliegen des Gesundheitsministers, Menschen vor Übergriffen im Bereich ihrer sexuellen Orientierung zu schützen. Sie setze sich für das Selbstbestimmungsrecht beim Umgang mit der sexuellen Orientierung ein: „Die Realisierung der sexuellen Orientierung muss die persönliche Entscheidung einer Person bleiben“, so auch der erste Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz Ekkehart Vetter.

Gesetzesentwurf mit „erheblichen rechtlichen Unsicherheiten“
Die vorgelegten Formulierungen des Gesetzesentwurfs führten jedoch zu erheblichen rechtlichen Unsicherheiten. „Ein Gesetz, dessen Ziel der Schutz der Freiheit ist, darf nicht seinerseits in die Persönlichkeitsrechte und die Grundrechte der Religions- und Meinungsfreiheit eingreifen“, warnte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz Dr. Reinhardt Schink. Insbesondere müsse klar definiert werden, wie Information und Werbung voneinander zu differenzieren seien. Mascher kritisierte „nicht haltbare Grundannahmen“ des Gesetzesentwurfs und bemängelte, dass der Entwurf in seiner jetzigen Fassung wegen vieler unbestimmter Rechtsbegriffe, wie „Behandlungen“, „Massnahmen“ oder „Werbung“, und inhaltlicher Widersprüche Probleme schaffen werde. So sei derzeit nicht klar erkennbar, was genau unter welchen Umständen zu einer Straftat führe. Das geforderte „Verbot für jedermann“, der in irgendeiner Weise Druck ausüben könnte, erzeuge Verunsicherungen und Angst bei Eltern, Seelsorgern und Pädagogen.

Eingriff in die Religions- und Meinungsfreiheit möglich
„Bei diesen Begriffen braucht es dringend Klärung, damit das Gesetz seine gewünschte Wirkung zum Schutz von Betroffenen auch wirklich entfalten kann und ungewollte negative Konsequenzen vermieden werden“ sagte Mascher. Ohne solche Verbesserungen sehe die Deutsche Evangelische Allianz durch den Gesetzesentwurf die Freiheit der Religionsausübung gefährdet. „Es ist dann zu befürchten, dass die Kirchengemeinden künftig nicht mehr im vollen Umfang für die ethischen Massstäbe ihrer Religion eintreten dürfen“, so Heimowski. Der Gesetzgeber sollte aber weder die Entscheidung, ob und wie eine Person ihre sexuelle Orientierung ausleben wolle, vorschreiben, noch sei er befugt, die Grundrechte auf Religions- und auch Meinungsfreiheit zu beschneiden.

Der DEA-Beauftragte am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung wies darauf hin, dass während der Zeit der Erstellung des Gesetzentwurfes durch verschiedene Gruppen ein Klima von Verdächtigungen, Vorverurteilungen und Verleumdungen gegen Kirchengemeinden und christliche Werke entstanden sei. Er bat die Verantwortlichen, solchen Versuchen entschieden entgegenzutreten und einen offenen sowie neutralen, sachlichen Diskurs zu fördern.

Deutsche Evangelische Allianz
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Sie hält zu etwa 350 überregionalen Werken Kontakt und wirkt an rund 1.000 Orten in Deutschland mit regionalen Allianzkreisen. In der Evangelischen Allianz pflegen Christen – über ihre Zugehörigkeit zur eigenen Gemeinde hinaus – Gemeinschaft mit anderen Christen aus anderen Denominationen. In den Allianzkreisen, die sich auf Orts- und mitunter auch auf Regionalebene treffen, kann mitarbeiten, wer der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz zustimmt.

Geistliches Leitungsgremium ist der DEA-Hauptvorstand, dem derzeit 60 Vertreter der evangelikalen Bewegung aus den evangelischen Landeskirchen, Freikirchen, christlichen Gemeinschaften und Werken aus verschiedenen Konfessionen angehören. Verantwortlich für die laufende Arbeit ist der Geschäftsführende Vorstand, zu dem unter anderem der Erste Vorsitzende Ekkehart Vetter gehört, der im Hauptberuf Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlicher Evangelischer Gemeinden ist, sowie Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink.

Weitere Informationen: www.ead.de

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Polizisten schlagen Gottesdienstbesucherin am Boden in der adventistischen Kirche in Ngozi/Burundi © Screenshot: Social Media-Video auf Tele Renaissance publiziert

Burundi: Adventisten fordern Einmischung der Regierung zu beenden

Silver Spring, Maryland/USA | 27.11.2019 | APD | Religion + Staat

In Burundi, kleiner Binnenstaat in Ostafrika, weigert sich die Regierung, den Wechsel in der Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten zu anerkennen und unterstützt weiterhin den im November 2018 abgewählten adventistischen Kirchenleiter, Pastor Joseph Ndikubwayo. Der ehemalige Kirchenleiter besetzte mit seinen Anhängern und dank seiner Beziehungen zur Regierung die Verwaltungsbüros der Kirchenleitung und weitere Gebäude der Kirche. Er weigert sich, diese an Pastor Lamec Barishinga, seinen im November 2018 gewählten Nachfolger, zu übergeben. In Ngozi, im Norden des Landes und anderen Orten, hat die örtliche Polizei in den letzten Wochen adventistische Gottesdienste gestürmt, Teilnehmende brutal geschlagen, verletzt und eingeschüchtert. Die Ost-Zentralafrikanische Kirchenleitung (East-Central Africa Division) der Adventisten in Nairobi/Kenia, appelliert nun an die burundische Regierung, «diese Missbräuche anzugehen und die Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen sowie alle Bürger Burundis zu schützen».

Pastor Lamec Barishinga, der im November 2018 neu gewählte Kirchenleiter und ehemaliger Finanzvorstand der Adventisten in Burundi, wurde am 24. Oktober bei der Ausreise zur Teilnahme an einem internationalen Treffen von adventistischen Kirchenleitern, verhaftet. Schon im Mai 2019 verhaftete die Regierung 22 Adventisten, darunter auch Pastor Lamec Barishinga, um sie einzuschüchtern, liess sie aber auf Intervention der adventistischen Weltkirchenleitung nach einigen Tagen wieder frei.

Gespräch mit dem Innenminister von Burundi
Dr. Ganoune Diop, Direktor für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung, leitete vor Kurzem eine Delegation von Vertretern der adventistischen Weltkirchenleitung, die vom Innenminister von Burundi zu einer Aussprache eingeladen worden war. Dabei sollten die Meinungsverschiedenheiten beendet werden, wer der gesetzliche Vertreter der Adventisten in Burundi sein soll. Der Regierungsvertreter habe aber auf seiner Position beharrt. Anschliessend sei die Situation eskaliert, weil der Staat den aus seiner Funktion enthobenen ehemaligen Kirchenleiter unterstützt habe, so Diop.

Weltkirchenleiter schreibt seelsorgerlichen Brief an Adventisten in Burundi
Nachdem es in den letzten Wochen in adventistischen Kirchen in Burundi zu brutaler Gewalt seitens der Polizei gegen Gottesdienstbesucher kam, schrieb Pastor Ted Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, am 13. Oktober den Kirchenmitgliedern in Burundi einen Brief. Darin sprach er ihnen das Mitgefühl aus und versicherte sie der Solidarität und Gebete der weltweit 21 Millionen Kirchenmitglieder. Er wünsche, dass durch die Gebete «Gott die Herzen derer berührt, die euch Schmerz und Leid zufügen».

Teilkontinentale Kirchenleitung fordert Ende der Einmischung durch den Staat
Die Ost-Zentralafrikanische Kirchenleitung (East-Central Africa Division) der Adventisten in Nairobi/Kenia schreibt auf ihrer Webseite: «Unter Mitwirkung der lokalen Behörden scheint es eine systematische Welle von Einschüchterungen, Belästigungen und sogar Inhaftierungen von Siebenten-Tags-Adventisten zu geben. Diese Massnahmen sind ein Versuch, die Sieben-Tage-Adventisten in Burundi zu zwingen, einen ehemaligen Leiter zu akzeptieren, der aus seinem Amt entfernt wurde.» Ausgewählte Kirchgemeinden seien für wöchentliche Razzien ausgesucht worden, um die Mitglieder einzuschüchtern. Die jüngsten Aktionen zeigten das Niveau des moralischen Verfalls. «Wir hoffen, dass die schändlichen Taten dieser Beamten untergeordneter Dienststufen, die wegen der Korruption den Weg verloren haben, schnell ein Ende finden», schreibt die teilkontinentale Kirchenleitung der Adventisten in Nairobi.

Im Zusammenhang mit den Verhaftungen von 22 adventistischen Kirchenmitgliedern im Mai 2019, schrieb Dr. Ganoune Diop, Direktor für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung: «Die jüngsten Verhaftungen haben deutlich gemacht, dass sich die burundische Regierung in die Entscheidung bezüglich der Leitung der adventistischen Kirche einmischt und gegen die Grundsätze der Religionsfreiheit verstösst. Das ist ein Verstoss gegen die völkerrechtlichen Menschenrechtsverpflichtungen Burundis».

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten beteilige sich weder beim Etablieren noch beim Sturz von Regierungen. Die offizielle Einhaltung des Grundsatzes der Trennung von Religion und Staat schliesse jede Verwicklung der Adventisten in die Angelegenheiten einer Regierung oder eines Staates aus. Die weltweit 21 Millionen adventistischen Kirchenmitglieder hätten die Freiheit, ihre politischen Vertreter nach ihrem individuellen Gewissen zu wählen, so Diop.

Adventisten in Burundi
In Burundi, mit 11,5 Millionen Einwohnern, leben laut Jahresbericht 2018 der adventistischen Weltkirchenleitung rund 145.000 adventistische Christen. Sie feiern in 437 Kirchenräumlichkeiten sowie in 464 Gruppen jeweils samstags, am biblischen Ruhetag, den Gottesdienst. Sie unterhalten 23 Sekundarschulen mit 5.400 Kindern, 47 Primarschulen mit 22.800 Kindern, sowie sechs Kliniken und Ambulatorien.

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Flagge von Burundi © Foto: jorono from Pixabay

Aufruf zum Gebet für Adventisten in Burundi

Silver Spring, Maryland/USA | 27.11.2019 | APD | Religion + Staat

Unter dem Hashtag #Pray4Burundi hat die Weltkirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten alle ihre Mitglieder aufgerufen, für die 186.000 „Schwestern und Brüder in Burundi“ zu beten. Vorausgegangen war die erneute Gefangennahme von Pastor Lamec Barishinga, Leiter der überregionalen Kirchenleitung der Adventisten in Burundi. Sein Vorgänger wurde im November 2018 abgewählt und weigert sich seither, die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger zu übergeben. Er wird dabei von der Regierung unterstützt. Gottesdienste wurden gestört, Kirchengebäude geschlossen und Kirchenmitglieder verhaftet.

#Pray4Burundi
Mit der weltweiten Gebetsinitiative verbunden ist eine dreifache Bitte: dass Pastor Barishinga aus dem Gefängnis entlassen wird, dass die Kirchenmitglieder emotional und körperlich unversehrt bleiben und dass die Regierung von Burundi die Religionsfreiheit respektiert sowie die Einmischung in Kirchenangelegenheiten beendet.

Mehr Informationen zur Situation der Adventisten in Burundi:
https://www.apd.media/news/archiv/13475.html

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Symbolbild: christlicher Flüchtling aus dem Irak © Foto: Open Doors Deutschland

Deutschland: Christliche Konvertiten vor Verfolgung schützen

Berlin/Deutschland | 27.11.2019 | APD | Religion + Staat

Das deutsche Hilfswerk für verfolgte Christen „Open Doors“ hat am 28. Oktober während einer Pressekonferenz in Berlin einen aktuellen Bericht zur Situation von 6.516 christlichen Konvertiten in Deutschland vorgelegt. In der repräsentativen Erhebung „Schutz für Konvertiten vor Abschiebung in Länder mit Christenverfolgung“ wurden Daten und Hinweise aus 179 Gemeinden verschiedener Kirchen in Deutschland ausgewertet. Das Ergebnis: Immer weniger Konvertiten erhalten Asylschutz. Vielen drohe die Abschiebung in Länder, in denen die Abkehr vom Islam als todeswürdiges Verbrechen gelte.

Der frühere CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder bekräftigte seine im Vorfeld der Pressekonferenz geäusserte Überzeugung: „Deutschland, als Land der Religionsfreiheit, darf Konvertiten nicht in Länder abschieben, wo Christen verfolgt werden.“

Anerkennungsquote seit Juli 2017 halbiert
In einer gemeinsam mit den Partnern „Internationale Informationsstelle für Religionsfreiheit Deutschland“ (IIRF-D) und „Professur für Religionsfreiheit und Erforschung der Christenverfolgung, Freie Theologische Hochschule Giessen“ durchgeführten Erhebung hat „Open Doors“ die aktuelle Situation von Flüchtlingen untersucht, die sich dem christlichen Glauben zugewandt haben. Viele von ihnen würden im Verlauf ihres Asylverfahrens mit dem Vorwurf konfrontiert, ihren Glaubenswechsel nur vorgetäuscht zu haben. Damit würden zuerst sie und genauso auch Pfarrer und Pastoren, die diesen Konvertiten die Ernsthaftigkeit ihres Glaubens bescheinigten, massiv diskreditiert.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellte laut Angaben der an der Erhebung beteiligten Gemeinden vor dem 1. Juli 2017 in 67,9 Prozent der Anhörungen positive Bescheide für Konvertiten aus. Nach diesem Datum sank die Zahl auf 36,3 Prozent. Konvertiten aus dem Iran stellten mit 4.557 Schutzsuchenden die grösste Gruppe innerhalb der Erhebung, gefolgt von Flüchtlingen aus Afghanistan und Syrien. Was Konvertiten im Fall einer Abschiebung in ihr Herkunftsland in punkto Verfolgung erwarte, habe nach dem 1. Juli 2017 in immer weniger Entscheidungen des BAMF eine Rolle gespielt. Ihre besondere Gefährdung werde nicht erkannt oder wissentlich übergangen.

Keine einheitliche Rechtsprechung
Laut BAMF werde in den Anhörungen die „Ernsthaftigkeit des Glaubenswechsels“ von Konvertiten geprüft und ermittelt, ob der Glaubenswechsel „identitätsprägend“ sei. Damit solle eingeschätzt werden, ob und wie intensiv Konvertiten nach einer Abschiebung in ihre Heimatländer ihren Glauben praktizieren würden und deshalb von Verfolgung bedroht wären. Laut der Erhebung habe das BAMF 45 Prozent der Konvertiten keinen Schutz erteilt und auch kein Abschiebeverbot ausgesprochen. Fast alle Abgelehnten hätten vor dem Verwaltungsgericht (VG) geklagt, das 63 Prozent der Klagen - zumindest teilweise - stattgegeben habe.

Auffällig sei, dass die Anerkennungsquote von Konvertiten bei den VG je nach Bundesland stark variiere. Beim VG Berlin liege die Quote ähnlich wie in Baden-Württemberg im Durchschnitt bei höchstens 20 Prozent, in Hessen und in manchen östlichen Bundesländern jedoch bei über 80 Prozent. Eine einheitliche Rechtsprechung erfolge nicht.

Kirchliche Bescheinigungen mindern Chancen auf Anerkennung
Legt ein Konvertit eine Bescheinigung seiner Kirche über die Ernsthaftigkeit seines Glaubenswechsels und seiner Glaubenspraxis vor, würden dadurch seine Chancen auf einen positiven Bescheid durch das BAMF sinken. Die von Politik und Behörden oft geäusserte Mutmassung, der Glaubenswechsel vieler Konvertiten sei nicht echt, stehe in Widerspruch zur Einschätzung der Pastoren und Pfarrer: Im Rahmen der Erhebung bescheinigten sie 88,1 Prozent der schutzsuchenden Konvertiten einen ernsthaften Glaubenswechsel.

Die Erhebung „Schutz für Konvertiten vor Abschiebung in Länder mit Christenverfolgung“ ist im Internet zu finden unter www.opendoors.de/konvertitenbericht

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Buschland in unmittelbarer Nähe des Geländes der Manning Adventist School in Tinonee, NSW © Foto: Adventist Record

Australien: ADRA unterstützt Betroffene der verheerenden Brände

Wahroonga, NSW/Australien | 27.11.2019 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Laut einer Mitteilung von Adventist Record AR, australische Kirchenzeitschrift, gab es am 11. November 72 Brände, von denen 36 unkontrolliert brennen, allein in New South Wales NSW, Bundesstaat im Südosten Australiens, mit Sydney als Hauptstadt. Dort wurden drei Menschen als tot gemeldet, fünf vermisst, 40 verletzt, 150 Häuser zerstört und hunderttausende Hektar Buschland seien verloren. Kirchgemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten stünden den örtlichen Behörden als Evakuierungszentren zur Verfügung und beherbergten bzw. versorgten gemeinsam mit lokalen Ortsgruppen des Hilfswerks ADRA Menschen, die durch die Brände vertrieben worden seien mit Wasser, Nahrungsmitteln, Kleidung und Haushaltsartikeln.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien arbeitet mit lokalen adventistischen Kirchgemeinden im ganzen Land zusammen, um bedürftigen Familien zu helfen. Derzeit können Adventgemeinden innerhalb der Feuerzonen, die ihre Kommune aktiv unterstützen, an ADRA einen Antrag auf 2.000 AU$ / 1.350 Franken stellen, um ihre Bemühungen zu unterstützen. Bei Bedarf können auch mehr Mittel bereitgestellt werden. ADRA hat eine landesweite Spendenaktion gestartet.

Zurzeit wisse er von keinen schweren Schäden an adventistischen Schulen oder Kirchengebäuden, sagte Pastor Adrian Raethel, Präsident der Adventisten im Norden von New South Wales. «Wir bitten die Mitglieder in ganz Australien um Fürbitte für jene Kommunen, die betroffen sind», fügte er hinzu.

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Volkmar Proschwitz © Foto: privat

Staffelübergabe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW)

Hannover/Deutschland | 27.11.2019 | APD | Personen

Zum 01.08.2020 wird Lothar Scheel, langjähriger geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des AWW, in den Ruhestand gehen. Zum Nachfolger hat der AWW-Aufsichtsrat Volkmar Proschwitz berufen, der zum 01.07.2020 die Aufgabe von Lothar Scheel übernehmen wird.

Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann war Volkmar Proschwitz in leitenden Positionen im Controlling, Finanzen und Personal bei verschiedenen international agierenden Unternehmen tätig, zuletzt als Leiter Controlling Operating eines grossen öffentlichen Schweizer Transportunternehmens.

Proschwitz ist adventistischer Christ und engagiert sich seit vielen Jahren in der Leitung seiner Ortsgemeinde, in Gemeindeaufbauprojekten und im Fundraising für Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA).

Der Mensch in seinem Wert als von Gott geschaffenes und geliebtes Wesen –unabhängig von Leistung, Schönheit, Erfolg und Herkunft – liegt ihm besonders am Herzen. Die strategische Weiterentwicklung des Mottos „Sozial handeln – wirksam helfen“ in den Einrichtungen des AWW sieht er als eines seiner vorrangigen Ziele. Volkmar Proschwitz ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn.

Lothar Scheel hatte die Geschäftsführung des AWW am 01.06.2011 übernommen und trug wesentlich zur gelungenen Neuausrichtung des AWW und dessen Einrichtungen bei, so Werner Dullinger, der Vorsitzende des AWW-Aufsichtsrats. Er dankt Lothar Scheel „ganz herzlich für seinen wertvollen Einsatz sowie für die langjährige, gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Gleichzeitig wünscht er seinem Nachfolger „einen guten Start, viel Freude, Weisheit und Gottes Führung und Segen im neuen Aufgabengebiet“.

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Jørgen Skov Sørensen, neuer Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen KEK © Foto: Rune Lundø

Jørgen Skov Sørensen zum Generalsekretär der KEK ernannt

Brüssel/Belgien | 27.11.2019 | APD | Personen

Der Vorstand der Konferenz Europäischer Kirchen KEK hat am 21. November bekanntgegeben, dass Dr. Jørgen Skov Sørensen (55) zum neuen KEK-Generalsekretär ernannt wurde. Demnach übernehme der Däne die neue Aufgabe im Januar 2020. Er komme mit einer umfangreichen Erfahrung in Theologie, Mission, Ökumene, Führung, Kommunikation und Management zur KEK, heisst es in der Medienmitteilung.

«Es ist uns eine grosse Freude, die Ernennung von Dr. Jørgen Skov Sørensen zum neuen Generalsekretär der KEK bekannt zu geben», sagte KEK-Präsident Christian Krieger. «Wir sind zuversichtlich, dass er die KEK bei der Umsetzung ihrer Vision leiten sowie ihre Mitgliedskirchen und -organisationen in Partnerschaft begleiten wird, um in Hoffnung und aufrichtigem Zeugnis zusammenzuarbeiten und Europa zu dienen sowie Frieden und Einheit der Kirche zu fördern.»

«Ich glaube, dass das Christentum unseren Kontinent, wie wir ihn kennen, entscheidend geprägt hat und dass unser Erbe eine Rolle bei der Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft spielen wird», sagte Skov Sørensen. Die KEK nehme eine einzigartige Position zwischen den Kirchen und der Gesellschaft im Allgemeinen ein, so Sørensen.

Skov Sørensen promovierte in Missiologie, Ökumene und Systematischer Theologie an der Universität Birmingham, Grossbritannien, und M. Phil in Ökumenischer Theologie an der Universität in Aarhus, Dänemark. Er hat mehrere akademische Funktionen an der Universität von Aarhus und am United College of the Ascension, Grossbritannien, wahrgenommen und war für die Dänische Missionsgesellschaft und die Dänische Kirche in Hongkong tätig. Er leitete die Evangelisch-Lutherische Kirche in Dänemark (ELCD). Neben den skandinavischen Sprachen spricht er Englisch, Deutsch, Französisch und Mandarin-Chinesisch.

Konferenz Europäischer Kirchen
Die KEK ist eine Gemeinschaft von etwa 114 orthodoxen, protestantischen, anglikanischen und altkatholischen Kirchen aus allen Ländern Europas sowie von 40 nationalen Kirchen- und Organisationen in Partnerschaft. Die KEK wurde 1959 gegründet. Sie hat Büros in Brüssel/Belgien und Strassburg/Frankreich.

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Marvin Brand, aus der Schweiz, präsentiert seine Projektidee am Media Day © Foto: Herbert Bodenmann/APD Schweiz

8. Media Day - Netzwerkevent für adventistische Medienschaffende

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 27.11.2019 | APD | Medien

Am 10. November veranstaltete Hope Media (Stimme der Hoffnung e.V.) im europäischen Medienzentrum, in Alsbach-Hähnlein/Deutschland, den 8. Media Day der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Der Event bot rund 60 adventistischen Medienschaffenden, Studenten und Medieninteressierten aus den Bereichen Video, Audio, Design, Fotografie, Text/Print, Journalismus, Kommunikation, Internet im deutschsprachigen Europa eine Austausch- und Vernetzungsplattform.

Philipp Mickenbecker, Hauptsprecher am Event, betreibt mit seinem Zwillingsbruder Johannes den YouTube-Kanal «The Real Life Guys». Seit 2016 hatten sie auf ihrem YouTube-Kanal 117 Millionen Anrufe. Die Brüder wollen mit ihren Videos, dazu anregen, sich nicht primär in der virtuellen Welt, sondern in der Natur aufzuhalten und das zu verwirklichen, wovon man schon lange träumt. 2016 starteten sie mit Videos über Tiere in der freien Natur. Danach stellten sie vorwiegend Videos von teils halsbrecherischen Projekten online: Flug mit einer Badewanne; als menschliche Drohne fliegen oder mit selbstgebautem Heissluftballon aus Alufolie; ein Rennen zwischen einem Bobby-Car mit Elektromotor und einem Auto sowie Abenteuerberichte über extrem kostengünstige Reisen per Autostopp oder Fahrrad.

Mickenbecker führte aus, was beachtet werden muss, damit man über Videos auf YouTube mit Werbung oder über Productplacement Geld verdienen kann bzw. über das Vermarkten von Videos über eine Agentur und wie die Klickrate auf ein Video erhöht werden kann oder wie man ansprechende Thumbnails kreiert.

Project Slam
Im Bereich „Project Slam“ nutzten mehr als zehn Teilnemende die Möglichkeit, in Beiträgen von jeweils zehn Minuten Dauer, ihre Projekte vorzustellen. Einige dieser Projekte drehten sich um die Frage, wie im Medienzeitalter die gute Nachricht von Jesus Christus säkularisierten Zeitgenossen mittels heutiger Technik vermittelt werden kann.

Marvin Brand, aus der Schweiz, möchte durch seinen YouTube-Kanal und auf Instagram als "Marvinho dos Santos" Menschen inspirieren, ihre Augen für die ungezähmte Schönheit des Lebens um sie herum zu öffnen, ihnen helfen, den wahren Sinn des Lebens zu finden und sie ermutigen, aus ihrer Komfortzone herauszutreten, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen und anderen eine Inspiration zu sein.

Media Day-Preis
Mit dem Media-Day-Preis wurde das Projekt von Johannes Likar ausgezeichnet. Der Österreicher zeigte einen Ausschnitt aus einem Video, das er auf einer kleinen Insel in Schweden gedreht hat, auf der er alleine während einem Jahr bis im Sommer 2020 im Zelt lebt.

HopeTV gehört zu internationalem Netzwerk
Seit 2009 wird bei HopeTV (früher: Hope Channel) ein vielseitiges Programm mit Gottesdiensten, Andachten, Talksendungen und Sportformaten, Koch- und Kindersendungen produziert. Der hauptsächlich durch Spenden finanzierte Sender gehört zur internationalen Senderfamilie „Hope Channel“, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht.

Schweiz
In der Schweiz können die Sendungen von HopeTV auf Swisscom TV plus oder über den Satelliten ASTRA empfangen werden.
Weitere Informationen: www.hope-channel.de

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Ausschnitt aus dem aktuellen Cover des Wochenmagazins „ideaSpektrum“ © Cover: ideaSpektrum

20 Jahre idea Schweiz - «Das grenzt an ein Medienwunder»

Kradolf/Schweiz | 27.11.2019 | APD | Medien

Die Wurzeln der idea-Medienarbeit in der Schweiz gehen zurück bis ins Jahr 1974. Nach Höhenflügen und Tiefschlägen erfolgte im November 1999 mit dem Wochenmagazin «ideaSpektrum» ein Neustart, der gelang. «ideaSpektrum» feiert seinen 20. Geburtstag. Das Wochenmagazin wolle bei aller Vielfalt der Themen, Orientierung schenken und dieses Profil auch bewahren, so der Chefredaktor Rolf Höneisen: «Dass dies seit 20 Jahren möglich ist, grenzt an ein Medienwunder.»

Laut einer idea-Medienmitteilung berichtet das Wochenmagazin seit 20 Jahren über Kirchliches in der Schweiz. Im Fokus würden dabei Kirchen, Freikirchen und Menschen aus dem Umfeld der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA stehen. «Wir bilden ab, wie Gott mit Menschen in der Schweiz wirkt», erläuterte Höneisen. Ohne Subventionen von Kirchgemeinden oder Verbänden berichte die Redaktion über wichtige Anlässe, beleuchte ethische sowie theologische Diskussionen und kommentiere gesellschaftliche Entwicklungen. Profil verleihe der Redaktion der Bezug zu Christus und zur Bibel.

Gewagter Neustart 1999
Die Erstausgabe von «ideaSpektrum», am 18. November 1999, sei ein gewagter Neustart gewesen, so idea. Das Vorgängerheft «idea Magazin» sei im Strudel der finanziellen Schieflage des Zürcher Impuls-Verlags eingestellt worden. Die neu gegründete idea Information AG (Liestal) mit Verwaltungsratspräsident Heiner Henny habe sich für eine redaktionelle Zusammenarbeit mit der deutschen idea e.V. entschieden. Einige Zeit später sei mit der Jordi AG in Belp/BE eine weitere Kooperation beschlossen worden. Herstellung, Druck, Inserateverwaltung und Administration erfolgten seither in Belp, schreibt idea.

Brücken schlagen und einordnen
Heute finden gemäss idea im Wochenschnitt 4.100 Magazine – gedruckt oder digital – den Weg zur Leserschaft. Über das Magazin, das Webportal ideaschweiz.ch sowie über Social Media erreiche idea in der Deutschschweiz wöchentlich gegen 20.000 Leserinnen und Leser. Die Redaktion, die ohne Zentralbüro arbeite, wolle weiterhin Brücken schlagen zwischen Kirche und Welt – zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In der christlichen Bewegung kontrovers diskutierte Themen würden journalistisch eingeordnet und kommentiert, so idea.

Am 15. November feiert «ideaSpektrum» in Bern sein 20-Jahrjubiläum. Mit Gastreferaten und einem Gospelchor.

Mehr infos zu idea Schweiz: www.ideaschweiz.ch

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Symbolbild © Foto: pexels/pixabay

Die berauschte Gesellschaft: Alkohol – geliebt, verharmlost, tödlich

Ostfildern/Deutschland | 27.11.2019 | APD | Buchrezensionen

Helmut K. Seitz & Ingrid Thoms-Hoffmann, Die berauschte Gesellschaft: Alkohol – geliebt, verharmlost, tödlich; München: Kösel Verlag 2018, 176 Seiten, Hardcover, 19,00 EUR, ISBN: 978-3-466-37222-5

Eigentlich wissen wir es ja alle: Alkohol ist schädlich. Aber so richtig wahrhaben will es keiner. Vor allem nicht die herstellende Industrie zusammen mit den Endverbrauchern. Und so kommt es zum grossen Selbstbetrug der modernen Gesellschaft, die sich immer wieder versichert: Alles halb so schlimm. Doch die neusten wissenschaftlichen Studien machen deutlich: Alles viel schlimmer. „Die Menge Alkohol, die täglich ohne gesundheitliche Bedenken getrunken werden kann, ist deutlich geringer, als bislang angenommen“, so der Ärztliche Direktor und Chefarzt am Krankenhaus Salem und St. Vincentus in Heidelberg/Deutschland, Professor Dr. Helmut Seitz.

Beliebte Märchen
Seitz ist darüber hinaus Direktor des Alkoholforschungszentrums der Universität Heidelberg und hat bereits unzählige Publikationen zum Thema verfasst. Sein zusammen mit der Journalistin Ingrid Thoms-Hoffmann geschriebenes Buch „Die berauschte Gesellschaft: Alkohol – geliebt, verharmlost, tödlich“ bringt uns auf den aktuellen Stand und will sensibilisieren. Die Autoren räumen mit Halbwissen auf und stellen beispielsweise klar: Schon geringe Mengen Alkohol schaden dem Fötus, Alkohol in Massen bietet entgegen der landläufigen Meinung keinen Schutz vor Herzinfarkt oder Schlaganfall und Vieltrinker kommen mengenmässig nicht aus der bildungsfernen Schicht. Seitz mahnt diesbezüglich die Unwissenheit von Teilen der Bevölkerung und seiner Kollegenschaft an.

Weniger ist mehr
Eine neue Metastudie, die im April 2018 im renommierten Fachjournal „Lancet“ publiziert wurde, mache deutlich: Das Überschreiten von bereits 100 Gramm Alkohol pro Woche (rund ein achtel Liter Wein am Tag) ist mit einem erhöhten Risiko für unterschiedliche Erkrankungen verbunden. In Deutschland sterben pro 100.000 Einwohner etwa 16 an den Folgen von Alkohol. Damit liegen wir mit einigen osteuropäischen Ländern an der Spitze, weit vor unseren Nachbarländern wie Italien, Spanien und Frankreich, so Seitz.

Politische Nachlässigkeit
Für die Autoren steht fest: Prohibition ist keine Lösung, doch sollte die Politik den Alkoholkonsum der Nation mit strengeren Gesetzen in vernünftige Bahnen lenken. Werbung für Alkoholgenuss gehöre abgeschafft, nächtliche Kaufverbote sollten eingeführt, die Altersgrenze erhöht und der Konsum generell stark besteuert werden. Doch leider sei die Politik noch zu unkritisch, wozu der jährliche Alkohol-Umsatz in Höhe von rund 15 Milliarden Euro sicherlich das Seine beitrage.

Eigenverantwortung stärken
Trotz der Faktenlage ist für die Autoren klar: Das Krankheitsrisiko wird von individuellen Merkmalen wie genetischen Faktoren, Geschlecht und Lebensstil mit beeinflusst. Jeder müsse seine Entscheidung, welches Risiko er tragen möchte, aufgrund von Fakten selbst treffen. Und nicht erst dann, wenn es zu spät ist und Abhängigkeiten bestehen. Informativ, aufklärend und alarmierend.

Seitz und Thoms-Hoffmann scheuen sich nicht, unangenehme Tatsachen auszusprechen und schonungslos deutlich zu machen: Schönrederei ist Selbstbetrug. Besser ist es, den Alkoholkonsum zu reduzieren.

Claudia Mohr

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