APD-INFORMATIONEN 1/2020 - JANUAR 2020

Das Kreuz als visuelle Identität – «Heimatsymbol der Christen weltweit» © Logo und Wortmarke: EKS

Start der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz

Bern/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Schweiz

Vom Kirchenbund zur Kirche: Neu wurde der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK mit der am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen neuen Verfassung zur Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS. So erhalte der Schweizer Protestantismus eine starke gemeinsame Stimme, heisst es in der EKS-Medienmitteilung vom 9. Januar.

«Der SEK geht, die EKS kommt», schreibt die EKS. Nach hundert Jahren als Kirchenbund hätten sich die Mitgliedkirchen des SEK dazu entschieden, ihren Weg neu als Kirchen-Gemeinschaft weiterzugehen. Diese lebe in der Schweiz immer auf drei Ebenen zugleich: in der Gemeinde, im Kanton und gesamtschweizerisch.

Der Auftrag sei klar: Die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus in Wort und Tat. «Wir-Gefühl statt Zentralismus. Das brauchen wir, um den Auftrag der EKS umzusetzen. Der Austausch unter unseren Kirchen wird in Zukunft noch wichtiger. Für all das muss es die EKS geben», fasst es Gottfried Locher, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, zusammen. Zentralismus sei nicht das Ziel. «Die EKS ist Kirchen-Gemeinschaft, nicht Super-Kirche. Reformierte Kirche ist Kirche von unten», so Locher weiter.

Neues Logo
Das neue Logo «Kreuz im Licht» in lebendigem Rot stehe ab jetzt für die EKS. In Zeiten, in denen konfessionelle Unterschiede in der Öffentlichkeit nur noch unscharf wahrgenommen würden, setze das originale Kreuz-Logo auf Verbindendes. «Es ist das Heimatsymbol der Christen weltweit», schreibt die EKS. Die offene Mitte des «Kreuz im Licht» stehe für den Kern und das Geheimnis des Glaubens, das alle Christen eine. Gemeinsamkeiten suchen, statt sich abzugrenzen: Das gelte in einer religiös pluralen Gesellschaft auch für die EKS. Neues EKS-Logo:
https://www.evref.ch/organisation/kreuz-als-visuelle-identitaet/

Neue Webseite
Auf der neuen Webseite der EKS www.evref.ch gibt es News, Informationen zu Glauben und Leben, fundierte Themenseiten zu Theologie, Migration, Ethik, Politik oder Ökumene, Übersichten zur Organisation und eine Agenda. Die Website stellt die einzelnen Mitgliedkirchen vor und zeigt auf der Social Media Wall aktuelle Posts aus verschiedenen Kanälen.

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Symbolbild Gegensätze © Foto: Gerd Altmann from Pixabay

Erweiterung der Rassismus-Strafnorm - Christen sind unterschiedlicher Meinung

Zürich und Bern/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Schweiz

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA lehnt die Erweiterung der Rassismus-Strafnorm um den Begriff der sexuellen Orientierung ab, schreibt die SEA in einer Medienmitteilung. Die Ausweitung des strafrechtlichen Schutzes vor Hass und Diskriminierung auf Angehörige sexueller Minderheiten sei problematisch und überflüssig. Zum einen biete das geltende Recht bereits genügend Ahndungsmöglichkeiten, zum anderen sei ein Konflikt mit der Meinungsfreiheit absehbar. Der Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS unterstützt hingegen den erweiterten Schutz vor Diskriminierung: «Werden Menschen gezielt herabgesetzt und diskriminiert, verletzt dies ihre Würde als Geschöpfe Gottes.»

Im Hinblick auf die Abstimmung vom 9. Februar über die Erweiterung der Rassismus-Strafnorm (Artikel 261bis des Strafgesetzes) um das Kriterium der sexuellen Orientierung nimmt die Schweizerische Evangelische Allianz in einem Orientierungspapier ausführlich Stellung zu den befürwortenden und ablehnenden Argumenten. Der Vorstand der SEA hat auf dieser Grundlage die Nein-Parole beschlossen – im Bewusstsein, dass die Frage auch in kirchlichen Kreisen unterschiedlich beurteilt wird.

"Kritik an praktizierter Homosexualität muss erlaubt sein"
Als Netzwerk von evangelischen Kirchen, christlichen Organisationen und Einzelpersonen verurteilt die Schweizerische Evangelische Allianz jede Form von Hass und Gewalt gegenüber Menschen jeglicher sexuellen Orientierung. Solches Verhalten sei nicht mit der christlichen Ethik vereinbar. «Es muss aber weiterhin bedenkenlos möglich sein, gemäss dem Verständnis der Bibel eine kritische Haltung zu gewissen Lebensstilen zu vertreten und für die Privilegierung der Ehe von Mann und Frau gegenüber anderen Partnerschaftsformen einzutreten», heisst es in der Medienmitteilung. Und hier liege ein wesentlicher Schwachpunkt der Gesetzesrevision: Gemäss juristischen Gutachten könnten öffentliche Äusserungen in diese Richtung oder die Verweigerung einer Leistung gegenüber betreffenden Personen(-gruppen) künftig strafrechtliche Folgen haben.

Die sogenannte Rassismus-Strafnorm schütze heute berechtigterweise Personen(-gruppen) vor Diskriminierung wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion. Im Unterschied zu diesen drei Kriterien sei die Ergänzung um die sexuelle Orientierung schlicht nicht nötig, weil homo- oder bisexuelle Menschen durch das geltende Recht bereits weitgehend vor Hass und Diskriminierung geschützt seien. Diese Ansicht habe nicht nur der Bundesrat bis vor Kurzem vertreten; dieser Meinung seien auch Teile der betroffenen Gruppen selbst, die sich in einem Nein-Komitee engagierten, schreibt die SEA.

Demnach bleibe offen, wie die Erweiterung der Rassismus-Strafnorm in der Praxis ausgelegt würde. Diese Rechtsunsicherheit habe bereits zu weitreichenden Forderungen geführt. Wenn beispielsweise für die Einstufung einer Äusserung als Hassrede künftig die subjektive Wahrnehmung der betroffenen Person massgeblich sein sollte, würde dies Tür und Tor öffnen für mitunter willkürliche Anschuldigungen und Anklagen

Komitee «Sonderrechte NEIN»
Die Gegner der Erweiterung der Rassismus-Strafnorm aus diversen politischen Kreisen haben sich im Komitee «Sonderrechte NEIN» zusammengeschlossen. Das Komitee, das ursprünglich von Schwulen und Lesben gegründet worden war, will die Meinungs- und Gewerbefreiheit verteidigen, fordert gleiche Rechte anstatt Sonderrechte und will keine Behördenwillkür wegen der Schaffung eines neuen «Gummiparagraphen».

Rat der Evang.-ref. Kirche Schweiz sagt Ja zum erweiterten Schutz vor Diskriminierung
«Werden Menschen gezielt herabgesetzt und diskriminiert, verletzt dies ihre Würde als Geschöpfe Gottes», heisst es in der EKS-Medienmitteilung. Das kirchliche Parlament sowie die Abgeordnetenversammlung hätten sich bereits im Sommer 2019 in einem Grundsatzentscheid auch gegen jegliche Form der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung gestellt. Die Abgeordnetenversammlung habe sich die Position des Rates zu eigen gemacht: «Wir sind von Gott gewollt, so wie wir geschaffen sind. Unsere sexuelle Orientierung können wir uns nicht aussuchen. Wir nehmen sie als Ausdruck geschöpflicher Fülle wahr.» Damit habe die Abgeordnetenversammlung jede Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zurückgewiesen, schreibt die EKS.

Neu soll bestraft werden, «wer öffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Gebärden, Tätlichkeiten oder in anderer Weise eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie, Religion oder sexuellen Orientierung in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabsetzt oder diskriminiert».

Orientierungspapier der Schweizerischen Evangelischen Allianz zur Abstimmung vom 9. Februar: «Gegen Hass – aber für Meinungsfreiheit»
https://www.each.ch/wp-content/uploads/2020/01/200108_Orientierungspapier_Antirassismusstrafnorm.pdf

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Symbolbild Sonntag © Foto: Tim Mossholder on Unsplash

Sonntagsallianz ist enttäuscht von der Kommission des Ständerats

Bern/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Schweiz

Die Ständeratskommission für Wirtschaft und Abgaben WAK hat am 21. Januar die parlamentarische Initiative von Konrad Graber beraten, die eine «Teilflexibilisierung des Arbeitsgesetzes» vorsieht und auch die Sonntagsarbeit betrifft. Für die Sonntagsallianz, eine Koalition aus Kirchen, Frauenorganisationen, Fachgesellschaften und Gewerkschaften, die sich für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags einsetzt, ist es unverständlich, dass sie von der WAK nicht zur zweiten Fassung des Gesetzesentwurfs, der eine «erhebliche Ausdehnung der Sonntagsarbeit» vorsehe, angehört worden sei. Dies, obwohl «viele andere Organisationen» an die Sitzung eingeladen worden seien, schreibt die Sonntagsallianz in einem offenen Brief an die WAK.

«Dieses Vorgehen zeigt, dass man bei gewissen Fragen gar nicht mehr an uns denkt», sagte Daniel Reuter, Vizepräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS, gegenüber ref.ch, dem Portal der Reformierten.

Der Entwurf sehe weiterhin eine erhebliche Ausdehnung der Sonntagsarbeit vor und stelle damit die Sonntagsruhe in Frage, schreibt die Sonntagsallianz. Es sei für sie unverständlich, dass die Kommission «eine so wichtige Gesetzesänderung wie die Ausdehnung der Sonntagsarbeit» behandle, ohne die Sonntagsallianz einzuladen.

Argumente gegen eine Lockerung der Einschränkungen der Sonntagsarbeit
Die Sonntagsallianz listet im Brief an die WAK jene Punkte aus einer früheren Stellungnahme auf, die hinsichtlich der vorliegenden zweiten Fassung immer noch Gültigkeit haben:
Es gebe keine neuen Bedürfnisse, welche die Lockerung der Einschränkungen bezüglich Sonntagsruhe rechtfertigen würden, weshalb diese weiterhin für die Gesamtgesellschaft eine Realität bleiben müsse.
Unter dem Deckmantel der Flexibilisierung der Arbeitszeit, werde die Sonntagsarbeit eingeführt und die Schutzbestimmungen des Arbeitsgesetzes in diesem Bereich aufgehoben.
Der Sonntag sei für viele Menschen in der Schweiz die einzige Möglichkeit gemeinsam Zeit zu verbringen. «Viele kulturellen, sportlichen, sozialen und kirchlichen Aktivitäten/Veranstaltungen finden am Sonntag statt.» Es brauche eine «gemeinsame freie Zeit» für das Familienleben, die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sowie für Betreuungsaktivitäten.
Die Sonntagsallianz widerspricht unbelegten Äusserungen des erläuternden Berichts, dass die Angestellten ein Interesse an einer Flexibilisierung der Arbeitszeit hätten. Alle Umfragen ihrer Mitgliedsorganisationen hätten vielmehr gezeigt, «dass dieses Flexibilisierungsbedürfnis bei den Arbeitnehmenden schlicht nicht existiert».

Die Sonntagsallianz schlussfolgert, dass die WAK «eine Liberalisierung der Sonntagsarbeit plant, ohne zu den sozialen und gesundheitlichen Folgen eine Studie in Auftrag gegeben oder von irgendeiner Studie Kenntnis genommen zu haben». Sie fordert die Ständeratsmitglieder auf, nicht auf den Gesetzesentwurf einzutreten.

Zum offenen Brief der Sonntagsallianz an die WAK:
http://www.sonntagsallianz.ch/wp-content/uploads/2020/01/20200116_L_WAK-S-web_d.pdf

Mehr zur Sonntagsallianz: http://www.sonntagsallianz.ch/

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Kampagnenbild der Konzernverantwortungsinitiative © Foto: Konzernverantwortungsinitiative

Breite ökumenische Unterstützung für Konzernverantwortungsinitiative

Bern, Pfäffikon, Zürich/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Schweiz

Im Herbst dieses Jahres kommt in der Schweiz die Konzernverantwortungsinitiative KVI «sehr wahrscheinlich zur Abstimmung», schreibt die Plattform Kirche für Konzernverantwortung in einer Medienmitteilung. Nachdem im Dezember 2019 der Verband Freikirchen Schweiz VFG die Unterstützung der Konzernverantwortungsinitiative beschlossen habe, sei die kirchliche Unterstützung für das Anliegen nochmals gewachsen und ökumenisch sehr breit abgestützt.

Demnach stehen neben dem Verband Freikirchen Schweiz auch die Schweizer Bischofskonferenz SBK, die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS, die Schweizerische Evangelische Allianz SEA - durch AG Interaction, ihrem Verband christlicher Hilfswerke - sowie dutzende christliche Organisationen hinter dem Anliegen. «Eine so breite politische Stellungnahme der Kirche sucht ihresgleichen», schreibt die Plattform Kirche für Konzernverantwortung. Die Kirchen wollten sich im Abstimmungsjahr aktiv für ein Ja zur Initiative einsetzen – «für unsere Nächsten und Gottes Schöpfung».

Kirchen stehen für Nächstenliebe und Bewahrung der Schöpfung ein
Die Konzernverantwortungsinitiative fordere eine Selbstverständlichkeit: Konzerne mit Sitz in der Schweiz sollen für verursachte Schäden an Mensch und Natur geradestehen. Sie gründe auf zwei zentralen Anliegen der biblischen Botschaft: Nächstenliebe und Bewahrung der Schöpfung. Die Kirche habe eine Verantwortung, für diese Grundsätze einzustehen – weltweit, so die Mitteilung.

Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz
«Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen. Deshalb wird die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz immer ihre Stimme erheben, um die Schweiz an ihre Verantwortung für die Menschen im globalen Süden zu erinnern», so Gottfried Locher, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz.

Schweizer Bischofskonferenz
Bischof Markus Büchel, Vizepräsident der Schweizer Bischofskonferenz macht deutlich, dass es die Konzernverantwortungsinitiative braucht, denn «der Schutz der Menschenrechte und der Schöpfung muss weltweit gelten».

Verband Freikirchen Schweiz
Für Claudia Haslebacher, Vize-Präsidentin des Verbands Freikirchen Schweiz, sei der Entscheid zur Unterstützung nicht überraschend gekommen: «Die Unterstützung der Initiative ist für uns als Freikirchen Schweiz eine solche Selbstverständlichkeit, dass die Leiterkonferenz diese einstimmig beschlossen hat.»

Plattform «Kirche für Konzernverantwortung»
Die Plattform «Kirche für Konzernverantwortung» vereint nach eigenen Angaben die kirchliche Unterstützung und macht das Engagement der Kirche sichtbar. Mit eigenen Plakaten und Materialien sowie an Veranstaltungen der verschiedenen Kirchen sollen möglichst viele Menschen für das Anliegen der Konzernverantwortungsinitiative sensibilisiert werden.

ADRA Schweiz unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative
Das Hilfswerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz, hat 2015 bei der Unterschriftensammlung für die Konzernverantwortungsinitiative mitgearbeitet und unterstützt diese.

Mehr zur Plattform «Kirche für Konzernverantwortung»:
https://www.kirchefuerkonzernverantwortung.ch/

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Symbolbild Kommunikation © Foto: Jon Tyson on Unsplash

Wie Christen besser kommunizieren – «geschwätziger werden»

St. Chrischona/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Schweiz

Kommunikative Theologie zu betreiben, hat sich das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) auf die Fahnen geschrieben. Konkret geschehe dies beim zweitägigen Forum Kommunikative Theologie, heisst es in einer tsc-Medienmitteilung. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dachten über Kommunikation nach, «ein Schlüsselthema, um den christlichen Glauben zu verbreiten». Mitte Januar fand das zweitägige Forum Kommunikative Theologie wieder auf dem Chrischona-Campus bei Basel statt.

Wer sich wissenschaftlich mit Kommunikation beschäftigt, landet schnell bei Paul Watzlawicks: «Man kann nicht nicht kommunizieren.» Darin einig waren sich auch die Referentinnen und Referenten des Forums Kommunikative Theologie: die Professoren Vinzenz Wyss (ZHAW) und Harald Seubert (STH Basel), die tsc-Dozentin Rahel Bidlingmaier, die tsc-Dozenten Dr. Stefan Felber und Dr. Jean-Georges Gantenbein sowie die Sprachtherapeutin Damaris Tschirner.

Kommunikative Herausforderungen für Christen – «geschwätziger werden»
Besonders Religionsgemeinschaften und Christen stehen in der heutigen Zeit vor zahlreichen Herausforderungen, wenn sie öffentlich kommunizieren wollen, so Vinzenz Wyss, Professor für Journalistik. So seien Religionsinhalte selten Hauptthema, wenn Medien über Religion berichteten. Besonders Freikirchen mache es zu schaffen, dass sie in der Öffentlichkeit als «eine andere Welt» wahrgenommen würden, so Wyss, und: «Religionsgemeinschaften müssen geschwätziger werden, aber ohne zu moralisieren. Dann besteht die Hoffnung, wieder mehr wahrgenommen zu werden»

Prof. Wyss riet den Religionsgemeinschaften, selbst aktiv zu kommunizieren und den Medien Geschichten anzubieten. Chancenreich sei es, christliche Werte mit aktuellen Fragen zu koppeln.

«Auf der Schrift gegründet und gesprächsfähig sein!»
Professor Harald Seubert (STH Basel) sieht Kommunikation als Aufgabe der Kirche und Theologie. Er formulierte dazu folgende These: «Die grosse Aufgabe ist es, fest auf der Schrift gegründet zu bleiben – und zugleich gesprächsfähig zu sein.» Die Kommunikative Theologie schätzte er dabei als hilfreichen Denk-, Lese- und Überzeugungsweg ein.

Die Macht der Sprache
Am zweiten Tag des Forums Kommunikative Theologie referierten Dozierende des tsc darüber, wie sich Kommunikation gestalten lässt. Dr. Stefan Felber (tsc-Dozent für Altes Testament) sagte zur Macht der Sprache: «Christen und Nichtchristen haben ein Interesse an einer guten Sprache, an einer funktionierenden Kommunikation. Theologie und Kirche haben die höchste Motivation, sich um gute Kommunikation und Sprache zu bemühen».

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Dominic Bornand, Pastoralassistent in den adventistischen Kirchgemeinden in Heimberg, Krattigen und Thun © Foto: privat

Neuer Pastoralassistent für die Adventgemeinden im Berner Oberland

Zürich/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Schweiz

Nach fünfeinhalb Jahren Theologiestudium hat Dominic Bornand (32) am 1. Januar 2020 seine Tätigkeit in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten begonnen. Er arbeitet während zwei Jahren als Pastoralassistent in den adventistischen Kirchgemeinden im Berner Oberland, Heimberg, Krattigen und Thun, und absolviert damit den praktischen Teil seiner Ausbildung.

Dominic Bornand arbeitet mit dem Bezirkspastor und Mentor Guillaume Couvreur zusammen. Gemeinsam betreuen sie die adventistische Kirchgemeinde in Thun, mit 73 Mitgliedern, die Gemeinde in Krattigen mit 110 Mitgliedern, zu der auch das Alters- und Pflegeheim Oertlimatt gehört, sowie die Gemeinde Heimberg mit 29 Mitgliedern. Bei den Adventisten wird man durch die Glaubenstaufe Kirchenmitglied. Kinder adventistischer Eltern werden nicht als Mitglieder gezählt.

«Ich freue mich auf die Herausforderung, die Tätigkeit als Pastor im eigentlichen Sinne des lateinischen Wortes ‘Hirte’ auszuüben. Die leitende Aufgabe des Hirten basiert in erster Linie auf seinem Dienst zum Wohle der Herde. Demzufolge, wünsche ich mir, dass meine Arbeit zum Wohle aller in meinem Wirkungskreis wird», sagte Bornand gegenüber dem APD.

Er werde in den drei adventistischen Kirchgemeinden nebst den üblichen pastoralen Tätigkeiten in der Seelsorge und beim Predigen auch individuellen Religions- oder Bibelunterricht erteilen, sagte Dominic Bornand. Im Weiteren werde er seine Arbeit vorwiegend auf die Jugendlichen fokussieren, indem er sich lokal, wie auch in der gesamten Deutschschweiz, in der Adwaarbeit (Pfadfinder) sowie für Teens engagiere.

Werdegang
Der gebürtige Schweizer ist im Kanton Aargau aufgewachsen und hat dort die Schulen besucht. Nach der Matura, mit Schwerpunkt Bio/Chemie und Ergänzung Physik, studierte er von 2006 bis 2010 Theologie am adventistischen Seminar Schloss Bogenhofen, in Oberösterreich. Das Seminar ist eine Bildungseinrichtung, die von den Adventisten in Österreich und der Deutschschweiz gemeinsam getragen wird. Er schloss mit einem Bachelor in Theology (B.Th.) ab. 2012 beendete er mit einem Master of Arts in Religion (M.A.), an der Andrews University, Berrien Springs, Michigan/USA, das Theologiestudium. Seit 2013 arbeitet Dominic Bornand an seinem Doktorat im Neuen Testament (Ph.D. in Religion), mit Schwerpunkt auf dem paulinischen Gesetzesverständnis im Römer- und Galaterbrief, an der Andrews University. Die zweijährige Zeit als Pastoralassistent ist der praktische Teil der Ausbildung adventistischer Pastoren und Pastorinnen.

Dominic Bornand ist verheiratet und hat mit seiner Frau Maria drei Kinder im Vorschulalter. Er reist gerne, liebt Holzwerken und Ballsportarten.

Berufliche Perspektive
Nach positivem Abschluss der zweijährigen Zeit als Pastoralassistenten erhalten adventistische Pastoren und Pastorinnen einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Nach weiteren zwei bis drei Jahren werden Pastoren ordiniert (ordained Minister), was in der adventistischen Kirche eine Einsegnung für eine weltweite pastorale Tätigkeit bedeutet. Pastorinnen werden segnend beauftragt (commissioned Minister), was einer vollständigen Beauftragung als Pastorin innerhalb der zuständigen regionalen Kirchenleitung (Vereinigung) entspricht. Gemäss einem Beschluss vom Dezember 2015 der Kirchenleitung in der Deutschschweiz sind gesegnete Pastorinnen ihren ordinierten Kollegen bezüglich Kompetenzen und Pflichten, mit Ausnahme minimer Differenzen, gleichgestellt. Pastorinnen können demnach Gemeinden leiten, Hochzeiten, Beerdigungen, das Abendmahl und Taufen durchführen und werden auch lohnmässig wie die ordinierten Pastoren eingestuft.

Webseiten der adventistischen Kirchgemeinden im Bezirk
Adventgemeinde Heimberg (Steffisburg): https://steffisburg.adventisten.ch/
Adventgemeinde Krattigen: https://krattigen.adventisten.ch/
Adventgemeinde Thun: https://thun.adventisten.ch/

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). In sechs kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (BL/BS, GE, SH, TI, VD, ZH) sind sie Mitglieder oder haben den Gaststatus. In der Deutschschweiz sind sie im Beobachterstatus des Verbands Evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz, «VFG - Freikirchen Schweiz».

Adventisten in der Schweiz
Eine Vorläufergemeinde der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist 1867 in Tramelan/Jura entstanden. 1883 wurden in Basel und Tramelan offiziell die ersten Adventgemeinden gegründet. Im Jahre 1901 wurden die Kirchengemeinden in der Schweiz entsprechend der Sprachzugehörigkeit in zwei «Vereinigungen» aufgeteilt: in die «Deutschschweizerische Vereinigung» mit Sitz in Zürich und in die «Fédération de la Suisse Romande et du Tessin» mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die nationale Kirchenleitung «Schweizer Union».

Ende Dezember 2018 lebten 4.757 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz. Einige Hundert Kinder und Jugendliche sind in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die protestantische Freikirche keine Kinder tauft, sondern ihnen den Entscheid zum Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, wenn sie sich selbst entscheiden können. Die Adventisten feiern den Gottesdienst am biblischen Ruhetag, dem Samstag (Sabbat), in 54 Kirchgemeinden und sechs Gruppen. Weltweit sind mehr als 21 Millionen Personen durch die Glaubenstaufe Mitglieder der Kirche geworden.

Mehr Informationen über die Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz:
https://www.adventisten.ch/adventisten/

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Neubau der Heilsarmee an der Ankerstrasse 31 und 33 in Zürich: «Hope House» © Foto: Major Markus Muntwiler / Lizenzfrei

Zürich: Neuer Wohnraum für Menschen mit mehr Betreuungsbedarf

Zürich/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Schweiz

An der Ankerstrasse 31 und 33 in Zürich eröffnete die Heilsarmee am 9. Januar den «Hope House»-Neubau. Der Bereich «Wohnen und Begleiten» bietet 36 Menschen mit erhöhtem Betreuungsbedarf neuen Wohn- und Lebensraum. Der Neubau beheimatet ebenfalls die Kirchenräumlichkeiten der Heilsarmee Zürich Zentral. Das neue Haus «soll ein Ort sein, wo Besucher/-innen und Bewohner/-innen Hoffnung für ihr Leben schöpfen können», heisst es in einer Medienmitteilung.

Seit 112 Jahren nimmt die Heilsarmee in Zürich Menschen in Not auf und begleitet sie durch schwierige Lebensumstände. Viele Bedürftige hätten vorübergehend oder dauerhaft ein Zuhause gefunden. «Gerade für ältere Menschen mit chronischen Beeinträchtigungen aufgrund Sucht und psychischer Erkrankungen besteht in Zürich zunehmender Bedarf an betreutem Wohn- und Lebensraum, der nicht ausreichend gedeckt ist», schreibt die Heilsarmee.

Im Bereich «Wohnen und Begleiten» an der Ankerstrasse 33 würden diese Menschen neben einem geschützten Wohnraum und Betreuung auch Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe und Beschäftigung finden. So ist laut Heilsarmee gewährleistet, dass das «Wohnen und Begleiten» den Bewohnenden Lebensqualität und ein sicheres, hoffnungsvolles Zuhause biete.

Im gleichen Neubau ist auch die Kirchgemeinde der Heilsarmee Zürich Zentral untergebracht. Sie setze sich ebenfalls engagiert für Menschen ein, die es im Leben nicht so einfach haben. Sie biete Deutschkursen und Beratung für Flüchtlinge an, Mittagessen für Menschen mit sehr kleinem Budget oder Musikklassen für Erwachsene, heisst es in der Medienmitteilung.

Heilsarmee
«Wohnen und Begleiten» an der Ankerstrasse 33 ist eine Einrichtung der Heilsarmee Schweiz. Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung und Teil der weltweiten christlichen Kirche. In der Schweiz engagieren sich rund 5.000 Angehörige und Freunde der Heilsarmee in 55 Kirchgemeinden. Unter anderem führt die Heilsarmee 14 Wohn- und sechs Übergangsheime, vier Alters- und Pflegeheime sowie fünf Passantenheime. Ziel der Heilsarmee ist es, Menschen, die den Boden unter den Füssen verloren haben, wieder Halt zu geben.

Eröffnungsanlass: 9. Januar, 16.00 Uhr
Einweihungsfeier: 12. Januar, 15.15 Uhr

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Schweiz: Advent-Verlag mit neuem Namen und Logo © Logo: Advent-Verlag Schweiz

Aus «Advent-Verlag Zürich» wird «Advent-Verlag Schweiz»

Krattigen/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Schweiz

Im Rahmen einer Statutenrevision im Jahr 2019 wurde der Unternehmenssitz des «Advent-Verlags Zürich» nach Krattigen (BE) übertragen. Dies habe eine Namensänderung erforderlich gemacht, heisst es in einer Medienmitteilung des Verlags. Der Wechsel von «Advent-Verlag Zürich» zu «Advent-Verlag Schweiz» bringe die Verbundenheit mit der Schweiz zum Ausdruck, sagte Dominik Maurer, Verlagsleiter, und wolle gleichzeitig den Verlag im Ausland stärker als Schweizer Marke positionieren.

Im Rahmen der ordentlichen Betriebsversammlung sei der neue Firmenname und das neue Firmenlogo den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Advent-Verlags Schweiz präsentiert worden. Damit werde der umfassende Erneuerungsprozess im Sinn der „Vision 2020“ auch nach aussen sichtbar fortgeführt, so Maurer.

1929 wurde der Advent-Verlag Zürich mit Hauptsitz in Zürich gegründet. Als der Verlag 1966 von Zürich nach Krattigen (BE) übersiedelte, wurde unter der neuen Adresse eine Zweigstelle gegründet, während der Hauptsitz weiterhin in Zürich blieb. Mit der Statutenrevision 2019 sowie der Übertragung des Unternehmenssitzes nach Krattigen (BE) sei auch die Namensänderung angestanden, heisst es in der Mitteilung.

Vision 2020 mit neuem Namen und Logo
Im Jahre 2015 entwickelten die Leitung des Advent-Verlags und die adventistische Kirchenleitung in der Deutschschweiz gemeinsam die „Vision 2020“. Darin wurden Zielsetzungen für die Modernisierung des Advent-Verlags bis ins Jahr 2020 formuliert. Neben zahlreichen Optimierungen bei internen Abläufen, neuen Produktkonzeptionen, der Neugestaltung des Webshops und der Renovierung der Räume im Unternehmen stelle die Verlegung des Hauptsitzes in Verbindung mit der Veränderung des Firmennamens sowie dem neuen Logo einen wichtigen Schritt dar. «Das neue Logo erinnert an den bisherigen Schriftzug ergänzt mit frischem Schwung und neuer Eleganz», heisst es in der Mitteilung.

«Advent-Verlag Schweiz»
Der «Advent-Verlag Schweiz» gehört zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz. Seit 1929 publiziert er christliche Broschüren und Bücher, Kinderbücher und die Zeitschrift „Leben und Gesundheit“ als Magazin für ganzheitliche Gesundheit. Der Verlag zeichnet sich durch einen eigenen Direktvertrieb über Buchberater beim Endkunden (Handelsreisende) aus.

Mehr zum «Advent-Verlag Schweiz»: www.advent-verlag.ch

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Kinder, Eltern und Lehrerinnen der «Adventist International School» in Genf © Foto: FSRT

Genf: Adventistische Eltern gründen zweisprachige Tagesschule

Genf/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Schweiz

Eltern der englischsprachigen Ortsgemeinde der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Genf haben die Adventist International School AIS, eine zweisprachige Privatschule gegründet, die als Tagesschule konzipiert ist und in der Französisch sowie Englisch gesprochen wird.

Die beiden Lehrerinnen unterrichten acht Kinder im Alter von vier bis acht Jahren, deren Eltern die englisch- oder portugiesischsprachige Adventgemeinde in Genf besuchen. Die Tagesschule hat nach der provisorischen auch die endgültige Genehmigung von den Behörden erhalten und ist in Räumlichkeiten des protestantischen Kirchgemeindehauses in Petit-Saconnex, knapp zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt, eingemietet. Laut der Kommunikationsabteilung der Adventisten in der Romandie (FSRT) werden die Schulkosten durch einkommensabhängige Schulgelder der Eltern sowie durch Beiträge von Mitgliedern der englischsprachigen Ortsgemeinde gedeckt.

Der Unterricht werde nach dem gültigen Lehrplan der Romandie und des Tessins (Plan d’études Romand) gestaltet und enthalte zusätzlich auch biblische Elemente, sagte Sabina Cabungcal, Präsidentin der zweisprachigen Schule. Gegenüber der Schule befinde sich ein Park, der für die Schule sehr wichtig sei, da die Kinder öfters draussen seien.

Adventisten unterhalten global das grösste protestantische Bildungssystem
Die weltweit 21 Millionen Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhalten global das grösste protestantische Bildungssystem mit 8.515 Grundschulen, höheren Schulen und Universitäten und 1,95 Millionen Schülern bzw. Studenten. (Statistik von Ende 2017).

In der Schweiz gibt es zwei weitere adventistische Schulen: Die «Privatschule A bis Z» in Zürich, bietet sechs Primar- und drei Sekundarklassen an.
https://www.privatschule-abisz.ch/.
In Altavilla/FR besteht eine kleine Privatschule auf dem Land mit Primarklassen:
https://www.altavilla-privatschule.ch/

Mehr Informationen zur Adventist International School AIS:
www.aisgeneva.ch (Webseite im Aufbau)
info@aisgeneva.ch

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Pastor Raafat Kamal, Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Südosteuropa © Foto: TED/AR

Rassistische Vorurteile - Adventisten in Nordeuropa entschuldigen sich

St. Albans/England | 27.01.2019 | APD | International

Die teilkontinentale Kirchenleitung der Adventisten in Nord- und Südosteuropa (Transeuropäische Division TED) hat sich am 16. Dezember, anlässlich des 90. Jahrestages ihrer Gründung, für rassistische Vorurteile und entsprechende Handlungen in der Vergangenheit entschuldigt.

Die ursprünglich von einer vorwiegend auf den skandinavischen Ländern und britischen Inseln basierenden kirchlichen Organisationseinheit hat sich die Transeuropäische Division TED zu einer Einheit entwickelt, die inzwischen 22 Länder in Mittel- und Südosteuropa umfasst und zu der für einige Jahrzehnte auch spezifische Missionen in Westafrika, Pakistan und im Nahen Osten gehört haben. Damit sei die TED zu einer «hochgradig multikulturellen und vielfältigen Einheit gewachsen», sagte Raafat Kamal, TED-Kirchenleiter. Diese grosse Vielfalt habe aber nicht zu einer grossen Einheit oder viel Verständnis beigetragen.

In ihrer 90-jährigen Geschichte sei die Kirchenregion durch zwei Weltkriege gegangen, habe regionale Konflikte erlebt sowie Verfolgung in der kommunistischen Ära überstanden, was im Rückblick gebührend vermerkt worden sei. Es gebe aber auch andere Bereiche, «für die wir aufrichtiges Bedauern ausdrücken. Wir anerkennen, dass unbewusste Voreingenommenheit, Unwissenheit, Vorurteile, Ängste, Ressentiments und Verdächtigungen die Kirche beeinflusst haben, insbesondere innerhalb der überregionalen Kirchenleitung in Grossbritannien» (Britisch Union Conference BUC). Obwohl die Geschichte nicht neu geschrieben werden könne, «anerkennen wir als Leiter der Transeuropäischen Division, dass Handlungen unternommen wurden, die nicht im Einklang mit dem Ideal Gottes standen. Wir entschuldigen uns für die Versäumnisse der Kirche in dieser Hinsicht».

Kamal zitierte die Kirchenmitbegründerin, Ellen G. White, die 1900 zur Rassenfrage in den USA geschrieben hatte: «Wenn die Liebe Christi im Herzen gehegt wird, wie es sein sollte ... wird es keine Kaste, keinen Nationalstolz geben; die Hautfarbe wird keinen Unterschied machen.»

Obwohl die Entschuldigung von Herzen komme, «erkennen wir, dass eine Entschuldigung nicht ausreicht. Wir müssen energisch und bewusst daran arbeiten, alle Spuren von Vorurteilen und Intoleranz, die weiterhin bestehen, auszuräumen», so Raafat Kamal. Gemeinsam mit der TED-Kirchenleitung sowie den Kirchenleitungen in den einzelnen Ländern würden in den nächsten fünf Jahren die Richtlinien überprüft, um Führungs- und Entscheidungsprozesse zu verbessern.

Mehr zur Transeuropäischen Division der Siebenten-Tags-Adventisten:
https://ted.adventist.org/

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International besetzte EMK-Mediationsgruppe © Foto: Evangelisch-methodistische Kirche

Bevorstehende Spaltung der Evangelisch-methodistischen Kirche?

Frankfurt am Main/Deutschland | 27.01.2020 | APD | International

Die weltweit organisierte Evangelisch-methodistische Kirche EMK (United Methodist Church, UMC) steht kurz vor einer Trennung. Laut einer Pressemitteilung der EMK sei die Ursache dafür ein seit Jahrzehnten schwelender Streit über den Umgang mit Homosexuellen in der Kirche. Ein jetzt vorgelegter Kompromiss spreche sich für eine Trennung aus als „das beste Mittel, um unsere Differenzen zu lösen“.

Traditioneller Teil will sich von der Kirche trennen
Basis dieser sich anbahnenden und die EMK weltweit betreffenden Trennung sei der jetzt vorgelegte Bericht einer international besetzten Arbeitsgruppe, der vom internationalen Bischofsrat unterstützt werde. Bei Annahme der Vorlage durch die im Mai tagende Generalkonferenz als oberstes EMK-Kirchenparlament ist laut Pastor Klaus Ulrich Ruof (Frankfurt/Main), Pressesprecher der EMK in Deutschland, eine Trennung der Kirche zu erwarten.

Nach jetzigem Stand werde dennoch die weltweite Evangelisch-methodistische Kirche (United Methodist Church) als Kirche fortbestehen, in der es wie schon in der bisherigen Praxis Platz für verschiedene Frömmigkeitsausprägungen und Überzeugungen gebe, so Ruof. Hinsichtlich der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und der Ordination Homosexueller werde sich die bestehende Kirche öffnen. Dazu sollen aus der weltweit gültigen Kirchenordnung die bisherigen restriktiven Passagen hinsichtlich des Umgangs mit Homosexuellen entfernt werden.

Die sich gegen die Öffnung positionierenden Teile der Kirche würden eine neue, traditionell orientierte methodistischen Kirche bilden («new traditionalist Methodist denomination»). Diese werde sich von der EMK trennen und unabhängig strukturieren. Aus dem bisherigen gemeinsamen Kirchenvermögen erhalte die neue methodistische Kirche 25 Millionen US-Dollar (22,4 Millionen Euro).

Respektvolle Trennung erwartet
Dem Vorschlag zur Lösung des Konflikts wären internationale Gespräche vorausgegangen, an denen seit August 2019 sechzehn Vertreter der Kirche beteiligt gewesen seien; darunter drei Bischöfe von ausserhalb der Vereinigten Staaten (je einer aus Europa, Afrika und den Philippinen) und fünf aus den USA. Die acht weiteren Mitglieder der Arbeitsgruppe wären als Meinungsführer von in den USA aktiven Gruppierungen entsandt worden, die in theologischen Fragen weit auseinanderliegende Überzeugungen vertreten würden.

Der Initiator John Yambasu, Bischof der EMK in Sierra Leone, wollte laut Ruof die zuvor US-lastige Auseinandersetzung auf eine breitere Basis stellen, um damit die Stimmen der EMK von ausserhalb der Vereinigten Staaten zu Gehör zu bringen. Unter Anleitung des unentgeltlich arbeitenden Mediators Kenneth Feinberg, der in den USA schon viele komplizierte Mediationsprozesse begleitet habe, einigte sich die Gruppe einstimmig auf den Vorschlag einer geordneten und einvernehmlichen Trennung. Diese sei laut einer veröffentlichten Erklärung „das beste Mittel, um unsere Differenzen zu lösen“. Damit könne jeder Teil der Kirche „seinem theologischen Verständnis treu bleiben und gleichzeitig Würde, Gleichheit und Integrität anerkennen sowie den Respekt gegenüber jeder Person bewahren“.

Methodisten in der Schweiz, Frankreich und Nordafrika mit divergierenden Positionen
Die Methodisten und Methodistinnen in der Schweiz sind «Teil der ‘Jährlichen Konferenz’ (Synode) Schweiz-Frankreich-Nordafrika, die unter der bischöflichen Aufsicht von Bischof Dr. Patrick Streiff (Zürich) steht. Sein Bischofsgebiet umfasst insgesamt 16 Länder in Mittel- und Südeuropa in der ‘Zentralkonferenz Mittel-und Südeuropa’. In dieser Zentralkonferenz werden in dieser Frage sehr unterschiedliche Positionen vertreten», schreibt die EMK auf ihrer Webseite. Darum wurde eine Spurgruppe beauftragt, mögliche Szenarien dafür auszuarbeiten, wie die EMK in diesem Gebiet in möglichst grosser inhaltlicher und/oder struktureller Einheit weiterhin miteinander unterwegs sein kann. An Informations- und Gesprächstagen im Januar, an verschiedenen Orten und Daten in der Schweiz, werden die Mitglieder der ‘Jährlichen Konferenz’ (Synode) über mögliche Szenarien informiert und können diese diskutieren, schreibt die EMK.

Methodisten in Deutschland weiterhin Teil der weltweiten EMK
Aus innerkirchlicher Sicht „ist das Besondere der jetzigen Situation die einstimmige Einigung auf den jetzt gemeinsam vorgelegten Vorschlag“. Das betonte der für Deutschland zuständige Bischof der EMK, Harald Rückert (Frankfurt am Main). Der vierzig Jahre andauernde Konflikt, der sich in den vergangenen zwei Jahren zugespitzt habe, könne befriedet werden, weil sich erstmals alle beteiligten Gruppen auf einen Vorschlag hätten einigen können. Rückert selbst empfinde zwar „viele Schmerzen, weil es um die Trennung unserer Kirche geht, aber es ist wohl die unausweichliche Realität“. Bei allem Schmerz sei das Ergebnis nun doch so, „dass es einen respektvollen Weg eröffne, auf dem unsere Kirche in Deutschland weiterhin Teil der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche bleiben kann“.

Für die aktuell in Deutschland an einem Runden Tisch diskutierte schwierige Lage der Kirche sei dieser Vorschlag eine gute Nachricht. Er habe das Potential, dass sowohl in Deutschland als auch weltweit ein grosser Teil der Kirche in der sich offener positionierenden EMK verbleiben könne. Ausserdem sei es erstmals gelungen, in der Entscheidungsfindung stärker die Sicht von Teilen der EMK von ausserhalb der Vereinigten Staaten zu Gehör zu bringen.

Entscheidung erst im Mai
Der vom Bischofsrat der EMK befürwortete Vorschlag der Arbeitsgruppe werde im kommenden Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota der dort tagenden Generalkonferenz zur Beschlussfassung vorgelegt, teilte Pastor Ruof mit. Dazu gehörten weitere Vereinbarungen wie die Rücknahme anderslautender Lösungsvorschläge. Ausserdem würden alle aufgrund des Vergehens gegen die Kirchenordnung eingeleiteten Disziplinarmassnahmen gegen pastorale Hauptamtliche ausgesetzt.

Zudem könne sich die EMK in den USA bei Zustimmung der Generalkonferenz zum jetzt vorgelegten Vorschlag künftig wie die Teile der EMK ausserhalb der Vereinigten Staaten strukturieren. Mit dieser weiteren organisatorischen Veränderung solle künftig vermieden werden, dass sich regional bedingte konfliktträchtige Themen zu weltweiten Kirchenkonflikten auswachsen, wie es in der bisherigen US-Zentrierung der Kirche in besonderer Weise im Umgang mit Homosexualität geschehen wäre.

Zum Hintergrund der Auseinandersetzung
Die Evangelisch-methodistische Kirche ging 1968 aus der Vereinigung zuvor eigenständiger Kirchen methodistischer Tradition hervor. In Deutschland waren dies die Methodistenkirche und die Evangelische Gemeinschaft. Vier Jahre später begann in der zur EMK vereinigten Kirche ein seit damals anhaltender Konflikt über den Umgang mit Homosexuellen in der Kirche. Anlass dafür waren laut Ruof restriktive Kirchenordnungsparagrafen, die 1972 von der Generalkonferenz, dem weltweit höchsten Kirchenparlament, beschlossen wurden. Diese beruhten auf dem Lehrgrundsatz, dass „Homosexualität unvereinbar mit der christlichen Lehre“ sei.

Den vorläufigen Höhepunkt erreichte der Konflikt im Februar 2019. Damals scheiterte bei einer ausserordentlich einberufenen Generalkonferenz der vom Bischofsrat der Kirche favorisierte Vorschlag einer Öffnung der Kirche durch Streichung der restriktiven Kirchenordnungspassagen. Die Delegierten der Generalkonferenz beschlossen demgegenüber mit einer knappen Mehrheit von 438 zu 384 Stimmen, an den Vorschriften gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und gegen in Partnerschaft lebende homosexuelle Pastoren festzuhalten und zusätzlich weitere, verschärfende Sanktionen einzuführen. Ausserdem wurde der 1972 beschlossene Lehrgrundsatz bestätigt, mit dem Homosexualität als „unvereinbar mit der christlichen Lehre“ bezeichnet wird.

Die weltweite Evangelisch-methodistische Kirche
Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) ist eine evangelische Freikirche, die aus einer Erweckungsbewegung in England im 18. Jahrhundert hervorging. Führende Persönlichkeiten am Anfang der Bewegung waren die Brüder John und Charles Wesley. Durch Auswanderer aus England breitete sich die Bewegung in den USA aus. Durch Rückwanderer aus den USA und aus England fasste die EMK auch in Deutschland Fuss.

Weltweit gehören rund zwölf Millionen Kirchenglieder der Evangelisch-methodistischen Kirche an. Davon sind rund 7,5 Millionen in den USA beheimatet. In Afrika (4,2 Millionen) und Asien (150.000) finden sich inzwischen stark wachsende und an Einfluss zunehmende Kirchenzweige der EMK. In Europa (rund 70.000) sind die Zahlen für die EMK aufgrund vorherrschender nationaler Kirchen oder landeskirchlicher Strukturen eher klein. Zur EMK in Deutschland zählen sich rund 30.000 Kirchenglieder und 20.000 Kirchenangehörige in rund 500 Gemeinden.

Die Kirche ist nicht nationalstaatlich organisiert, sondern arbeitet über Ländergrenzen hinweg. Die EMK gehört zum Weltrat Methodistischer Kirchen, in dem insgesamt 70 Kirchen methodistischer und wesleyanischer Tradition sowie mit ihnen verbundener unierter und vereinigter Kirchen gehören, in denen über 51 Millionen Menschen ihre geistliche Heimat haben.

Die Organisation der EMK
Die Evangelisch-methodistische Kirche (United Methodist Church) ist eine weltweit strukturierte Kirche. Sie organisiert sich in sogenannten „Konferenzen“, in denen alle Lehrfragen und Verwaltungsangelegenheiten geregelt werden. Für weltweit zu regelnde Entscheidungen hinsichtlich Verfassung, Lehre und Ordnung der Kirche ist das höchste Leitungs- und Entscheidungsgremium die alle vier Jahre tagende „Generalkonferenz“ zuständig.

Ausserhalb der USA sind unterhalb der Generalkonferenz die sogenannten „Zentralkonferenzen“ angesiedelt. Diese tagen ebenfalls alle vier Jahre jeweils nachfolgend zur Generalkonferenz und dienen der Umsetzung der Beschlüsse der Generalkonferenz und der Beschlussfassung zu Adaptionen des Kirchenrechts und für Entscheidungen in Verwaltungs- und Finanzfragen, die regional zu klären sind. Ausserdem haben die Zentralkonferenzen das Recht der Wahl von Bischöfen oder Bischöfinnen.

In Europa gibt es drei dieser Zentralkonferenzen: die Zentralkonferenz für Deutschland (Bischof Harald Rückert, Frankfurt am Main), die Zentralkonferenz für Mittel- und Südeuropa (Bischof Dr. Patrick Streiff, Zürich) und die Zentralkonferenz für Nordeuropa und Eurasien (Bischöfe Christian Alsted, Kopenhagen, und Eduard Khegay, Moskau).

Für das kirchliche Leben in den Regionen und vor Ort sind die sogenannten „Jährlichen Konferenzen“ massgelblich. In Deutschland gibt es davon drei: die Norddeutsche Jährliche Konferenz, die Ostdeutsche Jährliche Konferenz und die Süddeutsche Jährliche Konferenz. Alle diese Konferenzen sind paritätisch, also mit jeweils gleicher Anzahl von Laiendelegierten und Pastoren bzw. Pastorinnen besetzt.

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Symbolbild Priester © Foto: Jiang Millington from Pixabay

2019 wurden 29 im Dienst für die röm.-kath. Kirche tätige Personen umgebracht

Vatikanstadt | 27.01.2020 | APD | International

Laut einer Statistik von Fides News, dem Organ der Päpstlichen Missionswerke, sind 29 Personen im Jahr 2019 «im Dienst der Kirche gewaltsam ums Leben gekommen».

Wie aus der Statistik hervorgeht, waren darunter «18 Priester, ein ständiger Diakon, zwei Laienbrüder, zwei Ordensfrauen und sechs Gläubige im Laienstand». In acht aufeinanderfolgenden Jahren seien die meisten Morde in Amerika vorgekommen, seit 2018 stehe aber Afrika an der Spitze dieser «tragischen Rangliste». 2019 seien in Afrika 15 Personen umgebracht worden, in Amerika zwölf, in Asien und Europa je eine Person. Es lasse sich eine «Globalisierung der Gewalt» feststellen, so Fides News. Die Gewalt konzentriere sich nicht mehr wie früher vorwiegend auf eine Weltgegend, sondern scheine weiter verbreitet zu sein.

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Löscharbeiten beim Josia-Zentrum in Isny/Deutschland © Foto: Dominik Zeh/APD

Deutschland: Brand verwüstet Nebengebäude des adventistischen Josia-Zentrums in Isny

| 27.01.2019 | APD | International

Am 25. Dezember verwüstete ein Brand aus ungeklärter Ursache Garage samt Holznebenbau des Josia-Zentrums der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Isny. Die schnell herbeigeeilte Feuerwehr verhinderte den Übergriff der Flammen auf weitere Gebäudeteile.

Wenige Minuten nach 21 Uhr bemerkten Nachbarn am 1. Weihnachtstag das Feuer im Carport des Josia-Zentrums. Beim Eintreffen der Feuerwehr standen laut Einsatzbericht Werkstatt, Garage und Holznebenbau bereits im Vollbrand. Mehrere Trupps unter Atemschutz, im Innen- und Aussenangriff hätten den Brand gelöscht und die umliegenden Gebäude geschützt. Das Feuer hätte jedoch bereits auf ein angrenzendes Gebäude übergegriffen, sodass der Dachstuhl mittels Drehleiter abgeräumt und abgelöscht werden musste.

Die Eigentümer der vom Josia-Zentrum angemieteten Immobilie, sind sehr dankbar für die gute Arbeit der Einsatzkräfte. Wegen der gut ausgearbeiteten und vorliegenden Brandschutzpläne hätte die Feuerwehr schnell und gut ihre Gerätschaften an den notwendigen Punkten ansetzen können. Allerdings zog sich der Einsatz bis in die frühen Morgenstunden hin. „Wir gehen nicht von Brandstiftung aus“, so die Eigentümer. „Es ist zwar schlimm, dass es passiert ist, aber es ist auch sehr gut, dass nichts Größeres passiert ist.“

Vierzehn Bewohner leben derzeit im Gebäude. Alle mussten vorübergehend das Gebäude verlassen und wurden von den Rettungskräften betreut. Im Feuerwehrhaus fand gerade eine Feier statt. So waren 40 Einsatzkräfte sehr schnell zur Stelle. „Wir waren komplett draußen“, so Isny’s Feuerwehrkommandant Martin Güttinger gegenüber der Schwäbischen Zeitung. Eine Feier der ehemaligen Studenten (Homecoming) kann sogar derzeit im Dachgeschoss des Hauptgebäudes stattfinden.

Der auch in dem Gebäudekomplex untergebrachte Kirchenraum der Adventisten ist zwar unversehrt kann aber momentan nicht genutzt werden. Der Nebenraum ist stark beschädigt.

Das Josia-Zentrum besteht aus vier Organisationen: einer Gemeinschafts-Schule, einer Schule zur christlich missionarischen Ausbildung, einem christlichen Gemeinde-Zentrum und einem Förderverein. Die Gemeinschaftsschule ist eine christliche Privatschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg, wie auch die anderen Einrichtungen. Seit 13 Jahren gibt es das Josia-Zentrum.

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Fahrräder der Verschenkaktion in Moberly, MO/USA © Foto: Noah Brown/KRCG13

USA: Adventistische Kirchgemeinde verschenkt 150 Fahrräder zu Weihnachten

Moberly, Missouri/USA | 27.01.2019 | APD | International

150 Fahrräder verschenkte die Ortskirche der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Moberly im US-Bundesstaat Missouri am Wochenende vor Weihnachten. Die Aktion war Teil der Initiative „Touch 10k“ (erreiche 10.000) der teilkontinentalen Kirchenleitung der Adventisten in Nordamerika (NAD).

Pastor Jody Dickhaut, seit einem Jahr Pastor der adventistischen Kirchgemeinde in der 14.000-Einwohner-Stadt Moberly, hörte von der Initiative, Fahrräder zu verschenken. Sofort nahm er Kontakt mit den örtlichen Mitarbeitern von Adventist Community Services (ACS) auf, um die Aktion zu organisieren. In Rundfunk, Fernsehen und auf Handzetteln wurde bekannt gemacht, dass am Sonntag, 22. Dezember Fahrräder verschenkt würden. „Wir wollten an diesem Weihnachtsfest einfach etwas Besonderes machen. Wir wollten einfach Freude schenken und weitergeben, was wir erhalten hatten, ohne irgendwelche Hintergedanken“, so Dickhaut über die Motive.

So gab es von der Kirchenleitung der Adventisten in Nordamerika einen Zuschuss für 70 Fahrräder. Der Kirchenrat jedoch entschied, sich auch zu beteiligen und durch einige finanzkräftige Sponsoren wurde die Anzahl der Fahrräder mehr als verdoppelt. Die Fahrräder wurden dann beim örtlichen Walmart-Einzelhändler in den unterschiedlichen Grössen erworben.

Pro Familie gab es ein Fahrrad. Viele Kinder suchten sich ihre entsprechenden Grössen aus. Zum Ende der Aktion wurde es schwieriger, die passenden Fahrräder abzugeben. Aber auch hier zeigte sich Walmart bereit, sie gegen die passenden Räder umzutauschen. Alle Familien, die teilnahmen, hätten jeweils ein Fahrrad erhalten. Gegen 18 Uhr wären alle 150 Fahrräder verteilt gewesen, so Pastor Dickhaut.

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Innenraum der Titus-Kirche in Basel © Foto: Wiebke Momsen/Titus-Kirche

Basel: In der Titus-Kirche wird die ganze Bibel in elf Tagen vorgelesen

Basel/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Bibel

Bertolt Brecht antwortete auf die Frage, welches Buch der Weltliteratur auf ihn den stärksten Eindruck gemacht habe: «Sie werden lachen, die Bibel!» Laut der Informationsstelle der Evangelisch–reformierten Kirche Basel–Stadt ERK BS lesen Interessierte in der Titus-Kirche in Basel «dieses so eindrückliche Buch alle zehn Jahre einmal laut vor». Jetzt ist es wieder so weit. Die öffentliche Lesung beginnt nach dem Gottesdienst am Sonntag, 2. Februar 2020 und dauert bis Mittwoch, 12. Februar 2020 abends, täglich von 7 bis ca. 21 Uhr.

Im Jahr 2000 dann 2010 und jetzt lesen Interessierte in der Titus Kirche bereits zum dritten Mal die ganze Bibel von A bis Z vor, aufgeteilt in Abschnitte von zwanzig Minuten.

Die Bibel werde öffentlich vorgelesen, weil die Bibel «in erster Linie ein Sprech- und Hör-Ereignis» sei, sagte der katholische Theologe Karl-Josef Kuschel. Die biblischen Geschichten wollen vorgelesen und sollen gehört werden, immer wieder neu, so die Informationsstelle der ERK Basel. «Alle Menschen sind dazu eingeladen, vorbeizukommen, einen Abschnitt aus der vorhandenen oder der eigens mitgebrachten eigenen Bibel vorzulesen - auch in ihrer Muttersprache - oder einfach zuzuhören», so die ERK.

Das Vorlesen der Bibel in der Titus-Kirche dauere elf Tage. Gelesen werde in einem klösterlichen Rhythmus als lectio continua, jeden Tag von 7 bis 21 Uhr. Jeweils um 9, 12 und 18 Uhr werde die Lesung von Musik und Stille unterbrochen.

Bibelausstellung
Begleitend zu den Lesungen ist im Saal nebenan eine Ausstellung zur Bibel anzusehen. Faksimiledrucke und Bibeln aus verschiedenen Epochen und in verschiedenen Sprachen würden einen Eindruck von der Geschichte und der Verbreitung dieses Buches auf der ganzen Welt geben.

In diesem Jahr erfolgt die Lesung der Bibel in Kooperation mit OFFLine, dem ökumenischen Zentrum für Meditation und Seelsorge, und mit der Pfarrei Heiliggeist.

Weitere Information und das Anmelderaster für das Vorlesen finden sich unter www.offline-basel.ch.

Film: https://www.youtube.com/watch?v=DtcdncBfsfo&feature=youtu.be

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Ausschnitt aus der Weltverfolgungskarte 2020 von Open Doors © Karte: Open Doors

Anzahl geschlossener, attackierter und zerstörter Kirchen steigt

Kelkheim/Deutschland u. Burgdorf/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Religionsfreiheit

Das christliche Hilfswerk „Open Doors“ hat den Weltverfolgungsindex 2020 veröffentlicht, eine Rangliste der 50 Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Betroffen seien in diesen Ländern rund 260 Millionen Menschen. Die Gewalt gegen die Gläubigen und ihre Kirchen habe im Berichtszeitraum gegenüber der Vorjahresperiode mit 9.500 Übergriffen auf Gotteshäuser und kirchliche Einrichtungen „dramatisch zugenommen“.

In den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex lebten ca. fünf Milliarden Menschen, darunter nach Angaben der „World Christian Database“ und Schätzungen von „Open Doors“ etwa 640 Millionen Christen. Rund 260 Millionen von ihnen seien starker bis extremer Verfolgung ausgesetzt. Kirchliches Leben wäre dort, wenn überhaupt, nur mit erheblichen Einschränkungen möglich. Besonders christliche Leiter würden ins Visier genommen und bedroht, verhaftet oder ermordet. Weite Teile der Bevölkerung begegneten Christen mit einer wachsenden Feindseligkeit. Im Bildungsbereich und der Arbeitswelt sowie im Umgang mit den Behörden erlebten sie massive Schikanen. Im Berichtszeitraum vom 1. November 2018 bis 31. Oktober 2019 seien fast 9.500 Kirchen und kirchliche Einrichtungen attackiert, zerstört oder geschlossen worden; im Vorjahr wären es 1.850 gewesen.

Nordkorea erneut Nummer 1 im Weltverfolgungsindex
An erster Stelle im Index liegt erneut Nordkorea, gefolgt von Afghanistan, Somalia, Libyen und Pakistan. Nordkoreas Herrscherdynastie lasse sich nach wie vor wie Gott verehren. Die Zeitrechnung in Nordkorea basiere nicht auf der Geburt von Jesus Christus, sondern auf der von Staatsgründer Kim Il Sung. Der heutige Machthaber Kim Jong Un halte mehrere zehntausend Christen in Arbeits- und Straflagern interniert.

In Afghanistan und Somalia (Ränge zwei und drei) gebe es so gut wie keine Kirchen. Die einheimischen Christen wären in der Regel Konvertiten muslimischer Herkunft. Sie könnten ihren neuen Glauben nur im Geheimen leben, weil der Abfall vom Islam als todeswürdiges Vergehen gelte. Auch in Somalia könnten Christen ihren Glauben nur heimlich praktizieren. Al Shabaab Anführer sowie Imame erklärten öffentlich, dass es in Somalia keinen Platz für Christen und Kirchen gebe. Die Konflikte in Libyen erschwerten zusätzlich das Leben der wenigen Christen. Christliche Flüchtlinge, die über Libyen nach Europa fliehen wollen, würden schikaniert, gefoltert und auch ermordet. Das Ausmass der Gewalt in Pakistan gegen Christen bleibe extrem hoch. Übergriffe gegen christliche Mädchen und Frauen wären an der Tagesordnung, die herrschenden Blasphemiegesetze zwängen die Christen zusätzlich zu grösster Vorsicht. Wer eine Änderung dieser Gesetze auch nur erwäge, riskiere ermordet zu werden.

Destabilisierung in Afrika durch islamistische Gruppen
In afrikanischen Ländern südlich der Sahara führten islamische Extremisten regelrecht Krieg gegen christliche Gemeinden. Die blutigen Überfälle auf Gottesdienste in Burkina Faso (Rang 28), wo mindestens 50 Christen ermordet worden seien, bringe das für religiöse Toleranz bekannte Land erstmals auf den Weltverfolgungsindex. Der vorsitzende römisch-katholische Bischof für Burkina Faso und Niger, Laurent Birfuoré Dabiré, warnte: „Wenn die Welt weiterhin nichts tut, wird es hier bald keine Christen mehr geben.“ Im Norden wären Dorfbewohner mit Kreuzen ausgesondert und ermordet worden. Kirchen, Schulen und christliche Nichtregierungsorganisationen (NGOs) seien angegriffen oder aus Angst geschlossen worden. Ähnlich wäre die Lage in weiteren Staaten der Region, darunter Mali (Rang 29).

Auch Christen in Asien leiden
Auch Christen in Asien litten unter dem militanten Islamismus. Die Lage in Bangladesch (von Rang 48 im Vorjahr auf 38) und Sri Lanka (von 46 auf 30) habe sich deshalb verschlechtert. Auf Sri Lanka hätten bei Anschlägen auf Ostergottesdienste und Hotels im April 2019 etwa 250 Menschen ihr Leben verloren, die meisten davon Christen. Wegen der Unsicherheit im Irak und der Bedrohung durch schiitische Milizen zögerten Christen, in ihr Land zurückzukehren. Ihre Zahl habe innerhalb nur einer Generation um 87 Prozent abgenommen. Ähnlich sei die Situation in Syrien.

Indien und China wären die bevölkerungsreichsten Länder und gleichzeitig die aktivsten im Bereich digitaler Überwachung. Indien zählte erstmals 2019 zu den zehn für Christen gefährlichsten Ländern der Welt. Die hindu-nationalistische Regierung unter Premierminister Modi sei nach der Wahl im Mai 2019 weiter an der Macht und lasse extremistische Hindus weitgehend straffrei gegen Christen agieren. „Open Doors“ habe mehr als 440 gewaltsame und hassmotivierte Übergriffe gegen Christen registriert.

Der ausführliche Bericht mit detaillierten Länderprofilen, Analysen zu weltweiten Entwicklungen und der Methodik sowie Lebensberichte verfolgter Christen sind zu finden unter www.opendoors.de bzw. www.opendoors.ch.

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Plenum über Unsicherheit in Subsahara und Auswirkungen auf soziale, religiöse und wirtschaftliche Verhältnisse © Foto: AGR

WEF: Einfluss der Manager in Afrika auf Frieden und Religionsfreiheit

Davos und Zürich/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Religionsfreiheit

Erstmals wurde im Rahmen des World Economic Forum WEF in Davos, am 24. Januar, die bedrängte und verfolgte Kirche in Subsahara-Afrika und damit die Religionsfreiheit thematisiert. Bei rund 260 Millionen direkt Betroffenen würden auch Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend geschädigt, heisst es in der Medienmitteilung der Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit AGR.

«Unternehmen und Wirtschaftsführer spielen eine wichtige Rolle, um den sozialen Zusammenhalt zu fördern, zu friedensfördernden Massnahmen beizutragen und ein Umfeld zu schaffen, das die Christen vor den zunehmenden islamistischen Angriffen in Westafrika schützt», sagte Wissam al-Saliby, Advocacy Beauftragter, der Weltweiten Evangelischen Allianz (World Evangelical Alliance WEA) und Moderator des Panels. Unter dem Titel «Mehr Unsicherheit in West-Afrika: Auswirkungen auf die sozialen, religiösen und wirtschaftlichen Verhältnisse» wurde im «Tradeshift-Sanctuary», der fürs WEF umgebauten Kirche, diskutiert.

Steigerung islamistischer Angriffe in Subsahara-Region
Viele islamistische Angriffe finden statt, insbesondere in Burkina Faso, Nigeria, Niger und Mali, aber auch in anderen Ländern der Subsahara-Region. Von mehreren hundert, die sich vor etwa zehn Jahren ereigneten, wurden 3500 im Jahr 2019 registriert. «Die Angriffe haben deutlich zugenommen», erklärt Illia Djadi, Journalist und Analytiker für Religionsfreiheit in Westafrika.

Angriffe haben verheerende Folgen: vergiftetes gesellschaftliches Klima
«Der sozio-ökonomische Impact ist riesig. Diese Länder gehören zu den ärmsten der Welt. Mehr als 2.000 Schulen mussten in Burkina Faso schliessen, über 300.000 Kinder sind ohne Bildung.» In Mali und Niger ist der Effekt ähnlich. «Ethnische und religiöse Gruppen, die früher friedlich zusammenlebten, werden gegeneinander aufgestachelt. Moderate Muslime sind ebenfalls wie Christen zu Zielen geworden.»

Aufwiegelung destabilisiert Wirtschaft in Nigeria
Pastor Gideon Para-Malla, Förderer von Frieden und Versöhnung aus Jos, Zentralnigeria und Gründer der «Para-Mallam Friedensstiftung» meint: «Investment-Möglichkeiten sind gross in Nigeria. Wir sind rund 200 Millionen Menschen.» Christen und Muslime lebten als gute Nachbarn. Aber durch die Aufwiegelung seien viele Christen umgebracht worden und muslimische Fulani-Milizen würden Schutzgelder erpressen. Wachsende Unsicherheit erfolge durch Boko Haram sowie den IS, was die Wirtschaft destabilisiere.

Täter werden nicht zur Rechenschaft gezogen
Para-Malla erklärt, dass die Straffreiheit für die Täter verheerend ist. «Die Friedensbildung ist nötig, die Jugend ist gefährdet, weil sie beginnen will, sich zu wehren und Rache zu üben.» Wichtig ist, dass die Weltgemeinschaft dem Land beisteht und die Regierung die Täter zur Rechenschaft zieht. «Seit Jahren geschehen täglich Morde, Vergewaltigungen und Entführungen. Die Regierung muss mehr tun. Dazu braucht es diplomatischen Einfluss. Die internationale Gemeinschaft muss mehr Interesse zeigen.»

Burkina Faso neu auf dem Weltverfolgungsindex
Früher war Burkina Faso bekannt für ein friedliches Miteinander der Religionen. Mit dem Aufkommen militanter muslimischer Gruppen, die von Mali aus eindrangen, gibt es inzwischen No-Go-Areas für Europäer. «Kirchen wurden niedergebrannt, Pastoren und Gottesdienstbesucher wurden umgebracht», bilanziert Illia Djadi. «Die Menschen werden getötet wegen ihres Glaubens.» Die Instabilität wächst. Erstmals findet sich Burkina Faso auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors, auf Position 28.

Wird die Entwicklung des Landes jetzt nicht gestützt, übernehmen die wirtschaftlich potenten Islamisten-Gruppen und drohen, die gesamte Subsahara-Region zu destabilisieren. «Die Lage ist düster. Deshalb sind wir hier», hält Wissam al-Saliby fest.

Religionsfreiheit möglicherweise alljährlich Thema am WEF
Hinter dem Panel in Davos stand neben der Weltweiten Evangelischen Allianz deren Schweizer-Zweig, die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES. Philippe Fonjallaz, Vize-Präsident der SEA-Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit AGR und Direktor von «Open Doors» Schweiz bilanziert: «Es geht nicht einzig um die Christen, sondern um eine Krise, die einen Einfluss auf die ganze Gesellschaft in diesen Ländern hat. Ebenso wird die Politik destabilisiert – was auch Folgen für die Wirtschaft und Sicherheit in Europa haben kann.»

SEA-RES-Generalsekretär Marc Jost war laut der SEA-Mitteilung beindruckt von den bewegenden Berichten aus Afrika und der Möglichkeit das wichtige Anliegen in Davos zu präsentieren: «Wir sind gewillt, die AGR darin zu unterstützen, dass die Religionsfreiheit künftig alljährlich am WEF aufgenommen und zur Sprache gebracht werden kann.»

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Adventistische Kirche in Bega/NSW: Zuflucht für Menschen, Tiere und Nahrungsmittellager © Foto: SNSW Conference

Australien: Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und erste Regenschauer

Wahroonga, NSW/Australien | 27.01.2020 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Laut Adventist Record AR, Kirchenzeitschrift im südpazifischen Raum, machen sich Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung unter den von den Buschfeuern betroffenen Bewohnern breit. Das adventistische Hilfswerk ADRA sowie die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten helfen den am meisten Betroffenen mit Sach- und finanziellen Spenden. Sie haben ihre Kirchengebäude für Evakuierte und deren Haustiere als erste Schutzräume geöffnet, versorgen Evakuierungszentren sowie Aborigine-Kommunen mit Nahrungsmitteln und Bauernfamilien mit Elektrozäunen, Generatoren und Diesel. Unter den Evakuierten seien auch viele Adventisten. Einige adventistische Familien hätten alles verloren so AR und unter den Toten seien ebenfalls Kirchenmitglieder.

Es gebe Bewohner, die ein erstes Feuer mit ihrem Haus unversehrt überstanden hätten, bei einem zweiten, nach einigen Tagen, aber alles verloren hätten. Ein total ausgebranntes Auto sei durch einen Feuertornado weggetragen und einen Kilometer vom ursprünglichen Ort aufgefunden worden. Am 6. Januar habe es tiefere Temperaturen sowie Regenschauer an der Südostküste gegeben, schreibt AR.

Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung speziell in ländlichen Gebieten
Evakuierte schilderten, wie schwierig es sei, schnell zu entscheiden, was man mitnehmen und zurücklassen soll, schreibt AR. «Du hast eine emotionale Bindung zu vielen kleinen Dingen und es ist schwer, sie zurückzulassen», sagte Sharon Ford, eine Bewohnerin von Batlow/NSW, die zweimal evakuiert wurde. Es sei ein sehr bewegender Moment für diejenigen, die zurückkehrten und ihre Häuser völlig zerstört vorfänden, so AR.

Pastor Jeremy Taituave in Corryong/Victoria, sagte, dass er in den Adventgemeinden Treffen abhalten werde, um zu beraten, wie geholfen werden könne. «Wir müssen die emotionalen und geistlichen Scherben aufheben und unsere Türen für Gebete öffnen». Er werde auch ein Seminar zur Bewältigung von Depression und Angst anbieten, so Taituave.

ADRA und Kirche stellen finanzielle Hilfe zur Verfügung
Angesichts der anhaltenden Krise stellt ADRA 500 AUD/340 Franken für Familien in Not in ihrem Gebiet und 2.000 AUD/1.350 Franken für adventistische Kirchgemeinden zur Verfügung, die ihren Kommunen helfen. Für betroffene adventistische Kirchenmitglieder und Kirchgemeinden stellen die regionale sowie die überregionale Kirchenleitung in Australien Barmittel zur Verfügung, die sich an der Bedürftigkeit orientieren, wobei bis zu 5.000 AUD/3.400 Franken für Familien, die ihr Zuhause verloren haben, zur Verfügung stehen.

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Gesichter rüstiger Rentner aus Loma Linda/USA (v.l.n.r.) D. Zane (85), E.E. Rogers (101), H. Gurusamy (86), W. Heisler (84) © Foto: adventistworld, April 2018

Adventisten: Lange Lebenserwartung – ein simples Geheimnis

Loma Linda, Kalifornien/USA | 27.01.2020 | APD | Gesundheit & Ethik

Immer wieder weisen Medien auf die vergleichsweise hohe Lebenserwartung der Bewohner des kalifornischen Ortes Loma Linda hin, die weit über dem Durchschnitt liegt. Die meisten gehören zur weltweiten protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und leben etwa zehn Jahre länger als die Durchschnittsamerikaner.

Beispielort Loma Linda in Kalifornien/USA
In einem Artikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) Ende letzter Woche berichtet Christiane Heil über die zufriedenen, fitten und aktiven Alten in dieser als „Blue Zone“ bezeichneten Region. Die Ernährung basiere auf Nüssen, Obst und Hülsenfrüchten. Auf zu viel Zucker und Salz werde verzichtet, auf Alkohol, Tabak und meist auch Kaffee sowieso. Es werde viel Wasser getrunken. Viel Bewegung gehöre ebenso zum Lebensstil wie die wöchentliche Ruhepause, die die Adventisten an ihrem samstäglichen Ruhetag, dem biblischen Sabbat, feierten.

Blue Zones - Regionen der Langlebigkeit
Der 9.000 Einwohner Ort Loma Linda gehört zu den sogenannten fünf „blauen Zonen“ (Blue Zones) auf der Welt, in denen erstaunlich gesunde Menschen überdurchschnittlich lange leben. Der Bestsellerautor und dreimalige Guinessbuchrekordhalter im Ausdauer-Radfahren entdeckte die Blue Zones in Ikaria (Griechenland), Okinawa (Japan), Sardinien (Italien), Costa Rica und eben Loma Linda (Kalifornien). Hier untersuchte er das Geheimnis der Langlebigkeit der Bewohner dieser Regionen. 2005 berichtete er über seine Entdeckungen in der Novemberausgabe des National Geographic Magazine’s unter dem Titel: „Secrets of Long Life“ (Geheimnis langen Lebens). Diese Ausgabe erreichte die dritthöchste Verkaufsquote in der gesamten Geschichte der Zeitschrift.

Buettner’s Ergebnisse brachten dem Ort Loma Linda und der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten besondere Aufmerksamkeit. Publikationen mit Titeln über die Geheimnisse langen Lebens, die Küche der Hundertjährigen oder wie man von den Ältesten der Welt lernen kann, sich fit und gesund zu halten, lenkten den Fokus auf den gesunden Lebensstil der Mitglieder dieser Freikirche.

Gesichter rüstiger Rentner aus Loma Linda
James Ponder von Scope, dem offiziellen Magazin der Gesundheitsabteilung der Loma-Linda-Universität, berichtet über Menschen, die im hohen Alter zufrieden und gesund leben. Für Dorothy Zane (85) sei Aerobics der Schlüssel ihrer Vitalität. Hepsie Gurusamy (86) sei überzeugt, die Beziehung zu Gott sei das Geheimnis ihres Glücks und ihrer Gesundheit. Der aktive Pensionär und emeritierte Professor der Zahnklinik, Bill Heisler (84) beginne jeden Morgen mit Andacht und Gebet, einer Schüssel gekochtem Getreide mit Früchten sowie einem Toast mit Erdnussbutter, um dann Kreuzworträtsel zu lösen und Zeitungen zu lesen. Die 92-jährige Näherin aus Peru, Alice Leon, lese nach dem Frühstück in der Bibel und bete. Dann stricke sie Decken für die kleinen Patienten der Neugeborenen-Intensivstation der Loma Linda Universitäts-Kinderklinik. In den letzten drei Jahren habe sie so durchschnittlich drei Decken pro Woche gestrickt.

Faktoren eines gesunden Lebensstils
Wer gesund alt werden will, suche daher gerne bei den Menschen in den Blue Zones nach Impulsen für ein zufriedenes, gesundes, erfülltes und aktives Alter. Buettner erklärt: „Die Menschen hier leben nicht nur länger, sondern auch besser. Blaue Zonen haben einen höheren Prozentsatz von Über-Hundertjährigen. Menschen in den Achtzigern und Neunzigern bleiben länger rege und leiden seltener an degenerativen Erkrankungen, die in industrialisierten Gesellschaften verbreitet sind“. In seinen Forschungen listet er neun Faktoren auf, die den Lebensstil dieser blauen Zonen beschreiben: Bewegung, Lebenssinn, Stressreduktion, moderate Kalorienzufuhr, pflanzenbasierte Ernährung, moderater Alkoholkonsum, geistliches oder religiöses Engagement, aktives Familienleben und Übernahme sozialer Aufgaben.

Schweizerische Liga Leben und Gesundheit
Die "Schweizerische Liga Leben und Gesundheit" (Deutschschweizer Zweig), Verein zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung (LLG) möchte die Freude an der Natur und an allen beständigen Werten des Lebens vermitteln. Der Verein ist parteipolitisch unabhängig und - obgleich von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Jahre 1954 gegründet - konfessionell neutral.

Die LLG versteht es als ihren Auftrag, Menschen ganzheitlich zu helfen – mit allen ihren Bedürfnissen. Daher decken die Angebote und Programme von LLG den körperlichen, seelischen, spirituellen und sozialen Bereich ab. Praktisch übt die LLG ihre Tätigkeit aus im Rahmen von Vorträgen und Seminaren, Tagungen, Kursen sowie Fortbildungen.

Mehr zur Schweizerische Liga Leben und Gesundheit: https://www.llg.ch/

Deutscher Verein für Gesundheitspflege e.V.
In Deutschland wollen die Siebenten-Tags-Adventisten mit dem bereits 1899 gegründeten „Deutschen Verein für Gesundheitspflege e.V.“, den vorteilhaften Lebensstil fördern, der sich auf ein ganzheitliches Menschenbild gründet. Der Körper als „Tempel Gottes“ gehöre mit zu diesem Bild. „Wir bieten Lebenshilfe und wollen Menschen begeistern, Gottes liebevolles Geschenk des Lebens für sich zu erkennen, zu bewahren und ein heilsames Leben zu führen“, heisst es in der Selbstbeschreibung auf der Webseite (www.dvg-online.de).

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Prospekt des 7. Christlichen Gesundheitskongresses © Design: Gesundheitskongress

Christlicher Gesundheitskongress: «Menschen. Würde. Achten»

Kassel/Deutschland | 27.01.2020 | APD | Gesundheit & Ethik

Am 25. Januar endete in Kassel der 7. Christliche Gesundheitskongress mit 630 Dauerteilnehmern. Vom 23. bis 25. Januar trafen sich unter dem Motto: „Du bist es wert. Menschen. Würde. Achten“. Rund 50 Initiativen und Unternehmen aus dem Gesundheitswesen präsentierten sich in einer begleitenden Fachausstellung mit Angeboten im Zusammenhang mit Gesundheit und Spiritualität.

Bedeutung und Ziel
Etwa ein Drittel der Teilnehmenden kämen aus Pflegeberufen, 20 Prozent seien Ärzte und 10 Prozent Therapeuten, so Dr. Georg Schiffer vom Kongressvorstand bei der Eröffnung des Gesundheitskongresses. Bedeutung und Ziel des christlichen Gesundheitskongresses sei vielschichtig. So ginge es darum, ein ausgewogenes theologisches Verständnis zu Krankheit, Gesundheit und Heilung auf biblischer Grundlage zu vermitteln, den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zum Einfluss von Spiritualität und Religiosität auf Krankheit und Gesundheit verständlich zu machen, christlichen Gemeinden umsetzbare Konzepte für die Begleitung kranker Menschen anzubieten und das Zusammenwirken von Gesundheitswesen und Gemeinden zu fördern. Der christliche Gesundheitskongress sei damit der einzige Kongress im deutschsprachigen Raum, der Berufsgruppen aus Gesundheitswesen und Mitarbeitende aus Kirchengemeinden aus allen christlichen Konfessionen verbindet.

Menschenbild – Menschenwürde
Die Frage nach der Würde des Menschen im Gesundheitswesen stand im Mittelpunkt der Tagung. Damit seien sowohl Patienten als auch Mitarbeitende gemeint, denn beide brauchten Wertschätzung. Mangelnde Anerkennung der helfenden Berufe sei einer der Gründe für den zunehmenden Mangel an Mitarbeitern im Gesundheitswesen. Kranke und Pflegebedürftige benötigten ebenfalls die Achtung ihrer Würde. Christliche Ethik schützte die Menschenwürde auch im System des Gesundheitswesens.

Drei Anfangsreferate setzten den Tenor des Treffens am ersten Kongresstag. Politik- und Religionswissenschaftlerin Dr. Claudia Baumgart-Ochse (Frankfurt/M.) startete einen Streifzug durch die Geschichte der Begriffe Menschenbild und Menschenwürde. Prof. Dr. Doris Nauer, Ärztin und katholische Theologin wies auf die heilsame Provokation des christlichen Menschenbildes hin. Einen internationalen Akzent setzte Dr. Gisela Schneider, die Direktorin des Deutschen Instituts für ärztliche Mission. Sie arbeitet eng mit Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege aus dem Kongo zusammen, dessen Arbeit zum Schutz der Würde von Frauen sie beim Kongress präsentierte.

Seminare
In drei Seminarblöcken beleuchteten insgesamt 80 Referenten die unterschiedlichen Aspekte des Konferenzthemas. So referierte z. B. Dr. Hannah Schulz, systemische Supervisorin, Gesprächstherapeutin in eigener Praxis und ignatianische Exerzitienbegleiterin in einem vielbeachteten Seminar über affektive, mentale, soziale und spirituelle Aspekte geistlichen Missbrauchs.

Gesundheitspreis
Zum sechsten Mal wurde im Rahmen des Kongresses auch der christliche Gesundheitspreis verliehen, der das Miteinander von Kirchengemeinde und Gesundheitswesen im Blick hat. Die Könige des Bonner Bildhauers und Diakons Ralf Knoblauch erhielten, den mit 2.000 Euro dotierten 1. Platz des Christlichen Gesundheitspreises 2020 - gestiftet von der Marienhaus Stiftung. Der zweite Preis mit 1.000 Euro dotiert, ging an die Elisabeth-Straßenambulanz in Frankfurt am Main - gestiftet von der Agaplesion gAG.

Am Samstag wurde als thematischer Schwerpunkt die Menschenwürde in einer Gesellschaft des hohen Alters diskutiert. Mit dabei war der Präsident des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung, Pfarrer Ulrich Lilie. Sein Thema: „Würde und Selbstbestimmung sichern – blinde Flecken in der Begleitung und Betreuung alter Menschen.“

Kongressveranstalter
Veranstaltet wird der Kongress von einem breiten Zusammenschluss christlicher Träger aus allen Kirchen. Federführend ist der Verein Christen im Gesundheitswesen, der seit drei Jahrzehnten die Vernetzung und Zusammenarbeit von engagierten Christen fördert, die ihre berufliche Tätigkeit mit ihrem christlichen Glauben in Einklang bringen möchten. So engagiert sich im Beirat z. B. auch die Theologische Hochschule Friedensau der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, vertreten durch Frau Prof. Dr. Margarete Reinhart, Studiengangsleiterin Gesundheits- und Pflegewissenschaften, bei der Auswahl des Programms und der Referenten. Finanziert wird der Kongress weitgehend aus Teilnehmerbeiträgen und Spenden.

Mehr zum Kongress unter: www.christlicher-gesundheitskongress.de

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Benjamin Doberstein, neuer Geschäftsführer der Schweizerischen Bibelgesellschaft © Foto: Schweizerische Bibelgesellschaft

Neuer Geschäftsführer bei der Schweizerischen Bibelgesellschaft

Biel/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Personen

Eva Thomi gibt nach 26 Jahren Tätigkeit die operative Leitung der Schweizerischen Bibelgesellschaft SB ab, und geht Mitte Juni in den wohlverdienten Ruhestand, heisst es in einer SB-Medienmitteilung. In der Person von Benjamin Doberstein (47) habe der Vorstand einen kompetenten Nachfolger gewählt, der die neu erarbeitete Strategie der SB weiterführen werde. Er tritt seine neue Funktion per Mitte Mai an.

Mit Benjamin Doberstein habe die SB einen neuen Geschäftsführer, der in der Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International CSI als Geschäftsleitungsvorsitzender und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit über lange Zeit Erfahrung in Management, Teamführung, Organisationsentwicklung sowie internationaler Zusammenarbeit gesammelt habe. Der Jurist aus Deutschland lebt und arbeitet seit 2001 in der Schweiz. Er ist Mitglied einer Freien Evangelischen Gemeinde.

«Es ist mir eine grosse Ehre, in die Fussstapfen von Eva Thomi zu treten. Sie hat die SB während bewegten Jahren mit viel Einfühlungsvermögen und Sachkenntnis geformt und geführt. Ich freue mich darauf, diesen Weg weiter zu gehen und auch in Zukunft möglichst vielen Menschen in der Schweiz und im Ausland die Bibel, als ein Buch zur Begegnung mit Gott und mit sich selbst, näher zu bringen» so Benjamin Doberstein. «Die Bibel stellt für unsere Gesellschaft bis heute sowohl in ihrer Rezeption als auch in ihrem Wirkungshorizont einen wesentlichen Einfluss dar. Die Kirchen und Gemeinschaften in der Schweiz dabei zu unterstützen, um die positiven Aspekte der Bibel für unsere Gesellschaft und für uns als Individuen herauszuarbeiten, ist ein Anliegen der Bibelgesellschaft, das ich gerne mittragen und weiterführen möchte.»

Der Vorstand der SB freue sich, dass er Benjamin Doberstein für die Aufgabe gewinnen konnte und danke Eva Thomi für ihr engagiertes, wertvolles und langjähriges Wirken. Sie habe die SB national und international vernetzt und den Auftrag der Bibelgesellschaft, die Bibel jedem interessierten Menschen zugänglich zu machen, mit Erfolg umgesetzt. Der Kontakt zu den Mitgliedsorganisationen, den Einzelmitgliedern sowie zu den Spenderinnen und Spendern sei ihr ein grosses Anliegen gewesen und zusammen mit ihrem Team habe sie bei vielen Menschen die Neugier für die Bibel geweckt und ihnen überraschende Zugänge eröffnet.

Schweizerische Bibelgesellschaft
Die Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) ist eine überkonfessionelle Nonprofit-Organisation. Sie unterstützt und fördert wissenschaftlich fundierte Übersetzungen und Revisionen der biblischen Texte. Ebenso beteiligt sie sich an der Herstellung und Verbreitung der Bibel in von Kirchen gewünschten Sprachen und Ausgaben in der Schweiz und im Ausland. Mehr auf www.die-bibel.ch.

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Benjamin Doberstein, neuer Geschäftsführer der Schweizerischen Bibelgesellschaft © Foto: Schweizerische Bibelgesellschaft

Neuer Geschäftsführer bei der Schweizerischen Bibelgesellschaft

Biel/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Personen

Eva Thomi gibt nach 26 Jahren Tätigkeit die operative Leitung der Schweizerischen Bibelgesellschaft SB ab, und geht Mitte Juni in den wohlverdienten Ruhestand, heisst es in einer SB-Medienmitteilung. In der Person von Benjamin Doberstein (47) habe der Vorstand einen kompetenten Nachfolger gewählt, der die neu erarbeitete Strategie der SB weiterführen werde. Er tritt seine neue Funktion per Mitte Mai an.

Mit Benjamin Doberstein habe die SB einen neuen Geschäftsführer, der in der Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International CSI als Geschäftsleitungsvorsitzender und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit über lange Zeit Erfahrung in Management, Teamführung, Organisationsentwicklung sowie internationaler Zusammenarbeit gesammelt habe. Der Jurist aus Deutschland lebt und arbeitet seit 2001 in der Schweiz. Er ist Mitglied einer Freien Evangelischen Gemeinde.

«Es ist mir eine grosse Ehre, in die Fussstapfen von Eva Thomi zu treten. Sie hat die SB während bewegten Jahren mit viel Einfühlungsvermögen und Sachkenntnis geformt und geführt. Ich freue mich darauf, diesen Weg weiter zu gehen und auch in Zukunft möglichst vielen Menschen in der Schweiz und im Ausland die Bibel, als ein Buch zur Begegnung mit Gott und mit sich selbst, näher zu bringen» so Benjamin Doberstein. «Die Bibel stellt für unsere Gesellschaft bis heute sowohl in ihrer Rezeption als auch in ihrem Wirkungshorizont einen wesentlichen Einfluss dar. Die Kirchen und Gemeinschaften in der Schweiz dabei zu unterstützen, um die positiven Aspekte der Bibel für unsere Gesellschaft und für uns als Individuen herauszuarbeiten, ist ein Anliegen der Bibelgesellschaft, das ich gerne mittragen und weiterführen möchte.»

Der Vorstand der SB freue sich, dass er Benjamin Doberstein für die Aufgabe gewinnen konnte und danke Eva Thomi für ihr engagiertes, wertvolles und langjähriges Wirken. Sie habe die SB national und international vernetzt und den Auftrag der Bibelgesellschaft, die Bibel jedem interessierten Menschen zugänglich zu machen, mit Erfolg umgesetzt. Der Kontakt zu den Mitgliedsorganisationen, den Einzelmitgliedern sowie zu den Spenderinnen und Spendern sei ihr ein grosses Anliegen gewesen und zusammen mit ihrem Team habe sie bei vielen Menschen die Neugier für die Bibel geweckt und ihnen überraschende Zugänge eröffnet.

Schweizerische Bibelgesellschaft
Die Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) ist eine überkonfessionelle Nonprofit-Organisation. Sie unterstützt und fördert wissenschaftlich fundierte Übersetzungen und Revisionen der biblischen Texte. Ebenso beteiligt sie sich an der Herstellung und Verbreitung der Bibel in von Kirchen gewünschten Sprachen und Ausgaben in der Schweiz und im Ausland. Mehr auf www.die-bibel.ch.

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Grusswort von Markus Bräuer (EKD) © Foto: Stephan G. Brass/APD

Medienkongress plädiert für glaubwürdigen Journalismus

Schwäbisch Gmünd/Deutschland | 27.01.2020 | APD | Medien

Rund 150 Medienschaffende aus unterschiedlichen Sparten kamen zum 6. Christlichen Medienkongress vom 16. bis 18. Januar 2020 in das Haus Schönblick nach Schwäbisch Gmünd. Einrichtungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wie HopeMedia, der Advent-Verlag und der Adventistische Pressedienst APD waren als Aussteller vertreten.

Glaubwürdigkeit – Unglaubwürdigkeit
Es brauche in unübersichtlichen Zeiten einen guten Journalismus, der glaubwürdig ist, so der Medienbeauftragte der Evangelischen Kirche Deutschland EKD und der Vereinigung evangelischer Freikirchen VEF, Oberkirchenrat Markus Bräuer (Frankfurt am Main), bei seinem Grusswort zu Beginn der Tagung. Die Thematik beschäftigte sich mit der Glaubwürdigkeit beziehungsweise Unglaubwürdigkeit der Medien in digitalen Zeiten. Der promovierte Physiker und Vorstandsvorsitzende von ERF Medien (Evangeliums-Rundfunk), Dr. Jörg Dechert, zeigte sich in seinem Eingangsreferat überzeugt, dass immer mehr Medien ein Glaubwürdigkeitsproblem hätten. Hanno Terbuyken, Leiter digitale Kommunikation beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), ergänzte: „Wir leben in einer Welt, in der jeder jedem alles erzählen kann, vor allem in den sozialen Netzwerken.“ Deshalb dürften Journalisten, so Corinna Buschow (Berlin), Chefkorrespondentin des Evangelischen Pressedienstes epd, sich nicht mit einer Sache gemein machen, auch nicht, wenn sie vermeintlich gut sei. Vielmehr seien sie gefordert, im Zweifel nachzuhaken und zu misstrauen.

Hass in den sozialen Medien
Dem Bereich sozialen Medien wurde während des Kongresses besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Glaubwürdigkeit werde von anderen zugesprochen, meinte am zweiten Tag des Medienkongresses die Landessuperintendentin Dr. Petra Bahr (Hannover). Es gehe um Glaubwürdigkeit der Medien, Glaubwürdigkeit der digitalen Kommunikation, und der zunehmenden Gewalt und Hass im Netz.

Nach den Worten von Terbuyken seien Hass und Hetze im Netz deshalb so gross geworden, weil man sie liken kann. Trotzdem sollten Kirchen die Social Media als Chance begreifen, entgegnete Uwe Vetterick, Chefredakteur der sächsischen Zeitung.

Das grösste Korrektiv, so Terbuyken, sei die Community. Diese Community gelte es zu erreichen. Referenten und Teilnehmer des Kongresses waren sich daher auch der Herausforderung bewusst, die Gruppe der 14 bis 29-Jährigen anzusprechen. Allerdings taste sich die christliche Medienlandschaft langsam an die Antworten heran, wie dies geschehen könne.

Erik Flügge
Während Printmedien, Radio und TV einen ständigen Rückgang ihrer Nutzer verzeichneten, stiegen die Abrufzahlen der Influencer auf Youtube und anderen Kanälen kontinuierlich. Da passte der kurzweilige Vortrag von Unternehmer, Politikberater und Bestsellerautor Erik Flügge genau in die Thematik. Sein Sachbuch „Der Jargon der Betroffenheit. Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt“ stand 2016 mehrere Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. Mit humorvollen und pointierten Aussagen hielt der bekennende katholische Christ den Anwesenden einen notwendigen Spiegel vor Augen, um ihre mühseligen und oft dilettantischen Ansätze zu erkennen, die Zielgruppe im Netz anzusprechen, geschweige denn zu erreichen.

Der Kongress brachte die bekannten Persönlichkeiten der christlichen Medienwelt zusammen. Neben den Referaten und Vorträgen war das Netzwerken ein wichtiger Bestandteil der Tagung. Auch die vorgestellten Projekte, Initiativen und Ideen boten einen Einblick in das kreative Schaffen der Szene.

Gast Thomas Middelhoff
Beim festlichen Buffet am dritten Tagungstag war ohne Zweifel einer angesagt, der immer noch für einen vollen Saal sorgen kann. Dr. Thomas Middelhoff lieferte im Podiumsgespräch Einblicke in sein Leben als Topmanager, seine Verurteilung und Zeit im offenen Vollzug als Hilfskraft bei den Bodelschwinghschen Stiftungen Bethels und seine neugewonnene Zufriedenheit als betender Christ. Bethel habe ihn verändert, dort habe er Dienen und Demut gelernt, so Middelhoff. Den Umgang der Medien mit seiner Person ab 2009 und besonders während der Zeit des Untreue-Prozesses gegen ihn, kritisierte er scharf, wiewohl er seine Affinität zu den Medien bis heute nicht verloren habe.

Frühschoppen mit Dieter Falk
Ein weiterer Gast begeisterte beim Frühshoppen am Samstagmorgen die Medienschaffenden. Dieter Falk, Musikproduzent, Pianist, Arrangeur und Komponist gewährte Einblicke in seinen Werdegang als Musiker und nahm die Zuhörer mit in die bewegte Wechselbeziehung zwischen Musik und Glaube. Mit einer fulminanten Intonation der bekannten Bachschen Toccata auf dem Medium Piano bereicherte der begnadete Musiker den Kongress.

Christlicher Medienkongress
Der Christliche Medienkongress wurde von insgesamt zwölf Partnern veranstaltet, unter anderem der EKD, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik GEP, Bibel TV, der Christlichen Medieninitiative pro (früher: Christlicher Medienverbund KEP), ERF Medien, der Stiftung Christliche Medien, der Stiftung Marburger Medien und der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Unter dem Hashtag #Medienkongress sind weitere Berichte zusammengefasst.

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Pastor Johannes Naether mit dem Jahresmotto 2020 der Adventisten in Deutschland © Foto: Stephan G. Brass/APD

Adventisten: Fernseh-Gottesdienst zum Jahresanfang

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 27.01.2020 | APD | Medien

Am 11. Januar wurde der jährliche Fernseh-Gottesdienst der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland aus Alsbach-Hähnlein übertragen. Das Motto des Gottesdienstes lautete: „Versuchung.Heute.“ und wurde von Pastor Johannnes Naether, Präsident des Norddeutschen Verbandes und stellvertretender Vorsitzender der Freikirche in Deutschland, in seiner Ansprache aufgenommen.

Der Titel „Versuchung.Heute.“ entspringt der sechsten Bitte im Vaterunser „… und führe uns nicht in Versuchung …“, die im Matthäusevangelium Kapitel 6, Vers 13 zu finden ist. Sie ist das Jahresmotto der Adventisten für das Jahr 2020 und fügt sich an die vorangegangenen Bitten an, die bereits als Jahresmotto dienten.

Verkündigung
Naether widmete sich den Fragen „Versucht uns Gott?“ „Ist das nur eine Frage der „richtigen“ oder „falschen“ Übersetzung?“ „Ist es von unserem Gottesbild abhängig?“ In seiner Predigt lud er dazu ein, sich auf einen Gott einzulassen, dem man offen und vertrauensvoll begegnen kann. Auch nach einer Versuchung.

Für Naether komme durch „versuchen“ Fortschritt in unser Leben. Jeder kenne aber auch Versuchung. Er wolle den Zuhörern ebenso Theologie zumuten, weil sich an der Frage, ob Gott tatsächlich in die Versuchung führe, viel entzünde. „Dürfen wir IHN durch unsere Bitte davon abhalten?“ so der Kirchenmann. Das „Vaterunser“ sei nicht oberflächlich, sondern tiefgründig. Das ihm zu Grunde liegende Gottes- und Menschenbild berühre die Entscheidung, ob der Mensch überhaupt den Weg des Glaubens einschlagen solle oder nicht.

Am Beispiel der biblischen Personen Abraham und Hiob machte Naether das Bedeutungsspektrum des Begriffes „Versuchung“ deutlich, das eben auch „Prüfung“ und „Erprobung“ ohne böse Absicht meinen kann. In der Bibel gebe es zahlreiche Szenen, „wo fromme und gerechte Menschen ihre Gottesbeziehung, ihre Gottesliebe, auf eine harte Probe gestellt“ sähen. Der Gedanke der Bewährung sei gar nicht so weit weg von uns Menschen und gehöre zum alltäglichen Erleben, denn das „Durchstehen von Krisen“ stärke uns. Gott führe in die Freiheit und damit in die Herausforderung, sich auf Gott einzulassen.

Umfrage zu Versuchung
Im Rahmen der Verkündigung wurde auch eine Umfrage zum Thema Vertrauen ausgewertet. So antworteten von den 1.365 Teilnehmenden 77,52 Prozent auf die Frage „Macht dir das Thema Versuchungen Angst?“ mit nein. 86,06 Prozent sahen in Versuchungen auch Chancen?. Bei der Frage, ob das Motto „… und führe uns nicht in Versuchung …“ noch in das persönliche Gottesbild passe, hielten sich die Antworten der Teilnehmer die Waage zwischen Zustimmung und Ablehnung.

Live-Schaltung zu zwei Kirchgemeinden
Während der Gottesdienstübertragung gab es auch Live-Schaltungen zu zwei Kirchgemeinden mit ihren aktuellen Projekten. Die Adventgemeinde auf der Ostseeinsel Rügen berichtete von ihrem Kirchenneubauprojekt, das auch vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert wird. Vilshofen stellte mit dem „Café Welcome“ einen Treffpunkt für Migranten und interessierte Mitbürger vor.

Übertragung im HopeTV
Der Gottesdienst „Versuchung.Heute.“ wurde vom grossen TV-Studio des adventistischen Medienzentrums „HopeMedia“ in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt im Rahmen des Fernsehprogramms „HopeTV“ ausgestrahlt. Rund 200 Adventgemeinden in Deutschland hatten angegeben, die Ausstrahlung in ihren Gottesdienst am 11. Januar zu integrieren. Der Gottesdienst kann über die Mediathek des „Hope Channel“ abgerufen werden:
https://www.hopechannel.de/tv/mediathek/episode/ml/atem-der-hoffnung/versuchung-heute/

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Homepage der neuen Webseite der adventistischen Weltkirchenleitung © Screenshot: Herbert Bodenmann/APD

Adventistische Weltkirchenleitung mit neuer Webseite

Silver Spring, Maryland/USA | 27.01.2019 | APD | Medien

Die neue Webseite (www.adventist.org) der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten sei umfassend evangelistisch ausgerichtet worden, schreibt Williams Costa, Kommunikationsverantwortlicher der Weltkirchenleitung.

Im zweijährigen Überarbeitungsprozess seien auch Massnahmen zur Suchmaschinenoptimierung eingebaut worden, um die Sichtbarkeit der Webseite auf Suchmaschinen zu erhöhen, so Costa. Die neue Webseite sei Teil der umfassenderen digitalen Evangelisationsinitiative (Digital Evangelism Initiative DEI), die darauf abziele, alle digitalen Werkzeuge einzusetzen, um die Mission der Kirche zu verwirklichen.

Zur neuen Webseite: www.adventist.org

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Symbolbild Buch © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: Übermorgenland – Eine Weltvorhersage

Basel/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Buchrezensionen

Markus Spieker, Übermorgenland – Eine Weltvorhersage, Fontis – Brunnen Verlag Basel, 2019, 320 Seiten, Paperback, 20,00 EUR, ISBN/EAN: 9783038481645

Der ehemalige ARD-Korrespondent Markus Spieker wagt in seinem neusten Buch eine Weltvorhersage. Ausgangspunkt ist der rapide Wandel der Welt und die grosse Orientierungslosigkeit des Westens. Diese Tatsachen gefährden die Zukunft der Welt. Spieker beschreibt die wichtigsten Trends und möchte Tipps zur Zukunftssicherung geben. Er will krisensicher machen und verweist dabei auf die Zukunft. Dazu widmet er sich in zehn Thesen dem Gesternland, mit zwanzig Thesen beschreibt er das Morgenland und wiederum zehn Thesen weisen den Weg ins Übermorgenland. Spieker gibt so Antworten auf die Fragen „Warum verstehen wir die Welt nicht mehr?“, „Wohin die wird sich die Welt entwickeln?“ und „Wie werden wir besser, krisenfester und unsterblich?“

Zur Weltlage
Spiekers Beobachtungen zur Weltlage werden dabei nuanciert, pointiert, persönlich, kritisch und auch manchmal politisch unkorrekt in glatter, anregender Weise zusammengefasst. Das Buch ist so unterhaltsam geschrieben, dass es das bitterernste Thema fast vergessen lässt. Es steht nämlich nicht gut um uns. Nichtverstehen ist angesichts aller Fake-News, Gurus, Weltverbesserer, Karrieregeilheit und Ichbezogenheit der Normalzustand. Die Umwelt wird unaufhaltsam unwirtlicher, da voller, widersprüchlicher, wärmer, wütender, härter, schmutziger, ungleicher und sinnloser. Doch der Journalist bleibt bei dieser Generalkritik nicht stehen, sondern geht weiter. Seine Lösungen sind durchaus als alternativ zu bezeichnen, wenn er von Konsumdiät spricht, von Gemeinschaftsgefühlen und Tradition. Auch spirituelle Themen wie Sinn, Glück und Gott finden einen Platz.

Für den Leser
Das Übermorgenland von Spieker liegt tatsächlich in der Zukunft. Damit mögen die Aussagen der Weltvorhersage etwas prophetisch erscheinen. Tatsächlich sind religiöse Obertöne nicht zu überhören. Hier schreibt einer, der orientiert ist, weil er Halt im christlichen Glauben gefunden hat. Mit dieser Weltsicht wird die tatsächliche Weltlage gedeutet und bewertet. Natürlich macht dieser Standpunkt angreifbar, da es unpopulär ist, persönliche, metaphysische Überzeugungen als Bewertungsgrundlage zu nutzen. Doch der Autor ergänzt wage Ahnungen und persönliche Beobachtungen mit harten Fakten. Dabei ist Spieker mutig und scheint kein Problem damit zu haben, unbequem zu sein. Er denkt nicht nur gegen den Strich, er bürstet auch dagegen. Das hinterlässt beim Leser schliesslich ein Gefühl zwischen erfrischender Wohltat und geistigem Unbehagen.

Was wird kommen? Wir wissen es nicht, wir können es nur erahnen. Ob Spiekers Vorhersagen wirklich eintreffen werden, wird sich zeigen. Vielleicht wird aber alles noch viel schlimmer/besser, je nachdem, ob wir eher pessimistisch denken oder mehr optimistisch unterwegs sind.

Claudia Mohr

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Symbolbild Buchrezension © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: Stich ins Herz – Das Ringen um Vergebung nach einer unfassbaren Tat

Basel/Schweiz | 27.01.2020 | APD | Buchrezensionen

Darold Bigger, Stich ins Herz – Das Ringen um Vergebung nach einer unfassbaren Tat, Advent-Verlag Lüneburg 2019, 256 Seiten, Buch, 20,00 EUR, ISBN: 978-3-8150-1979-5

„Ich muss euch die schlimmste Nachricht überbringen, die ich euch je mitteilen könnte … Shannon ist ermordet worden, umgebracht in ihrer Wohnung.“ Diese erschütternde Nachricht, gesprochen vom College Seelsorger zertrümmerte augenblicklich die bis dahin geordnete Welt von Barbara und Darold Bigger. Darold Bigger war Theologieprofessor am damaligen Walla Walla College im Bundesstaat Washington/USA, als seine Tochter Shannon 1996 kurz vor Ende ihres Praktikums in Maryland auf der anderen Seite des Kontinents heimtückisch ermordet wurde. In dem jetzt durch den Advent-Verlag auch in deutscher Sprache vorliegenden Buch beschreibt der Autor ehrlich und offen die Ereignisse um die Tat und die bohrenden Fragen und Erlebnisse nach diesem entsetzlichen Geschehen.

Das Buch, das fast zwanzig Jahre nach der Tat 2015 zuerst im Original von der Pacific Press Publishing Association in Nampa, Idaho (USA) herausgegeben wurde ist in drei Hauptteile gegliedert. Im ersten Teil „Unser Ringen darum, dem Mörder unserer Tochter zu vergeben“ widmet sich Bigger der Beschreibung des unvorstellbaren Verlusts, der Beerdigung, den Medien, dem Trauer und Schmerz und der allgegenwärtigen Frage, wo Gott denn in diesem schrecklichen Moment war. Im zweiten Teil behandelt der Vater der Ermordeten und gleichzeitig ein Professor für Theologie und soziale Arbeit den Umgang mit „Wut, Verbitterung und Rache loslassen“. Zuweilen mutet er dem Leser – zwar immer wieder hilfreiche – theologische Abhandlungen über die Thematik der Vergebung zu. Allerdings verliert er dabei nie die praktischen Aspekte des Heilungsprozesses aus dem Blick. Das hält den Leser bei der Stange.

Vergebung ist ein wesentlicher Aspekt dieses Buches. So unterscheidet Bigger zwischen dem Substantiv Vergebung und dem Verb vergeben. Er formuliert, dass der Begriff als Substantiv uns allzu leicht dazu führe, „die emotionale Bedeutung für uns abzustreiten und uns stattdessen in den gefahrlosen Bereich der intellektuellen Auseinandersetzung zurückzuziehen“ (S. 145). Im Gegensatz dazu könne Vergebung – besonders in schwierigen Situationen – nur dann wirksam sein, wenn sie persönlich und Teil unserer Identität werde. Vergebung bedeute, sich der Wirklichkeit zu stellen. Diese Wahrheit würde befreien (S. 155). Dann übe Vergebung gleichermassen ihre verändernde Kraft auf Täter und Opfer aus. Als bibelgläubiger Christ versäumt Darold Bigger dann auch nicht, Vergebung als Geschenk eines liebenden Gottes zu bezeichnen (S. 141).

So beschreibt das Buch „Stich ins Herz“ nicht nur das Betroffen sein Hinterbliebener eines schrecklichen Mordes, sondern wird zugleich eine Bedienungsanleitung für den Umgang mit negativen Erlebnissen, Hass, Wut und Rachegedanken. Im letzten Teil des Buches hat der Autor fünf Essays über die Liebe zusammengestellt. Es geht über Liebe, Anerkennung, Unterschiede, Kritik und Wut. Darold Bigger will damit sicherlich hervorheben, dass durch die Liebe das Wunder der Veränderung überhaupt erst möglich wird und die Kraft, sich und dem Täter zu vergeben, erst entfaltet werden kann. Das macht das Buch äusserst lesens- und empfehlenswert.

Stephan G. Brass

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