APD-INFORMATIONEN 3/2020 - MÄRZ 2020

© Logo und Wortmarke: Siebenten-Tags-Adventisten

Adventisten in der Deutschschweiz sagen 118. Jahreskonferenz ab

Zürich/Schweiz | 26.03.2020 | APD | Schweiz

Die Leitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz (DSV) hat am 5. März die Durchführung der 118. Jahreskonferenz, die für den 28. März in der Parkarena Winterthur geplant war, wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt.

Dieser Entscheid sei ihr nicht leichtgefallen, schreibt die Kirchenleitung auf der Webseite. Obwohl das Verbot der Bundesbehörden zur Durchführung von Grossveranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmenden bis 15. März beschränkt ist, erwartet die Kirchenleitung danach keine Lockerung dieser Bestimmung. Die Risikoabwägung sowie Solidarität gegenüber besonders gefährdeten Gruppen seien ausschlaggebend für die Absage gewesen.

Die Jahreskonferenz der 32 Kirchgemeinden in der Deutschschweiz bildet den geistlichen Höhepunkt im kirchlichen Leben der Adventisten und ist immer auch eine Art von «Familientreffen».

Die nächste Jahreskonferenz der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz ist auf den 20. März 2021 geplant.

Adventisten in der Schweiz
Eine Vorläufergemeinde der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist 1867 in Tramelan/Jura entstanden. 1883 wurden in Basel und Tramelan offiziell die ersten Adventgemeinden gegründet. Im Jahre 1901 wurden die Kirchengemeinden in der Schweiz entsprechend der Sprachzugehörigkeit in zwei «Vereinigungen» aufgeteilt: in die «Deutschschweizerische Vereinigung» mit Sitz in Zürich und in die «Fédération de la Suisse Romande et du Tessin» mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die nationale Kirchenleitung «Schweizer Union».

Ende Dezember 2019 lebten 4.818 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz. Einige Hundert Kinder und Jugendliche sind in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die protestantische Freikirche keine Kinder tauft, sondern ihnen den Entscheid zum Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, wenn sie sich selbst entscheiden können. Die Adventisten feiern den Gottesdienst am biblischen Ruhetag, dem Samstag (Sabbat), in 56 Kirchgemeinden und sechs Gruppen. Weltweit sind mehr als 21,5 Millionen Personen durch die Glaubenstaufe Mitglieder der Kirche geworden.

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). In sechs kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (BL/BS, GE, SH, TI, VD, ZH) sind sie Mitglieder oder haben den Gaststatus. In der Deutschschweiz sind sie im Beobachterstatus des Verbands Evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz, «VFG - Freikirchen Schweiz».

Mehr Informationen über die Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz:
https://www.adventisten.ch/adventisten/

Statistische Angaben zu den Adventisten weltweit (auf Englisch):
https://www.adventistarchives.org/quick-statistics-on-the-seventh-day-adventist-church

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Symbolbild: Kirche geschlossen © Foto: anja lehmann/churchphoto.de

Coronavirus: Notstand in der Schweiz - Folgen für die Kirchen

Zürich/Schweiz | 26.03.2020 | APD | Schweiz

Die Schweizer Regierung hat den Notstand ausgesprochen und per Verordnung schweizweit alle Versammlungen im öffentlichen und privaten Raum bis zum 19. April untersagt. Zudem hat der Bundesrat dazu aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben und Kontakte zu meiden. Neben den einschneidenden Entscheiden für den Schul-, Berufs- und Gesellschaftsalltag bedeutet dies einmal mehr auch für das kirchliche Leben ein Umdenken. Trotz den damit verbundenen Herausforderungen unterstützen die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES, der VFG – Freikirchen Schweiz sowie die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten diese Schritte ausdrücklich, schreiben sie in ihren Mitteilungen.

Keine Gottesdienste oder Kleingruppen
Es finden ab sofort keine Gottesdienste und anderen Zusammenkünfte mit versammelter Gemeinde mehr statt. Aufgrund der vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen können somit auch keine Karfreitags- und Ostergottesdienste im traditionellen Format durchgeführt werden. Eine Ausnahme besteht für Beerdigungen im engsten Familienkreis. Dabei sind die gesundheitlichen Vorsorgemassnahmen streng zu beachten.

Im Unterschied zu dem, was noch Ende letzter Woche galt, sind jetzt auch keine Treffen in Kleingruppen mehr möglich. Die SEA-RES, der VFG sowie die Adventisten empfehlen deshalb auch für Hauskreise und Arbeitsbesprechungen auf digitale Formen umzusteigen.

Sozial-diakonische Tätigkeiten bleiben möglich
Wo Kirchen sozial tätig sind (z.B. Anlaufstellen), gelten Ausnahmen vom Verbot. Bei Veranstaltungen von sozialen Einrichtungen müssen ebenfalls die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit betreffend Hygiene und soziale Distanz eingehalten werden. Die Anzahl der anwesenden Personen ist entsprechend zu limitieren und Menschenansammlungen sind zu verhindern, heisst es in der SEA-Mitteilung.

Demnach soll die Seelsorgearbeit wenn immer möglich telefonisch oder mit anderen technischen Mitteln geführt werden. Persönliche Besuche müssen auf zwingende Situationen beschränkt werden (z.B. Todesfall und andere Notsituationen). Es gilt, die physische, psychische und seelische Gesundheit im Blick zu haben.

Aufruf zum gemeinsamen Gebet auf andere Art
Gebetsketten werden organisiert, welche Menschen im Gebet vereinen, obwohl sie von zuhause aus beten. Solche Gebetsketten können über die Webseite 24-7CH (www.24-7ch.ch) organisiert werden und vernetzen Beterinnen und Beter. Eine andere Möglichkeit bietet Gebet für die Schweiz an: www.gebet.ch

Predigt-Livestreams
Livestreams sind eine tolle Möglichkeit, um auch trotz «Social Distancing» verbunden zu bleiben, schreibt die SEA. Demnach stehen auf der neuen, kirchenübergreifenden Plattform kirchezuhause.com ab Mittwoch, 18. März, laufend aktualisiert Predigt-Livestreams aus der ganzen Schweiz zur Verfügung.

Adventisten bieten Live-Gottesdienste an
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten bietet jeweils samstags ab 9:30 Uhr über Hope TV, adventistischer Fernsehsender, einen Live-Gottesdienst an. Im ersten Teil findet ein Bibelgespräch mit fünf Personen statt (die Bibel. das Leben - http://www.diebibel-dasleben.de/), dann folgt ein Kindermoment und anschliessend die Predigt (https://www.hopechannel.de/tv/live/).

Jesushouse überträgt fünf Tage Livestream für Teenager
Unter dem Slogan «A new way to be human» sendet Jesushouse ab Dienstag, 17. März, bis Samstag, 21. März, ein evangelistisches Programm für Teenager. Jeweils von 18:30 bis 19:30 Uhr ist der Stream unter jesushouse-live.de für alle frei zugänglich, schreibt die SEA. (http://ow.ly/NRik30qqvHj)

Es geht dabei um die grossen Fragen der Teens nach Glück, Sicherheit, Leistungsdruck, heilen Beziehungen und Gerechtigkeit. Es werden Clips mit bewegenden Geschichten aus dem Leben von jungen Menschen gezeigt und jeden Abend live die Fragen der Teens beantwortet.

Biblische Geschichten für Kinder und Familien
Für Kinder und Familien gibt es eine Serie von Videos, in denen in einfacher Form und fundiert biblische Geschichten erzählt und entsprechende Impulse vermittelt werden. Das erste Video über Esra ist bereits online (http://ow.ly/m1bP30qqvGg).

HopeTV bietet ebenso Sendungen für Kinder an (http://ow.ly/Ef0Q30qqvOa). In der Schweiz können die Sendungen von HopeTV auf Swisscom TV plus oder über den Satelliten ASTRA empfangen werden.
Weitere Informationen: https://www.hopechannel.de/

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Take-Away-Flyer © Foto: Heilsarmee

Coronavirus: Take-Away in Zürich für soziale Randgruppen

Zürich/Schweiz | 26.03.2020 | APD | Schweiz

Vier Organisationen, die Heilsarmee Zürich Zentral, die Evangelisch-methodistische Kirche Zürich 4, die Vereine Netz4 und das Chrischtehüsli, bieten jeweils an Wochentagen über Mittag in einem Pavillon vor dem Hope House der Heilsarmee gemeinsam einen Take-Away für die Zeit des Notstands an. Das Angebot startete am 20. März, um 12.00 Uhr an der Ankerstrasse 31/33, 8004 Zürich.

Die Massnahmen des Bundesamts für Gesundheit BAG im Zusammenhang mit der Eindämmung des Coronavirus treffen gerade unsere KlientInnen und andere Menschen am Rand der Gesellschaft besonders hart, schreibt die Heilsarmee in einer Medienmitteilung. „Nicht nur fallen wichtige soziale Kontakte weg, sondern auch bestehende Beratungs-, Gemeinschafts- und Unterstützungsangebote verschiedener staatlicher und kirchlicher Stellen“, so die Heilsarmee.

Ziel sei demnach die Versorgung von Menschen in prekären Situationen von Montag bis Freitag von 12.00 – 13.00 Uhr mit einem warmen Mittagessen unter Einhaltung der Vorsichtsmassnahmen des BAG. Damit könnten die beteiligten Organisationen die bisher bestehenden Angebote teilweise aufrechterhalten. Die Essenportionen würden in verschlossenem Einweggeschirr und Papiertüten abgegeben. Es gebe keinen Einlass in die Räumlichkeiten des Hope Houses. Das Personal sei für die Durchsetzung der Massnahmen zuständig: Social Distancing in der Warteschlange, baldiger Weggang der Gäste vom Take-Away. Neben dem Take-Away-Stand gebe es einen Topf für eine freiwillige Spende.

Der Verein inklusiv betreibt mit dem Chrischtehüsli eine Anlauf- und Beratungsstelle für randständige Menschen in den Räumlichkeiten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an der Cramerstrasse, rund 150 Meter vom Hope House der Heilsarmee Zürich Zentral entfernt. Vor der Corona-Krise haben dort die Mitarbeitenden des Chrischtehüsli den Anwesenden jeweils ein Mittagessen serviert.

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Symbolbild - helfen verboten © Foto: Ben Bornowski/churchphoto.de

EVP: Hilfe aus Nächstenliebe darf nicht kriminalisiert werden

Bern/Schweiz | 26.03.2020 | APD | Schweiz

Die Ratsmitglieder der Evangelischen Volkspartei EVP haben sich zusammen mit einer Minderheit im Nationalrat vergeblich dafür eingesetzt, dass Menschen künftig nicht mehr dafür bestraft werden, wenn sie aus humanitären Gründen hilfsbedürftigen Flüchtlingen in der Schweiz Hilfe leisten, schreibt die EVP in einer Medienmitteilung. Das Parlament lehnte es mit 102 gegen 89 Stimmen ab, eine Ausnahme für Hilfe aus «ehrenhaften Motiven» ins Ausländergesetz aufzunehmen.

Lisa Mazzone (Ständerätin, Grüne/GE) hatte 2018, damals noch als Nationalrätin, eine parlamentarische Initiative eingereicht, die verlangte, das Ausländer- und Integrationsgesetz so zu ändern, dass Personen, welche «die rechtswidrige Ein- oder Ausreise oder den rechtswidrigen Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz fördern», nicht bestraft werden, wenn sie dies aus achtenswerten Gründen tun.

Barmherzigkeit darf nicht bestraft werden
Die EVP-Ratsmitglieder hatten mit einer Minderheit beantragt, der Initiative Folge zu geben. Barmherzigkeit könne in der Schweiz nicht weiterhin bestraft werden. «Es kann nicht sein, dass Menschen, die aus Nächstenliebe helfen, gleich behandelt werden wie kriminelle Schlepper.» Die Schweiz muss endlich damit aufhören, Menschen zu kriminalisieren, die aus humanitären Gründen handeln, so die Forderung der EVP-Parlamentarier.

Humanität ist nicht Schlepperwesen
«Es muss in der Schweiz mit ihrer humanitären und christlichen Tradition klar zwischen Fluchthilfe aus Nächstenliebe oder humanitären Gründen und finanziell motiviertem Schlepperwesen unterschieden werden», fordert EVP-Nationalrätin Marianne Streiff. «Viele europäische Staaten handhaben dies längst so.»

Delikt der Solidarität
Nach heutigem Recht kann Hilfe für Menschen, die unerlaubt in die Schweiz einreisen oder sich dort aufhalten, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft werden. Meist werden die Helfer zu Geldstrafen verurteilt und erhalten einen Eintrag ins Strafregister. Im Durchschnitt wurden in den letzten Jahren rund 1.000 Personen in der Schweiz so strafrechtlich verurteilt und kriminalisiert. So auch vergangenes Jahr Pfarrer Norbert Valley, der im Kanton Neuenburg einem Flüchtling in seiner Kirche übernachten liess und ihn mit Essen versorgte. Menschenrechtsorganisationen sprechen in diesem Zusammenhang von einem «Delikt der Solidarität».

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Symbolbild - helfende Hände © Foto: pixabay/truthseeker08

Deutschland: Adventisten nehmen Stellung zur Aufhebung des Verbots der geschäftsmässigen Förderung der Selbsttötung

| 26.03.2020 | APD | International

Hannover/Deutschland | 01.03.2020 |APD | Der Präsident des Norddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Johannes Naether (Hannover), hat in einer Kolumne für die April-Ausgabe der Zeitschrift „Adventisten heute“ zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Deutschland vom 26. Februar Stellung genommen. Mit dem Urteil hob das höchste deutsche Gericht das Verbot der geschäftsmässigen Förderung der Selbsttötung in § 217 Strafgesetzbuch (StGB) als verfassungswidrig auf.

In der Kolumne befasst sich Naether mit der Behauptung: „Selbstbestimmtes Sterben ist Teil des Lebens, das sich die Menschen heute − zu Recht − wünschen.“ Der Freikirchenleiter erinnert daran, dass im § 217 StGB die geschäftsmässige Förderung der Selbsttötung unter Strafe gestellt wurde. Damit sollte eine gesellschaftliche Normalisierung von Sterbehilfe und deren Kommerzialisierung vermieden werden. Zusätzlich wäre es um den Schutz labiler Menschen vor interessengeleiteter Einflussnahme gegangen.

Sensibilität, Respekt und Einfühlungsvermögen erforderlich
Für Naether stelle sich die Frage: Werde aufgrund des Urteils künftig die Würde und der Wert des Menschen nach seiner Leistungsfähigkeit und seinem Nutzen für andere gemessen, sodass sich der Druck auf alte oder kranke Menschen erhöhe? Auch gelte zu bedenken: Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) wertet die persönliche Autonomie des Menschen in Artikel 1 und 2 unseres Grundgesetzes so stark, dass daraus ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben erwachse. Ein Recht, dass nicht nur kranke und alte Menschen besitzen, sondern auch Gesunde. Um dieses Recht zu garantieren bedürfe es geschäftsmässiger Angebote der Suizidhilfe, so das BVerfG.

Es erfordere ein hohes Mass an Sensibilität, Respekt und Einfühlungsvermögen über die konkrete Option des Sterbens zu diskutieren, so Pastor Naether. „Wir reden über Menschen, die an einem maximal krisenhaften Moment ihres Lebens stehen und zunächst einmal das Recht haben, ernsthaft und respektvoll wahrgenommen zu werden.“ Grundsatzfragen stünden in der Gefahr, dass sie mit ideologischer Härte oder festgefügter Vorprägung geführt würden. „Unser Gegenüber ist aber der leidende Mensch, der in Freiheit sein Leben führt und auf der Suche nach einem Ausweg ist.“ Respekt und Einfühlungsvermögen schlössen jedoch nicht aus, „dass wir für diese Menschen Zeugen des Lebens sein dürfen“.

In diesem Sinne stimmt Johannes Naether mit der Aussage in der gemeinsamen Erklärung der Vorsitzenden der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland zum Verbot der geschäftsmässigen Förderung der Selbsttötung überein: „Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich gerade in der Art und Weise, wie wir einander Hilfe und Unterstützung sind. Daher setzen wir unsere Bemühungen fort, Menschen in besonders vulnerablen Situationen Fürsorge und Begleitung anzubieten.

Der Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Norddeutschen Verband ruft dazu auf: „Orientieren wir uns an dem Wirken Jesu, der Menschen in ihrer Freiheit respektierte und sich rückhaltlos für das Leben eingesetzt hat.“

Schmerzen lindern aber kein „Gnadentod“
Für die Siebenten-Tags-Adventisten sei „Sterben in Würde“ durchaus ein Thema, so der stellvertretende Pressesprecher der Freikirche in Deutschland, Holger Teubert. Ihr Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) unterhalte zur Begleitung schwer kranker, sterbender Menschen und ihrer Angehörigen Hospize in Uelzen und Lauchhammer im Süden Brandenburgs, sowie einen ambulanten Hospizdienst mit „Trauercafé“ in Berlin-Charlottenburg. Schon 1992 habe der Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Adventisten eine „Konsenserklärung über die Betreuung Sterbender“ beschlossen. Aus ihr gehe hervor, dass die Freikirche einen ethischen Unterschied mache zwischen dem Verzicht auf lebensverlängernde medizinische Massnahmen, die nur das Leiden verlängern und den Tod hinauszögern, und dem Eingreifen mit dem Ziel, das Leben des Patienten aktiv zu beenden. So sei es nicht notwendig, alle nur möglichen medizinischen Behandlungen vorzunehmen oder anzubieten, die lediglich den Vorgang des Sterbens verlängerten.

In der Konsenserklärung der adventistischen Weltkirchenleitung heisse es unter anderem: „Obwohl die christliche Liebe dazu führen kann, medizinische Massnahmen, die Leiden vergrössern oder das Sterben verlängern, zurückzuhalten oder zu beenden, praktizieren Siebenten-Tags-Adventisten jedoch keinen „Gnadentod“ oder Hilfe zur Selbsttötung.“ Ergänzend werde, laut Teubert, hervorgehoben: „Die christliche Barmherzigkeit schliesst Hilfe für Leidende ein. Beim Dienst an Sterbenden gehört es zur christlichen Verantwortung, Schmerzen und Leiden so weit wie möglich zu lindern. Das schliesst jedoch nicht die aktive Sterbehilfe ein.“

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Hauptgründe für Verfolgung: Frau und Christin © Foto: Grant Whitty on Unsplash

Weltfrauentag: Verfolgt, weil sie Frauen und Christinnen sind

Burgdorf/Schweiz | 26.03.2020 | APD | International

Im Hinblick auf den Weltfrauentag vom 8. März veröffentlichte das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors OD einen Bericht zu geschlechtsspezifischer religiöser Verfolgung. Die Forschungsabteilung von Open Doors, World Watch Research, analysiert im Bericht «2020 Gender-Specific Religious Persecution» eingehend, wie sich Verfolgung für Männer und Frauen, die sich zum christlichen Glauben bekennen, nach Art und Häufigkeit unterscheidet.

Hauptgründe für Verfolgung christlicher Frauen: Minderheitsreligion, Frauen
Christliche Frauen und Mädchen erfahren demnach Verfolgung und Unterdrückung vor allem aus zwei Gründen: weil sie einem Glauben folgen, der von der Mehrheitsreligion im jeweiligen Land nicht akzeptiert wird und weil sie Frauen sind. Das Zusammenwirken dieser Faktoren führe zu einer besonders hohen Verwundbarkeit für Frauen, heisst es in der OD-Medienmitteilung. Häufig basiere die Strategie der Täter dabei auf folgender Überlegung: Werden christliche Mädchen zwangskonvertiert und mit einem der Mehrheitsreligion zugehörigen Mann verheiratet, so wird es weniger Kinder von Christinnen geben. Die christliche Bevölkerung soll abnehmen bzw. unter Druck zu Konversion gezwungen werden, um die Religionsgemeinschaft der Täter zu stärken. Diese Form der Verfolgung von Frauen trete besonders stark in mehrheitlich muslimischen Ländern auf, so OD.

Laut den Analysten des Berichts nutzen die Verfolger zum einen die bestehenden gesellschaftlich definierten Geschlechterrollen und zum anderen die Verletzlichkeit der Christinnen als Angehörige einer Minderheitsreligion.

Zu Glaubenswechsel und Ehe gezwungen
Während sich Verfolgung von christlichen Männern und Jungen zumeist in Form körperlicher Gewalt sowie wirtschaftlicher Schikane und Inhaftierungen äussere, seien christliche Frauen und Mädchen weltweit besonders häufig von zwei Formen von Verfolgung betroffen: sexuelle Gewalt und Zwangsheirat. Diese beiden Formen seien aus 84 Prozent der 50 Länder des Weltverfolgungsindexes gemeldet worden und damit aus allen Regionen der Welt, gefolgt von physischer Gewalt (64 Prozent).

Häufigste Druckmittel: sexuelle Gewalt, Vergewaltigungen, Zwangsheirat
Aus fast allen (78 Prozent) der in Asien gelegenen Länder des Weltverfolgungsindexes seien sexuelle Gewalt und damit auch Vergewaltigung sowie Zwangsheirat als häufigstes Druckmittel gegen christliche Frauen genannt worden, gefolgt von Entführungen.

In Pakistan stünden beispielsweise besonders Mädchen und junge Frauen im Alter von 13 bis 20 Jahren in der Gefahr, entführt, vergewaltigt und zum Glaubenswechsel sowie zur Ehe mit dem Vergewaltiger gezwungen zu werden. Statt Schutz durch die Behörden erlebten christliche Familien, dass die Behörden in der Regel die Familien der Täter schützten, schreibt das Hilfswerk. Deshalb hielten viele eine Anzeige bei der Polizei für zwecklos. Selbst wenn ein Fall vor Gericht komme, würden die christlichen Mädchen unter Druck gesetzt, ihren Glaubenswechsel als «freiwillig» zu erklären. Mehr als 1.000 christliche und auch hinduistische Mädchen würden jedes Jahr auf diese Weise zur Ehe gezwungen, so OD.

Niedriges gesetzliches Mindestalter begünstigt Zwangsehen
In vielen Ländern begünstige das niedrige gesetzliche Mindestalter für Eheschliessungen die Zwangsehen zusätzlich. Das gelte auch für Länder in Subsahara Afrika, wobei christliche Frauen und Mädchen in Nigeria – wie auch ihre Familien – seit Jahren besonders grosses Leid ertragen müssten. Laut Open Doors werden sie durch die Islamisten von Boko Haram, ISWAP (Islamischer Staat Provinz Westafrika) und oft auch Fulani Viehhirten entführt, vergewaltigt, zwangskonvertiert, als Sex-Sklavinnen verkauft und manchmal auch getötet. In dieser Region seien im Berichtszeitraum die meisten Christen ermordet und viele Kirchen, Häuser sowie Geschäfte von Christen zerstört worden. Der Berichtszeitraum umfasst die Zeit vom 1. November 2018 bis 31. Oktober 2019. Die Ergebnisse im Bericht beziehen sich auf die 50 Länder des Weltverfolgungsindexes.

Gemäss Open Doors fühlten sich viele der betroffenen Frauen und Mädchen wie «lebendig begraben», weil sie zumeist versteckt, eingesperrt und von ihrer Familie und der christlichen Glaubensgemeinschaft getrennt werden. So dringe wenig über ihr Leiden nach aussen.

Unterstützung über den Weltfrauentag hinaus
Das Hilfswerk appelliert: «Deshalb ist es wichtig, über den Weltfrauentag hinaus auf das grosse Leid verfolgter und unterdrückter Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. Länder wie die Schweiz, die sich der Einhaltung der Menschenrechte verschrieben haben, können und müssen für eine anhaltende Verbesserung ihrer Lage eintreten. Weil Frauen aus religiösen Minderheiten zweifache Verfolgung erleiden, ist es wichtig, sowohl ihre Rechte als Frauen als auch ihr Recht auf Religionsfreiheit zu stärken.»

Zum Bericht auf Englisch über geschlechtsspezifische religiöse Verfolgung:
«2020 GENDER-SPECIFIC RELIGIOUS PERSECUTION»:
https://www.portesouvertes.ch/sites/default/files/gsrp_report_for_wwr_-_open_doors_international_-_2020.pdf

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Das Verlagshaus in blühenden Zeiten © Foto: Martin Schubotz/DIE GEMEINDE

Deutschland: Oncken-Verlag in Kassel verkauft

Kassel/Deutschland | 26.03.2020 | APD | International

Der 1828 gegründete Oncken Buchverlag ist mit Wirkung vom 1. März an die Blessing 4 you GmbH mit Sitz in Stuttgart übergeben worden. Unter deren Dach wird die J. G. Oncken Nachf. GmbH Kassel ihre Arbeit und die lange verlegerische Tradition nach der vorsorglichen Insolvenz seit Dezember 2019 wieder aufnehmen.

Bereits zum 1. April 2019 hatte die Blessings 4 you GmbH die Versandbuchhandlung der J. G. Oncken Nachf. GmbH übernommen. Kurz vor Weihnachten letzten Jahres hat dann der Verlag die vorsorgliche Insolvenz anmelden müssen. Dank der guten Beziehungen zwischen den Kasseler und Stuttgarter Firmen sei mit der Übernahme eine schnelle Lösung für den Erhalt des Verlages gefunden worden, so Angela May und Tobias Blessing, die Geschäftsführer der Blessings 4 you GmbH in einer Mitteilung. Somit sei die Weiterführung des Oncken Verlages gesichert. Sieben Mitarbeiter könnten am Standort Kassel übernommen werden.

Verlag für die Verbreitung des Evangeliums
Der Oncken Verlag gehört mit zu den ältesten existierenden christlichen Verlagen im deutschsprachigen Raum. Neben bedeutenden Titeln im Bereich Sachbuch und Belletristik gehörte zu seinen Hauptaufgaben die Herausgabe von Liederbüchern, Abreisskalendern, Zeitschriften und Arbeitshilfen. Der Gründer Johann Gerhard Oncken startete den Verlag 1828 und auch die erste Baptistengemeinde auf dem europäischen Festland. Generationen von Baptisten seien durch Publikationen wie die Kinderzeitschrift „Der Morgenstern“, die Gemeindezeitschrift „DIE GEMEINDE“, der „OnckenMaxikalender“, der Andachtskalender „Wort für heute“ und andere Veröffentlichungen geprägt worden, so der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), Christoph Stiba und die neue Geschäftsleitung.

Harte Zeit für die Buchbranche allgemein
Die bisherige Geschäftsführerin des Oncken Verlages, Silke Tosch, betonte, dass das veränderte Leseverhalten, die kleinen Auflagen der Bücher, die sinkenden Abozahlen der Zeitschriften und Altlasten unterschiedlichster Couleur eben auch Spuren bei der J. G. Oncken Nachf. GmbH hinterlassen habe. „Es lief nicht mehr kostendeckend.“ So sei 2018 das Verlagsgebäude verkauft und 2019 die Versandbuchhandlung bereits an die Blessing 4 you GmbH in Stuttgart veräussert worden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten zuletzt alles gegeben und viele zusätzliche Stunden gearbeitet, um die buchhalterische und wirtschaftliche Situation zu klären. So hätten sie es auf den letzten Metern geschafft, dass die Blessings 4 you GmbH das Unternehmen übernehmen konnte.

Neuer Name – alte Adresse
Die Fortführung des Traditionsverlages wird jetzt unter der Bezeichnung „Oncken Verlag“ als Bestandteil der Blessings 4 you GmbH fortgesetzt. Die Mitarbeitenden verbleiben unter der alten Adresse in Kassel mit den gewohnten Telefonnummern. Die Verwaltung wird von Stuttgart aus wahrgenommen. Tobias Blessing und Angela May sind dankbar für das hohe Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wodurch während der vorläufigen Insolvenz die Belieferung der Kunden nicht beeinträchtigt wurde. „Wir werden die bewährten Produkte weiterführen und haben bereits neue Projektideen entwickelt.“

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Neue Beauftragte der VEF: Konstantin von Abendroth (Politik) und Jasmin Jäger (Rundfunk) © Foto: Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)

Deutschland: Freikirchen berufen Beauftragte für Politik und Radio

Kassel/Deutschland | 26.03.2020 | APD | International

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland hat Konstantin von Abendroth als ihren neuen Beauftragten am Sitz der Bundesregierung berufen. Der 39-jährige Pastor tritt am 1. Mai die Nachfolge von Peter Jörgensen an, der zwölf Jahre lang die Stimme der VEF in den politischen Diskurs eingebracht hat. Bei der VEF-Mitgliederversammlung in Kassel wurde zudem die Theologin Jasmin Jäger als Rundfunkbeauftragte berufen. Die Delegierten bestätigten Präsident Christoph Stiba und Vizepräsident Marc Brenner sowie die Vorstandsmitglieder Stefan Kraft und Frank Uphoff im Amt und wählten mit Jochen Geiselhart ein neues Mitglied in das Leitungsgremium.

Neuer Beauftragter am Sitz der Bundesregierung
Konstantin von Abendroth hob anlässlich seiner Berufung die gesellschaftliche Relevanz des christlichen Glaubens hervor: „Die Bibel ist durchzogen mit politischen Perspektiven, vom Schöpfungsauftrag bis zur Nächstenliebe und dem Auftrag, das Evangelium in all seinen Facetten zu verbreiten.“ Um diese Perspektiven „in der Gesellschaft wirksam werden zu lassen“, sehe er die Zusammenarbeit von Kirche und Politik als sehr bedeutsam an, so der Pastor des Bundes Freier evangelischer Gemeinden.

Stiba würdigte von Abendroths Vorgänger: „Peter Jörgensen hat die politische Arbeit über zwölf Jahre mit Herzblut, Engagement und Kompetenz ausgefüllt.“ Jörgensen habe die Freikirchen für ihren geistlichen Auftrag sensibilisiert, im Rahmen der Politik und darüber hinaus gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen. Und es sei in einem erheblichen Masse sein Verdienst, „dass an vielen Stellen freikirchliche und politische Akteure miteinander im Gespräch sind und die Freikirchen auch in der Politik einen Beitrag leisten können.“

Neue Rundfunkbeauftragte
Die Baptistin Jasmin Jäger wird ab 1. Juli Rundfunkbeauftragte der VEF. „Die Chancen, die diese Arbeit für die Freikirchen mit sich bringt, über Rundfunkgottesdienste und -andachten viele Menschen zur erreichen, sind enorm“, so Christoph Stiba. „Pastorin Andrea Schneider hat diese Arbeit seit 1996 mit viel Leidenschaft und Kompetenz nachhaltig geprägt und war das Gesicht für die Freikirchen in den Redaktionen.“

Vorstandswahl
Die Delegierten wählten mit Pastor Jochen Geiselhart von Foursquare Deutschland ein neues Mitglied in den fünfköpfigen Vorstand der VEF. Vier Vorstandsmitglieder wurden erneut gewählt: Christoph Stiba (als Präsident bestätigt, im Hauptamt Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden), Marc Brenner (als Vizepräsident bestätigt, im Hauptamt Präses der Gemeinde Gottes in Deutschland), Stefan Kraft (Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche im Distrikt Essen) und Frank Uphoff (Vizepräses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden). Christoph Stiba dankte Major Frank Honsberg von der Heilsarmee in Deutschland, der sich nicht zur Wiederwahl stellte, für seine Mitarbeit im Vorstand.

Über die VEF
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.

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Pastor Ted N. C. Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter © Foto: Tor Tjeransen/ADAMS

Coronavirus: Adventistischer Weltkirchenleiter ruft zum Gebet auf

Silver Spring, Maryland/USA | 26.03.2020 | APD | International

Am 2. März hat das Büro des adventistischen Weltkirchenleiters, Pastor Ted Wilson, seinen Aufruf zum Gebet für die weltweite Situation hinsichtlich des neuen Coronavirus und die vom Virus betroffenen Menschen veröffentlich: «Beten Sie weiterhin für unsere Kirchenmitglieder und die Bevölkerung vieler Länder auf der ganzen Welt und insbesondere für diejenigen, die sich mit dieser Krankheit angesteckt haben, sowie für diejenigen, die geliebte Menschen verloren haben.»

Pastor Wilson verwies am Ende seines Aufrufs zum Gebet auf Psalm 37,3-5: «Verlass dich auf den HERRN und tue Gutes! Wohne hier in diesem Land, sei zuverlässig und treu! Freue dich über den HERRN, und er wird dir geben, was du dir von Herzen wünschst. Befiehl dem HERRN dein Leben an und vertraue auf ihn, er wird es richtig machen.» (Bibelübersetzung: Hoffnung für alle)

Die Kirchenleitung der Adventisten in der Deutschschweiz informiert ihre Mitglieder über die Webseite sowie durch Emails an Pastoren und Gemeindeleitungen. https://www.adventisten.ch/

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Coronavirus © Foto: Pete Linforth auf Pixabay

Coronavirus: Adventisten in Deutschland - «vernünftige Gelassenheit»

Hannover und Ostfildern/Deutschland | 26.03.2020 | APD | International

Die Leitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland nehme die Situation der Ausbreitung des Coronavirus sehr ernst, plädiere aber für eine vernünftige Gelassenheit. „Da nicht abzuschätzen ist, wie sich die Infektionswelle entwickeln wird, sollten wir auf mögliche Szenarien und deren Auswirkungen vorbereitet sein. Dabei wollen wir Panik vermeiden, informiert bleiben sowie nüchtern und besonnen Vorsorgemassnahmen ergreifen, um Ansteckungen zu verhindern. Letztlich vertrauen wir auch in dieser Situation darauf, dass wir in Gottes Hand sind“, heisst es in einem Rundschreiben der Kirchenleitung an ihre Gemeinden, Pastoren und Mitglieder.

Derzeit gehe die Leitung der Freikirche in Deutschland nicht soweit, dass sie generell die Absage von Veranstaltungen, die Schliessung von Schulen und Kindertagesstätten, die Schliessung ihrer Büros und die Anordnung von Homeoffice empfehle. Zur Vermeidung von Ansteckungen gebe sie aber Vorsorgemassnahmen.

Allgemeine Verhaltensregeln
Grundsätzlich gelte es, auf die Stärkung des persönlichen Immunsystems zu achten, etwa durch gesunde Ernährung und Bewegung. Niemand sollte Gottesdienste oder Gemeindeveranstaltungen besuchen, wenn er oder sie krank ist. Besonders sei auf ein sensibles Hygieneverhalten zu achten. Dazu gehöre gründliches und häufiges Händewaschen bzw. Desinfizieren. Enge Begrüssungsrituale, wie Händeschütteln oder Umarmungen, müssten vermieden werden. Nase und Mund beim Husten und Niesen mit Tüchern oder dem Ellbogen, aber nicht mit den Händen bedecken. Beim Abendmahl sollte insbesondere während der Fusswaschung auf sorgfältige Hygiene geachtet sowie auf den Gemeinschaftskelch verzichtet und stattdessen nur Einzelkelche verwendet werden. Für Reinigungskräfte gelte es, zusätzlich die Türklinken und Treppengeländer des Gemeindehauses mit einem Flächendesinfektionsmittel regelmässig zu reinigen. Bei Verdachtsfällen einer Ansteckung mit dem Coronavirus müsse umgehend medizinische Abklärung bzw. Hilfe in Anspruch genommen und das Kontaktumfeld informiert werden. Sollten Mitglieder an Fieber, Husten und Atembeschwerden leiden, sollte ebenfalls ärztliche Hilfe aufgesucht und ein möglicher Reiseverlauf mitgeteilt werden.

Bei akuten Verdachtsfällen gelte es die medizinische Abklärung einzuleiten und Anweisung des medizinischen Personals strikt zu befolgen. Bei Kontakten sei entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zum Kontaktpersonenmanagement zu verfahren, etwa zu Hause bleiben, private Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren, Umgang mit Erkrankten im Haushalt festlegen und nicht an gemeinschaftlichen Treffen sowie Aktivitäten teilnehmen.

Pastoren und Mitarbeitende
Pastoren und Mitarbeitende der Freikirche in Deutschland seien gebeten, auf ihren Dienstreisen alkoholisches Händedesinfektionsmittel mitzuführen. Sie sollten möglichst Abstand von ein bis zwei Metern zu anderen Personen halten und Möglichkeiten ohne direkten, persönlichen Kontakt, wie Telefon und Internet, nutzen.

Dienststellen
Zu den Verhaltensregeln für die Dienststellen der Freikirche in Deutschland gehörten besonnenes Reden und Handeln in jeder Krisensituation. Im Krankheitsfall umgehende Information an die Leitung der Dienststelle. Bei persönlichem oder familiärem Verdachtsfall einer Corona-Erkrankung sei strikt im Home-Office zu arbeiten. Solange die Behörden keine Empfehlung zur Absage von öffentlichen Veranstaltungen ausgesprochen haben, würden Veranstaltungen der Freikirche nicht abgesagt. Absagen von Veranstaltungen oder dienstlichen Massnahmen wären in Korrespondenz mit den jeweiligen Vorständen zu beraten und zu entscheiden.

Sollte sich die Notwendigkeit ergeben, dass die Verhaltensregeln verändert werden müssten, werde die Freikirchenleitung umgehend ein weiteres Rundschreiben versenden. In Deutschland gibt es etwa 35.000 mündig getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 555 örtlichen Adventgemeinden.

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Jurist Dr. Harald Mueller © Foto: DVR

Coronavirus: Einschränkung der Freiheitsrechte nur als Ausnahme

Friedensau/Deutschland | 26.03.2020 | APD | International

Am 16. März haben sich die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Bundesländer auf Leitlinien zum Kampf gegen die Corona-Epidemie geeinigt. Die Massnahmen, die durch die Länder umgesetzt werden müssen, sehen Regelungen vor, welche die Kontakte zwischen Menschen und damit mögliche Übertragungen des Virus auf ein Minimum reduzieren. Eine Schliessung von Geschäften, die nicht der Grundversorgung dienen, sowie die weitgehende Unterbindung von Reise- und Freizeitaktivitäten gehören dazu, nicht zu reden von den bereits zuvor beschlossenen Schul- und Kitaschliessungen. Niemand hätte noch vor wenigen Wochen damit gerechnet, dass eine derartige Beschneidung persönlicher Freiheiten in unserem Land möglich sein würde.

„Das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland werden nun auch – und das muss aufhorchen lassen – Gottesdienste in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften vom Staat verboten“, betont der Jurist Dr. Harald Mueller, Leiter des Instituts für Religionsfreiheit an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg/Deutschland. Bereits seit Kurzem hätten sich die meisten Religionsgemeinschaften unter dem Eindruck der krisenhaften Zuspitzung der Situation freiwillig dazu entschieden, Gottesdienste bis auf weiteres abzusagen.

Gottesdienstverbot und Religionsfreiheit
Das sei verantwortungsbewusst und wohl ohne Alternative gewesen. Es liege aber ein qualitativer Unterschied darin, ob die Streichung von Gottesdiensten und Zusammenkünften auf eigener Initiative beruhe oder ob sie vom Staat angeordnet werde, gab Mueller zu bedenken. Das Grundrecht der Religionsfreiheit aus Artikel 4 des Grundgesetzes habe nach dem Willen der Verfassungsgeber wegen seiner hohen Bedeutung keinen Gesetzesvorbehalt erhalten, es könne deshalb nicht einfach durch ein Gesetz eingeschränkt werden. Beschränkungen ergäben sich nur durch Rechtsgüter mit Verfassungsrang oder durch kollidierende Grundrechte Dritter. Es gebe demnach hohe Hürden, um die Religionsfreiheit einzuschränken. Von daher verwundere es, dass das Verbot von Gottesdiensten, so sachgerecht und unvermeidbar es im Augenblick auch sein mag, quasi mit einem Federstrich so mal eben mitverabschiedet wurde. Hier bestehe noch juristischer Klärungsbedarf, meint der Institutsleiter.

Überhaupt falle laut Harald Mueller auf, dass die schweren Einschnitte in persönliche Freiheitsrechte, die bei uns und in anderen Ländern − teilweise bis hin zu Ausgangssperren – umgesetzt werden, von der Bevölkerung ergebungsvoll mitgetragen würden. Während sonst bei jeglichen Projekten, die irgendwelche spürbaren Aussenwirkungen hätten, juristische Streitereien durch alle Instanzen unvermeidbar wären, sei in der Corona-Krise ein derartiger Widerstand der Betroffenen gegen die Massnahmen der Regierenden bislang nicht wahrzunehmen.

Wachsamkeit erforderlich
„Ist das gut so?“, fragt der Jurist. Es ist für ihn begrüssenswert, dass im Augenblick der Krise die Politik die Initiative ergreift und ihrer Regierungsverantwortung entschlossen und auch weitgehend einmütig nachkommt. Das werde von ihr erwartet und die damit verbundenen Entscheidungsprozesse müssten von ihr selbst und nicht von den Gerichten getragen werden. Es sei auch gut, dass es einen gesellschaftlichen Konsens darüber zu geben scheint, wie solidarisches Verhalten aussieht, sodass die Energien, die zur Bewältigung notwendig seien, nicht in Streitigkeiten verpufften. „Trotzdem ist Wachsamkeit erforderlich“, mahnt Mueller. Dass bürgerliche Freiheitsrechte wie Bewegungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, Religionsfreiheit und Berufsausübungsfreiheit innerhalb weniger Wochen in Frage gestellt werden können, sei der Ausnahmesituation dieser Krise geschuldet und müsse unbedingt die Ausnahme bleiben.

Adventistischer Gottesdienst im Fernsehen
Bereits am 13. März hatte die überregionale Leitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland in Verantwortung gegenüber den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie empfohlen, Gottesdienste, Tagungen und andere Versammlungen bis auf weiteres abzusagen. In Deutschland gibt es etwa 35.000 mündig getaufte Siebenten-Tags-Adventisten, die den Gottesdienst am biblischen Ruhetag, dem Samstag (Sabbat), in 555 örtlichen Adventgemeinden feiern. Die Freikirchenleitung empfiehlt, zu Hause am Samstag-Vormittag das Bibelgespräch die BIBEL. das LEBEN und den anschliessenden Fernsehgottesdienst Atem der Hoffnung des adventistischen Fernsehsenders „HopeTV“ (https://www.hopechannel.de/) anzusehen.

HopeTV bietet Sendungen für Kinder an - auch in der Schweiz
HopeTV bietet auch Sendungen für Kinder an (http://ow.ly/Ef0Q30qqvOa). In der Schweiz können die Sendungen von HopeTV auf Swisscom TV plus oder über den Satelliten ASTRA empfangen werden.
Weitere Informationen: https://www.hopechannel.de/

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Logo der 61. Weltsynode der Siebenten-Tags-Adventisten in Indianapolis 2020 © Foto: ANN/APD

Weltsynode der Adventisten von 2020 auf 2021 verschoben

Silver Spring, Maryland/USA | 26.03.2020 | APD | International

Der Exekutivausschuss der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten (EXCOM) beschloss am 19. März in einer über drei Stunden dauernden Sondersitzung die Durchführung der 61. Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) auf die Zeit vom 20. bis 25. Mai 2021 zu verschieben. Der Tagungsort bleibt, wie vorgesehen Indianapolis im Bundesstaat Indiana/USA. Ursprünglich war die Weltsynode für den Zeitraum vom 25. Juni bis 4. Juli 2020 vorgesehen. Die Abstimmung erfolgte nach einer Empfehlung des Verwaltungsausschusses (ADCOM) der Weltkirchenleitung vom 17. März, die Weltsynode wegen der raschen Ausbreitung der COVID-19-Pandemie um bis zu zwei Jahre zu verschieben.

Entscheidung zur Verlegung der Weltsynode
In einer über drei Stunden dauernden Sondersitzung, die mittels Telekonferenztechnologie durchgeführt wurde und an der über 250 Personen aus der ganzen Welt teilnahmen, beschloss der Exekutivausschuss (EXCOM) zwei weitreichende Empfehlungen. Der erste Vorschlag empfahl die Weltsynode 2020 um bis zu den verfassungsmässig zulässigen zwei Jahren zu verschieben, je nachdem, auf wann eine Verschiebung möglich sei. Er wurde mit einem Verhältnis von 187 Ja- zu einer Nein-Stimme angenommen. In einer anschliessenden Sitzung empfahl ein kombinierter Ausschuss aus ADCOM-Mitgliedern und dem Planungsausschuss der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) als Datum den 20. bis 25. Mai 2021.

Es wurde auch die Verkleinerung der geplanten Veranstaltung beschlossen, ohne die Kernfunktionen der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) zu beeinträchtigen. Diese Verkleinerung umfasst eine Reduzierung der Zahl der Teilnehmenden – es sollen nur Delegierte, deren Ehepartner und unterhaltsberechtigte Kinder eingeladen werden, eine begrenzte Anzahl von technischen Mitarbeitern, die Reduzierung der Anzahl der Sitzungstage von bisher zehn auf vier bis sechs Tage sowie den Wegfall von Nebenveranstaltungen und Ausstellungen während der Synode. Die derzeitige Amtszeit der Amtsinhaber soll bis zum 20. Mai 2021 oder bis zur Ernennung/Wahl ihrer Amtsnachfolger andauern. Die anschliessende Amtszeit beträgt dann vier Jahre und endet, wenn die nächste geplante Sitzung der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2025 zusammentritt.

Entscheidung zur Verkleinerung zukünftiger Weltsynoden
Wie bei den beschlossenen Massnahmen für die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2021 wird für künftige Weltsynoden empfohlen, die Anzahl der Delegierten proportional zu reduzieren, keine besonderen Gäste mehr einzuladen, die Dauer der Weltsynode zu verkürzen, aber dennoch einen Gottesdienst am Samstag (Sabbat) zu feiern. Es wurde mit 191 zu einer Stimme empfohlen, dass bei zukünftigen Weltsynoden (Generalkonferenz-Vollversammlungen) keine Ausstellungen, Stände oder Nebenveranstaltungen stattfinden sollen.

Reaktionen zur Entscheidung
„Ich begrüsse die Entscheidung, die Weltsynode um ein Jahr zu verschieben“, meinte Pastor Johannes Naether, einer der beiden deutschen Verbandspräsidenten, die an der Sitzung teilnahmen, gleich nach der Entscheidung. Es sei eine verantwortliche Entscheidung und berücksichtige auch die finanziellen Herausforderungen der alle fünf Jahre stattfindenden Tagung.

„Die Kirche hat sich mit hochrangigen Vertretern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beraten, und wir empfehlen der Kirche, bei grossen Versammlungen, einschliesslich der Weltsynode, umsichtig vorzugehen“, so der Direktor der Gesundheitsabteilung der Weltkirche, Dr. Peter Landless. „Wir empfehlen auch, dass jede Region sich an die Verlautbarungen ihrer örtlichen Gesundheitsorganisationen hält, um Wege zu finden, wie die örtlichen kirchlichen Aktivitäten und die Mission durch alternative Mittel aufrechterhalten werden können.“

Der Weltkirchenleiter Pastor Ted N. C. Wilson betonte, zum Ende der Sitzung, dass er nicht erwartet habe, dass die Kirche jemals in eine solche Lage kommen würde. Er sehe in der globalen Krise auch einen Aufruf an die Siebenten-Tags-Adventisten, sich um andere zu kümmern. „Dies ist eine Zeit für Adventisten, in der sie Hoffnung und Ermutigung verbreiten. Wir sollten Anker der Stabilität und Pfeiler der Hoffnung sein“, sagte Wilson. Unter Bezugnahme auf den biblischen Text in 2 Timotheus 1,7 erinnerte der Präsident der Weltkirche die Mitglieder des EXCOM daran, dass „Gott uns keinen Geist der Angst gegeben hat". Er sei auch überzeugt, dass die Mission der Kirche weitergehen wird.

Bisher alle fünf Jahre bis zu 60.000 Teilnehmer
Für die Siebenten-Tags-Adventisten ist die alle fünf Jahre stattfindende Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) das höchste legislative Gremium der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Während der Tagung wählen die Delegierten die Amtsträger und klären die grundlegenden Glaubensüberzeugungen der Kirche, erörtern Anpassungen der Verfassung und der Satzung und stimmen über Änderungen der Arbeitsrichtlinien (Working Policy) oder des Kirchenhandbuchs ab. Die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) sei auch deshalb von grosser Bedeutung, weil sie geistliche Visionen, die Konzentration auf die Mission und laut Wilson eine weltweite Begegnung für bis zu 60.000 Adventisten ermögliche.

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Logo - ERzählt - Material © Foto: sta-rpi.net

Corona-Krise: Kostenloses Angebot für häuslichen Kindergottesdienst

Ostfildern/Deutschland | 26.03.2020 | APD | International

Schule zu, Kita dicht und auch kein Gottesdienst mehr. Für Eltern, die deshalb ihre Kinder selbst betreuen müssen, bietet das Religionspädagogische Institut (RPI) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit dem kostenfreien ERzählt-Angebot Unterstützung an.

Das Material für den Kindergottesdienst der 5- bis 7-Jährigen „ERzählt – meine Bibelgeschichten“ wurde so konzipiert, dass es in Teilen auch für zu Hause einsetzbar ist, informierte der Leiter des RPI, Pastor Jochen Härdter. Eine kurze Erstlesergeschichte will zudem Leseanreize für die Kinder schaffen und eine Bibelkarte bringe das Wesentliche der Einheit auf den Punkt. „Wir bieten das ERzählt-Zusatzmaterial für zu Hause aktuell kostenfrei an, so dass in den kommenden sieben Wochen Kinder wertvolle geistliche Impulse erhalten können, auch wenn es keinen Kindergottesdienst in den Gemeinderäumen gibt“, so Härdter.

Woche für Woche, sieben Wochen lang, stelle das RPI ein Thema zur Verfügung, das von der RPI-Website heruntergeladen werden kann: www.sta-rpi.net/

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Pandemie-Krisenstab im Krankenhaus Waldfriede, Berlin-Zehlendorf © Foto: Bernd Quoss

Adventistisches Spital in Berlin richtet Corona-Notaufnahme ein

Berlin/Deutschland | 26.03.2020 | APD | International

In einer Mitteilung informierte der Vorstand des Krankenhauses Waldfriede in Berlin-Zehlendorf, Bernd Quoss, den Aufsichtsrat, dass zwei Corona-Patienten auf der Intensivstation lägen. Weiter berichtete er über die Einrichtung einer Corona-Notaufnahme auf dem Gelände des Krankenhauses. Laut Wikipedia ist die Notaufnahme eine Anlaufstelle zur Akutversorgung und Teil der Notfallmedizin. Träger des Gesundheitsnetzwerks Krankenhaus „Waldfriede“ ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Pandemie-Krisenstab begegnet Herausforderungen
Die Krankenhausleitung, so Quoss, habe einen Pandemie-Krisenstab eingerichtet, der sich täglich um 7 und 12 Uhr unter seiner Leitung gemeinsam mit Chefarzt Prof. Dr. Carsten Büning treffe, um „die stündlich veränderte Lage zu besprechen und anzupassen“. Laut der dem APD vorliegenden Mitteilung seien zwei Corona-Patienten seit dem 18. März auf der Intensivstation. Täglich müssten bis zu 60 Operationen abgesagt werden. Ambulante Behandlungen würden deutlich reduziert. Eine komplette Station sei bereits geschlossen und eine weitere werde als Isolierstation vorbereitet.

Auch müssten einigermassen wohnungsfähige Patienten entlassen werden, was dazu führe, dass die aktuelle Bettenbelegung nur bei einer Auslastung von 40 Prozent liege. Pfleger und Ärzte müssten freigesetzt und aus anderen Bereichen rekrutiert werden, um diese als sogenannte Personalreserve für die Rettungsstelle bzw. Notaufnahme und Intensivmedizin zu qualifizieren. Die Herausforderung sei deshalb so gross, so der Krankenhausleiter, weil an manchen Tagen 30 kranke Pflegerinnen und Pfleger gemeldet seien.

Einrichtung einer Corona-Notaufnahme
Im Rahmen dieser aussergewöhnlichen Massnahmen werde auch der Versammlungsraum zu einer Corona-Notaufnahme umgewandelt. Von dort sollen die Patienten direkt zur entsprechenden Behandlung weitergeleitet werden. Bisher sei der Raum vom Krankenhauspersonal zu Tagungen, Ausbildung und Betriebsversammlungen und am Wochenende von einer örtlichen Kirchengemeinde genutzt worden. Zu weiteren einschneidenden Massnahmen gehöre, dass nur noch ein OP-Saal bedient werde, dafür aber rund um die Uhr. Höchstarbeitszeitregelungen seien für alle Mitarbeiter ausser Kraft gesetzt und ein Betriebskindergarten von 7:30 – 22:00 Uhr eingerichtet worden, damit das Personal zur Arbeit kommen kann. Zusätzlich müssen fünf Beatmungsplätze geschaffen werden. Als grösstes Handicap sieht Quoss neben den mangelnden Sachmitteln (z.B. Mundschutz) die lange Untersuchungszeit der Labore, die bis zu fünf Tage dauere. Eine kritische Phase erwarte er ab übernächster Woche.

Trotz allem habe das Krankenhaus die Situation „gut im Griff“, da vieles routiniert und organisiert ablaufe und auch, weil das Gesundheitswesen in Deutschland generell besser aufgestellt sei, als das in anderen Ländern der Fall sei.

Gesundheitsnetzwerk Krankenhaus Waldfriede
Das Krankenhaus Waldfriede ist im krankenhauseigenen Gesundheitsnetzwerk eingebunden, das mittlerweile zum vielfältigsten Medizin- und Pflegeanbieter im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geworden ist. Neben dem Krankenhaus Waldfriede, der Sozialstation und dem Gesundheitszentrum PrimaVita mit zugehörigem Schwimmbad gehören auch die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, die Privatklinik Nikolassee, die Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede, das Desert-Flower-Center, das Seniorenhaus Waldfriede, eine ambulante Tagesklinik und künftig ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zur besseren ambulanten Versorgung zum Netzwerk. Damit gehört das "Netzwerk Waldfriede" auch zu den grössten Arbeitgebern im Bezirk. Der Träger ist die weltweite evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In diesem Jahr besteht das Krankenhaus 100 Jahren.

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100 Jahre Krankenhaus Waldfriede - Jubiläumsfeierlichkeiten vertagt © Foto: Krankenhaus Waldfriede

Berlin: Adventistisches Krankenhaus vertagt 100-Jahr-Feier

Berlin/Deutschland | 26.03.2020 | APD | International

Das Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf, ein Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin, hat wegen der Corona-Krise seine Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen abgesagt. Sie sollte am 22. April mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als Ehrengast stattfinden. Das Krankenhaus ist neben der Charité das einzige Krankenhaus in Berlin, welches seit seiner Gründung stets den gleichen Träger hatte und am gleichen Standort verblieben ist. Träger von „Waldfriede“ ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Laut Krankenhaus-Vorstand Bernd Quoss soll die Feier im 1. Quartal 2021 nachgeholt werden.

Das Gesundheitsnetzwerk des Krankenhauses „Waldfriede“ sei mittlerweile zum vielfältigsten Medizin- und Pflegeanbieter im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geworden, so Quoss. Neben dem Krankenhaus „Waldfriede“, der Sozialstation und dem Gesundheitszentrum PrimaVita mit eigenem Schwimmbad gehören auch die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, die Privatklinik Nikolassee, die Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede, das Desert-Flower-Center, das Seniorenhaus „Waldfriede“ und eine ambulante Tagesklinik für psychiatrisch-psychosomatische Erkrankungen zum Netzwerk. Damit zähle das Netzwerk Waldfriede auch zu den grössten Arbeitgebern im Bezirk.

Beginn mit noch nicht fertiggestelltem OP-Raum
Im Herbst 1919 erwarb der Arzt Dr. L. E. Conradi im Auftrag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ein geeignetes Gebäude in Berlin-Zehlendorf und begann dort ein Krankenhaus einzurichten. Am 15. April 1920 wurde das Krankenhaus „Waldfriede“ mit 39 Betten in 27 Krankenzimmern und einem noch nicht ganz fertig gestellten OP-Raum feierlich seiner Bestimmung übergeben. Im Juli 1922 erhielt das Krankenhaus die staatliche Anerkennung sowie die Erlaubnis, eine Krankenpflegeschule zu eröffnen. Seit Ende Januar 1933 führte die Errichtung einer totalitären Diktatur durch die NSDAP mit bisher nicht gekannten Gesetzen und Verordnungen zu erheblich belastenden Auswirkungen auf den Anstaltsalltag. Von den 310 Luftangriffen auf Berlin im Zweiten Weltkrieg blieben die Gebäude des Krankenhauses Waldfriede wie durch ein Wunder verschont.

Gesundheitsnetzwerk „Waldfriede“
Das freigemeinnützige Akutkrankenhaus „Waldfriede“ ist mit seinen 160 Betten und elf Fachabteilungen seit 2008 auch europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken in der Koloproktologie Die Proktologie ist ein medizinisches Teilgebiet, das sich laut Wikipedia mit den Erkrankungen des Enddarms, also genauer des Mastdarms und des Analkanals beschäftigt. Pro Jahr würden in „Waldfriede“ laut Bernd Quoss etwa 13.500 Patienten stationär und 58.000 Patienten ambulant behandelt. Seit seiner Gründung im Jahr 1920 orientiere sich das medizinische Handeln „an ganzheitlichen Präventions- und Therapiekonzepten zum Wohl des gesamten Menschen“. Neben dem Krankenhaus sei in den letzten Jahren ein umfangreiches Gesundheitsnetzwerk etabliert worden, das sich stetig weiterentwickele.

Akutspital, Sozialstation, ambulante Krankenpflege, Gesundheitszentrum
Nach Quoss bestand bis 1989 das Krankenhaus „Waldfriede“, gemeinsam mit der heutigen „Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege“, als solitäres Akutkrankenhaus ohne ein angeschlossenes Netzwerk. 1989 wurde die Sozialstation „Waldfriede“ auf dem Gelände des Krankenhauses gegründet. Sie ist bis heute in der ambulanten häuslichen Krankenpflege im Bezirk Steglitz-Zehlendorf aktiv und versorge 180 Patienten. Das 1993 ebenfalls auf dem Gelände des Krankenhauses ins Leben gerufene Gesundheitszentrum PrimaVita verfügt seit dem Jahr 2008 zusätzlich zu den Sporträumen über ein Schwimmbad am Teltower Damm in Berlin-Zehlendorf. Insgesamt würden pro Jahr 5.000 Interessenten an den Kursen und Dauergruppen des PrimaVita teilnehmen. Das Zentrum bietet seit 2010 auch einen „Medical Check Up“ an.

Privatklinik Nikolassee für psychosomatische und psychische Erkrankungen
Im Jahr 1999 folgte die Gründung der Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede. Sie ist seitdem für die Reinigung innerhalb des Krankenhauses und für den Betrieb der Küche sowie die Essensversorgung zuständig. Im Januar 2012 folgte die Übernahme der Privatklinik Nikolassee in der Von-Luck-Strasse. Die Villa hat Platz für 16 Patienten mit internistischen, psychosomatischen und psychischen Erkrankungen.

Desert-Flower-Center für Frauen mit Genitalverstümmelung
Am 11. September 2013 wurde das Desert-Flower-Center Waldfriede gegründet. Hier finden Frauen, die von Genitalverstümmelung betroffen sind, medizinische Hilfe und psychosoziale Betreuung.

Seniorenhaus Waldfriede und Tagesklinik Waldfriede
Im Mai 2017 übernahm das Gesundheitsnetzwerk „Waldfriede“ das Seniorenhaus „Arche“ in der Adolfstrasse in Berlin-Zehlendorf. Die im Jahr 2007 gegründete Einrichtung verfügt über ein 5.300 Quadratmeter grosses Grundstück und beschäftigt 60 Mitarbeitende, die sich um 84 Bewohner in 70 Einzel- und sieben Doppelzimmern kümmern. Die jetzt unter dem Namen Seniorenhaus Waldfriede geführte Einrichtung, ergänze das vielfältige Medizin- und Pflegenetzwerk „Waldfriede“, so Quoss. Zum 1. Juni 2017 eröffnete das Krankenhaus „Waldfriede“ mit der Tagesklinik Waldfriede eine neue Einrichtung seines Gesundheitsnetzwerks im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Die Einrichtung wendet sich mit ihrem teilstationären Angebot an Menschen mit psychiatrisch-psychosomatischen Erkrankungen, wie Depressionen, Ängsten, Zwängen und Suchtfolgestörungen.

Tagesstätte für Kinder
Zudem eröffnete 2007 „Waldfriede“ in Zusammenarbeit mit dem Advent-Wohlfahrts-Werk (AWW), dem Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, das Kinderhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf, eine Tagesstätte mit 65 Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren. Bereits seit 2000 bietet das Krankenhaus „Waldfriede“ mit der „Babywiege“ (Babyklappe) ein umfangreiches Beratungs- und Betreuungskonzept für Mütter in Not an.

„Waldfriede“ ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Deutschen Evangelischer Krankenhausverband e.V. (DEKV) und im Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP). Weitere Informationen unter: http://www.krankenhaus-waldfriede.de/

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Flüchtlingscamp in Griechenland © Foto: ADRA Europe

Freikirchen: Geflüchtete in der Corona-Krise nicht vergessen

Wustermark/Deutschland | 26.03.2020 | APD | International

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland unterstützt die Forderung des Europäischen Parlaments, Flüchtlingslager zu evakuieren, um eine Ausbreitung von COVID-19 unter den Geflüchteten zu verhindern. Die staatlich organisierte Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregionen müsse in Deutschland und in Europa jedoch fortgesetzt werden.

Die VEF begrüsse und unterstütze alle weltweiten, europäischen und deutschen Bemühungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, so der VEF-Vorstand in einer Pressemitteilung. Als besonders wichtig erachteten die Freikirchen in Deutschland, dass alles zum Schutz der Schwachen und Kranken getan werde, was möglich sei. „Unsere diakonischen Einrichtungen und zahlreiche Nachbarschaftsinitiativen unserer Gemeinden in Deutschland sind diesem Auftrag verpflichtet.“

Inhumane Lebensumstände
Schwache und Kranke gebe es aber nicht nur in Deutschland. Aktuell lebten nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 40.700 Migrantinnen und Migranten in den Flüchtlingslagern auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios. Dabei läge deren Kapazität eigentlich nur bei rund 7.000 Plätzen. Etwa 1.500 dieser Geflüchteten wären laut EU-Kommission unbegleitete Minderjährige. Medial sei diese humanitäre Katastrophe fast in Vergessenheit geraten. Die Menschen wären aber immer noch da und ihre inhumanen Lebensumstände hätten sich nicht verbessert. Menschen, die dort lebten, seien dem Virus gegenüber vollkommen schutzlos. Sie könnten Anderen nicht einfach ausweichen. Ein Zwei-Meter Abstand sei für sie nicht umsetzbar. Eine adäquate medizinische Betreuung könnten sie nicht erwarten, da das Gesundheitssystem vor Ort nicht einmal für die lokale Bevölkerung ausreichen würde. Ein Ausbruch von COVID-19 in einem dieser Brennpunkte hätte katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheit tausender Menschen.

Aufnahme von Flüchtlingen fortsetzen
Europa und Deutschland dürften ihre Verantwortung für diese Menschen inmitten der Corona-Krise nicht vergessen. Deshalb unterstütze die VEF die Forderung des Europäischen Parlaments, die Flüchtlingslager möglichst rasch zu evakuieren, um eine schnelle Ausbreitung von COVID-19 unter den dort lebenden Menschen zu verhindern. Nicht nur in Deutschland wären Kommunen bereit zu helfen. „Wir bitten die politischen Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger, dass sie die Menschen in diesen Krisenherden am Rande Europas weiterhin im Blick behalten. Und wir fordern sie auf, zügig Lösungen zu finden, die eine Steigerung der Katastrophe durch das Coronavirus an diesen Orten verhindern.“ Die staatlich organisierte Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregionen müsse in Deutschland und in Europa fortgesetzt werden. Die Bemühungen für die eigene Gesellschaft dürften nicht dazu führen, dass andere Schwache und Kranke vergessen werden, betonte der Vorstand der Vereinigung Evangelischer Freikirchen.

Die VEF
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.

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Viele Autos wurden durch herabfallendes Mauerwerk beschädigt. © Foto: Advent Press Zagreb/APN

Erdbeben in Zagreb: Adventistisches Kirchengebäude beschädigt

Zagreb/Kroatien | 26.03.2020 | APD | International

Adventpress, Pressedienst der Adventisten in Kroatien, berichtete, dass ein Erdbeben der Stärke 5,3 auf der Richterskala, gefolgt von einer Reihe von starken Nachbeben, Zagreb, die Hauptstadt der Republik Kroatien, am 22. März, kurz nach 6 Uhr morgens erschüttert hat. Es sei das grösste Erdbeben, welches das Land seit 140 Jahren betroffen habe. Dabei sei das Büro der kroatischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, die Zentralkirche und mehrere Pastorenwohnungen, die sich gemeinsam im alten Stadtzentrum befinden, beschädigt worden. Kirchenmitglieder seien dabei nicht zu Schaden gekommen, aber ein Mädchen aus der Stadt schwebe in einem lebensbedrohlichen Zustand nach einem Dacheinsturz.

Das Erdbeben hat zu einem Zeitpunkt stattgefunden, in der die Bewegungsfreiheit aufgrund des Corona-Krise eingeschränkt ist und das öffentliche Strassenbahn- und Busnetzes stillgelegt ist. Aus Angst seien die Bewohner und Bewohnerinnen um ihr Leben auf die Strasse geflohen.

Doppelte Krise: Erdbeben und der Epidemie
Der Bürgermeister von Zagreb, Milan Bandic, forderte die Menschen auf, wegen der Bedrohung durch das Coronavirus in ihre Häuser zurückzukehren. Innenminister Davor Bozinovic forderte die Menschen im Freien auf, Abstand zu halten: «Versammeln sie sich nicht. Wir stehen vor zwei schweren Krisen, dem Erdbeben und der Epidemie».

Am schlimmsten betroffen ist das historische Stadtzentrum von Zagreb, wo viele Gebäude vor mehr als hundert Jahren errichtet wurden, schreibt Adventpress. Herabfallende Fliesen, Mörtel und Ziegelsteine haben Menschen verletzt sowie viele Autos zerstört.

Die Adventistische Kirche in Kroatien lädt alle Mitglieder ein, um Gottes Schutz für die Menschen zu beten, insbesondere für diejenigen, die durch das Erdbeben verletzt oder mit dem Coronavirus infiziert wurden, schreibt Adventpress.

Adventisten in Kroatien
In Kroatien, mit über 4 Millionen Bewohnern, feiern die mehr als 2.600 Adventisten und Adventistinnen jeweils samstags, dem biblischen Ruhetag, in 68 Kirchen den Gottesdienst. Sie unterhalten einen Verlag sowie das Medienzentrum "GLAS NADE."

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Campus der East Adventist Academy (EAA) in Rio Grande, Puerto Rico © Foto: Puerto Rican Union

Puerto Rico: Nach Erdbeben - reduzierte Kosten an adventistischen Schulen

Miami, Florida/USA | 26.02.2020 | APD | International

In Puerto Rico bieten nach dem Erdbeben vom 28. Dezember 2019 und den Nachbeben einige Primar- und Sekundarschulen der Siebenten-Tags-Adventisten eine kostenlose Einschulung oder reduzierte Schulgelder an. Damit sollen Kinder aus rund 800 öffentlichen Schulen, die nach den Erdbeben geschlossen werden mussten, trotzdem ihren Abschluss machen können. «Unser Auftrag als Kirche ist es, zu dienen und wir wollen nicht, dass die Kinder in ihrem Schuljahr noch mehr verpassen, als dies bereits der Fall ist», sagte Pastor Jose Rodríguez, adventistischer Kirchenleiter auf Puerto Rico.

An der Metropolitan Adventist Academy (MAA) in San Juan, hätten bereits 100 Plätze besetzt werden können. Es bestünden bei einigen adventistischen Schulen bereits lange Wartelisten, schreibt Adventist Review AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift. Informationen über das Angebot seien über einen regionalen Fernsehkanal und Printmedien verbreitet worden. Laut AR sind auf dem Campus der Südwestlichen Adventistischen Akademie, in Sabana Grande, mit Grosszelten in überdachten Hallen provisorische Klassenzimmer eingerichtet worden.

«Alle sind gestresst und besorgt wegen dieser Erdbebensituation, vor allem die jungen Leute, deshalb bieten wir zusätzliche psychologische Dienste an und ergreifen Sicherheitsmassnahmen für die Schüler, um den Stress, in dem sie ständig leben, zu lindern», sagte Rodríguez. Zudem hätten die adventistischen Schulen auch Übungen für Erdbeben oder andere Notfälle durchgeführt.

Adventisten in Puerto Rico
In Puerto Rico, mit 3,2 Millionen Einwohnern - einem Aussengebiet der USA , leben 33.384 mündig getaufte Adventistinnen und Adventisten. Sie feiern in 311 Kirchgemeinden und 10 Gruppen, jeweils samstags, dem biblischen Ruhetag, den Gottesdienst. Sie unterhalten ein Krankenhaus, eine Universität, 16 Primarschulen und 11 Sekundarschulen.

Adventisten unterhalten weltweit das grösste protestantische Bildungswerk
Die weltweit vertretene protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält mit rund 8.807 Schulen, höheren Schulen und Universitäten, sowie 1.881.000 Schülerinnen und Schülern (Stand 31.12.2018) das global grösste protestantische Bildungswerk.

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Freiwillige und Kirchenleiter bei der Eröffnung des Naturmuseums «Origins - Museum of Nature» © Foto: Facebookseite Ted Wilson

Adventisten eröffnen Naturmuseum auf den Galapagosinseln

Silver Spring, Maryland/USA | 26.03.2020 | APD | International

Am 29. Februar eröffnete die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten auf Santa Cruz Island in Puerto Ayora an der Charles Darwin Avenue, dem touristischen Zentrum der Galapagosinseln, das Naturmuseum «Origins - Museum of Nature». An der Eröffnung nahmen Behördenvertreter, Wissenschaftler sowie Vertreter der adventistischen Weltkirchenleitung teil.

Das Museum ist laut Adventist News Network ANN mit Touchscreen-Fernsehern und Virtual-Reality-Headsets ausgestattet, um den Besuchern ein interaktives Erlebnis mit Fossilien sowie Panzern von Riesenschildkröten etc. zu ermöglichen. Neben der Ausstellungshalle wurden zwei Räume zur naturwissenschaftlichen Erforschung der Erdentstehung sowie der Artenvielfalt eingerichtet. Im Obergeschoss des Komplexes, der eine Million US-Dollar / 930.000 Franken kostete und an dem viele Freiwillige mitgearbeitet haben, befinden sich die Räumlichkeiten der adventistischen Ortsgemeinde und daneben schliesst die adventistische Schule mit zwölf Schulstufen an.

«Unsere Idee ist es nicht, Menschen zu konfrontieren, die anders denken, sondern ihnen einige Gesichtspunkte zu zeigen, die sie vielleicht noch nicht gesehen haben», sagte Pastor Erton Köhler, Kirchenleiter der Adventisten in Südamerika bei der Eröffnung. «Nach dem Besuch erkennen sie vielleicht, dass eine besondere Hand hinter den Prozessen der Natur stehen muss», so Köhler.

Der Direktor der Charles-Darwin-Forschungsstation, die sich für den Naturschutz und die biologische Vielfalt auf den Galapagosinseln einsetzt, lobte bei der Einweihung das Museum für die Förderung des Umweltschutzes. L. James Gibson, Wissenschaftler und Direktor des adventistischen Geowissenschaftlichen Forschungsinstituts (Geoscience Research Institute) in Kalifornien/USA, äusserte laut ANN die Hoffnung, dass das Forschungszentrum des Museums eine Gelegenheit bieten könnte, die Sorge um die Umwelt mit der Schöpfungsgeschichte zu verbinden.

Adventisten auf den Galapagosinseln
Auf den Galapagosinseln, die zu Ecuador gehören, leben rund 12.000 Einwohner, darunter 250 Siebenten-Tags-Adventisten, die jeweils samstags in zwei Kirchgemeinden Gottesdienst feiern Die eine Kirchgemeinde befindet sich auf Santa Cruz Island, wo die Adventisten auch eine Schule mit 270 Schülern und Schülerinnen unterhalten sowie das Museum. Eine weitere Kirchgemeinde befindet sich auf der Insel San Cristobal, rund 100 Kilometer entfernt.

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Kerzen als Zeichen der Verbundenheit, Solidarität und Hoffnung © Foto: Benjamin Lukic/churchphoto.de

Ein Lichtermeer für die Hoffnung – Zeichen der Verbundenheit

Bern/Schweiz | 26.03.2020 | APD | Ökumene

Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS und die Schweizer Bischofskonferenz SBK, rufen dazu auf, ab diesem Donnerstagabend bis zum Gründonnerstag jeweils um 20 Uhr eine Kerze zu entzünden und diese sichtbar vor dem Fenster zu platzieren. Dies als Zeichen der Verbundenheit, Solidarität und Hoffnung, schreibt die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH auf ihrer Webseite.

Die Corona-Pandemie gefährde und verunsichere die Menschen in unserem Land, schreiben EKS und SBK im Flyer zur ökumenischen Aktion. Viele machten sich zusätzlich Sorgen um ihre Angehörigen im Ausland, andere für betagte Eltern, die daran leiden, dass sie ihre Enkelkinder nicht mehr sehen und umarmen dürfen.

Mit dem Aufstellen der Kerze könne eine dreifache Fürbitte gebetet werden, schlagen EKS und SBK vor: «Für die am Virus Erkrankten und ihre Angehörigen, für die im Gesundheitswesen Arbeitenden und für alle Menschen, die sich einsam in ihren vier Wänden fühlen.» Dieses Zeichen der Verbundenheit solle allen Menschen in diesem Land Zuversicht geben. «Gemeinsam werden wir diese Krise angehen und meistern», heisst es im Flyer.

Zum Flyer der Kerzen-Aktion von EKS und SBK:
https://agck.ch/wp-content/uploads/2020/03/EKS-Lichtermeer.pdf

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Dr. med. Ruedi Brodbeck © Foto: Privat

«Corona-Krise – Stärken Sie jetzt ihr Immunsystem»

Alchenflüh/Schweiz | 26.03.2020 | APD | Gesundheit & Ethik

Die vom Bundesrat verordneten Massnahmen gegen das Coronavirus dienten zur Verlangsamung der Virenausbreitung und sollten unbedingt eingehalten werden, schreibt Dr. med. Ruedi Brodbeck, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, spez. Psychosomatische und Psychosoziale Medizin, in einem Artikel, auf der Webseite der Liga Leben und Gesundheit LLG. «Der Schweregrad einer Infektion ist nicht nur davon abhängig, wie leicht der Erreger übertragen wird und wie gefährlich er ist, sondern auch davon, wie gut das Immunsystem funktioniert», schreibt Brodbeck. Dieses könne durch einen bewusst gewählten gesunden Lebensstil wesentlich gestärkt werden.

Unspezifisch angeborenes und spezifisch erworbenes Immunsystem
Demnach könne das Immunsystem grundsätzlich in zwei Teile unterschieden werden: Den unspezifischen angeborenen und den spezifisch erworbenen Teil. Bei einer durchgemachten Krankheit verfüge man über «spezifische, genau gegen diese Krankheit gerichtete Antikörper», die einen allfälligen Angreifer in der Regel erfolgreich bekämpfen könnten. Beim Coronavirus sei niemand geschützt, weil man keine spezifischen Antikörper habe bilden können, so der Mediziner. Ein gut funktionierendes unspezifisches Immunsystem erkenne fremde Viren, versuche den Körper zu schützen, helfe bei einer Ansteckung die Infektion zu überwinden und trage zu einem milderen Krankheitsverlauf bei.

Altersabhängige Veränderungen des Immunsystems
Verschiedene Komponenten des Immunsystems würden durch altersabhängige Veränderungen beeinträchtigt und wirkten sich auf beide Teile des Immunsystems aus, schreibt der Arzt. Das führe generell dazu, dass es im Alter vermehrt zu Infektionen komme, Impfungen eine schlechtere Immunantwort auslösten und es häufiger zu Autoimmunkrankheiten wie Rheuma und Krebs komme.

Immunalterung wird durch den Lebensstil massiv beeinflusst
Diese Immunalterung sei nicht bloss eine Frage der Zeit oder des chronologischen Alters, sondern «sie wird durch den Lebensstil massiv beeinflusst». Bewegungsmangel, eine verminderte Muskelmasse, ein schlechter Ernährungszustand beschleunigten die Immunalterung während verschiedene Lebensstilfaktoren wie regelmässige körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung sich positiv auf die Gesundheit und Funktion des Immunsystems auswirkten, schreibt Dr. med. Brodbeck.

Demnach sei der wichtigste Risikofaktor für die Alterung des Immunsystems das chronologische Alter selbst. Das biologische Alter hingegen, also die Auswirkungen der Zeit auf das Immunsystem (den Körper), sei sehr wohl beeinflussbar, seien diese doch mitabhängig vom gewählten Lebensstil.

Positive Auswirkungen eines gesunden Lebensstils auf den Körper brauchten Zeit, schreibt Brodbeck, man stärke damit aber sein Immunsystem nicht nur gegen das Coronavirus.

Artikel von Dr. med. Ruedi Brodbeck: «Corona-Krise – Stärken Sie jetzt ihr Immunsystem»
https://www.llg.ch/news-facts/Corona-Krise-Staerken-Sie-jetzt-ihr-Immunsystem/a/315/

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William H. Shea © Foto: Richard M. Davidson

Professor William H. Shea, Arzt und Altorientalist, verstorben

Manassas, Virginia/USA | 26.03.2020 | APD | Personen

Wie die adventistische Kirchenzeitschrift Adventist Review AR jetzt berichtet, ist am 15. Februar 2020 der Arzt und Theologe William H. Shea im Alter von 87 Jahren in Manasses, Virginia/USA verstorben. Shea war laut AR «ein aussergewöhnlicher Wissenschaftler und Dozent mit grossem Einfluss auf den Gebieten der Archäologie und Bibelwissenschaften auch über die Grenzen seiner Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hinaus».

„Bill“ Shea, wie er von den meisten genannt wurde, habe als Absolvent der Harvard Universität als Arzt und Chirurg ebenso überzeugt wie als Absolvent Altorientalischer Sprachen an der Universität von Michigan, schreibt Adventist Review. Er sei ein unermüdlicher Diagnostiker sowohl in der Notaufnahme als auch als Historiker und Linguist gewesen, der mehrere semitische Sprachen beherrscht habe. Shea habe geforscht, Vorträge gehalten und zu Sabbat, Genesis, Daniel und die Offenbarung publiziert. Er habe hunderte Artikel und mehrere Bücher über Themen von antiken Inschriften bis hin zur Bedeutung biblischer Prophezeiungen veröffentlicht. Mehrere Pastorengenerationen seien durch seine Studien geprägt worden, so AR.

In einer Sammlung von Aufsätzen zu Ehren von Professor Shea aus dem Jahre 1997 verglich Donald J. Wiseman, emeritierter Professor für Assyriologie an der Universität London, den Jubilar mit dem bekannten Altertumsforscher William F. Albright. Wie jener sei auch Shea immer „bereit gewesen, seine Interpretationen im Lichte neuer linguistischer und bestätigter archäologischer Beweise zu erweitern“. Dies sei ein Zeichen solider und bescheidener Gelehrtheit.

Beide Welten von Shea, als Wissenschaftler und als Person, seien miteinander verbunden gewesen, so der stellvertretende Herausgeber von Adventist Review, Gerald Klingbeil. Shea «war nicht nur ein ausgezeichneter Gelehrter sowie ein kreativer und sorgfältiger Interpret des Wortes. Er war ein freundlicher Mann, dessen Offenheit und Freundlichkeit Studenten und Kirchenmitglieder anzog.»

1999 ging Shea in den Ruhestand und zog nach Red Bluff in Nordkalifornien, um in der Nähe seines Sohnes Ted und seiner Familie zu sein. Jahre später zogen die Sheas zurück an die Ostküste, um bei der Betreuung des jüngsten Enkelkindes Allison zu helfen. Gelegentlich predigte er noch in den örtlichen Kirchengemeinden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der er angehörte.

Für den 11. April 2020 ist ein Gedenkgottesdienst in der adventistischen Kirchgemeinde in Manassas, Virginia, geplant.

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Oxford University © Foto: marlon rondal auf Pixabay

Oxford University Press will Handbuch über Adventisten publizieren

Silver Spring, Maryland/USA | 26.03.2020 | APD | Medien

Vor mehr als zwei Jahren wurde ein Projekt konzipiert, das sich mit dem Siebenten-Tags-Adventismus in der Oxford Handbuchserien befassen sollte. Kürzlich wurde ein Vorschlag für dieses Projekt von der Oxford University Press (OUP) in Oxford/England, angenommen. Das Projekt wird von Dozenten verschiedener Institutionen geleitet, wobei vor allem zwei adventistische Universitäten in den Vereinigten Staaten beteiligt sind: Andrews University, Berrien Springs/Michigan und Southwestern Adventist University, Keene/Texas.

Das fertiggestellte Buch wird laut Adventist World, weltweite adventistische Kirchenzeitschrift, rund 40 Kapitel enthalten, die von anerkannten adventistischen und nicht-adventistischen Wissenschaftlern geschrieben werden sollen, die nachweislich über eine Reihe von begutachteten Publikationen verfügen. Die Kapitel werden in sieben übergreifende Abschnitte gegliedert, die sich mit verschiedenen Themen befassen, darunter die Geschichte des Adventismus, adventistische Theologie, Organisation und Umgang mit Kultur, Ethik und Politik. Jedes Kapitel wird wissenschaftliche und historische Übersichten zu den Themen sowie Fussnoten und einen Abschnitt «Weitere Lesevorschläge» enthalten.

«Wir gehen davon aus, dass dies ein sehr bedeutendes akademisches Projekt für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist», sagte Michael W. Campbell, Religionsprofessor an der Southwestern Adventist University und Mitglied des Redaktionsteams. «Dies wird das erste einbändige, massgebliche Nachschlagewerk über die Kirche sein, das von einem grossen akademischen Verlag herausgegeben wird. Als solches wird dieses Werk in akademischen Bibliotheken auf der ganzen Welt erscheinen. Es wird der Ausgangspunkt für Wissenschaftler, Studenten und andere sein, die vielleicht nicht mit dem Adventismus vertraut sind, um mehr über die Adventistenkirche zu erfahren.»

Denis Kaiser, Assistenzprofessor für Kirchengeschichte am Theologischen Seminar der Siebenten-Tags-Adventisten an der Andrews University und ebenfalls Mitglied des Redaktionsteams, sagte: «Im letzten Jahrzehnt erschienen Siebenten-Tags-Adventisten häufig in den Nachrichten. Solche Medienauftritte heben zwar Aspekte des Adventismus hervor, können aber dem Bedarf an einer abgerundeten, gründlichen und nuancierten Arbeit über die adventistische Glaubensgemeinschaft nicht gerecht werden. Wir freuen uns, dass Oxford University Press in diesem Projekt einen Mehrwert sieht. Wir sind ausserdem froh, dass wir 40 Autoren aus der ganzen Welt gewinnen konnten. Sie schreiben aus einer Vielzahl von Perspektiven und werden mit Sicherheit ein bereicherndes Kaleidoskop der Geschichte, des Glaubens, der Überzeugungen, der Aktivitäten und der Kulturen des Siebenten-Tags-Adventismus bieten.»

Weitere Mitglieder des Redaktionsteams sind Christie Chui-Shan Chow, Dozentin am City Seminary, New York und Bildungsmissionarin in China; Nicholas P. Miller, Professor für Kirchengeschichte am Seventh-day Adventist Theological Seminary der Andrews University; und David F. Holland, Professor für Kirchengeschichte in Neuengland an der Harvard University.

«Das 'Oxford Handbook of Seventh-day Adventism' bietet eine einzigartige Gelegenheit, ein für die breite Öffentlichkeit bestimmtes, massgebliches Nachschlagewerk über die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu erstellen», sagte Ella Simmons, eine der sechs Vizepräsidentin der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten. «In den letzten Jahren haben adventistische Gelehrte bedeutende Beiträge zur religiösen Literatur geleistet, die eine umfassende und ausgewogene Wissensbasis über die vielfältige weltweite adventistische Gemeinschaft geschaffen haben», so Ella Simmons.

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Medienzentrum mit HopeTV in Alsbach-Hähnlein, Deutschland © Foto: Stephan G. Brass/APD

HopeTV mit Live-Gottesdiensten während der Corona-Krise

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 26.03.2020 | APD | Medien

Während der Corona-Krise mit ihren Einschränkungen des öffentlichen Lebens strahlt der Fernsehsender HopeTV ab sofort Live-Gottesdienste sowohl samstags um 09:30 Uhr als auch sonntags um 10:30 Uhr aus. Nach Auskunft des Medienzentrums HopeMedia der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt werden diese Sondersendungen fortgesetzt, solange die örtlichen Gottesdienste im Sendegebiet ausgesetzt bleiben.

Die Corona-bedingten Veränderungen gehen auch am christlichen Fernsehsender „HopeTV“ nicht spurlos vorbei. Der in Südhessen ansässige Sender hat alle Dienstreisen und Veranstaltungen abgesagt beziehungsweise verschoben. Die Mitarbeiter arbeiten, wo immer möglich, bis auf weiteres im Home-Office. „Wir waren gut vorbereitet und konnten die öffentlichen Empfehlungen konsequent und schnell umsetzen. Als Medienunternehmen haben wir eine hervorragende digitale Infrastruktur, die es uns ermöglicht, auch in dieser Ausnahmesituation handlungsfähig zu bleiben.“, so Wolfgang Schick, stellvertretender Geschäftsführer.

In dieser ungewöhnlichen Zeit komme den Medien eine besondere Verantwortung zu, so Klaus Popa, Geschäftsführer von HopeTV. „Wir haben alle Vorkehrungen getroffen, um unsere Mitarbeiter zu schützen und den Sender am Laufen zu halten. Wir wollen jetzt ganz besonders für unsere Zuschauer da sein. Als christlicher Sender sehen wir unseren Auftrag darin, Hoffnung zu verbreiten – gerade in schwierigen Zeiten.“

Die Live-Gottesdienste sind auch über das Internet zu empfangen:
Live-Stream: www.hopetv.de/tv/live
YouTube: www.youtube.com/hopetvdeutsch
Facebook: www.facebook.com/hopetvdeutsch/

HopeTV in der Schweiz - auch mit Sendungen für Kinder
HopeTV bietet auch Sendungen für Kinder an (http://ow.ly/Ef0Q30qqvOa). In der Schweiz können die Sendungen von HopeTV auf Swisscom TV plus oder über den Satelliten ASTRA empfangen werden.
Weitere Informationen: https://www.hopechannel.de/

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Screenshot von Adventist Health auf YouTube © Foto: Adventist Health

Tipps und Videos zur Corona-Krise von «Adventist Health»

Bern/Schweiz | 26.03.2020 | APD | Medien

«In nur wenigen Wochen ist Europa zu einem anderen Europa geworden, zu einem Kontinent mit massiver Epidemie, Einschränkungen, Stilllegung der Wirtschaft, Verlusten und Verunsicherungen», schreibt Valérie Dufour, Leiterin von Adventist Health, Gesundheitsabteilung der adventistischen Kirchenleitung in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD), in einem Newsletter zur Corona-Krise.

Der Rundbrief - auf Englisch - wolle zur körperlichen, geistigen, emotionalen, sozialen und spirituellen Gesundheit in Zeiten von COVID-19 dienen, so Dufour. Er enthält sieben Tipps und teilweise auch Kurzvideos zu Bewegung in der Wohnung – auch mit Kindern -, wie man Kontakte pflegen oder ausgeglichen bleiben kann, wie man den Lebensmut nicht verliert bzw. wie wichtig Sonnenlicht ist.

Link zum Newsletter (auf Englisch) von Adventist Health:
http://eudhealth.org/news/2020/07/
Link zu den Kurzvideos zu Bewegung in der Wohnung:
https://www.youtube.com/channel/UCniUd9Pg9ztggG80AVWnJnA

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Symbolbild Buch © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: Lust auf Gott – Einführungen in die christliche Mystik

Basel/Schweiz | 26.03.2020 | APD | Buchrezensionen

Werner Thiede, Lust auf Gott – Einführungen in die christliche Mystik, LIT-Verlag; März 2019, 232 Seiten, Taschenbuch, 19,90 €, ISBN-10: 3643142633 ISBN-13: 978- 3643142634

Modeerscheinung: Mystik. Trotz allgegenwärtiger Religionskritik ist wieder eine gewisse Renaissance von Religion und Spiritualität unter dem Trendwort Mystik festzustellen. Der emeritierte Professor und Weltanschauungsexperte, Werner Thiede, widmet sich dieser Thematik und will grundsätzlich Orientierung aus christlicher Perspektive geben. Es soll allerdings trotz etlicher Beispiele ausdrücklich kein Erbauungsbuch darstellen, sondern als Sach- und Fachbuch Annäherung an das unübersichtliche Thema ermöglichen. Thiede will dabei zum eigenen Urteil befähigen und ruft Christen grundsätzlich zur Wachsamkeit auf. Vorwort, Einleitung, Schlussgedanke und Literaturhinweise runden die Ausführungen ab.

Was ist Mystik?
Der Autor führt aus, dass Mystik schwer zu definieren, jedoch in allen Religionen zu finden sei. Mystik sei wesenhaft auf Innerlichkeit bezogen, ohne jedoch zwangsläufig in Gestalt aussergewöhnlicher Bewusstseinszustände aufzutreten. Rauschhaftigkeit und ziellose Selbstvergessenheit sind trotz aller Geheimnishaftigkeit nicht Ziel von mystischer Erfahrung. Auch radikale Wirklichkeitsflucht und enthusiastische Versuche der Wirklichkeitsbeherrschung haben keinen Platz in wahrhaft mystischen Denkwegen. Mystik kann und soll auch nicht „transkonfessionell“ die Unterschiede einzelner Religionen und Konfessionen überwinden. Christliche Mystik würde sich hingegen davon nähren, sich von Gott geliebt zu wissen und einen Sinn im Leben zu entdecken. Feste Heilsgewissheit sei vielleicht die tiefste Form mystischen Bewusstseins, ohne die (selbst-)kritische Perspektive zu verlieren.

Zum Inhalt
Das Buch beinhaltet zwei grosse Teile. Im theoretischen Teil behandelt der Autor die Grundfragen der Mystik in acht Unterkapiteln. Dabei wird die Mystik in den Zusammenhang zu Lust, Erfahrung Spiritualität, kosmisches Bewusstsein, Naturwissenschaft, Synkretismus und Todesnähe gestellt. Das letzte Unterkapitel zeigt den wesentlichen und unvereinbaren Unterschied zwischen Substanz- und Liebesmystik auf, die sich allerdings, oberflächlich betrachtet, zum Verwechseln ähnlich sind. Dabei ist Substanzmystik eher kosmisch-apersonal und Liebesmystik personal orientiert. Dieser Unterscheid sei für Christen entscheidend. Während es einerseits dem Subjekt um die Verschmelzung mit dem Einen und eine Teilhabe an göttlicher Qualität geht, ist andererseits eine grösstmögliche Nähe zum Schöpfergott angestrebt, die als Liebesgeschenk verstanden wird. Erstere Mystik zeige eher regressive Elemente, letztere überwiegend progressive und führe somit weiter.

Im zweiten Hauptteil werden Beispiele christlicher Mystik genannt, wobei Thiede ausdrücklich auf die unterschiedliche Nähe und Ferne vom christlichen Zentrum verweist. Dieser Teil ist eine Neuauflage des bereits 2009 erschienenen Buches „Mystik im Christentum“. Die 34 biographischen Schilderungen sind dabei kurzgehalten und sollen skizzenhaft charakteristische Aspekte herausarbeiten. Dabei werden bekannte Persönlichkeiten wie Jesus von Nazareth, Paulus, Origenes, Hildegard von Bingen, Meister Eckhart, Luther, Kierkegaard mit eher unbekannten wie Christina Ebner, Jakob Böhme und Matin Pepper gegenübergestellt. Überraschend werden auch Karl May und Rudolf Steiner genannt.

Für die Lesenden
Das Buch ist als „intellektueller Reiseführer ins Gebiet der christlichen Mystik“ nuanciert und ausgewogen geschrieben. ist Es ist eine Stärke des Autors, akzentuiert und klug zu formulieren, somit auf die feinen Unterschiede aufmerksam zu machen und diese in einen grossen Zusammenhang zu stellen. Der Leser wird dadurch ermutigt Vorurteile abzubauen und sich selbst dem Thema anzunähern, ohne jedoch die kritische Perspektive zu verlieren.

Claudia Mohr

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