APD-INFORMATIONEN 5/2020 - MAI 2020

Schweiz - Nationalflagge und Kantonsflaggen © Foto: Michael F. Schroth/churchphoto.de

Adventisten sind Mitglied im Verein «Christian Public Affairs»

Zürich/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Schweiz

Am 20. Mai wurde die Schweizer Union der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an der per Videokonferenz durchgeführten Hauptversammlung 2020 des Vereins «Christian Public Affairs» CPA als Mitglied aufgenommen. Der CPA wurde 2019 von verschiedenen Kirchen und christlichen Organisationen gegründet, um auf der «Basis christlicher Werte die Gesellschaft und Politik in der Schweiz konstruktiv mitzugestalten», wie es auf der CPA-Webseite heisst.

Der CPA will mittels Kontakte zu Parlamentariern und Gremien den Gesetzgebungsprozess mitprägen und versteht sein Engagement als Dienst an der Gesellschaft und als ein Engagement im Sinne der eigenen sozialen und politischen Verantwortung. Als wichtige Werte beschreibt das CPA-Basispapier 2019: Menschen im Zentrum, Gemeinwohl, Solidarität, Bewahrung der Schöpfung und Subsidiarität (Wikipedia: «grösstmögliche Selbstbestimmung und Eigenverantwortung des Individuums»).

Gründungsmitglieder des im Aufbau befindlichen Vereins sind die Heilsarmee, die Schweizerische Evangelische Allianz SEA, der Dachverband Freikirchen.ch, ERF Medien, das Hilfswerk Hilfe für Mensch und Kirche HMK, das Institut für Sozailethik ethik22. Zudem sind verschiedene Trägerschaften und Organisationen mit dem CPA im Beobachterstatus vernetzt.

Mehr zum Verein «Christian Public Affairs»: https://christian-public-affairs.org
Mehr zu den Adventisten: https://www.adventisten.ch/

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Logo und Wortmarke der Siebenten-Tags-Adventisten © Logo: Adventisten

Adventisten in der Schweiz öffnen nur allmählich Gottesdienste

Zürich/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Schweiz

Laut einer Umfrage bei den Pastoren der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz werden vorerst nur zwei Kirchgemeinden am Samstag, 6. Juni wieder einen Gottesdienst durchführen. Wenige Gemeinden planen am 13. und 20. Juni den Gottesdienst vor Ort zu feiern. Die Mehrheit der 32 adventistischen Kirchgemeinden in der Deutschschweiz klärt mit den Mitgliedern ein Öffnungsdatum ab und wartet auf das aktualisierte Schutzkonzept des Dachverbands Freikirchen.ch. Im Gebiet der Kirchenleitung für die Romandie und das Tessin bieten zwei der 25 Ortsgemeinden bereits am 30. Mai, sieben am 13. und eine am 20. Juni einen Gottesdienst an.

Die räumlichen Verhältnisse erlauben vielen adventistischen Kirchgemeinden nicht, die Gottesdienste in Übereinstimmung mit dem Schutzkonzept durchführen zu können. Der Dachverband Freikirchen.ch überarbeitet aufgrund der vom Bundesrat am 27. Mai kommunizierten Lockerungen das Schutzkonzept neu. Es ist möglich, dass anschliessend mehr adventistische Kirchgemeinden eine frühere Öffnung der Gottesdienste vorsehen. Einige Ortsgemeinden führen selbst «Zoom-Gottesdienste» durch bzw. Bibelgespräche in Gruppen über Zoom. Die Mehrheit der deutschsprachigen Adventisten in der Schweiz nimmt jeweils am Samstag um 9:30 Uhr am Live-Gottesdienst teil, der noch bis zum 11. Juli von HopeTV über das Fernsehen oder Internet ausgestrahlt wird. Informationen über Öffnungen der adventistischen Gottesdienste in der Deutschschweiz sind auf den Webseiten der jeweiligen Ortsgemeinde einsehbar.
Verzeichnis aller Kirchgemeinden in der Schweiz: https://www.adventisten.ch/kirchgemeinden/kirchensuche/
Live-Gottesdienste von HopeTV: https://www.hopechannel.de/tv/live/

Frühere Öffnung der Gottesdienste in der Romandie und im Tessin
Die adventistische Kirchenleitung in der Romandie und im Tessin hat auf ihrer Webseite jene Kirchgemeinden aufgelistet, die bereits im Mai oder Juni Gottesdienste vor Ort geplant haben. Auf YouTube Espoir Média bieten die Adventisten der Romandie jeweils samstags um 10 Uhr einen Gottesdienst an: https://www.youtube.com/channel/UCGuftpkEialuEKu2wp5erCw

Liste der Öffnungen der Gottesdienste in der Romandie und im Tessin:
https://adventiste.ch/blog/project/reouverture-eglises-fsrt/

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Symbolbild - Migrant © Foto: Alex Hudson on Unsplash

Neue Meldestelle für Opfer religiöser Diskriminierung und Gewalt

Zürich/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Schweiz

Menschen, die aus Glaubensgründen ihre Heimat verlassen müssen und in die Schweiz fliehen, sind auch hierzulande nicht sicher vor Übergriffen aufgrund ihres Glaubens bzw. eines Glaubenswechsels, schreibt die Schweizerischen Evangelischen Allianz in SEA aktuell. Deshalb erfasse die Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen BIR der Schweizerischen Evangelischen Allianz neu solche Übergriffe, helfe den Opfern und unterstütze Begleitpersonen von Migranten sowie Behörden.

„Leider ist den Schweizer Behörden zu wenig bekannt, dass Geflüchtete aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit oder wegen ihrer Konversion zu einer anderen Religion wiederholt diskriminiert oder sogar bedroht werden“, begründet die BIR die Initiative. Weder die Polizei noch die Asylbehörden würden Übergriffe aus religiöser Überzeugung erfassen. Es fehle deshalb eine statistische Erhebung, schreibt idea Schweiz in einem Artikel. Laut SEA hat es bisher in der Schweiz keine Möglichkeit gegeben, Daten von Vorkommnissen – wie Verspottung, körperliche Gewalt bis hin zu Morddrohungen – zu erheben, welche die Glaubensfreiheit von geflüchteten Menschen teils massiv beschneiden würden.

Meldeformular für Menschenrechtsverletzungen in diversen Sprachen
Deshalb habe die Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen BIR zur Erfassung solcher Menschenrechtsverletzungen ein ausführliches Meldeformular auf Deutsch, Französisch, Englisch - sowie in Kürze auch auf Arabisch und Farsi - auf ihrer Website aufgeschaltet. Ausserdem könnten Asylsuchende, Begleit- und Fachpersonen aus dem Asylbereich Vorfälle auch telefonisch in den genannten Sprachen melden und Hilfe in Anspruch nehmen, schreibt die SEA. Die BIR werde eingegangene Meldungen für Statistiken zusammenfassen und anonymisieren.

In den Bundesasylzentren und kantonalen Asylunterkünften sind laut Livenet.ch 80 bis 90 Prozent der Bewohner muslimisch. «Wenn jemand zum Beispiel aus Afghanistan stammt und beim Ramadan nicht mitmacht, muss er sich outen. Als konvertierter Afghane wird dies in einem solchen Umfeld zu einer grossen Belastung. Viele werden dann mit den genau gleichen Repressalien konfrontiert, vor denen sie aus ihrem Heimatland geflohen sind – und das in der Schweiz», sagte ein BIR-Mitarbeiter gegenüber Livenet.ch.

Den Stein ins Rollen gebracht hat laut SEA eine umfassende Erhebung des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks Open Doors Deutschland, die 743 religiös motivierte Übergriffe auf christliche Flüchtlinge in deutschen Asylunterkünften festgestellt hat. Seither sei es der BIR ein Anliegen, auch in der Schweiz – in den Bundesasylzentren, kantonalen Durchgangsheimen, auf öffentlichen Plätzen oder in Schulen – Fälle von Einschüchterungen oder körperlicher Gewalt aufgrund unterschiedlicher Glaubensauffassungen zu erfassen und für dieses Thema bei Anlaufstellen und Behörden zu sensibilisieren.

Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen
Die Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen setzt sich laut eigenen Angaben für religiös verfolgte Minderheiten ein, insbesondere für verfolgte und bedrängte Christen und Konvertiten. Sie wurde 2012 gegründet, ist heute in der Deutsch- und Westschweiz tätig und besteht aus einem erfahrenen Team von Integrationsmitarbeitenden, welche zum Teil selbst Migrationshintergrund haben. Die BIR bietet in folgenden Sprachen Beratung an: Deutsch, Französisch, Englisch, Kosovarisch, Arabisch, Persisch, Sorani.

Die BIR gehört der Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit AGR an, einer Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA.

Zum Meldeformular in verschiedenen Sprachen, um Menschenrechtsverletzungen zu melden: https://www.agr-glr.ch/index.php?id=133

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Titelbild des SEA-Gebetshefts zum Flüchtlingssonntag 2020 © Foto: SEA

Flüchtlingssonntag 2020: "Ent-fremdet" – Zuhause in der Schweiz

Zürich/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Schweiz

Anlässlich des Flüchtlingssonntags der Kirchen am 21. Juni 2020 ruft die Schweizerische Evangelische Allianz SEA zusammen mit verschiedenen Partnerorganisationen zu Solidarität, Barmherzigkeit und Gebet sowie verschiedenen Aktivitäten auf. Mit einem Video und einem Gebetsheft unter dem Motto «Ent-fremdet − Zuhause in der Schweiz» wird eine Sensibilisierungskampagne lanciert, um Geflüchtete nicht zu entfremden, sondern zu «ent-fremden», so dass sie für uns zu Nächsten werden.

«Die Situation der Geflüchteten mag in der Corona-Zeit untergehen, Menschen auf der Flucht werden vergessen oder haben keine Priorität mehr», schreibt die SEA in einer Medienmitteilung. Ihre tägliche Not sei aber akuter denn je. Laut der UN Refugee Agency sind über 70 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Jeden Tag sehen sich ungefähr 37.000 Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und sich auf eine unsichere und ungewisse Reise zu begeben.

«Einige dieser Menschen haben den Weg in die Schweiz gefunden, fühlen sich hier aber fremd und nicht willkommen», schreibt die SEA. Das wolle die Arbeitsgemeinschaft interkulturell der SEA zusammen mit ihren Partnern anlässlich der Kampagne zum diesjährigen Flüchtlingssonntag ändern. Flüchtlinge sollten nicht entfremdet, sondern «ent-fremdet» werden, so die SEA. Absicht sei dabei, dass sie «uns Schweizerinnen und Schweizern zu Nächsten werden und sich in der Schweiz zuhause und angenommen fühlen». Allzu oft gehe vergessen, dass hinter dem Status «Flüchtling» ein Mensch mit einer Würde, mit Leidenschaften, Wünschen und Träumen stehe, heisst es in der Mitteilung.

Ein Gebetsheft für Gross und Klein
Im Rahmen der Sensibilisierungskampagne zum Flüchtlingssonntag vom 21. Juni steht verschiedenes Material für Kirchen und Familien zur Verfügung. Das Gebetsheft enthält Tagesimpulse zu verschiedenen Themen rund um Flüchtlinge und ihr Leben. Es begleitet Familien und Kinder an zehn frei bestimmbaren Tagen während den Sommerferien. Die Impulse, Gebetsanliegen und praktischen Aktivitäten sollen anregen, sich in die Flüchtlinge hineinzuversetzen, mehr über ihre Anliegen zu erfahren sowie sich für sie im Gebet einzusetzen und aktiv zu werden. Das Gebetsheft ist online auf der Webseite erhältlich und kann dort auch bestellt werden:
Download für das Gebetsheft:
https://www.each.ch/wp-content/uploads/2020/05/200513_Flu%CC%88chtlingssonntag_20_Gebetsheft_web.pdf

Ein Video zur Sensibilisierung und zum Dank
Zum anderen stellt die SEA für den Gottesdienst am 21. Juni ein dreiminütiges Video zur Verfügung, um am Flüchtlingssonntag für die Situation der Flüchtlinge zu sensibilisieren und Solidarität zu zeigen, aber auch um jenen zu danken, die sich für Flüchtlinge engagieren. Das ganze Video wird am 8. Juni veröffentlicht, kann aber auf Anfrage bereits bezogen werden.
Teaser zum Video:
https://www.youtube.com/watch?time_continue=9&v=3xwhPkqHoXw&feature=emb_logo

Mehr Infos der SEA zum Flüchtlingssonntag: www.each.ch/fluechtlingssonntag
Infos der Schweizerischen Flüchtlingshilfe: www.fluechtlingstage.ch

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Alterswohnhäuser des Alters- und Pfelegeheims Oertlimatt, Krattigen/BE © Foto: APO

Alters- und Pflegeheim Oertlimatt publiziert Jahresbericht 2019

Krattigen/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Schweiz

Das Alters- und Pflegeheim Oertlimatt, in Krattigen/BE, hat den Tätigkeitsbericht 2019 der sozialen Stiftung publiziert. Träger der Stiftung ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz.

Das Sprichwort «Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr», stimme nicht wirklich, schreibt Stephan Sigg, Stiftungsratspräsident im Vorwort zum Tätigkeitsbericht 2019 der Stiftung Alters- und Pflegeheim Oertlimatt. Diverse Studien hätten gezeigt, dass ältere Menschen lernfähig blieben, «bis zu unserem letzten Atemzug», so Sigg. Wer sich bewege, könne auch im höheren Alter grosse Zuwächse an Kraft und Leistungsfähigkeit erlangen. Er sei froh, dass die Mitarbeitenden der Institution den Bewohnerinnen und Bewohnern einen «aktiven» Ruhestand ermöglichten.

Von der Kriegsgeneration zu den Babyboomern
Es verändere sich vieles in der Politik bezüglich Alters- und Pflegeheime, aber auch im Verhalten der Personen im Heim, schreib Roland Kübler, im Vorwort des Heimleiters. So bringe «der Wechsel der Kriegsgeneration zu den Babyboomern» neue Herausforderungen. Darauf müsse flexibel reagiert werden. Er wünsche aber noch vielmehr, dass es allen Mitarbeitenden gelinge, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern und damit Menschen emotional zu berühren und zu bewegen, so Kübler.

Der Entwurzelung im Alter zuvorkommen - durch mentale Vorbereitung
Jean Fiscalini, Seelsorger, rät in seinem Artikel, der abrupten Entwurzelung aus den gewohnten Lebensumständen, die sich beim Eintritt in ein Altersheim einstellen kann, durch frühzeitiges Planen zuvorzukommen. So biete ein rechtzeitiger Umzug in eine Alterswohnung die Chance, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, sodass ein späterer Eintritt ins Alters- bzw. Pflegeheim, wie dies die «Oertlimatt» bietet, keine grossen Veränderungen fordere.

Ausbildung
Laut Tätigkeitsbericht 2019 standen im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt vier Personen in der zweijährigen Ausbildung als Fachangestellte Gesundheit für Erwachsene sowie eine Person in der regulären dreijährigen Ausbildung als Fachfrau Gesundheit.

Neues Rufsystem
Die Umstellung vom kabelgebundenen Ruftaster am Bett zum kabellosen Armbandtaster, das «Ührli» am Handgelenk, sei gelungen, schreibt Christian Waldburger, Leiter des technischen Dienstes. Damit könnten sich die Bewohnerinnen und Bewohner frei und sicher im Haus oder auf dem Gelände bewegen und ihr Bewegungsradius könne so erhalten bleiben.

Statistik
Ende 2019 lebten 56 Personen im Heim, die von 56 Fachpersonen in Teil- und Vollzeitstellen mit diversen beruflichen Qualifikationen begleitet, betreut bzw. gepflegt wurden. Das Durchschnittsalter aller beherbergten Personen betrug rund 85 Jahre.

Alterswohnungen
Seit November 2014 stehen drei Mehrfamilienhäuser mit 29 Alterswohnungen auf der dem Heim gegenüberliegenden Seite der Leissigenstrasse zur Verfügung. Ende 2019 waren diese von 36 Personen bewohnt.. Im Mietvertrag, der als „Dienstleistungsvertrag“ bezeichnet wird, sind auch gewisse Dienstleistungen eingeschlossen: Wöchentliche Einkaufstour zu einem Grossverteiler; monatlicher Einkaufsbummel nach Thun; 24-Stunden Notfall-Bereitschafsdienst; Benutzung des Fitnessraums inkl. Gymnastikprogramm etc. Weitere Angebote könnten zu fairen Preisen genutzt werden: Mahlzeitenlieferungen in die Wohnung; Wäscheservice; Fahrdienste; Reinigung; Coiffeur; Fusspflege etc.

Tätigkeitsbericht 2019 der Stiftung Alters- und Pflegeheim Oertlimatt als PDF: https://oertlimatt.ch/wp-content/uploads/oertlimatt_taetigkeitsbericht_2019_web.pdf

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Minneapolis, Minnesota/USA © Foto: Gregory Hayes on Unsplash

Minneapolis: Erklärung der Adventisten zum Tod von George Floyd

Kansas City, Missouri/USA | 31.05.2020 | APD | International

«Wir sind zutiefst betrübt, verärgert und entsetzt über den tragischen Tod von George Floyd, der am Montag, 25. Mai 2020, in den Händen von Polizeibeamten aus Minneapolis zu beklagen war», schrieb die überregionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten (Central States Conference) in Kansas City, Missouri/USA, in einer Erklärung vom 27. Mai. Minneapolis liegt im US-Bundesstaat Minnesota.

Die Central States Conference, welche die multikulturellen Kirchen und Schulen der Adventisten in Colorado, Iowa, Kansas, Minnesota, Missouri und Nebraska leitet, bedankte sich bei der Leitung der Polizei von Minneapolis für die rasche Entlassung der an der Tragödie beteiligten Polizeibeamten. Sie forderte, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird und der Fall so aufgearbeitet werde, dass es dem begangenen Verbrechen entspreche.

Gewaltlose Proteste als Ausdruck christlicher Liebe
Die Kirchenleitung der Central States Conference unterstütze alle gewaltlosen Proteste, Boykotte und jeglichen öffentlichen Druck, die notwendig seien, um «Gerechtigkeit für George Floyd zu erreichen».

Als Menschen des Wortes, seien sie überzeugt, dass über Gottes Liebe nicht nur geredet, sondern der Liebe Gottes auch Ausdruck verliehen werden müsse. Dazu zitierte die adventistische Kirchenleitung in der Erklärung zwei Bibeltexte aus dem Alten Testament: «Lernt, Gutes zu tun; trachtet nach Gerechtigkeit; weist den Unterdrücker zurecht; verteidigt die Waisen; fleht für die Witwe.» (Jesaja 1,17) und: «Es ist nicht richtig, die Schuldigen freizusprechen oder den Unschuldigen die Gerechtigkeit zu verweigern.» (Sprüche 18:5)

In der Erklärung nimmt die adventistische Kirchenleitung Bezug auf die Erzählung Jesu vom barmherzigen Samariter, in der ein Priester und ein Schriftgelehrter weggeschaut und einem verletzten Mann nicht geholfen haben und folgert: Wir werden «nicht die Augen vor den Ungerechtigkeiten verschliessen, die unserem farbigen Volk weiterhin angetan werden».

Wenn es irgendetwas gäbe, «was unsere Kirchenmitglieder, Pastoren, Kirchen und die Kirchenleitung tun können, um Gerechtigkeit zu unterstützen..., dann sind wir hier, um zu dienen», heisst es in der Erklärung, die mit dem Wunsch schliesst: «Möge Gott uns gnädig sein, wenn wir weinen, aber nicht ohne die Hoffnung, dass Gott, der alles sieht, allen Menschen jetzt und ewige Gerechtigkeit bringen wird.»

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Demonstration «black lives matter» in New York, 2016 © Foto: Nicole Baster on Unsplash

USA: Stellungnahme der Adventisten zu Todesfällen und Rassismus

Columbia, Maryland/USA | 31.05.2020 | APD | International

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika (North American Division NAD) hat in einer Stellungnahme auf die tragischen Morde an Ahmaud Arbery in Georgia, Breonna Taylor in Kentucky und George Floyd in Minnesota reagiert. Sie verurteilen die Handlungen des Hasses und der Gewalt und rufen dazu auf, den Opfern und ihren Familien Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

In der Erklärung geht die Kirchenleitung auch auf andere Ereignisse der jüngsten Zeit ein, die deutlich dokumentierten, dass die Rassentrennung die Lebensqualität so vieler Menschen und das Gefüge der demokratischen Gesellschaft zerstöre. Trennmauern, die dazu dienten, die wesentlichen Rechte der Menschenwürde, des Selbstwertes und der Freiheit zu zerstören, seien errichtet worden. Diese Rechte seien aber erforderlich, damit alle Amerikaner in ihrem lokalen Umfeld leben und sich entfalten könnten. Einige von ihnen, denen der Schutz aller Mitglieder der Gesellschaft anvertraut wurde, hätten ihren feierlich geschworenen Eid gebrochen, anderen zu dienen, insbesondere den Bedürftigen. Amerikaner sollten wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit in der Öffentlichkeit niemals in Angst leben müssen. „Wir können und müssen es besser machen“, heisst es in der Stellungnahme.

Die teilkontinentale Kirchenleitung der NAD fordere daher alle Kirchenmitglieder eindringlich auf, im Gebet darüber nachzudenken, wie sie mit ihren Mitbürgern umgehen. Sie bittet, gegen Ungerechtigkeit und Hass aufzustehen, so wie es Jesus tat, als er auf dieser Erde war. Weiter heisst es: „Wir können für diejenigen, die an den Rand gedrängt und von anderen verraten werden, etwas bewirken, und wir müssen den Stimmen der Opfer von Hass und Rassismus ein Forum bieten. Unsere Taten können lauter sprechen als Worte. Wir können mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, wie wir andere behandeln.“ Die NAD-Verantwortlichen fordern gleiche und faire Behandlung aller Bürger. Adventisten seien eine Glaubensgemeinschaft mit der grössten ethnischen Vielfalt in den Vereinigten Staaten und repräsentierten fast jede Region in diesem Land. Ihre Stimmen müssten gehört werden und dazu beitragen, die zerrissene Gesellschaft mit der Liebe und der Hingabe Jesu zu heilen.

Die NAD leitet den Kirchenbereich der Adventisten für die USA, Kanada sowie Guam und Mikronesien. Zuvor hatte bereits die regionale Kirchenleitung für Colorado, Iowa, Kansas, Minnesota, Missouri und Nebraska (Central States Conference) erklärt, dass sie alle gewaltlosen Proteste, Boykotte und jeglichen öffentlichen Druck unterstütze, die notwendig seien, um „Gerechtigkeit für George Floyd zu erreichen“. Die Leitung, die vornehmlich für farbige Kirchenmitglieder in ihren Bundesstaaten Verantwortung trägt, nimmt Bezug auf die Erzählung Jesu vom barmherzigen Samariter, in der ein Priester und ein Schriftgelehrter wegschauen und einem verletzten Mann nicht geholfen haben und folgert: Wir werden „nicht die Augen vor dem Unrecht verschliessen, das unserem farbigen Volk permanent angetan wird“.

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Haghia Sophia in Istanbul, Türkei © Foto: Herbert Bodenmann/APD

Mehrheit der Deutschen lehnt öffentliche Muezzin-Rufe ab

| 31.05.2020 | APD | International

Wetzlar/Deutschland | 07.05.2020 | APD | 61 Prozent der befragten Bundesbürger lehnt es ab, öffentliche Muezzin-Rufe in deutschen Städten zu erlauben. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Nur 15 Prozent der Befragten sind für eine generelle Erlaubnis des öffentlichen islamischen Gebetsrufs. 16 Prozent antworteten mit „Weiss nicht“, acht Prozent machten keine Angabe. Bei älteren Befragten fiel die Ablehnung deutlicher aus als bei jüngeren: So sprachen sich in der Gruppe der über 60-Jährigen 67 Prozent gegen den öffentlich hörbaren Gebetsruf aus und 14 Prozent dafür. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren 42 Prozent dagegen und 23 Prozent dafür. Am stärksten war die Ablehnung mit 72 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen, nur elf Prozent befürworteten den öffentlich Muezzin-Ruf.

Bei den christlichen Konfessionen standen die freikirchlichen Befragten dem Muezzin-Ruf besonders kritisch gegenüber: 65 Prozent sind gegen eine Erlaubnis, elf Prozent wollen ihn zulassen. Bei den landeskirchlichen Protestanten sind 64 Prozent gegen eine Erlaubnis und 13 Prozent dafür. 59 Prozent der befragten Katholiken sprachen sich gegen öffentliche Muezzin-Rufe aus, 15 Prozent befürworteten sie.

Die Ablehnung des öffentlichen Muezzin-Rufs überwiegt in allen politischen Lagern. Am stärksten war sie bei den Parteigängern der AfD. 90 Prozent waren dagegen und sieben Prozent dafür. Die Wähler von CDU/CSU und FDP sprachen sich jeweils zu 70 Prozent gegen die Erlaubnis aus, dafür waren 15 Prozent beziehungsweise neun Prozent. Bei den SPD-Sympathisanten äusserten 53 Prozent Ablehnung und 23 Prozent Zustimmung. Auch die Hälfte der Wähler von Bündnis 90/Die Grünen (50 Prozent bei 30 Prozent Zustimmung) sowie der Linken (49 Prozent bei 21 Prozent Zustimmung) will keine regelmässigen muslimischen Gebetsrufe in deutschen Städten hören.

Für die Erhebung wurden 2.101 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 1. und dem 4. Mai befragt.

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Logo des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland © Logo: befg.de

Freikirchen in Deutschland: Versöhnung mit Völkern der Sowjetunion

Wustermark/Deutschland | 31.05.2020 | APD | International

Erklärung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland zum 75. Jahrestag des Kriegsendes Das Präsidium des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland ruft in einer Erklärung zum 75. Jahrestag des Kriegsendes zur Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion auf. Die Zerstörungen des von Deutschland angezettelten Krieges hätten Folgen bis in die Gegenwart. Bis heute würden Menschen unter dem Tod ihrer Eltern und Grosseltern oder eigenen traumatischen Erlebnissen leiden. „Die Herrschaft der Nationalsozialisten kostete Millionen das Leben, sie vergiftete das Klima unter den Nationen und führte zur Vertreibung von Millionen Menschen, die ihre Heimat verloren.“ Die Traumata der Vergangenheit prägten auch die Nachgeborenen. Noch heute gelte es, die Wunden zu heilen und Versöhnung zu leben.

Das Präsidium des BEFG stelle im Rückblick fest, dass die Versöhnung mit den Völkern im Westen leichter gefallen sei als die mit den Völkern im Osten, besonders mit den Menschen in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten. Hier wirke ein nationalistisches Überlegenheitsgefühl nach. Das rassistische Gift, Menschen und Völker als minderwertig zu betrachten, zeige bis heute Wirkung.

Überfall auf die Sowjetunion begrüsst, zum Massenmord geschwiegen
Baptisten und Brüder in Deutschland hätten damals den Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion begrüsst und zur massenhaften Ermordung von Juden, Russen, Ukrainern, Polen und Angehörigen vieler anderer Nationen geschwiegen. „Etwa 20 Millionen Sowjetbürger starben durch Waffengewalt oder verhungerten durch den Entzug von Lebensmitteln durch die Deutschen.“

In der Zeit der Teilung Deutschlands und angesichts politscher Verfolgung der Christen in der Sowjetunion sei das Thema einer Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion nur zaghaft angegangen worden. Nach der politischen Wende und der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl hätten viele Gemeinden und Einzelne im BEFG beeindruckende Hilfsprojekte entwickelt, „die zur Heilung der Erinnerung beigetragen haben“.

Kritisch wird in der Erklärung vermerkt, dass der BEFG in Deutschland es versäumt habe, „deutlicher für eine Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion einzutreten“. Seit einigen Jahren versuche der BEFG, sich hier stärker zu engagieren. „Wir bedauern, dass wir dem andauernden Rassismus, Nationalismus wie dem Antisemitismus nicht stärker widerstanden haben. Heute sind wir aufgerufen, aktiv für Versöhnung unter den Menschen einzutreten, die unter Fremdenfeindlichkeit und Hass leiden.“ Das gelte für alle Völker und Nationen. Deshalb wolle der BEFG für Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen eintreten, offen nach Aussen getragenen Hass widerstehen und ihm in unserer Gesellschaft keinen Raum geben.

Der Text der Erklärung kann im Internet heruntergeladen werden: https://www.baptisten.de/fileadmin/bgs/media/dokumente/Versohnung-mit-den-Volkern-der-Sowjetunion.pdf.

BEFG
Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden ist ein Zusammenschluss von Baptisten- und Brüdergemeinden. Zu ihm gehören in Deutschland über 81.000 Mitglieder in 801 Ortsgemeinden. Weitere Informationen unter www.baptisten.de.

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Symbolbild - Familie © Foto: John-Mark Smith on Unsplash

15. Mai: Weltfamilientag in einer sich verändernden Welt

New York/New York und Silver Spring, Maryland/USA | 31.05.2020 | APD | International

Der 15. Mai ist weltweit sowohl als internationaler Tag der Familie und auch als internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerer ausgerufen. Das Motto des von den Vereinten Nationen UN proklamierten Tages knüpft in diesem Jahr an die Konferenzen in Kopenhagen und Peking vor 25 Jahren an und lautet: „Familien in der Entwicklung: Kopenhagen & Peking + 25". Beide Konferenzen veröffentlichten Stellungnahmen zur Bedeutung der Familien.

Hintergrund des Weltfamilientags
Im September 1993 beschloss die Generalversammlung der UN in einer Resolution, den 15. Mai eines jeden Jahres als Internationalen Tag der Familien zu begehen. Dieser Tag biete die Gelegenheit, das Bewusstsein für Fragen im Zusammenhang mit Familien zu fördern und das Wissen über die sozialen, wirtschaftlichen und demographischen Prozesse, die Familien betreffen, zu vertiefen.

Am 25. September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedsstaaten der UN einstimmig die Ziele der „nachhaltigen Entwicklung“, eine Reihe von 17 Zielen, die darauf abzielen, Armut, Diskriminierung, Missbrauch und vermeidbare Todesfälle zu beseitigen, der Umweltzerstörung entgegenzuwirken und ein Zeitalter der Entwicklung für alle Menschen auf der ganzen Welt einzuleiten. Familien und familienorientierte Politik und Programme seien für die Erreichung vieler dieser Ziele von entscheidender Bedeutung.

Herausforderungen für Familien unter COVID-19 Pandemie
Am diesjährigen 25. Jahrestag der Erklärung von Kopenhagen und der Aktionsplattform von Peking weisen die UN auf die Situation hin, in der die globale Gesundheits- und Sozialkrise eine der grössten Herausforderungen darstelle. Die COVID-19-Pandemie 2020 rücke die Bedeutung von Investitionen in sozialpolitische Massnahmen zum Schutz der schwächsten Einzelpersonen und Familien in den Mittelpunkt. Es seien die Familien, die die Hauptlast der Krise tragen, indem sie ihre Mitglieder vor Schaden bewahrten, sich um ausserschulische Kinder kümmerten und gleichzeitig ihre Arbeitsverantwortung weiterführten.

Wirtschaftliche Zwänge und Stress erhöhen Gewalt gegen Frauen und Kinder
Die Familien seien zum Dreh- und Angelpunkt der intergenerationellen Interaktionen geworden, die uns in dieser Krise unterstützten. Unter wirtschaftlichem Zwang vertiefe sich die Armut. In Zeiten der Unsicherheit nehme der Stress zu - was oft zu wachsender Gewalt gegen Frauen und Kinder führe. Deshalb sei die Unterstützung von gefährdeten Familien - von Menschen, die ihr Einkommen verloren hätten, von Menschen in unzureichenden Wohnverhältnissen, von Menschen mit Kleinkindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen - heute notwendiger denn je.

Frauen tragen Hauptlast der Haus- und Familienarbeit
Weltweit seien es Frauen, die zunehmend an der formellen und informellen Erwerbsarbeit teilnehmen, dabei aber weiterhin eine im Vergleich zu Männern unverhältnismässig hohe Last der Hausarbeit übernähmen. Dadurch sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schwieriger zu erreichen. Der Notwendigkeit, die Gleichstellung der Geschlechter in der Familie zu gewährleisten, werde daher immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Gleichstellung der Geschlechter ohne grössere Gleichberechtigung nicht möglich
Während die Welt darum ringe, auf die COVID-19-Krise zu reagieren, bestehe eine echte Chance, die Art und Weise, wie unsere Volkswirtschaften und Gesellschaften funktionierten, zu überdenken und zu verändern, um eine grössere Gleichheit für alle zu fördern. Dabei sei klar, dass die Gleichstellung der Geschlechter ohne eine grössere Gleichberechtigung in den Familien nicht zu erreichen sei und dass die Aktionsplattform von Peking in diesem wie in vielen anderen Bereichen weiterhin einen visionären Fahrplan dafür biete, in welche Richtung wir gehen müssten.

Situation in der Schweiz
Ergebnisse der Erhebung zu Familien und Generationen 2018 des Bundesamts für Statistik BFS: «Die gewünschte Kinderzahl der jungen Erwachsenen ist stark vom Modell mit zwei Kindern geprägt. Wunsch und Realität liegen betreffend Anzahl Kinder allerdings deutlich auseinander. Insbesondere Frauen mit Tertiärabschluss befürchten häufig, dass sich die Geburt eines Kindes negativ auf ihre Berufsaussichten auswirken würde. Bei gut zwei Drittel der Familien werden die Kinder regelmässig familienergänzend betreut. Am häufigsten greifen die Eltern dabei auf das Umfeld, insbesondere auf die Grosseltern zurück. In der Romandie nutzt fast die Hälfte eine Krippe oder ein schulergänzendes Betreuungsangebot.«

Demnach sind Akademikerinnen am ehesten kinderlos (30 Prozent). Ein Grund sei wahrscheinlich die «die schwierige Vereinbarkeit von Kindern und Karriere», heisst es im Bericht.

Die Ehe sei immer noch stark verbreitet. Gut drei Viertel der Frauen und Männer zwischen 18 und 80 Jahren sind in einer Paarbeziehung und über 90 Prozent der Paare mit gemeinsamen Kindern sind verheiratet. Mütter übernähmen laut der Erhebung immer noch den Hauptteil der Haus- und Familienarbeit.

Adventisten: 100 Jahre im Dienst der Familie
Die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags.-Adventisten hat schon früh in ihrer Geschichte eine Abteilung für den Dienst an Familien (family ministries) eingerichtet. Letztes Jahr feierte sie ihr 100-jähriges Bestehen. Die Abteilung konzentriert sich auf Menschen in Beziehungen innerhalb der Kirche und der Gesellschaft, im Kontext des Familienlebens. „Durch das Verständnis der heutigen Realität des Familienlebens“, so Abteilungsleiter Pastor Rainer Wanitschek von der teilkontinentalen Kirchenleitung der Adventisten für Mitteleuropa (Inter-European Division EUD), „hilft es Einzelpersonen und Familien, das immerwährende Evangelium in ihre Erfahrungen einzubeziehen, sich an gesunden Beziehungen zu erfreuen und in ihrem Christsein gemeinsam zu wachsen. Die Abteilung Familiendienste widmet der Vorbereitung und Stärkung der Ehe und der Unterstützung von Eltern, Familien und Gemeinden, Kinder zu Jesus … zu führen und sie gleichzeitig zu einem verantwortungsvollen Erwachsenenalter zu erziehen, besondere Aufmerksamkeit.“

Auch in diesem Jahr hat die Freikirche einen besonderen Tag des Gebets für Familien ausgerufen. Er ist für den 6. Juni 2020 vorgesehen. In einem Schreiben der Weltleiter für Familiendienste, Willie und Elaine Oliver, heisst es, dass die Weltkirchenleitung der Adventisten hoffe, dass die „Kirchenmitglieder auf der ganzen Welt sehr engagiert, hilfreich und kreativ diesen Tag gestalten werden, um für adventistische und nicht-adventistische Familien auf der ganzen Welt wirkungsvolle Hilfen zu geben.“ Dieser Gebetstag sei als Katalysator für gute psychische Gesundheit und stärkere und gesündere Ehe- und Familienbeziehungen unter den Menschen auf der ganzen Welt konzipiert.

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Bahia Adventist College - IAENE, Brasilien © Foto: Naassom Azevedo on Unsplash

Europäische Adventisten wollen nur ein Masterprogramm in Theologie

Bern/Schweiz | 31.05.2020 | APD | International

Studenten und Studentinnen im Gebiet der adventistischen Kirchenleitung für West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD) können den Master in Theologie (M.A.) gegenwärtig an vier theologischen Hochschulen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien absolvieren. Die Institutionen in Deutschland und Frankreich gelten als EUD-Institutionen und werden entsprechend mitfinanziert. Der EUD-Exekutivausschuss hat am 18. Mai an der Frühjahrssitzung beschlossen, den Master in Theologie (M.A.) in Zukunft nur noch an einem Standort anzubieten.

Damit sollen neben finanziellen Einsparungen auch Vorteile von Englisch als gemeinsamer Unterrichtssprache verbunden werden als auch die Möglichkeit für Pastoren und Pastorinnen sowie künftige Kirchenleiter, zwei Jahre im gleichen Umfeld zu verbringen und mit unterschiedlichen Kulturen, Denkweisen und Verständnissen konfrontiert zu werden.

Laut einer Mitteilung von EUD News beauftragte das Exekutivkomitee im November 2015 die damals neu gewählte EUD-Kirchenleitung einen Vorschlag zu unterbreiten, um die Redundanzen der theologischen Ausbildung im Masterprogramm in ihrem Kirchengebiet abzubauen und nur noch an einer Institution das Masterprogramm in Theologie anzubieten. Das dreijährige theologische Grundstudium (B.A.) kann weiterhin in den bestehenden Institutionen angeboten werden. Welche Bildungseinrichtung das gemeinsame Masterprogramm anbieten soll, wird von einer Expertengruppe vorgeschlagen, die aus Bildungsexperten und Administratoren der Kirchenleitungen besteht. Sie erarbeitet auch die Entscheidungskriterien unter Mitarbeit des EUD-Exekutivausschusses. Die Entscheidung soll das EUD-Exekutivkomitee an der Herbstsitzung treffen.

Vollumfängliche Förderung der Studierenden im Masterprogramm
Die Studierenden, die in das neue Masterprogramm aufgenommen werden, erhalten für die zweijährige Dauer ihres Studiums eine vollumfängliche Förderung, das heisst Studiengebühren, Unterkunft und Verpflegung werden von der EUD-Kirchenleitung übernommen. Diese Förderung werde einer verbindlichen Vereinbarung bzw. Arbeitsverpflichtung zwischen den Studierenden und der jeweiligen regionalen Kirchenleitung unterliegen, schreibt EUD News.

Studiengang Bachelor of Arts Theologie
Das dreijährige Bachelorstudium (B.A., B.Th.) in adventistischer Theologie wird auf dem Gebiet der EUD-Kirchenleitung in folgenden Staaten und Institutionen angeboten:
Bulgarien: «Stefan Konstantinov Bulgarian Theological Seminary», Sofia
Deutschland: «Theologische Hochschule,» Friedensau
Frankreich: «Campus adventiste du Salève», Collonges
Italien: «Istituto Avventista Di Cultura Biblica Villa Aurora», Florenz
Österreich: «Seminar Schloss Bogenhofen», Bogenhofen
Rumänien: «Romanian Institutul Teologic», Comuna Cernica
Spanien: «Seminario Adventista De España», Sagunto
Tschechien: «Teologický Seminář Casd», Sázava

Zum Kirchengebiet der Intereuropäischen Division EUD gehören folgende Staaten: Andorra, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Gibraltar, Heiliger Stuhl, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Österreich, Portugal, Rumänien, San Marino, Slowakei, Spanien, die Schweiz und Tschechien.

Die Kirchenleitung für Adventisten in Nord- und Südosteuropa heisst Transeuropäische Division TED und umfasst folgende Länder:
Alandinseln, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Estland, Färöer, Finnland, Griechenland, Grönland, Guernsey, Island, Irland, Isle of Man, Jersey, Kroatien, Lettland, Litauen, Montenegro, Niederlande, Nordmakedonien, Norwegen, Polen, Serbien, Slowenien, Schweden, Vereinigtes Königreich Grossbritannien und Nordirland, Ungarn, Zypern (südlicher Teil der Insel).

Adventisten unterhalten weltweit grösstes protestantisches Bildungswerk
Die weltweit vertretene Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält mit rund 8.700 Schulen, höheren Schulen und Universitäten sowie 1.881.000 Schülerinnen, Schülern und Studierenden (Stand 31.12.2017) das global grösste protestantische Bildungswerk.

Mehr zur Theologischen Hochschule in Friedensau/Deutschland:
https://www.thh-friedensau.de/

Mehr zur Theologischen Fakultät in Collonges/Frankreich, «Campus adventiste du Salève»: https://www.campusadventiste.edu/

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Pastor Alexander Ostankin © Foto privat / Facebook

Russland: Adventistischer Gemeindegründer in Sibirien ermordet

Silver Spring, Maryland/USA | 31.05.2020 | APD | International

Laut einem Bericht von Adventist News Network ANN ist der adventistische Pastor Alexander Ostankin in der Region Tomsk in Zentralsibirien/Russland Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Ostankin wurde offensichtlich während eines pastoralen Besuchs ermordet. Die Untersuchungen zum Tathergang sind noch nicht abgeschlossen.

Bei pastoralem Besuch erstochen
Wie aus dem Umfeld der Familie und der dortigen Kirchenleitung zu entnehmen ist, sei Pastor Ostankin zu einem Seelsorgebesuch gebeten worden. Als er über Nacht nicht nach Hause kam, habe seine Frau die Polizei alarmiert, die daraufhin bei der angegebenen Adresse die Türe aufbrechen musste. In der Wohnung seien zwei leblose Körper gefunden worden. Pastor Ostankin sei einer davon gewesen. Sein Körper sei mit 17 Messerstichen übersät gewesen. Möglicherweise habe sich der Täter anschliessend selbst getötet. Die Untersuchungen zu den Umständen der Tat sind noch nicht abgeschlossen.

Wie der Beauftragte für Integration und Mission unter russischsprachigen Bürgern der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pavlo Khiminets, mitteilte, galt der Besuch von Alexander Ostankin offensichtlich einem drogenabhängigen Mann. Pastor Ostankin hinterlässt seine Frau und drei minderjährige Kinder im Alter von 7 bis 16 Jahren. Khiminets stehe in ständiger Verbindung mit der Kirchenleitung in Zentralsibirien, um die vielen Anfragen der in Deutschland lebenden Kirchenmitglieder aus der ehemaligen Sowjetunion beantworten zu können.

Alexander Ostankin wurde 1974 in Kurchatov/Kasachstan geboren, studierte Luftfahrt und diente in der russischen Ostseeflotte. 1995 schloss er sich der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an. Nachdem er 2001 Pastor geworden war, leitete er verschiedene adventistische Gemeinden in ganz Sibirien, organisierte evangelistische Treffen und leitete Pfadfinderclubs und Jugendlager. Der 46-jährige Ostankin arbeitete in den letzten zwei Jahrzehnten an der Gründung von Kirchengemeinden in jenen Gebieten in Sibirien, in denen es bisher noch keine Siebenten-Tags-Adventisten gab.

Stiftung für die Familie
Der Beauftragte Khiminets berichtet von Bestrebungen der adventistischen Kirchenleitung im Tätigkeitsgebiet von Ostankin, eine Stiftung für die Familie einzurichten. Ostankins Frau werde mit den Kindern an einen anderen Ort ziehen müssen. Die Stiftung soll helfen, den Lebensunterhalt der Familie nach dem Mord am Vater zu sichern.

Zentralsibirische Mission der Adventisten
Die Zentralsibirische Mission der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist die überregionale Kirchenleitung für die Regionen Altai, Kemerowo, Nowosibirsk und Tomsk. In der Region leben über 10 Millionen Einwohner. Die Adventisten unterhalten dort 29 Kirchengemeinden mit 1.827 Kirchenmitgliedern (Stand Juni 2019).

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Symbolbild - Spende © Foto Christian Dubovan / unsplash

Deutschland: Ein Viertel will wegen Corona-Krise weniger spenden

Wetzlar/Deutschland | 31.05.2020 | APD | International

Fast ein Viertel der Deutschen will in diesem Jahr wegen der Corona-Krise weniger spenden als sonst. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). 38 Prozent der Befragten haben das nicht vor. 22 Prozent wissen nicht, wie sie dazu stehen, 17 Prozent machten keine Angabe.

Bei den freikirchlichen Befragten erklärte etwa jeder Dritte (31 Prozent), dass er seine Spenden reduzieren wird. In dieser Gruppe war mit 43 Prozent allerdings auch die Bereitschaft am stärksten, weiterhin unvermindert zu spenden, während nur zwölf Prozent mit «Weiss nicht» antworteten. Bei evangelisch-landeskirchlichen Umfrageteilnehmern wollen 22 Prozent weniger spenden, 40 Prozent planen das nicht und 25 Prozent erklärten, dass sie es noch nicht wissen. Bei den katholischen Befragten wollen 26 Prozent weniger Geld geben und 37 Prozent so viel wie bisher und 25 Prozent antworteten mit: «Weiss nicht».

Die Grünen am spendenfreudigsten
Von den Befragten mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 4.000 Euro / 4.200 Franken möchten 27 Prozent ihre Spendenausgaben kürzen, während 44 Prozent das nicht vorhaben. Bei den Umfrageteilnehmern mit einem Haushaltseinkommen von weniger als 1.000 Euro / 1.060 Franken ist das Verhältnis 22 zu 33 Prozent.

Bei der Aufschlüsselung nach politischen Sympathien zeigt sich, dass die Anhänger von Bündnis 90/Die Grünen am spendenfreudigsten bleiben wollen: Von ihnen sagten nur 16 Prozent, dass sie weniger geben werden, während 50 Prozent weiter spenden wollen wie bisher. Am häufigsten (40 Prozent) wollen die Parteigänger der AfD ihre Beiträge reduzieren, 29 Prozent haben dies nicht vor. Bei den CDU/CSU-Wählern werden 25 Prozent an Spenden sparen (37 Prozent nicht). Bei der FDP sind es 23 Prozent (dagegen 37 Prozent), bei der SPD 22 Prozent (dagegen 47 Prozent) und bei der Partei Die Linke 19 Prozent (dagegen 45 Prozent).

Für die Erhebung wurden 2.092 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 15. und dem 18. Mai befragt.

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Anzeigetafel mit Kursentwicklung © Foto: Ahmad Ardity auf Pixabay

Währungsschwankungen betreffen adventistische Weltkirchenleitung

Silver Spring, Maryland/USA | 31.05.2020 | APD | International

COVID-19 habe in vielen Staaten der Welt einen temporären Shutdown ausgelöst, der multinationale Konzerne, kleine Unternehmen und den informellen Sektor meist massiv betroffen habe, schreibt Adventist News Network ANN. Dies könne zu erheblichen Rückgängen der Zehnten und anderer Spenden adventistischer Kirchenmitglieder führen, wenn sie den Arbeitsplatz verlören und am Samstag nicht mehr zum Gottesdienst gehen könnten. Für eine Weltkirchenleitung, die von Überweisungen seitens nationaler Kirchenleitungen abhängig ist, sind aber auch die Abwertungen von wichtigen Währungen und Kursschwankungen gegenüber dem Dollar relevant.

Demnach habe der brasilianische Real, die Hauptwährung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Südamerika (SAD), seit Jahresbeginn 49 Prozent seines Wertes verloren. Jene Gelder, die aus Südamerika an die Weltkirchenleitung in die USA überwiesen würden, hätten deshalb nur noch die Hälfte an Wert. Im gleichen Zeitraum habe der Südafrikanische Rand 38 Prozent, der Euro 5 Prozent, der Australische Dollar 21 Prozent und das Britische Pfund 13 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar verloren, schreibt ANN.

Vor einigen Jahren habe die Weltkirchenleitung ein rigoroses Hedging-Programm eingeführt mit dem Währungsrisiken besser gemanagt werden könnten und das gegen Währungsschwankungen schützen soll. Dieses Programm habe laut ANN dazu beigetragen, dass die finanziellen Schäden, welche die Krise bis jetzt verursacht habe, abgemildert werden konnten.

Gegenüber den menschlichen Tragödien dieser Krise habe die finanzielle Situation der Kirche aber nur nachgeordnete Bedeutung. Diese COVID-19-Krise sei viel wirkmächtiger und erfasse mehr als nur Dollar und Cent, so ANN.

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Zentralamerika © Foto: Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

COVID-19: Zentralamerikas Adventisten vor finanziellen Kürzungen

Milton Freewater, Oregon/USA | 31.05.2020 | APD | International

Anfang April schickte Filiberto Verduzco, Finanzvorstand der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Zentralamerika (Interamerican Division IAD), ein Schreiben an die überregionalen Kirchenleitungen und adventistischen Institutionen, das die prekäre finanzielle Situation in seinem Gebiet schildert. Das Dokument schlägt unter anderem Massnahmen zur Senkung von Betriebsausgaben, Genehmigung von Pensionierungen und einer gestaffelten Entlassung konfessioneller Mitarbeiter vor, berichtet AdventistToday AT, unabhängiger journalistischer Dienst in den USA.

Zum Gebiet der Interamerikanischen Kirchenleitung gehören Mexiko, Mittelamerika, Kolumbien, Venezuela, die Karibischen Inseln, Guyana, Französisch-Guayana und Surinam, mit 3.835.017 adventistischen Christen in 23.000 Kirchen. Das Verbot von Versammlungen und Hausarrest von Bürgern hat die Schliessung von Kirchen und die Aussetzung religiöser Versammlungen erzwungen, was die Zehnten und Opfergaben, die Haupteinnahmequelle der adventistischen Kirche, einschränkt. «Die drastischen und anhaltenden Auswirkungen auf die Wirtschaft Lateinamerikas und der Karibik sind noch nicht messbar, aber sie werden einen grossen finanziellen Tribut für die Kirche in der Region bedeuten», schreibt AT. «Bei der Abfassung dieser Zeilen können wir das Ausmass der Auswirkungen auf das Finanzierungsumfeld der einzelnen kirchlichen Einheiten, nicht ermessen», schrieb Verduzco im Brief.

Ende März hatte Filiberto Verduzco die überregionalen Kirchenleitungen in seinem Verwaltungsgebiet aufgefordert, die Ausgaben «auf das notwendige und unerlässliche Mindestmass» zu beschränken, damit «der Betrieb wegen fehlender Einnahmen nicht total gelähmt» werde. Die Priorität bestehe darin, das Gehalt der total 21.055 Arbeitnehmenden, davon 3.435 Pastoren, 3.420 administrative Mitarbeitende, 3,264 Lehrpersonen in Primar- sowie 4.718 in Sekundarschulen, Colleges und Universitäten, zu garantieren.

Finanzielle und personelle Massnahmen für Angestellte
Die kirchlichen Organisationen und Institutionen sollen gemäss dem Finanzvorstand ihre Ausgaben «auf die Höhe des verfügbaren Bargeldes» stützen, bzw. auf die realen Einnahmen. Dies könne bedeuten, dass Leistungen für die Mitarbeiter ausgesetzt würden, wie z.B. «Tagegelder, Reisekosten, Autoamortisation und andere Ausgabeposten jährlicher Art». Wenn strengere Massnahmen nötig seien, könne dies zu einer prozentualen Kürzung des Gehalts der Arbeitnehmenden führen, schrieb Filiberto Verduzco oder zu Pensionierungen von Personen, die das Alter erreicht bzw. genügend Dienstjahre haben.

Wenn die Situation noch ernster würde, sollten zuerst Angestellte in der Kirchenverwaltung entlassen werden, damit die Pastoren weiterhin in den Kirchenregionen den pastoralen Dienst ausführen und die Kirchenmitglieder begleiten könnten. Angesichts einer möglichen Entlassungswelle und der Einstellung des Betriebs in einigen Bereichen wäre die Kirche zutiefst betroffen. In einigen lateinamerikanischen Ländern sind Entlassungen inmitten einer Gesundheitskrise verboten, was rechtliche Ansprüche gegen die Organisation auslösen könnte, schreibt AdventistToday.

Reduktion der Beiträge an übergeordnete kirchliche Organisationen
Es werde auch die Option diskutiert, dass regionale und überregionale Kirchenleitungen ihre Abgaben an die übergeordnete kirchliche Organisation ganz oder prozentual einstellen könnten. In diesem Fall müsse der Beschluss zur Anpassung des Zehntenprozentsatzes der übergeordneten kirchlichen Dienstebene mitgeteilt werden. Die übergeordneten kirchlichen Strukturen werden bei den Siebenten-Tags-Adventisten weltweit durch festgelegte prozentuale Abgaben finanziert, die aus Zehnteneinnahmen der Ortsgemeinden stammen.

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Symbolbild © Grafik: rotaridesign / 7da-studies.de

Studie zum Wohlbefinden von Christen in der Coronakrise

Bremen/Deutschland | 31.05.2020 | APD | International

Im Auftrag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland leitet das Institut für ganzheitliche Gesundheit und Resilienz momentan eine Studie zu der Frage: „Wie geht es Christen während der Corona-Krise?“ Bei der Umfrage interessiere gemäss Aussagen von Studienleiter Klaus van Treeck neben der Frage nach einer Corona-Infektion und dem Wohlbefinden in der Zeit der Krise auch das Medienverhalten der Teilnehmenden.

Einschneidende Kontaktbeschränkungen seien die grössten Herausforderungen der vergangenen Wochen, so van Treeck. Dazu gehöre auch der Wegfall von Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen. Es interessiere in der Studie zum einen, wie Christen und ihre Freunde in dieser Zeit mit den Einschränkungen umgegangen seien und zum anderen, welche Auswirkungen diese Zeit auf die seelische und spirituelle Gesundheit gehabt habe. Auch werde erfragt, welche alternativen Begegnungsformen und Kontaktmöglichkeiten wie zum Beispiel soziale Medien, Videomeetings, etc. genutzt wurden. Bei zwei offenen Fragen könnten die Teilnehmer auch angeben, was ihnen in dieser Krisensituation besonders geholfen habe.

Fast achthundert Personen hätten die 28 Fragen der Umfrage bereits beantwortet. „Es wäre schön, wenn wir 1.000 Teilnehmer hätten, um ein aussagefähiges Gesamtbild zu erhalten“, so van Treeck. Die Umfrage erfolge online, anonym und im Rahmen der gültigen Datenschutzrichtlinien. Am kommenden Sonntag würde sie geschlossen. Die Ergebnisse würden zeitnah über die Medien publiziert. Das Bremer Institut suche also noch etwa 200 Teilnehmer, die sich beteiligen.

Die Umfrage der Studie ist online unter www.7da-studies.de zu finden.

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Farben © Foto: Matthias Müller/churchphoto.de

Pfingsten: Heilender, tröstender Geist für verunsicherte Menschen

Bern/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Ökumene

«Die Frucht des Geistes wirkt gerade in einer Situation, wo die ganze Welt mit der Verletzlichkeit und Vulnerabilität von uns Menschen konfrontiert ist. Der Geist wirkt heilend, tröstend und stärkend», schreibt Prof. Dr. Georgiana Huian, vom Institut für Christkatholische Theologie Bern, in der Pfingstbotschaft, die sie im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH verfasst hat.

An Pfingsten seien wir eingeladen an die Wirkung und die Gaben des Geistes zu denken, so Huian. „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, und Selbstbeherrschung“ (Galaterbrief 5, 22-23).

Pfingsten sei der Zeitpunkt, an dem die Menschen ihre Fragen, Krisen, Unsicherheiten, Ungewissheiten, Krankheiten oder das „Krank-werden-können“ in die Hände des Trösters legen und auf Heilung durch Christus hoffen könnten. «Denn er kann die menschliche Begrenztheit und Verwundbarkeit ins Leben und in Freude umwandeln», schreibt die Theologin. Im Wirken des Heiligen Geistes begegneten sich die Schönheit des Trostes und die Tiefe des Friedens des Erlösers, der eine wunderbare Ausstrahlung habe. Es sei wesentlich, daran zu denken, «wie wichtig diese Ausstrahlung gerade in der heutigen Krise ist», schreibt Huian in der Pfingstbotschaft.

Pfingstbotschaft zum Downloaden (pdf):
https://agck.ch/wp-content/uploads/2020/05/2020_Pfingstbotschaft-1.pdf

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Symbolbild - Unsicherheit © Foto: RG/churchphoto.de

Weltkirchenrat publiziert geistliche Impulse für unsichere Zeiten

Genf/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Ökumene

Der Ökumenische Rat der Kirchen ÖRK plant eine Reihe von Publikationen für Einzelpersonen, Gruppen und Glaubensgemeinschaften. Sie sollen helfen, sich spirituell mit der neuen Realität der Pandemie-Situation und ihrem Sinn für das Leben auseinanderzusetzen.

Spirituelle Ressourcen für heute
Das Projekt mit dem Titel „Die Welt heilen: Spirituelle Ressourcen für heute“ werde drei Arten von Werkzeugen für den Weg in dieser Zeit anbieten, nämlich Bibelstudien, Gebete und Kurzanalysen in Form von Blogposts, so eine Pressemeldung des ÖRK in Genf.

Bibelstudien
Das erste Werkzeug sei ein Satz von sechs Bibelstudien, in denen Bibelstellen über Furcht und Unsicherheit, Vertrauen und Mut, Unterscheidungsvermögen und Verständnis gesucht werden, um den gegenwärtigen Kontext zu beleuchten.

Gebete
Ein begleitender sogenannter „Rucksack“ werde Gebete enthalten, die aus dem reichen Schatz des ÖRK mit Gebeten aus vielen Regionen und Konfessionen in der gesamten ökumenischen Landschaft zusammengestellt wurden, um die Trauer und die Hoffnungen von Einzelpersonen und Kirchen auf ihrem geistlichen Weg durch die Gegenwart zu artikulieren.

Blogspots
Und „Brot für die Reise“ werde kurze Blogposts präsentieren, die zum Nachdenken anregen sollen, indem sie sich mit den vielen damit verbundenen sozialen und theologischen Fragen befassen, die durch das Virus und seine Folgen aufgeworfen werden, mit Fragen des Zugangs zur Gesundheitsversorgung, mit wirtschaftlicher und ökologischer Gerechtigkeit, mit Geschlechter- und Rassenungleichheiten und mit neuen Formen der Solidarität.

Orientierungshilfen
„Diese Pandemie hat so viele von uns zum Gebet, zur Bibel und zu einer tieferen Reflexion über unser Leben geführt“, meint der amtierende Generalsekretär Pfarrer Prof. Dr. Ioan Sauca. „Ich hoffe, dass die Menschen in den kommenden Wochen unsere zahlreichen Ressourcen nutzen werden, damit sie auf ihrem Weg der Heilung als Personen und Gemeinschaften erleuchtet und ermutigt werden.“

Die Ressourcen würden die vielen Orientierungshilfen und Analysen ergänzen, die bereits über die Coronavirus-Seite des ÖRK und entsprechende Blogposts zur Verfügung stünden.

Eine erste Bibelstudie, in der die Psalmen zur Beruhigung in ihrer ganzen Tiefe ausgelotet werden, sei bereits verfügbar. Sie wurde von Programmleiter Benjamin Simon verfasst, Leiter des Programms für kirchliche Beziehungen des ÖRK und Koordinator des ÖRK-Unterstützungsteams COVID-19. Weiteres Material werde folgen und das gesamte Angebot im Juni auf der ÖRK-Website erscheinen.

Zur COVID-19-Seite des ÖRK:
https://www.oikoumene.org/de/resources/documents/covid/the-coronavirus-outbreak?set_language=de

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Kirche ist geöffnet © Foto: anja lehmann / churchphoto.de

Bundesrat erlaubt ab 28. Mai religiöse Veranstaltungen

Bern/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Religion + Staat

An der Medienkonferenz vom 20. Mai hat der Bundesrat die Zulassung der Durchführung religiöser Veranstaltungen ab dem 28. Mai kommuniziert. Gleichzeitig hat er ein Rahmenschutzkonzept des Bundesamts für Gesundheit BAG vorgestellt, an dem sich die Schutzkonzepte der Landes- und Freikirchen sowie der anderen Religionsgemeinschaften ausrichten müssen.

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ist «überzeugt, dass dank dem Schutzkonzept ein verantwortungsvoller Weg zurück in die Normalität beschritten werden kann und die Wiederaufnahme von Gottesdiensten kein unverhältnismässiges Risiko für die Gesellschaft darstellt».

Es ist nun an allen Kirchgemeinden, ein eigenes Schutzkonzept zu erstellen, das sich am Rahmenschutzkonzept des BAG orientiert und eine Person für jede religiöse Veranstaltung zu bezeichnen, die verantwortlich für die Durchführung der Massnahmen ist bzw. die die Kompetenz hat, diese einzufordern.

Laut dem Rahmenschutzkonzept des BAG besteht keine fixe Begrenzung der Zahl der Teilnehmenden an einer religiösen Veranstaltung. Pro Person müssen aber als Richtwert 4m2 zur Verfügung stehen. Es dürfen nur gut belüftbare Räume genutzt werden und an den Sitzplätzen sollen Platzmarkierungen bzw. Sitzplatzsperrungen vorgenommen werden. Dann müssen Möglichkeiten der Händedesinfektion an den Ein- und Ausgängen bereitstehen. Der Ein- und Auslass muss kontrolliert und gestaffelt, unter Einhaltung der Abstandsregeln, erfolgen. Damit sollen Menschenansammlungen vor und nach dem Gottesdienst vermieden werden. Die Kontaktdaten der Teilnehmenden sind mittels Anmeldesystem oder Eingangskontrolle zwingend zur Verfolgung der Infektionsketten aufzunehmen und die Daten sind nach 14 Tagen zu löschen.

Kein Gemeindegesang - kein Chor – kein Abendmahl
Auf Gemeindegesang sei vorerst zu verzichten. Es sollten vorerst die «weiteren epidemiologischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse» dazu abgewartet werden. Auch auf Chöre sei im Moment zu verzichten, heisst es im Rahmenschutzkonzept des BAG.

Auf die Abgabe von Essen oder Trinken im Rahmen des Gottesdienstes soll vorerst vermieden werden. Damit ist keine Abendmahlsfeier möglich und auf Kirchentees oder Potlucks, wie diese in verschiedenen freikirchlichen Kreisen nach dem Gottesdienst üblich sind, ist zu verzichten.

Eine Maskenpflicht wird nicht gefordert, Masken sollen aber auf Wunsch vom Veranstalter ggf. zur Verfügung gestellt werden können.

Sodann wird eine sorgfältige Reinigung aller benutzten Gegenstände, Türklinken, Oberflächen und Treppengeländer sowie der sanitären Anlagen vor und nach der Veranstaltung gefordert.

Besonders gefährdete Personengruppen sind nicht ausgeschlossen
Besonders gefährdete Personengruppen sollen von religiösen Veranstaltungen nicht ausgeschlossen werden, heisst es im Schutzkonzept Die Teilnahme sei für die Risikogruppen eine individuelle Entscheidung. Sie sollen aber ermutigt werden, sich so gut wie möglich vor einer Ansteckung zu schützen und «religiöse Angebote über andere Kanäle in Anspruch zu nehmen».

Das «Rahmenschutzkonzept Wiederaufnahme von Gottesdiensten und religiöser Zusammenkünfte» auf der BAG-Webseite unter «Musterschutzkonzepte»:
https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/massnahmen-des-bundes.html#797337129

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Verknotete Waffe vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York/USA © Foto Maria Lysenko / unsplash.com

EAK will Recht auf Asyl für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer

Bonn/Deutschland | 31.05.2020 | APD | Menschenrechte

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden EAK in Deutschland hat sich aus Anlass des am 15. Mai stattfindenden Internationalen Tages der Kriegsdienstverweigerung dafür ausgesprochen, dass in Deutschland Kriegsdienstverweigerer und Deserteure aus Kriegsgebieten Asyl erhalten.

„Derzeit lehnen deutsche Behörden und Gerichte dies meist ab, weil Staaten ein Recht zugestanden wird, eine Wehrpflicht durchzusetzen“, kritisiert Wolfgang Buff, einer der Sprecher der EAK. Das führe dazu, dass immer wieder auch Personen, die ihr Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung ausüben und in Deutschland Schutz vor Verfolgung suchen, in ihr Heimatland abgeschoben und dort wieder verfolgt würden. „Darum ist es wichtig, dass dies geändert wird“, fordert Buff.

Gewissensnot achten und schützen
„Es gibt viele Fälle, wo Menschen den Militärdienst verweigern oder desertieren, weil ihr Kriegsdienst eine Teilnahme an Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit bedeuten würde. Allein dies wäre schon Grund genug, den Betroffenen in Deutschland Schutz und Asyl zu gewähren“, betonte Maike Rolf, welche die EAK im Europäischen Büro für Kriegsdienstverweigerung EBCO vertritt und für EBCO im European Youth Forum mitwirkt. „Es geht aber auch darum, deutlich zu machen, dass Kriegsdienstverweigerung ein unverzichtbarer Teil der Glaubens- und Gewissensfreiheit ist. Eine Verweigerung des Kriegsdienstes, ebenso aber auch eine Desertion sind mutige persönliche Schritte aus Gewissensnot, die zu achten und zu schützen, aber nicht zu verfolgen sind“, so Maike Rolf.

Kein Interesse an Durchsetzung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung
Für Friedhelm Schneider, EAK-Mitglied und EBCO-Vorsitzender, bleibe es ein inakzeptabler Zustand, dass die deutsche Bundesregierung keinerlei Interesse an der europäischen Durchsetzung des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung erkennen lasse. Offensichtlich fühle sich das Aussenministerium nur unzureichend an die EU-Leitlinien zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit von 2013 gebunden, welche die Umsetzung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen ausdrücklich einfordere. Im Bereich des Europarats werde die jahrzehntelange Missachtung der Urteile des Strassburger Menschenrechtsgerichtshofs zugunsten türkischer Kriegsdienstverweigerer auch von deutscher Seite hingenommen, ohne dass Konsequenzen erfolgten. Die Ausblendung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung aus der staatlichen Menschenrechtspolitik sei, so Schneider, in vielfacher Hinsicht ein problematisches Signal, das dringend der Korrektur bedürfe.

Mittlerweile beobachte die EAK zudem mit Sorge, dass in vielen europäischen Ländern zunehmend Menschen, die aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern würden, Diskriminierungen ausgesetzt seien, sagte die EAK-Referentin Maike Rolf. Dazu komme, dass viele Länder mittlerweile auch wieder die Wehrpflicht einführen würden, so kürzlich in Litauen.

Kriegsdienstverweigerer auch in Deutschland
Doch auch in der Bundesrepublik sei die Kriegsdienstverweigerung KDV weiterhin ein Thema, gibt Wolfgang M. Burggraf zu bedenken. „Seit der Aussetzung der Einberufung zur Wehrpflicht in Deutschland spielt eine Kriegsdienstverweigerung zahlenmässig nur eine geringe Rolle, aber auch heute verweigern weiterhin Berufs- und Zeitsoldatinnen und -soldaten aus Gewissensgründen den Kriegsdienst und landen oft vor Verwaltungsrichtern“, erläuterte der EAK-Geschäftsführer. Hier sei es Aufgabe der EAK, die Prozesse zu beobachten, aber auch den Betroffenen zur Seite zu stehen. Dazu komme, dass Soldatinnen und Soldaten, die einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellten, oft auch unfairen Behandlungen nicht zuletzt durch Kameraden in der Bundeswehr ausgesetzt wären, die nicht zu akzeptieren seien. „Denn sie nehmen ein Grundrecht wahr“, so Burggraf.

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden EAK ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD“ der Dachverband für jene, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen VEF wird im EAK-Vorstand von Dr. Horst Sebastian (Hamburg) vertreten. Er leitet das Referat Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

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Symbolbild -Weltreligionen © Foto: Gerd Altmann from Pixabay

US-Bericht zur Religionsfreiheit: Sudan verbessert - Indien verschlechtert

Washington D.C./USA | 31.05.2020 | APD | Religionsfreiheit

Die «Kommission der Vereinigten Staaten für internationale Religionsfreiheit» (U.S. Commission on International Religious Freedom USCIRF) publizierte am 28. April den Jahresbericht 2020 zur weltweiten Situation der Religionsfreiheit im Jahr 2019. Sie stellte bemerkenswerte Fortschritte im Sudan und in Usbekistan fest sowie eine drastische Verschlechterung in Indien. USCIRF machte gleichzeitig der US-Regierung Empfehlungen was sie im 2020 zur Förderung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit im Ausland unternehmen könne.

Verbesserungen bezüglich Religionsfreiheit im Sudan und in Usbekistan
«Wir sind ermutigt durch die positiven Schritte, die einige Regierungen im Jahr 2019 unternommen haben um ein sichereres Umfeld für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit zu schaffen», sagte der Vorsitzende des USCIRF, Tony Perkins. «Der Sudan sticht hervor und zeigt, dass eine neue Führung mit dem Willen zum Wandel rasch spürbare Verbesserungen bewirken kann. Auch Usbekistan hat 2019 wichtige Fortschritte bei der Erfüllung der Verpflichtungen gemacht, die es eingegangen ist, um religiösen Gruppen mehr Freiheit zu gewähren. Auch wenn sich die Lage in anderen Ländern, insbesondere in Indien, verschlechtert hat, sehen wir die internationale Religionsfreiheit insgesamt in einem aufsteigenden Trend», so Perkins.

14 Länder mit «systematischen, andauernden, und eklatanten Verletzungen»
Die Unabhängigkeit und Überparteilichkeit der USCIRF ermögliche es der Kommission, schonungslos Bedrohungen der Religionsfreiheit in der ganzen Welt zu benennen, heisst es in der USCIRF-Medienmitteilung. Im Jahresbericht 2020 empfiehlt die Kommission dem US-Aussenministerium 14 Länder in die Liste der «Länder von besonderem Interesse» (“countries of particular concern” CPC) aufzunehmen. Deren Regierungen würden «systematische, andauernde, und eklatante Verletzungen» der Religions- oder Weltanschauungsfreiheit begehen oder tolerieren. Dazu gehören neun, die das Aussenministerium im Dezember 2019 als CPC-Staaten bezeichnet hat - Burma, China, Eritrea, Iran, Nordkorea, Pakistan, Saudi-Arabien, Tadschikistan und Turkmenistan - sowie fünf weitere - Indien, Nigeria, Russland, Syrien und Vietnam.

15 Länder auf der Sonderbeobachtungsliste
Der USCIRF-Jahresbericht 2020 empfiehlt auch 15 Länder für die Aufnahme in die Sonderbeobachtungsliste («Special Watch List» SWL) des US-Aussenministeriums für schwere Verstösse. Dazu gehören vier Länder, die das Aussenministerium im Dezember 2019 auf diese Liste gesetzt hat - Kuba, Nicaragua, Sudan und Usbekistan - sowie elf weitere - Afghanistan, Algerien, Aserbaidschan, Bahrain, die Zentralafrikanische Republik (ZAR), Ägypten, Indonesien, Irak, Kasachstan, Malaysia und die Türkei. Die USCIRF hatte in ihrem Jahresbericht 2019 Sudan, Usbekistan und die Zentralafrikanische Republik (ZAR) für die Liste der «Länder von besonderem Interesse» (CPC) empfohlen. Dass die Kommission diese Länder im diesjährigen Jahresbericht für die Sonderbeobachtungsliste (SWL) empfehle, habe mit den verbesserten Bedingungen in diesen Ländern zu tun.

Sechs nichtstaatliche Akteure mit systematischen und eklatanten Verletzungen
Der Jahresbericht 2020 empfiehlt dem US-Aussenministerium darüber hinaus sechs nichtstaatliche Akteure für die Einstufung als «Organisationen von besonderem Interesse» («entities of particular concern» EPC) für deren systematischen, andauernden, schwerwiegenden Verletzungen der Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Dazu gehören fünf Gruppierungen, die das US-Aussenministerium im Dezember 2019 benannte - al-Shabaab in Somalia, Boko Haram in Nigeria, die Houthis im Jemen, der Islamische Staat in der Provinz Khorasan (ISKP) in Afghanistan und die Taliban in Afghanistan - sowie eine weitere - Hay'at Tahrir al-Sham (HTS) in Syrien.

Landesspezifische Massnahmen gegen Täterstaaten gefordert
«Wir loben die Regierung dafür, dass sie der internationalen Religionsfreiheit im Jahr 2019 weiterhin Priorität eingeräumt hat, einschliesslich der Bereitstellung einer bedeutenden Summe von US-Finanzmitteln für den Schutz von Gebetsstätten und religiösen Stätten weltweit, eine Schlüsselempfehlung im Jahresbericht 2019 des USCIRF», erklärte die stellvertretende USCIRF-Vorsitzende Gayle Manchin. USCIRF fordere die US-Administration auf, gegen die als «Länder von besonderem Interesse» (CPC) eingestuften Staaten je individuelle Massnahmen zu ergreifen, um die Rechenschaftspflicht für deren Missbrauch der Religionsfreiheit zu gewährleisten.

Trendbeobachtung zu: Einschüchterung, Blasphemiegesetze, Antisemitismus
Der USCIRF-Jahresbericht 2020 enthält auch einen neuen Abschnitt, in dem die wichtigsten Entwicklungen und Trends bezüglich Religions- und Weltanschauungsfreiheit auf der ganzen Welt im Jahr 2019 beleuchtet werden, auch in jenen Ländern, die nicht für die Klassifizierung als «Länder von besonderem Interesse» (CPC) oder die Sonderbeobachtungsliste (SWL) empfohlen wurden. Beispiele dafür sind die Einschüchterung von Menschenrechtsverfechtern durch die chinesische Regierung ausserhalb ihrer Grenzen, die Verabschiedung neuer Blasphemiegesetze in Brunei und Singapur, der zunehmende Antisemitismus in Europa und die Zunahme von Angriffen auf Gotteshäuser oder heilige Stätten.

Kommission der Vereinigten Staaten für internationale Religionsfreiheit
Die Kommission der Vereinigten Staaten für internationale Religionsfreiheit USCIRF ist eine unabhängige, überparteiliche Kommission, die vom US-Kongress eingerichtet wurde, um Bedrohungen der Religionsfreiheit im Ausland zu überwachen, zu analysieren und darüber zu berichten. Die USCIRF richtet aussenpolitische Empfehlungen an den Präsidenten, den Aussenminister und den Kongress mit dem Ziel, religiöse Verfolgung zu verhindern und die Religions- und Weltanschauungsfreiheit zu fördern.

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Innocent Himbaza, Titularprofessor für Altes Testament und Hebräisch, wird neuer SB-Präsident © Foto: SB

Schweizerische Bibelgesellschaft wählt neuen Präsidenten

Biel/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Bibel

Aufgrund des Versammlungsverbots im Zusammenhang mit der Coronakrise wurde die Mitgliederversammlung der Schweizerische Bibelgesellschaft SB dieses Jahr in einem schriftlichen Verfahren durchgeführt sowie auf formal erforderliche Beschlüsse beschränkt. Innocent Himbaza wurde als neuer Präsident gewählt. Der Jahresbericht und die Jahresrechnung wurden einstimmig angenommen, schreibt die SB in einer Medienmitteilung.

An der Mitgliederversammlung 2020 wurde über den Jahresbericht 2019 und die Jahresrechnung 2019 abgestimmt, welche mit einem positiven Ergebnis in der Höhe von 28.510 Franken abschloss. Bericht und Rechnung wurden einstimmig genehmigt.

Neue Vorstandsmitglieder, neuer Präsident, neuer Geschäftsführer
Regula Tanner, die das Amt der Präsidentin interimistisch für ein Jahr übernommen hatte, wird durch den neu in den Vorstand und als Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft gewählten Innocent Himbaza abgelöst. Er ist Titularprofessor für Altes Testament und Hebräisch sowie Kurator des Instituts Dominique Barthélemy an der Universität Fribourg. Zusätzlich ist er Mitglied des Komitees der Übersetzungspolitik (Committee on Translation Policy COTP) des Weltbundes der Bibelgesellschaften.

Ebenfalls neu in den Vorstand wurde der Diplomingenieur und Theologe Daniel Aurag gewählt. Er blickt laut SB auf vielfältige Tätigkeiten als Bauingenieur, Dozent und evangelischer Pfarrer zurück und ist aktuell Dozent für ein theologisches Bachelor-Fernstudium.

Benjamin Doberstein, der schon im Dezember 2019 als Nachfolger für die Geschäftsführung gewählt wurde, tritt ab sofort seine neue Funktion an uns löst damit die langjährige SB-Geschäftsführerin Eva Thomi ab.

Mitgliederversammlungen
Voraussichtlich im November ist eine ausserordentliche Mitgliederversammlung in Biel geplant, in der Rück- und Ausblick gehalten werden soll.

Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung ist für Dienstag, 25. Mai 2021 in Murten geplant.

Schweizerische Bibelgesellschaft
Die Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) ist eine überkonfessionelle Nonprofit-Organisation. Sie unterstützt und fördert laut eigenen Angaben wissenschaftlich fundierte Übersetzungen und Revisionen der biblischen Texte. Ebenso beteiligt sie sich an der Herstellung und Verbreitung der Bibel in von Kirchen gewünschten Sprachen und Ausgaben in der Schweiz und im Ausland. Darüber hinaus engagiert sie sich für einen offenen Dialog über die Bibel in der heutigen Gesellschaft. Die SB finanziert ihre Arbeit durch Mitgliederbeiträge, Spendengelder, Kollekten, institutionelle Beiträge und den Verkauf ihrer Produkte.

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Kinder aus Kambodscha © Foto: ADRA Schweiz

COVID-19: ADRA Schweiz hilft 1.000 Familien in Kambodscha

Zürich/Schweiz | 31.05.2020 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Das Hilfswerk der Adventisten, ADRA Schweiz (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe) unterstützt rund 1.000 Familien in Kambodscha, die unter den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise leiden.

In Kambodscha habe sich die wirtschaftliche Situation vieler Familien vor allem durch die Schliessung von Schulen und Restaurants sowie die Grenzschliessungen seitens der Regierung gegenüber den Nachbarstaaten Thailand und Vietnam massiv verschlechtert, schreibt ADRA Schweiz. Kambodschaner könnten in diesen Staaten nicht mehr den Unterhalt für die Familien verdienen und hätten damit auch kein Geld, um Lebensmittel zu kaufen.

Das im Mai gestartete Projekt von ADRA Schweiz eruiert rund 1.000 Familien, die dringende finanzielle Unterstützungen zum Kauf von Nahrungsmitteln sowie anderweitig wichtiger Waren benötigen. Es würden auch Familien ermittelt, die von Arbeitsprogrammen wie Näharbeiten oder Seifenherstellung etc. profitieren könnten. Zudem werde Hilfe mittels Insektennetzen und anderen Hilfsgütern geleistet sowie beim Ausbau kleiner Hausgärten mit Saatgut und entsprechenden Anleitungen.

Das Gesundheitsbewusstsein will ADRA Kambodscha, Projektpartner im Land, fördern durch prägnante Informationen zum korrekten Verhalten im Umgang mit COVID-19. Diese werden über soziale Medien, Plakate und Flugblätter verbreitet. Adventistischen Kirchgemeinden kommt dabei eine wichtige Rolle zu, da sie auch psychosoziale Betreuung den Menschen anbieten sollen, um besser mit Stress und Sorgen umgehen zu können.

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Mitarbeiter von ADRA Paraguay trägt Sack mit Hilfsgütern aus dem Lagerhaus © Foto: ADRA Paraguay

Pandemie: ADRA hilft mit globalem Einsatz Millionen Menschen

Brüssel/Belgien | 31.05.2020 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA versorgt mehr als 2,4 Millionen Haushalte auf der ganzen Welt in denen das Leben durch die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt wurde. Das Hilfswerk hat in 37 Ländern COVID-19-Projekte zur Unterstützung von Beschäftigten an vorderster Front lanciert, für einkommensschwache Familien, ältere Menschen sowie für jene, die infolge der Krise entlassen wurden, schreibt ADRA Europa, das Koordinationsbüro der europäischen Landesbüros.

«ADRA ist seit dem Ausbruch des Coronavirus vor Ort und hat sofort reagiert und den bedürftigsten Gebieten der Welt geholfen, um Menschen und Kommunen bei der Bewältigung der durch COVID-19 hervorgerufenen beispiellosen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu unterstützen. Wir sind hier, um von dieser Pandemie betroffene gefährdete Familien, medizinische Fachkräfte an vorderster Front und Einzelpersonen weiterhin zu unterstützen», sagte Michael Kruger, Präsident von ADRA International. «Unsere Büros arbeiten mit Tausenden von Freiwilligen und vertrauenswürdigen Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass die Betroffenen die lebensrettenden Grundbedürfnisse, Gesundheitsinformationen, Lebensmittel, Hygieneartikel und Bargeldgutscheine erhalten, um die COVID-19-Katastrophe zu überwinden und sich von ihr zu erholen.»

Die Nothilfemassnahmen von ADRA reichen von der Verteilung und Sicherung von Nahrungsmitteln, Gesundheitskommunikationsschulungen für Mitarbeiter an vorderster Front, Lieferungen von medizinischen Hilfsgütern an Krankenhäuser, die gefährdete Gemeinschaften versorgen, Präventionsaufklärung bis hin zu Bargeldhilfe.

Europa
In Belgien bereitet ADRA Lebensmittel vor und verteilt sie an mehrere Obdachlosenheime und Dutzende von Migranten in Brüssel. ADRA Deutschland ADRA plant in Jemen eine COVID-19-Klinik zu führen und engagiert sich in Somalia in der Präventionsarbeit. In Frankreich erhalten 1.700 gefährdete Familien, Migranten und Flüchtlinge Bargeldgutscheine, um dringend benötigte Waren zu kaufen. In Grossbritannien unterstützt ADRA über 70 kommunale Anlaufstellen, begleitet die Arbeit von Mitarbeitern an vorderster Front und sorgt für Ernährungssicherheit für die am stärksten gefährdeten Menschen. ADRA in Montenegro verteilt Lebensmittelpakete und Hygiene-Kits an Hunderte von älteren und isolierten Bewohnern und Alleinerziehende, die aufgrund von COVID-19 ihre Arbeit verloren haben. In Österreich verteilt ADRA Lebensmittelpakete und bietet Lernhilfe an. In Russland stellt ADRA Gesichtsmasken her und verteilt sie an 35.000 Begünstigte in medizinischen Zentren und Altersheimen. ADRA Slowenien bot Freiwilligenschulungen für Gemeindeverantwortliche an und stellte Pflegepakete für Mitarbeiter und Bewohner von Altenheimen bereit. ADRA-Freiwillige in Spanien verteilen Lebensmittel und erstellen mit Hilfe von 3D-Druckertechnologie Hunderte von Gesichtsschutzschilden für örtliche Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen und Seniorenresidenzen, die sich um COVID-19-Patienten kümmern. Darüber hinaus arbeitet ADRA mit spanischen Regierungsbehörden zusammen, um den Obdachlosen Unterkünfte und essentielle Dienste zur Verfügung zu stellen. In Ungarn hat ADRA ein "Heimstudienprojekt" für bedürftige Studenten unterstützt und Freiwillige koordiniert, die den örtlichen Kommunen Lebensmittel und Medikamente für ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten liefern. In der Schweiz hat ADRA die Einkaufs- und Hilfsaktion „Jung für Alt“ gestartet.

Afrika
In der Demokratischen Republik Kongo (DRC) hat das Hilfswerk die laufenden Gesundheitskampagnen der Kommunen gegen andere Krankheiten wie Ebola angepasst, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern und das Infektionsrisiko zu minimieren. In Gambia spendet ADRA Nahrungsmittel an mehr als 2.500 einkommensschwache Familien und Hygienesets an Dutzende von öffentlichen Zentren. ADRA Kenia versorgt mehr als 120.000 Menschen im Land mit lebensnotwendigen Gütern und medizinischer Hilfe. In Mauretanien gibt ADRA an mehr als 15.000 Menschen Nahrungsmitteln und Hygiene-Kits ab.

Asien
In Asien verbreitet ADRA Kommunikationsbotschaften und auf Werbung basierende Kampagnen durch Videos in sozialen Medien, lokale Provinzradios, Broschüren, Plakate und Banner, um auf die Bedeutung von sozialer Distanzierung, Hygiene und Händewaschen hinzuweisen. In Kambodscha stellt ADRA persönliche Schutzausrüstung und medizinische Hilfsgüter für mehr als 80 Gesundheitszentren und Krankenhäuser bereit. In Pakistan erhalten mehr als 11.400 von der Abriegelung betroffene Tagelöhner Bargeldtransfers. Auf den Philippinen verteilt ADRA Bargeldgutscheine an Tausende von Quarantäne-Familien und mehr als 43 Tonnen Zusatznahrung und Reinigungsmittel an Haushalte mit niedrigem Einkommen. ADRA geht auch auf die COVID-19-Krise in Sri Lanka ein, indem es Trockenrationspakete und Hygienesets an 6.500 Menschen verteilt, Handwaschstationen einrichtet, Schutzkleidung für Hunderte von medizinischen Fachkräften bereitstellt und öffentliche Fahrer in der richtigen Desinfektion und Reinigung von Fahrzeugen ausbildet. In Thailand erhalten fast 1.500 Menschen in neun Flüchtlingslagern Hygienekits.

Australien
In Australien unterstützt ADRA hilfsbedürftige Menschen durch Dienstleistungen wie Speisekammern, Cafés und Gemeinschaftsverpflegungsprogramme. In Neuseeland liefert ADRA landesweit Geschenkkarten für Supermärkte an 1.200 Haushalte, um 3.600 Menschen zu unterstützen, die wirtschaftlich von der Pandemie betroffen sind.

Lateinamerika
In Lateinamerika minimiert ADRA die Verbreitung von COVID-19 durch Aufklärungskampagnen für ältere Menschen, Patienten mit chronischen Krankheiten und Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Sie hat massive Präventionsbemühungen eingeleitet und mit Hilfe von Freiwilligen und Kirchen in Mexiko Tausende von Flaschen mit antibakteriellem Gel verteilt, um blinde, taube und schwerhörige Menschen zu erreichen. In Paraguay betreut ADRA mehr als 13.000 Menschen, darunter 17 Wohnheime für obdachlose und vom Menschenhandel betroffene Kinder und Jugendliche, indem das Hilfswerk Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitswesens und der Wohlfahrt in Gesundheitskommunikation, klinischem Management und COVID-19-Prävention, Überwachung und Patientenkontrolle schult.

Nordamerika und Karibik
In den USA und der Karibik liefert ADRA persönliche Schutzausrüstung (PSA) und lebenswichtige medizinische Hilfsgüter an Tausende von medizinischen Fachkräften in vorstädtischen Gesundheitszentren, die sich um COVID-19-Patienten kümmern, darunter das Loma Linda University Health in Kalifornien und das Adventist HealthCare White Oak Medical Center in Maryland, wo Schutzausrüstung knapp ist und die Lieferung von Bestellungen bis zu 30 Tage dauern kann. Darüber hinaus ist ADRA eine Partnerschaft mit dem in Florida ansässigen Unternehmen AdventHealth eingegangen, um Schutzausrüstung und medizinisches Material an Krankenhäuser in Jamaika und der Dominikanischen Republik zu spenden und zu versenden, wo die medizinischen Zentren ebenfalls mit einem gravierenden Mangel an Schutzausrüstung für das Personal und Material für die Patienten zu kämpfen haben.

Engagement auf der ganzen Welt
Die weltweite Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten war bei den meisten dieser Projekte ein wichtiger Verbündeter, da sie über ihr Netz von Krankenhäusern, Fernseh- und Rundfunkanstalten und Tausenden von Freiwilligen Unterstützung geleistet hat.

ADRA hat sich auch mit anderen Partnerorganisationen wie Airlink, Hongkong Adventist Hospital, AdventHealth, World Vision China und Wohltätigkeitsorganisationen der Mormonen zusammengetan, um weiterhin Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen mit medizinischen Hilfsgütern und anderen Ressourcen zu versorgen und so den betroffenen Kommunen zu helfen. ADRA weitet seine Hilfsbemühungen während der nächsten COVID-19-Reaktionsphase auf mehr als 31 zusätzliche Projekte aus, schreibt ADRA Europa.

Zur Nachverfolgung der globalen Hilfseinsätze von ADRA:
https://adra.org/adra-provides-hope-during-coronavirus

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Schwere Überschwemmungen durch Zyklon „Amphan“ im Golf von Bengalen © Foto: ADRA Bangladesh / Facebook

Nach Zyklon kooperiert ADRA bei Nothilfe und Wiederaufbau

Weiterstadt/Deutschland | 31.05.2020 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

In der Nacht vom 20. auf den 21. Mai entwickelte sich im Golf von Bengalen ein schwerer Sturm zu einem gefährlichen Zyklon. Mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 160 Kilometer pro Stunde fegte der tropische Wirbelsturm „Amphan“ über die indische Provinz Westbengalen und später über Bangladesch hinweg. Der starke Wind löste Überschwemmungen aus, die zusätzlich grosse Schäden anrichteten. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Bangladesh arbeitet eng mit den lokalen Regierungen an den Wiederaufbauplänen.

Wie das adventistische Hilfswerk ADRA mitteilte, mussten rund drei Millionen Menschen in Indien und Bangladesch evakuiert werden. Sie seien in Schutzräumen untergebracht worden. Ihr Heim sei nur noch ein Trümmerfeld oder stehe unter Wasser. In den betroffenen Gebieten seien wichtige Infrastrukturen wie Transportwege, Strom- oder Wasserversorgung komplett ausgefallen. Es werde dauern, bis mit dem Wiederaufbau begonnen werden könne. Mehr als 70 Personen seien bisher ums Leben gekommen.

Schutzräume wegen Corona-Pandemie knapp
Vorrangig arbeite ADRA gemeinsam mit den lokalen Regierungen daran, genügend Notunterkünfte für die betroffene Bevölkerung bereitzustellen. Die Regierungen von Indien und Bangladesch hatten zuletzt viele Schutzräume als Quarantänezentren für COVID-Patienten umgewandelt, sodass die Anzahl der freien Plätze gering ist. In manchen Unterkünften seien die Menschen so eng beisammen, dass keine Hygiene-Sicherheitsabstände eingehalten werden könnten. Dadurch seien die Menschen mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert.

ADRA arbeite mit allen Ressourcen, um diese Herausforderungen so klein wie möglich zu halten. „Die Menschen werden nicht alleine gelassen“, heisst es in einer Pressemeldung. Auch in schwierigen Situationen sei ADRA da. Als erste Hilfsmassnahme würden die Menschen mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt. Weiterhin möchte ADRA an einem Wiederaufbauplan arbeiten und habe bereits Verhandlungen mit den lokalen Regierungen und anderen NGOs in dieser Hinsicht begonnen.

Mehr zu ADRA Bangladesch:
Webseite: https://www.adrabangladesh.org/
Facebookseite: https://www.facebook.com/adrabangladesh

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Symbolbild - Erleuchtung © Foto: Daniel Rassbach/churchphoto.de

Jugendportal hilft beim Erkennen von Verschwörungstheorien

Stuttgart/Deutschland | 31.05.2020 | APD | Medien

Die unklare Entwicklung der Corona-Pandemie verunsichere gegenwärtig viele Menschen, so die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg LFK. Auf sozialen Medien und in Messenger-Diensten würden vermehrt Verschwörungstheorien mit einfachen Antworten auf komplizierte Fragen geteilt. Um Jugendlichen zu helfen, bei diesen Fehlinformationen den Überblick zu behalten, hat das Jugendportal Handysektor einen Leitfaden zum Erkennen und Eindämmen von Verschwörungstheorien und Fakes entwickelt.

Falschnachrichten weit verbreitet
Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfale wären 93 Prozent der 14- bis 24-Jährigen bereits im Internet auf Desinformation zum Coronavirus gestossen. Deshalb sei es laut LFK äusserst wichtig, bei Jugendlichen die Kompetenz im Umgang mit medialer Information früh zu fördern und ihnen zu ermöglichen, zwischen glaubwürdigen Nachrichten und Verschwörungstheorien unterscheiden zu können.
(Download der Forsa-Umfrage:
https://www.medienanstalt-nrw.de/fileadmin/user_upload/NeueWebsite_0120/Themen/Desinformation/LFMNRW_forsa_Desinformation_2020_Praesentation.pdf)

Aufgrund der Schulschliessungen würden Jugendliche momentan besonders viel Zeit vor Computerbildschirmen verbringen und lernten mit Erklär-Videos auf YouTube oder tauschten sich in sozialen Netzwerken miteinander aus. Hierbei wären Fehlinformationen oft nur ein paar Klicks entfernt, gab die LFK zu bedenken. Das Jugendportal Handysektor zeige, welche Informationsquellen vertrauenswürdig seien, wie man Verschwörungstheorien erkennen und mit welchen Methoden man Informationen und Bilder aus dem Netz kritisch hinterfragen könne.
Link: https://www.handysektor.de/artikel/verschwoerungstheorien-im-netz.

Handysektor
Handysektor ist eine Anlaufstelle für den digitalen Alltag mit Tipps, Informationen und Ideen rund um Smartphones, Tablets und Apps. Hier erhalten Jugendliche Unterstützung bei Fragen oder Problemen im Umgang mit digitalen Medien. Die Webseite ist ein Angebot der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK).

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Pfarrer Gottfried Locher, 2018 in Basel © Foto: GEKE

Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz tritt zurück

Bern/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Personen

Am 27. Mai teilte Pfarrer Gottfried Locher (53), Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS, dem Synodenpräsidenten in einem Schreiben mit, dass er per sofort aus dem Amt ausscheidet, so die EKS in einer Medienmitteilung.

Handlungsfähigkeit als Präsident eingeschränkt
«Die Handlungsfähigkeit des Präsidenten war seit einigen Wochen wegen eines Geschäfts, das dem Rat am 13. April zugetragen wurde und seither intensiv behandelt wird, eingeschränkt. Der Sachverhalt ist nicht erstellt oder erhärtet und wird nun erst abgeklärt», schreibt die EKS. Laut Tages-Anzeiger sei letzte Woche durch eine Beschwerde bekannt geworden, dass es «im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses zu Grenzverletzungen gekommen» sein soll.

Angesichts der bestehenden Herausforderungen der EKS sowie der aktuell beschränkten Gestaltungskraft als Präsident habe Locher im Gespräch mit dem Rat beschlossen, sein Amt per sofort abzugeben. Er wolle mit einer Diskussion um seine Person die Arbeit der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz nicht erschweren und mit seinem Ausscheiden ein Zeichen setzen, damit sich alle Kräfte auf die Weiterentwicklung der Kirche konzentrieren könnten.

«Der Rat der EKS respektiert diesen Schritt von Gottfried Locher und dankt für seine Verdienste für die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz», so die Medienmitteilung.

Locher hat den Ratsvorsitz seit 2011 geführt. In seiner Amtszeit kam es zu wichtigen Neuerungen, wie die Schaffung der gesamtschweizerischen Kirchenverfassung, die den Grundstein zur Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS gelegt hat. «Gegenüber den Bundesbehörden und der Verwaltung, im ökumenischen sowie im interreligiösen Dialog, ist die EKS heute gut positioniert», heisst es in der Medienmitteilung. Zudem habe Gottfried Locher als Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE im internationalen Kontext gewirkt.

Aufarbeitung innerhalb der EKS nicht abgeschlossen
Die Aufarbeitung des Geschäfts innerhalb der EKS gehe weiter. Der Rat habe bereits am 17. April 2020 beschlossen, den komplexen Sachverhalt von einer externen Stelle unabhängig untersuchen zu lassen. Nach dem Ausscheiden eines Ratsmitglieds - Pfarrerin Sabine Brändlin - und des Ratspräsidenten wolle die «EKS Klarheit, um aus den Geschehnissen die richtigen Schlüsse ziehen und letztlich gestärkt hervorgehen zu können», so die Mitteilung.

Bis zur Neubesetzung des Präsidiums werden Vizepräsidentin Esther Gaillard und Vizepräsident Daniel Reuter die Geschäfte führen.

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Andi Bachmann-Roth (re.) löst Matthias Spiess (li.) als Co-Generalsekretär der SEA ab. Marc Jost (mi.) bleibt Co-Generalsekretär © Foto: SEA

Wechsel in der Leitung der Schweizerischen Evangelischen Allianz

Zürich/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Personen

Andi Bachmann-Roth nimmt seine Arbeit als Co-Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA im Mai auf. Sein Vorgänger, Matthias Spiess, verabschiedet sich nach 16 Jahren bei der SEA, davon acht Jahre als Co-Generalsekretär an der Seite von Marc Jost. Die offizielle Stabübergabe anlässlich der Delegiertenversammlung kann wegen des derzeitigen Veranstaltungsverbots erst Ende August stattfinden, schreibt die SEA in einer Medienmitteilung.

Demnach heisst das neue Führungsduo der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA: Andi Bachmann-Roth und Marc Jost. Beide sind bereits acht Jahre gemeinsam unter dem Dach der SEA tätig: Andi Bachmann-Roth als Leiter der Jugendallianz und Marc Jost als Generalsekretär zusammen mit Matthias Spiess. «Ich freue mich auf das neue Miteinander, denn es baut bereits auf gegenseitigem Vertrauen auf», sagte Marc Jost Und Andi Bachmann-Roth ergänzt: «Die Co-Leitung hat sich bewährt. Als Duo können wir weiterhin vormachen, dass ‹Gemeinsam besser› mehr als nur ein Slogan ist.»

Andi Bachmann-Roth (41) ist wie sein Vorgänger gelernter Automechaniker. Neben verschiedenen Leitungsfunktionen in der kirchlichen Jugendarbeit hat Bachmann-Roth berufsbegleitend ein Studium in Theologie (Mth) absolviert. Ursprünglich aktiv in der BewegungPlus, ist er heute Teil der reformierten Stadtkirche Lenzburg.

Bachmann-Roth trete die Leitungsfunktion mit einem Pensum von 60 Prozent in einer bewegten Zeit an, schreibt die SEA. Nicht nur sei die Allianz seit einigen Wochen zusätzlich gefordert, in der Coronakrise ihre Mitglieder mit aktuellen Informationen und Angeboten zu unterstützen. Auch unabhängig von dieser Ausnahmesituation warteten auf Andi Bachmann-Roth, der von Matthias Spiess den Bereich Kirche übernimmt, spannende Aufgaben. «Die Gesellschaft wie auch die Kirchen werden pluraler und die Gräben teilweise tiefer. Umso wichtiger wird die verbindende Arbeit der SEA. Denn das Evangelium ist mehr als Lehrsätze, die es zu verteidigen gilt. Es ist die frohe Botschaft von Gottes unverschämt grosszügiger Gnade, die allen Menschen gilt», so Bachmann-Roth.

Nicht irgendein Job, sondern eine Berufung
Für Matthias Spiess enden seine Aufgaben innerhalb der Allianz. Er startete 2003 als Praktikant, wurde als Jugendbeauftragter berufen und schliesslich ins Amt des Generalsekretärs. Meilensteine waren laut SEA der Aufbau des «PraiseCamp», eines zweijährlich stattfindenden christlichen Jugendcamps mit nun über 6.000 Jugendlichen, oder die Etablierung einer engeren Zusammenarbeit mit der Westschweizer Allianz, dem Réseau évangélique suisse RES. Matthias Spiess habe «Allianz» und das «Gemeinsam besser» mit seiner vertrauenerweckenden, verbindenden Art sowie seinem klaren Bekenntnis – ohne je eng oder ausgrenzend zu sein – nach innen und aussen ansteckend vorgelebt, wie es ein langjähriger Wegbegleiter, SEA-Präsident Wilf Gasser, ausdrückt. «Er verstand, was Allianz bedeutet. Man spürte, dass er als SEA-Generalsekretär nicht einfach einen Job machte, sondern eine Berufung lebte.»

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Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Pfarrer Dr. Martin Junge, 2017 © Foto: LWF/Albin Hillert

Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes gibt Rücktritt bekannt

Genf/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Personen

Am 20. Mai gab Pfarrer Dr. h.c. Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes LWB, bekannt, dass er zum 31. Oktober 2021, drei Jahre vor Ende seiner regulären Amtszeit, von seinem Posten zurücktreten wird. «Als LWB-Generalsekretär zu dienen war mir eine Ehre, ein Privileg und eine inspirierende Erfahrung», sagte Junge laut einer Mitteilung des Lutherischen Weltbunds, dem er zehn Jahre diente.

Er habe sich die Entscheidung reiflich überlegt und sie im Gebet getroffen, so Lange. Ein Leitungswechsel im 2021 lasse einen gut durchdachten Übergang zu und erlaube es dem nächsten Generalsekretär, die Vollversammlung 2023 vorzubereiten und mit einem neugewählten Rat eine neue Strategie für den LWB zu definieren.

Junge personifiziere «die Leidenschaft des LWB für die Kirche und für die Welt. Wir danken Gott für sein Zeugnis», sagte LWB-Präsident, Erzbischof Panti Filibus Musa, in der Würdigung des Dienstes von Junge. Dieser habe «mit Integrität, Weisheit, Vorstellungskraft, Kenntnis und Einsichtsvermögen – und ausserdem Freude und Humor» den LWB zu einem effektiveren Instrument von Gottes Mission gemacht, so Musa.

Pfr. Dr. h.c. Dr. h.c. Martin Junge ist der erste Lateinamerikaner im Amt des LWB-Generalsekretärs. Er wurde vom LWB-Rat auf dessen Sitzung 2009 gewählt und begann seinen Dienst am 1. November 2010. Der LWB-Rat ernannte ihn für eine zweite Amtszeit als Generalsekretär von 2017-2024.

Dem LWB, der 1947 im schwedischen Lund gegründet wurde, gehören heute 148 Mitgliedskirchen in 99 Ländern mit mehr als 75,5 Millionen Christen an.

Dialog Lutherischer Weltbund und Siebenten-Tags-Adventisten
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der Lutherische Weltbund (LWB) führten zwischen 1994 und 1998 einen theologischen Dialog. Die Ergebnisse wurden in Buchform veröffentlich und von beiden Weltbünden, der Weltkirchenleitung der Adventisten (Generalkonferenz) und der LWB-Vollversammlung sanktioniert. Im Abschlussbericht heisst es, dass die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Zukunft von «Lutheranern und Lutheranerinnen in ihren nationalen und regionalen kirchlichen Kontexten nicht als Sekte betrachtet, sondern als Freikirche und christliche Weltgemeinschaft» anerkannt werden soll.

Zum Bericht über die bilateralen Gespräche zwischen dem Lutherischen Weltbund und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten 1994-1998: «Adventisten und Lutheraner im Gespräch»:
https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/LWB.pdf

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Pastor Dr. Olav Fykse Tveit (4.v.li.) mit Gratulanten vor dem Nidarosdom in Trondheim, Norwegen © Foto: Magne Vik Bjørkøy/Norwegische Kirche

Norwegische Kirche weiht Olav Fykse Tveit zum leitenden Bischof

Genf/Schweiz | 31.05.2020 | APD | Personen

Im historischen Nidarosdom in Trondheim, hat die evangelisch-lutherische Kirche in Norwegen am 10. Mai, Pastor Dr. Olav Fykse Tveit zum Bischof der Diözese Nidaros geweiht und als Präses bzw. leitenden Bischof der Bischofskonferenz der Kirche eingeführt, teilte der Ökumenische Rat der Kirchen ÖRK mit.

Unter Beachtung der durch die Coronavirus-Pandemie bedingten Einschränkungen habe der Gottesdienst im Dom mit nur wenigen anwesenden Personen stattgefunden, sei aber international per Livestream übertragen worden, so der ÖRK. Als Leitender Bischof übernimmt Tveit dieses Amt von Bischöfin Helga Haugland Byfuglien, die als erste Frau diese Funktion innehatte und die die Kirche durch die Neuorientierung ihrer Rolle und Aufgabe im nationalen Leben geführt habe.

Während des Gottesdienstes zitierte Dr. Tveit einen Evangeliumstext (Joh 15,1-9), in dem Jesus sich als den wahren Weinstock bezeichnet, der seine Jünger erzieht, auf dass sie mehr Frucht bringen, nämlich Glaube, Hoffnung und Liebe.

„Das ist die Aufgabe der Kirche in dieser Welt", sagte Tveit, „Gottes Liebe zu predigen und zu zeigen, damit wir die Stärke, den Willen und die Fähigkeit bekommen, andere zu lieben. Das kann und sollte etwas von uns fordern, denn es betrifft die wichtigste Sache von allen. Wir können dies leisten, weil wir in eine Beziehung zu Christus eingesetzt wurden.“

Dr. Agnes Abuom, Vorsitzende des Zentralausschusses des ÖRK und der amtierende Generalsekretär Pastor Dr. Ioan Sauce gratulierten dem bisherigen Generalsekretär zu seiner neuen Aufgabe und brachten in ihrem Gebet ihre Wünsche für Tveit und die „Volkskirche“, der er vorstehen wird, zum Ausdruck: „Wie beten aufrichtig, dass die Norwegische Kirche unter Ihrer Leitung diese Zeit nutzen wird, um den Glauben zu stärken, mehr Teilhabe zu ermöglichen, die Gemeinschaft zu pflegen und sich engagiert für das Wohl der Menschen in Norwegen und die gesamte Menschheitsfamilie zu kümmern.“

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Little Richard auf dem Forty Acres Festival der Universität Texas 2007 © Foto: Anna Bleker / wikimedia.org

Rock ‘n’ Roll Star und Adventistenpastor Little Richard verstorben

Tullahoma, Tennessee/USA | 31.05.2020 | APD | Personen

Richard Wayne Penniman, besser bekannt als Little Richard, ist am 9. Mai 2020 in seinem Haus in Tullahoma im Bundesstaat Tennessee/USA an den Folgen einer Knochenkrebserkrankung im Alter vom 87 Jahren verstorben. Der afroamerikanische Penniman, der auch eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Pastor der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten absolvierte, begründete seine Karriere als Sänger in den 1950er Jahren vor allem mit Titeln wie Tutti Frutti, Long Tall Sally/Slippin’ And Slidin’ und Good Golly Miss Molly.

Richard Penniman wurde am 5. Dezember 1932 in Macon, Georgia/USA als drittes von insgesamt 13 Kindern geboren. Sein Vater war Ziegelsteinmetz, Kirchendiakon und Schmuggler und wurde ermordet, als Richard 19 Jahre alt war. Wegen seiner damaligen Körpergrösse erhielt er den Spitznamen „Little Richard“, der zum Markenzeichen seiner späteren gesanglichen Karriere wurde. Seine Vorliebe für Gospelmusik wurde durch die regelmässigen Gottesdienstbesuche der örtlichen Pfingst-, Baptisten- und Methodistengemeinden geprägt.

Little Richards Leben kann durchaus als schrill bezeichnet werden und das nicht zuletzt wegen seiner schillernden öffentlichen Bühnenpräsenz. Bereits als Heranwachsender verspürte er homosexuelle Neigungen und übernahm bei seinem ersten Engagement bei Jump-Blues-Sänger Billy Wright Travestie-Elemente wie Frauenkostüme und Make.up. In seinen erfolgreichsten Jahren 1955 bis 1957 entstanden die grössten Hits und Verkaufserfolge, darunter Tutti Frutti, Long Tall Sally, Ready Teddy, Rip It Up, Good Golly Miss Molly, Jenny Jenny und The Girl Can’t Help It.

Little Richard inspirierte Rolling Stones, Beatles, Prince und Freddie Mercury
Seine Musik, sein übertrieben dargebrachter Musikstil, die Wildheit seiner Auftritte und die energiegeladenen und artistischen Einlagen am und auf dem Klavier eröffneten nachfolgenden Musikern enorme Möglichkeiten. Auch trug er durch diese Exzentrik dazu bei, in der Auseinandersetzung der Rassentrennung der USA, Farbige und Weisse miteinander anzunähern. Das männliche, weisse Publikum fürchtete durch diesen Star keine Nebenbuhlerschaft. Rockgrössen wie die Beatles, die Rolling Stones, Buddy Holly, Jerry Lee Lewis, Elvis Presley, Prince oder Freddie Mercury bekennen freimütig, durch diese Ikone – oder „Queen of Rock ‘n’ Roll“, wie er sich selbst nannte – inspiriert worden zu sein.

Ausbildung zum Adventistenpastor
Die Musik war jedoch nur ein Teil seines bewegten Lebens. Auf dem Flug zu einer Konzerttournee in Australien brachte ihn ein religiöses Erlebnis dazu, seinen bisherigen Lebensstil aufzugeben und sich auf dem Oakwood Bible College (heute Oakwood University) in Huntsville, Alabama/USA zum Pastor der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ausbilden zu lassen. Auch musikalisch vollzog er eine Wende und veröffentlichte ab 1959 etliche Alben im Gospelstil.

Comeback als Rock-Star
Mitte der 1960er Jahre wurde Little Richard von den verlockenden Verdienstmöglichkeiten eines Rock-Stars angezogen und leitete mit Bama Lama Bama Loo sein Comeback ein. Der Musikstil hatte sich allerdings gewandelt und er konnte an die früheren Erfolge nicht anknüpfen. Trotzdem fanden Wiederveröffentlichungen und Kompilationen eine weltweite Käuferschaft. Ende der 1970er Jahre kam es zu einem zweiten Rückzug von der Rockmusik und einer erneuten Tätigkeit als Pastor und Evangelist. Bei einer evangelistischen Versammlung in Boston knüpfte er Kontakte zu deutschen Besuchern und nahm eine Einladung der Kölner Adventjugend an, im Juni 1981 unter dem Titel „From Rock ’n’ Roll to the Rock of Ages“ über seine Hinwendung zu Jesus und ein Leben ohne Drogen und Rock ’n’ Roll zu erzählen. Leider musste er die Veranstaltung kurzfristig absagen.

Es folgten Jahre, in denen sich Little Richard fast unbemerkt von der Öffentlichkeit an den Ausbau einer schauspielerischen Karriere wagte. Um seine Pop-Ambitionen mit seiner christlichen Überzeugung zu verbinden erschienen weitere Gospel-Alben, von denen Shake it All About mit Rock ‘n’ Roll Versionen von populären Kinderliedern 1992 Platinstatus erreichte.

Nach mehrmaligen Ankündigungen erklärte der mittlerweile achtzigjährige Penniman 2013 seinen endgültigen Abschied aus dem Musikgeschäft und widmete sich wieder mehr dem christlichen Anliegen. In einer seiner letzten öffentlichen Auftritte 2017 rief der nach einer Hüftoperation im Rollstuhl sitzende Little Richard die Zuschauer in der TV-Show des Fernsehsenders 3ABN dazu auf, sich ganz Jesus hinzuwenden, alles andere sei unwichtig.

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Little Richard auf dem Forty Acres Festival der Universität Texas 2007 © Foto: Anna Bleker / wikimedia.org

USA: Little Richard wird auf Uni-Friedhof in Huntsville (AL) beigesetzt

Silver Spring, Maryland/USA | 31.05.2020 | APD | Personen

Wie Adventist News Network ANN berichtete, soll «Little Richard», mit bürgerlichem Name Richard Wayne Penniman, am 20. Mai, in privatem Rahmen auf dem Friedhof der Oakwood University, in Huntsville, Alabama/USA, beigesetzt werden. Richard Wayne Penniman war Siebenten-Tags-Adventist. Die Oakwood University ist eine historisch schwarze Universität und eine Bildungseinrichtung der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA.

Penniman war am 9. Mai im Alter von 87 Jahren an Knochenkrebs gestorben. Laut Medienberichten starb er in seinem Haus im US-Bundesstaat Tennessee im Kreis seiner Familie. Der Alumnus der Oakwood University, der in den 1950er Jahren wegen seiner Rolle bei der Entstehung des Rock 'n' Roll umstritten war, behielt seinen adventistischen Glauben bei und kehrte in seinen späteren Jahren öffentlich zur Kirche zurück.

Sein vielleicht eindringlichstes Bekenntnis habe er 2017 gegeben, als er im Rollstuhl bei einer Veranstaltung die Menschen ermutigte, ihr Leben Jesus Christus zu übergeben, schreibt ANN. «Alles, was ich in Zeiten wie diesen sagen kann, ist, dass wir einen Erlöser brauchen. In Zeiten wie diesen brauchen wir einen Anker. Wir brauchen Jesus. Es gab in unserem Leben noch nie eine Zeit wie heute, in der wir Gott so sehr brauchen. Ohne ihn könnten wir sehen, dass wir verloren sind», so Penniman.

Oakwood University
Die Oakwood University wurde 1896 gegründet. Ihr Motto: «Eintreten, um zu lernen, - austreten, um zu dienen». Gegenwärtig studieren 1.810 Studenten und Studentinnen an einer der fünf Fakultäten.

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Symbolbild Buch © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: „HEALTH POWER – Einfach gesund!“

Stuttgart und Lüneburg/Deutschland | 31.05.2020 | APD | Buchrezensionen

Buchrezension: „HEALTH POWER – Einfach gesund!“ Dr. Hans Diehl, Prof. Dr. Claus Leitzmann, Dr. med. Klas Mildenstein – Ibidem Verlag; 328 Seiten (Taschenbuch) – 24.90 € ISBN-13: 978-3-8382-1219-7. Auch über den Advent-Verlag zu beziehen.

Schon vor über 20 Jahren hat der ursprünglich aus Deutschland stammende Epidemiologe Dr. Hans Diehl gemeinsam mit der Ärztin Dr. Aileen Ludington das Buch „HEALTH POWER – Health by Choice not Chance“ herausgegeben. Jetzt erscheint das Buch im Ibidem Verlag in einer neuen Bearbeitung und in Co-Autorenschaft mit dem Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann und dem Allgemeinmediziner Dr. Klas Mildenstein erstmalig in deutscher Sprache. Über zwei Millionen Exemplare sind bereits in 36 Sprachen weltweit verkauft.

Zum Inhalt
Für den engagierten Leser im Bereich gesunde Lebensführung ist „HEALTH POWER – Einfach Gesund!“ eine willkommene Ergänzung und Bestätigung. Für den Einsteiger ist es eine exzellente und praxisnah aufbereitete Gebrauchsanweisung für einen ganzheitlichen Lebensstil. Obwohl das 328-Seiten umfassende Taschenbuch das grosse Gebiet der Ernährung behandelt, geht es nicht nur um Themen der pflanzenbasierten und vollwertigen Ernährung, sondern auch um die Ursachen der Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Krebs, koronare Herzkrankheiten, Arthrose und Bluthochdruck, um nur einige zu nennen.

Das Buch ist in sieben Kapitel übersichtlich unterteilt. Jedes Kapitel ist durch eine andere Farbe gekennzeichnet und beginnt mit einem Überblick zum Thema und ermutigt dann zu einer praktischen Anwendung. Überhaupt darf man die grafische Aufbereitung des Buches durch den Designer Dieter Illgen als sehr gelungen bezeichnen.

Im ersten Kapitel geht es um „Gesundheitliche Perspektiven“. Nach einem medizinischen Überblick befassen sich die Autoren mit der westlichen Ernährung und deren Risiken. Das zweite Kapitel beschreibt „durch unsere Lebensweise verursachte Krankheiten“ und übergeht auch nicht legale Drogen wie Alkohol, Tabak und Koffein. Das dritte Kapitel „Nahrung verstehen“ bildet den Schwerpunkt des Buches. Bei den Themen Verdauung, Stärke, Zucker, Milch, Fleisch, Fett, Cholesterin, Ballaststoffe, Salz und Vitamine erfährt der Leser nicht nur die Wirkweisen dieser Nahrungsmittel auf den Körper, sondern erhält zu jedem dieser Abschnitte praktische Anleitung und Aufgaben, Alternativen auszuprobieren.

Das vierte Kapitel widmet sich dem weiten Bereich der „Gewichtskontrolle“. Im fünften Kapitel wird deutlich, dass es sich hier nicht nur um ein Ernährungsbuch handelt. Es geht um „Natürliche Heilmittel“ wie Bewegung, Wasser, Sonnenlicht, Masshalten, Luft, Ruhe und Vertrauen.

Im vorletzten Kapitel wird das bisher vermittelte Wissen in eine „Beziehung zwischen Seele und Körper“ gesetzt. Spätestens hier wird deutlich, dass es den Autoren um einen gesunden Lebensstil, um eine ganzheitliche Lebensphilosophie geht. Sie ermutigen zu einer gesunden Kindheit und Jugend und positivem Alter. Sie sprechen Bereiche wie Depression, Stress, Endorphine, Seelenkräfte, Gewohnheiten, Vergebung und Liebe an.

Das siebte Kapitel „Zusammenfassung“ zeigt, dass es neben einer „gesunden Ernährung“ auch um „Gesund werden“ und „Gesund bleiben“ geht. Ein Anhang liefert als achtes Kapitel weiterführende Informationen zu den Projekten der Autoren. Der Leser wird so in die persönliche Schaffenswelt der Herausgeber mitgenommen.

Leseempfehlung
Warum noch dieses Buch, wo doch die Literatur auf dem Gebiet der Ernährung schier unübersichtlich erscheint? Ganz einfach: so etwas gab es bisher noch nicht auf dem deutschen Markt. Zum einen haben sich hier die renommiertesten Wissenschaftler auf dem Gebiet der pflanzenbasierten Ernährung zusammengetan und ihre jahrelange Erfahrung zu Papier gebracht. Zum anderen ist es nicht nur ein Ernährungsbuch, sondern fördert einen gesunden und ganzheitlichen Lebensstil. Und darüber hinaus ist es sowohl Referenzliteratur und Ratgeber als auch praxisnaher Lebensbegleiter.

Das Buch liest man nicht einfach und legt es dann zurück ins Regal. Vielmehr ist zu erwarten, dass es ständig – auch wegen der vielen praktischen Aufgaben – benutzt wird. Deshalb wäre ein fester Einband praktikabler, als die Ausgabe als Taschenbuch. Trotzdem: „Health Power – Einfach gesund!“ sollte in keinem Haushalt fehlen.
Stephan G. Brass

Das Buch „Health Power – Einfach gesund!“ kann auch im Advent-Verlag Schweiz bestellt werden, jeweils morgens: 033 511 11 99 oder über: info@advent-verlag.ch

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