APD-INFORMATIONEN 11/2020 - NOVEMBER 2020

Pfarrerin Rita Famos, neue Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS © Foto: © EKS | Nadja Rauscher

Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz wählt Frau als Präsidentin

Bern/Schweiz | 29.11.2020 | APD | Schweiz

Mit 47 zu 25 Stimmen wählte am 2. November die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS Pfarrerin Rita Famos zur Präsidentin. Damit ist sie laut der EKS-Medienmitteilung in der hundertjährigen Geschichte des Kirchenbundes und seiner Nachfolgerin, der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, die erste Frau in diesem Amt. Auch in den anderen Schlüsselfunktionen setzte die Synode der EKS auf weibliche Kompetenz: So wurden Evelyn Borer als Präsidentin der Synode und Claudia Haslebacher in den Rat EKS gewählt.

«Ich freue mich, als Präsidentin eine moderne, offene, gleichberechtigte Kirche mitzugestalten», sagte die designierte Präsidentin der EKS Rita Famos zur Synode. Die im Kanton Bern aufgewachsene Zürcher Pfarrerin ist seit 2013 der Abteilungsleiterin Spezialseelsorge der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich und kirchenpolitisch sehr erfahren. Ihr Programm unter dem Motto «Gemeinsam Kirche gestalten» überzeugte die 79 Delegierten der Synode, des obersten Gremiums der EKS. Famos setzte sich im ersten Wahlgang mit 47 Stimmen gegen ihre Mitkandidatin Isabelle Graesslé aus dem Waadtland durch. Aufgrund der Covid-19 Schutzbestimmungen fanden die Wahlen erstmals virtuell per e-Voting statt.

Mit Claudia Haslebacher, Pfarrerin und bisher Synodale für die Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz EMK, bekommt der Rat der EKS ein weiteres erfahrenes Mitglied. Sie bringt als frühere Präsidentin der Synode einen grossen Erfahrungsschatz mit. Sie wurde von den Delegierten im ersten Wahlgang mit 71 Stimmen gewählt. «Ich danke der Synode für ihr Vertrauen und freue mich darauf, in ihrem Auftrag die EKS mitzuleiten», so Haslebacher.

Bis zum Ende der Legislaturperiode 2022 werden die sieben Mitglieder des Rates der EKS als Exekutive vorstehen: Rita Famos, Präsidentin der EKS, Esther Gaillard, Vizepräsidentin, Daniel Reuter, Vizepräsident, Pierre-Philippe Blaser, Claudia Haslebacher, Ulrich Knoepfel und Ruth Pfister.

An der Spitze der Synode steht ab 2021 Evelyn Borer: Sie ist auch Präsidentin des Synodalrates der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons Solothurn. Borer folgt auf Synodepräsident Pierre de Salis und wird künftige Synoden, unterstützt durch das Synodevizepräsidium, Catherine Berger-Meier und Christian Miaz, leiten.

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«Brot für alle» pflanzt in Indonesien Mangrovenbäume gegen steigende Fluten © Foto: «Brot für alle»

Fusion der Hilfswerke «Brot für alle» und HEKS

Bern/Schweiz | 29.11.2020 | APD | Schweiz

In der virtuellen Versammlung vom 2. November stimmte die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS der Fusion der Stiftung «Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS» mit der Stiftung «Brot für alle» zu. Damit sei ein wichtiger Meilenstein zum Zusammenschluss der beiden Hilfswerke erreicht, schreibt die EKS in einer Medienmitteilung.

Laut der Mitteilung fusionieren «Brot für alle» und HEKS, weil sie sich als Organisationen der reformierten Kirchen in ihrer Arbeit ergänzen und ganzheitlich wirken wollen. Das neue Hilfswerk wird den Namen «Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz HEKS» tragen. Der Name «Brot für alle» bleibt aber als Marke erhalten.

«Die Arbeit von HEKS und Brot für alle ergänzt sich ausgezeichnet. Durch die Fusion können die beiden Hilfswerke ihre Position in einem zunehmend kompetitiven Umfeld stärken und gleichzeitig die Wirkung ihrer Projekte im In- und Ausland weiter optimieren», sagte Daniel Reuter, Vizepräsident des Rates der EKS und Mitglied in den Stiftungsräten von HEKS und «Brot für alle». «Über die Fusion der beiden Hilfswerke wurde immer wieder diskutiert. Bisher geschah dies immer im Konjunktiv. Nun aber wird die Fusion eine Realität. Ich danke der Synode für diesen mutigen Schritt in die Zukunft.»

Die geänderten Stiftungsstatuten wurden durch die Synode mit 72 zu 2 Stimmen angenommen. Zusätzlich nahm die Synode einen Bericht über die Fusion und Entwürfe des Fusionsvertrags und Organisationsreglements zur Kenntnis. Die Unterlagen wurden der eidgenössischen Stiftungsaufsicht vor der Synode zur Prüfung vorgelegt und von dieser als genehmigungsfähig befunden. Die Fusion wird im Laufe des nächsten Jahres rechtlich vollzogen, der neue Name wird ab 1. Januar 2022 geführt.

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Infografik: Geschätzte Anzahl alkoholbedingter Todesfälle unter 15-74-Jährigen © Grafik: Gmel, 2020 / Sucht Schweiz

In der Schweiz stirbt jede 12. Person wegen Alkohol

Lausanne/Schweiz | 29.11.2020 | APD | Schweiz

1.553 Personen sterben in der Schweiz jedes Jahr an den Folgen ihres Alkoholkonsums. Schätzungsweise acht Prozent aller Todesfälle in der Altersgruppe der 15- bis 74-Jährigen sind alkoholbedingt. Das sind rund fünf Prozent aller weiblichen und zehn Prozent der männlichen Todesfälle dieser Altersgruppe. Bei den 15- bis 24-jährigen Männern sind fast 20 Prozent der Todesfälle auf Alkohol zurückzuführen. Dies zeigt der Forschungsbericht «Alkoholbedingte Sterblichkeit in der Schweiz im Jahr 2017», den Sucht Schweiz im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit verfasst hat. Demnach sind alkoholbedingte Krebsleiden, die zum Tod führen, zu über einem Drittel auf risikoreichen Alkoholkonsum zurückzuführen.

Alkoholbedingte Todesfälle nehmen bei älteren Menschen zu
Gegenüber 2011 seien die alkoholbedingten Todesfälle in der Altersgruppe bis 64 Jahren von 1.600 auf 1.553 zwar leicht zurückgegangen, allerdings seien mehr Todesfälle bei den 65- bis 74-Jährigen zu verzeichnen, schreibt Sucht Schweiz. Das habe damit zu tun, dass die Bevölkerung der Schweiz älter werde und sich die Todesfälle ins höhere Alter verschieben würden.

Alkohol ist die häufigste Todesursache in jungen Jahren
Der Prozentsatz alkoholbedingter Todesfälle an allen Todesfällen sei bei den 15- bis 24-Jährigen am höchsten: Jede zehnte Frau und nahezu jeder fünfte Mann dieser Altersgruppe stirbt infolge Alkoholkonsums. Die Todesfälle seien in erster Linie auf Unfälle und Verletzungen zurückzuführen.

Vorsicht: Schutzeffekte des Alkohols auf das Herz sind fraglich
«Bei der Einschätzung der schützenden Wirkung von Alkohol für das Herz ist Vorsicht am Platz», schreibt das nationale Kompetenzzentrum im Suchbereich. Um dem Herzen etwas Gutes zu tun, rät Sucht Schweiz, auf Gewicht, Bewegung und Ernährung zu achten sowie aufs Rauchen zu verzichten: «Ein solcher Lebensstil, zusammen mit keinem oder moderatem Alkoholkonsum, reduziert gleichzeitig das Risiko zu erkranken oder einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden».

Zur Meldung von Sucht Schweiz, die auch Hinweise zur Prävention enthält:
http://ow.ly/Rxdq30rjoWl

Link zum Forschungsbericht: «Alkoholbedingte Sterblichkeit in der Schweiz im Jahr 2017»: http://ow.ly/2niL30rjoWw

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Teilansicht der Infografik des BAG © Grafik: www.bag-coronavirus.ch

Corona: Kirchen im Kanton Bern zur Advents- und Weihnachtszeit

Bern/Schweiz | 29.11.2020 | APD | Schweiz

Die Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Bern (AKB) hat an ihrer letzten ZOOM-Sitzung Ende Oktober intensiv über die Herausforderung der kommenden Advents- und Weihnachtszeit diskutiert und einige Gedanken zu «Corona» formuliert. «Kirche ist grundsätzlich systemrelevant», lautet die erste Feststellung der AKB. Im Hinblick auf Weihnachten gehe es nicht darum, möglichst grosse Versammlungen zu ermöglichen, sondern möglichst differenzierte Vorgaben zu haben, die sich umsetzen liessen

«Es ist eine ziemliche Herausforderung für Landes- und Freikirchen, in der Spannung zwischen Distanz und Nähe Advent und Weihnachten für und mit den Gemeinden zu gestalten», schreibt Pfarrer Christoph Knoch, Präsident der AKB, im Begleitschreiben zur Medienmitteilung.

«Die Kirchen sind Teil der Gesellschaft. Kirchliche Arbeit ist primär Arbeit mit und für Menschen. Dazu gehören Begegnungen in der Seelsorge, in Gottesdiensten und bei Übergängen im Leben», heisst es in der Einleitung zu den Gedanken der AKB. Die Verbreitung der CoVid-19 Infektionen erfolge über zwischenmenschliche Kontakte, weshalb die Kirchen und kirchliche Mitarbeitende ganz besonders in der Verantwortung stünden. Sie müssten einerseits Distanz wahren und Menschen zur Distanz aufrufen. «Andererseits gehört zum Leben unabdingbar eine gewisse Nähe.»

Gedanken der AKB zur gegenwärtigen Corona-Pandemie
«Wir halten fest:
• Kirche ist grundsätzlich systemrelevant, aber nicht alles, was Kirche tut und anbietet ist wirklich systemrelevant.
• Zentral ist: Leben zu schützen, Leben ermöglichen – und nicht Leben zu verhindern.
• Die Herausforderung bleibt: Formen der Begegnung und Begleitung zu finden, die das Leben der Menschen fördern.
• Die Trauernden dürfen nicht vergessen werden. Es geht darum, Formen zu finden, die Leben ermöglichen und die Würde der Menschen und der Hinterbliebenen beachten.
• Die Regelungen von BAG, Bundesrat und Kantonen sind und bleiben zentral.
Sie zu beachten und umzusetzen ist selbstverständlich.
Dabei gilt, Buchstaben und Geist des Gesetzes zu unterscheiden und gerade nicht alles, was der Buchstabe erlaubt, auch auszureizen, wenn es dem Geist des Gesetzes widerspricht.
• Nächstenliebe manifestiert sich derzeit in Rücksichtnahme, Sorgfalt und Abstand.
• Wir wünschen uns von der Politik, dass sie den Einsatz der Kirchen und ihrer Mitarbeitenden wahrnimmt und wertschätzt und beim Erlass der Regelungen entsprechend beachtet.
• Im Hinblick auf Weihnachten geht es nicht darum, möglichst grosse Versammlungen zu ermöglichen, sondern möglichst differenzierte Vorgaben zu haben, die sich umsetzen lassen.
• Gemeinsame öffentliche Auftritte von Politik und Kirchenvertretungen können glaubwürdig und überzeugend Menschen Mut machen, einerseits zu verzichten und andererseits sich kreativ um andere zu kümmern.»

Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Bern (AKB)
Die Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Bern ist die kantonale Vertretung der «Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen der Schweiz» AGCK.CH. Sie versteht sich als ökumenisches Bindeglied zwischen Gemeinden und nationalen und internationalen Gremien der Ökumene.

Link zum Bericht: https://www.rkmg.ch/bericht/1770

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Französische Flagge. © Foto: jorono auf Pixabay

Adventistischer Kirchenleiter verurteilt Anschläge in Frankreich

Dammarie-les-Lys/Frankreich | 29.11.2020 | APD | International

Nach der jüngsten tödlichen Attacke eines Täters in Nizza/Frankreich nimmt die überregionale Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten für das Gebiet Frankreich, Belgien und Luxemburg durch ihren Präsidenten Ruben de Abreu Stellung und verurteilt die Gewalttaten, die in den letzten Tagen in Frankreich verübt worden sind.

„Diese jüngsten Manifestationen von Gewalt“, so Abreu, „die die Menschenwürde untergraben, sind zu verurteilen. Ich nutze diese Gelegenheit, um unsere Solidarität und unsere Gebete für die Familien und Angehörigen der Opfer dieser schrecklichen Angriffe zum Ausdruck zu bringen“. Auf die Frage nach dem Platz, den die Gewalt im aktuellen Geschehen einnimmt, fährt Ruben de Abreu fort: „Diese Verurteilung gilt auch für alles, was leider tagtäglich in anderen Teilen der Welt geschieht. Alle Formen der Gewalt, welcher Art sie auch sein mögen, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz und noch weniger in der religiösen Welt, wo Toleranz, Gewissensfreiheit und Frieden gefördert werden müssen".

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten setze sich unermüdlich für die Verteidigung der Rechte und Freiheiten jedes Einzelnen und stehe für die Erhaltung des Lebens, der Werte, des Wohlergehens und der Sicherheit der Bürger.

Die Kirchenleitung der Franco-Belgischen Verwaltungsstelle der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten betreut die Länder Belgien, Frankreich, Luxemburg und Monaco. Zu ihr gehören 18.525 Kirchenmitglieder in 170 Kirchengemeinden bei einer Gesamtbevölkerung von 76.950.00.

Zur Webseite der Kirchenleitung (in französischer Sprache): https://adventiste.org/

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Wien © Foto: Jacek Dylag on Unsplash

Terror in Wien: Adventisten äussern Betroffenheit und Entsetzen

Wien/Österreich | 29.11.2020 | APD | International

Pastor Reinhard Schwab, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich, verurteilte die Gewalttat in der Innenstadt von Wien, bei der am Abend des 2. November laut tagesschau.de an sechs Tatorten vier Passanten getötet und mehrere verletzt wurden. Ein Tatverdächtiger sei von der Polizei erschossen worden.

«Ich bin erschüttert über diesen Akt sinnloser Aggression, der unschuldigen Menschen das Leben gekostet und viele verletzt hat. Als Kirchenleitung rufen wir all unsere Mitglieder dazu auf, in ihren Gebeten an die Betroffenen und ihre Familien, die mit der Aufklärung betrauten Behörden, das behandelnde Gesundheitspersonal und all jene zu denken, die derzeit in Angst, Sorge und Trauer sind», sagte Pastor Reinhard Schwab. «Wir wollen auf diesen Ausdruck rücksichtsloser Gewalt mit Freundlichkeit, Respekt, Fürsorge und gegenseitiger Hilfestellung antworten. Gerade jetzt heisst es, zusammenzustehen und uns gegenseitig zu stützen.»

Der Kirchenleiter verschickte eine Sondernewsletter an die Mitglieder der Kirche in Österreich und erinnerte darin an die Aufforderung im alttestamentlichen Buch Jeremia (Kapitel 29,7), das Beste der Stadt zu suchen und für sie zu beten. In diesem Sinne habe er zu Gebeten in den örtlichen Gemeinden aufgerufen, heisst es in der Stellungnahme der adventistischen Kirchenleitung in Österreich zum Terroranschlag.

Die protestantische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich zählt 4.318 Mitglieder, die in 65 Gemeinden und Gruppen den Gottesdienst feiern. Sie tritt ein für den Wert eines jeden einzelnen Menschenlebens, gelebten Glauben und praktische Nächstenliebe.

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Virus Pathogen © Foto: PIRO4D / pixabay

Deutschland: Adventisten nehmen Stellung zu Pandemielage

Ostfildern/Deutschland | 29.11.2020 | APD | International

Als solidarischen Beitrag zum Schutz menschlichen Lebens bezeichnet die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland die erneut angeordneten Beschränkungen zur Eindämmung der Infektionszahlen. Die Freikirche habe das Vorgehen der Politik grundsätzlich unterstützt und achte die beschlossenen Massnahmen auch jetzt. Die Kirchenleitung sowie die verantwortlichen Leiterinnen und Leiter ihrer Institutionen seien der Meinung, dass das rechtliche und ethische Spannungsverhältnis unter Pandemiebedingungen in unserem Land bisher grundsätzlich gut ausbalanciert wurde. Dennoch gelte es, Einschränkungen im sensiblen Bereich der Grundrechte zu hinterfragen oder Beschränkungen kritisch zu begleiten.

Krisenzeit und Fehlverhalten
„Krisenzeit trägt auch immer das Stigma des Fehlverhaltens in sich“, gaben die Pastoren Werner Dullinger (Ostfildern bei Stuttgart) und Johannes Naether (Hannover), Präsident und Vizepräsident der Freikirche in Deutschland, zu bedenken. Konkret bedeute das, dass wir im Nachhinein mit Fehlern und Unzulänglichkeiten bei bereits getroffenen Entscheidungen sowie bei zukünftigen Entscheidungen leben müssten. Das betreffe gleichermassen Entscheidungen der Politik wie auch der Kirche. Weil immer noch kein hinreichendes Mass an Gewissheit über Inhalt und Umfang der Gefahren sowie über die Eignung und Erforderlichkeit der ergriffenen Massnahmen bestehe, könne auch niemand beweisen, dass die angeordneten Beschränkungen unverhältnismässig waren oder sind. „Diese Erkenntnis sollte uns vor Besserwisserei bewahren und demütig machen.“

Die Krise suspendiere jedoch nicht das Grundrecht auf freie Meinungsäusserung. „Dieses Recht gilt auch innerhalb der eigenen Kirche und es schliesst die kontroverse Diskussion über unterschiedliche Meinungen ausdrücklich ein“, stellen die beiden Kirchenleiter in einer Stellungnahme zur aktuellen Pandemielage fest.

Keine Verharmlosung oder Verschwörungsglaube
Allerdings distanzierten sich Dullinger und Naether ausdrücklich und entschieden von jeglicher Verharmlosung der Covid‐19 Pandemie, wie sie in verschiedenen schriftlichen oder digitalen Beiträgen zum Ausdruck käme. „Wir sehen darin ein verantwortungsloses Handeln, das zur Gefährdung der Bevölkerung beiträgt und unsolidarische Züge trägt. Wir begegnen dem deutlich und in der Klarheit der sachlichen Auseinandersetzung.“ Die aktuelle Entwicklung der Neuinfektionen und die zahlreichen Toten sprächen eine eigene Sprache, die wenig Raum gebe für alternative Deutungen.

Ebenso distanzierten sich die adventistischen Kirchenleiter von solchen Äusserungen, welche die Pandemie als eine systematisch und willentlich herbeigeführte Krise identifiziere, die durch eine bestimmte Gruppe mächtiger Persönlichkeiten auf geheimem Weg initiiert worden sei. „Hier wird die Wirklichkeit ad absurdum geführt und die komplexen Zusammenhänge einer ernsten weltweiten Krise auf eine nicht beweisbare ‚Alternative‘ reduziert.“ Die Freikirchenleitung habe sich entschieden, solchem Verschwörungsglauben in ihrem Verantwortungsbereich keinen Raum zu geben. „Das betrifft unsere Kirchengebäude, Institutionen und Medienanstalten.“

Dabei handele es sich laut Dullinger und Naether aber nicht um einen „Maulkorb“ für Mitglieder der Freikirche, oder eine „Zensur“, sondern um das in der adventistischen Gemeindeordnung klar festgelegte Verfahren, wer im Namen der Freikirche auftreten dürfe und wer nicht.

Leid mindern, Hoffnung verbreiten
Christen seien gerade in der Krise herausgefordert, Menschen zu begleiten und ihnen Hoffnung zuzusprechen. Das geschehe durch das Evangelium von Jesus Christus, weil in ihm die Nähe Gottes zu jedem einzelnen Menschen zum Ausdruck komme. „Jesus zeigte sich solidarisch und hatte keine Scheu, den Kranken und Hilflosen zu begegnen, um sie zu heilen“, gaben die beiden Freikirchenleiter zu bedenken. Christen sollten sich am Beispiel Jesu orientieren und ehrlich reflektieren, wie sie sich persönlich in der Krise verhalten, um sich selbst und damit andere zu schützen, sodass Hilfe und das Gute von ihnen aus weitergegeben werden könne.

Darüber hinaus habe Jesus klare Worte gefunden, indem er Krisen, Konflikte und schwere Krankheiten als Kennzeichen einer Welt beschreibe, die der Erlösung bedarf. Adventisten würden die Hoffnung auf eine Welt ohne Leid und Tod in ihren Herzen tragen, so wie es die Bibel beschreibe. Bis zu deren Verwirklichung durch Gott seien sie aufgerufen, sich „engagiert, wachsam und verantwortungsvoll in unsere Gesellschaft einzuweben, Leid zu mindern und Hoffnung weiter zu tragen“.

Die Stellungnahme zur aktuellen Pandemielage im Wortlaut:
https://bit.ly/STA_Pandemielage_11_2020.

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Screenshot der Bundestagsdebatte vom 18.11.2020 © Foto: Deutscher Bundestag/youtube

Deutsche Evangelische Allianz zum 3. Bevölkerungsschutzgesetz

Bad Blankenburg/Deutschland | 29.11.2020 | APD | International

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA), ein Netzwerk evangelischer Christen, bietet eine Orientierungshilfe zum vom Bundestag und Bundesrat beschlossenen „Dritten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“.

Neben vielen Detailfragen werde behauptet, dass mit dem Gesetz ein neues „Ermächtigungsgesetz“ vorliege, das die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ausser Kraft setze und unzulässig unsere Grundrechte beschneide, so DEA-Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink. Ohne Zweifel, das Gesetz müsse diskutiert werden und manches sei verbesserungswürdig. Dazu habe die Evangelische Allianz auf ihrer Homepage eine juristische Bewertung von Thomas Traub (Köln) und Dr. Felix Böllmann (Wien) veröffentlicht (siehe https://www.ead.de/fileadmin/Arbeitskreise/Politik/Zum_IfSG_TT_FB_2020-11-17.pdf).

„Verunglimpfung unserer Demokratie als Diktatur“
Das Gesetz aber als „Ermächtigungsgesetz“ zu bezeichnen, wäre weder sachlich richtig noch politisch hilfreich, betonte Schink. „Eine sachgerechte Auseinandersetzung wird hierdurch erschwert und durch die Gleichsetzung unserer funktionsfähigen Demokratie mit dem Hitler-Regime wird das Vertrauen in unseren Staat unterhöhlt.“ Das „Gift“ dieses weder zutreffenden noch hilfreichen Vergleichs werde seine Wirkung noch über eine lange Zeit hinweg entfalten. „Um es deutlich zu sagen: Bei aller Verbesserungswürdigkeit des vorgelegten Gesetzesentwurfs scheint der eigentliche Angriff auf unsere Demokratie nicht durch den Text zu erfolgen, sondern durch die Verunglimpfung unsere Demokratie als Diktatur.“

Bevölkerungsschutzgesetz kein „Ermächtigungsgesetz“
1933 sei die Ausgangslage eine ganz andere gewesen, stellte der Generalsekretär in einem Rundschreiben fest. Hitler habe mit dem Ermächtigungsgesetz die Verfassung faktisch ausser Kraft gesetzt. Im Vorfeld sei hierfür die Geschäftsordnung des Reichstags geändert worden. Abgeordnete wären schon früher verhaftet worden und hätten deshalb an der Abstimmung nicht teilnehmen können. Bei der Abstimmung seien SA- und SS-Truppen aufgestellt worden, um die Abgeordneten einzuschüchtern und die Abstimmung zu beeinflussen. Mit dem Ermächtigungsgesetz habe die Regierung auch von der Verfassung abweichende Gesetze ohne den Reichstag erlassen und durchsetzen können. „Als Folge kamen politische Gegner in Konzentrationslager und die Gewerkschaften wurden aufgelöst sowie andere Parteien verboten.“

Dagegen definiere das beschlossene 3. Bevölkerungsschutzgesetz einen Rahmen, innerhalb dessen die Regierung weitreichende Massnahmen ergreifen könne. „Das Ermächtigungsgesetz hingegen ermöglichte, neue Gesetze zu erlassen und schaffte damit quasi den bestehenden Rahmen aus dem Weg“, erläuterte Schink.

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Norbert Zens, Finanzvorstand (CFO) der Adventisten in West- und Südeuropa © Foto: EUD

COVID-19: Adventisten mit Finanzausgleich in West- und Südeuropa

Bern/Schweiz | 29.11.2020 | APD | International

Vom 30. Oktober bis 2. November wurde virtuell die Jahresendsitzung der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD) durchgeführt. Dabei beschlossen die Mitglieder des Exekutivausschusses aus 13 europäischen Ländern einstimmig, dass jene Kirchenregionen, deren Zehnteneinkommen im 2020 trotz der Corona-Krise gestiegen sind, einen Teil ihrer Mehreinnahmen mit jenen Ländern teilen, die einen Zehntenrückgang um mehr als zwei Prozent zu verzeichnen haben, wovon besonders Italien und Spanien betroffen sind. Darüber hinaus kann die teilkontinentalen Kirchenleitung (EUD) den erhaltenen Gesamtbetrag aufstocken.

Der Finanzbericht der teilkontinentalen Kirchenleitung (EUD) der Siebenten-Tags-Adventisten (EUD), den Norbert Zens, Finanzvorstand (CFO), bei der Jahresendsitzung den 68 Mitgliedern des Exekutivausschusses vorlegte, bot ein allgemein positives Bild für 2020, auch wenn es einige Bereiche habe, «die Anlass zur Sorge geben», schreibt die EUD-Kommunikationsabteilung.

Verwendung der Zehntengelder
Haupteinkommen adventistischer Kirchen sind die Zehnten-Einnahmen. Kirchenmitglieder spenden zehn Prozent ihres Einkommens, damit die Kirche ihren Auftrag erfüllen kann. Mit den Zehntengeldern werden Löhne für Pastoren und Pastorinnen, Evangelisten sowie Mitarbeitende an vorderster Front (58 Prozent) beglichen. 22 Prozent werden für die Tätigkeiten der verschiedenen Verwaltungsebenen für regionale, überregionale sowie teilkontinentale Kirchenleitungen (Vereinigungen, Unionen und Divisionen) verwendet. Der Rest wird für die Unterstützung von Bildungseinrichtungen (9 Prozent), Medienarbeit (4 Prozent) und direkte Evangelisation (4 Prozent) gebraucht.

Rückgang bei den Opfergaben
Die zweite Säule, auf der die finanzielle Unterstützung für die Aufgaben der adventistischen Kirche steht, sind freiwillige Opfergaben, die während der Gottesdienste gesammelt werden. Zens berichtete, dass die Opfergaben im Kirchenverwaltungsgebiet der EUD durch den Lockdown gegenüber 2019 um fast 30 Prozent zurückgegangen seien. Während sich in den meisten Ländern der EUD der von den Kirchenmitgliedern überwiesene Zehnte nach dem Lockdown sehr gut erholt habe, «haben wir das bei den Spendengeldern bisher nicht gesehen», sagte Norbert Zens. Er wies darauf hin, dass es wichtig sei, zu verstehen, dass die Finanzierung der Missionsarbeit der Kirche - etwa in Afrika, dem Fernen und Nahen Osten - stark von Spendengeldern abhänge.

Budget 2021 der EUD-Kirchenleitung gegenüber 2020 um acht Prozent reduziert
Eine Reduktion des Budgets der teilkontinentalen Kirchenleitung (EUD) für 2021, um acht Prozent gegenüber dem Budget von 2020, sei notwendig gewesen, so Zens. Das sei kein einfacher Prozess gewesen, zumal niemand wisse, wie sich die finanzielle Situation im Jahr 2021 entwickle. Zudem könne es sein, dass das Budget im Lauf des Jahres angepasst werden müsse.

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Cover der Broschüre „steps2.one“ © Foto: steps2.one

Den Glauben in Kleingruppen erleben: „steps2.one“

Ostfildern/Deutschland | 29.11.2020 | APD | International

Schon vor der Covid-19 Pandemie haben Abteilungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland interdisziplinär über die Notwendigkeit von Kleingruppen im Kirchenleben nachgedacht. Jetzt wurden die ersten Ergebnisse der Projektgruppe auf der Webseite „steps2.one“ vorgestellt.

Gemeinschaft in Mini- oder Kleingruppen erleben
„steps2.one“ biete Angebote für kleine Gruppen, die bereits in vielen Gemeinden laufen oder neu gegründet werden, so Katrin Grieco, Teammitglied und verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit. Die Initiatoren sehen in „steps2.one“ nicht nur ein kurzlebiges Projekt, sondern eine Bewegung. Gerade in Corona-Zeiten müsse Gemeinde neu definiert werden. So helfe die Mini- oder Kleingruppe nach Aussage von Bernhard Bleil, Abteilungsleiter der Adventisten in Deutschland für Gemeindeaufbau und Evangelisation, „geistliche Gemeinschaft zu pflegen und mögliche Ansteckungswege überschaubar zu halten.“ „Wir erzählen“, ergänzt Grieco, „von unseren eigenen Schritten, die auf unserem Weg zu Jesus und für unseren Glauben hilfreich waren und wir wollen gemeinsam [mit anderen] Gott erleben!“

Praxishilfen
„steps2.one“ biete Hilfen, um diese Geschichte zu erzählen. Da sei zum einen die Plattform www.kleingruppe.de die alles biete, um eine Kleingruppe zu starten und zu leiten. Dort gebe es Zugriff auf Anleitung, Begleitung und ein Netzwerk. Ein Weiterer Baustein sei das Magazin. Seine Inhalte vertieften die Bibel und dienten als Grundlage für sämtliche „steps2.one“-Konzepte und Angebote. 65 Andachten von jungen Autorinnen und Autoren zusammengefasst in einem Buch wollen ermutigen und erzählten vom gelebten Alltag mit Jesus. Für die Kleingruppe würden noch ein Spielfilm und 13 Videoclips mit zusätzlichem Filmmaterial für die Kleingruppentreffen entwickelt.

Online-Coaching
Jeden ersten Dienstag im Monat bestehe die Möglichkeit, am kostenlosen Online-Coaching zur Gründung einer Kleingruppe teilzunehmen. Dabei gehe es inhaltlich um die Praxishilfe für Kleingruppenarbeit. Der nächste Termin ist am 3. November von 19:00 – 20:30 Uhr.

Alle Informationen unter www.steps2.one

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Gebetslesung der Adventisten für Erwachsene (li.) und Kinder © Foto: Advent-Verlag Lüneburg

Gebetswoche 2020 der Siebenten-Tags-Adventisten

Zürich/Schweiz | 29.11.2020 | APD | International

Die jährliche, weltweite Gebetswoche der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat in der Deutschschweiz vom 7. bis 14. November stattgefunden. Sie stand in diesem Jahr unter dem Thema «Der Weg nach Hause – Treue im christlichen Lebensstil». In den 32 Kirchgemeinden in der Deutschschweiz waren Mitglieder und Gäste zu besonderen Gebetsversammlungen eingeladen. Die Weltkirchenleitung stellt eine Gebetslesung für die weltweit 21,4 Millionen Adventisten zur Verfügung. Die Tagesabschnitte werden traditionell gemeinsam gelesen und anschliessend tauschen sich die Teilnehmenden vor dem Beten darüber aus.

Zusätzliche kurze Lesungen von und für deutschsprachige Adventisten
In der Mitte der deutschsprachigen Ausgabe befinden sich zusätzlich acht kurze Lesungen, die von Kirchenmitgliedern, darunter drei Frauen, sowie Pastoren aus Deutschland verfasst wurden und damit dem deutschsprachigen Kulturraum und Lebensgefühl näher sind. In diesem Teil befinden sich auch Hinweise zu Möglichkeiten, die Gebetszeit kreativ zu gestalten.

Einige Abendthemen aus dem Mittelteil: «Christus in mir – Wie zeugnishaftes Leben gelingen kann»; «Gebt ihr ihnen zu essen» - Christlicher Lebensstil und soziales Engagement»; «Den Schöpfer und Erlöser anbeten – Unsere Verantwortung für den Planeten»; «(Aus)Bilden – Menschen stark machen».

Aufgrund der verschärften Schutzkonzepte im Zusammenhang mit COVID-19 – die in einzelnen Kantonen sehr restriktiv sind - werden sich die Kirchgemeinden entweder in Kleingruppen aufteilen oder sich virtuell über Zoom «treffen».

Weltausgabe der Gebetslesung
In seinem Vorwort zur diesjährigen Gebetswoche der Weltausgabe hält Pastor Ted Wilson, Weltkirchenleiter der Adventisten, fest, dass der christliche Lebensstil massgeblich dazu beitragen kann, Menschen mit Gott in Berührung zu bringen: «Denn wer wir als Christen sind, wird daran sichtbar, wie wir leben. Welche Werte und Prioritäten haben wir? Wie verbringen wir unsere Zeit, wofür verwenden wir unsere materiellen Ressourcen?». Er ermutigt die Lesenden, sich in dieser Woche Zeit für Gott zu nehmen.

Einige der Themen aus der Weltausgabe: «Dein Wort ist meines Fusses Leuchte»; «Werte des Reiches Gottes und das Leben als Christ»; «Heilig leben lernen»; «Geniesse das Leben in vollen Zügen!»; «Der unvergleichliche Christus».

Kindergebetslesung 2020
Für Kinder gibt es ein Extraheft mit dem Titel «Leben für Jesus ... unseren besten Freund», das von der Weltkirchenleitung zur Verfügung gestellt wird. Verfasserin ist Linda Mei Lin Koh, Leiterin der Abteilung Kinder der Weltkirchenleitung.

Zum Abschlussgottesdienst der Gebetswoche am 14. November gehörte auch die traditionelle Opfersammlung, die sogenannte „Gebetstagsgabe“, welche für die weltweite Mission der Freikirche verwendet wird. Die Gaben zur Gebetswoche sind «eine der Säulen, welche die weltweite Mission unserer Kirche tragen», heisst es in den Erläuterungen zur Verwendung der Opfersammlung.

Das Lesungsheft für die Erwachsenen kann kostenlos heruntergeladen werden (PDF):
https://www.advent-verlag.de/media/pdf/1d/49/ce/Gebetswoche_2020_Korr.pdf

Auch die Lesung für die Kinder steht als Download (PDF) bereit:
https://www.advent-verlag.de/media/pdf/57/54/b1/Kindergebetslesung_2020.pdf

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Logo der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland © Logo: EMK

«Runder Tisch» der Methodisten soll Thema Homosexualität befrieden

Frankfurt am Main/Deutschland | 29.11.2020 | APD | International

Mit Änderungen ihrer Ordnung will die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland den Konflikt um die Bewertung von Homosexualität befrieden.

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland bemüht sich um eine innerkirchliche Lösung des seit Jahren schwelenden Konflikts um die Bewertung von Homosexualität. Dazu hat jetzt der im März vergangenen Jahres eingesetzte „Runde Tisch“ seinen Vorschlag veröffentlicht, mit dem ein Kompromiss zwischen der konservativen Sichtweise und der auf mehr Offenheit dringenden Position möglich sein könnte.

Vorläufige Ausserkraftsetzung von negativen Aussagen zum Thema Homosexualität
Der Vorschlag umfasst zwei Änderungen der für den deutschen Teil der EmK gültigen Ordnung. Zum einen sollen die wenigen Passagen mit negativen Aussagen zum Thema Homosexualität sowie die dazugehörigen Verbote kirchlicher Handlungen vorläufig ausser Kraft gesetzt werden. Andererseits soll in der Ordnung der Kirche die Neuformierung eines „Gemeinschaftsbunds“ innerhalb der EmK in Deutschland verankert werden, in dem ausdrücklich die konservative Profilierung besonders in Fragen von Sexualität und Ehe Ausdruck finden und gelebt werden könne.

Die Mitglieder des „Runden Tischs“ wenden sich in ihrer Vorlage mit sieben Anträgen an den Kirchenvorstand der EmK in Deutschland. Dabei gehe es um die vorläufige Ausserkraftsetzung von drei Sätzen in den Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche (Artikel 161 G der „Verfassung, Lehre und Ordnung“, VLO), in denen das Thema Homosexualität negativ formuliert sei. Ebenfalls soll das Verbot kirchlicher Handlungen und Feiern für gleichgeschlechtliche Paare durch ordinierte Geistliche der EmK und in Kirchen der EmK vorläufig ausser Kraft gesetzt werden. Das „Schweigen in der Ordnung“ zu diesen Fragen gäbe Gemeinden und Jährliche Konferenzen der EmK in Deutschland somit die Möglichkeit, sich für die Belange von Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen stärker zu öffnen, ohne disziplinarische Massnahmen befürchten zu müssen.

Gewissensschutz zugesichert
Diese Öffnung wäre jedoch kein Automatismus. Das sicherten zwei weitere vorgeschlagene Beschlüsse ab, in denen ordinierten Geistlichen der Gewissensschutz garantiert und Gemeinden der EmK zugesichert werde, nicht automatisch kirchliche Handlungen an gleichgeschlechtlichen Paaren durchführen zu müssen. Die Ausserkraftsetzung bedeute somit nicht die gleichzeitige Inkraftsetzung und Befürwortung kirchlicher Handlungen für gleichgeschlechtliche Paare.

Ein weiterer Beschluss diene der Bildung und Ausgestaltung eines Gemeinschaftsbunds innerhalb der EmK in Deutschland, dem sich einzelne Kirchenmitglieder sowie Gemeinden oder Bezirke anschliessen könnten. Dieser Bund böte Menschen und Gemeinden mit überwiegend konservativer Prägung in sexualethischen Fragen die Möglichkeit, weiterhin innerhalb der Kirche eine Heimat zu haben und ausdrücklich in die Arbeit der Kirche eingebunden zu sein.

Kirchenvorstand der deutschen EmK entscheidet
Die EmK weist in einer Pressmitteilung ausdrücklich darauf hin, dass die Vorschläge des „Runden Tischs“ noch nicht beschlossen seien. Nur der für den deutschen Teil der EmK zuständige Kirchenvorstand könne diese Veränderungen vorläufig bis zur nächsten Tagung der Zentralkonferenz in Kraft setzen. Nötig wäre dieser Zwischenschritt mit vorläufiger Beschlussfassung durch den Kirchenvorstand, weil die für Ordnungsänderungen zuständige und regulär für diesen Monat geplante Zentralkonferenz coronabedingt um ein Jahr verschoben werden musste. Stattdessen tage jetzt der Kirchenvorstand am 20. und 21. November. Für die Beratung und Entscheidungsfindung zum Vorschlag des „Runden Tischs“ würden die Mitglieder der Zentralkonferenz jedoch per Videokonferenz zugeschaltet.

Der Vorschlag des mit 21 Personen besetzten „Runden Tischs“ unter der Leitung von Bischof Harald Rückert wäre mit grosser Übereinstimmung zustande gekommen. „Es ist ein Wunder“, beschreibt der Bischof diese Einigkeit, weil die Sichtweisen der Mitwirkenden in Fragen von Eheschliessung und Ordination Homosexueller sehr weit auseinandergelegen hätten. Mehrere Male habe der Prozess vor dem Aus gestanden. Einige Mitglieder hätten den Prozess auch verlassen. Die schlussendlich gefundene Einigkeit stimme ihn zuversichtlich, dass für den deutschen Teil der Kirche eine Lösung in dieser Auseinandersetzung in greifbarer Nähe sei.

Seit 1972 weltweite Auseinandersetzung zur Bewertung von Homosexualität
Die Auseinandersetzungen zur Bewertung unterschiedlicher Orientierungen im Bereich menschlicher Sexualität seien in der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) schon seit 1972 im Gange. Während der damaligen Tagung der weltweiten Generalkonferenz wären die Sozialen Grundsätze verabschiedet und in die Ordnung der Kirche integriert worden. Während der Beratungen über die Beschlussfassung zu den Sozialen Grundsätzen wurden Aussagen über die Ablehnung praktizierter Homosexualität in den Wortlaut der Vorlage aufgenommen. Später habe die Generalkonferenz ihre Ordnung mit dem Verbot der Ordination Homosexueller und kirchlicher Segenshandlungen für gleichgeschlechtliche Paare ergänzt. Die Auseinandersetzung über diese Frage sei regelmässig Thema bei allen Tagungen der Generalkonferenz gewesen. Immer wieder habe sich eine Mehrheit gegen eine grosse Minderheit durchgesetzt und hätte das Kirchenrecht nach und nach verschärft.

Verschärfte Disziplinarmassnahmen beschlossen
Im Februar 2019 tagte die ausserordentliche Generalkonferenz der (EmK) unter dem einzigen Tagesordnungspunkt, für die weltweite Kirche in der Frage der Bewertung menschlicher Sexualität eine Lösung zu finden. Entgegen der Hoffnung weiter Teile der Kirche in den Vereinigten Staaten und auch weltweit wurde dabei jedoch die traditionelle Sichtweise hinsichtlich Eheschliessung und Ordination Homosexueller mit knapper Mehrheit (53 zu 47 Prozent) bestätigt. Zudem seien verschärfende Disziplinarmassnahmen bei Zuwiderhandlung beschlossen worden.

Nur zehn Tage nach Ende dieser Generalkonferenz hatte der Kirchenvorstand als geschäftsführendes Gremium der EmK-Zentralkonferenz Deutschland erklärt, „dass wir in der Bewertung von Homosexualität weder im Kirchenvorstand noch in der Gesamtkirche einig sind“. Es sei zu befürchten, „dass das auch auf absehbare Zeit so bleiben wird“. Für weitere Beratungen in diesen Fragen formulierte der Kirchenvorstand das Ziel, „als Kirche zusammen(zu)bleiben, in der Menschen unterschiedlicher Auffassungen miteinander leben können“ und dass „Menschen unterschiedlicher Überzeugungen Geborgenheit und Heimat in der Kirche finden sollen“. Dazu sollte ein „Runder Tisch“ gebildet werden, der für den deutschen Teil der EmK einen Vorschlag unterbreiten sollte.

Internationale Mediation
Fast zeitgleich mit dem Beginn der Arbeit des Runden Tischs der EmK in Deutschland formierte sich eine international besetzte Arbeitsgruppe unter der Leitung des US-amerikanischen Anwalts und Mediators Kenneth R. Feinberg. Diese Gruppe formulierte eine Vereinbarung unter dem Titel „Versöhnung und Gnade durch Trennung“. Mit dieser Vereinbarung sollte eine respektvolle Teilung der weltweiten Kirche bei der für Mai dieses Jahres geplanten Generalkonferenz beraten und ermöglicht werden. Nach diesem Vorschlag sollte die weltweite Evangelisch-methodistische Kirche (United Methodist Church) weiterbestehen und wie bisher verschiedenen Frömmigkeitsausprägungen und Überzeugungen Heimat bieten.

Hinsichtlich der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und der Ordination Homosexueller habe sich die Kirche öffnen können, ohne dass diese Öffnung für alle Teile der bestehenden Kirche in gleicher Weise hätte umgesetzt werden müssen. Zugleich sah der Vorschlag die Bildung einer neuen, traditionell orientierten methodistischen Kirche („new traditionalist Methodist denomination“) vor. Diese sollte sich von der Evangelisch-methodistischen Kirche ablösen können und sich eigenständig strukturieren.

Coronabedingt alles in der Schwebe
Wegen der weltweiten Corona-Pandemie musste die für diese Fragen allein zuständige Generalkonferenz als weltweit höchstes Leitungsgremium der Evangelisch-methodistischen Kirche verschoben werden. Der für Mai dieses Jahres angesetzte Termin wurde auf Spätsommer nächsten Jahres verschoben. Deshalb seien alle Entscheidungen bis zum neu angesetzten Termin der Generalkonferenz ausgesetzt. Das führe zu schwierigen Situationen innerhalb der weltweit strukturierten EmK. So seien für den US-Teil der EmK die bestätigten und verschärften Beschlüsse der ausserordentlichen Generalkonferenz von 2019 bereits in Kraft getreten.

Für die ausserhalb der Vereinigten Staaten als Zentralkonferenzen organisierten Gebiete der EmK würden diese Beschlüsse noch nicht gelten, weil diese erst in einer anderthalbjährigen Übergangsfrist zu beraten und zu bestätigen gewesen wären. Weltweit befänden sich alle diese Gesprächsprozesse und Auseinandersetzungen aufgrund der coronabedingten Verschiebungen der Generalkonferenz und der Zentralkonferenzen in der Schwebe. Dazu gehöre auch die Unklarheit hinsichtlich der in der Mediation vorgeschlagenen Aussetzung aller Disziplinarmassnahmen gegen ordinierte Geistliche der EmK bis zu einer endgültigen Entscheidung in dieser Thematik durch die Generalkonferenz.

Auf diesem Hintergrund würden die jetzt vom „deutschen Runden Tisch“ vorgelegten und auch nur für den deutschen Teil der EmK geltenden Ergebnisse international aufmerksam verfolgt, erklärt der für die EmK in Deutschland zuständige Bischof Harald Rückert. Falls der jetzt vom „Runden Tisch“ formulierte Vorschlag angenommen werde, würde die Zentralkonferenz Deutschland Teil der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche bleiben, so Rückert.

Allerdings sei laut Rückert zum jetzigen Zeitpunkt offen, wie die Evangelisch-methodistische Kirche auf Weltebene sich in diesen Fragen bei der ins kommende Jahr verschobenen Generalkonferenz entscheiden werde. Auf Weltebene wären die Auseinandersetzungen in dieser Frage immer noch so heftig, dass die Wahrscheinlichkeit einer Trennung entlang dieser Bruchstellen zu sexualethischen Positionen weiterbestehe. In Deutschland scheine mit dem jetzigen Vorschlag das Zusammenbleiben trotz unterschiedlicher Positionen möglich. Vielleicht könnte das dann auch ein Signal für die weltweite Evangelisch-methodistische Kirche sei.

Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland
In Deutschland zählt die EmK 49.111 Kirchenmitglieder und –angehörige in 437 örtlichen Gemeinden, die von 296 Pastoren und Pastorinnen betreut werden (Stand 31.12.2019). Weltweit gehören zur Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) rund zwölf Millionen Mitglieder. Insgesamt sind es über 51 Millionen Menschen, die zu Kirchen methodistischer Tradition sowie mit ihnen verbundener unierter und vereinigter Kirchen zählen.

Weitere Informationen zur Thematik: https://www.emk.de/meldungen-2020/eine-loesung-bahnt-sich-an/

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Videokonferenz des EmK-Kirchenvorstands © Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Deutsche Methodisten finden Lösung in Homosexualitätsdebatte

Frankfurt am Main/Deutschland | 29.11.2020 | APD | International

Am vergangenen Wochenende (20. und 21. November) hat der für die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland zuständige Kirchenvorstand die Öffnung in sexualethischen Fragen und die Bildung eines Gemeinschaftsbunds mit konservativer Prägung beschlossen. Als Vorlage diente ein Lösungsvorschlag, der von einem mit 21 Personen besetzten „Runden Tisch“ nach 15 Monaten intensiver Diskussion vorgelegt wurde.

Respektvolles Miteinander erreicht grosse Übereinstimmung bei der Entscheidungsfindung
Die sofort wirksam werdenden Beschlüsse umfassen nach Information von Klaus Ulrich Ruof vom EmK-Referat für Öffentlichkeitsarbeit im Wesentlichen zwei Änderungen der für den deutschen Teil der EmK gültigen Ordnung: Zum einen würden die wenigen Passagen mit negativen Aussagen zum Thema Homosexualität sowie die dazugehörigen Verbote kirchlicher Handlungen vorläufig ausser Kraft gesetzt. Zum anderen werde in der Ordnung der Kirche die Neuformierung eines „Gemeinschaftsbunds“ innerhalb der EmK in Deutschland verankert, der besonders in Fragen von Sexualität und Ehe eine ausdrücklich konservative Profilierung haben werde.

Die Vorlage für die jetzt verabschiedeten Beschlüsse war von dem „Runden Tisch“ unter der Leitung von Bischof Harald Rückert erarbeitet worden. Trotz sehr unterschiedlicher Positionen der Mitglieder am Runden Tisch in den strittigen Fragen zur Homosexualität seien dem Kirchenvorstand die Vorschläge „einstimmig“ vorgelegt worden. Dieser habe seinerseits nach mehrstündiger Diskussion, teilweise unter Hinzuziehung der Mitglieder der Zentralkonferenz, mit überwältigender Mehrheit die Beschlüsse gefasst. Die gesamte Beschlussfassung gelte vorläufig bis zur nächsten Zentralkonferenz, die voraussichtlich im November kommenden Jahres tage.

Zwei weitere Beschlüsse sicherten ab, dass diese Öffnung weder automatisch erfolge noch daraus ein Zwang entstehe. Damit werde ordinierten Geistlichen Gewissensschutz garantiert und Gemeinden der EmK zugesichert, gleichgeschlechtlichen Paaren nicht automatisch kirchliche Handlungen gewähren zu müssen. Die Außerkraftsetzung bedeute also nicht die gleichzeitige Inkraftsetzung und Befürwortung kirchlicher Handlungen für gleichgeschlechtliche Paare.

Gemeinschaftsbund“ in alle Ebenen kirchlicher Arbeit eingebunden
Mit der Beschlussfassung des Kirchenvorstands werde die für Deutschland gültige Ordnung der EmK mit der Bildung und Ausgestaltung eines Gemeinschaftsbunds ergänzt. Dieser sei Teil der EmK in Deutschland. Einzelne Kirchenglieder sowie Gemeinden oder Bezirke könnten sich diesem Bund anschliessen, sodass Menschen und Gemeinden mit überwiegend konservativer Prägung in sexualethischen Fragen weiterhin innerhalb der Kirche eine Heimat hätten. Der Gemeinschaftsbund sei ausdrücklich in die Arbeit der Kirche auf verschiedenen Ebenen bis hin zur Mitarbeit im Kirchenvorstand eingebunden.

„Das Pflänzlein Vertrauen müsse noch wachsen“
„Ich kann noch nicht ganz realisieren, was jetzt passiert ist“, sagte Harald Rückert, der Vorsitzende des Kirchenvorstands und für Deutschland zuständige Bischof der EmK, nach der Bekanntgabe der geheim durchgeführten Abstimmung. „Das ist eine wichtige Etappe, aber wir brauchen noch viel Aufmerksamkeit füreinander, dass das Pflänzlein Vertrauen wachsen und sich in die Gemeinden hinein entfalten kann.“ Der weitere Weg könne nur gelingen, „wenn wir uns auf Gott ausrichten und bereit sind, den weiteren Weg gemeinsam zu gehen“.

Beschlussfassung mit „Bedeutung für die weltweite Kirche“
Eine „hohe Achtung vor der erlebten Gesprächskultur“ zollte der für die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa der EmK zuständige Bischof Patrick Streiff. Er war aus seinem Dienstsitz in Zürich zusammen mit den Mitgliedern der Zentralkonferenz Deutschland per Videokonferenz für einige Stunden der Sitzung des Kirchenvorstands zugeschaltet. Sein Bischofssprengel umfasst sieben Jährliche Konferenzen, deren Gebiete sich über insgesamt sechzehn Länder in Mittel-, Süd- und Osteuropa erstrecken. Die kulturellen, theologischen und gesellschaftlichen Prägungen seien dabei sehr unterschiedlich.

Weil auch dort die Fragen zum Umgang mit Homosexualität in der EmK zu Auseinandersetzungen führten, war Rückerts Bischofskollege sehr am Ergebnis des Runden Tischs und der Entscheidung des für die EmK in Deutschland zuständigen Kirchenvorstands interessiert. „Wenn die Zentralkonferenz Deutschland in diesen Fragen einen gangbaren Weg findet und zusammenbleiben kann, ist das auch für andere Konferenzen interessant“, attestierte Streiff der geplanten Beschlussfassung „eine weit über eure deutsche Zentralkonferenz hinausreichende Bedeutung für unsere weltweite Kirche“.

Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland (EmK)
Die ausserhalb der Vereinigten Staaten von Amerika befindlichen Gebiete der Evangelisch-methodistischen Kirche sind in Zentralkonferenzen organisiert. In Europa sind dies die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa, die Zentralkonferenz Nordeuropa und Eurasien sowie die Zentralkonferenz Deutschland. Die Tagungen der Zentralkonferenzen finden alle vier Jahre statt und sind das nach der Generalkonferenz für die jeweilige Region zuständige Gremium, um formale, finanzielle und die Ordnung der Kirche betreffende Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus werden in der Zentralkonferenz die für diese Region verantwortlichen Bischöfe oder Bischöfinnen gewählt oder deren Amtszeit verlängert. Für die Zentralkonferenz Deutschland gilt die Wahl für zunächst vier Jahre. Eine Wiederwahl für weitere acht Jahre ist möglich. Die maximale Amtszeit beträgt zwölf Jahre. Seit 2017 ist Harald Rückert der für Deutschland zuständige Bischof.

Der Kirchenvorstand fungiert als geschäftsführender Ausschuss der Zentralkonferenz Deutschland der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und leitet die Arbeit des deutschen Teils der Kirche zwischen den alle vier Jahre stattfindenden Tagungen der Zentralkonferenz.

Weiterführende Dokumente:
Beschlüsse des Kirchenvorstands (PDF)
Grundlagen und Organisation des Gemeinschaftsbunds (PDF)

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Regenschirm mit Logo «entitnow» © Foto: Dagmar Dorn / EUD

Adventistische Frauen engagieren sich gegen Gewalt an Frauen

Bern/Schweiz | 29.11.2020 | APD | International

Während 16 Aktionstagen wollen adventistische Frauen daran erinnern, dass Gewalt und Missbrauch gegenüber Frauen beendet werden müssen, so Dagmar Dorn, Leiterin der Abteilung Frauen der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD). Der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am 25. November bildete dabei den Auftakt zu einer internationalen Kampagne, die bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte der Vereinten Nationen, laufe.

Initiative enditnow®
Dorn verweist aus Anlass des Tages auf die weltweite Initiative enditnow®, die 2009 von der Frauenabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der Hilfsorganisation ADRA ins Leben gerufen wurde und inzwischen von allen Abteilungen der Kirche unterstützt werde. enditnow® rufe dazu auf, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen weltweit endgültig beendet werde. Ausserdem solle die Position der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu Gewalt gegenüber Frauen bekannt gemacht werden. Die Kampagne möchte Menschen weltweit sensibilisieren, mobilisieren und andere Initiativen dazu einladen, diesem globalen Problem entgegenzutreten.

Jede dritte Frau weltweit von Gewalt betroffen
Heute habe weltweit jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben in irgendeiner Form Gewalt erfahren. Viele litten unter häuslicher Gewalt, Vergewaltigung, sexueller Belästigung, Belästigung am Arbeitsplatz, digitaler Belästigung, Hassreden, psychologischem Missbrauch, Stalking, Mobbing, Kinderheirat, weiblicher Genitalverstümmelung, Ehrenmorden und Femiziden. Diese und andere Praktiken seien grausam und deshalb völlig inakzeptabel. Die «Orange Day» und «UNiTE-Kampagne» wollen deshalb auf das Problem aufmerksam machen und zur Beendigung beitragen. „Wir müssen zugeben, dass es Gewalt gibt und dass sie beendet werden muss. Lasst uns unsere Welt orangefarben gestalten, damit Frauen ohne Angst vor Gewalt und Missbrauch leben können!“

Orange gegen Gewalt
Hannele Ottschofski, adventistische Bloggerin, ergänzt: „Da die Initiative „Orange the World“ zu einer weltweiten Bewegung geworden ist, bei der Menschen Fotos ihrer Aktionen in Orange im Internet posten, wächst das Bewusstsein, dass Gewalt nicht in Ordnung sei.“ Immer mehr Menschen meldeten sich zu Wort, darunter Regierungs- und Staatschefs, die neue Initiativen ankündigten und bestehende unterstützten. So habe die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am 23. November auf eine nationale Telefon-Hotline für Gewaltopfer 08000 116 016 und eine Online-Initiative https://staerker-als-gewalt.de/ sowie auf mehr Mittel für Beratungsstellen und Frauenhäuser verwiesen.

Unter der Leitung des UN-Generalsekretärs António Guterres riefen die Vereinten Nationen zur Unterstützung der «UNiTE-Kampagne» auf, um Gewalt gegen Frauen bis 2030 zu beenden, indem das Bewusstsein gestärkt und die Kräfte gebündelt werden, um Wissen und Innovationen zu teilen.

Missbrauch und Elternschaft
Dorn, hatte kürzlich im Rahmen einer Weiterbildung für Hebammen mehr über die Auswirkungen von Frauen mit Gewalterfahrung auf ihre Schwangerschaft und den Geburtsvorgang erfahren.

„Sexuelle Gewalt hat einen grossen Einfluss auf Schwangerschaft, Geburt und die Mutter-Kind-Bindung. Die bewusste Erinnerung einer Betroffenen an ihren Missbrauch ist oft teilweise oder vollständig blockiert, was auf die Dissoziation (Abspaltung) während des Missbrauchs als eine Art Schutzmechanismus zurückzuführen ist, wenn das Trauma zu schrecklich ist, um es zu verarbeiten.“ Blockierte Erinnerungen tendierten dazu, unter Umständen von emotionalem oder physischem Stress oder in besonderen Lebensphasen, wie Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft, einschliesslich Stillen, an die Oberfläche zu kommen.

Aufklärung und Prävention notwendig
Es sei deshalb wichtig, dass Gewalt als Gesundheitsrisiko erkannt werde und dass das medizinische Personal darin geschult werde, die Prävalenz und die Auswirkungen von Gewalt und Trauma zu berücksichtigen. Mütter (und Väter), die Gewalt erlebt haben, hätten ein höheres Risiko, ihre eigenen Kinder zu misshandeln. Deshalb könnten Aufklärung und Prävention die weitreichenden Folgen von Gewalt im Hinblick auf die nächsten Generationen mildern.

Mehr Informationen zu enditnow®: www.enditnow.org

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Symbolbild - Dürre © Foto: Marion auf pixabay.com

Studie: „Geistliche Trockenheit“ unter Adventisten in Mitteleuropa

Bern/Schweiz und Hannover/Deutschland | 29.11.2020 | APD | International

Die Ergebnisse einer Studie zum Erleben „geistlicher Trockenheit“ unter Mitgliedern der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Mitteleuropa sind jetzt im „Journal of Religion and Health“ (JORH) veröffentlicht worden. Die Studie wurde von Univ.-Prof. Dr. Arndt Büssing gemeinsam mit Lorethy Starck und Klaus van Treeck durchgeführt.

Ziel der Studie
Von April 2019 bis Dezember 2019 hatten 620 Kirchenmitglieder der Adventisten an einer Online – Befragung zum persönlichen geistlichen Leben teilgenommen. 54 Prozent der Befragten kamen aus Deutschland, 27 Prozent aus Österreich und 19 Prozent aus Frankreich, Belgien und Luxemburg. Die transnationale Kirchenleitung der Adventisten (Inter-Europäische Division/EUD, Bern) mit ihren nationalen Kirchenleitungen wollte wissen, wie häufig und stark Kirchenmitglieder sowie haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter geistliche Krisen oder Zeiten „spiritueller Trockenheit“ erlebten. Die Antworten sollten helfen, geistliche Krisen besser zu verstehen und auf allen Ebenen der Kirche Unterstützung in diesen Krisen anzubieten.

Ergebnisse der Studie
Nach Aussage von Studieninitiator Pastor Klaus van Treeck erlebten Adventisten Zeiten „geistlicher Trockenheit“ ebenso häufig, wie Christen anderer Konfessionen. Frauen (45 Prozent der Teilnehmer) erlebten geistliche Trockenheit bedeutend stärker als Männer. Jüngere stärker als Ältere und Mitglieder ohne Aufgabe in der Ortsgemeinde stärker als diejenigen, die eine Aufgabe haben. Diese Unterschiede verlören aber ihr Gewicht, wenn andere Einflussgrössen hinzufügt würden. Das „Erleben Gottes im Alltag“ beeinflusse Zeiten „geistlicher Trockenheit“ am stärksten. „Wer jeden Tag die Gegenwart Gottes im Alltag spürt, Kraft im Glauben findet, inneren Frieden spürt, die Nähe Gottes erlebt, Gottes Liebe spürt und häufig von der Schöpfung berührt ist, der erlebt bedeutend weniger Zeiten „geistlicher Trockenheit“ und erlebt sie auch weniger intensiv“, so van Treeck.

Wer die Erwartungen an seinen Glauben als belastend empfinde, nur routinemässig, ohne echte Freude und persönliche Betroffenheit bete oder die Bibel lese, der erlebe häufiger Zeiten „geistlicher Trockenheit“. Frohe und gute Laune, Ruhe und Entspannung sowie empfundene Frische und Neugier nach dem Schlaf schützten vor geistlicher Trockenheit.

38 Prozent der Studienteilnehmer fühlten sich nach Phasen geistlicher Trockenheit angespornt, anderen häufig oder regelmässig zu helfen. Mehr geistige Klarheit und Tiefe nach geistlicher Trockenheit erlebten 42 Prozent regelmässig oder oft.

Wege aus der „geistlichen Trockenheit“
Die häufigsten Strategien zur Überwindung geistlicher Trockenheit seien: Persönliches Gebet/Meditation/Schriftlesung, Offenheit gegenüber dem was immer kommen mag, Gespräche mit anderen (Familie und Freunde) sowie Selbst-Sorge (Freizeit, Sport und Ferien). Von geringerer Bedeutung seien Vermeidungsstrategien, Konsultation eines Pastors und Konsultation eines Psychotherapeuten. Adventisten, die keine Aufgabe in der Kirchengemeinde wahrnähmen, griffen auf weniger Strategien zur Überwindung geistlicher Trockenheit zurück und überwänden sie weniger häufig und nachhaltig. Wer weniger Strategien habe, geistliche Trockenheit zu überwinden, habe auch höhere Werte in ihrem Erleben. Umgekehrt sei es genauso: hohe Kompetenz, diese Zeiten zu überwinden sei mit niedrigem Erleben der Trockenheit verbunden.

Die Studie ist einzusehen unter den folgenden beiden Links:
https://link.springer.com/article/10.1007/s10943-020-01092-7
https://link.springer.com/article/10.1007/s10943-020-01093-6

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Studierende der Theologischen Hochschule Friedensau am Otto-Lüpke-Haus in Friedensau/Deutschland © Foto: ThHF

Adventistische Hochschule mit neuem Master Programm in Pastoral Ministry

Bern/Schweiz | 29.11.2020 | APD | International

Mit grosser Mehrheit entschied der Exekutivausschuss der teilkontinentalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in West und Südeuropa (Intereuropäische Division/EUD) in seiner Sitzung vom 1. November, dass das neue EUD-Master-Programm (MA Pastoral Ministry), das sich an alle MA-Studierenden in diesem Verwaltungsbereich richtet, an der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg/Deutschland durchgeführt werden soll. Als Start dieses Programms ist der Herbst 2022 geplant.

Das Gremium tagte online turnusgemäss zur Herbstsitzung (Year-End-Meeting/YEM). Der Abstimmung ging eine umfangreiche Information über die Arbeit der im Mai eingesetzten Arbeitsgruppe voraus, die unter drei adventistischen Institutionen entscheiden musste, die sich dafür beworben hatten. Die erstellten Kriterien wurden dem Exekutivausschuss vorgelegt und erklärt, wie sie gewichtet wurden. Als Ergebnis des fünfmonatigen Evaluationsprozesses stand die Hochschule in Friedensau an erster Stelle, vor dem Institutul Teologic Adventist in Cernica (Rumänien) und Campus Adventiste du Salève in Collonges (Frankreich), die sich ebenfalls für das EUD Master Programm beworben hatten.

Die Vorstände der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland bedankten sich für das Vertrauen, das im Votum des Exekutivausschusses für Friedensau zum Ausdruck komme. Damit werde gleichzeitig ein neues Kapitel in der theologischen Ausbildung für zukünftige Pastorinnen und Pastoren in Europa aufgeschlagen. Dieses Kapitel gemeinsam zu gestalten, dazu ermutigte Prof. Dr. Roland Fischer, der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, in einer kurzen Dankesantwort.

Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- (B.A.) und Master-Studiengänge (M.A.), zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Informationen: https://www.thh-friedensau.de.

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Logo von „hoffnungsfest“ © Logo: prochrist.de

proChrist: Evangelistisches „hoffnungsfest“ hat im Januar Premiere

Kassel/Deutschland | 29.11.2020 | APD | International

„Mit einer europaweiten „hoffnungsfest-Premiere“ auf Bibel TV möchte der gemeinnützige und überkonfessionelle Verein proChrist e.V den Menschen nach einem herausfordernden Jahr 2020 neue Zuversicht vermitteln“, heisst es in einer Meldung. In zahlreichen Evangelisationsveranstaltungen in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern wollen die Initiatoren zum christlichen Glauben einladen.

So sei die „hoffnungsfest-Premiere“ am 7. Januar 2021 eine grossartige missionarische Möglichkeit, die beste Botschaft der Welt gemeinsam weiterzugeben, sagt Roland Werner, 1. Vorsitzender von proChrist e.V., nach der Online-Mitgliederversammlung des Vereins. Bei dem Treffen hätten die Teilnehmer einer live ausgestrahlten Premiere von „hoffnungsfest“ zugestimmt. Auch der Vorschlag für ein „hoffnungsfest für Kids“ während der „hoffnungsfest-Woche“ im November 2021 hätte ungeteilte Zustimmung gefunden.

Premiere für „hoffnungsfest“ mit Zuschauer-Bewertung
Der erste evangelistische „hoffnungsfest-Abend“ soll am Donnerstag, 7. Januar 2021, um 19 Uhr live auf Bibel TV und über www.hoffnungsfest.eu als Livestream gesendet werden. Die Premiere biete Zuschauern viele Möglichkeiten: Sie könnten das neue proChrist-Format kennenlernen, während der Sendung inhaltliche Fragen stellen und im Anschluss eine eigene Bewertung abgeben.

Als Redner würden Mihamm Kim-Rauchholz und Yassir Eric die Sendung gestalten. Kim-Rauchholz ist Professorin für Neues Testament und Griechisch an der Internationalen Hochschule Liebenzell, Yassir Eric leitet das Europäische Institut für Migration, Integration und Islamthemen in Korntal. Moderiert werde die „hoffnungsfest-Premiere“ von Nicolai Hamilton, Pfarrer aus Halle/Westfalen. Die Sängerin und Songwriterin Sarah Brendel aus Dresden bringe ihr musikalisches Talent ein und sei auch Interviewgast.

hoffnungsfest 2021 für Kinder
Das ebenfalls von der Mitgliederversammlung beschlossene Event für Kinder werde der Bibellesebund (BLB) als proChrist-Kooperationspartner während der Übertragungswoche vom 7. bis 13.11.2021 durchführen und verantworten. BLB-Generalsekretär Andreas Klotz freut sich auf die Zusammenarbeit. Er sagte: „Der Bibellesebund und hoffnungsfest 2021 verfolgten dasselbe Ziel: „Wir setzen uns dafür ein, die Aufmerksamkeit der Menschen für Jesus Christus zu gewinnen und zu einem Leben mit ihm einzuladen. Dies gilt insbesondere auch für Kinder. Daher ist es uns eine grosse Freude, mit einem eigenen Kinderprogramm Partner von „hoffnungsfest“ zu sein.“

Das Anliegen
Bei proChrist ginge es in erster Linie darum, dass Menschen in eine Beziehung zu Christus kommen und eine persönliche Gottesbeziehung erlebten, so Esther Dürrstein, Paarberaterin und Personal Coach, die gerade einstimmig in den um ihre Person auf zwölf Personen erweiterten Vorstand von proChrist e.V. gewählt wurde. Mit ihrem Engagement möchte sie das Anliegen im Vorstand unterstützen. „Gern denke ich an meine Mitarbeit bei PROCHRIST 2013 in der Stuttgarter Porsche-Arena zurück. Seitdem liegt mir diese Arbeit sehr am Herzen.“

hoffnungsfest 2021 - ein Jahr der Freude
Unter dem Motto "hoffnungsfest - Gott erleben, Jesus begegnen“ finden 2021 in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern zahlreiche Evangelisationsveranstaltungen statt. Einzelpersonen, Kirchengemeinden und regionale Allianzen können sich an der missionarischen Aktion beteiligen.

Abschluss der Aktion ist eine Übertragungsveranstaltung vom 7. bis 13. November 2021. Das Programm beinhaltet Impulse zum christlichen Glauben, Talk und weitere Gestaltungselemente. An jedem Abend wird zum christlichen Glauben eingeladen, Besucher können Gebets- und Gesprächsangebote in Anspruch nehmen. Hauptakteure sind Mihamm Kim-Rauchholz und Yassir Eric als Redner und Nicolai Hamilton als Moderator und Gastgeber.

Weitere Informationen: www.hoffnungsfest.eu.

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Literaturverteilung per Drohne © Foto: Joseph Redfield/SAD

Brasilianische Adventisten verteilen Bücher per Drohne

Brasilia/Brasilien | 29.11.2020 | APD | International

Wie der Nachrichtendienst „Notícias Adventistas“ der teilkontinentalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Südamerika (SAD) berichtet, haben Kirchenmitglieder in der Strandmetropole Fortaleza im Bundesstaat Ceará in Nordostbrasilien, das Buch „A Maior Esperança“ (Die grösste Hoffnung) mittels einer Drohne an Touristen und Bewohner verteilt. Dabei seien die Vorschriften der Nationalen Zivilluftfahrtbehörde (ANAC) jederzeit beachtet worden.

Die Aktion war Teil eines länderübergreifenden Projektes „Impact Hope“, das jährlich Bücher in acht Ländern Südamerikas verteilt. Dabei habe ein Teammitglied Einheimische und Touristen gefragt, ob sie ein Geschenk annehmen würden. Wenn sie einwilligten, warf ihnen eine Drohne ein Exemplar des Buches zu.

An der Aktion nahmen Kinder, Jugendliche und Erwachsene teil. Wie „Notícias Adventistas“ berichtet, seien die Vorschriften der Nationalen Zivilluftfahrtbehörde (ANAC) während der Aktion eingehalten und die Drohne von einem zertifizierten Piloten geflogen worden. „Da ich schon seit einiger Zeit mit der Drohne arbeite, dachte ich, dass viele es interessant finden, die Drohne fliegen zu sehen. Viele Menschen hatten noch nie die Gelegenheit, die Ausrüstung aus der Nähe zu betrachten. Also dachten wir uns, eine Drohne mit einem Buch fliegen zu lassen. Das würde die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen. Und genau das ist passiert. Gerne habe ich mit dieser Aktion Hoffnung gebracht", betont Antonio Souza, der Pilot der Drohne.

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Pastor Jean-Luc Ziehli, SEA-RES-Präsident © Foto: RES

Ökumene: AGCK Schweiz und Freikirchen stärken ihre Beziehungen

Bern/Schweiz | 29.11.2020 | APD | Ökumene

An der am 4. November per Videokonferenz abgehaltenen Plenarversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH) haben die Delegierten einstimmig dem nationalen Dachverband «Schweizerische Evangelische Allianz – Réseau évangélique suisse» SEA-RES den Gaststatus der AGCK.CH verliehen. «Das ist ein wichtiger Schritt zur christlichen Einheit in der Schweiz», heisst es in der Medienmitteilung der AGCK.CH. Der nationale Dachverband SEA-RES hat sich 2019 um den Gaststatus bei der AGCK Schweiz beworben.

«Alle Kirchen haben drei Aufgaben: Gottesdienst feiern, das Evangelium Jesu Christi verkünden und diakonisch handeln. Kirchen-Gemeinschaft aber braucht Kommunikation auf allen Ebenen - unter den Kirchen und mit der Gesellschaft», schreibt die AGCK Schweiz.

Laut AGCK sind in letzter Zeit Gespräche mit verschiedenen freikirchlichen Organisationen geführt worden. Aus dem Gespräch mit der Schweizerischen Evangelischen Allianz erwuchs die Frage, ob diese Beziehungen nicht strukturell verankert werden könnten. 2019 hat sich der nationale Dachverband «Schweizerische Evangelische Allianz – Réseau évangélique suisse» SEA-RES um den Gaststatus bei der AGCK Schweiz beworben. Die Plenarversammlung der Arbeitsgemeinschaft vom 4. November hat dem Dachverband SEA-RES einstimmig den Gaststatus verliehen. Dieser Entscheid war schon für die Plenarversammlung vom 3. Juni traktandiert, doch musste er wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.

«Für mich», so Pastor Jean-Luc Ziehli, SEA-RES-Präsident, «stellt der Gaststatus des nationalen Dachverbands SEA-RES in der AGCK Schweiz einen wichtigen Schritt zur christlichen Einheit in der Schweiz dar. Unser Dachverband mit seiner evangelischen ‘Farbe’ möchte aktiver mit den anderen christlichen Konfessionen in der Schweiz zusammenarbeiten und dabei die Vielfalt jeder einzelnen respektieren».

Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES
Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES ist eine Bewegung von Christinnen und Christen aus reformierten Landeskirchen, Freikirchen und christlichen Organisationen. Die SEA besteht gesamtschweizerisch zurzeit aus 83 Sektionen mit rund 640 Gemeinden und über 230 christlichen Werken. Die Basis der SEA wird auf 250‘000 Personen geschätzt. Die SEA ist eine von weltweit 135 Evangelischen Allianzen mit schätzungsweise 600 Millionen Gleichgesinnten.

Einige Freikirchen und freikirchliche Verbände sind seit langem Mitglied der AGCK Schweiz. Die Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz, der Bund der Baptistengemeinden in der Schweiz und die Heilsarmee in der Schweiz waren schon bei der Gründung der AGCK.CH im Jahr 1971 mit dabei. 2012 wurde die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und 2018 der Dachverband der Freikirchen.ch (Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz VFG) in den Gaststatus aufgenommen und am 4. November erfolgte ein nächster Schritt mit der Aufnahme des nationalen Dachverbands SEA-RES.

Webseite der SEA: https://www.each.ch/
Webseite der RES: https://evangelique.ch/

Die AGCK Schweiz: «für gute Ökumene in der Schweiz»
Heute besteht die AGCK Schweiz aus zwölf Mitgliedskirchen und vier Kirchen/kirchlichen Verbänden im Gaststatus. Die AGCK.CH wurde 1971 als nationale ökumenische Plattform gegründet. Ihr Auftrag besteht darin, den theologischen Dialog und den Informationsaustausch zwischen ihren Mitgliedskirchen zu fördern und gemeinsame Initiativen und Projekte zur Verwirklichung der christlichen Einheit zu unterstützen. Es gibt kantonale Arbeitsgemeinschaften der Kirchen in neun Kantonen (Liste) und lokale Plattformen in mehreren Ortschaften.

Verzeichnis der Mitgliedskirchen und Verbänden bzw. Kirchen im Gaststatus:
https://agck.ch/mitgliedkirchen/

Liste der kantonalen bzw. regionalen AGCKs: https://agck.ch/regionale-agck/

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Symbolbild - Licht © Foto: Christiane Ortmann/churchphoto.de

Ökumenische Aktion: «Trotzdem Weihnachten, Trotzdem Licht»

Bern/Schweiz | 29.11.2020 | APD | Ökumene

Unter dem doppelten Titel «Trotzdem Weihnachten, Trotzdem Licht – Weihnachten findet statt» lancieren Bischof Felix Gmür, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz SBK, Pfarrerin Rita Famos, gewählte Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS und Harald Rein, Bischof der Christkatholischen Kirche CKK eine nationale Aktion zur Advents- und Weihnachtszeit 2020.

«Wir können dieses Mal die Weihnachtszeit zwar nicht immer da feiern, wo wir es uns wünschen: in der Kirche, mit der grossen oder kleinen Familie, mit Bekannten, Freunden und Verwandten. Viele werden sich in Quarantäne und Selbstisolation befinden, sich ausgeschlossen fühlen oder an den Feiertagen arbeiten müssen, um lebensnotwendige Dienste zu gewährleisten», heisst es in der EKS-Medienmitteilung. Doch ganz gleich wie widrig die Umstände seien, Jesus komme als Licht in die Welt und finde seinen Platz bei den Menschen. «So soll auch in diesem besonderen Jahr diese Botschaft im Raum der Öffentlichkeit erklingen», schreiben die drei Landeskirchen. Sie laden alle Menschen, die Weihnachten feiern, ein, anders aber trotz Einschränkungen und Schutzmassnahmen nicht weniger hoffnungsvoll die Feiertage zu begehen.

«Trotzdem Weihnachten, Trotzdem Licht – Weihnachten findet statt», ist eine Initiative einer Projektgruppe mit Vertreter*innen aus Fachstellen der katholischen Kirche und aus der Pastoral sowie des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz und der Liturgiekommission der EKS in den vier Landessprachen. Die Projektgruppe vernetze Umsetzungsideen zur Botschaft und biete grafische Elemente an. Sie verbinde Menschen, die dieses besondere Weihnachtsfest 2020 auch besonders feiern möchten: in den Strassen, in den Häusern, in den Kirchen, an Orten, an die niemand gedacht habe, auch digital. «Trotzdem Licht» geht zur Krippe und entdeckt Neues. Weihnachten findet statt, anders, dicht, tief. «Trotzdem Licht» wolle Sterne streuen, so die Mitteilung.

Die Webseite www.trotzdemlicht.ch ist ab 23. November 2020 verfügbar. Die Verwendung von grafischen Elementen zu unterschiedlichen Zwecken ist gratis.

«Trotzdem Weihnachten», eine Initiative der EKS, unterstützt von der CKK, bietet Kirchgemeinden Ideen für eine andere Advents- und Weihnachtszeit in drei Bereichen an: trotzdem feiern – trotzdem verbunden – trotzdem miteinander.
Alle Informationen dazu unter evref.ch.

Alle Links sind ab dem 23. November zugänglich:
Deutsch: www.trotzdemlicht.ch
Französisch: www.lumierequandmeme.ch
Italienisch: www.lucetuttavia.ch
Romanisch: www.glischmalgradtut.ch

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Olaf Latzel, evangelischer Pastor der reformierten St.-Martini-Gemeinde, Bremen © Foto: Olaf Latzel / privat

Pastor Olaf Latzel wegen Volksverhetzung verurteilt (Kommentar)

Ostfildern/Deutschland | 29.11.2020 | APD | Religionsfreiheit

Am 25. November wurde der evangelische Pastor Olaf Latzel vom Amtsgericht Bremen wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätze zu je € 90, also € 8.100 (CHF 8.750) verurteilt. Das entspricht einer Freiheitsstrafe von drei Monaten, welches die unterste Grenze der Strafbarkeit gemäss § 130 Abs.1 des Strafgesetzbuches (StGB) in Deutschland darstellt. Er hatte sich mehrfach aus seinem Bibelverständnis heraus scharf abwertend über Homosexualität geäussert, unter anderem in einem Eheseminar, welches auf YouTube verbreitet wurde. Dr. Harald Mueller, Leiter des Instituts für Religionsfreiheit an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau/Deutschland, nimmt in einem Kommentar zum Urteil Stellung.

Ist die Religionsfreiheit in Gefahr?
Ist mit dieser Entscheidung die Religionsfreiheit bedroht? Darf man nun nicht mehr frei sagen, was man glaubt und was die Bibel sagt? Der Fall erinnert an die Verurteilung des Pfingstpastors Åke Green im Jahr 2004 in Schweden, die dann in den höheren Instanzen mit Rücksicht auf die Religionsfreiheit aufgehoben wurde. Welche Wellen wird der Fall Latzel in Deutschland schlagen?

Zunächst muss festgehalten werden, dass eine Verurteilung wegen Volksverhetzung voraussetzt, dass eine gruppenbezogene Aufstachelung zum Hass vorliegt, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören. Latzel hatte nach den Feststellungen des Amtsgerichts von einer „teuflischen Homo-Lobby“ gesprochen und von „Verbrechern vom Christopher Street Day“, die überall herumliefen. Nach Einschätzung des Gerichts hatte er damit eine Stimmungsmache betrieben, die als Lizenz zum Handeln gegen diese Menschen verstanden werden könnte. Eine Rolle spielte für die Richterin auch, ein Zeichen gegen das zunehmend rauer werdende Klima in der Gesellschaft zu setzen.

Es bleibt abzuwarten, ob das Urteil rechtskräftig wird. Es handelt sich um eine sogenannte Hate-Speech-Situation, die in vielen Rechtsordnungen geregelt und mit Sanktionen belegt ist. Es ist nicht einfach, derartige Fälle von Äusserungen abzugrenzen, die sich im Rahmen der Meinungs- und Religionsfreiheit bewegen und durch diese Grundrechte geschützt sind. Eine Grenzüberschreitung ist aber sicher gegeben, wenn Anstachelung zum Hass (Incitement to Hatred) vorliegt, wie es auch die deutsche Regelung des § 130 StGB vorsieht. Das ist gut so.

Klarer Standpunkt vs. Diffamierung
Es ist nicht dasselbe, ob ein klarer Standpunkt vertreten wird, auch wenn er nicht der Mehrheitsmeinung entspricht, oder ob diffamierend eine Gruppe von Menschen mit Verbrechern gleichgesetzt wird. Wichtig ist, dass sich in der rechtlichen Bewertung von Äusserungen die Grenze zukünftig nicht stärker zu Lasten der Religions-und Meinungsäusserungsfreiheit verschiebt. Hier gilt es, wachsam zu sein. Religiöse Meinungsäusserungen dürfen keineswegs deswegen eingeschränkt werden, weil sie nicht dem vermeintlichen Zeitgeist folgen.
Dr. Harald Mueller

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Thomas Süssli, Chef der Armee; Peter Schneeberger, Präsident Freikirchen.ch; Stefan Junger, Chef Armeeseelsorge (v.li.) © Foto: Markus Baumgartner

Armeeseelsorge: Freikirchen werden Partner der Schweizer Armee

Pfäffikon, ZH/Schweiz | 29.11.2020 | APD | Religion + Staat

Nach Gesprächen, die eineinhalb Jahre gedauert haben zwischen der Armee und Vertretern von Kirchen sowie religiösen Gemeinschaften, welche die Armeeseelsorge in der heutigen Form anerkennen, wurde vom Dachverband Freikirchen.ch zusammen mit dem Réseau évangélique suisse (Reseaux.ch) eine Partnerschaft mit der Armeeseelsorge unterzeichnet. Freikirchen können nun ausgebildete Fachleute für den ökumenischen Dienst der Armeeseelsorge entsenden. Armeeseelsorger sind vor allem gefragt, wenn sich Armeeangehörige in Belastungssituationen befinden.

«Jetzt hat die Schweizer Armee mit der Armeeseelsorge für alle den ersten Pflock eingeschlagen. Das Treffen ist ein Zeichen des Respekts und des Dankes. Und es ist ein historischer Tag: Ein solches Treffen hat es in der Schweizer Geschichte noch nie gegeben», sagte Stefan Junger, Chef Armeeseelsorge.

Öffnung der Armeeseelsorge für weitere religiöse Gemeinschaften möglich
Laut Medienmitteilung der Schweizer Armee sei es in den Gesprächen von Korpskommandant Thomas Süssli, Chef der Armee und Stefan Junger, Chef Armeeseelsorge, mit den Vertretern von Kirchen und religiösen Gemeinschaften um eine „Öffnung der heutigen Armeeseelsorge im Einklang mit den Bedürfnissen einer zunehmend diversifizierten Gesellschaft“ gegangen. Die Milizarmee sei ein Spiegelbild der Gesellschaft und stehe deshalb auch im Austausch mit weiteren religiösen Gemeinschaften, die „vielleicht dereinst eine Partnerschaft eingehen werden“.

«Diesem Thema müssen wir uns stellen», so Süssli. Voraussetzung sei, dass es organisierte Religionsgemeinschaften sind. Mit ihnen würden exakt die gleiche Vereinbarung getroffen. Die Öffnung der Armeeseelsorge für andere Religionsgemeinschaften erfolge bewusst. «Wir wollen unter anderem auch der religiösen Herkunft der Armeeangehörigen gerecht werden. Vor diesem Hintergrund sind diese Partnerschaften zustande gekommen», erklärte Stefan Junger. Wie hoch der Anteil der einzelnen Religionen in der Armee ist, weiss man nicht. Es gibt keine Erhebung zur Religionszugehörigkeit, weil die Konfession als schützenswerte Information betrachtet wird.

«Prinzipien der Armeeseelsorge»
Bisher waren in der Armeeseelsorge 170 Milizseelsorgende der Evangelisch-reformierten Kirche, der römisch-katholischen Kirche und der Christkatholischen Kirche, tätig. Beim Treffen zwischen Armee und Kirchen vereinbarten beide Seiten die Eckpunkte einer modernen Seelsorge für Armeeangehörige. Unter dem Motto «Eine Armeeseelsorge für alle – auf dem Weg zur Diversität» wurde die Basis moderner Seelsorge vorgestellt. «Ein solches Treffen hatte es zuvor noch nie gegeben», schreibt die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) in einer Medienmitteilung. Die drei Landeskirchen und der Verband Freikirchen.ch hatten die Grundlagen und Arbeitsweisen der Armeeseelsorge im Frühjahr schriftlich anerkannt.

Die daraus entstandenen «Prinzipien der Armeeseelsorge» halten fest, dass die Armeeseelsorge ihre Tätigkeiten ohne Unterschied zugunsten aller Angehörigen der Armee ausrichtet. Die seelsorgliche Beratung, Begleitung und Unterstützung ist menschen-orientiert und ergebnisoffen. Armeeseelsorgende begegnen den Angehörigen der Armee in ihren religiösen, kirchlichen, konfessionellen und weltanschaulichen Überzeugungen in ökumenischer und interreligiöser Offenheit.
Die «Prinzipien der Armeeseelsorge» halten aber auch die Erwartungen der Armee an die Religionsgemeinschaften fest: Sie dürfen künftig geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für die Armeeseelsorge empfehlen und werden aktive Unterstützung im Gewinnen geeigneter Personen leisten. Sie unterstützen Armeeseelsorgende strukturell und etablieren einen regelmässigen Dialog über eine Kontaktperson mit dem Chef der Armeeseelsorge. Die Prinzipien gelten für alle Partner gleichermassen. Dies gibt auch anderen Religionsgemeinschaften, sofern sie in einem schweizweiten Dachverband organisiert sind, die Möglichkeit, sich zukünftig in der Armeeseelsorge zu engagieren.

Freude bei den Freikirchen
«Wir freuen uns über diese Partnerschaft mit der Armeeseelsorge der Schweizer Armee. Es ist für uns ein wichtiger Dienst zugunsten der Gesellschaft», sagt Peter Schneeberger, Präsident von Freikirchen.ch, dem Dachverband der Freikirchen und christlichen Gemeinschaften. Freikirchen.ch ist ein nationaler Kirchenverband mit 20 freikirchlichen Bewegungen aus der Deutschschweiz, zu denen über 750 örtliche Kirchen mit ihren diakonischen Werken gehören. Jean-Luc Ziehli, Präsident des Réseau évangélique suisse (Reseaux.ch) ergänzt: «Das gegenseitige Vertrauen und der Bedarf an Nachwuchskräften machen das möglich. Wir werden unseren ökumenischen Dienst verantwortungsvoll wahrnehmen.»

Armeeseelsorge in der Schweizer Armee
Die Armeeseelsorge hat einen Sollbestand von 170 Angehörigen. Alle zwei Jahren werden 30 bis 40 neue Leute benötigt. Am 2. November sind 36 Personen eingerückt, die alle von der Armee selber rekrutiert werden. «Wir haben jede einzelne Person händeringend gesucht. Für den Soldaten zählt, ob einer da ist oder nicht. Mit der Vereinbarung gehen wir nun davon aus, dass uns die Kirchen bei der Suche nach neuen Seelsorgern aktiv unterstützen. Unsere Partner stehen nun in der Pflicht», erklärte Stefan Junger. «Nun haben beide Seiten ihre Verpflichtungen», ergänzte Armeechef Thomas Süssli. Von den 36 Personen, die heute einrücken, stammen sieben aus Freikirchen.

Empfehlung und Ausbildungskurs
Neue Armeeseelsorger müssen eine Empfehlung mitbringen minimal eine militärische Grundausbildung absolviert haben - oder bereit sein, diese noch nachzuholen - und einen dreiwöchigen technischen Lehrgang der Armeeseelsorge selbst besuchen. Momentan gibt es rund 170 Armeeseelsorger. «Mit Ihrer Unterschrift respektieren Sie den Einsatz, der mit einer Verpflichtung innerhalb der Armeeseelsorge zum Wohle aller Militärangehörigen verbunden ist», erklärt Stefan Junger, Chef der Armeeseelsorge.

Was tun Armeeseelsorger?
Die Armeeseelsorger haben Teil am Leben der Angehörigen der Armee. Sie stehen ihnen in den schönen und auch in den schwierigen Momenten zur Seite. Sie nehmen alle Menschen ernst, welchen Glauben oder welche Weltanschauung auch immer diese haben. Es sind Anlaufstellen, wo die Soldaten mit ihren Fragen hinkönnen. Der Armeeseelsorger lebt eng mit der Truppe zusammen und hört sich die Anliegen der Dienstpflichtigen an. In jeder Einheit ist ein Armeeseelsorger zuständig, an den sich die Angehörigen der Armee direkt wenden können. Die Arbeit erfährt grosse Wertschätzung, auch wenn heute nur noch ein Teil der Soldaten im Zivilen Kontakt zu einer Kirche hat.

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Logo der internationalen Hilfsorganisation ADRA © ADRA International

Entführte ADRA-Mitarbeiter im Kongo freigelassen

Weiterstadt/Deutschland | 29.11.2020 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 3. November wurden zwei Mitarbeiter der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) sowie eine weitere Person von Entführern in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) freigelassen. Die drei waren ursprünglich auf dem Rückweg aus dem Flüchtlingslager Mulongwe im Osten der Provinz Süd-Kivu in der DR Kongo, als sie entführt und festgehalten wurden. Die vierte Person war ihr Fahrer und wurde kurz nach der Entführung wieder freigelassen.

ADRA arbeitete eng mit den örtlichen Behörden zusammen, um die Entführer zu kontaktieren. Auch blieben sie mit den Angehörigen der ADRA-Mitarbeiter in engem Kontakt. Nach vier Tagen wurden alle drei Geiseln unverletzt freigelassen und zur Untersuchung ihres Gesundheitszustands in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

„Wir sind sehr erleichtert, dass wir die sichere Rückkehr unserer Mitarbeiter erreicht haben", berichtet Michael Kruger, Präsident von ADRA. „Wir sind Gott sehr dankbar, dass er sie beschützt hat und auch den örtlichen Behörden und unserem ADRA-Team, das uns bei dieser schwierigen Mission geholfen hat. Obwohl dies eine gute Nachricht ist, kommen Angriffe auf humanitäre Helfer weiterhin oft vor; eine Situation, die nicht nur unsere Mitarbeiter, sondern auch die Ortschaften, denen wir dienen, betreffen. Wir werden unsere Sicherheitsmassnahmen überprüfen und verschärfen, um den Schutz und die Sicherheit aller unserer Mitarbeiter zu gewährleisten, damit wir weiterhin vielen gefährdeten Familien dienen und helfen können".

Dies sei der zweite gemeldete Angriff auf ADRA-Mitarbeiter in der DR Kongo seit 2009, der damals zur Tötung eines ADRA-Mitarbeiters führte, so die ADRA-Geschäftsleitung weiter. Im Jahr 2019 übertrafen die Angriffe auf Entwicklungshelfer weltweit alle bisherigen Berichte: laut der Datenbank über die Sicherheit humanitärer Helfer („Humanitarian Outcomes' Aid Worker Security Database“) wurden insgesamt 483 Entwicklungshelfer angegriffen und 124 entführt.

ADRA ist Teil eines globalen Netzwerkes humanitärer Hilfsorganisationen. ADRA verurteilt diese Angriffe und fordert, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden und so Gerechtigkeit für die Überlebenden hergestellt werde.

ADRA ist seit Mitte der 1990er Jahre in der Demokratischen Republik Kongo aktiv und unterstützt die zurückkehrenden Flüchtlinge mit Unterkünften, Non-Food-Artikeln, das Eintreten für Landbesitzrechte und spielte eine Schlüsselrolle bei der Eindämmung der Ausbreitung des Ebola-Ausbruchs. Durch Aufklärung über Hygiene und sanitäre Grundversorgung half ADRA den schwer erreichbaren Ortschaften. ADRA arbeitete auch partnerschaftlich mit dem Gesundheits- und Bildungsministerium in der DR Kongo zusammen, um Gesundheitskliniken und Schulen bauen zu können.

Internationales ADRA-Netzwerk
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation (NGO) und der humanitäre Arm der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit einem weltweit föderativ organisierten Netzwerk mit aktuell 118 nationalen Büros. 1986 wurde der deutsche Zweig „ADRA Deutschland e.V.“, 1987 ADRA Schweiz gegründet und 1992 ADRA Österreich. Getreu dem Motto „Gerechtigkeit | Mitgefühl | Liebe" arbeiten die drei deutschsprachigen ADRAs im ADRA-Netzwerk partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden kann. Weitere Informationen unter www.adra.de.

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Bootsklinik von ADRA Bangladesch © Foto: ADRA Bangladesch

Bangladesch: Bootsklinik hilft Unterversorgten in Küstengebieten

Dhaka/Bangladesch | 29.11.2020 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 20. Oktober weihte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) in Bangladesch eine Bootsklinik ein, um unterversorgten Dorfbewohnern, die entlang der Küstengebiete des Unterdistrikts Dakop leben, medizinische Versorgung zu bieten. Die Bootsklinik soll während der Projektlaufzeit mehr als 48.800 Menschen im Küstengürtel erreichen und Menschen versorgen, die häufig ohne Medikamente und Gesundheitsdienste auskommen müssen.

Die Bootsklinik verfüge über geschultes und zertifiziertes medizinisches Personal, um eine sofortige Grundbehandlung und den Zugang zu spezialisierten Ärzten zu gewährleisten, schreibt ADRA im Bericht über die Einweihung des Boots. Für die Leistungen werde je nach Behandlung eine Gebühr erhoben.

«Ich schätze die Bemühungen von ADRA, unterprivilegierten Menschen in der abgelegenen Gegend zu dienen», sagte Myun Ju Lee, ADRA-Vorstandsmitglied in Bangladesch. «Ich bewundere auch ADRAs Ansatz für die Gründung der Bootsklinik und die Umsetzung eines innovativen Dienstes für die Gemeinde.»

«Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnten die Menschen ihre Kommune aufgrund von Reisebeschränkungen nicht verlassen und hatten wenig bis gar keinen Zugang zu Medikamenten und Gesundheitsdiensten», sagte Lucille Sircar, Programmdirektorin von ADRA in Bangladesch. «Seit ADRA die Bootsklinik eingeweiht hat, haben die Menschen Zugang zu Gesundheitsdiensten vor ihrer Haustür», sagte Sircar. Das spare eine Menge Geld und Zeit, da die Menschen nicht mehr reisen müssten, um Ärzte zu besuchen und Medikamente zu besorgen.

ADRA Bangladesch
ADRA ist seit mehr als 45 Jahren in Bangladesch tätig und ist Teil der internationalen Nichtregierungs-Organisation (NGO) Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency). ADRA ist der humanitäre Arm der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit einem weltweit föderativ organisierten Netzwerk mit aktuell 118 nationalen Büros. 1986 wurde der deutsche Zweig „ADRA Deutschland e.V.“, 1987 ADRA Schweiz gegründet und 1992 ADRA Österreich. Getreu dem Motto „Gerechtigkeit | Mitgefühl | Liebe" arbeiten die drei deutschsprachigen ADRAs im ADRA-Netzwerk partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden kann.

Webseite von ADRA Bangladesch: https://www.adrabangladesh.org/

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Tigray-Region in Äthiopien © OpenStreetMap.de

Äthiopien: Gewaltausbruch verhindert humanitäre Hilfe von ADRA

Weiterstadt/Deutschland | 29.11.2020 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe Deutschland e.V. (ADRA) ist gleichermassen wie die Vereinten Nationen (UNO) besorgt über die anhaltenden Spannungen in der äthiopischen Region Tigray und die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Gemeinsam arbeiten sie mit den Behörden zusammen, um den Schutz der Zivilbevölkerung und der humanitären Helfer, den fortgesetzten Zugang zu hilfsbedürftigen Menschen und die Verfügbarkeit von Mitteln zur Deckung des wachsenden Bedarfs zu gewährleisten. „Wir hoffen, dass die Menschen dort zum Frieden zurückkehren“, so Matthias Münz, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei ADRA Deutschland.

So rückten nach Angaben von Münz die Kampftruppen der äthiopischen Zentralregierung auf die Regionalhauptstadt Mekelle vor. Dort leben ca. 500.000 Menschen. In Mekelle unterstütze ADRA die Mekelle Adventist School und eine Kinderklinik. Ausserdem bilde ADRA junge Äthiopier*innen in der Region zu Solartechniker*innen aus.

Die humanitären Mitarbeiter in Tigray verfügten nur über einen einmonatigen Treibstoffvorrat, um Wasserpumpen für 90.000 Flüchtlinge zu betreiben. Lieferungen für mehrere Programme stünden auf dem Spiel.

Das „Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA)“ berichtet, dass die Kommunikation vor Ort gestört sei und es Berichte über eine unterbrochene Stromversorgung gebe. Es werde auch über Engpässe bei grundlegenden Gütern wie Mehl und Brennstoff berichtet. Die Banken blieben geschlossen und der Mangel an verfügbaren Barmitteln werde immer akuter. Die Schliessung von Banken und die Unzugänglichkeit der Region behinderten die humanitären Operationen, einschliesslich humanitärer Bargeldtransfers an eine Million Menschen.

Laut UNO werde ein humanitärer Reaktionsplan derzeit vom OCHA fertiggestellt, während die UN-Länderteams in den Nachbarländern Eritrea, Sudan und Dschibuti bei der Fertigstellung ihrer Notfallpläne unterstützt werden.

„Wir wissen momentan nicht, wie es den Menschen in unseren Projekten geht, da sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten gekappt wurden. Wir sollten alle beten, dass es den Projektmitarbeitern und Bewohnern gut geht“, meint ein ADRA-Mitarbeiter.

ADRA Deutschland
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation und arbeitet in einem weltweiten Netzwerk mit über 118 nationalen ADRA-Büros. ADRA Deutschland e.V. wurde 1986 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. Getreu dem Motto „Gerechtigkeit − Mitgefühl − Liebe“ arbeitet die Hilfsorganisation partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden können.
Mehr über ADRA: www.adra.de.

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Symbolbild - Schlaganfall © Foto: VSRao auf Pixabay

Bis 90% der Schlaganfälle durch gesunden Lebensstil vermeidbar

Sao Paulo/Brasilien | 29.11.2020 | APD | Gesundheit & Ethik

Nach Angaben der Welt-Schlaganfall-Organisation (World Stroke Organization/WSO) sind Schlaganfälle die zweithäufigste Todesursache in der Welt. Jeder vierte Mensch werde im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall erleiden. Bis zu 90 Prozent dieser Vorfälle liessen sich jedoch durch eine Änderung der Lebensweise vermeiden.

Acht natürliche Heilmittel wirken präventiv
In einem Interview äusserte der Neurochirurg Dr. Herisson Duarte Dias, ein Vollmitglied der brasilianischen Gesellschaft für Neurochirurgie und Facharzt für neurochirurgische Onkologie am Nationalen Krebsinstitut die Überzeugung, dass acht Heilmittel der Natur eine wichtige Rolle bei der Prävention von Schlaganfällen spielten.

Ischämischer oder hämorrhagische Schlaganfall
So gebe es zwei Arten von Schlaganfällen: der ischämische und der hämorrhagische Schlaganfall. Der erste werde durch den Verschluss einer Arterie im Gehirn verursacht, während der zweite auftrete, wenn einige zerebrale Blutgefässe rissen und dadurch Blutungen entstünden.

Risikofaktoren
Zu den Faktoren, die mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden seien, gehörten laut Dias: systemische arterielle Hypertonie, bestimmte Herzkrankheiten, Diabetes mellitus, hoher Cholesterinspiegel, sitzende Lebensweise, Rauchen, Konsum von alkoholischen Getränken, Stress und Depressionen. Menschen, die einen oder mehrere dieser Faktoren aufwiesen, hätten ein höheres Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen.

Symptome und Folgen eines Schlaganfalls
Die Symptome, die wir beobachten müssen, seien vielfältig und treten meist plötzlich auf. Dazu gehörten: Schwäche oder Kribbeln im Gesicht (oft kann beides miteinander verbunden sein), im Arm, im Bein oder nur auf einer Körperseite, geistige Verwirrung, Veränderung der Sprache oder der Art und Weise, wie das Gesagte verstanden wird, Veränderung des Sehvermögens, Veränderung des Gleichgewichts, Schwindel sowie plötzlich einsetzende, starke Kopfschmerzen. Ab dem Auftreten der Symptome sollte sofort ein ärztlicher Notdienst angerufen oder sich in ein Krankenhaus begeben werden.

Je nach betroffener Hirnregion gebe es verschiedene Arten von spezifischen Folgeerscheinungen oder Konsequenzen. Dazu gehörten Schwäche im Gesicht und in den Gliedmassen, Veränderungen beim Sprechen oder Kommunizieren, Verhaltensänderungen, Veränderungen im Gedächtnis, Schwierigkeiten, sich fortzubewegen, und Veränderungen im Sehvermögen. Diese Folgeerscheinungen müssten in einem langen Rehabilitationsprozess behandelt werden.

Präventivmassnahmen
Um einem Schlaganfall vorzubeugen, sei ein gesundes und ausgeglichenes Leben aufrecht zu erhalten. Die acht Naturheilmittel könnten dazu einen wichtigen Beitrag leisten. In diesem Sinne sei es wichtig, sich gesund zu ernähren, vor allem viel Obst und Gemüse zu essen und fett- oder natriumreiche Nahrungsmittel einzuschränken. Regelmässige körperliche Bewegung trage ebenfalls zur Prävention bei, Mässigkeit, die die Abstinenz von bestimmten Arten legaler und illegaler Drogen einschliesse und die Aufrechterhaltung der ärztlichen Nachsorge sowie die Behandlung, die für bereits bestehende Krankheiten wie systemische arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus und bestimmte Herzkrankheiten angezeigt werde.

Darüber hinaus seien, so Dias, Vertrauen auf Gott und das Erleben täglicher und wöchentlicher Ruhe ebenfalls hilfreich, da sie direkt zur Bekämpfung und Prävention von Stress beitrügen, eine der Ursachen für einen Schlaganfall.

Deutschland: Deutscher Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG)
In Deutschland hat der älteste Verein für die Volksgesundheit, der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG), die acht Naturheilmittel in seinem 12-Prinzipienprogramm zur Stärkung des Immunsystems integriert.

Schweiz: Liga Leben und Gesundheit (LLG)
Auch die Liga Leben und Gesundheit (LLG) in der Schweiz integrierte diese Prinzipien in ihr NewstartPlus®-Konzept: Jeder einzelne Buchstabe von NewstartPlus® steht für ein Prinzip (auf Englisch), das einen entscheidenden Einfluss auf Gesundheit, Glück und Lebensqualität hat: N – Ernährung / E – Bewegung / W – Wasser / S – Sonne / T – Mässigkeit / A – Luft / R – Ruhe / T – Vertrauen / P – Prioritäten / L – Optimismus / U – Integrität / S - Beziehungen

Zum ursprünglichen Interview mit Dr. Herisson Duarte Dias (in Portugiesisch):
https://noticias.adventistas.org/pt/noticia/saude/estilo-de-vida-saudavel-pode-diminuir-chance-de-avc-em-ate-90/.

Zu den 12 Prinzipien des DVG zur Stärkung des Immunsystems:
https://www.dvg-online.de/corona/12-prinzipien-aktiv-gegen-corona/

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Symbolbild - Spritze © Foto: Liz Masoner auf Pixabay

Spinale Muskelatrophie: Kinderspital verabreicht Gen-Ersatztherapie

Loma Linda, Kalifornien/USA | 29.11.2020 | APD | Gesundheit & Ethik

Die von Adventisten getragene Loma-Linda-Universitäts-Kinderklinik (Loma Linda University Health LLUH) verabreichte kürzlich die erste Injektion einer neuen Gen-Ersatztherapie an einen Säugling, der positiv auf spinale Muskelatrophie (SMA), - den genetischen Top-Killer bei Kindern unter zwei Jahren -, untersucht wurde und die dem Patienten möglicherweise ein beschwerdefreies Leben ermöglicht.

Die Ärzte des Kinderkrankenhauses bezeichneten in einer LLUH-Medienmitteilung die neue medikamentöse Therapie, Zolgensma, als Revolution in der neurologischen Kinderheilkunde.

«Diese Therapie stellt für uns eine neue Möglichkeit dar, einzugreifen und die langfristigen Aussichten der Kinder zu verändern. Und manchmal, wenn wir die Krankheit rechtzeitig behandeln können, können wir ihre volle Gesundheit wiederherstellen», sagte Dr. David Michelson, Leiter der Abteilung für Kinderneurologie und Direktor der Kliniken der Pädiatrischen Muskeldystrophie-Vereinigung am Kinderspital.

Beim Patienten wurde laut der LLUH-Mitteilung im Rahmen des Neugeborenen-Screening-Programms des Staates Kalifornien spinale Muskelatrophie (SMA) diagnostiziert. Obwohl der Patient in den ersten Lebenswochen völlig gesund schien, habe das Gesundheitsteam gegen die Uhr gearbeitet, um den Patienten vor dem ersten möglichen Auftreten von Symptomen zu behandeln. Studien hätten gezeigt, dass Säuglinge, welche die Therapie so bald wie möglich nach der Diagnose erhalten, bessere Ergebnisse erzielten als solche, die eine verzögerte Behandlung erhalten.

«Wir wissen vielleicht nicht, wie sehr wir ihm geholfen haben, da wir ihn behandeln konnten, bevor er Symptome entwickelte, sagte Dr. Michelson. «Im besten Fall wird er nie irgendwelche Symptome der Krankheit entwickeln.»

Spinale Muskelatrophie (SMA)
Spinale Muskelatrophie ist eine seltene genetische Krankheit, die dazu führt, dass die Muskeln eines Menschen mit der Zeit schwächer und kleiner werden. Bei einem Säugling wirkt sich dies auf die Entwicklung aus, einschliesslich Krabbeln, Gehen, Sitzen und Kopfkontrolle. Schwere Formen der SMA beeinträchtigen die Schluck- und Atemmuskulatur und führen unbehandelt zu einer Abhängigkeit vom Beatmungsgerät und einem hohen Sterblichkeitsrisiko.

Vier Arten von SMA
Nach Michelson, dem Neurologen des Patienten, gibt es vier Arten von SMA. Diese Typen unterscheiden sich sowohl in ihrem Schweregrad als auch in dem Alter, in dem sie sich im Körper einer Person manifestieren. SMA Typ I, die häufigste der schweren Formen, kann bei Säuglingen bereits im Alter von drei Monaten auftreten und endet oft im Alter von zwei Jahren tödlich.

Die neue Therapie umfasst eines von nur drei zugelassenen Medikamenten zur Behandlung von SMA bei Kindern unter zwei Jahren und ist die einzige Einzeldosis-Behandlungsoption für SMA-Patienten. Krankenhäuser in den USA sind erst seit der FDA-Zulassung (Food and Drug Administration), eine staatliche Überwachungsbehörde, der Therapie im Mai 2019 in der Lage, diese Therapie für qualifizierte Patienten anzubieten.

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Cover der Novemberausgabe von «Adventisten heute» © Cover: Julia Klaushardt/Hope Media

Rassismus – Thema der Kirchenzeitschrift «Adventisten heute»

Lüneburg/Deutschland | 29.11.2020 | APD | Medien

Die Novemberausgabe von «Adventisten heute», der Kirchenzeitschrift der Adventisten in Deutschland, ist dem Thema «Rassismus» gewidmet. Die Artikel enthalten Erfahrungsberichte von Adventisten, die innerhalb und ausserhalb der Kirche Rassismus erlebt haben sowie theoretische Auseinandersetzungen mit dem Thema. Gelegentliche Hinweise in den Artikeln auf das Engagement der Adventisten in den USA im 19. Jahrhundert für die Afroamerikaner in den Südstaaten und ihrem Engagement gegen die Sklaverei werden kontrastiert mit Hinweisen auf die Zeit der US-Bürgerrechtsbewegung im 20. Jahrhundert, als in der Kantine der Weltkirchenleitung «rassengetrennt» gegessen werden musste.

«Es gibt nur eine Menschheit»
Die adventistische Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) hat am 15. September eine Erklärung zu zwischenmenschlichen Beziehungen, Rassismus, Kastenwesen, Stammesdenken und Ethnozentrismus verabschiedet. Dazu erläuterte Ganoune Diop, Leiter der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Weltkirchenleitung, dass in der adventistischen DNA der Gedanke der Gleichheit angelegt sei, weil Adventisten an die Schöpfung glaubten. Es gebe nur eine Menschheit und Rassismus sei die Verleugnung der Menschenwürde einer nach dem Bild Gottes geschaffenen Person. Die Herausforderung bestehe für Adventisten darin, diesem Ideal gerecht zu werden, so Diop.
(APD-Meldung dazu: https://www.apd.media/news/archiv/14075.html)

Wenn die «Rassismus-Karte» ausgespielt wird
Andreas Bochmann, Professor für Beratung und Seelsorge an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau/Deutschland, schreibt im zweiten Artikel, dass ihm «Wertunterschiede aufgrund der Farbe der Haut, des Passes oder des Sprachklangs fremd» seien. Er fühle sich aber herausgefordert durch die Frage, ob er nicht zur Gruppe der «alten weissen Männer» gehöre, die privilegiert seien und die es im Leben besonders leicht gehabt hätten. Wo aber die «Rassismus-Karte» von Unterdrückten gegenüber angeblichen Unterdrückern ausgespielt werde, zementiere man die Opferrolle. Die Antwort auf Rassismus sehe er in «Empowerment», dass also Menschen aufgerichtet, gestärkt und befähigt werden, «den Schöpfer des Lebens und aller Vielfalt zu preisen».

Moderner Rassismus und seine Erscheinungsformen
Rassismus erwachse «zum einen aus einer tiefen Furcht vor der eigenen Bedeutungslosigkeit. Zum anderen wird er aus einem unersättlichen menschlichen Geltungsdrang und dem Wunsch nach Macht und Einfluss angetrieben» und entziehe sich oft der eigenen Wahrnehmung, schreibt Simret Mahary, Pastor der Adventgemeinde Frankfurt-Zentrum. «Strukturell und sprachlich verortete Rassismen finden im Alltag ihren Niederschlag dort, wo Name, Hautfarbe, Herkunft, Religion und religiöse Symbole mit etablierten inneren Bildern abgeglichen werden und sich in struktureller Benachteiligung, Bevormundung oder auch in Mitleid und Helferdrang übersetzen», so Mahary. Im zweiten Teil seines Artikels beschreibt der Pastor, wie struktureller Rassismus im Alltag aussehen kann und welche Ansätze es zur Veränderung gibt.

Wie Rassismus wirkt – viele kleine Nadelstiche
Franklin Schultheiss, adventistischer Jugendpastor in Nürnberg, wuchs zwischen zwei Kulturen auf und identifiziert sich heute als Afrodeutscher. Er beschreibt in seinem Beitrag, wie Personen, die nicht dem Normkontext entsprechen, psychischen und physischen Rassismus erleben und wie er sich auswirkt: «Rassismus tut weh und ist anstrengend. Es löst Stress aus und fühlt sich an wie viele Nadelstiche – sie töten nicht, aber machen das Leben ungemütlich und mindern die Lebensqualität.» Rassismus habe er innerhalb und ausserhalb der Adventgemeinde erlebt, schreibt auch Laurent Mutamba, Bezirkspastor in Giessen und Amanda Phyills Benson-Tambo, eine Studentin aus Ghana, beschreibt unter anderem, wie sie in Modegeschäften ständig vom Verkaufspersonal «begleitet» wird und nicht wie andere in Ruhe shoppen kann.

Systemischer Rassismus
Was ist der Unterschied zwischen Rassismus als Ideologie und systemischem Rassismus, fragt Dennis Meier, Präsident der regionalen adventistischen Kirchenleitung in Norddeutschland (Hansa-Vereinigung). «Kürzeste Antwort: Man muss kein Rassist sein, um rassistische Dinge zu tun oder zu sagen. Systemischer Rassismus ist, dass wir durch Erziehung, einzelne Erfahrungen, Gerüchte, Bilder, die deutsche Kolonialgeschichte oder nur Kinderlieder („Zehn kleine …“) gesellschaftlich daraufhin geprägt sind, Menschen anderer Hautfarbe abzuwerten.» Der Bibeltext aus 1 Sam 16,7 (NLB) beschreibe trefflich, so Meier, wie menschliche Wahrnehmung funktioniere: «Der Mensch urteilt nach dem, was er sieht, doch der Herr sieht ins Herz.»

«Es gibt keine Rassen!», so Meier. Die Kategorie «Rasse» habe keine biologisch-genetische Grundlage. Bei Tieren und Pflanzen sei es «ein reiner Ordnungsbegriff anhand äusserlicher (!) Merkmale». Mit der Übertragung auf Menschen, habe sich eine Bewertung hinzugesellt, nämlich die «der höheren und niederen Rassen» und der Absicht, zu beherrschen. Im Schöpfungsbericht heisse es bei den Pflanzen und Tiere, dass sie «nach ihrer Art geschaffen» wurden, so Maier, und «genau das wird bei der Schöpfung des Menschen eben nicht gesagt. Es gibt den Menschen nicht in verschiedenen „Arten“ oder „Unterarten“ (das Wort und Konzept der Rasse ist der Bibel unbekannt)». Pastor Meier beschreibt den Mechanismus, der den Rassismus gebiert: «Abwertung anderer zum Zwecke der eigenen Aufwertung und schliesslich Bereicherung und Ausbeutung.»

«Adventisten heute» die monatliche Kirchenzeitschrift der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland kann kostenlos online gelesen oder heruntergeladen werden: https://www.advent-verlag.de/media/pdf/70/37/f7/AH_2020_11.pdf

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Cover von Andachtskalender und Abreisskalender 2021 © Foto: Advent-Verlag Lüneburg GmbH

Andachtskalender 2021 mit Bibeltext für jeden Tag

Lüneburg/Deutschland | 29.11.2020 | APD | Medien

Auch für das Jahr 2021 hat der von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland geführte Advent-Verlag Lüneburg wieder einen Andachtskalender herausgebracht. Er erscheint sowohl in Buchform als auch als Abreisskalender unter dem Motto der Jahreslosung: „Seid barmherzig!“ Der Andachtskalender ist auch beim Advent-Verlag Schweiz erhältlich.

Ein Bibeltext für jeden Tag
Fast 109 Autoren aus unterschiedlichen Generationen und Berufsschichten schreiben darüber, wie und wo sie Gott im Alltag erlebt haben. Der Schwerpunkt liege dabei mal auf der Deutung des vorangestellten Bibeltextes, mal auf den persönlichen Gedanken und Fragen zu Erlebnissen, Tagesereignissen und modernen Gleichnissen, so Jessica Schultka, die Verlagsleiterin. So entstehe eine Vielfalt, die den Leser dazu einlade, die Augen für Gottes Wirken im eigenen Leben Tag für Tag offen zu halten.

Andachtskalender mit Tradition und hoher Auflage
Schon in den 1930er Jahren habe es den Abreisskalender aus dem Advent-Verlag gegeben. Zwei Seiten für jeden Tag mit Sonnenaufgang und -untergangszeiten. In seiner jetzigen Form sei er erstmals Anfang der 1990er Jahre erschienen. Zuvor hätte es in der DDR ein eigenes Andachtsbuch gegeben, während es in der BRD den Abreisskalender gab. Nach der Wende habe, laut Schultka, das damals noch in Hamburg ansässige Verlagshaus entschieden, künftig sowohl das erfolgreiche Andachtsbuch als auch den Abreisskalender herauszugeben. Beide Artikel spielen im Verlagsprogramm bis heute eine grosse Rolle, wobei das Andachtsbuch inzwischen weitaus gefragter sei. Die Gesamtauflage für Andachtsbuch und Abreisskalender betrage 16.000 Stück. Kunden in der Schweiz und in Österreich würden durch örtliche Verlage beliefert, die die Kalender vom Advent-Verlag beziehen.

Idealer Begleiter durch das ganze Jahr
Nach den Worten von Jessica Schultka sei das 768 Seiten umfassende Andachtsbuch „der ideale Begleiter durch das ganze Jahr.“ Viele der Leser starteten mit dem Andachtsbuch in den Tag und seien dankbar, weil es Gottes Wort mit ihrem Leben verknüpfe. „Für mich ist das Andachtsbuch so wertvoll, weil wir viele verschiedene Schreiber haben, die sich daran beteiligen, und es so zu einem Produkt machen, das die geistliche Gemeinschaft stärkt und … adventistische Identität in Deutschland mitprägt.“

Die Advent-Verlag GmbH in Deutschland
Seit 125 Jahren ist der Advent-Verlag Lüneburg der offizielle Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mit ihren Publikationen bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Traditionsverlages den Lesern Orientierung in Sinn- und Lebensfragen und sprechen sie ganzheitlich und generationenübergreifend an. Sie wollen nach eigener Beschreibung dazu anregen, über Gott nachzudenken und den biblischen Glauben authentisch im Alltag zu leben, indem sie ihn nachhaltig fördern, vertiefen und begleiten gemäss ihrem Motto: „Wir schaffen Worte, die bleiben.“

Der Advent-Verlag Schweiz
Der Advent-Verlag Schweiz gehört zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der deutschsprachigen Schweiz. Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1876 zurück. In Basel wurde der Verlag „Imprimerie Polygotte“ mit eigener Setzerei und Druckerei gegründet. Der Verlag publizierte Bücher und Zeitschriften in französischer Sprache und später auch in verschiedenen europäischen Sprachen.

1929 wurde der „Advent-Verlag Zürich“ als deutschsprachiger Verlag gegründet. Im Jahr 1930 erschien die Zeitschrift „Leben und Gesundheit“ als Magazin für ganzheitliche Gesundheit, die bis heute im Angebot ist.

2019 wurde der Hauptsitz des Advent-Verlags nach Krattigen (BE) verlegt und der Firmenname in "Advent-Verlag Schweiz" geändert.

Zu den bekanntesten Produkten des Advent-Verlags Schweiz gehören Kinderbücher u.a. auch verschiedene Kinderbibeln. Der Verlag möchte mit seinen Produkten Impulse für ein gelingendes Leben geben sowie zur Entwicklung einer persönlichen Spiritualität beitragen. Heute ist der Advent-Verlag Schweiz sowohl Verlag als auch Buchhändler und beschäftigt 15 Buchberater und Buchberaterinnen, die Haushalte in der deutschsprachigen Schweiz besuchen.
Mehr zum Advent-Verlag Schweiz: www.advent-verlag.ch

Weitere Infos zum Andachtskalender: https://advent-verlag.de/mein-glaube/

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Thomas Schirrmacher, 2019. © Foto: BQ/Martin Warnecke

Weltweite Evangelische Allianz ernennt neuen Generalsekretär

Bonn/Deutschland | 29.11.2020 | APD | Personen

Der Internationale Rat der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) hat Dr. Thomas Schirrmacher zum nächsten Generalsekretär / CEO ernannt. Dr. Schirrmacher bringe langjährige Erfahrung in verschiedenen Funktionen bei der WEA mit und sei vom Findungsausschuss unter mehr als einem Dutzend Kandidaten ausgewählt und vom Internationalen Rat am 27. Oktober einstimmig bestätigt worden, schreibt «Bonner Querschnitte» (BQ). Schirrmacher wird demnach die Leitung der WEA am 1. März 2021 übernehmen.

In einem Brief, in dem die Ernennung den Nationalen Evangelischen Allianzen als Mitglieder der WEA angekündigt wurde, sagte Dr. Goodwill Shana, Vorsitzender des Internationalen Rates über Schirrmacher: „Er setzt sich dafür ein, Partnerschaften aufzubauen und zu erleben, wie die WEA zur Entwicklung der globalen christlichen Gemeinschaft über die WEA hinaus beiträgt... Wir haben volles Vertrauen, dass Thomas in der Lage ist, die WEA an diesem Punkt unseres Lebens und unserer Geschichte und mit einer grossen Vision für die Zukunft zu leiten.“

Der scheidende Generalsekretär Bischof Efraim Tendero kommentierte laut BQ die Wahl: „Mit grosser Freude übergebe ich Anfang nächsten Jahres die Leitung der WEA an Dr. Thomas Schirrmacher, die Person, die am besten darauf vorbereitet ist, das globale Gremium der Evangelikalen in die Zukunft zu führen. Da wir seit mehreren Jahren im leitenden Führungsteam der WEA zusammenarbeiten, habe ich in ihm das Charisma, die Kompetenz und die Fähigkeit gesehen, die dem Charakter, der Überzeugung und dem Ruf Gottes entsprechen, die für eine solche globale Aufgabe erforderlich sind.“

Gemäss BQ sagte Dr. Schirrmacher bei seiner Ernennung: „Ich fühle mich geehrt, dass so viele geschätzte kirchliche Führungskräfte mir ihr Vertrauen schenken. Da ich schon seit langer Zeit zur Führung der WEA gehöre, fühle ich mich dort bereits wie zu Hause. Neben all meinem akademischen und gesellschaftspolitischen Engagement steht für mich immer die verwandelnde Kraft des Evangeliums Jesu Christi für jeden Einzelnen und die ganze Welt im Mittelpunkt meiner Überzeugungen.“

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Milan Kostrešević, neuer Präsident der AGCK Schweiz © Foto: privat

Milan Kostrešević ist neuer Präsident der AGCK Schweiz

Bern/Schweiz | 29.11.2020 | APD | Personen

Die per Videokonferenz durchgeführte Plenarversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH) hat am 4. November den orthodoxen Theologen Milan Kostrešević zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Es ist das erste Mal in ihrer fast 50-jährigen Geschichte, dass die AGCK Schweiz einen Präsidenten aus einer orthodoxen Kirche gewählt hat, schreibt die AGCK.CH in einer Medienmitteilung. Milan Kostrešević tritt sein Amt am 1. Januar 2021 für eine Amtszeit von zwei Jahren an und folgt auf Daniel de Roche, Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirche.

«Als Präsident», so Milan Kostrešević, «möchte ich die fruchtbare Arbeit zwischen den Mitgliedskirchen der AGCK.CH fortsetzen, sowohl zwischen den historischen Kirchen in der Schweiz als auch denjenigen, die sich später hier niedergelassen haben. Die Coronavirus-Pandemie – mit all den Sorgen, die durch Schutzpläne, Verbote und manchmal massive Einschränkungen der Zahl der Menschen, die gemeinsam Gottesdienst feiern dürfen, hervorgerufen werden – ist auch für die Kirchen eine grosse Herausforderung. Ich möchte besonders die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Kirchen in der heutigen Zeit betonen.»

«Während meiner Präsidentschaft feiert die AGCK.CH ihr fünfzigjähriges Bestehen, und ich werde dafür sorgen, dass sie ihr Jubiläum in Würde feiern kann. Ich möchte an die Bedeutung des ökumenischen Dialogs im gegenwärtigen gesellschaftlichen Kontext erinnern. Die AGCK.CH muss in der Lage sein, ihre Mission in Freundschaft und christlicher Hoffnung fortzusetzen. Ich werde versuchen, im Rahmen unserer Themenblöcke, die der Bibel gewidmet sind, hervorzuheben, inwieweit sie uns miteinander verbindet, ohne die Fragen zu verdecken, bei denen die Meinungen auseinander gehen.»

Biografische Angaben zu Milan Kostrešević: https://agck.ch/wp-content/uploads/2020/11/20201104_Milan-Kostresevic-DE_FR.pdf

Die AGCK.CH: «für gute Ökumene in der Schweiz»
Heute besteht die AGCK Schweiz aus zwölf Mitgliedskirchen und vier Kirchen/kirchlichen Verbänden im Gaststatus, von denen der letzte - mit der Gewährung des Gaststatus am 4. November an den Dachverband «Schweizerische Evangelische Allianz – Réseau évangélique suisse» SEA-RES - gerade aufgenommen wurde. Die AGCK.CH wurde 1971 als nationale ökumenische Plattform gegründet. Ihr Auftrag besteht darin, den theologischen Dialog und den Informationsaustausch zwischen ihren Mitgliedskirchen zu fördern und gemeinsame Initiativen und Projekte zur Verwirklichung der christlichen Einheit zu unterstützen. Es gibt kantonale Arbeitsgemeinschaften der Kirchen in neun Kantonen und lokale Plattformen in mehreren Ortschaften.

Verzeichnis der Mitgliedskirchen und Verbänden bzw. Kirchen im Gaststatus:
https://agck.ch/mitgliedkirchen/

Liste der kantonalen bzw. lokale AGCKs: https://agck.ch/regionale-agck/

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Samuel Krauter (li.) und Ekkehart Vetter © Fotos: muelheimer-verband.de

Deutschland: Mülheimer Verband mit neuem Präses

Mülheim an der Ruhr/Deutschland | 29.11.2020 | APD | Personen

Im Rahmen einer digital durchgeführten Delegiertentagung des Mülheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV) am 31. Oktober wurde Pastor Samuel Krauter (Rot am See) einstimmig zum neuen Präses des Mülheimer Verbandes gewählt. Er tritt die Nachfolge von Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr) an, der das Amt seit 2003 innehatte. Als Präses ist Krauter der geistliche Leiter und Vorsitzende des als Verein organisierten Verbandes.

Samuel Krauter (38) studierte von 2003 bis 2010 an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen Theologie und leitet gemeinsam mit seiner Frau Alisha, die ebenfalls Pastorin im MV ist, seit 2011 die „Ekklesia“ Rot am See in Baden-Württemberg. Es handelt sich dabei um eine Gemeindeneugründung des Mülheimer Verbandes mit mittlerweile etwa 170 Gottesdienstbesuchern. Neben dem Dienst als Präses werde Krauter die Arbeit in seiner Heimatgemeinde fortführen und deshalb auch weiterhin in Rot am See wohnen. Hauptanliegen des neuen MV-Präses sei, als Mülheimer Verband weiter dazu beizutragen, „dass Gemeinden in Deutschland und darüber hinaus wachsen, die Liebe Gottes weitergeben und so Hoffnungsträger für unsere Welt sind“.

Ekkehart Vetter (64) gebe das Präsesamt auf eigenen Wunsch ab, um den Verjüngungsprozess im MV-Vorstand zu fördern. Unter seiner Leitung seien die zwischenkirchlichen Verbindungen des MV deutlich verstärkt worden. Auch nehme die Mitgliederzahl des MV seit Jahren kontinuierlich zu. Die Zahl der erwachsenen Mitglieder plus Kinder und Jugendliche habe sich seit der Jahrtausendwende in etwa verdoppelt. Ekkehart Vetter bleibe weiterhin Erster Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland und werde sich mit seiner nun freigewordenen Arbeitszeit wieder verstärkt als Pastor in seine Heimatgemeinde, die „Christus-Gemeinde“ Mülheim an der Ruhr, einbringen.

Mühlheimer Verband
Der Mülheimer Verband versteht sich als evangelikal-charismatische Freikirche, die Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ist. Zum Mülheimer Verband gehören (Stand Ende 2019) 4.745 Mitglieder in 44 Gemeinden, dazu kommen 2.641 Kinder und Jugendliche. Während der Mitgliederversammlung 2020 wurden drei neue Gemeinden aus Horn Bad-Meinberg, Mannheim und Berlin-Altglienicke als Mitglieder aufgenommen. Weitere Informationen zum Mülheimer Verband finden sich unter: www.muelheimer-verband.de.

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Horst Marquardt, Journalist und Autor, beim Christlichen Führungskräftekongress 2011 © Christliches Medienmagazin pro, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Deutschland: Christlicher Medienpionier Horst Marquardt verstorben

Wetzlar/Deutschland | 29.11.2020 | APD | Personen

ERF Medien in Deutschland trauert um Horst Marquardt. Der langjährige Direktor von ERF Medien starb am 2. November im Alter von 91 Jahren.

„Mit Horst Marquardt trauern wir um einen Medienpionier, der mit Vision, Gottvertrauen und leidenschaftlicher Beharrlichkeit vieles in die Wirklichkeit geführt hat, von der manche seiner Zeitgenossen nicht einmal zu träumen gewagt haben“, so der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien, Dr. Jörg Dechert. In zahlreichen Gesprächen und im Gebet habe er bis zuletzt an der Weiterentwicklung von ERF Medien Anteil genommen.

„Horst Marquardt gehört zu den Vätern des ERF. Er hat den ERF viele Jahre lang mit Mut, Zuversicht, Umsicht und Fürsorge für die Menschen, die ihm anvertraut waren, geleitet“, betonte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Professor Dr. Jürgen von Hagen (Bad Honnef). Marquardt habe seinen christlichen Glauben authentisch, transparent und integer gelebt. Sein Markenzeichen sei seine klare Sprache gewesen. „Verständlich vom Glauben zu reden, war sein Herzensanliegen.“

Einer der ältesten Blogger Deutschlands
Der 1929 geborene Berliner ist bekannt als Pionier der christlichen Medienarbeit in Deutschland. Marquardt war massgeblich am Aufbau des Evangelium-Rundfunks in Wetzlar beteiligt. Bis 1993 leitete er ERF Medien als Direktor. Daneben gründete er auch die Nachrichtenagentur idea und die christliche Medieninitiative kep. Bis zuletzt schrieb er noch regelmässig Andachten für ERF.de und betätigte sich als einer der ältesten Blogger Deutschlands.

Von 1993 bis 1998 hatte Marquardt ausserdem als Internationaler Direktor des Radiomissionssenders TWR die Verantwortung für die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion, des Mittleren Ostens und Afrikas. Von 1974 bis 1987 war er Mitglied im Hauptausschuss Rundfunk und Fernsehen des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), zudem Sprecher der ARD-Sendereihe „Wort zum Sonntag“.

Marquardt gehörte darüber hinaus zu den Mitbegründern des deutschen Zweiges des „Lausanner Komitees für Weltevangelisation“, dessen Vorsitzender er 14 Jahre lang war. Von 1969 bis zum Erreichen der Altersgrenze war er Mitglied des Hauptvorstands der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA). Zusammen mit dem Unternehmer Jörg Knoblauch leitete er den „Kongress christlicher Führungskräfte“. Marquardt hatte ausserdem bis zum Jahr 2007 den Vorsitz des 1999 gegründeten „Instituts für Islamfragen“ inne.

Ein ausführliches Portrait über Horst Marquardt, das Kondolenzbuch und mediale Inhalte zum „Medienpionier mit Vision“ sind auf ERF.de veröffentlicht: www.erf.de/horstmarquardt.

ERF Medien e. V. in Deutschland
ERF Medien wurde am 19. Oktober 1959 unter dem Namen „Evangeliums-Rundfunk“ im hessischen Wetzlar gegründet. Im Februar 1961 wurde die erste Radiosendung über Kurzwelle europaweit ausgestrahlt. Heute produziert ERF Medien verschiedene TV-Formate, betreibt zwei Radiokanäle, hat diverse Onlineangebote und engagiert sich in internationalen christlichen Medienprojekten. ERF Medien ist ein eingetragener Verein, der sich aus Spenden finanziert und rund 180 Mitarbeitende beschäftigt. Weitere Informationen: www.erf.de.

ERF Medien in der Schweiz
Laut Selbstdarstellung von ERF Medien umfasst das Unternehmen in der Schweiz die grösste Fachredaktion im Bereich Glaube und Gesellschaft. Als internationales Medienunternehmen produzieren sie TV- und Radiobeiträge für das In- und Ausland zu Themen rund um den christlichen Glauben. ERF Medien betreiben Radio Life Channel und produzieren die TV-Sendung FENSTER ZUM SONNTAG-Talk für SRF 1, SRF zwei und SRF info. Zusammen mit ERF Medien Deutschland verbreiten sie Radio ERF Plus und produzieren Fernsehsendungen für Bibel TV. ERF Medien sind konfessionell und politisch neutral. Der Trägerverein setzt sich zusammen aus Persönlichkeiten von Landes- und Freikirchen, kirchlichen Organisationen und aus der Wirtschaft. Finanziert wird das Medienunternehmen durch Spenden, Legate, Sponsoring und Werbung.

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Max Mace © Screenshot: LLUC-Concert, 2019/NAD

Musiklegende und Gründer der Heritage Singers gestorben

Placerville, Kalifornien/USA | 29.11.2020 | APD | Personen

Max Mace, Musiklegende der Siebenten-Tags-Adventisten und Mitbegründer der bekannten Heritage Singers ist am 4. November 2020 an den Folgen eines Krebsleidens gestorben. Er wurde 82 Jahre alt.

Wie die Familie von Mace mitteilte, fand der Musiker einen Tag vor seinem 83. Geburtstag seine letzte Ruhe im Kreis seiner Angehörigen zuhause in Placerville, Kalifornien/USA. Der adventistische Musiker und seine Frau Lucy gründeten die Heritage Singers im Jahr 1971. Die Gospelgruppe, die beim adventistischen Publikum äusserst beliebt ist, tritt seit fast 50 Jahren auf und gab bisher über 7.000 Konzerte in mehr als 75 Ländern. Sie hat 200 Fernsehprogramme produziert und über 100 Alben aufgenommen.

Als Siebenten-Tags-Adventisten wollten die Maces ihren Kirchenmitgliedern zeitgenössische Harmonien nahebringen. Im Laufe der nächsten fünf Jahrzehnte sangen insgesamt 300 Sängerinnen und Sänger für die Heritage Singers - in der Regel acht auf einmal. Die Zahl der Menschen, die sie persönlich erlebten, dürfte in die Millionen gehen.

„Max Mace wusste, dass seine Berufung nur der Dienst an der Musik und die Liebe zu den Menschen war", sagte John Lomacang, ein Pastor, Evangelist und Sänger der Siebenten-Tags-Adventisten, der von 1984 bis 1986 in Vollzeit mit der Gruppe sang.

„Er hatte ein Ohr für den Heritage Sound", fügte Lomacang hinzu. „Obwohl sich die Besetzung der Gruppe im Laufe der Jahre änderte, hat sie immer noch einen unvergleichlichen Klang.“ Keine andere Gruppe mit acht Sängern habe diesen Klang. Dieser Klang, der online über YouTube und Streaming-Dienste im Überfluss zur Verfügung stehe, sei immer optimistisch und zugänglich gewesen und, wie Lomacang sagte, „etwas für’s Herz“. Gerne habe Mace zeitgenössische, christliche Melodien und Arrangements in das Repertoire der Gruppe aufgenommen.

Die Heritage Singers spielten Lieder, die durch Künstler wie Amy Grant, Michael English, Bill Gaither und anderen berühmt waren. Die Musik sei allerdings in einem „komfortablen Format“ präsentiert worden, das beim Publikum Anklang fand. Sogar in Übersee, wo Englisch nicht die erste Sprache des Publikums war, hätten die Konzertbesucher die Heritage Musik mitgesungen, die Jesus in den Mittelpunkt stellte. Am Ende eines jeden Konzerts habe Max immer einen Appell an die Zuhörer gerichtet, sich zu Jesus als ihren Retter zu bekennen. Mace, oder einer der Sänger, habe dann mit jeder Person gebetet, die sich gemeldet habe.

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Symbolbild - Buch. © Foto: pexels/pixabay

«Das Franziskus Komplott. Der einsame Papst und sein Kampf um die Kirche»

Basel/Schweiz | 29.11.2020 | APD | Buchrezensionen

Buchrezension: «Das Franziskus Komplott. Der einsame Papst und sein Kampf um die Kirche»; Marco Politi (Autor); Verlag HERDER, Freiburg-Basel-Wien; 297 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag; 1. Auflage 2020; ISBN 978-3-451-39446-1; € 24.00. Auch als «ebook!» erhältlich.

Der Journalist und Vatikan-Insider Marco Politi erregte 2019 mit seinem auf Italienisch erschienen Buch «La solitudine di Francesco. Un papa profetico, una chiesa in tempesta» über den «heimlichen Bürgerkrieg» im Vatikan, dem Machtzentrum der römisch-katholischen Kirche, viel Aufsehen. Dieses Buch erschien jetzt beim Freiburger Verlag Herder unter dem Titel «Das Franziskus-Komplott. Der einsame Papst und sein Kampf um die Kirche» in einer deutschen Ausgabe.

Das Buch liest sich wie ein Krimi und vermittelt Einblick in die Probleme und Herausforderungen, denen sich heute die römisch-katholische Kirche und ihr Oberhaupt stellen müssen. Der «heimliche Bürgerkrieg» in der römisch-katholischen Kirche von heute sei etwas ganz anderes und sehr viel Aggressiveres als die theologischen Auseinandersetzungen und Dispute, die die Pontifikate Pauls VI., Johannes Pauls II., und Benedikts XVI. in den vergangenen 50 Jahren geprägt haben.

Auf rund 300 Seiten beschreibt und kommentiert der Autor die katholischen Debatten und Streitfragen der vergangenen Jahre und stellt Fragen: Wie können Missbrauch und sexuelle Gewalt durch Priester aufgearbeitet werden? Welche Rechte und Ämter sollen Frauen in der katholischen Kirche erhalten? Wie klerikal und zentralistisch will Kirche sein? Wie ist eine Vermittlung von Tradition und Moderne möglich?

Das Ringen um die Zukunft der römischen Kirche sei, so Politi, dramatischer denn je. Mit seinem Detailwissen offenbart er den erbitterten Widerstand von Teilen der Kirchenführung gegen die Reformbemühungen des Papstes und schreibt von einem internationalen Netzwerk gegen Franziskus. In dieser schwierigen Situation sehe sich Franziskus innerhalb der Kurie zunehmend isoliert. Der Vatikanexperte verweist dabei auf eine Aussage des Kirchenhistorikers Andrea Riccardi, dass es in den letzten 100 Jahren vonseiten des Klerus und der Bischöfe nie eine solche Opposition gegen einen amtierenden Papst gab wie heute.

Seit Jorge Mario Bergoglio Papst ist, hat sich die Welt von Grund auf gewandelt. Unter dem Titel «Das ferne Amerika» geht Politi im 4. Kapitel auf die besonderen Beziehungen des Vatikans zu den USA seit 2016 bis heute ein. Er beleuchtet Positionen der Diplomatie, Politik, Religion und Ethik mit denen der Heilige Stuhl und die Vereinigten Staaten vom Amerika übereinstimmen oder auf Konfrontation stehen. Dabei spielen sowohl die Beziehungen zu Israel, Palästina, Juden als auch Fragen zu Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe und Lebensschutz eine Rolle. Gerade in den USA erfährt Franziskus aus konservativen und traditionalistischen Kreisen spürbaren Widerstand. Diese werfen dem Papst vor, er wolle die katholische Lehre verändern und moralische Normen verwässern.

Das Buch geht auch auf das Gottesbild des Papstes und sein Verständnis von Kirche ein, welches anders ist als bei seinen Vorgängern. Sein Ziel sei eine Kirche, welche den Menschen im 21. Jahrhundert gerecht wird, damit verbunden ein Abbau an Klerikalismus, Zentralismus und Dogmatismus. Die Menschen, welche die Kirche repräsentieren, sollten auch Vorbilder im Glauben und Leben sein, wie es das Kirchenoberhaupt selbst immer wieder mit beispielhaften Aktionen vormacht. Den Rufen nach dogmatischer Strenge setze Franziskus das Bild eines barmherzigen Gottes entgegen, so der Vatikan-Experte. Auch strebe der Papst mehr Entscheidungsfreiheiten und Gestaltungsspielräume für die Kirche vor Ort an. Politi würdigt auch die Bemühungen von Franziskus, die Vatikan-Finanzen transparenter zu machen.

Andererseits erwähnt Politi zudem die Enttäuschung vieler, die unter Papst Franziskus auf Öffnung der Kirche in Punkten wie dem Priester-Zölibat oder der Rolle der Frau (Frauendiakonat, Frauenpriestertum) gehofft hatten.

Vatikan-Kenner Politi bezeichnet den heutigen Papst als einen zähen Kämpfer und erwartet, dass er trotz aller Widerstände weiter für seine Überzeugungen kämpfen wird. In der «Schlussphase» seines Pontifikats, so Politi, seien noch Überraschungen zu erwarten. Der 83-jährige Argentinier verstehe sich als Sämann, dessen Saat langfristig aufgehen soll. Umgekehrt zögen die Gegner alle Register, um Veränderungen zu blockieren, so Politi. Schon jetzt habe im Vatikan das «Strippenziehen» begonnen, um einen «Franziskus II.» zu verhindern.

Christian B. Schäffler
CBS KULTUR INFO

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Symbolbild - Buch. © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: „Jesus – eine Weltgeschichte“

Ostfildern/Deutschland | 29.11.2020 | APD | Buchrezensionen

Buchrezension: „Jesus - eine Weltgeschichte", Markus Spieker, Verlag Fontis-Brunnen Basel (11. September 2020), 1004 Seiten, Gebundenes Buch 30,00 Euro, Kindle 27,00 Euro, ISBN-13: 978-3038481881, ISBN-10: 3038481882.

Der Historiker, Journalist und gelernte Drehbuchautor Markus Spieker traut sich was: Er rollt „die grösste Geschichte aller Zeiten“ neu auf. Dazu schreibt er ein fast 1000 Seiten starkes Buch, für das er 7 Jahre benötigt. Darin will er nicht nur das Leben von Jesus von Nazareth erneut darstellen, sondern auch in die Zeitumstände einbetten und im grossen Wurf die Weltgeschichte neu kolorieren (19). Dabei nimmt er Bezug auf geschichtliche Entwicklungen in der Zeitrechnung vor Christus und spätere Wirkungen der Jesusbewegung nach Christus. Spieker will die „Greatest Hits“ der Christenheit literarisch ausleuchten, er möchte zum Staunen bringen und auf das Gute, Wahre und Schöne hinweisen.

Durch Forschung der letzten Jahrzehnte angeregt, stellt Spieker fest: Es gibt „News“ von Jesus. Allerdings sind die von sensationsheischenden „Fakenews“ zu unterscheiden. Spieker sieht sein 12. Buch dabei nicht als neutralen Beitrag zur akademischen Forschung an, sondern als „Therapievorschlag“ für das christliche Abendland, das von kultureller Amnesie und Identitätsverlust bedroht ist. Das Buch wurde für ein interessiertes Nicht-Fachpublikum geschrieben. Dabei bleibt der promovierte Historiker nicht nur im Wissenschaftsjargon verhaftet, sondern kontrastiert diesen mit journalistischen Stilmitteln. Auch fürs erweckliche Predigen ist der Pfarrerssohn sich nicht zu schade. Sein Credo lautet: „Zurück zur ersten Liebe, zurück zu Jesus“ (17).

Prisma: Jesus - zum Inhalt
In drei Teilen mit insgesamt zwölf Kapiteln stürmt Spieker in grossen Schritten durch die Weltgeschichte. Mit gründlich recherchiertem Detailwissen, Sprachwitz und einem Schuss Apologetik geht’s von der Antike bis in die Neuzeit und liefert auf dem Weg Blitzlichter aus den Epochen. Dreh- und Angelpunkt der Weltgeschichte stellt Jesus dar, auf den die Entwicklung der Weltgeschichte hinausläuft und speziell die Propheten der Bibel hindeuteten. Wie durch ein Prisma änderte sich an diesem Zeitpunkt die Bestimmung der Welt und eine neue Ära brach an. Viele spätere Entwicklungen wie die Ausbreitung des Christentums, die Reformation und spätere Erweckungsbewegungen lassen sich auf die Menschwerdung Jesu und ein neues Schriftverständnis zurückführen.

Spieker nennt verschiedene historische Persönlichkeiten und zeichnet skizzenhaft die historischen, theologischen und ethischen Entwicklungen nach. Dabei bleibt er nicht nur im gewohnten Rahmen, sondern denkt kritisch. Als Historiker räumt er mit allgemeinen, verbreiteten und populären Ansichten auf wie die “Goldenen Jahre des Islam“ (828), „das dunkele Mittelalter“, die „grausamen Kreuzzüge“ etc.. Als bekennender Christ benennt er schonungslos offen Missstände im christlichen Bereich wie theologische Streitigkeiten, Gewaltanwendung in der Mission und klerikalen Missbrauch. Auch scheut er sich nicht, das Böse zu benennen mit exponierten Vertretern wie der Marquis de Sade, Friedrich Nietzsche und Aleister Crowley.

Schisma: Jesus – zum Zeitgeschehen
In seinem Buch thematisiert der ehemalige ARD-Korrespondent neben den geschichtlichen Einzelheiten jedoch auch „das Spannungsverhältnis zwischen Glauben und den Herausforderungen der säkularen Gesellschaft“ (16). In Demut geschrieben zeigt er doch eine scharfe Sicht auf die Zustände dieser Zeit, die von Bequemlichkeit, Hedonismus und Selbstoptimierung gekennzeichnet ist. Spieker ruft zum Widerstand gegen einen Lebensstil auf „in der die perfekte Work-Life-Balance als höchstes Lebensziel gilt – und in der Influencer statt Heilige die Richtung vorgeben“ (956).

Obwohl Spieker manch strittiges Thema wie den christlichen Fundamentalismus oder die Jungfrauengeburt bemüht sachlich darstellt, sagt er an anderen Stellen deutlich seine Meinung. Mit kompromissloser Leidenschaft versucht Spieker bewusst nicht objektiv zu schreiben, sondern bewertet schonungslos das Weltgeschehen. So wird beispielsweise wenig Sympathie für die Botschaft des Islam entgegengebracht. Ausserdem wird für eine auf die Ehe und ihren Erhalt ausgerichtete Sexualmoral plädiert. Dies „kollidiert mit dem Verbot, andere Glaubens- und Lebensformen zu diskriminieren“ (957), was die Lektüre herzhaft macht, im doppelten Sinn und nicht jedem schmecken wird.

Charisma: Jesus – zum Nachdenken
Zum Schluss des Buches kredenzt Spieker sein Manual „How to meet Jesus“. Darin beschreibt er in zwölf Punkten den Weg aus der Egomanie zu Jesus hin. Er wirbt darin für das „Joch des Christen“ und verschweigt weder die hohen moralischen Ansprüche noch den christlichen Absolutheitsgedanken. Keine leichte Kost, doch hier schreibt ein von seinem Ich bekehrter Mensch fundiert und faktenreich über seinen Gott und dessen Wirken in dieser Welt ohne die „Denkvorgaben der Welt“ (892) zu beachten.

Nicht konfessionsgebunden doch mit erkennbarem evangelikalem Einschlag stellt das Buch eine gelungene Verbindung von Geschichte und Journalismus dar. Der Sinn für Dramatik ist erkennbar in einer überzeugenden Gliederung mit knalligen Überschriften, was beim Lesen eine gewisse Sogwirkung entstehen lässt. Allerdings wirkt manches Kapitel durch die Knappheit wie eine blosse Aneinanderreihung von Schlagwörtern. Es fehlen zuweilen Zwischenüberschriften, die die Orientierung vereinfacht, das Lexikale jedoch noch betont hätten. Diese schnellen Blitzlichter der Geschichte lassen ein epochales Kopf-Karussell drehen, das zuweilen durch sein Tempo Schwindel verursacht.

Spiekers Weltgeschichte ist ein Buch, das tief in der Geschichte und im menschlichen Herzen schürft, um göttliche Wahrheiten an die Oberfläche zu bringen, die allzu oft von kritischen akademischen Studien und menschlichem Egozentrismus überwuchert wurden. Ein Buch, das (Herzens-)Bildung durch geschichtliche Bezüge und klare moralische Standpunkte transparent und greifbar macht. Ein starkes Buch, das durchaus auch als Widerstand gegen den Zeitgeist verstanden werden kann. Nach fast 1000 Seiten Dauerlauf durch die Geschichte lässt es den Lesenden etwas atemlos zurück: informiert, orientiert und, ja, auch etwas erstaunt.

Claudia Mohr

Die Rezension kann als Dokument heruntergeladen werden:
https://www.apd.info/wp-content/uploads/2020/11/Rezension-Spieker-Jesus-.pdf

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Symbolbild - Buch © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: „15 ½ Regeln für die Zukunft – Anleitung zum visionären Leben“

Ostfildern/Deutschland | 29.11.2020 | APD | Buchrezensionen

Buchrezension: „15 ½ Regeln für die Zukunft – Anleitung zum visionären Leben“, Matthias Horx, Econ Verlag; 4. Auflage (30. August 2019), 352 Seiten, ePub 19,99 € – Gebundenes Buch 25,00 €, ISBN-10: 3430210135, ISBN-13: 978-3430210133, ISBN: 978-384-3721219.

Für sein 22. Buch benötigte der bekannte Bestsellerautor und Zukunftsforscher Matthias Horx zwei Jahre. Er bleibt dabei sich selbst und seinem Forschungsthema treu. Literarisch-exemplarisch, interdisziplinär mit Bezügen zur Psychologie, Soziologie und zur Neurowissenschaft unternimmt er intellektuelle Ausflüge in die Zukunft. Horx möchte mit 15 Denkanstössen und einer Geschichte eine Anleitung geben, wie man das Leben visionär leben kann. Dazu spürt er Zukunftserzählungen auf und erklärt, wie diese funktionieren. Im weiteren Verlauf werden diese Erzählungen kritisch reflektiert und relativiert. So entsteht ein grosses Zukunfts-Panorama auf einer Metaebene.

Achtung: Zukunft
Horx kritisiert zunächst den Future-Bullshit der Zukunftspropheten, die die Zukunft vorhersagen wollen, indem sie linear Trends in die Zukunft projizieren mit dem Ziel, die Sensationslust der Menschen zu sättigen und gleichzeitig die Zukunftsängste zu reduzieren. Doch Zukunft lässt sich nicht linear vorhersagen, denn sie verhält sich zirkular und gegenläufig. Zukunft ist auch keine dystopische oder utopische Technikfantasterei, so Horx, denn der Mensch ist der Technik nicht ausgeliefert. Durch Selbstkompetenz und „humantechnische Emanzipation“ (S. 134) ist dem Technikfatalismus und der Selbstinfantilisierung zu begegnen.

Skalierte Zukunft
Horx unterscheidet im Weiteren Visionen von Utopien und Prophezeiungen, indem er auf die Wandelbarkeit und Prozesshaftigkeit von Visionen verweist. Visionen sind lebendig und machen lebendig, indem sie zum Handeln verpflichten. Das kann im privaten Bereich, sowie auf gesellschaftlicher Ebene geschehen. Gut gerahmte Visionen beeinflussen die Zukunftsgestaltung und reduzieren Ängste. Horx ermutigt explizit dazu, sich der eigenen (Zukunfts-)Ängste bewusst zu werden, ihnen auf den Grund zu gehen und sich davon zu befreien, um Handlungssicherheit zu erlangen.

Möglichkeit: Zukunft
Der Autor ist sich sicher, Zukunft muss gestaltet werden und wird von den richtigen Fragen getragen, nicht von fertigen Antworten, denn „Fragen können uns magisch in neue Wirklichkeiten hineinziehen“ (S. 191). Dabei darf nicht von einer generellen Ressourcen-Knappheit ausgegangen werden, obgleich eine gewisse Unordnung und Ungleichheit in der aktiven Zukunftsgestaltung toleriert werden muss. Auch wenn wir niemals in der perfekten Welt leben werden, so ist die Welt gut genug, um sie stets noch ein Stück besser machen zu können. Diese Lebenshaltung beschreibt Horx mit Hans Rosling als „Possibilismus“ – der Wertehaltung des Möglichen.

Zukunft: Leben
„Die Anleitung zum visionären Leben“ löst seinen Anspruch ein. Dabei ist Horx erfrischend offen, bisweilen humorvoll. Er schreibt locker und authentisch mit knalligen Wortbildern. Das macht das Werk unterhaltsam kurzweilig und trotzdem informativ. Doch das Buch ist ebenso ein (selbst-)kritisches Werk mit eigenen Positionen und überraschenden Denkansätzen. Die Literatur gleicht einer Achterbahnfahrt: Nie kann der Leser im Voraus wissen, wo es hingeht und welche Standpunkte vertreten werden. Das steigert zwar das Lesevergnügen, jedoch auch gleichzeitig die Verwirrung, da oft „um die Ecke gedacht“ wird. Es ist genauso schwer, die Zukunft zu fassen, wie Horx selbst. Es bleiben ein Kaleidoskop an Perspektiven und das Fazit auf der letzten Seite: „Zukunft ist eine Entscheidung“
(S. 335). Wer das bewusst lebt, der lebt visionär.
Claudia Mohr

Das Buch kann beim Advent-Verlag Schweiz bestellt werden, jeweils morgens: Telefon: 033 511 11 99 oder info@advent-verlag.ch
https://www.advent-verlag.ch/

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Symbolbild - Buch © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: Lieber Gott, ich muss dir was erzählen

Ostfildern/Deutschland | 29.11.2020 | APD | Buchrezensionen

Buchrezension: „Lieber Gott, ich muss dir was erzählen – Andachten für die ganze Familie“, Mirjam Nietz, Advent-Verlag Lüneburg (2020), 272 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-8150-1608-4

Nach vielen Jahren hat der Advent-Verlag Lüneburg wieder ein neues Kinderbuch herausgegeben. Gemeinsam mit ihrer 13-jährigen Tochter hat Autorin Mirjam Nietz ein aussergewöhnliches Andachtsbuch verfasst. Aussergewöhnlich daran ist, dass es von einem Mutter-Tochter-Duo geschrieben und illustriert wurde. Die Autorin Mirjam Nietz hat die Geschichten verfasst und ihre 13-jährige Tochter hat die wunderschönen und farbigen Illustrationen für dieses Buch gezeichnet.

Worum geht es? Das 19 x 25 cm grosse farbig und übersichtlich gestaltete Buch nimmt Kinder und Eltern mit auf eine Reise in das Alltagsleben von Familie Anders. Durch das ganze Jahr hindurch schreibt Anna ihr Tagebuch in kindlichem Vertrauen an Gott und teilt mit ihm ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle. Sie greift Fragen auf, die den christlichen Glauben betreffen und mit denen sich eine ganz normale 8-jährige beschäftigt. Dabei lernen wir nicht nur Anna, ihre Mama, ihren Papa und ihren kleinen Bruder Freddie kennen. Oma und Opa Lala gehören genauso zur Familie wie Oma Hille, Tante Zimt, der grosse Bruder Lars, Cousine Lydia und Anna’s bester Freund Nicki. Das Buch enthält 103 Andachten mit bunten Illustrationen und Bibeltexten. Es ist „für Kinder von 5 – 99 Jahren“, wie es auf dem Buchumschlag heisst, sowohl zum Vorlesen als auch zum Selberlesen geeignet.

Die Andachten folgen dem Jahreszyklus von Januar bis Dezember. Sie sind kurzgehalten und kindgerecht geschrieben. Der eigentliche Wert der Andacht liegt in der Aufgabe, zu der am Ende jeder Andacht aufgerufen wird. So z. B. am 6. Juni, wo es um Erdbeeren geht: „Welche Früchte habt ihr gerade zu Hause? Erfindet eine Marmeladensorte, die es noch nicht gibt. Zumindest nicht bei euch im Vorratsschrank.“ Die Kreativität und Vorstellungskraft der Kinder werden bei jeder Andacht erneut gefördert. Einzig und allein der Bibeltext scheint nicht so recht für ein Kind im Alter von 5 Jahren zu passen. Hier sind Eltern gefordert, den Gehalt des Textes und den Bezug zur Geschichte verständlich zu machen.

Mit der Publikation wagt sich der Advent-Verlag wieder in die Kinderbuchsparte, die für viele Jahre ein bedeutsamer Bestandteil des Verlagsprogramms war. Dafür gebührt ihm schon jetzt ein grosses Dankeschön. Bleibt zu hoffen, dass dieses Produkt nicht ein Einzelgänger bleibt, sondern dass noch etliche weitere in dieser Machart folgen werden.
Stephan G. Brass

Das Buch kann beim Advent-Verlag Schweiz bestellt werden, jeweils morgens: Telefon: 033 511 11 99 oder info@advent-verlag.ch
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| 29.11.2020 | APD | Impressum

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