APD-INFORMATIONEN 1/2021 - JANUAR 2021

Symbolbild - Statistik © Foto: 200 Degrees auf Pixabay

Schweiz: Personen ohne Religionszugehörigkeit bilden zweitgrösste Gruppe

Bern/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Schweiz

Das Bundesamt für Statistik BFS hat die jährlich aktualisierten Resultate der Strukturerhebung für 2019 publiziert. Demnach betrug die ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in der Schweiz 7.132.533 Personen. Davon gehörten 29 Prozent (2.101.914 Personen) keiner Religionsgemeinschaft an, während es im Jahr 2000 erst 11 Prozent waren. Die Religionslosen bilden mittlerweile die zweitgrösste Gruppe hinter derjenigen mit römisch-katholischer Religionszugehörigkeit (2.454.451 Personen). 2019 machten römisch-katholische Gläubige mit 34 Prozent einen Drittel der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren aus (2000: 42 Prozent). Die Evangelisch-Reformierten hatten 2019 einen Anteil von 23 Prozent oder 1.607.957 Personen (2000: 34 Prozent) an der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren.

Religionszugehörigkeit der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren (2019)
• Römisch-katholisch: 2.454.451 (34.4 Prozent)
• Ohne Religionszugehörigkeit: 2.101.914 (29,4 Prozent)
• Evangelische-reformiert: 1.607.957 (22,5 Prozent)
• Andere christliche Glaubensgemeinschaften, u.a. Christen, die zu Freikirchen oder orthodoxen Kirchen gehören: 397.248 (5,5 Prozent)
• Islamische Glaubensgemeinschaften: 391.703 (5,4 Prozent)
• Andere Religionsgemeinschaften: 93.831 (1,3 Prozent)
• Religionszugehörigkeit unbekannt: 60.403 (0,8 Prozent)
• Jüdische Glaubensgemeinschaften: 17.307 (0,2 Prozent)
• Christkatholisch (altkatholisch): 7.719 (0,01 Prozent)

Zur BFS Statistik: Religionszugehörigkeit in der Schweiz im 2019:
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home.assetdetail.15384761.html

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Frau mit Niqab in Kopenhagen, Dänemark © Foto: Elin Tabitha on Unsplash

Verhüllungsverbotsintiative – Schweizerischer Rat der Religionen ist dagegen

Bern/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Schweiz

Der Schweizerische Rat der Religionen (Swiss Council of Religions SCR), ist eine nationale Diskussionsplattform von Religionsvertretern. Es gehören ihm Personen der christlichen, jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften der Schweiz an. Der Rat lehnt die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» ab. Diese SCR-Stellungnahme gegen das geplante Verhüllungsverbot, zu dem eine Volksabstimmung am 7. März stattfindet, sei im Rat der Religionen einstimmig gefallen. Deren Stellungnahmen sind jedoch für die von den Ratsmitgliedern vertretenen Religionsgemeinschaften samt deren Mitglieder nicht verbindlich.

Die in der Volksinitiative vorgeschlagene Gesetzesänderung würde sich laut dem Rat vor allem gegen eine kleine Gruppe muslimischer Frauen richten, - gemäss Tages-Anzeiger tragen 30 Frauen in der Schweiz einen Niqab -, die damit in einen doppelten Konflikt gerieten: einer religiösen Forderung zur Verhüllung und dem entgegengesetzten staatlichen Zwang zur Enthüllung.

Rat der Religionen für indirekten Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament
Der Schweizerische Rat der Religionen stelle sich gegen eine unverhältnismässige Einschränkung der Religionsfreiheit und setze sich für «einen respektvollen Umgang mit Anhängerinnen und Anhängern der Religionsgemeinschaften ein», heisst es in der Medienmitteilung. Der Rat begrüsse statt der Initiative den indirekten Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament, der die Enthüllung nur für Identifikationszwecke durch die staatlichen Behörden vorsieht.

Verhüllungsverbot trägt nicht zu einem friedlichen Miteinander bei
«Als Repräsentantinnen und Repräsentanten der grössten Schweizer Religionsgemeinschaften wollen wir heute zusammenstehen und zeigen, dass ein Verhüllungsverbot nichts für ein friedliches Miteinander in unserem Land beitragen kann», sagte einleitend SCR-Präsident Harald Rein, Bischof der Christkatholischen Kirche in der Schweiz.

Einzige Frau im Rat der Religionen will Gesprächspartner beim Wort nehmen
«Als einzige Frau im Rat der Religionen werde ich unsere Gesprächspartner beim Wort nehmen und beobachten, ob sie die freie Entscheidung der Frauen in ihren Organisationen tatsächlich auch fördern und garantieren», sagt Rita Famos, Präsidentin des Rats der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS.

Zusätzliche evangelisch-reformierte Argumente gegen Verhüllungsverbot
Der Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS unterstützt die Stellungnahme des Schweizerischen Rates der Religionen gegen die Initiative «Ja zum Verhüllungsverbot», und brachte am 26. Januar zusätzlich «evangelisch-reformierte Blickpunkte in die öffentliche Debatte» ein. Der Rat der EKS teile mit dem Rat der Religionen «die Skepsis betreffend die Verhältnismässigkeit der angestrebten Gesetzesänderung» und hebt zusätzlich «demokratische, freiheitsrechtliche und Gleichstellungsaspekte» hervor.

Demokratische Aspekte
«Die Teilnahme an Öffentlichkeit und Demokratie beruht auf dem gleichen Recht einer jeden Person, zu sehen und gesehen, zu hören und gehört zu werden», schreibt die EKS. Dies entspreche dem evangelischen Menschenbild. Und: «Die unverwechselbare, öffentliche und unverhüllte Teilhabe einer jeden Person am gesellschaftlichen Leben kann aber generell nicht erzwungen werden.» Die Reformation habe wesentlich zum Selbstverständnis der heutigen liberalen Demokratie beigetragen, so, die EKS.

Aspekte der Gleichbehandlung der Geschlechter und Freiwilligkeit
«Die Beweggründe für eine Verschleierung, ob religiöse Überzeugung oder Zwang, lassen sich nicht auf den ersten Blick erkennen. Eine Enthüllung, die angeordnet ist, befreit die betroffenen Frauen nicht, sie muss vielmehr aus freien Stücken erfolgen können», schreibt die EKS.

Eine Gesetzesänderung auf Verfassungsebene trage zu keiner Lösung bei. Aus Sicht des Rates EKS müssen Grundrechte aktiv gelebt, gesellschaftlich ausgehandelt und eingefordert werden. Die persönlichen Freiheitsrechte würden erst dort enden, wo Staat und Gesellschaft als Ganzes bedroht seien.

Stellungnahme des Schweizerischen Rates der Religionen zur Verhüllungsverbotsinitiative:
https://www.ratderreligionen.ch/wp-content/uploads/SCR-Stellungnahme_Verhuellungsverbotsinitiative.pdf

EKS-Medienmitteilung zur Verhüllungsverbotsinitiative:
https://mailchi.mp/evref/medienmitteilung_rat-eks-argumente-gegen-ein-verhuellungsverbot?e=97c07e3247

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Symbole für gleichgeschlechtliche Beziehungen © Grafik: anjawbk/pixabay

Evangelische Allianz unterstützt Referendum zur «Ehe für alle»

Zürich/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Schweiz

Das eidgenössische Parlament hat in der Wintersession 2020 seine Beratungen zur «Ehe für alle» abgeschlossen und die Vorlage in der Schlussabstimmung befürwortet. Zwei Referendumskomitees haben inzwischen mit der Unterschriftensammlung begonnen, um eine Volksabstimmung zu erwirken. Laut einer Medienmitteilung unterstützt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES das Referendum und ruft zur Unterzeichnung auf.

Nach dem Ja zur «Ehe für alle» im National- und Ständerat haben sich zwei überparteiliche Referendumskomitees formiert: «Nein zur Ehe für alle» und «NEIN zur Samenspende für gleichgeschlechtliche Paare». Beide werden gemäss SEA von zahlreichen Parlamentarierinnen und Parlamentariern verschiedener Parteien getragen und hätten das Ziel, bis am 10. April mindestens 50.000 beglaubigte Unterschriften gegen die «Ehe für alle» zu sammeln. Demnach empfiehlt die Schweizerische Evangelische Allianz, das Referendum gegen die «Ehe für alle» zu unterstützen, damit das Volk darüber entscheiden kann.

Gleichgeschlechtliche Paare: Adoption von Kindern und Samenspende möglich
Die vom Parlament verabschiedete Gesetzesvorlage sieht vor, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, ihnen die gemeinschaftliche Adoption von Kindern und für verheiratete lesbische Paare die Samenspende zu ermöglichen.

SEA: Kein zwingender Grund für absolute Gleichbehandlung
Die SEA-RES habe sich bereits in der Vernehmlassung aus mehreren Gründen ablehnend zur Vorlage geäussert, heisst es in der Mitteilung, unter anderem wegen negativen Folgen für das Kind, wenn es entweder ohne Mutter oder ohne Vater aufwachse. Im Weiteren gebe es keinen zwingenden Grund für eine absolute Gleichbehandlung von hetero- und homosexuellen Partnerschaften, die sich in einem zentralen Punkt, der Fähigkeit zur natürlichen Fortpflanzung, unterscheiden würden. Die SEA folgert, dass eine Öffnung der Fortpflanzungsmedizin für weibliche Paare früher oder später in die Forderung nach einer Leihmutterschaft für männliche Paare und damit in eine Instrumentalisierung des menschlichen Körpers münden könne.

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Eine Mitarbeiterin der Malteser bereitet eine Covid-19-Impfung vor © Foto: Andreas Heuck / Haus Wittelsbach

Freikirchen in der Schweiz empfehlen Covid-19-Impfung

Pfäffikon, ZH/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Schweiz

Nachdem der Dachverband Freikirchen.ch seit Anbeginn der Pandemie in Absprache mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Schutzkonzept entwickelt und laufend den neuen Begebenheiten angepasst hat, publizierte er eine Empfehlung bezüglich Covid-19-Impfung. Dafür hat der Dachverband ein ethisches Papier im Sinne einer Güterabwägung erarbeiten lassen und Empfehlungen von Ärztinnen und Ärzten eingeholt.

«Aus unserer Sicht wird dieser Prozess der Zulassung von Swissmedic und der Impfstrategie des BAG zuverlässig gemacht. Natürlich gibt es bei den Impfstoffen noch eine Reihe von offenen Fragen, vor allem in Bezug auf die Nachhaltigkeit des Impfschutzes. Trotzdem empfehlen wir ausdrücklich, dass wir uns impfen lassen. Dies in der Hoffnung, diesen schrecklichen Ausnahmezustand so bald wie möglich zu beenden, viele Erkrankungen zu vermeiden und andere zu schützen», schreibt der Dachverband.

Entscheidung für oder gegen Impfung bleibt eine persönliche Wahl
Für die Güterabwägung seien Wirkung und Nebenwirkung der Impfung mit den Auswirkungen einer Covid19-Erkrankung auf die Waagschale gelegt worden. «Die Entscheidung, sich impfen zu lassen oder nicht, ist die Entscheidung jedes einzelnen und sollte in Absprache mit seinem Gesundheitsdienstleister getroffen werden», so der Dachverband Freikirchen.ch.

"Ethisches Papier" mit Güterabwägung aus ethischer und medizinischer Sicht
Als Basis für diesen Entscheid hat der sowohl in Molekularbiologie als auch in Theologie promovierte Dozent für Ethik am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc), Dr. phil. Dr. sc. nat. Beat Schweitzer, ein ethisches Papier für den Dachverband Freikirchen.ch ausgearbeitet. Sein Fazit: «Auf beiden Seiten der Waage liegen in dieser Güterabwägung offene Fragen, insbesondere nach den möglichen Langzeitfolgen einer Impfung oder einer Erkrankung. Vieles wissen wir aber bereits jetzt. Vergleicht man die möglichen Nebenwirkungen und die möglichen Folgen einer Erkrankung, dann neigt sich die Waage deutlich zu Gunsten einer Impfung.» Wenn dann noch mitbedacht werde, dass eine Impfung eine Entlastung des Gesundheitswesens bedeutet und im besten Fall auch andere Menschen vor einer Ansteckung schützt, dann sei das Urteil umso deutlicher. Beat Schweitzer: «In der Summe empfiehlt sich deshalb eine Impfung gegen das Corona-Virus.»

Stellungnahme von Ärztinnen und Ärzten
Als Ergänzung zum ethischen Papier hat der Dachverband Freikirchen.ch Stellungnahmen von Ärztinnen und Ärzten eingeholt. So sagt Dr. med. Rebekka Russenberger, Hausärztin und Präsidentin Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Ärztinnen und Ärzte der Schweiz (AGEAS): «Ich empfehle die Impfung nicht nur als Schutz für sich selber, sondern auch als solidarische Handlung andern gegenüber... Zweifel und Ängste im Zusammenhang mit der Pandemie und der neuen Impfung verstehe ich, möchte aber ermutigen zur Dankbarkeit – auch für wissenschaftliche Erkenntnisse und Fortschritte.»

Professor Rudolf P. Wüthrich, Klinikdirektor, Klinik für Nephrologie am Universitätsspital Zürich (USZ) und Vorsteher der Freikirche FEG Winterthur erklärt: «Tausende von Menschen wurden bereits getestet, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Impfprodukte zu gewährleisten... Die Impfung ist berechtigterweise freiwillig, aber wir sollten uns aus Rücksicht gegenüber unseren Mitmenschen und zu unserer eigenen Bewahrung vor der Erkrankung dazu entschliessen.»

Der Hausarzt und Mitglied der Freikirche GVC Winterthur, Dr. med. Matthias Günthard, kommentiert: «Als Hausarzt sehe ich unterdessen vermehrt auch junge Patientinnen und Patienten, die unter Langzeitfolgen einer Coronavirus-Infektion leiden, z.B. lang andauernder Erschöpfung. Ich bin überzeugt, dass die kommenden Impfungen ein Segen sein werden, damit schlimme Krankheitskomplikationen nicht mehr auftreten.»

Aufruf der adventistischen Weltkirchenleitung zu Immunisierung
«Angesichts des weltweiten Ausmasses der Pandemie, der Todesfälle, der Behinderungen und der Langzeitfolgen von COVID-19, die sich in allen Altersgruppen abzeichnen, ermutigen wir unsere Mitglieder, eine verantwortungsvolle Immunisierung und die Förderung und Ermöglichung der Entwicklung dessen, was gemeinhin als Herdenimmunität bezeichnet wird, in Betracht zu ziehen...», schreibt die adventistische Weltkirchenleitung in ihren Erläuterungen vom 18. Dezember 2020 zur Covid-19-Impfung. Und weiter: «Die Entscheidung, sich impfen zu lassen oder nicht, ist die Entscheidung jedes einzelnen und sollte in Absprache mit seinem Gesundheitsdienstleister getroffen werden.» Persönliche Recherche zu diesem Thema sei aber wichtig, heisst es in dem Schreiben der adventistischen Weltkirchenleitung vom 18. Dezember 2020.

Über Freikirchen Schweiz
Freikirchen.ch ist der Dachverband der Freikirchen und christlicher Gemeinschaften in der Schweiz. Er ist ein nationaler Kirchenverband mit 20 freikirchlichen Bewegungen aus der Deutschschweiz, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Neben der Schweizer Bischofskonferenz und dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund versteht sich der Dachverband Freikirchen.ch als dritte Kraft der christlichen Kirchen in der Schweiz und als Sprachrohr für die gemeinsamen Anliegen der Freikirchen.

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Impfstoff gegen Covid-19. © Foto: Wilfried Pohnke auf Pixabay

Netzwerk «Kirche und Corona» kritisiert Impfempfehlung von Freikirchen.ch

Belp/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Schweiz

Ein Netzwerk "Kirche und Corona" beurteilt die Impfempfehlung des Verbandes Freikirchen Schweiz als "höchst problematisch", berichtet idea Schweiz, christliches Wochenmagazin. Eine Impfempfehlung sei nicht die Aufgabe eines Kirchenverbands kritisieren die 14 Mitunterzeichnenden Theologen und Ärzte des 10-Punkte-Papiers. Der damit aufgebaute "moralische Druck" polarisiere und behindere die Einheit unter Christen.

Die Unterzeichnenden befürchten, dass durch die Impfempfehlung des Freikirchenverbandes Christinnen und Christen, "die sich aus verständlichen Gründen vorläufig nicht impfen lassen wollen, als unsolidarisch, vielleicht sogar als fahrlässig und egoistisch" dastehen. Eine echte Freiwilligkeit sei so nicht mehr gegeben.

"Tendenziöse Stellungnahme"
Die vom Freikirchenverband publizierten ethischen Überlegungen seien unvollständig. "Von einer solchen kann nur dann gesprochen werden, wenn tatsächlich beide Seiten, also Nutzen und Risiko, objektiv und nüchtern dargestellt werden." Das Papier wird vom Netzwerk als "tendenziös" bezeichnet. Kritische und vorsichtige Stimmen kämen darin nicht zu Wort. In dieser Frage seien aber Vorsicht und Zurückhaltung nicht unwissenschaftlich. Das zeigten kritische Stimmen von Medizinern und Wissenschaftlern sowie eine geringe Impfbereitschaft beim Pflegepersonal.

Theologische Argumentation erwartet
Von einem Kirchenverband hätte man primär theologische Argumentationen im Zusammenhang mit der Pandemie erwartet, heisst es im Papier weiter. Zudem zählen laut idea Schweiz die Kritiker Fragen auf, die ihrer Meinung nach beantwortet werden sollten: "Wie sollen wir die Corona-Krise biblisch-theologisch einordnen? Wie ist die "Unterordnung unter die Obrigkeit", von der Paulus in Römer 13 spricht, theologisch zu verstehen? Was bedeutet Solidarität konkret? Vor welchen gesellschaftlichen Entwicklungen muss gewarnt werden?"

Verband soll seine Empfehlung überdenken
Die Kirchen sollten jetzt eine "seriöse ethische Debatte zu dieser komplexen und weltweiten Krise anmahnen". Wie einer der Unterzeichner, der Mediziner und Pastor Peter Prock sagt, erwarte man, dass der Freikirchenverband seine Empfehlung überdenke und eine ausgewogene Lagebeurteilung "ohne einseitige Impfempfehlungen kommuniziert".

Hinweise der adventistischen Weltkirchenleitung zur Immunisierung
Der Adventistische Pressedienst APD Schweiz hat die Stellungnahme der adventistischen Weltkirchenleitung vom 18. Dezember 2020 publiziert, in der es heisst: «Angesichts des weltweiten Ausmasses der Pandemie, der Todesfälle, der Behinderungen und der Langzeitfolgen von COVID-19, die sich in allen Altersgruppen abzeichnen, ermutigen wir unsere Mitglieder, eine verantwortungsvolle Immunisierung und die Förderung und Ermöglichung der Entwicklung dessen, was gemeinhin als Herdenimmunität bezeichnet wird, in Betracht zu ziehen...», Und weiter: «Die Entscheidung, sich impfen zu lassen oder nicht, ist die Entscheidung jedes einzelnen und sollte in Absprache mit seinem Gesundheitsdienstleister getroffen werden.» Persönliche Recherche zu diesem Thema sei aber wichtig, heisst es im Schreiben.

Impfempfehlung des Dachverbands Freikirchen.ch: https://freikirchen.ch/wp-content/uploads/2021/01/2021.01.04_Medienmitteilung_Freikirchen-Impfung.pdf

Ethische Überlegungen des Dachverbands Freikirchen.ch zur Covid-19-Impfung
https://freikirchen.ch/wp-content/uploads/2021/01/2021.01.04_Ethische-Ueberlegungen-zur-Covid-19-Impfung.pdf

Stellungnahme des Netzwerks «Kirche und Corona» zur Impfempfehlung der Freikirchen:
http://www.ideaschweiz.ch/fileadmin/schweiz/Dokumente/Stellungnahme_zu_Impfempfehlung_v2

Diese Meldung wurde zuerst bei idea Schweiz publiziert:
http://www.ideaschweiz.ch/frei-kirchen/detail/kritik-an-der-freikirchlichen-impfempfehlung-114978.html

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Anandaban Spital bei Lalitpur, Nepal © Foto: D. Wahl

Welt-Lepra-Tag 2021: «Corona wirkt sich dramatisch aus»

Herzogenbuchsee/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Schweiz

«Der Welt-Lepra-Tag ist ein internationaler Aktions- und Gedenktag», erklärt Markus Freudiger, Leiter der Lepra-Mission Schweiz. Speziell am Welt-Lepra-Tag vom 30 Januar 2021 ist, «dass wir in diesem Jahr alle mit Corona einen anderen Blick auf Krankheiten, Leiden, Sorgen und Ängste haben.» Lepra-Kranke kennen Isolation, weil sie von der Gesellschaft und der Familie oft für ein ganzes Leben ausgeschlossen werden, heisst es in der Medienmitteilung. Der Welt-Lepra-Tag 2021 wird gemeinsam mit dem «World NTD Day» (Neglegted tropical diseases) begangen, dem Tag des Bewusstseins für die Bekämpfung von rund 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten, zu denen auch Lepra gehört.

«Corona wirkt sich dramatisch aus. Lepra-Kranke sind sonst schon durch ihre Krankheit geschwächt», erklärt Markus Freudiger, Leiter der Lepra-Mission Schweiz. Deshalb seien sie besonders gefährdet. in Indien seien mehrere Mitarbeitende an Corona erkrankt und fünf Menschen gestorben, darunter zwei Ärzte. «Gerade am Welt-Lepra-Tag dürfen wir diese Menschen nicht vergessen, für dieses Opfer, das sie bringen, für diesen Einsatz, den sie leisten – da müssen wir einfach dankbar sein», sagt Freudiger.

Vier Millionen Lepra-Kranke und jährlich 200.000 Neuansteckungen
Am Welt-Lepra-Tag werde der vier Millionen Menschen gedacht, die an dieser Krankheit leiden sowie an die jährlich über 200.000 Menschen, die sich neu ansteckten, heisst es in der Mitteilung.

Privatpersonen, Kirchen sowie die DEZA unterstützen Lepra-Mission
Im vergangenen Jahr unterstützten laut Freudiger «viele Menschen, Kirchen und Institutionen die Arbeit der Lepra-Mission tatkräftig. Dafür sind wir sehr dankbar.» Die Lepra-Mission erhalte ab diesem Jahr erstmals Gelder aus Bundesbern via den Dachverband Interaction. «Mit den öffentlichen Geldern können wir Lepra-Kranke in Bangladesch noch besser fördern», so Markus Freudiger.

Kampagne «Zero Lepra»
Im vergangenen Jahr lancierte die Lepra-Mission zum Welt-Lepra-Tag die Kampagne «Zero Lepra». Markus Freudiger: «Wir arbeiten darauf hin, dass sich bis im Jahr 2035 niemand mehr neu ansteckt. Bei der Kampagne haben wir gerade auch durch neue Medien bekannt gemacht, dass Lepra noch existiert, heute aber heilbar ist. Wir rufen dazu auf, Teil dieser Initiative zu werden, mithelfen zu sensibilisieren und sich mit einem Spenden-Betrag daran zu beteiligen.»

30. Januar: Tag der vernachlässigten Tropenkrankheiten
Während der Welt-Lepra-Tag seit mehreren Jahrzehnten zu Ehren von Mahatma Gandhi, der sich unermüdlich für Lepra-Kranke einsetzte, begangen wurde, findet in diesem Jahr zum zweiten Mal der «World NTD Day» statt. Bei diesem geht es darum, 20 vernachlässigte Tropen-Krankheiten, zu denen auch Lepra gehört, in Erinnerung zu rufen, namentlich über die Sozialen Medien mit den Hashtags #EndTheNeglect und #BeatNTDs. Mehr als 270 Organisationen rufen dazu auf, darunter auch Universitäten, Pharma-Unternehmen und medizinische Zentren.

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Die Outbreak-Band spielte am PraiseCamp 2020 © Foto: Olivia Gossweiler/PraiseCamp 2020

Grösstes christliches Jugendcamp der Schweiz digital durchgeführt

Thun/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Schweiz

Vom 27. bis 31. Dezember 2020 fand das alle zwei Jahre stattfindende «PraiseCamp» statt, ein christliches Jugendcamp, an dem in früheren Jahren laut Organisatoren jeweils 6.500 Jugendliche teilgenommen haben. Hunderte von Jugendlichen beschäftigten sich am digital durchgeführten PraiseCamp 2020 mit dem Thema «MUTIG & FREI – Jesus nachfolgen». Die Videos der Programme seien nach dem Camp 40.000 Mal aufgerufen worden.

Gemäss der Medienmitteilung wollen die PraiseCamps den Glauben an Jesus Christus feiern und bezeugen sowie Gemeinschaft unter Christen ermöglichen. «Junge Menschen sollen im Camp in allen Lebensbereichen gefördert werden.»

Lokal und digital
Demnach sei der Livestream am Abend mit Inputs, Referaten und Musik jeweils aus Thun ausgestrahlt worden, dem zeitweise 1.000 Geräte live zugeschaltet gewesen seien, über die Einzelpersonen, Familien, WGs und Jugendgruppen das Programm mitverfolgt hätten. An den Nachmittagen sind laut der Medienmitteilung die Online-Workshops zu den Themen «SOS - bin ich Christ» oder «Gottes Reden verstehen» auf grosses Interesse gestossen.

Flexibilität
«Die aktuelle Lage erforderte im Vorfeld viel Flexibilität bei der Planung des PraiseCamps» und habe einige Anpassungen nötig gemacht, schreiben die Organisatoren. Positiv daran sei, dass erstmals Personen jeden Alters sporadisch am PraiseCamp reinschnuppern und teilnehmen konnten.

Jugendliche spenden 15.000 Franken für sechs soziale und karitative Projekte
Nachdem den Teilnehmenden am 30. Dezember sechs soziale und karitative Projekt vorgestellt worden waren, wurden innerhalb 24 Stunden rund 15.000 Franken dafür gespendet.

Organisatoren
Das PraiseCamp wird organisiert vom Bibellesebund, von Campus für Christus, King’s Kids und der SEA Jugendallianz und getragen sowie gestaltet von über 40 frei- und landeskirchlichen Verbänden und Organisationen. Es versteht sich als Unterstützung für die lokale kirchliche Arbeit.

Zur Webseite des PraiseCamp 2020: https://praisecamp.ch/

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Marc Jost, Präsident des Dachverbands INTERACTION © Foto: https://marcjost.ch/lebenslauf

Erstmals Programmpartnerschaft von INTERACTION mit DEZA

Zürich/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Schweiz

Der Dachverband christlicher Hilfswerke INTERACTION hat erstmals eine Programmpartnerschaft mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA abgeschlossen, der Agentur für internationale Zusammenarbeit im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA. In den Jahren 2021 und 2022 stehen INTERACTION rund 4,9 Millionen Franken an Bundesbeiträgen für Entwicklungsprojekte von INTERACTION-Mitgliedern im Ausland zur Verfügung, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA in einer Medienmitteilung. Damit anerkenne «die DEZA das Potenzial glaubensbasierter Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit», so Marc Jost, Präsident des Dachverbands INTERACTION.

Das «ist ein Meilenstein für INTERACTION», den nationalen Dachverband von 37 christlichen Hilfswerken, schreibt die SEA. Der Dachverband INTERACTION sei neuer Programmpartner der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit im Rahmen der Strategie der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz. Damit profitierten seine 37 Mitglieder im 2021 und 2022 von Unterstützungsbeiträgen von insgesamt rund 4,9 Millionen Franken. «Diese Partnerschaft war vor über zehn Jahren das Ziel bei der Gründung von INTERACTION», unterstreicht Präsident Marc Jost deren Bedeutung.

Acht Projektländer in fragilen Kontexten
Im Rahmen des «Learning 360» genannten Programms von INTERACTION könnten vorerst primär die drei Mitgliederwerke «Morija», «Food for the Hungry Schweiz» und «Lepra-Mission» Bundesbeiträge für ihre Projekte einsetzen. Diese würden der Bevölkerung in acht Ländern in Subsahara-Afrika und Asien zugute kommen, für die das Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele gemäss UN-Agenda 2030 eine grosse Herausforderung darstelle. Der Fokus der unterstützten Projekte liege auf dem 4. UN-Entwicklungsziel, einer hochwertigen Bildung. Dies sei ein Menschenrecht, das in diesen Ländern häufig nicht respektiert werde, so die SEA.

Beitrag für Innovation und Weiterentwicklung von INTERACTION-Mitgliedern
Darüber hinaus sei in der Programmvereinbarung mit der DEZA explizit auch ein nennenswerter Beitrag für Innovation und Weiterentwicklung der Organisationen vorgesehen. Davon könnten grundsätzlich alle INTERACTION-Mitglieder profitieren, um die Qualität ihrer Projekte im Ausland weiter zu verbessern. Für Marc Jost ist dieser Innovationsbeitrag ein Vertrauensbeweis: «Damit anerkennt die DEZA das Potenzial glaubensbasierter Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit.»

Kampagne «StopArmut» vor unsicherer Entwicklung
Praktisch zeitgleich habe der Bundesrat kurzfristig entschieden, dass Schweizer Hilfswerke Gelder der DEZA nicht mehr für Informations- und Bildungsarbeit im Inland einsetzen dürften, heisst es in der Mitteilung. So dürfe die Kampagne «StopArmut» – ebenfalls Teil von INTERACTION – ab sofort keine Bundesgelder für ihre Sensibilisierungsarbeit in der Schweiz mehr verwenden. Erstmals nach sieben Jahren müsse sich «StopArmut» wieder ausschliesslich durch private Spenden finanzieren.

Zur Homepage von INTERACTION: https://www.interaction-schweiz.ch/

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Symbolbild – Impfstoff gegen Covid-19 © Foto: hakan-nural/unsplash

Adventisten in Deutschland äussern sich zu Covid-19-Impfung

Hannover und Ostfildern/Deutschland | 29.01.2021 | APD | International

Nach vermehrten Anfragen aus den Kirchengemeinden zur Praxis der Impfung im Zusammenhang mit der Corona Pandemie veröffentlichten am 4. Januar die überregionalen Kirchenleitungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (FiD) eine erweiterte Stellungnahme. Zuvor hatte sich die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) bereits am 18. Dezember zu Impfungen geäussert. Es gehe den Autoren mit diesen Ausführungen darum, die Position der Freikirche aus theologischer und medizinischer Sicht darzustellen. Die Stellungnahme könne als Anregung verstanden werden, sich seine eigene Meinung zum Thema COVID-19-Impfung zu bilden.

Theologische und medizinische Aspekte
In dem sechsseitigen Dokument bringen die beiden Kirchenleiter Pastor Johannes Naether (Hannover) und Pastor Werner Dullinger (Ostfildern) im ersten Teil einige theologische Überlegungen zu Papier. In einem zweiten medizinischen Teil beantwortet der Pandemiestab des adventistischen Krankenhauses Waldfriede in Berlin, unter der Leitung von Bernd Quoss, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verein für Gesundheitspflege e.V. drängende Fragen und vermittelt medizinische Fakten und Hintergrundinformationen.

Christen haben den Auftrag, sich heilsam dem Menschen zuzuwenden
Die beiden Theologen sehen das Handeln Gottes als ein „ganzheitliches Werk am Menschen“. Exemplarisch werde das im Neuen Testament der Bibel besonders durch Jesus, der sich heilend dem Menschen zugewandt habe. Dieses ganzheitliche Werk schliesse Geist, Seele und Leib ein und habe die Vollendung zum Ziel.

Solange aber diese Vollendung durch Gott noch ausstehe, seien Christen als Nachfolger Jesu aufgerufen, sich ebenfalls heilsam den Menschen zuzuwenden und soviel in ihrem Vermögen steht, Not und Krankheit zu lindern. Sie folgten damit dem Auftrag Jesu, der seine zwölf Jünger zu sich rief und ihnen Macht über die unreinen Geister gab, dass sie die austrieben und sie dann alle Krankheiten und alle Gebrechen heilten (Matthäus 10,1).

In der Tradition der Freikirche sähen sich Adventisten „aus Glauben diesem Auftrag verpflichtet, der zu einem Bestandteil praktischer Verkündigung wurde“, so Naether und Dullinger. Verantwortungsvolles Handeln bedeute auch, dass das jeweils beste verfügbare Wissen und der aktuelle Stand der medizinischen Wissenschaft zu berücksichtigen sei. Der Mensch sei mit Verstand von Gott ausgestattet, daher seien sie überzeugt, dass medizinisches Fachwissen und wissenschaftliche Standards eingesetzt werden müssten, damit Menschen geheilt werden könnten.

Impfung eine Frage des Gewissens aber auch Geste der Nächstenliebe
Vor diesem Hintergrund verweisen die Kirchenleiter auf die Stellungnahme der Weltkirchenleitung vom 18. Dezember 2020, die unter anderem klarstelle: „Wir sind nicht das Gewissen des einzelnen Kirchenmitglieds und erkennen Entscheidungen an, die vom Individuum getroffen werden. Die Entscheidung, sich impfen oder nicht impfen zu lassen, ist kein Dogma und keine Lehre der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten und sollte nicht als solche angesehen werden.“

Dem schliessen sich die beiden an und betonen ausdrücklich, dass die Entscheidung, sich impfen oder nicht impfen zu lassen, in der Selbstverantwortung jedes einzelnen Menschen liege. Die Haltung als Freikirche resultiere aus dem Wissen, dass es noch keine Verfahren gebe, die als absolut risikolos zur Bekämpfung einer Pandemie eingestuft werden könnten. In der Beurteilung des Impfens müssten diese seltenen, aber möglichen Risiken mit den Risiken durch die jeweilige Erkrankung und deren Komplikationen ins Verhältnis gesetzt werden. Nach ihrer Einschätzung ergebe sich bei den empfohlenen Impfungen eine eindeutige Bilanz zugunsten der Impfung. So gesehen besitze das Impfen auch eine solidarische Komponente und Geste der Nächstenliebe.

Medizinische Aspekte ausführlich erläutert
Im medizinischen Teil beantworten der Pandemiestab des Krankenhauses Waldfriede in Berlin (eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten) mit dem Deutschen Verein für Gesundheitspflege e.V. sehr ausführlich ganz praktische Anliegen wie: „Wie sicher ist der COVID-19 Impfstoff?“, „Wie erfolgt die Impfung gegen COVID-19?“, „Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden während der Testphase nach einer COVID-19 Impfung beobachtet?“, „Wieviel Prozent der Bevölkerung sollten sich gegen COVID-19 impfen lassen?“, „Kann die Impfung gegen COVID-19 das Erbgut (DNA) verändern?“ und „Können neue Mutationen den Impfstoff gegen COVID-19 unwirksam machen?“

Stellungnahme als Anregung zur eigenen Meinungsbildung
Es gehe den Autoren mit diesen Ausführungen darum, die Position der Freikirche aus theologischer und medizinischer Sicht darzustellen. Die Stellungnahme könne als Anregung verstanden werden, sich seine eigene Meinung zum Thema COVID-19-Impfung zu bilden.

Die Stellungnahme kann als Dokument heruntergeladen werden:
https://www.adventisten.de/utility/dokumente-und-stellungnahmen/

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Symbolbild - Zuwendung © Foto: PublicDomainPictures auf Pixabay

„Niemand soll allein sterben müssen!“ fordern deutsche Pfingstgemeinden

Erzhausen/Deutschland | 29.01.2021 | APD | International

Bedingt durch die derzeitigen Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie in Deutschland sei es für die Angehörigen nur schwer möglich, ihre sterbenden Familienmitglieder im Krankenhaus oder Altenheim zu besuchen. Hinzu komme, dass auch Pastoren und ehrenamtlichen Seelsorgern vieler Orts der Zutritt verwehrt werde. Dieser Umstand, auf seelischen Beistand verzichten zu müssen, treibe Sterbende und Angehörige in eine grosse innere Not, so der Vorstand des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) in Deutschland.

„Menschen sterben einsam in dieser Pandemie – das kann und darf nicht sein!“, klagt der Vorstand des BFP in einem Aufruf. Er empfinde es als menschenunwürdig und verantwortungslos, wenn Sterbenden ihr Wunsch nach Begleitung durch den ihnen vertrauten Seelsorger in Krankenhäusern, Altenheimen und Hospizeinrichtungen verwehrt werde. Deshalb der Aufruf: „Niemand soll allein sterben müssen. Niemand darf allein gelassen werden!“ Wenn Menschen gerade in dieser Phase seelsorgerliche Begleitung wollen, müsse das möglich sein.

Seelsorger bevorzugt impfen
Der BFP-Vorstand fordert die Verantwortlichen in Regierung und Verwaltung auf, für Regelungen zu sorgen, die den Zugang zu Menschen in seelsorgerlicher Not zu ermöglichen. Menschen müssten im Sterbeprozess begleitet werden dürfen, um Schaden vom Einzelnen und der ganzen Gesellschaft abzuwenden. Der Vorstand halte es auch für erforderlich, dass für diesen Dienst entsprechende und vorgeschriebene Schutzausrüstungen kostenlos zur Verfügung gestellt werden, wenn sich sterbende Menschen in Einrichtungen befinden. Ausserdem gelte es Pastoren und von Kirchengemeinden beauftragte Seelsorger im sogenannten Gruppen-Ranking der Impfprioritäten als systemrelevant einzustufen und ihnen einen bevorzugten Zugang zur Covid-19 Schutzimpfung zu ermöglichen.

BFP
Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) ist die zweitgrösste Freikirche innerhalb der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland. Zum BFP zählen 62.872 Mitglieder in 836 Kirchengemeinden. 325 davon sind Migrationsgemeinden. Einschliesslich der Kinder, Jugendlichen und regelmässigen Gästen gehören etwa 181.255 Personen dem BFP an (Stand 01.01.2019).
Weitere Informationen unter www.bfp.de.

Einschränkung der Grundrechte regelmässig überprüfen und kritisch begleiten
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland wies in ihrer „Stellungnahme zur aktuellen Pandemielage“ vom November 2020 darauf hin, dass laut Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 10. April 2020 Eingriffe in die Religions‐ und Weltanschauungsfreiheit aufgrund der Pandemie zwar gerechtfertigt seien, aber der regelmässigen Überprüfung bedürften. Gerade Christen wären in der Krise herausgefordert, Menschen zu begleiten und ihnen Hoffnung zuzusprechen. Das geschehe durch das Evangelium von Jesus Christus, weil in ihm die Nähe Gottes zu jedem einzelnen Menschen zum Ausdruck komme, so die Freikirchenleitung. In dem sensiblen Bereich der Grundrechtseinschränkungen seien auch Christen nicht von der Verantwortung entbunden, Einschränkungen zu hinterfragen oder Beschränkungen kritisch zu begleiten.

Weitere Informationen: www.adventisten.de.

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© der-paritaetische.de

„SOFORTHILFEN FÜR DIE ARMEN - JETZT!”

Hannover/Deutschland | 29.01.2021 | APD | International

Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) in Deutschland beteiligt sich gemeinsam mit weiteren Spitzenvertreter*innen von 36 bundesweiten Gewerkschaften und Verbänden an einem gemeinsamen Aufruf und Forderung zur zügigen Anhebung der Regelsätze in Hartz IV und Altersgrundsicherung auf mindestens 600 Euro sowie sofortige zusätzliche Corona-Hilfen für arme Menschen.

Das Spektrum der Unterzeichnenden des Aufrufs „SOFORTHILFEN FÜR DIE ARMEN - JETZT!!” reicht von Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, über Kultur, Wohnen, Umwelt bis zu Selbsthilfe und Gesundheit. Auch der Paritätische Gesamtverband hat sich an diesem Aufruf beteiligt. Eine derart breite zivilgesellschaftliche Allianz für eine bedarfsgerechte, armutsfeste Anpassung der Regelsätze auf ein konkretes Niveau gab es noch nie. Die bisherige politische Unterlassung, arme Menschen durch eine auskömmliche Grundsicherung und effektive Corona-Hilfen zu entlasten, komme einem “armutspolitischen Offenbarungseid” gleich, so die Kritik.

Die Unterzeichnenden appellieren an die Bundesregierung, endlich armutspolitisch aktiv zu werden. Sie fordern für Bezieher*innen von Hartz IV und Grundsicherung für Alte und Erwerbsgeminderte die bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro sowie für die Dauer der Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro. Darüber hinaus sei die Finanzierung der Anschaffung eines internetfähigen Computers sowie notwendiger Software für arme Schüler*innen als einmalige Leistung sicherzustellen. Schließlich sei eine Erneuerung der Miet- und Kreditmoratorien dringend notwendig, um Mieter*innen bei andauernder Pandemie vor Wohnungsverlust zu schützen.

„Die Armut in unserem Land nimmt leider immer mehr zu – insbesondere in dieser Zeit der Covid-19-Pandemie. Das darf nicht ignoriert werden. Von daher ist es jetzt unabdingbar, dass die Bundesregierung sehr zügig dagegen etwas unternimmt“, sagt Volkmar Proschwitz, geschäftsführender Vorsitzender des Advent-Wohlfahrtswerkes e.V..

Christian Molke, geschäftsführender Vorstand der adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland e.V. meint: „Eine globale Pandemie darf nicht dazu führen, dass wir die Leiden unserer Mitmenschen ignorieren. Wir sind mit offenem Herzen und Augen für die Ärmsten der Armen in aller Welt tätig. Dasselbe erwarten wir auch von den politisch Verantwortlichen in unserem Land. Es schmerzt besonders, wenn in einem wohlhabenden Land wie Deutschland, Menschen, die es ökonomisch ohnehin schwer haben, durch die Pandemie besonders benachteiligt sind. Sie brauchen unsere unbedingte Solidarität!“

Advent-Wohlfahrtswerk (AWW)
Das 1897 gegründete Advent-Wohlfahrtswerk ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Es ist Mitbegründer und Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Im Sozialwerk sind bundesweit etwa 200 Ehrenamtliche in den AWW-Helferkeisen und etwa 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen tätig. Seit seiner Gründung bietet das AWW vielfältige Hilfe und Unterstützung gerade auch für arme, notleidende und benachteiligte Menschen in der Gesellschaft an.

Zum Volltext des Aufrufs sowie einer Auswahl weiterer Zitate der Unterzeichnenden: https://www.der-paritaetische.de/presse/aufruf-soforthilfen-fuer-arme

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Senatskaplan Barry C. Black: «Die Macht über Leben und Tod liegt auf der Zunge» © Foto: Becket Fund for Religious Liberty

Adventisten reagieren auf Ereignisse am US-Kapitol

Columbia, Maryland/USA | 29.01.2021 | APD | International

Am 7. Dezember bezeichnete die teilkontinentale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika (North American Division NAD) das gewaltsame Eindringen von Randalierenden am 6. Januar ins US-Kapitol, in Washington D.C., als «traumatisch für die meisten Amerikaner» und «schockierend» für die Menschen auf der Welt.

Die nordamerikanische Kirchenleitung der Adventisten «bejaht das Recht der Menschen, respektvoll zu protestieren, verurteilt aber aufs Schärfste die verwerflichen Aktionen der Randalierer, die eine klare Missachtung der Sicherheit anderer, der Institution der Demokratie und des demokratischen und geordneten Prozesses des Regierungswechsels darstellen».

In der Stellungnahme werden die adventistischen Kirchenmitglieder aufgefordert beim nachdenkenden Verarbeiten des Geschehenen im Gebet die Aussagen zum Frieden in Philipper 4, 7 zu bedenken: «Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid» (Hoffnung für Alle).

Unterschiedliche politische Auffassungen in der Kirche sollen nicht spalten
Die Erklärung schliesst mit der Feststellung, dass von adventistischen Kirchenmitgliedern die unterschiedlichsten politischen Auffassungen vertreten werden und der Aufforderung zu friedlichem Zusammenarbeiten sowie Gebet für die Politiker: «Wir sind uns bewusst, dass unsere Mitglieder in den USA ein breites Spektrum von Standpunkten und Positionen zu vielen Themen vertreten. Möge die Liebe Gottes uns zusammenführen, wenn wir uns gegenseitig und den Gemeinden, in denen wir leben und arbeiten, die Hand reichen. Möge Gott uns allen Frieden, Kraft und Weisheit schenken, während wir als Bürger in diesem Land dienen. Als Nachfolger Christi lasst uns gemeinsam für unsere Gemeinwesen und unsere Politiker beten und dafür, dass der Geist Gottes die Oberhand gewinnt»

Senatskaplan Black: «Die Macht über Leben und Tod liegt auf der Zunge»
Der adventistischer Senatskaplan Barry C. Black beschloss in den frühen Morgenstunden des 7. Januar die durch Gewalt der Randalierer unterbrochene Sitzung des US-Kongresses mit einem Gebet, welches «die Kammer mit Wucht» durchdrungen habe, schreibt die «New York Times»: «Wir beklagen die Entweihung des Kapitols der Vereinigten Staaten, das Vergiessen von unschuldigem Blut, den Verlust von Menschenleben und den Strudel der Funktionsstörungen, die unsere Demokratie bedrohen», sagte Black, und: «Diese tragischen Ereignisse haben uns daran erinnert, dass Worte wichtig sind und dass die Macht über Leben und Tod auf der Zunge liegt». Senatskaplan Barry C. Black schloss sein Gebet mit der Bitte: «Benutze uns, um Heilung und Einheit in unsere verletzte und gespaltene Nation und Welt zu bringen.»

Link zum Gebet von Barry C. Black: https://www.youtube.com/watch?v=Yg_wtp6XhPA

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Rettungsschiff Ocean Viking © Foto: Fabian Mondl / SOS MEDITERRANEE

Rettungsschiff „Ocean Viking“ bringt 373 Gerettete nach Sizilien

Berlin/Deutschland | 29.01.2021 | APD | International

Das nach über fünfmonatiger Zwangspause ins Mittelmeer zurückgekehrte Rettungsschiff Ocean Viking hat von italienischen Behörden einen Hafen zugewiesen bekommen und darf die 373 aus dem zentralen Mittelmeer geretteten Menschen im sizilianischen Augusta an Land gehen lassen. Die Ausschiffung sei für den heutigen Montag geplant, teilte die das Schiff betreibende europäische Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE mit. Deren Rettungsteam hatte in drei Einsätzen am 21. und 22. Januar vergangener Woche mehrere Hundert Kinder, Frauen und Männer aus vier in der libyschen Such- und Rettungszone in Seenot geratenen Schlauchbooten gerettet.

374 Menschen gerettet
Innerhalb von 48 Stunden, so berichtete die SOS MEDITERRANEE am 22. über ihren Twitter-Account, habe die Ocean Viking 374 Menschen aus vier überbesetzten Booten aufgenommen. Unter den Geretteten auf der OceanViking seien 21 Babys, 35 Kinder, 131 unbegleitete Minderjährige und zwei schwangere Frauen. Am 23. Januar war eine hochschwangere Frau bereits nach Lampedusa notevakuiert worden.

SOS MEDITERRANEE nahm die Zuweisung eines sicheren Hafens mit Erleichterung auf. Die Wetterbedingungen hätten sich seit dem 22. Januar zunehmend verschlechtert und Regen, Wind und hoher Seegang setzten den geretteten Menschen auf der Ocean Viking zu. Luisa Albera, Such- und Rettungskoordinatorin an Bord der Ocean Viking: „Wir haben eine weitere langwierige Wartezeit auf See befürchtet ohne Zuweisung eines sicheren Ortes, so wie wir es in der Vergangenheit leider oft erleben mussten. Das Wetter hätte sich in den letzten 48 Stunden rapide verschlechtert, die zahlreichen Babys und kleinen Kinder an Bord litten besonders unter Seekrankheit.

„Von den Überlebenden an Bord haben wir entsetzliche Berichte über die unmenschlichen Zustände in Libyen gehört”, berichtet Albera weiter. „Wir haben von Schiffbrüchen und durch die libysche Küstenwache abgefangenen Booten erfahren”. Diese bringe die fliehenden Menschen zurück nach Libyen, was Seevölkerrecht widerspreche. Die Ocean Viking sei zurzeit das einzige zivile Rettungsschiff, das im zentralen Mittelmeer im Einsatz ist, fast alle anderen seien durch Behörden festgesetzt.

EU-Lösung zur Aufnahme Geretteter dringend erforderlich
„Wir sind für die 373 Menschen an Bord unseres Schiffes sehr erleichtert. Allerdings betonen wir, dass es dringend eine effektive Koordination der staatlich geführten Such- und Rettungsmassnahmen im zentralen Mittelmeer braucht. Menschenleben hängen hiervon ab. Während aktuell die Zivilgesellschaft versucht diese Lücke zu füllen, müssen die EU-Mitgliedsstaaten eine Lösung für einen schnellen und planbaren Mechanismus zur Aufnahme der Geretteten finden. Die EU muss die europäischen Küstenstaaten unterstützen und sich für die Einhaltung des Seerechts an unseren gemeinsamen Grenzen am Mittelmeer einsetzen", fordert Albera.

Hintergrund
Die Ocean Viking rettete am 21. und 22. Januar 2021 in drei verschiedenen Rettungsaktionen in der libyschen Such- und Rettungszone 374 Menschen aus vier in Seenot geratenen Schlauchbooten. Drei der Boote wurden den Seebehörden und der Ocean Viking über das zivile Netzwerk Alarm Phone gemeldet und mit Unterstützung von zivilen Flugzeugen, Moonbird (Sea-Watch) und Colibri II (Pilotes Volontaires), gesichtet. Eines wurde mit einem Fernglas von der Brücke der Ocean Viking aus entdeckt. Mehrere andere Boote, die in Seenot geraten waren, wurden von der libyschen Küstenwache abgefangen, wie die Einsatzkräfte der zivilen Luftaufklärung berichteten.

Nachdem die Ocean Viking in der Zeit vom 21. bis 24. Januar zweimal bei den libyschen Seebehörden nach einem sicheren Ort für die Anlandung der Geretteten angefragt hatte, bat sie die italienischen und maltesischen Rettungskoordinationszentren (RCCs) um Unterstützung. Schliesslich wurde ihr am späten Nachmittag des 24. Januar von den italienischen Behörden als Ausschiffungsort Augusta auf Sizilien zugewiesen.

SOS MEDITERRANEE
SOS MEDITERRANEE ist eine europäische Nichtregierungsorganisation (NGO) zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer. Sie hat sich 2015 in Berlin gegründet, war von Februar 2016 bis Dezember 2018 mit der Aquarius und seit August 2019 mit dem Rettungsschiff Ocean Viking im zentralen Mittelmeer im Einsatz. Bis dato konnte SOS MEDITERRANEE insgesamt 31.799 Menschen aus Seenot bzw. vor dem Ertrinken retten. Die Organisation setzt sich auf allen Ebenen dafür ein, dass auf dem Mittelmeer Seenotrettung nicht mehr blockiert und Seerecht nicht mehr gebrochen wird. Als Teil eines Konsortiums unterstützt auch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA die Arbeit von SOS MEDITERRANEE ideell und finanziell.

Zur Pressemeldung von SOS MEDITERRANEE:
https://sosmediterranee.de/press/sos-mediterranee-bringt-373-gerettete-nach-sizilien/

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Indiana Convention Center, Indianapolis/USA © Foto: www.icclos.com

Weltsynode der Adventisten auf 2022 verschoben

Silver Spring, Maryland/USA | 29.01.2021 | APD | International

Am 12. Januar gab Adventist News Network ANN, das offizielle Nachrichtenorgan der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, via Twitter bekannt, dass die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) vom Mai 2021 auf die Zeit vom 6. bis 11. Juni 2022 verschoben wurde.

Das Exekutivkomitee der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten habe dafür gestimmt, so die ANN-Meldung, die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2021 aufgrund der anhaltenden Ausbreitung und der nachhaltigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Juni 2022 zu verschieben.

Damit wurde die Vollversammlung, die ursprünglich für Juni 2020 geplant war zum zweiten Mal verschoben. Geplant war, dass die Weltsynode von 2020 im Mai 2021 stattfinden sollte. Die anhaltende Coronavirus-Pandemie habe nun zu dieser zweiten Verschiebung auf Juni 2022 geführt. Gemäss den Arbeitsrichtlinien (Working Policy) der Weltkirchenleitung kann eine Weltsynode nur bis zu zwei Mal verschoben werden.

Zur ausführlichen ANN-Meldung auf Englisch: https://adventist.news/en/news/leaders-vote-to-postpone-general-conference-session-2020-for-a-second-time

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Neubau Gemeindezentrum und Kindertagesstätte der Adventisten in Fürth © Foto: AWW

Deutschland: Kindergarten der Adventisten in Fürth wird eröffnet

Fürth/Deutschland | 29.01.2021 | APD | International

Trotz verstärkter Corona bedingter Einschränkungen wird der Kindergarten des Advent-Wohlfahrtswerkes (AWW) in Fürth, nordwestlich von Nürnberg/Bayern, wie geplant am 11. Januar wieder am gewohnten Standort öffnen. Nach nur 17 Monaten Bauzeit konnte die Kindertagesstätte (Kita) im neuen Gemeindezentrum der Adventgemeinde fertiggestellt und kann nun seiner Bestimmung übergeben werden. Gestartet wird mit der geforderten Notbetreuung.

Fünf Jahre Planung – 17 Monate Bauzeit
"Mit grosser Dankbarkeit können wir berichten, dass der dringende Wunsch nach neuen Räumlichkeiten für den Kindergarten nach insgesamt fünf Jahren Planungs- und Bauzeit in Erfüllung ging und die Einrichtung in Betrieb gehen konnte", berichtet Jürgen Hildebrandt, Fachbereichsleiter für frühkindliche Bildung und Erziehung im Advent-Wohlfahrtswerk. Vorausgegangen seien verschiedene Überlegungen zu Renovierungen am bisherigen Gebäude. Im Dezember 2018 sei schliesslich der Bauantrag für einen kompletten Neubau gestellt worden. In der Bauphase habe nach kurzfristiger Anmietung einer leerstehenden Ladenfläche direkt gegenüber der Kita-Betrieb mit einer Gruppe von 24 Kindern weitergeführt werden können.

Dankbar für unfallfreie Bauzeit und finanzielle Unterstützung durch die Stadt
"Dankbar blicken wir auf eine erfolgreiche und unfallfreie Bauzeit zurück. Sogar der Zeitplan konnte trotz Corona-Krise eingehalten werden. Wir haben auch darin den Segen Gottes erlebt", so erzählt Jürgen Hildebrandt weiter.

Die Stadt Fürth habe einen nicht unerheblichen finanziellen Beitrag für den Neu- und Umbau der Einrichtung dazu gegeben. Anders wäre dieses Projekt nicht realisierbar gewesen. Dafür gehe ein grosser Dank an die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt.

Advent-Kita Fürth
Der überkonfessionell christliche Kindergarten wird nach einem kulturübergreifenden Konzept unter der bewährten Leitung von Andrea Zagel arbeiten. Auf der neu gestalteten Fläche von insgesamt ca. 940 m², verteilt auf zwei Etagen können zukünftig rund 60 Kinder in drei Gruppen betreut werden. Jeder Gruppe stehen ein Gruppenraum, ein Nebenraum sowie ein gemeinsam benutzter Bewegungsraum und ein lichtdurchfluteter Speiseraum mit Blick in den Garten zur Verfügung. Die neugestaltete Küche erlaubt eine frisch zubereitete und vollwertige Essensversorgung für alle Kinder. Mehr Informationen: https://advent-kita.de/.

Neues Gemeindezentrum der Adventisten
Die Kirchengemeinde der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Fürth erhält einen erweiterbaren Saal, neue Sanitäranlagen, eine eigene Küche sowie Jugend- und Lagerräume. Die gemeinsame Einweihungsfeier der Räume für den Kindergarten sowie jener der Kirchgemeinde hängt davon ab, wann Versammlungen dieser Art wieder möglich sind. Weitere Informationen: http://www.sta-fuerth.de.

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Coverbild zum Symposium © Foto: www.actalliance.org

Symposium zu Gleichberechtigung und Gendergerechtigkeit

Genf/Schweiz | 29.01.2021 | APD | International

Am 26. Januar findet das „7. Jährliche Symposium zur Rolle von Religion und Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, in internationalen Angelegenheiten“, statt. Die Teilnehmenden werden wegen der Corona-Pandemie von 14:00 bis 18:30 Uhr online zusammenkommen und sich schwerpunktmässig mit der Überwindung der allgegenwärtigen Geschlechterungerechtigkeit und der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts beschäftigen.

Veranstalter des diesjährigen Symposiums ist die „Interinstitutionelle Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für Religion und Nachhaltige Entwicklung“. Das Symposium wird organisiert vom Ökumenischen Rat der Kirchen, dem ACT-Bündnis, dem Gremium für Kirche und Gesellschaft der Evangelisch-Methodistischen Kirche, Islamic Relief, der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Soka Gakkai International, der United Religions-Initiative, der Frauenorganisation der Vereinten Nationen UN Women und dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA).

Das Symposium beginnt mit der Podiumsdiskussion „Multi-Stakeholder-Zusammenarbeit zur Beschleunigung von Gleichberechtigung, Gleichstellung und Gerechtigkeit“. Danach folgt das Grundsatzreferat „Die zeitgemässe Dringlichkeit von Gleichberechtigung, Gleichstellung und Gerechtigkeit: Einordnung des Themas“. Sprecher ist der aus dem Senegal stammende Theologe Dr. Ganoune Diop, Generalsekretär der International Religious Liberty Association (IRLA) und Direktor der Abteilung für Öffentliche Angelegenheiten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten. Respondenten sind Professorin Charlotte Bunch, Founding Director & Senior Scholar, Center for Women's Global Leadership, Rutgers University in Camden, New Jersey/USA, Shahin Ashraf, Leiterin der globalen Abteilung für Interessenvertretung, Islamic Relief Worldwide, und die frühere leitende Rabbinerin der Bewegung des Reformjudentums, Laura Janner-Klaus.

Die 3. Sitzung befasst sich mit „Gleichberechtigung, Gleichheit und Gerechtigkeit: Frauen, die Frieden und Sicherheit fördern“. Es moderiert den Diskussionsbeitrag Ivy Koek, UN-Repräsentantin und Vertreterin der buddhistischen Vereinigung Soka Gakkai International. Bei der 4. Sitzung gibt es ebenfalls ein Podiumsgespräch unter Leitung von Pastor Dr. Liberato Bautista, stellvertretender Generalsekretär für UN- und internationale Anliegen der Evangelisch-methodistischen Kirche. Thema: „Geschlechtergleichheit, Gleichstellung und Gerechtigkeit: Pluralismus, Menschenrechte und Überschneidungen“. Das Symposium schliesst mit einer Aussprache zu „Partnerschaft und Verpflichtungen zur Verwirklichung von Gleichberechtigung, Gleichstellung und Gerechtigkeit“.

COVID-19 verschärft Lage von Mädchen und Frauen
Laut Veranstalterangaben habe die COVID-19-Pandemie die bestehende Ungerechtigkeit noch verschärft. Belege von verschiedenen Leistungserbringern deuteten auf einen erheblichen Anstieg der Fälle von häuslicher Gewalt im Kontext der Lockdowns hin, weil die Frauen und Kinder mit den Tätern unter einem Dach gefangen seien. Zudem hätten Dienste und Beratungsstellen, auf die viele Frauen angewiesen wären, in der Zeit der Pandemie schliessen müssen.

Zunehmend zeige sich weiterhin, dass insbesondere Mädchen durch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und die Schulschliessungen einem wachsenden Risiko ausgesetzt seien. Die langanhaltenden Schulschliessungen aufgrund der COVID-19-Pandemie bedeuteten für mehr als eine Milliarde Kinder weltweit eine Unterbrechung ihrer schulischen Ausbildung. Mädchen wären dadurch einem höheren Risiko ausgesetzt, Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt, Kinderheirat oder weiblicher Genitalverstümmelung zu werden. Auch könnten sie ungewollt schwanger werden oder sich mit HIV zu infizieren und gleichzeitig keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zu reproduktiver Gesundheitsfürsorge und entsprechenden Dienstleistungen haben.

Weitere Informationen zum Symposium:
https://www.oikoumene.org/de/events/7th-annual-symposium-on-the-role-of-religion-and-faith-based-organizations-in-international-affairs.

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Logo zum Jahr der Ökumene. © Foto: ACK Deutschland

ACK-Deutschland hat das Jahr der Ökumene 2021/2022 eröffnet

Hamburg/Deutschland | 29.01.2021 | APD | Ökumene

Mit einem zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen ist 24. am Januar in Hamburg das Jahr der Ökumene 2021/2022 eröffnet worden. Zu diesem Gottesdienst hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gemeinsam mit der ACK Hamburg eingeladen. Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der ACK Deutschland, betonte in seiner Predigt, dass Glaube und Handeln für Christen untrennbar zusammengehören.

Das Motto der Gebetswoche „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ aus dem Johannesevangelium drücke diesen Zusammenhang deutlich aus, so Miron im Gottesdienst, der in der Hauptkirche St. Petri in Hamburg gefeiert und von Christinnen und Christen aus den ACK-Mitgliedskirchen gestaltet wurde. Laut Miron bilde dies die Grundlage dafür, dass sich beispielsweise die ACK Deutschland zum einen bei der Feier des Tags der Schöpfung engagiere, zum anderen aber auch über theologischen Fragen diskutiere und auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt präsent sei. „Frucht bringen heisst also beides für uns: das ganz konkrete Handeln an unseren Nächsten und das Wachsen im Heiligen Geist, das diesem Handeln zugrunde liegt“, so der ACK-Vorsitzende.

Gebetswoche für die Einheit der Christen
Weltweit wird die Gebetswoche jedes Jahr entweder vom 18. bis 25. Januar oder in der Zeit von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten gefeiert. Ihre Ursprünge gehen bis in das 19. Jahrhundert zurück. In Deutschland steht die Gebetswoche in diesem Jahr in enger Verbindung mit der Gebetswoche der Evangelischen Allianz, einem Netzwerk evangelisch-reformatorisch gesinnter Christen aus den verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften, die vom 10. bis 17. Januar gefeiert worden ist. Die Kooperation war am Samstag, 16. Januar, im Berliner Dom im Rahmen des Gebetstages EINS symbolisch vereinbart worden. Das gewählte Thema „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ basiert auf der entsprechenden Bibelstelle im Johannesevangelium Kapitel 15, Verse 1 bis 17.

Jahr der Ökumene 2021/2022
In den Jahren 2021 und 2022 stehen mehrere grosse Ereignisse bevor, welche die zwischenkirchlichen Beziehungen in Deutschland stärken sollen. Um den anstehenden Gottesdiensten, theologischen Diskursen, Festen, Begegnungen und dem Austausch einen Rahmen zu geben, hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland das „Jahr der Ökumene 2021/2022“ ausgerufen, das mit dem zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen in Hamburg eröffnet wurde.

ACK – Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland repräsentiert etwa 50 Millionen Christinnen und Christen in Deutschland, ihr gehören 17 Kirchen an, weitere acht Kirchen sind Gastmitglieder, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der 1948 gegründeten ACK sind unter anderem die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet.

Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de

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Linus Pfister (l.) bisheriger Präsident & Philippe Fonjallaz, neuer Präsident der SEA-Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit © Fotos: zVg (SEA)

Neue Leitung bei der Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit

Zürich/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Religionsfreiheit

Die Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit AGR der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA hat seit Anfang Jahr einen neuen Präsidenten: Philippe Fonjallaz von der christlichen Hilfsorganisation «Open Doors», bisher Vizepräsident, folgt auf Linus Pfister vom Hilfswerk «HMK Hilfe für Mensch und Kirche». Die Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit AGR – ein Zusammenschluss von sieben Organisationen, die das Engagement für Glaubensfreiheit und für die Rechte verfolgter Christen eint – «hat in den letzten Jahren eine eindrückliche Entwicklung erlebt und nicht zuletzt auf politischer Ebene einiges bewirken können», schreibt die Allianz in «SEA aktuell» Nr. 1/2021.

Nach zehn Jahren gibt Linus Pfister, der Geschäftsführer der «HMK Hilfe für Mensch und Kirche», die Leitung an Philippe Fonjallaz weiter, seinerseits Direktor von «Open Doors Schweiz». «Mir liegt die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, die sich für verfolgte Christen einsetzen, sehr am Herzen. Ich bin überzeugt, dass wir vereint das Thema Religionsfreiheit und die Stimme der verfolgten Christen im Bereich Advocacy oder bei Sensibilisierungskampagnen stärker einbringen können», sagt Philippe Fonjallaz.

Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen BIR
Linus Pfister stellt seinerseits im Rückblick fest: «Die AGR hat sich dank dem ausserordentlichen Teamgeist aller beteiligten Werke stark entwickelt.» Er erinnert insbesondere an neu entstandene Initiativen aufgrund der Auswirkungen des arabischen Frühlings wie zum Beispiel die Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen BIR, eine Anlaufstelle für christliche Asylbewerberinnen und -bewerber oder deren Betreuungspersonen. Jährlich werden 30 bis 50 Einzelschicksale detailliert überprüft und bei Erfolgschancen zeitintensive Unterstützung durch acht Teilzeitmitarbeitende gewährt.

Verstärkung der Weltweiten Evang. Allianz beim UNO-Menschenrechtsrat
Dank der AGR konnte die Vertretung der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) am UNO-Menschenrechtsrat stark professionalisiert werden, sie umfasst neu 250 Stellenprozente. Immer mehr Länder würden Empfehlungen der AGR/WEA übernehmen, damit die Menschenrechte in der Praxis besser respektiert würden, so Pfister.

«Parlamentarisches Netzwerk Religionsfreiheit» im Bundeshaus gegründet
Ein weiterer Meilenstein war die Gründung des «Parlamentarischen Netzwerks Religionsfreiheit» in der Wintersession 2012 im Bundeshaus, in dem alle Bundesratsfraktionen mit mindestens einem Parlamentsmitglied vertreten sind. Dadurch konnte erwirkt werden, dass manche ungerechtfertigt inhaftierte Christen aus dem Gefängnis im Ausland frühzeitig entlassen wurden. Die vielen Kontakte in Bundesbern führten über die Jahre zu einer exzellenten Zusammenarbeit auf vielen Hierarchiestufen bis hin zu Staatssekretären oder Bundesrätinnen. «Man darf mit Fug und Recht festhalten, dass in Bundesbern in den letzten zehn Jahren die evangelischen Christen eine neue Wertschätzung erfahren haben und heute verstärkt als Gesprächspartner auf Augenhöhe wahrgenommen werden. Keine Sonderbehandlung, aber wohlwollende Prüfung der Anliegen», freut sich Linus Pfister.

Mehr zur Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit AGR:
https://www.agr-glr.ch/index.php?id=73

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ADRA Mitarbeiter organisiert Hilfe in zerstörtem Gebäude © Foto: ADRA Kroatien

Erdbeben: ADRA Kroatien sammelt Geld, Lebensmittel und Decken

Zagreb/Kroatien | 29.01.2021 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am 29. Dezember ist der zentrale Teil Kroatiens von einem Erdbeben mit einem Wert von 6,4 auf der Richterskala erschüttert worden. Das Epizentrum lag in Petrinja, rund 30 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Zagreb. Laut Medienberichten sind die Kleinstädte Sisak und Petrinja schwer verwüstet worden, sodass viele Menschen die Nacht im Freien oder in Notunterkünften verbringen mussten. Am 30. Dezember folgten drei Nachbeben. Mindestens sieben Personen sind umgekommen und 26 wurden verletzt.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kroatien steht in Abklärungen mit den örtlichen Behörden um die Hilfsmassnahmen zu koordinieren. Das Hilfswerk hat zu Geld- und Sachspenden aufgerufen, vor allem Lebensmittel, Hygieneartikel und Decken. Diese können am Sitz der Hilfsorganisation in Zagreb abgegeben werden und sollen an Betroffene der Erdbeben verteilt werden.

Die Arbeit im Erdbebengebiet sei schwierig, schreib ADRA Kroatien, weil es keinen Strom gebe und die Telefonverbindungen unterbrochen seien. Das Hilfswerk klärt Notunterkunftsmöglichkeiten ab.

Auf der Facebookseite von ADRA Kroatien melden sich Freiwillige zur Mitarbeit oder bieten freie Wohnungen für eine Überganszeit an.

Webseite von ADRA Kroatien mit Spendemöglichkeit: https://adra.hr/
Facebookseite von ADRA Kroatien: https://www.facebook.com/ADRAHrvatska

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Von Erdbeben zerstörtes Haus in Westsulawesi, Indonesien © Foto: Ayang Susatya/ADRA Indonesien

Indonesien: Nothilfekits von ADRA helfen Tausenden nach Erdbeben

Jakarta/Indonesien | 29.01.2021 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Vom 14. bis 16. Januar erschütterten drei Erdbeben der Stärke 5,9, 6,2 und 5,0 auf der Richterskala die Region Westsulawesi in Indonesien. Laut der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Indonesien seien 84 Tote, hunderte Verletzte und 1.100 zerstörte Häuser, gemeldet worden. Die drei Erdbeben hätten Erdrutsche verursacht, Strassen unterbrochen und Brücken zerstört. ADRA arbeite mit anderen Nichtregierungsorganisationen zusammen, um die Hilfsmassnahmen zu koordinieren, sagte Clinton Rappell, Direktor von ADRA Indonesien.

In einem ersten Schritt sei es darum gegangen, die Menschen ins Landesinnere in sichere Unterkünfte zu bringen, sagte Rappell. «Die meisten Menschen sind traumatisiert und haben Angst, ihre Häuser zu betreten», weil sie sich an die Verwüstungen des Palu-Erdbebens 2018 erinnerten.

ADRA hat rund 2.000 Menschen mit Materialien zum Bau von Notunterkünften versorgt. Zu den Notunterkünften gehören strapazierfähige Planen zum Bau von Wänden und Dächern, Tücher, Laken und Bettzeug. Das ADRA-Team in Indonesien sammle auch Daten über weitere dringende Bedürfnisse der Überlebenden.

«Wir arbeiten auch mit adventistischen Kirchen in den Mamuju-Distrikten und einer adventistischen Jugendorganisation namens Youth Emergency Services (YES) zusammen, um auch Kirchenmitglieder mit Unterkünften, Lebensmitteln, Hygienesets und Medikamenten zu versorgen», so Rappell.

Mehr zu ADRA Indonesien: https://www.adraindonesia.org/
Auf Facebook: https://www.facebook.com/ADRA.Indonesia.Foundation/

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Die BasisBibel ist bei der Schweizerischen Bibelgesellschaft auch als Kompaktausgabe in rot erhältlich © Foto: SB

Die ganze Bibel ist nun als BasisBibel erhältlich

Biel/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Bibel

Am 21. Januar erscheint mit der BasisBibel eine neue Bibelübersetzung in zeitgemässem Deutsch, schreibt die Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) in einer Medienmitteilung: «Sie zeichnet sich in besonderer Weise durch ihre Verständlichkeit und Zuverlässigkeit aus. Kurze Sätze, eine klare und prägnante Sprache und ihr einzigartiges Design und Layout sind die Markenzeichen der BasisBibel». Demnach sollen zusätzliche Erklärungen von Begriffen und Sachverhalten in der Randspalte das Verständnis der biblischen Texte erleichtern.

Die ganze Bibel neu übersetzt
Für die BasisBibel wurden laut SB alle biblischen Texte vollständig neu übersetzt. Grundlage dafür seien die Bibeltexte in den Ursprachen gewesen. Das Neue Testament mit den Psalmen der BasisBibel ist bereits 2012 erschienen. Nun wurden auch die Teile des Alten Testaments übersetzt und in diesem Zuge die bereits erschienenen noch einmal durchgesehen und überarbeitet.

Warum eine neue Bibelübersetzung?
Im Zeitalter digitaler Medien hat sich gemäss SB das Leseverhalten grundlegend verändert. Der lesefreundliche Text der BasisBibel berücksichtige auch Leserinnen und Leser, welche die Lektüre auf Bildschirm oder Display gewohnt seien.

Mehr Informationen unter:
www.die-bibel.ch/die-bibel/bibeluebersetzung/basisbibel/

Schweizerische Bibelgesellschaft (SB)
Die Schweizerische Bibelgesellschaft ist eine überkonfessionelle Nonprofit-Organisation. Sie unterstützt und fördert wissenschaftlich fundierte Übersetzungen und Revisionen der biblischen Texte. Ebenso beteiligt sie sich an der Herstellung und Verbreitung der Bibel in von Kirchen gewünschten Sprachen und Ausgaben in der Schweiz und im Ausland. Mehr auf www.die-bibel.ch.

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Kinderbibel-Verteilaktion in einem sibirischen Dorf © Foto: Tobias Keil / Deutsche Bibelgesellschaft

Weltbibelhilfe unterstützt Gemeinden in Sibirien

Stuttgart/Deutschland und Biel/Schweiz | 29.01.2021 | APD | Bibel

Zu Spenden für die Bibelverbreitung in Sibirien ruft die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft sowie die Schweizerische Bibelgesellschaft auf. Weltbibelhilfe-Referent Tobias Keil berichtet über die Arbeit von Alexej Bulatov vom Bibelhaus in Nowosibirsk in Sibirien, der mehrmals im Jahr unterwegs ist, um entlegene Dörfer zu besuchen und die Menschen mit Bibelausgaben zu versorgen.

Keil reiste rund 1200 Kilometer gemeinsam mit Alexej Bulatov und besuchte mit dessen „Bibelbus“ vor Ausbruch der Corona-Pandemie Orte und Gemeinden in der Republik Chakassien im südlichen Sibirien. „Wir verteilten Bibeln und sprachen mit Christen, die sich in sozialen Projekten engagieren“, so Keil.

Abgabe von kostenlosen Kinderbibeln
Eine Station war ein kleines Dorf zwei Stunden von der Hauptstadt Abakan entfernt. Die 27-jährige Marina und ihr Team veranstalteten hier wie in vielen anderen Orten der Region Bibelstunden für Kinder und Jugendliche. Bulatov von der Russischen Bibelgesellschaft unterstützt die Arbeit mit kostenlosen Kinderbibeln. Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit seien auf diese Ausgaben angewiesen, denn weder die Gemeinden noch die Menschen selbst könnten sie sich leisten.

Keine Kirchgemeinden mehr - Einsamkeit prägt das Leben in den Dörfern
Neben der Armut sei es vor allem die Einsamkeit, die das Leben für viele Menschen schwermache. In vielen Dörfern gebe es keine Kirchengemeinden mehr, weil ein Grossteil der Familien in die Städte gezogen sei. Die Dagebliebenen fühlten sich allein und verlassen, so Bulatov. „Doch wenn wir sie besuchen und ihnen Gottes Wort geben, ist die Freude riesengross. Sie schöpfen Hoffnung und Mut für ihr Leben.“

Unterstützung sozialer Projekte: Suchthilfe, Obdachlose, Kinder-Krebszentrum
Neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen richte sich die Unterstützung der Russischen Bibelgesellschaft daher auch an Mitarbeitende von Gemeinden mit sozialen Projekten. Darunter eine Einrichtung, die Menschen auf dem Weg aus Alkohol- und Drogenabhängigkeit begleite, Altenheime, Obdachlosenunterkünfte sowie ein Kinder-Krebszentrum.

Durch Spenden unterstützt die Weltbibelhilfe die Arbeit in Sibirien mit der Weitergabe von Bibeln, Kinderbibeln und Neuen Testamenten. „Meine Reise durch Sibirien hat mir gezeigt, was für ein grosses Geschenk Gottes Wort für Menschen in Not sein kann – und wie dankbar die Menschen in Sibirien dafür sind“, zieht Tobias Keil Bilanz seiner Reise. „Eine Bibel ist ein kostbares Geschenk, das dankbar angenommen wird.“

Weltbibelhilfe
Die Weltbibelhilfe ist das Spendenwerk der Deutschen Bibelgesellschaft. Sie ist überkonfessionell tätig und in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beheimatet. In Deutschland sammelt die Weltbibelhilfe Spenden für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie andere bibelgesellschaftliche Arbeit weltweit. Partner sind die im Weltverband zusammengeschlossenen Bibelgesellschaften. Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 148 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv.

Weitere Informationen und ein Video mit Eindrücken von Tobias Keil: https://www.die-bibel.de/spenden/weltbibelhilfe/projekte/sibirien

Spenden aus der Schweiz für die Bibelverbreitung in Sibirien: https://www.die-bibel.ch/projekte/sibirien/

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Ergänzungsband zum Mennonitischen Lexikon mit drei Teilbänden © Foto: https://www.facebook.com/mennonitischergeschichtsverein/

Ergänzungsband zum Mennonitischen Lexikon erschienen

Bolanden Weierhof/Deutschland | 29.01.2021 | APD | Medien

Nach langjährigen Vorarbeiten ist jetzt mit Band 5 eine revidierte Fassung des «Mennonitischen Lexikons», der mehrbändigen Enzyklopädie, in deutscher Sprache in Buchform und als Online-Fassung (www.mennlex.de) erschienen, berichtet CBS KULTUR INFO. Das Lexikon bildet die Theologie, Personen und Geschichte der Täuferbewegung und der Mennoniten ab.

Die Artikel beider Fassungen sind identisch, abweichend voneinander ist jedoch ihre Anordnung, während die Online-Version nach thematischen Schwerpunkten gegliedert ist, sind die drei Teilbände in Buchform in alphabetischer Reihenfolge erschienen.

Die ersten vier Bände entstanden in der Zeit von 1913 bis 1967. Erst vierzig Jahre später gab der Mennonitische Geschichtsverein einen fünften Band als Revision und Ergänzung in Auftrag. An diesem Band V wurde seit 2007 gearbeitet. Er entstand unter Mitwirkung von Jelle Bosma, Fernando Enns, Josef Enzenberger, Helmut Foth, Daniel W. Geiser-Oppliger, Mark Jantzen, Diether Götz Lichdi, Pieter Post, Christoph Wiebe sowie vieler weiterer Autorinnen und Autoren und wurde im Auftrag des Mennonitischen Geschichtsvereins herausgegeben von Hans-Jürgen Goertz .

Der fünfte Band 5 des Mennonitischen Lexikons, in drei Ergänzungsbände gegliedert, ist erhältlich bei der Mennonitischen Forschungsstelle (https://www.mennonitischer-geschichtsverein.de/mennlex-band-v/)

Mennoniten
Die Mennoniten sind eine evangelische Freikirche, welche auf die Täuferbewegungen der Reformationszeit zurückgeht. Sie sind damit die älteste historische Friedenskirche auf protestantischem Boden. Der Name leitet sich von dem aus Friesland stammenden Theologen Menno Simons (1496–1561) ab. Geschichtlich eng mit den Mennoniten verbunden sind die ebenfalls täuferischen Hutterer, die bereits in den 1530er Jahren entstanden, und die Amischen, die sich in den 1690er Jahren im Südwesten Deutschlands, im Elsass und der Schweiz von den Mennoniten abgespalten haben.

Verfolgungen und rechtliche Beschränkungen in Europa führten vor allem zwischen etwa 1715 und 1815 zur Auswanderung von Mennoniten und anderen Täufern nach Osteuropa und Nordamerika. Trotz der Verfolgungen hat sich die Freikirche durchgehend in Mitteleuropa halten können. Heute sind die Mennoniten weltweit verbreitet. In einigen Regionen sind Mennoniten auch als Alttäufer, Altevangelisch Taufgesinnte (in der Schweiz) oder Doopsgezinde (niederländisch für Taufgesinnte) bekannt.

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Sabine Resch (links), Andre Trofimov, Jessica Schultka. © Foto: advent-verlag.de

Deutschland: Neue Geschäftsführung im Advent-Verlag Lüneburg

Lüneburg/Deutschland | 29.01.2021 | APD | Medien

Mit Beginn des neuen Jahres übernehmen Jessica Schultka (Verlagsleiterin), Sabine Resch (Leiterin Finanzen, Personal & Marketing) und Andre Trofimov (Leiter Vertrieb, Logistik & EDV) gemeinsam die Geschäftsführung der Advent-Verlag GmbH mit Sitz in Lüneburg, so eine Pressemeldung aus dem Verlagshaus. Sprecherin der Geschäftsführung werde Jessica Schultka. Dieter Neef, Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und seit Juli 2019 Geschäftsführer der Advent-Verlag GmbH, wechsle als Gesellschaftervertreter zurück in den Aufsichtsrat.

Das neue Geschäftsführungsteam
Jessica Schultka ist seit 2015 im Advent-Verlag tätig und seit 2016 Verlagsleiterin. Die studierte Theologin ist verantwortlich für das Redaktionsteam und die inhaltliche Ausrichtung des Verlags. Berufsbegleitend absolviert sie ausserdem derzeit einen MBA in Betriebswirtschaftslehre. Sabine Resch ist seit 2012 im Advent-Verlag als Leiterin für den Bereich Finanzen und Personal tätig. Sie ist geprüfte Bilanzbuchhalterin und war viele Jahre für den Finanzvorstand der DE-VAU-GE Gesundkostwerk Deutschland GmbH sowie für Coca-Cola und Dailycer Deutschland tätig. Andre Trofimov ist geprüfter Wirtschaftsfachwirt und seit mehr als zehn Jahren im Advent-Verlag. Er war für die kaufmännische Betriebsführung der Christa-Medien GmbH zuständig und ist seit 2015 Leiter des Bereichs Vertrieb, Logistik und EDV.

Wechsel zurück in den Aufsichtsrat
Dieter Neef, Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, hat im Juli 2019 interimsweise die Geschäftsführung der Advent-Verlag GmbH übernommen. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Manager für global agierende Automobilkonzerne hat er den Verlag fit für die Zukunft gemacht und dabei auch die neue Geschäftsführung intensiv auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet. „Wir haben in den vergangenen anderthalb Jahren als Leitungsteam intensiv daran gearbeitet, den Verlag auf ein solides Fundament zu stellen und ich freue mich sehr darüber, nun die Geschäftsleitung des Verlags an die neuen Geschäftsführer übergeben zu dürfen“, so Neef.

„Wir, die neue Geschäftsführung, aber auch das gesamte Verlagsteam sind Dieter Neef für seine Arbeit als Geschäftsführer im Advent-Verlag sehr dankbar. Er hat Schlüsselprozesse und wichtige Bereiche im Verlag gründlich analysiert, Verbesserungsprozesse angestossen und dabei geholfen, ein Team zu formen, das optimal für die Zukunft aufgestellt ist“, ergänzt Jessica Schultka. Neef geht als Gesellschaftervertreter zurück in den Aufsichtsrat und wird so auch weiterhin dem Advent-Verlag verbunden sein.

Über die Advent-Verlag GmbH
Seit 1895 ist der Advent-Verlag Lüneburg der offizielle Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mit seinen Publikationen bietet der Verlag den Lesern Orientierung in Sinn- und Lebensfragen und spricht sie ganzheitlich und generationsübergreifend an. Er will dazu anregen, über Gott nachzudenken und den biblischen Glauben authentisch im Alltag zu leben, indem er ihn nachhaltig fördert, vertieft und begleitet. Das Motto des Advent-Verlags lautet: „Wir schaffen Worte, die bleiben.“

Informationen über den Advent-Verlag: www.advent-verlag.de

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Dr. Johann Heinz (1930-2021) © Foto: privat /bwgung

Adventistischer Theologe Dr. Johann Heinz verstorben

Ostfildern/Deutschland und Bogenhofen/Österreich | 29.01.2021 | APD | Personen

Die Theologische Hochschule in Friedensau/Deutschland und das Seminar Schloss Bogenhofen/Österreich, beides Einrichtungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, trauern um Dr. Johann (Hans) Heinz (*30.04.1930), der am 27. Januar im 91. Lebensjahr an den Folgen einer Covid-19-Infektion in Braunau/Österreich verstarb.

Hans Heinz gilt als der erste bedeutende deutschsprachige adventistische systematische Theologe, so das Kuratorium der Friedensauer Hochschule. Er war von 1957 bis 1978 Lehrer für Theologie am adventistischen Seminar Schloss Bogenhofen in Österreich, von 1982 bis 1995 Dozent für Systematische Theologie und Leiter des Theologischen Seminars Marienhöhe der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt sowie ab 1991 Gastdozent an der Theologischen Hochschule Friedensau. Er prägte mehrere Generationen von adventistischen Pastorinnen und Pastoren.

Professor Dr. Stefan Höschele, Dekan des Fachbereichs Theologie in Friedensau, fasst zusammen: „Durch die Verbindung von biblischer Fundierung, kirchengeschichtlicher Verankerung und scharfer systematisch-theologischer Analyse hat sein theologisches Denken, Lehren und Schreiben im Adventismus des deutschsprachigen Raums Massstäbe etabliert, hinter die kein Nachfolger mehr zurückgehen kann.“ Seine Hauptforschungsgebiete waren die Soteriologie (das Erlösungswerk Christi), Martin Luther sowie die Auseinandersetzung mit der katholischen Theologie und der ökumenischen Bewegung.

Johannes Kovar, Bibliotheksleiter am Seminar Schloss Bogenhofen nennt Heinz einen der „wichtigsten Theologen des deutschsprachigen Adventismus“. Wie kein anderer habe er ganze Predigergenerationen geprägt.

Hans Heinz begründete 1990 die theologische Zeitschrift der Friedensauer Hochschule Spes Christiana. Die Gesamtauflage seiner Bücher und Schriften mit Übersetzungen in über 20 Sprachen erreichte Millionenhöhe. Das Wort von Philipp Jacob Spener „Theologie ist eine praktische Disziplin“ habe sich Heinz laut Höschele als Lebensdevise gewählt. Seine Bibel- und Bekenntnistreue verknüpfte sich bei ihm mit einer evangelistischen Leidenschaft. Er sah Theologen und Pastoren dazu beauftragt, Menschen in Grenzsituationen ihres Lebens beizustehen und sie in die Nachfolge Jesu zu rufen. Bis zuletzt arbeitete er an theologischen Fragestellungen und gab gerne sein Wissen preis. Seit 1995 befand sich Hans Heinz im Ruhestand und lebte mit seiner Frau in Braunau am Inn in Österreich.

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Sara Mendaro Guichón de Valenzuela. © Foto: Courtesy of El País / Uruguay

Mit 109 Jahren unermüdliche Botschafterin ihres Glaubens

Durazno/Uruguay | 29.01.2021 | APD | Personen

Am 21. Dezember 2020 feierte Sara Mendaro Guichón de Valenzuela ihren 109. Geburtstag in der Stadt Durazno in Uruguay, wo sie auch geboren wurde. Sie gilt damit als zweitälteste Frau in Uruguay.

Als Mutter von sechs Kindern hat Sara viele Weltereignisse überlebt, wie den 1. und 2. Weltkrieg und die Grippepandemie von 1918 und nun Covid-19. Im Alter von 45 Jahren schloss sie sich am 23. Dezember 1955 durch die Glaubenstaufe der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an.

Ein christlicher Buchverkäufer besuchte sie vor 78 Jahren in ihrem Haus. Zu dieser Zeit entschied sie sich für ein Leben als adventistische Christin. Seither hat sich Sara Mendaro immer aktiv für das Evangelium eingesetzt und an zahlreichen kirchlichen Aktivitäten in der Stadt Durazno und Artigas teilgenommen; Orte, an denen es damals keine lokale adventistische Kirchgemeinde gab. An vielen kirchlichen Projekten war Sara massgeblich beteiligt und betreute auch Gefangene im Gefängnis von Durazno. Nach einer der ersten evangelistischen Aktivitäten, an denen sie teilnahm, wurde die erste Kirchengemeinde der Adventisten in ihrem Wohnort gegründet.

Sie sei ein unglaublicher Mensch, berichtet die Tageszeitung „Durazno Hoy“, intelligent, fröhlich, liebevoll, kokett, mit einer Lebenseinstellung des Glaubens, der Hoffnung und jener Lebensfreude, die bei denen, die sie kannten und liebten, eine echte Zufriedenheit hinterlasse. Sie sei stolz auf ihre sechs Kinder, 18 Enkelkinder, 31 Urenkel und eine Urenkelin.

Wie ihre Tochter Ruth berichtet, sei sie sehr vorsichtig während der Pandemie im Umgang mit ihren Besuchern, auch an ihrem Geburtstag. Ihren christlichen Glauben könne sie allerdings nicht für sich behalten. Allen, die ihr gratuliert hätten, habe sie ein Buch mit dem Titel „La Mayor Esperanza“ (Die grosse Hoffnung) geschenkt, mit dem sie zum wiederholten Mal eine Botschafterin für das Evangelium von Christus geworden sei.

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Symbolbild - Buch © Foto: pexels/pixabay

Buchrezension: Das Gesetz des Ausgleichs - Warum wir besser gute Menschen sind

Ostfildern/Deutschland | 29.01.2021 | APD | Buchrezensionen

Buchrezension: „Das Gesetz des Ausgleichs“ – Warum wir besser gute Menschen sind, Johannes Huber, edition a, (1. November 2020), 368 Seiten, (2. Auflage), 14x21x3,5 cm, Gebundenes Buch 24,00 € / 31,90 CHF, Kindle 18,00 €, eBook 22,00 CHF , ISBN-13 : 978-3-99001-425-7, ISBN-10 : 3990014250.

Sind die guten Menschen besser dran? Dieser Frage widmet sich Bestsellerautor, Mediziner und Arzt Johannes Huber in seinem neusten Buch. Aufgrund theoretischer Forschung und praktischer Tätigkeit als Arzt formte sich seine Einsicht: Es zahlt sich in jeder Hinsicht aus, im Jetzt und Hier ein guter Mensch zu sein. Seine Ausführungen werden unterstützt durch neuste Forschungsergebnisse aus Naturwissenschaft und Medizin. Heraus kommt eine Ode an das innere Gleichgewicht, die zwar frei von „esoterischen Wirrwarr“ (14) ist, jedoch ohne Bezüge zur Metaphysik nicht auskommt.

Huber plädiert ganz im Sinne Erich Fromms für das Sein. Allerdings soll hier nicht auf die gelungene Work-Life-Balance als schlechtes Synonym für ein aufwandarmes Leben verwiesen werden, sondern im Gegenteil. Gutsein bedeutet Training, Übung und zuweilen auch Askese (16). Nicht nur der Körper benötige Fitness, auch die Seele müsse gebildet werden, um über sich selbst hinauszuwachsen. Dieser Gedanke sei schon in der Vergangenheit von prominenten Akteuren der deutschen Geistesgeschichte betont worden. Heute sei diese Idee in der Gesellschaft allerdings eher in Vergessenheit geraten und in die vornehmlich ökologisch angehauchte Esoterik-Ecke verbannt worden.

Wie gut ist gut?
In drei Teilen versucht Huber seine These zu belegen. Im ersten Teil nähert sich Huber dem „Gutsein in einem tiefen, evolutionären und spirituellen Sinn“ (23) und unterscheidet dies vom „Gutmensch-Sein“ als modernem Tugend-Terror, den „politisch meist linke Gruppen zu einem Dogma erhoben“ (23). Diese idealistischen Verhaltensvorgaben von unbedingtem Frieden, Toleranz und Haltung würden jedermann ein gutes Gefühl verleihen, jedoch von persönlicher Reflexion entlasten. Echtes Gutsein und Rechtschaffenheit sei kein Etikett, sondern müsse reifen und wachsen. Das Christentum konnte von je her auf spirituelle Übungen zur Charakterfitness zurückgreifen.

Huber ist überzeugt: „Wir üben uns in allem, nur nicht in uns selbst“ (33) und stellt deshalb im Weiteren einen Fünf-Punkte-Plan fürs Seelentraining vor. Der zweite Teil zeigt die Vorteile des Gutseins auf. Dazu werden Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen vorgestellt, die auf den Zusammenhang von innerer Haltung und äusserem Leben hinweisen.

Im dritten Teil widmet sich Huber als Theologe der Ethik und ihrem Ursprung. Er plädiert für eine neue Kulturtheorie, die die neuesten Forschungsergebnisse aus Biologie und Medizin berücksichtigt.

Wie sollen wir denn leben?
Unterhaltsam, mit persönlichen Anekdoten gewürzt und verständlich geschrieben nähert sich Huber den grossen Fragen des Lebens. Offen und gut recherchiert werden neueste Forschungsergebnisse für den Laien verständlich gemacht. Allerdings ist der konservative Standpunkt des Autors deutlich zu erkennen, wenn etwa für die Ausschliesslichkeit der traditionellen Familie als Lebensmodell eingestanden wird und ihre Demontage von den modernen Medien als „Masterplan zur Kontrolle der Massen“ (113) gebrandmarkt wird.

Das Buch kommt ohne neunmal kluge Aussagen aus, bleibt locker und positiv in Ton und Inhalt. Allein der Epilog wirkt etwas störend, da er wohl mehr österreichische Lebensart widerspiegelt und dabei die gebotene Nüchternheit vermissen lässt.

Leser und Leserinnen werden eingeladen das eigene Leben zu reflektieren und nachhaltige Veränderungen zu initiieren. Darüber hinaus regt die Lektüre zum weiteren Nachdenken darüber an, wie Leben funktioniert und welche Grundlagen wir unserer Gesellschaftsordnung geben wollen. Zum Abschluss bekommt das Buch eine transzendente Note, denn das Gesetz des Ausgleichs reiche weit über das irdische Mass hinaus (264) und Glaube sei ein Geschenk (271). So bleibt der Wunsch: Wenn Gutsein infektiös wäre, dann wären wir in absehbarer Zeit viele unserer Probleme los.
Claudia Mohr

Die Rezension kann als Dokument heruntergeladen werden:
https://www.apd.info/wp-content/uploads/2020/12/Rezension-Huber-Das-Gesetz-des-Ausgleichs.pdf.

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Impressum

| 29.12.2020 | APD | Impressum

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