APD-INFORMATIONEN 7/2021 - JULI 2021

Der Dachverband Freikirchen.ch plädiert für die Ehe von Mann und Frau. © Foto: John-Mark Smith on Unsplash

Dachverband Freikirchen.ch nimmt Stellung für die Ehe zwischen Mann und Frau

Pfäffikon, ZH/Schweiz | 30.07.2021 | APD | Schweiz

Der Dachverband Freikirchen.ch spricht sich dafür aus, den Begriff der «Ehe» weiterhin spezifisch für die Lebensgemeinschaft zwischen Frau und Mann zu verwenden. Neben der klassischen Ehe soll der Staat liberale und pluralistische Beziehungsformen rechtlich absichern. Das Recht und der Gewinn der Kinder, bei einem männlichen und weiblichen Elternteil aufzuwachsen und ihre leiblichen Eltern zu kennen, sollen unterstützt werden. «Die gebotene Toleranz gilt nicht nur gegenüber den Wünschen von Homosexuellen, sondern auch gegenüber den Bedürfnissen der Kinder und dem ethischen Empfinden eines Grossteils der Schweizer Bevölkerung», heisst es in der Stellungnahme.

Am 26. September 2021 wird in der Schweiz über die «Ehe für alle» abgestimmt. Die Gesetzesvorlage sieht vor, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, ihnen die gemeinschaftliche Adoption von Kindern zugänglich zu machen und für lesbische Paare die Samenspende zu ermöglichen.

Folgende Gesichtspunkte sprechen aus Sicht des Dachverbands für die Beibehaltung der Ehe als Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau:

«Die Definition der Ehe als Lebensgemeinschaft zwischen Frau und Mann hält das Anliegen einer gelassenen, objektiven Differenzierung hoch. Eine Differenzierung grenzt sich ab von Diskriminierung (ungerechtfertigte Benachteiligung) und Pauschalisierung (Gleichmachung von Unterschiedlichem):
Wie im Sport ist auch in einer Lebensgemeinschaft ein gemischtes Doppel nicht in allen Belangen dasselbe wie ein Damendoppel oder ein Herrendoppel. Traditionellerweise meint der Begriff Ehe ein gemischtes Doppel aus Mann und Frau. Wird die Ehe zwischen Frau und Mann von anderen Partnerschaften unterschieden, handelt es sich nicht um eine Bewertung, sondern um eine gelassene Benennung der objektiven Realitäten. Es gibt keinen zwingenden Grund, diese bewährte und klare Bezeichnung aufzuweichen.

Eine liberale und pluralistische Gesellschaft braucht neben der traditionellen Ehe andere, liberale und pluralistische Beziehungsformen, die durch den Staat rechtlich abgesichert werden können:
Wir plädieren dafür, die eingetragene Partnerschaft rechtlich zu vervollständigen. Allen Paaren soll unabhängig ihrer heterosexuellen, homosexuellen oder sonstigen sexuellen Orientierung die Möglichkeit gegeben werden, Fragen um Versicherungen, Vermögen, Erbschaften, Besuchsrecht (z.B. in Spitälern) und Bürgerrecht verbindlich zu vereinbaren.

Die Ehe wurde in der Geschichte zwar immer wieder den gesellschaftlichen Begebenheiten angepasst, sie ist von ihrem Grundsatz her aber keine liberale, pluralistische Beziehungsform, sondern eine zwar dynamische und dennoch bewährte, klassische Institution und soll dies auch bleiben dürfen.

Frauen sind die besseren Mütter. Männer sind die besseren Väter. – Die Ehe zwischen Mann und Frau unterstützt das Recht und den Gewinn der Kinder, bei einem männlichen und weiblichen Elternteil aufzuwachsen und von deren Unterschiedlichkeit und Ergänzung zu profitieren:
In Arbeitsgruppen und Leitungsteams in Wirtschaft, Politik und Sozialem legt man heute zu Recht Wert auf Diversität und Ergänzung zwischen Frauen und Männern. Auch wenn es keine fixen Stereotypen gibt, sind tendenzielle Unterschiedlichkeiten in Lebenserfahrung, Wahrnehmungen und Empfindungen erkennbar. Teams leben von der fruchtbaren und respektvollen Ergänzung von Männern und Frauen. Diese grundsätzliche Sichtweise der Unterschiedlichkeit und Ergänzung spiegelt sich in der Ehe zwischen Frauen und Männern, insbesondere in der gemeinsamen Elternschaft. Kinder profitieren davon, von der Ergänzung der tendenziell unterschiedlichen Lebenserfahrung, Wahrnehmungen und Empfindungen von Mann und Frau zu lernen. Dies unabhängig davon, ob es sich dabei um die leiblichen Eltern handelt.

Kinder brauchen Wurzeln und Flügel. – Die Ehe zwischen Frau und Mann unterstützt das Recht und den Gewinn der Kinder, die Wurzeln ihre leiblichen Eltern zu kennen und in einer Beziehung zu ihnen aufzuwachsen:
Die UN-Kinderrechtskonvention betont «soweit möglich das Recht, seine Eltern zu kennen und von Ihnen betreut zu werden» (7.1) sowie «das Recht des Kindes, das von einem oder beiden Elternteilen getrennt ist, regelmässige persönliche Beziehungen und unmittelbare Kontakte zu beiden Elternteilen zu pflegen, soweit dies nicht dem Wohl des Kindes widerspricht.» (9.3) Kinder profitieren davon, ihre biologische Herkunft und die Geschichte der Vorfahren zu kennen.

Der nachvollziehbare Wunsch und das berechtigte Bedürfnis, als Erwachsene in einer Beziehung zu Kindern zu stehen, darf nicht das Recht und Bedürfnis der Kinder ausser Kraft setzen, bei einem männlichen und einem weiblichen Elternteil aufzuwachsen und ihre Wurzeln zu kennen:
Die Rechte und Gewinne, mit einem weiblichen und einem männlichen Elternteil aufzuwachsen und die Wurzeln der leiblichen Eltern zu kennen, werden schon heute zahlreichen Kindern vorenthalten, zum Beispiel infolge von Scheidungssituationen, Adoptionen, zerrütteter Beziehungen, Krankheit oder des Todes von Elternteilen. Die Realität solcher ungeplanten Trennungen von einem männlichen und weiblichen Elternteil beziehungsweise von den biologischen, kulturellen und familiären Wurzeln rechtfertigt jedoch nicht, dass diese Rechte und Gewinn einem Kind systematisch und im Vornherein verwehrt oder nur sehr schwer lebbar gemacht werden. Dies würde zum Bespiel dort geschehen, wo ein lesbisches Paar via Samenspende zu Kindern käme (oder bei der später angestrebten Geburt durch Leihmutterschaft für schwule Paare). Es ist ein Unterschied, ob Kinder aufgrund entstandener Lebensumstände auf ein gewisses Wohl verzichten müssen, oder ob diese Umstände absichtlich herbeigeführt wurden.

Familien sind aufgerufen, kinderlose Erwachsene soweit möglich in ihre familiären Beziehungen einzubeziehen und sie am Familienleben teilhaben zu lassen:
Es ist ein grosses Vorrecht, über Generationsgrenzen hinweg Leben zu teilen und gegenseitig durch generationsspezifische Lebenserfahrungen, Wahrnehmungen und Empfindungen bereichert zu werden. Erwachsene und Kinder können viel voneinander über das Leben lernen. In klassischen Familien kommt hinzu, dass ein Kind das kombinierte biologische Erbe seiner Mutter und seines Vaters repräsentiert, was sich in äusserlichen und charakterlichen Ähnlichkeiten zeigen kann.

Zahlreichen Menschen ohne eigene Kinder bleibt das Glück generationsübergreifender Beziehungen verwehrt. Davon betroffen sind zum Beispiel Singles, kinderlose heterosexuelle und homosexuelle Paare sowie Senioren. Durch gelebte Freundschaften, Patenschaften und gemeinschaftliches Wohnen muss «Kinderlosigkeit» für Erwachsene kein bleibender Zustand bleiben. Auch Kinder könnten durch Erweiterung ihres erwachsenen Beziehungsumfeldes profitieren.

Die Ehe zwischen Mann und Frau entspricht dem ethischen Empfinden eines Grossteils der Schweizer Bevölkerung und der Tradition unserer Kultur:
Das christliche Menschenbild versteht die Ehe als Lebensgemeinschaft zwischen Frau und Mann, wie auch die klassische Sicht des Islams, des Judentums, des Hinduismus und weiterer Religionen. Es ist fragwürdig, solche ethischen Empfindungen eines Grossteils der Schweizer Bevölkerung und eine jahrtausendealte Tradition unnötig durch gesetzliche Neudefinitionen zu strapazieren. Solche ethischen Empfindungen wären es auch dann wert, respektiert und mit Toleranz behandelt zu werden, wenn das traditionelle Eheverständnis nur noch von einer Minderheit unserer Gesellschaft geteilt werden sollte. Die Annahme der «Ehe für alle» würde zu einer normativen Veränderung des Ehebegriffs führen.

Der Staat hat die Meinungs- und Gewissensfreiheit aller Menschen zu schützen. So muss auch die Meinungs- und Gewissensfreiheit von traditionell denkenden Pfarrpersonen und Geistlichen religiöser Gemeinschaften in Theorie und Praxis ohne gesellschaftlichen Druck gewahrt bleiben.

Auf Grundlage solcher Gesichtspunkte engagiert sich der Dachverband Freikirchen.ch für die Stärkung der Ehe zwischen Frau und Mann. Darum plädiert Freikirchen.ch für ein Ja zum Referendum gegen die "Ehe für alle" am 26. September 2021.»

Über Freikirchen Schweiz
Freikirchen.ch ist der Dachverband der Freikirchen und christlicher Gemeinschaften in der Schweiz. Er ist ein nationaler Kirchenverband mit 19 freikirchlichen Bewegungen aus der Deutschschweiz, zu denen über 750 örtliche Kirchen mit ihren diakonischen Werken gehören. Neben der Schweizer Bischofskonferenz und der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz versteht sich der Dachverband Freikirchen.ch zusammen mit dem Réseau als dritte Kraft der christlichen Kirchen in der Schweiz und als Sprachrohr für die gemeinsamen Anliegen der Freikirchen.

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Erwin Tanner-Tiziani, derzeit Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz. © Foto: Schweizer Bischofskonferenz

Erwin Tanner-Tiziani wird neuer Direktor von Missio Schweiz

Freiburg/Schweiz | 30.07.2021 | APD | Schweiz

Erwin Tanner-Tiziani (54) wird per Anfang 2022 neuer Direktor von Missio Schweiz und verlässt die Schweizer Bischofskonferenz nach zehn Jahren als deren Generalsekretär. Das teilte die Schweizer Bischofskonferenz mit.

Im Herbst 2011 wählte die Bischofskonferenz Erwin Tanner-Tiziani zum Generalsekretär. 2014, 2017 und 2020 bestätigten sie ihn. Er beendet im Einverständnis mit den Bischöfen sein Mandat vorzeitig, da er sich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen möchte. Auf den 1. Januar 2022 ernannte ihn die Kongregation für die Evangelisierung der Völker – nach Wahl durch den Stiftungsrat von Missio Schweiz und mit Zustimmung der Bischofskonferenz – zum Direktor von Missio Schweiz. Der aktuelle Direktor, Diakon Martin Brunner-Artho, gibt diese Aufgabe wegen Amtszeitbeschränkung ab.

Die Bischöfe bedauern laut der Medienmitteilung den Weggang ihres Generalsekretärs. Sie können aber den Wunsch nach einem beruflichen Wechsel nachvollziehen und danken Erwin Tanner-Tiziani für die grosse Arbeit, die er für die Bischofskonferenz geleistet hat. Der genaue Zeitpunkt seines Weggangs und die Nachfolgeregelung sind noch Gegenstand von Gesprächen.

Schweizer Bischofskonferenz (SBK)
Die Schweizer Bischofskonferenz wurde 1863 als die weltweit erste Versammlung der Bischöfe eines Landes gegründet, die regelmässig zusammentrifft, rechtlich strukturiert ist und sich mit kirchlichen Leitungsfunktionen befasst. Als Verein organisiert, ist sie ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Diözesen sowie der Äbte der Territorialabteien der Schweiz. Oberstes Gremium ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die jährlich viermal zusammentrifft.

Missio Schweiz
«Missio ist die Kurzbezeichnung der Päpstlichen Missionswerke in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern... In über 140 Ländern dieser Erde existieren Vertretungen (Nationaldirektionen) der Päpstlichen Missionswerke», schreibt Wikipedia. Und: «Die Päpstlichen Missionswerke unterstehen dem Apostolischen Stuhl und sind der Leitung der Kongregation für die Evangelisierung der Völker anvertraut, die von Kardinal Fernando Filoni geleitet wird.» Die Päpstlichen Missionswerke, sind in vier Werke gegliedert:
Werk der Glaubensverbreitung; Kindermissionswerk; Werk des Heiligen Apostels Petrus; Missionsunion

Finanzen
Laut Jahresbericht 2020 von Missio Schweiz verfügte das Missionswerk durch Spenden, Kollekten, Schenkungen und Legate etc. und nach Abzug für die Mittelbeschaffung (Fr. 326.567) und die Verwaltung (Fr. 303.190) über knapp vier Millionen Franken zur Verwendung für den Stiftungszweck. Für die Förderung des weltkirchlichen Bewusstseins und des Engagements der Katholiken in der Schweiz wurden Fr. 971.342 und zugunsten der finanziell noch nicht selbsttragenden Diözesen im Ausland Fr. 3.023.296 aufgewendet.

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Wiedergewählte Kirchenleitung der Adventisten in Bayern: (v.l.n.r) S. Rebensburg, M. Böhnhard, J. Bartke und W. Dorn © Foto: Steve Kamatis / APD

Bayern: Adventisten beschliessen gleichberechtigte Segnung von Frauen und Männern zum Pastorenamt und bestätigen Vorstand

München/Deutschland | 30.07.2021 | APD | International

Am 4. Juli bestätigte die Landesversammlung (Synode) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern in einer Präsenzveranstaltung in der Konferenzhalle der Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf die bisherige Kirchenleitung. Engagiert wurde ausserdem ein Antrag auf gleichberechtigte Segnung von Pastorinnen und Pastoren diskutiert und mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Die aus 110 Abgeordneten aus 73 Kirchengemeinden und der Pastorenschaft tagende 21. Landesversammlung hat Pastor Wolfgang Dorn (50) mit 96 Ja- und 13 Nein-Stimmen für weitere vier Jahre als Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern in seinem Amt bestätigt. Vizepräsident und Finanzvorstand ist weiterhin Pastor Stefan Rebensburg (57), der mit 102 zu 6 Stimmen gewählt wurde. Als weiterer Vizepräsident wurde Pastor Martin Böhnhardt (42) mit 77 zu 29 Stimmen ebenfalls wiedergewählt. Die drei Geistlichen wurden erstmals 2013 mit der Leitung der Freikirche in Bayern betraut. Als Abteilungsleiter für die Adventjugend, dem Jugendverband der Freikirche, wählten die Abgeordneten Jakob Bartke (36) mit 96 Ja- und 11 Neinstimmen.

Rechenschaftsbericht zeigt Stärken und Wachstumspotentiale
Den Vorstandswahlen vorausgegangen war die Vorlage des Rechenschaftsberichts über die zurückliegenden vier Jahre sowie Beglaubigungen für die Pastorinnen und Pastoren und die Mitarbeitenden im geistlichen Verwaltungsdienst. Zum Rechenschaftsbericht verwies Präsident Dorn auf die fünf Handlungsfelder der letzten Konferenzperiode: a) Stärkung der Ortsgemeinde, b) Befähigung der Pastoren, c) Fokussierung auf Kinder und Jugendarbeit, d) Unterstützung von Gemeindeaufbau und Evangelisation und e) Förderung von sozialem Engagement, Bildung und Erziehung. Dabei erwähnte er auch beispielhaft drei Projekte, die nach seiner Überzeugung gelungen seien: die Umsetzung eines evangelistischen Kleingruppenkonzeptes, die Gründung einer adventistischen Grundschule in Nürnberg und die Aufnahme als Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern (ACK) durch deren Mitgliedskirchen. Allerdings machten ihm die rückläufigen Kirchenzugänge Sorge. Die Folgen des Corona bedingten Lockdowns und die Rückkehr der Kirchenmitglieder in reguläre Gottesdienste seien noch nicht absehbar. Auch hätten nur etwa 34 Prozent der Jugendlichen aus adventistischen Familien im Alter von 16 – 26 Jahren im Berichtszeitraum für ein Leben mit Christus durch eine Taufentscheidung gewonnen werden können. Nach der Vorlage des Berichtes erteilten die Abgeordneten dem Vorstand und Landesausschuss Entlastung.

Verfassungsanpassungen
Zu den weiteren Agendapunkten der Tagung gehörten notwendige Änderungen der Verfassung, der Wahl-, Geschäfts- und Schlichtungsordnung. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland in jedem der 16 Bundesländer als Körperschaft des öffentlichen Rechts registriert ist. Mit den Änderungen wurden die entsprechenden Ordnungen denen in den anderen Körperschaften angepasst. Ausserdem wurde ein Geschäftsverteilungsplan eingeführt.

Historische Entscheidung zur gleichberechtigten Segnung von Pastoren
Einen mit Spannung erwarteten Antrag legten die jungen Pastoren Ralf Hartmann (Landshut) und Frederik Woysch (Wasserburg) den Delegierten vor. Es ging um die „vollumfängliche und einheitliche“ Gleichstellung in der Segnungspraxis von Frauen und Männern als Pastoren. Woysch und Hartmann legten eine gut recherchierte Geschichte der Frauenordination innerhalb der Freikirche vor und begründeten ihren Antrag für eine Ordination der Frau zum Pastorenamt mit ausführlich dokumentierten Hintergrundinformationen. Alle Unterlagen waren im Vorfeld allen Abgeordneten zugänglich gemacht worden.

Diskriminierung beenden
Die Entscheidungsvorlage entbehrte nicht einer gewissen Brisanz. Schon dreimal hatte sich das oberste Entscheidungsgremium der Freikirche (Weltsynode) in den letzten Jahrzehnten gegen die Frauenordination gewandt. In der intensiv geführten Aussprache im Anschluss an die Antragstellung zeigten sich die unterschiedlichen Positionen in dieser Thematik. Auf der einen Seite, so einige Beiträge, sei es an der Zeit, die Diskriminierung der Frau im Pastorenamt zu beenden. Die Ordinationspraxis der Freikirche sei insgesamt unbiblisch und spiegele eher römisch-katholische Ansichten wider. Die Bibel kenne die Segnung und die Beauftragung, aber keine Amtsordination. Die Segnung und Beauftragung richteten sich nach dem Willen des Heiligen Geistes und nicht nach dem Geschlecht.

Einheit der Kirche in Gefahr
Auf der anderen Seite wurde die Einheit der Kirche beschworen und der Antrag als ein Akt der Rebellion und Nichteinhaltung von bereits getroffenen Entscheidungen der höchsten Kirchenebene angesehen. Die überregionale Kirchenleitung der Adventisten für Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband/NDV) war bereits durch die Weltkirchenleitung der Freikirche im Herbst 2019 wegen ihrer Ordinationspraxis verwarnt worden. Der bei der Tagung in Puschendorf anwesende Präsident der teilkontinentale Kirchenleitung adventistischer Christen in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division/EUD), Mario Brito, warnte, dass womöglich die Büchse der Pandora geöffnet würde und man die Chance durch zu schnelles Vorgehen verspiele, andere Regionen mit ins Boot zu holen.

Die Zeit war reif
Auf den ersten Blick könnte sich dem aussenstehenden Betrachter ein Bild der Zerrissenheit der Kirche geboten haben. Und in der Tat, die unterschiedlichen Auffassungen in der Frage der Ordination der Frau zum Predigtamt sind nicht nur erkennbar, sondern erschweren auch das Gefüge der lokalen Kirchgemeinden. Doch für die anwesenden Delegierten schien die Zeit für eine eindeutige Richtungsentscheidung gekommen. Mit einer 2/3 Mehrheit (72:35) stimmten die Anwesenden dem vorgelegten Antrag zu und versahen ihn mit einem kleinen Zusatz, der deutlich machen sollte, dass es nicht nur „um eine blosse Rebellion“ ging. So wurde die überregionale Kirchenleitung für Süddeutschland (Süddeutscher Verband/SDV) mit in die Verantwortung gebeten. Der Antrag lautet:

„Vorbehaltlich der Zustimmung des SDV segnen wir ab sofort alle Angestellten im geistlichen Dienst im Kontext der Bayerischen Vereinigung vollumfänglich unabhängig ihres Geschlechts und sehen diese Segnung als kirchenrechtlich verbindliche Ordination an.“

Damit scheint ein historischer Meilenstein gesetzt, eine Wende eingeläutet und ein deutliches Signal für andere Regionen der Freikirche abgegeben zu sein, so Pastor Matthias Griesshammer, einer der Delegierten.

Abteilung Frauen
Als weiteres Novum darf die Entscheidung angesehen werden, die Abteilung Frauen zukünftig nicht mehr wie bisher nur als Beauftragung, sondern als eigenständige Abteilung mit Sitz im Exekutivgremium (Landesausschuss) zu führen. Engagiert wurde der Antrag von Annelies Plep, Leiterin des Familienzentrums Arche Noah in Penzberg, eingebracht, dass „dafür eine Stelle bis zu 50 Prozent geschaffen wird“ und die Leitung der Abteilung mit einer Frau besetzt wird. Auch dieser Antrag wurde mit deutlicher Mehrheit unterstützt.

Präsenzveranstaltung mit einem Schutz- und Hygienekonzept
Lange stand nicht fest, ob in der derzeitigen COVID-19 Situation, diese Konferenz überhaupt stattfinden konnte. Einmal war der Termin bereits verschoben worden. Mit einem streng verfolgten Schutz- und Hygienekonzept nach den Regeln der 13. Bayerischen Infektionsschutzmassnahmenverordnung und in enger Abstimmung mit dem Landratsamt Fürth wurde im Vorfeld die Durchführbarkeit besprochen und schliesslich genehmigt. In der sonst mit 1.300 Sitzplätzen versehenen Konferenzhalle hatten mit Einhaltung des Mindestabstands und in Reihenbestuhlung max. 170 Personen Platz. Teilnehmer ab dem 16. Lebensjahr hatten während des gesamten Aufenthaltes innerhalb der Räumlichkeiten eine FFP2-Maske zu tragen, die nur bei Ansagen am Mikrofon abgenommen werden durfte. Jeder hatte einen festen Sitzplatz zugewiesen bekommen, der nicht getauscht werden konnte.

Adventisten in Bayern gehören zu einer weltweit organisierten Kirche
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern mit Sitz in München gehört als regionale Kirchenleitung zum Süddeutschen Verband (SDV) der Adventisten mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart. Zum ihm zählen als weitere regionale Kirchenleitungen, auch „Vereinigungen“ genannt, die Adventisten in Baden-Württemberg, Sitz Stuttgart, und in Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) mit Sitz in Darmstadt. Der Süddeutsche Verband ist Teil der weltweiten Adventisten und untersteht der teilkontinentalen Kirchenleitung für West- und Südeuropa (Intereuropäischen Division/EUD)) in Bern/Schweiz. Diese wiederum gehört zur Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA.

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Bekanntmachung der Anstellung von Abigail Babilonia durch die adventistische Kirche in Puerto Rico. © Foto: Asociación Puertorriqueña Adventista del Sur

Erste adventistische Pastorin in Puerto Rico angestellt

Ponce/Puerto Rico | 30.07.2021 | APD | International

Am 8. Juni gab die regionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten im Süden von Puerto Rico (Asociación Puertorriqueña Adventista del Sur) bekannt, dass sie Abigail Babilonia als Leiterin der Jugendabteilung der Kirche als auch der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Puerto Rico sowie als Pastorin der Kirchgemeinde III in Ponce angestellt hat. Abigail Babilonia ist die erste Frau, die als Pastorin in der 123jährigen Geschichte der adventistischen Kirche in Puerto Rico angestellt wurde.

Abigail Babilonia ist verheiratet und unterrichtete vier Jahre in Puerto Rico an der «Academia Adventista» und schloss nach vierjährigem Studium mit einem Master of Arts im Bereich Bibel/Biblische Studien am «Interamerikanischen theologischen Seminar der Adventisten» in Mayaguez/Puerto Rico ab. Gleichzeitig studierte sie in Ponce an der «Päpstlichen Katholischen Universität von Puerto Rico» Arbeits- und Organisationspsychologie und plant 2022 mit einem Master of Science abzuschliessen.

«Wir heissen Sie in unserem pastoralen Team willkommen und beten dafür, dass Gott Ihnen bei dieser neuen Herausforderung und Lebensphase beisteht», schrieb ihre Kirchenleitung bei der Bekanntgabe der Anstellung auf Facebook.

Adventisten in Puerto Rico
Im Inselstaat, der in der Karibik liegt und ein Aussengebiet der USA ist, leben 3,2 Millionen Menschen. 33'412 Mitglieder der Adventisten feiern jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, in 312 Kirchgemeinden den Gottesdienst. Sie unterhalten eine Universität, ein Spital sowie eine Poliklinik.

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Verwaltungsgebäude der teilkontinentalen Kirchenleitung der südamerikanischen Adventisten in Brasilia, Brasilien. © Foto: SDA-Encyclopedia

Adventisten in Südamerika wollen Frauen als Älteste in örtlichen Kirchgemeinden ordinieren

Brasilia/Brasilien | 30.07.2021 | APD | International

Die teilkontinentale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Südamerika (Südamerikanische Division, SAD) stimmte am 8. Juli 2021 in Brasilia, Brasilien, einer Beschlussvorlage zu, die Frauen den Dienst als Älteste ihrer Kirchgemeinde auf dem ganzen Gebiet der Südamerikanischen Division erlaubt. Das beschlossene Papier soll zudem die Rolle der ehrenamtlichen Kirchgemeindeleiter und Kirchgemeindeleiterinnen stärken, berichten die News-Seite SADNotícias Adventistas (noticias.adventistas.org) und die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review.

Die Umstände der Corona-Pandemie hätten es nötig gemacht, die Rolle der Gemeindeleitungen zu stärken, so die dortigen Kirchenleiter. Zuvor hatte ein Ad-hoc-Ausschuss seit Dezember 2020 daran gearbeitet, Studien, Diskussionen und Umfragen durchzuführen und auszuwerten. In dieser Zeit sammelte das 19-köpfige Komitee Daten und befragte 1.800 lokale Kirchenleiter in der Region.

Zwei Schwerpunkte des beschlossenen Papiers
Das beschlossene Papier enthält zwei inhaltliche Schwerpunkte. Zum einen soll die Rolle der Kirchgemeindeältesten als geistliche Leiter und Leiterinnen gestärkt werden. Im Unterschied zu den hauptamtlich tätigen Pastoren fungieren Gemeindeälteste ehrenamtlich als Leiter und Leiterinnen einer örtlichen Kirchgemeinde. Das Papier schlägt auch Wege vor, wie Kirchgemeindeälteste unterstützt werden, damit sie ihre Rolle besser erfüllen können.

Der zweite Schwerpunkt ist die Empfehlung, die Beteiligung von Frauen an der Leitung der örtlichen Kirchgemeinde zu stärken, indem anerkannt wird, was sie bereits tun. Ein Teil dieser Anerkennung besteht darin, dass künftig Frauen als Kirchgemeindeälteste eingesetzt und gesegnet (ordiniert) werden dürfen.

Die südamerikanische Kirchenleitung hat länger gebraucht als die meisten anderen teilkontinentalen Kirchenleitungen der Adventisten, um Frauen in der Kirchgemeindeleitung zuzulassen und zu ordinieren und sie damit den Männern in dieser Funktion gleichzustellen. In Nordamerika geschieht das seit 1975. Der Exekutiv-Ausschuss der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten, das höchste Entscheidungsgremium zwischen den Vollversammlungen (Weltsynoden), beschloss 1984, Frauen als Kirchgemeindeälteste grundsätzlich zuzulassen, stellte es aber den teilkontinentalen Kirchenleitungen frei, diesen Beschluss für ihre Region zu übernehmen. Dies geschah nun durch die SAD.

Anerkennung von Frauen als geistliche Leiterinnen
Der Leiter der Abteilung Pastorendienste der SAD, Lucas Alves, teilte mit, dass Frauen noch eine Minderheit in den örtlichen Kirchenvorständen bilden, obwohl Tausende von ihnen wichtige Ämter innehaben und fast 54 Prozent der neuen Bereichsleiter in örtlichen Kirchgemeinden Frauen sind. Durch die Ordination zur Kirchgemeindeältesten soll ihre geistliche und administrative Leitungsfunktion anerkannt werden, so formulierten es SAD-Kirchenleiter. Auch Lucas Alves hält dies für eine positive Entwicklung. „Das Ergebnis der Ausweitung der Rolle von Frauen als Gemeindeleiterinnen wird zu einer Stärkung dieses Amtes führen.“

Adventisten in Südamerika
Das Gebiet der teilkontinentalen Kirchenleitung der Adventisten in Südamerika (Südamerikanische Division, SAD) umfasst die Länder Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, die Falklandinseln, Paraguay, Peru und Uruguay. In dieser Region mit ca. 345 Millionen Einwohnern leben 2,5 Millionen Adventisten, die sich samstags in über 14.000 örtlichen Kirchengemeinden versammeln.

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Nur noch 51 Prozent der Einwohner in Deutschland sind Mitglied in einer der beiden grossen Kirchen. © Stefan Kunze - unsplash.com

Deutschland: Weniger Kirchenmitglieder trotz sinkender Austrittszahlen

Hannover und Bonn/Deutschland | 30.07.2021 | APD | International

Obwohl es weniger Austritte 2020 gab, sank die Zahl der evangelischen und römisch-katholischen Kirchenmitglieder in Deutschland.

Im letzten Jahr traten 220.000 Menschen aus den 20 evangelischen Landeskirchen aus. Das waren 18 Prozent weniger als 2019 (270.000). Dennoch sank die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder in der Bundesrepublik nach Berücksichtigung der Verstorbenen, Austritte, Taufen und übrigen Aufnahmen, um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ähnlich ist es bei der römisch-katholischen Kirche. Deren 27 deutsche Bistümer meldeten 2020 mit 221.390 Austritten zwar 18,8 Prozent weniger als 2019 (272.771), doch ging auch deren Mitgliederzahl um 1,8 Prozent zurück. Deshalb machten die Katholiken am 31.12.2020 in Deutschland 26,7 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (22.193.347 Kirchenmitglieder). Insgesamt 20.236.210 Menschen gehörten einer der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 24,3 Prozent. Somit sind nur noch 51 Prozent der Einwohner in Deutschland Mitglied in einer der beiden grossen Kirchen.

Viele Feste wurden wegen Corona verschoben
Laut EKD ging zwar die Zahl der Austritte im Vergleich zum Vorjahr zurück, doch auch die Taufen halbierten sich fast auf 81.000. Dazu kamen die übrigen Aufnahmen in die evangelische Kirche, die um 28 Prozent rückläufig waren und bei 18.000 lagen. Die Anzahl der evangelisch Verstorbenen stieg im Jahr 2020 um etwa vier Prozent auf rund 355.000 an. Das entspreche der generellen Zunahme der Sterbefälle in Deutschland insgesamt.

„Es war schmerzhaft für uns, dass in den vergangenen 15 Monaten nur eingeschränkt Gottesdienste, Taufen, Trauerfeiern und Hochzeiten in den Gemeinden vor Ort stattfinden konnten. Die Begegnungen haben uns gefehlt“, stellte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, fest. Umso mehr sei er von den vielen kreativen und liebevollen alternativen Angeboten der Gemeinden beeindruckt, die digital und vor Ort entstanden. „Ich freue mich, dass es uns jetzt wieder zunehmend möglich ist, in den Gemeinden zusammenzukommen und auch viele der Feste, die aufgrund der Pandemie verschoben werden mussten, nachzuholen.“

Tiefgreifende Erschütterung in der katholischen Kirche
Die römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz beklagt für 2020 ebenfalls rückläufige Zahlen. So gab es nur 11.018 kirchliche Trauungen (2019: 38.537), 104.610 Taufen (2019: 159.043) und 139.752 Erstkommunionen (2019: 166.481). Die Bestattungen sind mit 236.546 leicht gestiegen (2019: 233.937). Im Jahr 2020 traten 1.578 Menschen in die katholische Kirche ein (2019: 2.330), es wurden 4.358 Menschen wieder aufgenommen (2019: 5.339).

Zur Statistik 2020 erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Dr. Georg Bätzing: „Wir stehen in einem weiteren Jahr der Corona-Pandemie. Vieles hat sich im gesellschaftlichen und kirchlichen Leben verändert. Was musste nicht alles verschoben werden: Taufen, Erstkommunionfeiern, Firmungen und Hochzeiten.“ Bätzing wies aber auch auf „eine tiefgreifende Erschütterung“ in seiner Kirche in Deutschland hin. „Viele haben das Vertrauen verloren und möchten mit dem Kirchenaustritt ein Zeichen setzen. Wir nehmen das sehr ernst und müssen uns dieser Situation offen und ehrlich stellen und Antworten auf die Fragen geben, die an uns gerichtet werden.“ Dazu gehöre an allererster Stelle die gründliche Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs. Und dazu gehöre auch die Frage nach Macht und Gewaltenteilung in der Kirche. Die katholische Laienbewegung Wir sind Kirche weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die massiven Kirchenaustrittszahlen der letzten Monate aufgrund der anhaltenden Krisensituation im Erzbistum Köln, die sich auch bundesweit auswirke, in der Kirchenstatistik 2020 noch nicht enthalten seien.

Weitere Informationen
Die EKD stellt zum Download ihre Statistik-Broschüre „Evangelische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“, Ausgabe 2021, unter www.ekd.de/gezaehlt2021 zur Verfügung.

Die DBK verweist auf ihren Flyer „Katholische Kirche in Deutschland – Statistische Daten 2020“, der als pdf-Datei heruntergeladen werden kann: https://www.dbk-shop.de/de/publikationen/sonstige-publikationen/sonstige/katholische-kirche-deutschland-statistische-daten-2020#files

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Britische Methodisten beschliessen Trauung gleichgeschlechtlicher Paare

Frankfurt am Main/Deutschland | 30.07.2021 | APD | International

Die im englischen Birmingham bis zum 1. Juli tagende Konferenz der Methodistischen Kirche in Grossbritannien (The Methodist Church in Britain, MCB) hat die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare beschlossen. Mit einer deutlichen Mehrheit von 254 Ja- bei 46 Nein-Stimmen billigten die Mitglieder der Konferenz die vorgeschlagenen Änderungen in der Ordnung der Kirche.

Wie Pastor Klaus Ulrich Ruof (Frankfurt/Main), Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, mitteilte, sei der Entscheidung ein pandemiebedingter auf zwei Jahre ausgedehnter Beratungsprozess vorausgegangen. Während der Konferenztagung der britischen Methodisten im Jahr 2019 war eine Vorlage angenommen worden, die daraufhin in den dreissig Distrikten der MCB beraten werden sollte. Unter dem Titel „In der Liebe eint uns Gott“ (God in Love Unites Us) ging es um vorläufige Beschlüsse zu „Ehe und Partnerschaft“. Darin wurden die Definition von Ehe, die Zulassung gleichgeschlechtlicher Eheschliessungen sowie die Gewissensfreiheit handelnder Personen und die Hoheit von Gemeinden über ihre Gebäude im Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen Eheschliessungen für die Ordnung und Praxis der Kirche neu formuliert.

Ausser einem Distrikt hätten alle anderen die Vorlage mit durchschnittlichen Mehrheiten von über 75 Prozent befürwortet, was sich auch im jetzt erfolgten Beschluss niederschlage. Mit dieser Entscheidung übernehme die Methodistische Kirche in Grossbritannien die vor zwei Jahren vorläufig in Kraft gesetzten Beschlüsse in ihre Ordnung. Damit wären gleichgeschlechtliche Trauungen durch kirchliche Amtsträger und in Gebäuden der Kirche möglich, so Ruof.

Gewissensfreiheit garantiert
Die Beschlussfassung beinhalte eine Erweiterung der Definition von Ehe. In der neuen Ordnung ist die Ehe „eine lebenslange Verbindung von zwei Personen“. Die Uneinheitlichkeit in der Sichtweise zu dieser Frage schlage sich in einer Ergänzung nieder. Darin heisst es, dass dies „in zweierlei Weise“ verstanden werde. Für die einen könne die Ehe „nur zwischen einem Mann und einer Frau“ geschlossen werden. Andere seien der Überzeugung, dass die Ehe „zwischen zwei beliebigen Personen“ geschlossen werden könne. Im weiteren Beschlusstext betone die Kirche mit der Formulierung „die Methodistische Kirche bekräftigt beide Auffassungen“, dass es weiterhin unterschiedliche Überzeugungen gebe und diese nebeneinander Platz hätten.

In weiteren Klauseln werde nicht nur den pastoralen Amtsträgern, sondern allen handelnden Personen Gewissensfreiheit garantiert, sodass diese nicht gegen ihre Überzeugung gleichgeschlechtliche Trauungen durchführen oder begleiten müssten. In gleicher Weise sei den Gemeinden die alleinige Zuständigkeit für die eigenen Gebäude zugesichert, sodass in kirchlichen Gebäuden nicht gegen die mehrheitliche Überzeugung der Gemeinde eine gleichgeschlechtliche Trauung stattfinden könne.

Methodistische Kirche in Grossbritannien
Die Methodistische Kirche in Grossbritannien (The Methodist Church in Britain, MCB) ist aus der methodistischen Erweckungsbewegung um die Brüder John und Charles Wesley im 18. Jahrhundert in England hervorgegangen. Nach eigenen statistischen Angaben vom Oktober 2020 gehörten zur Kirche 164.000 bekennende, aktive Mitglieder in rund 4.000 Gemeinden in Grossbritannien (ohne Nordirland). Laut statistischen Angaben des Weltrates methodistischer Kirchen zählen sich in Grossbritannien insgesamt rund 300.000 Personen zur MCB.

Weitere Informationen: www.methodist.org.uk

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Teilnehmerinnen an der Ausbildung für Leitungsaufgaben in Kirche und Gesellschaft. © Foto: SSD News

Indonesien: 1200 adventistische Frauen für Leitungsaufgaben ausgebildet

Silang, Cavite/Philippinen | 30.07.2021 | APD | International

Mehr als 1.200 Leiterinnen der adventistischen Frauenarbeit der überregionalen Kirchenregion in Westindonesien (West Indonesia Union Mission) haben im Rahmen eines zweitägigen Online-Seminars die vierte Stufe ihres Zertifizierungsprogramms für Führungskräfte abgeschlossen. Das Zertifizierungsprogramm der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten konzentriert sich auf die Befähigung und Ausrüstung adventistischer Frauen für verschiedene Leitungsaufgaben in Gesellschaft und Kirche.

Zertifizierungsprogramm befähigt Frauen zum Dienst in Führungspositionen
Das Online-Zertifizierungsprogramm stärke das Selbstwertgefühl von weiblichen Führungskräften und helfe ihnen, Verantwortung in Kirche und Gesellschaft wahrzunehmen, so die Organisatoren. «Das Zertifizierungsprogramm für Frauen befähigt unsere Frauen, in Führungspositionen zu dienen», sagte Virginia Baloyo, Leiterin der Frauenarbeit der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Südasien und im Pazifik (Southern Asia-Pacific Division - SSD). «Abgesehen von der Vermittlung von Leitungsfähigkeiten umfasst der Lehrplan der Stufen I bis IV auch Informationen über die Bibel, Geschichte, Philosophie und die Durchführung von Pflege- und Einsatzprogrammen. Es geht auch darum, wie man seine Fähigkeiten im Schreiben, Sprechen und im Umgang mit Menschen entwickelt oder verbessert», fügte Baloyo an.

Heather-Dawn Small, Leiterin der Frauenarbeit der adventistischen Weltkirchenleitung, und Raquel Arrais, ihre Stellvertreterin, hielten Referate über die Befähigung von Frauen in verschiedenen Verantwortungsbereichen, zu denen Gott sie berufen hat. Neben Baloyo leiteten auch andere weibliche Führungskräfte verschiedene Aktivitäten und Seminare während des zweitägigen Treffens.

Themenspektrum der Ausbildung
Im Seminar wurden Themen wie Mentoring für Frauen, Ausrüstung von Führungskräften für den Erfolg, weibliche Führung in der Bibel, Mentoring für die Frau des 21. Jahrhunderts und das Führungsmodell Jesu behandelt. Die Themen sollten die Frauen dazu ermutigen, die Prinzipien in der Kirche und in ihrem täglichen Leben anzuwenden und so zu einer Inspiration für andere zu werden.

Adventistische Frauenarbeit
In der adventistischen Frauenarbeit gehe es darum, in die Fusstapfen Christi zu treten und seinen Charakter in den körperlichen, sozialen, geistigen und geistlichen Aspekten des Lebens zu offenbaren, erklärten die Leiterinnen des Seminars.

Mehr Informationen zur Frauenarbeit der Adventisten in der Deutschschweiz:
https://www.sta-frauen.ch/philosophie

Zum ausführlichen Artikel auf Englisch:
http://adventist.asia/news/adventist-women-in-indonesia-hold-online-leadership-certification/

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Teammitglieder der vier Siegerteams der Aktion #waldfriedeläuft mit ihren Urkunden. © Foto: René Scheiner / krankenhaus-waldfriede.de

Mitarbeitende eines adventistischen Spitals umrunden in Sponsorenlauf den Globus

Berlin/Deutschland | 30.07.2021 | APD | International

Insgesamt 43.122 Kilometer haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des adventistischen Krankenhauses Waldfriede in Berlin für einen guten Zweck mit der Aktion #waldfriedeläuft „erlaufen“ und „erfahren“. Dafür spendet das Krankenhaus 10 Cent für jeden Kilometer an den Förderverein.

„Ursprünglich entstand die Idee für diesen Sponsorenlauf in der Arbeitsgruppe „betriebliche Gesundheitsförderung“ des Krankenhauses Waldfriede, so Vorstand Bernd Quoss. In Anlehnung an die „Trimm-dich-fit“-Initiative des Deutschen Sportbundes (DSB) in den 70er und 80er Jahren sollten die Mitarbeitenden des Krankenhauses gerade nach den Lockdowns der Corona-Pandemie zu sportlichen Aktivitäten angeregt werden.

19 Teams bildeten sich aus den Abteilungen des Krankenhauses mit insgesamt 180 Teilnehmenden. Sie traten in der Zeit vom 1. Mai bis 11. Juni in den Disziplinen Laufen/Walking, Joggen, Fahrradfahren und Inline-Skaten an. Als ambitioniertes Ziel war geplant, kilometermässig bis nach Tokio zu gelangen. Am Ende wurden daraus beachtliche 43.122 Kilometer, was mehr als einer kompletten Umrundung der Erdkugel entspricht.

Bis zum Schluss war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, so dass schliesslich vier Sieger gekrönt wurden, die sich die ersten 3 Plätze teilen. In den einzelnen Disziplinen brachten es die Sieger beim Joggen auf 248 km, beim Radfahren auf 427 km und beim Walken/Laufen auf 148 km.

Stellvertretend für ihre Teams nahmen einige Teammitglieder Urkunden und Gutscheine für die Preise von Vorstand Bernd Quoss entgegen. Den Siegern winkt ein Besuch mit dem ganzen Team im Schlosspark Theater Berlin. Die Zweitplatzierten freuen sich auf Pizza und die dritten Gewinner dürfen sich auf ein Schlemmerfrühstück für das gesamte Team freuen.

4.400 Euro spendet das Krankenhaus an den Förderverein. Der Betrag wird zu gleichen Teilen aufgeteilt und geht zum einen an das Projekt "Sternenkinder/Stille Geburten/Begräbnisse im Krankenhaus und zum anderen an die neue Palliativstation. Hier kann den Patienten mit der Spende eine Freude gemacht werden. „Wir hoffen, dass alle Teilnehmer Spass hatten und freuen uns auf die nächste Aktion“, kommentiert Quoss.

Zur Webseite des Krankenhauses Waldfriede: www.krankenhaus-waldfriede.de.

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© Foto: Christoph Knoch

Neuapostolische Kirche schliesst sich gegenseitiger Taufanerkennung an

Bern/Schweiz | 30.07.2021 | APD | Ökumene

Fotolegende: (v.l.n.r): Bischof Patrick Streiff, Ev.-methodistische Kirche; Reverend Adèle Kelham, Church of England; Pfarrer Christoph Schuler, Christkatholische Kirche (als Moderator der Feier); Bischof Felix Gmür, Schweizer Bischofskonferenz; Bezirksapostel Jürg Zbinden, Neuapostolische Kirche Schweiz; Pfarrer Jörg Winkelströter, Ev.-lutherische Kirche; Pfarrerin Rita Famos, Ev.-reformierte Kirche Schweiz; Pfarrer Daniel Konrad, Christkatholische Kirche (Liturg); Bischof Harald Rein, Christkatholische Kirche.

2016 hat die Neuapostolische Kirche (NAK) in der Schweiz über die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH das Gesuch gestellt, sich der Erklärung von Riva San Vitale/TI zur gegenseitigen Taufanerkennung von 2014 anzuschliessen. Das Gesuch wurde von den sechs Kirchen angenommen, die damals die Erklärung unterzeichnet hatten. Am 8. Juli wurde in der Bruder-Klaus-Kirche in Bern die gegenseitige Taufanerkennung von den Leitungen der Neuapostolischen Kirche Schweiz und der anderen sechs Kirchen unterzeichnet.

Kirchen, welche die gegenseitige Taufanerkennung 2021 unterschrieben haben
Die gegenseitige Taufanerkennung wurde von Bezirksapostel Jürg Zbinden, Kirchenpräsident der Neuapostolischen Kirche Schweiz, Rita Famos für die Evangelisch-Reformierte Kirche in der Schweiz, Felix Gmür für die Bischofskonferenz, Adèle Kelham für die Anglikanische Kirche in der Schweiz, Patrick Streiff für die Methodistische Kirche, Harald Rein für die Christkatholische Kirche und Jörg Winkelströter für den Bund Lutherischer Kirchen in der Schweiz und Liechtenstein unterschrieben.

Ökumenische Öffnung der Neuapostolischen Kirche
«Dieses wichtige Zeichen der Einheit wurde dadurch ermöglicht, dass bereits 2002 ein Dialog mit der Neuapostolischen Kirche (NAK) zu Fragen der Theologie und des Glaubens begonnen und in der dafür eingesetzten Gesprächskommission von 2014 bis 2019 intensiv fortgesetzt wurde», schreibt die AGCK.CH. Die NAK habe sich in diesen Jahren zunehmend ökumenisch geöffnet, ihre Sakramententheologie präzisiert und einen Katechismus veröffentlicht, der ihre lehrmässigen Grundlagen geklärt habe. Somit sei einer gegenseitigen Anerkennung der Taufe nichts mehr im Wege gestanden.

In seiner Bekundung im Rahmen des Gottesdienstes zur Unterzeichnung ging Bezirksapostel Jürg Zbinden auf die Entwicklung ein: «Ich freue mich sehr über diesen Schritt des christlichen Miteinanders, welcher die verbindende Kraft in der Kirche Christi in den Vordergrund stellt und bin bewegt und dankbar, dass ich heute als Oberhaupt der Neuapostolischen Kirche Schweiz hier in der Kirche Bruder Klaus die gegenseitige Anerkennung der Taufe gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der anderen Kirchen unterzeichnen kann.»

Bemühungen, die Einheit der Taufe wiederherzustellen
Die AGCK.CH schreibt in der Medienmitteilung: «Die christliche Taufe gründet im Wirken von Jesus von Nazareth, in seinem Tod und seiner Auferstehung. Sie ist die Eingliederung in Christus. Die verschiedenen Praktiken der Taufe sind eine Teilnahme an der einen Taufe. Die Notwendigkeit, die Einheit der Taufe wiederherzustellen, ist daher von zentraler Bedeutung für die ökumenische Arbeit; sie ist auch von zentraler Bedeutung für das Leben einer authentischen Gemeinschaft innerhalb der christlichen Gemeinschaften. Die Taufe ist ein unwiederholbarer Akt. Mit der Unterzeichnung der Erklärung von Riva San Vitale «zur gegenseitigen Taufanerkennung» setzen die Kirchen ein wichtiges Zeichen für die in Christus gegründete Einheit der Taufe.

Die Taufe wird mit Wasser durchgeführt, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Bei der Durchführung der Taufe sind die Kirchen verpflichtet, den symbolischen Wert des Wassers ernst zu nehmen. Der Akt drückt die Tatsache aus, dass der Christ in der Taufe an Tod, Begräbnis und Auferstehung Christi teilhat. Das Neue Testament betont die ethischen Implikationen der Taufe, indem es sie als eine Reinigung des Herzens von aller Sünde darstellt. Die Taufe besiegelt unsere gemeinsame Verpflichtung zur Nachfolge Christi. Durch ihre eigene Taufe werden Christinnen und Christen in die Einheit mit Christus, mit jedem anderen Christmensch und mit der Kirche aller Zeiten und Orte geführt.»

Kirchen der AGCK.CH, welche die Taufanerkennung 2014 nicht unterzeichneten
Heilsarmee
In der 2014 veröffentlichten Erklärung zur gegenseitigen Taufanerkennung von Riva San Vitale begründeten die Heilsarmee und der Bund der Baptisten, weshalb sie das Dokument nicht signierten. Die Heilsarmee unterzeichnete die „Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe“ nicht, da sie dieses Ritual nicht anwende. Die Heilsarmee „ist aber weiterhin bestrebt, im ökumenischen Miteinander an der sichtbaren Einheit der Kirche Jesu Christi weiterzuarbeiten. Der gemeinsame Glaube an Jesus Christus vereint uns und verbindet uns über das unterschiedliche Verständnis der Taufe hinaus.“

Baptisten
Die Baptisten schrieben zur Begründung, dass sie als kongregationalistische Bewegung keine hierarchisch verfasste Kirche seien und weder ein Lehramt noch für die Gesamtkirche bindende Dokumente hätten. „Baptisten können der Erklärung insoweit zustimmen, als sie sich auf die Taufe der Umkehr und des Glaubens bezieht. Ein sakramentales Verständnis der Taufe, die an unmündigen Kindern vollzogen wird, können sie nicht mit ihrem Verständnis der Taufe im Neuen Testament in Einklang bringen. Ihm fehlen Umkehr, Glaube und Freiheit der Verantwortung als konstitutive Elemente“, heisst es in der Stellungnahme des Bundes Schweizer Baptistengemeinden, die in der Erklärung publiziert wurde. Sie könnten diese Erklärung nicht unterschreiben, seien aber „im ökumenischen Miteinander bestrebt, an der sichtbaren Einheit der Kirche Jesu Christi weiterzuarbeiten“.

Orthodoxe Kirchen
Die orthodoxen Kirchen in der Schweiz seien an der Erarbeitung der Erklärung von 2014 beteiligt gewesen, schrieb damals die AGCK.CH. Die orthodoxen Kirchen schrieben, dass sie die Erklärung aus Rücksicht auf ihre Mutterkirchen aber nicht unterzeichnen könnten. Ihre Situation als „Kirchen in der Diaspora“ erschwere eine gemeinsame Entscheidung. Die orthodoxen Kirchen der Schweiz würden aber in der Praxis die Taufe der unterzeichnenden Kirchen anerkennen.

Adventisten
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Gastmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz und teilt das Taufverständnis der Baptisten. Die Adventisten sind im 19. Jahrhundert durch die Siebenten-Tags-Baptisten mit dem biblischen Taufverständnis – der Mündigentaufe - und auch mit dem Samstag (Sabbat) als biblischem Ruhetag konfrontiert worden. Nachdem sie sich davon überzeugten, dass beides dem neutestamentlichen Vorbild entspricht, übernahmen sie die Taufe Glaubender und den Sabbat in ihre Glaubensüberzeugungen.

Erste gegenseitige Taufanerkennung der Kirchen in der Schweiz 1973
Mit der Unterzeichnung der Europäischen Charta Oecumenica im Jahr 2005 verpflichteten sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH), sich für die gegenseitige Taufanerkennung einzusetzen. Die drei Landeskirchen – Römisch-katholische Kirche, Christkatholische Kirche und Evangelisch-reformierte Kirche - hatten sich bereits 1973 dazu verpflichtet. Einundvierzig Jahre später, am 21. April 2014, unterzeichneten sechs Mitgliedskirchen der AGCK.CH die Erklärung von Riva San Vitale. Mit der Neuapostolischen Kirche ist 2021 ein siebter Unterzeichner hinzugekommen.

Erklärung von Riva San Vitale (2014): «Gegenseitige Anerkennung der Taufe»:
https://agck.ch/wp-content/uploads/2018/10/Erkl%c3%a4rung-Riva-San-Vitale.pdf

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Bibelstudienheft 3/2021 der Adventisten: "In Christus ruhen". © Cover: Büro Friedland, Hamburg

Adventisten besprechen im Gottesdienst das Thema „In Christus ruhen“

Zürich/Schweiz | 30.07.2021 | APD | Bibel

Im Bibelgespräch („Sabbatschule“), dem ersten Teil des adventistischen Gottesdienstes, wird weltweit jeweils während einem Vierteljahr über dasselbe biblische Thema in Gruppen diskutiert. Die Gesprächsteilnehmenden können sich während der Woche mithilfe des entsprechenden Wochenabschnitts im Bibelstudienheft darauf vorbereiten. Im dritten Viertel 2021 lautet das Thema des Bibelstudienhefts: «In Christus ruhen». Es geht um die Frage, wie man als Christ oder Christin Angst, Furcht und Sorge begegnen kann.

«Unruhe und Angst gehen oft Hand in Hand. Das Leben in einer Welt, die die meisten Menschen rund um die Uhr in Atmen hält, kann zu Unruhe und Angst führen», heisst es in der Einleitung des Bibelstudienhefts. Viele Menschen hätten Angst, Furcht und Sorge bezüglich der Zukunft, finanzieller Verpflichtungen oder der Beständigkeit von Beziehungen. Diese Ängste sollen in den Gesprächskreisen «frontal» angegangen werden.

«Der Begriff der Ruhe ist in der Textur der biblischen Theologie allgegenwärtig. Ruhe ist mit Erlösung, Schöpfung, Sabbat ... und mit so viel mehr verbunden», heisst es in der Einleitung.

Titel einiger Wochenthemen
Einige Titel der Wochenthemen: «Leben in einer 24/7-Gesellschaft»; «Wurzeln der Ruhelosigkeit»; «Wiedergefundene Ruhe»; «Kommt her zu mir...»; «Ruhe finden durch Vergebung»; «Heilsame (Un-)Ruhe»; «Sabbatruhe – ein Geschenk Gottes»; «Sabbatruhe – ein Sozialauftrag»; «Der Frieden hinter dem Horizont».

«die BIBEL. das LEBEN.» - Bibelgespräch zum Wochenthema bei HopeTV
Der adventistische Fernsehsender HopeTV strahlt jede Woche ein Bibelgespräch zu einem Wochenthema des Bibelstudienhefts aus:
https://www.diebibel-dasleben.de/

Bibelstudienhefte als Grossdruck sowie in diversen Ausgaben und Sprachen
Die «Standardausgabe» ist die ungekürzte, inhaltlich unveränderte Wiedergabe der von der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) herausgegebenen amerikanischen «Standard Edition». Davon gibt es eine Fassung für Gesprächsteilnehmende sowie ein etwas ausführlicheres Heft mit zusätzlichem Inhalt für Gesprächsleiter und Gesprächsleiterinnen.

Das «STUDIENHEFT ZUR BIBEL» ist eine im Auftrag der Freikirche in Deutschland (FID) von einem Arbeitskreis für den deutschsprachigen Raum bearbeitete Fassung der Standardausgabe. Die Wochenthemen behandeln dasselbe Thema, nur die Aufbereitung des Stoffes unterscheidet sich.

Schweiz
Advent-Verlag Schweiz | Tel.: +41 33 511 11 99 (morgens) |
info@advent-verlag.ch --- shop.advent-verlag.ch/131-studienhefte-zur-bibel

Deutschland
Advent-Verlag Lüneburg | +49 800 2383680 (Nummer kostenfrei innerhalb Deutschlands); bestellen@advent-verlag.de --- advent-verlag.de/studienmaterial

Österreich
Top Life Center – Wegweiser Verlag | +43 1 2294000; info@wegweiser-verlag.at --- www.wegweiser-verlag.at

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Eine pflanzenbasierte Ernährung hat Einfluss auf den COVID-19 Verlauf. © Foto: Sharon Pittaway / unsplash.com

COVID-19-Komplikationen durch pflanzenbasierte Ernährung minimieren

London/England und Brazil/Brasilien | 30.07.2021 | APD | Gesundheit & Ethik

Eine Anfang Juni veröffentlichte Studie im Journal „BMJ Nutrition Prevention & Health“ untersuchte den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten und der Entwicklung von Covid-19 im menschlichen Körper. Die Forschung legt nahe, dass eine pflanzliche Ernährung mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit von Covid-19-Komplikationen verbunden ist.

Hintergrund der Studie
Auf Grundlage einer webbasierten Umfrage beantworteten Mitarbeiter im Gesundheitswesen aus sechs Ländern Fragen zu demografischen Merkmalen, Ernährungsinformationen und COVID-19-Ergebnissen, um die Assoziation zwischen selbstberichteter Ernährung und COVID-19-Infektion, Schweregrad und Dauer zu bewerten.

Die Studie wurde auf Grundlage der Antworten von 2.884 infizierten Ärzten und Krankenschwestern veröffentlicht, die an vorderster Front gegen Corona Viren in Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und den Vereinigten Staaten arbeiten. Von dieser Gesamtzahl wurden 568 Fälle mit leichten, sehr leichten, mittelschweren, schweren oder sehr schweren Symptomen analysiert.

Ergebnisse
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Menschen mit einer pflanzlichen Ernährung ein um 73 Prozent geringeres Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken. Andere Daten der Studie zeigten, dass bei 53 Prozent der Patienten, die sich vorwiegend von Fisch und Meeresfrüchten ernährten, keine Komplikationen der Krankheit einstellten.

Schlussfolgerungen der Studie
Der südamerikanische Kardiologe und Intensivmediziner Everton Padilha Gomes von der Universität São Paulo (USP) erläutert die Ergebnisse. Gomes arbeitet als Professor an der medizinischen Fakultät der USP und ist Koordinator einer Studie, die sich mit Diäten und Lebensqualität beschäftigt.

Obwohl die Studie hauptsächlich Antworten von Gesundheitsfachleuten in sechs Ländern berücksichtigte, könnten dieselben Annahmen auch für alle Menschen gemacht werden, die eine pflanzenbasierte Ernährung verfolgten. Das Interessante an der durchgeführten Untersuchung sei, dass es sich hier um eine Gruppe von Gesundheitsfachleuten handelt, die wüssten, was aus hygienischer Sicht zu tun sei, um Covid-19 zu vermeiden (Verwendung von Masken, Händewaschen, Verwendung von Alkohol in Gel). Somit wäre eine Fehlinformation über präventive Aspekte nicht das Problem. Darüber hinaus seien sie dem Corona Virus stärker ausgesetzt, da sie an vorderster Front mit infizierten Patienten zu tun hätten. Was sich als wichtig erweise, seien Lebensgewohnheiten, die von jedem - unabhängig von Alter, Geschlecht oder Beruf - nachvollzogen werden könnten.

Auf die Frage, was eine Reduzierung von schweren Krankheitsfällen wie Covid-19, für Menschen mit einer pflanzenbasierten Ernährung begünstige, antwortet Gomes: „Wir kennen die Risikofaktoren für schwere Fälle einer Corona Virus-Infektion. Es sind die Faktoren, die Entzündungsherde im Körper begünstigen: Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck.“ Mehrere Studien zeigten, dass ständiger und hoher Fleischkonsum die Veranlagung des Körpers zur Aufrechterhaltung eines Entzündungszustandes erhöhe. Damit verbunden seien mehrere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar das Auftreten von Tumoren. „Ein Organismus, der ständig von Entzündungsfaktoren angegriffen wird, entwickelt sich mit grösserer Wahrscheinlichkeit in einen schwereren Zustand von Covid-19 und das ist, was die hier vorgestellte Studie demonstriert.“

Gesunderhaltende Lebensprinzipien
Gomes schlägt weiter vor, gesunderhaltende Lebensgewohnheiten zu pflegen und sich so immunologisch auf Krankheiten vorzubereiten. „Unser Körper ist wie ein Haus. Man muss es in Ordnung halten. In diesem Fall, mit der Annahme von gesunden Gewohnheiten wie die acht natürlichen Heilmittel Wasser, saubere Luft, Sonnenlicht, Ruhe, Bewegung, richtige Ernährung, Gleichgewicht und Vertrauen. Adventisten propagierten diese Form der Lebensweise schon seit über 160 Jahren. Auch der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. weist auf diese Lebensprinzipien hin (www.dvg-online.de). Der Mensch könne zwar immer noch krank werden, aber die Chance, dass sich etwas Ernsteres entwickle, sei geringer. Gesunde Gewohnheiten seien besonders präventiv. Es sei wichtig, die Sorge für den Körpers als neue Lebensart zu übernehmen und nicht nur in Zeiten einer Pandemie oder Krankheit.

Weitere Informationen zur Studie unter BMJ Nutrion Prevention & Health:
https://nutrition.bmj.com/content/early/2021/05/18/bmjnph-2021-000272

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Freiwillige von ADRA Schweiz machen Pause beim Hilfseinsatz in Cressier/NE. © Foto: ADRA Schweiz

ADRA Schweiz hilft mit Freiwilligen nach Unwetter in Cressier/NE

Bei dem schweren Unwetter am 20. Juni in Cressier/NE traten zwei Bäche über die Ufer und überschwemmten das Dorf. Schlamm und Dreck sei teilweise meterhoch in den Kellern der Häuser gelegen, aber auch die Strassen seien überflutet gewesen, berichtet die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz, die 26 Freiwillige zum Räumen organisierte. Die Armee begann ebenfalls am Wochenende nach dem Unwetter mit einem Hilfseinsatz, bei dem rund 500 Armeeangehörige bei den Aufräumarbeiten in Teams rund um die Uhr mitgeholfen haben, schreibt watson.

Das Hilfswerk organisierte aus verschiedenen Kirchgemeinden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten 26 Freiwillige, die unter anderem aus Avenches, Biel, Delémont, Genf, Lausanne, Neuenburg und Prêles, kamen.

Die Freiwilligen halfen den Bewohnern vor allem, die vom Schlamm befallenen Keller und Räume zu säubern. «Wir mussten Erde und Schlamm wegschaufeln, die zerstörten Möbel entsorgen und aussortieren, was gerettet werden konnte und was auf die Müllhalde kam. Die Schweizer Armee war auch dabei und wir konnten in einigen Häusern zusammenarbeiten», erzählt Leiza Augsburger, zuständig bei ADRA Schweiz für die Westschweiz.

Von «Spenderin» zu «Hilfsempfängerin»
In einer der betroffenen Familien seien die Freiwilligen auf eine Dame gestossen, die sich jedes Jahr an der Weihnachtsaktion “Pack es Päckli” von ADRA Schweiz zugunsten benachteiligter Kinder in Moldawien beteilige. Sie stricke Mützen und Pullover für die Kinder in Moldawien, schreibt die Hilfsorganisation. Die Dame sei laut ADRA zunächst sehr überrascht gewesen und dann sehr glücklich, als sie gemerkt habe, dass für einmal sie selbst und ihre Familie Empfänger der Hilfe von ADRA seien.

Ausführlicherer Bericht mit einigen Bildern bei ADRA Schweiz:
https://www.adra.ch/project/hilfe-in-cressier/

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Zwei Mädchen aus dem ADRA-Projekt in Syrien. © Foto: ADRA Syrien

Das Hilfswerk ADRA Schweiz publiziert den Jahresbericht 2020

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat laut Jahresbericht 2020, der unter dem Thema «Dankbarkeit» steht, weltweit für 22 Projekte ausserhalb und drei Projekte in der Schweiz gesamthaft 6,05 Millionen Franken (5,94 Millionen Euro) investiert, was 90 Prozent der Gelder entspricht. Acht Prozent sind demnach für administrative Kosten aufgewendet worden.

Der grösste Anteil der Projektbeiträge, rund 4,9 Millionen Franken (4,48 Millionen Euro) stamme von öffentlichen und institutionellen Mitteln sowie von Stiftungen wie der «Glückkette». Über 1,15 Million Franken (1,05 Millionen Euro) sei an privaten Spenden eingenommen worden. Sowohl die Projektbeiträge von öffentlicher und institutioneller Seite sei höher ausgefallen als im Vorjahr und die privaten Spenden seien um 16,5 Prozent gestiegen.

Dankbarkeit
Oliver Rigaud, Präsident von ADRA Schweiz, führt im Editorial die massive Zunahme der Privatspenden im Berichtsjahr auf solidarischeres Verhalten der Spendenden aufgrund der Corona-Krise zurück und fügt an: «Die weltweite Krise hat uns jedoch nicht nur Solidarität, sondern auch Dankbarkeit gelehrt: Dankbarkeit für das, was wir sind; Dankbarkeit für das, was wir haben; Dankbarkeit für das, was wir mit anderen teilen dürfen; und Dankbarkeit dafür, dass wir uns auch in schwierigen Zeiten von einem grossen Gott getragen wissen dürfen.»

Gemäss dem Jahresbericht 2020, unter dem Titel „Dankbarkeit“, führte das Hilfswerk vier Projekte in Osteuropa drei in der Schweiz, zehn in Asien und acht in Afrika durch sowie je eines in Haiti und Venezuela.

ADRA Shops in Bürglen und Biel – Direkthilfe in der Westschweiz
Menschen, die in Bürglen/TG und Biel am Rand des Existenzminimums oder in Armut leben, können im ADRA Shop regelmässig Lebensmittel abholen. In Bürglen sind dies rund 200 Personen. Nach Rücksprache mit den Sozialämtern wurde im Sommer 2020 auch in Biel ein ADRA Shop eröffnet. Kleinere ADRA-Standorte in der Westschweiz haben zusammen mit lokalen Adventgemeinden ebenfalls Direkthilfe in Form von Lebensmittel- und Kleiderabgaben initiiert. Für 2021 sind bereits weitere Standorte für ADRA-Shops in der Schweiz geplant.

Wirkungsstudie in Simbabwe – Gesunde Lebensmittel für eine gesunde Zukunft
Mit der Unterstützung des Welternährungsprogramms (WFP) der UNO führte ADRA Schweiz in Simbabwe ein Projekt durch, um die Ernährung von 11.000 Menschen in diversen Gemeinden Zvishavanes, einem abgelegenen Gebiet des Landes, kurz- und mittelfristig sicherzustellen. Das wurde erreicht durch Abgabe von Lebensmitteln als auch durch Bargeldtransfers. Die Menschen wurden geschult, wie sie in Gemeinschaftsgärten Pflanzen anbauen können, die mittels solargesteuerter Tröpfchenbewässerung versorgt werden. Die Wirkungsstudie für den Zeitraum von 2018 bis 2020 zeigte, dass die wirtschaftliche Effizienz erreicht wurde – solarbetriebene Bewässerungsgärten, Dämme, Futtergärten etc. Sie zeigte auch, dass die Ernährungsvielfalt in den Haushalten deutlich gesteigert werden konnte und sich das Projekt positiv auf das Leben in den Gemeinden auswirkte. Die Nachhaltigkeit des Projekts sei u.a. dadurch sichergestellt worden, dass in den Gemeinden Geld zurückgelegt werde, um die Solaranlagen für die Bewässerung bei einem Ausfall reparieren zu können.

Zum Jahresbericht 2020 von ADRA Schweiz:
https://www.adra.ch/wp-content/uploads/2021/06/Jahresbericht-2020-web-komprimiert.pdf

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz (www.adra.ch) wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet. Sinn und Ziel der Gründung war es, Gottes Menschenleibe durch entschiedenes Eintreten für Benachteiligte sichtbar zu machen ohne daran Erwartungen oder Bedingungen zu knüpfen. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich. Das Büro befindet sich in Aarau. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde 2017 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre rezertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch.

Das ADRA Netzwerk besteht weltweit aus rund 120 nationalen Landesbüros, die untereinander keine rechtlichen Verbindungen haben. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

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Auto, das vom Tornado erfasst und zerstört wurde. © Foto: ADRA Tschechien

ADRA Tschechien hilft nach Verwüstungen durch Tornado

Prag/Tschechien | 30.07.2021 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Ein Tornado mit Windgeschwindigkeiten von 219 km/h hat am 24. Juni mehrere Dörfer ganz im Süden der Tschechischen Republik heimgesucht. Die lokalen Behörden in Südmähren berichten, dass bisher sechs Menschen ums Leben gekommen sind, mehr als 250 Menschen verletzt wurden und hunderte weitere Bewohner ohne Zuhause sind. Der Tornado habe Bäume entwurzelt, Autos und Busse umgekippt. Der heftige Wind und Hagelkörner in der Grösse von Tennisbällen hätten Stromleitungen, ein Altersheim sowie den örtlichen Zoo zerstört. ADRA Tschechien hat sich mit den örtlichen Behörden besprochen und eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um den Betroffenen zu helfen. Die adventistische Organisation leistet nach eigenen Angaben Soforthilfe und hilft auch beim Wiederaufbau.

«Es passierte in wenigen Minuten», sagt Josef Kolacek, leitender Notfallkoordinator von ADRA in der Tschechischen Republik. «Erst im Morgengrauen wurden die wahren Auswirkungen des verheerenden Tornados sichtbar. Einige Strassen sind völlig zerstört und müssen komplett neu aufgebaut werden.» Rodomir Spinka ergänzte: «Wie es aussieht, werden die Dörfer langfristige Hilfe benötigen. Diese Art von Tornado hat diese Gegend noch nie getroffen und ist in unserem Land sehr selten.»

Laut Spinka hat ADRA in der adventistischen Kirche in Břeclav, in der Nähe von Moravská Nová Ves, einem der vom Tornado betroffenen Dörfer, ein Zentrum eingerichtet, um Nothilfe zu organisieren. ADRA in der Slowakei hat dem Team auch seinen Hilfe-Bus zur Verfügung gestellt, um die Hilfsmassnahmen durchzuführen.

«ADRA arbeitet daran, Plastikplanen zum Abdecken von Dächern, Generatoren und viele andere Baumaterialien zur Verfügung zu stellen. «Wir haben auch unsere psychosozialen Teams, um den Bewohnern jegliche emotionale Unterstützung anzubieten», sagt Spinka.

Mehr Bilder zur Hilfeleistung von ADRA Tschechien:
https://www.facebook.com/ADRACzechRepublic

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ADRA-Mitarbeiter von ADRA Syrien bei der Evaluation von Bestandteilen für die Trinkwasseraufbereitung mittels Sonnenkollektoren. © Foto: ADRA Syrien

Klimafreundliches ADRA-Projekt in Syrien von tschechischer Regierung unterstützt

Naerum/Dänemark | 30.07.2021 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die tschechische Regierung hat rund 1,25 Millionen dänische Kronen (CHF 53.000 / € 48.000) als Projektbeitrag an ein ungewöhnliches Projekt von ADRA Dänemark in Syrien gespendet, das auch von ADRA Schweiz mitfinanziert wird. ADRA Dänemark hat für die Errichtung eines innovativen Systems gesorgt, das Trinkwasser ohne den Einsatz von Chemikalien und mit Hilfe von Sonnenkollektoren reinigt. Es soll zurückkehrende Flüchtlinge und Binnenvertriebene mit Trinkwasser versorgen. In Syrien unterstützt ADRA Dänemark unter anderem den Wiederaufbau lebenswichtiger Infrastrukturen und Dienstleistungen wie Wasser- und Abwassersysteme.

Nach der Fertigstellung wird das saubere Wasser rund 13.000 Haushalte in ländlichen Gebieten ausserhalb der Hauptstadt Damaskus erreichen. Das Projekt wird hauptsächlich vom Amt für humanitäre Hilfe der EU (ECHO) finanziert und wurde nun durch die tschechische Regierung mit etwas mehr als 1,25 Millionen Kronen (CHF 53.000 / € 48.000) unterstützt.

Ein innovativer Ansatz - Trinkwasser mittels "Umkehrosmose"
«In Syrien haben die Bürger große Probleme mit der Stromversorgung, wie ich selbst auf meiner letzten Reise erfahren habe. Strom steht nur zu bestimmten Tageszeiten zur Verfügung, was unter anderem die Wasserversorgung beeinträchtigen kann. Der Einsatz von Solarzellen ist daher eine smarte Lösung, die dafür sorgt, dass die Wasserreinigung nicht plötzlich zum Erliegen kommt», erklärt Insa Deimann, Koordinatorin der humanitären Projekte von ADRA Dänemark in Syrien.

Im Jahr 2019 hat ADRA die Installation der Anlage ausgeschrieben, die Trinkwasser mittels "Umkehrosmose" filtern kann; eine Methode, die Nitrate aus dem Wasser entfernt. Erst in der zweiten Ausschreibungsrunde konnte ein qualifizierter Auftragnehmer gefunden werden. «Nicht viele Auftragnehmer in Syrien können die Umkehrosmoseanlagen zusammen mit den Solarzellen installieren, und der Ansatz wird im humanitären Sektor als neu und innovativ angesehen», sagte Deimann.

Es sei der Wunsch von ADRA, das gleiche Filtersystem auch an anderen Orten in Syrien zu installieren, wenn das Hilfswerk in Zukunft genügend Mittel für ähnliche Projekte erhalte, schreibt ADRA Dänemark.

Binnenvertriebene kehren ins Nichts zurück
Die Hilfe von ADRA kommt vor allem Menschen zugute, die nach einer Vertreibung in ihre Kommunen zurückkehren. Sie gehören normalerweise zu den Verletzlichsten, weil sie ins Nichts zurückkehren. Die Unterstützung von ADRA für die Wiederherstellung von Wassersystemen, Gesundheitseinrichtungen und Schulen in verschiedenen Gebieten Syriens wird die Lebenschancen von Rückkehrern und Binnenvertriebenen verbessern, damit sie sich ein neues Leben aufbauen können, schreibt die Hilfsorganisation.

Kofinanzierung oder «Matched Funding»
Im Rahmen des Partnerschaftsabkommens mit ECHO müssen Hilfsorganisationen einen Teil des für ihre Projekte benötigten Betrags selbst aufbringen, wenn der Europäische Hilfsfonds Millionenbeträge aufstocken soll. Dies wird als "Matched Funding" bezeichnet.

Zusammen mit ADRA Schweiz, ADRA Tschechien, ADRA Dänemark und Danida hat nun auch die tschechische Regierung einen Beitrag zum Gesamtbudget von knapp über 29 Millionen dänische Kronen (CHF 4.2 Millionen / € 3,9 Millionen) geleistet.

ADRA Netzwerk
ADRA ist das Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten. Sinn und Ziel der Gründung war es, Gottes Menschenliebe durch entschiedenes Eintreten für Benachteiligte sichtbar zu machen ohne daran Erwartungen oder Bedingungen zu knüpfen. Das ADRA Netzwerk besteht weltweit aus rund 120 nationalen Landesbüros, die untereinander keine rechtlichen Verbindungen haben. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

Mehr zu ADRA Dänemark www.adra.dk und ADRA Schweiz www.adra.ch

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Einsatz des Technischen Hilfswerks THW im Gebiet der Unwetterkatastrophe in Deutschland © Foto: THW/Tim Ciprina

ADRA Schweiz und Deutschland kooperieren für Opfer der Unwetterkatastrophe

Bei der Hochwasserkatastrophe in Deutschland, mit Schwerpunkt der Regenfälle am 14. Juli, sind bis am 20. Juli mehr als 170 Menschen gestorben, Hunderte wurden verletzt und Tausende sind ohne Strom und Trinkwasser. Die Bundeswehr versorgt unzugängliche Dörfer mit Helikoptern. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat eine Spendenaktion lanciert, um die Wiederaufbauhilfe von ADRA Deutschland finanziell zu unterstützen.

Adventisten in der Schweiz drücken ihre Betroffenheit aus
In einem Schreiben an die Kirchgemeinden drückt Pastor Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Deutschschweiz, seine Betroffenheit über die vielen Opfer der Hochwasserkatastrophe in Deutschland und Belgien aus. Gross sei das Leid, das durch den Starkregen verursacht wurde, gross sei aber auch die Solidarität mit den betroffenen Menschen. Private Initiativen zur Hilfe vor Ort, seien zwar gutgemeinte Vorhaben, könnten aber kontraproduktiv sein, so Sigg. Er empfiehlt, über das ADRA Netzwerk für die Opfer zu spenden.

Von freiwilligen Helfern vor Ort wird derzeit abgeraten
Da das Wasser teilweise noch nicht abgeflossen sei und sich die Erdmassen immer noch bewegten, müssten die Bundeswehr, die Feuerwehr sowie das Technische Hilfswerk THW zuerst die Lage sichern, damit umfassend Hilfe geleistet werden könne, schreibt ADRA Schweiz im Spendenaufruf. Andernorts sei der Schlamm bereits eingetrocknet und hart, sodass mit Schaufel und Eimer und ohne schweres Gerät nicht mehr viel ausgerichtet werden könne. Zudem seien bereits am Wochenende nach den Regenfällen Freiwillige abgewiesen worden, weil die Arbeiten zu gefährlich gewesen seien.

Gegenwärtig braucht es keine Sachspenden
Die Versorgung mit Kleidung, Hygieneartikeln und Trinkwasser sei derzeit gewährleistet. ADRA Deutschland sieht in der Phase des Wiederaufbaus die Möglichkeit vor, dass gut erhaltene Kücheneinrichtungen, Einbauküchen, Geräte sowie intaktes Mobiliar gebraucht werden könnte und wird dafür Bedarf sowie Logistik koordinieren.

Spenden an ADRA Schweiz für die Wiederaufbauhilfe in Deutschland

PC-Konto: 80-26526-3
IBAN: CH17 0900 0000 8002 6526 3
BIC: POFICHBEXXX
Spendenzweck: Überschwemmungen Deutschland

Onlinespenden: www.adra.ch
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Mitarbeitende und Freiwillige von ADRA Kirgisistan bereiten Hilfsgüter zum Verteilen vor. © Foto: Galina Ahn

ADRA Kirgisistan hilft benachteiligten Menschen im Kampf gegen COVID-19

Bischkek/Kirgisistan und Silver Spring | 30.07.2021 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kirgisistan startet 39 Nachbarschafts-Informationszentren im Land, um das Bewusstsein für die Prävention von COVID-19- und die Impfung dagegen zu schärfen. Die Zentren werden von 390 geschulten Freiwilligen geführt und wollen vor allem älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen und Migranten helfen. Gleichzeitig wird gefährdeten Menschen während der Pandemie der Zugang zu wichtigen sozialen Diensten ermöglicht.

Mangelnde Informationen zur Impfung und Gerüchte darüber
«Mangelndes Verständnis für die entscheidende Notwendigkeit, Präventionsmassnahmen einzuhalten, hat zur Ausbreitung von COVID-19 in Kirgisistan beigetragen», sagte Igor Litvinov, Landesdirektor von ADRA in Kirgisistan. «Was die Impfung anbetrifft, gibt es zwei gegensätzliche Ansichten: Einige wollen den COVID-19-Impfstoff erhalten, wissen aber nicht, wie sie ihn bekommen können, während andere falsche Gerüchte über den Impfstoff glauben und ihn komplett ablehnen. Gleichzeitig leiden die Menschen wegen der Pandemie unter Einkommensverlusten, hohen Verbraucherpreisen, eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung, Bedrohung durch häusliche Gewalt und anderen Schwierigkeiten, kennen aber keine Dienste, die ihnen in ihrer Situation helfen können.»

ADRA nutzt traditionelles, kulturadaptiertes Modell im Kampf gegen COVID-19
ADRA will die Problematik mit einem Modell angehen, das das Hilfswerk in Kirgisistan seit fast zwei Jahrzehnten für andere Projekte erfolgreich einsetzt. Zehn bis zwölf respektierte, verantwortungsbewusste Personen werden in jeder Siedlung oder Kommune ausgewählt, um eine "Selbsthilfegruppe" zu bilden.

Diese werden geschult und mit Informationen versorgt, die sie in der Kommune über COVID-19-Prävention, Impfungen, medizinische Versorgung, psychosoziale Unterstützung, Rechtsbeistand und Sozialleistungen weitergeben können. Jede Gruppe wird ein öffentliches Beratungs- und Informationszentrum im Haus eines Gruppenmitglieds oder in einem Gebäude der Gemeindeverwaltung eröffnen, wo sich die Öffentlichkeit mit den Freiwilligen treffen kann, um vertrauenswürdige Informationen zu erhalten.

«In diesem Land suchen die Menschen traditionell nach einer vertrauten, kompetenten Person, wie z.B. einem Verwandten oder Nachbarn, der ihnen sagen kann, welche öffentlichen Dienstleistungen verfügbar sind und was zu tun ist, um sie zu nutzen», sagte Litvinov. «Die Mitglieder von Selbsthilfegruppen sind solche Menschen, gut informiert und immer bereit zu helfen.»

Infizierungen mit COVID-19 nehmen seit Juni stetig zu
Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Kirgisistan steigt seit Anfang Juni und steht Mitte Juli bei täglich rund 1.300 neuen Fällen. Das lasse eine weitere tödliche Krankheitswelle befürchten, wie sie das Land während des "Schwarzen Juli" im vergangenen Jahr erlebt habe, heisst es in der Meldung von ADRA.

ADRA Kirgisistan hat im Jahr 2020 Hygienematerial und Lebensmittel verteilt
Nach Angaben von ADRA-Mitarbeitern verteilten ADRA-Freiwillige im Jahr 2020 1.280 Lebensmittelpakete und 1.280 Hygienepakete an ältere Erwachsene, die während der Abriegelung des Landes in ihren Häusern isoliert waren. ADRA sammelte auch Geld, um drei Sauerstoffkonzentratoren, Masken, Schutzoveralls und Handschuhe an drei Krankenhäuser zu spenden, zwei in Bischkek und eines in einer ländlichen Gegend.

Die ursprüngliche Meldung erschien auf Englisch bei ADRA International:
https://adra.org/news-release-adra-volunteers-in-kyrgyzstan-help-neighbors-combat-covid-19

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Freiwillige von ADRA Belgien beseitigen die Folgen des Hochwassers der Unwetter. © Foto: ADRA Belgien

ADRA Belgien hilft mit Freiwilligen den Opfern der Unwetterkatastrophe

Brüssel/Belgien | 30.07.2021 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Vom 14. bis 16. Juli wurden 120 Gemeinden in der Provinz Lüttich, im südlichen Wallonien, dem französischsprachigen Teil Belgiens, von Starkregenfällen betroffen. Mehr als 10.000 Haushalte in den Provinzen Lüttich und Wallonisch-Brabant sind ohne Strom. Am 20. Juli, einen Tag vor dem Nationalfeiertag am 21. Juli, wurden die 31 Toten der Unwetter in Belgien durch einen Staatstrauertag gewürdigt. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Belgien half mit Freiwilligen in Verviers, die Sachschäden und Trümmer zu beseitigen und Häuser zu evakuieren.

ADRA Belgien setzt sich für die Betroffenen der Unwetter ein
Dank freiwilligen Helfern und Helferinnen aus mehreren adventistischen Kirchen in Belgien hat ADRA den Opfern in den am stärksten von der Katastrophe betroffenen Gebieten geholfen die Trümmer zu entsorgen und die überfluteten Gebäude zu reinigen.

Aufgrund von Sicherheitsbedenken waren die am stärksten betroffenen Gebiete zunächst nur für Anwohner und Notfalldienste zugänglich. Am 18. Juli konnten sich ADRA-Freiwillige in Abstimmung mit den Behörden direkt nach Ensival, einer Teilgemeinde von Verviers, begeben, um den genauen Bedarf zu ermitteln. Neben der Beseitigung von Trümmern, Aufräumarbeiten und der Evakuierung von Häusern, die einzustürzen drohen, boten die ADRA-Freiwilligen den Opfern dieser Katastrophe auch Trost.

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In Somalia wurde der Lehrplan eines ADRA-Modellprojekts für das ganze Land übernommen. © Foto: ADRA Somalia

ADRA Deutschland fokussiert auf Bildung

Weiterstadt/Deutschland | 30.07.2021 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Für die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland steht Bildung im Mittelpunkt des dritten Quartals dieses Jahres. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) informiert über die Bedeutung der Bildung für die Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Ausserdem macht ADRA deutlich, wie Bildung das Leben der Menschen verbessert.

Bildung befähige Menschen dazu, ihre Begabungen zu entdecken und zu entfalten. Durch gute Bildung lernten sie über Probleme selbstständig nachzudenken und Lösungen zu suchen. „Bildung ermöglicht den Menschen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und für ihren Lebensunterhalt zu sorgen“, so Christian Molke, geschäftsführender Vorstand von ADRA Deutschland e.V.

Kinderhochzeiten und -sterblichkeit durch Frauen mit Schulabschluss reduziert
Bildung sei der Schlüssel für nachhaltige Entwicklung und wirke sich positiv auf die ganze Gesellschaft aus. Wenn beispielsweise alle Mädchen eine weiterführende Schule abschliessen würden, läge das Haushaltseinkommen 45 Prozent höher gegenüber Frauen ohne Bildung, stellte Molke fest. Auch ginge die Kindersterblichkeit um fast die Hälfte zurück und Kinderhochzeiten würden sich um zwei Drittel verringern. Zudem gebe es fast 60 Prozent weniger Frühschwangerschaften mit problematischen Auswirkungen auf Mutter und Kind. Christian Molke verwies auf den UNESCO Global Education Monitoring Report 2020. Danach würden weltweit 258 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen.

Bildungsprojekte für über eine halbe Million Kinder und Erwachsene
„Wir sind für die grosse institutionelle Unterstützung sehr dankbar. Mindestens genauso dankbar sind wir für die vielen privaten Spenden, die es uns erst ermöglichen, unsere Bildungsprogramme auf der ganzen Welt durchzuführen“ betonte Molke. In Somalia sei beispielsweise der Lehrplan aus einem ADRA-Modellprojekt für das ganze Land übernommen worden. Ebenso in Äthiopien. Dort habe ADRA ein Ausbildungsprogramm in Solartechnik eingerichtet. In Myanmar, wo der Militärputsch im Februar das ganze Land erschütterte, halte ADRA trotz aller Widerstände an einem landesweiten Bildungsprojekt zur Völkerverständigung fest. „In Serbien haben wir Roma-Familien bei der Berufsausbildung unterstützt“, informierte Christian Molke.

ADRA Deutschland im südhessischen Weiterstadt habe 2020 zehn Bildungsprojekte in Afrika, Asien und Europa betreut. Davon hätten über 545.000 Kinder und Erwachsene profitiert. „Die Projekte haben ein Gesamtvolumen von über 41 Millionen Euro.“ Molke dankte dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Europäischen Kommission für ihre Unterstützung und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

ADRA Deutschland
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation. ADRA Deutschland e.V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1986 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. ADRA Deutschland ist Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen ADRA-Büros.

Weitere Informationen: www.adra.de

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Symbolbild – «Don’t give up – you are not alone – you matter». © Foto: Dan Meyers on Unsplash

Neue Webseite für Nahestehende von Personen mit Suchtproblem

Lausanne/Schweiz | 30.07.2021 | APD | Gesundheit & Ethik

«Rund 500.000 Menschen in der Schweiz leiden unter einem Alkoholproblem eines Angehörigen. Sie sind in ihrer psychischen und physischen Gesundheit gefährdet. Doch nur wenige unter ihnen suchen Hilfe, auch weil sie nicht wissen, wo sie Hilfe erhalten können», schreibt Sucht Schweiz, ein nationales Kompetenzzentrum im Suchtbereich. Mit der neuen Website www.nahestehende-und-sucht.ch und anleitenden Videos verstärkt die Stiftung Sucht Schweiz jetzt die Unterstützung in dieser schwierigen Situation.

«Suchtprobleme betreffen immer auch das nahe Umfeld. Enge Familienangehörige sind besonders mit den negativen Folgen eines problematischen Konsums konfrontiert», schreibt die Stiftung. Zerrüttete Beziehungen, Sorge um die suchtkranke Person sowie um den Zusammenhalt der Familie und die Wohnsituation gehörten zu den zahlreichen Belastungen. Oftmals seien die engen Familienangehörigen auch isoliert. Dies führe häufig zu Ängsten, Schlafproblemen oder depressiven Zuständen.

Nur vier Prozent der Nahestehenden fragen nach professioneller Hilfe
«Eine Studie hat vor einigen Jahren gezeigt, dass nur rund vier Prozent der Befragten, die eine Person mit Alkoholproblemen im Umfeld haben, sich deswegen bereits professionelle Hilfe geholt haben», erklärt Projektleiterin Sabine Dobler. «Für viele betroffene Menschen ist es aber entscheidend, Unterstützung zu erhalten.» Es brauche eine niederschwellige Sensibilisierung für ihre eigene Problemlage, als auch Informationen über die Abhängigkeit als Krankheit, die eigenen Handlungsmöglichkeiten in der Situation und über bestehende Hilfsangebote, so Sucht Schweiz.

Neue Website www.nahestehende-und-sucht.ch schliesst die Lücke
Zur neuen Website, die vom Alkoholpräventionsfonds finanziell unterstützt wurde, schreibt das Kompetenzzentrum: Nahestehende werden «befähigt, mit der Situation umzugehen und sich selber zu schützen. Mit Erklärvideos in vier Sprachen werden diese Informationen auch visualisiert und damit für bildungsfernere und fremdsprachige Angehörige zugänglicher gemacht. Auch der Text ist sprachlich in einfacher Form gehalten. Zudem werden über Links Faltblätter in acht Fremdsprachen angeboten.»

Zur neuen Webseite für Nahestehende von Suchtkranken:
http://www.nahestehende-und-sucht.ch

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Prof. Margarete Reinhart war Studiengangsleiterin im Fachbereich Christliches Sozialwesen der Hochschule Friedensau. © Foto: ThH-Friedensau

Professorin an adventistischer Hochschule mit DBfK-Ehrennadel ausgezeichnet

Friedensau/Deutschland | 30.07.2021 | APD | Personen

Professorin Margarete Reinhart erhielt in Berlin vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) die goldene Ehrennadel. Damit wurde ihr jahrelanges Engagement im Verband gewürdigt.

Reinhart war an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg Studiengangsleiterin im Fachbereich Christliches Sozialwesen.

Aus dem Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin erwachsen, studierte sie Pädagogik und promovierte zum Thema „Die akademische Berufsausbildung in der Pflege aus der Sicht der Arbeitgeber“. Ihr Engagement führte zur Einführung der Pflegestudiengänge in Friedensau, wie des Studiengangs „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“, einer vierjährigen Pflege- und Fachausbildung mit Bachelor-Abschluss an der Theologischen Hochschule. Sie entwickelte auch ein erfolgreiches Konzept der hochschulzertifizierten Weiterbildung für Fach- und Pflegekräfte, teilte die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule mit.

Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Es können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 38 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.

Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de

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Impressum

| 30.07.2021 | APD | Impressum

Der Adventistische Pressedienst APD Schweiz ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz (Schweizer Union). Der APD arbeitet nach den Bestimmungen des schweizerischen Mediengesetzes, ist publizistisch unabhängig und loyal zur Freikirche.

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